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Stadt Plauen
FB Bau und Umwelt
FG Stadtplanung und Umwelt
Bauleitplanung
Planstand:
29.05.2019
Verfahrensschritt:
Satzungsbeschluss
Bebauungsplan Nr. 031
Regionaler Vorsorgestandort
„Industrie- und Gewerbegebiet
Plauen – Oberlosa Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
I
Inhaltsverzeichnis
A
Grundlagen
1
1
Plangebiet
1
1.1
Lage, Abgrenzung und Größe
1
1.2
Geltungsbereich des Bebauungsplanes
1
1.3
Topographie, Geländeverhältnisse, Bodenbeschaffenheit
2
1.4
Derzeitige Nutzungsstruktur des engeren Plangebietes
3
1.5
Nutzungsstruktur in der Umgebung
3
1.6
Vorhandene Verkehrsstruktur
3
1.7
Vorhandene Infrastruktur, Ver- und Entsorgung
3
1.8
Besitz- und Eigentumsverhältnisse
4
1.9
Altlasten
4
1.10
Planungsgrundlagen
5
1.11
Rechtsgrundlagen
5
2.
Übergeordnete Planungsvorgaben
5
2.1
Landesentwicklungsplan
5
2.2
Regionalplan Südwestsachsen / Entwurf Regionalplan Region Chemnitz
6
2.3
Flächennutzungsplan
7
3
Ziel und Zweck des Bebauungsplanes
7
3.1
Planungsanlass
7
3.2
Bedarfsnachweis
8
3.3
Planungsziele
12
B
Städtebauliche Planung
13
1
Planungsinhalt und Festsetzungen
13
1.1
Art der baulichen Nutzung
13
1.2
Maß der baulichen Nutzung
14
1.3
Bauweise, überbaubare Grundstücksflächen
14
1.4
Nebenanlagen
14
1.5
Verkehrsflächen
14
1.6
Hauptversorgungs- und Hauptwasserleitungen
15
1.7
Flächen für Regenrückhaltung und die Versickerung von Niederschlagswasser
sowie die Regelung des Wasserabflusses
16
1.8
Grünflächen
16

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Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
II
1.9
Festsetzungen zum Erhalt bzw. Anpflanzung von Bäumen, Sträuchern und
sonstigen Bepflanzungen; Umgrenzung von Flächen für Maßnahmen zum Schutz,
zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft
17
1.10
Sonstige Planzeichen, Hinweise und nachrichtliche Übernahmen
17
1.11
Baugestaltung
17
2.
Erschließung
18
2.1
Erschließungskonzeption und Variantenuntersuchung
18
2.2
Verkehrserschließung
19
2.2.1
Äußere Verkehrserschließung
19
2.2.2
ÖPNV-Erschließung
19
2.2.3
Ausbau und Neutrassierung der Kreisstraße K 7807
20
2.2.4
Installation einer Lichtsignalanlage am Knoten B 92/Planstraße A
20
2.2.5
Innere Verkehrserschließung
20
2.3
Abwasserentsorgung
21
2.3.1
Schmutzwasser
21
2.3.2
Regenwasserableitung/Regenwassernutzung
21
2.4
Trinkwasser- und Löschwasserversorgung
22
2.5
Elektroenergieversorgung
22
2.6
Fernmelde- und Informationsnetze
22
2.7
Gasversorgung
22
3.
Flächenbilanz
23
4.
Kosten
24
C
Umweltbericht
25
1
Einleitung
25
1.1
Inhalt und Ziel des Bebauungsplans
25
1.2
Darstellung der in einschlägigen Fachgesetzen und Fachplänen festgelegten
Ziele des Umweltschutzes
26
2
Beschreibung und Bewertung der Umweltauswirkungen
27
2.1
Bestandsaufnahme des derzeitigen Umweltzustands
27
2.2
Prognose über die Entwicklung des Umweltzustandes bei Durchführung der
Planung und bei Nichtdurchführung der Planung
32
2.3
Geplante Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der
nachteiligen Auswirkungen
41
2.4
In Betracht kommende anderweitige Planungsmöglichkeiten
44
3
Zusätzliche Angaben
45

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
III
3.1
Beschreibung der wichtigsten Merkmale der verwendeten technischen
Verfahren bei der Umweltprüfung und Hinweise auf Schwierigkeiten, Lücken
und fehlende Kenntnisse
45
3.2
Geplante Maßnahmen zur Überwachung der erheblichen Auswirkungen bei
der Durchführung des Bebauungsplans (Monitoring)
45
4
Allgemeine Zusammenfassung
48
Literatur- und Quellenverzeichnis
51

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
1
A
Grundlagen
1
Plangebiet
1.1
Lage, Abgrenzung und Größe
Das Plangebiet des Bebauungsplanes Nr. 031 „Industrie- und Gewerbegebiet Plauen-
Oberlosa, Teil 1“ liegt zum überwiegenden Teil in der Gemarkung Oberlosa der Stadt
Plauen. Nur Teilbereiche für geplante Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen befinden sich in
anderen Gemarkungen auf dem Hoheitsgebiet der Stadt Plauen. Das Plangebiet wurde
gegenüber der letzten öffentlichen Auslegung im Mai/Juni 2017 deutlich verkleinert. Den
nördlichen Rand des Plangebietes bildet nun die Freihaltetrasse der 110 KV
Hochspannungsfreileitung. Im Süden und Osten wird das Plangebiet unmittelbar vom
Verlauf der Bundesautobahn A 72 Autobahndreieck Bayerisches Vogtland - Leipzig
begrenzt (diese Achse nimmt eine überregionale länderübergreifende Stellung ein). Im
westlichen Bereich wird der Standort direkt von der Europastraße E 49 bzw. der B 92 nach
Tschechien mit europaweiter bzw. staatenübergreifender Bedeutung tangiert. Das
Plangebiet hat eine Gesamtgröße von ca. 41,0 ha.
1.2
Geltungsbereich des Bebauungsplanes
Der Regionale Vorsorgestandort für Industrie- und produzierendes Gewerbe Plauen
„Oberlosa“ gliedert sich aktuell in vier Planungsabschnitte.
Für den mittleren Teil des Gebietes besteht über den rechtskräftigen Bebauungsplan Nr. 031
„Industrie- und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 2a“ bereits Baurecht. Das Areal
wurde vor über 10 Jahren erschlossen und ist aktuell nahezu vollständig vermarktet. Für den
westlichsten Teil des Vorsorgestandortes soll im hier beschriebenen Verfahren zum
Bebauungsplan Nr. 031 „Industrie- und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“ kurzfristig
Baurecht geschaffen werden, da konkrete Investitions- und Ansiedlungsbegehren vorliegen.
Der Geltungsbereich des Teil 1 wurde gegenüber der letzten öffentlichen Auslegung im
Mai/Juni 2017 verkleinert. Um die ursprüngliche Ausdehnung des Plangebietes wieder
erreichen zu können, müssen noch offene Rechtspositionen geklärt werden. Es ist geplant in
einem separaten Bebauungsplanverfahren „Teil 1a“ für den entfallenen Geltungsbereich
Baurecht zu schaffen. Der östliche Teil des Vorsorgestandortes liegt im Geltungsbereich
des Bebauungsplanes Nr. 031 „Industrie- und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 2b“,
welcher sich noch nicht im Verfahren befindet. Den Geltungsbereichen der Bebauungspläne
sind entsprechende Flächen für den Ausgleich und den Ersatz zugewiesen worden, welche
teilweise außerhalb der engeren Plangebiete liegen. Die Flächensicherung für den
Bebauungsplan Teil 1 inklusive der hierfür geplanten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen ist
erfolgt.
Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes Nr. 031 „Industrie- und Gewerbegebiet Plauen-
Oberlosa, Teil 1“ überlagerte die im Januar 2018 aufgehobenen Planverfahren des
Bebauungsplanes Nr. 006 „Industrie- und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“ und des
vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 020 „Gewerbegebiet mit Autohof Oberlosa“. Die
Planungen zu diesen Bebauungsplänen ruhen seit Jahren und sind nicht mehr aktuell. Die
Planverfahren wurden nie bis zur Rechtskraft geführt. Alle dazu in den Jahren 1998 bis
2001 ergangenen Beschlüsse wurden vom Stadtrat der Stadt Plauen aufgehoben.

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
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Stand 29.05.2019
2
Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes Nr. 031 „Industrie- und Gewerbegebiet Plauen-
Oberlosa, Teil 1“ hat sich gegenüber der letzten Auslegung nochmals geändert. Der
ursprüngliche Teil des Plangebietes nordöstlich der 110 KV Freihaltetrasse ist nicht mehr
im Geltungsbereich enthalten. Auch die ehemalige zum Waldumbau vorgesehene
Ausgleichsfläche Maßnahme D, die externe Maßnahme 2 Zadera und die Maßnahme 8
(Großfriesen) sind nicht mehr enthalten. Der aktuelle Bebauungsplan erstreckt sich mit
seinen Teilgeltungsbereichen über Flurstücke verschiedener Gemarkungen im Stadtgebiet
von Plauen.
Das engere Plangebiet (Gewerbe- und Industrieflächen/ interne Ausgleichsflächen) umfasst
teilweise oder vollständig die Flurstücke 949/22; 1023; 1026; 1036/3; 1037; 1038; 1039/2
der Gemarkung Oberlosa zwischen der Bundesautobahn A 72, der Bundesstraße B 92 sowie
zwischen der Bundesstraße B 92 und dem Eiditzlohbach.
Das weitere Plangebiet (externe Ausgleichsflächen) umfasst teilweise oder vollständig
folgende Flurstücke:
• Flurstücke 834/81 und 834/83 der Gemarkung Haselbrunn zwischen
Bahngelände/Essigsteig und dem Werksgelände „IBS – Plamag“ (ehemaliges
„Welah-Gelände“)
• Flurstücke 125; 126; 127; 128; 143 der Gemarkung Tauschwitz westlich anschließend
an die Photovoltaikanlage Plauen – Sorga
1.3
Topographie, Geländeverhältnisse, Bodenbeschaffenheit
Das Plangebiet liegt im Zentrum des mittelvogtländischen Kuppenlandes bzw.
Bergkuppenreliefs, speziell im Oberlosa – Meßbacher Kuppenland. Bei Geländehöhen
zwischen ca. 420 m ü. NN im Nordosten und ca. 490 m ü. NN im Südwesten ist eine stark
bewegte Geländemorphologie charakteristisch. Neben Anhöhen (Kuppen) hat eine
Quellmulde mit nach außen gerichtetem Bachlauf ihren Ursprung im Plangebiet. Der nach
Südwesten abfließende Eiditzlohbach entspringt im Geltungsbereich des Bebauungsplanes.
Regionalgeologisch gesehen liegt das Plangebiet in der zur Vogtländisch – Erzgebirgischen
Synklinalzone gehörenden Vogtländischen Mulde. Verschiedene Tonschieferbildungen des
Devons sowie Gesteinsbildungen des im Oberdevon einsetzenden intensiven Vulkanismus
(verschiedene Diabase und ihre Tuffe, Diabaskonglomerate und –brekzien sowie
Diabasschiefer/Amphiebolitschiefer)
bilden
den
Festgesteinsuntergrund.
Die
Diabaslandschaften sind durch eine besondere geologische und geoökologische Vielfalt
gekennzeichnet.
Kleinflächiger
Gesteinwechsel
und
selbst
innerhalb
gleichartiger
Gesteine
sehr
unterschiedliche
Verwitterungssteinintensitäten
bedingen
engräumige
und
äußerst
vielseitige Differenzierungen. Der komplizierte, von Störungen durchzogene Krustenbau
wird bereichsweise durch große Verwitterungstiefen des Gesteins verhüllt. Andererseits
reichen feste, unverwitterte Felspartien bis in Oberflächennähe. Überwiegend lagert über
dem autochthonen Verwitterungsmaterial bzw. über dem noch unverwitterten Festgestein
eine geringmächtige pleistozäne Hanglehm- bis Hangschuttbedeckung. Obwohl eine
Quellmulde in das Plangebiet reicht, haben holozäne Bildungen im Untersuchungsgebiet
keine oder nur unwesentliche Bedeutung.
Das Plangebiet befindet sich in der Erdbebenzone 1 und liegt nach bisherigen Kenntnissen
in einem Gebiet, in dem wahrscheinlich erhöhte Radonkonzentrationen in der Bodenluft
vorhanden sind. In Deutschland existieren jedoch keine gesetzlichen Regelungen mit

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3
verbindlichen Grenzwerten zu Radon in Gebäuden. Zum vorsorgenden Schutz wird
empfohlen, bei Neubauten einen Radonschutz vorzusehen oder die radiologische Situation
abklären zu lassen.
1.4
Derzeitige Nutzungsstruktur des engeren Plangebietes
Neben dem natürlich gegebenen Geländerelief sind anthropogene Veränderungen der
ehemals natürlich vorhandenen Geländeoberfläche gegeben. Hierzu zählen insbesondere die
Bundesautobahn A 72 Autobahndreieck Bayerisches Vogtland - Leipzig einschließlich
zugehöriger Anlagen (z.B. Regenrückhaltebecken) sowie die Bundesstraße B 92. Das
Gelände wurde bisher überwiegend landwirtschaftlich genutzt.
1.5
Nutzungsstruktur in der Umgebung
In unmittelbarer Nähe der Plangebietsgrenze befindet sich im Norden die neutrassierte
Kreisstraße K 7807, der Ortsrand von Oberlosa, sowie die Obermarxgrüner Straße. Direkt
an der nördlichen Plangebietsgrenze befinden sich die Firma Autokouba mit Wohnen des
Betriebsinhabers sowie durch die Stadt Plauen bereits angekaufte ehemalige Wohngebäude.
Im Nordosten liegen weitere, bereits geplante bzw. erschlossene Flächen für Industrie und
Gewerbe, welche einmal durch eine 110 KV Freileitung sowie durch die Obermarxgrüner
Straße vom Plangebiet getrennt sind. Im Süd-Osten befindet sich die Bundesautobahn A 72
sowie daran angrenzend Flächen für Wald. Im Westen und Nord-Westen des Plangebietes
befindet
sich
die
Bundesstraße
B
92
sowie
das
einstweilig
sichergestellte
Landschaftsschutzgebiet
„Taltitz-Unterlosaer
Kuppenland“
mit
der
Bachaue
des
Eiditzlohbaches, welcher im Plangebiet in Form einer Quellmulde entspringt.
1.6
Vorhandene Verkehrsstruktur
Das Plangebiet liegt unmittelbar zwischen der Bundesautobahn A 72 und der Bundesstraße
B 92, unweit der Autobahnanschlussstelle Plauen – Süd. Im Inneren des Plangebietes sind
bis auf einen vorhandenen Wirtschaftsweg noch keine Erschließungsstraßen vorhanden.
1.7
Vorhandene Infrastruktur, Ver- und Entsorgung
Um das Plangebiet mit der notwendigen Infrastruktur versorgen zu können, müssen
planungsseitig sowie bauseitig erst entsprechende Voraussetzungen geschaffen werden. Der
Anschlusspunkt für das anfallende Schmutzwasser liegt direkt an der südlichen
Plangebietsgrenze des Geltungsbereiches des Bebauungsplanes Teil 2a. Die anfallenden
Regenwässer werden in den Eiditzlohbach abgeleitet. Die Regenwasserableitung der neuen
geplanten Gewerbeflächen ist über eine entsprechende Rückhaltung gesichert. Über die
Aufnahmefähigkeit der Regenwassermengen des Eiditzlohbaches gibt es Vorgaben der
unteren Wasserbehörde. Zusätzlich wurde im Rahmen des Bauleitplanverfahrens ein
hydrogeologisches Gutachten angefertigt. Im Fachbeitrag Wasserrecht werden die gemäß
WRRL zu prüfenden Qualitätskomponenten für die vom Vorhaben betroffenen
Oberflächenwasserkörper sowie Grundwasserkörper beschrieben. Hierzu zählen das
ökologische Potenzial sowie der chemische Zustand der Gewässer. Im Anschluss daran
werden die Auswirkungen des Vorhabens inkl. der im Straßenwasser anfallenden
Schadstoffkonzentrationen
rechnerisch
ermittelt.
Daraus
leitet
sich
eine
vorhabenspezifische Wirkungsprognose ab, inwieweit sich das Vorhaben auf das
ökologische Potenzial und den chemischen Zustand der betroffenen Oberflächengewässer
auswirkt.

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4
Die Bereitstellung von Trinkwasser erfolgt über den vorhandenen Trinkwasserhochbehälter
des Industrie- und Gewerbegebietes Teil 2a. Eine Löschwasserversorgung aus dem
vorhandenen Netz steht nicht in vollem Umfang zur Verfügung. Deshalb sind
entsprechende unterirdische Behälter für die Löschwasserversorgung im Rahmen der
ingenieurtechnischen Planung einzuordnen. Die Versorgung mit Elektroenergie ist mit 10
KV aus dem Bereich Oberlosa vorhanden, größere Mengen können über das Umspannwerk
Droßdorf realisiert werden. Ein Gasanschluss ist am Plangebietsrand aus dem
Mitteldrucknetz möglich.
1.8
Besitz- und Eigentumsverhältnisse
Die Flächen des Plangebietes Teil 1 und die dazu gehörigen Flächen für die Ausgleichs-
und Ersatzmaßnahmen wurden bereits mittels Optionen oder Ankauf durch die Stadt Plauen
gesichert.
Industrie- und Gewerbeflächen sowie Flächen für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen
(engerer Geltungsbereich)
Flurstück
Gemarkung
Eigentumsverhältnisse
949/22
Oberlosa
Bundesstraßenverwaltung
1023
Oberlosa
Stadt Plauen
1026
Oberlosa
Privat
1036/3
Oberlosa
Stadt Plauen
1037
Oberlosa
Stadt Plauen
1038
Oberlosa
Stadt Plauen
1039/2
Oberlosa
Stadt Plauen
Flächen für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen (weiterer Geltungsbereich)
Flurstück
Gemarkung
Eigentumsverhältnisse
125
Tauschwitz
Stadt Plauen
126
Tauschwitz
Stadt Plauen
127
Tauschwitz
Stadt Plauen
128
Tauschwitz
Stadt Plauen
143
Tauschwitz
Stadt Plauen
834/81
Haselbrunn
Stadt Plauen
834/83
Haselbrunn
Stadt Plauen
1.9
Altlasten
Im engeren Geltungsbereich des „Industrie- und Gewerbegebietes Plauen-Oberlosa, Teil 1“
existieren nach Aktenlage keine Altlastenverdachtsflächen. Die Flächen für die externe
Ersatzmaßnahme Nr. 4 (Flst. 834/81, 834/83 Gemarkung Haselbrunn) berühren Flächen, die
im Sächsischen Altlastenkataster (SALKA) geführt werden.

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5
1.10
Planungsgrundlagen
Als Planungsgrundlagen dienen der Flächennutzungsplan der Stadt Plauen, wirksam seit
07.10.2011; der Landschaftsplan der Stadt Plauen sowie die digitale Stadtgrundkarte des
Fachgebietes Stadtvermessung und Geoinformation der Stadt Plauen, Stand Februar 2016.
1.11
Rechtsgrundlagen
Baugesetzbuch (BauGB) i.d.F. der Bekanntmachung vom 23. September 2004
(BGBI. I S. 2414), das durch Artikel 6 des Gesetzes vom 20. Oktober 2015
(BGBI. I S. 1722) geändert worden ist.
Baunutzungsverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 23. Januar 1990
(BGBI. I S. 132), die zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes vom 11. Juni 2013
(BGBI. I S. 1548) geändert worden ist.
Planzeichenverordnung vom 18. Dezember 1990 (BGBI. 1991 I S. 58), die durch Artikel 2
des Gesetzes vom 22. Juli 2011 (BGBI. I S. 1509) geändert worden ist.
Sächsische Bauordnung in
der Fassung der Bekanntmachung vom 11. Mai 2016 (SächsGVBl. S. 186), die durch
Artikel 3 des Gesetzes vom 10. Februar 2017 (SächsGVBl. S. 50) geändert worden ist .
2.
Übergeordnete Planungsvorgaben
2.1
Landesentwicklungsplan
Im Landesentwicklungsplan 2013 (LEP 2013), der am 31. August 2013 in Kraft getreten ist,
sind die Ziele und Grundsätze der Raumordnung für die Entwicklung im Freistaat Sachsen
festgelegt. Als Oberzentrum (Z 1.3.6) in der Raumkategorie „Verdichteter Bereich im
ländlichen Raum“ (Karte 1 Raumstruktur) ist Plauen als überregionales Wirtschafts-,
Innovations-, Bildungs-, Kultur- und Verwaltungszentrum weiter zu entwickeln.
Entwicklungspotentiale ergeben sich für die Stadt Plauen insbesondere durch ihre Lage an
der überregional bedeutsamen Verbindungs- und Entwicklungsachse entlang der Sachsen-
Franken-Magistrale zwischen den Metropolregionen Nürnberg und Mitteldeutschland und
durch die wachsenden Entwicklungsoptionen im Vierländereck Sachsen-Tschechien-
Bayern-Thüringen durch die Weiterentwicklung und Ausgestaltung historisch gewachsener
und neu entstandener Verflechtungen.
Die landesweiten Grundsätze und Ziele für die gewerbliche Entwicklung sind im LEP 2013
unter Kapitel 2.3.1 „Gewerbliche Wirtschaft“ festgelegt. Voraussetzung für die
Entwicklung einer leistungs- und wettbewerbsfähigen Wirtschaft ist gemäß G 2.3.1.1 die
Schaffung der räumlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen für die Entwicklung
attraktiver Industrie- und Gewerbestandorte zur Ansiedlung neuer sowie zur Erhaltung,
Erweiterung oder Umstrukturierung bestehender Industrie- und Gewerbebetriebe.
Die Entwicklung gewerblicher Bauflächen ist eine wesentliche Voraussetzung für die
Sicherung der wirtschaftlichen Eigenentwicklung (G 2.3.1.2). In der Stadt Plauen ist
aufgrund der oberzentralen Funktion eine Flächenentwicklung über den Eigenbedarf hinaus
zulässig. Diese Flächen sind im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit, bevorzugt
an den überregionalen Verbindungs- und Entwicklungsachsen, zu entwickeln.

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Entsprechend Ziel 2.3.1.4 des LEP 2013 ist die Festlegung von Vorsorgestandorten für
Industrie und Gewerbe in den Regionalplänen zu treffen.
2.2
Regionalplan Südwestsachsen / Entwurf Regionalplan Region Chemnitz
Die erste Gesamtfortschreibung des Regionalplanes Südwestsachsen (Bekanntmachung im
SächsABl
Nr.
40/2011
vom
06.10.2011)
bildet
aktuell
die
rechtskräftige
regionalplanerische Grundlage für die kommunale Bauleitplanung der Stadt Plauen. Darin
wurde der Standort Plauen „Oberlosa“ als Regionaler Vorsorgestandort für Industrie und
produzierendes Gewerbe festgelegt.
Demnach sind entsprechend dem Ziel 1.1.7 interkommunale Gewerbegebiete verstärkt
vorzubereiten und zu realisieren. Schwerpunktbereiche für die Siedlungsentwicklung (Punkt
1.4) sind die regional und überregional bedeutsamen Vorsorgestandorte für Industrie und
Gewerbe.
Aufgrund der Fortschreibung und Anpassung des Geltungsbereiches befindet sich der
Regionalplan
Region
Chemnitz
derzeit
in
Aufstellung.
Im
Entwurf
für
das
Beteiligungsverfahren gemäß § 9 und § 10 ROG i. V. m. § 6 Abs.2 SächsLPlG vom
15.12.2015 ist unter Z 1.4.1 der Regionale Vorsorgestandort V 15 in Plauen „Oberlosa“
ausgewiesen. Gemäß Ziel Z 1.4.2 Regionalplanentwurf ist dieser nachrichtlich in den
Flächennutzungsplan zu übernehmen, im Rahmen der verbindlichen Bauleitplanung
standortkonkret auszuformen und in interkommunaler Zusammenarbeit zu entwickeln. Laut
Ziel Z 1.4.3 sind in den ausgewiesenen Vorsorgestandorten die Flächen für Industrie und
produzierendes Gewerbe freizuhalten und alle Planungen und Maßnahmen auszuschließen,
die diese Nutzung beeinträchtigen. Laut Ziel Z 1.4.4 ist in Regionalen Vorsorgestandorten
eine Mindestgröße der Baugrundstücke von 3 ha einzuhalten.
Mit der Ausweisung von Regionalen Vorsorgestandorten für Industrie und produzierendes
Gewerbe
wird
eine
Flächensicherung
für
Vorhaben
mit
überregionaler
und
regionalwirtschaftlicher Bedeutung angestrebt, um
leistungsfähige
Industrie-
und
Gewerbegebiete
mit
der
Schwerpunktsetzung Schaffung
von
Arbeitsplätzen
im
produzierenden
Bereich
entwickeln
zu
können.
Somit
sind
die
regionalen
Vorsorgestandorte überörtlich bedeutsame Reservestandorte und in diesem Sinne als eine
konkrete bzw. spezifische Form überörtlich bedeutsamer gewerblicher Siedlungsbereiche zu
verstehen.
Bei ausgewählten regionalen Vorsorgestandorten ergibt sich hieraus die Notwendigkeit,
ihre planungsseitige Vorbereitung in interkommunaler Kooperation durchzuführen. Die
räumliche Nähe der Vorsorgestandorte „Oberlosa“, „Moritzbach“ (im derzeitigen Entwurf
nicht enthalten) und „Taltitz - Neue Welt“, erfordert besondere regional-planerische
Rahmensetzungen für deren Planung und Realisierung. Um eine an die regionalplanerischen
Ordnungs- und Entwicklungserfordernisse angepasste industriell- gewerbliche Entwicklung
im Bereich der Autobahnanschlussstellen Plauen-Süd und Pirk zu gewährleisten, ist sowohl
im Interesse der Städte Plauen und Oelsnitz als auch im Interesse des Vogtlandes insgesamt
eine über die formelle nachbarschaftliche Abstimmung hinausgehende interkommunale
Zusammenarbeit zwischen dem Oberzentrum Plauen und dem Mittelzentrum Oelsnitz
erforderlich.
So wurde bereits im Jahr 2005 zwischen den Städten Plauen und Oelsnitz, vertreten durch
die beiden Oberbürgermeister, eine Erklärung zur interkommunalen Zusammenarbeit
unterzeichnet. Die Stadt Oelsnitz und die Stadt Plauen vereinbarten insbesondere im

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Hinblick auf die regionalen Vorsorgestandorte Oberlosa, Moritzbach und Taltitz eine
interkommunale Zusammenarbeit im Sinne der Regionalplanung. Die Stadt Oelsnitz erklärt
darin, dass sie keine Einwendungen gegen die konkret beabsichtigte Entwicklung des
Standortes Oberlosa hat. Die Stadt Plauen erklärt, dass sie keine Einwendungen gegen die
beabsichtigte Entwicklung der Standorte Moritzbach und Taltitz – Neue Welt hat. Die
beiden Kommunen haben sich zur gemeinsamen Vermarktung und zur gemeinsamen
Entwicklung der Standorte in enger Abstimmung bekannt und veranstalten regelmäßige
Konsultationen. Insbesondere wird durch die Stadt Plauen, wie auch beim Standort Teil 2a,
die Stadt Oelsnitz über den jeweiligen aktuellen Planungs-, Bau- und Vermarktungsstand
unterrichtet.
Um die interkommunale Zusammenarbeit zwischen Plauen und Oelsnitz weiter zu
intensivieren, wurde die gemeinsame Erklärung von 2005 im April 2017 mit
Unterzeichnung durch die Oberbürgermeister der beiden Städte fortgeschrieben. Damit
wird dem Ziel Z 1.4.2 des Regionalplanentwurfes entsprochen.
2.3
Flächennutzungsplan
Der Bebauungsplan Nr. 031 „Industrie- und Gewerbegebiet Plauen – Oberlosa Teil 1“ wird
aus dem seit 07.10.2011 wirksamen Flächennutzungsplan der Stadt Plauen entwickelt. Das
Plangebiet ist im Flächennutzungsplan als gewerbliche Baufläche dargestellt. Teilbereiche
sind als Regionaler Vorsorgestandort für Industrie und produzierendes Gewerbe
(Nachrichtliche Übernahme) ausgewiesen.
3
Ziel und Zweck des Bebauungsplanes
3.1
Planungsanlass
Aufgrund der im Landesentwicklungsplan und im Regionalplan festgeschriebenen
oberzentralen Funktion Plauens ist entsprechend der darin formulierten Grundsätze und
Ziele darauf hinzuwirken, dass räumliche Voraussetzungen für die Weiterentwicklung von
überregionaler und wettbewerbsfähiger Wirtschaft geschaffen werden. So wurde der
Standort „Oberlosa“ sowohl im Regionalplan Südwestsachsen, als auch im Entwurf des
Regionalplanes Region Chemnitz als Vorsorgestandort für Industrie und produzierendes
Gewerbe ausgewiesen, welcher im Rahmen der Bauleitplanung weiter auszuformen ist.
Diesem Ziel möchte die Stadt Plauen mit der Durchführung des Bauleitplanverfahrens zum
Bebauungsplan Nr. 031 „Industrie- und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
entsprechen. Die Stadt Plauen prüfte im Rahmen der Aufstellung dieses Bebauungsplanes,
welche Flächen als Vorsorgestandort konkret zur Verfügung stehen und welche aufgrund
von topographischen Gegebenheiten, landschaftsprägenden Elementen, der Nähe zum
Siedlungskörper
von
Oberlosa
und
immissionsschutzrechtlichen
Gründen
einer
standortkonkreten Anpassung bedürfen. Die Anpassung erfolgte unter der Zielstellung der
maximal möglichen und effektiven Ausdehnung des Vorsorgestandortes. Flächen, welche
sich aufgrund der vorgenannten Kriterien aus Sicht der Stadt Plauen nicht als
Vorsorgestandort eignen, sollen als kommunale Ansiedlungsflächen für den oberzentralen
Bedarf dienen. Eine konkrete Abgrenzung der betreffenden Flächen wurde nach intensiver
Prüfung bereits vorgenommen und hat zu einer Konkretisierung des Regionalplanes in
diesen Bereichen geführt. Aufgrund der aktuellen Planung und der damit verbundenen

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8
Verkleinerung des Geltungsbereiches, der aktuellen Flächenzuschnitte sowie des Abstandes
zur Ortslage von Oberlosa, ist eine Unterteilung in kommunale Flächen und regionale
Vorsorgeflächen nicht mehr notwendig und vorgesehen. Es besteht nun das Planungsziel,
aufgrund der Erfüllbarkeit der erforderlichen Kriterien, die Industrieflächen vollumfänglich
als Flächen des Regionalen Vorsorgestandortes (RVS) auszuweisen. Hierbei handelt es
sich konkret um die Flächen GI 1 = 9,02 ha, GI 2 = 3,71 ha die als regionaler
Vorsorgestandort (RVS) zur Verfügung stehen. Die Parzellierung der Flächen resultiert aus
der Topographie und der damit verbundenen umfänglichen Erdmassenbewegung. Zwischen
den Flächen GI 1 und GI 2 entsteht zwangsläufig eine Böschung, welche gleichzeitig für
das Anpflanzen einer Baumreihe genutzt und begleitend eine Wegeverbindung mit
Leitungsrechten eingeordnet wurde. Die Flächen GI 1 und GI 2 können auch zusammen
vermarktet
werden.
Die
Gliederung
ergibt
sich
auch
aus
unterschiedlichen
Emissionskontingenten.
Um dem Leitbild und der Vision des Stadtkonzeptes 2022 der Stadt Plauen gerecht zu
werden, hat die Ansiedlung von Unternehmen und damit die Schaffung von Arbeitsplätzen
höchste Priorität. Aufgrund ständiger Nachfragen nach möglichst sofort bebaubaren
größeren Industrie- und Gewerbeflächen in der Nähe von Autobahnen durch Investoren,
aber auch durch die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH, müssen die potentiellen
Standorte der Stadt Plauen sowie die Vorsorgestandorte weiter entwickelt werden. Ein
aktives Flächenmanagement sichert zudem das von der Wirtschaft sowie Politik geforderte
schnelle Handeln bei Ansiedlungen, bei Erweiterungen sowie Umstrukturierungen von
Industrie und Gewerbe.
Die äußerst günstige geographische Lage Plauens mit dem starken wirtschaftlichen Umfeld
des gesamten Vogtlandes bietet hierbei ausreichend Chancen und Potential für eine
erfolgreiche Ansiedlungspolitik. Für die Ausschöpfung neuer Entwicklungsimpulse müssen
Flächen zur Verfügung stehen, die in ihren Eigenschaften allen Ansprüchen für Industrie-
und Gewerbeansiedlungen gerecht werden. Insbesondere sei auf die Flexibilität der
Flächenzuschnitte verwiesen, um den Belangen und Anforderungen der Investoren
Rechnung zu tragen sowie Ansiedlungen des oberzentralen Bedarfs zu ermöglichen.
3.2
Bedarfsnachweis
Gegenwärtig sind im Flächennutzungsplan der Stadt Plauen ca. 570 ha gewerbliche
Bauflächen (ca. 5 % der gesamten Bodenfläche) ausgewiesen. Davon sind ca. 220 ha
sonstige Gewerbefläche im Bestand und ca. 200 ha als Gewerbefläche mit rechtkräftigen
Bebauungsplänen belegt und ca. 150 ha als regionaler Vorsorgestandort ausgewiesen.
Vor 1990 beschränkten sich die Gewerbeflächen der Stadt auf innerstädtische Standorte.
Der Strukturwandel nach 1990 bewirkte für die Plauener Industrie den Wegfall von
industriellen Produktionsstandorten, insbesondere der ehemaligen Textilindustrie. Dadurch
vorhandene Industriebrachen im gesamten Stadtgebiet konnten zum größten Teil
nachgenutzt werden bzw. konnten einer neuen Nutzung zugeführt werden (z.B.
Berufsschulzentrum,
Umstrukturierung
Wema-Gelände,
Plamag-Gelände,
aktuelle
Planungen zur Elsteraue, …). Heute noch vorhandene Industriebrachen sind überwiegend
nicht mehr für eine gewerbliche Nutzung geeignet. Ungeklärte Eigentumsverhältnisse,
unzureichende Erschließung, Standortprobleme durch das vorhandene Umfeld, ungeklärte
Altlastenproblematik aber auch die Qualität und Quantität der Bausubstanz lassen oft Pläne
einer angedachten Umnutzung verwerfen. Eine städteplanerische Aufarbeitung aller

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
9
Brachflächen mit dem Ziel einer sinnvollen Nachnutzung, nicht nur in Richtung bauliche
Nachnutzung sondern auch Renaturierung, ist gegenwärtig Schwerpunkt der Arbeit der
Stadtentwicklung.
Nach diesem, alle ostdeutschen Kommunen betreffenden Wandel, verfügt Plauen nach wie
vor über eine ausgewogene Branchenvielfalt in Wirtschaft, Handwerk, Dienstleistung und
Handel. Komplexe mittelständische Firmenstrukturen mit traditionellen Unternehmen
bestimmen mehr oder weniger konzentriert das Stadtbild an ihren ursprünglichen, über
Jahre gewachsenen Standorten.
Diese traditionellen Standorte nehmen in etwa eine Bruttofläche von ca. 220 ha (netto: ca.
175 ha) in Anspruch. Vielfach sind hier betriebsintern noch flächenmäßige Ausdehnungs-
möglichkeiten gegeben. Durch bereits im großen Umfang getätigte Investitionen und
Erweiterungen kommen aber viele Unternehmen an die Grenzen ihrer betrieblichen
Erweiterungsmöglichkeiten.
Überblick zu den sieben Industrie- und Gewerbegebieten der Stadt Plauen (02. Mai 2018)
vermark
t-bare
Fläche
in ha
aktuell
verkauft
in ha
aktuell
reservi
ert
in ha
frei
GE/GE
e in ha
frei GI
in ha
Anzahl
der
freien
Fläche
n
Industrie- und Gewerbegebiet
Industrie- und Gewerbegebiet
27,15
23,03
4,12
0
0
0
Plauen-Oberlosa Teil 2a
Industrie- und Gewerbegebiet
46,58
46,58
0
0
0
0
Plauen-Neuensalz/Nord
Gewerbegebiet
12,26
10,50
0,56
1,20
0
2
Plauen-Neuensalz/Süd
Gewerbepark
17,36
14,42
2,38
0,56
0
1
Reißig
Gewerbegebiet
13,24
12,69
0,55
0
0
0
Zadera
Gewerbepark
Schöpsdrehe
8,07
5,56
0
2,51
0
4
(einschl. Verpachtung)
Industrie- und Gewerbegebiet
Logistikpark Plauen-Vogtl.,
14,19
14,19
0
0
0
0
Teil A
Industrie- und Gewerbegebiet
gesamt
138,85
126,97
7,61
4,27
0
7
100,0%
91,4%
5,5%
,3,1%
0,0%

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
10
Mit den Jahren 1992 und 1993 beginnend wurden neue Industrie- und Gewerbeflächen
erschlossen. Neben der Umnutzung von ehemals landwirtschaftlich genutzten Altstandorten
(GE Reißig) sowie der Umnutzung ehemals genutzter russischen und deutscher
Armeeliegenschaften (GE Zadera, GE Schöpsdrehe) begann die Entwicklung von Industrie-
und Gewerbeflächen an Standorten mit hervorragender logistischer Anbindung. Ergänzend
zu der Nutzung vorhandener Infrastruktur wurde somit auch Raum für großflächige
Neuansiedlungen geschaffen.
Auch im
weiteren Stadtgebiet
sind keine Industrie- und Gewerbeflächen in einer
vergleichbaren Größenordnung zum Industrie- und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa Teil 1
für regional und überregional bedeutsame Industrie und produzierendes Gewerbe
vorhanden. Die Stadt Plauen kann durch die Planung und Erschließung es Industrie- und
Gewerbegebietes Plauen-Oberlosa Teil 1 für überregional bedeutsame Industrie und
produzierendes Gewerbe Flächen schaffen. Die Maßnahme ist impulsgebend für weitere,
die Stadtentwicklung nachhaltig und positiv beeinflussende Effekte z.B. Wohnungsmarkt
und Dienstleistungssektor. Konkret gibt es aktuell die Anfrage nach einer Industriefläche in
der Größe von ca. 3 ha eines überregional bedeutsamen Unternehmens.
Aufschlüsselung
der
Belegung
des
Vorsorgestandortes
für
Industrie
und
produzierendes Gewerbe Plauen-Oberlosa Teil 2a.
Dieser ist zum heutigen Zeitpunkt
schon zu über 84 % vermarktet. Auf einer Industriefläche mit ca. 4,4 ha hat das
Unternehmen BAP Boysen Abgassysteme Plauen GmbH & Co. KG im Jahr 2008 gebaut
und produziert dort Abgassysteme für internationale Automobilhersteller. In den Jahren
2015 und 2016 hat die BAP Boysen Abgassysteme Plauen GmbH & Co. KG noch weitere
ca. 4,5 ha Industriefläche in Plauen-Oberlosa Teil 2a erworben und wird bis 2019 ca. 20
Millionen Euro investieren. Seit Frühjahr 2018 wird die Erweiterung der Produktion mit
insgesamt ca. 100 neuen Arbeitsplätzen schrittweise in Betrieb genommen. Aktuell arbeiten
ca. 400 Mitarbeiter am Standort Plauen.
Direkt neben der BAP Boysen Abgassysteme Plauen GmbH & Co. KG hat das
Unternehmen EControl-Glas GmbH & Co. KG im Jahr 2009 seine Produktionsstätte
errichtet. EControl-Glas ist Hersteller von schaltbarer Sonnenschutzverglasungen. 2014
konnte EControl-Glas GmbH & Co. KG bereits seine Produktionsfläche mehr als
verdoppeln. Auch für die nächsten Jahre ist bei EControl-Glas GmbH & Co. KG weiter
starkes Wachstum angesagt. Aus diesem Grund kaufte das Unternehmen eine
Erweiterungsfläche von ca. 3,5 ha und verfügt jetzt über insgesamt ca. 5,7 ha.
Auf einer Gewerbegebietsfläche baute das Unternehmen VCM GmbH für ca. 15 Millionen
Euro einen neuen Produktionsstandort mit Verwaltungsgebäude. Dieser wurde nach
Fertigstellung im Jahr 2017 mit der Produktion von hochmodernen Werkzeugmaschinen in
Betrieb genommen. Es ist der neue Hauptstandort des Unternehmens. Für den Anfang sind
ca. 50 bis 70 neue Arbeitsplätze im Industrie- und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa Teil 2a
geplant. Die vom Unternehmen hergestellten Werkzeugmaschinen sind u. a. für die
Automobilzuliefererindustrie.
Bereits im Sommer 2015 konnte die Rubinmühle Vogtland GmbH ihre Produktion am
Standort in Plauen-Oberlosa Teil 2a aufnehmen. Die Rubinmühle Vogtland GmbH hat auf
ca. 3,3 ha die seinerzeit mondernste Hafermühle Europas gebaut. Das Unternehmen hat

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
11
ca. 14 Millionen Euro am Standort in Plauen-Oberlosa Teil 2a investiert. Im ersten Schritt
entstanden 30 neue Arbeitsplätze. Für regionale Landwirte und Zulieferer ergeben sich
dadurch neue Möglichkeiten bei der Nutzung von Agrarflächen und Absatzmöglichkeiten
direkt in der unmittelbaren Umgebung. Das Unternehmen beliefert Kunden im ostdeutschen
und osteuropäischen Raum.
Kurz vor der Fertigstellung ist die ca. 5,5 Millionen Euro große Investition der VELARO
GmbH & Co. Biokorn KG. Die Produkte sollen an überregionale Unternehmen der
Nahrungsmittelindustrie sowie an die Rubinmühle Vogtland GmbH verkauft werden.
Zusätzlich besteht für eine weitere Gewerbefläche mit eingeschränkten Lärmimmissions-
werten Interesse durch ein Unternehmen der Automobilzuliefererindustrie.
Die Stadt Plauen
ist aufgrund ihrer guten geografischen Lage der optimale Standort für die
von dem Freistaat Sachsen und der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH definierten
Wirtschaftszweige „Autoland Sachsen“, Maschinen und Anlagenbau und Logistik-Standort
Sachsen. Die Entfernung zu großen Automobilherstellern in Zwickau, Chemnitz, Dresden,
Leipzig und Regensburg beträgt ca. zwei Stunden. Dadurch und durch seine zentrale Lage
entsteht ein deutlicher Standortvorteil. Etwa jeder zehnte in Deutschland gebaute PKW
kommt aus Sachsen. Diese Position soll weiter verstärkt und ausgebaut werden. In Plauen
werden aufgrund der langjährigen Erfahrungen und Kompetenzen u.a. im Maschinenbau,
der Textilindustrie, der Fertigungs-, Automatisierungs- und Verfahrenstechnik modernste
Produkte für weltweit agierende Unternehmen in der ganzen Welt produziert und
entwickelt. Die Stadt Plauen bietet mit dem neuen Industrie- und Gewerbegebiet Plauen-
Oberlosa Teil 1 direkt an der Autobahnabfahrt A 72 Plauen-Süd und der B 92 nach
Tschechien für regional und überregional bedeutsame Industrie- und produzierendes
Gewerbe einen optimalen Standort an. Logistikunternehmen sollen grundsätzlich nur in
Verbindung mit produzierenden Industrie- und Gewerbebetrieben zulässig sein oder wenn
die regionale, überregionale und gesamtwirtschaftliche Bedeutung nachgewiesen werden
kann (Regionalplan Region Chemnitz (Entwurf) Z 1.4.3). Aufgrund dieser Fakten und
Aktivitäten müssen kurzfristig Flächen für vorgenannte Investoren bereitgestellt werden.
Für solche Investoren wären Altstandorte sowie Brachflächen und auch innerstädtische
Gewerbeflächen definitiv nicht geeignet.
Für direkte und erfolgreiche Verhandlungen mit Investoren ist wiederum zwingend die
kurzfristige Schaffung von Baurecht notwendig. Die verfügbaren Industrieflächen sind
durch eine gute Vermarktung und daraus folgenden Investitionen in den letzten vier Jahren
(2013 bis 2017) von über 18 ha auf 0 ha stark geschrumpft. Durch die Vermarktung von
über 126 ha Industrie- und Gewerbefläche in den sieben Gewerbegebieten, davon allein ca.
28 ha in den letzten sechs Jahren, sind insgesamt deutlich mehr als zweitausend neue
Arbeitsplätze entstanden und entstehen weiterhin. So konnten und werden zukünftig
zahlreiche Investitionen ermöglicht u. a. durch Federntechnik Knörzer GmbH
Niederlassung Plauen, Hydrauflex GmbH Schlauchleitungen, MarTec Holz- und
Holzwerkstoffbearbeitungs GmbH, Schweizer Group Plauen GmbH, BAP Boysen
Abgassysteme Plauen GmbH & Co. KG, Heinrich Karow Nachf. KG und Lebenshilfe
Plauen gGmbH. Die Industrie- und Gewerbegebiete in der Stadt Plauen sind zu einer
wichtigen Wirtschaftsgröße für Unternehmen, Beschäftigte und Lieferanten geworden.

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
12
Sie geben überregional bedeutsamen Unternehmen aus Plauen und aus Deutschland und
darüber hinaus die Möglichkeit für Wachstum und Erweiterungen. Diese werden zur
Stärkung
der
regionalen
und
überregionalen
Wirtschaftsstruktur
benötigt.
Der
Gewerbeflächenreport der IHK Chemnitz – Regionalkammer Plauen von 2015 priorisiert
„die schnelle Aktivierung“ des Industrie- und Gewerbegebietes Plauen-Oberlosa Teil 1 „als
eine der augenblicklich attraktivsten verfügbaren Ansiedlungsflächen in der gesamten
Wirtschaftsregion“. Dies belegt die zwingende Notwendigkeit weitere Industrie- und
Gewerbeflächen in Plauen zu erschließen.
3.3
Planungsziele
Durch die Planung sollen folgende Ziele erreicht werden:
Weiterer Ausbau der oberzentralen Funktion Plauens sowie Stärkung der regionalen
bzw. überregionalen Wirtschaftsstruktur
Ausformen des regionalen Vorsorgestandortes kurzfristiges Schaffen von Baurecht
Schaffung einer entsprechenden Infrastruktur für regionale und überregionale
Industrie- und Gewerbeansiedlungen durch die Bereitstellung bedarfsgerechter
Bauparzellen
Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen für die Region sowie Schaffung von
Synergieeffekten für die einheimische und überregionale Wirtschaft
Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 031 „Industrie- und Gewerbegebiet Plauen-
Oberlosa, Teil 1“ als weiterer Abschnitt des Vorsorgestandortes für Industrie und
Gewerbe Plauen-Oberlosa

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
13
B
Städtebauliche Planung
1
Planungsinhalt und Festsetzungen
1.1
Art der baulichen Nutzung
Im Bebauungsplan werden Flächen als Industrie- und Gewerbegebiet im Sinne des § 8 und
§ 9 BauNVO (Baunutzungsverordnung) festgesetzt.
In den Industriegebieten GI 1 bis GI 2 sind die nach § 9 Abs. 2 Nr. 1 BauNVO allgemein
zulässigen Einzelhandelsbetriebe, Beherbergungsstätten, Bordelle sowie gewerbliche
genutzte Stellplatz- und Garagenanlagen unzulässig. Ebenso ausgeschlossen sind die nach
§ 9 Abs. 2 Nr. 2 BauNVO
allgemein
zulässigen
Tankstellen
sowie
die
nach
§ 9 Abs. 3 Nr. 2 BauNVO ausnahmsweise zulässigen Anlagen für kirchliche, kulturelle,
soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke.
Im Geltungsbereich des gesamten Industrie- und Gewerbegebietes können nach
§ 8 Abs. 3 Nr. 1 BauNVO und § 9 Abs. 3 Nr. 1 BauNVO ausnahmsweise Wohnungen für
Aufsichts- und Bereitschaftspersonal sowie für Betriebsinhaber und Betriebsleiter
zugelassen werden.
Auf den Industrie- und Gewerbeflächen sind eine gewerbliche Tierhaltung sowie die
Errichtung
von
Stallungen
bzw.
Nebenanlagen
zum
Zwecke
der
Tierhaltung
ausgeschlossen.
Großflächige Photovoltaikfreiflächenanlagen, Autohöfe, Park- und Rastanlagen sind im
gesamten Geltungsbereich unzulässig.
Das Anbringen und Aufstellen von Solaranlagen in Verbindung mit industrieller bzw.
gewerblicher Nutzung, einschließlich der erforderlichen Tragkonstruktionen an und auf
baulichen Anlagen, ist nach Sächsischer Bauordnung zulässig.
Logistik ist nur i. V. mit produzierender Industrie oder produzierendem Gewerbe oder bei
überregionaler Bedeutung zulässig.
Mit diesen Festsetzungen entstehen im Plangebiet Industrieflächen. Das vorhandene
Schallgutachten 6. Tektur vom 16.04.2019 setzt tags und nachts entsprechende
Emissionskontingente L (EK) nach DIN 45691 unter Beachtung der rechtlichen
Schallschutzansprüche der Nutzungskategorien der angrenzenden Umgebung fest. Auf den
Industrieflächen
der
Teilgebiete
GI
1,
GI
2,
ist
die
erforderliche
Mindest-
Luftschalldämmung der Außenbauteile von Büroräumen gemäß Lärmpegelbereich IV (66 –
70 dB) einzuhalten.
Um
vor
allem
auch
den
regionalplanerischen
Zielstellungen
zu
entsprechen
(§ 1 Abs. 4 BauGB: Anpassung der Bauleitpläne an die Ziele der Raumplanung), wurden
verschiedene allgemein sowie ausnahmsweise zulässige Nutzungen ausgeschlossen.
Dadurch entstehen für den industriell-gewerblichen Bereich optimale Voraussetzungen,
welche die Schaffung von hohen Arbeitsplatzkonzentrationen begünstigen.
Mit diesen quantitativen und qualitativen Maßnahmen werden die planerischen Grundlagen
zur Umsetzung von bedeutenden Investitionen industrieller Großvorhaben gelegt. Die
festgelegten Regionalen Vorsorgestandorte für Industrie und produzierendes Gewerbe
dienen der raumordnerischen Flächensicherung und –freihaltung zur Deckung des mittel-
und langfristigen Bedarfs.

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
14
1.2
Maß der baulichen Nutzung
Als höchstzulässiges Maß der baulichen Nutzung gelten die im Planteil und Textteil durch
Planzeichen festgesetzten Werte. Das Maß der baulichen Nutzung soll der beabsichtigten
industriell-gewerblichen Bebauung angemessen sein. Die Parzellen sollen durch die
maximale Ausschöpfung der Obergrenzen der GRZ (Grundflächenzahl) und der GFZ
(Geschoßflächenzahl)
nach
§ 17 Abs. 1 BauNVO
die
Effektivität
des
Standortes
garantieren. Die Nähe des Plangebietes zum Ortsrand Oberlosa sowie die Auswirkung der
Bebauung auf das Landschaftsbild setzen hierbei aber Grenzen. So sind die Traufhöhen für
Hallenbaukörper in den Industriegebieten GI 1 – GI 2 mit 20 m, bezogen auf den
höchstgelegenen angeschnittenen Geländepunkt des Rohplanums nach Abschluss der
Erschließungsarbeiten, festgesetzt. Falls der Produktionsablauf es erfordert, kann die
maximal
festgesetzte
Traufhöhe
in
Teilbereichen
nach
§ 17 Abs. 2 BauNVO
ausnahmsweise überschritten werden. Das Höchstmaß bei Büro- und Verwaltungsgebäuden
ist mit 4 Vollgeschossen festgesetzt. Die Obergrenze der GRZ von 0,8 ist zwingend
einzuhalten, um nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt zu vermeiden
1.3
Bauweise, überbaubare Grundstücksflächen
Für alle Baufelder des Bebauungsplanes Nr. 031 „Industrie- und Gewerbegebiet Plauen-
Oberlosa, Teil 1“ wird die abweichende Bauweise festgesetzt, so dass Gebäude auch über
50 m Länge möglich sind. Die Grenzabstände zu den Nachbargrundstücken sind jedoch
nach Sächsischer Bauordnung (SächsBO) einzuhalten. Bei Hallenlängen über 50 m ist
gestalterisch alle 50 m eine Zäsur des Baukörpers oder eine optische Zäsur durch die
Gestaltung der Fassade in Material und/ oder Farbe auszuführen.
Durch Baugrenzen werden die Baufelder großzügig ausgelegt. Die Festsetzung von
Baulinien aus städtebaulichen Gründen ist nicht erforderlich. So ist eine variable und
großflächige Gebäudeeinordnung möglich, welche dem beabsichtigten Investorenprofil
Rechnung trägt.
1.4
Nebenanlagen
Nebenanlagen sind auf den nichtüberbaubaren Grundstücksflächen, jedoch nur außerhalb
der Anbauverbotszonen der B 92 und BAB 72 insoweit zulässig, sofern es sich nicht um
Gebäude nach § 2 Abs. 2 SächsBO handelt. Ausnahmen hierzu können für Nebenanlagen
nach § 14 Abs. 2 BauNVO zugelassen werden. Diese Festsetzung begründet sich aus
gestalterischen Erwägungen, um einem Wildwuchs an Nebenanlagen vorzubeugen.
1.5
Verkehrsflächen
Das Plangebiet liegt unmittelbar an der Bundesautobahn A 72. Die Autobahnanschlussstelle
Plauen – Süd befindet sich in direkter Nähe.
Seit September 2017 bemüht sich die Stadt Plauen beim Sächsischen Staatsministerium für
Wirtschaft, Arbeit und Verkehr erneut um eine direkte Anbindung von der B 92 in das
Industrie-
und
Gewerbegebiet.
Mit
den
erneuten
Planänderungen
wurde
der
Geltungsbereich so reduziert, dass die K 7807 sowie die Flächen GEe1 und GE 1 nicht
mehr im Plangebiet liegen. Diese Flächen können in einem separaten Bauleitplanverfahren
zu einem späteren Zeitpunkt überplant werden. Die Erschließung der westlichen Flächen ist
in Abstimmung mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr unter Beachtung deren
Ausbauabsichten gemäß Bundesverkehrswegeplan wieder über eine direkte Anbindung von

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
15
der B 92 aus vorgesehen. Mit Schreiben des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft,
Arbeit
und
Verkehr
vom
09.02.2018
wurde
die
neue
Anbindung
der
Gewerbeerschließungsstraße unter Bedingungen in Aussicht gestellt. Die Erfüllung der
Bedingungen hinsichtlich der detaillierten Lage und die Einverständniserklärungen der
Baulastträger Stadt Plauen und Vogtlandkreis zur Abbindung der Kulmgasse/Oberlosaer
Weg sind Voraussetzungen für die Erteilung einer Ausnahme nach § 9 Abs. 1 Nr. 2 FStrG
(Bundesstraßengesetz). Die Einverständniserklärungen der Straßenbaulastträger zur
Abbindung
der
Kulmgasse/Oberlosaer
Weg
liegen
vor.
Die
Abbindung
der
Kulmgasse/Oberlosaer Weg ist nicht Bestandteil dieses Bebauungsplanverfahrens, sondern
ist in einem separaten Planfeststellungsverfahren unter Beachtung aller rechtlichen
Voraussetzungen zu betrachten.
Die im aktuellen Planentwurf enthaltene verkehrliche äußere Anbindung nimmt Rücksicht
auf die Belange des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (LASuV). Die neue
Anbindung der Gewerbeerschließungsstraße befindet sich im geforderten Abstand von
mind. 800 m zum vorhandenen Knoten B 92/K7807, hatte sich aber mit der geplanten
Erweiterung der Regenrückhalteanlagen RRB 13 der Bundesautobahn überschnitten. Eine
Verschiebung dieser Anlagen auf die gegenüberliegende Seite der B 92 ist dafür
unerlässlich. Die Zentrale des LASuV mit Sitz in Dresden hat geprüft, ob eine Verlegung
des RRB 13 der BAB 92 möglich ist. Im Ergebnis dieser Prüfung hat sich herausgestellt,
dass eine Verlegung des RRB auf die Süd West Seite der B 92 fachtechnisch und
wirtschaftlich möglich ist.
Die prognostischen Verkehrsströme erfordern am neuen Knoten die Installation einer
Lichtsignalanlage. Im Rahmen des weiteren Planungsfortschrittes beauftragt die Stadt
Plauen eine Erweiterung der Verkehrstechnischen Untersuchung unter Einbeziehung der
Rampenfußpunkte der BAB 72 sowie ein Sicherheitsaudit. Die innere Anbindung der
Industrieflächen Teil 1 erfolgt über die Planstraße A direkt an die B92. Am Ende der
Planstraße A befindet sich ein Wendekreis für das größte Bemessungsfahrzeug.
Ruhender Verkehr
Die erforderliche Anzahl von Stellplätzen ist auf dem zugehörigen privaten Grundstück
nachzuweisen. Im Plangebiet können Stellflächen auch unterirdisch angeordnet werden. Die
Ausweisung von öffentlichen Parkplätzen ist im Gebiet nicht vorgesehen. Die Breite der
Straßen erlaubt ein Halten auf der Fahrbahn.
Fuß- und Radwegsystem
Das Plangebiet wird entlang der Planstraßen A durch einen Fußweg erschlossen. Der Bau
eines kombinierten Geh- und Radweges ist nur entlang der B 92 vorgesehen, da die
Straßenquerschnitte und prognostizierten Verkehrsströme auf den Planstraßen eine
Mitnutzung der Fahrbahn durch Radfahrer zulassen.
Der kombinierte Geh- und Radweg entlang der B 92 wird bis an das vorhandene Ortsnetz
über die Plangebietsgrenzen hinaus fortgeführt.
1.6
Hauptversorgungs- und Hauptwasserleitungen
Die unterirdischen Versorgungsanlagen (AW, TW, Elt, Gas, Tele) wurden bzw. werden mit
den
Versorgungsträgern
abgestimmt
und
entsprechend
der
ingenieurtechnischen
Erfordernisse im Planteil A des Bebauungsplanes dargestellt. Ergänzend hierzu erfolgte die
Festsetzung von Flächen für Wasser, Flächen für Abwasser sowie Flächen für
Regenrückhaltung. Diese Festsetzungen wurden ebenfalls mit ingenieurtechnischen

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
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Stand 29.05.2019
16
Belangen
in
Einklang
gebracht
und
dienen
der
Löschwasserversorgung,
der
Abwasserentsorgung
(Pumpstation)
und
der
Regerückhaltung
(Absatzbecken/
Regenrückhaltebecken). Sie dienen der Ver- und Entsorgung des Gebietes.
1.7
Flächen für Regenrückhaltung und die Versickerung von Niederschlagswasser
sowie die Regelung des Wasserabflusses
Verringerung des Versiegelungsgrades befestigter Flächen
Vorausgesetzt, dass keine betriebsbedingten Schadstoffe in den Boden gelangen, hat die
Befestigung privater Verkehrsflächen (z. B. Stellplätze, Fußwege) mit offenfugiger
Pflasterung (Fugenbreite mind. 10 mm), Rasengittersteinen oder Schotterrasen zu erfolgen.
Derartig
versiegelte
Flächen
sind
zu
50
%
auf
den
zu
erbringenden
Mindestgrünflächenanteil anrechenbar. Die räumlich festgesetzten privaten Grünflächen
sind dicht mit hochwachsenden Sträuchern und Bäumen zu bepflanzen. Die Pflanzungen
sind
dauerhaft
zu
erhalten.
Die
Anpflanzungen
sind
zu
100 %
auf
den
Mindestgrünflächenanteil anrechenbar. Befestigte Hofflächen dürfen, ausgenommen an
Einfahrten, nicht unmittelbar an die Straßenflächen angrenzen. Zwischen privaten
Hofflächen und der Straße ist mind. ein 5 m breiter Pflanzstreifen (Vorzone) anzulegen.
Grenzen zwischen benachbarten Grundstücken sind in einer Breite von 5 m freizuhalten
und zu bepflanzen. Das gleiche gilt für Grenzen zu Straßenflächen.
Dachbegrünung
Die Begrünung von Flachdächern und Dächern bis zu einer Neigung von 20 % (vgl.
Pflanzenliste 2a und 2b), kann zu 100 % auf den zu erbringenden Mindestbegrünungsanteil
angerechnet werden.
Oberflächenentwässerung
Abwässer von Dächern und nicht verunreinigungsgefährdenden Flächen der gewerblich
genutzten Parzellen sind über ein getrenntes Entwässerungssystem, je nach Möglichkeit
über
Verdunstungs-
und
Versickerungsbecken,
Rigolen
oder
über
private
Regenrückhaltebecken
(die
der
Löschwasserversorgung
dienen
können)
den
Oberflächengewässern, dem Grundwasser oder der Verdunstung zuzuführen. Private
Versickerungsflächen (nicht aber mit Beton o. ä. abgedichtete Becken) sind zu 100 % auf
den zu erbringenden Mindestbegrünungsanteil anrechenbar.
Die im Planteil A festgesetzten Flächen für die Regerückhaltung, sowie zur Regelung des
Wasserabflusses dienen der Erhaltung des Bachregimes des Eiditzlohbaches und der
Erhaltung der Bodenfunktion der umliegenden Böden. Insbesondere soll ein Trockenfallen
des Eiditzlohbaches verhindert werden. In diesem Zusammenhang sei auch auf die
Erläuterungen im Grünordnungsplan sowie im hydrogeologischen Gutachten verwiesen.
1.8
Grünflächen
Im Plangebiet des Bebauungsplanes wurden öffentliche und private Grünflächen
festgesetzt, die im Rahmen der Bilanzierung der Kompensation des Eingriffes eine wichtige
Rolle spielen. Es handelt sich überwiegend um Restflächen, welche sich aufgrund
topographischer Verhältnisse oder aus Gründen der Unwirtschaftlichkeit nicht für die
Industrie- und Gewerbeflächenprofilierung eignen. Bei einem nicht unbedeutenden Teil
handelt es sich um Böschungen. Böschungen, welche von den Industrie- und
Gewerbeflächen abfallen, wurden den öffentlichen Grünflächen zugeschlagen. Böschungen,
welche sich zu den Industrie- und Gewerbeflächen neigen, wurden den privaten

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
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Stand 29.05.2019
17
Grünflächen zugeschlagen. Im Rahmen der Flächenvermarktung ist dieser Sachverhalt zu
beachten.
Die
privaten
Grünflächen
können
so
dem
20-prozentigem
Mindestbegründungsanteil zugeschlagen werden. Die Flächenzuordnung privat und
öffentlich erfolgte aus pflegetechnischen Erwägungen sowie Erfahrungen aus der
Erschließungsplanung zum Bebauungsplan Nr. 031 „Industrie- und Gewerbegebiet Plauen
Oberlosa, Teil 2a“.
1.9
Festsetzungen zum Erhalt bzw. Anpflanzung von Bäumen, Sträuchern und
sonstigen Bepflanzungen; Umgrenzung von Flächen für Maßnahmen zum
Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft
Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens wurde ein Grünordnungsplan erstellt, in dem die
geplanten Maßnahmen auf den im Bebauungsplan festgesetzten Flächen für Maßnahmen
zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft und Flächen für
Maßnahmen zum Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen
konkret beschrieben werden. Der Grünordnungsplan zum Bebauungsplan (BBP) Nr. 031
„Industrie- und Gewerbegebiet Plauen Oberlosa, Teil 1“ umfasst den Plan 2-1 (Engeres
Plangebiet) und den Plan 2-2 (Weiteres Plangebiet - externe Ausgleichs- und
Ersatzmaßnahmen). Die Stadt Plauen ist Eigentümer der im Bebauungsplan festgesetzten
Flächen und wird im Rahmen der Erschließung des Gebietes die Herstellung der
Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen und deren Pflege übernehmen. Eine Refinanzierung
dieser Maßnahmen soll über den Verkauf der Industrie- und Gewerbeflächen erfolgen. Mit
diesen festgesetzten Kompensationsmaßnahmen wird ein Überschuss von > 207.512
Biotopwertpunkten erzielt. In diesem Zusammenhang sei auch auf die Kompensationsbilanz
im Anhang des Erläuterungsberichtes zum Grünordnungsplan verwiesen.
1.10
Sonstige Planzeichen, Hinweise und nachrichtliche Übernahmen
Die im Planwerk dargestellten sonstigen Planzeichen dienen der Abgrenzung des
Geltungsbereichs und der Differenzierung unterschiedlicher Nutzungen. Die Hinweise und
nachrichtliche Übernahmen dienen der Klarstellung und inhaltlichen Ergänzung des
Planwerkes.
1.11
Baugestaltung
Anstriche und Fassadengestaltung
Für den Außenanstrich dürfen nur gedeckte, mineralische Farben verwendet werden.
Verputzte
Flächen
sind
mit
gedeckten
mineralischen
Putzfarben
auszuführen
Fassadenverkleidungen aus Metall sowie Stahl-, Glas-Konstruktionen sind zugelassen,
sofern von diesen keine Blendwirkungen ausgehen. Fassadenabschnitte mit mehr als 100 m²
zusammenhängender fensterloser Fläche sind mit Rank- und Kletterpflanzen zu begrünen.
Die Bepflanzung ist dauerhaft zu pflegen und zu erhalten. Es ist die Pflanzenliste 3 zu
verwenden.
Werbeanlagen
Orientierungstafeln, Sammelwerbeträger und Werbepylone sind am Beginn des
Gewerbegebietes an der Gewerbeerschließungsstraße sowie auf den zugehörigen
Gewerbegrundstücken zulässig. Das Anbringen von Werbeanlagen oberhalb des Firstes bei
Satteldächern ist unzulässig.

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
18
Innerhalb der 20m Zone entlang der Bundesstraße sowie innerhalb der 40m Zone entlang
der Bundesautobahn ist Werbung jeder Art und Größe unzulässig. Auf den Industrie- und
Gewerbegrundstücken insbesondere im Bereich der 100m Baubeschränkungszone entlang
der Bundesautobahn und 40m entlang der Bundesstraße ist nur Werbung ohne zusätzliche
Effekte wie z. B. Blinken, Bewegung zulässig, so dass die Sicherheit sowie die Leichtigkeit
des Verkehrs zu keinem Zeitpunkt gefährdet oder beeinträchtigt wird.
Müll- und Wertstoffcontainer
Müll- und Wertstoffcontainer sind in die Gebäude zu integrieren oder in geschlossenen
blickdichten Einfriedungen unterzubringen.
Einfriedungen
Einfriedungen entlang der Straße sind in einem Abstand von mind. 50 cm zur
Straßenbegrenzungslinie und höchstens einschließlich Sockel 2,50 m hoch auszubilden.
Sichtwinkelflächen sind von Umzäunungen freizuhalten. Es sind nur Metallzäune
zugelassen. Scherenzäune, Rohrmattenzäune oder dergleichen sind unzulässig.
Stellplätze, Hofflächen
Auf Parkplätzen sind die Stellflächen für PKW in versickerungsfähigem Material
auszuführen.
Dachform, Dachneigung
Im Geltungsbereich sind Flachdächer bis 5° Dachneigung, Satteldächer bzw. Pultdächer mit
Dachneigung von 20° bis 25° sowie Lichtband- oder Lichtkuppeldächer als besondere
Dachformen zugelassen. Dachgauben sind nicht zugelassen. Zur Ermöglichung der Nutzung
von Solarenergie bzw. anderer Alternativenergien, welche dem Klimaschutz dienen, sind
Dachaufbauten Dachkonstruktionen sowie Abweichungen von den vorgeschriebenen
Dachneigungen bzw. Dachformen ausnahmsweise zulässig.
Die vorgenannten textlichen Festsetzungen der Gestaltung reflektieren aus der Eigenart der
Umgebung und der Wechselwirkung zwischen dem künftigen Industrie- und Gewerbegebiet
und dem kurz vor der Unterschutzstellung stehenden Landschaftsschutzgebiet „Taltitz-
Unterlosaer Kuppenland“, welche lediglich durch die Bundesstraße B 92 voneinander
getrennt werden. Betreffend der gestalterischen Ausbildung der Baukörper wurden in den
bauordnungsrechtlichen Festsetzungen Rahmenbedingungen vorgegeben, die den Eingriff
in den Landschaftsraum mildern. In diesem Zusammenhang sei auch auf die unter Teil C
der Begründung (Umweltbericht) angefügten Ausführungen zum Schutzgut Landschaftsbild
verwiesen.
2.
Erschließung
2.1
Erschließungskonzeption und Variantenuntersuchung
Im Vorfeld der Erstellung des Bebauungsplanes wurde eine Erschließungskonzeption durch
ein Ingenieurbüro erarbeitet. Gegenstand dieser Studie war die Optimierung der
erforderlichen Erschließungsanlagen sowie eine Untersuchung zu verschiedenen Varianten
der Geländeprofilierung. Aus Sicht der Wirtschaftlichkeit und vor allem unter Betrachtung
vermarktungstechnischer Aspekte gab es eine erneute Entscheidung hinsichtlich der
Vorzugsvariante. Diese bildet die Grundlage für die Darstellungen und Festsetzungen des
aktuellen Bebauungsplanes. Ziel ist es, möglichst große Flächen mit einer maximalen

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
19
Neigung von 2% bei einem teilweisen bzw. nahezu vollständigen Massenausgleich auf dem
Gelände zu schaffen. Das Massendefizit beträgt nach ersten Berechnungen ca. 100.000 m³
und soll im Rahmen der tiefbautechnischen Ausführungsplanung weiter reduziert werden.
Nach der Berechnung zahlreicher Profile mehrerer Varianten einer möglichen
Geländeprofilierung erreicht die Längsneigung der neuen Planstraße ein maximales Gefälle
von 5 %. Die profilierten Flächen sind alle mindestens 125 m tief. Die Parzellierung kann
variabel und großflächig erfolgen. Das zu erreichende Geländeniveau bedeutet bis zu 10 m
tiefe Geländeeinschnitte am südlichen Rand der Bundesautobahn A 72. Aus den
Erfahrungen der Erschließung und Geländeprofilierung des Teils 2a ist in diesen
Aufschlusstiefen mit schwerlösbaren Bodenschichten zu rechnen. Die anstehenden Böden
sind für die Gründung von Gebäuden geeignet und können ebenfalls mit bestehenden
Möglichkeiten und dem entsprechenden Aufwand im Bereich der Auftragsflächen
eingebaut werden. In diesem Zusammenhang wird auf das Baugrundgutachten vom
29.05.2009 mit Ergänzung von Januar 2016 verwiesen.
2.2
Verkehrserschließung
2.2.1
Äußere Verkehrserschließung
Das Bebauungsplangebiet Nr. 031 „Industrie- und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
liegt an der Bundesstraße B 92, welche die überregionalen Verbindungen sowie den
regionalen Verkehr vom Oberzentrum Stadt Plauen zur Anschlussstelle Plauen–Süd der
Bundesautobahn A 72, weiter in Richtung Oelsnitz, Adorf und Oberes Vogtland sowie
Tschechien führt. Mit der Planung des „Industrie- und Gewerbegebietes Plauen-Oberlosa,
Teil 1“ mit einer Industrie- und Gewerbefläche von ca. 12,7 ha werden Neuverkehre
erzeugt, die von der B 92 aufgenommen werden. Die zusätzlichen Verkehre wurden anhand
der Flächen und empirischer Daten ermittelt. Die Ausbildung und Dimensionierung des
Knotens B 92 / Planstraße A unter Beachtung des zukünftig geplanten Ausbaus der B 92
erfolgte in enger Abstimmung mit dem LASuV.
Folgende Maßnahmen sind vorgesehen:
-
Das Industriegebiet soll direkt an die Bundesstraße B 92 angebunden werden.
-
Die Einmündung wird mit einer Ampelanlage ausgerüstet.
-
Parallel zur B 92 wird ein kombinierter Geh-Radweg angelegt, welcher bis zur
Netzanbindung in die Ortslage auch außerhalb des Geltungsbereiches fortgeführt
werden wird.
Damit werden folgende wesentliche Ziele erreicht (siehe auch Punkt B 1.4):
-
Anbindung des Industriegebietes an die B 92/ A 72
-
Erschließung des Industriegebietes für Fußgänger und Radfahrer
2.2.2
ÖPNV-Erschließung
Außerhalb des Geltungsbereiches des Bebauungsplangebietes Nr. 031 „Industrie- und
Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“ ist am Knoten K 7807/Obermarxgrüner
Straße/Otto-Erbert-Straße die Errichtung einer Haltestelle für den Regionalbus vorgesehen.
Darüber erfolgt die ÖPNV-Erschließung für die Industrie- und Gewerbegebiete BBP Nr.
031 Teil 1 und 2a.

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
20
2.2.3
Ausbau und Neutrassierung der Kreisstraße K 7807
Für den Ausbau bzw. die Neutrassierung der Kreisstraße K 7807/Obermarxgrüner Straße
soll nicht mehr innerhalb dieses Planverfahrens Baurecht geschaffen werden. Die K 7807 ist
nicht mehr im Geltungsbereich dieses Bebauungsplanes enthalten.
2.2.4
Installation einer Lichtsignalanlage am Knoten B 92/Planstraße A
Bei Realisierung des Bebauungsplanes Nr. 031 „Industrie- und Gewerbegebiet Plauen-
Oberlosa“, Teil 1, wird eine Lichtsignalanlage vorgesehen.
2.2.5
Innere Verkehrserschließung
Für die innere Erschließung ist die Planstraße A in Randlage zum Industrie- und
Gewerbegebiet
geplant.
Der
Ausbau
der
Erschließungsstraße
erfolgt
als
Hauptsammelstraßen für Gewerbegebiete mit folgendem Querschnitt:
2 x 3,25 m Fahrbahn
6,50 m
1 x 2,00 m einseitiger Gehweg
2,00 m
1 x 2,00 m Seitenstreifen
2,00 m
Gesamtbreite
10,50 m
Die Fahrbahnen erhalten einen Oberbau nach RSTO 12 für die Belastungsklasse mit einem
zu erwartenden Gesamtaufbau von 70 cm.
Fahrbahn:
Gehweg:
4,0 cm Asphaltdeckschicht
3,0 cm Asphaltdeckschicht
6,0 cm Asphaltbinder
12,0 cm Asphalttragschicht
7,0 cm Asphalttragschicht
48,0 cm Frostschutz
40,0 cm Frostschutz
70,0 cm Gesamtaufbau
50,0 cm Gesamtaufbau
Die Entwässerung der Fahrbahn und Gehwege erfolgt über Straßenabläufe in den geplanten
Regenwasserkanal.
Die Erschließungsstraße erhält eine öffentliche Beleuchtung. Am Ende der Planstraße A ist
ein Wendeplatz für Lastzüge vorgesehen. Die vorhandenen und neu geplanten Gewerbe-
und Industrieparzellen können über die neue Planstraße A, welche als öffentliche Straße zu
widmen ist, erschlossen werden. Im gesamten Bereich werden Borde mit einem Anschlag
von 12 cm vorgesehen. Die Grundstückszufahrten zu den Parzellen sind im Bebauungsplan
nicht festgesetzt. Die Herstellung und Lage hat in Abstimmung mit dem jeweiligen Investor
zu erfolgen. Im Bereich der Industrieparzellen ist der ruhende Verkehr auf den
Privatgrundstücken unterzubringen.

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
21
2.3
Abwasserentsorgung
Das gesamte Industriegebiet entwässert im Trennsystem.
2.3.1
Schmutzwasser
Das Plangebiet wird an den vorhandenen Sammler des bereits erschlossenen Industrie- und
Gewerbegebietes Plauen Oberlosa, Teil 2a angebunden. Das Schmutzwasser wird in neu zu
errichtenden Leitungen im Freigefälle zur Schmutzwasserpumpstation am Tiefpunkt des
Entwässerungssystems geleitet. Von dort wird das Schmutzwasser über Druckleitungen in
das Kanalsystem des IGG Teil 2a gepumpt. Der Anbindepunkt für den Teil 1 ist bereits
vorgesehen. Die Abwassermengen aus Teil 1 wurden bei der Planung zu Teil 2a bereits
berücksichtigt. Die Behandlung des Abwassers erfolgt in der zentralen Kläranlage Plauen.
Gesondert zu behandelndes industrielles Abwasser ist vor Einleitung auf den Parzellen
aufzubereiten. Die Schmutzwasserleitung wird nach der Fertigstellung von Zweckverband
Wasser
und
Abwasser
Vogtland
übernommen
und
betrieben.
Im
Zuge
der
ingenieurtechnischen Planung sind die technischen Belange mit dem Betreiber im Vorfeld
abzustimmen.
2.3.2
Regenwasserableitung/Regenwassernutzung
Durch das „Industrie- und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“ wird der Einzugsbereich
des Eiditzlohbaches berührt. Zirka 12,7 ha Industrie- und Erschließungsflächen beeinflussen
das Einzugsgebiet. Für die Regenwasserableitung wird ein System aus Regenrückhaltungen
geplant. Die Oberflächenwässer der befestigten Flächen werden mittels Rohrleitungen in
ein zu errichtendes Regenrückhaltebecken geführt. Die Regenwasserleitungen sollen im
Fahrbahnbereich bzw. in gesicherten Leitungsstreifen verlegt werden. Für das Ableiten der
Regenwässer ist eine Querung der Bundesstraße B 92 erforderlich. Zur Sicherstellung der
Qualität
des
einzuleitenden
Regenwassers
in
den
Eiditzlohbach
erhält
das
Regenrückhaltebecken einen separaten Absetzbereich (Absetzbecken) um Sedimentation
von schweren Schwebstoffen zu gewährleisten. Der Ablauf des Regenrückhaltebeckens ist
mit einer Tauchwand versehen, um im Havariefall entsprechende Leichtflüssigkeiten
zurückzuhalten. Das Absatzbecken wird für eine regelmäßige Leerung durch den Betreiber
(ZWAV) entsprechend befestigt. Der gedrosselte Abfluss gelangt, nach Klärung der
Regenwässer, in den Vorfluter Eiditzlohbach. Dieser wurde im Vorfeld der Erschließung in
der Nähe der Einleitstelle in einer gesonderten Baumaßnahme auf einer Länge von ca. 125
m wieder freigelegt und renaturiert. Das Baurecht hierfür wurde über ein gesondertes
Planfeststellungsverfahren in Zusammenarbeit mit der Unteren Wasserbehörde des
Vogtlandkreises geschaffen. Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens wurde ein
hydrogeologisches Gutachten erstellt, was unter anderem die Auswirkungen der
Regenwasserableitung auf das Regime des Eiditzlohbaches beinhaltet. Im vorliegenden
Gutachten wird unter anderem beschrieben, dass eine Versickerung der Regenwässer auf
den
profilierten
Industrieflächen
nicht möglich
ist.
Die
vorherrschenden
Bau-
grundverhältnisse sowie die Auffüllung und Profilierungen schließen diese Möglichkeit aus.
Die Regenwässer müssen in das geplante Trennsystem in den Regenwasserkanal eingeleitet
werden.
Eine
Regenrückhaltung auf den
Einzelparzellen ist
im Rahmen
des
Baugenehmigungsantrages zu prüfen und gegebenenfalls zulässig. Im vorliegenden
Fachgutachten
zum
Wasserrecht
wurden
die
gemäß
WRRL
zu
prüfenden
Qualitätskomponenten für die vom Vorhaben betroffenen Oberflächenwasserkörper sowie
Grundwasserkörper beschrieben. Hierzu zählen das ökologische Potenzial sowie der
chemische Zustand der Gewässer. Im Anschluss daran wurden die Auswirkungen des

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
22
Vorhabens inkl. der im Straßenwasser anfallenden Schadstoffkonzentrationen rechnerisch
ermittelt. Daraus leitet sich eine vorhabenspezifische Wirkungsprognose ab, inwieweit sich
das Vorhaben auf das ökologische Potenzial und den chemischen Zustand der betroffenen
Oberflächengewässer auswirkt. Im Fazit des Gutachtens wird eingeschätzt, dass aus dem
geplanten Vorhaben derzeit keine Verschlechterungen des ökologischen und chemischen
Zustands für die betroffenen Grund- und Oberflächenwasserkörper abgeleitet werden
können. Negative Auswirkungen auf die biologischen Qualitätskomponenten sind ebenfalls
nicht zu erwarten. Somit ist das Vorhaben mit den Belangen der WRRL vereinbar und steht
nicht dem Verbesserungs- sowie Zielerreichungsgebot des betroffenen Oberflächen-
wasserkörpers Talsperre Pirk entgegen.
2.4
Trinkwasser- und Löschwasserversorgung
Im Industrie- und Gewerbegebiet ist das Versorgungsnetz neu zu errichten. Die Anbindung
an das vorhandene Trinkwasserversorgungsnetz erfolgt über den Hochbehälter des IGG Teil
2a. Über die Dimensionierung der Anlagen können noch keine Aussagen getroffen werden.
Die Konkretisierung erfolgt im Rahmen der Erschließungsplanung. Eine Bereitstellung des
gesamten Löschwasserbedarfes aus dem Trinkwassernetz ist nicht möglich. Deshalb wird
nach konkretem Bedarf eine neue Löschwasserzisterne an der entsprechenden
gekennzeichneten Stelle im Plangebiet eingeordnet.
2.5
Elektroenergieversorgung
Im Plangebiet befinden sich Hochspannungsanlagen sowie Anlagen des 10 KV- und 1 KV-
Netzes des Versorgungsträgers envia-M.
Mittel- und Niederspannungsversorgung:
Im Planungsbereich sind Anlagen des Versorgungsträgers envia-M vorhanden.
Die vorhandenen Kabeltrassen im nichtöffentlichen Bereich werden über Leitungsrechte
gesichert. Die Trassierung von geplanten Mittel- und Niederspannungsverkabelungen ist im
öffentlichen Bauraum möglich, ebenso wie die Bereitstellung von Flächen für
Versorgungsanlagen, wie z. B. Trafostationen. Erforderliche Kabelumverlegungen im
öffentlichen Bauraum werden in der weiteren Planung berücksichtigt.
2.6
Fernmelde- und Informationsnetze
Die Versorgung des Plangebietes mit Fernmelde- und Informationstechnik wird
entsprechend des Bedarfes ermittelt und mit den Versorgungsträgern geplant und
abgestimmt. Die notwendigen Leitungstrassen sind im Vorfeld der Erschließungsplanung
abzustimmen. Die Leitungstrassen im nichtöffentlichen Bereich werden über Leitungsrechte
gesichert. Die Kabeltrassen im öffentlichen Verkehrsraum werden im Gehweg oder
Leitungsstreifen eingeordnet.
2.7
Gasversorgung
Parallel zur K 7807 verläuft eine Gasdruckleitung DN 150. Eine Versorgung aus dem
Mitteldrucknetz ist möglich. Die Leitungstrassen im nichtöffentlichen Bereich sind über
Leitungsrechte zu sichern. Die Verlegung der Versorgungsleitung kann auch im
öffentlichen Verkehrsraum erfolgen, die Trassierung ist im Zuge der Erschließungsplanung
abzustimmen. Die gilt auch für die Einordnung einer eventuell notwendigen
Druckreglerstation.

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
23
3.
Flächenbilanz
Für den Geltungsbereich des Bebauungsplanes Nr. 031 „Industrie- und Gewerbegebiet
Plauen–Oberlosa, Teil 1“ ergibt sich folgende Flächenbilanz:
Bruttofläche Geltungsbereiche
40,95 ha
A+E Maßnahmen externe Flächen
(einschließlich PIK-Maßnahme Feldlerche CEF 1)
15,95 ha
A+E Maßnahmen im engeren Geltungsbereich
4,97 ha
(einschließlich PIK-Maßnahme Feldlerche CEF 2)
Erhalt bestehender Biotopflächen
0,32 ha
öffentliche Grünflächen
2,68 ha
private Grünflächen
1,01 ha
GI Baufläche inklusive 20% Mindestbegrünungsanteil
12,8 ha
Reg. Vorsorgeflächen (RVS):
GI
1
= 9,00 ha; GI
2
=3,8 ha ►12,8 ha
Bundes-, Kreis- und Erschließungsstraßen
1,39 ha
kombinierter Gehradweg
0,23 ha
Wirtschaftswege teilversiegelt
0,29 ha
Regenrückhaltung vollversiegelt
0,54 ha
Technische Infrastruktur
0,04 ha
Durchlaufposten Intensivacker
0,91 ha
Im BBP erfolgt die Festsetzung von Bauflächen durch Baugrenzen gemäß § 23 BauNVO,
wobei insbesondere auf den Flächen des RVS gemäß Regionalplan Z 1.4.4 eine kleinteilige
Parzellierung ausdrücklich nicht vorgesehen ist. Die mittels Baugrenzen festgesetzten
Bauflächen weisen eine Größe zwischen 3 ha und 9 ha auf.

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
24
4.
Kosten
Detaillierte Angaben zu Kosten sind im Rahmen dieses Planungsstadiums noch nicht
möglich. Aufgrund einer im Vorfeld zum Bebauungsplan angefertigten Planungsstudie
sowie einer Variantenuntersuchung zum Gesamtgebiet wurden jedoch Kostenschätzungen
vorgenommen. Die Gesamtkosten wurden aufgrund des Verfahrensablaufes fortgeschrieben
und betragen nach aktuellen Schätzungen inklusive der Maßnahmen für den Ausgleich und
den Ersatz, ohne Aufwendungen für den Grunderwerb, ca. 11,9 Mio. Euro. Davon entfallen
auf die Baunebenkosten ca. 1,5 Mio. Euro, auf die Abwasseranlagen ca. 2,9 Mio. Euro, auf
die Trinkwasseranlagen ca. 0,4 Mio. Euro, auf die Löschwasseranlagen
ca. 0,2 Mio.
Euro, auf die Verkehrsanlagen ca. 1,9 Mio. Euro, auf die Geländeregulierung ca. 3,3 Mio.
Euro und den Ausgleich und den Ersatz ca. 1,7 Mio. Euro.

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Stand 29.05.2019
25
C
Umweltbericht
1
Einleitung
1.1
Inhalt und Ziel des Bebauungsplans
Die Stadt Plauen i. Vogtl. plant am südlichen Ortsrand von Oberlosa zwischen der B 92 (im
Nordwesten), der A 72 (im Südosten) und der Autobahnausfahrt Plauen-Süd (im
Südwesten) die Erschließung des
„Industrie- und Gewerbegebietes Plauen-Oberlosa,
Teil 1“
. Vergleiche dazu die Begründung zum Bebauungsplan.
Das Baurecht soll über den Bebauungsplan (BBP) Nr. 031 erwirkt werden, welcher neben
der inneren Erschließung auch eine neue Gewerbeerschließungsstraße einschließt. Der
Standort ist aus dem Flächennutzungsplan der Stadt Plauen (STADT PLAUEN 2011) heraus
entwickelt und im Regionalplan Südwestsachsen als „Vorsorgestandort für Industrie und
produzierendes Gewerbe“ ausgewiesen.
Nachdem die Planungsunterlagen bereits einmal 2010 bis zum Satzungsbeschluss
vorgelegen hatten, ruhte das Vorhaben längere Zeit und wurde erst wieder 2015
aufgenommen. Da die Datenaktualität (insbesondere zur Fauna) nicht mehr gewährleistet
war, fand 2015 eine Aktualisierung durch erneute Feldbegehungen der Artengruppen
Avifauna, Heuschrecken, Tagfalter und Libellen statt (FROELICH & SPORBECK 2015). Auch
die landschaftsplanerischen Gewerke Grünordnungsplan (FROELICH & SPORBECK 2019) und
Artenschutzfachbeitrag (FROELICH & SPORBECK 2018) wurden überarbeitet und liegen
nunmehr in aktualisierter Form vor.
Nach Erstellung der Planunterlagen im Jahr 2016 erfolgten 2017 und 2018 erneute
Offenlagen. Wesentliche Änderungen betreffen eine Verkleinerung des Vorhabens auf ca.
2/3 des westlichen Bereiches und den Wegfall der Verlegung der Kreisstraße 7807 sowie
den Verzicht auf ein Regenrückhaltebecken, damit jedoch auch einen Verzicht auf eine
mögliche Renaturierung des Bachoberlaufes des Eiditzlohbaches (Obermarxgrüner Weg).
Das Plangebiet soll nun wieder direkt von der B 92 aus erschlossen werden, was mit dem
Landesamt für Straßenbau und Verkehr abgestimmt wurde. Dadurch werden mehrere alte
Straßenbäume entlang der B 92 verloren gehen. Zur Verbesserung der Qualität des
einzuleitenden Regenwassers in den Eiditzlohbach erhält das Regenrückhaltebecken einen
separaten Absetzbereich (Absetzbecken) um Sedimentation von schweren Schwebstoffen
zu gewährleisten. Der Ablauf des Regenrückhaltebeckens ist mit einer Tauchwand
versehen, um im Havariefall entsprechende Leichtflüssigkeiten zurückzuhalten.
Das Vorhaben umfasst > 10 ha Bauflächen und ist somit UVP-pflichtig, daher wurde eine
Umweltverträglichkeitsuntersuchung
(UVU) durchgeführt (FROELICH & SPORBECK
2016), welche die potenziellen Beeinträchtigungen der Schutzgüter des UVPG untersuchte
– auch wenn diese UVU seinerzeit noch einen größeren Geltungsbereich umfasste.
Da der Grünordnungsplan das Schutzgut Menschen einschließlich der menschlichen
Gesundheit,
Kultur-
und
Sachgüter
nicht
berücksichtigen
kann,
erhebliche
Beeinträchtigungen der Wohnfunktion durch Lärmimmissionen aus Verkehr und Verar-
beitungsprozessen aber nicht auszuschließen sind (Wohnbebauung), wurden für das
Gesamtvorhaben
Lärmprognosen und Lärmminderungsplanungen
erstellt (zunächst
durch OTTO & PARTNER 2009 und mehrfach tektiert durch das Ingenieurbüro SACHS IAU
2015, 2017, 2018 sowie zuletzt 2019).
Im Rahmen des Bebauungsplanes wurde ein zugehöriger
Grünordnungsplan
(GOP)
erstellt (FROELICH & SPORBECK 2019), dessen festzusetzende Bestandteile in den
Bebauungsplan integriert wurden.

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
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Stand 29.05.2019
26
Im Planungsverlauf wurde der Geltungsbereich des Bebauungsplanes mehrfach verändert.
Von ursprünglichen (FROELICH & SPORBECK 1998) ca. 30 ha auf zwischenzeitlich ca. 66 ha
vergrößert und nunmehr wiederum auf 40,95 ha verkleinert, was auch durch die Anpassung
der internen und externen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen bedingt ist.
Auf Basis aktualisierter Vor-Ort-Erfassungen (FROELICH & SPORBECK 2015) der Fauna
wurde der
Artenschutzrechtliche Fachbeitrag
(AFB) (FROELICH & SPORBECK 2018)
aktualisiert, der eine mögliche Beeinträchtigung europarechtlich geschützter Arten
untersuchte und in die Verfahrensunterlagen eingearbeitet wurde.
Der
Geltungsbereich des „engeren“ Bebauungsplangebietes
besteht nunmehr zunächst
aus dem Umgriff des eigentlichen Baugebietes „Industrie- und Gewerbegebiet Plauen-
Oberlosa, Teil 1“ (ca. 25,00 ha), inkl. der darin liegenden technischen Planbereiche
(Industriegebietsparzellen, Gewerbeerschließungsstraße inkl. teilversiegelter Flächen, RRB,
technische Infrastruktur, private und öffentliche Grünflächen mit ca. 20,21 ha) sowie
umliegenden und angrenzenden Flächen für Maßnahmen zur Pflege und Entwicklung von
Natur und Landschaft. Hier werden auf ca. 4,79 ha Fläche Ersatzmaßnahmen (Maßnahmen
–B und C) erbracht.
Zusätzlich umfasst der
„weitere“ Geltungsbereich des Bebauungsplangebietes
entfernter
liegende Maßnahmenflächen für naturschutzfachliche Kompensationsmaßnahmen (Ersatz-
bzw. Ausgleichsmaßnahmen) in anderen Bereichen der Stadt Plauen (Gemarkung
Haselbrunn, Tauschwitz) mit insgesamt ca. 15,95 ha Fläche. Als
vorgezogene artenschutz-
rechtliche Kompensationsmaßnahme
für die Feldlerche (ca. 9 ha) werden auf im Besitz
der Stadt Plauen befindlichen Flurstücken in der Gemarkung Tauschwitz
Feldlerchen-
fenster
als produktionsintegrierte Maßnahme (PIK-Maßnahme) angelegt, um die Land-
wirtschaft so gering wie möglich zu belasten.
Während die Fassung des GOP des Jahres 2010 noch die Eingriffs- / Ausgleichs-
bilanzierung nach der Sächsischen Naturschutzausgleichs-Verordnung (NatSchAVO)
durchgeführt hatte, wurde in der aktualisierten Fassung von 2018 die
„Handlungs-
empfehlung zur Bewertung und Bilanzierung von Eingriffen im Freistaat Sachsen“
(SMUL 2009) angewendet. Zwischenzeitlich standen verschiedene externe Ausgleichs- und
Ersatzmaßnahmen nicht mehr zur Verfügung, andere wurden dagegen reduziert oder
ergänzt.
Entsprechend der verzeichneten Abgrenzung im Bebauungsplan werden die Parzellen der
Bebauungsfläche als Industriegebiet (GI) nach § 9 BauNVO ausgewiesen.
Das BauGB (§ 2 a) legt fest, dass für ein Plangebiet wie dem BBP Nr. 031 der
Erläuterungsbericht des Bebauungsplanes einen
„Umweltbericht“
zu enthalten hat, der die
potenziellen
und
die
tatsächlichen
Umweltauswirkungen
durch
das
Vorhaben
nachvollziehbar darzustellen hat. Er hat dazu jeweils den aktuellen Stand der Planung zu
präsentieren und erfolgte Veränderungen zu dokumentieren. Im vorliegenden Fall gilt der
Stand vom 18.04.2019.
1.2
Darstellung der in einschlägigen Fachgesetzen und Fachplänen festgelegten
Ziele des Umweltschutzes
Der
Regionalplan Südwestsachsen
(RPV SW-SN 2008) schreibt die Funktion der Stadt
Plauen als Oberzentrum fest. Nach den darin formulierten Grundsätzen ist darauf
hinzuwirken, dass
„[…] räumliche Voraussetzungen für die Weiterentwicklung von
überregionaler und wettbewerbsfähiger Wirtschaft geschaffen werden.“
Im Regionalplan
ist der östliche Teil des engeren Geltungsbereiches des vorliegenden Bebauungsplanes
zwischen A 72 und B 92 als „
Vorsorgestandort für Industrie und produzierendes
Gewerbe
“ ausgewiesen.

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
27
Des Weiteren gehört das Gebiet zu einem touristischen Ergänzungsgebiet, welches sich
nahezu über den gesamten Südraum der Stadt Plauen erstreckt. Im näheren Umfeld des
engeren Geltungsbereiches weist der Regionalplan darüber hinaus Schwerpunktgebiete für
Erosionsschutz, landschaftsprägende Kuppen, Höhenrücken und Hanglagen, einen
regionalen
Grünzug,
ein
Vorranggebiet
„Arten-
und
Biotopschutz“
sowie
ein
Vorbehaltsgebiet „Arten- und Biotopschutz“ aus. Nördlich der B 92 befindet sich das
geplante Landschaftsschutzgebiet (LSG) „Taltitz-Unterlosaer Kuppenland“ (STADT PLAUEN
2016B).
Der Standort ist aus dem
Flächennutzungsplan der Stadt Plauen
(STADT PLAUEN 2011)
heraus entwickelt. Hierin ist das engere Baugebiet zu großen Teilen als gewerbliche
Baufläche (nach § 5 Abs. 2 Nr. 1 BauGB und § 1 BauNVO) dargestellt, die als regionaler
Vorsorgestandort für Industrie und Gewerbe dienen sollen. Für den Standort existiert bereits
ein VEPL Nr. 020 „Gewerbegebiet mit Autohof Oberlosa“ sowie ein B-Plan Nr. 006
„Industrie- und Gewerbegebiet Oberlosa, Teil 1“, die im Jahr 1999 Satzungsbeschlussreife
erreicht hatten, jedoch nicht zur Genehmigung eingereicht wurden. Die beiden oben
genannten Planentwürfe werden im Zuge des aktuellen Planverfahrens Bebauungsplan
Nr. 031 „Industrie- und Gewerbegebiet Plauen–Oberlosa, Teil 1“ aufgehoben. Im
Flächennutzungsplan werden die Bauflächen von Grünflächen umrahmt und sind zur
Autobahn hin mit einer Immissionsschutzpflanzung abgegrenzt. Hinzu kommen die
vorgesehenen Flächen für AE-Maßnahmen nordwestlich der Bundesstraße 92, welche auf
ausgewiesenen Acker- und Grünflächen liegen.
Das Vorhaben entspricht dem Typ 18.5.1 der Anlage 1 zum § 3b Abs. 1 UVPG und
unterliegt damit der UVP-Pflicht. Im Rahmen der
Umweltverträglichkeitsuntersuchung
(UVU)
erfolgte im Jahr 2009 zunächst eine Erfassung, Beschreibung und Bewertung der
Leistungsfähigkeit und Empfindlichkeit der Schutzgüter nach § 2 Abs. 1 UVPG und § 1
Abs. 6 Nr. 7 BauGB sowie der Nutzungen, einschließlich der vorhandenen und
raumwirksamen Beeinträchtigungen (FROELICH & SPORBECK 2009A). Auf dieser Grundlage
wurden, dem damaligen Planungsstand angemessen, die potenziellen Umweltauswirkungen,
soweit möglich, erfasst und dargestellt. Dabei kam aufgrund des Konkretisierungsgrades
der Planung den anlagenbedingten Auswirkungen besondere Bedeutung zu. Das
Untersuchungsgebiet der UVU umfasste insgesamt 153 ha Fläche und kann damit die
erheblichen potenziellen Umweltbeeinträchtigungen in ihrem Raumbezug darstellen. Im
Jahr 2015 fand eine Aktualisierung der UVU mit erneuter Abfrage der Datenlage bei den
Trägern öffentlicher Belange sowie einer Berücksichtigung der Überprüfung der
Lärmthematik statt (FROELICH & SPORBECK 2016). Obwohl das Baugebiet inzwischen
verkleinert wurde, ist es nicht erforderlich, die UVU zu aktualisieren.
Darüber hinaus wurden Vermeidungs- und Minderungsmaßnahmen vorgeschlagen. Eine
Eingriffs- / Ausgleichsbilanzierung gem. § 1a Abs. 3 BauGB wurde im Rahmen des
Grünordnungsplans (GOP)
für die tatsächlich zu erwartenden Eingriffe in Natur und
Landschaft gemäß § 17 BNatSchG erstellt und entsprechende Maßnahmenflächen zur
Kompensation der Eingriffe in Natur und Landschaft ausgewiesen, welche als Flächen des
engeren wie auch insbesondere des weiteren Geltungsbereichs in den Bebauungsplan
einfließen (FROELICH & SPORBECK 2019).
2
Beschreibung und Bewertung der Umweltauswirkungen
2.1
Bestandsaufnahme des derzeitigen Umweltzustands
Menschen einschließlich der menschlichen Gesundheit, Kultur- und Sachgüter
Nordöstlich des engeren Geltungsbereiches befindet sich der Ortsrand von Oberlosa. Hier
sind sowohl Bereiche mit Mischgebiets- als auch Wohngebietscharakter vorhanden. Dabei

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Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
28
handelt es sich um Einzelanwesen und der Erholung dienende Kleingärten und
Grünflächen.
Der zu überbauende Bereich liegt zum Großteil auf Ackerflächen eines anerkannten
Biolandbetriebes. Das Gleiche gilt für die Maßnahmenflächen C, welche innerhalb eines
regionalen Grünzuges liegen. Die Maßnahmenflächen C liegen zudem im geplanten LSG
„Taltitz-Unterlosaer Kuppenland“ und unterliegen derzeit der wirtschaftlichen Grünland-
und Ackernutzung ebenfalls des oben benannten anerkannten Biolandbetriebes.
Von den AE-Maßnahmen im weiteren Geltungsbereich sind Flächen als gewerblich
genutzte Bereiche (Ersatzmaßnahme 4) stark versiegelt oder stark vorbelastet. Des Weiteren
erfolgen die Maßnahmen auf derzeitigen Ruderal-, Sukzessions- und Ansaatgrünland. Für
die
artenschutzrechtliche
Kompensationsmaßnahme
werden
Feldlerchenfenster
in
Ackerflächen (CEF 1) angelegt.
Unmittelbar nordöstlich an das RRB angrenzend sind archäologisch relevante Bereiche
bekannt. Es handelt sich dabei um Gräber unbekannten Alters (050 40-D-04
Oberlosa/Plauen, LFA 2015). Eine mögliche Beeinträchtigung durch die vorgenommenen
Maßnahmen ist nicht auszuschließen.
Vorbelastungen
durch Lärm für die Wohnbereiche bestehen durch die benachbarten
regionalen und überregionalen Straßenverbindungen (A 72, B 92, K 7807), das bereits
erschlossene und mit inzwischen mehreren Betrieben besetzte „Industrie- und
Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 2a“ sowie einzelne Gewerbebetriebe in Oberlosa
selbst.
Tiere, Pflanzen und Biologische Vielfalt
Pflanzen
Im engeren Geltungsbereich sind keine Nachweise von gefährdeten Pflanzenarten
vorhanden. Das Planungsgebiet wird vorwiegend von vergleichsweise artenreicherem
Ackerland dominiert (Biolandwirtschaft), welches angrenzend von nur einem kleinen
Feldgehölz unterbrochen wird. Die nordwestlich der B 92 vorgesehenen Flächen für
Ausgleichs-
und
Ersatzmaßnahmen
betreffen
intensiv
genutztes
Grünland
und
Ackerflächen.
Nordöstlich angrenzend des engeren Geltungsbereiches des Bebauungsplanes ist als
geschützter Biotop
nach
§ 30 BNatSchG
folgender Bereich zu nennen:
Quellsumpfbereich des Eiditzlohbaches östlich der B 92 (de facto drainiert)
Anhand der aktuellen Biotopkartierung von 2015 wurden zusätzlich folgende Flächen als
naturschutzfachlich besonders wertvoll erfasst:
die Hecken im Saumbereich am Wirtschaftsweg
Teile des Fichtenforstes südwestlich des B-Plangebietes
die Allee südwestlich von Oberlosa an der B 92
Die Biotopkomplexe des Eiditzlohbaches selbst mit § 30 BNatSchG-Biotopen weisen eine
sehr
hohe
ökologische
Wertigkeit
auf,
liegen
jedoch
außerhalb
des
engeren
Geltungsbereiches. Die Biotopkomplexe trennen die Maßnahmenfläche C in zwei
Teilbereiche (RRB und AE-Maßnahmen) und können damit durch mittelbare Prozesse
beeinträchtigt werden (v. a. Wasserpfad).
Vorbelastungen
sind in unmittelbarer Nähe zu A 72 und B 92 durch mit Salzen, Ölen und
Schmierstoffen belastete Stäube und Spritzwässer zu erwarten. Darüber hinaus gelangen

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Stand 29.05.2019
29
wasserlösliche Substanzen, welche nicht durch den bestehenden Vorabscheider des RRB
der A 72 zurückgehalten werden können, in den Wasserkreislauf und belasten zusätzlich die
Vegetation im und am Eiditzlohbach.
Tiere
Innerhalb
des
engeren
Geltungsbereiches
wurden
durch
Literatur-
und
Datenbankauswertung sowie mit der Kartierung der Offenlandvögel und von Insektenarten
(IGC 2009, FROELICH & SPORBECK 2015, LRA V 2015) verschiedene besonders und streng
geschützte Arten nachgewiesen. Aus dem von IGC 2009 erstellten Gutachten geht hervor,
dass im Jahr 2009 im engeren Geltungsbereich von den nach Europäischer
Vogelschutzrichtlinie (Anhang I) geschützten Vogelarten Rotmilan (
Milvus milvus
), Dohle
(Corvus monedula)
und Schwarzmilan (
Milvus migrans
) als Nahrungsgäste, Neuntöter
(
Lanius collurio
) als Brutvogel und Wiesenweihe (
Circus pygargus
) als Durchzügler
vorkommen. Besonders erwähnenswert ist der im Jahr 2009 erfolgte Nachweis (IGC 2009)
eines Schwarzstirnwürgers (
Lanius minor
) im Untersuchungsgebiet der UVU (nicht jedoch
im Geltungsbereich des Bebauungsplanes), der in Deutschland seit 100 Jahren als
verschollen galt, im Jahr 2015 aber nicht mehr nachgewiesen wurde. Weitere, vom
Vorhaben betroffene, geschützte Vogelarten sind Feldlerche (
Alauda arvensis
) und
Goldammer (
Emberiza citrinella
), Sumpfrohrsänger (
Acrecephalus palustris
), Wachtel
(
Coturnix coturnix
) und Bluthänfling (
Carduelis cannabina
). Altnachweise des Rebhuhns
(
Perdix perdix
) konnten bereits im Jahr 2009 nicht bestätigt werden.
Bei der im Jahr 2015 durchgeführten Kartierung zur Aktualisierung der Daten wurden
innerhalb des engeren Geltungsbereiches wiederum Nachweise der Feldlerche sowie der
Goldammer erbracht, weitere geschützte und / oder gefährdete Vogelarten (v. a. Greifvögel)
nutzen die Ackerflächen im Geltungsbereich als Nahrungshabitat, ohne dass hierfür
konkrete Nachweise für den Umgriff des Geltungsbereiches aus der Kartierung vorliegen
(FROELICH & SPORBECK 2015).
Am Fichtenforst südwestlich der geplanten Bauflächen wurde (allerdings veraltet im Jahr
2000) der Waldiltis (
Mustela putorius
), eine gefährdete Art nach der Roten Liste Sachsens,
gefunden. Ein weiteres in Sachsen gefährdetes Säugetier ist der Feldhase (
Lepus
europaeus
), von dem es verschiedene, jedoch ebenfalls veraltete Nachweise im Umfeld des
Geltungsbereiches gibt (LFULG 2008).
Dem benachbarten Eiditzlohbach und dessen Feuchtgebieten (v. a. Teichgelände) kommt
eine insgesamt hohe faunistische Bedeutung zu. Die bei der Kartierung im Jahr 2008
festgestellten gefährdeten Heuschreckenarten (UHLENHAUT 2008) konnten bei der im Jahr
2015 durchgeführten Kartierung allerdings nicht mehr festgestellt werden.
Während das bestehende RRB der A 72 im Jahr 2008 noch eine bemerkenswerte
Libellenfauna beherbergte (UHLENHAUT 2008), konnte diese 2015 (FROELICH & SPORBECK
2015) nicht mehr nachgewiesen werden.
Die auf die Fauna wirkenden
Vorbelastungen
des Gebietes sind mit denen der
Wohngebiete identisch. Hinzu kommen Störungen durch forstliche Nutzungen.
Biologische Vielfalt
Im westlichen Bereich ragt der Geltungsbereich des B-Planes in das geplante LSG „Taltitz-
Unterlosaer
Kuppenland“ hinein.
Die typischen,
meist
bewaldeten, vorwiegend
vulkanischen Kuppen sind Rückzugsorte für Tiere und Pflanzen.
Im Landschaftsplan Karte 6 (STADT PLAUEN 2010) ist der Eiditzlohbach inklusive der
angrenzenden Mühlteiche mit weiterem Verlauf entlang des Eiditzlohbaches sowie in
Richtung Unterlosa als Biotopverbundkomplex „Bachtäler um Unterlosa“ ausgewiesen und

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Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
30
wird mit hoher Bedeutung eingestuft. Der Eiditzlohbach ist im Untersuchungsgebiet der
UVU enthalten, gehört jedoch nicht zum engeren Baugebiet des B-Plans.
Naturdenkmale und geschützte Landschaftsbestandteile kommen im Plangebiet nicht vor
(FROELICH& SPORBECK 2016). Der Bereich um das (durch mögliche Schadstoffeinträge aus
dem Gewerbegebiet potenziell beeinträchtigte) Teichgebiet Unterlosa ist heute bereits als
Flächennaturdenkmal (FND) „Oberer Mühlteich“ ausgewiesen. Es ist, um die Auenbereiche
des Eiditzlohbaches erweitert, als Naturschutzgebiet (NSG) „Mühlteiche Unterlosa“
geplant.
Vorbelastungen
Vorbelastungen des engeren Geltungsbereiches ergeben sich v. a. durch die Verkehrswege,
die an das Gebiet angrenzen (A 72, B 92). Diese wirken sich vor allem durch Verkehrslärm
und durch die Zerschneidung von Lebensräumen aus.
Boden, Wasser, Klima und Lufthygiene
Die
Böden
im Untersuchungsraum werden vorwiegend durch Parabraunerde-Pseudogleye
und Pseudogley-Parabraunerden bestimmt. Insgesamt besitzen diese Böden ein geringes bis
mittleres Wasserspeichervermögen, hierbei zeichnen sich die Pseudogleye durch temporäre
Vernässungen aus. Die landwirtschaftliche Fruchtbarkeit der Böden weist geringe bis
mittlere Wertigkeiten auf. Von mittlerer bis hoher Bedeutung sind dagegen die Quellgleye
am Eiditzlohbach sowie die Ranker des Pöhls an der Obermarxgrüner Straße, welche
jeweils unmittelbar am Rand des inneren Geltungsbereiches liegen.
Im Baugebiet kommen keine
Altlasten und Altablagerungen
vor (LFULG 2015).
Das Vorhaben befindet sich westlich des bergbaulichen Erlaubnisfeldes „Oelsnitz“ (Feldnr.
1666) zur Aufsuchung von Erzen (OBA 2015) sowie innerhalb des Feldes „Erzgebirge“
(Feldnr. 1680) (OBA 2016). In beiden Fällen sind keine Auswirkungen auf das Vorhaben
zu erwarten. Weiterhin sind keine stillgelegten bergbaulichen Anlagen vorhanden.
Nordwestlich der B 92, angrenzend an den engeren Geltungsbereich des Bebauungsplanes
befindet sich ein
Stillgewässer
, welches vom Eiditzlohbach gespeist wird. Hinzu kommt
das künstlich geschaffene Regenrückhaltebecken zur A 72 im Südwesten angrenzend an das
Baugebiet.
Das Baugebiet gehört zum Einzugsgebiet des Eiditzlohbaches, welcher nach SW in die
Talsperre Pirk entwässert und damit als Zulauf eines Badegewässers der EU-
Badegewässerrichtlinie unterliegt. Die nordöstliche Wasserscheide des Einzugsgebietes
bildet die Obermarxgrüner Straße. Der Eiditzlohbach, bzw. sein Quellbereich, ist das
einzige
Fließgewässer
im näheren Umfeld des engeren Geltungsbereiches des
Bebauungsplanes. Er ist in die Gewässergüteklasse II (mäßig belastet) eingestuft (STADT
PLAUEN 2008). Der stark drainierte Quellbereich liegt östlich der B 92 als Austritt von
versickertem Niederschlagswasser aus dem Plangebiet. Dessen Wasserqualität hat demnach
einen hohen Stellenwert für den gespeisten Eiditzlohbach und dessen anschließende
Stillgewässer. Der Bach weist in seinem Quelllauf aktuell nur eine sehr temporäre
Wasserführung auf, die bei ausbleibenden Niederschlägen zum Trockenfallen führen
können.
Das
schnelle
Trockenfallen
wird
jedoch
auch
auf
die
überwiegend
wasserdurchlässigen
Bodenschichten
in
seinem
Umfeld
zurückgeführt,
welche
Niederschläge
rasch
ableiten,
jedoch
kein
ausreichendes
Speichervolumen
für
niederschlagsärmere Zeiten aufweisen (M&S 2009).
Entsprechend Unterlagen der Unteren Wasserbehörde des Vogtlandkreises wurden im
Zeitraum von 1960 bis 1970 im Bereich des Quellgebietes und an den seitlichen Flanken
des Eiditzlohbaches umfangreich Drainagen verlegt. Die baulichen Anlagen sind derzeit
noch in der Örtlichkeit erkennbar und begünstigen zusätzlich die schnelle Ableitung des

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Stand 29.05.2019
31
versickerten
Niederschlagwassers.
Derzeit
befindet
sich
ein
Fachbeitrag
zur
Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) in der Erstellung.
Die
Grundwasserneubildung
wird im Planungsgebiet als gering eingestuft, da eine
bedeutende Menge des Niederschlagswassers oberflächennah abfließt oder verdunstet. Nur
ein geringer Teil stellt oberflächlichen Abfluss dar (FROELICH & SPORBECK 2016).
Innerhalb der Zersatz- und Auflockerungszonen der anstehenden Festgesteine sind meist
temporäre
Grundwasserführungen
anzutreffen.
Permanente
Aquifere
sind
als
Kluftgrundwasserleiter im Festgesteinsbereich vorhanden. Die Bewegungsrichtung des
Grundwassers folgt dem Relief.
Wasser- und Heilquellenschutzgebiete
werden vom Geltungsbereich nicht berührt
(FROELICH & SPORBECK 2016).
Vorbelastungen
auf das Schutzgut Wasser ergeben sich aus belasteten Straßenabwässern.
Der Eiditzlohbach ist in seiner Wasserquantität sowie -qualität durch ein angeschlossenes
Rigolensystem parallel zur B 92 bereits verändert. Das bestehende RRB 13 der A 72 hat
seinen Einlauf in den Eiditzlohbach unterhalb der geplanten Einleitstelle des RRB des
GI/GE.
Die großflächigen Ackerbereiche des Geltungsbereiches begünstigen die Entstehung starker
Winde und dienen der
Entstehung von Kaltluft
, die entlang einer Senke in Richtung
Taltitz abfließt. Das Gebiet selbst wird mit abfließender Frischluft des auf dem Culmberg
stockenden Waldes versorgt.
Die
lufthygienische Situation
des Planungsgebietes ist durch die Immissionen von
Autobahn und Bundesstraße stark vorbelastet.
Landschaftsbild
Das Baugebiet liegt im Naturraum „Mittelvogtländisches Kuppenland" (FRÖHLICH ET AL.
1986). Es befindet sich am Nordwesthang des 529 m hohen Culmberges, welcher sich in
unmittelbarer Nachbarschaft südöstlich der A 72 erhebt.
Der engere Geltungsbereich weist ein gleichmäßiges Gefälle von SO nach NW auf und wird
vorwiegend landwirtschaftlich genutzt.
Im Südwesten an den engeren Geltungsbereich angrenzend bereichern ein Fichtenforst und
nordöstlich an das Baugebiet angrenzend einige Hecken und Baumreihen das
Landschaftsbild (FROELICH & SPORBECK 2016). Wertgebendes Strukturelement ist das von
Teichen und Gehölzflächen gegliederte Tal des Eiditzlohbaches nordwestlich der B 92. Das
geplante LSG „Taltitz-Unterlosaer Kuppenland“ soll diesen Charakter erhalten und
schützen. Wertgebende Elemente dieser Landschaft sind die Pöhle, welche als bewaldete
Kuppen wertvolle Lebensräume darstellen. Zusätzlich sind in diesem Bereich laut
Flächennutzungsplan
gliedernde
Elemente
sowie
die
Anlage
einer
Immissionsschutzpflanzung entlang der A 72 vorgesehen (STADT PLAUEN 2010).
Weitere wertgebende Landschaftsbestandteile sind die Alleen an der Oelsnitzer Straße und
der Obermarxgrüner Straße.
Das zu überbauende Gebiet weist durch die unzugänglichen Ackerflächen eine eher geringe
Aufenthaltsfunktion auf, grenzt jedoch an erholungsrelevante Gebiete. Im Nordosten wird
der engere Geltungsbereich von einem Radwanderweg, der auch als Reitweg genutzt wird,
begrenzt. Ein weiterer im Landschaftsplan Plauen (Karte 9) (STADT PLAUEN 2010)
ausgewiesener Reitweg verläuft entlang der westlichen Grenze der UVU. Das geplante
Industrie- und Gewerbegebiet liegt innerhalb der Sichtbeziehungen dieser Erholungswege.

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
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Stand 29.05.2019
32
Vorbelastungen
Vorbelastungen
der
Landschaftsbildqualität
und
der
landschaftsgebundenen
Erholungseignung ergeben sich besonders durch das Fehlen von gliedernden und
belebenden Strukturelementen in der intensiven Flächennutzung. Die vierspurig ausgebaute
A 72 sowie die vielbefahrene B 92 (E 49) bilden rein optisch starke Zäsuren und
beeinträchtigen die reale Erholungsfunktion insbesondere durch bedeutende Immissionen
(Lärm und Schadstoffe) infolge starken Kraftfahrzeugverkehrs. Hinzu kommen die
Lärmbelastungen des benachbarten „Industrie- und Gewerbegebietes Plauen-Oberlosa, Teil
2a“.
Das Plangebiet des BBP Nr. 031 wird zudem an seiner nordöstlichen Grenze von einer
110 kV-Hochspannungsfreileitung tangiert.
2.2
Prognose über die Entwicklung des Umweltzustandes bei Durchführung der
Planung und bei Nichtdurchführung der Planung
Im Ergebnis der UVU, des GOP, des AFB und des Lärmgutachtens (die zu Grunde
liegenden Fassungen sind den Planunterlagen beigefügt) kann festgestellt werden, dass das
Planungsvorhaben potenziell folgende Schutzgüter beeinträchtigt:
Menschen einschließlich der menschlichen Gesundheit (Wohn- und
Erholungsfunktion),
Kultur- und Sachgüter (Bodendenkmale, landwirtschaftliche Nutzflächen),
Tiere, Pflanzen und Biologische Vielfalt,
Klima, Boden und Wasser,
Landschaftsbild.
Bei Nichtdurchführung der Planung
würden die Flächen des B-Plangebietes wahrscheinlich weiterhin landwirtschaftlich genutzt
werden und sich bzgl. der Schutzgüter keine erheblichen Änderungen ergeben.
Bei Durchführung der Planung
Beeinträchtigungen der Schutzgüter Menschen einschließlich der menschlichen Gesundheit,
Kultur
und
Sachgüter
sind
in
unterschiedlichem
Ausmaß
zu
erwarten.
Qualitätsminderungen in der Wohnfunktion stellen Geräuschimmissionen dar. Obwohl die
weiter entfernt vom Baugebiet liegenden Wohnbauflächen in der Ortslage Oberlosa im
Flächennutzungsplan als gemischte Baufläche dargestellt sind, wurde aus Gründen des
„Vorsorgeprinzips des Staates“ ein schalltechnisches Gutachten mit Geräuschkontingenten
zu
Teilflächen
in
Auftrag
gegeben
(OTTO
&
PARTNER
2009).
Diese
Geräuschkontingentierung wurde aufgrund von Änderungen in der Planung und
Gesetzgebung in der Folge noch mehrmals tektiert (SACHS IAU 2015, 2017, 2018 bzw.
2019). Dabei ist zu betonen, dass diese Tekturen sowohl die Auswirkungen des „Industrie-
und Gewerbegebietes Plauen-Oberlosa, Teil 2a“ als auch die vorhandene Kfz-Werkstatt
Auto-Kouba GmbH berücksichtigt haben und dies unter Berücksichtigung aller
Wohngebäude in der Nachbarschaft erfolgte – ganz im Sinne einer auf potenzielle
Beeinträchtigungen zielenden UVU.
Während
die
UVU
(FROELICH
&
SPORBECK
2016)
eine
0,25 ha
umfassende
Wohnfunktionsfläche als „potenziell hohe Beeinträchtigung“ konstatierte (Überschreitung
der tagsüber zulässigen 55 dB(A) mit ca. 5 dB(A), die sich auf „ungehemmte“
Schallemissionen und Schallimmissionen beziehen, nicht jedoch auf Immissionsorte mit

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Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
33
Rechtsanspruch),
wurde
im
aktuellen
Schallgutachten
(Lärmminderungsplanung)
festgestellt, ob und wo eine rechtsüberschreitende Beeinträchtigung der Nachbarschaft
hinsichtlich
städtebaulicher
Parameter
zu
erwarten
ist.
Als
schalltechnische
Orientierungswerte nach Beiblatt 1 der DIN 18005 Teil 1 gelten für Kern-, Dorf- oder
Mischgebiete (MK, MD, MI auch Wohnen im Außenbereich)
tagsüber 60 dB(A) und
nachts 45 dB(A).
Die Studie zur Geräuschkontingentierung nach DIN 45691 (SACHS IAU 2019, Seite 24 f.)
ermittelte für jede Gebietsparzelle Emissionskontingente (LEK).
Die Studie kommt zu folgendem Ergebnis:
„Die Berechnung der maximal möglichen Geräuschkontingente nach DIN 45691:2006-12
für die beiden geplanten Baufelder des Bebauungsplanes 031 "Industrie- und
Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa", Teil 1 sowie die beiden entfallenden Gewerbeflächen
erfolgte
unter
Berücksichtigung
der
gebietsbezogenen
schalltechnischen
Orientierungswerte nach DIN 18005 Teil 1 Bbl. 1. Dabei wurde die Geräuschvorbelastung
durch die umliegenden Gewerbe so berücksichtigt, dass die ansässigen Firmen nicht in
ihrem maximal möglichen genehmigten Betrieb eingeschränkt werden.
Die Kontingente der 4 Teilflächen wurden so dimensioniert, dass die schalltechnischen
Orientierungswerte an allen Immissionspunkten gerade eingehalten wurden.
Gemäß DIN 45691:2006-12 wurde ausschließlich die geometrische Ausbreitungsdämpfung
berücksichtigt.
Die Untersuchungen ergaben folgende Ergebnisse:
Unter Berücksichtigung der beschriebenen Geräuschvorbelastung im Umfeld des
Plangebiets ergeben sich die in Tabelle 5
[siehe Tabelle 1]
genannten
Emissionskontingente für die 2 Teilflächen auf dem Plangebiet bzw. für die 2
entfallenden Gewerbeflächen.
Die Prüfung der planungsrechtlichen Zulässigkeit des Vorhabens erfolgt nach DIN
45691.
Die im Kapitel 8 und 9
[die Nrn. des Autors]
in diesem Gutachten dargestellten
textlichen Festsetzungen sind in den Bebauungsplan sinngemäß zu übernehmen.“
Auch für den Verkehr hat die Studie Untersuchungen durchgeführt und bezieht sich dabei
auf die nunmehr geänderte verkehrliche Erschließung. Sie führt dazu (S. 2) aus:
„Des
Weiteren wird auch die Erschließung des Bebauungsplangebietes nicht mehr über die
Obermarxgrüner Straße, sondern direkt über eine neue Anbindung von der B 92 aus
erfolgen. Dies bringt eine erhebliche Verringerung der Geräuschbelastung durch den
Straßenverkehrslärm für die Anwohner in Oberlosa mit sich.“
Die kartographischen Darstellungen aus dem genannten Gutachten sind den nachfolgenden
Abbildungen zu entnehmen. Tabelle 1 zeigt die ermittelten Lärmpegel, die in Industrie-
gebietsteilflächen verursacht werden dürfen, ohne dass es zu Konflikten in Bezug auf
Geräuschimmissionen an der vorhandenen Wohnbebauung (tags/nachts) kommt.

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Tabelle 1: Kontingentierung für die geplanten Baufelder des B-Planes Nr. 031 Teil 1 (SACHS IAU 2019,
Seite 19)
Abbildung 1:
Geräuschkontingentierung Lageplan (SACHS IAU 2019, Anlage 1b)

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35
Abbildung 2:
Geräuschkontingentierung Rasterlärmkarte tags (SACHS IAU 2019, Anlage 5a)
Abbildung 3:
Geräuschkontingentierung Rasterlärmkarte nachts (SACHS IAU 2019, Anlage 5b)

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Abbildung 4:
Verkehrsgeräusche tags (SACHS IAU 2019, Anlage 6a)
Abbildung 5:
Verkehrsgeräusche nachts (SACHS IAU 2019, Anlage 6b)

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37
Abbildung 6:
Verkehrsgeräusche Konfliktkarte nachts (SACHS IAU 2019, Anlage 6c)
Bei Einhaltung der Geräuschkontingentierung
für die Industrieflächen als auch für den
Verkehr sind nach Aussagen der Gutachter
keine Konflikte
für die angrenzenden
Wohnbebauungen zu erwarten.
Die nachfolgende Empfehlung aus dem Umweltbericht zum Entwurf des Regionalplanes
Region Chemnitz (Stand Dez. 2015, S. 32) ist hier zu beachten (RPV RC 2016). Aufgrund
des Abstandes zur nächstgelegenen Wohnbebauung von weniger als 500 m ist bei
Planungen im Bereich des Vorsorgestandortes V15 Oberlosa, bei denen die Ansiedlung von
Anlagen erfolgen soll, die Betriebsbereiche nach der Störfallverordnung (12. BImSchV)
umfassen, die Einhaltung der empfohlenen Abstände der KAS-18 (Leitfaden der
Kommission für Anlagensicherheit) sicherzustellen. Diese Empfehlung folgt den Vorgaben
des § 50 BImSchG, der die Anforderungen des Art. 12 (1) der Seveso-II-Richtlinie in
deutsches Recht umsetzt. Nach § 50 BImSchG sind bei raumbedeutsamen Planungen und
Maßnahmen die für eine bestimmte Nutzung vorgesehenen Flächen einander so
zuzuordnen, dass schädliche Umwelteinwirkungen und Auswirkungen schwerer Unfälle auf
ausschließlich oder überwiegend dem Wohnen dienende Flächen und auf sonstige
schutzbedürftige Gebiete, insbesondere auf öffentlich genutzte Flächen, so weit wie
möglich vermieden werden.
Durch Lärm wird ebenso die
Erholungsfunktion in benachbarten Wohn- und Klein-
gartenarealen sowie in der freien Landschaft
beeinträchtigt. Hohe Beeinträchtigungen
der Erholungsfunktion aufgrund von Verlärmung im Umfeld des geplanten Vorhabens
liegen bei Überschreitung der 50 dB(A)-Tagisophone aus gewerblichem Lärm vor. Ohne
Lärmschutzmaßnahmen, aber unter Berücksichtigung von Vorbelastungen (Autobahn,
Bundesstraße) kann die 55 dB(A)-Tagisophone beim Gewerbelärm ca. 370 m, die
60 dB(A)-Tagisophone noch ca. 160 m in die freie Landschaft hineinreichen – allerdings
bezogen auf eine vollumfängliche Erschließung des Teils 1, nicht auf den nunmehr

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38
räumlich stark reduzierten Bereich. Karte 2 der UVU stellt die beeinträchtigten
Erholungsbereiche in violetten flächigen Schraffuren dar. Dieser Bereich umfasst insgesamt
eine Fläche von ca. 20 ha. Die 50 dB(A) Tag-Isophone, die man als „mittlere
Beeinträchtigung“ der Erholungsfunktion zu einer Beurteilung heranziehen kann, reicht
beim Gewerbelärm je nach bestehenden Geräuschverschattungen ca. 700 m in die freie
Landschaft hinaus. Sie umfasst unter Berücksichtigung der durch A 72 und B 92
vorbelasteten Flächen ca. 65 ha relevante Erholungsflächen. Durch Überbauung gehen ca.
10 ha erholungsrelevante Fläche direkt verloren.
Mit Beginn bzw. während der tiefbautechnischen Erschließungsarbeiten ist durch die zum
Einsatz kommende Technik mit erhörter Lärmbelastung zu rechnen, die gilt ebenfalls für
die Bautätigkeit der späteren Investoren auf den jeweiligen Bebauungsflächen.
Erhebliche Beeinträchtigungen der Wohn- und Erholungsfunktion sind durch die
veränderten Sichtbeziehungen mit der Errichtung hoher Baukörper verbunden.
Landwirtschaftliche Nutzflächen werden in diesem Zusammenhang als Sachgut betrachtet.
Dem Vorhaben kann hierbei ein
Verlust von 20 ha Ackerfläche
durch Umformung und
Überbauung sowie geplante Kompensationsmaßnahmen zugerechnet werden.
Baubedingt kann es zu Veränderungen des archäologisch wertvollen Bereichs
(Archäologisches Kulturdenkmal Nr. 05040-D-04) an der B 92 kommen, da dies das
Plangebiet nördlich der B 92 tangiert.
Tiere, Pflanzen und Biologische Vielfalt
Bei Nichtdurchführung der Planung
würden die Flächen des B-Plangebietes wahrscheinlich weiterhin landwirtschaftlich genutzt
werden. Die Entwicklungsziele und Maßnahmen des Flächennutzungsplanes würden
verfolgt werden (STADT PLAUEN 2011), was die naturschutzfachliche Aufwertung der
Maßnahmenflächen nördlich der Obermarxgrüner Straße sowie westlich der B 92 vorsieht.
In Letzterem ist mit dem geplanten LSG „Taltitz-Unterlosaer Kuppenland“ der Erhalt von
wertvollen Biotopen und Lebensräumen gesichert.
Bei Durchführung der Planung
Pflanzen
Die mit den Baumaßnahmen verbundenen Umformungen und Überbauungen sind mit
einem hohen Verlust von Biotopfunktionen verbunden. Vorwiegend finden
die baulichen
Eingriffe auf biologisch bewirtschafteten Ackerflächen und einigen botanisch
nachrangig bedeutsamen Wiesen
statt. Hinzu kommt der
kleinflächige Verlust von
Heckenstrukturen
im Bereich der alten Wegestruktur. Nördlich und südlich angrenzend an
den Eingriff bleibt die Wegestruktur erhalten. Der Ausbau der B 92 mit einer
Linksabbiegespur bringt den
Verlust von 15 alten Allee-Bäumen und 6 weiteren (Jung-)
Bäumen
mit sich.
Wertvolle und geschützte Biotope bleiben weitestgehend erhalten. Durch Änderungen der
thermischen und lufthygienischen Bedingungen, bau- und betriebsbedingte Immissionen
sowie Veränderungen des Wasserhaushaltes kann es jedoch zu
Artenverschiebungen
kommen. Hierbei sind, ohne entsprechende Maßnahmen zur Verminderung, erhebliche
Auswirkungen auf die Nassbereiche und Staudenfluren des Eiditzlohbaches zu erwarten.
Nachweise
von
gefährdeten und
geschützten Pflanzenarten liegen im engeren
Geltungsbereich nicht vor. Beeinträchtigungen von geschützten Pflanzenarten im Umfeld
des Plangebietes sind durch
Fernwirkungen der o. g. Veränderungen der abiotischen
Parameter
potenziell möglich.

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
39
Durch die Nähe zu den geplanten Anlagen des Industriegebietes ist der Fichtenforst
südwestlichen
des
Plangebietes
einer
Waldbrandgefahr
ausgesetzt.
Bei
einer
Nichtbeachtung der gesetzlichen Mindestabstände zu Waldflächen kann es zudem zu
Beschädigungen an Gebäuden durch herabfallende Äste oder umstürzende Bäume kommen.
Tiere
Für die Fauna ergeben sich durch die Errichtung des Industrie- und Gewerbegebietes
Verluste von ca. 20 ha Lebens- und Nahrungsraum bzw. von Bruthabitaten für
Offenlandbrüter.
Hierbei ist vor allem die europarechtlich geschützte Avifauna als „stark“
beeinträchtigt zu nennen. Von 21 im Untersuchungsraum der UVU im Jahr 2015 erfassten
Brutplätzen von Feldlerchen gehen
im Baugebiet
3 Brutpaare verloren
. Ebenfalls gehen
potenzielle Bruthabitate der Wachtel verloren. Im Nahrungs- bzw. Überwinterungshabitat
eingeschränkt werden Rot- und Schwarzmilan, Neuntöter und Raubwürger, welche als
Arten des Anhang 1 der Europäischen Vogelschutzrichtlinie besonders gefährdet sind.
Durch bauliche Auflagen sollten anlagenbedingte Gefahren vermieden werden. An
ungünstig
gestalteten
Gebäuden
sind
Vogelkollisionen
möglich,
Lampen
und
Scheinwerferanlagen stellen tödliche Fallen für Insekten dar.
Keine maßgeblichen Veränderungen werden für die Fauna am Eiditzlohbach sowie des
RRB der A 72 prognostiziert.
Die bestehende Vorbelastung des Gebietes durch Autobahn, Bundesstraße und
Hochspannungsfreileitung hat zwar möglicherweise bereits eine Verdrängung von Arten
verursacht. Mit den zu erwartenden Zusatzbelastungen ist darüber hinaus jedoch eine
weitere Verdrängung störungsempfindlicher und europarechtlich geschützter Arten und
damit eine Veränderung von Biozönosen nicht auszuschließen.
Biologische Vielfalt
Aus dem Bau des geplanten Industrie- und Gewerbegebietes können sich erhebliche
Beeinträchtigungen auf die biologische Vielfalt des Biotopverbundsystems Eiditzlohbach
oder des geplanten LSG „Taltitz-Unterlosaer Kuppenland“ ergeben.
Der Verlust von einigen Feldgehölzen und Bäumen mindert die Strukturvielfalt der
Lebensräume und unterbricht die Biotopvernetzung innerhalb der ausgeräumten
Agrarlandschaft.
Aus den veränderten luft-, boden- und wasserchemischen Parametern können sich durch
erhöhten Schadstoffeintrag Verschiebungen in der Artenzusammensetzung von Biotopen
hin zu ubiquitären Arten ergeben.
Eine Unterbrechung von derzeit bestehenden faunistischen Wechselbeziehungen zwischen
den benachbarten Wäldern ist durch die stark befahrenen Verkehrswege bereits gegeben.
Die zusätzlich störende Wirkung durch die Bewegung von Menschen und die
Barrierewirkung der Gebäude wird angenommen.
Bei Fehlen von Schutz- und Vermeidungsmaßnahmen, insbesondere solchen des
Wasserpfades, können sich Beeinträchtigungen des geplanten NSG „Mühlteiche Unterlosa“
bzw. des bestehenden FND „Oberer Mühlteich“ ergeben.
Boden, Wasser, Klima und Lufthygiene
Bei Nichtdurchführung der Planung
würden sich bei Beibehaltung der aktuellen Nutzung in Form der Landwirtschaft und
Forstwirtschaft mittelfristig keine wesentlichen Änderungen der Schutzgüter Boden,
Wasser, Klima und Lufthygiene ergeben.

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
40
Bei Durchführung der Planung
Mit der Baumaßnahme sind erhebliche Beeinträchtigungen der Schutzgüter Boden, Wasser,
Klima und Lufthygiene verbunden. Diese werden vorwiegend auf die Neuversiegelung
bzw. Überformung von Flächen zurückgeführt.
Erhebliche Verluste sind hinsichtlich des Schutzgutes Boden zu erwarten. Bei einer
Grundflächenzahl von 0,8 in allen gewerblichen Bauparzellen und der inneren Erschließung
sind großflächige Neuversiegelungen von 11,81 ha ökologisch mittel bedeutsamen Boden
zu erwarten, der zu weitgehend nicht ausgleichbaren Beeinträchtigungen auf die
Bodenfunktionen führt. Zusätzlich zu den neu versiegelten Flächen sind weitere ca. 3 ha an
Bodenumformungsflächen im Bereich der Baufelder und der künftigen privaten bzw.
öffentlichen Grünflächen zu erwarten.
Bei der Durchführung der Geländeregulierung ist davon auszugehen, dass es umfangreiche
Erdabtrags- bzw. Erdauftragsarbeiten geben wird, derzeitige Ermittlungen gehen von einem
Mineralbodenabtrag von 170.000 m³, einen Oberbodenabtrag von 80.000 m³, einen
Mineralbodenauftrag von 260.000 m³ und einen Oberbodenauftrag von 15.000 m³ aus.
Niederschläge fließen aus versiegelten und teilversiegelten Flächen des geplanten Industrie-
und Gewerbegebietes vorwiegend oberflächlich ab. Dabei gelangen Schadstoffe in das
Gewässersystem und verändern die ökologische Funktion angrenzender Gewässer und
deren Vorfluter. Hiermit sind mittelbare Beeinträchtigungen des bachabwärts gelegenen
Schutzgebietes FND „Oberer Mühlteich“ (geplantes NSG „Mühlteiche Unterlosa“) nicht
auszuschließen und besondere Vermeidungs- und Minderungsmaßnahmen nötig.
Klima und Lufthygiene werden insbesondere durch Verlust von Offenlandflächen betroffen.
Damit gehen Kaltluftentstehungsgebiete verloren, die jedoch nicht in unmittelbarem
Siedlungsbezug stehen (Topographie von der Siedlung Oberlosa abfallend). Außerdem
wirken sich die großflächigen Versiegelungen ungünstig auf die örtlichen klimatischen
Verhältnisse aus (Überwärmung, Erhöhung der Windgeschwindigkeit und Verdunstung
etc.). Besonders thermische Veränderungen übertragen sich auf tiefere Talbereiche und
ändern somit auch das Mikroklima des Bachtales des Eiditzlohbaches.
Betriebsbedingte Schadstoffimmissionen sind zum derzeitigen Planungsstand nicht
abschätzbar, da die im Baugebiet anzusiedelnden Betriebe noch nicht bekannt sind. Sobald
Detailplanungen zu deren Produktionsabläufen und Produkten erstellt werden, wird bei
nach
BImSchV
zu
genehmigenden
Betrieben
eine
gesonderte
Prüfung
der
Umweltverträglichkeit empfohlen. Zusätzlich werden erhöhte Schadstoffimmissionen aus
dem Verkehrsaufkommen im geplanten Baugebiet in der Bauphase als auch insbesondere
während des Betriebes prognostiziert.
Die Baukörper stellen ein Strömungshindernis für die vom Culmberg abfließende Frischluft
dar. Zusätzlich zu den gegebenen lufthygienischen Vorbelastungen und den Beein-
trächtigungen durch den Betrieb des Industrie- und Gewerbegebietes selbst werden damit
Luftreinigungsmechanismen unterbunden. Die bereits verminderte Reinigungswirkung wird
zudem mit dem Beseitigen der Vegetation und der damit verringerten Filterwirkung erneut
abgeschwächt.
Landschaftsbild
Bei Nichtdurchführung der Planung
Bei Fortführung der landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Nutzung des
Plangebietes würde das bisherige Landschaftsbild in der bisherigen Ausprägung erhalten
bleiben.

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Stand 29.05.2019
41
Bei Durchführung der Planung
Mit der Überbauung der Ackerflächen kommt es zu einem direkten großflächigen Verlust
erholungsrelevanter Fläche. Weitere, angrenzende Bereiche werden durch visuelle und
akustische Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes in ihrem Erholungswert gemindert.
Das Industrie- und Gewerbegebiet in seiner Hanglage ist von der gegenüberliegenden
Talseite, der K 7807 sowie der Autobahn A 72 gut einsehbar. Damit erfahren – ohne
Schutzmaßnahmen – auch erholungsbedingte Strukturen wie Rad-, Wander- und Reitwege
Wertverluste durch Beeinträchtigungen.
Durch die zu den bestehenden Vorbelastungen hinzukommende technische Überformung
gehen für die Landschaft typische Offenlandflächen (Acker) sowie einige Gehölze und
damit Naturnähe und Eigenart verloren. Zudem werden durch die technischen Anlagen,
hohen
Gebäude
und
Böschungen
Sichtachsen
zerschnitten
und
strukturierende
Landschaftselemente verlieren ihre Wirkung. Es wird mit folgenden Böschungshöhen bzw.
-neigungen gerechnet:
Neigungen Böschungen zur A 72:
1:1,5
Neigung aller anderen Böschungen:
1:2
Höhe Böschungen zur A 72:
2,0 bis 9,5 m
Höhe Böschungen zur B 92:
2,0 bis 9,5 m
Visuelle Beeinträchtigungen ergeben sich zusätzlich aus erhöhten Verkehrsbewegungen
zum und im Plangebiet. Aus dem Betrieb der Anlagen und dem Verkehrsaufkommen, vor
allem durch LKW, resultieren Lärmimmissionen, die für die Landschaft in ihrer
Erholungsfunktion als erhebliche (60 dB(A) tags) und bzw. (50 dB(A) tags) mittlere
Eingriffe darstellen. Ca. 10 ha erholungsrelevante Fläche gehen durch die direkte
Überbauung verloren.
In das geplante LSG „Taltitz-Unterlosaer Kuppenland“ wird durch das geplante RRB
nordwestlich der B 92 direkt eingegriffen.
Akustische und visuelle Störungen durch das Baugebiet lassen sich nur begrenzt und zudem
nach längeren Wuchszeiträumen durch intensive und hochwachsende Gehölzanpflanzungen
kaschieren. Umso wichtiger wird es sein, auf die Einhaltung der Festsetzungen des
Bebauungsplanes in Bezug auf die Begrünung von privaten Dächern, Fassaden, Parkplätzen
und Vorzonen der Bauflächen zu achten.
2.3
Geplante Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich
der nachteiligen Auswirkungen
Das Baugebiet verursacht
potenziell erhebliche Eingriffe in Natur und Landschaft
, die
es notwendig machen, in angemessener Weise umfangreiche Schutz-, Vermeidungs- und
Minderungsmaßnahmen festzusetzen und die dann noch verbleibenden Eingriffe durch
landschaftspflegerische Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, ggf. an anderer Stelle, zu
kompensieren. Die Eingriffe in den Naturhaushalt und das Landschaftsbild sind vor allem
„anlagenbedingt“, das heißt durch die bodenverändernden Bauprozesse (Erschließung,
Überbauung) verursacht. Zusätzlich ist davon auszugehen, dass es zu „betriebsbedingten“
Auswirkungen (Verlärmung der Tierwelt, Gefahr von Schadstoffeinträgen etc.) auf die
benachbarte Umgebung des Baugebiets kommen wird.
Folgende
Schutz-,
Vermeidungs-
und
Minderungsmaßnahmen
kommen
im
vorliegenden Bebauungs- und Grünordnungsplan zum Einsatz:

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
42
Beschränkung des maximalen Schallleistungspegels im Baugebiet, so dass es zu keinen
Überschreitungen der zulässigen Richtwerte in den Wohngebieten mit
Mischgebietscharakter kommt
Mindestbegrünung der privaten gewerblichen Nutzparzellen mit 20 % Flächenanteil als
textliche Festsetzungen und damit Ausschluss von gemäß BauNVO möglichen
Ausnahmeregelungen einer weitergehenden Bebauung (dabei können teilversiegelte
Flächen zu 50 % und Dachbegrünung zu 100 % auf den zu erbringenden
Mindestbegrünungsanteil angerechnet werden, so dass im Einzelfall > 80 % überbaute
Flächen resultieren können)
Beschränkung der Gebäudehöhen auf max. 20 m zur Eingliederung in die umgebende
Landschaft / Wohnbebauung
Zur Vermeidung von Vogelkollisionen werden bei Fensterscheiben zukünftiger
Gebäude ab einer Größe von 2 m² sogenanntes „Vogelschutzglas“, Siebdruckglas oder
wirksame Folienmarkierungen (z. B. Punktraster oder Streifen) verwendet. Darüber
hinaus wird bei Fensterglas ein niedriger Reflexionsgrad gewählt.
Zum Schutz von nachtaktiven Insekten werden ausschließlich insektenfreundliche
Leuchtmittel mit vorwiegend langwelligem Licht (LED oder gleichwertige technische
Lösung) verwendet. Der Ausstrahlwinkel der Leuchtmittel wird auf das notwendige
Maß reduziert. Die Schutzverglasung darf sich nicht über 60°C erwärmen.
Errichtung eines vollversiegelten Regenrückhaltebeckens zur Vermeidung von
hochwasserähnlichen Ereignissen durch gedrosselte Wasserabgabe in den
Eiditzlohbach. Die eingeleitete Wassermenge wird entsprechend der Vorgaben der
Unteren Wasserbehörde begrenzt. Zur Verbesserung der Qualität des einzuleitenden
Regenwassers in den Eiditzlohbach erhält das Regenrückhaltebecken einen separaten
Absetzbereich (Absetzbecken) um Sedimentation von schweren Schwebstoffen zu
gewährleisten. Der Ablauf des Regenrückhaltebeckens ist mit einer Tauchwand
versehen, um im Havariefall entsprechende Leichtflüssigkeiten zurückzuhalten.
Das Regenrückhaltebecken soll naturnah in die Landschaft eingebunden werden
(Strauch- und Gehölzpflanzungen, Extensivgrünland). Darüber hinaus sollen
gewässergefährdende Stoffe, die im Gewerbe- und Industriegebiet anfallen, über die
Kanalisation abtransportiert werden.
Schutz von Bäumen, Pflanzenbeständen und Vegetationsflächen bei Baumaßnahmen
gemäß DIN 18920.
Bepflanzungen entlang der Planstraße und angrenzender Grünstreifen mit Bäumen bzw.
Landschaftsrasen sowie Abpflanzung der äußeren Abgrenzung des Baugebietes (i. W.
Böschungsbereiche) mit dichtem und hochwachsendem Strauch- / Baumgürtel bzw.
Immissionsschutzpflanzung entlang der Autobahn, womit eine dichte Abschirmung
gegen das Umland erreicht werden kann.
Räumliche Festsetzung von verschiedenen Pflanzflächen bei den industriell und
gewerblich genutzten Flächen zum Umgebungsbereich.
Verzahnung der Gestaltungsmaßnahmen auf öffentlichen oder privaten Grünflächen mit
den bestehenden bleibenden Biotopstrukturen und den zu entwickelnden Ausgleichs-
und Ersatzmaßnahmenflächen

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
43
Pflanzung eines Gehölzstreifens mit wenigen Sichtlücken entlang der Autobahn, damit
eine gewisse Schutzfunktion gegenüber der Autobahn entsteht, dass Baugebiet aber
auch nicht vollständig „versteckt“ wird (Immissionsschutzpflanzung)
Begrünung der Vorzonen der Baugrundstücke durch Gehölze und Landschaftsrasen.
Möglichst starke Durchgrünung auf den Gewerbegrundstücken, Begrünung aller
Flächen für den ruhenden Verkehr sowie Begrünung von Fassaden.
Begrünung von Dächern bis zu einer Neigung von max. 20 % ist erwünscht und auf den
Mindestbegrünungsanteil anrechenbar.
Anlage befestigter Wege und Platzflächen mit wasserdurchlässigen Belägen.
Einhaltung eines Mindestabstandes von 30 m von Gebäuden zu Waldflächen,
ausreichende Löschwasserversorgung im B-Plangebiet, Gewährleistung der
Erreichbarkeit der Waldflächen.
Umfangreiche Festsetzungen zum Schutz des fruchtbaren Oberbodens
Textliche Festsetzungen zum Umgang mit Bodenabschub bewirken einen sorgsamen
Umgang und eine dauerhafte Verwendung des Schutzgutes.
Eine ökologische Bauüberwachung (auch Umweltbaubegleitung genannt), die sich
insbesondere mit einem möglichst umweltverträglichen Baugeschehen während der
technischen Erschließung des Baugebietes befasst und dabei vor allem Themen des
Artenschutzes, aber auch des Wasserhaushaltes behandelt. So müssen beispielsweise
vor Beginn der Erschließungsarbeiten Vor-Ort-Begehungen stattfinden, die
sicherstellen, dass keine Vogelarten im Baugebiet brüten, deren Nester geschädigt
werden könnten, was wiederum entfallen kann, wenn die Erschließungsarbeiten
zwischen Oktober und Februar stattfinden.
Die Ansprüche für vom Eingriff betroffene Vogelarten (v. a. die der Feldlerche) wird
durch vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen (artenschutzrechtliche CEF-Maßnahmen)
berücksichtigt, die durch ein Monitoring begleitet werden.
Eventuelle archäologische Funde und Befunde sind sachgerecht zu bergen und zu
dokumentieren. Des Weiteren ist bei Erdarbeiten des Regenrückhaltebeckens eine
Beeinträchtigung der angrenzenden Gräber zu vermeiden.
Es werden umfangreiche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Geltungsbereich des
Bebauungsplanes Nr. 031 „Industrie- und Gewerbegebiet Plauen–Oberlosa, Teil 1“ geplant.
Sämtliche Maßnahmen sind neben einer naturschutzfachlichen Begründung gemäß § 1a
Abs. 3 BauGB städtebaulich begründet. Die Maßnahmen sind in der folgenden Tabelle
aufgelistet.
Die
Nummerierung
der
Maßnahmen
ist
nicht
durchgängig,
weil
zwischenzeitlich angedachte Maßnahmen verworfen wurden.
Insgesamt ist dem Bebauungsplan zu konstatieren, dass er über eine ausgeglichene Bilanz
zwischen Eingriff und Kompensationsmaßnahmen verfügt, indem er bei einem „Vorwert“
von ca. 2,63 Millionen Biotopwertpunkten, diese mit ca. 207.512 Biotopwertpunkten
überkompensiert.

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
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44
Tabelle 2: Geplante Maßnahmen zum Ausgleich und Ersatz nicht zu vermeidender Eingriffe
Zustand des Grundstücks im Bestand
Kompensationsmaßnahme
Maßnahmen innerhalb des engeren Geltungsbereichs
Maßnahme B
1,91 ha Ackerfläche, Baumreihe
Anlage einer Immissionsschutzpflanzung, Verbissschutz,
auf festgelegten Lücken Entwicklung mit gelenkter
extensiver Sukzession, Mahd alle 10 Jahre, ungelenkte
Sukzession auf anstehendem Fels, sowie Erhalt einer
Baumreihe
Maßnahme C / CEF 2
2,88 ha Ackerfläche, Intensivgrünland frischer
Standorte, Feldgehölz, Baumreihe
Entwicklung zu Extensivgrünland und gelenkte
Sukzession
Ausgleichsmaßnahmen im weiteren Geltungsbereich
Maßnahme CEF 1
ca. 9 ha Ackerfläche
Anlage von mindestens 25 Feldlerchenfenstern (=
artenschutzrechtliche vorgezogene Ausgleichsmaßnahme)
Ersatzmaßnahmen im weiteren Geltungsbereich
Maßnahme 4
, WELAH-Gelände, Gemarkung
Haselbrunn, Flurstück 834/81, 834/83
6,95 ha
teil-
und
vollversiegelte
Flächen,
Bauschutt, teilweise mit Aufwuchs, Ackerfläche
Beräumung von Bauschutt, Entsiegelung vollversiegelter
Flächen, gelenkte Sukzession zur Entwicklung von
Vorwaldstadien bis zu standorttypischem Laubmischwald
mit gebuchtetem Waldrand und Saum, im Bereich des
Brandschutz- und der Leitungsstreifen stärkere
Pflegeeingriffe zur Verhinderung zu hohen Aufwuchses,
weiterhin Erhalt von Gebäuden und Verkehrsflächen und
ein hoher Flächenanteil der lediglich als
„Durchlaufposten“ geführt wird (siehe Bilanz GOP)
Für die o. g. Maßnahmen sind die allgemeinen Bepflanzungsgrundsätze einzuhalten und die
Vorgaben des GOP zum Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen
zu beachten (FROELICH & SPORBECK 2019).
Trotz der Gestaltungsmaßnahmen zur landschaftsgerechten Einbindung der Bauflächen
werden die zukünftigen technischen Bauwerke aufgrund der topographischen Lage auch
nach langjährigem „Einwachsen“ im Wesentlichen weithin sichtbar bleiben.
Es ist zu beachten, dass nach Anregungen aus der unteren Naturschutzbehörde die
Pflanzlisten sowohl im Bereich des geplanten Baugebietes, als auch bei den externen
Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen so überarbeitet wurden, dass keine gebietsfremden
Arten mehr anzuwenden sind.
2.4
In Betracht kommende anderweitige Planungsmöglichkeiten
Innerhalb der Planung des „Industrie- und Gewerbegebietes Plauen-Oberlosa, Teil 1“ kam
es aufgrund der langen Planungsvorgeschichte zu vielfältigen Planänderungen. Darunter
fielen neben der erfolgten Veränderung des engeren Geltungsbereiches die Suche,
Einbindung
und
teilweise
wieder
Aufgabe
von
externen
Ausgleichs-
und
Ersatzmaßnahmenflächen.

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
45
3
Zusätzliche Angaben
3.1
Beschreibung der wichtigsten Merkmale der verwendeten technischen
Verfahren bei der Umweltprüfung und Hinweise auf Schwierigkeiten, Lücken
und fehlende Kenntnisse
Der Berechnung der von den zukünftigen Emissionen des Baugebietes auf die
Wohnbebauung einwirkenden Geräuschbelastungen erfolgte in dreifacher Tektur durch das
Ingenieurbüro SACHS IAU (2015/2017/2018) für die Beurteilungszeiträume tags und
nachts.
Da die Daten zur Fauna aus den Jahren 2008 und 2009 inzwischen veraltet waren, fand
2015 eine Aktualisierung der Avifauna sowie der Artengruppen Tagfalter, Heuschrecken
und Libellen statt.
3.2
Geplante Maßnahmen zur Überwachung der erheblichen Auswirkungen bei
der Durchführung des Bebauungsplans (Monitoring)
Nach Artikel 10 Abs. 1 der SUP-Richtlinie, umgesetzt in nationales Recht durch § 14m
UVPG, sind die erheblichen Umweltauswirkungen der Durchführung des B-Plans zu
überwachen, um insbesondere frühzeitige und unvorhergesehene negative Auswirkungen zu
ermitteln und geeignete Abhilfemaßnahmen ergreifen zu können (sog. Monitoring).
Gegenstand des nachstehenden Konzeptes der Überwachung sind Prognoseunsicherheiten
und unvorhergesehene erhebliche Umweltauswirkungen sowohl im Hinblick auf die
zukünftige Nutzung des gesamten Areals, als auch hinsichtlich konkreter baulicher
Ausweisungen im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens.
Überwachungs-
gegenstand
Zeitpunkt der
Überwachung /
Überwachungshäufigkei
t
Durchführende
Behörde
Beschreibung der
Überwachungsmaßn
ahme
Geplante / zu er-
greifende Abhilfe-
Maßnahmen
Allgemein
Überwachung / Beobachtung geplanter baulicher Nutzungen im Umfeld des B-Planes, die ggf. zu unvorhergesehenen
Umweltauswirkungen führen können (Umweltbaubegleitung = ökologische Bauüberwachung)
Überwachung des
Planvollzugs (Plan-
umsetzung)
im Zuge der
Baumaßnahmen und
Erschließungsarbeiten
Stadtverwaltung
Plauen
Überwachung des
festgesetzten
Umfangs des
Vorhabens, v. a.
während der
Erschließung durch
Leitungen, Erschlie-
ßungsstraße und
Böschungserstel-
lung, dabei bauliche
Maßnahmen zur
Minimierung von
Schwebstoffeintrag
in den Eiditzlohbach
-

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
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46
Überwachungs-
gegenstand
Zeitpunkt der
Überwachung /
Überwachungshäufigkei
t
Durchführende
Behörde
Beschreibung der
Überwachungsmaßn
ahme
Geplante / zu er-
greifende Abhilfe-
Maßnahmen
Schutzgut Menschen einschließlich der menschlichen Gesundheit (Wohn- und Erholungsfunktion)
Prognosen zum
Lärmschutz
(Lärmimmissionen)
nach Fertigstellung /
ggf. mehrmalige
Kontrollen,
insbesondere im
Bereich der
angrenzenden
Wohnbauflächen von
Oberlosa
Stadtverwaltung
Plauen / Untere
Immissionsschut
zbehörde
Verkehrszählung
bzw.
Lärmimmissionsmes
sungen /
Dokumentation
ggf.
Schallschutzmaßn
ahmen durch
Beauflagungen
Schutzgüter Pflanzen, Tiere, Biologische Vielfalt, Landschaftsbild / Erholung
Geschützte Tier- und
Pflanzenarten auf dem
zu erschließenden
Baugebiet
während der
Erschließungsarbeiten
Stadtverwaltung
Plauen / Untere
Naturschutzbehö
rde
ökologische
Bauüberwachung,
Erschließung
(Bodenabschub)
außerhalb von
Brutzeiten von
Offenlandbrütern
Schutz und ggf.
Umsetzung
geschützter Tier-
und Pflanzenarten
Feldlerchenpopulation
auf vorgezogenen
Ausgleichsmaß-
nahmenflächen
(artenschutzrechtliche
CEF-Maßnahme)
seit dem Frühjahr 2016,
um eine Prüfung
durchzuführen, ob sich
in den
Maßnahmenflächen
mindestens 3 Brutpaare
der Feldlerche
angesiedelt haben
Stadtverwaltung
Plauen / Untere
Naturschutzbehö
rde
In den ersten 3
Jahren sind im
Zeitraum April bis
Juli jeweils 4 Bege-
hungen durchzu-
führen und zu doku-
mentieren. Danach
ist die Kontroll-
periode auf 3 Jahre,
jedoch dauerhaft, zu
strecken.
Bei Ausbleiben
des Erfolgs der
Maßnahme sind
Nachbesserungen
durchzuführen,
ggf. in der
Änderung der
Bewirtschaftungs
weise.
Überwachung der
gewünschten Wirkun-
gen von Vermei-
dungs-, Minderungs-
und sonstigen Kom-
pensationsmaßnahmen
(Effizienzkontrollen)
nach Durchführung der
Maßnahmen Kontrolle
nach 1, 2 und 3 Jahren /
danach alle 3 Jahre
Stadtverwaltung
Plauen / Untere
Naturschutzbehö
rde
Je 1 Begehung /
Dokumentation
ggf.
nachbessernde
Maßnahmen,
Änderung der
Bewirtschaf-
tungsweise
Einhaltung
Bepflanzungsgrundsät
ze / Pflanzbindungen
auf privaten und
öffentlichen und
sonstigen Flächen
(Vollzugskontrolle)
Nach Bauabnahme
Stadtverwaltung
Plauen / Untere
Naturschutz-
behörde
Begehung /
Dokumentation
Durchführung
festgesetzter
Bepflanzungs-
vorgaben

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
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Überwachungs-
gegenstand
Zeitpunkt der
Überwachung /
Überwachungshäufigkei
t
Durchführende
Behörde
Beschreibung der
Überwachungsmaßn
ahme
Geplante / zu er-
greifende Abhilfe-
Maßnahmen
Schutzgut Wasser, Boden
Überwachung des
ökologischen
Zustandes des
betroffenen
Oberflächenwasserkör
pers nach WRRL
Während der
Erschließungsarbeiten /
nach Anlage des
Regenrückhaltebeckens
/
Kontrolle alle 5 Jahre
Stadtverwaltung
Plauen / Untere
Wasser- und
Untere
Abfallbehörde
Begehung
(Erfassungsparamet
er u. a.
Morphologie,
Stoffhaushalt,
Gewässergüte) /
Dokumentation;
ökologische
Bauüberwachung
Verbesserung des
ökologischen
Zustands mit Hilfe
entsprechender
Maßnahmen (z. B.
i. R. der Erarbei-
tung eines Gewäs-
serentwicklungspl
anes); bei Sedi-
menteintrag in
Bachlauf
Erstellung von
Sedimentfallen im
Baufeld
Überwachung des
Umgangs mit Boden
im Zuge der
Baumaßnahmen /
Erschließungsarbeiten
Stadtverwaltung
Plauen / Untere
Abfallbehörde
Begehung im
Rahmen
ökologische
Bauüberwachung
Ordnungsgemäße
Einhaltung der
Festsetzungen
Schutzgüter Kultur- und sonstige Sachgüter
Archäologische
Artefakte im gesamten
Geltungsbereich, v. a.
aber im Bereich des
RRB
im Zuge der
Baumaßnahmen /
Erschließungsarbeiten
Stadtverwaltung
Plauen / Untere
Denkmalbehörd
e
Begehung /
Dokumentation
Sicherungsmaßnah
men, z. B.
fachkundige
(Rettungs-)
Grabung
Anlage der Grünflächen und Kompensationsmaßnahmen
Die vorgezogenen artenschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen (CEF-Maßnahme CEF 1 /
CEF 2) für die Feldlerche haben bereits mit der Bewirtschaftung ab Frühjahr 2016
begonnen, um den vom Eingriff betroffenen 3 Brutpaaren ein Ausweichen in
Nachbarbereiche zu ermöglichen.
Für alle privaten Besitzparzellen des Industrie- und Gewerbegebietes wird die Vorlage eines
„Freiflächengestaltungsplans mit integriertem landschaftspflegerischen Ausführungsplan“
festgeschrieben. Dies sichert in der Planungsphase die Einhaltung der Festlegungen aus der
Grünordnung bzw. Landschaftsplanung.
Die Pflanzungen für
öffentliche Grünflächen
sowie für
private Grünflächen
sind
innerhalb eines Jahres nach Bauabnahme fertigzustellen. Damit ist die Gewährleistung einer
sowohl quantitativ wie auch qualitativ korrekten Umsetzung grünordnerischer Belange
gegeben.
Die vollständige Erstellung der
Kompensationsmaßnahmen
wurde auf spätestens 3 Jahre
nach Beginn der Erschließungsarbeiten (zuzüglich Entwicklungs- und Fertigstellungspflege
von 3 Jahren) festgelegt, was als ein realistischer Zeitraum angenommen werden kann.
Die Überprüfung des Erfolges der Kompensationsmaßnahmen (Monitoring) soll auf
Veranlassung der Unteren Naturschutzbehörde durch einen erfahrenen Biologen oder
Landschaftsplaner im 1., 2. und 3. Jahr nach der Erstellung und danach alle 3 Jahre
erfolgen, was mit Beginn im Jahr 2016 bereits begonnen wurde. Sollten sich
Fehlentwicklungen gegenüber dem beabsichtigten Entwicklungszustand ergeben, so sind
Änderungen der Bewirtschaftungsweise anzuordnen. Das zuletzt 2017 stattgefundene
Monitoring hat inzwischen den Erfolg der Maßnahmen belegt.

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
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Soweit es sich um Maßnahmen zu Waldflächen handelt, ist die Forstbehörde als
Fachbehörde einzubinden.
Schallschutzmaßnahmen
Zur Einhaltung des Schallschutzes werden Flächenschallleistungspegel für die einzelnen
Bauparzellen festgelegt. Die Flächenschallleistungspegel können entweder durch die
Ansiedlung lärmarmer, wenig verkehrsintensiver Gewerbe und / oder durch eine geeignete
Anordnung von Baukörpern und der im Außenbereich befindlichen Geräuschquellen
(insbesondere Zu- und Abfahrtswege des Betriebsverkehrs, innerbetriebliche Stellplätze
sowie Be- und Entladeflächen) und / oder durch eine geeignete Ausrichtung von Öffnungen
an
Baukörpern
(Fenster,
Türen,
Öffnungen
von
mechanischen
oder
Schwerkraftentlüftungen) im Bereich von gewerblichen oder industriell genutzten Räumen
gewährleistet werden. Da die Art der Gewährleistung auf Grund der Unkenntnis der
anzusiedelnden Gewerbebetriebe sowie konkrete Platzierungen der Geräuschquellen noch
nicht gegeben ist, ist der Nachweis der Einhaltung der Grenzwerte der TA Lärm auf das
Baugenehmigungsverfahren der Einzelvorhaben nachgeschaltet worden. Die Einhaltung der
Grenzwerte ist damit durch die Investoren zu belegen.
4
Allgemeine Zusammenfassung
Ziel des B-Plans zum „Industrie- und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“ ist die
Ansiedlung von
regional
und
überregional
bedeutsamen
Industriebetrieben
und
produzierendem Gewerbe am Verkehrsknotenpunkt A 72 / B 92.
Im Zuge des B-Plans wurden ein zugehöriger Grünordnungsplan, eine Umweltverträglich-
keitsuntersuchung,
ein
Schallgutachten,
ein
Artenschutzfachbeitrag,
sowie
2015
Erfassungen zu Vögeln, Heuschrecken, Tagfaltern und Libellen erstellt.
Durch Überbauungen von bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen werden ca. 20 ha
mittel bedeutsame Ackerflächen, 15 alte Straßenbäume und kleinflächig eine Hecken-
struktur verloren gehen. Durch bau- und anlagenbedingte Eingriffe in die Landschaft
kommt es weiterhin zur (teilweise temporären) Beeinträchtigung von Bodenfunktionen auf
ca. 3 ha mittel bedeutsamen Acker- und Grünlandflächen. Der genannte Flächenverlust und
die Beseitigung der Bäume und Hecken können als nicht vermeidbar gewertet werden.
Mit der Ausführung des B-Plans gehen Brutvorkommen von Offenlandbrutvogelarten
verloren. Dies gilt insbesondere für die gefährdete Feldlerche, von deren Population
3 Brutstandorte verloren gehen. Die Funktion als Lebens- und Nahrungsraum wird im
engeren Geltungsbereich, auch für andere Tiergruppen, nahezu vollständig verloren gehen.
Betroffen sind hiervon eine Reihe gefährdeter und streng geschützter Arten.
Verbotstatbestände gem. § 44 BNatSchG (2009) werden jedoch gemäß Artenschutzfach-
beitrag (FROELICH & SPORBECK, 2018) nicht erfüllt. Nachfolgend wird das gutachterliche
Fazit des Artenschutzfachbeitrages zitiert:
„Für keine der Tierarten des Anhang IV der FFH-Richtlinie sowie keine Europäischen
Vogelarten gem. Art. 1 der EU-VRL werden die Verbotstatbestände des § 44 Abs. 1 i. V. m.
Abs. 5 BNatSchG erfüllt. Die Beurteilung, ob ein Verbotstatbestand einschlägig ist, wurde
unter Berücksichtigung folgender, im Bebauungsplan festgesetzter Maßnahmen zur
Vermeidung vorgenommen:
-
Bauzeitenregelung
-
Vorklärung anfallender Abwässer

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
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Für alle im Gebiet vorkommenden relevanten Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie
sowie Europäischen Vogelarten gem. Art. 1 der EU-VRL kann eine verbotstatbeständliche
Beeinträchtigung unter Berücksichtigung von Vermeidungsmaßnahmen ausgeschlossen
werden. Zusätzlich werden hinsichtlich der Offenlandvogelarten Feldlerche, Wachtel und
Rebhuhn bestandsfördernde Maßnahmen zur Stärkung der lokalen Populationen umgesetzt.
Für die vom Eingriff betroffenen 3 Brutpaare der gefährdeten
Feldlerche
selbst werden
artenschutzrechtliche vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen (CEF)
im weiteren Umfeld des
Eingriffs durchgeführt, die durch ein
Monitoring
begleitet werden.
Damit liegen die naturschutzrechtlichen Voraussetzungen für eine Zulassung des
Vorhabens nach § 45 BNatSchG vor.“
Als Besonderheiten sind der Artenreichtum der geschützten Biotopstrukturen des Ei-
ditzlohbaches und des Bereiches um das FND „Oberer Mühlteich“ zu nennen. Angesichts
der getroffenen Vorkehrungen durch Schutz- und Vermeidungsmaßnahmen für diese
Bereiche werden deren Beeinträchtigungen jedoch als „nicht erheblich im Sinne der
Eingriffsregelung“ betrachtet.
Bezüglich der Schutzgüter Boden, Wasser, Klima und Luft ist die Neuversiegelung von
Boden hervor zu heben, die sämtliche Bodenfunktionen, wie auch die Wasserhaus-
haltsfunktion der Flächen unterbinden wird. Durch Umformung werden weitere Böden
beeinträchtigt. Durch Neuversiegelung und Umformung werden insgesamt ca. 14,79 ha
Bodenfläche beeinträchtigt. Klimatisch ergeben sich durch Versiegelungen lokale
Beeinträchtigungen, die jedoch nicht als erheblich eingestuft werden können. Durch
Schadstoffausstöße der Industriebetriebe als auch des verstärkten Verkehrsaufkommens
kommt es zur Erhöhung der Luftbelastung und zum Schadstoffeintrag in benachbarte
Biotope. Als Beeinträchtigung des Schutzgutes Wasser sind potenzielle Veränderungen
infolge stofflicher Einleitungen von Oberflächenwasser durch ein Regenrückhaltebecken in
den Eiditzlohbach hervorzuheben, die sowohl das Wasserregime des Fließgewässers als
auch durch Eintrag von Schadstoffen und Salzen die Gewässergüte beeinträchtigen können.
Auch das Landschaftsbild wird durch zukünftige unmaßstäbliche Baukörper beeinträchtigt
werden. Als Ausgleichsmaßnahme ist hier eine Anpflanzung vorgesehen, die jedoch erst
nach vielen Jahren eine entsprechende abschirmende Wirkung entfalten kann. Die
Erholungsfunktion
wird
durch
direkten
Verlust
von
Flächen
als
auch
durch
Lärmimmissionen in benachbarten Bereichen beeinträchtigt.
Die angrenzende Wohnbebauung wird bei Einhaltung der Geräuschkontingente nicht
erheblich beeinträchtigt.
Aus der Umsetzung des Bebauungsplans resultieren erhebliche Eingriffe in Natur und
Landschaft. Diese werden durch Vermeidungs- und Verminderungsmaßnahmen in Form
von textlichen Festsetzungen und Planzeichen bereits auf das unumgängliche Mindestmaß
reduziert.
Zur Kompensation der unvermeidbaren Eingriffe wurden umfangreiche landschafts-
pflegerische Gestaltungs-, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen durch Festsetzungen
unmittelbar in den Bebauungsplan integriert. Als Besonderheit werden vorgezogene
artenschutzrechtliche
Ausgleichsmaßnahmen
(CEF-Maßnahme)
für
die
gefährdete
Feldlerche durchgeführt. Diese erfolgen vollständig im hoheitlichen Stadtgebiet von Plauen
in den Gemarkungen Haselbrunn und Tauschwitz. Dabei werden die erfolgten Eingriffe
nicht nur vollständig im Sinne der Biotopbewertung kompensiert, sondern es wird eine
Überkompensation durch die vorgesehenen Maßnahmen erreicht. Die beeinträchtigten
Funktionen von Natur und Landschaft werden durch Aufforstungen und Pflanzungen von
Hecken, Entwicklung einer Streuobstwiese, Extensivierung von Grünland, Entwicklung

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
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durch Sukzession, Sanierungsmaßnahmen von Altlasten und Entsiegelungen kompensiert.
Nähere Informationen sind dem Grünordnungsplan zu entnehmen (FROELICH & SPORBECK
2019).
Die Durchführung der Maßnahmen sowie unerwartete Umweltauswirkungen des Indu-
striegebietes sind zu überwachen und es sind ggf. frühzeitig Abhilfemaßnahmen zu
ergreifen (Monitoring, ökologische Bauüberwachung).

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
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Literatur- und Quellenverzeichnis
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Oberlosa, Teil 1“. – Im Auftrag der Stadt Plauen, Plauen.
FROELICH & SPORBECK, 2018:
Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag zum Bebauungsplan Nr. 031 „Industrie- und
Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“. – Im Auftrag der Stadt Plauen, Plauen.
FROELICH & SPORBECK, 2016:
Umweltverträglichkeitsuntersuchung zum Bebauungsplan Nr. 031 „Industrie- und
Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1. – Im Auftrag der Stadt Plauen, Plauen.
FROELICH & SPORBECK, 2015:
Faunistische Bestandsaufnahme der Artengruppen Avifauna, Heuschrecken und
Tagfalter. – Erbracht durch DIPL.-BIOL. PETER ENDL und DIPL.-BIOL. HELGE
UHLENHAUT.
Vegetationskundliche
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im
Untersuchungsraum der UVU. Im Auftrag der Stadt Plauen, Plauen.
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StUFA Plauen, Plauen.
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Landschaftsplanerische
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Nr.
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LFA / LANDESAMT FÜR ARCHÄOLOGIE, 2015:
Digitale Daten zu archäologischen Denkmalen im Rechercheraum im Rahmen der
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LFA / LANDESAMT FÜR ARCHÄOLOGIE, 2008:
Digitale Daten zur Recherche UVU und GOP Plauen Oberlosa I. – Plauen.
LFULG / SÄCHSISCHES LANDESAMT FÜR UMWELT, LANDWIRTSCHAFT UND GEOLOGIE,
2015:
Bodenkarte BK 50 und Bodenbewertungskarte BBW 50. Digitale Daten als Shape-file.
Interaktive Karten zum Thema Wasser. Digitale Daten der Selektiven Biotopkartierung
(SBK) in Sachsen. 2. Durchgang von 1996 bis 2002 (Stand: 01/2007). – Dresden.
LFULG / SÄCHSISCHES LANDESAMT FÜR UMWELT, LANDWIRTSCHAFT UND GEOLOGIE,
2008:
Digitale Daten als Shapefile zu Vorkommen von Tier- und Pflanzenarten im
Untersuchungsraum der UVU bis zum Jahr 2008. – Dresden.

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
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M&S / M&S UMWELTPROJEKT GMBH, 2009:
Industrie-
und
Gewerbegebiet
Plauen-Oberlosa,
Teil 1a.
Baugrundgutachten.
Geologisch-hydraulische Untersuchungen. – im Auftrag der Stadt Plauen.
OBA/SÄCHSISCHES OBERBERGAMT, 2016:
Bebauungsplanes Nr. 031 „Industrie- und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“:
Stellungnahme des Oberbergamtes als Träger öffentlicher Belange 2016/0520 vom
10.05.2016. - Freiberg
OBA/SÄCHSISCHES OBERBERGAMT, 2015:
Fortführung des Bebauungsplanes Nr. 031 „Industrie- und Gewerbegebiet Plauen-
Oberlosa, Teil 1“: Stellungnahme des Oberbergamtes als Träger öffentlicher Belange
2015/1392 vom 04.11.2015. - Freiberg
OTTO & PARTNER, 2009:
Schallgutachten für den Bebauungsplan Nr. 031 „Industrie- und Gewerbegebiet Plauen-
Oberlosa,
Teil
1“,
Lärmimmissionsprognose
nach
DIN
18005
mit
Lärmminderungsplanung. – Markneukirchen.
RPV RC/ REGIONALER PLANUNGSVERBAND REGION CHEMNITZ, 2016:
Stellungnahme des Regionalen Planungsverbandes Region Chemnitz im Rahmen der
Beteiligung Träger öffentlicher Belange nach § 4 (2) BauGB. – Schreiben vom
23.06.2016. – Zwickau.
RPV SSN / REGIONALER PLANUNGSVERBAND SÜDSACHSEN, 2009:
Stellungnahme des Regionalen Planungsverbandes Südsachsen im Rahmen der
Beteiligung Träger öffentlicher Belange nach § 4 (1 und 2) BauGB. – Schreiben vom
25.05.2009. – Annaberg-Buchholz.
RPV SW-SN / REGIONALER PLANUNGSVERBAND SÜDWESTSACHSEN, 2008:
Regionalplan Südwestsachsen. Erste Gesamtfortschreibung, geändert mit Bescheid vom
17.07.2008. – Aue (Bekanntmachung im Sächsischen Amtsblatt Nr.40/2011 vom
06.10.2011).
SACHS IAU / INGENIEURBÜRO FÜR AKUSTIK UND UMWELTSCHUTZ, 2019:
Geräuschkontingentierung nach DIN 45691 für den Bebauungsplan Nr. 031 „Industrie-
und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“. 6. Fortschreibung des schalltechnischen
Gutachtens, Stand 15.04.2019. – Erstellt im Auftrag der Stadt Plauen, Plauen.
SACHS IAU / INGENIEURBÜRO FÜR AKUSTIK UND UMWELTSCHUTZ, 2018:
Geräuschkontingentierung nach DIN 45691 für den Bebauungsplan Nr. 031 „Industrie-
und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“. Schalltechnisches Gutachten, 3. Tektur,
Stand 17.05.18. – Erstellt im Auftrag der Stadt Plauen, Plauen.
SACHS IAU / INGENIEURBÜRO FÜR AKUSTIK UND UMWELTSCHUTZ, 2017:
Geräuschkontingentierung nach DIN 45691 für den Bebauungsplan Nr. 031 „Industrie-
und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“. Schalltechnisches Gutachten, 3. Tektur,
Stand 08.02.17. – Erstellt im Auftrag der Stadt Plauen, Plauen.
SACHS IAU / INGENIEURBÜRO FÜR AKUSTIK UND UMWELTSCHUTZ, 2015:
Geräuschkontingentierung nach DIN 45691 für den Bebauungsplan Nr. 031 „Industrie-
und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“. Schalltechnisches Gutachten. – Erstellt im
Auftrag der Stadt Plauen, Plauen.

Bebauungsplan Nr. 031 Regionaler Vorsorgestandort „Industrie und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa, Teil 1“
Begründung mit Umweltbericht
Stand 29.05.2019
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SBS / STAATSBETRIEB SACHSENFORST, 2015:
Digitale
Daten
der
Waldfunktionenkartierung
sowie
digitale
Daten
der
Waldbiotopkartierung. – Pirna OT Graupa.
SMUL / SÄCHSISCHES MINISTERIUM FÜR UMWELT UND GEOLOGIE (HRSG.), 2009:
Handlungsempfehlung zur Bewertung und Bilanzierung von Eingriffen im Freistaat
Sachsen. – Dresden.
STADT PLAUEN, 2015:
Digitale und analoge Daten zur Recherche UVU und GOP Plauen Oberlosa I.
– Plauen.
STADT PLAUEN, 2011:
Flächennutzungsplan
Stadt
Plauen.
Bearbeitungsstand:
30.07.2010,
Feststellungsbeschluss: 21.10.2010, redaktionell geändert: 30.08.2011, wirksam seit:
07.10.2011.
– Verfasser: STADT PLAUEN, FG STADTPLANUNG, Plauen.
STADT PLAUEN, 2010:
Landschaftsplan der Stadt Plauen. – Verfasser: STADT PLAUEN, FB Bau und Umwelt,
Umweltangelegenheiten, Kommunale Grünplanung in Zusammenarbeit mit FROELICH &
SPORBECK GMBH & CO. KG, Umweltplanung und Beratung, Plauen.
STADT PLAUEN, 2008:
Digitale und analoge Daten zur Recherche UVU und GOP Plauen Oberlosa I.
Mündliche Mitteilung Herr Baumgärtel zu bergbaulichen Aktivitäten im
Untersuchungsraum der UVU.
Mündliche Mitteilung Herr Günther zu wasserrechtlichen Schutzgebieten im
Untersuchungsraum der UVU. – Plauen.
UHLENHAUT, H., 2008:
Faunistische Erfassungen zur Vorbereitung der Erschließung eines Gewerbegebietes
Plauen-Oberlosa. Libellen, Heuschrecken, Tagfalter, Vögel. – Im Auftrag der Stadt
Plauen, Plauen.