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Los B
Ex-Ante-Evaluierung für das EFRE-
Programm im Freistaat Sachsen im
Förderzeitraum 2014 bis 2020
Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des ESF, des EFRE und des Frei-
staates Sachsen finanziert
Ex-Ante-Bewertung - Endbericht

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Los B
Ex-Ante-Evaluierung für das EFRE-
Programm im Freistaat Sachsen im
Förderzeitraum 2014 bis 2020
Metis GmbH
Donau-City-Straße 6, A-1220 Wien
Tel.: +43 1 997 15 70
Fax: +43 1 997 15 70 66
E-Mail: office@metis-vienna.eu
www.metis-vienna.eu
Wien, 23.4.2014
AutorInnen:
Dr. Rolf Bergs
DI Christine Hamza, MBA
DI Angelos Sanopoulos
Dr. Thomas Stumm
Steria Mummert Consulting GmbH (Los C)
Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des ESF, des EFRE und des Frei-
staates Sachsen finanziert
Ex-Ante-Bewertung - Endbericht

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 5
1
Einleitung ............................................................................................................... 9
1.1
Ziele der Ex-Ante-Evaluierung ................................................................................ 9
1.2 Beschreibung des Ex-Ante-Prozesses ................................................................... 9
1.3 Ex-Ante-Zusammenfassung ................................................................................. 12
1.4
Ex-Ante-Summary ................................................................................................. 15
1.5 Nichttechnische Zusammenfassung der Strategischen Umweltprüfung .............. 18
2
Bewertung der Strategie .................................................................................... 23
2.1
Bewertung der Konsistenz .................................................................................... 23
2.2
Bewertung der Kohärenz ...................................................................................... 49
2.2.1
Prüfung der internen Kohärenz ............................................................................... 49
2.2.2
Bezug zu anderen relevanten Instrumenten ........................................................... 53
3
Bewertung der Indikatoren ................................................................................ 57
3.1
Übereinstimmung mit der EFRE-VO ..................................................................... 58
3.2 Konzeptionelle Überprüfung der Indikatoren ........................................................ 58
3.3 Bewertung von Absorptionsengpässen und Risiken für Politik-Kontinuität .......... 78
3.4
Definition von Meilensteinen (Referenzrahmen) ................................................... 79
4
Bewertung der Vorkehrungen für Monitoring, Evaluierung,
Verwaltungskapazitäten und Verwaltungsvereinfachung .............................. 85
5
Die Bewertung der Übereinstimmung der finanziellen Zuweisungen .......... 91
5.1 Übereinstimmung mit den übergeordneten Konzentrationsvorgaben .................. 91
5.2 Übereinstimmung mit den regionalen Herausforderungen/Bedürfnissen und
mögliche Erreichung der Programmziele .............................................................. 92
5.3 Kombination von unterschiedlichen ESI-Fondsmitteln ......................................... 98
5.4 Fazit ...................................................................................................................... 99
6
Beitrag des EFRE-OP Sachsen zu den bereichsübergreifenden
Grundsätzen ...................................................................................................... 105
Inhaltsverzeichnis

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Seite 6
Tabelle 1: Zusammenfassende Übersicht der Umweltauswirkungen entlang den
Leitfragen ....................................................................................................... 21
Tabelle 2: Fördervorhaben im EFRE-OP Sachsen (Stand: 7. März 2014) ................... 24
Tabelle 3: Beitrag der EFRE-Programmziele zur Erreichung der Europa-2020-Ziele .. 26
Tabelle 4: Bewertung der Bezüge zu nationalen und regionalen Grundlagen ............. 33
Tabelle 5: Bezug der Spezifischen Ziele zu den Bedarfen ........................................... 43
Tabelle 6: Prüfung der internen Kohärenz .................................................................... 50
Tabelle 7: Kohärenzprüfung EFRE Sachsen mit anderen EU-Instrumenten ............... 55
Tabelle 8: Bewertung der Output-Indikatoren ............................................................... 60
Tabelle 9: Bewertung der Ergebnis-Indikatoren ............................................................ 69
Tabelle 10: EFRE-OP Sachsen – Bewertung des Leistungsrahmens .......................... 82
Tabelle 11: Vergleich der Verfahren zur Datenerhebung und Berichterstattung bei
den Output-Indikatoren des EFRE-OP Sachsen ........................................... 87
Tabelle 12: Vergleich der vordringlichen Handlungsbedarfe in Sachsen mit der
Verteilung der EFRE-Finanzmittel auf der Ebene der spezifischen Ziele .. 100
Tabelle 13: Berücksichtigung von Querschnittszielen ................................................ 105
Abbildung. 1: EFRE-OP Sachsen – Trendanpassung der zeitlichen
Ausgabenplanung .......................................................................................... 80
Tabellen und Abbildungen

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 7
AllgVO
Allgemeine Verordnung mit gemeinsamen Bestimmungen über die GSR-Fonds
BIP Bruttoinlandsprodukt
CO
2
Kohlendioxid
DVO
Durchführungsverordnung zur laufenden Förderperiode
EFRE
Europäischer Fonds für regionale Entwicklung
EIB
Europäische Investitionsbank
EIP Europäische Innovationspartnerschaften
ELER
Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums
EMFF
Europäische Meeres- und Fischereifonds
ESF Europäischer Sozialfonds
ESI
Europäischer Struktur- und Investitionsfonds
EU
Europäische Union
EW Einwohner
FuE
Forschung und Entwicklung
FuI
Forschung und Innovation
FV Fördervorhaben
GRW Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Regionalen Wirtschaftsstruktur
GSR Gemeinsamer Strategischer Rahmen
HIP Hochwasserschutz-Investitionsprogramm
IAB
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
IP Investitionspriorität
IT Informationstechnik
ITK
Informations- und Telekommunikationstechnologie
IVS Intelligente Verkehrssysteme
KETs
Key Enabling Technologies
KMUs
Kleine und mittlere Unternehmen
KOM Europäische Kommission
kWh Kilowattstunde
LEADER
Liaison entre actions de développement de l'économie rurale
LEP Landesentwicklungsplan
LES Länderspezifische Empfehlungen
NGO
Non Governmental Organisation
NRP Nationales Reformprogramm
OP Operationelles Programm
PA Prioritätsachse
PV Partnerschaftsvereinbarung
SAB Sächsische Aufbaubank
SFC
Structural Funds Common Database
SUP Strategische Umweltprüfung
SWOT
Stärken-Schwächen-Analyse (Strengths – Stärken, Weaknesses – Schwächen,
Opportunities – Chancen und Threats – Risiken)
Abkürzungen

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Seite 8
SZ Spezifisches Ziel
VO Verordnung
WiSo-Partner
Wirtschafts- und Sozialpartner

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 9
1.1 Ziele der Ex-Ante-Evaluierung
Die Ex-Ante-Evaluierung ist ein wesentlicher Baustein im Prozess der Programmerstel-
lung und muss organisatorisch und inhaltlich formal den Anforderungen des Artikels 55
der Allgemeinen Verordnung der GSR-Fonds (in weiterer Folge AllgVO genannt)
1
ge-
nügen.
Für das Konzept für die Ex-Ante-Evaluierung des Operationellen Programms des Frei-
staates Sachsen für den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in der
Förderperiode 2014 bis 2020 (in weiterer Folge EFRE-OP Sachsen genannt) werden
folgende Unterlagen als Grundlage herangezogen:
die Ausschreibungsunterlagen für die Ex-Ante-Evaluierung EFRE-OP Sachsen
2014–2020
das Angebot der Metis GmbH zur Ex-Ante-Evaluierung des EFRE-OP Sachsen
vom 16. Mai 2012;
Das Operationelle Programm, Stand: 7. März 2014, Redaktionelle Änderung vom
11. April 2014
Die formalen Grundlagen der Programmierung des EFRE-OP Sachsen bestehen aus:
den Verordnungen der Europäischen Kommission,
der Partnerschaftsvereinbarung Deutschlands,
dem nationalen Reformprogramm,
dem nationalen Stabilitätsprogramm
2
;
den Strategien und Zielen des Freistaates Sachsen
1.2 Beschreibung des Ex-Ante-Prozesses
Die Ex-Ante-Bewertung wurde in enger Abstimmung mit der EFRE-
Verwaltungsbehörde, gemäß Artikel 55 der AllgVO, durchgeführt. Dabei bestand die
Rolle des Ex-Ante-Evaluators darin, die im EFRE-OP Sachsen definierten ergebnisori-
entierten Ziele in Hinblick auf die Europa-2020-Strategie und in diesem Zusammen-
hang die Klarheit der Interventionslogik des EFRE-OP Sachsen zu überprüfen. Die
Überprüfung fand in regelmäßigen Abständen und zum Teil informell statt. Das Evalua-
toren-Team unterstützte dabei die einzelnen Arbeitsschritte bei der Erarbeitung des
OPs durch folgende Bewertungsschritte.
1. Bewertung der Strategie
2. Konsistenz und Machbarkeit
3. Interne und externe Kohärenz (wurde durch Los C erstellt)
4. Output- und Ergebnis-Indikatoren
1
Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates mit gemeinsamen Bestim-
mungen über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, den Europäischen Sozialfonds, den Ko-
häsionsfonds, den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums und den
Europäischen Meeres- und Fischereifonds, für die der Gemeinsame Strategische Rahmen gilt, sowie mit
allgemeinen Bestimmungen über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, den Europäischen
Sozialfonds und den Kohäsionsfonds und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 vom
6.10.2011 und vom 14.03.2012 (AllgVO-Entwurf).
2
Bundesministerium für Finanzen (2012), Deutsches Stabilitätsprogramm, Aktualisierung 2012.
1 Einleitung

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Seite 10
5. Überprüfung des Finanzplans
6. Prüfung der Verwaltung, Begleitung und Kontrolle
7. Überprüfung der nachhaltigen Entwicklung
Das Kapitel „Interne und externe Kohärenz“ gemäß Artikel 55 (3) b) der AllgVO wurde
von Steria Mummert Consulting GmbH im Auftrag Los C – Evaluierung Kohärenz,
Komplementarität und Konsistenz zwischen den Operationellen Programmen EFRE
und ESF 2014 bis 2020 – erstellt. Metis übernimmt für dieses Kapitel keine Verantwor-
tung.
Im Laufe der Programmierung erfolgten zwei offizielle Zwischenbewertungen am 30.
Dezember 2012 und am 15. Juli 2013, eine weitere informelle schriftliche Stellung-
nahme zum EFRE-OP Sachsen, Entwurf vom 6. September 2013, erfolgte am
16.September 2013.
Der erste Zwischenbericht konzentriert sich auf die Überprüfung der Relevanz der Er-
gebnisse der sozioökonomischen Analyse, der SWOT-Analyse und Bedarfsanalyse für
das EFRE-OP; die Überprüfung des Beitrags der vorläufigen EFRE-Programmziele zur
Erreichung der Europa-2020-Ziele und die Überprüfung der Konsistenz der EFRE-
Programmziele mit nationalen und Länderzielen Sachsens. Darüber hinaus wurde der
SUP-Scoping-Bericht erstellt.
Die zweite Zwischenbewertung konzentriert sich auf Aufbau und konsequente Durch-
führung der Interventionslogik, insbesondere auf den Bedarf und die Auswahl der In-
vestitionsprioritäten und auf die Formulierung der spezifischen Ziele; Begründung und
Definition der Prioritätsachsen; Kompatibilität des EFRE-Arbeitsdokuments mit dem
Eingabemuster für das SFC1 2014 („Fiche 1a“). Darüber hinaus wurden die SUP-
Scoping-Konsultation und die Erstellung des 1. Entwurfs des Umweltberichts als Ar-
beitsgrundlage abgeschlossen.
Weitere informelle Stellungnahmen erfolgten im Wesentlichen durch Telefonate bzw.
E-Mail-Kommunikation. Wesentliche Bestandteile dieser waren die Kritik an der ehe-
maligen Mischachse 4 und Hilfestellung bei der Indikatorik.
Die Entwicklung der Indikatoren wurde iterativ vorgenommen. Dazu wurde u.a. auf Ba-
sis von Vorschlägen für Output- und Ergebnis-Indikatoren ein Workshop der Fachres-
sorts mit dem Ex-Ante-Evaluierungsteam zur Weiterentwicklung der Indikatoren durch-
geführt.
Infolge der ersten vorläufigen Bewertungen wurden seitens des Auftraggebers weitere
Schritte zur Konzentration des EFRE-OP Sachsen, der Strukturierung der Ziele und
der Spezifizierung der Zielformulierungen vorgenommen.
Das Ex-Ante-Team nahm ferner an den Redaktionsgruppensitzungen am 8. August
2013, 10. September 2013, 8. Oktober 2013 und 9. Dezember 2013 teil. Der Aus-
tausch zwischen dem Ex-Ante- und dem Programmierungs-Team verlief grundsätzlich
gut. Die Erarbeitung der Indikatoren wurde weitestgehend ohne Einbeziehung des Ex-
Ante-Teams von der VB durchgeführt.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 11
Für den vorliegenden Ex-Ante-Bericht standen dem Ex-Ante-Team das EFRE-OP
Sachsen vom 7. März 2014 und eine redaktionelle Überarbeitung vom 11. April 2014
zur Verfügung. Das am 11. April 2014 übersandte EFRE-OP Sachsen enthielt folgende
Kapitel:
Kapitel 1 – Strategie
Kapitel 2 – Prioritätsachsen
Kapitel 3 – Finanzierungsplan
Kapitel 4 – Integrierter Ansatz für die territoriale Entwicklung
Kapitel 5 – zuständige Behörden
Kapitel 6 – Koordination zwischen den Fonds und anderen Finanzierungsinstru-
menten
Kapitel 7 – Ex-Ante-Konditionalitäten
Kapitel 8 – Bürokratieabbau
Kapitel 9 – Bereichsübergreifende Grundsätze

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Seite 12
1.3 Ex-Ante-Zusammenfassung
Gemäß Artikel 55 (3) a)
Bewertung des Beitrags des Programms zur Unionsstrategie
für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum unter Berücksichtigung der
nationalen und regionalen Bedürfnisse und des Entwicklungspotenzials sowie der Er-
fahrungen aus vorangegangenen Programmzeiträumen
: Das Programm bezieht sich
direkt auf alle drei Europa-2020-Prioritäten, die 14 spezifischen Ziele adressieren alle
Europa-2020-Ziele mit einem deutlichen Schwerpunkt auf den folgenden Zielen:
Beschäftigungsziel
– 75 % der 20- bis 64-Jährigen sollen in Arbeit stehen;
FuE und Innovation
– 3 % des BIP der EU sollen für Forschung und Entwicklung
aufgewendet werden;
Klimawandel und Energie
– Verringerung der Treibhausgasemissionen um 20 %
gegenüber 1990; Erhöhung des Anteils Erneuerbarer Energien auf 20 %; Steige-
rung der Energieeffizienz um 20 %.
Armutsziel
– Die Zahl der von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffenen oder
bedrohten Menschen soll um mindestens 20 Millionen gesenkt werden.
Die spezifischen Ziele des EFRE-OP Sachsen orientieren sich in hohem Maße am Be-
darf des Freistaates Sachsen. Diese sind in der sozioökonomischen und in der SWOT-
Analyse und in den relevanten Strategien dargestellt. Die SWOT-Analyse bezieht sich
wesentlich auf die Erfahrungen aus der vergangenen Programmperiode. Darüber hin-
aus zeigt sich ein hohes Maß an Übereinstimmung zwischen den spezifischen Zielen
des EFRE-OP Sachsen und den Zielen im Nationalen Reformprogramm.
Gemäß Artikel 55 (3) b)
Bewertung der Kohärenz und des Bezugs zu anderen rele-
vanten Instrumenten
:
(Los C):
Es lässt sich festhalten, dass die Prioritätsachsen, spe-
zifischen Ziele und Vorhaben des sächsischen EFRE-OP Sachsen klar strukturiert und
die einzelnen Ebenen zueinander kompatibel, widerspruchsfrei und kohärent sind. Die
spezifischen Ziele greifen dabei die gewählten thematischen Ziele und Investitionsprio-
ritäten auf und gewährleisten somit eine sinnvolle Strukturierung der Förderung. Das
Programm des EFRE-OP Sachsen fügt sich in eine einheitliche Entwicklungsstrategie
mit anderen relevanten Instrumenten auf nationaler, regionaler und EU-Ebene ein. Da-
bei grenzt sich das EFRE-OP Sachsen hinreichend von anderen Förderungen ab. Die
Vorgehensweise der Verwaltungsbehörde und beteiligten Ressorts bei der Programm-
planung hat eine umfassende Analyse und systematische Vorgehensweise aufgezeigt.
Gemäß Artikel 55 (3) c)
Übereinstimmung der Zuweisung der Haushaltsmittel mit den
Programmzielen:
Die Ex-Ante-Bewertung zeigt, dass die interne Verteilung der dem
EFRE-OP Sachsen insgesamt zur Verfügung stehenden Gemeinschaftsmittel über die
thematischen Prioritätsachsen „A“ bis „E“ voll und ganz den Konzentrationsvorgaben
aus der EFRE-Verordnung entspricht und insbesondere auch mit den für den Freistaat
Sachsen festgestellten Herausforderungen und Bedürfnissen übereinstimmt. Durch die
Zuweisung von etwas mehr als 80 % der EFRE-Mittel an die Thematischen Ziele 1, 3
und 4 können in Sachsen Forschung, technologische Entwicklung und Innovation sub-
stanziell gestärkt werden (thematisches Ziel 1) und ebenfalls deutliche Beiträge zu ei-
ner weiteren Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von KMUs (thematisches Ziel 3) so-
wie zur Verringerung der CO
2
-Emissionen (thematisches Ziel 4) erreicht werden. Mit
den verbleibenden 20 % der EFRE-Mittel, die den Prioritätsachsen „D“ und „E“ zuge-
wiesen wurden, können in Sachsen ergänzende und zielführende Beiträge zur Präven-
tion von negativen Folgen des Klimawandels und zur Minderung von Umweltbelastun-
gen sowie zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung im Sinne des Artikels 7 der EFRE-
Verordnung erreicht werden.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 13
Gemäß Artikel 55 (3) d)
Bewertung der Übereinstimmung der ausgewählten themati-
schen Ziele, der Prioritäten und der entsprechenden Ziele der Programme mit dem
GSR, der Partnerschaftsvereinbarung und den entsprechenden gemäß Artikel 121 Ab-
satz 2 AEUV angenommenen länderspezifischen Empfehlungen sowie gegebenenfalls
– auf nationaler Ebene – den nationalen Reformprogrammen:
Insgesamt gesehen ist
die thematische Ausdifferenzierung des gesamten EFRE-Programmzielsystems mit
Reduktion der spezifischen Ziele auf die thematischen Ziele den Vorgaben der Verord-
nung entsprechend. Das Programm bezieht sich auf die folgenden thematischen Ziele:
(1) Stärkung von Forschung, technologischer Entwicklung und Innovation; (3) Stärkung
der Wettbewerbsfähigkeit von KMUs, des Agrarsektors (beim ELER) und des Fische-
rei- und Aquakultursektors (beim EMFF); (4) Forderung der Bestrebungen zur Verrin-
gerung der CO
2-Emissionen in allen Branchen der Wirtschaft; (5) Förderung der An-
passung an den Klimawandel sowie der Risikoprävention und des Risikomanage-
ments; (6) Erhaltung und Schutz der Umwelt sowie Förderung der Ressourceneffizi-
enz; (9) Forderung der sozialen Inklusion und Bekämpfung von Armut und jeglicher
Diskriminierung. Die ausgewählten thematischen Ziele des EFRE-OP Sachsen stim-
men mit den Vorgaben des
GSR
, mit der Partnerschaftsvereinbarung und den ent-
sprechenden gemäß Artikel 121 Absatz 2 AEUV angenommenen länderspezifischen
Empfehlungen überein.
Gemäß Artikel 55 (3) e, f, h)
Bewertung des Indikatorensystems:
Das EFRE-OP
Sachsen macht weitgehenden Gebrauch von den in der EFRE-Verordnung definierten
gemeinsamen Indikatoren. Aus der Sicht der Ex-Ante-Bewertung ist die Wahl zu be-
grüßen, da sie verordnungskonform ist. Es sind bei der unterschiedlichen Quantifizie-
rung der Ziele für die zwei Fördergebiete keine Abweichungen oder Besonderheiten
feststellbar, die aus Sicht der Ex-Ante-Bewertung unplausibel oder fraglich wären.
Die Ergebnis-Indikatoren wurden hinsichtlich Relevanz und Logik, Klarheit und Defini-
tionsgüte, Politik-Bezug und Evaluierbarkeit auf qualitativer Ebene bewertet. Insgesamt
stellt sich die für das EFRE-OP Sachsen gewählte Ergebnis-Indikatorik als weitgehend
adäquat dar.
Gemäß Artikel 55 (3) g)
Bewertung, ob die quantifizierten Zielwerte für Indikatoren realis-
tisch sind
:
Für die Quantifizierung der Meilensteine sind laut Artikel 96 Absatz 2 b (v)
der AllgVO 1303/2013 entsprechende Indikatoren für Outputs und Budget-Allokationen
auszuwählen, die das Programm hinreichend repräsentieren. Dies kann seitens der
Ex-Ante-Bewertung als erfüllt bezeichnet werden. Entsprechend der neuen Durchfüh-
rungsverordnung 215/2014 decken die ausgewählten Indikatoren das Programm mit
über 50 % auch quantitativ hinreichend ab. Die Angaben der Verwaltungsbehörde um-
fassen das angestrebte Ziel zum Leistungsrahmen in differenzierter Form. Bei den
Ausgaben liegt der Mittelwert ungewichtet bei 22,26 %. Mit dem Anfangswert 0 und
dem Endziel 100 % lässt sich damit zumindest grob ein möglicher Ausgabenverlauf auf
der Programmebene nachzeichnen.
Gemäß Artikel 55 (3) h)
Bewertung der Eignung der für den Leistungsrahmen ausge-
wählten Etappenziele:
Der geplante Leistungsrahmen erscheint im Großen und Gan-
zen realistisch. Die Verteilung der Ausgaben über die Zeitachse ist konservativ und be-
rücksichtigt unter Beachtung der neuen n+3-Regel die Absorptionsrisiken hinreichend.
Während die Ausgabenzielwerte für das Programm im Durchschnitt angemessen er-
scheinen, sind jedoch substanzielle Abweichungen bei den einzelnen Prioritätsachsen
und Investitionsprioritäten zu erwarten. Wendet man z.B. den Durchschnittsmaßstab
des Programms für die Klimaschutzinterventionen an, so dürften angesichts der er-
wartbar größeren Absorptionsrisiken die angestrebten Zielwerte vergleichsweise

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Seite 14
schwieriger erreichbar sein. Als unrealistisch stellt sich jedoch aus Sicht der Evaluato-
ren keiner der festgelegten Zielwerte des Leistungsrahmens dar.
Gemäß Artikel 55 (3) i, j, n
) Bewertung der vorgeschlagenen Unterstützungsart, der
Humanressourcen und administrativen Leistungsfähigkeit sowie der geplanten Maß-
nahmen zur Verringerung des Verwaltungsaufwands der Begünstigten
: Die für die all-
gemeine Verwaltung des EFRE-OP Sachsen vorgesehenen Humanressourcen sind
ausreichend. Auch die für eine zeitgerechte Sammlung und Aggregation statistischer
Daten, für das Monitoring und die Begleitung sowie für die Bewertung vorgesehenen
Verwaltungsmodalitäten und Verfahren sind angemessen und für die Erbringung der
jeweiligen Aufgabe geeignet. Die im EFRE-OP Sachsen explizit geplanten Maßnah-
men zur Verringerung des Verwaltungsaufwands der Begünstigten sind angemessen
und hinreichend. Trotzdem könnten durchaus noch weitere und ohnehin geplante
Maßnahmen direkte Erwähnung finden. Zudem könnten in diesem Rahmen auch posi-
tive Aspekte, die sich für die Begünstigten aus der künftigen Umstellung auf „e-
Cohesion“ ergeben werden, besser benannt werden.
Gemäß Artikel 55 (3) l, m)
Bewertung der Angemessenheit der bereichsübergreifen-
den Grundsätze
: Die Maßnahmen zur Berücksichtigung der Querschnittsziele „Nach-
haltige Entwicklung“, „Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung“ sowie „Gleichheit
zwischen Männern und Frauen“ sind im EFRE-OP Sachsen ausführlich dargestellt. Für
das Ziel „Nachhaltige Entwicklung“ ist ein umfassendes Umweltmonitoring vorgesehen.
Für das Ziel „Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung“ wird im Programm auf die
umfassende Beteiligung der relevanten Organisationen und Interessenvertreter ver-
wiesen. Darüber hinaus werden im Monitoring des Programms, soweit verfügbar, sta-
tistische Daten, die sich auf einzelne Diskriminierungsmerkmale beziehen, erhoben
und ausgewertet. Aspekte der Barrierefreiheit werden gemäß den nationalen Bestim-
mungen bei Bauvorhaben im Neu- und Umbau berücksichtigt. Für das Ziel „Gleichheit
zwischen Männern und Frauen“ gilt ebenfalls, dass die relevanten Organisationen und
Interessenvertretungen intensiv in den Prozess der Programmplanung mit einbezogen
waren. Auch hier werden im Monitoring Daten, soweit verfügbar, erhoben und ausge-
wertet. Darüber hinaus wird davon ausgegangen, dass in einzelnen Projekten ein be-
sonderer Beitrag zur Förderung der Gleichstellung geleistet werden kann, sodass ins-
gesamt von einer angemessenen Berücksichtigung der Querschnittsziele ausgegan-
gen wird. Es wird empfohlen, die geplanten Maßnahmen dahingehend zu überprüfen,
inwieweit die Querschnittziele „Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung“ und
„Gleichheit von Männern und Frauen“ konsequent berücksichtigt werden.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 15
1.4 Ex-Ante-Summary
In accordance with Article 55 (3) (a), ex-ante evaluations shall appraise the con-
tribution to the Union strategy for smart, sustainable and inclusive growth, hav-
ing regard to the selected thematic objectives and priorities, taking into account
national and regional needs and potential for development as well as lessons
drawn from previous programming periods:
The ERDF Operational Programme of
the Land of Saxony directly refers to all three Europe 2020 Priorities. The 14 specific
objectives address all the Europe 2020 objectives, particularly emphasising the follow-
ing goals:
Employment - 75% of the 20-64 year-olds should be employed
R&D/innovation - 3% of the EU's GDP (public and private combined) should be in-
vested in R&D/innovation
Climate change / energy - greenhouse gas emissions should be reduced to 20% (or
even 30%, if the conditions are right) lower than 1990, 20% of energy should be
generated from renewable sources, and there should be a 20% increase in energy
efficiency
Poverty/social exclusion - at least 20 million fewer people should be classified as in
or at risk of poverty and social exclusion.
The specific objectives of the ERDF Operational Programme Saxony follow the needs
of Saxony according to the socio-economic analysis and SWOT analysis and the re-
gional strategies of Saxony. The SWOT analysis mainly refers to experience from the
previous programming period. Moreover, the specific objectives of the ERDF Opera-
tional Programme Saxony are largely consistent with the objectives of the National Re-
form Programme.
In accordance with Article 55 (3) (b), ex-ante evaluations shall appraise the inter-
nal coherence of the proposed programme or activity and its relationship with
other relevant instruments
:
(Los C)
The ex-ante evaluation has found that the prior-
ity axes, the specific objectives and the plans of the programme are clearly structured,
and that the single milestones are compatible, consistent and coherent. The assess-
ment of the interdependency between the specific objectives within each priority axis
and between the specific objectives from the various priority axes has shown that the
ERDF Operational Programme Saxony has a high degree of internal consistency and
coherence. The priority-setting is comprehensible and the structure of the programme
is therefore logical.
The ERDF Operational Programme Saxony is integrated in a consistent development
strategy that includes other relevant instruments at regional, national and EU levels
and clearly differentiates itself from other funding instruments. The approach of the
Managing Authority and the other departments involved in the programme preparation
can be characterised as being based on a comprehensive analysis and a systematic
procedure.
In accordance with Article 55 (3) (c), ex-ante evaluations shall appraise the con-
sistency of the allocation of budgetary resources with the objectives of the pro-
gramme:
The internal financial allocation of the total budget of the ERDF Operational
Programme Saxony is concentrated according to the ERDF regulations and meets the
needs of the Land of Saxony according to the socio-economic analysis. The allocation
of more than 80% of the budget to the thematic objective 1,3 and 4 allows substantial
support for innovation and technological development in the Land of Saxony. Further-

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Seite 16
more, the programme substantially contributes to strengthening the competitiveness of
SMEs and to the reduction of CO
2
. The remaining 20% of the ERDF budget of Saxony
is allocated to the priority axes D and E and contributes to the further prevention of cli-
mate change effects, protecting the environment and promoting resource efficiency,
and sustainable urban development according to Article 7 of the ERDF regulation.
In accordance with Article 55 (3) (d), ex-ante evaluations shall appraise the con-
sistency of the selected thematic objectives, the priorities and corresponding
objectives of the programmes with the CSF, the Partnership Agreement and the
relevant country-specific recommendations adopted in accordance with Article
121(2) TFEU and, where appropriate at national level, the National Reform Pro-
gramme:
The thematic concentration of the ERDF Operational Programme Saxony on
6 thematic objectives complies with the ERDF regulation. The programme refers to the
following six thematic objectives: (1) strengthening research, technological develop-
ment and innovation; (3) enhancing the competitiveness of small and medium-sized
enterprises, the agricultural sector (for the EAFRD) and the fisheries and aquaculture
sector (for the EMFF); (4) supporting the shift towards a low-carbon economy in all
sectors; (5) promoting climate change adaptation, risk prevention and management;
(6) protecting the environment and promoting resource efficiency; and (9) promoting
social inclusion and combating poverty and discrimination.
The selected thematic objectives of the Operational Programme Saxony correspond to
the specifications of the General Regulation, the Partnership Agreement and the
equivalent country-specific recommendations adopted in accordance with Article 121
Paragraph 2 Treaties of the European Union. The assessment of the interdependency
between the specific objectives of each priority axis and between the specific objec-
tives of the different priority axes showed that the Operational Programme Saxony pre-
sents a high degree of internal consistency and coherence.
In accordance with Article 55 (3) (e, f, h), relating to the assessment of the rele-
vance and clarity of the proposed programme indicators, how the expected out-
puts will contribute to results, and the rationale for the form of support pro-
posed:
The Operational Programme Saxony extensively uses the defined indicators of
the ERDF regulation. In the evaluator's view, this will be assessed positively since it
meets the regulatory requirements. No derogations or specific aspects were found to
be implausible or questionable in the different quantifications of targets for the different
funding regions. The result indicators seem to be adequate in terms of relevance, logic
and clarity. However, due to the lack of quantitative data at the time of the delivery
deadline for the ex-ante report, no detailed quantitative evaluation has been per-
formed.
In accordance with Article 55 (3) (g), relating to the assessment
whether the quan-
tified target values for indicators are realistic, having regard to the support envis-
aged from the ESI Funds
:
The quantified targets are chosen in accordance with the gen-
eral regulation
. The Operational Programme adequately meets these requirements. The
information provided by the Managing Authority present the targets and performance
values in various ways. For expenditure, the median lies at around 22,26%.
In accordance with Article 55 (3) (h) relating to the assessment of the suitability
of the milestones selected for the performance framework:
The envisaged per-
formance framework seems realistic by and large. The allocation of the expenditure
over the timeline is conservative and sufficiently takes into account the absorption risks
in light of the new n+3 rules. Whereas on average the expenditure targets seem ade-
quate for the programme, substantial deviations can be expected in the priority axes.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 17
When applying the average benchmark of the programme to priority axis 3, for exam-
ple, the targets could be comparatively more difficult to achieve due to higher absorp-
tion risks. None of the expenditure targets seem to be unachievable.
In accordance with Article 55 (3) (i, j, n), relating to the assessment of the ade-
quacy of human resources and administrative capacity for management of the
programme, the suitability of the procedures for monitoring the programme and
for collecting the data necessary to carry out evaluations, and measures planned
to reduce the administrative burden on beneficiaries:
In general, the human re-
sources and the administrative capacity for the management of the Operational Pro-
gramme Saxony are adequate. The timely collection and aggregation of statistical data
for monitoring and control as well as the evaluation of the managing structures and
process are sufficient and appropriate. The planned actions for reducing the adminis-
trative burden are also appropriate. However, greater emphases could be placed on
the reduction of administrative burdens during programme implementation based on
activities and changes already initiated. Furthermore, positive effects could be gener-
ated for the beneficiary with the transition to e-Cohesion.
In accordance with Article 55 (3) (l, m), relating to the assessment of the ade-
quacy of planned measures to promote equal opportunities between men and
women and to prevent discrimination, particularly regarding accessibility for
persons with disabilities, and the adequacy of planned measures to promote
sustainable development:
The measures with respect to the horizontal objectives of
'sustainable development', 'equal opportunities and non-discrimination' and 'equality
between men and women' are described in detail in the Operational Programme
Saxony. For the sustainable development objective, the specific measures envisaged
ensure detailed monitoring in this respect. For the objective of 'equal opportunities be-
tween men and women and to prevent any discrimination', the envisaged measures
ensure the participation and involvement of relevant stakeholders in the programming
phase. Furthermore, with regard to equal treatment and non-discrimination, there are
plans to collect and evaluate available statistical data. In addition to these general
measures, the horizontal objectives are respected within the framework of implement-
ing individual activities, which supports adequate implementation. Nevertheless, it is
recommended that the planned measures be evaluated regarding their impact on the
relevant horizontal principles.

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Seite 18
1.5 Nichttechnische Zusammenfassung der Strategischen Umweltprü-
fung
Bewertung der Umweltauswirkungen
In der Strategischen Umweltprüfung erfolgt die Ermittlung, Beschreibung und Bewer-
tung der unmittelbaren und mittelbaren Auswirkungen des EFRE-OP Sachsen auf die
Umweltschutzgüter, nämlich Biologische Vielfalt, Flora und Fauna; Boden; Wasser;
Klima; Luft; Landschaft; Menschliche Gesundheit / Bevölkerung; Kultur- und Sachgü-
ter.
Mit der Prüfung der voraussichtlichen und erheblichen Umweltauswirkungen des
EFRE-OP Sachsen wird abgeschätzt, ob die Umweltsituation – vor allem im Vergleich
zum Ausbleiben des untersuchten Programms (die sogenannte Nullvariante) – verbes-
sert, verschlechtert oder nicht beeinflusst wird.
Der zeitliche Rahmen der Prüfung bezieht sich auf die Förderperiode 2014–2020 und
zusätzlich auf den Zeitraum, innerhalb dessen geförderte Projekte „benutzt“ werden,
das heißt bis in das Jahr 2050.
Maßgebliche Ziele des Umweltschutzes
Es gibt eine Vielzahl von politischen Absichtserklärungen und gesetzlichen Regelun-
gen, die sich auf den Schutz und die Entwicklung der Umwelt und der Landschaft be-
ziehen. Diese können eine hohe Bedeutung im internationalen gemeinschaftlichen und
nationalen Kontext aufweisen.
In der Strategischen Umweltprüfung werden die wesentlichen Umwelteffekte beschrie-
ben und ihre Wirkungsrichtung entlang ausgewählten Leitfragen wird beurteilt. Von den
ausgewählten Umweltzielen leiten sich die Beschreibung des Umweltzustands, der
Trendentwicklung und die Beurteilung der Umweltauswirkungen ab. Daraus ergeben
sich dann die für das EFRE-OP Sachsen relevanten Indikatoren.
Ausgangssituation und Beschreibung des Umweltzustandes
Jene Schutzgüter, die im Freistaat Sachsen unter nennenswerter Veränderung stehen,
betreffen insbesondere Biologische Vielfalt, Flora und Fauna, Boden, Wasser, Klima,
Luft und Menschliche Gesundheit.
Biologische Vielfalt, Flora und Fauna: Der Freistaat Sachsen ist durch eine große
landschaftliche Vielfalt geprägt. Im Allgemeinen ist ein Bestandsrückgang der
Pflanzen- und Tierarten Sachsens anzumerken. Rund 60 % der in Sachsen vor-
kommenden Biotoptypen – der Lebensräume wildlebender Pflanzen und Tiere –
sind als gefährdet eingestuft. Waldflächenverluste in Sachsen sind v.a. auf den
Braunkohleabbau der Oberlausitz, den Rohstoffabbau (Sand, Kies, Steine, Erden
und sonstige oberflächennahe Rohstoffe) sowie die Umwandlung in Infrastruktur-,
Gewerbe- und Industrieflächen zurückzuführen.
Boden: Im Freistaat Sachsen sind stoffliche Bodenbelastungen insbesondere in
ehemaligen Erzabbaugebieten, in immissionsbelasteten Bereichen und teilweise in
Überschwemmungsgebieten, aber auch punktuell auffindbar. Der erhöhte Gehalt an
Arsen und Schwermetallen im Boden ist sowohl natürlichen Ursprungs, aber auch
aus bergbaulicher und industrieller Tätigkeit. Darüber hinaus ist die Bodenerosion
ein Hauptproblem der Landwirtschaft in Sachsen. Über die Hälfte der landwirt-

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 19
schaftlichen Nutzfläche Sachsens ist erosionsgefährdet und ca. 60 % der Ackerflä-
che Sachsens sind potenziell wassererosionsgefährdet.
Wasser: Der Freistaat Sachsen war in den Jahren 2002, 2010 und 2013 außerge-
wöhnlichen Hochwasserereignissen ausgesetzt.
Klima / Luft: Langjährige Messungen in Sachsen belegen globale und lokale Ver-
änderungen des Klimas. Zum Beispiel sind spürbar extremere Ereignisse wie Stark-
regen, Hochwasser, Stürme, Hitze- oder lange Trockenperioden zu beobachten.
Der Ausstoß von CO
2
ist v.a. der Braunkohle zuzuschreiben. Das Einsparpotenzial
des Gesamtenergieverbrauchs ist insbesondere bei Gebäuden hoch, da der Be-
stand von rund 790.000 Wohngebäuden bzw. 2.325.000 Wohnungen relativ alt und
somit ineffizient ist.
Menschliche Gesundheit und Bevölkerung: Die Ergebnisse der Lärmkartierung
2007 in Sachsen zeigen, dass durch die untersuchten Lärmquellen erhebliche Be-
lästigungen bis hin zu gesundheitsgefährdenden Belastungen verursacht werden.
Umweltauswirkungen des untersuchten Programms sowie der Alternati-
ven und der Gegenmaßnahmen
Im Rahmen der Strategischen Umweltprüfung wurden verschiedene Alternativen an-
gedacht und mit den Behörden diskutiert. Der Alternativenprüfung kommt eine beson-
dere Bedeutung zu, da sie maßgeblich dazu beiträgt, negative Umweltauswirkungen
zu minimieren und positive zu optimieren.
Folgende Alternativszenarien wurden erstellt und überprüft:
Trendszenario (Nullvariante), d.h. Entwicklung der Umweltsituation OHNE ein
EFRE-OP Sachsen,
Alternativszenario 1, d.h., der Entwurf EFRE-OP Sachsen vom 1. November 2013,
der Gegenstand der Öffentlichkeitsbeteiligung war,
Alternativszenario 2, d.h., der Entwurf EFRE-OP Sachsen vom 1. November 2013,
ohne das Vorhaben „Staatsstraßenbau“ und mit Verlagerung der dafür angedach-
ten Finanzmittel auf das Vorhaben „Hochwasserrisikomanagement“,
Alternativszenario 3, wie Alternativszenario 2, jedoch mit einer Aufstockung der ge-
samten EFRE-Mittel von 1,3 auf 2,1 Mrd. EUR vor allem für die Stärkung von For-
schung, technologischer Entwicklung und Innovation und der Erweiterung um das
Vorhaben „Breitbandausbau“.
Im Zuge der Programmierung ist das Operationelle Programm mit Stand vom 1. No-
vember 2013 (Alternativszenario 1) weiterentwickelt worden. Das EFRE-OP Sachsen
entspricht nunmehr dem Alternativszenario 3, ergänzt um das Vorhaben „Breitband-
ausbau“. Somit ist das aus Umweltsicht bevorzugte Szenario eingetreten.
Die Maßnahmen der Prioritätsachse A haben unmittelbar unerhebliche und größten-
teils kurzfristige negative Auswirkungen, die sich kaum lokalisieren lassen. Die mittel-
baren Auswirkungen sind schwer zu definieren, jedoch kann man davon ausgehen,
dass sie ein positives Potenzial aufweisen, da das Programm im Kontext der Innovati-
onsstrategie des Freistaates Sachsen vor allem ressourceneffiziente und zukunfts-
trächtige Vorhaben fördern möchte.
Umweltauswirkungen der Vorhaben der Prioritätsachse B sind ebenso schwierig zu
konkretisieren und lokalisieren. Negative kumulative Effekte können durch „Wachstum“
und sogenannte „Rebound-Effekte“ entstehen, das heißt, obwohl einzelne KMUs res-

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Seite 20
sourceneffizienter produzieren, werden durch erhöhte Produktionsmengen insgesamt
erhöhte Emissionen verursacht. Eine thematische Verzahnung und Verwertung mit
den Ergebnissen der Prioritätsachse A können diese kumulativen negativen Effekte
verringern. Weitere positive Effekte können durch gezielte Standortwahl verstärkt wer-
den.
Die Prioritätsachse C zielt auf die Verringerung der CO
2
-Emissionen in verschiedenen
Bereichen ab. Die Mittelallokation übersteigt deutlich die Mindestanforderungen der
EFRE-Verordnung, somit wird seitens des Programms ein eindeutiger Beitrag für den
Klimaschutz geleistet. Die Prioritätsachse hat insgesamt positive Effekte. Diese kön-
nen durch gezielte Standortwahl oder Standortberatung im Kontext der Prioritätsachse
E sowie durch thematische Verzahnung und Verwertung mit den Ergebnissen der PA
A zusätzlich verstärkt werden.
Die Prioritätsachse D hat drei Maßnahmenbündel: Maßnahmen zur Erhöhung des
Schutzniveaus vor Hochwasserereignissen und Folgen des Altbergbaus sowie zur In-
wertsetzung von belasteten Flächen. Diese Maßnahmen haben prinzipiell positive
Auswirkungen, obwohl lokal auch negative Effekte entstehen (z.B. durch Beeinträchti-
gung von bestehenden Habitaten) bzw. sich positive und negative Einflüsse gegensei-
tig aufheben können. Positive synergetische Effekte sind durch die räumliche Abstim-
mung von Projekten, wie z.B. Renaturierung von brachliegenden Flächen und Nutzung
als Retentionsflächen möglich.
Bei der Prioritätsachse E sind positive Auswirkungen auf der Mikroebene zu erwarten.
Synergien zwischen innerstädtischer Standortnutzung, Verbesserung der Umgebung,
Bereitstellung von Naherholungsflächen usw. sind möglich und können auch positive
kumulative Effekte hervorrufen.
Der Hauptunterschied zwischen dem Alternativszenario 1 und den Alternativszenarien
2 und 3 besteht in der Eliminierung aller ausdrücklich negativen Auswirkungen, die
vom Straßenbau hervorgerufen worden wären.
Der Unterschied zwischen den Alternativszenarien 2 und 3 besteht in der höheren Do-
tierung der Prioritätsachse A unter dem Alternativszenario 3. Die Prioritätsachse A
weist i.A. begrenzte negative Auswirkungen auf und hat sonst ein großes Potenzial für
indirekte langfristige positive Auswirkungen durch Nutzung der Ergebnisse.
Aus Umweltsicht ist das Alternativszenario 3 vorzuziehen.
Grenzüberschreitende Umweltauswirkungen
Erhebliche grenzüberschreitende Umweltauswirkungen sind vor allem bei den Maß-
nahmen zum Hochwasserrisikomanagement möglich. Diese Maßnahmen erfordern
auch eine intensive grenzübergreifende Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten Po-
len und Tschechische Republik, da z.B. Eingriffe zur Dämpfung von Abflussspitzen
oder zur Aktivierung von Retentionsräumen Auswirkungen auch in diesen Ländern
zeigen können.
Jedoch sind Auswirkungen im Nachbarland vor allem vom Standort und von der Größe
des Eingriffs abhängig. Beide werden im EFRE-OP Sachsen nicht konkret festgelegt.
Es ist davon auszugehen, dass die Mehrheit dieser Maßnahmen einer Umweltverträg-
lichkeitsprüfung unterzogen werden muss. Somit ist eine frühe Einbindung der Behör-
den der Nachbarländer im Falle eines konkret geplanten Vorhabens empfehlenswert.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 21
Zusammenfassung
Zusammengefasst hat das EFRE-OP Sachsen auf die Schutzgüter folgende indirekte
und direkte Wirkungen:
Tabelle 1: Zusammenfassende Übersicht der Umweltauswirkungen
entlang den Leitfragen
Schutzgut
Auswirkungen des Programms
Biologische
Vielfalt, Flora
und Fauna
Das Programm kann einen geringen negativen Einfluss auf die biologische Vielfalt vor allem in Form von Bauten und durch
die Veränderung / Bereinigung von strukturreichen Elementen v.a. im städtischen oder stadtnahen Bereich haben.
Das Programm wird vor allem im Rahmen der Prioritätsachse D einen positiven Einfluss auf die biogische Vielfalt haben,
obwohl lokale Kompensationseffekte möglich sind (z.B. durch Beeinträchtigung von Habitaten in neuen Retentionsräumen).
Die Gesamtbilanz wird als positiv betrachtet. Durch gezielte Formulierung der Projektselektionskriterien, z.B. durch Förderung
von „Grüner Infrastruktur“, kann das Programm einen positiven Einfluss auf das Biotopverbundsystem und den
Erhaltungszustand von Naturschutzflächen haben.
Boden
Das Programm kann punktuell, z.B. durch Neubauten, die Flächenneu-Inanspruchnahme verstärken. Gleichzeitig bietet es
die Möglichkeiten, Brachflächen zu verwerten und wieder zu nutzen. Maßnahmen unter „Hochwasserrisikomanagement“
können einen positiven punktuellen Einfluss auf die Verminderung der Erosion und Bodenverdichtung haben und zu einer
Verbesserung des Bodens führen. Gleiches gilt für die Vorhaben unter IP 6e, aber auch unter „Prävention von Risiken des
Altbergbaus“ bezüglich der Bereitstellung von renaturierten und rekultivierten Flächen und der Beseitigung von Altlasten.
Wasser
Das Programm kann einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Wasserqualität im Sinne der Wasserrahmenrichtlinie
inklusive der Hydromorphologie und des ökologischen Zustands der Fließgewässer leisten: durch Investitionen in eine
naturnahe Gewässerstruktur, in Abflussregime und Wasserrückhaltung. Vorhaben im Rahmen der „Prävention von Risiken
des Altbergbaus“ und der „Inwertsetzung von brachliegenden und belasteten Flächen“ können zur Verringerung der
Belastungen im Grund- und Oberflächengewässer beitragen.
Negative Auswirkungen sind potenziell im Kontext eines „worst case scenario“ unter „Einzelbetriebliche Investitionsförderung“
möglich im Hinblick auf die nachhaltige Nutzung der Ressource Wasser. Durch die Berücksichtigung von Faktoren wie
Ressourceneffizienz und Emissionsminimierung können negative Auswirkungen ausgeschlossen werden.
Klima
Das Programm trägt positiv zur Reduzierung der anthropogenen CO
2
-Emissionen bei – entweder direkt durch Investitionen in
die Senkung des fossilen Heizenergiebedarfs und die Erhöhung der Energieeffizienz oder indirekt durch Förderung von
jungen, innovativen und wissensbasierten Unternehmen.
Negative Effekte sind möglich durch Rebound-Effekte (d.h. Erhöhung der Gesamtemissionen trotz Effizienzsteigerung pro
Output-Einheit). Diese Effekte können aber nicht näher definiert werden.
Das Programm kann durch Investitionen unter IP 6e in der Prioritätsachse E „Nachhaltige Stadtentwicklung“ auch zur
Erstellung siedlungsklimatisch bedeutsamer Bereiche (z.B. Kaltluftentstehungsgebiete) beitragen.
Luft
Das Programm leistet einen direkten Beitrag zur Senkung der betrieblichen Emissionen durch Innovation und Förderung von
wissensintensiven Bereichen.
Landschaft
Die Maßnahmen des Programms werden vorwiegend im Siedlungsbereich implementiert, somit sind Eingriffe in die
Landschaft unerheblich. Eine Ausnahme stellen Maßnahmen sowohl unter „Hochwasserrisikomanagement“ als auch unter
„Prävention von Risiken des Altbergbaus“, „Inwertsetzung von brachliegenden und belasteten Flächen“ und die
Prioritätsachse E „Nachhaltige Stadtentwicklung“ dar. Hier sind die Auswirkungen vorwiegend positiv. Es besteht das
Potenzial eines positiven Beitrags zu Landschaftsräumen mit einer hohen Erlebniswirksamkeit und einer natürlichen
Erholungseignung und zur Vielfalt, Eigenart und Attraktivität von Landschaften und Landschaftsteilen.
„Hochwasserrisikomanagement“ stellt u.U. eine Ausnahme dar, da positive und negative Auswirkungen räumlich
auseinanderliegen und sich zum Teil aufheben (können).
Zusätzlich kann das Programm zum Erhalt traditioneller Kulturlandschaften durch Maßnahmen in der Prioritätsachse E
beitragen.
Das Programm hat kaum einen Einfluss auf „Unzerschnittene Verkehrsarme Räume“.
Menschliche
Gesundheit /
Bevölkerung
Das Programm leistet durch Innovation und Stärkung der wissensbasierten Wirtschaft einen positiven Beitrag zur
Reduzierung der gesundheitsgefährdenden Emissionen (Feinstaub, Ozon-Vorläufersubstanzen usw.) v.a. bei den
Prioritätsachsen A und B (stärker im Alternativszenario 3). Prioritätsachsen D und E können durch den Erhalt von
siedlungsnahen Freiräumen und Erholungsgebieten auch zuträglich sein.
Das Programm kann die Lärmbelastung der Bevölkerung reduzieren, entweder durch die Förderung neuer Technologien oder
durch die Verlagerung von Mobilität auf den öffentlichen Verkehr. Lokal jedoch kann die Lärmbelastung, z.B. durch
Nachnutzungen von momentan nicht genutzten Brachflächen, punktuell zunehmen.
Kultur- und
Sachgüter
Das Programm kann einen Beitrag zum Erhalt, zum Schutz und zur Pflege von Kulturdenkmalen und Gebieten durch
Maßnahmen in der Prioritätsachse E „Nachhaltige Stadtentwicklung“ und u.U. unter dem Vorhaben der „Inwertsetzung von
brachliegenden und belasteten Flächen“ haben.
Maßnahmen in den anderen Prioritätsachsen, v.a. A und B, können durch Flächeninanspruchnahme, bauliche Eingriffe und
induzierte Nachnutzungen einen nicht näher spezifizierbaren negativen Einfluss haben.

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Seite 22
Monitoring
Das Monitoring dient dazu, die Wirkungen des Programms auf die Umwelt zu be-
obachten und bei unvorhergesehenen, unerwünschten negativen Umweltauswirkun-
gen in die Abwicklung des EFRE-OP Sachsen steuernd eingreifen zu können. Werden
im Zuge der Überwachung der Auswirkungen auf die Schutzgüter der gegenständli-
chen SUP nicht akzeptable, negative Umweltwirkungen festgestellt, ist die Anwendung
des Programms bezüglich der als problematisch identifizierten Fördermaßnahmen zu
überprüfen und gegebenenfalls einzugreifen.
Zum Zwecke der effizienten Überwachung des Programms werden vor allem Indikato-
ren vorgeschlagen, die im Freistaat Sachsen standardmäßig durch das Sächsische
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie erhoben werden. Andererseits
werden maßnahmenbezogen einzelne wichtige Indikatoren zur Beschreibung der Um-
weltauswirkungen von den Förderstellen im Rahmen der Projekt-Antragstellung lau-
fend mit erhoben.
Beschreibung des Prozesses der Öffentlichkeitsbeteiligung
Der Umweltbericht sowie die vorliegende nichttechnische Zusammenfassung sind das
Ergebnis eines kontinuierlichen und iterativen Austausches zwischen den
EvaluatorInnen, dem Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
als Verwaltungsbehörde und anderen staatlichen Behörden, wie z.B. dem Sächsi-
schen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft. Dieser Austausch hat von
September 2012 bis Dezember 2013 stattgefunden.
Als letzter Schritt dieses iterativen Prozesses stand die Beteiligung der interessierten
Öffentlichkeit. Gemäß § 14i „Beteiligung der Öffentlichkeit“ des Gesetzes über die
Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) hat die Verwaltungsbehörde des EFRE-OP
Sachsen den Entwurf des Programms und den Umweltbericht öffentlich ausgelegt und
der betroffenen Öffentlichkeit die Möglichkeit eingeräumt, sich zum Entwurf des Pro-
gramms und zum Umweltbericht zu äußern.
Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung sind keine Stellungnahmen eingegangen. Im
Rahmen der Beteiligung der zuständigen Behörden haben sich das Sächsische
Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft und das Sächsische Staatsministeri-
um des Innern geäußert.
Ihre Stellungnahmen wurden dokumentiert und von den Evaluatoren-Teams kommen-
tiert. Der Umweltbericht wurde aktualisiert und Empfehlungen an die Verwaltungsbe-
hörde wurden weitergeleitet.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 23
2.1 Bewertung der Konsistenz
Dieses Kapitel beinhaltet die Bewertung des Programmbeitrages zur Europa-2020-
Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum auf Grundlage der
ausgewählten thematischen Ziele und Prioritäten unter Berücksichtigung der nationa-
len und regionalen Bedürfnisse. Dabei wird den im Leitfaden für die Ex-Ante-
Evaluierung vom Januar 2013 festgelegten Vorgaben – „
die Übereinstimmung der
ausgewählten thematischen Ziele, der Prioritäten und der entsprechenden Ziele der
Programme mit dem Gemeinsamen Strategischen Rahmen, der Partnerschaftsverein-
barung, den länderspezifischen Empfehlungen nach Artikel 121 Absatz 2 des Vertrags
und den nach Artikel 148 Absatz 4 des Vertrags angenommenen Ratsempfehlungen“
Rechnung getragen.
Als Grundlage des Ex-Ante-Berichts liegen dem Ex-Ante-Team
die Gemeinsame sozi-
oökonomische Analyse zur Programmierung der Operationellen Programme des
EFRE, des ESF sowie des Programms der grenzübergreifenden Zusammenarbeit
Freistaat Sachsen – Tschechische Republik im Rahmen des Ziels „Europäische Terri-
toriale Zusammenarbeit (ETZ)“ im Freistaat Sachsen in der Förderperiode 2014 bis
2020
vom 3. Juni 2013 und das Operationelle Programm des Freistaates Sachsen für
den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in der Förderperiode 2014
bis 2020 vom 7. März 2014 mit definierten spezifischen Zielen und Maßnahmen vor
(siehe Tabelle 2).
Beitrag zu den Europa-2020-Zielen
Im Zusammenhang mit den Europa-2020-Zielen wird bewertet, inwiefern das Opera-
tionelle Programm diese Ziele abbildet beziehungsweise in welchem Zusammenhang
diese mit dem EFRE-OP Sachsen stehen. Die unten angeführte Tabelle stellt die ein-
zelnen spezifischen Ziele dar, bewertet den Bezug zur Europa-2020-Strategie und be-
antwortet dabei die Frage:
Mit welchen Europa-2020-Zielen sind die spezifischen Ziele des OPs direkt oder in-
direkt kohärent und gibt es Verbesserungsmöglichkeiten?
2 Bewertung der Strategie

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Tabelle 2: Fördervorhaben im EFRE-OP Sachsen (Stand: 7. März 2014)
Prioritätsachsen
Investitionspriorität
Spezifisches Ziel
Anteil an
EFRE-
Mitteln
Stärkung von
Forschung,
technologischer
Entwicklung und
Innovation
IP 1 (a) Ausbau der Infrastruktur im Bereich Forschung und Innovation (F&I) und
der Kapazitäten für die Entwicklung von F&I-Spitzenleistungen; Förderung von
Kompetenzzentren, insbesondere von solchen von europäischem Interesse
Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der anwendungs-
orientierten Forschungseinrichtungen
49,7 %
IP 1 (b) Förderung von Investitionen der Unternehmen in F&I […],
Technologietransfer, soziale Innovation […], öffentliche
Dienstleistungsanwendungen […], Vernetzung, Cluster und offene Innovation
durch intelligente Spezialisierung […], fortschrittliche Fertigungskapazitäten und
Erstproduktion, insbesondere in Schlüsseltechnologien sowie der Verbreitung von
Allzwecktechnologien
Stärkung von Forschung, Entwicklung und Innovation in
der sächsischen Wirtschaft
Stärkung der
Wettbewerbsfähig-
keit von KMUs
IP 3 (a) Förderung des Unternehmergeists, insbesondere durch Erleichterung der
wirtschaftlichen Nutzung neuer Ideen und Förderung von
Unternehmensgründungen, auch durch Gründerzentren
Verbesserung des technologie- und wissensintensiven
Gründungs- und Wachstumsgeschehens
16,7 %
IP 3 (b) Entwicklung und Einführung neuer Geschäftsmodelle für KMUs,
insbesondere hinsichtlich der Internationalisierung
Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der
KMUs durch Produkt- und Prozessinnovationen und
Internationalisierung
IP 3 (d) Förderung der Fähigkeit von KMUs, sich am Wachstum der regionalen,
nationalen und internationalen Märkte sowie am Innovationsprozess zu beteiligen
Steigerung der Produktivität von KMUs der gewerbli-
chen Wirtschaft
Steigerung von Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit
der sächsischen Wirtschaft durch hochleistungsfähige
Breitbandnetze
Förderung der
Verringerung der
CO
2
-Emissionen
IP 4 (b) Förderung der Energieeffizienz und der Nutzung erneuerbarer Energien in
Unternehmen
Verringerung der CO
2
-Emissionen im Bereich
Ge-werbe, Handel, Dienstleistungen (KMUs)
21,5 %
IP 4 (c) Förderung der Energieeffizienz, des intelligenten Energiemanagements
und der Nutzung erneuerbarer Energien in den öffentlichen Infrastrukturen, ein-
schließlich in öffentlichen Gebäuden und im Wohnungsbau
Verbesserung der energetischen Bilanz des öffentlich
genutzten Gebäudebestandes und in Wohngebäuden
sowie der kommunalen und sozialen Infrastruktur
IP 4 (e) Förderung von Strategien zur Senkung des CO
2
-Ausstoßes für sämtliche
Gebiete, insbesondere städtische Gebiete, einschließlich der Förderung einer
nachhaltigen multimodalen städtischen Mobilität und von klimaschutzrelevanten
Anpassungsmaßnahmen
Reduzierung des CO
2
-Ausstoßes im Verkehrssektor

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 25
Prioritätsachsen
Investitionspriorität
Spezifisches Ziel
Anteil an
EFRE-
Mitteln
Risikoprävention
IP 5 (b) Förderung von Investitionen zur Bewältigung spezieller Risiken,
Sicherstellung des Katastrophenschutzes und Entwicklung von
Katastrophenmanagementsystemen
Erhöhung des Schutzniveaus vor
Hochwasserereignissen sowie den Folgen des
Altbergbaus und den Folgen schädlicher
Bodenveränderungen
10 %
Nachhaltige
Stadtentwicklung
IP 4 (e) Förderung von Strategien zur Senkung des CO
2
-Ausstoßes für sämtliche
Gebiete, insbesondere städtische Gebiete, einschließlich der Förderung einer
nachhaltigen multimodalen städtischen Mobilität und von klimaschutzrelevanten
Anpassungsmaßnahmen
Reduzierung des CO
2
-Ausstoßes im Stadtquartier
8,1 %
IP 6 (c) Bewahrung, Schutz, Förderung und Entwicklung des Natur- und Kultur-
erbes
Verbesserung des kulturtouristischen Angebotes im
Stadtquartier
IP 6 (e) Maßnahmen zur Verbesserung des städtischen Umfelds, Wiederbelebung
der Städte, […] Wiederherstellung und Sanierung von Industriebrachen
(einschließlich umstrukturierter Gebiete), Verringerung der Luftverschmutzung und
Förderung von Lärm reduzierenden Maßnahmen
Verbesserung des städtischen Umfelds im Hinblick auf
umweltspezifische Faktoren
IP 9 (b) Unterstützung der Sanierung sowie der wirtschaftlichen und sozialen
Belebung benachteiligter Gemeinden in städtischen und ländlichen Gebieten
Stärkung der Städte als Wirtschafts- und Sozialräume

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Tabelle 3: Beitrag der EFRE-Programmziele zur Erreichung der Europa-2020-Ziele
Spezifisches Ziel
Erläuterung
Bewertung
1. Steigerung der
Wettbewerbsfähig-
keit der anwen-
dungsorientierten
Forschungseinrich-
tungen
Im Rahmen des formulierten spezifischen Ziels „Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der
anwendungsorientierten Forschungseinrichtungen“ sollen eine engere fachliche Zusammenarbeit
mit Unternehmen sowie steigende Einnahmen der Forschungseinrichtungen aus Drittmitteln der
Wirtschaft infolge erzielter Forschungsergebnisse sowie geförderter Investitionen erreicht werden.
Als Ergebnis-Indikator dienen Drittmitteleinnahmen aus der Wirtschaft in den Hochschulen und
anwendungsorientierten außeruniversitären Forschungseinrichtungen.
Die
Förderung von Forschungsinfrastruktur und Forschungsprojekten im Bereich der
anwendungsnahen öffentlichen Forschung
zielt auf eine entsprechende technische Ausstattung,
geschultes Personal und verwertbare Forschungsergebnisse ab. Die
Förderung
anwendungsorientierter Forschung an innovativen Energietechniken
soll zur Innovation im
sächsischen Energiebereich und darüber hinaus als auch zur Erfüllung der klima- und
energiepolitischen Ziele beitragen.
Das spezifische Ziel weist eine hohe Kohärenz mit
der in der Europa-2020-Strategie formulierten
Priorität „Intelligentes Wachstum“ und dem Kernziel,
die Ausgaben für FuE innerhalb der EU auf 3 % des
BIP zu steigern.
Zudem stimmt es mit der Europa-2020-Priorität
„Nachhaltiges Wachstum“ in allen Zielkategorien
überein.
2. Stärkung von
Forschung, Entwick-
lung und Innovation
in der sächsischen
Wirtschaft
Ziel ist eine weitere Stärkung der Wissensintensität der Unternehmen, die durch die Höhe der
Ausgaben der Unternehmen für Forschung, Entwicklung und Innovation gemessen werden soll:
Je höher der Anteil der FuE-Ausgaben ist, desto höher die Investition in das betriebsinterne
Wissenspotenzial. Als Ergebnis-Indikator werden die absoluten Gesamtausgaben der
sächsischen Wirtschaft herangezogen.
Die Maßnahmen beziehen sich auf
Technologieförderung
, die
Förderung von
Schlüsseltechnologien
mit Fokus auf Nachhaltigkeit und industrieller Querschnittswirkung,
Zukunftsinitiativen
, die den Aufbau von Kooperationsbeziehungen bzw. Netzwerken erzielen und
innovative Ansätze im Bereich der Gesundheits- und Pflegewirtschaft
.
Das spezifische Ziel steht ebenfalls im Einklang mit
der in der Europa-2020-Strategie formulierten
Priorität „Intelligentes Wachstum“ und dem Kernziel,
die Ausgaben für FuE innerhalb der EU auf 3 % des
BIP zu steigern.
3. Verbesserung
des technologie-
und
wissensintensiven
Gründungs- und
Wachstums-
geschehens
Eine Verbesserung des technologie- und wissensintensiven Gründungs- und Wachstums-
geschehens soll bestehende Lücken bei innovativen Wertschöpfungsketten abbauen.
Gründungen und Innovationen kleiner und mittlerer, aber vor allem junger und innovativer
Unternehmen sollen durch die Abfederung des generell erhöhten Risikos für Investitionen in FuE
in der Frühphase ermöglicht werden. Als wichtige Kennzahl dient die Erhöhung des Anteils der
Unternehmen in wissens- und technologieorientierten Sektoren.
Entsprechende Maßnahmen beziehen sich auf den Einsatz von
Risikokapitalfonds
, mit denen die
Eigenkapitalbasis junger Unternehmen im Technologiesektor und wissensbasierten
Dienstleitungsbereich gestärkt werden sollen. Darüber hinaus sollen gezielt Ausgründungen aus
Hochschulen und Forschungseinrichtungen ermöglicht werden.
Das spezifische Ziel zeigt eine indirekte Kohärenz
mit den Europa-2020-Prioritäten „Intelligentes“ und
„Integratives Wachstum“ insofern, als die Gründung
und das Wachstum technologie- und
wissensintensiver Unternehmen eine Anhebung der
Beschäftigungsquote zur Folge haben. Außerdem
können die Ausgaben für FuE dadurch erhöht
werden.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 27
Spezifisches Ziel
Erläuterung
Bewertung
4. Stärkung der in-
ternationalen Wett-
bewerbsfähigkeit
der KMUs durch
Produkt- und Pro-
zessinnovationen
und Internationali-
sierung
Das Ziel ist eine bessere Befähigung der KMUs zur Entwicklung und Umsetzung von Produkt- und
Prozessinnovationen und einer verstärkten Ausrichtung der sächsischen Unternehmen auf
überregionale und internationale Märkte. Die entscheidende Kennzahl ist die Erhöhung des
Auslandsumsatzes der Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes als Anteil der
Bruttowertschöpfung.
Das Vorhaben
Markteinführung innovativer Produkte und Produktdesigns
erzielt eine bessere
wirtschaftliche Umsetzung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen in marktfähige
Produkte und die Steigerung der internationalen Präsenz sächsischer Unternehmen. Es
unterstützt die letzte und kritische Phase des Innovationsprozesses. Mit dem Vorhaben
E-Business, IT-Sicherheit
wird die effektive Nutzung digitaler Informationstechnologien unterstützt,
und durch die
Markterschließung
soll der EFRE-Schwerpunkt der einzelbetrieblichen
Messeförderung unterstützt werden.
Das spezifische Ziel steht ebenfalls im Einklang mit
der in der Europa-2020-Strategie formulierten
Priorität „Intelligentes Wachstum“ und dem Kernziel,
die Ausgaben für FuE innerhalb der EU auf 3 % des
BIP zu steigern.
5. Steigerung der
Produktivität von
KMUs der gewerbli-
chen Wirtschaft
Die Steigerung der Produktivität wird durch Wachstumsinvestitionen erzielt. Ein Anreiz für KMUs
zur Investition entsteht durch die Reduktion der Kapitalnutzungskosten. Da die
Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen von den Kosten des Faktors Arbeit abhängt, dient als
Ergebnis-Indikator die Bruttowertschöpfung je Beschäftigten in der gewerblichen Wirtschaft in
Vollzeitäquivalenten.
Als Maßnahme greift die
Einzelbetriebliche Investitionsförderung
im Rahmen der
Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GWR). Durch
Investitionen in den modernen Kapitalstock sollen die Produktivität und die Fähigkeit zu
betrieblichen Innovationsaktivitäten durch das induzierte unternehmerische Wachstum unterstützt
werden.
Das spezifische Ziel steht nur indirekt im
Zusammenhang mit dem Kernziel der Europa-2020-
Strategie, FuE-Ausgaben innerhalb der EU auf 3 %
des BIP zu steigern. Eine Steigerung der
Produktivität kann zudem eine Anhebung der
Beschäftigung zur Folge haben, da als Indikator
jedoch die Bruttowertschöpfung je Beschäftigten
herangezogen wird, ist dieses spezifische Ziel
hinsichtlich der Europa-2020-Prioritäten ausbaufähig.
6. Steigerung von
Innovations- und
Wettbewerbsfähig-
keit der sächsischen
Wirtschaft durch
hochleistungsfähige
Breitbandnetze
Mithilfe der Förderung der Wirtschaftlichkeitslücke in Gewerbe- und wirtschaftlichen
Kumulationsgebieten sollen der Ausbau und die Verfügbarkeit von den derzeit unzureichend
ausgebauten NGA-Netzen erzielt werden. Der Fokus liegt auf der Förderung hochleistungsfähiger
Breitbandanschlüsse mit mindestens 100 Mbit/s. Da das allgemeine Ausbauziel zur Verfügbarkeit
von Breitbandanschlüssen mit mindestens 50 Mbit/s auch das erweiterte Ausbauziel erfasst, wird
als Indikator die Versorgung mit Breitbandverbindungen mit mind. 100 Mbit/s im Downstream
herangezogen.
Das Vorhaben trägt zur Steigerung der
Innovationsfähigkeit der sächsischen Wirtschaft bei,
insoweit besteht auch eine Übereinstimmung mit der
Europa-2020-Strategie (Intelligentes Wachstum
durch innovationsfreundliches Geschäftsumfeld für
KMU).
7. Verringerung der
CO
2
-Emissionen im
Bereich Gewerbe,
Handel,
Zur Zielerreichung gemäß dem Energie- und Klimaprogramm Sachsen für den Bereich Gewerbe,
Handel und Dienstleistungen werden Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Investition in die
wirtschaftliche Nutzung erneuerbarer Energien in KMUs gefördert. Die Weiterentwicklung des
gesamten Energiesystems impliziert die Integration zunehmender Mengen erneuerbarer Energien
Das spezifische Ziel stimmt mit der Europa-2020-
Priorität „Nachhaltiges Wachstum“ in allen
Zielkategorien überein.

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Seite 28
Spezifisches Ziel
Erläuterung
Bewertung
Dienstleistung
(KMUs)
in das Energiesystem und die Steigerung der Energieeffizienz. Daher wird die Errichtung von
Energiespeichern und intelligenten Niederspannungs- und Mittelspannungsverteilersystemen
gefördert. Als wichtige Kennzahl dienen die CO
2
-Emissionen im Bereich Gewerbe, Handel,
Dienstleistungen. Das Vorhaben
Zukunftsfähige Energieversorgung
unterstützt Unternehmen
dabei, ihre Energieeffizienz zu verbessern, erneuerbare Energieträger stärker zu nutzen, die
Kapazität der Energiespeicherung zu erhöhen und intelligente Energienetze zu errichten.
8. Verbesserung der
energetischen Bi-
lanz des öffentlich
genutzten Gebäude-
bestandes und in
Wohngebäuden so-
wie der kommuna-
len und sozialen
Infrastruktur
Zur Erhöhung des CO
2
-Einsparpotenzials im genannten Bereich werden investive Maßnahmen in
Gebäuden und Anlagen der öffentlichen und sozialen Infrastruktur unterstützt. Der
Veränderungsbedarf misst sich v.a. an der Reduzierung des Heizenergieverbrauchs pro Fläche in
staatlichen Liegenschaften.
Die CO
2
-Reduzierung wird durch das Vorhaben
Energieeffiziente Investitionen in
Hochschulbauten, in die Bildungsinfrastruktur der allgemein bildenden, berufsbildenden und der
Schulen des zweiten Bildungsweges und in Landesgebäude
unterstützt. Dies bezieht auch die
Errichtung von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien und die Errichtung von Neubauten
im Niedrigenergiestandard mit ein.
Das Vorhaben
Klima- und Immissionsschutz
richtet sich vorrangig an Kommunen, kommunale
Unternehmen und private Antragsteller mit Vorbildfunktion in der Energie- und Klimapolitik.
Das spezifische Ziel stimmt mit der Europa-2020-
Priorität „Nachhaltiges Wachstum“ in allen
Zielkategorien überein.
9. Reduzierung des
CO
2
-Ausstoßes im
Verkehrssektor
Eine Reduzierung des steigenden CO
2
-Ausstoßes im Verkehrssektor bedarf einer Erhöhung des
Anteils umweltfreundlicher Verkehrsträger, wie ÖPNV, Schienengüterverkehr, Binnenschifffahrt
und Radverkehr, am Modal Split und Investitionen in diese. Hinzu kommen eine intelligente
Verkehrssteuerung und der Einsatz moderner, energieeffizienter Antriebstechniken im ÖPNV.
Als Indikator dienen die Treibhausgas-Emissionen im Verkehrssektor.
Die Schaffung einer leistungsfähigen, effizienten, sicheren und umweltfreundlichen
Verkehrsinfrastruktur in Sachsen soll durch das Vorhaben
Umweltfreundliche Verkehrsträger
erreicht werden.
Das spezifische Ziel stimmt mit der Europa-2020-
Priorität „Nachhaltiges Wachstum“ in erster Linie mit
den Zielkategorien „Verringerung der
Treibhausgasemissionen“ und „Steigerung der
Energieeffizienz“ überein.
10. Erhöhung des
Schutzniveaus vor
Hochwasser-
ereignissen sowie
den Folgen des
Altbergbaus und
den Folgen
schädlicher Boden-
Investitionen in die Prävention der Folgen von Hochwasser und Altbergbau als zwei bedeutsame
Risikoquellen für Elementarschäden in Sachsen sind erforderlich, um den durch den Klimawandel
erhöhten Risiken für die regionale Entwicklung zu begegnen. Es soll die nachhaltige,
wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung der von Hochwasser und Altbergbau
betroffenen Gebiete mittel- und langfristig gefördert werden. Außerdem soll durch die
Verbesserung der infrastrukturellen Standortqualität, zu der auch die Schutzgüter Wasser und
Boden zählen, regionales Wirtschaftswachstum gefördert und örtliche und regionale Risiken für
die Gesundheit der Bevölkerung minimiert werden. Durch eine Verbesserung des
Eine konkrete Übereinstimmung mit den Kernzielen
der Europa-2020-Strategie liegt durch die
Beseitigung schädlicher Bodenveränderungen und
der Vermeidung von Flächenverbrauch für das Ziel
Nachhaltigkeit vor.
Die genannten Vorhaben dienen der notwendigen
Prävention der in der sozioökonomischen Analyse
präsentierten Risiken des Klimawandels.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 29
Spezifisches Ziel
Erläuterung
Bewertung
veränderungen
Flächenschutzes wird eine Minderung der Schadenserwartungswerte und potenzieller negativer
Folgewirkungen erzielt. Als Ergebnis-Indikatoren werden die vor Hochwasser und vor Folgen des
Altbergbaus geschützten Flächen gemessen.
Die Vorhaben zielen auf das
Hochwasserrisikomanagement
, die
Prävention von Risiken des
Altbergbaus
und die
Inwertsetzung von brachliegenden und belasteten Flächen
ab.
11. Reduzierung
des CO
2
-Ausstoßes
im Stadtquartier
Einer mit Energieeffizienzmaßnahmen einhergehenden signifikanten Reduzierung von CO
2
-
Emissionen wird eine Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen in Stadtquartieren
zugeschrieben. Sie gilt daher als wichtiger Ansatzpunkt zur Erreichung der integrierten
Zielstellung der Nachhaltigen Stadtentwicklung. Als Kennzahl werden die
Treibhausgasemissionen im Stadtquartier herangezogen.
Als Maßnahmen werden die Einrichtung von Nahwärmenetzen ausgehend von öffentlichen
Gebäuden, die Herstellung von Grünanlagen und die Unterstützung energieeffizienter
Stadttechnik, wie Straßenbeleuchtung, angestrebt. Darüber hinaus werden Projekte im
Verkehrsbereich hinsichtlich Verkehrsvermeidung und -beruhigung, Verbesserung des
Fußgänger- und Radverkehrs und Einführung innovativer umweltschonender Mobilitätsformen und
-konzepte erzielt.
Das spezifische Ziel stimmt mit der Europa-2020-
Priorität „Nachhaltiges Wachstum“ in erster Linie mit
den Zielkategorien „Verringerung der
Treibhausgasemissionen“ und „Steigerung der
Energieeffizienz“ überein.
12. Verbesserung
des kulturtouristi-
schen Angebotes im
Stadtquartier
Ziel ist die Förderung einer Sanierung und Gestaltung kulturhistorisch – und touristisch –
wertvoller Bauten, Ensembles oder erhaltenswerter, im Stadtbild traditionell verankerter
Bauformen sowie städtebaulicher oder landschaftlich-geographischer Besonderheiten. Eine
Verbesserung der Barrierefreiheit und multimedialer Angebote, um die Kultureinrichtungen auch
für jüngere Generationen attraktiv zu gestalten, wird ebenso gefördert.
Die Kohärenz dieses spezifischen Ziels mit den
Europa-2020-Zielen ist nicht direkt erkennbar.
13. Verbesserung
des städtischen Um-
felds im Hinblick auf
umweltspezifische
Faktoren
Im Fokus dieser Maßnahmen liegen die durch
Revitalisierung von brach gefallenen Arealen
entstehenden Freiflächen, die nach den Bedürfnissen der Kommunen genutzt werden können.
So dienen diese als Erweiterungsflächen für ortsansässige Unternehmen und damit der Sicherung
von Arbeitsplätzen oder als erforderliche Freiluftschneisen zur Verbesserung des Stadtklimas.
Eine Attraktivierung der Stadtgebiete ist nicht nur für die Bewohner, sondern auch für die
Anziehung von Touristen von Interesse. Als Ergebnis-Indikator wird der Anteil sanierter
Brachflächen im Stadtgebiet herangezogen.
Weitere Maßnahmen sind Bodenentsiegelungen und die Herstellung „grüner Infrastrukturen“, z.B.
von Grünanlagen, Frischluftschneisen oder zur Renaturierung von Gewässern.
Das spezifische Ziel korreliert indirekt mit den
Europa-2020-Prioritäten „Intelligentes“ und
„Integratives Wachstum“ und dem Kernziel einer
Anhebung der Beschäftigungsquote.

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Seite 30
Spezifisches Ziel
Erläuterung
Bewertung
14. Stärkung der
Städte als Wirt-
schafts- und Sozial-
räume
Die Förderung der sozialen Inklusion und Bekämpfung von Armut und jeglicher Diskriminierung ist
mit dem Ziel der Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit verknüpft. Es sollen Sanierungen
unterstützt und eine wirtschaftliche und soziale Belebung der benachteiligten Quartiere gefördert
werden. Strukturwirksame städtebauliche Maßnahmen sollen attraktive Wohn- und
Wirtschaftsbedingungen schaffen und zu einer Verbesserung des öffentlichen Raumes und des
Wohnumfelds führen. Mithilfe der Sanierung von Gemeindebedarfseinrichtungen und der
Unterstützung der sozialen Infrastruktur sollen die Bedürfnisse verschiedener
Bevölkerungsgruppen berücksichtigt werden. Dienstleistungen im Quartier und die Unterstützung
der Kreativwirtschaft zählen ebenso zu den Maßnahmen wie die wirtschaftliche Aufbereitung von
Brachflächen. Als Indikator wird die wirtschaftliche und soziale Belebung im Stadtgebiet
herangezogen.
Das spezifische Ziel steht im Einklang mit den in der
Europa-2020-Strategie formulierten Prioritäten
„Intelligentes“ und „Integratives Wachstum“ und dem
Kernziel einer Anhebung der Beschäftigung.
Quelle: Europa-2020-Ziele

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 31
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die spezifischen Ziele des EFRE-OP
Sachsen sich weitestgehend in den Europa-2020-Zielen wiederfinden.
Das Europa-2020-Ziel „Intelligentes Wachstum“ findet im EFRE-OP Sachsen direkte
und angemessene Berücksichtigung in den spezifischen Teilzielen 1, 2 und 4. Alle drei
spezifischen Ziele sprechen das mit dem Wachstumsziel verbundene Kernziel an, das
durch die Festlegung von 3 % des BIP für Forschung und Entwicklung auf das Hand-
lungsfeld Innovation abzielt. Die Maßnahmenkonzentration auf die Stärkung von KMUs
und Forschungseinrichtungen berücksichtigt bedarfsorientiert die spezifischen regiona-
len Handlungserfordernisse, wie sie sich aus der sozioökonomischen Analyse und In-
novationsstrategie ableiten lassen. Ein indirekter Bezug zu dem Kernziel FuE lässt sich
zudem in den spezifischen Zielen 3 und 5 erkennen. Ein verbessertes Gründungs- und
Wachstumsgeschehen und eine Produktivitätssteigerung dank einzelbetrieblicher För-
derungen können gleichermaßen zu einer Steigerung der Investition in FuE führen.
Weitere Bezüge zum Europa-2020-Ziel „Intelligentes Wachstum“ finden sich in den
spezifischen Teilzielen 3, 13 und 14. Sie betreffen die Anhebung der Beschäftigungs-
quote bei den 20- bis 64-Jährigen auf 75 %. Die Ziele beziehen sich auf innovative und
wissensintensive Sektoren in überwiegend urbanen Räumen und stehen damit eben-
falls im Einklang mit der Europa-2020-Priorität „Integratives Wachstum“. Der Fokus der
Maßnahmen liegt auf lokalen Dienstleistungen, die ihre Wirkung auf der Quartiersebe-
ne entfalten sollen, sowie auf gesundheitlichen und umweltklimatischen Aspekten. Sie
stehen damit im engen Verhältnis zu den Zieldefinitionen der sozioökonomischen Ana-
lyse.
Insgesamt ergibt sich bei 8 aufgeführten spezifischen Teilzielen ein hoher Grad an
Konsistenz mit den im „Intelligenten Wachstumsziel“ der Europa-2020-Strategie formu-
lierten Handlungsfeldern. Der Handlungsbedarf zur Intensivierung der Forschungs-,
Entwicklungs- und Innovationsaktivitäten ist auch in der sozioökonomischen Analyse
hervorgehoben, wobei der Vernetzung des Unternehmenssektors mit öffentlichen For-
schungseinrichtungen eine Schlüsselrolle zukommt.
Bei der Implementierung sollte
möglichst auf ein Gleichgewicht zwischen einer notwendigen Produktivitätsstei-
gerung und der Erhöhung der Beschäftigungsquote geachtet werden.
Das EFRE-OP Sachsen berücksichtigt die Europa-2020-Priorität „Nachhaltiges
Wachstum“ direkt in insgesamt 5 spezifischen Teilzielen (1, 7 bis 9 und 11). Kohärenz
mit allen drei Kernzielen (Verringerung der Treibhausgasemissionen um 20 %, Erhö-
hung des Anteils erneuerbarer Energien auf 20 % und Steigerung der Energieeffizienz)
findet sich in den Zielen 1, 7 und 8. Sie beziehen sich auf die Förderung anwendungs-
orientierter Forschung und innovativer Energietechnik, einer zukunftsfähigen Energie-
versorgung, energieeffizienter Investitionen in die öffentliche Bildungsinfrastruktur so-
wie Klima- und Emissionsschutz. Die in dem Kontext formulierten Maßnahmen bilden
damit den spezifischen regionalen Handlungsbedarf Sachsens hinreichend präzise ab.
Weitere klimaschutzrelevante Bezüge finden sich in den spezifischen Zielen 9 und 11,
die auf eine Reduzierung des CO
2
-Ausstoßes im Verkehrssektor und im städtischen
Raum abzielen. Insgesamt betrachtet weisen die auf den Klimaschutz und effiziente
Energietechnologien ausgerichteten spezifischen Ziele und ihre Maßnahmenbündel
eine hohe Konsistenz mit den Europa-2020-Zielen der Priorität „Nachhaltiges Wachs-
tum“ auf. Sie erfassen die regionalen Handlungserfordernisse zu einem großen Teil
ausreichend präzise.

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Seite 32
Zusätzlich zu den Europa-2020-Zielen werden regionale Handlungsfelder, die sich
konkret auf den sächsischen Raum beziehen, in den Zielen 6, 10 und 12 berücksich-
tigt. Sie beziehen sich auf den signifikanten Handlungsbedarf im Hinblick auf den flä-
chendeckenden Ausbau einer leistungsfähigen Dateninfrastruktur, die Risikoprävention
bei Extremwetterereignissen und den Hochwasserschutz sowie die Tourismuswirt-
schaft.
Insgesamt weist das vorliegende EFRE-OP Sachsen eine hohe Übereinstimmung mit
der Europa-2020-Strategie auf. Die 14 spezifischen Ziele bilden den regionalen Hand-
lungsbedarf gut ab.
Konsistenz mit dem Gemeinsamen Strategischen Rahmen, der nationa-
len Partnerschaftsvereinbarung und den länderspezifischen Strategien
und Zielen
In diesem Schritt wird die Konsistenz der Fördervorhaben mit den folgenden Grundla-
gen bewertet:
Nationales Reformprogramm 2012. Bundesministerium für Wirtschaft und Techno-
logie, Berlin. März 2012 (NRP 2012)
Stellungnahme der Kommissionsdienststellen zur Vorbereitung der Partnerschafts-
vereinbarung und der Programme in Deutschland für den Zeitraum 2014 bis 2020
Innovationsstrategie des Freistaates Sachsen, Stand: 12. Juli 2013
Sachsen 2020. Wegweiser für unseren Freistaat, strategisches Grundsatzpapier,
Leipzig. 29. April 2009
Landesentwicklungsbericht Sachsen 2010
EU-Förderstrategie 2020, 19. September 2011
Dabei werden die Fragen beantwortet:
1. Stehen die festgestellten nationalen und regionalen Herausforderungen und
Bedürfnisse mit den Zielen und Vorgaben der Ratsempfehlungen und nationa-
len Reformprogrammen in Einklang?
2. Spiegeln die Investitionsprioritäten und ihre spezifischen Ziele diese Herausfor-
derungen und Bedürfnisse durchgängig wider?

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 33
Tabelle 4: Bewertung der Bezüge zu nationalen und regionalen Grundlagen
Spezifisches Ziel
Bezüge zu NRP 2012, Positionspapier der Kommission, Regionale Strategien
Fazit
1. Steigerung der
Wettbewerbsfähig-
keit der anwen-
dungsorientierten
Forschungs-
einrichtungen
Die Maßnahmen im spezifischen Ziel „Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der anwendungsorien-
tierten Forschungseinrichtungen“ leitet sich aus der Sächsischen EU-Förderstrategie 2020 ab, die
wiederum auf dem strategischen Grundsatzpapier Sachsen 2020 basiert. Sie zielen auf die dort for-
mulierte Hochschulentwicklungsplanung ab, die die Innovationskraft der sächsischen Wirtschaft nicht
nur durch gemeinsame Forschung von Hochschulen und Unternehmen, sondern auch durch den
unmittelbaren Wissens- und Technologietransfer aus den Hochschulen in die Unternehmen zu stär-
ken versucht. Ebenso stimmen die Maßnahmen mit der Förderung nachhaltiger Investitionen und die
Entwicklung von innovativer Forschung und Lehre in Sachsen überein.
Das spezifische Ziel knüpft damit an die in der „Stellungnahme der Kommissionsdienststellen zur
Vorbereitung der Partnerschaftsvereinbarung und der Programme in Deutschland für den Zeitraum
2014–2020“ (im Folgenden „Stellungnahme der Kommissionsdienststellen“) geäußerte Aufforderung
einer Berücksichtigung regionaler Stärken an. Es orientiert sich zudem an der dort geforderten stär-
keren Konzentration auf Maßnahmen des Wissens- und Ergebnistransfers zwischen öffentlichem
und privatem Sektor sowie der Steigerung der Innovationstätigkeit einschließlich Öko-Innovation.
In nationaler Perspektive adressiert das spezifische Ziel die von der Bundesregierung im Nationalen
Reformprogramm 2013 (im Folgenden NRP) formulierten Strategien und Maßnahmen zur Förderung
von Kooperationen zwischen universitärer und außeruniversitärer Spitzenforschung. So wird im Be-
darfsfeld Klima/Energie unter anderem die breite Entwicklung von Speichertechnologien gefördert.
Insgesamt weisen die im spezifischen Ziel 1
„Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der an-
wendungsorientierten Forschungseinrichtungen“
vorgesehenen Maßnahmen eine hohe Konsis-
tenz mit den in der Stellungnahme der Kommis-
sion formulierten Empfehlungen, dem NRP und
den Regionalen Strategien Sachsens auf.
2. Stärkung von
Forschung, Ent-
wicklung und
Innovation in der
sächsischen
Wirtschaft
Die Maßnahmen im spezifischen Ziel „Stärkung von Forschung, Entwicklung und Innovation in der
sächsischen Wirtschaft“ leiten sich sowohl aus dem strategischen Grundsatzpapier Sachsen 2020
als auch aus der Sächsischen Förderstrategie 2020 ab. Sie zielen auf die darin formulierte bessere
Nutzbarmachung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen in mittelständischen Unternehmen
ab.
Die vorgesehene thematische Ausrichtung auf die Förderung von innovativen Ansätzen im Bereich
der Gesundheits- und Pflegewirtschaft knüpft an die in der „Stellungnahme der Kommissionsdienst-
stellen“ geäußerte Aufforderung einer Berücksichtigung regionaler Stärken und der Innovations-
förderung im Bereich der intelligenten Verteilernetze an. In nationaler Perspektive adressiert das
spezifische Ziel die von der Bundesregierung im NRP formulierten Strategien und Maßnahmen zur
Förderung der Bedarfsfelder Gesundheit/Ernährung.
Insgesamt weisen die im spezifischen Ziel 2
„Stärkung von Forschung, Entwicklung und Inno-
vation in der sächsischen Wirtschaft“ vorgesehe-
nen Maßnahmen eine hohe Konsistenz mit den in
der Stellungnahme der Kommission formulierten
Empfehlungen, dem NRP und den Regionalen
Strategien Sachsens auf.

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Seite 34
Spezifisches Ziel
Bezüge zu NRP 2012, Positionspapier der Kommission, Regionale Strategien
Fazit
3. Verbesserung
des technologie-
und wissens-
intensiven Grün-
dungs- und Wachs-
tumsgeschehens
Das Maßnahmenbündel im spezifischen Ziel „Verbesserung des technologie- und wissensintensiven
Gründungs- und Wachstumsgeschehens“ leitet sich sowohl aus dem strategischen Grundsatzpapier
Sachsen 2020 als auch aus der Sächsischen Förderstrategie 2020 ab. Es zielt auf den darin formu-
lierten Schwerpunkt eines wettbewerbsfähigen Standorts und im Speziellen auf die dort angestrebte
Bereitstellung von Informationen und Abwicklung von Verwaltungsverfahren, um Unternehmens-
gründungen zu erleichtern. Des Weiteren bedient es sich der in der Sachsen-2020-Strategie genann-
ten Risikokapitalförderung.
Es adressiert zudem die in der „Stellungnahme der Kommissionsdienststellen“ formulierte Empfeh-
lung einer Stärkung des Unternehmenspotenzials. Die Konzentration auf innovative und wachstums-
starke Bereiche adressiert darüber hinaus nachweisliche regionale Schwächen.
In nationaler Perspektive unterstützt das spezifische Ziel die von der Bundesregierung im NRP
formulierten Strategien und Maßnahmen zur Verbesserung der nationalen FuE sowie Innovations-
förderungen.
Insgesamt weisen die im spezifischen Ziel 3
„Verbesserung des technologie- und wissensin-
tensiven Gründungs- und Wachstumsgesche-
hens“ vorgesehenen Maßnahmen eine hohe
Konsistenz mit den in der Stellungnahme der
Kommission formulierten Empfehlungen, dem
NRP und den Regionalen Strategien Sachsens
auf.
4. Stärkung der in-
ternationalen Wett-
bewerbsfähigkeit
der KMUs durch
Produkt- und Pro-
zessinnovationen
und
Internationalisie-
rung
Das Maßnahmenbündel im spezifischen Ziel „Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der
KMUs durch Produkt- und Prozessinnovationen und Internationalisierung“ leitet sich sowohl aus dem
strategischen Grundsatzpapier Sachsen 2020 als auch aus der Sächsischen Förderstrategie 2020
ab. Es zielt im Kern auf die darin formulierten Maßnahmen wie die Förderung der „key enabling
technologies“ und Innovationsförderung, aber auch auf die Nutzung von E-Government und die Be-
reitstellung digitaler Informationssysteme sowie die Gewährleistung von Datensicherheit ab.
Das Maßnahmenbündel adressiert direkt und indirekt in der „Stellungnahme der Kommissionsdienst-
stellen“ formulierte Empfehlungen (u.a. Steigerung der Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsfähig-
keit der Unternehmen, insbesondere Verbesserung des Zugangs für KMUs zu Finanzmitteln, Stär-
kung des Unternehmerpotenzials und die Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung mit und
gleichen Zugangs zu Informations- und Kommunikationstechnologien).
In nationaler Perspektive unterstützt das spezifische Ziel die von der Bundesregierung im NRP for-
mulierten Strategien und Maßnahmen zur Verbesserung der nationalen FuE-Bedingungen und die
beabsichtigte besondere Berücksichtigung klein- und mittelständischer Unternehmen (u.a. Innovati-
onsprogramm Mittelstand (ZIM), Innovationskonzept „Lust auf Technik – Neues wagen, Wachstum
stärken, Zukunft gestalten“, das besonders auf die Heranführung Jugendlicher an Technik abzielt).
Insgesamt weisen die im spezifischen Ziel 4
„Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähig-
keit der KMUs durch Produkt- und Prozessinno-
vationen und Internationalisierung“ vorgesehenen
Maßnahmen eine hohe Konsistenz mit den in der
Stellungnahme der Kommission formulierten
Empfehlungen, dem NRP und den Regionalen
Strategien Sachsens auf.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 35
Spezifisches Ziel
Bezüge zu NRP 2012, Positionspapier der Kommission, Regionale Strategien
Fazit
5. Steigerung der
Produktivität von
KMUs der
gewerblichen
Wirtschaft
Die beabsichtigten Maßnahmen im spezifischen Ziel „Steigerung der Produktivität von KMUs der
gewerblichen Wirtschaft“ leiten sich indirekt aus Anforderungen der Sachsen-2020-Strategie ab.
Gemeint ist die Förderung eines attraktiven ländlichen, bei der es u.a. darum geht, Mittelstädte als
Wirtschafts- und Arbeitsplatzzentren durch Innovations- und Investitionsförderung zu unterstützen.
Das Maßnahmenbündel adressiert indirekt in der „Stellungnahme der Kommissionsdienststellen“
formulierte Empfehlungen zur Diversifizierung von Wirtschaftstätigkeiten im gesamten ländlichen
Gebiet und zur Förderung der kleinen Infrastruktur in dünn besiedelten Gebieten sowie die auf Be-
schäftigungswachstum ausgerichteten Ziele des NRP.
Insgesamt sind die im spezifischen Ziel 5 „Steige-
rung der Produktivität von KMUs der gewerbli-
chen Wirtschaft“ vorgesehenen Maßnahmen
konsistent mit den in der Stellungnahme der
Kommission formulierten Empfehlungen und den
Regionalen Strategien Sachsens.
6. Steigerung von
Innovations- und
Wettbewerbsfähig-
keit der
sächsischen
Wirtschaft durch
hochleistungsfähige
Breitbandnetze
Die Maßnahmenbündel im spezifischen Ziel „Steigerung von Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit
der sächsischen Wirtschaft durch hochleistungsfähige Breitbandnetze" leiten sich sowohl aus dem
strategischen Grundsatzpapier Sachsen 2020 als auch aus der Sächsischen Förderstrategie 2020
ab. Sie zielen im Kern auf die darin formulierten Maßnahmen zur Breitbanderschließung ab.
Das spezifische Ziel knüpft damit an die in der „Stellungnahme der Kommissionsdienststellen“ geäu-
ßerte Aufforderung einer Berücksichtigung ostdeutscher Herausforderungen an. Die Maßnahmen
berücksichtigen darüber hinaus das generelle Ziel einer Sicherstellung einer flächendeckenden Ver-
sorgung mit und gleichen Zugangs zu Informations- und Kommunikationstechnologien in ländlichen
Gebieten.
Auch im Nationalen Reformprogramm 2012 wird im Zuge der Novellierung des Telekommunikati-
onsgesetzes die Voraussetzung für einen vorrangig marktgetriebenen Ausbau einer leistungsfähigen
Breitbandinfrastruktur angestrebt.
Insgesamt weisen die im spezifischen Ziel 6
„Steigerung von Innovations- und Wettbewerbs-
fähigkeit der sächsischen Wirtschaft durch hoch-
leistungsfähige Breitbandnetze“ vorgesehenen
Maßnahmen eine hohe Konsistenz mit den in der
Stellungnahme der Kommission formulierten
Empfehlungen, dem NRP und den Regionalen
Strategien Sachsens auf.
7. Verringerung der
CO
2
-Emissionen im
Bereich Gewerbe,
Handel, Dienstleis-
tung (KMUs)
Die vorgesehenen Maßnahmen im spezifischen Ziel „Verringerung der CO
2
-Emissionen im Bereich
Gewerbe, Handel, Dienstleistung (KMUs)“ leiten sich direkt aus den Regionalen Innovationsstrate-
gien Sachsen 2020 und der Sächsischen Förderstrategie 2020 ab. Sie zielen auf die darin formulier-
ten strategischen Schwerpunkte einer zukunftsfähigen Energieversorgung ab und beziehen sich vor
allem auf eine Steigerung der Energieeffizienz und der Bereitstellung und Weiterentwicklung von
Energietechnologien im Bundesland.
Sie berücksichtigen zudem das in der „Stellungnahme der Kommissionsdienststellen“ formulierte ge-
nerelle Ziel einer Unterstützung der Energiewende und einer nachhaltigen Nutzung natürlicher Res-
sourcen.
Insgesamt weisen die im spezifischen Ziel 7 „Ver-
ringerung der CO
2
-Emissionen im Bereich Ge-
werbe, Handel, Dienstleistung (KMUs)“ vorgese-
henen Maßnahmen eine hohe Konsistenz mit
den in der Stellungnahme der Kommission formu-
lierten Empfehlungen, dem NRP und den Regio-
nalen Strategien Sachsens auf. Darüber hinaus
korrelieren sie mit dem Erneuerbare-Energien-
Gesetz und den Maßnahmen des 6. Energie-
forschungsprogramms.

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Seite 36
Spezifisches Ziel
Bezüge zu NRP 2012, Positionspapier der Kommission, Regionale Strategien
Fazit
Auch im Nationalen Reformprogramm 2012 werden die Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen,
die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien und die Steigerung der Energieeffizienz als wichtige
bundespolitische Ziele benannt. Maßnahmen hierzu finden sich im Erneuerbare-Energien-Gesetz
(EEG) und in den vorgenommenen und geplanten Novellierungen (auch im Hinblick auf eine Stabili-
sierung der Netz- und Versorgungssicherheit, Speichertechnologien, Netz- und Kraftwerkstechnolo-
gien).
Darüber hinaus finden sich einschlägige FuE-Maßnahmen im 6. Energieforschungsprogramm.
8. Verbesserung
der energetischen
Bilanz des öffentlich
genutzten
Gebäudebestandes
und in Wohnge-
bäuden sowie der
kommunalen und
sozialen Infrastruk-
tur
Die vorgesehenen Maßnahmen im spezifischen Ziel „Verbesserung der energetischen Bilanz des
öffentlich genutzten Gebäudebestandes und in Wohngebäuden sowie der kommunalen und sozialen
Infrastruktur“ leiten sich konkret aus den Regionalen Strategien des Landes ab. Als Folge eines be-
sonders alten Gebäudebestands weist das Land einen hohen Bedarf an energetischer Sanierung in
öffentlichen Gebäuden auf. Die Maßnahmen beziehen sich auf folgende Schwerpunkte:
Energieeffiziente Energieversorgung, Lebenswerte Stadt, Effizienter Klimaschutz, Gesundes Sach-
sen und Selbstbestimmtes Leben im Alter, Attraktiver ländlicher Raum und Zukunftsfähige Energie-
versorgung und Klimaschutz.
Das Maßnahmenbündel adressiert direkt Empfehlungen aus der „Stellungnahme der Kommissions-
dienststellen“, die sich auf die Berücksichtigung von Maßnahmen zur Entwicklung und Umsetzung
integrierter nachhaltiger städtischer, ländlicher und territorialer Strategien zur Senkung des CO
2
-
Ausstoßes beziehen.
Auch im Nationalen Reformprogramm 2012 werden die Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen
und die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien als wichtige bundespolitische Ziele benannt.
Maßnahmen hierzu finden sich etwa im Maßnahmenbündel im Bereich der energetischen Gebäude-
sanierung, der Energieeinsparung und Erhöhung der Energieeffizienz, in einschlägigen FuE- Maß-
nahmen im 6. Energieforschungsprogramm sowie im Rahmen von Förderinitiativen (Förderinitiative
„Zukunftsfähige Stromnetze“ oder der Förderinitiative „Solares Bauen – energieeffiziente Stadt“).
Insgesamt weisen die im spezifischen Ziel 8
„Verbesserung der energetischen Bilanz des
öffentlich genutzten Gebäudebestandes und in
Wohngebäuden sowie der kommunalen und so-
zialen Infrastruktur“ vorgesehenen Maßnahmen
eine hohe Konsistenz mit den in der Stellung-
nahme der Kommission formulierten Empfehlun-
gen, dem NRP sowie den Regionalen Strategien
Sachsens auf.
Bezüge bestehen darüber hinaus zu den vorge-
sehenen energierelevanten nationalen Förderini-
tiativen.
9. Reduzierung des
CO
2
-Ausstoßes im
Verkehrssektor
Die vorgesehenen Maßnahmen im spezifischen Ziel „Reduzierung des CO
2
-Ausstoßes im Verkehrs-
sektor“ leiten sich aus den regionalen Strategien des Bundeslandes hinsichtlich einer leistungsfähi-
gen Verkehrsinfrastruktur ab (umweltverträglicher Güterverkehr, leistungsfähiger ÖPNV auf Schiene
und Straße sowie Forschungs- und Technologieförderung im Verkehrswesen).
Das Maßnahmenbündel adressiert direkt Empfehlungen aus der „Stellungnahme der Kommissions-
dienststellen“, die sich auf die Entwicklung und Umsetzung integrierter nachhaltiger städtischer, länd-
licher und territorialer Strategien zur Senkung des CO
2
-Ausstoßes beziehen.
Auch im Nationalen Reformprogramm 2012 werden die Reduzierung von Treibhausgasemissionen
und die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien als wichtige bundespolitische Ziele benannt.
Insgesamt weisen die im spezifischen Ziel 9 „Re-
duzierung des CO
2
-Ausstoßes im Verkehrs-
sektor“ vorgesehenen Maßnahmen eine hohe
Konsistenz mit den in der Stellungnahme der
Kommission formulierten Empfehlungen, dem
NRP sowie den Regionalen Strategien Sachsens
auf.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
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Spezifisches Ziel
Bezüge zu NRP 2012, Positionspapier der Kommission, Regionale Strategien
Fazit
10. Erhöhung des
Schutzniveaus vor
Hochwasser-
ereignissen sowie
den Folgen des
Altbergbaus und
den Folgen schäd-
licher Boden-
veränderungen
Die vorgesehenen Maßnahmen im spezifischen Ziel „Erhöhung des Schutzniveaus vor Hochwasser-
ereignissen sowie den Folgen des Altbergbaus und den Folgen schädlicher Bodenveränderungen“
leiten sich aus den Regionalen Strategien ab. Sie zielen auf die darin formulierten strategischen
Schwerpunkte „Effizienter Klimaschutz“, „Schutz natürlicher Ressourcen“ und „Klimafolgenmanage-
ment“ ab und beziehen sich auf die Folgen des Klimawandels und der Risikoprävention.
Die Schäden der Hochwasser der Jahre 2002, 2006 und 2010 in Sachsen erfordern ein kontinuier-
liches Hochwasserrisikomanagement, womit das spezifische Ziel an die in der „Stellungnahme der
Kommissionsdienststellen“ geäußerte Aufforderung einer Berücksichtigung ostdeutscher Herausfor-
derungen anknüpft.
Darüber hinaus werden die Maßnahmen zur Umsetzung der EG-Hochwasserrisikomanagement-
Richtlinie (HWRMRL), insbesondere präventive Baumaßnahmen an Gewässern in staatlicher Unter-
haltungslast, vorrangig auf der Grundlage von Hochwasserschutzkonzepten bzw. Risiko-
managementplänen, die Erstellung konzeptioneller Vorarbeiten und Planungsgrundlagen sowie
Maßnahmen mit Hochwasserschutzwirkung zur nachhaltigen Entwicklung von Fließgewässern und
Auen-Ökosystemen einschließlich Randbereichen maßgeblich berücksichtigt.
Das spezifische Ziel stimmt indirekt mit den einschlägigen Zielen im NRP (Ressourceneffizienz ver-
bessern und Treibhausgase abbauen) überein und findet sich im Aktionsplan „Anpassung der
Deutschen Anpassungsstrategie“ (2011) wieder.
Insgesamt weisen die im spezifischen Ziel 10
„Erhöhung des Schutzniveaus vor Hochwasser-
ereignissen sowie den Folgen des Altbergbaus
und den Folgen schädlicher Bodenveränderun-
gen“ vorgesehenen Maßnahmen eine hohe Kon-
sistenz mit den Regionalen Strategien Sachsens
und der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie
auf.
Es bezieht sich zudem indirekt auf die „Stellung-
nahme der Kommission“ und auf die Ziele des
NRP.
11. Reduzierung
des CO
2
-Ausstoßes
im Stadtquartier
Die vorgesehenen Maßnahmen im spezifischen Ziel „Reduzierung des CO
2
-Ausstoßes im Stadtquar-
tier“ weisen direkte Bezüge zur Sächsischen EU-Förderstrategie und zum strategischen Grundsatz-
papier Sachsen 2020 auf. Sie zielen auf die dort formulierten strategischen Schwerpunkte
„Lebenswerte Stadt“, „Zukunftsfähige Energieversorgung“ und „Klimaschutz“ ab, bei denen jeweils
Schwerpunkte im Energiebereich gesetzt sind.
Auch in der „Stellungnahme der Kommissionsdienststellen“ werden der Steigerung der Energieeffizi-
enz in öffentlichen Gebäuden und der Entwicklung und Umsetzung integrierter nachhaltiger städti-
scher Strategien zur Senkung des CO
2
-Ausstoßes ein hoher Stellenwert eingeräumt.
Auch im Nationalen Reformprogramm 2012 werden die Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen
und die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien als wichtige bundespolitische Ziele benannt.
Insgesamt weisen die im spezifischen Ziel 11
„Reduzierung des CO
2
-Ausstoßes im
Stadtquartier“ vorgesehenen Maßnahmen eine
hohe Konsistenz mit den in der Stellungnahme
der Kommission formulierten Empfehlungen, dem
NRP sowie den Regionalen Strategien Sachsens
auf.

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Spezifisches Ziel
Bezüge zu NRP 2012, Positionspapier der Kommission, Regionale Strategien
Fazit
12. Verbesserung
des
kulturtouristischen
Angebotes im
Stadtquartier
Die vorgesehenen Maßnahmen im spezifischen Ziel „Verbesserung des kulturtouristischen Angebo-
tes im Stadtquartier" weisen Bezüge zum strategischen Grundsatzpapier Sachsen 2020 hinsichtlich
der kulturellen Vielfalt auf. Sie zielen vor allem auf die Förderung einer Sanierung von Kultur-
einrichtungen und eine Verbesserung der Angebote für jüngere Generationen ab.
Die Prioritäten in der „Stellungnahme der Kommissionsdienststellen“ werden indirekt berücksichtigt
(Ganztagsbetreuung und flexible Betreuungsdienste).
Im Rahmen des deutschen Aktionsprogramms 2011 für den Euro-Plus-Pakt wird das spezifische Ziel
indirekt durch außerschulische Maßnahmen der kulturellen Bildung widergespiegelt.
Insgesamt weisen die im spezifischen Ziel „Ver-
besserung des kulturtouristischen Angebotes im
Stadtquartier“ vorgesehenen Maßnahmen direkte
und indirekte Bezüge zu den Regionalen Strate-
gien Sachsens auf.
Die Konsistenz mit den nationalen und internatio-
nalen Dokumenten (NRP und Stellungnahme der
Kommission) ist nur indirekt gegeben.
13. Verbesserung
des städtischen
Umfelds im Hinblick
auf umweltspezifi-
sche Faktoren
Die vorgesehenen Maßnahmen im spezifischen Ziel „Verbesserung des städtischen Umfelds im Hin-
blick auf umweltspezifische Faktoren“ beziehen sich auf die sächsischen regionalen Strategien „Le-
benswerte Stadt“. Konkret sind das Aktionsprogramm „Brachensanierung und Flächenmanagement“
in Städten mit über 2.000 Einwohnern sowie die Errichtung weiterer Grünanlagen, Parks und inner-
städtischer Grüngürtel, die in ein regionales Biotopnetz eingebunden sind, zu nennen.
Das Maßnahmenbündel adressiert direkt Empfehlungen aus der „Stellungnahme der Kommissions-
dienststellen“, die sich auf die Berücksichtigung von Maßnahmen zur Entwicklung und Umsetzung
integrierter nachhaltiger städtischer, ländlicher und territorialer Strategien zur Senkung des CO
2
-
Ausstoßes beziehen.
Auch im Nationalen Reformprogramm 2012 spiegelt sich das spezifische Ziel in der Verbesserung
von Ressourceneffizienz und dem Abbau von Treibhausgasemissionen als wichtige bundespolitische
Ziele wider. Als wichtiges bundespolitisches Ziel ...
Insgesamt weisen die im spezifischen Ziel „Ver-
besserung des städtischen Umfelds im Hinblick
auf umweltspezifische Faktoren“ vorgesehenen
Maßnahmen eine hohe Konsistenz mit den in der
Stellungnahme der Kommission formulierten
Empfehlungen, dem NRP sowie den Regionalen
Strategien Sachsens auf.
14. Stärkung der
Städte als Wirt-
schafts- und Sozial-
räume
Die vorgesehenen Maßnahmen im spezifischen Ziel „Stärkung der Städte als Wirtschafts- und Sozi-
alräume“ leiten sich aus den Regionalen Strategien Sachsens und den darin formulierten
Maßnahmen im Rahmen einer nachhaltigen Stadtentwicklung ab. Sie zielen auf Vorhaben ab, mit
denen Wirtschafts- und Beschäftigungseffekte verbunden und ausgelöst werden (Handlungsfelder
Umwelt, Verkehr und der Umbau sozialer, freizeit-, bildungs- und kulturbezogener Infrastrukturen
und Einrichtungen sowie Stadtteilmanagement).
Insgesamt weisen die im spezifischen Ziel „Stär-
kung der Städte als Wirtschafts- und Sozialräu-
me“ vorgesehenen Maßnahmen eine hohe Kon-
sistenz mit den in der Stellungnahme der Kom-
mission formulierten Empfehlungen, dem NRP
sowie den Regionalen Strategien Sachsens auf.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 39
Spezifisches Ziel
Bezüge zu NRP 2012, Positionspapier der Kommission, Regionale Strategien
Fazit
Das Maßnahmenbündel adressiert Empfehlungen aus der „Stellungnahme der Kommissionsdienst-
stellen“, die sich auf die Berücksichtigung von Maßnahmen zur Steigerung des Arbeitsmarktpotenzi-
als, der sozialen Eingliederung und des Bildungsniveaus sowie zur Verbesserung der Beschäfti-
gungs- und Einkommensmöglichkeiten von Langzeitarbeitslosen und armutsgefährdeten Personen
beziehen.
Im NRP spiegelt sich das spezifische Ziel in der Förderung der Arbeitsplatzqualität und der Heranbil-
dung von Arbeitskräften wider. Es bezieht sich darüber hinaus auf Arbeitsmarktreformen zur
Stärkung der Flexibilität und Widerstandsfähigkeit des Arbeitsmarktes in Deutschland.

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Seite 40
Zusammenfassend zeigt sich ein hohes Maß an Übereinstimmung in den spezifischen
Zielen des EFRE-OP Sachsen und den Zielen im NRP. Gleiches gilt für die in der
„Stellungnahme der Kommissionsdienststellen“ ausgesprochenen Kommissionsemp-
fehlungen.
Die spezifischen Ziele 1 und 2 der Prioritätsachse
PA A
„Stärkung von Forschung und
technologischer Entwicklung und Innovation“ reihen sich hinreichend in die im NRP
formulierten Ziele zu FuE- sowie Innovationsförderung (quantitatives
3-%-Ziel) ein. Die vorgesehene stärkere Berücksichtigung von Maßnahmen des Wis-
sens- und Ergebnistransfers zwischen öffentlichem und privatem Sektor sowie die
Steigerung der Innovationstätigkeit einschließlich Öko-Innovation und intelligenter Ver-
teilernetze im Rahmen der Unterstützung regionaler Stärken (Orientierung an Leit-
märkten) greifen Kommissionsempfehlungen auf. Sie adressieren zudem in hohem
Maße die in den Regionalen Strategien Sachsens beabsichtigte starke Orientierung an
der gemeinsamen Forschung von Hochschulen und Unternehmen sowie der Nutzbar-
machung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen in mittelständischen Unter-
nehmen.
Die spezifischen Ziele 3 bis 6 der Prioritätsachse
PA B
„Stärkung und Wettbewerbsfä-
higkeit von KMUs“ adressieren in hinreichendem Maße die im NRP benannten Ziele zu
FuE- sowie Innovationsförderungen mit besonderer Berücksichtigung klein- und mittel-
ständischer Unternehmen, aber auch zum Ausbau einer leistungsfähigen Breitbandin-
frastruktur. Die beabsichtigte stärkere Konzentration auf innovative und wachstums-
starke Bereiche richtet sich direkt auf die Beseitigung regionaler Schwächen und das
Entgegenkommen ostdeutscher Herausforderungen, wie sie im NRP definiert sind. Zu-
sammen mit den Maßnahmen für eine Diversifizierung von Wirtschaftstätigkeiten in
Ziel 5 berücksichtigen sie damit zudem die Stärkung des Unternehmenspotenzials.
Die spezifischen Ziele 7 bis 9 der Prioritätsachse
PA C
„Förderung der Verringerung
der CO
2
-Emissionen“ reihen sich klar in die im NRP formulierten Ziele und Maßnah-
men zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen, zur Erhöhung des Anteils erneu-
erbarer Energien und zur Steigerung der Energieeffizienz als wichtige bundespolitische
Ziele ein. Sie finden sich darüber hinaus im Erneuerbare-Energien-Gesetz und im 6.
Energieforschungsprogramm wieder. Die im EFRE-OP Sachsen vorgesehenen Maß-
nahmen zur Reduzierung der CO
2
-Emissionen unterstützen zudem die von der Kom-
mission ausgesprochenen Empfehlungen zur Unterstützung der Energiewende, und
die Ziele 8 und 9 beziehen sich im Speziellen auch auf die Entwicklung und Umset-
zung integrierter nachhaltiger städtischer, ländlicher und territorialer Strategien zur
Senkung des CO
2
-Ausstoßes. Darüber hinaus zeigt sich ein direkter Bezug zu den
Regionalen Strategien Sachsens hinsichtlich ihrer Schwerpunkte in den Bereichen zu-
kunftsfähige und energieeffiziente Energieversorgung und leistungsfähige Verkehrsinf-
rastruktur sowie zu den Themen „Lebenswerte Stadt“, „Effizienter Klimaschutz“, „Ge-
sundes Sachsen und Selbstbestimmtes Leben im Alter“, „Attraktiver ländlicher Raum“
und „Zukunftsfähige Energieversorgung im Bundesland“.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 41
Das spezifische Ziel 9 „Reduzierung des CO2-Ausstoßes im Verkehrssektor“ der PA C
findet sich ebenfalls im spezifischen Ziel 11 „Reduzierung des CO2-Ausstoßes im
Stadtquartier“ der PA E. Die jeweiligen Maßnahmen entsprechen den bundespoliti-
schen Zieldefinitionen hinsichtlich einer Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen
und einer Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien. Außerdem beziehen sie sich
direkt auf die Stellungnahme der Kommission in Bezug auf eine Steigerung der Ener-
gieeffizienz in öffentlichen Gebäuden und der Entwicklung und Umsetzung integrierter
nachhaltiger städtischer Strategien zur Senkung des CO2-Ausstoßes und auf die
sächsischen Strategien in Bezug auf die Ziele einer lebenswerten Stadt und einer zu-
kunftsfähigen Energieversorgung und den Klimaschutz.
Das spezifische Ziel 10 der
PA D
„Risikoprävention“ bezieht sich in erster Linie auf die
in der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie definierten Maßnahmen hinsichtlich
präventiver Baumaßnahmen. Die von der Kommission ausgesprochenen Empfehlun-
gen finden sich in einer Berücksichtigung ostdeutscher Herausforderungen in Form ei-
nes entsprechenden Hochwasserrisikomanagements wieder. Zudem ist der Fokus auf
die in den sächsischen Strategien formulierten Schwerpunkte „Effizienter Klimaschutz“
und „Schutz natürlicher Ressourcen“ und „Klimafolgenmanagement“ erkennbar.
Die spezifischen Ziele 12 bis 14 der
PA E
„Nachhaltige Stadtentwicklung“ adressieren
hinreichend die Ziele des NRP hinsichtlich der Verbesserung von Ressourceneffizienz
und des Abbaus von Treibhausgasemissionen, aber auch der Förderung von Arbeits-
platzqualität und der Heranbildung von Arbeitskräften. Darüber hinaus wird das deut-
sche Aktionsprogramm 2011 für den Euro-Plus-Pakt indirekt durch außerschulische
Maßnahmen der kulturellen Bildung und Arbeitsmarktreformen zur Stärkung der Flexi-
bilität und Widerstandsfähigkeit des Arbeitsmarktes in Deutschland berücksichtigt. Die
Ziele der nachhaltigen Stadtentwicklung greifen direkt die Empfehlungen der Kommis-
sion zur Berücksichtigung von Maßnahmen zur Entwicklung und Umsetzung integrier-
ter nachhaltiger städtischer, ländlicher und territorialer Strategien zur Senkung des
CO
2
-Ausstoßes auf. Darüber hinaus werden die Schwerpunkte der Kommission hin-
sichtlich der Steigerung des Arbeitsmarktpotenzials, der sozialen Eingliederung und
des Bildungsniveaus sowie zur Verbesserung der Beschäftigungs- und Einkommens-
möglichkeiten von Langzeitarbeitslosen und armutsgefährdeten Personen konkret be-
rücksichtigt. Die Forderung nach Ganztagsbetreuung und flexiblen Betreuungsdiensten
wird durch das Ziel 12 indirekt angesprochen. Besondere Berücksichtigung im EFRE-
OP Sachsen finden die sächsischen Strategien im Hinblick auf die Forderung nach kul-
tureller Vielfalt, erzielt durch die Sanierung von Kultureinrichtungen, auf eine Verbesse-
rung der Angebote für jüngere Generationen und hinsichtlich Vorhaben, mit denen
Wirtschafts- und Beschäftigungseffekte verbunden und ausgelöst werden. Zudem
spricht das Dokument mit dem spezifischen Ziel 13 „Verbesserung des städtischen
Umfelds“ im Hinblick auf umweltspezifische Faktoren das Aktionsprogramm
„Brachensanierung und Flächenmanagement“ in Städten mit über 2.000 Einwohnern
an.

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Seite 42
Zusammenhänge der ausgewählten Prioritätsachsen und spezifischen
Ziele mit der Bedarfsanalyse Sachsen
Die Bewertung der Interventionslogik im engeren Sinn befasst sich mit den angenom-
menen Wirkungszusammenhängen zwischen den geplanten Maßnahmen einerseits
und den jeweils angegebenen Output- und Ergebnis-Indikatoren andererseits.
Geprüft werden in diesem Zusammenhang vor allem Plausibilität und Relevanz der
Maßnahmenbegründungen hinsichtlich der gewünschten Ergebnisse.
In diesem Kapitel wird die sog. Interventionslogik des EFRE-OP Sachsen analysiert
und bewertet. Der Zusammenhang von Problemen, Zielen, vorgesehenen Maßnah-
men, ihren Outputs und angestrebten Ergebnissen soll schlüssig und nachvollziehbar
aufgebaut und dargestellt werden. Die Bewertung dieser Fragen setzt voraus, dass ein
Referenzrahmen existiert, der den Gutachtern eine Bewertung möglich macht. Hierfür
werden die Strategie und der Politik-Mix sowie die Interventionslogik auf folgendem
Hintergrund betrachtet:
Zu Beginn werden die ausgewählten spezifischen Ziele der vorangegangenen Bedarfs-
analyse gegenübergestellt. Dabei werden folgende Fragen beantwortet:
1. Lassen sich die EFRE-Programmziele aus der SWOT- und Bedarfsanalyse ab-
leiten und wie klar wurden sie definiert?
2. Wurden die wichtigsten territorialen Herausforderungen für städtische und länd-
liche Gebiete sowie für Gebiete mit territorialen Besonderheiten analysiert und
in der Strategie berücksichtigt?
.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 43
Tabelle 5: Bezug der Spezifischen Ziele zu den Bedarfen
Bedarfsanalyse
Spezifisches Ziel
Maßnahmen
Beurteilung
Gemäß der sozioökonomischen und der
SWOT-Analyse liegen in Sachsen die FuE-
Leistungen im Staats- und Hochschulsektor
über dem Bundesdurchschnitt. Die wichtigsten
Drittmittelquellen für Hochschulen im Freistaat
Sachsen kommen vom Bund, von der DFG und
der gewerblichen Wirtschaft. Als FuE-Zentren
mit einer überdurchschnittlichen
Forschungsdichte haben sich Dresden und
Leipzig etabliert. Der sozioökonomischen
Analyse kann entnommen werden, dass sich
die FuE-Infrastruktur in einem sehr guten
Ausbauzustand befindet, die durch
Technologietransfer verbessert werden kann.
Schlüsseltechnologien werden als Impulsgeber
für Innovationen in den verschiedenen
Anwendungsfeldern genannt.
Die sozioökonomische Analyse verweist auf
einen höheren Beschäftigungsanteil in den
Branchen öffentliche Verwaltung, Bildung und
Gesundheit, auch wenn zwischen 2008 und
2012 in diesen Sektoren ein negativer Trend in
der Beschäftigungsentwicklung zu verzeichnen
war. Allerdings unterscheidet die
sozioökonomische Analyse nicht zwischen den
angeführten Sektoren. Eine
Beschäftigungsentwicklung spezifisch für den
Gesundheitssektor wurde nicht erhoben. Im
Rahmen des thematischen Ziels IKT wurde in
der sozioökonomischen und der SWOT-
Analyse auf die Möglichkeiten der Entwicklung
der IKT-Anwendungen auch für den
Gesundheitssektor hingewiesen.
1. Steigerung der
Wettbewerbsfähigkeit
der anwendungs-
orientierten
Forschungs-
einrichtungen
Förderung von
Forschungsinfrastruktur und
Forschungsprojekten im
Bereich der
anwendungsnahen
öffentlichen Forschung
Infrastruktur an Hochschulen
Förderung
anwendungsorientierter
Forschung an innovativen
Energietechniken
Sachsen hat eine starke FuE-Basis, vor allem im Staats- und
Hochschulsektor. Zukünftig wird die Bedeutung einer intelligenten
Spezialisierung und Vernetzung zwischen der staatlichen
Forschungsinfrastruktur und den sächsischen Unternehmen
zunehmen. Es gilt, die vorhandene Basis in diese Richtung zu
positionieren und das Fördervorhaben dahingehend zu fokussieren.
Der Bedarf einer weiteren Förderung der Forschungsinfrastruktur im
Bereich der anwendungsnahen Forschung ergibt sich aus der
sächsischen Innovationsstrategie.
2. Stärkung von
Forschung,
Entwicklung und
Innovation in der
sächsischen
Wirtschaft
Technologieförderung
Schlüsseltechnologien
(KETs)
Zukunftsinitiativen Sachsen
Innovative Ansätze im
Bereich der Gesundheits-
und Pflegewirtschaft
Das Fördervorhaben „Technologieförderung“ ist ein wesentlicher
Bestandteil der Innovationsstrategie und stellt einen wertvollen
Beitrag für die sächsische KMU-Landschaft dar.
Das Fördervorhaben „Schlüsseltechnologien“ hat einen
wesentlichen Stellenwert in der Innovationsstrategie, der Bedarf
dafür ist in der sozioökonomischen und der SWOT-Analyse in
diesem Ausmaß durch das Hervorheben des besonderen
Stellenwertes der Schlüsseltechnologien verdeutlicht. Es wird
empfohlen, Handlungsempfehlungen der Innovationsstrategie in die
Strategie des EFRE-OP Sachsen aufzunehmen.
Das Fördervorhaben „Zukunftsinitiativen Sachsen" setzt den
Schwerpunkt auf Wissenstransfer zwischen Hochschulen und
Unternehmen und stellt ein wesentliches Kernstück der
Innovationsstrategie dar.
Der Bedarf für das Fördervorhaben „Innovative Ansätze im Bereich
der Gesundheits- und Pflegewirtschaft“ ist auch aus der
sozioökonomischen und der SWOT-Analyse ableitbar. Darüber
hinaus ist das Vorhaben sowohl mit nationalen als auch mit
sächsischen Strategien kohärent. Im Sinne der intelligenten
Spezialisierung kann dieses Fördervorhaben wesentliche Impulse
leisten.

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Seite 44
Bedarfsanalyse
Spezifisches Ziel
Maßnahmen
Beurteilung
Insgesamt werden die
Gründungsgelegenheiten ungünstiger als in
Westdeutschland eingeschätzt. Die
Gründungen im sächsischen
Dienstleistungssektor liegen unter dem
Bundesdurchschnitt.
Sachsen hat eine starke mittelständische
produktive Basis, deren Chancen in einem
globalisierten Markt besser genützt werden
müssen. Zukünftig bedarf es
branchenübergreifender Innovationen,
wissensbasierter Produkterstellungen und
einer aktiven Erschließung neuer Märkte. Es
gilt, die vorhandenen KMUs für die
Wahrnehmung dieser Chancen auszustatten.
Während sich das produzierende Gewerbe
insgesamt positiv dynamisch entwickelt, ist der
Dienstleistungssektor unterdurchschnittlich
entwickelt. Auch Ausfallsraten sind nicht
pauschal über das gesamte Unternehmertum
zu bewerten. Vor allem Gastgewerbe, Lagerei
und Verkehr liegen über dem
Bundesdurchschnitt. Insgesamt wird der
Zugang zu Fremdkapital durch die Einführung
von Basel III ab 2013 für KMUs maßgeblich
erschwert. In dieser Situation versucht die
Wirtschaftsförderung die Stärken Sachsens zu
unterstützen und fokussiert ihre Aktivitäten auf
einzelne Branchen.
Sachsen hat eine schwache Ausstattung mit
großen, exportorientierten Unternehmen. Es
herrschen eher kleine Strukturen vor, die den
lokalen Markt bedienen. Das Risiko in der
Zukunft liegt in den Schwierigkeiten, solche
3. Verbesserung des
technologie- und
wissensintensiven
Gründungs- und
Wachstums-
geschehens
Risikokapitalfonds
Die Gründungsintensität in Sachsen liegt unter dem nationalen
Durchschnitt. Die Notwendigkeit der Gründungsförderung ist aus
der sozioökonomischen und der SWOT-Analyse ableitbar. Das
Erfordernis unterstützender Beratungsleistungen sollte im
Zusammenhang mit dem Fördervorhaben überprüft werden.
4. Stärkung der
internationalen
Wettbewerbsfähigkeit
der KMUs durch
Produkt- und
Prozessinnovationen
und
Internationalisierung
Markteinführung innovativer
Produkte und
Produktdesigns/E-Business,
IT-Sicherheit
Markterschließung
Das Vorhaben wurde in der Förderperiode 2007–2013 positiv
bewertet. Sachsen hat eine starke mittelständische produktive
Basis. Verbessert werden muss nach wie vor die Erschließung
neuer Märkte. Die Unterstützung der Markterschließung kann in
Hinblick auf die Reduktion der Mittel gezielt funktional oder territorial
konzentriert werden. Das Vorhaben steht in Einklang mit den
sächsischen Strategien und der Bedarf dafür ist aus der
sozioökonomischen und der SWOT-Analyse ableitbar.
5. Steigerung der
Produktivität von
KMUs der
gewerblichen
Wirtschaft
Einzelbetriebliche
Investitionsförderung
Insgesamt ist durch die wirtschaftliche Situation und die abermals
verschärften Anforderungen durch Basel III ab 2013 der Zugang zu
Fremdkapital insbesondere für KMUs erschwert. Eine
Finanzierungsunterstützung wurde bereits erfolgreich in der
Förderperiode 2007–2013 durchgeführt und entspricht den
nationalen Zielen. Eine mögliche territoriale Ausrichtung auf
Regionen bzw. Branchen mit besonderen Strukturschwächen ist
bislang nicht erwogen worden. Im Zusammenhang mit einer
Reduktion der Mittel könnte eine solche branchenbezogene
und/oder territoriale Schwerpunktsetzung in Betracht gezogen
werden.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 45
Bedarfsanalyse
Spezifisches Ziel
Maßnahmen
Beurteilung
Großunternehmen anzusprechen, im
Braindrain sowie in den Unsicherheiten der
Versorgung lokaler KMUs mit Krediten. Daher
ist es notwendig, Voraussetzungen für
Investitionen und Innovationen für eine
kritische Masse an Unternehmen zu schaffen.
6. Steigerung von
Innovations- und
Wettbewerbsfähigkeit
der sächsischen
Wirtschaft durch
hochleistungsfähige
Breitbandnetze
Breitbandausbau
Das Fördervorhaben ist mit dem Bedarf in Sachsen kohärent. Eine
bessere Versorgung vor allem von Selbstständigen und KMUs ist
ein wesentlicher Baustein in der wirtschaftlichen Entwicklung
Sachsens. Ebenfalls positiv wird die Konzentration auf
Kumulationsgebiete bewertet.
Der sozioökonomischen und der SWOT-
Analyse ist zu entnehmen, dass die
Energieeffizienz im Freistaat Sachsen nach wie
vor unter dem Bundesdurchschnitt liegt.
Demnach ist eine Förderung der
Energieeffizienz grundsätzlich aus der
sozioökonomischen und der SWOT-Analyse
ableitbar. Chancen in diesem Zusammenhang
ergeben sich auch insgesamt durch das immer
bedeutender werdende Geschäftsfeld
„Energieeffizienz und erneuerbare
Energiequellen“. Dies zeigt sich auch durch
bundesweite, neue Gesetzesstandards, auf die
auch in Unternehmen reagiert werden muss.
Da der einseitige Einsatz von erneuerbaren
Energien mit einer etwaigen Erhöhung der
Stromversorgung einhergeht, ist eine
Koppelung mit Maßnahmen zur
Energieeffizienz erforderlich. Darüber hinaus
wird die Entwicklung erneuerbarer Energien
durch fehlende Energiespeicher und durch
einen Mangel an geeigneten Netzstrukturen
gehemmt.
Der Einsatz intelligenter Niederspannungs-
verteilersysteme ist Teil der Unterstützungs-
struktur für Energieeffizienz und der Nutzung
erneuerbarer Energiequellen.
7. Verringerung der
CO
2
-Emissionen im
Bereich Gewerbe,
Handel,
Dienstleistung
(KMUs)
Zukunftsfähige
Energieversorgung
Das Fördervorhaben steht im Einklang mit den politischen und
strategischen Zielen des Bundes und des Freistaates Sachsen. Vor
dem Hintergrund der Schwierigkeiten der Abschöpfung der Mittel in
der Förderperiode 2007–2013 werden eine Vereinfachung in der
Antragstellung, verbesserter Beratungsservice und eine stärkere
Publizität des Vorhabens empfohlen.
8. Verbesserung der
energetischen Bilanz
des öffentlich
genutzten
Gebäudebestandes
und in
Wohngebäuden
sowie der
kommunalen und
sozialen Infrastruktur
Energieeffiziente
Investitionen in
Hochschulbauten, in die
Bildungsinfrastruktur der
allgemein bildenden,
berufsbildenden und der
Schulen des zweiten
Bildungsweges und in
Landesgebäude
Klima- und Immissionsschutz
Der Bedarf für das Fördervorhaben ist aus der sozioökonomischen
und der SWOT-Analyse ableitbar.
Es wird empfohlen, Synergien und Überlappungen mit dem
Fördervorhaben „Nachhaltige Stadtentwicklung“ abzuklären.
Darüber hinaus wird empfohlen, die Implementierung der
Fördervorhaben möglichst zentral zu koordinieren.
9. Reduzierung des
CO
2
-Ausstoßes im
Verkehrssektor
Umweltfreundliche
Verkehrsträger
Der Bedarf für das Fördervorhaben ist aus der sozioökonomischen
Analyse und der SWOT-Analyse ableitbar.

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Seite 46
Bedarfsanalyse
Spezifisches Ziel
Maßnahmen
Beurteilung
Finanzielle Restriktionen und fehlende
Kenntnisse hemmen KMUs in der
Durchführung von
Energieeffizienzmaßnahmen.
Der sozioökonomischen und der SWOT-
Analyse ist zu entnehmen, dass die
Energieeffizienz im Freistaat Sachsen nach wie
vor unter dem Bundesdurchschnitt liegt.
Demnach ist eine Förderung der
Energieeffizienz grundsätzlich aus der
sozioökonomischen und der SWOT-Analyse
ableitbar.
In Zukunft gilt es, den Standort Sachsen als
Logistikstandort von überregionaler Bedeutung
zu profilieren und vor allem durch intelligentes
Verkehrsmanagement die Steigerung der
Leistungsfähigkeit des Verkehrssystems zu
erreichen. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist die
Leistungsfähigkeit der Schiene und des
Schiffsverkehrs zu steigern.
Sachsen hat etablierte, stabile Strukturen und
Erfahrung im Rahmen des zivilen Schutzes
und der Risikominimierung in
Altbergbaugebieten. Das Risiko liegt in
steigenden Extremwetterereignissen, höherem
Schadenspotenzial und einer vergleichsweise
langwierigen Umsetzungsperiode der
Gegenmaßnahmen. Es gilt daher, die bereits
etablierten Strukturen weiter zu stärken und zu
verbessern.
Sachsen hat einen umfangreichen Bestand an
Altlasten und Verdachtsflächen mit
Sanierungsbedarf.
10. Erhöhung des
Schutzniveaus vor
Hochwasserereigniss
en sowie den Folgen
des Altbergbaus und
den Folgen
schädlicher Boden-
veränderungen
Hochwasserrisikomanage-
ment
Prävention von Risiken des
Altbergbaus
Inwertsetzung von
brachliegenden und
belasteten Flächen
Der Bedarf für die Fördervorhaben ist aus den Strategien, aus der
sozioökonomischen und der SWOT-Analyse ableitbar. Der Bedarf
an weiteren Maßnahmen bleibt über den Förderzeitraum 2007–
2013 bestehen. Es wird angeregt, die bestehenden
Förderinstrumente für langwierige, komplexe und
Verwaltungsgrenzen-übergreifende Maßnahmen wie im Bereich des
Hochwasserschutzes zu optimieren.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 47
Bedarfsanalyse
Spezifisches Ziel
Maßnahmen
Beurteilung
Eine einzelthematische Ableitbarkeit aus der
sozioökonomischen und der SWOT-Analyse ist
möglich. Im Detail ist der Bedarf an
nachhaltiger Stadtentwicklung aus der
sozioökonomischen Analyse ableitbar.
Ausgehend von speziellen Situationen in
sächsischen Städten wird ein breites Spektrum
an Strategien und Förderinstrumenten benötigt.
Ziel der im Rahmen der nachhaltigen
Stadtentwicklung geförderten
Maßnahmenbündel ist die Verbesserung der
Lebenszufriedenheit der Bewohner und damit
die Bindung an das Stadtquartier.
Ein wirksames Mittel zur Anpassung an die
demographische Entwicklung ist u.a. die
Unterstützung der Kommunen bei der
Schaffung der Barrierefreiheit von
Einrichtungen.
Die Funktionen der Kernstädte sind im
Zusammenhang besonders zu stärken bzw.
dürfen nicht beeinträchtigt werden.
11. Reduzierung des
CO
2
-Ausstoßes im
Stadtquartier
Die Fördervorhaben wurden
nicht eindeutig spezifiziert.
Sie ergeben sich aus den
Handlungskonzepten der
beteiligten Städte.
Insgesamt ist die Nachhaltige Stadtentwicklung inhaltlich sehr offen
gestaltet. Es bedarf hier einer einfachen und leicht von anderen
Fördervorhaben abgrenzbaren Förderstruktur. Sehr positiv ist der
Fokus auf energieeffiziente und CO
2
-reduzierende Maßnahmen zu
bewerten.
12. Verbesserung
des
kulturtouristischen
Angebotes im
Stadtquartier
Die Fördervorhaben wurden
nicht eindeutig spezifiziert.
Sie ergeben sich aus den
Handlungskonzepten der
beteiligten Städte.
Insgesamt ist das PA „Nachhaltige Stadtentwicklung“ inhaltlich sehr
offen gestaltet. Es bedarf hier einer einfachen und leicht von
anderen Fördervorhaben abgrenzbaren Förderstruktur. Sehr positiv
ist der Fokus auf energieeffiziente und CO
2
-reduzierende
Maßnahmen zu bewerten. Die Voraussetzung von integrierten
Handlungskonzepten als Grundlage für eine Förderung hat sich
bereits in der Förderperiode 2007–2013 bewährt.
13. Verbesserung
des städtischen
Umfelds im Hinblick
auf
umweltspezifische
Faktoren
Die Fördervorhaben wurden
nicht eindeutig spezifiziert.
Sie ergeben sich aus den
Handlungskonzepten der
beteiligten Städte.
14. Stärkung der
Städte als
Wirtschafts- und
Sozialräume
Die Fördervorhaben wurden
nicht eindeutig spezifiziert.
Sie ergeben sich aus den
Handlungskonzepten der
beteiligten Städte.

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Seite 48
Fazit
Bezogen auf die Zusammenhänge der ausgewählten Prioritätsachsen und der spezifi-
schen Ziele mit der Bedarfsanalyse, lassen sich zunächst übergreifend drei Aspekte
festhalten:
1. Die EFRE-Ziele sind klar definiert, Zielsetzungen des EFRE und Handlungsanforde-
rungen aus der SWOT sind in sich konsistent und ebenso konsistent mit den Analy-
sen der Innovationsstrategie.
2. Die finanzielle Aufteilung der Mittel innerhalb des EFRE-OP Sachsen lässt sich mit
den Konsequenzen der Bedarfsanalyse nachvollziehen und wird auch den Schwer-
punkten der Europa-2020-Strategie bzw. des Beitrags Sachsens zur Realisierung
dieser Ziele gerecht.
3. Die territorialen Herausforderungen werden allgemein in der Bedarfsanalyse ange-
sprochen.
Mit Bezug auf die fünf thematischen Prioritätsachsen lassen sich diese generellen
Aussagen folgendermaßen konkretisieren.
PA A
PA A mit den spezifischen Zielen „Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der anwen-
dungsbezogenen Forschungseinrichtungen“ und „Stärkung von Forschung, Entwick-
lung und Innovation in der sächsischen Wirtschaft“ bezieht sich auf die überdurch-
schnittlich hohen FuE-Leistungen im Staats- und Hochschulsektor, die gute Anknüp-
fungspunkte für den Technologietransfer und den Ausbau von Schlüsselindustrien bie-
ten. Darüber hinaus bezieht sich das zweite Ziel auf die intelligente Spezialisierung im
Gesundheitssektor. Die Begründung aus der SWOT-Analyse ist konsequent. Die Maß-
nahmen greifen bewährte Aspekte aus den vorhergehenden Förderperioden auf.
Es
entspricht der wesentlichen Bedeutung dieser PA für die Innovations- und Wett-
bewerbsfähigkeit des Landes wie auch für die Europa-2020-Ziele, dass rund 39,7
% der Mittel hierfür vorgesehen sind.
PA B
PA B mit den spezifischen Zielen „Verbesserung des technologie- und wissensintensi-
ven Gründungs- und Wachstumsgeschehens“, „Stärkung der internationalen Wettbe-
werbsfähigkeit der KMUs durch Produkt- und Prozessinnovationen und Internationali-
sierung“ und „Steigerung der Produktivität von KMUs der gewerblichen Wirtschaft“ so-
wie „Steigerung von Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der sächsischen Wirt-
schaft durch hochleistungsfähige Breitbandnetze“ ist ebenfalls konsequent aus der
SWOT-Analyse (bzw. aus den sächsischen Strategiepapieren) begründet. Innovative
Klein- und Mittelunternehmen und wachstumsstarke Unternehmensgründungen
wer-
den zu Recht als Schlüsselakteure im Strukturwandel angesehen und müssen gestärkt
werden. Die Förderung von Investitionen und Innovationen für eine kritische Masse an
Unternehmen wird als zentrale Herausforderung im Hinblick auf die unterdurchschnitt-
liche Gründungsaktivität in Sachsen anerkannt.
Das vorgesehene Finanzvolumen
(16,8 % der Mittel für die PA) wie auch der Verzicht auf regionale Konzentration
sind nachvollziehbar
.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 49
PA C
PA C mit den spezifischen Zielen „Verringerung der CO
2
-Emissionen im Bereich Ge-
werbe, Handel, Dienstleistungen (KMUs)“, „Verbesserung der energetischen Bilanz
des öffentlich genutzten Gebäudebestandes und in Wohngebäuden sowie der kom-
munalen und sozialen Infrastruktur“ und „Reduzierung des CO
2
-Ausstoßes im Ver-
kehrssektor“ trägt vor allem den Erfordernissen eines nachhaltigen Wachstums Rech-
nung. Die aus der SWOT-Analyse abgeleiteten spezifischen Ziele ergänzen zum einen
nationale Förderprogramme durch Instrumente, die eine darüber hinausgehende Effi-
zienz und eine breite Diffusion anregen sollen (Effizienz in Unternehmen und Kommu-
nen). Zum anderen werden mit den anderen Zielen für Sachsen zentrale Themen
(Netzstabilität und intelligentes Verkehrsmanagement) adressiert.
Mit der Entschei-
dung, 21,5 % der Mittel für die PA vorzusehen, wird der Bedeutung dieser gesell-
schaftlichen Herausforderung (Klimawandel) optimal entsprochen.
PA D
PA D mit dem Ziel einer Erhöhung des Schutzniveaus vor Hochwasserereignissen so-
wie den Folgen des Altbergbaus und den Folgen schädlicher Bodenveränderungen
entspricht in konsequenter Weise der Begründung in der SWOT-Analyse (Risikomini-
mierung in Altbergbaugebieten, steigender Extremwetterereignisse, Bestand an Altlas-
ten und Verdachtsflächen mit Sanierungsbedarf).
Ein Mitteleinsatz von 10 % ist an-
gemessen.
PA E
PA E mit den spezifischen Zielen „Reduzierung des CO
2
-Ausstoßes im Stadtquartier“,
„Verbesserung des kulturhistorischen Angebotes im Stadtquartier“, „Verbesserung des
städtischen Umfelds im Hinblick auf umweltspezifische Faktoren“ und „Stärkung der
Städte als Wirtschafts- und Sozialräume“ trägt den Erfordernissen einer nachhaltigen
Stadtentwicklung Rechnung. Die Ableitbarkeit der Ziele aus der SWOT-Analyse ist ge-
geben (Verbesserung der Lebenszufriedenheit, Unterstützung bei der Barrierefreiheit
von Einrichtungen, Stärkung der Kernstädte).
Der Mitteleinsatz beträgt 8 % und
übersteigt damit die nationale Mindestquote von 5 %.
2.2 Bewertung der Kohärenz
In der Ex-Ante-Bewertung wurden gemäß Art. 55 Ab. 3 b der Dachverordnung die in-
terne Kohärenz des vorgeschlagenen EFRE-OP Sachsen bzw. der vorgeschlagenen
Maßnahmen sowie der Bezug zu anderen relevanten Instrumenten (externe Kohärenz)
untersucht.
2.2.1 Prüfung der internen Kohärenz
Die Prüfung der internen Kohärenz analysiert die Beziehungen zwischen den spezifi-
schen Zielen jeder Prioritätsachse und zwischen den spezifischen Zielen der verschie-
denen Prioritätsachsen im Hinblick auf die interne Widerspruchsfreiheit und Konsis-
tenz. Dabei wird untersucht, ob Komplementaritäten und potenzielle Synergieeffekte
festzustellen sind.

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Seite 50
Vorgehensweise zur Prüfung der internen Kohärenz
Die Prüfung von Komplementaritäten und potenziellen Synergieeffekten zwischen den
spezifischen Zielen der Prioritätsachsen erfolgte mittels einer qualitativen Analyse. Da-
bei werden die gegenseitigen Beziehungen der spezifischen Ziele der einzelnen Priori-
tätsachsen untersucht. Im Fokus der Analyse standen dabei:
Synergieeffekte bzw. Komplementaritäten zwischen den spezifischen Zielen inner-
halb der zugehörigen Prioritätsachsen
Synergieeffekte bzw. Komplementaritäten zwischen den spezifischen Zielen der je-
weils anderen Prioritätsachsen
Die Widerspruchsfreiheit bzw. Konsistenz zwischen den spezifischen Zielen inner-
halb der jeweiligen Prioritätsachse
Die Widerspruchsfreiheit bzw. Konsistenz zwischen den spezifischen Zielen der
verschiedenen Prioritätsachsen
Bei der Bewertung wurden konkrete Zielsetzungen, Fördergegenstände und Zielgrup-
pen der Vorhaben einbezogen.
Ergebnis der Prüfung der internen Kohärenz
Die nachfolgende Abbildung zeigt das Ergebnis der Prüfung der internen Kohärenz.
Tabelle 6: Prüfung der internen Kohärenz
Prioritätsachse
A
B
C
D
E
Spezifische Ziele
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10 11 12 13 14
A
1
X X X X
2
X X X X X
B
3
X X
X X X
4
X X
X X X X
5
X
X
X
X
6
X X X
X X
C
7
X
X X X
8
X X X
9
X
X
X
D 10
X
E
11
X X X
X X X
12
X
X
X
13
X
X
X
X
14
X
X
X
X
in farbig unterlegten Feldern = Komplementär/Synergieeffekt innerhalb derselben Prioritätsachse
X
in nicht farbig unterlegten Feldern = Komplementär/Synergieeffekt mit anderen Prioritätsachsen

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 51
Ein Kreuz
X
auf einer farbigen Fläche kennzeichnet potenzielle Synergieeffekte bzw.
Komplementaritäten der spezifischen Ziele innerhalb der jeweiligen Prioritätsachse.
Ein Kreuz
X
auf einer nicht farbigen Fläche beschreibt Synergieeffekte bzw. Komple-
mentaritäten zwischen den spezifischen Zielen der jeweils anderen Prioritätsachsen.
Die Analyse zeigt, dass jedes spezifische Ziel des EFRE-OP Sachsen Synergieeffekte
bzw. Komplementaritäten mit den anderen spezifischen Zielen innerhalb der eigenen
Prioritätsachse aufweist. Die Mehrzahl der spezifischen Ziele weist zudem potenzielle
Synergieeffekte zu den anderen Prioritätsachsen auf, mit Ausnahme der spezifischen
Ziele 12 „Verbesserung des kulturtouristischen Angebotes im Stadtquartier“ und 14
„Stärkung der Städte als Wirtschafts- und Sozialräume“.
Zudem hat die Analyse ergeben, dass alle spezifischen Ziele untereinander wider-
spruchsfrei und konsistent sind. Dabei lassen sich die spezifischen Ziele klar unterei-
nander abgrenzen. Überschneidungen hinsichtlich Fördergegenständen, Zielgruppen
und konkreter Zielstellungen der Vorhaben wurden von der Ex-Ante-Bewertung nicht
identifiziert.
Die in der Analyse identifizierten potenziellen Synergieeffekte bzw. Komplementaritä-
ten werden im Folgenden für jede Prioritätsachse beispielhaft erläutert:
PA A, Stärkung von Forschung, technischer Entwicklung und Innovation
Komplementaritäten/potenzielle Synergieeffekte innerhalb der PA A
Das spezifische Ziel 1
„Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der anwendungs-
orientierten Forschungseinrichtungen“
fördert die Forschungsinfrastruktur und
die anwendungsorientierte Forschung an Hochschulen und außeruniversitären For-
schungseinrichtungen. Komplementär fördert das spezifische Ziel 2
„Stärkung von
Forschung, Entwicklung und Innovation in der sächsischen Wirtschaft“
Inves-
titionen in Forschung und Entwicklung in sächsischen Unternehmen. Beide Ziele
tragen damit zur Stärkung von Forschung und technologischer Entwicklung sowie
Innovationen in Wirtschaft und Forschung bei.
Komplementaritäten/potenzielle Synergieeffekte zu anderen Prioritätsachsen
Das spezifische Ziel 4
„Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der
KMUs durch Produktinnovationen und Internationalisierung“
der Prioritätsach-
se B weist potenzielle Synergieeffekte zum spezifischen Ziel 2 auf. Durch die För-
derung der anwendungsorientierten Forschung, Entwicklung und Innovation wird
die Wettbewerbsfähigkeit von sächsischen Unternehmen verbessert und deren die
Positionierung am internationalen Markt gestärkt.
PA B, Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von KMUs
Komplementaritäten/potenzielle Synergieeffekte innerhalb der PA B
Das spezifische Ziel 3
„Verbesserung des technologie- und wissensintensiven
Gründungs- und Wachstumsgeschehens“
fördert kleine, junge und innovative
Unternehmen sowie technologie- und wissensorientierte Gründungen. Dabei ent-
stehen potenzielle Synergieeffekte mit dem spezifischen Ziel 4. Die Förderung von
Unternehmensneugründungen stärkt die Innovation und Wettbewerbsfähigkeit der
sächsischen Wirtschaft und trägt so mittelbar zur Internationalisierung von sächsi-
schen KMUs bei.

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Seite 52
Darüber hinaus komplementiert das spezifische Ziel 5
„Steigerung der Produktivi-
tät von KMUs der gewerblichen Wirtschaft“
das spezifische Ziel 4. Durch Investi-
tionen zur Steigerung der Produktivität von KMUs trägt das spezifische Ziel 5 zur
Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit sächsischer KMUs bei.
Komplementaritäten/potenzielle Synergieeffekte zu anderen Prioritätsachsen
Es bestehen potenzielle Synergieeffekte zwischen dem spezifischen Ziel 7
„Ver-
ringerung der CO
2
-Emissionen im Bereich Gewerbe, Handel, Dienstleistungen
(KMUs)“
der Prioritätsachse C und den spezifischen Zielen 4 und 5. Das spezifi-
sche Ziel 7 verbessert die Energieproduktivität und Energieeffizienz von KMUs. Die
Optimierung der Betriebsprozesse aus energetischer Perspektive leistet damit ei-
nen Beitrag zur Stärkung der Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit sächsischer
Unternehmen.
PA C, Förderung der Verringerung der CO
2
-Emissionen
Komplementaritäten/potenzielle Synergieeffekte innerhalb der PA C
Alle drei spezifischen Ziele sind zueinander komplementär und tragen zur Verringe-
rung von CO
2
-Emissionen auf verschiedenen Ebenen bei. Durch die eindeutige Fo-
kussierung der spezifischen Ziele auf unterschiedliche Fördergegenstände (Unter-
nehmen, öffentliche Infrastruktur, Verkehrssektor) ist eine eindeutige Abgrenzung
der Vorhaben innerhalb der spezifischen Ziele sichergestellt.
Komplementaritäten/potenzielle Synergieeffekte zu anderen Prioritätsachsen
Alle drei spezifischen Ziele der Prioritätsachse C weisen Komplementaritäten zum
spezifischen Ziel 11
„Reduzierung des CO
2
-Ausstoßes im Stadtquartier“
der
Prioritätsachse E auf. Alle Vorhaben innerhalb dieser spezifischen Ziele beinhalten
die Reduzierung des CO
2
-Ausstoßes und leisten damit einen Beitrag zum Energie-
und Klimaprogramm Sachsen 2012.
PA D, Risikoprävention
Komplementaritäten/potenzielle Synergieeffekte zu anderen Prioritätsachsen
Das spezifische Ziel 13 „Verbesserung des städtischen Umfelds im Hinblick auf
umweltspezifische Faktoren“ der Prioritätsachse E weist potenzielle Synergieeffekte
mit dem spezifischen Ziel 10 „Erhöhung des Schutzniveaus vor Hochwasserereig-
nissen sowie den Folgen des Altbergbaus und den Folgen schädlicher Bodenver-
änderungen“ auf. In beiden spezifischen Zielen sind Vorhaben zur Flächeninwert-
setzung vorgesehen. Der Fokus liegt beim spezifischen Ziel 10 auf der Inwertset-
zung von ehemaligen Bergbauarealen, beim spezifischen Ziel 13 auf Brachflächen
im städtischen Umfeld. Beide spezifischen Ziele haben mittelbar die Nutzbar-
machung brachliegender Flächen zum Gegenstand.
PA E, Nachhaltige Stadtentwicklung
Komplementaritäten/potenzielle Synergieeffekte innerhalb der PA E
Prioritätsachse E stellt eine Mischachse dar und vereint verschiedene Investitions-
prioritäten. Alle spezifischen Ziele innerhalb dieser Prioritätsachse komplementieren
einander und leisten einen gemeinsamen Beitrag zur Verbesserung der Wohn- und
Lebensbedingungen im Bereich des wirtschaftlichen, ökologischen, verkehrlichen,
städtebaulichen und/oder sozialen Umfelds in ausgewählten benachteiligten Stadt-
gebieten.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 53
Komplementaritäten/potenzielle Synergieeffekte zu anderen Prioritätsachsen
Das spezifische Ziel 11 weist Komplementaritäten mit allen spezifischen Zielen der
Prioritätsachse C auf. Alle Vorhaben innerhalb dieser spezifischen Ziele beinhalten
die Reduzierung des CO
2
-Ausstoßes und leisten damit einen Beitrag zum Energie-
und Klimaprogramm Sachsen 2012.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Prioritätsachsen, die spezifischen
Ziele und Vorhaben des sächsischen EFRE-OP Sachsen klar strukturiert und die
einzelnen Ebenen zueinander kompatibel, widerspruchsfrei und kohärent sind. Die
spezifischen Ziele greifen dabei die gewählten thematischen Ziele und Investitions-
prioritäten auf und gewährleisten somit eine sinnvolle Strukturierung der Förderung.
2.2.2 Bezug zu anderen relevanten Instrumenten
Die Prüfung der externen Kohärenz bezieht sich auf die Beurteilung der Kohärenz des
EFRE-OP Sachsen mit anderen relevanten Instrumenten auf regionaler, nationaler und
europäischer Ebene. Es soll untersucht werden, ob das EFRE-OP Sachsen die Aus-
wirkungen anderer politischer Strategien und Programme (einschließlich anderer GSR-
Programme) auf die erwarteten Ergebnisse des EFRE-OP Sachsen berücksichtigt und
wie das EFRE-OP Sachsen seine Rolle vor dem Hintergrund der verschiedenen Inter-
ventionen begründet.
Vorgehensweise zur Prüfung der externen Kohärenz
Zur Bewertung der externen Kohärenz des EFRE-OP Sachsen hat die Ex-Ante-
Bewertung das EFRE-OP Sachsen anderen relevanten Instrumenten auf regionaler,
nationaler und europäischer Ebene gegenübergestellt. Im Fokus standen dabei die
Analyse und Identifikation von potenziellen Synergieeffekten und Komplementaritäten
sowie die eindeutige Abgrenzung der verschiedenen Förderinstrumente hinsichtlich
der Zielstellung, Zielgruppe und Fördergegenstände.
Ergebnis der Prüfung der externen Kohärenz
Kohärenz mit anderen GSR-Fonds und den nationalen sowie regionalen Instru-
menten
Mit dem Ziel einer einheitlichen Entwicklungsstrategie der unterschiedlichen europäi-
schen Strukturfonds haben im Rahmen des Programmerstellungsprozesses umfang-
reiche Abstimmungsmaßnahmen zwischen den verschiedenen Verwaltungsbehörden
der einzelnen GSR-Fonds (ESF, EFRE, ELER und EMFF) und den beteiligten Res-
sorts stattgefunden. In diesem Rahmen wurden Priorisierungen und inhaltliche Ab-
grenzungen der Förderinhalte der einzelnen GSR-Fonds vorgenommen.
Abstimmungen auf Bund-Länder-Ebene erfolgten im Rahmen der Partner-
schaftsvereinbarung.
Die detaillierte Überprüfung dieser Abstimmungsergebnisse zeigt eine systematische
Vorgehensweise und umfassende Analyse auf. Aus Sicht des Bewerterteams ist das
Verfahren geeignet, um eine hinreichende Abgrenzung zwischen dem sächsischen
EFRE und anderen relevanten Förderinstrumenten vorzunehmen.
Ergänzend hat die Ex-Ante-Bewertung das Zusammenwirken bzw. die Abgrenzung
des EFRE-OP Sachsen mit den Programmen der anderen GRS-Fonds (ESF, ELER,
EMFF) auf Programm-, Prioritätsachsen- als auch auf Vorhabensebene untersucht.

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Kohärenz mit dem ESF
Der Abgleich der Programme im EFRE und ESF hat gezeigt, dass beide Förderinstru-
mente unterschiedliche thematische Ziele adressieren und sich dabei klar voneinander
abgrenzen. Der Abgleich auf Vorhabensebene macht deutlich, dass einige Vorhaben
des EFRE mittel- oder unmittelbar einen Beitrag zu den thematischen Zielen des ESF
leisten und somit Komplementaritäten und Synergie-Effekte aufweisen:
Durch die Vorhaben zur Stärkung von Forschung, technologischer Entwicklung und
Innovation weist der EFRE Komplementaritäten zum ESF auf. In der Investitions-
priorität A1 fördert der ESF Vorhaben zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwi-
schen akademischer Forschung und Wirtschaft sowie Stärkung der Innovationskraft
der Unternehmen. Die inhaltliche Analyse der sowohl im EFRE als auch im ESF
verankerten Vorhaben zur Stärkung der Innovationskraft von Unternehmen und
Technologieförderung hat gezeigt, dass eindeutige Abgrenzungen hinsichtlich der
konkreten Fördergegenstände vorgenommen wurden und somit durch beide För-
derinstrumente potenzielle Synergieeffekte entstehen.
Durch Vorhaben zur Förderung von technologie- und wissensintensiven jungen Un-
ternehmen leistet der EFRE einen Beitrag zum spezifischen Ziel „Existenzgründun-
gen und Unternehmergeist stärken“ des ESF. Dabei fördert der ESF Unterneh-
mensgründungen durch Qualifizierung und Begleitung von gründungsinteressierten
Personen sowie den Aufbau und Wachstum junger Kleinstunternehmen mittels Mik-
rodarlehen. In Abgrenzung dazu fördert der EFRE junge Bestandsunternehmen
über Risikokapitalfonds.
Da die Nachfrage nach Arbeitskräften maßgeblich von der Leistungs- und Wettbe-
werbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft abhängt, leistet der EFRE durch Vorhaben
zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von KMUs einen Beitrag zu den beschäfti-
gungs- und sozialpolitischen Zielen des ESF.
Der investive Ansatz im EFRE zur nachhaltigen Stadtentwicklung ergänzt den nicht
investiven Ansatz des ESF zur sozialen Eingliederung und Integration von Men-
schen in sozial benachteiligten Stadtgebieten. Die sächsischen Kommunen sind
explizit aufgerufen, die Kombinationsmöglichkeiten von EFRE- und ESF-Förderung
auszuschöpfen und in einem integrierten Handlungskonzept für die Stadtentwick-
lungsgebiete zu verankern.
Kohärenz mit dem ELER
Auch der Abgleich zwischen EFRE und ELER zeigt, dass beide Förderinstrumente
komplementäre Fördergegenstände aufweisen und sich dabei hinreichend abgrenzen:
Im EFRE wie auch im ELER sind einzelbetriebliche Investitionsförderungen vorge-
sehen, die eine gegenseitige Ergänzung erlauben. Die einzelbetriebliche Investiti-
onsförderung über den EFRE verfolgt einen überregionalen Ansatz, während die
ELER-Förderung in ländlichen, regionalen Räumen aktiv wird und auf KKU und
landwirtschaftliche Unternehmen beschränkt ist. Bei Vorhaben, die über den ELER
förderfähig sind, ist eine Förderung über den EFRE ausgeschlossen.
Vorhaben zur Stärkung von Forschung, technischer Entwicklung und Innovation
sind im EFRE wie auch im ELER vorgesehen. Der Fokus der Förderung beim
EFRE liegt im gewerblichen Bereich, in Abgrenzung dazu fördert der EFRE Vorha-
ben im landwirtschaftlichen Bereich. Förderungen mit dem primären Ziel der EIP

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 55
„Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“ sind ausschließlich über den
ELER förderfähig.
In der EFRE- als auch der ELER-Förderung sind Vorhaben zum Ausbau von Hoch-
geschwindigkeits-Breitbandanschlüssen vorgesehen. Über den EFRE wird der
Breitbandausbau in Gewerbe- und Kumulationsgebieten gefördert, über den ELER
wird der Breitbandausbau in ländlichen Gebieten unter 5.000 Einwohner unterstützt.
Im Rahmen des Mitzeichnungsverfahrens zum sächsischen EPLR 2014–2020 wur-
de das Erfordernis einer Konkretisierung der Abgrenzung zwischen den Fördervor-
haben thematisiert. Zum Zeitpunkt der Ex-Ante-Kohärenzbewertung laufen die Ab-
stimmungen zwischen den betreffenden Ressorts.
Komplementär zum EFRE beinhaltet der ELER Vorhaben zur Steigerung der Ener-
gieeffizienz. Im ELER sind in Abgrenzung zum EFRE keine Förderungen für ge-
werbliche Unternehmen und öffentliche Gebäude möglich.
Inwertsetzungsvorhaben werden im EFRE wie auch im ELER umgesetzt. In Ab-
grenzung zum ELER kommt der EFRE in Orten bis 5.000 Einwohner nur zum Ein-
satz, wenn eine Umweltgefährdung vermieden wird.
Kohärenz mit dem EMFF
Der EFRE weist keine vergleichbaren Fördergegenstände mit dem EMFF auf.
Kohärenz mit anderen EU-Instrumenten
Das Land Sachsen hat im Zuge der EFRE-Programmplanung Abgleiche mit anderen
relevanten EU-Instrumenten durchgeführt und sieht vor, die Abgrenzung gegenüber
anderen EU-Instrumenten regelmäßig im Rahmen der Evaluierung prüfen zu lassen.
Die Ex-Ante-Bewertung hat die Bezüge des sächsischen ESF zu anderen relevanten
EU-Instrumenten auf Programm-, Prioritätsachsen- als auch Vorhabensebene unter-
sucht. Im Fokus der Analyse standen die Zielstellungen, Fördergegenstände und Ziel-
gruppen der Programme. Fördermittel der Europäischen Investitionsbank werden im
sächsischen EFRE nicht eingesetzt. Daher ist hierzu keine Bewertung erfolgt.
Tabelle 7: Kohärenzprüfung EFRE Sachsen mit anderen EU-Instrumenten
EU-Instrument
Fördergegenstand
Kohärenzbewertung mit dem
EFRE
HORIZON 2020
Förderprogramm für grenzübergreifende
Forschungsverbünde aus Unternehmen,
Forschungszentren und Hochschulen
mit dem Ziel der Steigerung des
europäischen Mehrwerts
Komplementär sind EFRE-
Vorhaben zur Stärkung von
Forschung, technischer
Entwicklung und Innovation. In
Abgrenzung zum EU-Instrument
HORIZON 2020 steht im EFRE
die Förderung sächsischer
Forschungseinrichtungen und
Unternehmen im Fokus.
LIFE+
Förderung von Natur- und
Umweltschutzvorhaben
Kein vergleichbarer
Fördergegenstand im EFRE

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Seite 56
EU-Instrument
Fördergegenstand
Kohärenzbewertung mit dem
EFRE
The Connecting
Europe Facility
(CEF)
Förderung von Investitionen in EU-
Infrastrukturvorhaben in den Bereichen
Verkehr, Energie und digitale Netze
Über das EU-Programm ist die
Förderung des
Breitbandausbaus möglich,
jedoch in Sachsen nicht
vorgesehen. Es besteht kein
Abgrenzungsproblem zur EFRE-
Förderung des
Breitbandausbaus.
COSME
Instrument, das vorwiegend KMUs den
Zugang zu Finanzmitteln und zu Märkten
innerhalb sowie außerhalb der EU
erleichtert; zudem werden Mittel auch
zur Förderung einer unternehmerischen
Kultur in Europa und zur Stärkung der
nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit von
EU-Unternehmen eingesetzt.
Komplementär sind EFRE-
Vorhaben zur Förderung
regionaler KMUs über
Finanzinstrumente vorgesehen.
Erasmus for All
Auslandsstipendien für alle jungen
Menschen zwischen 13 und 30 Jahren,
mit dem Ziel, Lernerfahrungen im
Ausland zu sammeln
Kein vergleichbarer
Fördergegenstand im EFRE
Asylum and
Migration Fund
Unterstützung von Asylsuchenden und
Migranten bei legaler Migration,
Integration und Rückführung von Nicht-
EU-Bürgern ohne Aufenthaltsrecht
Kein vergleichbarer
Fördergegenstand im EFRE
Programme for
Employment and
Social
Innovation
Unterstützung der EU-Mitgliedstaaten
bei der Gestaltung und Umsetzung der
Beschäftigungs- und Sozialreformen auf
europäischer, nationaler sowie
regionaler und lokaler Ebene durch
Koordinierung der Politik, der
Identifikation, Analyse und den
Austausch bewährter Praktiken
Kein vergleichbarer
Fördergegenstand im EFRE
Die Analyse hat gezeigt, dass zwischen dem sächsischen EFRE und den EU-
Instrumenten HORIZON
2020 und COSME Komplementaritäten bestehen. Im Gegen-
satz zu den EU-Instrumenten stehen bei der EFRE-Förderung regionale Gesichtspunk-
te bei der Projektauswahl im Fokus. Da der Breitbandausbau über das EU-Programm
The Connecting Europe Facility“ in Sachsen nicht vorgesehen ist, bestehen keine Ab-
grenzungsprobleme mit der EFRE-Förderung des Breitbandausbaus. Aus Sicht der
Ex-Ante-Bewertung sind die im Laufe der Förderperiode geplanten regelmäßigen Eva-
luationen geeignet, um die Abgrenzung des EFRE zu den Vorhaben HORIZON 2020
und COSME zu gewährleisten.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 57
Ergebnisse und Wirkungen sind vor dem Hintergrund der Strategie und ihrer Ziele an-
gemessen zu definieren. Relevanz und Klarheit sind wesentliche Kriterien. Hierzu wur-
den von der Europäischen Kommission gemeinsame Indikatoren definiert. Weitere
programmspezifische Indikatoren sind durch die Verwaltungsbehörde zu formulieren
und zu quantifizieren (Output- und Ergebnis-Indikatoren). Diese wurden bereits in vor-
hergehenden Programmentwürfen dokumentiert. Das Ex-Ante-Bewertungsteam hat
die Verwaltungsbehörde hierbei fachlich unterstützt. Für programmspezifische Ergeb-
nis-Indikatoren sollen zudem nach Artikel 6 der VO (EU) 1301/2013 (EFRE-VO) auch
Basiswerte eingesetzt werden, die durch die Ex-Ante-Bewertung zu prüfen sind. We-
sentliche Bewertungsmaßstäbe zu den wichtigen Ergebnis-Indikatoren enthält bereits
die Pilotstudie der KOM zu Ergebnis-Indikatoren in 12 europäischen Regionen. Es
wurde festgestellt, dass die angewandten Indikatoren häufig nicht exakt genug die In-
tention der jeweiligen Interventionen widerspiegeln. Die Indikatorik ist zudem häufig
nicht ausreichend auf die Interventionslogik eines Programms abgestimmt; Indikatoren
sind nicht hinreichend konzentriert und stellen unscharfe Proxy-Variablen dar. Statt
Konzentration auf das wesentliche Ziel einer Intervention durch eine eindeutige Variab-
le findet man in vielen Programmen lange Listen an Indikatoren, die zwar irgendwie im
Zusammenhang mit dem jeweiligen Ziel stehen, sich aber oft gegenseitig bedingen,
nicht eindeutig definiert sind und den Blick auf das Wesentliche eher verstellen, als es
zu verdeutlichen.
In den Studien des Expert Evaluation Networks (EEN) wurden bereits 2010 erhebliche
Mängel in der Konsistenz der Indikatorik aufgedeckt:
„… It is difficult to establish coherent evidence on output and results. Given the several
tens of thousands of projects, aggregate information is needed, but indicator‐based da-
ta are both flawed and of poor quality. This applies equally to financial data. This is not
to say that the indicator systems of single programmes are not of good quality – but as
soon as we try to establish a comprehensive picture across programmes, we face se-
vere problems due to the inconsistency of indicators and the varying quality of data …
(Applica et al. 2010).“
Wichtig ist aber auch zu untersuchen, inwieweit die Indikatorik des Programms wirkli-
che Leistungs- und Ergebnisorientierung ermöglicht. Im Rahmen einer größeren EU-
weiten Studie im Auftrag des Parlaments wurde 2011 auch eine Fallstudie zu Deutsch-
land durchgeführt. Hierbei wurden die Programme Thüringen, Hessen und Nordrhein-
Westfalen betrachtet. Überdies wurde die nationale Koordinationsebene im BMWi be-
fragt.
Das Verständnis von Ergebnis- und Leistungsorientierung in der Kohäsionspolitik liegt
v.a. in einer besseren Sichtbarmachung der Transmissionsmechanismen von Förde-
rung (Über welche Wege verlaufen die Outputs zu den Ergebnissen und Wirkungen?),
in mehr Konsistenz und Qualität in der Programmkybernetik und in der Berücksichti-
gung charakteristischer endogener Potenziale in der Indikatorik. Daher sollten die Indi-
katoren systematisch und unzweideutig die Intention einer Intervention widerspiegeln,
v.a. sollten die Ergebnis-Indikatoren mit größter Sorgfalt definiert werden, denn auf
dieser Ebene entsteht der Link zwischen Output und Wirkungen. Ziel ist es, dass die
Quantifizierungen auf der Ebene der Schwerpunktachsen und Investitionsprioritäten
mit den Programmzielen korrespondieren. Allerdings kann nicht erwartet werden, dass
es gelingen wird, ausnahmslos alle Indikatoren auf der Programmebene sinnvoll zu
aggregieren, v.a. dann, wenn mehr Flexibilität in der Nutzung von Förderressourcen
über den Programmzeitraum indiziert ist (Innovation, Test-/Pilotmaßnahmen etc.).
3 Bewertung der Indikatoren

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Seite 58
Zudem ist zu beachten, dass nicht jedes Ziel durch numerische Indikatoren quantifi-
zierbar ist.
Die Ex-Ante-Bewertung hat dabei zu bewerten, ob die Indikatoren angemessen defi-
niert und quantifiziert werden. Besondere Aufmerksamkeit ist der Schärfe der Definiti-
on der einzelnen Indikatoren (v.a. der Ergebnis-Indikatoren), der Prüfung des logi-
schen Zusammenhangs zwischen den Indikator-Arten (strategisch ausgerichtete Wir-
kungskette angefangen bei Output-Indikatoren bis hin zu Indikatoren oder qualitativen
Maßen, die den Beitrag zum 2020-Ziel erfassen), dem Nutzen für Monitoring und Eva-
luation und der Angemessenheit der entsprechenden Quantifizierung der Zielvorgaben
zu widmen.
Fragen zur Quantifizierung (Basis und Ziel) bezüglich der Meilensteine werden eben-
falls bewertet. Dies erfolgt auch in Verbindung mit einer Analyse zu Risiken der Mittel-
absorption und möglicher Fragen von Politik-Kontinuität am Beginn der neuen Förder-
periode.
3.1 Übereinstimmung mit der EFRE-VO
Die VO (EU) 1301/2013 (EFRE-VO) enthält in Anhang 1 eine Liste mit gemeinsamen
Indikatoren, die im Wesentlichen Outputs beschreiben. Die Verwaltungsbehörde macht
in ihrem EFRE-OP Sachsen weitgehend Gebrauch von diesen gemeinsamen Indikato-
ren. Gleichwohl unterliegen diese Indikatoren einem gewissen Interpretationsspiel-
raum, v.a., wenn es um ihre Klarheit und Definitionsgüte geht. Je präziser ein Output-
Indikator definiert ist, desto weniger entsteht das Risiko von Mehrdeutigkeit. In der VO
wurde versäumt, eine hinreichend präzise Definition für alle Indikatoren vorzugeben.
Es ist daher die Aufgabe der Verwaltungsbehörden, die gemeinsamen Indikatoren in
sinnvoller Weise zu interpretieren, sodass am Ende nicht nur eine EU-weite Vergleich-
barkeit, sondern auch die Aussagekraft für das Monitoring gewährleistet ist (dazu wei-
ter s.u.).
3.2 Konzeptionelle Überprüfung der Indikatoren
In diesem Kapitel werden die im EFRE-OP Sachsen dargestellten Output- und Ergeb-
nis-Indikatoren bewertet.
Output-Indikatoren
Das EFRE-OP Sachsen macht weitgehenden Gebrauch von den in der EFRE-VO de-
finierten gemeinsamen Indikatoren. Aus der Sicht der Ex-Ante-Bewertung ist die Wahl
zu begrüßen, da sie verordnungskonform ist. Dies schließt aber nicht eine grundsätzli-
che Kritik an den gemeinsamen Indikatoren, wie sie die KOM beschreibt, aus. Die ge-
meinsamen Indikatoren sind streckenweise unscharf definiert, da entweder die Be-
zugsgröße (Skalierung) fehlt oder aber Begriffe nicht klar abgegrenzt werden. Ein zen-
trales Defizit der gemeinsamen Indikatoren ist der häufig unklare Bezug zum Output.
Für ein effektives Programm-Management wäre eine dezidiert auf quantifizierbare
Outputs ausgerichtete Indikatorik von wesentlichem Nutzen. Quantifizierbarkeit meint
hierbei nicht allein, eine angestrebte Zählgröße definieren zu können (Anzahl von Akti-
onen, Anzahl von Quadratmetern etc.), sondern diese Zielgröße auch unmittelbar von
den Finanz-Inputs ableiten zu können. Wenn beispielsweise angestrebt wird, für
durchschnittlich 100 KMUs Darlehen von durchschnittlich 500.000 Euro zu vergeben,
wäre damit ein Nettobudget von 50 Mio. Euro zu kalkulieren. Mit dem Bezug zur
durchschnittlichen Fördergröße wird die Förderabsicht klarer, denn man könnte alter-

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 59
nativ auch 100 KMUs mit 5 Mio. Euro fördern und bräuchte nur ein Zehntel des Bud-
gets. Die Ergebnisse der Förderung wären dann jedoch andere. An der Schnittstelle
zwischen Ergebnissen und Outputs setzt demnach die Theorie an, die die Hypothese
der Förderwirkung determiniert. Mit anderen Worten: Die regionalpolitische Zielsetzung
(z.B. regionale Wettbewerbsfähigkeit) basiert immer auf einer Strategie zur spezifi-
schen Veränderung, für die bestimmte Mengen an Outputs erforderlich werden, ohne
die diese Veränderung nicht erreicht werden kann. Für ein zuverlässiges EFRE-
Monitoring reichen die gemeinsamen Indikatoren der KOM nur bedingt aus. Nur als
Beispiel: Der Indikator „Anzahl der Unternehmen, die mit den unterstützten For-
schungseinrichtungen kooperieren“ ist als Output-Indikator beliebig, denn es ist nicht
klar, was Kooperation überhaupt bedeutet. Bedeutet Kooperation eine klar durch Sta-
tuten definierte Zusammenarbeit von Akteuren zur Erreichung eines Ziels oder trifft
auch bereits der informelle Dialog zweier Akteure den Tatbestand von Kooperation?
Es wird daher empfohlen, die einzelnen Indikatoren, sofern eine Unschärfe in der Defi-
nition vorliegt, durch eine Ergänzung im Text (als Fußnote) zu erklären oder aber zu-
mindest für das Monitoring genauer zu definieren und die Bezüge zu den Finanz-
Inputs und den angestrebten Veränderungen (Ergebnissen) herzustellen.
Die im EFRE-OP Sachsen festgelegten Output-Indikatoren können wie folgt bewertet
werden. Es sind bei der unterschiedlichen Quantifizierung der Ziele für die zwei För-
dergebiete keine Abweichungen oder Besonderheiten feststellbar, die aus Sicht der
Ex-Ante-Bewertung unplausibel oder fraglich wären.

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Seite 60
Tabelle 8: Bewertung der Output-Indikatoren
TZ
IP
Indikator
Einheit
Relevanz
Klarheit, Definitionsgüte und Quantifizierung
1a)
Steigerung der
Wettbewerbsfähigkeit der
anwendungsorientierten
Forschungseinrichtungen
Zahl der Wissenschaftler, die
in verbesserten
Forschungsinfrastruktur-
einrichtungen arbeiten
Anzahl
Gemeinsamer
Indikator:
relevant
Der Indikator ist im Wesentlichen klar definiert. Die Definition, ob nur
angestellte Forscher oder auch Gast- / freie Forscher gezählt werden,
wäre ggf. noch zu prüfen. Empfohlen wird die Zählung aller
Wissenschaftler, die durch Eigen- oder Drittmittel (auch der entsendenden
Institution) vergütet werden.
Zielwert: 11.300 sollte hier noch mal m.E. angeführt werden, ob
Wissenschaftler etc.
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen; allerdings wäre zu
überlegen, nur die unmittelbar durch die Förderung betroffenen
Wissenschaftler zu zählen. Im obigen Zielwert scheinen auch mittelbar
involvierte Wissenschaftler gezählt worden zu sein.
3
1a)
Anzahl der Drittmittelprojekte
mit Unternehmen
Anzahl relevant
Der Indikator ist klar auf das spezifische Ziel bezogen und geeigneter als
der entsprechende gemeinsame Indikator: Zahl der Unternehmen, die mit
den unterstützten FuE-Einrichtungen zusammenarbeiten. Die Schwäche
des gemeinsamen Indikators liegt in der fehlenden Bezugsgröße.
Zielwert: 4.700
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.
1a)
Zahl der Aktivitäten zur
Vermarktung der
Forschungsergebnisse
Anzahl relevant
Der Indikator ist zwar definiert, für das Monitoring sollte jedoch erwogen
werden, eine klarere Definition von „Aktivitäten“ vorzugeben (auch zur
Vermeidung des Zählens von erforderlichen Begleitaktivitäten).
Zielwert: 80
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.
3
Damit der Gemeinsame Indikator über die EFRE-Länderprogramme vergleichbar bleibt, sollte für das Monitoring geregelt werden, was genau gezählt werden soll.
Dies gilt auch für weitere Indikatoren.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 61
TZ
IP
Indikator
Einheit
Relevanz
Klarheit, Definitionsgüte und Quantifizierung
1b)
Stärkung von Forschung,
Entwicklung und Innovation in
der sächsischen Wirtschaft
Zahl der Unternehmen, die
Zuschüsse erhalten
Anzahl relevant
Gemeinsamer Indikator: klar definiert
Zielwert: 1.357
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.
Anzahl der geförderten
Zukunftsinitiativen
Anzahl relevant
Der Indikator ist klar definiert, jedoch sollte für das Monitoring zusätzlich
definiert sein, was man sich unter einer Zukunftsinitiative genau
vorzustellen hat.
Zielwert: 14
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.
Anzahl der geförderten
Innovationsprojekte im
Gesundheitssektor
Anzahl relevant
Der Indikator ist klar definiert, jedoch sollte für das Monitoring klar definiert
sein, was man sich unter einem Innovationsprojekt im Gesundheitssektor
konkret vorzustellen hat. Die Variation (auch kostenmäßig) kann hierbei
nicht unerheblich sein.
Zielwert: 50
1b)
Private Investitionen, die die
öffentliche Unterstützung für
Innovations- oder FuE-
Projekte ergänzen
Euro
relevant
Der Indikator erfasst den gewünschten Hebeleffekt, er ist klar definiert.
Zielwert: 382 Mio. Euro
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.
3a)
Verbesserung des
technologie- und
wissensintensiven
Gründungs- und
Wachstumsgeschehens
Zahl der Unternehmen, die
abgesehen von Zuschüssen
finanzielle Unterstützung
erhalten
Anzahl relevant
Gemeint ist hier der gemeinsame Indikator: Anzahl der Unternehmen, die
finanzielle Unterstützung außer Zuschüsse erhalten.
Zielwert: 35
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.

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Seite 62
TZ
IP
Indikator
Einheit
Relevanz
Klarheit, Definitionsgüte und Quantifizierung
3b)
Stärkung der internationalen
Wettbewerbsfähigkeit der
KMUs durch
Produktinnovationen und
Internationalisierung
Zahl der Unternehmen, die
Zuschüsse erhalten
Anzahl relevant
Gemeinsamer Indikator: klar definiert
Zielwert: 2.780
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.
3b)
Zahl der Unternehmen, die
abgesehen von Zuschüssen
finanzielle Unterstützung
erhalten
Anzahl relevant
Gemeint ist hier der gemeinsame Indikator: Anzahl der Unternehmen, die
finanzielle Unterstützung außer Zuschüsse erhalten.
Zielwert: 30
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.
3b)
Zahl der Unternehmen, die
unterstützt werden, um
Produkte, die für den Markt
eine Neuheit darstellen,
einzuführen
Anzahl Relevant
(Bestandteil des
Programms,
jedoch noch nicht
in der SFC-
Fassung des OP
enthalten)
Gemeinsamer Indikator: klar definiert
Zielwert: 123
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.
3b)
Zahl der Unternehmen, die
unterstützt werden, um
Produkte, die für das
Unternehmen eine Neuheit
darstellen, einzuführen
Anzahl Relevant
(Bestandteil des
Programms,
jedoch noch nicht
in der SFC-
Fassung des OP
enthalten)
Gemeinsamer Indikator: klar definiert
Zielwert: 287
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.
3d)
Steigerung der Produktivität
von KMUs der gewerblichen
Wirtschaft
Beschäftigungszunahme in
geförderten Unternehmen
VZÄ
Der Indikator ist
höchstrelevant,
weil damit
deutlich wird,
dass Produktivität
durch Wachstum
begleitet werden
soll und nicht
allein durch
Gemeinsamer Indikator: klar definiert
Zielwert: 1.822
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 63
TZ
IP
Indikator
Einheit
Relevanz
Klarheit, Definitionsgüte und Quantifizierung
Rationalisierungs
maßnahmen.
3d)
Zahl der Unternehmen, die
Zuschüsse erhalten
Anzahl relevant
Gemeinsamer Indikator: klar definiert
Zielwert: 35
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.
3d)
Zahl der Unternehmen, die
abgesehen von Zuschüssen
finanzielle Unterstützung
erhalten
Anzahl relevant
Gemeint ist hier der gemeinsame Indikator: Anzahl der Unternehmen, die
finanzielle Unterstützung außer Zuschüsse erhalten.
Zielwert: 200
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.
3d)
Steigerung von Innovations-
und Wettbewerbsfähigkeit der
sächsischen Wirtschaft durch
hochleistungsfähige
Breitbandnetze
Zusätzliche KMUs mit einer
Breitbandverbindung mit
mind. 100 Mbit/s im
Downstream
Anzahl
relevant
Der Indikator ist klar definiert.
Zielwert: 26.920
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen des Landes im Bereich
Breitbandausbau.
4b)
Verringerung der CO
2
-
Emissionen im Bereich
Gewerbe, Handel,
Dienstleistung (KMUs)
Geschätzter jährlicher
Rückgang der Treibhausgas-
Emissionen
t CO
2
-
Äqui-
valent
relevant
Gemeinsamer Indikator: klar definiert
Zielwert: 42.000
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen. Für das Monitoring sollte allerdings der Effekt in den
geförderten Betrieben erkennbar sein. Aus der technischen
Dokumentation der neuen Anlagen ergibt sich i.d.R. eine Verringerung der
THG-Emissionen direkt.
Zusätzliche Kapazität der
Energieerzeugung aus
erneuerbaren Energiequellen
Mega-
watt
relevant
Gemeinsamer Indikator: klar definiert
Zielwert: 9,0
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.

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Seite 64
TZ
IP
Indikator
Einheit
Relevanz
Klarheit, Definitionsgüte und Quantifizierung
4c)
Verbesserung der
energetischen Bilanz des
öffentlichen genutzten
Gebäudebestandes und in
Wohngebäuden sowie der
kommunalen und sozialen
Infrastruktur
Geschätzter jährlicher
Rückgang der Treibhausgas-
Emissionen
t CO
2
-
Äqui-
valent
relevant
Gemeinsamer Indikator: klar definiert
Zielwert: 47.700
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen. Für das Monitoring sollte allerdings der Effekt in der
geförderten Bausubstanz erkennbar sein. Aus der technischen
Dokumentation der neuen Anlagen, der Werkstoffe, Sanierungen etc.
ergibt sich i.d.R. eine Verringerung der THG-Emissionen direkt.
Energiesanierte Fläche qm relevant
Klar definierter Indikator, der sich direkt auf die energetisch sanierte
Geschoßfläche bezieht
Zielwert: 391.890
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.
4e)
Reduzierung des CO
2
-
Ausstoßes im Verkehrssektor
Geschätzter jährlicher
Rückgang der
Treibhausgasemissionen
t CO
2
-
Äqui-
valent
relevant
Gemeinsamer Indikator: klar definiert
Zielwert: 31.500
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen.
Planung zur Elektrifizierung
von SPNV-Strecken
km Relevant
(Bestandteil des
Programms,
jedoch noch nicht
in der SFC-
Fassung des OP
enthalten)
Der Indikator ist klar definiert.
Zielwert: 154
Die Prognose basiert auf sehr konkreten Vorplanungen.
5b)
Erhöhung des Schutzniveaus
vor Hochwasserereignissen
und Folgen des Altbergbaus
Zahl der Personen, denen
Hochwasserschutzmaßnahm
en zugutekommen
Anzahl relevant
Gemeinsamer Indikator: klar definiert
Zielwert: 15.000
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 65
TZ
IP
Indikator
Einheit
Relevanz
Klarheit, Definitionsgüte und Quantifizierung
Förderinterventionen in den früheren Programmen.
Vor spezifischen
(alt)bergbaulichen Gefahren
geschützte Einwohner
Anzahl relevant
Entsprechend dem gemeinsamen Indikator für Hochwasserschutz
definierter Indikator für den Schutz vor Bergbauschäden. Der Indikator ist
klar definiert.
Zielwert: 6.636
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.
Gesamtfläche des sanierten
Geländes
ha
relevant
Gemeinsamer Indikator: klar definiert
Zielwert: 35
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.
MA
4
Verbesserung der Wohn- und
Lebensbedingungen im
Bereich des wirtschaftlichen,
ökologischen, verkehrlichen,
städtebaulichen und/oder
sozialen Umfelds in
ausgewählten benachteiligten
Stadtgebieten
Geschätzter jährlicher
Rückgang der Treibhausgas-
Emissionen in den
ausgewählten Stadtgebieten
Tonnen
CO
2
-
Äqui-
valente
/Jahr
relevant
Der Indikator ist klar definiert.
Zielwert: 10.800
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen.
Kultureinrichtungen in
ausgewählten Stadtgebieten,
die Zuschüsse erhalten
Anzahl
Der Indikator ist
relevant.
Allerdings zählt
dieser Indikator
die gleichen
Einheiten wie der
folgende
Der Indikator ist klar definiert.
Zielwert: 24
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.
4
MA=Mischachse: Thematische Ziele 3a, 4c, 4e, 6c, 6e, 9b.

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Seite 66
TZ
IP
Indikator
Einheit
Relevanz
Klarheit, Definitionsgüte und Quantifizierung
Indikator „Anzahl
kulturhistorisch
wertvoller
Bauten“ und die
„Anzahl der
Projekte mit
Barrierefreiheit“.
Alle drei
Indikatoren
erscheinen
zusammen-
genommen
redundant.
Kulturhistorisch wertvolle
Bauten in ausgewählten
Stadtgebieten, die Zuschüsse
erhalten
Anzahl
relevant
Der Indikator ist klar definiert.
Zielwert: 24
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.
Sanierte Brachflächen in
ausgewählten städtischen
Problemgebieten
qm
relevant
Der Indikator ist klar definiert.
Zielwert: 160.000
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.
Sanierte Brachflächen in
städtischen Gebieten
(außerhalb der ausgewählten
städtischen Problemgebiete)
qm
relevant
Der Indikator ist klar definiert.
Zielwert: 660.000
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.
Projekte, die der Schaffung
von Barrierefreiheit in
ausgewählten städtischen
Problemgebieten dienen
Anzahl
relevant
Der Indikator ist klar definiert.
Zielwert: 24

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 67
TZ
IP
Indikator
Einheit
Relevanz
Klarheit, Definitionsgüte und Quantifizierung
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.
Gesicherte und geschaffene
Arbeitsplätze in ausgewählten
städtischen Problemgebieten
Anzahl
relevant
Der Indikator ist klar definiert.
Zielwert: 100
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.
Neue Grünflächen in
ausgewählten städtischen
Problemgebieten
qm
relevant
Der Indikator ist klar definiert.
Zielwert: 144.000
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.
Neue Gewerbeflächen in
ausgewählten städtischen
Problemgebieten
qm
relevant
Der Indikator ist klar definiert.
Zielwert: 16.000
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.
Neue Grünflächen in
städtischen Gebieten
(außerhalb der ausgewählten
städtischen Problemgebiete)
qm
relevant
Der Indikator ist klar definiert.
Zielwert: 594.000
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.
Neue Gewerbeflächen in
städtischen Gebieten
(außerhalb der ausgewählten
städtischen Problemgebiete)
qm
relevant
Der Indikator ist klar definiert.
Zielwert: 66.000
Die Prognose basiert auf den Erfahrungen mit vergleichbaren
Förderinterventionen in den früheren Programmen.

Seite 68
Ergebnis-Indikatoren
Ergebnis-Indikatoren unterlegen in den EFRE-Programmen 2014+ im Gegensatz zu
den bisherigen Programmen nicht nur die spezifischen Programmziele, sondern viel-
mehr regionale wirtschafts-, sozial- und umweltpolitische Ziele. Es geht nicht darum zu
zeigen, ob und inwieweit eine Programmintervention das durch den Ergebnis-Indikator
angezeigte Ziel erreicht, sondern inwieweit die Programmintervention auf das strategi-
sche regionale Ziel hin abgestimmt ist. Das bedeutet, wenn ein Zielwert eines Ergeb-
nis-Indikators nicht erreicht wurde, wäre es nicht dem etwaigen Versagen des Pro-
gramms anzulasten, sondern es handelt sich vielmehr um multiple Einflussfaktoren,
von denen die Programmintervention nur einen (oft sogar unbedeutenden) Sub-Faktor
darstellt. Inwieweit das Programm tatsächlich in seinen Ergebnissen erfolgreich war
(d.h. eine angestrebte Veränderung erreichen konnte), wäre sinnvollerweise durch kor-
respondierende Variablen auf der Programmebene zu betrachten, wie sie z.T. in Ta-
belle 9 in der Spalte „Evaluierbarkeit“ dargestellt werden.
Insgesamt stellt sich die für das EFRE-OP Sachsen gewählte Ergebnis-Indikatorik, wie
in der folgenden Tabelle erörtert, als weitgehend adäquat dar.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 69
Tabelle 9: Bewertung der Ergebnis-Indikatoren
TZ
Spezifische
Ziele
Ergebnis-
Indikator(en)
Relevanz und Logik
(inkl. Bezug zu Output-
Indikatoren)
Klarheit, Definitionsgüte und
Quantifizierung
Politik-Bezug
Evaluierbarkeit
1a)
Steigerung der
Wettbewerbsfä-
higkeit der an-
wendungsorien-
tierten For-
schungs-
einrichtungen
Drittmitteleinnah-
men aus der Wirt-
schaft in den
Hochschulen und
anwendungsorien-
tierten außeruni-
versitären For-
schungs-
einrichtungen (Eu-
ro)
Der Ergebnis-Indikator
ist relevant im Rahmen
der Investitionspriorität
und mit den Output-
Indikatoren hinreichend
verknüpft: Die Zahl der
Wissenschaftler in ge-
förderten Einrichtungen
korrespondiert eng mit
erhöhter Drittmittel-
forschung.
Der Indikator ist klar definiert
und durch Quellen der amtli-
chen Statistik des SMWK un-
terlegt.
Mit einer Steigerung von 37,8
% ist das Ziel ambitioniert,
aber durchaus realistisch.
Die Variable ist spezi-
fisch.
Evidenzbasiert bewertbar wird dieser Indikator auf der Ebene
der Förderung z.B. durch eine kontrafaktische Prognose bei den
Fördermittelempfängern (t-Test-Mittelwertvergleiche zwischen
Nullprognose, Förderprognose und späterem Realergebnis).
Eine kontrafaktische Bewertung mit Kontrollgruppen dürfte an-
gesichts der Singularität der einzelnen Einrichtungen und der
voraussichtlich kleinen Zahl an Beobachtungen schwierig sein.
1b)
Stärkung von
Forschung,
Entwicklung und
Innovation in
der sächsischen
Wirtschaft
Ausgaben der
sächsischen Wirt-
schaft für For-
schung und Ent-
wicklung (Euro /
Ausgangsjahr
2011)
Der Ergebnis-Indikator
ist relevant im Rahmen
der Investitionspriorität
und mit den Output-
indikatoren hinreichend
verknüpft: Die Zahl der
Wissenschaftler in ge-
förderten Einrichtungen
korrespondiert eng mit
den FuE-
Aufwendungen.
Der Indikator ist klar definiert
und durch Quellen der amtli-
chen Statistik unterlegt.
Ziel ist eine Steigerung von
29,3 % (d
er Zielwert bein-
haltet eine angenommene
Inflationsrate von 1,5 %),
die ebenfalls sehr ambitioniert
erscheint.
Der Indikator ist spezi-
fisch. Privatwirtschaftli-
che FuE-
Aufwendungen re-
präsentieren sinnvoll
das spezifische Ziel der
Verbesserung der Inno-
vationsfähigkeit in Un-
ternehmen (Verände-
rung).
Ein korrespondierender Indikator auf der Programmebene
macht wenig Sinn. Sinn macht hierbei vielmehr die Betrachtung
der Förderwirkung auf den Anteil des FuE-Outputs in den Un-
ternehmen. Möglich wäre dies durch die Bildung einer Kontroll-
gruppe aus dem Mannheimer Innovationspanel (bei unzurei-
chender Stichprobengröße ggf. Hinzunahme von Zwillingen aus
angrenzenden Bundesländern): Mittelwertvergleiche zur Ein-
grenzung des „Interval of common support“, Probit-Regression
zur Schätzung der „propensity scores + Matching + Diff-in-Diff-
Regression“. Voraussetzung ist der Zugang zu Mikrodaten. Al-
ternativ oder ergänzend: Kontrafaktische Prognose, d.h. Ex-
Ante-Prognosen der Fördermittelempfänger (Nullprognose vs.
Förderprognose; t-Test zur Bestimmung der Signifikanz abhän-
giger Stichproben; cave: Signifikanz steigt mit Verkürzung des
Prognosezeitraums und der Zahl der Beobachtungen) zur Bil-
dung einer virtuellen Kontrollgruppe für den späteren Vergleich.

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Seite 70
TZ
Spezifische
Ziele
Ergebnis-
Indikator(en)
Relevanz und Logik
(inkl. Bezug zu Output-
Indikatoren)
Klarheit, Definitionsgüte und
Quantifizierung
Politik-Bezug
Evaluierbarkeit
Ersteres Verfahren bedarf der Sicherstellung des Zugangs zu
Mikrodaten durch den Evaluator; letzteres Verfahren bedarf
dem eigenen Aufbau einer Prognosedatenbank im Monitoring.
Entscheidend ist im Antragsbogen die Frageformulierung für die
Prognose, um realistische statt interessengeleitete Schätzun-
gen zu bekommen.
3a)
Verbesserung
des technolo-
gie- und wis-
sensintensiven
Gründungs- und
Wachstums-
geschehens
Existenzgründun-
gen im Hightech-
Bereich und in
wissensintensiven
Dienstleistungen
(Index 2007 =
100)
Der Ergebnis-Indikator
ist im Rahmen der In-
vestitionspriorität rele-
vant und mit dem ge-
meinsamen Output-
Indikator (s.o.) ver-
knüpft.
Der Indikator ist klar definiert
und durch Quellen der amtli-
chen Statistik unterlegt. Die
Anzahl pro Jahr sollte als Be-
zugsgröße gewählt werden.
Man wählt eine Steigerung
von 9 %, basierend auf dem
Index
2007 = 100,
2007–2011 = 110 und 2023 =
120.
Der Indikator ist spezi-
fisch.
Das zu wählende Bewertungsverfahren hängt stark von der po-
litischen Relevanz und dem Erkenntnisinteresse der Beteiligten
ab. Die einfachste Bewertungsvariante wäre die Betrachtung
der Output-Zielerreichung (Wurden technologieorientierte Un-
ternehmen im angedachten Umfang aufgrund der Intervention
gegründet, wurden entsprechend viele wissensintensive Ar-
beitsplätze geschaffen und war die Förderung unter Einsatz der
Budgetmittel und Berücksichtigung der Outputziele effizient?).
Entscheidend ist aber nicht nur die bloße Gründung von Unter-
nehmen, sondern deren Überlebensfähigkeit auf den Märkten.
Der Strukturwandel – d.h. die Proportion von traditioneller zu
FuE-intensiver Wertschöpfung – steht hierbei im Blickpunkt.
Eine sinnvolle Schätzung der Förderwirkungen sollte hierbei
aufgrund der Lebenszyklen von Unternehmen in den Frühpha-
sen periodenübergreifend erfolgen. Mit Hilfe des nicht paramet-
rischen Kaplan-Meier-Verfahrens oder der Cox-Regression (un-
ter Hinzuziehung einer Kontrollgruppe aus dem Mannheimer
Gründerpanel oder ggf. des IfM) könnten die Überlebenswahr-
scheinlichkeiten technologieorientierter Gründungen zu unter-
schied-lichen Zeitpunkten in frühen Phasen des Lebenszyklus
mit und ohne Förderung verglichen werden (cf. Michael
Schwartz, 2010). Voraussetzung ist der Zugang zu Mikrodaten.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 71
TZ
Spezifische
Ziele
Ergebnis-
Indikator(en)
Relevanz und Logik
(inkl. Bezug zu Output-
Indikatoren)
Klarheit, Definitionsgüte und
Quantifizierung
Politik-Bezug
Evaluierbarkeit
3b)
Stärkung der
internationalen
Wettbewerbs-
fähigkeit der
KMUs durch
Produkt- und
Prozessinnova-
tionen und
Internationalisie-
rung
Anteil innovieren-
der KMUs an allen
KMUs
a) Produktinnova-
tionen
b) Prozessinnova-
tionen (Ausgangs-
jahr: 2012 /
Zieljahr: 2023)
Der gekoppelte Ergeb-
nis-Indikator ist relevant
und mit den Output-
Indikatoren hinreichend
verknüpft.
Der Indikator ist klar definiert
und durch Quellen der amtli-
chen Statistik unterlegt. Bei
Produktinnovationen ist eine
Erhöhung von 40 auf 42 %
geplant, bei Prozessinnovatio-
nen von 14 auf 15 %.
Der Indikator ist spezi-
fisch.
Bewertbar wird die Intervention zunächst durch die bloße Be-
trachtung des Innovationserfolges der geförderten Betriebe und
dann durch einen Vergleich der Verhältnisse der Prozess-
innovationen zu Produktinnovationen auf Ebene der geförder-
ten Betriebe mit der sächsischen Grundgesamtheit. Je mehr der
geförderten Betriebe sowohl Produkt- als auch Prozessinnova-
tionen durchgeführt haben, desto stärker tragen die Programm-
ergebnisse zu den regionalen Zielwerten unmittelbar bei.
Durchschnittliche
jährliche Wachs-
tumsrate der
sächsischen Ex-
porte (Prozent /
Ausgangsjahr:
2012)
Der Ergebnis-Indikator
ist höchstrelevant und
mit den Output-
Indikatoren zumindest
mittelbar verknüpft.
Der Indikator ist klar definiert
und durch Quellen der amtli-
chen Statistik unterlegt. In der
Prognose wird ein Rückgang
von durchschnittlich 5 auf 3 %
Wachstum pro Jahr angege-
ben. Dies mag angesichts der
besonderen gegenwärtigen
Wettbewerbsstärke Deutsch-
lands auf den EU-Märkten rea-
listisch sein. Für Sachsen als
überwiegend durch den Status
der Übergangsregion gekenn-
zeichnetes Fördergebiet sind
jedoch eine weitere Stärkung
bzw. Stabilisierung der inter-
nationalen Wettbewerbsfähig-
keit des privaten Sektors an-
zustreben.
Der Indikator ist spezi-
fisch.
Bewertbar wird die Intervention durch die Überprüfung, inwie-
weit die durch das Programm geförderten Betriebe ihre Export-
stärke erhalten bzw. ausbauen konnten und damit dem prog-
nostizierten Trend in Sachsen entgegenzuwirken vermochten.

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Seite 72
TZ
Spezifische
Ziele
Ergebnis-
Indikator(en)
Relevanz und Logik
(inkl. Bezug zu Output-
Indikatoren)
Klarheit, Definitionsgüte und
Quantifizierung
Politik-Bezug
Evaluierbarkeit
3d)
Steigerung der
Produktivität
von KMUs der
gewerblichen
Wirtschaft
BWS je Beschäf-
tigten in der ge-
werblichen Wirt-
schaft in Vollzeit-
äquivalenten
2014–2020
(inflationsbereinigt
/ (Ausgangsjahr:
2014)
Der Ergebnis-Indikator
ist relevant im Rahmen
der Investitionspriorität
und mit dem Output--
Indikator „Beschäfti-
gungszunahme in geför-
derten Unternehmen“
verbunden.
Der Indikator ist klar definiert
und durch Quellen der amtli-
chen Statistik unterlegt. Knapp
2 % Steigerung der Produktivi-
tät wird bis 2023 angestrebt.
Der Indikator ist hoch-
gradig spezifisch, da
Produktivität neben
Markterschließung die
wesentliche Determi-
nante für unternehmeri-
sche Wettbewerbsfä-
higkeit ausmacht. Es
wird klar die gewünsch-
te Veränderung indi-
ziert.
Es könnte ein korrespondierender Indikator auf der Ebene des
Programms gebildet werden: Δ Umsatz je Beschäftigten in den
geförderten Unternehmen. Zwar repräsentieren die Förderfälle
als Stichprobe nicht die Sachsen-Grundgesamtheit. Entschei-
dend ist aber das spezifische Ziel. Analog zu 1(b) könnte ein
Propensity Score Matching und/oder aber eine Bewertung auf
Basis von Null- und Förderprognosen (kontrafaktische Progno-
se) erfolgen. Interessant könnte aber auch eine qualitative Be-
trachtung sein: Fallstudien zur Analyse des Wirkungsmecha-
nismus von Förderung (Wie wird Förderung absorbiert, welche
sekundären Veränderungen finden in den Unternehmen auf-
grund von Förderung statt, wie z.B. Umstrukturierung, Markter-
weiterung, Kooperationen etc., die einen weiteren Einfluss auf
Produktivität haben?).
Steigerung von
Innovations-
und Wettbe-
werbsfähigkeit
der sächsischen
Wirtschaft durch
hochleistungs-
fähige Breit-
bandnetze
KMU mit einer
Breitbandverbin-
dung mit mind.
100 Mbit/s im
Downstream
Der Ergebnisindikator ist
relevant, allerdings an-
nähernd identisch mit
dem Output-Indikator mit
dem einzigen Unter-
schied, dass in der Re-
gion Leipzig der Breit-
bandausbau nicht geför-
dert wird (Output-Ziel 0).
Der Indikator ist klar definiert.
Bis 2023 sollen 28.000 Unter-
nehmen einen Breitbandan-
schluss von mindestens 100
Mbit/s besitzen. 26.920 Unter-
nehmen profitieren davon di-
rekt durch die EFRE-
Breitbandförderung in den Re-
gionen Chemnitz und Dres-
den.
Der Indikator ist spezi-
fisch, jedoch nur in dem
Maße, wie Unterneh-
men tatsächlich von
dem Breitbandnetzaus-
bau profitieren. Für eine
Vielzahl der 28.000 Un-
ternehmen wird das der
Fall sein; Unternehmen,
deren Wettbewerbsfä-
higkeit überwiegend
durch andere Faktoren
(Arbeitsproduktivität,
Absatzmärkte, Finan-
zierung, sonstige Infra-
Die Variable ist direkt beobachtbar. Die in den Regionen Chem-
nitz und Dresden erreichten zusätzlichen Unternehmen (Diffe-
renz 26.920) wäre die angestrebte Programmwirkung. Aufgrund
des jedoch nicht eindeutig spezifischen Politikbezugs, wäre die-
se Aussage evaluationsseits trivial. Entscheidend wird sein, den
Politikbezug zu berücksichtigen und die tatsächliche Wirkung
des Breitbandnetzausbaus auf die Unternehmen zu untersu-
chen. Dies kann zum einen qualitativ und deskriptiv-statistisch
erfolgen, indem Unternehmen entsprechend befragt und die
Angaben dann ausgewertet werden. Aber auch quantitative
Analysen, wie z.B. die Schätzung der Stärke der Zusammen-
hänge von abhängigen Variablen der Wettbewerbsfähigkeit un-
tereinander (z.B. Produktivität, Auslandsumsatz, F&E-Personal,
Finanzierungszugang und Breitbandnetzzugang) mit faktoren-
und/oder pfadanalytischen Verfahren könnten interessante Ein-

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 73
TZ
Spezifische
Ziele
Ergebnis-
Indikator(en)
Relevanz und Logik
(inkl. Bezug zu Output-
Indikatoren)
Klarheit, Definitionsgüte und
Quantifizierung
Politik-Bezug
Evaluierbarkeit
strukturkosten) einge-
schränkt ist, werden
durch den Breitband-
ausbau nicht unbedingt
profitieren.
blicke in die Rolle des schnellen Breitbandes für Unternehmen
ermöglichen. Entscheidend wird hierbei die Frage sein, was
genau Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen determiniert und
wie sich die Zusammensetzung der einzelnen Einflüsse gestal-
tet.
4b)
Verringerung
der CO
2
-
Emissionen im
Bereich Gewer-
be, Handel,
Dienstleistung
(KMUs)
CO
2
-Emissionen
im Bereich Ge-
werbe, Handel,
Dienstleistung
(Mio. T)
Der Ergebnis-Indikator
ist relevant im Rahmen
der Investitionspriorität
und mit allen zwei Out-
put-Indikatoren ver-
knüpft.
Der Indikator ist klar definiert
und durch Quellen der amtli-
chen Statistik (Emissionska-
taster) unterlegt. Es wird eine
Reduktion von 1,3 auf 0,9 Mio.
Tonnen angestrebt. 30 % ist
ein ambitionierter, jedoch
durchaus realistischer Wert.
Der Indikator ist politik-
relevant, da das spezi-
fische Ziel (und das
einschlägige themati-
sche Ziel) darin unmit-
telbar als Veränderung
zum Ausdruck kommt.
Die Förderwirkung ist direkt beobachtbar, indem der Energie-
verbrauch bzw. die Treibhausgas-Emissionen je Einheit Produk-
tions-Output mit jenen Werten der alten Anlagen verglichen
werden können. Angaben dazu finden sich in der jeweiligen
technischen Dokumentation.
4c)
Verbesserung
der energeti-
schen Bilanz
des öffentlichen
genutzten Ge-
bäudebestande
s und in Wohn-
gebäuden
sowie der kom-
munalen und
sozialen Infra-
struktur
Heizenergiever-
brauch pro Fläche
in staatlichen und
kommunalen Lie-
genschaften (in
kWh/qm)
Der Ergebnis-Indikator
ist relevant im Rahmen
der Investitionspriorität
und mit beiden zugehö-
rigen Output-Indikatoren
verknüpft.
Der Indikator ist klar definiert
und durch Quellen der Statistik
des Staatsbetriebs Sächsi-
sches Immobilien- und Bau-
management unterlegt. Man
plant einen Rückgang um 10
kWh/qm bis 2023. Dies ent-
spricht 9,3 % und kann als
realistisch gelten.
Der Indikator ist politik-
relevant, da das spezi-
fische Ziel darin unmit-
telbar als Veränderung
zum Ausdruck kommt.
Auch hier ist die Förderwirkung direkt beobachtbar, indem die in
der jeweiligen Dokumentation der Sanierungselemente und -
materialien angegebenen Richtwerte herangezogen werden.

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Seite 74
TZ
Spezifische
Ziele
Ergebnis-
Indikator(en)
Relevanz und Logik
(inkl. Bezug zu Output-
Indikatoren)
Klarheit, Definitionsgüte und
Quantifizierung
Politik-Bezug
Evaluierbarkeit
4e)
Reduzierung
des CO
2
-
Ausstoßes im
Verkehrssektor
Treibhausgas-
Emission (CO
2
) im
Verkehrssektor
(2013–2020)
Der Ergebnis-Indikator
ist relevant im Rahmen
der Investitionspriorität
und mit beiden zugehö-
rigen Output-Indikatoren
verknüpft.
Der Indikator ist klar definiert
und durch Quellen der amtli-
chen Statistik (Statistisches
Landesamt) unterlegt.
Ziel bis 2023 ist ein Rückgang
von 22,3 %, was als realistisch
eingestuft wird.
Der Indikator ist politik-
relevant, da das spezi-
fische Ziel darin unmit-
telbar als Veränderung
zum Ausdruck kommt.
Zum Teil sind die Wirkungen direkt beobachtbar. Eine gesamte
Wirkungsbetrachtung der Investitionspriorität lässt sich in die-
sem Fall aber nur unter Zuhilfenahme von Annahmen und Mo-
dellrechnungen realisieren. Es gibt in der IP fünf unterschiedli-
che Fördergegenstände, die hierbei modelliert werden müssten,
sofern der Anspruch einer evidenzbasierten Analyse aufrecht-
erhalten bleibt.
5b)
Erhöhung des
Schutz-niveaus
vor Hochwas-
serereignissen
und Folgen des
Altbergbaus
Vor Hochwasser
geschützte Fläche,
klassifiziert nach
Schutzniveaus
(EU-HWRML)
Der Ergebnis-Indikator
ist relevant im Rahmen
der Investitionspriorität
und mit dem zugehöri-
gen Output-Indikator
verknüpft. Er wäre aus-
sagefähiger, wenn direkt
der Bezug zum Scha-
denserwartungswert
hergestellt werden wür-
de. Dieser ist für einen
beliebigen Zeithorizont
aus dem jeweiligen
Schutzniveau (HQ), der
damit verbundenen Ein-
trittswahrscheinlichkeit
und dem potenziellen
Schadenswert entlang
den betroffenen Fließ-
gewässern zu ermitteln.
Der Indikator ist klar definiert
und nachweisbar.
Für HQ 50–100 plant man ei-
ne Steigerung der Fläche von
168 auf 433 ha, und für
HQ>100 eine Verbesserung
von 0 auf 73 ha. Wenn die
Baumaßnahmen realistisch
kalkuliert, plangemäß finan-
ziert und umgesetzt werden
können, kann davon ausge-
gangen werden, dass das Ziel
erreicht werden kann. Hinzu-
weisen ist auf die Tatsache,
dass Hochwasserschutz-
Interventionen i.d.R. Großin-
terventionen mit geringer
Stückzahl darstellen und der
Vollzug nicht kontinuierlich,
sondern stufenweise verläuft.
So kann es im Extremfall sein,
Der Indikator ist politik-
relevant, da das spezi-
fische Ziel darin unmit-
telbar als Veränderung
zum Ausdruck kommt.
Eine evidenzbasierte Bewertung von Hochwasserschutz-
anlagen sollte vergleichende Risikoszenarien simulieren. Bei
einem 100-jährigen Hochwasserschutz liegt die Wahrschein-
lichkeit eines Ereignisses für die nächsten 50 Jahre bei 40 %.
Mit der Eintrittswahrscheinlichkeit und dem potenziellen Scha-
den (in Euro) entlang den Flüssen können die Schadenserwar-
tungswerte verglichen werden. Entscheidend sind die spezifi-
schen Schadensfunktionen (Gebäude, Infrastruktur, Industrie-
anlagen etc.) und die Verteilung der Hochwässer (i.d.R.
Gum-
bel
-verteilt). Verbesserungen des Hochwasserschutzes und die
Wirkungen auf die Schadensminderung können so simuliert
werden.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 75
TZ
Spezifische
Ziele
Ergebnis-
Indikator(en)
Relevanz und Logik
(inkl. Bezug zu Output-
Indikatoren)
Klarheit, Definitionsgüte und
Quantifizierung
Politik-Bezug
Evaluierbarkeit
dass Ende 2023 die Zielerrei-
chung noch weit verfehlt wird,
aber 2024 durch die Fertigstel-
lung der Anlagen das Ziel er-
reicht oder sogar übertroffen
wird, was sich qualitativ nur
unwesentlich von der Planung
unterscheidet.
Vor Folgen des
Altbergbaus ge-
schützte Fläche
(qkm) > km
2
Der Ergebnis-Indikator
ist relevant im Rahmen
der Investitionspriorität
und mit dem zugehöri-
gen Output-Indikator
verknüpft.
Der Indikator ist klar definiert
und nachweisbar.
Man plant eine Ausweitung
der Fläche von 15,2 auf 45,5
qkm, was nach Aussage des
Förder-referats als realisti-
sches Ziel gelten kann.
Der Indikator ist politik-
relevant, da das spezi-
fische Ziel darin unmit-
telbar als Veränderung
zum Ausdruck kommt.
Die Variable kann unmittelbar beobachtet werden.
MA
5
Reduzierung
des CO
2
-
Ausstoßes im
Stadtquartier
Treibhausgas-
Emissionen in
ausgewählten
Stadtquartieren
(Reduzierung des
CO
2
-Ausstoßes im
Stadtquartier) (TZ
4c)
Der Ergebnis-Indikator
ist relevant im Rahmen
der Investitionspriorität
und mit dem zugehöri-
gen Output-Indikator
verknüpft. Inwieweit sich
beide überhaupt unter-
scheiden, wird nicht
deutlich. Hier sollte im
Monitoring eine klare
Der Indikator ist klar definiert
und nachweisbar, allerdings
möglicherweise nicht ohne
Weiteres auf der Quartiers-
ebene.
Man plant einen Rückgang auf
80 % des Ausgangswertes bis
2023.
Der Indikator ist politik-
relevant, da das spezi-
fische Ziel darin unmit-
telbar als Veränderung
zum Ausdruck kommt.
Hinsichtlich Evaluation ist die Variable kaum messbar, sofern
die Quartiere nicht mit eigenen Mess-Stationen ausgerüstet
sind. CO
2
wird in der Regel durch das Mess-Stationennetz des
UBA beobachtet. Die Ergebnisse sind nicht mikroregional diffe-
renzierbar. Innerstädtisch werden i.d.R. nur Schadstoffe wie
SO
2
, Stickoxide, CO etc. gemessen, aber auch hier werden
nicht Quartiere, sondern kritische Verkehrs- und Indus-
trieareale beobachtet. Man wird auf Schätzungen angewiesen
sein.
5
MA = Mischachse: Thematische Ziele 3b, 4c, 6c.

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Seite 76
TZ
Spezifische
Ziele
Ergebnis-
Indikator(en)
Relevanz und Logik
(inkl. Bezug zu Output-
Indikatoren)
Klarheit, Definitionsgüte und
Quantifizierung
Politik-Bezug
Evaluierbarkeit
Unterscheidung getrof-
fen werden.
Verbesserung
des kulturtouris-
tischen Angebo-
tes im Stadt-
quartier
Kultureinrichtun-
gen in ausgewähl-
ten Stadtgebieten
mit barrierefreiem
Zugang (Verbes-
serung des kultur-
touristischen An-
gebots im Stadt-
quartier) (TZ 6c)
Eigentlich handelt es
sich hierbei um einen
Output-Indikator; unter-
scheidet sich in seiner
Aussagefähigkeit nur
hinsichtlich der
Barrierefreiheit.
Der Indikator ist klar definiert
und nachweisbar.
Man plant eine 10-prozentige
Erhöhung/Verbesserung.
Der Indikator ist politik-
relevant
Der Indikator ist im Rahmen der Evaluation direkt beobachtbar.
Verbesserung
des städtischen
Umfelds im Hin-
blick auf um-
welt-spezifische
Faktoren
Unsanierte Brach-
flächen in den
ausgewählten
städtischen Prob-
lemgebieten (Ver-
besserung des
städtischen Um-
felds im Hinblick
auf umweltspezifi-
sche Faktoren)
(TZ 6c)
Dies ist eigentlich ein
Output-Indikator, da le-
diglich der Kehrwert des
dazugehörigen Output-
Indikators
Der Indikator ist klar definiert
und nachweisbar.
Man plant einen Rückgang
von 20 % bis 2023.
Der Indikator ist politik-
relevant.
Der Indikator ist im Rahmen der Evaluation direkt beobachtbar.
Unsanierte Brach-
flächen in städti-
schen Gebieten
(außerhalb der
ausgewählten
Dies ist eigentlich ein
Output-Indikator, da
Kehrwert des dazugehö-
rigen Output-Indikators
Der Indikator ist klar definiert
und nachweisbar.
Man plant einen Rückgang
von 20 % bis 2023.
Der Indikator ist politik-
relevant.
Der Indikator ist im Rahmen der Evaluation direkt beobachtbar.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 77
TZ
Spezifische
Ziele
Ergebnis-
Indikator(en)
Relevanz und Logik
(inkl. Bezug zu Output-
Indikatoren)
Klarheit, Definitionsgüte und
Quantifizierung
Politik-Bezug
Evaluierbarkeit
städtischen Prob-
lemgebiete) (Ver-
besserung des
städtischen Um-
felds im Hinblick
auf umweltspezifi-
sche Faktoren)
(TZ 6c)
Stärkung der
Städte als Wirt-
schafts- und
Sozialräume
Bevölkerungsent-
wicklung in den
ausgewählten
städtischen Prob-
lemgebieten (Stär-
kung der Städte
als Wirtschafts-
und Sozialräume)
(TZ 3b)
Der Ergebnis-Indikator
ist relevant im Rahmen
der Investitionspriorität
und mit dem Output-
Indikator mittelbar ver-
knüpft (Arbeit und räum-
lich-bauliche Umwelt
beeinflussen die lokale
Bevölkerungsentwick-
lung nachweislich).
Der Indikator ist klar definiert
und nachweisbar.
Man plant bis 2023 einen An-
stieg um 5 %.
Der Indikator ist mittel-
bar politikrelevant.
Der Indikator ist im Rahmen der Evaluation direkt beobachtbar.
Es wird aber schwierig sein, festzustellen, welchen Anteil die
Förderintervention an den Ergebnissen hat. Ggf. kann mit Fall-
studien und Befragungen zur Lebenszufriedenheit in den Quar-
tieren vor und nach Beendigung der Maßnahmen gearbeitet
werden.

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Seite 78
3.3 Bewertung von Absorptionsengpässen und Risiken für Politik-
Kontinuität
Veränderungen in der Präferenzskala von Förderthemen bewirken Risiken in der Mit-
telabsorption, wenn neue und unerprobte Themen in der Förderung künftig priorisiert
werden. Dies hat einerseits einen unmittelbaren Einfluss auf die Wirksamkeit des
EFRE-OP Sachsen und seiner Interventionen, denn nur effektiv und ergebnisorientiert
absorbierte Mittel können auch entsprechend wirken. Andererseits haben mögliche
Absorptionsengpässe einen nicht unproblematischen Einfluss auf den Leistungsrah-
men (s.u.), v.a. dann, wenn dadurch Anreize zur Aufweichung sinnvoller Förderkriteri-
en mit der Folge diskretionärer Politikentscheidungen entstehen, nur um den Mittelab-
fluss zu sichern; Veränderungen in der Präferenzskala von Förderthemen können aber
darüber hinaus auch Risiken für die Politik-Kontinuität bewirken, wenn umgekehrt be-
währte und stark nachgefragte Förderinterventionen die Bedeutung im Rahmen des
neuen Programms verlieren. Die Bewertung von solchen spezifischen Risiken dient
der Transparenz und damit der Möglichkeit gezielter Vorkehrungen im Rahmen der
Programmumsetzung. Eine solche Risikoanalyse ist nicht explizit Gegenstand von Ex-
Ante-Bewertungen im Rahmen der europäischen Kohäsionspolitik, im Sinne einer se-
riösen Evaluation aber selbstverständlich.
Um vor allem die Erreichbarkeit des definierten Referenzrahmens einschätzen zu kön-
nen, reicht es dabei nicht aus, die Plausibilität der dafür gewählten Output-Indikatoren
und deren Zielquantifizierung im Hinblick auf die Budgets zu betrachten, sondern es
sollte zusätzlich untersucht werden, mit welcher Wahrscheinlichkeit die dafür vorgese-
henen Mittel auch hinreichend absorbiert werden. Es ist freilich nicht möglich, eine
präzise Prognose zum künftigen Programmvollzug zu erstellen, jedoch wäre es theore-
tisch möglich, durch einen Vergleich mit dem laufenden Programm 2007–2013 va-
rianzanalytisch die Unterschiede in der Priorisierung herauszuarbeiten. Größere Ab-
weichungen werden so sichtbar und liefern einen Hinweis, wo es Budgetengpässe ge-
ben könnte bzw. wo der Mittelabruf gefährdet ist oder wo auch Politik-Kontinuität ge-
fährdet sein könnte. Vergleiche zwischen den Interventionscodes der alten und neuen
Förderperiode sind nur bedingt aussagefähig, da es in den Systematiken zum einen
keine Kontinuität über mehrere Förderperioden gibt und zum anderen die Definitionen
der Ausgabencodes zum Teil vage bleiben, was bedauerlich ist, da unseres Erachtens
systematische Vergleiche in der Varianz von Ausgaben sehr gut die säkulare Verände-
rung von Politikpräferenzen darstellen können. Dennoch kann eine Gegenüberstellung
der Programmausgaben, bei denen die bisherigen Ausgaben nach Ausgaben-Codes
mit den tatsächlichen Ausgaben abgeglichen werden, Variationsunterschiede und ab-
solute Abweichungen gegenüber der neuen Budgetplanung aufdecken. Hiermit werden
Risiken erkennbar. Im Rahmen der EU-Förderung ist zudem zu betonen, dass für die
7-jährigen Förderzyklen stets neue Schwerpunkte und Normen in den Vordergrund rü-
cken, es demnach weniger eine kontinuierliche Anpassung an Politikerfordernisse ge-
ben kann, sondern dass vielmehr nur Paradigmenwechsel in großen Schritten möglich
sind. Für die Förderphase ab 2014 liegt bewusst ein europaweiter Schwerpunkt auf
dem Klimaschutz, dem sich alle Programme unterzuordnen haben. Eine Veränderung
in der Schwerpunktsetzung ist demnach politisch bereits vorgegeben.
Risiken für die Politik-Kontinuität einerseits und für die Mittelabsorption andererseits
sind daher nicht vermeidbar, sie sollten der Verwaltungsbehörde aber bewusst sein
und müssen ihrerseits mit entsprechenden Begleitmaßnahmen (gezielte Publizität,
administrativer Kapazitätsaufbau, engermaschige Bedarfsbeobachtung, Substitution
von EU-Mitteln etc.) minimiert werden.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 79
Eine varianzanalytische Untersuchung, wie im Falle der Ex-Ante-Bewertung des
EFRE-Programms NRW, bei dem frühzeitig eine Ausgabenplanung auf Ebene der
Interventions-Codes erfolgte, kann im Rahmen der Ex-Ante-Bewertung des EFRE-OP
Sachsen angesichts der späten Festlegung der EFRE-Mittelverteilung in Sachsen und
des dadurch entstandenen Zeitdrucks nicht durchgeführt werden. Es wird aber auf die
spezifischen Absorptionsrisiken hingewiesen, die z.B. bei einer deutlich stärkeren Ge-
wichtung von Klimaschutzinterventionen entstehen. Darüber hinaus können auch Risi-
ken für die Politik-Kontinuität bestehen, wenn wichtige Förderinterventionen trotz kon-
stanter oder steigender Nachfrage zurückgefahren werden (müssen). Es wird generell
empfohlen, den Vollzug der jeweiligen Maßnahmen engmaschig zu überwachen, die
Förderrichtlinien bedarfsorientiert zu optimieren, die Publizität zu stärken und dort, wo
Nachfrageüberhänge nach Förderung sichtbar werden, soweit möglich einen Ausgleich
durch Mittel der Bundes- oder Landesförderung bereitzustellen. Eine förderperioden-
übergreifende varianzanalytische Betrachtung von Ausgaben und Budgets wird auch
für das neue EFRE-OP Sachsen empfohlen. Insoweit möchten wir auf die Ausführun-
gen in der Ex-Ante-Bewertung für das EFRE-Programm NRW verweisen, falls das In-
teresse besteht, eine ähnliche Analyse auch für Sachsen durchzuführen.
3.4 Definition von Meilensteinen (Referenzrahmen)
Für die Quantifizierung der Meilensteine sind laut Artikel 96 Absatz 2 b (v) der AllgVO
1303/2013 entsprechende Indikatoren für Outputs und Budget-Allokationen auszuwäh-
len, die das EFRE-OP Sachsen hinreichend repräsentieren. Dies kann seitens der Ex-
Ante-Bewertung als erfüllt bewertet werden. Entsprechend der Durchführungs-VO
215/2014 decken die ausgewählten Indikatoren das EFRE-OP Sachsen mit über 50 %
auch quantitativ hinreichend ab.
Zur genaueren Bewertung des Referenzrahmens ist es wünschenswert, zunächst die
angestrebte Planung der Ausgaben vergleichend zu berücksichtigen, um ein Bench-
mark für die Meilensteine definieren zu können und damit über ein geeignetes Bewer-
tungskonzept zu verfügen. Dabei gilt: Je besser die Ausgaben und die Outputs korres-
pondieren, desto realistischer erscheint die gesamte Planung. Dieses Kriterium basiert
auf dem Verständnis von Stückkostenbetrachtungen bei Programm-Outputs und dem-
zufolge auch bei den Output-Indikatoren, also die Frage, was genau (Output) und wie
viel (Menge) mit den Fördermitteln „gekauft“ wurde.
Ein sinnvoller Weg ist zunächst der Vergleich von Mustern der Ausgabenverläufe in
anderen EFRE-Programmen und die entsprechende Bewertung der Ausgabenplanung
des EFRE-OP Sachsen. Durch die Fristverlängerung bei Ausgaben von n+2 auf n+3
sowie einer dadurch insgesamt um ein Jahr verlängerten Förderperiode wird aus dem
Fördersystem mit charakteristisch starken Mittelabflussanreizen Druck herausgenom-
men, was bei Vergleichen mit Verläufen in der Vergangenheit zu berücksichtigen ist.
Auf dieser Basis ist dann zu prüfen, inwieweit die Ausgabenverteilung über die Zeit mit
den physischen Outputs (Output-Indikatoren) korrespondiert und inwieweit realistische
Werte als Meilensteine angestrebt werden.
Die Angaben der Verwaltungsbehörde umfassen das angestrebte Ziel zum Leistungs-
rahmen in differenzierter Form. Die Zielwerte für Outputs und Ausgaben schwanken in
der Spannbreite zwischen 20 und 26,36 %. Bei den Ausgaben liegt der Mittelwert
ungewichtet bei 22,26 %. Mit dem Anfangswert 0 und dem Endziel 100 % lässt sich
damit zumindest grob ein möglicher Ausgabenverlauf auf der Programm-Ebene nach-
zeichnen:

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Seite 80
Abbildung. 1: EFRE-OP Sachsen – Trendanpassung der zeitlichen Ausgabenpla-
nung
Schätzung der Regressionskurve auf Basis von 22,26 % der geplanten Gesamtausgaben zum Zeitpunkt
2018
Die geplante Ausgabenkurve nimmt einen sichtbar exponentiellen Verlauf. Diese Pla-
nung geht von einer zu Beginn charakteristischen Verzögerung des Finanzvollzugs
und einer späteren Beschleunigung aus. Diesen Verlauf kann man statistisch durch ein
Bestfit-Polynom (Regressionskurve) annähern und mit dem linearen Zeitverlauf ver-
gleichen. Dabei sind die Funktionen f(x) und g(x) der lineare Zeitverlauf bzw. die Aus-
gabenkurve. Der lineare Zeitverlauf entspricht dabei einer völligen Gleichverteilung (die
Lorenz-Kurve ist damit identisch). Abweichungen davon werden durch die Regressi-
onskurve des Ausgabenplots sichtbar. Durch bestimmte Integration lässt sich damit die
Verteilung (Gini-Ungleichheitskoeffizient der Lorenz-Kurve) der geplanten Ausgaben
im Verlauf des 10-jährigen Planungshorizonts zwischen 2014 und 2023 darstellen und
numerisch lösen. Dies lässt über Vergleiche und Annahmen Rückschlüsse zu, inwie-
weit die zeitliche Ausgaben-Planung realistisch ist:
10
1,1092
1,0903 0,0189
(Entspricht: 500 – 315,03 = 184,97)

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 81
Der Gini-Koeffizient (Ungleichverteilung der Ausgabenplanung) liegt demnach bei 0,36
(Flächenanteil oberhalb der Ausgabenkurve). Bei Betrachtung von Verläufen früherer
Förderperioden und unter Berücksichtigung der neuen n+3-Regelung erscheint die
Planung realistisch. Im Rahmen der damaligen n+2-Regelung lag der Gini-Koeffizient
der Ausgabenverläufe aller EFRE-Programme 2000–2006 in Europa bei 0,24
6
. Bei
Anwendung der n+3-Regelung könnte die Verteilung der Ausgaben u.E. auch stärker
zugunsten der zweiten Hälfte der Förderperiode akzentuiert werden. Dies gilt umso
mehr, wenn Absorptionsrisiken, wie z.B. bei den Klimaschutzinterventionen, drohen.
Wir gehen aber davon aus, dass die Ausgaben-Planung inklusive der Festlegung der
Meilensteine gut begründet und damit realistisch ist.
7
Um nun auf dieser Basis den Leistungsrahmen bewerten zu können, wäre einzuschät-
zen, inwieweit der Verlauf physischer Outputs mit den geplanten Ausgaben korrespon-
diert. Es ist davon auszugehen, dass v.a. in der ersten Hälfte der Förderperiode Out-
puts hinter den Ausgaben zurücksbleiben, da für viele Aktivitäten Mittel zunächst be-
reitgestellt werden müssen. Wenn man davon ausgeht, dass Outputs zum Zeitpunkt
des Meilensteins 2018 ca. 1/3 weniger betragen als die Ausgaben, wäre unter der An-
nahme der Output-Zählung bei ausschließlich abgeschlossenen (d.h. abgerechneten)
Fördervorhaben eine durchschnittliche Zielerreichung bei den Outputs von ca. 14,8 %
realistisch.
Betrachtet man die Outputs stärker losgelöst von den Ausgaben und zählt bereits Out-
puts von nicht abgerechneten Förderfällen, kann die geplante Zielerreichung der Out-
puts mit den Ausgaben übereinstimmen oder auch sogar darüberliegen. Liegt die ge-
plante Zielerreichung bei den Outputs jedoch weit darüber, ist zu fragen, ob die Stück-
kostenschätzung je Output
a priori
realistisch geplant wurde. Eine konkrete Schlussfol-
gerung der einzelnen Zielplanungen bei Outputs und Ausgaben können wir hierzu
nicht abgeben. Es können mit den uns verfügbaren Angaben nur die Verhältnisse zwi-
schen Output und Ausgaben betrachtet werden.
Bei der folgenden Analyse wurde ebenfalls in Abstimmung mit der Förderverwaltung
auf die rein formal-statistische Differenzierung zwischen den Förderregionen Leipzig
und Dresden/Chemnitz verzichtet und stattdessen eine aggregierte Betrachtung vor-
genommen.
6
Eine vollständige Auswertung für die Förderphase 2007–2013 existiert noch nicht, jedoch zeigen Analy-
sen, dass am Ende des 4. Jahres (2010) die Budgetabsorption – ebenfalls noch unter der n+2-Regelung –
bei knapp über 20 % (gegenüber knapp 30 % für das 4. Jahr – 2003 – der Förderperiode 2000–2006) lag,
was auf eine deutlich höhere Ungleichverteilung der Ausgaben am Ende der Förderperiode 2015 hindeu-
tet (voraussichtlich > 0,40). Vgl. hierzu: R. Bubbico und N. de Michelis 2011, “The Financial Execution of
Structural Funds”,
Regional Focus
3/2011, p. 4.
7
Zum Vergleich: Für die zeitliche Verteilung der geplanten Ausgaben des EFRE-Programms NRW haben
wir einen Wert von 0,48 (Gini-Koeffizient) errechnet.

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Seite 82
Tabelle 10: EFRE-OP Sachsen – Bewertung des Leistungsrahmens
8
SZ
Indikator
Meilenstein
Output (%) 2018
Outputs 2023
Outputs 2018
Meilenstein
Ausgaben (%)
2018
Bewertung
1a)
Zahl der Wissenschaftler, die in
verbesserten
Forschungsinfrastruktureinrichtungen
arbeiten (VZÄ)
20,00
11.300
2.260
20,00
Finanzplanung und Outputs liegen in der Planung für den
Leistungsrahmen jeweils bei 20 %. Sofern nicht ausschließlich
die Outputs abgerechneter Projekte einfließen, ist die Planung
realistisch.
1b)
Private Investitionen, die die
öffentliche Unterstützung für
Innovations- oder FuE-Projekte
ergänzen (EUR)
20,00
300.000.000
60.000.000
20,00
Finanzplanung und Outputs liegen in der Planung für den
Leistungsrahmen jeweils bei 20 %. Sofern nicht ausschließlich
die Outputs abgerechneter Projekte einfließen, ist die Planung
realistisch.
3a)
Zahl der Unternehmen, die
abgesehen von Zuschüssen
finanzielle Unterstützung erhalten
26,36
35
8
26,36
Finanzplanung und Outputs liegen in der Planung für den
Leistungsrahmen jeweils bei 26,36 %. Sofern nicht
ausschließlich die Outputs abgerechneter Projekte einfließen,
ist die Planung realistisch.
3b)
Zahl der Unternehmen, die
abgesehen von Zuschüssen
finanzielle Unterstützung erhalten
26,36
90
22
26,36
Finanzplanung und Outputs liegen in der Planung für den
Leistungsrahmen jeweils bei 26,36 %. Sofern nicht
ausschließlich die Outputs abgerechneter Projekte einfließen,
ist die Planung realistisch.
3d)
Beschäftigungszunahme in
geförderten Unternehmen (Vollzeit-
Äquivalente)
26,36
1.822
478
26,23
Finanzplanung und Outputs liegen in der Planung für den
Leistungsrahmen jeweils bei 26,23 %. Sofern nicht
ausschließlich die Outputs abgerechneter Projekte einfließen,
ist die Planung realistisch.
4b)
Geschätzter jährlicher Rückgang der
Treibhausgas-Emissionen (Tonnen
CO
2
-Äquivalent)
20,00
42.000
8.400
20,00
Finanzplanung und Outputs liegen in der Planung für den
Leistungsrahmen jeweils bei 20 %. Sofern nicht ausschließlich
die Outputs abgerechneter Projekte einfließen, ist die Planung
realistisch. Hinzuweisen ist auf das Risiko von
Absorptionsengpässen bei deutlich erhöhten Förderbudgets.
4c)
Geschätzter jährlicher Rückgang der
Treibhausgas-Emissionenn (in
Tonnen CO
2
-Äquivalent)
20,00
3.600
720
20,00
Finanzplanung und Outputs liegen in der Planung für den
Leistungsrahmen jeweils bei 20 %. Sofern nicht ausschließlich
die Outputs abgerechneter Projekte einfließen, ist die Planung
realistisch. Hinzuweisen ist auf das Risiko von
Absorptionsengpässen bei deutlich erhöhten Förderbudgets.
8
Aggregierte Betrachtung.

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image
EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 83
SZ
Indikator
Meilenstein
Output (%) 2018
Outputs 2023
Outputs 2018
Meilenstein
Ausgaben (%)
2018
Bewertung
4e)
Geschätzter jährlicher Rückgang der
Treibhausgasemissionenn (in Tonnen
CO
2
-Äquivalent)
26,35
31.500
8.300
26,35
Finanzplanung und Outputs liegen in der Planung für den
Leistungsrahmen jeweils bei 26,35 %. Sofern nicht
ausschließlich die Outputs abgerechneter Projekte einfließen,
ist die Planung realistisch. Hinzuweisen ist auf das Risiko von
Absorptionsengpässen bei deutlich erhöhten Förderbudgets.
5b
Zahl der Personen, denen
Hochwasserschutzmaßnahmen
zugute kommen (Personen)
20
15.000
3.000
20,00
Finanzplanung und Outputs liegen in der Planung für den
Leistungsrahmen jeweils bei 20 %. Sofern nicht ausschließlich
die Outputs abgerechneter Projekte einfließen, ist die Planung
realistisch.
4e)
6e)
6c)
Kultureinrichtungen in ausgewählten
Stadtgebieten, die Zuschüsse
erhalten
21,00
24
5
20,83
Finanzplanung und Outputs liegen in der Planung für den
Leistungsrahmen jeweils bei rund 21 %. Sofern nicht
ausschließlich die Outputs abgerechneter Projekte einfließen,
ist die Planung realistisch.
4e)
6e)
6c)
Neue Grünflächen in ausgewählten
städtischen Problemgebieten (qm)
26,36
144.000
37.951
26,35
Finanzplanung und Outputs liegen in der Planung für den
Leistungsrahmen jeweils bei ca. 26,35 %. Sofern nicht
ausschließlich die Outputs abgerechneter Projekte einfließen,
ist die Planung realistisch.
4e)
6e)
6c)
Neue Grünflächen in städtischen
Gebieten (außerhalb der
ausgewählten städtischen
Problemgebiete)
26,36
594.000
118.800
26,36
Finanzplanung und Outputs liegen in der Planung für den
Leistungsrahmen jeweils bei 26.36 %. Sofern nicht
ausschließlich die Outputs abgerechneter Projekte einfließen,
ist die Planung realistisch.

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Seite 84
Fazit
Der geplante Leistungsrahmen erscheint im Großen und Ganzen realistisch. Die Ver-
teilung der Ausgaben über die Zeitachse ist konservativ und berücksichtigt unter Be-
achtung der neuen n+3-Regel die Absorptionsrisiken hinreichend. Während die Aus-
gabenzielwerte für das EFRE-OP Sachsen im Durchschnitt angemessen erscheinen,
sind jedoch substanzielle Abweichungen bei den einzelnen Prioritätsachsen und Inves-
titionsprioritäten zu erwarten. Wendet man z.B. den Durchschnittsmaßstab des EFRE-
OP Sachsen für die Klimaschutzinterventionen an, so dürften angesichts der erwartba-
ren größeren Absorptionsrisiken die angestrebten Zielwerte vergleichsweise schwieri-
ger erreichbar sein. Als unrealistisch stellt sich jedoch aus Sicht der Evaluatoren keiner
der festgelegten Zielwerte des Leistungsrahmens dar.

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image
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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 85
Die Europäische Kommission betont in ihrem „Leitfaden für die Ex-Ante-Evaluierung“,
dass mit einer stärker ergebnisorientierten Kohäsionspolitik die Qualität und die Zuver-
lässigkeit der Monitoringsysteme und Daten an Bedeutung gewinnen, und im Vergleich
zur gegenwärtigen Praxis eine neue Gangart angebracht ist.
9
Zur Gewährleistung ei-
ner wirksamen, effizienten und koordinierten Nutzung der ESI-Fonds müssen die Pro-
gramme deswegen angemessene Humanressourcen zur Sicherung der administrati-
ven Leistungsfähigkeit bei der Verwaltung und auch Verfahren für die Programmbe-
gleitung sowie für die Erhebung der für die Evaluierungen notwendigen Daten vorse-
hen.
In diesem Rahmen sollen aber auch von jedem Programm, gemäß Artikel 27 (1) der
Allgemeinen Verordnung (AllgVO), Vorkehrungen und Maßnahmen zur Verringerung
des Verwaltungsaufwands für die Begünstigten benannt werden. Von besonderer Be-
deutung in der Förderperiode 2014–2020 ist hierbei vor allem die konsequent und um-
fassend betriebene Umstellung auf eine weitgehend elektronische Umsetzung der Ab-
wicklung der Strukturfondsförderung („e-Cohesion“). So sieht Artikel 74 (4) der AllgVO
vor, dass der gesamte offizielle Informationsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten
und der Kommission über ein elektronisches Datenaustauschsystem abgewickelt wird.
Zudem sollen die Programme ein adäquates elektronisches System zur Aufzeichnung,
Speicherung und Übermittlung der für die Begleitung, Bewertung, Finanzverwaltung,
Überprüfung und Prüfung aller Vorhaben benötigten Daten zwischen den unterschied-
lichen Programmbehörden einrichten (Artikel 125 (2) (d) AllgVO). Schließlich sollen die
Programme dafür sorgen, dass spätestens ab dem 31. Dezember 2015 der gesamte
Informationsaustausch zwischen den Begünstigten und einer Verwaltungsbehörde,
Bescheinigungsbehörde, Prüfbehörde und den zwischengeschalteten Stellen über
elektronische Datenaustauschsysteme erfolgen kann (Artikel 122 (3) AllgVO).
Gemäß Artikel 59 (1) AllgVO können die Mitgliedstaaten, auf ihre Initiative hin, auch
Mittel der technischen Hilfe für elektronische Systeme zum Datenaustausch, für Maß-
nahmen zur Stärkung der Leistungsfähigkeit der Behörden der Mitgliedstaaten und
Begünstigten bei der Verwaltung und Nutzung dieser Fonds sowie für Maßnahmen zur
Verringerung des Verwaltungsaufwands für die Begünstigten heranziehen.
Die Ex-Ante-Bewertung soll deswegen, gemäß Artikel 55 (i) und (j) der AllgVO, unter
anderem auch die Angemessenheit der Humanressourcen und der administrativen
Leistungsfähigkeit für die Verwaltung der Programme sowie die Eignung der Verfahren
für die Begleitung der Programme und für die Erhebung der für die Evaluierungen not-
wendigen Daten beurteilen. Da viele dieser Vorkehrungen zur künftigen Programm-
verwaltung zwar grundsätzlich beschrieben sind, aber die konkrete Ausgestaltung
noch nicht endgültig abgeschlossen ist, kann die nachfolgende Bewertung somit nur
eine Momentaufnahme für den Stand der Dinge mit Ende April 2014 abbilden.
9
Europäische Kommission (2013): Programmplanungszeitraum 2014–2020. Monitoring und Evaluierung
der Europäischen Kohäsionspolitik. Europäischer Fonds für regionale Entwicklung, Europäischer Sozial-
fonds, Kohäsionsfonds. Leitfaden für die Ex-Ante-Evaluierung (Januar 2013). S. 17.
4 Bewertung der Vorkehrungen für Monitoring, Evaluierung,
Verwaltungskapazitäten und Verwaltungsvereinfachung

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Seite 86
Sicherung der administrativen Leistungsfähigkeit bei der Programm-
verwaltung (Datenerhebung, Monitoring und Evaluation)
Die Ex-Ante-Bewertung dieses wichtigen Themas gestaltet sich aus zwei Gründen et-
was schwierig: Einerseits wurde im Rahmen der fortlaufenden Bewertung des EFRE-
OP Sachsen 2007–2013 kein spezieller Teilbericht zu diesem Thema erstellt, in dem
eine ausführliche Gesamteinschätzung der bisherigen Situation vorgenommen wird
oder eventuelle Schwachstellen mit Relevanz für die neue Förderperiode benannt sind.
Andererseits sind die im Rahmen des vorliegenden EFRE-OP Sachsen 2014–2020
gemachten Angaben eher genereller Natur, die es nur bedingt erlauben, ein belastba-
res Urteil über die effektive Leistungsfähigkeit der künftigen Programmverwaltung zu
treffen.
Die für die Verwaltung, Kontrolle und Prüfung zuständigen Behörden und Stellen des
EFRE-OP Sachsen werden adäquat benannt, und auch die generelle administrative
Leistungsfähigkeit bei der künftigen Programmverwaltung im Zeitraum 2014–2020
scheint bereits sehr weitgehend gegeben. Für das EFRE-OP Sachsen 2007–2013 be-
läuft sich die gesamte über die technische Hilfe (TH) finanzierte Personalkapazität auf
40,7 Vollzeitstellen. Zudem gibt es bei den nachgeordneten Förderreferaten noch zu-
sätzliche mit der EFRE-Förderung befasste Stellen (Personen), die jedoch ausschließ-
lich über Landesmittel finanziert werden. Die bestehende Verwaltungskapazität wird
generell als ausreichend für den Zeitraum 2014–2020 eingestuft.
10
Zudem wird im Rahmen der Prioritätsachse „F“ (Technische Hilfe) explizit vorgesehen,
dass unter anderem Maßnahmen zur Verwaltung
11,
Begleitung (u.a. Einrichtung und
Betrieb von elektronischen Verwaltungs-, Begleit-, Kontroll- und Bewertungssystemen),
Bewertung (i.e. Evaluierungen, Studien und Untersuchungen) sowie unterstützende
Maßnahmen zur Prüfung und Kontrolle des künftigen EFRE-OP Sachsen finanziert
werden.
12
Speziell hinsichtlich der
Verwaltungsmodalitäten für eine zeitgerechte Sammlung
und Aggregation statistischer Daten
sind im Rahmen des EFRE-OP Sachsen eine
Anpassung des bereits vorhandenen Monitoring-Systems an Vorgaben aus den ESI-
Verordnungen sowie eine Veröffentlichung der künftigen Durchführungs- und Evaluie-
rungsberichte auf Strukturfondsseite des Programms vorgesehen.
13
Die Definition der
Fachanforderungen der künftigen Datenerhebung und des Monitorings erfolgt derzeit
durch einen externen Dienstleister.
.14
Die Datenerhebung und Berichterstattung speziell zu den EFRE-bezogenen Ergebnis-
und Output-Indikatoren wird bei den Ergebnis-Indikatoren nach einem weitgehend ho-
10
Angaben auf Grundlage eines mit der Verwaltungsbehörde geführten Interviews.
11
Insbes. Personalausgaben der Verwaltungsbehörde, Bescheinigungsbehörde, Prüfbehörde und zwi-
schengeschalteten Stellen für sämtliche Aufgaben, die im Rahmen ihrer Zuständigkeit zu erfüllen sind,
sowie für sonstiges Personal, welches EFRE-bezogene Tätigkeiten ausübt. Zudem können auch Ausga-
ben für Dienstreisen und Fortbildungen finanziert werden. Bei den zwischengeschalteten Stellen, die für
die Bewilligung zuständig sind, können Aufgaben von der Antragsbearbeitung über Bewilligung, Auszah-
lung bis zur Verwendungsnachweisprüfung sowie der Durchführung von Kontrollen finanziert werden. Die-
se Möglichkeit soll insbesondere für Aufgaben, welche die Sächsische Aufbaubank – Förderbank (SAB)
als zwischengeschaltete Stelle innehat, genutzt werden.
12
Freistaat Sachsen, Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (2014): Entwurf Operationelles
Programm des Freistaates Sachsen für den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in der
Förderperiode 2014–2020 (Stand: 7. März 2014). S. 116 & 117.
13
Freistaat Sachsen, Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (2014): Entwurf Operationelles
Programm des Freistaates Sachsen für den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in der
Förderperiode 2014–2020 (Stand: 7. März 2014). S. 146.
14
Angaben auf Grundlage eines mit der Verwaltungsbehörde geführten Interviews.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 87
mogenen Verfahren erfolgen, wohingegen bei den Output-Indikatoren je nach Förder-
und Mess-Tatbeständen deutlich unterschiedliche Verfahren zur Anwendung kommen
sollen (siehe Tabelle 11).
Für die 18 programmspezifischen
Ergebnis-Indikatoren
erfolgt die Berichterstattung
in der Regel jährlich und weitgehend auf der Grundlage einer Nutzung von bereits
etablierten sekundären Datenquellen (z.B. amtliche Statistiken des Bundes bzw. des
Landes, sektorspezifische Datenerhebungen oder Analysen etc.). Nur beim Ergebnis-
Indikator „Vor Folgen des Altbergbaus geschützte Fläche“ (SZ 10) erfolgt die Bericht-
erstattung mit Verwendungsnachweis und bei den Ergebnis-Indikatoren der Prioritäts-
achse E „Nachhaltige Stadtentwicklung“ jährlich, aber auf der Grundlage von Angaben
der geförderten Kommunen (SZ 11–14). Auf der Ebene der Ergebnis-Indikatoren wird
die künftige Datenerhebung und Berichterstattung von den Bewertern durchweg als
angemessen eingestuft.
Tabelle 11: Vergleich der Verfahren zur Datenerhebung und Berichterstattung
bei den Output-Indikatoren des EFRE-OP Sachsen
Prioritäts-
achse
Spezifisches
Ziel
Datenquellen
Häufigkeit der
Berichterstattung
A
SZ 1
Sekundärquellen und Verwendungsnachweis
jährlich
SZ 2
Sekundärquellen
jährlich
B
SZ 3
Sekundärquellen
jährlich
SZ 4
Sekundärquellen
jährlich
SZ 5
Sekundärquellen
jährlich
SZ 6
Bewilligungsstelle und Abschlussbericht
Ausbauvorhaben (zusätzliche KMUs mit einer
Breitbandverbindung mit mind. 100 Mbit/s im
Downstream)
monatlich
C
SZ 7
Sekundärquellen
jährlich
SZ 8
teils Sekundärquellen (energiesanierte Fläche)
und teils Projektunterlagen, EDV SAB
(geschätzter jährlicher Rückgang der
Treibhausgas-Emissionen)
jährlich
SZ 9
Sekundärquellen
jährlich
D
SZ 10
teils Projektunterlagen und teils spezifische
Sekundärquellen (Berechnungen der
Landestalsperrenverwaltung, bergscha-
denkundliche Analysen)
teils jährlich und teils mit
Verwendungsnachweis (vor
spezifischen altbergbaulichen
Gefahren geschützte
Einwohner)
E
SZ 11
Kommune
jeweils zum Abschluss der
Maßnahme
SZ 12
Kommune
jeweils zum Abschluss der
Maßnahme
SZ 13
Kommune
jeweils zum Abschluss der
Maßnahme
SZ 14
Kommune
jeweils zum Abschluss der
Maßnahme

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Seite 88
Für die nominell 66 im EFRE-OP Sachsen aufgeführten
Output-Indikatoren
(effek-
tiv sind es jedoch weniger als 30
15
) erfolgt die Berichterstattung meist jährlich (SZ
1–6, SZ 7–9, teils SZ 10), in mehreren Fällen aber auch monatlich (SZ 6) oder je-
weils zum Abschluss der Maßnahme (SZ 11–14) sowie mit Verwendungsnachweis
(SZ 10). Als Grundlage zur Messung werden teils nur etablierte sekundäre Daten-
quellen herangezogen (SZ 2–5, SZ 7), teils eine Mischung aus solchen und Anga-
ben von den Bewilligungsstellen oder von Projekten (SZ 1, SZ 6, SZ 8, SZ 10) und
teils nur Angaben der geförderten Kommunen (SZ 11–14). Auch auf der Ebene der
Output-Indikatoren wird die künftige Datenerhebung und Berichterstattung von den
Bewertern durchweg als angemessen eingestuft.
Insgesamt gesehen erfüllt somit die oben dargestellte Situation im Grundsatz die für
die 7. allgemeine Ex-Ante-Konditionalität zu „Statistische Systeme und Ergebnis-
Indikatoren“ aufgestellten und für diesen Kontext relevanten Kriterien
16
, wobei die ei-
gentliche Effizienzbewertung des Indikatorensystems bereits im entsprechenden Kapi-
tel dieses Berichts erfolgt ist.
Das EFRE-OP Sachsen sieht
einen adäquaten Ansatz für die partnerschaftliche
Durchführung künftiger Bewertungsmaßnahmen
vor (i.e. Evaluierungen, Studien
und Untersuchungen) und beschreibt auch eingehend dessen geplante Umsetzung.
17
In der Förderperiode 2014–2020 wird der schon in der vorherigen Förderperiode
2007–2013 verfolgte Ansatz einer fortlaufenden Bewertung durch unabhängige exter-
ne Gutachter fortgesetzt. Die partnerschaftliche Ausgestaltung der künftigen Pro-
grammbewertung wird vor allem durch die Einrichtung einer „Lenkungsgruppe Laufen-
de Bewertung“ (LG LB)
18
hergestellt, die (…)
als Untergremium des Begleitausschus-
ses der Steuerung des Bewertungsprozesses und der fachlichen Begleitung der laut
Evaluierungsplan umgesetzten Bewertungstätigkeiten dient
(…) und das zweite institu-
tionelle Partnerschaftsinstrument darstellt. Um eine Stärkung der Kapazitäten der sozi-
oökonomischen Partner in Sachsen für die aktive Begleitung der Programmumsetzung
zu erreichen, werden schon bewährte Aktivitäten aus der letzten Förderperiode be-
darfsorientiert fortgesetzt (z.B. Vorbereitungstreffen im Vorfeld der Begleitausschuss-
Sitzungen, themenbezogene Fachworkshops oder regelmäßige Informationsmaßnah-
men zu aktuellen EFRE-relevanten Themen im sächsischen, bundesdeutschen und
europäischen Kontext).
15
Diese deutlich geringere Zahl ergibt sich vor allem durch eine Nichtberücksichtigung der Zweifachnen-
nung jedes Output-Indikators für die Übergangsregionen und für die stärker entwickelte Region Leipzig
sowie in einigen Fällen durch die Auslassung von einigen Indikatoren, die im Rahmen der stärker entwi-
ckelten Region Leipzig nicht erhoben werden, da dort keine Förderung stattfindet.
16
Insbes.: Es werden Quellen und Mechanismen zur Gewährleistung der statistischen Validierung aufge-
führt. Vorkehrungen in Bezug auf die Veröffentlichung und öffentliche Verfügbarkeit aggregierter Daten.
Zeitgerechte Erfassung von Daten. Verfahren, durch die sichergestellt wird, dass bei allen durch das Pro-
gramm finanzierten Vorhaben ein effizientes System von Indikatoren zur Anwendung kommt.
17
Freistaat Sachsen, Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (2014): Entwurf Operationelles
Programm des Freistaates Sachsen für den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in der
Förderperiode 2014–2020 (Stand: 7. März 2014). S. 132 & 133.
18
Den Vorsitz der LG LB führt die Programmverwaltungsbehörde; beteiligt sind ausgewählte Mitglieder des
Begleitausschusses, darunter Vertreter der Fondsbewirtschafter, der Bewilligungsstelle, der Obersten
Umweltbehörde des Freistaates Sachsen sowie der sächsischen Partner.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 89
Verringerung des Verwaltungsaufwands für die Begünstigten
und e-Cohesion
Das Kapitel im EFRE-OP Sachsen zum „
Bürokratieabbau für die Begünstigten
“ be-
nennt die spezifischen Themenfelder im Bereich der Strukturfondsförderung,
19
bei de-
nen die Fördermittelempfänger umfangreichen und vielfältigen Vorgaben gegenüber-
stehen und somit auch einen dementsprechenden Verwaltungsaufwand haben.
Der Freistaat Sachsen plant im Rahmen des EFRE-OP Sachsen im Wesentlichen zwei
Maßnahmen zur Verringerung des Verwaltungsaufwands für die Begünstigten, die
auch durch Mittel aus der technischen Hilfe im Rahmen der zu finanzierenden Verwal-
tungsmaßnahmen unterstützt werden können.
Es ist geplant, zu Beginn des Förderzeitraums 2014–2020 so viele geeignete För-
derprogramme wie möglich in die Pauschalierung einzubeziehen, um so die Anfor-
derungen für die Fördermittelempfänger bei den Nachweispflichten im Zuge der Ab-
rechnung zu senken.
Es wird geprüft, inwieweit eine Verschlankung nationaler Vorgaben, beispielsweise
haushaltsrechtlicher Vorschriften, vertretbar ist, um Prüfungsansätze zu verringern.
Zudem sollen, um Prüfungsstandards zu vereinheitlichen, die internationalen Prü-
fungsstandards im Voraus definiert werden.
Diese explizit angeführten Maßnahmen wurden vor allem auf der Grundlage einer Ei-
geneinschätzung der Fördererfahrung im Zeitraum 2007–2013 ermittelt.
20
.
In der Förderperiode 2014–2020 soll eine
weitgehend elektronische Umsetzung der
Abwicklung der Strukturfondsförderung
erfolgen, die allgemein unter dem Schlag-
wort
„e-Cohesion“
behandelt wird. Die EU will mit e-Cohesion unter anderem auch zu
einem Abbau des Verwaltungsaufwands beitragen, da es möglich werden soll, dass
Leistungsempfänger und die Verwaltungsstellen alle Daten elektronisch übermitteln,
speichern und auf bereits eingegebene Daten zugreifen können.
Von großer Bedeutung bei e-Cohesion sind Aspekte wie digitale Signatur, digitale Da-
tenspeicherung, „Einmaleingabe“ von Förderdaten, digitale Online-Einreichung von
Unterlagen, digitaler Prüfpfad, Datenschutz, konsistente Datenauswertungen und Pro-
jektabrechnungen. Die hierbei noch während der Förderperiode 2007–2013 bestehen-
den Barrieren im deutschen Bundesrecht wurden durch das neue E-Government-
Gesetz beseitigt. Die elektronische Identitätsfunktion des neuen Personalausweises
(dient z.B. dazu, sich auf Förderportalen elektronisch auszuweisen und Daten mit den
Verwaltungen auszutauschen) und der Kommunikationsweg via De-Mail (kann bspw.
von Behörden eingesetzt werden, um rechtsgültige Schreiben förmlich zuzustellen)
sind nun gesetzlich als sichere Verfahren und Ersatz für die Schriftform zugelassen.
Damit können die EFRE-Verwaltungsbehörden ihre elektronischen Datenaustausch-
systeme einrichten und hierfür auch die Technologien „Neuer Personalausweis“ und
„De-Mail“ im Förderprozess nutzen.
19
Beispielsweise Antragstellung (förderfähige Ausgaben, beihilferechtliche Vorgaben); Projektdurchführung
und Abrechnung und Berichterstattung; Abrechnung, externe Prüfungen & Nachweisführung, Publizitäts-
vorgaben, Zusammenarbeit mit externen Bewertern, Datensammlung für Monitoring und Berichterstat-
tung.
20
Angaben auf Grundlage eines mit der Verwaltungsbehörde geführten Interviews.

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Seite 90
Im EFRE-OP Sachsen sind jedoch im Kapitel zum „Bürokratieabbau für die Begünstig-
ten“ keine Maßnahmen im Bereich der e-Cohesion erwähnt, da dies auch nicht formell
verlangt wurde. Aber zumindest im Rahmen der technischen Hilfe besteht ein kleiner
Hinweis auf die diesbezüglich noch zu erledigenden Aufgaben, da die Erstellung und
Weiterentwicklung von Datenaustausch-Systemen für das EFRE-OP Sachsen im
Rahmen der zu finanzierenden Verwaltungsmaßnahmen unterstützt werden soll.
Grundsätzlich empfiehlt es sich jedoch, mögliche Chancen bei der künftigen Einfüh-
rung von elektronischen Datenaustausch-Systemen optimal zu nutzen und Risiken ge-
nau abzuschätzen und insgesamt den Reifegrad der schrittweisen Umstellung entlang
einem qualitativen Schema zu bewerten. Hierfür kann auch die Diskussion in anderen
EFRE-Programmen Deutschlands, wie zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen, nützliche
Anregungen geben.
21
Fazit
Mit Blick auf die von der Ex-Ante-Bewertung gemäß Artikel 55 (i), (j) und (n) der
AllgVO zu untersuchenden Aspekte kann somit vor dem Hintergrund der oben ge-
machten Ausführungen folgende
zusammenfassende Schlussfolgerung
gezogen
werden: Die für die allgemeine Verwaltung des EFRE-OP Sachsen vorgesehenen
Humanressourcen sind ausreichend. Auch die für eine zeitgerechte Sammlung und
Aggregation statistischer Daten, für das Monitoring und die Begleitung sowie für die
Bewertung vorgesehenen Verwaltungsmodalitäten und Verfahren sind angemessen
und für die Erbringung der jeweiligen Aufgabe geeignet. Die im EFRE-OP Sachsen
explizit geplanten Maßnahmen zur Verringerung des Verwaltungsaufwands der Be-
günstigten sind angemessen und hinreichend. Trotzdem könnten durchaus noch weite-
re und ohnehin geplante Maßnahmen direkte Erwähnung finden. Zudem könnten in
diesem Rahmen auch positive Aspekte, die sich für die Begünstigten aus der künftigen
Umstellung auf „e-Cohesion“ ergeben werden, besser benannt werden.
21
Siehe z.B. Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-
Westfalen. e-Cohesion – Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates mit
gemeinsamen Bestimmungen, Artikel 112 (3). Düsseldorf, 07.11.2011.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 91
Dieses Kapitel bewertet die Konsistenz der innerhalb des EFRE-OP Sachsen vorge-
nommenen Aufteilung der für den Zeitraum 2014–2020 insgesamt zur Verfügung ste-
henden EFRE-Finanzmittel. Die Bewertung erfolgt in enger Anlehnung an die von der
Europäischen Kommission in ihrem „Leitfaden für die Ex-Ante-Evaluierung“ formulier-
ten Vorgaben.
22
Zunächst wird geprüft, ob die im EFRE-OP Sachsen vorgeschlagene Aufteilung der
EFRE-Mittel mit den übergeordneten Konzentrationsvorgaben aus den Verordnungen
über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und mit besonderen Bestim-
mungen hinsichtlich des Ziels „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“ (EFRE-
VO) übereinstimmt. Danach wird eingehender bewertet, ob die Aufteilung der EFRE-
Mittel mit der Bedeutung der in Sachsen festgestellten Herausforderungen und Be-
dürfnissen übereinstimmt und ob die Programmziele mit den jeweils zugewiesenen fi-
nanziellen Mitteln erreicht werden können. Schließlich sollte noch überprüft werden, ob
im Rahmen des EFRE-OP Sachsen eine Kombination von unterschiedlichen ESI-
Fondsmitteln vorgesehen ist und, wenn dies der Fall sein sollte, ob diese Kombination
angemessen ist.
Eine Bewertung der ungefähren Aufschlüsselung der zugewiesenen Finanzmittel auf
Ebene der Interventionskategorien kann nicht vorgenommen werden, da diese in dem
Programmentwurf vom 7. März 2014 noch nicht beinhaltet waren.
5.1 Übereinstimmung mit den übergeordneten Konzentrationsvorgaben
Gemäß den Angaben in Tabelle 89 des EFRE-OP Sachsen werden in der Förderperi-
ode 2014–2020 EFRE-Mittel in Höhe von insgesamt 2.089.020.063 EUR zur Verfü-
gung stehen. Hiervon sollen 89,7 % in den Übergangsregionen im Freistaat und 10,3
% in der stärker entwickelten Region Leipzig eingesetzt werden.
Auf der Grundlage der absoluten Zahlen lässt sich
die relative Verteilung der insge-
samt zur Verfügung stehenden EFRE-Finanzmittel über die sechs Prioritätsach-
sen
hinweg wie folgt darstellen:
Prioritätsachse A „Stärkung von Forschung, technologischer Entwicklung und Inno-
vation“: 39,65 % der EFRE-Gesamtmittel.
Prioritätsachse B „Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von KMUs“: 16,78 % der
EFRE-Gesamtmittel.
Prioritätsachse C „Förderung der Verringerung der CO
2
-Emissionen“: 21,43 % der
EFRE-Gesamtmittel.
Prioritätsachse D „Risikoprävention“: 10 % der EFRE-Gesamtmittel.
Prioritätsachse E „Nachhaltige Stadtentwicklung“: 8,14 % der EFRE-Gesamtmittel.
Prioritätsachse F „Technische Hilfe“: 4 % der EFRE-Gesamtmittel.
Nimmt man nun diese relative Verteilung als Grundlage für die weitere Bewertung, so
zeigt sich, dass die vorgenommene Mittelzuweisung an die fünf thematischen Priori-
tätssachsen „A“ bis „E“ des EFRE-OP Sachsen voll und ganz den verpflichtenden Vor-
gaben zur thematischen Konzentration auf nationaler Ebene gemäß Artikel 4 (b) (i) und
22
Europäische Kommission (2013): Programmplanungszeitraum 2014–2020. Monitoring und Evaluierung
der Europäischen Kohäsionspolitik. Europäischer Fonds für regionale Entwicklung, Europäischer Sozial-
fonds, Kohäsionsfonds. Leitfaden für die Ex-Ante-Evaluierung (Januar 2013). S. 19 & 20.
5 Die Bewertung der Übereinstimmung der finanziellen
Zuweisungen

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Seite 92
(ii) der EFRE-VO
23
entspricht. Das EFRE-OP Sachsen konzentriert 56,43 % seiner ins-
gesamt zur Verfügung stehenden EFRE-Mittel auf die thematischen Ziele 1 „Stärkung
von Forschung, technologischer Entwicklung und Innovation“ (Prioritätsachse A) und 3
„Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von KMUs“ (Prioritätsachse B) und weist 23,72 %
dem thematischen Ziel 4 „Förderung der Verringerung der CO
2
-Emissionen“ zu.
24
Da-
mit sind effektiv etwas mehr als 80 % der insgesamt zur Verfügung stehenden EFRE-
Mittel auf drei der vier vorgesehenen thematischen Ziele konzentriert, und auch der
Mittelanteil des thematischen Ziels 4 übersteigt mehr als deutlich die in der Verordnung
gemachte Vorgabe. Somit kann die Bemerkung im EFRE-OP Sachsen, dass mit dieser
thematischen Konzentration (…)
das Operationelle Programm EFRE einen hohen Bei-
trag zu den Zielen der Strategie Europa 2020 für ein intelligentes, nachhaltiges und in-
tegratives Wachstum
(…)
25
leistet, von den Bewertern klar gestützt werden.
Berücksichtigt man zudem, dass im Rahmen der Prioritätsachse „E“ 9 % der insge-
samt zur Verfügung stehenden EFRE-Mittel für die nachhaltige Stadtentwicklung vor-
gesehen sind, so zeigt sich auch hier, dass das EFRE-OP Sachsen deutlich über der
in Artikel 7 (4) der EFRE-VO für die nationale Ebene gemachten Vorgabe von 5 %
liegt.
5.2 Übereinstimmung mit den regionalen Herausforderun-
gen/Bedürfnissen und mögliche Erreichung der Programmziele
Die Bewertung der Übereinstimmung wird für jede Prioritätsachse einzeln durchgeführt
und erfolgt auf der Grundlage eines strukturierten Vergleichs der vordringlichen Hand-
lungsbedarfe in Sachsen (regionale Herausforderungen/Bedürfnisse), der Ergebnisse
der vorangegangenen Konsistenzbewertung und der relativen Verteilung der EFRE-
Finanzmittel auf der Ebene der spezifischen Ziele des Programms (siehe Tabelle 12).
Die Mittelzuweisung an die Prioritätsachse „A“ ist in hohem Maße konsistent
und kann eine substanzielle Stärkung von Forschung, technologischer Entwick-
lung und Innovation im Freistaat Sachsen erreichen.
Im Bereich Forschung, Ent-
wicklung und Innovation bestehen in Sachsen sowohl weiter ausbaufähige Potenziale
(i.e. leistungsfähige universitäre und außeruniversitäre Forschungslandschaft; anwen-
dungsorientierte Energieforschung) als auch erhebliche Handlungsbedarfe vor allem
im Bereich der Privatwirtschaft. Diese Ausgangssituation wird sowohl durch die höchs-
te Achsenmittelzuteilung innerhalb des EFRE-OP Sachsen (41 % der EFRE-
Gesamtmittel ohne technische Hilfe) als auch durch die hohen Anteile der beiden spe-
zifischen Ziele an den EFRE-Gesamtmitteln (SZ 1: 15 %; SZ 2: 26 %) adäquat reflek-
tiert. Etwa 90 % der Achsenmittel sollen in den Übergangsregionen Sachsens veraus-
gabt werden und 10 % in der stärker entwickelten Region Leipzig. Diese Zuteilung bil-
det sehr gut die räumliche Verteilung der verschiedenen Standorte für Hochschulfor-
schung und außeruniversitäre Forschung sowie die geografische Streuung von for-
schungsintensiven bzw. innovativen Unternehmen aus der vor allem klein- und mittel-
ständisch geprägten Wirtschaft Sachsens ab.
23
In Übergangsregionen sollen (i) mindestens 60 % der gesamten EFRE-Mittel auf nationaler Ebene an zwei
oder mehr der in der AllgVO dargelegten thematischen Ziele 1, 2, 3 und 4 und (ii) mindestens 15 % der
gesamten EFRE-Mittel auf nationaler Ebene dem thematischen Ziel 4 zugewiesen werden.
24
Der Gesamtanteil für das thematische Ziel 4 wurde auf der Grundlage der den Prioritätsachsen „C“ (IP 4b,
4c, 4e) und „E“ (IP 4e) zugewiesenen EFRE-Mittel berechnet.
25
Freistaat Sachsen, Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (2014): Entwurf Operationelles
Programm des Freistaates Sachsen für den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in der
Förderperiode 2014–2020 (Stand: 7. März 2014). S. 34.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 93
Unseres Erachtens können die beiden spezifischen Ziele SZ 1 und SZ 2 mit der vorge-
sehenen internen Verteilung der insgesamt für die Achse „A“ veranschlagten EFRE-
Mittel vor allem aus folgenden Gründen erreicht werden:
Nahezu zwei Drittel der Achsenmittel (64 %) sind für vier Vorhaben zur Stärkung
von Forschung, Entwicklung und Innovation in der sächsischen Wirtschaft vorgese-
hen (SZ 2). Dieser deutliche finanzielle Schwerpunkt entspricht somit klar dem in
Sachsen vordringlichen regionalen Handlungsbedarf im Rahmen der Europa-2020-
Strategie (i.e. FuE-Aufwendungen der Wirtschaft sind unter dem Zielwert der Stra-
tegie „Europa 2020“). Um den FuE-Anteil der sächsischen Wirtschaft zu erhöhen,
werden die EFRE-Mittel generell für eine Steigerung der wirtschaftlichen Verwer-
tung von FuE-Ergebnissen in Form innovativer Produkte, Dienstleistungen und Ver-
fahren und für den weiteren Ausbau des besonders wichtigen Schnittstellenbe-
reichs „Transfer / Vernetzung / Clusterbildung“ eingesetzt. Der Mitteleinsatz soll
aber häufig auch thematisch fokussiert erfolgen, um dadurch wichtige Zukunftspo-
tenziale oder Herausforderungen besser aufgreifen zu können (z.B. E-Health &
Ambient Assisted Living AAL; E-Mobilität, Schlüsseltechnologien – KETs, Aufbau
themenspezifischer Innovationsnetzwerke/-cluster).
Die verbleibenden 36 % der Achsenmittel sind für eine Steigerung der Wettbe-
werbsfähigkeit der anwendungsorientierten Forschungseinrichtungen vorgesehen
(SZ 1). Bereits bestehende Potenziale sollen weiter ausgebaut werden, um sie so
besser für die weitere innovationsgetriebene wirtschaftliche Entwicklung Sachsens
nutzen zu können. Positiv zu bewerten ist auch hier, dass die Mittel im Rahmen der
beiden geplanten Vorhaben teilweise thematisch fokussiert eingesetzt werden sol-
len (z.B. Biotechnologie bei der Förderung von Forschungsinfrastruktur und For-
schungsprojekten im Bereich anwendungsnaher öffentlicher Forschung; anwen-
dungsorientierte Forschung an innovativen Energietechniken).
Die Mittelzuweisung an die Prioritätsachse „B“ ist in hohem Maße konsistent
und kann einen deutlichen Beitrag zur weiteren Stärkung der Wettbewerbsfähig-
keit von KMUs in Sachsen leisten.
In diesem Bereich bestehen in Sachsen vor allem
erhebliche Handlungsbedarfe (i.e. strukturelle Defizite bei der betrieblichen Wettbe-
werbsfähigkeit; unzureichende Entwicklung der Produktivität im Bundesvergleich; un-
terdurchschnittlicher Ausstattungsgrad mit leistungsfähigem Breitband), teilweise aber
auch weiter ausbaufähige Potenziale (i.e. technologieorientierte Gründungen). Diese
Ausgangssituation wird sowohl durch die dritthöchste Achsenmittelzuteilung innerhalb
des EFRE-OP Sachsen (18 % der EFRE-Gesamtmittel ohne technische Hilfe) als auch
durch die jeweiligen Anteile der vier spezifischen Ziele an den EFRE-Gesamtmitteln
(SZ 3: 2 %; SZ 4: 6 %; SZ 5 & SZ 6: 10 %) adäquat reflektiert. Insgesamt 87,5 % der
Achsenmittel sollen in den Übergangsregionen Sachsens verausgabt werden und 12,5
% in der stärker entwickelten Region Leipzig (keine Förderung bei SZ 6). Diese Zutei-
lung bildet sehr gut die räumliche Verteilung der vor allem klein- und mittelständisch
geprägten Wirtschaft Sachsens ab.

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Unseres Erachtens können die vier spezifischen Ziele SZ 3–SZ 6 mit der vorgesehe-
nen internen Verteilung der insgesamt für die Achse „B“ veranschlagten EFRE-Mittel
vor allem aus folgenden Gründen erreicht werden:
55 % der Achsenmittel sind insgesamt für Vorhaben zur Steigerung der Produktivi-
tät von KMUs der gewerblichen Wirtschaft (SZ 5) und zur Steigerung von Innovati-
ons- und Wettbewerbsfähigkeit der sächsischen Wirtschaft durch hochleistungsfä-
hige Breitbandnetze (SZ 6) vorgesehen. Obwohl eine weitere Aufschlüsselung der
geplanten Mittelverwendung zwischen den beiden Zielen wünschenswert gewesen
wäre, zeigen doch die nachfolgenden Aspekte, dass in beiden Fällen ein ausrei-
chend fokussierter und zielführender Mitteleinsatz gegeben ist. Die einzelbetriebli-
che Investitionsförderung erfolgt im Rahmen des bewährten Förderinstruments
„Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW)
über direkte Investitionszuschüsse und Nachrangdarlehen auf Basis eines revolvie-
renden Fonds. Dabei wird der EFRE-Finanzierungsanteil nur für KMUs eingesetzt,
und der Höchstfördersatz soll nur bei Investitionen mit besonderen Struktureffekten
gewährt werden. Der Breitbandausbau erfolgt nur in den Übergangsregionen Sach-
sens und konzentriert sich dort auf Erschließungsgebiete, wo kein marktgetriebener
Ausbau stattfindet. Dort soll der Ausbau wiederum nur in sogenannten „Kumulati-
onsgebieten“ erfolgen (i.e. ein räumlich abgegrenztes Gebiet, welches eine Min-
destanzahl an KMUs enthält), wo die angesiedelten KMUs zu mindestens 50 % mit
Bandbreiten von mind. 100 Mbit/s im Downstream zu erschließen sind.
32 % der Achsenmittel sind für Vorhaben zur Stärkung der internationalen Wettbe-
werbsfähigkeit von KMUs durch Produkt- und Prozessinnovationen und Internatio-
nalisierung vorgesehen (SZ 4). Um den bestehenden Produktivitätsrückstand zu
reduzieren, konzentriert sich die Förderung (Zuschüsse, ergänzt durch eine Darle-
henskomponente, die nachrangig ausgestaltet ist) vor allem auf eine Reihe von As-
pekten, die für KMUs besonders wichtig und auch kritisch sind: die Markteinführung
innovativer Produkte und das Produktdesign, eine effektive Nutzung digitaler Infor-
mationstechnologien zur Unterstützung von Geschäftsprozessen (E-Business), den
Schutz von betrieblichen Innovationen und unternehmerischem Wissen sowie die
Markterschließung.
Etwa 13 % der Achsenmittel sind schließlich für eine Verbesserung des technolo-
gie- und wissensintensiven Gründungs- und Wachstumsgeschehens vorgesehen
(SZ 3), um so die bestehenden Lücken bei innovativen Wertschöpfungsketten ab-
zubauen. Hierfür soll das Potenzial technologieorientierter Gründungen über eine
Beteiligungsförderung mittels eines Risikokapitalfonds weiter ausgebaut werden.
Positiv zu werten ist hierbei erneut die thematisch fokussierte Förderung, da insbe-
sondere technologieorientierte und wissensbasierte Gründungsvorhaben junger in-
novativer Unternehmen in spezifischen Branchen unterstützt werden sollen (IK,
Halbleiter- und Mikrosystemtechnik, Medizintechnik, Life Science, Umwelt- und
Energietechnik sowie neue Medien), um so konsequent vorhandene Stärken im
Freistaat auszubauen.

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EFRE-OP Sachsen Ex-Ante-Bericht
Seite 95
Die Mittelzuweisung an die Prioritätsachse „C“ ist in hohem Maße konsistent
und kann einen deutlichen Beitrag zur Verringerung der CO
2
-Emissionen in
Sachsen leisten.
Handlungsbedarf besteht in diesem Bereich vor allem hinsichtlich
der noch erheblichen Energieeinspar- und CO
2
-Minderungspotenziale, die gemäß der
Rangfolge ihrer Bedeutsamkeit in Sachsen vor allem bei landeseigenen bzw. öffentli-
chen Gebäuden und im Verkehrssektor sowie schließlich bei Industrie und Gewerbe
liegen. Diese Ausgangssituation wird sowohl durch die zweithöchste Achsenmittelzu-
teilung innerhalb des EFRE-OP Sachsen (22 % der EFRE-Gesamtmittel ohne techni-
sche Hilfe) als auch durch die jeweiligen Anteile der drei spezifischen Ziele an den
EFRE-Gesamtmitteln (SZ 7: 2 %; SZ 8: 13 %; SZ 9: 7 %) adäquat reflektiert. Rund 88
% der Achsenmittel sollen in den Übergangsregionen Sachsens verausgabt werden
und 12 % in der stärker entwickelten Region Leipzig. Diese Zuteilung bildet sehr gut
die räumliche Konzentration der vorrangigen Energieeinspar- und CO
2
-
Minderungspotenziale ab, da eine hohe Dichte des öffentlichen Gebäudebestandes
und eine starke Verkehrsbelastung v.a. in den Ballungsgebieten bestehen.
Unseres Erachtens können vor allem aus folgenden Gründen die drei spezifischen Zie-
le SZ 7–SZ 9 mit der vorgesehenen internen Verteilung der insgesamt für die Achse
„B“ veranschlagten EFRE-Mittel erreicht werden:
Rund 59,7 % der Achsenmittel sind zur Verbesserung der energetischen Bilanz des
öffentlichen genutzten Gebäudebestandes und in Wohngebäuden sowie der kom-
munalen, schulischen und sozialen Infrastruktur vorgesehen (SZ 8), die durch zwei
Vorhaben erreicht werden soll (Energieeffiziente Investitionen in den öffentlichen
Gebäudebestand; Klima- und Immissionsschutz durch Kommunen, kommunale Un-
ternehmen und private Akteure). Dieser deutliche finanzielle Schwerpunkt ent-
spricht somit klar dem in Sachsen höchsten Energieeinspar- und CO
2
-
Minderungspotenzial. Aber auch die inhaltliche Ausgestaltung der Förderung unter
beiden Vorhaben
26
sowie ihr innovationsbezogener Fokus stehen deutlich im Ein-
klang mit den Empfehlungen, die in einem jüngst herausgegebenen Leitfaden der
EU-Kommission zur energetischen Gebäudesanierung im Rahmen der ESI-Fonds
gemacht werden.
27
26
Förderprinzipien wie z.B.: Bestandssanierungen haben grundsätzlich Vorrang vor Neubauten; überdurch-
schnittlicher Wirkungsgrad und/oder Nutzung zertifizierter Technik; Realisierung muss eine deutliche CO
2
-
Einsparung gegenüber dem Ausgangszustand ergeben; diverse Vorgaben zur Zertifizierung und zu
Nachweisen; Modellprojekte mit hohem Innovationsgrad und besonderem Landesinteresse sowie beson-
derer Vorbildwirkung; Projekte müssen gleichzeitig den Zielen regionaler integrierter Entwicklungsstrate-
gien dienen etc.
27
There is a strong link to research, technological development and innovation, in particular where public
authorities are engaging in state
of
the
art renovations of public buildings to improve EE (Energy Effi-
ciency) and use RE (Renewable Energy). Through their OPs, MAs (Managing Authorities) can help dem-
onstrate such innovations at scale and stimulate the growth of regional and national supply chains of inno-
vative technologies and solutions. Cohesion Policy funding can also contribute to targets and require-
ments such as the nearly zero
energy target for new public buildings by 2019 and could be used to dem-
onstrate zero
emission and positive
energy buildings. In addition, the EED (Energy Efficiency Directive)
sets specific renovation targets for public buildings. From the beginning of 2014, MSs (Member States) will
be required to renovate 3% of the public buildings owned and occupied by their central government and
ensure that they meet at least the minimum energy performance requirements laid out in the EPBD (En-
ergy Performance of Buildings Directive). As such, the public sector will play a leading role in developing
the renovation market and public building renovations can act as good practice examples, testing and de-
veloping new building techniques and financing models that can be then applied to the whole building
stock.
European Commission, DG Energy (2014): Technical Guidance – Financing the energy renovation
of buildings with Cohesion Policy Funding. Brussels, February 2014. S. 42.

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Rund 32,5 % der Achsenmittel sind für eine Reduzierung des CO
2
-Ausstoßes im
Verkehrssektor vorgesehen (SZ 9), die insbesondere durch diverse Vorhaben zur
Bündelung der stark steigenden Güterverkehrsströme und zur Verbesserung des
öffentlichen Personennahverkehrs speziell in den Ballungsräumen des Freistaates
sowie zur Stärkung anderer nachhaltiger Mobilitätsformen erreicht werden soll. Die
Mittelzuteilung entspricht somit klar dem in Sachsen zweithöchsten Energieeinspar-
und CO
2
-Minderungspotenzial, obschon bei einigen Fördergegenständen der direk-
te Beitrag zur CO
2
-Minderung eher gering ausfallen wird (insbes. Studien & Pla-
nungsarbeiten).
7,8 % der Achsenmittel sind schließlich für eine Förderung der Energieeffizienz und
der Nutzung erneuerbarer Energien in Unternehmen vorgesehen (SZ 7), womit die
Mittelzuteilung der Bedeutung des in Sachsen dritthöchsten Energieeinspar- und
CO
2
-Minderungspotenzials entspricht. Zudem ist die inhaltliche Ausgestaltung der
Förderung klar fokussiert, da die begrenzten finanziellen Mittel grundsätzlich nur für
die Realisierung einer deutlichen CO
2
-Einsparung eingesetzt werden sollen und da,
je nach Art der Technik, hilfsweise auch ein überdurchschnittlicher Wirkungsgrad
und die Nutzung zertifizierter Technik als Kriterien zur Auswahl von Maßnahmen
herangezogen werden können.
28
Die Mittelzuweisung an die Prioritätsachse „D“ ist konsistent und kann durchaus
einen ergänzenden und zielführenden Beitrag zur Prävention von negativen Fol-
gen des Klimawandels und zur Minderung von Umweltbelastungen leisten.
In
Sachsen besteht deutlicher Handlungsbedarf sowohl hinsichtlich der negativen Folgen
von vermehrt auftretenden Extremwettersituationen (Häufung von Hochwasserereig-
nissen; spezifische Risiken beim Altbergbau) als auch hinsichtlich der negativen Um-
weltauswirkungen, die insbesondere von belasteten Flächen ausgehen. Trotz des ein-
gegrenzten finanziellen Spielraums, der durch die bereits starke Konzentration der
EFRE-Mittel auf die vorrangigen thematischen Ziele 1, 3 und 4 (insges. rund 80 %)
entsteht, wird diese Ausgangssituation durch die vierthöchste Achsenmittelzuteilung
innerhalb des EFRE-OP Sachsen (10 % der EFRE-Gesamtmittel ohne technische Hil-
fe) adäquat reflektiert.
Unseres Erachtens kann das Ziel einer Erhöhung des Schutzniveaus vor Hochwasser-
ereignissen sowie den Folgen des Altbergbaus und den Folgen schädlicher Bodenver-
änderungen (SZ 10) mit den vorgesehenen EFRE-Mitteln erreicht werden, da der künf-
tige Mitteleinsatz generell nach engen Auswahlprinzipien und teils auch räumlich kon-
zentriert erfolgen soll. Maßnahmen beim Vorhaben „Hochwasserschutz“ müssen aus
überregional abgestimmten Fachkonzepten oder Untersuchungen ableitbar sein
29
und
ein positives Nutzen-Kosten-Verhältnis aufweisen. Sie werden schließlich überwiegend
als Fortsetzung von bereits in der Förderperiode 2007–2013 ausgewählten Projekten
durchgeführt. Maßnahmen im Bereich des Vorhabens „Prävention von Risiken des Alt-
bergbaus“ werden nur in den Regionen Chemnitz und Dresden umgesetzt.
28
Freistaat Sachsen, Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (2014): Entwurf Operationelles
Programm des Freistaates Sachsen für den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in der
Förderperiode 2014–2020 (Stand: 7. März 2014). S. 72.
29
Etwa der Maßnahmenvorschlag eines Hochwasserschutzkonzeptes bzw. Hochwasserrisikomanagement-
planes; Erforderlichkeit aufgrund von Deichzustandsanalysen bzw. vertieften Bauwerksuntersuchungen.
Freistaat Sachsen, Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (2014): Entwurf Operationelles
Programm des Freistaates Sachsen für den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in der
Förderperiode 2014–2020 (Stand: 7. März 2014). S. 87.