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Endbericht
Teil C: Wirkungsevaluierung 2017
Teil D: Fachspezifische Evaluierungsfragen 2017
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
- Referat 23, Verwaltungsbehörde ESF -
Wilhelm-Buck-Straße 2
01097 Dresden
Hamburg, 16. April 2018
Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des ESF und des Freistaats Sachsen finanziert

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Freistaat Sachsen im Förderzeitraum 2014 – 2020
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Dokumenteninformationen
Endbericht (final)
Teil C: Wirkungsevaluierung 2017
Teil D: Fachspezifische Evaluierungsfragen 2017
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
- Referat 23, Verwaltungsbehörde ESF -
Wilhelm-Buck-Straße 2
01097 Dresden
Hamburg, 16. April 2018
Ihr Ansprechpartner
Andreas Stahn
Management Consultant
Telefon: +49 (040) 211 07 61-13
E-Mail: andreas.stahn@moysies.de
Standort
Moysies & Partner
IT- und Managementberatung mbB
Mittelweg 56a
20149 Hamburg
Partnerschaftsgesellschaft mbB gemäß §1 PartGG
PR 2078 Amtsgericht Frankfurt
Geschäftsführende Partner: Till Moysies, Nebojsa Djordjevic, Christian Mohser
Ust.-ID: DE287527903
Finanzamt Rheingau-Taunus

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Freistaat Sachsen im Förderzeitraum 2014 – 2020
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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
3
Abbildungsverzeichnis
6
Tabellenverzeichnis
11
Abkürzungsverzeichnis
15
Gesamtzusammenfassung
16
Management Summary
23
1. Ausgangslage und Zielsetzung
29
1.1. Ziele der Untersuchung
29
1.2. Aufbau des Berichts
30
2. Gesamtdurchführungskonzept
31
2.1. Vorüberlegungen zur konzeptionellen Durchführung
31
2.2. Untersuchungs- und Bewertungsmethoden
33
2.2.1. Wirkungsevaluierung
33
2.2.2. Fachspezifische Evaluierungsfragen
34
2.3. Zeitliche Durchführung
34
3. Aufbau der Teiluntersuchungen zur Wirkungsevaluierung
36
3.1. Konzept: Untersuchungsfragen und methodisches Vorgehen
36
3.2. Ziele und Interventionslogik der Förderung
36
3.3. Bestehende Erkenntnisse
36
3.4. Analyse
36
3.4.1. Quantitative Analyse
36
3.4.2. Qualitative Analyse
38
3.5. Zusammenfassende Bewertung, Schlussfolgerungen und Empfehlungen
38
4. Vorhabensbereich A.1.3.2 „Gründerinitiativen“
39
4.1. Konzept: Untersuchungsfragen und methodisches Vorgehen
39
4.2. Ziele und Interventionslogik der Förderung
40
4.3. Bestehende Erkenntnisse
42
4.4. Analyse
43
4.4.1. Quantitative Analyse
43
4.4.2. Qualitative Analyse
45
4.5. Zusammenfassende Bewertung, Schlussfolgerungen und Empfehlungen
56

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Freistaat Sachsen im Förderzeitraum 2014 – 2020
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5. Vorhabensbereich A.3.1.1 „Weiterbildungsscheck, individuell“
59
5.1. Konzept: Untersuchungsfragen und methodisches Vorgehen
59
5.2. Ziele und Interventionslogik der Förderung
60
5.3. Bestehende Erkenntnisse
62
5.4. Analyse
63
5.4.1. Quantitative Analyse
63
5.4.2. Qualitative Analyse
65
5.5. Zusammenfassende Bewertung, Schlussfolgerungen und Empfehlungen
73
6. Vorhabensbereich A.3.1.2 „Weiterbildungsscheck, betrieblich“
76
6.1. Konzept: Untersuchungsfragen und methodisches Vorgehen
76
6.2. Ziele und Interventionslogik der Förderung
78
6.3. Bestehende Erkenntnisse
79
6.4. Analyse
80
6.4.1. Quantitative Analyse
80
6.4.2. Qualitative Analyse
81
6.5. Zusammenfassende Bewertung, Schlussfolgerungen und Empfehlungen
92
7. Vorhabensbereich B.1.1.6 „Eignungsfeststellung, Koordinierung, Begleitung“
96
7.1. Konzept: Untersuchungsfragen und methodisches Vorgehen
96
7.2. Ziele und Interventionslogik der Förderung
97
7.3. Bestehende Erkenntnisse
100
7.4. Analyse
100
7.4.1. Quantitative Analyse
100
7.4.2. Qualitative Analyse
102
7.5. Zusammenfassende Bewertung, Schlussfolgerungen und Empfehlungen
109
8. Vorhabensbereich B.2.1.2 „Beschäftigung und soziale Integration für am
Arbeitsmarkt besonders benachteiligte Menschen“
113
8.1. Konzept: Untersuchungsfragen und methodisches Vorgehen
113
8.2. Ziele und Interventionslogik der Förderung
115
8.3. Bestehende Erkenntnisse
117
8.4. Analyse
117
8.4.1. Quantitative Analyse
117
8.4.2. Qualitative Analyse
119
8.5. Zusammenfassende Bewertung, Schlussfolgerungen und Empfehlungen
125
9. Vorhabensbereich B.4.1.1 „Alphabetisierung“
129
9.1. Konzept: Untersuchungsfragen und methodisches Vorgehen
129
9.2. Ziele und Interventionslogik der Förderung
130
9.3. Bestehende Erkenntnisse
132

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9.4. Analyse
133
9.4.1. Quantitative Analyse
133
9.4.2. Qualitative Analyse
135
9.5. Zusammenfassende Bewertung, Schlussfolgerungen und Empfehlungen
139
10. Vorhabensbereich C.1.1.2 „Erhöhung Abschlussquote und Schülercamps“
142
10.1. Konzept: Untersuchungsfragen und methodisches Vorgehen
142
10.2. Ziele und Interventionslogik der Förderung
143
10.3. Bestehende Erkenntnisse
145
10.4. Analyse
146
10.4.1. Quantitative Analyse
146
10.4.2. Qualitative Analyse
148
10.5. Zusammenfassende Bewertung, Schlussfolgerungen und Empfehlungen
151
11. Vorhabensbereich C.5.2.3 „Zusatzqualifikationen“
154
11.1. Konzept: Untersuchungsfragen und methodisches Vorgehen
154
11.2. Ziele und Interventionslogik der Förderung
155
11.3. Bestehende Erkenntnisse
157
11.4. Analyse
158
11.4.1. Quantitative Analyse
158
11.4.2. Qualitative Analyse
159
11.5. Zusammenfassende Bewertung, Schlussfolgerungen und Empfehlungen
166
12. Synthese der Empfehlungen
169
Anhang – Synthese der Erkenntnisse / Feststellungen der Evaluierung, die dem
jährlichen Durchführungsbericht zur Seite gestellt wird
174

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1
Abbildungsverzeichnis
2
Abbildung 1:
Wirkungsmodell ................................................................................................. 32
3
Abbildung 2:
Untersuchungsfokus der Wirkungsevaluierungen ............................................. 33
4
Abbildung 3:
Wirkungsevaluierungen einschließlich fachspezifischer
5
Evaluierungsfragen: Zeitplan ............................................................................. 35
6
Abbildung 4:
Erläuterungen zu den verwendeten Abbildungen in der quantitativen
7
Analyse .............................................................................................................. 38
8
Abbildung 5:
Horizontale Interventionslogik im Vorhabensbereich A.1.3.2
9
„Gründerinitiativen“ ............................................................................................ 42
10
Abbildung 6:
Umsetzungsstand im Vorhabensbereich A.1.3.2 „Gründerinitiativen“,
11
Quelle: Monitoring-Auswertungen zu Vorhaben und Teilnehmer/innen
12
der LIF und eigene Berechnungen .................................................................... 44
13
Abbildung 7:
Zentrale Aspekte in der Gründerberatung (Mehrfachantworten
14
möglich), Quelle: Befragung bekannter Gründer/innen, n=46 .......................... 47
15
Abbildung 8:
Wahrnehmung des Angebots durch die befragten Gründer/innen
16
(Mehrfachantworten möglich), Quelle: Befragung bekannter
17
Gründer/innen, n=53.......................................................................................... 48
18
Abbildung 9:
Einschätzung des Angebots der Gründerinitiativen insgesamt für
19
angehende Existenzgründer/innen, Quelle: Befragung bekannter
20
Gründer/innen, n=53.......................................................................................... 49
21
Abbildung 10:
Fachliche Qualität der Qualifizierungskurse, Quelle: Befragung
22
bekannter Gründer/innen, n=36 ........................................................................ 50
23
Abbildung 11:
Konkreter Nutzen der Qualifizierungskurse für die
24
Unternehmensgründung, Quelle: Befragung bekannter Gründer/innen,
25
n=36 ................................................................................................................... 51
26
Abbildung 12:
Fachliche Qualität der begleitenden Beratung, Quelle: Befragung
27
bekannter Gründer/innen, n= 46 ....................................................................... 52
28
Abbildung 13:
Konkreter Nutzen der begleitenden Beratung für die
29
Unternehmensgründung, Quelle: Befragung bekannter Gründer/innen,
30
n=46 ................................................................................................................... 52

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1
Abbildung 14:
Entwicklung des Unternehmens seit Gründung und nachhaltige
2
Etablierung am Markt, Quelle: Befragung bekannter Gründer/innen,
3
n=53 ................................................................................................................... 54
4
Abbildung 15:
Beurteilung der Entwicklung des Unternehmens aufgeschlüsselt nach
5
Bestandsdauer, Quelle: Befragung bekannter Gründer/innen, n=53 ................ 54
6
Abbildung 16:
Besondere Hürden bei und nach der Gründung (Mehrfachantworten
7
möglich), Quelle: Befragung bekannter Gründer/innen, n=53 .......................... 55
8
Abbildung 17:
Innovationsgrad der Gründungsvorhaben, Quelle: Befragung
9
bekannter Gründer/innen, n=53 ........................................................................ 55
10
Abbildung 18:
Nachhaltigkeitsfokus der gegründeten Unternehmen, Quelle:
11
Befragung bekannter Gründer/innen, n=53 ....................................................... 56
12
Abbildung 19:
Horizontale Interventionslogik im Vorhabensbereich A.3.1.1
13
„Weiterbildungsscheck, individuell“ ................................................................... 62
14
Abbildung 20:
Umsetzungsstand im Vorhabensbereich A.3.1.1
15
„Weiterbildungsscheck, individuell“, Quelle: Monitoring-Auswertungen
16
zu Vorhaben und Teilnehmer/innen der LIF und eigene Berechnungen .......... 63
17
Abbildung 22:
Genutzte Informationsquellen zum Förderangebot
18
(Mehrfachantworten möglich), Quelle: Befragung der Teilnehmenden,
19
N=297: ............................................................................................................... 66
20
Abbildung 23:
Motivation der Teilnehmenden zur Inanspruchnahme der
21
Weiterbildung, Quelle: Befragung der Teilnehmenden, N=297 ........................ 67
22
Abbildung 24:
Inhalte der in Anspruch genommenen Weiterbildungen
23
(Mehrfachantworten möglich), Quelle: Befragung der Teilnehmenden,
24
N=297 ................................................................................................................ 68
25
Abbildung 25:
Bewertung der Weiterbildungen durch die Teilnehmenden, Quelle:
26
Befragung der Teilnehmenden, N=297 ............................................................. 69
27
Abbildung 26:
Nutzen der erworbenen Kompetenzen für den beruflichen Alltag der
28
Teilnehmenden, Quelle: Befragung der Teilnehmenden, N=297 ...................... 70
29
Abbildung 27:
Bewertung der Relevanz der Förderung für Weiterbildungsbeteiligung
30
durch die Teilnehmenden, Quelle: Befragung der Teilnehmenden,
31
N=297 ................................................................................................................ 71
32
Abbildung 28:
Bewertung des Verwaltungsaufwandes durch die Teilnehmenden,
33
Quelle: Befragung der Teilnehmenden, N=297 ................................................. 72
34
Abbildung 29:
Horizontale Interventionslogik im Vorhabensbereich A.3.1.2
35
„Weiterbildungsscheck, betrieblich“ ................................................................... 79

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1
Abbildung 30:
Umsetzungsstand im Vorhabensbereich A.3.1.2
2
„Weiterbildungsscheck, betrieblich“, Quelle: Monitoring-Auswertungen
3
zu Vorhaben und Teilnehmer/innen der LIF und eigene Berechnungen .......... 80
4
Abbildung 31:
Zugang zum „Weiterbildungsscheck, betrieblich“, Quelle: Befragung
5
von teilnehmenden Unternehmen, n=370 ......................................................... 82
6
Abbildung 32:
Motivation zur Durchführung der Weiterbildung (Mehrfachantworten
7
möglich), Quelle: Befragung von teilnehmenden Unternehmen, n=370 ........... 84
8
Abbildung 33:
Realisierung der mitarbeiterbezogenen Weiterbildungsziele, Quelle:
9
Befragung von teilnehmenden Unternehmen, n=370 ....................................... 85
10
Abbildung 34:
Einsetzbarkeit der Kompetenzen im Berufsalltag der Weitergebildeten,
11
Quelle: Befragung von teilnehmenden Unternehmen, n=367 ........................... 85
12
Abbildung 35:
Realisierung der Betriebsbezogenen Weiterbildungsziele, Quelle:
13
Befragung von teilnehmenden Unternehmen, n=370 ....................................... 86
14
Abbildung 36:
Relevanz der Weiterbildung für Umwelt- und Ressourcenschutz,
15
Quelle: Befragung von teilnehmenden Unternehmen, n=367 ........................... 86
16
Abbildung 37:
Unternehmensgröße der geförderten Unternehmen, Quelle:
17
Befragung von teilnehmenden Unternehmen, n=362 ....................................... 87
18
Abbildung 38:
Weiterbildungsaktivitäten der geförderten Unternehmen, Quelle:
19
Befragung von teilnehmenden Unternehmen, n=356 ....................................... 87
20
Abbildung 39:
Bewertung von Aussagen zum Förderangebot „Weiterbildungsscheck,
21
betrieblich“, Quelle: Befragung von teilnehmenden Unternehmen,
22
n=370 ................................................................................................................. 88
23
Abbildung 40:
Unternehmensgröße der Unternehmen, die auch ohne die Förderung
24
weitergebildet hätten, Quelle: Befragung von teilnehmenden
25
Unternehmen, n=181 ......................................................................................... 89
26
Abbildung 41:
Weiterbildungsaktivitäten der Unternehmen, die auch ohne die
27
Förderung weitergebildet hätten, Quelle: Befragung von
28
teilnehmenden Unternehmen, n=180 ................................................................ 89
29
Abbildung 42:
Bewertung der Ausgestaltung der Förderung, Quelle: Befragung von
30
teilnehmenden Unternehmen, n=370 ................................................................ 91
31
Abbildung 43:
Struktur der JobPerspektive Sachsen ............................................................... 99
32
Abbildung 44:
Horizontale Interventionslogik im Vorhabensbereich B.1.1.6
33
„Eignungsfeststellung, Koordinierung, Begleitung“ ........................................... 99

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1
Abbildung 45:
Umsetzungsstand im Vorhabensbereich B.1.1.6
2
„Eignungsfeststellung, Koordinierung, Begleitung“, Quelle: Monitoring-
3
Auswertungen zu Vorhaben und Teilnehmer/innen der LIF und eigene
4
Berechnungen ................................................................................................. 101
5
Abbildung 46:
Horizontale Interventionslogik im Vorhabensbereich B.2.1.2
6
„Beschäftigung und soziale Integration für am Arbeitsmarkt besonders
7
benachteiligte Menschen“ ................................................................................ 116
8
Abbildung 47:
Umsetzungsstand im Vorhabensbereich B.2.1.2 „Beschäftigung und
9
soziale Integration für am Arbeitsmarkt besonders benachteiligte
10
Menschen“, Quelle: Monitoring-Auswertungen zu Vorhaben und
11
Teilnehmer/innen der LIF und eigene Berechnungen ..................................... 117
12
Abbildung 48:
Horizontale Interventionslogik im Vorhabensbereich B.4.1.1
13
„Alphabetisierung“ ........................................................................................... 132
14
Abbildung 49:
Umsetzungsstand im Vorhabensbereich B.4.1.1 „Alphabetisierung“,
15
Quelle: Monitoring-Auswertungen zu Vorhaben und Teilnehmer/innen
16
der LIF und eigene Berechnungen .................................................................. 133
17
Abbildung 50:
Horizontale Interventionslogik im Vorhabensbereich C.1.1.2
18
„Erhöhung Abschlussquote und Schülercamps“ ............................................. 145
19
Abbildung 51:
Umsetzungsstand im Vorhabensbereich C.1.1.2 „Erhöhung
20
Abschlussquote und Schülercamps“, Quelle: Monitoring-
21
Auswertungen zu Vorhaben und Teilnehmer/innen der LIF und eigene
22
Berechnungen ................................................................................................. 147
23
Abbildung 52:
Horizontale Interventionslogik im Vorhabensbereich C.5.2.3
24
„Zusatzqualifikationen“ .................................................................................... 157
25
Abbildung 53:
Umsetzungsstand im Vorhabensbereich C.5.2.3
26
„Zusatzqualifikationen“, Quelle: Monitoring-Auswertungen zu
27
Vorhaben und Teilnehmer/innen der LIF und eigene Berechnungen ............. 158
28
Abbildung 54:
Genutzte Informationsquellen zum Förderangebot
29
(Mehrfachantworten möglich), Quelle Befragung der
30
Ausbildungsbetriebe, N=127 ........................................................................... 160
31
Abbildung 55:
Motivation zur Inanspruchnahme des Förderangebots, Quelle
32
Befragung der Ausbildungsbetriebe, N=127 ................................................... 161
33
Abbildung 56:
Vermittelte Kompetenzen (Mehrfachantworten möglich), Quelle
34
Befragung der Ausbildungsbetriebe, N=127 ................................................... 162

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Freistaat Sachsen im Förderzeitraum 2014 – 2020
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1
Abbildung 57:
Einschätzung der Relevanz der Weiterbildungsinhalte für den
2
Ausbildungsberuf durch die Ausbildungsbetriebe, Quelle Befragung
3
der Ausbildungsbetriebe, N=127 ..................................................................... 163
4
Abbildung 58:
Einschätzung des Nutzens der Weiterbildungen durch die
5
Ausbildungsbetriebe, Quelle Befragung der Ausbildungsbetriebe,
6
N=127 .............................................................................................................. 164
7
Abbildung 59:
Einschätzung der Arbeitsmarktchancen der Auszubildenden mit den
8
zusätzlichen Kompetenzen durch die Ausbildungsbetriebe, Quelle
9
Befragung der Ausbildungsbetriebe, N=127 ................................................... 164
10
Abbildung 60:
Bewertung von Aussagen zum Förderangebot „Zusatzqualifikation“,
11
Quelle Befragung der Ausbildungsbetriebe, N=127 ........................................ 165
12
13

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Begleitende Evaluierung für den Europäischen Sozialfonds im
Freistaat Sachsen im Förderzeitraum 2014 – 2020
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1
Tabellenverzeichnis
2
Tabelle 1:
Gesamtüberblick begleitende Evaluierung ........................................................ 29
3
Tabelle 2:
Vorhabensbereich A.1.3.2 „Gründerinitiativen“ – Einordnung in die
4
Förderarchitektur ............................................................................................... 39
5
Tabelle 3:
Wirkungsevaluierung im Vorhabensbereich A.1.3.2
6
„Gründerinitiativen“ – Untersuchungsgegenstand ............................................. 39
7
Tabelle 4:
Wirkungsevaluierung im Vorhabensbereich A.1.3.2
8
„Gründerinitiativen“ – Datenquellen ................................................................... 40
9
Tabelle 5:
Kategorisierung der Beiträge von Vorhaben im Vorhabensbereich
10
A.1.3.2 zu den übergreifenden Grundsätzen, Quelle: Anleitung Nr. 15,
11
eigene Darstellung............................................................................................. 45
12
Tabelle 6:
Vorhabensbereich A.1.3.2 „Gründerinitiativen“ – Zusammenfassung
13
und Bewertung .................................................................................................. 58
14
Tabelle 7:
Vorhabensbereich A.1.3.2 „Gründerinitiativen“ – Schlussfolgerungen
15
und Empfehlungen ............................................................................................ 58
16
Tabelle 8:
Vorhabensbereich A.3.1.1 „Weiterbildungsscheck, individuell“ –
17
Einordnung in die Förderarchitektur .................................................................. 59
18
Tabelle 9:
Wirkungsevaluierung im Vorhabensbereich A.3.1.1
19
„Weiterbildungsscheck, individuell“ – Untersuchungsgegenstand .................... 59
20
Tabelle 10:
Wirkungsevaluierung im Vorhabensbereich A.3.1.1
21
„Weiterbildungsscheck, individuell“ – Datenquellen .......................................... 60
22
Tabelle 11:
Kategorisierung der Beiträge von Vorhaben im Vorhabensbereich
23
A.3.1.1 zu den übergreifenden Grundsätzen, Quelle: Anleitung Nr. 15,
24
eigene Darstellung............................................................................................. 64
25
Tabelle 12:
Vorhabensbereich A.3.1.1 „Weiterbildungsscheck, individuell“ –
26
Zusammenfassung und Bewertung ................................................................... 74
27
Tabelle 13:
Vorhabensbereich A.3.1.1 „Weiterbildungsscheck, individuell“ –
28
Schlussfolgerungen und Empfehlungen ............................................................ 75
29
Tabelle 14:
Vorhabensbereich A.3.1.2 „Weiterbildungsscheck, betrieblich“ –
30
Einordnung in die Förderarchitektur .................................................................. 76
31
Tabelle 15:
Wirkungsevaluierung im Vorhabensbereich A.3.1.2
32
„Weiterbildungsscheck, betrieblich“ – Untersuchungsgegenstand ................... 76

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1
Tabelle 16:
Wirkungsevaluierung im Vorhabensbereich A.3.1.2
2
„Weiterbildungsscheck, betrieblich“ – Datenquellen ......................................... 77
3
Tabelle 17:
Kategorisierung der Beiträge von Vorhaben im Vorhabensbereich
4
A.3.1.2 zu den übergreifenden Grundsätzen, Quelle: Anleitung Nr. 15,
5
eigene Darstellung............................................................................................. 81
6
Tabelle 18:
Vorhabensbereich A.3.1.2 „Weiterbildungsscheck, betrieblich“ –
7
Zusammenfassung und Bewertung ................................................................... 94
8
Tabelle 19:
Vorhabensbereich A.3.1.2 „Weiterbildungsscheck, betrieblich“ –
9
Schlussfolgerungen und Empfehlungen ............................................................ 95
10
Tabelle 20:
Vorhabensbereich B.1.1.6 „Eignungsfeststellung, Koordinierung,
11
Begleitung“ – Einordnung in die Förderarchitektur ............................................ 96
12
Tabelle 21:
Wirkungsevaluierung im Vorhabensbereich B.1.1.6
13
„Eignungsfeststellung, Koordinierung, Begleitung“ –
14
Untersuchungsgegenstand ................................................................................ 96
15
Tabelle 22:
Wirkungsevaluierung im Vorhabensbereich B.1.1.6
16
„Eignungsfeststellung, Koordinierung, Begleitung“ – Datenquellen .................. 97
17
Tabelle 23:
Kategorisierung der Beiträge von Vorhaben im Vorhabensbereich
18
B.1.1.6 zu den übergreifenden Grundsätzen, Quelle: Anleitung Nr. 15,
19
eigene Darstellung........................................................................................... 101
20
Tabelle 24:
Planzahlen, Bedarfsmeldungen und Zuweisungen, Quelle:
21
Auswertung zur Frühjahrszuweisung 2017, Stand: 31.07.201 und
22
eigene Berechnungen ..................................................................................... 106
23
Tabelle 25:
Zuweisung, Aufnahme und Abschluss des Profilings, Einmündung in
24
Maßnahme oder Warteschleife, Quelle: Auswertung zur
25
Frühjahrszuweisung 2017, Stand: 31.07.2017 und eigene
26
Berechnungen ................................................................................................. 107
27
Tabelle 26:
Vorhabensbereich B.1.1.6 „Eignungsfeststellung, Koordinierung,
28
Begleitung“ – Zusammenfassung und Bewertung .......................................... 111
29
Tabelle 27:
Vorhabensbereich B.1.1.6 „Eignungsfeststellung, Koordinierung,
30
Begleitung“ – Schlussfolgerungen und Empfehlungen ................................... 112
31
Tabelle 28:
Vorhabensbereich B.2.1.2 „Beschäftigung und soziale Integration für
32
am Arbeitsmarkt besonders benachteiligte Menschen“ – Einordnung
33
in die Förderarchitektur .................................................................................... 113

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Freistaat Sachsen im Förderzeitraum 2014 – 2020
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1
Tabelle 29:
Wirkungsevaluierung im Vorhabensbereich B.2.1.2 „Beschäftigung
2
und soziale Integration für am Arbeitsmarkt besonders benachteiligte
3
Menschen“ – Untersuchungsgegenstand ........................................................ 114
4
Tabelle 30:
Wirkungsevaluierung im Vorhabensbereich B.2.1.2 „Beschäftigung
5
und soziale Integration für am Arbeitsmarkt besonders benachteiligte
6
Menschen“ – Datenquellen .............................................................................. 115
7
Tabelle 31:
Kategorisierung der Beiträge von Vorhaben im Vorhabensbereich
8
B.2.1.2 zu den übergreifenden Grundsätzen, Quelle: Anleitung Nr. 15,
9
eigene Darstellung........................................................................................... 118
10
Tabelle 32:
Vorhabensbereich B.2.1.2 „Beschäftigung und soziale Integration für
11
am Arbeitsmarkt besonders benachteiligte Menschen“ –
12
Zusammenfassung und Bewertung ................................................................. 127
13
Tabelle 33:
Vorhabensbereich B.2.1.2 „Beschäftigung und soziale Integration für
14
am Arbeitsmarkt besonders benachteiligte Menschen“ –
15
Schlussfolgerungen und Empfehlungen .......................................................... 128
16
Tabelle 34:
Vorhabensbereich B.4.1.1 „Alphabetisierung“ – Einordnung in die
17
Förderarchitektur ............................................................................................. 129
18
Tabelle 35:
Wirkungsevaluierung im Vorhabensbereich B.4.1.1 „Alphabetisierung“
19
– Untersuchungsgegenstand ........................................................................... 129
20
Tabelle 36:
Wirkungsevaluierung im Vorhabensbereich B.4.1.1 „Alphabetisierung“
21
– Datenquellen ................................................................................................ 130
22
Tabelle 37:
Kategorisierung der Beiträge von Vorhaben im Vorhabensbereich
23
B.4.1.1 zu den übergreifenden Grundsätzen, Quelle: Anleitung Nr. 15,
24
eigene Darstellung........................................................................................... 135
25
Tabelle 38:
Vorhabensbereich B.4.1.1 „Alphabetisierung“ – Zusammenfassung
26
und Bewertung ................................................................................................ 140
27
Tabelle 39:
Vorhabensbereich B.4.1.1 „Alphabetisierung“ – Schlussfolgerungen
28
und Empfehlungen .......................................................................................... 141
29
Tabelle 40:
Vorhabensbereich C.1.1.2 „Erhöhung Abschlussquote und
30
Schülercamps“ – Einordnung in die Förderarchitektur .................................... 142
31
Tabelle 41:
Wirkungsevaluierung im Vorhabensbereich C.1.1.2 „Erhöhung
32
Abschlussquote und Schülercamps“ – Untersuchungsgegenstand ................ 142
33
Tabelle 42:
Wirkungsevaluierung im Vorhabensbereich C.1.1.2 „Erhöhung
34
Abschlussquote und Schülercamps“ – Datenquellen ...................................... 143

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1
Tabelle 43:
Kategorisierung der Beiträge von Vorhaben im Vorhabensbereich
2
C.1.1.2 zu den übergreifenden Grundsätzen, Quelle: Anleitung Nr. 15,
3
eigene Darstellung........................................................................................... 148
4
Tabelle 44:
Vorhabensbereich C.1.1.2 „Erhöhung Abschlussquote und
5
Schülercamps“ – Zusammenfassung und Bewertung .................................... 152
6
Tabelle 45:
Vorhabensbereich C.1.1.2 „Erhöhung Abschlussquote und
7
Schülercamps“ – Schlussfolgerungen und Empfehlungen ............................. 153
8
Tabelle 46:
Vorhabensbereich C.5.2.3 „Zusatzqualifikationen“ – Einordnung in die
9
Förderarchitektur ............................................................................................. 154
10
Tabelle 47:
Wirkungsevaluierung im Vorhabensbereich C.5.2.3
11
„Zusatzqualifikationen“ – Untersuchungsgegenstand ..................................... 154
12
Tabelle 48:
Wirkungsevaluierung im Vorhabensbereich C.5.2.3
13
„Zusatzqualifikationen“ – Datenquellen ........................................................... 155
14
Tabelle 49:
Kategorisierung der Beiträge von Vorhaben im Vorhabensbereich
15
C.5.2.3 zu den übergreifenden Grundsätzen, Quelle: Anleitung Nr. 15,
16
eigene Darstellung........................................................................................... 159
17
Tabelle 50:
Vorhabensbereich C.5.2.3 „Zusatzqualifikationen“ –
18
Zusammenfassung und Bewertung ................................................................. 168
19
Tabelle 51:
Vorhabensbereich C.5.2.3 „Zusatzqualifikationen“ –
20
Schlussfolgerungen und Empfehlungen .......................................................... 168
21
22

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1
Abkürzungsverzeichnis
2
BAV – Beschreibung der Aufgaben und Verfahren in Bezug auf die Verwaltungsbehörde ESF
3
und die Bescheinigungsbehörde ESF
4
EFRE – Europäischer Fonds für regionale Entwicklung
5
ESF
– Europäischer Sozialfonds
6
FuE
– Forschung und Entwicklung
7
HO
– Handlungsoption
8
IP
– Investitionspriorität
9
ISCED – Internationale Standardklassifizierung der Bildung
10
KMU – kleine und mittlere Unternehmen
11
LIF
– Leitstelle IT-Verfahren Fördermittel im Sächsischen Landesamt für Steuern und Finan-
12
zen
13
MINT – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik
14
OP
– Operationelles Programm
15
PA
– Prioritätsachse
16
QAB – Qualifizierung von Arbeitslosen und Benachteiligten
17
SAB – Sächsische Aufbaubank
18
SER – stärker entwickelte Region
19
SFC – System for Fund Management in the European Union (IT-System)
20
SGB – Sozialgesetzbuch
21
SMI
– Sächsisches Staatsministerium des Inneren
22
SMJus – Sächsisches Staatsministerium der Justiz
23
SMK – Sächsisches Staatsministerium für Kultus
24
SMS – Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz
25
SMWA – Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
26
SMWK – Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
27
SPZ
– Spezifisches Ziel
28
ÜbA
– überbetriebliche Ausbildungsmaßnahmen für die betriebliche Ausbildung
29
ÜLÜ – Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung
30
ÜR
– Übergangsregion
31
VHB - Vorhabensbereich
32
VO
– Verordnung
33

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1
Gesamtzusammenfassung
2
Der vorliegende Bericht dokumentiert die Ergebnisse der zweiten Untersuchung der begleitenden
3
Evaluierung für den Europäischen Sozialfonds (ESF) im Freistaat Sachsen im Förderzeitraum 2014
4
– 2020. Diese zweite Untersuchung besitzt zwei unterschiedliche analytische Schwerpunkte gemäß
5
Leistungsbeschreibung / Vertragsunterlagen:
6
[C] die
Wirkungsevaluierung
von insgesamt acht Vorhabensbereichen, in deren Zentrum die the-
7
oriebasierte Bewertung der Wirksamkeit, der Effizienz, der Effektivität sowie der Auswirkungen der
8
ESF-Interventionen steht.
9
[D] die Beantwortung
fachspezifischer Evaluierungsfragen,
aufgeworfen durch die jeweils ver-
10
antwortlichen Fondsbewirtschafter, welche die Wirkungsevaluierung der acht Vorhabensbereiche
11
ergänzen und bestimmte Untersuchungsaspekte weiter vertiefen.
12
Verortung im Förderzeitraum
13
Die zweite Untersuchung der begleitenden Evaluierung für den Europäischen Sozialfonds (ESF) im
14
Freistaat Sachsen im Förderzeitraum 2014 – 2020 bildet den Beginn der Bewertung der Wirksamkeit
15
auf der Ebene der Vorhabensbereiche. Der Förderbeginn der meisten evaluierten Vorhabensberei-
16
che lag in den Jahren 2014 (A.1.3.2 „Gründerinitiativen“, B.4.1.1 „Alphabetisierung“ und C.1.1.2 „Er-
17
höhung Abschlussquote und Schülercamps“) und 2015 (A.3.1.1 „Weiterbildungscheck, individuell“,
18
A.3.1.2 „Weiterbildungscheck, betrieblich“, B.1.1.6 „Eignungsfeststellung, Koordinierung, Beglei-
19
tung“ und C.5.2.3 „Zusatzqualifikation“). Lediglich im Vorhabensbereich B.2.1.2 „Beschäftigung und
20
soziale Integration für am Arbeitsmarkt besonders benachteiligte Menschen“ begann die Förderung
21
erst im Jahr 2016. Die Laufzeit der geförderten Vorhaben unterscheidet sich dabei in den einzelnen
22
Vorhabensbereichen, so dass die Zahl abgeschlossener Vorhaben teils noch gering ausfällt. Basie-
23
rend auf der vorhandenen Anzahl sind aber in der Regel erste Einschätzungen im Hinblick auf die
24
Wirksamkeit möglich.
25
Vorgehen und wesentliche Datengrundlagen
26
Die Wirkungsevaluierung auf der Ebene der Vorhabensbereiche einschließlich der Beantwortung der
27
fachspezifischen Evaluierungsfragen erfolgte auf der Grundlage eines zuvor unter Einbezug der
28
Fondsbewirtschafter erarbeiteten und mit der Verwaltungsbehörde abgestimmten Evaluierungskon-
29
zepts. Das Konzept sieht – übergreifend für alle Teiluntersuchungen – vor, die Interventionslogik der
30
Förderung in den Fokus zu nehmen. Dies beinhaltet einerseits, die jeweils in den Vorhabensberei-
31
chen angelegten Zielsetzungen, Output- und Ergebniserwartungen hinsichtlich ihrer Realisierung zu
32
prüfen und die Kausalmechanismen kontextspezifisch zu beleuchten. Die fachspezifischen Evaluie-
33
rungsfragen wurden dabei systematisch als zu untersuchende Teilaspekte eingebettet. Andererseits
34
steht laut Konzept der qualitative Beitrag der Vorhabensbereiche zu den übergreifenden strategi-
35
schen Zielsetzungen des Operationellen Programms im Fokus.
36
Analyse und Bewertung erfolgten überwiegend qualitativ, basierend auf einem jeweils zum spezifi-
37
schen Wirkungsgefüge des zu untersuchenden Vorhabensbereichs passenden Methodenset. Die-
38
ses Methodenset, einschließlich des Umfangs der erforderlichen Datenerhebungen, wurde unter Be-
39
achtung der Verhältnismäßigkeit bestimmt und ebenfalls im abgestimmten Evaluierungskonzept

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ausgewiesen. Die Auswahl und Kombination von Evaluierungsmethoden erfolgten weiterhin vor dem
2
Hintergrund der relativen Bedeutung des zu untersuchenden Vorhabensbereichs für die Realisierung
3
der Zielsetzungen des Operationellen Programms, des bereits bestehenden Erkenntnisstands zur
4
Kausalität und Wirksamkeit der Förderung sowie der inhaltlichen Ausrichtung der fachspezifischen
5
Evaluierungsfragen der Fondsbewirtschafter. Zu allen Vorhabensbereichen wurden grundlegende
6
Dokumente zur Förderung (Operationelles Programm, Richtlinien und Förderbausteine, gegebenen-
7
falls weitere Dokumente zur Förderkonzeption sowie Berichte aus Vorevaluierungen) hinsichtlich
8
bereits bestehender Erkenntnisse ausgewertet. Weitere Informationen wurden im Rahmen von vier
9
standardisierten Befragungen (von Teilnehmer/innen und Unternehmen), elf Fallstudien sowie Inter-
10
views und Abfragen bei Zuwendungsempfängern und Experten erhoben.
11
Die zentralen Befunde der Teiluntersuchungen lassen sich wie folgt zusammenfassen.
12
Vorhabensbereich A.1.3.2 „Gründerinitiativen“
13
Im Vorhabensbereich „Gründerinitiativen“ werden Angebote für Gründungsinteressierte an Hoch-
14
schulen und Forschungseinrichtungen gefördert. Damit sollen einerseits der „Gründergeist“ gestärkt
15
und andererseits konkrete Gründungsvorhaben in der Vorgründungsphase unterstützt werden. Die
16
Förderung verläuft bislang plangemäß, die im Operationellen Programm festgelegten Outputziele
17
werden voraussichtlich übertroffen.
18
Für die vertiefende Untersuchung wurden Interviews mit den Projektleiter/innen aller Gründerinitiati-
19
ven sowie eine Befragung der bekannten Gründer/innen durchgeführt. Die Analyse ergab, dass an
20
allen Standorten ein vielseitiges und durchlässiges Angebot etabliert werden konnte. Die befragten
21
Gründer/innen weisen eine hohe Zufriedenheit mit der Durchführung und der inhaltlichen Ausgestal-
22
tung dieses Angebots auf. Der Nutzen aus der Inanspruchnahme für die eigene Gründung wird ret-
23
rospektiv ebenfalls positiv beurteilt. Als ausbaufähig werden lediglich Austausch- und Vernetzungs-
24
formate mit anderen Gründer/innen angesehen. Die Entwicklung der begleiteten Gründungen stellt
25
sich überwiegend positiv dar, im Schnitt konnten zum Befragungszeitpunkt bereits 2,5 Arbeitsplätze,
26
überwiegend für Akademiker/innen, geschaffen werden. Bis zu zwei Drittel der Unternehmenskon-
27
zepte weisen zudem Produkt- oder Verfahrensinnovationen auf. Insgesamt ist damit ist ein relevanter
28
Beitrag zum übergreifenden Ziel der Schaffung nachhaltiger und hochwertiger Beschäftigung zu er-
29
warten.
30
Aus der Gesamtschau der Untersuchungsergebnisse leiten sich keine wesentlichen Anpassungs-
31
notwendigkeiten ab. Es sollte allerdings geprüft werden, ob der Austausch zwischen den Gründer/in-
32
nen verstärkt werden kann.
33
Vorhabensbereich A.3.1.1. „Weiterbildungsscheck, individuell“
34
Der Vorhabensbereich „Weiterbildungsscheck – individuell“ richtet sich an Auszubildende, Beschäf-
35
tigte sowie nicht erwerbstätige Personengruppen, die (wieder) in das Erwerbsleben eintreten wollen.
36
Diese können sich im Rahmen des Vorhabens berufsbezogen bilden und weiterbilden, um ihre be-
37
ruflichen Kompetenzen und Qualifikationen zu verbessern. Die Förderung verläuft bislang plange-
38
mäß, jedoch fallen die Förderfallkosten etwas höher als geplant aus.

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Für die vertiefende Untersuchung wurden Teilnehmer/innen des Förderangebots befragt, die anhand
2
einer Stichprobenziehung ermittelt wurden. Die generelle Bewertung von Durchführungs- und In-
3
haltsaspekten durch die Teilnehmer/innen fällt sehr positiv aus. Fast alle Teilnehmer/innen können
4
die erworbenen Kompetenzen in ihrem beruflichen Alltag direkt einsetzen. Über zwei Drittel konnten
5
durch die erworbenen Qualifikationen zudem eine höhere Verantwortung übernehmen sowie vier
6
von zehn Teilnehmer/innen ihr Gehalt steigern. Nach Durchführung der Qualifikation schätzen zu-
7
dem etwa zwei Drittel der Beschäftigten ihren Arbeitsplatz als sicherer ein. Von Auszubildenden wird
8
die Förderung nur punktuell in Anspruch genommen, insbesondere zum Erwerb von Führerscheinen.
9
Für eine überwiegende Mehrheit der Teilnehmer/innen ermöglicht die Förderung erst, eine Weiter-
10
bildung in Anspruch zu nehmen. Insbesondere Mitarbeiter/innen kleinerer Betriebe mit begrenzten
11
Weiterbildungsmöglichkeiten werden mit der Förderung erreicht. Es ist davon auszugehen, dass die
12
geförderten Vorhaben positiv auf die Zielsetzung der Fachkräfteentwicklung und -sicherung wirken.
13
Aus der Untersuchung leiten sich keine wesentlichen Anpassungsnotwendigkeiten ab. Es sollte je-
14
doch eine Erhöhung des Finanzmitteleinsatzes und eine Ausweitung der Öffentlichkeitsarbeit geprüft
15
werden.
16
Vorhabensbereich A.3.1.2 „Weiterbildungsscheck betrieblich“
17
Im Vorhabensbereich „Weiterbildungsscheck, betrieblich“ können Kleine und Mittlere Unternehmen
18
Weiterbildungsvorhaben für ihre Mitarbeiter/innen fördern lassen. Ziel ist die Sicherung der Beschäf-
19
tigungsfähigkeit von Arbeitnehmern sowie die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Unterneh-
20
men. Die Förderung erreicht nicht die zum jetzigen Zeitpunkt zu erwartende Anzahl von Teilneh-
21
mer/innen und bei gleichbleibendem Finanzvolumen können die Outputziele voraussichtlich nicht
22
vollständig erreicht werden.
23
Im Rahmen der vertiefenden Untersuchung wurden Unternehmen befragt, die das Förderangebot
24
im Anspruch genommen haben. Dabei zeigt sich, dass die Inanspruchnahme der Förderung kaum
25
auf Öffentlichkeitsarbeit oder Multiplikatoren zurückgeführt werden kann. Die Weiterbildungen, die
26
die Unternehmen fördern lassen, werden größtenteils mit der Motivation in Anspruch genommen,
27
die Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitnehmer/innen zu sichern und/oder die Wettbewerbsfähigkeit
28
der Unternehmen zu steigern. Diese Ziele entsprechen der übergeordneten Zielsetzung des Vorha-
29
bensbereichs und können größtenteils auch durch die Vorhaben realisiert werden. Allerdings hätten
30
etwa die Hälfte der befragten Unternehmen die Weiterbildungen auch ohne das Förderangebot
31
durchgeführt. Die Weiterbildungsvorhaben, die auch ohne Förderung stattgefunden hätten, werden
32
insbesondere von Unternehmen durchgeführt, die vergleichsweise größer sind (mittlere Unterneh-
33
men), die regelmäßig Weiterbildungen anbieten und die mehrere Weiterbildungen fördern lassen.
34
Die (zu) geringe Inanspruchnahme und die relativ deutlichen Hinweise auf Mitnahmeeffekte erfor-
35
dern aus Sicht des Evaluators eine Prüfung von Anpassungsmöglichkeiten. Insbesondere sollte die
36
Ausweitung der Öffentlichkeitsarbeit und mögliche Maßnahmen zur Reduzierung von Mitnahmeef-
37
fekten geprüft werden.
38
Vorhabensbereich B.1.1.6 „Eignungsfeststellung, Koordinierung, Begleitung“
39
Der Vorhabensbereich „Eignungsfeststellung, Koordinierung, Begleitung“ bildet das strukturelle
40
Dach der JobPerspektive Sachsen, das heißt, der Zusammenführung mehrerer Vorhabensbereiche
41
zur Qualifizierung Arbeitsloser in einem Gesamtprogramm. Durch die Förderung werden die fachlich-

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inhaltliche Programmbegleitung, Koordinierung und Qualitätssicherung gefördert. Ein zentraler Be-
2
standteil der Förderung besteht weiterhin in der Durchführung von Eignungsfeststellungen, um den
3
Qualifizierungs- und Förderbedarf von Teilnehmer/innen zu ermitteln und eine passgenaue Zuwei-
4
sung in entsprechende Förderangebote zu ermöglichen. Die Zahl der erreichten Teilnehmer/innen
5
fiel zum Zeitpunkt der Untersuchung erwartungsgemäß aus, allerdings bei höheren Förderfallkosten.
6
Die langfristige Zielerreichung im Output ist fraglich.
7
Für die vertiefende Untersuchung wurden vier Fallstudien zur Umsetzung in vier Regionalbüros
8
durchgeführt. Dabei wurde jeweils ein zuweisendes Jobcenter in die Untersuchung einbezogen. Zu-
9
dem wurde ein Fachgespräch mit der Regiestelle durchgeführt. Die Analyse zeigte, dass die zielge-
10
rechte Umsetzung der JobPerspektive Sachsen erhebliche Herausforderungen in sich birgt und dass
11
Effizienz und Effektivität der Umsetzung deutlich geringer ausfallen als erwartet. Wesentliche
12
Schwierigkeiten liegen weniger in der komplexen, aber weitgehend gelingenden Zusammenarbeit
13
der beteiligten Akteure begründet. Vielmehr fallen die tatsächlichen Bedarfe geringer und die eige-
14
nen Fördermöglichkeiten der Arbeitsverwaltung besser aus, als bei der Planung angenommen. Zu-
15
dem ist die Umsetzung durch hohe Abbruchquoten von Teilnehmer/innen im Prozess der Zuweisung,
16
Eignungsfeststellung und Überführung in geeignete Maßnahmen gekennzeichnet. Nicht zuletzt
17
dadurch ist auch die Bereitstellung passgenauer Qualifizierungsangebote in der Praxis teils schwie-
18
rig.
19
Aus der Untersuchung leiten sich zwei Empfehlungen für die kurz- und mittelfristige Steuerung ab.
20
Kurzfristig erscheint es geboten, die bislang etablierten komplexen Strukturen, Prozesse und Ver-
21
fahren kritisch im Hinblick auf ihren praktischen Nutzen zu hinterfragen und soweit es geht, Komple-
22
xität zu reduzieren. Zudem sollten im Zusammenspiel der Akteure weitere Möglichkeiten, die Zahl
23
der Abbrüche zu begrenzen, erörtert werden. Auf mittlere Sicht und im Vorgriff auf die Planung für
24
die kommende Förderperiode ist es darüber hinaus sinnvoll, die Zweckmäßigkeit der Strukturen als
25
solche zu bewerten, in einer ganzheitlichen Betrachtung der Bedarfsentwicklung, der Umsetzungs-
26
erfahrungen und -erfolge.
27
Vorhabensbereich B.2.1.2 „Beschäftigung und soziale Integration für am Arbeitsmarkt be-
28
sonders benachteiligte Menschen“
29
Im Vorhabensbereich „Beschäftigung und soziale Integration für am Arbeitsmarkt besonders be-
30
nachteiligte Menschen“ werden Maßnahmen zur Verbesserung der arbeitsbezogenen Motivation
31
und persönlichen Stabilisierung besonders arbeitsmarktferner Personen gefördert. Ziel ist es unter
32
anderem, die Voraussetzungen für die Teilnahme an weiterführenden Maßnahmen zu schaffen und
33
langfristig eine Integration in Beschäftigung zu ermöglichen. Die Förderung verläuft trotz verspäteten
34
Förderbeginns plangemäß, die im Operationellen Programm festgelegten Outputziele werden vo-
35
raussichtlich erreicht. Zur Bewertung der Realisierung der Ergebnisziele lagen zum Untersuchungs-
36
zeitpunkt noch nicht genügend Daten vor.
37
Für die vertiefende Untersuchung wurden vier vorhabensbezogene Fallstudien durchgeführt. Sie
38
umfassten Interviews mit den Projektleitungen und weiteren Angestellten, mit Vertreter/innen der
39
jeweils zuweisenden Jobcenter sowie mit Teilnehmer/innen der Vorhaben. Die Analyse ergab, dass
40
alle untersuchten Vorhaben ein breites Spektrum (sozial-)pädagogischer Ansätze miteinander kom-
41
binieren, aber auch eine erhebliche Varianz in der konkreten inhaltlichen, methodischen und ablauf-
42
organisatorischen Ausgestaltung besitzen. Deutlich wurde, dass sich diese Varianz im Hinblick auf

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die grundlegende Wirksamkeit nicht negativ auswirkt. Als Erfolgsfaktoren konnten jedoch übergrei-
2
fend feste Anwesenheitszeiten und gegliederte Tagesabläufe, eine längerfristige, projektbezogene
3
Zusammenarbeit in Gruppen, die Nutzung spielerischer und erlebnispädagogischer Ansätze, eine
4
konzeptionelle Verknüpfung unterschiedlicher pädagogischer Formate und Inhalte sowie der Aus-
5
tausch in verschiedenen Settings und Formaten herausgearbeitet werden. Im Ergebnis konnten po-
6
sitive Veränderungen vor allem hinsichtlich der Nahziele der Förderung (Wiedererlangung von Ta-
7
gesstrukturen, die Verbesserung sozialer Kompetenzen, Abbau von Wissensdefiziten, Verbesse-
8
rung der Leistungsfähigkeit auch unter gesundheitlichen Aspekten sowie Abbau von möglichen Ver-
9
mittlungshemmnissen) bei vielen Teilnehmer/innen festgestellt werden. Der Übergang in weiterfüh-
10
rende Maßnahmen erscheint für etwa die Hälfte der Teilnehmer/innen realistisch. Ein relevanter und
11
nachhaltiger Beitrag zu den übergreifenden Zielen der aktiven Inklusion und der Bekämpfung von
12
Armut und Diskriminierung, insbesondere durch die Verringerung von Langzeitarbeitslosigkeit, ist
13
damit möglich, kann aber individuell kaum unmittelbar im Ergebnis der Förderung erreicht werden.
14
Aus der Untersuchung leiten sich keine wesentlichen Anpassungsnotwendigkeiten ab. Es sollte aber
15
geprüft werden, ob bei der Auswahl der Vorhaben künftig Bildungsdienstleister berücksichtigt wer-
16
den, die auch im Anschluss Stufe 4 – Vorhaben anbieten beziehungsweise anbieten können.
17
Vorhabensbereich B.4.1.1 „Alphabetisierung“
18
Im Vorhabensbereich „Alphabetisierung“ werden Kursangebote zur Vermittlung grundlegender Kom-
19
petenzen im Lesen und Schreiben für funktionale Analphabeten gefördert. Ziel ist es, das Alphabe-
20
tisierungslevel zu steigern und damit auch Hürden für die berufliche Integration zu senken. Die För-
21
derung verläuft plangemäß, die im Operationellen Programm festgelegten Outputziele werden vo-
22
raussichtlich übertroffen werden. Die Ergebnisziele konnten zum Untersuchungszeitpunkt dagegen
23
noch nicht vollumfänglich erreicht werden.
24
Für die vertiefende Untersuchung wurden drei vorhabensbezogene Fallstudien durchgeführt. Sie
25
umfassten Interviews mit den Projekt- und mit Kursleiter/innen sowie mit Teilnehmer/innen der Vor-
26
haben. Die Analyse ergab, dass vorwiegend Arbeitslose an den Kursangeboten teilnehmen, die häu-
27
fig weitere persönliche, soziale oder gesundheitliche Hintergrundproblemlagen aufweisen. Beste-
28
hende Defizite abzubauen sowie eine höhere Selbstständigkeit zu erlangen, bilden wesentliche Aus-
29
gangsmotivationen für die Teilnahme. Der generell positive Verlauf der betrachteten Vorhaben wurde
30
von allen befragten Personen bestätigt. Faktoren, die zum Erfolg der Kurse beitragen, sind ein posi-
31
tives Gruppengefüge, die feste Tagesstruktur durch die Teilnahme, die Freundlichkeit der Kurslei-
32
ter/innen sowie die methodische Aufbereitung von Lerninhalten. Zudem wirkt eine praxisnahe Ver-
33
mittlung im Rahmen von Projekten und Ausflügen motivationsförderlich. Die Gründe für die zu ge-
34
ringe Zahl an vollständigen Kursdurchläufen (Ergebnisindikator) konnten nicht vollumfänglich und
35
abschließend ermittelt werden. Neben vergleichsweise höheren Abbruchquoten unter Untersu-
36
chungshäftlingen erfolgen Abbrüche vor allem aus familiären oder gesundheitlichen Gründen. Die
37
vergleichsweise höhere Quote an ausgegebenen Zertifikaten deutet jedoch darauf hin, dass Lerner-
38
folge auch zwischenzeitlich bescheinigt werden können. Eine Steigerung des Alphabetisierungsle-
39
vels ist dabei für mehr als ein Drittel der Teilnehmer/innen festzustellen. Dies zeigt, dass eine län-
40
gerfristige Teilnahme, auch über mehrere Kurse, nötig sein kann, um entsprechende Erfolge zu zei-
41
tigen. Der Beitrag zu den übergreifenden Zielen der aktiven Inklusion und der Bekämpfung von Armut

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und Diskriminierung, insbesondere durch die Verringerung von Langzeitarbeitslosigkeit, ist damit e-
2
her mittelbarer und langfristiger Natur, zumal oftmals bestehende weitere Vermittlungshemmnisse
3
nicht durch die Förderung adressiert werden.
4
Aus der Untersuchung leiten sich keine wesentlichen Anpassungsnotwendigkeiten ab. Es sollten
5
jedoch Maßnahmen zur Optimierung der Zusammenarbeit mit der Arbeitsvermittlung sowie eine Er-
6
weiterung der Zielgruppe um Beschäftigte geprüft werden.
7
Vorhabensbereich C.1.1.2 „Erhöhung Abschlussquote und Schülercamps“
8
Im Vorhabensbereich „Erhöhung Abschlussquote und Schülercamps“ werden einerseits Vorhaben
9
für abschlussgefährdete Schüler/innen gefördert, die an Praxislernorten berufliche Perspektiven ent-
10
decken können und dadurch motiviert werden sollen, ihren Abschluss zu erreichen. Andererseits
11
können versetzungsgefährdete Schüler/innen ab der siebten Klasse während der Ferien an Schü-
12
lercamps von bis zu zehn Tagen teilnehmen. Ziel ist es, innerhalb der Maßnahmen Kompetenzen
13
zu entwickeln, die helfen, mittel- beziehungsweise langfristig das Klassenziel, den Schulabschluss
14
sowie den Übergang in Ausbildung und Beruf zu erreichen. Die Förderung verläuft plangemäß, die
15
im Operationellen Programm festgelegten Outputziele werden voraussichtlich erreicht beziehungs-
16
weise übertroffen werden. Auch hinsichtlich der geplanten Ergebnisse konnten zum Untersuchungs-
17
zeitpunkt die Zielwerte übertroffen werden.
18
Die vertiefende Untersuchung fokussierte den Teilbereich der Schülercamps. Dazu wurden vier Pro-
19
jektträger telefonisch befragt. Die Ansprache der Schüler/innen beziehungsweise der Eltern erfolgt
20
im Wesentlichen über die Zusammenarbeit mit Schulen, zu geringen Teilen aber auch durch Wer-
21
bung in Radio oder Printmedien. Durch die Änderung der Förderbedingungen sinkt die Zahl der Teil-
22
nehmer/innen aus Oberschulen, wohingegen sich die Zahl an Förderschüler/innen erhöht. Inhaltlich
23
legen die untersuchten Schülercamps pädagogische Schwerpunkte in den Bereichen Natur- und
24
Medienpädagogik, den Erwerb sozialer und persönlicher Kompetenzen sowie – teils – Lerntechni-
25
ken. Fächerbezogene Inhalte werden dagegen kaum vermittelt. Eine individuelle Förderplanung er-
26
folgt vor allem auf der Basis von Elterngesprächen und eigenen Diagnoseinstrumenten, Informatio-
27
nen aus den Schulen liegen dagegen in der Regel nicht vor. Auch bei Austritt findet nur teilweise
28
eine Rückkopplung statt. Insbesondere der starke Fokus auf „weiche“ Kompetenzen und die insge-
29
samt geringe Verzahnung mit den Schulen lassen nur begrenzt Effekte auf die mittel- bis längerfris-
30
tigen Ziele der Förderung erwarten. Dies bedingt auch, dass der Beitrag zum übergreifenden Ziel,
31
die Bildungspotenziale benachteiligter Schüler/innen auszuschöpfen, nur unter Berücksichtigung
32
dieser Einschränkung realisiert werden kann.
33
Aus Sicht des Evaluators ist eine Prüfung von Anpassungsmöglichkeiten erforderlich, insbesondere
34
hinsichtlich von Maßnahmen zur Erhöhung der Wirksamkeit der Schülercamps.
35
Vorhabensbereich C.5.2.3 „Zusatzqualifikation“
36
Im Vorhabensbereich „Zusatzqualifikationen“ können Auszubildende Zusatzqualifikationen erwer-
37
ben, die nicht Bestandteil ihrer jeweiligen Ausbildungsordnung sind. Dies kann den Wissenserwerb
38
in Hinblick auf moderne Verfahren und Technologie, Unternehmensführung, IT-Kenntnisse oder zum
39
Umwelt- und Ressourcenschutz sowie die Fahrschulausbildung der Klasse T beinhalten. Gefördert

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werden die Kurskosten der Projektträger pro Teilnehmer/in. Die Förderung verläuft insgesamt durch-
2
mischt, in der stärker entwickelten Region werden die Outputzahlen erreicht, in der Übergangsregion
3
erscheint die Zielerreichung hingegen gefährdet. Daten zu Austrittsindikatoren liegen nicht vor.
4
Für die vertiefende Untersuchung wurden die Ausbildungsbetriebe der teilnehmenden Auszubilden-
5
den befragt. Zudem wurden Reflexionsgespräche mit den nach Berufsbildungsgesetz zuständigen
6
Stellen geführt, die Projektanträge auf Zusätzlichkeit zur Ausbildungsordnung prüfen. Eine zentrale
7
Rolle beim Zustandekommen von Weiterbildungskursen spielen die Projektträger, die aktiv auf das
8
Förderangebot hinweisen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Bandbreite der geförderten Inhalte groß
9
ist. Schwerpunkte bilden die Bereiche Technik/Handwerk/Bauwesen und Verwaltung/Kaufmänni-
10
sches/Marketing/Recht. Kleinere Themenbereiche sind Land-, Forst und Hauswirtschaft sowie IT-
11
Kompetenz/Medien. Art und Inhalte der Weiterbildungen unterscheiden sich stark zwischen den un-
12
terschiedlichen Ausbildungsberufen. Insgesamt weisen die durch die Förderung erworbenen Kom-
13
petenzen für die Unternehmen eine hohe Verwertbarkeit auf. Dies zeigt sich auch in der Einschät-
14
zung von verbesserten Arbeitsmarktchancen des Auszubildenden nach Abschluss der Ausbildung.
15
Die Analyse zeigt, dass die geförderten Betriebe in erster Linie mit der Förderung zusätzlich benö-
16
tigte Qualifikationsbedarfe abdecken, die nicht zwangsläufig für die Ausübung des Ausbildungsbe-
17
rufs über das einzelne Unternehmen hinaus relevant sind. Eine Ausnahme bildet der Erwerb des
18
Führerscheins der Klasse T in den landwirtschaftlichen Berufen, der für die Ausbildung unbedingt
19
erforderlich ist. Für eine überwiegende Mehrheit der Unternehmen ermöglicht die Förderung erst,
20
ihren Auszubildenden den Erwerb zusätzlicher Kompetenzen zu ermöglichen. In Anbetracht der Er-
21
gebnisse ist davon auszugehen, dass sich die geförderten Vorhaben positiv auf die Zielsetzung der
22
Sicherung und Stärkung der dualen Berufsausbildung auswirken.
23
Inhaltlich und bezogen auf die Durchführung bestehen keine Anpassungsnotwendigkeiten. Da die
24
Nachfrage aber zumindest in der Übergangsregion geringer als geplant ausfällt, wird eine kontinu-
25
ierliche Beobachtung der Bedarfsentwicklung und gegebenenfalls eine Anpassung des Finanzmitte-
26
leinsatzes beziehungsweise der Ziele empfohlen.

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1
Management Summary
2
This report documents the results of the second round of on-going evaluations for the European
3
Social Fund (ESF) in the Free State of Saxony for the 2014 – 2020 funding period. The terms of
4
reference / contract documents set two distinct analytical priorities for this second round:
5
[C] the
impact evaluation
of a total of eight project areas, with a focus on a theory-based evalua-
6
tion of the efficiency and effectiveness of ESF interventions.
7
[D] answering
specific evaluation questions
submitted by the respective fund managers to sup-
8
plement the impact evaluation of the eight project areas and deepen certain aspects of the investi-
9
gation.
10
Timing within the funding period
11
The second round of on-going evaluations for the European Social Fund (ESF) in the Free State of
12
Saxony for the 2014 – 2020 funding period is the start of a process evaluating the fund’s impact at
13
the project level. Funding for most of the evaluated project areas began in 2014 (A.1.3.2 “Start-up
14
initiatives”, B.4.1.1 “Literacy”, and C.1.1.2 “Increasing graduation rates and student camps”) and
15
2015 (A.3.1.1 “Further education, individual”, A.3.1.2 “Further education, company-based”, B.1.1.6
16
“Aptitude assessment, coordination, support”, and C.5.2.3 “Additional qualifications”). Project area
17
B.2.1.2 “Employment and social integration for people particularly disadvantaged in the labour mar-
18
ket” was the only area to start funding in 2016. The duration of the funded projects varies with each
19
project area, meaning that the number of completed projects may seem small. However, based on
20
the number of available projects, initial assessments of their impact are usually possible.
21
Procedure and key sources of data
22
The impact assessment at the project area level, including answers to the specific evaluation ques-
23
tions of the fund managers, was implemented based on an evaluation concept previously developed
24
with the involvement of fund managers and agreed with the managing authority. The concept envis-
25
ages a focus across all sub-studies on the intervention logic of the funding. On the one hand, this
26
involves examining the objectives set out for each project area, checking the expected output and
27
results with regard to their implementation, and illuminating the causal mechanisms in their specific
28
contexts. The specific evaluation questions were systematically embedded as additional aspects to
29
be examined. On the other hand, the concept also puts the focus on the qualitative contribution of
30
the project areas to the overarching strategic objectives of the operational programme.
31
The analysis and evaluation were predominantly qualitative, based on a set of methods appropriate
32
to the specific impact of the project area under investigation. This set of methods, including the scope
33
of the required data collection, has been assessed in terms of proportionality and was described in
34
the approved evaluation concept. The evaluation methods were selected and combined based on
35
the relative importance of the project areas for achieving the objectives of the operational pro-
36
gramme, existing knowledge about how funding creates impact, and the content of the specific eval-
37
uation questions asked by the fund managers. For all project areas, the underlying documents sub-
38
mitted as part of the funding process (operational programme, guidelines, and funding modules,
39
other documents on the funding concept as appropriate, as well as reports from previous evaluations)

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were reviewed with regard to existing findings. Further information was collected through four stand-
2
ardised surveys (of participants and companies), eleven case studies, as well as interviews and
3
inquiries with funding recipients and experts.
4
The central findings of these sub-studies can be summarised as follows.
5
Project Area A.1.3.2 “Start-up initiatives”
6
The “start-up initiatives” project area funds activities for start-ups at universities and research institu-
7
tions. The purpose is both to reinforce the “start-up spirit” and to support concrete start-up projects
8
in the pre-launch phase. Funding has so far proceeded according to plan and the targeted output set
9
in the operational programme are expected to be exceeded.
10
For the in-depth investigation, interviews were conducted with the project leaders of all the funded
11
start-up initiatives and the known start-up entrepreneurs were surveyed. The analysis showed that a
12
versatile and permeable offer could be established at all locations. The entrepreneurs surveyed re-
13
port high levels of satisfaction with the implementation and content of this offer. The benefit for their
14
own start-ups was also assessed as positive in retrospect. The only area seen as needing further
15
development was the creation of formats for exchange and networking with other start-ups. The
16
funded start-ups have largely seen positive growth, with an average of 2.5 jobs having already been
17
created at the time of the survey, mostly for university graduates. Up to two-thirds of the start-ups’
18
concepts involve innovative products or processes. All in all, a relevant contribution to the overarch-
19
ing objective of creating sustainable and high-quality employment is to be expected.
20
The overall view of the results does not suggest any areas requiring significant adjustment. However,
21
opportunities for greater exchange among start-ups should be examined.
22
Project Area A.3.1.1. “Further education, individual”
23
The “Further education, individual” project area is aimed at apprentices, employees, and currently
24
inactive persons who want to (re-)enter the labour market. This project provides support for profes-
25
sional training and retraining in order to improve their professional skills and qualifications. Funding
26
has so far proceeded as planned, but the costs per case have proved slightly higher than planned.
27
For the in-depth investigation, a survey was conducted with a random sample of recipients. The
28
participants’ general evaluation of the project in terms of its implementation and its content is very
29
positive. Almost all participants have been able to apply the skills acquired directly in their profes-
30
sional lives. More than two-thirds were able to assume greater responsibility through the qualifica-
31
tions they had acquired and four out of ten participants saw their salaries increase. In addition, after
32
completing the qualification, around two-thirds believe their positions to be more secure. Apprentices
33
only make selective use of the funding, in particular to attend driving school and obtain driving li-
34
cences. For an overwhelming majority of the recipients, the funding was the only way they could
35
pursue further education. In particular, the funding has been used to help employees at smaller com-
36
panies with limited opportunities for further education. It can be assumed that the funded projects
37
have had a positive impact in meeting the goals of skilled worker development and job security.
38
The investigation does not reveal any significant adjustment needs. However, an increase in the use
39
of funds and expanding publicity should be considered.

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Project Area A.3.1.2 “Further education, company-based”
2
The “Further education, company-based” project area offers funding to small and medium-sized en-
3
terprises to offer professional training for their employees. The aim is to ensure their continued em-
4
ployability and to increase the companies’ competitiveness. Currently, funding is not reaching the
5
expected number of participants and, with the given volume of funding, it is unlikely that the targeted
6
output will be fully achieved.
7
The in-depth investigation surveyed those companies who had taken advantage of the funding. This
8
showed that the application for funding can seldom be attributed to public relations or multipliers.
9
The company training courses funded were, for the most part, motivated by a desire to ensure the
10
continued employability of their workforce and/or increasing their competitiveness. These objectives
11
are in line with the overarching objective of the project area and can, for the most part, be realised
12
through the funded projects. However, about half of the companies surveyed would have carried out
13
the training even without the special funding. This was especially the case with those companies that
14
are larger, which already offer such training on a regular basis, and which applied for funding for
15
multiple trainings.
16
From the point of view of the evaluator, the level of utilisation is (too) low and the relatively clear
17
indications of dead-weight effects require an examination of options for further adaptation. In partic-
18
ular, expanding publicity and possibly taking measures to reduce dead-weight effects should be con-
19
sidered.
20
Project Area B.1.1.6 “Aptitude assessment, coordination, support”
21
The “Aptitude assessment, coordination, support” project area serves as the overarching structure
22
for JobPerspektive Sachsen and, as such, brings together several qualification programmes for the
23
unemployed under a single roof. The funding supports technical programme support, coordination,
24
and quality assurance. Aptitude assessments remain a central funding focus with the goal of deter-
25
mining participants’ needs for qualifications and support and to enable specific assignment to corre-
26
sponding programmes. At the time of the survey, the number of participants had reached the ex-
27
pected numbers, but required higher levels of funding than expected. The long-term achievement of
28
the targeted output is in doubt.
29
The in-depth study involved four case studies of programme implementation in four regional offices.
30
In each case, an assigning job centre was included in the investigation. A specialist discussion with
31
the coordinating office was also carried out. The analysis showed that the targeted implementation
32
of JobPerspektive Sachsen poses considerable challenges and is considerably less efficient and
33
effective than expected. The key difficulties are not so much due to the complex, yet largely success-
34
ful cooperation of those involved. Instead, the actual needs are lower and the employment service’s
35
own funding opportunities are better than assumed during the planning phase. In addition, the im-
36
plementation suffers from high dropout rates as participants are assigned to job centres, have their
37
aptitudes assessed, and then transferred to appropriate programmes. Providing individual qualifica-
38
tion offers has sometimes proved to be difficult in practice.
39
The study results in two recommendations for the short- and medium-term management of the pro-
40
gramme. In the short term, it seems imperative to scrutinise the previously established complex
41
structures, processes, and procedures with regard to their practical benefit and to reduce complexity

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wherever possible. In addition, stakeholders need to work together to find ways to limit drop-outs. In
2
the medium term and in anticipation of planning for the next funding period, it makes sense to eval-
3
uate the appropriateness of the structures as such in light of changing needs, lessons learned, and
4
successful outcomes achieved.
5
Project Area B.2.1.2 “Employment and social inclusion for the most disadvantaged in the
6
labour market”
7
The “Employment and social inclusion for the most disadvantaged in the labour market” project area
8
promotes measures to improve work-related motivation and stabilisation in the personal lives of peo-
9
ple who are particularly disadvantaged in the labour market. Among other things, the aim is to create
10
conditions for participation in other programmes and eventually enable long-term integration into the
11
workforce. Despite the delayed funding start, it is proceeding according to plan, and the output tar-
12
gets set in the operational programme are expected to be met. There was not enough data available
13
at the time of this study to evaluate the result indicators.
14
For the detailed investigation, four project-related case studies were conducted. They included inter-
15
views with project management and other employees, representatives of the assigning job centres,
16
and project participants. The analysis showed that all investigated projects combine a broad spec-
17
trum of social work/training methods, but also have a considerable variation in terms of concrete
18
content, methodology, and process organisation. It became clear that this variation does not have a
19
negative effect on the basic effectiveness of the project area. Success factors, however, could be
20
found in comprehensive fixed attendance times and structured daily routines, a longer-term, project-
21
based collaboration in groups, the use of playful and experiential approaches, a conceptual linkage
22
of different pedagogical formats and content, as well as dialogue with programmes in different set-
23
tings and formats. As a result, positive changes were observed among many participants, especially
24
with regard to the short-term objectives (restoring daily structures, improving social skills, reducing
25
knowledge deficits, improving performance, including health-related aspects, and reducing possible
26
placement barriers). The transition to next-step programmes seems realistic for about half of the
27
participants. A relevant and sustainable contribution to the overarching objectives of active inclusion
28
and the fight against poverty and discrimination, in particular by reducing long-term unemployment,
29
is thus possible, but can barely be achieved individually as a direct result of this project area.
30
The investigation does not reveal any significant adjustment needs. However, it should be examined
31
whether, in the future, educational institutions that offer or could offer Level 4 projects should be
32
included in the selection of the projects.
33
Project Area B.4.1.1 “Literacy”
34
In the “Literacy” project area, courses are offered to teach basic skills in reading and writing for
35
functionally illiterate people. The goal is to increase their level of literacy and thus also lower the
36
hurdles for integration into the workforce. Funding is progressing according to plan and the output
37
targets set in the operational programme are expected to be exceeded. On the other hand, the tar-
38
geted results had yet to be fully achieved at the time of this study.
39
For the detailed investigation, four project-related case studies were conducted. They included inter-
40
views with the project managers, course instructors, and participants. The analysis found that it is
41
mostly unemployed people with additional personal, social, or health-related issues who take part in

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these courses. Many were motivated to participate in order to reduce existing deficits and to gain a
2
higher degree of autonomy. The generally positive course of the projects considered was confirmed
3
by all persons interviewed. Factors that contribute to the success of the courses are a positive group
4
structure, the fixed daily structure through participation, the friendliness of the instructors, and the
5
methodical preparation of learning content. In addition, practical learning as part of projects and ex-
6
cursions is also motivational. The reasons for the insufficient number of courses completed (as a
7
result indicator) could not be fully and conclusively determined. In addition to relatively higher dropout
8
rates among those in jail, many drop out due to family or health reasons. However, the comparatively
9
higher quota of certificates issued suggests that successful outcomes can already be assessed in
10
the meantime. More than one-third of the participants saw an increase in their level of literacy. This
11
shows that longer-term participation, even over several courses, may be necessary to achieve suc-
12
cess. The contribution to the overarching objectives of active inclusion and the fight against poverty
13
and discrimination, in particular by reducing long-term unemployment, is therefore more indirect and
14
long-term in nature, especially since often existing further placement barriers are not addressed by
15
this project area.
16
The investigation does not reveal any significant adjustment needs. However, measures to improve
17
cooperation with jobs centres and an expansion of the target group to include those who are holding
18
down jobs should be considered.
19
Project Area C.1.1.2 “Increase graduation rate and student camps”
20
In the “Increase graduation rate and student camps” project area, the focus is on students at risk of
21
not completing secondary education to help them discover vocational perspectives in the real world
22
that could motivate to finish their schooling. The other part of the programme involves sending year
23
7 and older students at risk of not being promoted to camps for up to ten days during school holidays.
24
The goal is to help them to develop competencies that will allow them to be promoted, finish their
25
schooling with a qualification, and eventually transition to apprenticeships and the workplace. The
26
project area is progressing according to plan and the output targets set in the operational programme
27
are expected to be exceeded. The project area had also exceeded its targeted results at the time of
28
this study.
29
The in-depth investigation focused on the student camps. Four project managers were interviewed
30
by telephone. The students and/or their parents were largely selected with the assistance of the
31
schools, although some were recruited through radio and print advertising. The change in funding
32
conditions reduces the number of participants from upper secondary schools, while the number of
33
pupils in special education programmes participating increases. In terms of content, the school
34
camps examined focus on science and media education, the acquisition of social and personal skills,
35
and, in some instances, learning techniques. Subject-related content is seldom taught. An individual
36
programme is based mostly on discussions with parents and the camps’ own diagnostic tools, while
37
information is generally not available from the schools. Follow-up only happens intermittently. In par-
38
ticular, the strong focus on “soft” skills and the overall low degree of dovetailing with schools limits
39
the impact of the project area on the medium- to long-term goals. This also means that the contribu-
40
tion to the overarching goal of exploiting the educational potential of disadvantaged students can
41
only be realised by taking this restriction into account.

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From the perspective of the evaluator, an assessment of adaptation options is required, in particular
2
regarding measures to increase the effectiveness of student camps.
3
Project Area C.5.2.3 “Additional qualifications”
4
In the “Additional qualifications” project area, apprentices can acquire additional qualifications that
5
are not part of their current training programme. This may include learning about modern technology
6
and processes, business management, IT skills, or environmental and resource protection, as well
7
as lessons to earn a Class T driving licence. The project area funds the training costs for each par-
8
ticipant. Overall achievements are mixed, in the more developed region output figures are reached,
9
while in the transition region there is a risk that targets will not be met. Data on exit indicators is not
10
available.
11
For the in-depth investigation, the training companies of the participating trainees were surveyed. In
12
addition, reflection talks were held with the bodies responsible under the Vocational Training Act,
13
which examine whether the qualifications are not part of the current training programme. The project
14
promoters, who actively draw attention to the funding offer, play a central role in the organisation of
15
further education courses. The results show that the range of funded content is large. The focus is
16
on the areas of technology, trades, construction and administration, commercial, marketing, law.
17
Smaller topics are agriculture, forestry and housekeeping as well as IT competence / media. The
18
nature and content of further education differ greatly between the different training occupations.
19
Overall, the skills acquired through the support are highly exploitable for the companies. This is also
20
reflected in the assessment of the trainee’s improved labour market opportunities after completion of
21
the apprenticeship. The analysis shows that the subsidised companies primarily cover additional
22
company-specific qualification needs, which are not necessarily relevant for the training profession
23
beyond the individual company. An exception is the acquisition of Class T licences which are essen-
24
tial for apprenticeships in the agricultural occupations. For an overwhelming majority of companies,
25
the funding is the only way their apprentices would acquire these additional skills. In view of the
26
results, it can be assumed that the supported projects have a positive effect towards the objective of
27
securing and strengthening dual vocational training.
28
In terms of content and implementation, there are no adjustment needs. However, since demand is
29
lower than planned, at least in the transition region, continuous monitoring of demand trends and, if
30
necessary, adjustments to the use of funds or targets are recommended.

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1. Ausgangslage und Zielsetzung
2
1.1. Ziele der Untersuchung
3
Ziel der begleitenden Evaluierung ist es, die Effizienz, Effektivität und die Auswirkungen der Inter-
4
ventionen des ESF i. S. v. Art. 3 der Verordnung (EU) Nr. 1304/2013 während der Durchführung
5
des Operationellen Programms des Freistaates Sachsen für den ESF im Zeitraum 2014-2020
6
(ESF-OP) zu beurteilen und so zur Verbesserung des ESF-OP beizutragen.
7
In diesem Kontext besitzt die begleitende Evaluierung im Jahr 2017 zwei miteinander verknüpfte
8
Zielstellungen:
9
eine erste
Wirkungsevaluierung
(Teil C der Leistungsbeschreibung) von acht Vorhabensberei-
10
chen: Der Fokus liegt hier auf der Evaluierung der Wirksamkeit, der Effizienz, der Effektivität so-
11
wie den Auswirkungen der ESF-Interventionen. Unter Berücksichtigung des jeweiligen Kontexts
12
der Vorhabensbereiche und basierend auf der Interventionslogik und identifizierten Kausalme-
13
chanismen werden die Auswirkungen der Förderung beurteilt.
14
Fachspezifische Evaluierungsfragen
(Teil D der Leistungsbeschreibung): Die fachspezifi-
15
schen Evaluierungsfragen ergänzen die Wirkungsevaluierung. Ihre Analyse und Beantwortung
16
dient insbesondere dem Erkenntnisinteresse der Fondsbewirtschafter.
17
Nachfolgende Tabelle verortet diese Teiluntersuchungen im Gesamtauftrag der begleitenden Eva-
18
luierung und stellt die vorgesehenen Zeitpunkte der wesentlichen Meilensteine (Vorlage Konzept,
19
Entwurf des Endberichts, Endbericht) dar.
20
Konzept
Berichtsentwurf
Endbericht
2016
Teil A
Evaluierung des OP
01.12.2016
03.02.2017
31.03.2017
Teil B
Durchführungsevaluierung
2017
Teil C
Wirkungsevaluierung
15.04.2017
15.10.2017
15.01.2018
Teil D
Fachspezifische Evaluie-
rungsfragen
2018
Teil A
Evaluierung des OP
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15.01.2019
Teil C
Wirkungsevaluierung
Teil D
Fachspezifische Evaluie-
rungsfragen
2019
Teil C
Wirkungsevaluierung
15.04.2019
15.10.2019
15.01.2020
Teil D
Fachspezifische Evaluie-
rungsfragen
2020
Übergreifend
Zusammenfassender Eva-
luierungsbericht
15.01.2020
2016-2019
Teil E
Ad-Hoc-Evaluierung
offen
offen
offen
2016-2019
Teil E
Ad-Hoc-Evaluierung
offen
offen
offen
21
Tabelle 1:
Gesamtüberblick begleitende Evaluierung

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Begleitende Evaluierung für den Europäischen Sozialfonds im
Freistaat Sachsen im Förderzeitraum 2014 – 2020
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1
1.2. Aufbau des Berichts
2
Der vorliegende Endbericht 2017 dokumentiert das grundlegende Untersuchungskonzept der Eva-
3
luierung einschließlich der methodischen Durchführung und der genutzten Daten- und Informations-
4
quellen sowie die Analyseergebnisse, Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen. Aussagen
5
zu Zweck, Umfeld, Zielen und Fragen sind dabei einleitend für jede Teiluntersuchung dokumentiert.
6
Der Bericht gliedert sich wie folgt:
7
Im nachfolgenden zweiten Kapitel „Gesamtdurchführungskonzept“ wird zunächst das Gesamtdurch-
8
führungskonzept für die Wirkungsevaluierung und die Beantwortung der fachspezifischen Evaluie-
9
rungsfragen vorgestellt. Weiterhin werden der indikative Zeitplan der Evaluierung sowie deren Ablauf
10
reflektiert.
11
Im Kapitel drei wird der Aufbau der einzelnen Teilkapitel zu den Vorhabensbereichen näher erläutert.
12
Dabei wird auf die inhaltliche Ausrichtung der einzelnen Berichtsteile sowie auf mögliche Begren-
13
zungen in der Datenqualität eingegangen.
14
In den Kapiteln vier bis elf werden systematisch die durchgeführten Teiluntersuchungen aufbereitet.
15
Dazu gehören eine Verortung des Betrachtungsgegenstands, die zu Grunde liegenden Feinkon-
16
zepte der Teiluntersuchungen, die Darstellung von Umfeld und Interventionslogik der Vorhabensbe-
17
reiche, eine Dokumentation der quantitativen und qualitativen Analyseergebnisse sowie eine Zusam-
18
menfassung der Erkenntnisse. Aufbauend auf den Schlussfolgerungen zu möglichen Handlungsbe-
19
darfen werden abschließend Empfehlungen abgeleitet.
20
Kapitel zwölf „Synthese der Empfehlungen“ fasst die jeweils für die einzelnen Vorhabensbereiche
21
ausgesprochenen Empfehlungen zusammen.
22
Darüber hinaus enthält das vorliegende Dokument einen Anhang mit einer Synthese der Erkennt-
23
nisse und Feststellungen der Evaluierung, die dem jährlichen Durchführungsbericht zur Seite gestellt
24
wird.

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Begleitende Evaluierung für den Europäischen Sozialfonds im
Freistaat Sachsen im Förderzeitraum 2014 – 2020
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1
2. Gesamtdurchführungskonzept
2
2.1. Vorüberlegungen zur konzeptionellen Durchführung
3
Gemäß Art. 56 Abs. 3 der Verordnung (EU) 1303/2013 sollen „für jedes Programm auf der Grundlage
4
des Bewertungsplans Bewertungen vorgenommen werden, auch solche zur Beurteilung der Wirk-
5
samkeit, der Effizienz und der Auswirkungen“. Die Europäische Kommission unterscheidet in ihrem
6
Leitfaden zu Monitoring und Evaluierung zwei Typen von Wirkungsevaluierungen, [1] theoriebasierte
7
und [2] kontrafaktische Wirkungsevaluierung. Der zweite Typ ist laut Vertragsunterlagen / Leistungs-
8
beschreibung im Freistaat Sachsen nicht vorgesehen.
9
Theoriebasierte Wirkungsevaluierungen
nehmen – weiter dem Leitfaden zu Monitoring und Eva-
10
luierung folgend – die
Interventionslogik
in den Blick mit dem Ziel zu untersuchen,
ob, warum
und
11
auf welche Weise
Interventionen wirken. Im Fokus steht damit weniger die zu quantifizierende Wir-
12
kung als solche, sondern die
Wirksamkeit
der angenommenen
Kausalmechanismen
der Förde-
13
rung.
14
Der Begriff der „Wirkungen“ (impacts) selbst bleibt in den relevanten Verordnungstexten sowie im
15
Leitfaden zu Monitoring und Evaluierung unbestimmt, implizit liegen sogar zwei unterschiedliche
16
Verständnisse vor. So wird beispielsweise auf Seite 7f. des Leitfadens dargestellt, dass sich
impacts
17
auf Auswirkungen im weiteren gesellschaftlichen Kontext jenseits der konkret geförderten Teilneh-
18
mer/innen oder Entitäten (Makroebene) beziehen. Dies entspricht einem weitgehend auch in der
19
Wissenschaft geteilten Verständnis. Demgegenüber steht, dass insbesondere kontrafaktische Wir-
20
kungsevaluierungen (counterfactual impact evaluations) gerade dazu dienen, Nettoeffekte von ganz
21
konkreten Interventionen bezogen auf die Teilnehmer/innen / Entitäten zu ermitteln. Solche Kontroll-
22
gruppenuntersuchungen nutzen in der Regel schon aus forschungspragmatischen Gründen Ver-
23
gleichsindikatoren, die auf der Ebene kurz- oder längerfristiger Ergebnisse (z.B. Integration in Be-
24
schäftigung) angesiedelt sind. Damit ist es möglich, den Grad der Wirksamkeit eines individuellen
25
Förderansatzes zu quantifizieren, nicht jedoch Wirkungen im Sinne des erstgenannten Verständnis-
26
ses zu ermitteln. Diese Vorüberlegung ist insofern relevant für die vorliegende Untersuchung, als
27
dass im Kontext der durchgeführten Wirkungsevaluierungen ebenfalls ein enger gefasster Begriff
28
der Wirkungen beziehungsweise Wirksamkeit genutzt wird.
29
Das nachfolgend dargestellte
Wirkungsmodell
verdeutlicht noch einmal die Vorüberlegungen und
30
verortet den gewählten Evaluationsansatz:
31

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1
2
Abbildung 1: Wirkungsmodell
3
Jede Intervention ist eingebettet in spezifische Umfeld- bzw. Rahmenbedingungen. Aus dem Umfeld
4
– im Falle des ESF dem sozioökonomischen Kontext – leiten sich spezifische arbeits-
5
markt-, bildungs- und sozialpolitische Herausforderungen ab. Der Programmplanung vorgeschaltet
6
ist entsprechend eine sozioökonomische Analyse, die diese Herausforderungen systematisch be-
7
wertet, Förderbedarfe identifiziert und Förderziele bestimmt. In der Planung des ESF werden diese
8
Ziele in einen vorgegebenen strategischen Gesamtrahmen (insbesondere EU-2020) eingebettet. Zur
9
Umsetzung der Förderziele werden anschließend geeignete Interventionen, das heißt Förderan-
10
sätze, definiert und mit entsprechenden Ressourcen unterlegt. Diese Förderansätze spiegeln sich in
11
den 40 Vorhabensbereichen des Freistaats Sachsen wider. Jeder Förderansatz besitzt dabei eine
12
eigene Interventionslogik (Wie hängen Bedarfe, gesetzte Ziele, Mitteleinsatz, Output, gewünschte
13
Ergebnisse und erwartete Auswirkungen zusammen?). So kann beispielweise das Ziel der Reduk-
14
tion von Arbeitslosigkeit durch die Bereitstellung von Mitteln (input) für die Durchführung von am
15
Arbeitsmarkt nachgefragten Qualifizierungsmaßnahmen erfolgen. Der/die an einer solchen Maß-
16
nahme teilnehmende Arbeitslose ist in diesem Kontext der Output, das individuell verbesserte Qua-
17
lifikationsniveau und eine Beschäftigungsaufnahme das Ergebnis und eine tendenziell sinkende Ar-
18
beitslosigkeit die weitere gesellschaftliche (Aus-)Wirkung der Intervention. Hinsichtlich dieser Aus-
19
wirkungen auf der Makroebene lassen sich häufig nur Schätzungen abgeben, da jenseits der kon-
20
kreten Intervention viele Umweltfaktoren eine Rolle spielen. So kann beispielsweise ein Qualifizie-
21
rungsprogramm für Arbeitslose in einem guten konjunkturellen Umfeld durchaus zum Abbau von
22
Arbeitslosigkeit beitragen, während es in Zeiten einer wirtschaftlichen Krise möglicherweise keine
23
oder nur sehr geringe Auswirkungen besitzt. Gleichzeitig bilden die plangemäße Umsetzung einer
24
Förderung und das Erzielen erwarteter Outputs und Ergebnisse eine notwendige Bedingung dafür,
25
dass überhaupt weitere gesellschaftliche Auswirkungen erzielt werden.
26
Im Kern der theoriebasierten Wirkungsevaluierung steht daher die Untersuchung dieser notwendi-
27
gen Bedingung. Ziel ist es, die
Wirksamkeit der Implementierung im engeren Sinne
(Input
– Im-
28
plementation – Output – Ergebnisse)
zu untersuchen und darauf basierend
Schlussfolgerungen zu
29
den möglichen Auswirkungen
zu ziehen. Dabei spielen auch Fragen der
Effizienz
(Verhältnismä-
30
ßigkeit des Ressourceneinsatzes, Verhältnis zu den erzielten Outputs) als auch der
Effektivität
31
(Spiegeln die Ergebnisse die Zielsetzungen der Förderung?) eine wichtige Rolle.

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1
2.2. Untersuchungs- und Bewertungsmethoden
2
Aus den Darstellungen zuvor ergibt sich für die theoriebasierten Wirkungsevaluierungen, einschließ-
3
lich der Beantwortung der fachspezifischen Evaluierungsfragen, folgender Untersuchungsrahmen.
4
5
6
Abbildung 2: Untersuchungsfokus der Wirkungsevaluierungen
7
Im Zentrum steht die Interventionslogik der Förderung. Dabei kann zwischen horizontaler und verti-
8
kaler Interventionslogik unterschieden werden. Der horizontalen Interventionslogik ist der Kern der
9
Untersuchung gewidmet. Dabei wurde vor allem geprüft, inwiefern die Annahmen hinsichtlich der
10
spezifischen Kausalmechanismen der Förderung auf Ebene der Vorhabensbereiche in der Realität
11
zum Tragen kommen (Wirksamkeit der Förderung). Als vertikale Interventionslogik wird die Einbet-
12
tung des Vorhabensbereichs in das Zielsystem des Operationellen Programms verstanden. Anhand
13
der Analyseergebnisse zur Wirksamkeit der Förderung im Vorhabensbereich wurde hier untersucht,
14
in welchem Maße die Förderung zur Realisierung der übergeordneten Zielsetzungen beiträgt. Dies
15
impliziert eine Einschätzung zu den Auswirkungen der Förderansätze auf übergreifende gesell-
16
schaftspolitische Zielsetzungen.
17
2.2.1. Wirkungsevaluierung
18
Die durchgeführten Wirkungsevaluierungen auf Ebene der Vorhabensbereiche besitzen einen kon-
19
zeptionell vergleichbaren Rahmen (siehe oben). Folgende Fragen waren untersuchungsleitend:
20
Welche konkreten Zielsetzungen haben die Förderansätze und wie betten sich diese in die Ziel-
21
hierarchie des OPs ein?
22
Welche Annahmen zur Kausalität der Förderung wurden getroffen?
23
Welche Ressourcen stehen für zur Verfügung und welche Ergebnisse und Auswirkungen sind
24
realistisch?
25
In welchen Umsetzungsstrukturen und -prozessen wird die Förderung durchgeführt? Sind diese
26
geeignet?
27
Entsprechen die erreichten Outputs und Ergebnisse quantitativ und qualitativ den Erwartungen?
28
Wenn nicht, welche Gründe lassen sich ermitteln für eine geringere Wirksamkeit?
29
Sind die erreichten Outputs und Ergebnisse geeignet, den identifizierten sozioökonomischen
30
Herausforderungen, aus denen der Förderbedarf abgeleitet wurde, zu begegnen?

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1
Die Analyse und Bewertung entlang dieser Fragestellungen erfolgte überwiegend qualitativ, basie-
2
rend auf einem jeweils zum spezifischen Wirkungsgefüge des zu untersuchenden Vorhabensbe-
3
reichs passenden Methodenset. Dieses Methodenset, einschließlich des Umfangs der erforderlichen
4
Datenerhebungen, wurde gemäß Vertragsunterlagen / Leistungsbeschreibung unter Beachtung der
5
Verhältnismäßigkeit bestimmt. Die Auswahl und Kombination von Evaluierungsmethoden erfolgte
6
daher vor dem Hintergrund der relativen Bedeutung des zu untersuchenden Vorhabensbereichs für
7
die Realisierung der Zielsetzungen des Operationellen Programms, des bereits bestehenden Er-
8
kenntnisstands zur Kausalität und Wirksamkeit der Förderung sowie der inhaltlichen Ausrichtung der
9
fachspezifischen Evaluierungsfragen der Fondsbewirtschafter (siehe 2.2.2. Fachspezifische Evalu-
10
ierungsfragen).
11
Grundsätzlich kam in der Analyse ein Stufenmodell zur Anwendung. In der ersten Stufe wurden
12
bereits verfügbare Daten und Informationen analysiert. Dies bezog insbesondere Dokumente zur
13
Konzeption des jeweiligen Vorhabensbereichs, Berichte möglicher Vorevaluierungen oder Begleit-
14
forschungsprojekte sowie Daten zur Vorhaben und Teilnehmer/innen aus dem IT-Begleitsystem ein.
15
In Fällen schon länger etablierter Förderansätze, deren Wirksamkeit bereits vertiefend untersucht
16
worden war, bei denen die Daten aus IT-Begleitsystem eine entsprechende Konstanz der Wirksam-
17
keit nahelegten und zu denen keine tiefergehenden Erkenntnisinteressen der Fondsbewirtschafter
18
bestanden, waren keine zusätzlichen Primärerhebungen vorgesehen. Solche Primärerhebungen –
19
angepasst auf den jeweiligen Vorhabensbereich und das Erkenntnisinteresse der Fondsbewirtschaf-
20
ter – bildeten die zweite methodische Stufe. Die Auswahl und Eignung von Methoden aus dem ge-
21
samten Spektrum der empirischen Sozialforschung wurde an Hand der Untersuchungsaspekte be-
22
stimmt, zu denen bislang keine relevanten Daten und Informationen vorlagen. Dabei spielte auch
23
das besondere Erkenntnisinteresse der Fondsbewirtschafter eine wichtige Rolle.
24
2.2.2. Fachspezifische Evaluierungsfragen
25
Die fachspezifischen Evaluierungsfragen der Fondsbewirtschafter bilden eine ergänzende Konkreti-
26
sierung der Wirkungsevaluierung. Sie vertiefen in der Interpretation des Evaluators bestimmte As-
27
pekte der Interventionslogik, die auch für die Bewertung und Steuerung der Förderung durch die
28
Fondsbewirtschafter von hoher Bedeutung sind. Die fachspezifischen Evaluierungsfragen wurden
29
vor diesem Hintergrund konzeptionell und methodisch in die Wirkungsevaluierung eingebettet.
30
2.3. Zeitliche Durchführung
31
Für die Wirkungsevaluierungen 2017 wurde im Evaluierungskonzept folgender Zeitplan festgelegt:
32

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2
Abbildung 3: Wirkungsevaluierungen einschließlich fachspezifischer Evaluierungsfragen: Zeitplan
3
Dieser indikative Zeitplan konnte aus verschiedenen Gründen im Verlauf der Evaluierung nicht voll-
4
ständig umgesetzt werden, so dass einzelne Untersuchungen erst vor Erstellung des Endberichts
5
abgeschlossen werden konnten. Als wesentliche Ursachen sind zu benennen:
6
Im Planungsstadium der Evaluierung 2017 zeigte sich, dass sich die Erkenntnisinteressen ein-
7
zelner Fondsbewirtschafter (fachspezifische Evaluierungsfragen) sowie die in der Leistungsbe-
8
schreibung / Vertragsunterlagen vorgesehenen zeitliche Vorgaben aus fachlichen Gründen ge-
9
ändert hatten, so dass zunächst eine Änderung des Evaluierungsplan und nachfolgend eine
10
vertragliche Ergänzung notwendig wurde. Die Abnahme des der Untersuchung zu Grunde lie-
11
genden Konzepts erfolgte entsprechend erst Anfang August 2017.
12
Die Evaluierung ist sowohl in der Analyse selbst als auch für die Planung und Umsetzung von
13
Primärerhebungen auf Daten zu geförderten Vorhaben und Teilnehmer/innen aus dem IT-Be-
14
gleitsystem für den Europäischen Sozialfonds angewiesen. Die Spezifizierung, Abstimmung
15
und Bereitstellung dieser Daten erfolgte – nicht zuletzt auf Grund der Vielzahl zu beteiligender
16
Stellen – in einem längeren Prozess, so dass entsprechende Daten erst ab August 2017 voll-
17
ständig zur Verfügung standen.
18
Parallel zu den Abstimmungen zur Datenübermittlung wurden gemeinsam mit der Verwaltungs-
19
behörde datenschutzrechtliche Gesichtspunkte für die Datenübermittlung und die Durchführung
20
von Primärerhebungen im Detail abgestimmt.
21
Die oben dargestellten Punkte führten insbesondere dazu, dass die Aufbereitung von Daten aus dem
22
IT-Begleitsystem erst Ende des dritten Quartals erfolgen konnte. Dadurch begann auch die Feld-
23
phase in einzelnen Vorhabensbereichen erst im vierten Quartal. Daher werden die aus Primärerhe-
24
bungen gewonnenen vertiefenden Erkenntnisse zu den Vorhabensbereichen A.3.1.1 „Weiterbil-
25
dungscheck, individuell“, A.3.1.2 „Weiterbildungscheck, betrieblich“, B.1.1.6 „Eignungsfeststellung,
26
Koordinierung, Begleitung“ sowie C.5.2.3 „Zusatzqualifikation“ erst im Endbericht dokumentiert.
27
Dokumentenanalysen
Aufbereitung von Daten aus IT-Begleitsystem
Vorbereitung der Erhebungsinstrumente
Durchführung von Primärerhebungen
Bericht (Entwurf des Endberichtes)
Schlussfolgerungen /
Handlungsempfehlungen
Bericht (Endbericht)
Analyse und Berichtslegung
Feldphase
2. Quartal 2017
3. Quartal 2017
4. Quartal 2017
1. Quartal 2018
Auswertung verfügbarer Daten und Informationen / Vorbereitung von Primärerhebungen

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1
3. Aufbau der Teiluntersuchungen zur Wirkungsevaluie-
2
rung
3
Die durchgeführten Wirkungsevaluierungen einschließlich der Beantwortung der fachspezifischen
4
Evaluierungsfragen werden in einem einheitlichen, standardisierten Format dargestellt. Die Struktur
5
der einzelnen Kapitel zu den Vorhabensbereichen wird nachfolgend näher erläutert.
6
Einleitend erfolgt für alle Vorhabensbereiche eine kurze Verortung innerhalb der Förderarchitektur,
7
eine kurze Beschreibung der Förderinhalte sowie der relativen Größe des Vorhabensbereichs inner-
8
halb der Prioritätsachse und des spezifischen Ziels.
9
3.1. Konzept: Untersuchungsfragen und methodisches Vorgehen
10
In diesem Abschnitt werden für den jeweiligen Vorhabensbereich Ziele und Zweck der Untersuchung
11
sowie die fachspezifischen Evaluierungsfragen beschrieben. Das Vorgehen zur Durchführung der
12
Evaluierung wird erläutert. Weiterhin werden hier systematisch die verwendeten Informationsquellen
13
und genutzten Methoden sowie das jeweils damit verfolgte Erkenntnis- und Bewertungsinteresse
14
dargestellt. Grundlage für dieses Kapitel ist das mit der Verwaltungsbehörde und den Fondsbewirt-
15
schaftern abgestimmte Evaluierungskonzept.
16
3.2. Ziele und Interventionslogik der Förderung
17
In diesem Abschnitt wird das Verständnis des Evaluators über das Umfeld der Förderung, die im
18
Förderansatz angelegten kausalen Zusammenhänge sowie die sich darin widerspiegelnde horizon-
19
tale Interventionslogik erläutert. Im Unterabschnitt zur vertikalen Interventionslogik wird der jeweilige
20
Förderansatz des Vorhabensbereichs in die übergeordneten Zielsetzungen des Operationellen Pro-
21
gramms für den Europäischen Sozialfonds eingeordnet.
22
3.3. Bestehende Erkenntnisse
23
Sofern es sich um kein neues Förderangebot handelt, werden hier bestehende Erkenntnisse aus
24
Vorprogrammen aus der vergangenen Förderperiode kurz aufbereitet. Gegebenenfalls wird auch auf
25
Evaluationsergebnisse ähnlicher Programme und der Durchführungsevaluierung zurückgegriffen.
26
3.4. Analyse
27
Der Analyseteil gliedert sich in eine quantitative und eine qualitative Analyse.
28
3.4.1. Quantitative Analyse
29
Die quantitative Analyse erfolgt auf Grundlage der von der Leitstelle IT-Verfahren Fördermittel be-
30
reitgestellten Informationen zu Vorhaben und Teilnehmer/innen zum Datenstand 30.6.2017.
31
Die wesentlichen Kennzahlen der Förderung werden in einer einheitlichen Graphik aufbereitet. Dies
32
beinhaltet insbesondere auch die Ausweisung der im Operationellen Programm festgelegten Zielin-
33
dikatoren. Diese Graphik wird nachfolgend erläutert und interpretiert.

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Die quantitative Analyse weist allerdings in Teilen Beschränkungen auf, die sich aus dem bereitge-
2
stellten Datenmaterial ergeben. Folgende Punkte müssen bei der Interpretation berücksichtig wer-
3
den:
4
Den Graphiken liegen zwei unterschiedliche Datenquellen zu Grunde (Auswertung zu den Vor-
5
haben und Auswertung zu den Teilnehmer/innen), die nur bedingt anschlussfähig zueinander
6
sind. Dies wirkt sich auf die Berechnung der durchschnittlichen Teilnehmerzahl pro Vorhaben
7
insofern aus, als dass diese nicht dem Quotienten aus der ausgewiesenen Zahl der Vorhaben
8
und der Eintritte entspricht. Hier wurden ausschließlich die verfügbaren Daten zu den Teilneh-
9
mer/innen zu Grunde gelegt, da für einige bewilligte Vorhaben noch nicht die korrespondieren-
10
den Teilnehmer/innen in den Auswertungen enthalten sind und es daher sonst zu einem ten-
11
denziell zu niedrigem Berechnungsergebnis käme.
12
Einzelne Indikatoren fallen in den bereitgestellten Auswertungen niedriger als erwartet aus oder
13
es liegen gar keine Daten vor. Gründe dafür können Fehler in der bereitgestellten Auswertung,
14
Schnittstellenprobleme zwischen der Leitstelle IT-Verfahren Fördermittel und der Sächsischen
15
Aufbaubank oder die zeitversetzte Erfassung von Daten sein.
16
Die zeitversetzte Erfassung von Daten spielt insbesondere bei kurz vor dem Stichtag der Daten-
17
ziehung bewilligten Vorhaben eine Rolle. Hier fehlen nicht selten die Eintrittsindikatoren zu den
18
Teilnehmer/innen, die noch nicht erfasst wurden. In Vorhabensbereichen, in denen dies in meh-
19
reren Fällen vorkommt, kann dies in der Folge zu einer Unterschätzung der Zielerreichung im
20
Output führen.
21
Einige Indikatorenwerte lassen sich kaum interpretieren. Zum Beispiel weist der ausschließlich
22
an Schüler/innen gerichtete Vorhabensbereich C.1.1.2 „Erhöhung Abschlussquote und Schüler-
23
camps“ in den Teilnehmeraustrittsdaten eine deutlich höhere Zahl von Teilnehmer/innen aus,
24
die sich in beruflicher Bildung befinden, als Personen, die einen Schulabschluss erlangt haben.
25
Die Gründe dafür lassen sich im Rahmen der Evaluierung nicht ermitteln. In solchen Fällen wird
26
auf die fehlende Interpretierbarkeit hingewiesen, auf weitergehende Bewertungen aber verzich-
27
tet.
28
Die Definitionen von Eintritts- und Austrittsindikatoren unterscheiden sich teilweise. Zum Bei-
29
spiel unterscheiden sich die Indikatoren zum Erwerbsstatus bei Eintritt und bei Austritt, so dass
30
die ausgewiesenen Werte nicht unmittelbar in Bezug zueinander gesetzt werden können.
31
Die übergeordneten Grundsätze gemäß Art. 7 und 8 VO (EU) 1303/2013 werden nach der An-
32
leitung Nr. 15 der Verwaltungsbehörde durch eine Vorbelegung für alle Vorhaben im Monitoring
33
erfasst. Die Projektliste weist entsprechend der Vorbelegung die Plan-Beiträge aus. Daten zu
34
Ist-Beiträgen liegen nicht vor. Deshalb werden im Rahmen der quantitativen Analyse die Plan-
35
Werte gemäß der Vorbelegung dokumentiert.
36
Sofern die aufgeführten Aspekte dem Evaluator bekannt oder aufgefallen sind, wird dies im Rah-
37
men der quantitativen Analyse kommentiert.

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2
Abbildung 4: Erläuterungen zu den verwendeten Abbildungen in der quantitativen Analyse
3
3.4.2. Qualitative Analyse
4
Die qualitative Analyse vertieft einerseits die Untersuchung und richtet andererseits den Fokus auf
5
die fachspezifischen Evaluierungsfragen der Fondsbewirtschafter. Die Analyse zielt darauf ab, das
6
Bild zur Wirksamkeit der Interventionslogik systematisch zu vervollständigen. Die qualitative Analyse
7
gliedert sich entsprechend der in jeweils Abschnitt X.1 „Konzept: Untersuchungsfragen und metho-
8
disches Vorgesehen“ aufgeführten Untersuchungsaspekte.
9
3.5. Zusammenfassende Bewertung, Schlussfolgerungen und Empfehlun-
10
gen
11
Abschließend werden in diesem Teil die Untersuchungsergebnisse systematisch aufgearbeitet, zu-
12
sammengefasst und bewertet. Die Zusammenfassung erfolgt entlang der Erkenntnisse zur horizon-
13
talen Interventionslogik, zur vertikalen Interventionslogik sowie zu den fachspezifischen Evaluie-
14
rungsfragen der Fondsbewirtschafter.
15
Am Ende der tabellarischen Aufstellung werden Problemskizzen zusammengefasst und Empfehlun-
16
gen einschließlich der Adressaten formuliert.
17

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1
4. Vorhabensbereich A.1.3.2 „Gründerinitiativen“
2
Der Vorhabenbereich A.1.3.2 „Gründerinitiativen“ ordnet sich wie folgt in die Förderarchitektur des
3
ESF-Sachsen ein.
4
Gründerinitiativen (A.1.3.2)
Fondsbewirtschafter: Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA), Referat 35
Prioritätsachse (PA)
A
Förderung nachhaltiger und hochwertiger Beschäftigung und Unterstützung der
Mobilität der Arbeitskräfte
Investitionspriorität (IP)
8iii
Selbstständigkeit, Unternehmergeist und Gründung von Unternehmen, einschließ-
lich von innovativen Kleinstunternehmen sowie innovativen kleinen und mittleren
Unternehmen
Spezifisches Ziel (SPZ)
A.1
Existenzgründungen und Unternehmergeist stärken
Handlungsoption (HO)
A.1.3 Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft
5
Tabelle 2:
Vorhabensbereich A.1.3.2 „Gründerinitiativen“ – Einordnung in die Förderarchitektur
6
Der Vorhabensbereich A.1.3.2 richtet sich an Studierende, wissenschaftliches Personal und Absol-
7
venten/innen von Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Freistaats Sachsen. Gefördert
8
werden Gründerinitiativen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die Aktivitäten in vier ver-
9
schiedenen Themenbereichen anbieten. Diese beinhalten die Generierung von Ideen für Unterneh-
10
mensgründungen, die begleitende Beratung und Unterstützung von Gründungsvorhaben, Qualifizie-
11
rungskurse und Veranstaltungen zur Sensibilisierung und Motivierung potenzieller Gründer/innen.
12
Darüber hinaus können im Rahmen innovativer Module neue Ansätze mit einem besonderen Pra-
13
xisbezug gefördert werden.
14
Innerhalb der Prioritätsachse A zählt der Vorhabensbereich „Gründerinitiativen“ mit einem Anteil von
15
etwa fünf Prozent an den geplanten ESF-Mitteln zu den mittelgroßen Vorhabensbereichen, innerhalb
16
des Spezifischen Ziels A.1 bildet er mit einem Anteil von knapp 22 Prozent den zweitgrößten Bau-
17
stein der Förderung.
18
4.1. Konzept: Untersuchungsfragen und methodisches Vorgehen
19
Ziel der Untersuchung ist die Bewertung der Wirksamkeit der Interventionslogik des Vorhabensbe-
20
reichs und die Beantwortung einer fachspezifischen Evaluierungsfrage, welche durch den Fondsbe-
21
wirtschafter aufgeworfen wurde. In der folgenden Übersicht sind Ziele, Zweck und Fragen der Un-
22
tersuchung zusammenfassend dargestellt.
23
Teil C: Wirkungsevaluierung
Teil D: fachspezifische Evaluierungsfragen
Wirksamkeit der Interventionslogik
Beitrag zur Realisierung der über-
greifenden Zielsetzungen
Welche Bedeutung messen die bekannten Gründerinnen und Gründer den
Unterstützungsleistungen der Gründerinitiativen für den Erfolg ihres Vorha-
bens rückblickend bei?
24
Tabelle 3:
Wirkungsevaluierung im Vorhabensbereich A.1.3.2 „Gründerinitiativen“ – Untersuchungsgegenstand
25
Die Wirkungsevaluierung einschließlich der Beantwortung der fachspezifischen Evaluierungsfrage
26
wurde nach dem folgenden Vorgehen durchgeführt:
27
1. Analyse des Förderansatzes einschließlich der Einbettung in die Gesamtstrategie

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2. Analyse des bisherigen Umsetzungsstands
2
3. Analyse und Bewertung der Wirksamkeit des Förderansatzes hinsichtlich der Doppelzielsetzung
3
4. Vertiefende Analyse und Bewertung des konkreten Nutzens der Angebote für die (Weiter-)Ent-
4
wicklung und Realisierung konkreter Gründungsvorhaben (Konkretisierung der fachspezifischen
5
Evaluierungsfrage)
6
5. Schlussfolgerung zum Beitrag der Förderung zur Realisierung der Gesamtstrategie sowie zur
7
Umsetzung der übergreifenden Förderziele
8
Folgende Tabelle weist alle im Zuge der Analyse genutzten Informationsquellen, die genutzten Me-
9
thoden sowie ihren Einsatzzweck aus:
10
Datenquelle
Analysemethode
Erkenntnisse und Bewertungen
ESF-OP
Ggf. weitere Dokumente zur För-
derkonzeption
Bestehende Evaluierungsberichte
Dokumentenanalyse
Förderansatz und Einbettung in Gesamtstrategie
Analyse und Bewertung bestehender Erkenntnisse
zur Wirksamkeit
Auswertungen von Daten aus dem
IT-Begleitsystem zu Vorhaben und
Teilnehmer/innen
Quantitative Analyse
Finanzieller und materieller Umsetzungsstand
Implementierung der übergreifenden Grundsätze
Interviews mit den Projektleiter/in-
nen der Gründungsinitiativen
Befragung bekannter Gründer/in-
nen (Abfrage zuvor bei den Grün-
derinitiativen)
Qualitative und
quantitative Analyse
Ausgestaltung der Angebote der Gründerinitiativen
Qualitative Nachfrage und Inanspruchnahme
Ausgestaltung der Begleitung
Retrospektiver Nutzen von Beratung, Begleitung und
Qualifizierungsangeboten für die Entwicklung und
Realisierung von Gründungsvorhaben
11
Tabelle 4:
Wirkungsevaluierung im Vorhabensbereich A.1.3.2 „Gründerinitiativen“ – Datenquellen
12
4.2. Ziele und Interventionslogik der Förderung
13
Die Interventionslogik des Vorhabensbereichs A.1.3.2 „Gründerinitiativen“ wird nachfolgend vorge-
14
stellt, beginnend mit einer Kurzbeschreibung des Förderkontexts beziehungsweise Umfelds der För-
15
derung.
16
Kontext der Förderung
17
Die Förderung der Gründerinitiativen erfolgt insbesondere in Bezug auf die im ESF-OP benannte
18
Herausforderung 2 „Existenzgründungen und Unternehmergeist stärken“. In der sozioökonomischen
19
Analyse im Vorfeld der Erstellung des ESF-OP wurde hinsichtlich dieser Herausforderung festge-
20
stellt, dass die Gründungsintensität im Freistaat Sachsen nur 80 Prozent des gesamtdeutschen Ni-
21
veaus beträgt und auch unter dem Niveau vergleichbarer Regionen in Ostdeutschland liegt. Darüber
22
hinaus wird vor dem Hintergrund des EU-2020 Ziels der Erhöhung der Gesamtbeschäftigungsquote
23
im ESF-OP festgestellt, dass in Sachsen Gründergeist in der Gesellschaft und an den Hochschulen
24
noch ungenügend verwurzelt sind.

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Der Vorhabensbereich der Gründerinitiativen ist eingebettet in die Innovationsstrategie und die Un-
2
ternehmensgründungsstrategie des Freistaates Sachsen.
3
Horizontale Interventionslogik
4
Der Vorhabensbereich A.1.3.2 „Gründerinitiativen“ zielt darauf ab, Unternehmensgründungen aus
5
der Wissenschaft zu unterstützen. An Hochschulen und Forschungseinrichtungen im Freistaat Sach-
6
sen soll eine Kultur der Selbstständigkeit, der Eigeninitiative und des unternehmerischen Denkens
7
etabliert und weiterentwickelt werden.
8
Gefördert werden Gründerinitiativen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die Module in
9
verschiedenen Bereichen anbieten. Dabei zielt insbesondere die „Beratung und Unterstützung von
10
Gründungsvorhaben“ auf die Begleitung konkreter Gründungen ab. Andere Module wie die Gene-
11
rierung und Umsetzung von Gründungsideen oder die Sensibilisierung und Motivierung potenzieller
12
Gründer/innen verfolgen eher das Ziel, generelles Interesse an Gründungen zu fördern und zu kon-
13
kretisieren. Im Modul der Qualifizierungsmaßnahmen werden Kurse angeboten, die sowohl den spe-
14
zifischen Weiterbildungsbedarf konkreter Gründungsvorhaben als auch das allgemeine Interesse an
15
gründungsrelevanten Inhalten adressieren. Darüber hinaus können auch „innovative Module“ geför-
16
dert werden, die neue Lösungsansätze erproben und einen besonderen Praxisbezug aufweisen.
17
Die Gründerinitiativen richten sich an Studierende, Promovierende und wissenschaftliches Personal
18
der Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie Studierende von Berufsakademien. Alle Ziel-
19
gruppen können auch bis zu zehn Jahre nach Ende des Studiums / der Promotion / der Beschäfti-
20
gung an der Hochschule gefördert werden. Insgesamt sollen 500 Personen in der stärker entwickel-
21
ten Region und 1.500 Personen in der Übergangsregion im Lauf der Förderperiode mit der Förde-
22
rung erreicht werden.
23
Im Sinne der Wirkungslogik lassen sich erstens erfolgreiche Gründungen von betreuten Existenz-
24
gründer/innen und zweitens eine gesteigerte Gründungsaffinität und -neigung bei Gründungsinte-
25
ressierten als erwünschte Ergebnisse der Förderung benennen. Die Zahl der tatsächlichen unmittel-
26
bar im Anschluss an die Förderung erfolgenden Gründungen ist jedoch schwer abzuschätzen.
27
Ebenso kann eine Veränderung der Gründungskultur kaum quantitativ und insbesondere nicht auf
28
kurze Sicht erfasst werden. Deshalb hat der Freistaat Sachsen in diesem Vorhabensbereich auf die
29
Festlegung eines oder mehrerer entsprechender Ergebnisindikatoren verzichtet.
30
Folgende Graphik fasst die horizontale Interventionslogik des Vorhabensbereichs zusammen:
31

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Abbildung 5: Horizontale Interventionslogik im Vorhabensbereich A.1.3.2 „Gründerinitiativen“
3
Vertikale Interventionslogik
4
Der Förderansatz des Vorhabensbereichs A.1.3.2 „Gründerinitiativen“ soll unmittelbar zum im ESF-
5
OP benannten Spezifischen Ziel, Existenzgründungen und Unternehmergeist zu stärken, beitragen.
6
Einerseits werden dazu Gründungsvorhaben direkt betreut und potenzielle Gründer/innen auf dem
7
Weg bis zur Gründung beraten. Anderseits wirken die Angebote im Bereich der Sensibilisierung und
8
Motivierung mittelbar auf eine Stärkung der Gründungsklimas in der Gesellschaft hin. In welchem
9
Maße mögliche Gründungen auch zum übergeordneten Zielen der Förderung nachhaltiger und hoch-
10
wertiger Beschäftigung beitragen kann, hängt von deren Innovationsgrad, Marktpotenzial und den
11
Beschäftigungseffekten und -potenzialen ab.
12
4.3. Bestehende Erkenntnisse
13
Bei dem Vorhabensbereich A.1.3.2 handelt es sich im Wesentlichen um die Weiterführung eines
14
Förderangebots aus der vergangenen Förderperiode. Die Gründerinitiativen bildeten in der Förder-
15
periode 2007-2013 einen Förderbaustein des damaligen Vorhabensbereichs „Unternehmensgrün-
16
dungen aus der Wissenschaft“. Einige Elemente der Förderung wurden angepasst. So wurde der
17
Mindestanteil von Veranstaltungen im Bereich der begleitenden Betreuung auf ein Drittel erhöht, die
18
Möglichkeit der Förderung „innovativer Module“ eingeführt, der Eigenbeitrag erhöht und die Ziel-
19
gruppe auf Absolventen/innen (bis zehn Jahre nach Verlassen der Hochschule) und Teilnehmer/in-
20
nen aus Berufsakademien ausgeweitet.
21
Die letzte Evaluierung der Förderperiode 2007-2013 widmete sich in der Untersuchung des Förder-
22
gegenstands vier Untersuchungsfeldern: Der Einbettung und Verankerung der Gründerinitiativen,
23
der Inanspruchnahme der Angebote der Gründerinitiativen, der Akzeptanz der Förderung aus Sicht
24
der mittelbar Begünstigten und der Wirksamkeit der Förderung. Da die Kernelemente der Förderung
25
aus der Vorperiode unverändert erhalten geblieben sind, ist davon auszugehen, dass die Befunde
26
der Vorevaluierung gültig und auf diese Förderperiode übertragbar sind. Diese werden im Folgenden
27
kurz vorgestellt.
28
Hinsichtlich der Einbettung und Verankerung der Förderung wurde zwar einerseits festgestellt, dass
29
eine Verzahnung und Kooperation mit bestehenden hochschulinternen und -externen Initiativen und
30
Angeboten im Wesentlichen stattfindet. Anderseits wurden von den Beteiligten der dauerhaften In-

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tegration der gründungsbezogenen Aktivitäten an die Hochschulstrukturen auf Grund fehlender Fi-
2
nanzierungsmöglichkeiten geringe Chancen eingeräumt. Kritik formulierten die Zuwendungsempfän-
3
ger insbesondere an der Komplexität der Beleg- und Nachweisführung.
4
Bezüglich der Inanspruchnahme des Angebots verzeichneten die Gründerinitiativen in der letzten
5
Förderperiode eine steigende Nachfrage, wobei Frauen mit einem Anteil von ca. 40 Prozent an den
6
Teilnehmer/innen etwas unterrepräsentiert waren. Die Nachfrage im Bereich der Qualifizierungs-
7
kurse konzentrierte sich auf die Kurse im Bereich Soft-Skills und Gründungsmanagement.
8
Die Akzeptanz der Förderung aus Sicht der Zielgruppe wurde insgesamt positiv beurteilt. Der Groß-
9
teil der Teilnehmer/innen bescheinigte den Qualifizierungskursen eine hohe fachliche Qualität und
10
einen hohen Nutzwert bezogen auf die konkreten Gründungvorhaben. Verbesserungspotenziale sa-
11
hen die Befragten hinsichtlich der Unterstützung bei der Partnersuche und bei der fachlichen Qualität
12
der Kurse mit vergleichsweise spezifischen Inhalten (z.B. Unternehmensnachfolge oder Marken- und
13
Patentrecht). Die größten Hemmnisse bei der Gründung aus Sicht der Gründungsinteressierten wa-
14
ren Schwierigkeiten bei der Finanzierung und die Sorge vor dem Scheitern.
15
Hinsichtlich der Wirksamkeit der Förderung stellte die Vorevaluation eine hohe Gründungsmotivation
16
bei den mittelbar Geförderten fest. Etwa ein Viertel der Teilnehmer/innen der Qualifizierungskurse
17
und Beratungsangebote gründete auf kurze bis mittlere Sicht, bei weiteren 16 Prozent bestand eine
18
konkrete Gründungsabsicht. Mit einem Anteil von 33 Prozent waren Frauen unter den Gründer/innen
19
deutlich unterrepräsentiert. In Hinblick auf die Branchenverteilung wurden rund ein Drittel der Unter-
20
nehmen im Dienstleistungssektor gegründet. Nach Schätzungen der Evaluierung wurden in der letz-
21
ten Förderperiode pro Gründung durchschnittlich 1,6 Arbeitsplätze geschaffen.
22
Im Rahmen der Durchführungsevaluierung 2016 wurde der Umsetzungsstand des Vorhabensbe-
23
reichs erstmals in der aktuellen Förderperiode bewertet. Dabei zeigte sich, dass der finanzielle Um-
24
setzungsstand weit fortgeschritten war und seit dem Förderbeginn 2014 bereits mehr Teilnehmer/in-
25
nen als erwartet erreicht worden waren. Es waren keine Durchführungsprobleme erkennbar.
26
4.4. Analyse
27
4.4.1. Quantitative Analyse
28
Der Umsetzungsfortschritt im Vorhabensbereich A.1.3.2 „Gründerinitiativen“ stellt sich zum Stichtag
29
30.06.2017 wie folgt dar:
30

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2
Abbildung 6: Umsetzungsstand im Vorhabensbereich A.1.3.2 „Gründerinitiativen“, Quelle: Monitoring-Auswertungen zu Vor-
3
haben und Teilnehmer/innen der LIF und eigene Berechnungen
4
Im Vorhabensbereich A.1.3.2 sind bislang 57 Prozent aller verfügbaren Mittel gebunden. Bei den
5
acht bewilligten Vorhaben handelt es sich um die grundlegende Förderung von vier Gründerinitiati-
6
ven sowie die zusätzliche Förderung von „Innovativen Modulen“, welche an insgesamt drei der Grün-
7
derinitiativen implementiert wurden. Insgesamt 2.836 Personen haben zum Stichtag am Angebot der
8
Gründerinitiativen teilgenommen, davon sind 63 Prozent männlich. Unter den Teilnehmer/innen be-
9
finden sich ein großer Anteil an nicht Erwerbstätigen (62 Prozent) sowie Personen, die noch keinen
10
tertiären Bildungsabschluss haben (40 Prozent). Dies ist darauf zurückzuführen, dass viele Teilneh-
11
mer/innen zur Teilzielgruppe der Studierenden gehören.
12
Die Zahl der Teilnehmer/innen ist bereits sehr hoch, so dass die Erreichung der Output-
13
ziele unproblematisch erscheint.
14
Mit 1.358 von 1.500 Gründungsinteressierten und Existenzgründer/innen in der Übergangsregion
15
und 371 von 500 in der stärker entwickelten Region wurden bereits 91 beziehungsweise 74 Prozent
16
der Zielwerte des OP-Outputindikators erreicht. Da viele Ergebnisse der Förderung erst in einer lang-
17
fristigen Perspektive zu erwarten sind, wurde für den Vorhabensbereich A.1.3.2 kein Ergebnisindi-
18
kator festgelegt.
19
Hinsichtlich der zu erwartenden Beiträge zu den übergreifenden Fördergrundsätzen gemäß Art. 7
20
und 8 VO (EU) 1303/2013 stellt der Fondsbewirtschafter folgende Mindestanforderungen an die Vor-
21
haben:
22
23
24
Vorhabensbereich A.1.3.2
Vorhabensbereich:
Fondsbewirtschafter:
SMWA, Ref. 35
Beginn der Förderung:
2014
Laufzeit in %:*
35%
Input
SER
ÜR
Gesamt
ESF-Mittel (PLAN)
2,06 Mio. Euro
7,38 Mio. Euro
9,44 Mio. Euro
ESF-Mittel gebunden:
0,99 Mio. Euro
4,42 Mio. Euro
5,41 Mio. Euro
Anteil gebunden:
48%
60%
57%
Output
Anzahl Bewilligt
Anzahl VN-geprüft
Ø Summe (€)
Ø Anzahl TN**
Ø Förderdauer (Monate)
8
0
676.528
354,5
37
Eintritte gesamt
weiblich
männlich
ISCED 1-2
ISCED 3-4
ISCED 5-8
2.836
37%
63%
0%
40%
60%
Arbeitslose
Arbeitnehmer/innen
und Selbstständige
Nicht Erwerbstätige
Unter 25
Über 54
Migrations-
Hintergrund
5%
32%
62%
36%
0%
6%
Output: OP-Indikatoren
Indikator 1:
Gründungsinteressierte und Existenzgründer/innen
Zielwert (SER)
Zielwert (ÜR)
IST (SER)
IST (ÜR) % an Ziel (SER)
% an Ziel (ÜR)
Zielerreichung
500
1.500
371
1.358
74%
91%
* Seit Beginn der Förderperiode 01.01.2014 (unter Berücksichtigung von n+3)
** Berechnet anhand der Vorhaben für die Teilnehmerdaten vorliegen
Gründerinitiativen
Vorhaben
(beide Regionen)
Teilnehmer/innen
(beide Regionen)
0%
100%
Mittelkontingent / Zielwert Output
Modellhafter Verlauf
ESF-Mittel gebunden (% von Plan)
Teilnehmeroutput (% von Zielwert)

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Grundsatz
Umwelt- und
Ressourcenschutz
Grundsatz
Gleichstellung
Grundsatz
Chancengleichheit /
Nichtdiskriminierung
Neutral
Relevant
Relevant
1
Tabelle 5:
Kategorisierung der Beiträge von Vorhaben im Vorhabensbereich A.1.3.2 zu den übergreifenden Grundsätzen,
2
Quelle: Anleitung Nr. 15, eigene Darstellung.
3
Angaben zum tatsächlichen Beitrag der Vorhaben liegen in den übermittelten Daten nicht vor und
4
können somit nicht bewertet werden.
5
4.4.2. Qualitative Analyse
6
Die zentralen Ziele der Förderung bestehen einerseits in der Verankerung unternehmerischen Den-
7
kens und der Stärkung des Gründergeists, andererseits in der Unterstützung konkreter Gründungs-
8
vorhaben. Während die Wirksamkeit der Förderung hinsichtlich des ersten Aspekts bereits im Rah-
9
men durch die begleitende Evaluierung der Förderperiode 2007-2013 belegt wurde, bestehen noch
10
Erkenntnislücken in Bezug darauf, welche Rolle die Angebote der Gründerinitiativen im Kontext kon-
11
kreter Gründungsvorhaben einnehmen und welche Potenziale diese Gründungsvorhaben besitzen.
12
In diesen weiteren Kontext der Relevanz der Förderung für tatsächliche Unternehmensgründungen
13
wurde entsprechend auch die fachspezifische Evaluierungsfrage des Fondsbewirtschafters platziert.
14
Grundlage der Analyse bilden vier Fachgespräche mit Projektleiter/innen der Gründungsinitiativen
15
sowie eine Befragung von bekannten Gründer/innen. Die Fachgespräche wurden als teilstrukturierte
16
Interviews geführt. In Zusammenarbeit mit den Interviewpartnern/innen wurde in der Folge eine stan-
17
dardisierte Onlinebefragung unter Teilnehmer/innen durchgeführt, die nach Wahrnehmung eines An-
18
gebots der Gründerinitiativen in dieser Förderperiode gegründet haben. Der Umfang der tatsächlich
19
erfolgten Gründungen kann aus dieser Grundgesamtheit nicht bestimmt werden, da zum einen Grün-
20
dungen häufig mit Zeitverzug erfolgen und zum anderen viele potenzielle Gründer/innen bei Grün-
21
dung nicht mehr in Kontakt mit den Gründerinitiativen stehen. Insgesamt konnten die Projektverant-
22
wortlichen der vier Gründerinitiativen 184 ihnen bekannte Gründer/innen identifizieren und kontak-
23
tieren. Davon haben 53 an der Befragung teilgenommen. Dies entspricht einer Rücklaufquote von
24
etwa 29 Prozent. Trotz der guten Beteiligung an der Befragung ist die absolute Zahl der Befragten
25
relativ gering, so dass die Befragungsergebnisse eher Trends abbilden.
26
In den nachfolgenden Abschnitten wird zunächst die Ausgestaltung der Angebote der Gründerinitia-
27
tiven in den verschiedenen Bereichen beschrieben, um dann einen besonderen Fokus auf die Aus-
28
gestaltung der begleitenden Beratung zu legen. Darauf aufbauend wird die qualitative Nachfrage
29
und Inanspruchnahme des Angebots dargestellt. Anschließend geht es vor allem auf Grundlage der
30
Befragungsergebnisse um den Nutzen, den die Gründer/innen den Gründerinitiativen für die Ent-
31
wicklung und Realisierung ihrer Gründungsvorhaben beimessen. Abschließend wird auf die Entwick-
32
lungen der Unternehmen nach Gründung eingegangen.
33
Ausgestaltung der Angebote der Gründerinitiativen
34
Vier Gründerinitiativen werden in der Förderperiode 2014-2020 durch den ESF gefördert. Dabei han-
35
delt es sich um „Dresden Exists“, „SMILE“ in Leipzig, die Gründerakademie in Görlitz und Zittau und
36
„Saxeed“ in Südwestsachsen mit den Standorten Chemnitz, Freiberg, Mittweida und Zwickau. Die

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Gründerinitiativen weisen ein breites Angebot in den Bereichen Sensibilisierung, Motivierung, Ideen-
2
generierung, Qualifizierung und Gründerberatung auf, welches sich hinsichtlich der konkreten Aus-
3
gestaltung – auch bedingt durch die fachliche Ausrichtung der teilnehmenden Hochschulen und For-
4
schungsinstitute – regional unterscheidet. So herrscht vor dem Hintergrund der ingenieurs- und na-
5
turwissenschaftlichen Fachbereiche bei „Dresden Exists“ und „Saxeed“ ein stärkerer Fokus auf der
6
Verwertung technologischer Forschungsergebnisse, während Leipzig und Görlitz/Zittau in höherem
7
Maße den Bedarfen typischer Freiberufler-Studiengänge gerecht werden müssen.
8
Insgesamt weisen die Gründerinitiativen ein vielseitiges Angebot in den Bereichen Sensi-
9
bilisierung, Motivierung, Ideengenerierung, Qualifizierung und Gründerberatung auf.
10
Im Bereich Sensibilisierung und Motivierung verfolgen die Gründerinitiativen das langfristige Ziel, an
11
den Hochschulen ein „Gründungsklima“ zu schaffen. Unternehmerische Selbstständigkeit soll den
12
Studierenden, Absolventen und wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen bewusst und als alternativer
13
Karriereweg dargestellt werden. Dies geschieht durch Präsenz auf studentischen Einführungsveran-
14
staltungen, durch Informationsmaterial oder Veranstaltungen mit bekannten Gründerpersönlichkei-
15
ten. Durch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auf allen Kanälen wird einerseits für das Angebot der
16
Gründerinitiativen in den anderen Bereichen geworben. Anderseits dient dies auch dem Zweck, po-
17
tenzielle Interessenten mit der Gründungsthematik vertrauter zu machen.
18
Im Bereich der Ideengenerierung unterscheidet sich das Angebot nach den Standorten. Bei „SMILE“
19
in Leipzig und der Gründerakademie Zittau/Görlitz werden hier vor allem Ideenwettbewerbe und
20
ähnliche Formate durchgeführt. Bei „Dresden Exists“ und „Saxeed“ finden darüber hinaus Aktivitäten
21
im Bereich des Technologie-Scoutings statt. In diesem Rahmen gehen die Gründerinitiativen aktiv
22
auf Lehrstühle und Wissenschaftler/innen zu, informieren über die Möglichkeiten von Unternehmens-
23
gründungen und überführen bei Interesse Gründungsvorhaben in die Gründerberatung. Somit kön-
24
nen diese Aktivitäten teilweise auch der Gründerberatung zugerechnet werden. Die im Vergleich zur
25
letzten Förderperiode gesunkenen Förderquoten und der damit gestiegene Anteil der Eigenfinanzie-
26
rung durch die Hochschulen haben teilweise zur Folge, dass die Hochschulleitungen darauf hinwir-
27
ken, diese Arbeit vermehrt entlang bestehender Forschungsschwerpunkte oder Cluster auszurich-
28
ten.
29
Die vier Gründerinitiativen bieten ein breites Angebot von Qualifizierungskursen an. Formate sind
30
unter anderem Vorlesungen, Workshops, Planspiele oder Summer Schools. Inhaltlich haben sich
31
hier an den verschiedenen Standorten einige Standards herausgebildet, so zum Beispiel gründungs-
32
relevante Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Projektmanagement, Präsentationtechniken
33
oder Kompaktkurse zu Grundlagen von Finanzierung, Steuern und Recht. Darüber hinaus werden
34
dann – oft auch bedarfsorientiert – spezifischere Kurse etwa zu steuerlichen oder rechtlichen Fragen
35
angeboten.
36
Ein wesentlicher Teil der Arbeit der Gründerinitiativen findet im Rahmen der begleitenden Beratung
37
von konkreten Gründungsvorhaben statt. Im nächsten Abschnitt wird erläutert, wie sich diese Be-
38
gleitung konkret gestaltet.
39
Neben den vier durch die Richtlinie festgelegten Themenbereichen haben drei der vier Gründeraka-
40
demien zusätzlich „Innovative Module“ implementiert. Im Rahmen dieser Module sollen gründungs-
41
relevante Fragestellungen mit neuen Lösungsansätzen und hohem Praxisbezug erprobt werden. Bei

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den entwickelten Modulen zeichnen sich vor allem zwei Formate ab: Dies sind zum einen struktu-
2
rierte Inkubationsprogramme, die für eine Gruppe von Gründerteams eine intensive Betreuung mit
3
individueller Beratung, Qualifizierung und Marktentwicklung anbieten. Zum anderen gibt es Module,
4
die einen frühzeitigen Test von Geschäftsideen ermöglichen, entweder im Rahmen eines Markttes-
5
tes oder durch frühzeitiges Entwickeln eines Prototyps in einer Ideen- und Gründerwerkstatt
6
(„FabLab“). Ein weiteres „Innovatives Modul“ bringt im Rahmen eines Gründer-Mentorings Grün-
7
dungsinteressierte gezielt mit erfolgreichen Gründer/innen zusammen.
8
Ausgestaltung der Begleitung von Gründungsvorhaben
9
Die begleitende Beratung von Gründungsvorhaben findet angepasst an die individuellen Bedürfnisse
10
der Teilnehmer/innen statt. Dabei steht nach Rückmeldung der befragten Gründer/innen in den meis-
11
ten Fällen die Erstellung eines Businessplans im Vordergrund. Im Rahmen der Beratung werden
12
weitere Themen bedarfsgerecht ergänzt.
13
14
Abbildung 7: Zentrale Aspekte in der Gründerberatung (Mehrfachantworten möglich), Quelle: Befragung bekannter Grün-
15
der/innen, n=46
16
Bei 76 Prozent der befragten Gründer/innen spielten allgemeine Aspekte sowie die Erstellung eines
17
Businessplans eine zentrale Rolle in der Beratung. Bei fast der Hälfte der Befragten standen (auch)
18
Fragen der Gründungsfinanzierung, der Partnersuche und Fördermöglichkeiten im Vordergrund. Die
19
Themen Produktentwicklung sowie rechtliche und steuerliche Fragen waren für etwa zwei von fünf
20
Gründer/innen ein wichtiger Gegenstand der Begleitung. Dies deckt sich mit den Ausführungen der
21
Projektverantwortlichen vor Ort. Zwar gibt es einige Gründungsinteressierte mit kleinen, relativ klar
22
definierten Gründungsvorhaben (etwa Freiberufler/innen) oder einem speziellen Wissensbedarf in
23
einem fortgeschrittenen Gründungsprozess. Der Großteil der Gründer/innen nimmt aber an einem
24
längeren Beratungsprozess teil. In diesem wird auf Grundlage einer neuen Technologie, einer Pro-
25
dukt- oder Dienstleistungsidee ein Businessplan entwickelt. Daran können sich weitere Fragen des
26
Gründungsprozesses anschließen. Die Dauer der Beratungen variiert laut der Projektleiter/innen der
27
Gründerinitiativen dabei zwischen einigen Wochen bis zu einigen Jahren bei technologischen, for-
28
schungsbasierten Vorhaben. Im Durchschnitt finden pro Gründungsvorhaben etwa 10-20 Beratungs-
29
termine statt. Die Gesprächspartner/innen betonten, dass der Businessplan von den Gründungsin-
30
teressierten selbst entwickelt werden muss, die Gründerinitiativen stehen in diesem Prozess lediglich
31
strukturierend und beratend zur Seite. In der weiteren Beratung wird gezielt auf die individuellen
32
Bedarfe der Gründungsinteressierten eingegangen.

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Grundvoraussetzung zur Teilnahme an der Gründerberatung ist nach Aussage der Projektleiter/in-
2
nen in der Regel eine bestehende Gründungsidee. Oftmals muss diese zunächst noch weiter kon-
3
kretisiert und bis zur Marktreife entwickelt werden, was sich auch in den Angaben der befragten
4
Gründer/innen zum Inhalt der Beratung widerspiegelt. In den Gesprächen wurde auch darauf hinge-
5
wiesen, dass am Ende des Beratungsprozesses auch die Entscheidung der Teilnehmer/innen ste-
6
hen kann, die Gründung zu unterlassen. Eine solche Entscheidung informiert und begründet zu tref-
7
fen stelle ebenso ein wertiges Ergebnis des Beratungsprozesses dar.
8
Aus Sicht der Gründerinitativen besteht in den förderrechtlichen Vorgaben bezüglich des Abschlus-
9
ses der Begleitung ein Hindernis. Die Beratung darf dementsprechend nur bis zu dem Zeitpunkt
10
erfolgen, an dem das Unternehmen gegründet wird. Die Gesprächspartner/innen betonen, dass ins-
11
besondere in dem ersten Jahr nach Unternehmensgründung oft großer Beratungsbedarf bestehe
12
und die Gründerinitiativen für vorher betreute Gründungsvorhaben ein nützlicher Ansprechpartner
13
sein könnten. Da der Evaluator davon ausgeht, dass die Abgrenzung von Vor- und Nachgründungs-
14
phase vor dem Hintergrund von Kohärenzabstimmungen erfolgte, wird diesem durchaus nachvoll-
15
ziehbaren Aspekt im Weiteren keine weitere Aufmerksamkeit geschenkt.
16
Qualitative Nachfrage und Inanspruchnahme
17
Die verschiedenen Themenbereiche der Gründerinitiativen gehen aus Sicht der Teilnehmer/innen
18
ineinander über. Dies zeigt sich darin, dass Gründer/innen oft Angebote der Gründerinitiativen in
19
verschiedenen Bereichen wahrnehmen.
20
21
Abbildung 8: Wahrnehmung des Angebots durch die befragten Gründer/innen (Mehrfachantworten möglich), Quelle: Befra-
22
gung bekannter Gründer/innen, n=53
23
Hinsichtlich der Befragungsergebnisse ist es auf Grund der erfolgten Ansprache und Kontaktierung
24
der Gründer/innen über die Gründerinitiativen naheliegend, dass ein Großteil der Befragten an der
25
beratenden Begleitung der Gründerinitiativen teilgenommen hat. In diesem Bereich sind die Grün-
26
derinitiativen eng vertraut mit den Gründungsvorhaben und stehen enger im Kontakt mit den Teil-
27
nehmer/innen. Der Anteil von 87 Prozent der Befragten, auf die eine Teilnahme an der Beratung
28
zutrifft, spiegelt dies. Allerdings haben mehr als zwei Drittel der Befragungsteilnehmer/innen neben
29
der Beratung auch Kurse aus dem Qualifizierungsangebot belegt. Wie zuvor geschildert, werden die
30
Qualifizierungskurse teilweise bedarfsgerecht und explizit auf die Teilnehmer/innen der begleitenden
31
Beratung ausgerichtet. Veranstaltungen zur Motivierung und Sensibilisierung von Gründer/innen ha-
32
ben mehr als drei von fünf Gründer/innen im Vorfeld genutzt.

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Neben Studierenden und wissenschaftlichem Personal nehmen auch Absolventen am An-
2
gebot der Gründerinitiativen teil. Der fachliche Hintergrund ist heterogen und entspricht
3
den hochschulspezifischen Schwerpunkten.
4
Die Befragung der Gründer/innen hat ergeben, dass 71 Prozent der Befragten männlich und die
5
Mehrheit (55 Prozent) zum Zeitpunkt der Gründung zwischen 25 und 34 Jahre alt war, weitere 36
6
Prozent sind zwischen 35 und 50 Jahre alt. Dass nur acht Prozent zum Zeitpunkt der Gründung unter
7
25 war, deckt sich mit den Angaben der Interviewpartner/innen. Demnach nehmen zwar auch jün-
8
gere Studierende am Angebot der Gründerinitiativen insbesondere in den Bereichen der Kurse sowie
9
der Informationsveranstaltungen teil. Bei den Teilnehmer/innen der begleitenden Beratung handelt
10
sich aber meist um wissenschaftliche Mitarbeiter/innen, Absolventinnen/Absolventen oder Studie-
11
rende vor Abschluss des ihres Studiums. Ehemalige Studierende nähmen vor allem in den ersten
12
Jahren nach Abschluss das Angebot wahr, wenige nutzen die Möglichkeit einer Teilnahme bis zu
13
zehn Jahren nach Abschluss. Laut den Ergebnissen der Befragung der Gründer/innen waren 25
14
Prozent der Befragten vor ihrer Gründung Studierende, 40 Prozent waren angestellt an Hochschulen
15
oder Forschungseinrichtungen und 19 Prozent waren außerhalb von Hochschulen angestellt. Wei-
16
tere elf Prozent waren schon vor Gründung selbstständig.
17
Die fachlichen Hintergründe der Teilnehmer/innen unterscheiden sich nach Angaben der Inter-
18
viewpartner/innen an den verschiedenen Standorten. So nehmen am Angebot von „Dresden Exists“
19
und „Saxeed“ vor allem Ingenieurs- und Naturwissenschaftler/innen teil. Bei den anderen Gründer-
20
initiativen ist die Teilnehmerschaft heterogen, jedoch sind einige Studiengänge stärker vertreten, so
21
zum Beispiel Kommunikationspsychologinnen und -psychologen bei der Gründerakademie Zittau /
22
Görlitz oder Studierende und Absolventinnen / Absolventen der Studiengänge der Bereiche Über-
23
setzen und Dolmetschen bei „SMILE“ in Leipzig.
24
Retrospektiver Nutzen von Beratung, Begleitung und Qualifizierungsangeboten für die Ent-
25
wicklung und Realisierung von Gründungsvorhaben
26
Die überwiegende Mehrheit der Gründer/innen beurteilte das Gesamtangebot der Gründerinitiati-
27
ven sehr positiv.
28
29
Abbildung 9: Einschätzung des Angebots der Gründerinitiativen insgesamt für angehende Existenzgründer/innen, Quelle:
30
Befragung bekannter Gründer/innen, n=53
31
Nach der Bedeutung des Angebots für angehende Existenzgründer/innen befragt antwortet die über-
32
wiegende Mehrheit der befragten Gründer/innen mit wichtig oder sehr wichtig. Dies deutet darauf
33
hin, dass die Bedarfe von Gründungsinteressierten mit dem Angebot gut abgedeckt werden.
34
Die fachliche Qualität der Qualifizierungskurse wird überwiegend als gut bis sehr gut ein-
35
gestuft.
36
Die Gründer/innen wurden um eine differenzierte Einschätzung der fachlichen Qualität und des Nut-
37
zens der Kurs- und Beratungsangebote für ihre Gründungsvorhaben gebeten. Berücksichtigt wurden

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dabei ausschließlich die Kurs- und Beratungsinhalte, die auch tatsächlich durch die Gründer/innen
2
in Anspruch genommen wurden.
3
Die fachliche Qualität der Kurse und Seminare stellt sich dementsprechend wie folgt dar:
4
5
Abbildung 10: Fachliche Qualität der Qualifizierungskurse, Quelle: Befragung bekannter Gründer/innen, n=36
6
Die Qualifizierungskurse zeichnen sich demnach durch eine hohe Qualität aus. Mit wenigen Ausrei-
7
ßern bewerten fast alle der befragten Teilnehmer/innen die fachliche Qualität der Kurse als gut oder
8
sehr gut.
9
Der konkrete Nutzen der Qualifizierungskurse für die spätere Unternehmensgründung
10
wird überwiegend als hoch bis sehr hoch eingeschätzt.
11
Das Bild hinsichtlich des konkreten Nutzens der Qualifizierungskurse ist ebenso überwiegend posi-
12
tiv, zeigt jedoch geringfügige Varianz in Abhängigkeit von den Kursinhalten.

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Abbildung 11: Konkreter Nutzen der Qualifizierungskurse für die Unternehmensgründung, Quelle: Befragung bekannter Grün-
3
der/innen, n=36
4
So wird von den befragten Gründer/innen der Nutzen der besuchten Kurse in allen Bereichen mehr-
5
heitlich als hoch bis sehr hoch beschrieben. In den meisten Bereichen kann allerdings auch ein Ach-
6
tel bis ein Drittel der Befragten nur teilweise einen Nutzen identifizieren.
7
Auch der konkrete Nutzen der begleitenden Beratung für die Unternehmensgründung wird
8
überwiegend als hoch bis sehr hoch eingeschätzt. Die Einschätzung eines hohen Nutzens
9
geht einher mit der Bewertung einer hohen Qualität.
10
Die Ergebnisse zur fachlichen Qualität der begleitenden Beratung und ihres konkreten Nutzens für
11
die Unternehmensgründung fallen ebenfalls weitestgehend positiv aus.

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Abbildung 12: Fachliche Qualität der begleitenden Beratung, Quelle: Befragung bekannter Gründer/innen, n= 46
3
Bei einem Großteil der Aspekte, die im Rahmen der Beratung eine Rolle spielten, bewerten 89 Pro-
4
zent und mehr der Befragten Gründer/innen die fachliche Qualität als gut und sehr gut. Der Bereich
5
Unternehmensnachfrage wurde so selten in der Beratung thematisiert, dass hier keine weiteren
6
Schlüsse gezogen werden können. Bei der Entwicklung des Produkts oder der Dienstleistung zur
7
Marktreife stufen lediglich 17 Prozent der Befragten die Qualität als sehr gut ein.
8
Bei der Beurteilung des konkreten Nutzens der begleitenden Beratung für die Unternehmensgrün-
9
dung ergibt sich ebenfalls ein weitestgehend positives Bild.
10
11
Abbildung 13: Konkreter Nutzen der begleitenden Beratung für die Unternehmensgründung, Quelle: Befragung bekannter
12
Gründer/innen, n=46
13
In der Regel wurde der konkrete Nutzen der Beratung für die Unternehmensgründung von mindes-
14
tens drei Vierteln der Befragten als hoch oder sehr hoch eingestuft.
15
Es ist zu beobachten, dass insbesondere in den Aspekten der Beratung, deren Qualität als überwie-
16
gend sehr gut bewertet werden (Erstellung eines Businessplans, Allgemein und Gründungsfinanzie-
17
rung, Partnersuche, Fördermöglichkeiten) auch mehrheitlich ein sehr hoher Nutzen für die Unterneh-
18
mensgründung von den Befragten attestiert wurde. Ebenso bei den anderen Aspekten der Beratung

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scheint der konkrete Nutzen mit der Qualität der Beratung zu korrespondieren. Dies ist nicht überra-
2
schend und weist darauf hin, dass sich eine hohe Qualität der Beratung insbesondere durch Be-
3
darfsgerechtigkeit und eine gute Vorbereitung auf die Unternehmensgründung und die Phase da-
4
nach auszeichnet.
5
Dass im Bereich der Gründungsfinanzierung, Partnersuche und Fördermöglichkeiten mehr als ein
6
Viertel der Befragten nur teilweise oder geringen konkreten Nutzen aus der Beratung ziehen konn-
7
ten, kann nicht auf die Qualität der Beratung zurückgeführt werden, wie die entsprechende Bewer-
8
tung zeigt. Möglicherweise hängt diese Bewertung eher damit zusammen, dass dies ein ergebnis-
9
orientierter Beratungsaspekt ist. Wenn im Rahmen der Gründerberatung die Vermittlung eines Fi-
10
nanzierungspartners oder einer Fördermöglichkeit nicht erfolgreich war, leitet sich daraus auch nur
11
ein beschränkter Nutzen für die Unternehmensgründung ab.
12
Teilnehmer/innen wünschen sich tendenziell eine Stärkung des Austauschs und der Ver-
13
netzung mit andern Gründer/innen.
14
Auf die Frage nach Aspekten, die von den Unternehmensgründern im Angebot der Gründerinitiativen
15
vermisst wurden, findet sich besonders häufig der Wunsch nach mehr Austausch und Vernetzung
16
mit anderen Gründer/innen. Während dies teilweise in den Gründerinitiativen bereits geschieht,
17
scheint es hier am Ehesten Bedarf für eine Ausweitung des Angebots zu geben.
18
Der retrospektive Nutzen der Angebote der Gründerinitiativen für die Entwicklung und Realisierung
19
von Gründungsvorhaben spiegelt sich auch in der Qualität der begleiteten Gründungen wider. Wie
20
oben beschrieben, sind den Gründungsinitiativen 184 Gründungen aus dieser Förderperiode be-
21
kannt, von denen 53 an der Befragung teilgenommen haben. Insgesamt verteilen sich die Gründun-
22
gen auf alle Wirtschaftszweige, wobei mehr als die Hälfte der Unternehmen in drei Branchen tätig
23
ist. Dies sind Information und Kommunikation (15 Gründungen), Kunst, Unterhaltung, Kreativwirt-
24
schaft und Erholung (9 Gründungen) und sonstiges nicht spezifiziertes verarbeitendes Gewerbe
25
(acht Gründungen). Im Folgenden werden die Angaben der befragten Gründer/innen sowie die Aus-
26
führungen der Interviewpartner/innen zur Entwicklung des Unternehmens nach Gründung, Innovati-
27
onsgrad und Beschäftigungseffekten dargelegt.
28
Die Entwicklung der beratenen Unternehmen nach Gründung wird von den Gründer/innen
29
überwiegend positiv eingeschätzt und eine große Mehrheit geht davon aus, dass sich ihr
30
Unternehmen langfristig am Markt etablieren wird.
31
Die Entwicklung der durch die Gründerinitiativen betreuten Gründungsvorhaben nach Unterneh-
32
mensgründung verläuft mehrheitlich positiv.

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2
Abbildung 14: Entwicklung des Unternehmens seit Gründung und nachhaltige Etablierung am Markt, Quelle: Befragung be-
3
kannter Gründer/innen, n=53
4
Mehr als zwei Drittel der befragten Gründer/innen sehen die Entwicklung ihres Unternehmens positiv
5
oder eher positiv und lediglich ein Viertel sehen eine eher problematische oder problematische Ent-
6
wicklung. Unabhängig davon schätzen sogar 90 Prozent der Befragten es als eher oder sehr wahr-
7
scheinlich ein, dass sich ihr Unternehmen nachhaltig am Markt etablieren kann.
8
Lediglich zwei der Befragten geben an, dass das Unternehmen zum Befragungszeitpunkt nicht mehr
9
besteht. Die sehr geringe Zahl kann auf ein Selektionsbias zurückzuführen sein, da bei gescheiterten
10
Gründer/innen die Bereitschaft zur Teilnahme an einer Befragung geringer ausfallen kann. Nach
11
Schätzungen der Interviewpartner/innen geben etwa ein Drittel der betreuten Gründer/innen nach
12
einiger Zeit wieder auf. Ein weiteres Drittel bleibe stabil bestehen, während ein weiteres Drittel der
13
Gründungsvorhaben sich sehr erfolgreich entwickelte.
14
Bei Berücksichtigung des Zeitpunkts der Gründung wird deutlich, dass sich bei den befragten Unter-
15
nehmen nach zwei Jahren die Einschätzung der Unternehmensentwicklung verbessert.
16
17
Abbildung 15: Beurteilung der Entwicklung des Unternehmens aufgeschlüsselt nach Bestandsdauer, Quelle: Befragung be-
18
kannter Gründer/innen, n=53
19
Bei Gründer/innen, deren Unternehmensgründung mindestens zwei Jahre zurückliegt, beurteilen 50
20
Prozent der Befragten die Entwicklung ihres Unternehmens positiv und weitere 38 Prozent die Ent-
21
wicklung „eher positiv“. Dies deutet darauf hin, dass bei den gegründeten Unternehmen Schwierig-
22
keiten insbesondere in den ersten zwei Jahren auftreten. Wenn diese überstanden sind und das
23
Unternehmen noch existiert, tritt nach zwei Jahren eine Stabilisierung ein.

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Besondere Hürden bei und nach der Gründung betreffen nach Auskunft der Befragten die Verwirkli-
2
chung des Businessplans, die Finanzierung und die betriebliche Steuerung.
3
4
Abbildung 16: Besondere Hürden bei und nach der Gründung (Mehrfachantworten möglich), Quelle: Befragung bekannter
5
Gründer/innen, n=53
6
In jeweils rund der Hälfte der Fälle wurden diese Aspekte als besondere Schwierigkeiten benannt.
7
Genehmigungsverfahren, Gesetze und Steuern sowie die Personalgewinnung bilden dagegen für
8
28 Prozent beziehungsweise 21 Prozent der befragten Gründer/innen Hürden.
9
Ein großer Anteil der durch die Gründerinitiativen betreuten Gründungsvorhaben weist
10
einen hohen Innovationsgrad auf.
11
Um die Qualität der erfolgten Gründungen und damit die Wirksamkeit des Vorhabensbereichs hin-
12
sichtlich davon ausgehender Beschäftigungseffekte beurteilen zu können, ist insbesondere auch
13
eine Einschätzung zum Innovationsgehalt und zum (perspektivischen) Beschäftigungsaufbau hilf-
14
reich.
15
Die Ergebnisse der Befragung und der Interviews deuten darauf hin, dass ein nicht unerheblicher
16
Teil der Gründungsvorhaben einen hohen Innovationsgrad besitzt.
17
18
Abbildung 17: Innovationsgrad der Gründungsvorhaben, Quelle: Befragung bekannter Gründer/innen, n=53
19
Rund 45 Prozent der befragten Gründer/innen geben an, dass ihr Unternehmen in hohem Maße die
20
Etablierung neuartiger Produkte, Verfahren und Dienstleistungen verfolgt. Mehr als ein weiteres Drit-
21
tel gibt an, dass dies zumindest teilweise zutrifft. Die Sicht der Interviewpartner/innen deckt sich mit
22
diesen Ergebnissen. So schätzen insbesondere die Gründerinitiativen an den technologieorientier-
23
ten Standorten, dass ein Drittel bis zu zwei Drittel der betreuten Gründungen echte Produkt-, Ver-
24
fahrens- oder Prozessinnovationen beinhalten. Dieser Anteil sei an den weniger technologisch aus-
25
gerichteten Standorten geringer, obgleich bei „SMILE“ in Leipzig betont wird, dass auch viele inno-
26
vative Gründungen im geisteswissenschaftlichen Bereich stattfinden, was nicht zuletzt die erfolgrei-
27
chen Bewerbungen um EXIST-Gründerstipendien auch diesen Bereichen zeigten.

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Bei einem wesentlichen Anteil der gegründeten Unternehmen kann davon ausgegangen werden,
2
dass durch die Unternehmensgründung ein Beitrag zum übergreifenden Fördergrundsatz des Um-
3
welt- und Ressourcenschutzes geleistet wird.
4
5
Abbildung 18: Nachhaltigkeitsfokus der gegründeten Unternehmen, Quelle: Befragung bekannter Gründer/innen, n=53
6
So gibt ein Viertel der Befragten an, dass ihr gegründetes Unternehmen in hohem Maße zur Verbes-
7
serung der Umwelt-, Ressourcen- und Klimaschutzes beiträgt. Weitere 43 Prozent gehen immerhin
8
davon aus, dass teilweise ein Beitrag besteht.
9
Die befragten Unternehmer/innen haben durchschnittlich pro Gründung 2,5 Arbeitsplätze
10
geschaffen.
11
Die Gründer/innen, die sich an der Befragung beteiligten, haben insgesamt 127 Arbeitsplätze ge-
12
schaffen, was einem Durchschnitt von 2,5 Arbeitsplätzen pro Gründungsvorhaben entspricht. Bei
13
fast 90 Prozent der geschaffenen Arbeitsplätze handelt es sich um Mitarbeiter/innen mit einem Hoch-
14
schulabschluss. Die Mehrheit der Firmen hat dabei weniger als fünf Arbeitsplätze geschaffen und
15
nur wenige Gründungen weisen größere Beschäftigungseffekte innerhalb des kurzen Zeitraums
16
nach Gründung auf. Ein Viertel der befragen Gründungen hat fünf bis zu maximal elf Arbeitsplätze
17
geschaffen und ist damit für mehr als zwei Drittel der insgesamt geschaffenen Arbeitsplätze verant-
18
wortlich. Da sich unter den befragten Gründer/innen auch 21 befinden, die keine Arbeitsplätze ge-
19
schaffen haben und vermutlich zu den Freiberufler/innen zählen, liegt die Anzahl geschaffener Ar-
20
beitsplätze pro Unternehmensgründung noch höher.
21
Des Weiteren plant die Hälfte der Befragten innerhalb des nächsten Jahres weitere Beschäftigte
22
einzustellen. Alle Unternehmensgründer/innen, die bereits fünf und mehr Arbeitsplätze geschafften
23
haben, planen weitere Einstellungen. Dies ist ein weiteres Indiz für die positiven Wachstumsaussich-
24
ten für eine Gruppe erfolgreicher Gründungen.
25
4.5. Zusammenfassende Bewertung, Schlussfolgerungen und Empfehlun-
26
gen
27
Die zuvor dargestellten Untersuchungsergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen und be-
28
werten.
29
Wirksamkeit der Förderung
Horizontale Interventionslogik
Aspekt
Zusammenfassung und Bewertung
Ausgestaltung der
Angebote
Insgesamt weisen die Gründerinitiativen ein vielseitiges Angebot in den Bereichen Sensibilisie-
rung, Motivierung, Ideengenerierung, Qualifizierung und Gründerberatung auf. Dabei herrscht
Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Themenbereichen für Teilnehmer/innen und insbe-
sondere zwischen der begleitenden Beratung und den Qualifizierungskursen kommt es zu einer
engen Verzahnung des Angebots.

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Neben dem Kernangebot wurde im Rahmen von innovativen Modulen das Angebot der Gründer-
initiativen sinnvoll ergänzt. Hier wurden vor allem Formate im Bereich von strukturierten Inkuba-
tionsprogrammen und frühzeitiger Produktentwicklung und Marktests geschaffen.
Die Angebotspalette und die Ausgestaltung der Angebote wird auch aus Sicht späterer Grün-
der/innen als positiv beurteilt. Wünschenswert wären aus dieser Perspektive noch mehr Angebote
zum Austausch und zur Vernetzung mit anderen Gründer/innen.
Nachfrage, Inan-
spruchnahme und
Zielerreichung
Die Mehrheit der Teilnehmer/innen am Gesamtangebot der Gründerinitiativen sind Studierende.
Insbesondere bei den betreuten Gründungen nehmen darüber hinaus wissenschaftliche Mitarbei-
ter/innen oder außerhalb der Hochschulen und Forschungseinrichtungen Beschäftige das Ange-
bot wahr.
Die Ausweitung des Angebots der Gründerinitiative auf Absolventen wird sehr positiv aufgenom-
men. Viele Teilnehmer/innen kommen zum ersten Mal in Kontakt mit dem Angebot während ihres
Studiums, gründen dann aber erst nach Abschluss. Absolventinnen und Absolventen nehmen vor
allem in den Jahren unmittelbar nach ihrem Abschluss am Angebot der Gründerinitiativen teil.
Angesichts der Laufzeit des Vorhabensbereichs ist die Erreichung der Zielwerte des Outputindi-
kators sehr wahrscheinlich. Der Zielwert hinsichtlich der Anzahl von Gründungsinteressenten und
Existenzgründern wird bereits mit 74 Prozent (in der stärker entwickelten Region) und 91 Prozent
(in der Übergangsregion) erreicht.
Begleitung der
Gründer/innen
Die beratende Begleitung erfolgt individuell angepasst auf die Bedürfnisse der Gründungsinteres-
sierten. Die Dauer der Begleitung variiert zwischen einigen Wochen und mehreren Jahren. Ba-
sierend auf einer neuen Technologie oder einer Produktidee wird im Rahmen der Begleitung die
Entwicklung eines Businessplans forciert und die angehenden Gründer/innen bis zum Zeitpunkt
der Unternehmensgründung begleitet.
Vertikale Interventionslogik
Aspekt
Zusammenfassung und Bewertung
Einordnung des
Vorhabensbe-
reichs in die För-
derarchitektur
Die Gründerinitiativen zeichnen sich durch die doppelte Zielsetzung aus, einerseits konkrete
Gründungsvorhaben zu begleiten und zu unterstützen und anderseits die allgemeine Gründungs-
kultur zu stärken. Dadurch entsteht eine hohe Passgenauigkeit zum Spezifischen Ziel, „Existenz-
gründungen und Unternehmergeist zu stärken“.
Sowohl die begleitende Evaluierung der Förderperiode 2007 - 2013 als auch die vorliegende Un-
tersuchung zeigen, dass den (übergeordneten) Zielen durch die Förderung entsprochen wird. Die
Inanspruchnahme und die Akzeptanz der Förderung sind hoch. Ausgehend von der Förderung
entstehen vielen Unternehmen und Selbstständigkeiten, die nach Maßgabe der Einschätzung der
Gründer/innen auch überwiegend nachhaltig am Markt etabliert werden können.
Hinsichtlich des weiteren Ziels, nachhaltige und hochwertige Beschäftigung zu fördern, ist von
einem mittelbaren Effekt auszugehen, der vom Innovationspotenzial und den Beschäftigungsef-
fekten der gegründeten Unternehmen abhängt. Zwischen einem und zwei Dritteln der tatsächli-
chen Gründungen weisen einen solchen Innovationsgehalt auf.
Durchschnittlich wurden pro Gründung 2,5 Arbeitsplätze geschaffen – dies ist mehr als die in der
Evaluation der Vorperiode ermittelte Quote von 1,6. Dies kann daran liegen, dass in der aktuellen
Untersuchung Gründer/innen mit eher beratungsintensiven Unternehmen durch die Auswahlme-
thodik überrepräsentiert sind. Der hohe Anteil von geschaffenen Stellen für Akademiker/innen legt
weiterhin nahe, dass die gegründeten Unternehmen in hohem Maße zum übergeordneten Ziel
der Schaffung hochwertiger Beschäftigung beitragen. Nicht berücksichtigt dabei sind Effekte, die
zum Beispiel durch Kooperationen oder die Inanspruchnahme von Produkten und Dienstleistun-
gen Dritter entstehen. Daher muss davon ausgegangen werden, dass die tatsächlichen Beschäf-
tigungseffekte noch höher ausfallen.
Beiträge zu den übergreifenden Fördergrundsätzen
Aspekt
Zusammenfassung und Bewertung
Umwelt- und
Ressourcenschutz
Die Vorhaben sollen als Mindestkriterium umweltneutral sein.
Daten zur tatsächlichen Einstufung der Vorhaben liegen nicht vor.
Ein Großteil der Befragten gibt an, dass ihre gegründeten Unternehmen teilweise oder in hohem
Maße einen Beitrag zur Verbesserung der Umwelt-, Ressourcen- und Klimaschutzes leisten.
Gleichstellung
Die Vorhaben sollen als Mindestkriterium gleichstellungsrelevant sein.
Daten zur tatsächlichen Einstufung der Vorhaben liegen nicht vor.
Chancengleich-
heit/ Nichtdiskrimi-
nierung
Die Vorhaben sollen als Mindestkriterium chancengleichheits- bzw. nichtdiskriminierungsrelevant
sein.
Daten zur tatsächlichen Einstufung der Vorhaben liegen nicht vor.

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Fachspezifische Evaluierungsfragen
Frage
Zusammenfassung und Bewertung
Retrospektiver
Nutzen von Bera-
tung, Begleitung
und Qualifizie-
rungsangeboten
für die Entwicklung
und Realisierung
von Gründungs-
vorhaben
Insgesamt wird das Angebot mehrheitlich als sehr wichtig für angehende Existenzgründer/innen
eingeschätzt. Dies deutet auf einen hohen Nutzen hin, den die Teilnehme/innen aus dem Angebot
der Gründerinitiativen für ihre spätere Unternehmensgründung ziehen.
Die Qualität der Qualifizierungskurse wird überwiegend als gut und sehr gut eingestuft.
Der konkrete Nutzen der Qualifizierungskurse für die spätere Unternehmensgründung wird über-
wiegend als hoch und sehr hoch eingeschätzt.
Der konkrete Nutzen verschiedener Bereiche der Beratung für die Unternehmensgründung wird
auch überwiegend hoch und sehr hoch eingeschätzt. Die Einschätzung eines hohen Nutzens geht
hier stark einher mit einer hohen Qualität der Beratung.
Die Entwicklung der beratenen Unternehmen nach Gründung wird von den Gründer/innen über-
wiegend positiv eingeschätzt und eine große Mehrheit geht davon aus, dass sich ihr Unternehmen
langfristig am Markt etablieren wird.
Etwa die Hälfte der befragten Gründer/innen nennen die Verwirklichung des Businessplans, die
Finanzierung und die betriebliche Steuerung als Hürden bei und nach der Gründung. Die zuvor
aufgeführten Ergebnisse zeigen, dass die nicht auf einen mangelnden Nutzen des Angebots der
Gründerinitiativen zurückgeführt werden kann. Vielmehr stellen diese Ergebnisse die erwartbaren
Herausforderungen einer Unternehmensgründung dar. Dass die eher technischen Bereiche von
Genehmigungsverfahren, Gesetze, Steuern für deutlich weniger Gründer/innen eine Hürde dar-
stellen, ist möglicherweise auf die Gründerbegleitung zurückzuführen. In diesem Bereich können
durch Wissensaufbau gezielt Hürden abgebaut werden.
Laut Einschätzung der befragten Gründer/innen und der Projektleiter/innen weisen die durch die
Gründerinitiativen betreuten Gründungsvorhaben einen hohen Innovationsgrad auf. Dies ist auch
ein Verdienst der Gründerinitiativen, die unter anderem durch gezieltes Technologiescouting und
eine bedarfsgerechte und teilweise über mehrere Jahre dauernde Betreuung zu erfolgreichen
wissensbasierten Gründungen beitragen.
Die befragten Unternehmer/innen haben durchschnittlich pro Gründung 2,5 Arbeitsplätze ge-
schaffen, davon ein Großteil Akademiker/innen. Während dieses Ergebnis möglicherweise durch
eine Überrepräsentation beratungsintensiver Gründungsvorhaben verzerrt ist, deutet dies nichts-
destotrotz auf den Erfolg der beratenen Gründungsvorhaben hin. Insbesondere die Gründungen,
die bereits fünf und mehr Beschäftige eingestellt haben, planen auch für die Zukunft weitere Ein-
stellungen.
1
Tabelle 6:
Vorhabensbereich A.1.3.2 „Gründerinitiativen“ – Zusammenfassung und Bewertung
2
Insgesamt kommt die Wirkungsevaluierung des Vorhabensbereichs A.1.3.2 „Gründerinitiativen“ da-
3
mit zu einem sehr positiven Ergebnis. Aus der Gesamtschau der Untersuchungsergebnisse leiten
4
sich entsprechend keine wesentlichen Anpassungsnotwendigkeiten ab. Folgende Empfehlung
5
sollte geprüft werden.
6
Empfehlung 1: Prüfung der Möglichkeiten eines verstärkten Austausches zwischen den Grün-
der/innen
Problemskizze
Insgesamt werden die Angebote der Gründerinitiativen von den angehenden Gründerinnen und
Gründern sehr positiv bewertet. Dies betrifft sowohl die direkte Bewertung der Qualifizierungs-
kurse und der Begleitung als auch die retroperspektive Beurteilung des Nutzens für die Unterneh-
mensgründung.
Die befragten Gründer/innen wünschen sich allerdings noch mehr Angebote zum Austausch und
zur Vernetzung mit anderen Gründer/innen.
Empfehlung
Es wird empfohlen, Möglichkeiten für eine Verstärkung des Austauschs mit anderen (ehemaligen)
Gründer/innen zu prüfen. Während dies bereits teilweise bei den Gründerinitiativen in einigen
Formaten geschieht, könnte dieser Austausch an anderer Stelle noch intensiviert werden. Dabei
böten sich insbesondere der Austausch und die Vernetzung zwischen Gründer/innen in der aktu-
ellen Beratung mit Gründer/innen bereits abgeschlossener Gründungsvorhaben an.
Adressat(en)
Fondsbewirtschafter (SMWA) und Gründerinitiativen
7
Tabelle 7:
Vorhabensbereich A.1.3.2 „Gründerinitiativen“ – Schlussfolgerungen und Empfehlungen

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1
5. Vorhabensbereich A.3.1.1 „Weiterbildungsscheck, indi-
2
viduell“
3
4
Der Vorhabenbereich A.3.1.1 „Weiterbildungsscheck, individuell“ ordnet sich wie folgt in die Förder-
5
architektur des ESF-Sachsen ein.
6
Weiterbildungsscheck individuell (A.3.1.1)
Fondsbewirtschafter: Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA), Referat 24
Prioritätsachse (PA)
A
Förderung nachhaltiger und hochwertiger Beschäftigung und Unterstützung der
Mobilität der Arbeitskräfte
Investitionspriorität (IP)
8v
Anpassung der Arbeitskräfte, Unternehmen und Unternehmer an den Wandel
Spezifisches Ziel (SPZ)
A.3
Fachkräfteentwicklung und -sicherung fördern
Handlungsoption (HO)
A.3.1 Förderung der beruflichen Weiterbildung
7
Tabelle 8:
Vorhabensbereich A.3.1.1 „Weiterbildungsscheck, individuell“ – Einordnung in die Förderarchitektur
8
Der Vorhabensbereich A.3.1.1 richtet sich an Auszubildende, Beschäftigte sowie nicht erwerbstätige
9
Personengruppen, die (wieder) in das Erwerbsleben eintreten wollen. Diese können sich im Rahmen
10
des Vorhabens berufsbezogen bilden und weiterbilden, um ihre beruflichen Kompetenzen und Qua-
11
lifikationen zu verbessern.
12
Innerhalb der Prioritätsachse A ist der Vorhabensbereich „Weiterbildungsscheck, individuell“ mit ei-
13
nem Anteil von 15,5 Prozent an den geplanten ESF-Mitteln der zweitgrößte Vorhabensbereich, in-
14
nerhalb des Spezifischen Ziels A.3 bildet er mit einem Anteil von 37,7 Prozent den zweitgrößten
15
Baustein der Förderung.
16
5.1. Konzept: Untersuchungsfragen und methodisches Vorgehen
17
Ziel der Untersuchung ist die Bewertung der Wirksamkeit der Interventionslogik des Vorhabensbe-
18
reichs und die Beantwortung zweier fachspezifischen Evaluierungsfragen, welche durch den Fonds-
19
bewirtschafter aufgeworfen wurden. In der folgenden Übersicht sind Ziele, Zweck und Fragen der
20
Untersuchung zusammenfassend dargestellt.
21
Teil C: Wirkungsevaluierung
Teil D: fachspezifische Evaluierungsfragen
Wirksamkeit der Interventionslogik
Beitrag zur Realisierung der über-
greifenden Zielsetzungen
Wie ist der Förderansatz für die Zielgruppe Auszubildende im Vergleich mit trä-
gerbasierten Maßnahmen (C.5.3 „Zusatzqualifikationen“) zu beurteilen?
Wie ist das Programm hinsichtlich der Kosten/Nutzen-Relation zu bewerten un-
ter Berücksichtigung möglicher Mitnahmeeffekte?
22
Tabelle 9:
Wirkungsevaluierung im Vorhabensbereich A.3.1.1 „Weiterbildungsscheck, individuell“ – Untersuchungsgegen-
23
stand
24
Die Wirkungsevaluierung einschließlich der Beantwortung der zwei fachspezifischen Evaluierungs-
25
fragen wurde nach dem folgenden Vorgehen durchgeführt:
26
1. Analyse des Förderansatzes einschließlich der Einbettung in die Gesamtstrategie
27
2. Analyse des bisherigen Umsetzungsstands

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1
3. Vertiefende Analyse und Bewertung der quantitativen und qualitativen Inanspruchnahme
2
durch die neue Zielgruppe Auszubildende, auch im Vergleich zu C.5.3 (Konkretisierung der
3
fachspezifischen Evaluierungsfrage 1)
4
4. Vertiefende Analyse und Bewertung der Effizienz des Förderangebots unter Berücksichtigung
5
der Verwaltungskosten und möglicher Mitnahmeeffekte (Konkretisierung der fachspezifischen
6
Evaluierungsfrage 2)
7
5. Analyse und Bewertung der Wirksamkeit des Förderansatzes hinsichtlich der Zielsetzungen,
8
beruflich nutzbare Kompetenzen beziehungsweise Qualifikationen zu verbessern sowie die
9
Beschäftigungschancen von Teilnehmer/innen zu erhöhen
10
6. Schlussfolgerung zum Beitrag der Förderung zur Realisierung der Gesamtstrategie sowie zur
11
Umsetzung der übergreifenden Förderziele
12
Folgende Tabelle weist alle im Zuge der Analyse genutzten Informationsquellen, die genutzten Me-
13
thoden sowie ihren Einsatzzweck aus:
14
Datenquelle
Analysemethode
Erkenntnisse und Bewertungen
ESF-OP
Ggf. weitere Dokumente zur För-
derkonzeption
Bestehende Evaluierungsberichte
Dokumentenanalyse
Förderansatz und Einbettung in Gesamtstrategie
Analyse und Bewertung bestehender Erkenntnisse
zur Wirksamkeit
Auswertungen von Daten aus dem
IT-Begleitsystem zu Vorhaben und
Teilnehmer/innen
Quantitative Analyse
Finanzieller und materieller Umsetzungsstand
Qualitative Inanspruchnahme (Zielgruppen und Wei-
terbildungsinhalte)
Implementierung der übergreifenden Grundsätze
Befragung der Teilnehmer/innen
auf Basis geschichteter Stichpro-
ben (Schichtung nach Zusatzindi-
kator Zielgruppen)
Schätzung der Verwaltungskosten
durch SAB (Abfrage oder Inter-
view)
Qualitative
und
quantitative Analyse
Ausgangsmotivation zur Weiterbildung
Retrospektiver Nutzen und Verwertbarkeit der erwor-
benen Qualifikationen im beruflichen Kontext (zur Be-
schäftigungsaufnahme / zum beruflichen Aufstieg)
Relevanz der Förderung für Weiterbildungsbeteili-
gung
Verhältnis Fördersumme zu Verwaltungskosten
15
Tabelle 10: Wirkungsevaluierung im Vorhabensbereich A.3.1.1 „Weiterbildungsscheck, individuell“ – Datenquellen
16
5.2. Ziele und Interventionslogik der Förderung
17
Die Interventionslogik des Vorhabensbereichs A.3.1.1 „Weiterbildungsscheck, individuell“ wird nach-
18
folgend vorgestellt, beginnend mit einer Kurzbeschreibung des Förderkontexts beziehungsweise
19
Umfelds der Förderung.
20
Kontext der Förderung
21
Die Förderung im Vorhabensbereich A.3.1.1 erfolgt vor allem vor dem Hintergrund der im ESF-OP
22
benannten Herausforderung 1 „Erhalt und Ausbau der Beschäftigung im demografischen, wirtschaft-
23
lichen und technologischen Wandel“. Diese Herausforderung wurde abgeleitet aus der sozioökono-
24
mischen Analyse im Vorfeld der Erstellung des ESF-OP, nach der unter anderem:

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ein Rückgang der Einwohnerzahl Sachsens von 4,1 Millionen 2012 auf 3,4 Millionen im Jahr
2
2030 und der daraus resultierende Bedarf, zusätzliche Erwerbspersonenpotenziale zu erschlie-
3
ßen,
4
die zentrale Bedeutung eines guten Bildungsniveaus von Fachkräften, um für den technologi-
5
schen und wirtschaftlichen Wandel in Sachsen gewappnet zu sein sowie
6
eine in Sachsen mit 7,3 Prozent unter dem EU-Durchschnitt liegenden Fortbildungsquote
7
festgestellt wurde. Die Förderung im Vorhabensbereich A.3.1.1 ist eingebettet in die Fachkräftestra-
8
tegie Sachsen 2020.
9
Die Interventionslogik der Förderung wird im Folgenden näher betrachtet.
10
Horizontale Interventionslogik
11
Im Vorhabensbereich A.3.1.1 „Weiterbildungsscheck, individuell“ werden Vorhaben der individuellen
12
berufsbezogenen Bildung, Weiterbildung sowie des Qualifikationserwerbs finanziert. Die Förderung
13
zielt auf Erhalt und Steigerung der individuellen Beschäftigungsfähigkeit ab, insbesondere auch von
14
Menschen mit einem erhöhten Förderbedarf.
15
Die geförderten Vorhaben sind sehr individuell an den Bedarfen der Teilnehmer/innen ausgerichtet.
16
Diese wählen die Inhalte ihrer (Weiter-)Bildungsmaßnahmen selbst aus und reichen drei Ver-
17
gleichsangebote externer Bildungsdienstleister bei der Sächsischen Aufbaubank ein. Die Inhalte rei-
18
chen von Qualifizierungskursen bis hin zur Erlangung eines Studienabschlusses. Voraussetzung für
19
alle Vorhaben ist, dass diese die individuelle Beschäftigungsfähigkeit fördern, freizeitorientierte In-
20
halte sind hingegen ausgeschlossen.
21
Die Förderung richtet sich an Personen ab 18 Jahren im erwerbsfähigen Alter. Unterschieden wird
22
zwischen drei Teilzielgruppen:
23
Beschäftigte können sich als erste Teilzielgruppe 70 Prozent ihrer Weiterbildungskosten finan-
24
zieren lassen. Arbeitnehmer/innen mit höheren Einkommen zwischen 2.500 und 4.000 Euro
25
werden 50 Prozent ihrer Weiterbildungskosten erstattet, wenn eine der folgenden Bedingungen
26
erfüllt ist: Ihr Arbeitsverhältnis ist befristet, sie stehen in einem Leiharbeitsverhältnis oder die Bil-
27
dungsmaßnahme dient ihnen zum Erwerb eines ersten akademischen Abschlusses. Die Kosten
28
der Weiterbildung müssen mindestens 1.000 Euro betragen.
29
Auszubildende und Berufsfachschüler/innen sowie geringfügig Beschäftigte bilden die zweite
30
Teilzielgruppe. Gefördert werden 80 Prozent der Weiterbildungskosten, die mindestens 300
31
Euro betragen müssen. Die Weiterbildungsinhalte dürfen nicht Bestandteil der jeweiligen Ausbil-
32
dung sein.
33
Die dritte Teilgruppe setzt sich aus Nichtleistungsempfänger/innen, Wiedereinsteigenden in den
34
Arbeitsmarkt und Berufsrückkehrenden zusammen. Ein Leistungsanspruch nach SGB II darf
35
nicht bestehen. Gefördert werden 80 Prozent der Weiterbildungskosten mit einer Mindesthöhe
36
von 300 Euro.
37
Der Vorhabensbereich A.3.1.1 verfolgt die Zielsetzung, Anreize für berufliche Weiterbildung zu set-
38
zen und insbesondere Personen mit einem erhöhten Förderbedarf eine Weiterbildung zu ermögli-

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chen. Um dieses Ziel zu verwirklichen, werden finanzielle Mittel bereitgestellt, die Weiterbildungsin-
2
teressierte zur Teilfinanzierung ihrer Vorhaben beantragen können. Insgesamt 1.960 Teilnehmer/in-
3
nen in der stärker entwickelten Region sowie 10.720 Teilnehmer/innen in der Übergangsregion sol-
4
len im Verlauf der Förderperiode durch die Förderung erreicht werden. Davon sollen in der stärker
5
entwickelten Region zehn und in der Übergangsregion 90 über 54-Jährige erreicht werden. Im Er-
6
gebnis sollen mindestens 75 Prozent der Teilnehmer/innen eine Qualifizierung erlangen. Langfristig
7
soll mit den Vorhaben die Beschäftigungsfähigkeit der Teilnehmer/innen erhalten und gesteigert wer-
8
den.
9
Folgende Graphik fasst die horizontale Interventionslogik des Vorhabensbereichs zusammen:
10
11
12
Abbildung 19: Horizontale Interventionslogik im Vorhabensbereich A.3.1.1 „Weiterbildungsscheck, individuell“
13
Vertikale Interventionslogik
14
Wie im Kontext der Förderung geschildert, resultiert aus dem Bevölkerungsrückgang im Freistaat
15
Sachsen die zunehmende Notwendigkeit, das bestehende Potenzial an Erwerbspersonen voll aus-
16
zuschöpfen. Zudem steigen bedingt durch den technologischen und wirtschaftlichen Wandel die An-
17
forderungen an das Bildungsniveau von Fachkräften. Die Förderung im Vorhabensbereich A.3.1.1
18
„Weiterbildungsscheck, individuell“ setzt Personen im erwerbsfähigen Alter den Anreiz, beruflich re-
19
levante Kompetenzen zu stärken und weiter auszubauen. Damit soll zur Fachkräftesicherung beige-
20
tragen werden. Damit soll die Anpassungsfähigkeit sowohl von Arbeitskräften als auch Unternehmen
21
verbessert werden und ein Beitrag zu hochwertiger und nachhaltiger Beschäftigung geleistet wer-
22
den.
23
5.3. Bestehende Erkenntnisse
24
Das Förderangebot des Vorhabensbereichs A.3.1.1 „Weiterbildungsscheck, individuell“ besteht seit
25
der letzten Förderperiode. Seitdem wurde die Förderung insbesondere durch Öffnung für Auszubil-
26
dende sowie durch Festlegen von Mindestkosten in Höhe von 1.000 Euro modifiziert.
27
Das Förderinstrument „Weiterbildungsscheck Sachsen“ wurde erstmalig als Pilotvorhaben von Ok-
28
tober 2010 bis April 2011 mit einem Fördervolumen von 13 Mio. Euro erprobt. Untersucht wurde in
29
der Vorevaluierung die Inanspruchnahme durch die Zielgruppe in der Einführungsphase. Die Unter-
30
suchungsergebnisse waren diesbezüglich positiv. Die Förderfallkosten fielen höher als geplant aus,

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den kalkulierten Kosten von 1.500 Euro standen durchschnittlich 3.000 Euro tatsächliche Kosten pro
2
Teilnehmer/in gegenüber.
3
Genutzt wurde der „Weiterbildungsscheck Sachsen“ insbesondere durch Frauen und Arbeitneh-
4
mer/innen im Alter von 24 – 49 Jahre. Mit diesem wurden insbesondere individuelle Weiterbildungen
5
zu den Themen Gesundheit (35 Prozent), Soziales/Pädagogik (25 Prozent) und Verwaltung/Kauf-
6
männisches/Recht (20 Prozent) absolviert.
7
5.4. Analyse
8
5.4.1. Quantitative Analyse
9
Der Umsetzungsfortschritt im Vorhabensbereich A.3.1.1 „Weiterbildungsscheck, individuell“ stellt
10
sich zum Stichtag 30.06.2017 wie folgt dar:
11
12
Abbildung 20: Umsetzungsstand im Vorhabensbereich A.3.1.1 „Weiterbildungsscheck, individuell“, Quelle: Monitoring-Aus-
13
wertungen zu Vorhaben und Teilnehmer/innen der LIF und eigene Berechnungen
14
Mit rund 46 Prozent ist fast die Hälfte der geplanten Mittel im Vorhabensbereich bereits gebunden.
15
Große Unterschiede zeigen sich zwischen beiden Förderregionen, in der stärker entwickelten Re-
16
gion sind bereits 80 Prozent der Mittel gebunden, die Mittelbindungsquote liegt damit etwa doppelt
Vorhabensbereich A.3.1.1
Vorhabensbereich:
Fondsbewirtschafter:
SMWA, Ref. 24
Beginn der Förderung:
2015
Laufzeit in %:*
35%
Input
SER
ÜR
Gesamt
ESF-Mittel (PLAN)
3,2 Mio. Euro
25,3 Mio. Euro
28,5 Mio. Euro
ESF-Mittel gebunden:
2,55 Mio. Euro
10,56 Mio. Euro
13,1 Mio. Euro
Anteil gebunden:
80%
42%
46%
Output
Anzahl Bewilligt
Anzahl VN-geprüft
Ø Summe (€)
Ø Anzahl TN**
Ø Förderdauer (Monate)
4.454
1.325
2.920
1,0
24
Eintritte gesamt
weiblich
männlich
ISCED 1-2
ISCED 3-4
ISCED 5-8
4.450
73%
27%
3%
61%
36%
Arbeitnehmer/innen
und Selbstständige
Auszubildende
In schulischer
Bildung
Unter 25
Über 54
Migrations-
Hintergrund
97%
1%
1%
12%
1%
3%
Output: OP-Indikatoren
Indikator 1:
Erwerbstätige, auch Selbstständige
Zielwert (SER)
Zielwert (ÜR)
IST (SER)
IST (ÜR) % an Ziel (SER)
% an Ziel (ÜR)
Zielerreichung
1.960
10.720
980
3.353
50%
31%
Indikator 2:
Über 54-jährige
Zielwert (SER)
Zielwert (ÜR)
IST (SER)
IST (ÜR) % an Ziel (SER)
% an Ziel (ÜR)
Zielerreichung
10
90
6
41
60%
46%
Ergebnisse (nur Austritte)
Austritte gesamt
mit Qualifikation
nach Teilnahme
mit Zertifikat nach
Teilnahme
arbeitssuchend/
arbeitslos
erwerbstätig oder
selbstständig
nicht erwerbstätig
1.302
32%
90%
3%
93%
0%
Ergebnisse: OP-Indikatoren
Indikator 1:
Anteil der Erwerbstätigen / Selbstständigen, die eine Qualifizierung erlangt haben (GEI)
Zielwert (SER)
Zielwert (ÜR)
IST (SER) abs.
IST (ÜR) abs.
IST (SER) %
IST (ÜR) %
Zielerreichung
75%
75%
209
923
93%
90%
* Seit Beginn der Förderperiode 01.01.2014 (unter Berücksichtigung von n+3)
** Berechnet anhand der Vorhaben für die Teilnehmerdaten vorliegen
Weiterbildungsscheck, individuell
Vorhaben
(beide Regionen)
Teilnehmer/innen
(beide Regionen)
Teilnehmer/innen
(beide Regionen)
0%
100%
Mittelkontingent / Zielwert Output
Modellhafter Verlauf
ESF-Mittel gebunden (% von Plan)
Teilnehmeroutput (% von Zielwert)

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so hoch wie in der Übergangsregion mit 42 Prozent. Im Durchschnitt dauerten die geförderten Vor-
2
haben etwa 24 Monate.
3
Die bisherige Zielerreichung im Output ist angemessen bis hoch, durch höhere Förderfall-
4
kosten könnten bei gleichbleibendem Finanzvolumen die Outputziele bezogen auf die Zahl
5
der geförderten Erwerbstätigen dennoch verfehlt werden.
6
Zum Stichtag haben 4.450 Personen der Zielgruppe den „Weiterbildungsscheck, individuell“ in An-
7
spruch genommen. Rund 97 Prozent der Teilnehmer/innen sind erwerbstätig. Ihre Eintritte liefern
8
einen Beitrag zum Outputindikator. Unter Berücksichtigung des Betrachtungszeitpunkts fällt deren
9
Zahl angemessen in der Übergangsregion und fortgeschritten in der stärker entwickelten Region
10
aus. Die vergleichsweise hohe Mittelbindungsquote insbesondere in der stärker entwickelten Region
11
legt jedoch nahe, dass Förderfallkosten höher als geplant ausfallen, so dass die Zielerreichung im
12
Output bis zum Ende der Förderperiode bei gleichbleibendem Finanzvolumen kritisch erscheint. Zu-
13
mindest in der stärker entwickelten Region besteht ebenfalls die Gefahr, dass der Zielwert ange-
14
sichts der bereits weitgehend ausgeschöpften Mittel auf längere Sicht verfehlt wird.
15
In beiden Förderregionen wurden weiterhin bislang mehr über 54-jährige erreicht, als es angesichts
16
der Förderlaufzeit zu erwarten gewesen wäre. Insgesamt lag der Anteil der älteren Teilnehmer/innen
17
bei rund einem Prozent. Rund jede/r achte Teilnehmer/in war unter 25 Jahre alt. Die Mehrheit der
18
Teilnehmer/innen ist mittleren Alters. Weiterhin waren drei von vier Teilnehmer/innen Frauen. Im
19
Hinblick auf den übergreifenden Fördergrundsatz der Gleichstellung von Männern und Frauen stellt
20
die Förderung damit einen Ausgleich zum „Weiterbildungsscheck, betrieblich“ dar, da dort deutlich
21
mehr Männer als Frauen in der Förderung vertreten sind. Knapp zwei Drittel der Teilnehmer/innen
22
weisen mit ISCED 3–4 ein mittleres Bildungsniveau auf. Kaum in Anspruch genommen wurde die
23
Förderung von arbeitslosen und nicht erwerbstätigen Personen. Betriebliche Auszubildende und
24
junge Menschen in schulischer Berufsausbildung sind unter den Eintritten mit nur jeweils einem Pro-
25
zent vertreten. Die Inanspruchnahme des „Weiterbildungsscheck, individuell“ erfolgt durch diese bei-
26
den Teilzielgruppen daher allenfalls punktuell.
27
Die gesetzten Ergebnisziele werden bislang deutlich übertroffen.
28
Im Ergebnis haben in beiden Regionen mindestens 90 Prozent der teilnehmenden Erwerbstätigen
29
eine Qualifizierung erworben. Dies kann den Erhalt eines Zertifikats und/oder den Erwerb einer an-
30
erkannten Qualifikation (z.B. durch Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer) bein-
31
halten. Insgesamt legen die Daten nahe, dass die meisten Teilnehmer/innen die Kurse wie geplant
32
durchlaufen und die Abbruchquote gering ist.
33
Hinsichtlich der zu erwartenden Beiträge zu den übergreifenden Fördergrundsätzen gemäß Art. 7
34
und 8 VO (EU) 1303/2013 stellt der Fondsbewirtschafter folgende Mindestanforderungen an die Vor-
35
haben:
Grundsatz
Umwelt- und
Ressourcenschutz
Grundsatz
Gleichstellung
Grundsatz
Chancengleichheit /
Nichtdiskriminierung
Neutral
Relevant
Relevant
36
Tabelle 11: Kategorisierung der Beiträge von Vorhaben im Vorhabensbereich A.3.1.1 zu den übergreifenden Grundsätzen,
37
Quelle: Anleitung Nr. 15, eigene Darstellung.

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Angaben zum tatsächlichen Beitrag der Vorhaben liegen in den übermittelten Daten nicht vor und
2
könnten somit nicht bewertet werden.
3
5.4.2. Qualitative Analyse
4
Das Förderangebot „Weiterbildungsscheck, individuell“ zielt auf eine verbesserte langfristige Be-
5
schäftigungsfähigkeit von Personen im erwerbsfähigen Alter ab. Um die Wirksamkeit der Interventi-
6
onslogik eingehender zu bewerten sowie die vom Fondsbewirtschafter aufgeworfenen fachspezifi-
7
schen Evaluierungsfragen zu beantworten, werden die vorliegenden Erkenntnisse der quantitativen
8
Analyse im Folgenden durch eine qualitative Analyse ergänzt.
9
Grundlage der Analyse bildet eine Befragung von Teilnehmer/innen, die den „Weiterbildungsscheck,
10
individuell“ in Anspruch genommen haben. Dazu wurde eine Stichprobe von 489 Teilnehmer/innen
11
gezogen, deren Weiterbildungskurse nach September 2016 endeten und für die Daten zu den Aus-
12
trittsindikatoren vorliegen. Den Teilnehmer/innen aus der Stichprobe wurde postalisch ein Fragebo-
13
gen zugesendet. In 22 Fällen konnten Briefe an die hinterlegte Adresse nicht zugestellt werden. Die
14
bereinigte Bruttostichprobe umfasst damit 467 Teilnehmer/innen. Insgesamt beteiligten sich 297 Per-
15
sonen an der Befragung, was einer hohen Rücklaufquote von etwa 64 Prozent entspricht.
16
In den nächsten Abschnitten wird zunächst untersucht, wie bekannt die Förderung unter den befrag-
17
ten Teilnehmenden ist und mit welcher Motivation diese eine Weiterbildung in Anspruch nehmen.
18
Daran schließt sich im Folgenden eine Analyse des Inhalts, der Relevanz sowie der Verwertbarkeit
19
der erworbenen Kompetenzen an. Um die erste vom zuständigen Fondsbewirtschafter aufgeworfene
20
Evaluierungsfrage zu beantworten, wird in diesem Abschnitt die Nutzung des Förderangebots durch
21
Auszubildende - auch im Vergleich zum Förderangebot „Zusatzqualifikationen“ - in den Blick genom-
22
men. Darauffolgend wird die Relevanz der Förderung für die Weiterbildungsbeteiligung erörtert. Ab-
23
schließend erfolgt eine Bewertung des Verhältnisses von Fördersumme zu Verwaltungskosten und
24
damit auch die zweite Evaluierungsfrage nach der Kosten-Nutzen-Relation adressiert.
25
Bekanntheit der Förderung und Motivation zur Inanspruchnahme
26
Teilnehmer/innen werden vor allem durch ihr persönliches Netzwerk auf die Förderung
27
aufmerksam, klassische Öffentlichkeitsarbeit oder Multiplikatoren spielen kaum eine
28
Rolle.
29
Insgesamt wird die Mehrheit der Teilnehmer/innen durch Kolleginnen und Kollegen oder durch
30
Freunde und Bekannte auf das Förderangebot hingewiesen.

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1
2
Abbildung 21: Genutzte Informationsquellen zum Förderangebot (Mehrfachantworten möglich), Quelle: Befragung der Teil-
3
nehmenden, N=297:
4
Mehr als ein Drittel der Befragten wird durch Freunde und Bekannte sowie durch Kolleginnen und
5
Kollegen auf das Förderangebot des „Weiterbildungsscheck, individuell“ aufmerksam. Jede/r Fünfte
6
nutzt das Internetangebot des Ministeriums oder der Sächsischen Aufbaubank (SAB), um sich über
7
die Möglichkeit, eine berufliche Weiterbildung fördern zu lassen, zu informieren. Für 19 Prozent der
8
Teilnehmer/innen erfolgt die Ansprache durch Bildungsdienstleister und acht Prozent werden durch
9
ihre Vorgesetzten darauf hingewiesen. Eine untergeordnete Rolle spielen Printmedien, Hörfunk und
10
Fernsehen. Durch klassische Multiplikatoren wie Kammern und Berufsverbände erfahren nur vier
11
Prozent vom Förderangebot. Auch wenn die Inanspruchnahme bislang den Erwartungen entspricht,
12
ist damit davon auszugehen, dass die Zielgruppe in der Breite kaum über gezielte Öffentlichkeitsar-
13
beit von dem Förderangebot erfährt. Es bleibt vielmehr oft dem Zufall überlassen, dass Personen
14
über ihr persönliches Netzwerk auf das Förderangebot hingewiesen werden. Es kann damit davon
15
ausgegangen werden, dass ein Teil der Zielgruppe ohne entsprechendes Netzwerk nicht erreicht
16
wird.
17
Die Förderung im Vorhabensbereich hat zum Ziel, die individuelle berufsbezogene Bildung, die Wei-
18
terbildung sowie den Qualifikationserwerb zu fördern. Mit dem Förderangebot können somit umfang-
19
reichere Weiterbildungen unabhängig vom Arbeitgeber in Anspruch genommen werden.
20
Arbeitnehmer/innen nehmen die Förderung mit hoher Eigenmotivation und mit der vorran-
21
gigen Zielsetzung in Anspruch, die eigene Beschäftigungsfähigkeit zu erhöhen.
22
Die Analyse der Motivation zur Inanspruchnahme der Förderung zeigt, dass der damit verbundene
23
Kompetenzerwerb unmittelbar im Kontext des beruflichen Alltags erfolgt und bei der großen Mehrheit
24
der Teilnehmer/innen mit dem Wunsch der Erschließung neuer Arbeitsfelder verbunden ist.

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2
Abbildung 22: Motivation der Teilnehmenden zur Inanspruchnahme der Weiterbildung, Quelle: Befragung der Teilnehmenden,
3
N=297
4
Fast jede/r Teilnehmer/in stimmt dementsprechend zumindest tendenziell der Aussage zu, dass die
5
neu erworbenen Kompetenzen im beruflichen Alltag benötigt werden und dass damit neue Arbeits-
6
felder erschlossen werden sollen. Über vier von fünf Befragten verfolgen mit der Qualifizierung dar-
7
über hinaus Ziele des beruflichen Aufstiegs. Sie wollen im Anschluss an die Weiterbildung mehr
8
Verantwortung übernehmen. Bei rund 59 Prozent der Teilnehmer/innen spielt dabei auch der (per-
9
spektivische) Erwerb eines höheren beruflichen Abschlusses eine Rolle. Eine weitere, wichtige Mo-
10
tivation ist bei grob sieben von zehn Teilnehmer/innen die berufliche Neu- oder Umorientierung. Ins-
11
gesamt ist die Eigenmotivation, die eigene berufliche Entwicklung mit der geförderten Weiterbildung
12
voran zu treiben, bei den Teilnehmer/innen stark ausgeprägt. Hinweise durch den Arbeitgeber, eine
13
solche Weiterbildung in Anspruch zu nehmen, spielen hingegen eine vergleichsweise geringe Rolle.
14
Nur etwas über ein Fünftel der Befragten bejaht die Aussage tendenziell, dass die Weiterbildung
15
durch den Arbeitgeber nahegelegt wurde. Etwa 70 Prozent der Befragten verbindet allerdings mit
16
dem Kompetenzerwerb auch die Hoffnung, den eigenen Arbeitsplatz zu sichern.
17
Die Aussagen zeigen, dass es sich beim „Weiterbildungsscheck, individuell“ im Grunde um ein För-
18
derangebot handelt, das Beschäftigte in der selbstbestimmten Gestaltung ihrer eigenen beruflichen
19
Entwicklung stärkt. Ihre Ausgangsmotivation weist eine hohe Passgenauigkeit zum Förderziel, dem
20
Erhalt und Steigerung der individuellen Beschäftigungsfähigkeit, auf. Ob die gesteckten Ziele durch
21
die angestrebte Weiterbildung auch umgesetzt werden konnte, wird in den folgenden Abschnitten
22
weiter untersucht.
23
Inhalt, Relevanz und Verwertbarkeit der erworbenen Kompetenzen
24
Die Bandbreite der geförderten Inhalte ist groß, gesundheitsbezogene, soziale oder päda-
25
gogische Weiterbildungsinhalte bilden aber klare Schwerpunkte in der Förderung.

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In Anspruch genommen wird der „Weiterbildungsscheck, individuell“ zu einer großen thematischen
2
Bandbreite. Thematisch können Inhalte von Weiterbildungen jedoch mehr als einem Bereich zuge-
3
ordnet werden.
4
5
Abbildung 23: Inhalte der in Anspruch genommenen Weiterbildungen (Mehrfachantworten möglich), Quelle: Befragung der
6
Teilnehmenden, N=297
7
Über die Hälfte der Teilnehmer/innen nimmt an einer Weiterbildung mit Fokus auf Gesundheitsthe-
8
men teil. Zwischen einem reichlichen Viertel bis zu einem knappen Drittel wählen Weiterbildungen
9
zu sozialen und zu pädagogischen Themen. Jeder fünfte Befragte bildet sich im Bereich Verwal-
10
tung/Kaufmännisches/Recht fort.
11
Kleinere Themenbereiche für den Erwerb zusätzlicher Qualifikationen bilden Technik/Handwerk/Bau
12
mit elf Prozent, IT/Medien/Marketing mit acht Prozent und Sprachen mit vier Prozent. Ein weiteres
13
Fünftel der Weiterbildungen fällt in die Kategorie Sonstiges. Insgesamt zeigt sich, dass die geförder-
14
ten Weiterbildungen eine breite Themenvielfalt abdecken und der „Weiterbildungsscheck, individuell“
15
branchenübergreifend in Anspruch genommen wird.
16
Die weiteren Befragungsergebnisse zeigen, dass Aspekte des Umwelt-, Ressourcen- und Klima-
17
schutzes eine eher untergeordnete Rolle in den Weiterbildungen spielen. Nach Aussage der Teil-
18
nehmer/innen wurden diese Inhalte in lediglich acht Prozent der Weiterbildungen aufgegriffen, in
19
weiteren 18 Prozent teilweise. In rund drei Viertel der Vorhaben haben diese Aspekte somit keine
20
Rolle gespielt.
21
Bei der Teilzielgruppe betrieblich Auszubildender bildet der Erwerb von Führerscheinen
22
eine zentrale Rolle.
23
Wie in der quantitativen Analyse vorangehend dargestellt, wird der „Weiterbildungsscheck, individu-
24
ell“ nur in sehr geringem Ausmaß von Auszubildenden in Anspruch genommen. Für die Teilziel-
25
gruppe der betrieblich Auszubildenden sind gemäß Monitoring-Auswertungen 41 geförderte Weiter-
26
bildungen festzustellen. Etwas mehr als zwei Drittel dieser Auszubildenden hat den „Weiterbildungs-
27
scheck, individuell“ genutzt, um einen Führerschein der Klasse C und/oder T zu erwerben. Um den
28
Erwerb von Führerscheinen der Klassen C/CE sowie C1/C1E geht es dabei in 19 dieser Vorhaben.

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Diese sind im Rahmen des Vorhabensbereichs „Zusatzqualifikationen“ nicht förderfähig. Bei dem
2
verbleibenden Drittel der individuellen Weiterbildungen handelt es sich um verschiedene branchen-
3
spezifische Weiterbildungen, die bei gegebener Mindestteilnehmerzahl prinzipiell auch als Vorhaben
4
im ESF-Förderangebot „Zusatzqualifikationen“ hätten durchgeführt werden können. Sind die Zusatz-
5
kompetenzen jedoch zu speziell, kann dies dem Zustandekommen einer ausreichenden Gruppen-
6
größe entgegenstehen. An dieser Stelle ergänzen sich die beiden Förderangebote in Hinblick auf
7
die Teilzielgruppen der Auszubildenden.
8
Die Weiterbildungen werden von den Teilnehmer/innen im Hinblick auf Durchführung und
9
Inhalt sehr positiv bewertet.
10
Die selbst gewählten Weiterbildungen werden von den Teilnehmer/innen sehr positiv bewertet. Inhalt
11
und Durchführung entsprechen den Erwartungen.
12
13
Abbildung 24: Bewertung der Weiterbildungen durch die Teilnehmenden, Quelle: Befragung der Teilnehmenden, N=297
14
Rund neun von zehn befragten Teilnehmer/innen stimmen der Aussage vollkommen zu, die Weiter-
15
bildung habe ihnen insgesamt etwas gebracht. Weitere acht Prozent stimmen der Aussage eher zu.
16
Die generelle Bewertung des Nutzens fällt damit sehr positiv aus.
17
Positiv fällt auch die Bewertung von Durchführungsaspekten der Weiterbildung aus. Als gut verständ-
18
lich bewerten grundsätzlich fast alle Teilnehmer/innen ihre Qualifikationskurse. Die Befragungser-
19
gebnisse zeigen, dass rund drei Viertel der Teilnehmer/innen den zeitlichen Umfang als vollkommen
20
angemessen und weitere 21 Prozent als eher angemessen betrachten. Positiv wahrgenommen wer-
21
den auch die Anforderungen der Weiterbildung. Diese werden von rund 97 Prozent der Befragten
22
als (eher) angemessen betrachtet.
23
Auch die Inhalte der Weiterbildung werden von den Befragten positiv bewertet. Der Aussage „In der
24
Weiterbildung habe ich neues Wissen erworben“ stimmen 83 Prozent vollkommen und 16 Prozent
25
eher zu. Die Bewertung der Verbindung von Theorie und Praxis fällt etwas weniger positiv aus. Rund
26
sieben von zehn Teilnehmenden sehen die Verbindung von Theorie und Praxis als vollkommen und
27
weitere 21 Prozent als eher gegeben an.

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Die durch die Teilnehmer/innen selbst ausgewählten Weiterbildungen weisen nach den Befragungs-
2
ergebnissen eine gute Passgenauigkeit zu ihren Bedürfnissen auf und erfüllen die Erwartungen. Da-
3
mit einhergehend wird eine wichtige Grundlage für die Verwertbarkeit der erworbenen Kompetenzen
4
im beruflichen Alltag gelegt.
5
Die Erwartungen an den Nutzen der Weiterbildung werden in einem hohen Maß erfüllt.
6
Rund zwei Drittel der Teilnehmer/innen sehen einen Beitrag zur Sicherung ihres Arbeits-
7
platzes im Ergebnis.
8
Die Befragungsergebnisse zeigen, dass die Erwartungen der Teilnehmer/innen in Hinblick auf die
9
Weiterbildung auch in der ex-post-Betrachtung in hohem Maße erfüllt werden.
10
11
Abbildung 25: Nutzen der erworbenen Kompetenzen für den beruflichen Alltag der Teilnehmenden, Quelle: Befragung der
12
Teilnehmenden, N=297
13
Tendenziell können neun von zehn Teilnehmer/innen die erworbenen Kompetenzen in ihrem beruf-
14
lichen Alltag direkt einsetzen und sich neue Tätigkeitsfelder erschließen. Die zuvor geschilderten
15
Erwartungen an den Nutzen der Weiterbildung im Hinblick auf diese beiden zentralen Aspekte kön-
16
nen damit in der Regel erfüllt werden.
17
Ein positiver Nutzen zeigt sich darüber hinaus für den beruflichen Aufstieg der Befragten. Fast zwei
18
Drittel der Teilnehmer/innen übernehmen nach eigener Aussage eine höhere Verantwortung als zu-
19
vor. Im Vergleich mit vier von fünf Befragten, für die dies vor Weiterbildungsbeginn zentrale Motiva-
20
tion war, konnte der erwartete Nutzen somit weitgehend realisiert werden. Zudem konnten vier von
21
zehn Teilnehmer/innen mit der Qualifizierung ihr Gehalt tendenziell steigern.
22
Nach Durchführung der Qualifikation schätzen zudem etwa zwei Drittel der Beschäftigten ihren Ar-
23
beitsplatz als sicherer ein. Insgesamt haben sich die Nutzenerwartungen an die Weiterbildung in der
24
ex-post-Bewertung für die überwiegende Mehrheit der Teilnehmenden erfüllt. Weniger als jeder
25
siebte Befragte konnte keinen beruflichen Nutzen aus den erworbenen Kompetenzen ziehen.

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Welche Relevanz die Förderung für die Weiterbildungsbeteiligung hat, wird im nächsten Abschnitt
2
beleuchtet.
3
Relevanz der Förderung für Weiterbildungsbeteiligung
4
Die Förderung „Weiterbildungsscheck, individuell“ ermöglicht den meisten Teilnehmen-
5
den erst, eine Weiterbildung in Anspruch nehmen können. Mitnahmeeffekte zeigen sich
6
kaum.
7
Insgesamt stellt die Förderung im Vorhabensbereich A.3.1.1 einen wichtigen Hebel für die Inan-
8
spruchnahme einer beruflichen Weiterbildung bei der Zielgruppe dar.
9
10
Abbildung 26: Bewertung der Relevanz der Förderung für Weiterbildungsbeteiligung durch die Teilnehmenden, Quelle: Befra-
11
gung der Teilnehmenden, N=297
12
Eine deutliche Mehrheit der Befragten gibt an, dass sie ihre Weiterbildung ohne die Förderung nicht
13
oder bestenfalls erst zu einem späteren Zeitpunkt hätten in Anspruch nehmen können. Nur rund ein
14
Viertel der Befragten gibt demgegenüber an, dass sie die Weiterbildung tendenziell auch ohne För-
15
derung absolviert hätten. In der Gesamtsicht zeigt sich damit, dass die Förderung in hohem Maße
16
zur beruflichen Weiterbildung beiträgt. Dies wird auch durch den Befund gestützt, dass tendenziell
17
alle Befragten der Aussage zustimmen, die ESF-Förderung setze einen spürbaren Anreiz für zusätz-
18
liche Weiterbildungsaktivitäten.
19
In Anspruch genommen wird der „Weiterbildungsscheck, individuell“ insbesondere durch Mitarbei-
20
ter/innen von Klein- und Kleinstbetrieben mit weniger als 50 Mitarbeiter/innen. Die Weiterbildungs-
21
kapazitäten ihrer Betriebe werden von fast allen Teilnehmer/innen als begrenzt eingeschätzt. Mitar-
22
beiter/innen kleinerer Betriebe mit begrenzten Weiterbildungsmöglichkeiten erhalten mit der Förde-
23
rung die Möglichkeit, eigenständig durch eine Weiterbildung ihre Beschäftigungsfähigkeit zu stärken.
24
Die Förderung durch den „Weiterbildungsscheck, individuell“ ist somit ein wichtiger Hebel für die
25
Weiterbildungsbeteiligung und die berufliche Weiterqualifizierung. Wie in den vorhergehenden Ab-
26
schnitten dargestellt, weisen die erworbenen Kompetenzen eine hohe Verwertbarkeit für die berufli-
27
che Entwicklung der Teilnehmer/innen auf. Die Förderung leistet damit einen unmittelbaren Beitrag
28
zur Fachkräftesicherung in Sachsen. Es zeigen sich kaum Hinweise auf Mitnahmeeffekte.

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Verhältnis Fördersumme zu Verwaltungskosten
2
Die Befragungsergebnisse bescheinigen der Förderung einen hohen Nutzen in Hinblick auf die Ziel-
3
setzungen der Förderung. Diesem Ergebnis soll in diesem Abschnitt eine Bewertung der Effizienz
4
der Förderung hinzugefügt werden, um allgemein die Wirksamkeit der Förderung zu bewerten. Dar-
5
über hinaus soll in diesem Rahmen auch die zweite Evaluierungsfrage zum Kosten-Nutzen-Verhält-
6
nis erörtert werden.
7
Um das Verhältnis zwischen Fördersummen und Verwaltungskosten zu beurteilen, werden zwei Per-
8
spektiven genutzt: Einerseits spielt die administrative Sicht der Bewilligungsstelle eine Rolle. Ander-
9
seits geht es um die bürokratischen Bearbeitungsaufwände bei den Beantragenden selbst.
10
Aus Sicht der Bewilligungsstelle fallen die Verwaltungskosten eher hoch aus.
11
Der „Weiterbildungsscheck, individuell“ wird direkt von der Sächsischen Aufbaubank bewilligt, die
12
sowohl als Zuwendungsempfänger als auch zwischengeschaltete Stelle fungiert. Mit der Beantra-
13
gung der Förderung sind für Weiterbildungsinteressierte verschiedene Pflichten verbunden, darunter
14
zählt zum Beispiel das Einholen von Vergleichsangeboten. Die Beratungsaufwände der Antragstel-
15
ler/innen werden vor Antragstellung von der SAB als moderat eingeschätzt. Höher falle dagegen der
16
Beratungsaufwand nach Bewilligung und die Antragsprüfung aus. Aufwändig seien notwendige Prü-
17
fungen eines vorzeitigen Weiterbildungsbeginns oder des Weiterbildungsfortschrittes bei Zwischen-
18
auszahlungen sowie die Erhebung der Langfristindikatoren der Geförderten. Bei der Antragsprüfung
19
entstünden zudem hohe Aufwände durch fehlende Unterlagen.
20
Von den Antragsteller/innen selbst werden die Verwaltungsaufwände hingegen tendenziell
21
positiv beurteilt. Fast alle Teilnehmer/innen würden die Förderung erneut in Anspruch neh-
22
men.
23
Von den geförderten Teilnehmer/innen wird der administrative Aufwand sowie die Verständlichkeit
24
der Anforderungen und Unterlagen insgesamt eher positiv bewertet.
25
26
Abbildung 27: Bewertung des Verwaltungsaufwandes durch die Teilnehmenden, Quelle: Befragung der Teilnehmenden,
27
N=297
28
Das Antrags- und Nachweisverfahren schätzen fast drei Viertel der Befragten als (eher) positiv ein.
29
Die Verständlichkeit der Anforderungen und Unterlagen werden durch acht von zehn Befragte ten-
30
denziell positiv bewertet. Ebenfalls positiv wird von mehr als 90 Prozent der Befragten die Beratung

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1
und Begleitung durch die SAB beurteilt. Das Verhältnis von Verwaltungsaufwänden zu Fördersumme
2
beurteilen 73 Prozent der Befragten tendenziell positiv.
3
Das in der Gesamtschau positive Kosten-Nutzen-Verhältnis aus Sicht der Antragsteller/innen wird
4
letztlich dadurch bestätigt, dass nahezu alle die Förderung erneut in Anspruch nehmen würden. Die
5
positive Wertschätzung des Förderangebots zeigt sich auch – wie eingangs erörtert – darin, dass
6
ein großer Teil der Antragsteller/innen von Freunden, Bekannten oder Kolleginnen und Kollegen auf
7
die Förderung hingewiesen wird. Es ist wahrscheinlich, dass solche Empfehlungen dabei in nicht
8
geringem Umfang von ehemaligen Teilnehmer/innen ausgehen.
9
5.5. Zusammenfassende Bewertung, Schlussfolgerungen und Empfehlun-
10
gen
11
Die zuvor dargestellten Untersuchungsergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen und be-
12
werten.
13
Wirksamkeit der Förderung
Horizontale Interventionslogik
Aspekt
Bewertung und Schlussfolgerung
Inanspruchnahme,
Zielerreichung und
Wirksamkeit
Mit 97 Prozent bilden Erwerbstätige die größte Teilnehmergruppe des „Weiterbildungsscheck,
individuell“. Kaum in Anspruch genommen wird die Förderung von arbeitslosen und nichterwerb-
stätigen Personen. Die Mehrheit der Teilnehmer/innen ist mittleren Alters, weiblich und wies mit
ISCED 3 – 4 ein mittleres Bildungsniveau auf. Die Teilzielgruppe Auszubildender nimmt die För-
derung ebenfalls nur punktuell in Anspruch.
Rund neun von zehn Teilnehmer/innen schließen die Kurse mit einer Qualifizierung ab, die Ab-
bruchquote ist dementsprechend gering.
Die hohe Mittelbindungsquote legt nahe, dass Förderfallkosten höher als geplant ausfallen, so
dass die Zielerreichung im Output bis zum Ende der Förderperiode bei gleichbleibendem Finanz-
volumen kritisch erscheint.
Bekanntheit der
Förderung und
Motivation zur In-
anspruchnahme
Das Förderangebot wird prinzipiell ausreichend in Anspruch genommen. Jedoch zeigen die Be-
fragungsergebnisse, dass keine gezielte und ausreichende Bewerbung des Angebots über klas-
sische Medien sowie über Multiplikatoren stattfindet beziehungsweise dass die Zielgruppe dar-
über kaum erreicht wird. Dadurch ist es ein Stück weit dem Zufall überlassen, ob Personen über
das persönliche Netzwerk vom „Weiterbildungsscheck, individuell“ erfahren.
Geförderte Weiterbildungen werden mit einer hohen Eigenmotivation begonnen, die eigene Be-
schäftigungsfähigkeit zu verbessern, einen beruflichen Aufstieg zu erreichen oder sich beruflich
neu zu orientieren. Damit wollen die Teilnehmenden in der Regel auch einen Beitrag dazu leisten,
ihren eigenen Arbeitsplatz zu sichern.
Inhalt, Relevanz
und Verwertbarkeit
der erworbenen
Kompetenzen
Die Bandbreite der geförderten Inhalte ist groß und deutet darauf hin, dass das Förderangebot
branchenübergreifend in Anspruch genommen wird. Am häufigsten werden jedoch Weiterbildun-
gen zu den Themen Gesundheit, Soziales und Pädagogik nachgefragt.
Die generelle Bewertung von Durchführungs- und Inhaltsaspekten durch die Teilnehmer/innen
fällt sehr positiv aus.
Fast alle Teilnehmer/innen können die erworbenen Kompetenzen in ihrem beruflichen Alltag di-
rekt einsetzen. Über zwei Drittel konnten durch die erworbenen Qualifikationen zudem eine hö-
here Verantwortung übernehmen und vier von zehn Teilnehmer/innen konnten ihr Gehalt stei-
gern. Nach Durchführung der Qualifikation schätzen zudem etwa zwei Drittel der Beschäftigten
ihren Arbeitsplatz als sicherer ein.
Relevanz der För-
derung für Weiter-
bildungsbeteili-
gung
Für eine überwiegende Mehrheit der Teilnehmer/innen ermöglicht die Förderung erst, eine Wei-
terbildung zeitnah in Anspruch zu nehmen.
Insbesondere Mitarbeiter/innen kleinerer Betriebe mit begrenzten Weiterbildungsmöglichkeiten
werden mit der Förderung erreicht und erhalten mit der Förderung die Möglichkeit, mit einer Wei-
terbildung ihre Beschäftigungsfähigkeit zu stärken.
Hinweise auf Mitnahmeeffekte zeigen sich hingegen nur in geringem Umfang.

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Vertikale Interventionslogik
Aspekt
Bewertung und Schlussfolgerung
Einordnung des
Vorhabensbe-
reichs in die För-
derarchitektur
Der „Weiterbildungsscheck, individuell“ verfolgt die Zielsetzung, die langfristige Beschäftigungs-
fähigkeit von Personen im beschäftigungsfähigen Alter zu verbessern. Explizit zielt die Förderung
damit auf die übergeordnete Investitionspriorität 8v ab, die Anpassung der Arbeitskräfte, Unter-
nehmen und Unternehmer an den Wandel zu fördern. Das untergeordnete spezifische Ziel „Fach-
kräfteentwicklung und -sicherung fördern“ wird direkt durch die Förderung individueller Weiterbil-
dungsaktivitäten verfolgt.
Die Untersuchung zeigt, dass die individuellen Weiterbildungsziele meistens realisiert werden
können und eine hohe Verwertbarkeit für den beruflichen Alltag aufweisen. Festgestellt wurde
auch, dass das Förderangebot vielfach erst die Teilnahme an Weiterbildungsaktivitäten ermög-
licht. Es ist somit davon auszugehen, dass die geförderten Vorhaben positiv auf die Zielsetzung
der Fachkräfteentwicklung und -sicherung gewirkt haben.
Beiträge zu den übergreifenden Fördergrundsätzen
Aspekt
Zusammenfassung und Bewertung
Umwelt- und
Ressourcenschutz
Die Vorhaben sollen als Mindestkriterium umweltneutral sein.
Daten zur tatsächlichen Einstufung der Vorhaben liegen nicht vor.
In rund einem Viertel der Weiterbildungen wurden Aspekte des Umwelt-, Klima- und Ressourcen-
schutzes zumindest teilweise behandelt.
Gleichstellung
Die Vorhaben sollen als Mindestkriterium gleichstellungsrelevant sein.
Daten zur tatsächlichen Einstufung der Vorhaben liegen nicht vor.
Chancengleich-
heit/ Nichtdiskrimi-
nierung
Die Vorhaben sollen als Mindestkriterium chancengleichheits- bzw. nichtdiskriminierungsrelevant
sein.
Daten zur tatsächlichen Einstufung der Vorhaben liegen nicht vor.
Fachspezifische Evaluierungsfragen
Frage
Bewertung und Schlussfolgerung
Ausgestaltung des
Förderansatzes im
Hinblick auf Aus-
zubildende
Von Auszubildenden wird der „Weiterbildungsscheck, individuell“ nur punktuell in Anspruch ge-
nommen. Der Anteil der betrieblich und schulisch Auszubildenden beträgt jeweils ein Prozent an
allen Teilnehmenden.
Schwerpunktmäßig wird die Förderung von zwei Dritteln der betrieblich Auszubildenden zum Er-
werb der Führerscheine der Klassen T und C genutzt. In etwa der Hälfte der Vorhaben werden
Führerscheine der Klassen C/CE sowie C1/C1E erworben. Diese sind nicht durch den Vorha-
bensbereich „Zusatzqualifikationen“ abgedeckt.
Bei einem Drittel der individuellen Weiterbildungen von Auszubildenden handelt es sich um ver-
schiedene branchenspezifische Weiterbildungen, die bei gegebener Mindestteilnehmerzahl auch
als Vorhaben im Vorhabensbereich „Zusatzqualifikationen“ prinzipiell hätten durchgeführt werden
können. Sind die Zusatzkompetenzen jedoch zu speziell, kann dies dem Zustandekommen einer
ausreichenden Gruppengröße entgegenstehen. An dieser Stelle ergänzen sich die beiden För-
derangebote in Hinblick auf die Teilzielgruppen der Auszubildenden.
Kosten-Nutzenre-
lation und Mitnah-
meeffekte
Es zeigen sich kaum Hinweise auf Mitnahmeeffekte.
Aus Sicht der Bewilligungsstelle fallen die Verwaltungskosten moderat bis hoch aus.
Die Mehrheit der Teilnehmer/innen beurteilt demgegenüber das Verhältnis aus Verwaltungskos-
ten und Fördersumme eher positiv.
Für rund 98 Prozent der Teilnehmer/innen überwiegt der Nutzen die Kosten und sie würden die
Förderung erneut in Anspruch nehmen.
1
Tabelle 12: Vorhabensbereich A.3.1.1 „Weiterbildungsscheck, individuell“ – Zusammenfassung und Bewertung
2
Insgesamt kommt die Wirkungsevaluierung des Vorhabensbereichs A.3.1.1 „Weiterbildungsscheck,
3
individuell“ damit ebenfalls zu einem sehr positiven Ergebnis. Aus der Gesamtschau der Untersu-
4
chungsergebnisse leiten sich entsprechend keine wesentlichen Anpassungsnotwendigkeiten ab. Vor
5
dem Hintergrund der offenbar höher als geplant ausfallenden Förderfallkosten und der dadurch zu-
6
mindest gefährdeten teilweisen Zielerreichung im Output sollte jedoch folgende Empfehlung geprüft
7
werden.
8

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Empfehlung 1: Prüfung der Erhöhung des Finanzmitteleinsatzes und einer Ausweitung der Öf-
fentlichkeitsarbeit
Problemskizze
Das Förderinstrument „Weiterbildungsscheck, individuell“ zeichnet sich durch eine hohe Wirk-
samkeit im Sinne der fachlichen Zielsetzungen aus.
Die bereitgestellten Monitoring-Auswertungen legen aber nahe, dass die Förderfallkosten höher
ausfallen als geplant. Dadurch ist die quantitative Zielerreichung im Output zumindest in Teilen
gefährdet.
Zudem zeigt die Evaluierung, dass die Zielgruppe in hohem Maße zufällig, das heißt, durch die
Ansprache von Bekannten, Freunden oder Kolleginnen und Kollegen von der Förderung erfährt.
Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Förderung nur einem Teil der potenziellen Zielgruppe
bekannt ist und die Bedarfe auch höher ausfallen.
Empfehlung
Es sollte im Verlauf der Förderperiode und insbesondere im Kontext ohnehin anstehender An-
passungen des Vorhabensfinanzierungsplans geprüft werden, ob der Finanzmitteleinsatz für den
Vorhabensbereich erhöht werden kann.
Je nach Umfang einer möglichen Erhöhung der Finanzausstattung, sollte geprüft werden, ob die
Öffentlichkeitsarbeit für das Förderangebot noch einmal intensiviert wird, sodass auch Personen
aus der Zielgruppe erreicht werden, die weniger gut vernetzt sind. Neben Maßnahmen der direk-
ten medialen Bewerbung würde auch die verstärkte Ansprache über Multiplikatoren wie Kammern
und Berufsverbände das entsprechende Potenzial in sich bergen, die potenzielle Zielgruppe um-
fänglicher zu erreichen.
Adressat(en)
Fondbewirtschafter (SMWA), Verwaltungsbehörde ESF
1
Tabelle 13: Vorhabensbereich A.3.1.1 „Weiterbildungsscheck, individuell“ – Schlussfolgerungen und Empfehlungen
2
3

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1
6. Vorhabensbereich A.3.1.2 „Weiterbildungsscheck, be-
2
trieblich“
3
Der Vorhabenbereich A.3.1.2 „Weiterbildungsscheck, betrieblich“ ordnet sich wie folgt in die För-
4
derarchitektur des ESF-Sachsen ein.
5
Weiterbildungsscheck, betrieblich (A.3.1.2)
Fondsbewirtschafter: Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA), Referat 24
Prioritätsachse (PA)
A
Förderung nachhaltiger und hochwertiger Beschäftigung und Unterstützung der
Mobilität der Arbeitskräfte
Investitionspriorität (IP)
8v
Anpassung der Arbeitskräfte, Unternehmen und Unternehmer an den Wandel
Spezifisches Ziel (SPZ)
A.3
Fachkräfteentwicklung und -sicherung fördern
Handlungsoption (HO)
A.3.1 Förderung der beruflichen Weiterbildung
6
Tabelle 14: Vorhabensbereich A.3.1.2 „Weiterbildungsscheck, betrieblich“ – Einordnung in die Förderarchitektur
7
Der Vorhabensbereich A.3.1.2 richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen und Sozialunterneh-
8
men. Gefördert werden Vorhaben der betrieblichen Weiterbildung, die der Sicherung der Beschäfti-
9
gungsfähigkeit von Arbeitnehmer/innen sowie der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens dienen.
10
Weiterbildungen können je nach Unternehmensart und -größe mit Fördersätzen zwischen 40 und 70
11
Prozent gefördert werden.
12
„Weiterbildungsscheck, betrieblich“ ist innerhalb der Prioritätsachse A mit einem Anteil von 20,9 Pro-
13
zent an den geplanten ESF-Mitteln der größte Vorhabensbereich, innerhalb des Spezifischen Ziels
14
A.3 bildet er mit einem Anteil von 50,6 Prozent den größten Baustein der Förderung.
15
6.1. Konzept: Untersuchungsfragen und methodisches Vorgehen
16
Ziele der Analyse waren die Wirkungsevaluierung, das heißt, die Untersuchung der Wirksamkeit der
17
Interventionslogik des Vorhabensbereichs und die Beantwortung von insgesamt zwei fachspezifi-
18
schen Evaluierungsfragen, die durch den Fondsbewirtschafter aufgeworfen wurden. Folgende Über-
19
sicht fasst Ziele, Zweck und Fragen zusammen.
20
Teil C: Wirkungsevaluierung
Teil D: fachspezifische Evaluierungsfragen
Wirksamkeit der Interventionslogik
Beitrag zur Realisierung der über-
greifenden Zielsetzungen
Welche positiven Resultate in Bezug auf die Anpassung von kleinen und
mittelständischen Unternehmen (KMU) an den wirtschaftlichen, technologi-
schen und gesellschaftlichen Wandel sind in Abgrenzung zu evtl. vorhande-
nen Mitnahmeeffekten zu verzeichnen (z.B. in Bezug auf Innovationsfähig-
keit, Einführung neuer Technologien, Abdeckung Fachkräftebedarf unter
den Bedingungen des demografischen Wandels)?
Wie ist das Programm hinsichtlich der Kosten- / Nutzen-Relation zu bewer-
ten insbesondere seit der Öffnung des Kreises der Zuwendungsempfänger
für Sozialunternehmen ohne Größenbeschränkung?
21
Tabelle 15: Wirkungsevaluierung im Vorhabensbereich A.3.1.2 „Weiterbildungsscheck, betrieblich“ – Untersuchungsge-
22
genstand
23
Die Wirkungsevaluierung einschließlich der Beantwortung der zwei fachspezifischen Evaluierungs-
24
fragen wurde nach dem folgenden Vorgehen durchgeführt:

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1
1. Analyse des Förderansatzes einschließlich der Einbettung in die Gesamtstrategie
2
2. Analyse des bisherigen Umsetzungsstands
3
3. Vertiefende Analyse und Bewertung der Inanspruchnahme der Förderung durch Sozialunter-
4
nehmen (Konkretisierung von Teilaspekten der Evaluierungsfrage 2)
5
4. Analyse und Bewertung der Wirksamkeit des Förderansatzes hinsichtlich der Zielsetzung, die
6
Anpassungsfähigkeit von Arbeitskräften und Arbeitgebern an den wirtschaftlichen, technologi-
7
schen und gesellschaftlichen Wandel zu verbessern
8
5. Vertiefende Analyse und Bewertung der Effektivität des Förderangebots in Bezug auf Aspekte
9
der Fachkräftesicherung, der Innovationsfähigkeit, der Einführung neuer Technologien und Ver-
10
fahren sowie der Erschließung neuer Märkte / Geschäftsbereiche (Konkretisierung von Teilas-
11
pekten der Evaluierungsfrage 1)
12
6. Vertiefende Analyse und Bewertung der Effizienz des Förderangebots unter Berücksichtigung
13
der Verwaltungskosten und möglicher Mitnahmeeffekte (Konkretisierung von Teilaspekten der
14
Evaluierungsfragen 2 und 1)
15
7. Schlussfolgerung zum Beitrag der Förderung zur Realisierung der Gesamtstrategie sowie zur
16
Umsetzung der übergreifenden Förderziele
17
Folgende Tabelle weist alle im Zuge der Analyse genutzten Informationsquellen, die genutzten Me-
18
thoden sowie ihren Einsatzzweck aus:
19
Datenquelle
Analysemethode
Erkenntnisse und Bewertungen
ESF-OP
Ggf. weitere Dokumente zur För-
derkonzeption
Bestehende Evaluierungsberichte
Dokumentenanalyse
Förderansatz und Einbettung in Gesamtstrategie
Analyse und Bewertung bestehender Erkenntnisse
zur Wirksamkeit
Auswertungen von Daten aus dem
IT-Begleitsystem zu Vorhaben und
Teilnehmer/innen
Quantitative Analyse
Finanzieller und materieller Umsetzungsstand
Qualitative Inanspruchnahme (Weiterbildungsin-
halte)
Implementierung der übergreifenden Grundsätze
Befragung der KMU auf Basis ei-
ner Stichprobe
Schätzung der Verwaltungskosten
durch SAB (Abfrage oder Inter-
view)
Qualitative und
quantitative Analyse
Bekanntheit der Förderung / Motivation der Inan-
spruchnahme / mögliche Hinderungsgründe
Relevanz und Verwertbarkeit der erworbenen Quali-
fikationen im beruflichen Kontext der Beschäftigten
Relevanz der erworbenen Qualifikationen im Unter-
nehmenskontext (Fachkräftesicherung, Innovation,
Einführung neuer Technologien und Verfahren, Er-
schließung neuer Märkte und Geschäftsbereiche)
Relevanz der Förderung für Weiterbildungsbeteili-
gung
Verhältnis Fördersumme zu Verwaltungskosten
20
Tabelle 16: Wirkungsevaluierung im Vorhabensbereich A.3.1.2 „Weiterbildungsscheck, betrieblich“ – Datenquellen

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6.2. Ziele und Interventionslogik der Förderung
2
Die Interventionslogik des Vorhabensbereichs A.3.1.2 „Weiterbildungsscheck, betrieblich“ wird nach-
3
folgend vorgestellt, beginnend mit einer Kurzbeschreibung des Förderkontexts beziehungsweise
4
Umfelds der Förderung.
5
Kontext der Förderung
6
Die Förderung im Vorhabensbereichs A.3.1.2 erfolgt insbesondere vor dem Hintergrund der im ESF-
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OP benannten Herausforderung 1 „Erhalt und Ausbau der Beschäftigung im demografischen, wirt-
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schaftlichen und technologischen Wandel“. Diese Herausforderung leitet sich aus der sozioökono-
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mischen Analyse ab, die im Vorfeld der Erstellung des ESF-OP erstellt wurde. Demnach verzeichnet
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der Freistaat Sachsen einen prognostizierten Rückgang der Einwohnerzahlen von 4,1 Millionen 2012
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auf 3,4 Millionen im Jahr 2030 und eine dadurch bedingte Verringerung des Erwerbspersonenpoten-
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zials. Vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden Fachkräftemangels steht der Freistaat Sachsen
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vor der Herausforderung, die bestehenden Arbeitskräfte kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die Fort-
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bildungsrate lag in Sachsen 2011 mit 7,3% unter dem europäischen Durchschnitt.
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Die Förderung im Vorhabensbereichs A.3.1.2 ist eingebettet in die Fachkräftestrategie Sachsen
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2020 und die Innovationsstrategie des Freistaates Sachsen.
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Die Interventionslogik der Förderung wird im Folgenden näher betrachtet.
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Horizontale Interventionslogik
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Der Vorhabensbereich A.3.1.2 „Weiterbildungsscheck, betrieblich“ zielt darauf ab, die Anpassungs-
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fähigkeit von Arbeitskräften und Arbeitgebern an den wirtschaftlichen, technologischen und gesell-
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schaftlichen Wandel zu verbessern. Dafür werden Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeiter/in-
22
nen sowie Sozialunternehmen ohne Größenbeschränkung bei Vorhaben der betrieblichen Weiterbil-
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dung gefördert.
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Arbeitgeber können Weiterbildungen für ihre Mitarbeiter/innen aussuchen zu den folgenden Zielset-
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zungen: Neue Märkte erschließen, Arbeitskräfte höher qualifizieren, neue Technologien implemen-
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tieren, Unternehmensnachfolgen vorbereiten, Bildungsangebote für Auszubildende vertiefen, bzw.
27
ergänzen oder Umwelt- und Ressourcenschutz im Arbeitsprozess verbessern. Teilnehmer/innen der
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Weiterbildung können sowohl Unternehmer/innen beziehungsweise Selbstständige als auch Be-
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schäftigte, Auszubildende, dual Studierende, Werkstudenten/innen, Praktikanten/innen oder Mitar-
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beiter/innen in Elternzeit sein. Sofern eine Einstellungszusage vorliegt, können auch Arbeitslose an
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Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen.
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Insgesamt sollen 8.970 Erwerbstätige (auch Selbstständige) in der stärker entwickelten Region be-
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ziehungsweise 29.180 in der Übergangsregion im Verlauf der Förderperiode durch die Förderung
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erreicht werden. Dabei sollen 550 beziehungsweise 1.950 der Teilnehmer/innen über 54 Jahre alt
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sein.
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Laut Zielwert des Ergebnisindikators sollen in beiden Regionen mindestens 75 Prozent der Teilneh-
37
mer/innen mit Abschluss der Weiterbildung eine Qualifizierung erlangt haben. Langfristig soll sich
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damit einerseits die Beschäftigungsfähigkeit der Teilnehmenden verbessern und anderseits – durch

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Begleitende Evaluierung für den Europäischen Sozialfonds im
Freistaat Sachsen im Förderzeitraum 2014 – 2020
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das Einbringen der gelernten Inhalte und Fähigkeiten in das Unternehmen – die Wettbewerbs- und
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Zukunftsfähigkeit des Unternehmens steigern.
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Folgende Graphik fasst die horizontale Interventionslogik des Vorhabensbereichs zusammen:
4
5
6
Abbildung 28: Horizontale Interventionslogik im Vorhabensbereich A.3.1.2 „Weiterbildungsscheck, betrieblich“
7
Vertikale Interventionslogik
8
Die horizontale Interventionslogik des Vorhabensbereichs A.3.1.2 „Weiterbildungsscheck, betrieb-
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lich“ adressiert in zweifacher Hinsicht die Herausforderungen des zuvor beschriebenen Förderkon-
10
texts: Auf Teilnehmerebene werden durch eine Weiterqualifizierung die individuellen Fähigkeiten und
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Kenntnisse von Fachkräften im Freistaat Sachsen gesteigert. Da die Weiterbildungsaktivitäten auf
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die Bedarfe der Unternehmen ausgerichtet sind, wird zudem deren Innovations- und Zukunftsfähig-
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keit gestärkt. Insgesamt wird somit die Anpassungsfähigkeit der sächsischen Wirtschaft an den de-
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mografischen, wirtschaftlichen und technologischen Wandel gesteigert.
15
6.3. Bestehende Erkenntnisse
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Der Vorhabensbereich A.3.1.2 „Weiterbildungsscheck, betrieblich“ basiert in Teilen auf dem Förder-
17
gegenstand „Betriebliche Weiterbildung“ aus der vorhergehenden Förderperiode. Änderungen zum
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Vorangebot betreffen eine Öffnung der Teilnahme für Auszubildende, eine Beschränkung der För-
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derung auf kleine und mittlerer Unternehmen (beziehungsweise Sozialunternehmen), sowie in der
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Regel eine Absenkung der Fördersätze von 70 auf 50 Prozent.
21
Die Fachevaluierung der vergangenen Förderperiode ergab, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter/in-
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nen insbesondere zu innovativen Themen wie der Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleis-
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tungen oder zur Erschließung neuer Märkte weiterbilden. Die administrativen Aufwände der Antrags-
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stellung und der erzielte Nutzen standen damit in der Förderperiode 2007 - 2013 für den Großteil der
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Unternehmen in einem akzeptablen Verhältnis. Zudem gaben die Unternehmen an, dass durch die
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ESF-Förderung Weiterbildungsaktivitäten begünstigt und ermöglicht werden sowie durch diese er-
27
folgreich die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden kann.
28
Die Durchführungsevaluierung 2016 zeigte für den Vorhabensbereich A.3.1.2 einen angemessenen
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Stand mit allerdings insgesamt zu geringen Output-Werten. Dies war unter Umständen auf eine zeit-
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verzögerte Erfassung der Teilnehmer/innen zurückzuführen, hing aber aus Sicht des Fondsbewirt-
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schafters möglicherweise auch mit einer zu geringen Nachfrage auf Grund fehlender Bekanntheit

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oder fehlenden Kapazitäten für Weiterbildung in den Betrieben aufgrund der guten Auftragslage zu-
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sammen.
3
6.4. Analyse
4
6.4.1. Quantitative Analyse
5
Der Umsetzungsfortschritt im Vorhabensbereich A.3.1.2 „Weiterbildungsscheck, betrieblich“ stellt
6
sich zum Stichtag 30.06.2017 wie folgt dar:
7
8
9
Abbildung 29: Umsetzungsstand im Vorhabensbereich A.3.1.2 „Weiterbildungsscheck, betrieblich“, Quelle: Monitoring-Aus-
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wertungen zu Vorhaben und Teilnehmer/innen der LIF und eigene Berechnungen
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Bis zum Stichtag am 30.06.2017 wurden im Vorhabensbereich „Weiterbildungsscheck, betrieblich“
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30 Prozent der Mittel gebunden. Es wurden bislang 4.973 Weiterbildungsvorhaben bewilligt, welche
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im Durchschnitt mit 2.299 Euro gefördert wurden, sich über 13 Monate erstreckten und an denen 2,7
14
Personen teilgenommen haben.
15
Die Outputziele werden wahrscheinlich nicht vollumfänglich erreicht.
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Insgesamt beläuft sich die Teilnehmerzahl auf 7.611 Personen, davon sind 38 Prozent Frauen. Der
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Großteil der Teilnehmer/innen (52 Prozent) hat einen allgemeinbildenden Schulabschluss nach dem
Vorhabensbereich A.3.1.2
Vorhabensbereich:
Fondsbewirtschafter:
SMWA, Ref. 24
Beginn der Förderung:
2015
Laufzeit in %:*
35%
Input
SER
ÜR
Gesamt
ESF-Mittel (PLAN)
7,6 Mio. Euro
30,65 Mio. Euro
38,25 Mio. Euro
ESF-Mittel gebunden:
2,71 Mio. Euro
8,79 Mio. Euro
11,5 Mio. Euro
Anteil gebunden:
36%
29%
30%
Output
Anzahl Bewilligt
Anzahl VN-geprüft
Ø Summe (€)
Ø Anzahl TN**
Ø Förderdauer (Monate)
4.973
2.898
2.299
2,7
13
Eintritte gesamt
weiblich
männlich
ISCED 1-2
ISCED 3-4
ISCED 5-8
7.611
38%
62%
3%
52%
45%
Arbeitslose
Arbeitnehmer/innen
und Selbstständige
Nicht Erwerbstätige
Unter 25
Über 54
Migrations-
Hintergrund
0%
100%
0%
5%
9%
1%
Output: OP-Indikatoren
Indikator 1:
Erwerbstätige, auch Selbstständige
Zielwert (SER)
Zielwert (ÜR)
IST (SER)
IST (ÜR) % an Ziel (SER)
% an Ziel (ÜR)
Zielerreichung
8.970
29.180
1.768
5.820
20%
20%
Indikator 2:
Über 54-jährige
Zielwert (SER)
Zielwert (ÜR)
IST (SER)
IST (ÜR) % an Ziel (SER)
% an Ziel (ÜR)
Zielerreichung
550
1.950
143
543
26%
28%
Ergebnisse (nur Austritte)
Austritte gesamt
mit Qualifikation
nach Teilnahme
mit Zertifikat nach
Teilnahme
arbeitssuchend
erwerbstätig oder
selbstständig
nicht erwerbstätig
7.611
3%
68%
0%
82%
0%
Ergebnisse: OP-Indikatoren
Indikator 1:
Anteil der Erwerbstätigen / Selbstständigen, die eine Qualifizierung erlangt haben (GEI)
Zielwert (SER)
Zielwert (ÜR)
IST (SER) abs.
IST (ÜR) abs.
IST (SER) %
IST (ÜR) %
Zielerreichung
75%
75%
1.356
3.917
77%
67%
* Seit Beginn der Förderperiode 01.01.2014 (unter Berücksichtigung von n+3)
** Berechnet anhand der Vorhaben für die Teilnehmerdaten vorliegen
Weiterbildungsscheck, betrieblich
Vorhaben
(beide Regionen)
Teilnehmer/innen
(beide Regionen)
Teilnehmer/innen
(beide Regionen)
0%
100%
Mittelkontingent / Zielwert Output
Modellhafter Verlauf
ESF-Mittel gebunden (% von Plan)
Teilnehmeroutput (% von Zielwert)

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Freistaat Sachsen im Förderzeitraum 2014 – 2020
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