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EPLR 2014 – 2020
Entwicklungsprogramm für den ländlichen
Raum im Freistaat Sachsen
Entwurf, Stand: 7. Februar 2014

EPLR 2014 – 2020
Entwicklungsprogramm
für den ländlichen Raum im
Freistaat Sachsen
Entwurf, Stand: 7. Februar 2014
Berücksichtigung der Gleichstellung von Frauen und Männern bei der
Textgestaltung
Bei der Ausgestaltung des vorliegenden Dokuments wurde darauf geachtet, die Formulierungen
geschlechterneutral zu verfassen. Auf die Verwendung von Paarformeln wurde insbesondere unter
Beachtung der vorgegebenen Zeichenbegrenzungen verzichtet. Im Fall der Benutzung einer ge-
schlechterspezifischen Formulierung wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die verwendete
Form für Personen unabhängig ihres Geschlechts gilt.

Inhaltsverzeichnis
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis ...................................................................................................... I
Abkürzungsverzeichnis ........................................................................................... V
Verordnungen der Europäischen Union ................................................................ XI
Abbildungsverzeichnis .......................................................................................... XII
Tabellenverzeichnis .............................................................................................. XIV
1
Titel des ländlichen Entwicklungsprogramms ........................................... 1
2
Mitgliedstaat und Verwaltungseinheit ......................................................... 2
2.1
Geographisches Gebiet ............................................................................................................ 2
2.2
Klassifizierung der Region ........................................................................................................ 2
3
Ex-ante-Bewertung ....................................................................................... 3
3.1
Beschreibung des Verfahrens ................................................................................................... 3
3.2
Überblick über die Empfehlungen ............................................................................................. 4
3.2.1
Bezeichnung oder Referenz der Empfehlung ........................................................................... 4
3.2.2
Vollständiger Ex-ante-Bewertungsbericht einschließlich SUP.................................................. 6
4
SWOT und Bedarfsanalyse .......................................................................... 7
4.1
SWOT........................................................................................................................................ 7
4.1.1
Allgemeine Beschreibung der aktuellen Situation auf der Grundlage gemeinsamer und
programmspezifischer Kontextindikatoren und qualitativer Informationen ............................... 7
4.1.2
Stärken (Strengths [S]) im Programmgebiet ...........................................................................16
4.1.3
Schwächen (Weaknesses [W]) im Programmgebiet ..............................................................17
4.1.4
Chancen (Opportunities [O]) im Programmgebiet ..................................................................18
4.1.5
Risiken (Threats [T]) im Programmgebiet ...............................................................................20
4.1.6
Tabelle mit den Daten für die gemeinsamen Kontextindikatoren unterteilt in
sozioökonomische und ländliche Indikatoren, sektorale Indikatoren und Indikatoren für
Umwelt und Klima ...................................................................................................................21
4.1.7
Tabelle mit Daten für die programmspezifischen Kontextindikatoren unterteilt
in sozioökonomische und ländliche Indikatoren, sektorale Indikatoren und Indikatoren
für Umwelt und Klima ..............................................................................................................28
4.2
Bedarfsanalyse .......................................................................................................................28
4.2.1
Nennung der Bedarfe ..............................................................................................................28
5
Beschreibung der Strategie ....................................................................... 48
5.1
Eine Begründung der gewählten Bedarfe, die durch das EPLR angesprochen
werden und die Wahl der Ziele, Prioritäten und Schwerpunktbereiche basierend
auf den Ergebnissen der SWOT- und Bedarfsanalyse ...........................................................48
5.2
Auswahl, Kombination und Begründung für die Maßnahmen der ländlichen
Entwicklung nach Prioritäten und Schwerpunktbereichen ......................................................53
5.2.1
Auswahl der Maßnahmen zur ländlichen Entwicklung ...........................................................53
5.2.2
Kombination und Begründung der Maßnahmen zur ländlichen Entwickung ..........................54
5.3
Beschreibung wie die Querschnittsziele angesprochen werden ............................................68
5.3.1
Innovation einschließlich EIP „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ ............68
5.3.2
Umweltschutz einschließlich der spezifischen Erfordernisse von Natura 2000-Gebieten ......70

Inhaltsverzeichnis
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
II
5.3.3
Eindämmung des Klimawandels und Anpassung an seine Auswirkungen ............................70
5.3.4
Gleichstellung von Männern und Frauen und Nichtdiskriminierung .......................................71
5.3.5
Nachhaltige Entwicklung .........................................................................................................72
5.4
Zusammenfassende Tabelle der Interventionslogik, mit den für das EPLR
ausgewählten Unionsprioritäten und Schwerpunktbereichen, der quantifizierten
Ziele und die Kombination von Maßnahmen, mit denen die Ziele erreicht werden sollen .....72
5.5
Beschreibung der Maßnahmen die unternommen wurden, um die Verfügbarkeit der
Beratungskapzität zu regulatorischen Anforderungen und zu Aktionen in Bezug auf
Innovationen sicherzustellen ...................................................................................................75
5.5.1
Sicherstellung der Verfügbarkeit der Beratungskapazität bezüglich
regulatorischer Anforderungen ...............................................................................................75
5.5.2
Sicherstellung der Beratungskapazität zu Aktionen in Bezug auf Innovation .........................75
6
Bewertung der Ex-ante-Konditionalitäten ................................................ 77
6.1
Identifizierung der geltenden Ex-ante-Konditionalitäten (EAK) und die Bewertung ihrer
Erfüllung ..................................................................................................................................77
6.2
Eine Beschreibung der Maßnahmen zur Erfüllung der Ex-ante-Konditionalität, die
zuständigen Stellen und einen Zeitplan für solche Aktionen ..................................................95
6.2.1
Aktionen, die unternommen werden um die anwendbaren allgemeinen Ex-ante-
Konditionalitäten für die ländliche Entwicklung zu erfüllen .....................................................95
6.2.2
Aktionen, die unternommen werden um die anwendbaren prioritätsverbundenen
Ex-ante Konditionalitäten für die ländliche Entwicklung zu erfüllen ........................................95
6.3
(Optional) Weiterführende Informationen, um die Tabellen zu den Ex-ante-
Konditionalitäten zu ergänzen .................................................................................................95
7
Beschreibung des Leistungsrahmens ...................................................... 96
8
Beschreibung jeder ausgewählten Maßnahme ........................................ 97
8.1
Beschreibung der allgemeinen Konditionen ...........................................................................97
8.1.1
Definition des ländlichen Gebiets ............................................................................................97
8.1.2
Regelungen zur Förderfähigkeit ............................................................................................100
8.1.3
Identifizierung und Definition der Baseline-Elemente (Art. 28 und Art. 29 ELER-VO) .........102
8.1.4
Identifizierung und Definition der verbindlichen nationalen Anforderungen und
Rechtsvorschriften (Art. 28 und Art. 29 ELER-VO) ...............................................................102
8.2
Spezifische Beschreibung der Maßnahmen .........................................................................102
8.2.1
Wissenstransfer und Informationsmaßnahmen (Code 1) .....................................................102
8.2.2
Investitionen in materielle Vermögenswerte (Code 4) ..........................................................122
8.2.3
Basisdienstleistungen und Dorferneuerung in ländlichen Gebieten (Code 7) ......................141
8.2.4
Investitionen in die Entwicklung von Waldgebieten und Verbesserung der
Lebensfähigkeit von Wäldern (Code 8).................................................................................149
8.2.5
Agrarumwelt- und Klimamaßnahme (Code 10) ....................................................................164
8.2.6
Ökologischer/biologischer Landbau (Code 11) .....................................................................194
8.2.7
Zahlungen für aus naturbedingten und anderen spezifischen Gründen
benachteiligten Gebiete (AZL) (Code 13) .............................................................................202
8.2.8
Zusammenarbeit (Code 16) ..................................................................................................209
8.2.9
Unterstützung der von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Maßnahmen zur
lokalen Entwicklung durch die ESI-Fonds (Code 19) ...........................................................220
9
Bewertungsplan ........................................................................................ 242
9.1
Ziel und Zweck ......................................................................................................................242

Inhaltsverzeichnis
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
III
9.2
Verwaltung und Koordination ................................................................................................242
9.3
Bewertungsthemen und -aktivitäten ......................................................................................245
9.4
Daten und Informationen.......................................................................................................247
9.5
Zeitplan..................................................................................................................................249
9.6
Kommunikation .....................................................................................................................250
9.7
Ressourcen ...........................................................................................................................250
10
Finanzierungsplan .................................................................................... 252
10.1
Geplanter jährlicher EU-Beitrag in EUR ................................................................................252
10.2
Gliederung nach Maßnahme und Vorhaben mit unterschiedlichem
EU-Kofinanzierungsanteil (in EUR gesamt 2014 – 2020) .....................................................253
10.2.1
ELER-Anteil anwendbar für alle Maßnahmen – Art. 59 Abs. 3 ELER-VO ............................253
10.2.2
Aufschlüsselung nach Maßnahme und spezifischer Kofinanzierungsrate –
für Vorhaben mit spezifischen ELER-Anteil – Art. 59 Abs. 4 ELER-VO ...............................254
10.2.3
Gesamtbeitrag der EU pro Maßnahme und indikative Aufschlüsselung nach
Schwerpunktbereichen..........................................................................................................256
11
Indikatorplan ............................................................................................. 259
12
Zusätzliche nationale Finanzierung ........................................................ 270
13
Erforderliche Angaben zur Beurteilung der staatlichen Beihilfen ........ 271
14
Angaben zur Komplementarität ............................................................... 275
14.1
Beschreibung der Mittel für die Komplementarität/Kohärenz ...............................................275
14.1.1
Beschreibung der Mittel für die Komplementarität/Kohärenz mit anderen
Unionsinstrumenten, insbesondere mit den ESI-Fonds und der 1. Säule und anderen
Instrumenten der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ............................................................275
14.1.2
Wo beide – nationale und regionale – ländliche Entwicklungsprogramme auf
demselben Gebiet umgesetzt werden – Informationen zur Komplementarität
zwischen den zwei ländlichen Entwicklungsprogrammen ....................................................282
14.2
Angaben zur Komplementarität mit anderen Finanzierungsinstrumenten der EU
(wenn relevant) .....................................................................................................................282
15
Regelungen zur Umsetzung des Programms ......................................... 284
15.1
Bezeichnung aller relevanten Behörden und eine zusammenfassende Beschreibung
des Verwaltungs- und Kontrollsystems .................................................................................284
15.1.1
Relevante Behörden gem. Art. 65 Abs. 2 ELER-VO ............................................................285
15.1.2
Zusammenfassende Beschreibung des Verwaltungs- und Kontrollsystems
gem. Art. 55 Abs. 3 i) und Art. 74 Abs. 2 ESI-VO .................................................................286
15.2
Geplante Zusammensetzung des Begleitausschusses ........................................................288
15.3
Öffentlichkeitsmaßnahmen für das Programm .....................................................................289
15.3.1
Information der potenziell Begünstigten und aller Interessengruppen über
die Fördermöglichkeiten und die Regeln des Zugangs zum Förderprogramm ....................289
15.3.2
Information der allgemeinen Öffentlichkeit über die Rolle der EU bei der
Programmförderung ..............................................................................................................291
15.3.3
Rolle des Nationalen Netzwerks hinsichtlich der Informations- und
Kommunikationsaktivitäten zum Programm..........................................................................292
15.4
Beschreibung der Mechanismen zur Gewährleistung der Kohärenz im Hinblick
auf die unter LEADER umgesetzten lokalen Entwicklungsstrategien, die im Rahmen
der Kooperationsmaßnahme gem. Art. 35 ELER-VO vorgesehenen Aktivitäten, der
Maßnahme „Basisdienstleistungen und Dorferneuerung in ländlichen Gebieten“
gem. Art. 20 ELER-VO und anderen ESI-Fonds ..................................................................292

Inhaltsverzeichnis
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
IV
15.5
Maßnahmen zur Verringerung des Verwaltungsaufwands für den Begünstigten
(Art. 27 Abs. 1 ESI-VO) .........................................................................................................293
15.6
Beschreibung des Einsatzes der Technischen Hilfe .............................................................294
16
Unternommene Maßnahmen zur Einbeziehung der Partner ................. 296
16.1
Liste der Aktionen, um Partner einzubeziehen .....................................................................296
16.2
(Optional) Erläuterungen oder zusätzliche Angaben, um die Liste der Maßnahmen
zu ergänzen ..........................................................................................................................297
17
Nationales Netzwerk für den ländlichen Raum ...................................... 298
18
Ex-ante-Bewertung der Überprüfbarkeit, Kontrollierbarkeit und
des Fehlerrisikos ...................................................................................... 299
19
Übergangsbestimmungen ........................................................................ 300
19.1
Beschreibung der Übergangsbestimmungen nach Maßnahmen .........................................300
19.1.1
Agrarumweltmaßnahmen (AUM) ..........................................................................................300
19.1.2
Erstaufforstung landwirtschaftlicher Flächen ........................................................................303
19.1.3
Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete ........................................................................304
19.1.4
Übergangsbestimmungen für investive Maßnahmen ...........................................................305
19.1.5
Modernisierung landwirtschaftlicher Betriebe .......................................................................305
19.2
Indikative Tabelle zum Übertrag (von Maßnahmen der laufenden in die
neue Förderperiode) .............................................................................................................305
Anlagen
Literatur- und Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
V
Abkürzungsverzeichnis
Abb.
Abbildung
Abs.
Absatz
Abt.
Abteilung
AbwAG
Abwasserabgabengesetz
AEU-Vertrag
Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union
AF
Ackerfläche
AFP
Agrarinvestitionsförderprogramm
AGG
Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz
AGVO
Allgemeine Gruppenfreistellungsverordnung
AK-E
Arbeitskrafteinheit (40 Stunden Woche)
Akh
Arbeitskraftstunde
AL
Ackerland
Art.
Artikel
AUKM
Agrarumwelt- und Klimamaßnahme
AUM
Agrarumweltmaßnahme
AuW
Förderrichtlinie "Agrarumweltmaßnahmen und Waldmehrung" (AuW/2007)
AVS
Akademie für öffentliche Verwaltung des Freistaates Sachsen
AWFS
Automatische Waldbrandfrüherkennungssysteme
AWU
Annual Working Unit (Jahresarbeitseinheit)
AZL
Ausgleichszulage
BBiG
Berufsbildungsgesetz
Bd.
Band
BfN
Bundesamt für Naturschutz
BGBl
Bundesgesetzblatt
BIP
Bruttoinlandsprodukt
BLE
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
BITV
Barrierefreie Informationstechnikverordnung
BMAS
Bundesministerium für Arbeit und Soziales
BMEL
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (ab 12/2013)
BMELV
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (bis 12/2013)
BMWi
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
BNatSchG
Bundesnaturschutzgesetz
BÖLW
Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft
BTLNK
Biotoptypen- und Landnutzungskartierung
BUND
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
BWB
Bewilligungsbehörde
BWS
Bruttowertschöpfung
BZE
Bodenzustandserhebung
bzgl.
bezüglich
bzw.
beziehungsweise
°C
Grad Celsius
ca.
circa
CC
Cross Compliance
CH
4
Methan

Abkürzungsverzeichnis
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
VI
CLLD
Community Led Local Development
(Lokale Entwicklung unter der Federführung der Bevölkerung)
cm
Zentimeter
CO
2
Kohlendioxid
CO
2
äq
Kohlendioxid-Äquivalent
d. h.
das heißt
DBFZ
Deutsches BiomasseForschungsZentrum
DDT
Dichlordiphenyltrichlorethan
DE
Deutschland
DirektZahlVerpflV
Direktzahlungen-Verpflichtungenverordnung
DMO
Destinationsmanagementorganisation
DüV
Düngeverordnung
DVS
Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume
e. V.
eingetragener Verein
EAGFL
Europäischer Ausrichtungs- und Garantiefonds für Landwirtschaft
EAK
Ex-ante-Konditionalität
EDV
Elektronische Datenverarbeitung
EEG
Erneuerbare-Energien-Gesetz
EFRE
Europäischer Fonds für regionale Entwicklung
EG
Europäische Gemeinschaft
EGFL
Europäischer Garantiefonds für die Landwirtschaft
EIP
Europäische Innovationspartnerschaft
ELER
Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums
ELPM
Erhebung über Produktionsmethoden
EMAS
Europäische System für Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung
EMFF
Europäischer Meeres- und Fischereifonds
EnEG
Energieeinsparungsgesetz
EnEV
Energieeinsparverordnung
EnWG
Energiewirtschaftsgesetz
EPLR
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum
eRB
ehemaliger Regierungsbezirk (vor dem 1. August 2008)
ESI
European Structural and Investment Fund (Europäische Struktur- und Investitionsfonds)
ESF
Europäischer Sozialfonds
etc.
et cetera
ETZ
Europäische Territoriale Zusammenarbeit
EU
Europäische Union
EU-27
Europäische Union mit 27 Mitgliedstaaten
EUR
Euro
EUROSTAT
Statistisches Amt der Europäischen Union
EW
Einwohner
EWG
Europäische Wirtschaftsgemeinschaft
EWT
Erwerbstätige
FB
Fachbereich
ff.
fortfolgend
FFH
Fauna-Flora-Habitat
FFH-MAP
Fauna-Flora-Habitat-Managementpläne

Abkürzungsverzeichnis
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
VII
FLAG
Lokale Fischereiaktionsgruppe
FÖMISAX
Fördermitteldatenbank Sachsen
FOWL
Forest and other wooded land
(Wald und andere bewaldete Flächen)
FP
Förderperiode
FuE
Forschung und Entwicklung
GAK
Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“
GaLa-Bau
Garten- und Landschaftsbau
GAP
Gemeinsame Agrarpolitik
gem.
gemäß
ggf.
gegebenenfalls
gGmbH
gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung
GL
Grünland
GLÖZ
Guter landwirtschaftlicher und ökologischer Zustand
GmbH
Gesellschaft mit beschränkter Haftung
GMO
Gemeinsame Marktorganisation
GQS
SN
Gesamtbetriebliche Qualitäts-Sicherung für landwirtschaftliche Unternehmen in Sachsen
GSR
Gemeinsamer Strategischer Rahmen
GV
Großvieheinheit
GWB
Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen
H.
Heft
ha
Hektar
HK
Hauptkasse des Freistaates Sachsen
HNV
High Nature Value (hoher Naturwert)
Hrsg.
Herausgeber
HTW
Hochschule für Technik und Wirtschaft
HÜL
Haushaltsüberwachungsliste
i. d. R.
in der Regel
i. e. S.
im engeren Sinn
i. V. m.
in Verbindung mit
IHK
Industrie- und Handelskammer
IKT
Informations- und Kommunikationstechnologien
ILE
Integrierte ländliche Entwicklung
ILEK
Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept (ab 2014: LEADER-Strategie)
INL
Privates Institut für Nachhaltige Landbewirtschaftung GmbH
InVeKoS
Integriertes Verwaltungs- und Kontrollsystem
IR
Innenrevision
isw
Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung gGmbH
IT
Informationstechnik
JDFB
Jährlicher Durchführungsbericht
JEK
jährliche Erklärung
k. A.
keine Angabe
Kap.
Kapitel
kg
Kilogramm
KK
Koordinierungskreis
km
Kilometer

Abkürzungsverzeichnis
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
VIII
km²
Quadratkilometer
KMU
Kleinstunternehmen sowie kleine und mittlere Unternehmen
KTBL
Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft
kToe
Tausend Tonnen Öleinheit
LAG
Lokale Aktionsgruppe
LEADER
Liaison entre actions de développement de l'économie rurale
(Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft)
LEP
Landesentwicklungsplan
LF
landwirtschaftlich genutzte Fläche
LfULG
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
LGSA
Landesgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH
LR
ländlicher Raum
LRA
Landratsamt
LRT
Lebensraumtyp(en)
LUA
Landesuntersuchungsanstalt
LuE
Land- und Ernährungswirtschaft
LÜVÄ
Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämter
m
Meter
Kubikmeter
mbH
mit beschränkter Haftung
Mbit/s
Megabit pro Sekunde Datenübertragungsrate
MEN-D
Monitoring- und Evaluierungsnetzwerk für Deutschland
Mio.
Million(en)
Mrd.
Milliarde(n)
MS
Member state (Mitgliedstaat)
N
Stickstoff
NABU
Naturschutzbund Deutschland e. V.
NAPS
Nationaler Aktionsplan Pflanzenschutz
NE
Natürliches Erbe
N
2
O
Distickstoffmonoxid (Lachgas)
NGA
Next Generation Access
NGO
Non-Governmental Organization (Nichtregierungsorganisation)
Nr.
Nummer
NRR
Nationale Rahmenregelung der Bundesrepublik Deutschland für die Entwicklung ländli-
cher Räume
NUTS
Nomenclature des unités territoriales statistiques
(Systematik der Gebietseinheiten für die Statistik)
o. g.
oben genannt
o. J.
ohne Jahr
o. O.
ohne Ort
OECD
Organisation for Economic Co-operation and Development
(Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)
OGewV
Oberflächengewässerverordnung
OLG
Oberlandesgericht
OPG
Operationelle Gruppe
ÖPNV
Öffentlicher Personennahverkehr
PflSchG
Pflanzenschutzgesetz

Abkürzungsverzeichnis
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
IX
pH-Wert
Maß für den sauren oder basischen Charakter einer wässrigen Lösung
Pkw
Personenkraftwagen
PSM
Pflanzenschutzmittel
RB
Regierungsbezirk
RDP
Rural Development Programme (Ländliches Entwicklungsprogramm)
Ref.
Referat
RIA
Risikoauswahl
RL
Richtlinie
RÖE
Rohöleinheit
ROG
Raumordnungsgesetz
S.
Seite
s. o.
siehe oben
SAB
Sächsische Aufbaubank
SäHO
Sächsische Haushaltsordnung
SächsIntegrG
Sächsisches Integrationsgesetz
SächsLPlG
Sächsisches Landesplanungsgesetz
SächsNatSchG
Sächsisches Naturschutzgesetz
SächsUVPG
Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung im Freistaat Sachsen
SächsVergabeG
Sächsisches Vergabegesetz
SächsVwVfZG
Sächsisches Verwaltungsverfahrens- und Verwaltungszustellungsgesetz
SächsWaldG
Sächsisches Waldgesetz
SächsWG
Sächsisches Wassergesetz
SBS
Staatsbetrieb Sachsenforst
SBK
Selektive Biotopkartierung
SID
Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste
SMI
Sächsisches Staatsministerium des Innern
SMK
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
SMS
Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz
SMUL
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
SMWA
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit
SO
Standardoutput
SPA
Special Protection Area (besonderes Schutzgebiet)
STFI
Sächsisches Textilforschungsinstitut e. V.
SUP
Strategische Umweltprüfung
SWOT
Strengths, Weakness, Opportunities and Threats
(Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken)
t
Tonne(n)
Tab.
Tabelle
THG
Treibhausgas(e)
TMGS
Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH
Tsd.
Tausend
u. a.
unter anderem
UL
umweltgerechte Landwirtschaft
UNB
Untere Naturschutzbehörde
usw.
und so weiter
UVP
Umweltverträglichkeitsprüfung

Abkürzungsverzeichnis
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
X
UWB
Untere Wasserbehörde
v. a.
vor allem
VB
Verwaltungsbehörde
Vgl./vgl.
vergleiche
VgV
Vergabeverordnung
VKS
Verwaltungs- und Kontrollsystem
VO
Verordnung
VOK
Vor-Ort-Kontrolle
VWK
Verwaltungskontrolle
VwV
Verwaltungsvorschrift
VwVfG
Verwaltungsverfahrensgesetz
WHG
Wasserhaushaltsgesetz
WRRL
Wasserrahmenrichtlinie
WSG
Wasserschutzgebiet
WSP
Wirtschafts- und Sozialpartner
WWF
World Wide Fund For Nature
z. B.
zum Beispiel
z FB
zuständige Fachbehörde
ZA
Zahlstelle
ZID
Zentrale InVeKoS Datenbank
ZSKG
Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetz
Ø
Durchschnitt

Verordnungen der Europäischen Union
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
XI
Verordnungen der Europäischen Union
ESI-VO
Verordnung (EU) Nr. 1303/2013
des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezem-
ber 2013 mit gemeinsamen Bestimmungen über den Europäischen Fonds für regionale Entwick-
lung, den Europäischen Sozialfonds, den Kohäsionsfonds, den Europäischen Landwirtschafts-
fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums und den Europäischen Meeres- und Fische-
reifonds sowie mit allgemeinen Bestimmungen über den Europäischen Fonds für regionale Ent-
wicklung, den Europäischen Sozialfonds, den Kohäsionsfonds und den Europäischen Meeres-
und Fischereifonds und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 des Rates
ELER-VO
Verordnung (EU) Nr. 1305/2013
des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezem-
ber 2013 über die Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirt-
schaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und zur Aufhebung der Verord-
nung (EG) Nr. 1698/2005
HZ-VO
Verordnung (EU) Nr. 1306/2013
des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezem-
ber 2013 über die Finanzierung, die Verwaltung und das Kontrollsystem der Gemeinsamen Ag-
rarpolitik und zur Aufhebung der Verordnungen (EWG) Nr. 352/78, (EG) Nr. 165/94, (EG) Nr.
2799/98, (EG) Nr. 814/2000, (EG) Nr. 1290/2005 und (EG) Nr. 485/2008 des Rates
DZ-VO
Verordnung (EU) Nr. 1307/2013
des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezem-
ber 2013 mit Vorschriften über Direktzahlungen an Inhaber landwirtschaftlicher Betriebe im
Rahmen von Stützungsregelungen der Gemeinsamen Agrarpolitik und zur Aufhebung der Ver-
ordnung (EG) Nr. 637/2008 des Rates und der Verordnung (EG) Nr. 73/2009 des Rates
GMO-VO
Verordnung (EU) Nr. 1308/2013
des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezem-
ber 2013 über eine gemeinsame Marktorganisation für landwirtschaftliche Erzeugnisse und zur
Aufhebung der Verordnungen (EWG) Nr. 922/72, (EWG) Nr. 234/79, (EG) Nr. 1037/2001 und
(EG) Nr. 1234/2007
Ü-VO
Verordnung (EU) Nr. 1310/2013
des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezem-
ber 2013 mit bestimmten Übergangsvorschriften betreffend die Förderung der ländlichen Ent-
wicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen
Raums (ELER), zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 des Europäischen Parla-
ments und des Rates betreffend die finanziellen Ressourcen und ihre Verteilung im Jahr 2014
sowie zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 73/2009 des Rates und der Verordnungen (EU)
Nr. 1307/2013, (EU) Nr. 1306/2013 und (EU) Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und
des Rates hinsichtlich ihrer Anwendung im Jahr 2014
EMFF-VO
(Entwurf)
Verordnung (EU) Nr. XX/2014
ELER-
DVO (Ent-
wurf)
Verordnung (EU) Nr. XX/2014
Delegierter
Rechtsakt
(Entwurf)

Abbildungsverzeichnis
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
XII
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 4-1:
Anteile am BIP und der BWS 2010 nach Hauptsektoren sowie Erwerbstätige
insgesamt der kreisfreien Städte und Landkreise gem. Volkswirtschaftlicher
Gesamtrechnung ....................................................................................................... 7
Abbildung 4-2:
Durchschnittliche jährliche Wachstumsraten der BWS und der Erwerbstätigen
(EWT) nach Hauptwirtschaftsbereichen (Zeitraum 2000 bis 2010 und 2008 bis
2010) ......................................................................................................................... 8
Abbildung 4-3:
Betriebliche Agrarstruktur 2010 im Freistaat Sachsen ........................................... 10
Abbildung 4-4:
Anteil der Betriebsleiter/Geschäftsführer mit Grund- oder Vollausbildung in
Betrieben bis 200 ha ............................................................................................... 11
Abbildung 5-1:
EIP „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ und ihre Umsetzung
im Freistaat Sachsen .............................................................................................. 69
Abbildung 5-2:
Funktionsprinzip der EIP „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“
im Freistaat Sachsen .............................................................................................. 69
Abbildung 8-1:
Gebietskulisse im Freistaat Sachsen ...................................................................... 97
Abbildung 8-2:
Festlegung standardisierter Zuwendungsbetrag .................................................. 138
Abbildung 8-3:
Waldbrandgefahrenklassen im Freistaat Sachsen ............................................... 162
Abbildung 8-4:
Arten förderfähiger Investitionen und das erwartete Ergebnis in Bezug auf die
Umwelt .................................................................................................................. 163
Abbildung 8-5:
Förderfähige Baumarten und Waldsträucher im Rahmen des Waldumbaus
sowie standortgerechte Waldsträucher im Rahmen der Verjüngung ................... 164
Abbildung 8-6:
Kalkulationsschema Erlös-Kostendifferenzrechnung ........................................... 189
Abbildung 8-7:
Referenzliste Kennarten bzw. Kennartengruppen für Vorhaben GL.1 ................. 193
Abbildung 8-8:
Kombinationsmöglichkeit innerhalb AUKM ........................................................... 194
Abbildung 8-9:
Kalkulationsschema Erlös-Kostendifferenzrechnung ........................................... 199
Abbildung 8-10:
Kombinationsmöglichkeit ökologischen/biologischen Landbau mit Vorhaben
AUKM .................................................................................................................... 201
Abbildung 8-11:
Benachteiligte Gebiete im Freistaat Sachsen ....................................................... 204
Abbildung 8-12:
Kombinationsmöglichkeit AZL mit Vorhaben der AUKM ...................................... 209
Abbildung 8-13:
Organisationsprinzip des CLLD im Freistaat Sachsen auf lokaler Ebene ............ 238
Abbildung 8-14:
Umsetzung von CLLD im Freistaat Sachsen auf lokaler Ebene ........................... 239
Abbildung 9-1:
Begleitungs- und Bewertungssystem EPLR 2014 – 2020 .................................... 242
Abbildung 9-2:
Organisationsstruktur ............................................................................................ 243
Abbildung 9-3:
Bewertungsthemen und Aktivitäten ...................................................................... 246
Abbildung 9-4:
Datensystem und -fluss im Rahmen des Begleitungs- und
Bewertungssystems .............................................................................................. 247
Abbildung 9-5:
Übersicht Zeitplan ................................................................................................. 249
Abbildung 9-6:
Übersicht Ressourcen ........................................................................................... 250
Abbildung 14-1:
Europäische Politik im Freistaat Sachsen in der Förderperiode 2014 – 2020...... 275
Abbildung 14-2:
Abgrenzung von Maßnahmen des ELER gegenüber EFRE ................................ 276
Abbildung 14-3:
Abgrenzung von Maßnahmen des ELER gegenüber ESF ................................... 277
Abbildung 14-4:
Abgrenzung von Maßnahmen des ELER gegenüber EMFF ................................ 279
Abbildung 14-5:
Abgrenzung von Maßnahmen des ELER gegenüber den
Kooperationsprogrammen grenzübergreifende Zusammenarbeit ........................ 279

Abbildungsverzeichnis
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
XIII
Abbildung 14-6:
Komplementarität des EPLR 2014 – 2020 zu Instrumenten der 1. Säule
der GAP (Marktorganisation) ................................................................................ 280
Abbildung 14-7:
Komplementarität des EPLR 2014 – 2020 zu Instrumenten der 1. Säule
der GAP (Direktzahlungen) ................................................................................... 281
Abbildung 15-1:
Geplante Zusammensetzung des Begleitausschusses........................................ 289
Abbildung 15-2:
Einsatzstruktur der Maßnahmen nach Förderphasen und Zielgruppen ............... 290
Abbildung 19-1: Programmgenerationen „Umweltgerechte Landwirtschaft“ im
Freistaat Sachsen ................................................................................................. 300
Abbildung 19-2: Abfinanzierung Programm „Umweltgerechte Landwirtschaft“
(RL 73/93) – Laufzeit bis zum Antragsjahr 2017/Auszahlung 2018, hier:
Fördergegenstand 20jährige Ackerstilllegung ...................................................... 300
Abbildung 19-3: Abfinanzierung Programm „Umweltgerechte Landwirtschaft“
(RL 73/99) – Laufzeit bis zum Antragsjahr 2018/Auszahlung 2019, hier:
Fördergegenstand 20jährige Ackerstilllegung ...................................................... 301
Abbildung 19-4: Abfinanzierung Programm „Umweltgerechte Landwirtschaft“
(RL 73/2000) – Laufzeit bis 2023 .......................................................................... 301
Abbildung 19-5:
Programm „Umweltgerechte Landwirtschaft“ (RL AuW, Teil A) –
Laufzeit bis Antragsjahr 2017/Zahlung 2018 ........................................................ 302
Abbildung 19-6:
Beteiligte Nutzer und Organisationseinheiten ....................................................... 302
Abbildung 19-7:
Erstaufforstung landwirtschaftlicher Flächen – eingegangene Verpflichtungen ... 304
Abbildung 19-8:
Geplante Mittel für die Gewährung von Ausgleichszulagen in benachteiligten
Gebieten (RL AZL/2007) in EUR .......................................................................... 305

Tabellenverzeichnis
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
XIV
Tabellenverzeichnis
Tabelle 3-1:
Überblick über die Empfehlungen der Ex-ante-Bewertung ........................................... 4
Tabelle 4-1:
Gemeinsame Kontextindikatoren ................................................................................ 21
Tabelle 4-2:
Programmspezifische Kontextindikatoren ................................................................... 28
Tabelle 4-3:
Bedarfsanalyse ............................................................................................................ 44
Tabelle 5-1:
Auswahl der Maßnahmen zur ländlichen Entwicklung ................................................ 53
Tabelle 5-2:
Zusammenfassende Tabelle der Interventionslogik .................................................... 72
Tabelle 6-1:
Anwendbare EAK ........................................................................................................ 78
Tabelle 10-1:
Geplanter jährlicher EU-Beitrag in EUR .................................................................... 252
Tabelle 10-2:
ELER-Anteil anwendbar für alle Maßnahmen – Art. 59 Abs. 3 ELER-VO ................ 253
Tabelle 10-3:
Aufschlüsselung nach Maßnahme und spezifischer Kofinanzierungsrate
– für Vorhaben mit spezifischen ELER-Anteil – Art. 59 Abs. 4 ELER-VO ................ 254
Tabelle 10-4:
Gesamtbeitrag der EU pro Maßnahme und indikative Aufschlüsselung nach
Schwerpunktbereichen – Art. 14 ELER-VO ............................................................... 256
Tabelle 10-5:
Gesamtbeitrag der EU pro Maßnahme und indikative Aufschlüsselung nach
Schwerpunktbereichen – Art. 17 ELER-VO ............................................................... 256
Tabelle 10-6:
Gesamtbeitrag der EU pro Maßnahme und indikative Aufschlüsselung nach
Schwerpunktbereichen – Art. 20 ELER-VO ............................................................... 257
Tabelle 10-7:
Gesamtbeitrag der EU pro Maßnahme und indikative Aufschlüsselung nach
Schwerpunktbereichen – Art. 21 ff. ELER-VO ........................................................... 257
Tabelle 10-8:
Gesamtbeitrag der EU pro Maßnahme und indikative Aufschlüsselung nach
Schwerpunktbereichen – Art. 28 ELER-VO ............................................................... 257
Tabelle 10-9:
Gesamtbeitrag der EU pro Maßnahme und indikative Aufschlüsselung nach
Schwerpunktbereichen – Art. 29 ELER-VO ............................................................... 257
Tabelle 10-10: Gesamtbeitrag der EU pro Maßnahme und indikative Aufschlüsselung nach
Schwerpunktbereichen – Art. 31 ELER-VO ............................................................... 258
Tabelle 10-11: Gesamtbeitrag der EU pro Maßnahme und indikative Aufschlüsselung nach
Schwerpunktbereichen – Art. 35 ELER-VO ............................................................... 258
Tabelle 10-12: Gesamtbeitrag der EU pro Maßnahme und indikative Aufschlüsselung nach
Schwerpunktbereichen – Art. 32 ELER-VO ............................................................... 258
Tabelle 10-13: Gesamtbeitrag der EU pro Maßnahme und indikative Aufschlüsselung nach
Schwerpunktbereichen – Art. 59 ESI-VO i. V. m. 51 ELER-VO ................................ 258
Tabelle 13-1:
Erforderliche Angaben zur Beurteilung der staatlichen Beihilfen .............................. 271
Tabelle 15-1:
Relevante Behörden gem. Art. 65 Abs. 2 ELER-VO ................................................. 285
Tabelle 16-1:
Liste der Aktionen, um Partner einzubeziehen ......................................................... 296
Tabelle 19-1:
Indikative Tabelle zum Übertrag (in EUR 2014 – 2020)............................................ 305

Titel des ländlichen Entwicklungsprogramms
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
1
1
Titel des ländlichen Entwicklungsprogramms
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
(EPLR 2014 – 2020)

Mitgliedstaat und Verwaltungseinheit
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
2
2
Mitgliedstaat und Verwaltungseinheit
2.1
Geographisches Gebiet
Programmgebiet ist die gesamte Landesfläche des Freistaates Sachsen. Der Freistaat
Sachsen ist ein Bundesland des Mitgliedstaates Deutschland.
Der Freistaat Sachsen ist das östlichste deutsche Bundesland und grenzt an die Länder
Bayern (Länge der Grenze 41 km), Thüringen (274 km), Sachsen-Anhalt (206 km), Branden-
burg (242 km), die Republik Polen (123 km) und die Tschechische Republik (454 km).
Die ehemals drei Regierungsbezirke Chemnitz, Dresden und Leipzig wurden im Zuge der
Verwaltungs- und Funktionalreform zum 1. August 2008 in Direktionsbezirke umbenannt und
mit Wirkung zum 1. März 2012 zur Landesdirektion Sachsen mit Hauptsitz in Chemnitz zu-
sammengeführt.
Diese Änderung bleibt für das EPLR 2014 – 2020 unter Berücksichtigung der gemeinsamen
Klassifikation der Gebietseinheiten in der Europäischen Union (EU) unberücksichtigt. Die
ehemaligen Regierungsbezirke Chemnitz, Dresden und Leipzig in den Grenzen vor dem 1.
August 2008 sind der NUTS 2-Region gem. VO (EU) Nr. 1319/2013 zugeordnet. In Bezug
auf die NUTS 3-Regionen gliedert sich der Freistaat Sachsen in drei Kreisfreie Städte und 10
Landkreise.
2.2
Klassifizierung der Region
Mit Ausnahme des ehemaligen Regierungsbezirks (eRB) Leipzig entspricht das gesamte
Gebiet des Freistaates Sachsen der Klassifizierung gem. Art. 59 Abs. 3 b) ELER-VO. Der
eRB Leipzig gehört zu den übrigen Regionen gem. Art. 59 Abs. 3 d) ELER-VO.
Mit der Erweiterung der EU auf 27 Mitgliedsstaaten steigt der Durchschnitt des BIP des eRB
Leipzig auf knapp über 90 % der EU-27 an. Die Situation des eRB Leipzig ist geprägt durch
die leistungsfähige Großstadt Leipzig mit modernen Industrieansiedlungen (z. B. BMW, Por-
sche) und einem vergleichsweise schwach strukturierten ländlichen Raum. Bei Betrachtung
des eRB Leipzig ergeben sich keine wesentlichen Unterschiede zu den ländlichen Räumen
der eRB Chemnitz und Dresden. Die Erwerbstätigenquote lag 2011 bei 74,2 % für Leipzig,
für Dresden bei 76,6 % und Chemnitz bei 75,6 %.
1
Die Steuereinnahmekraft der Gemeinden
im eRB Leipzig liegt mit 538 EUR/Kopf nur geringfügig über den eRB Dresden
(514 EUR/Kopf) und Chemnitz (509 EUR/Kopf).
2
Zwar ist der ländliche Raum im eRB Leipzig
mit 132 EW/km² etwas dünner besiedelt als die eRB Dresden mit 145 EW/km² und Chemnitz
mit 207 EW/km², insgesamt ist der ländliche Raum aber ebenso heterogen geprägt.
3
Diese
Heterogenität ergibt sich aus der Entfernung von den jeweiligen zentralen Großstädten. In
den heutigen Landkreisen Leipzig und Nordsachsen, die das Gebiet des eRB Leipzig im
Wesentlichen umfassen, bestehen keine wesentlichen Diskrepanzen zu den strukturschwa-
chen Landkreisen der eRB Dresden und Chemnitz. So lagen die Arbeitslosenquoten 2010
des Landkreises Leipzig im Landesdurchschnitt und Nordsachsen mit 13,4 % sogar um
1,6 % darüber.
Im Rahmen der SWOT werden daher Unterschiede nicht zwischen den eRB herausgearbei-
tet, sondern zwischen den strukturschwächeren und strukturstärkeren Landkreisen. Die
Landkreise Leipzig und Nordsachsen sind aufgrund ihrer Parameter den strukturschwäche-
ren Landkreisen zugeordnet.
Im Ergebnis liegen demnach keine Gründe vor, für das EPLR 2014 – 2020 besondere Maß-
nahmen oder Förderkonditionen im eRB Leipzig in seinen Grenzen vor dem 1. August 2008
zu entwickeln.

Ex-ante-Bewertung
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
3
3
Ex-ante-Bewertung
3.1
Beschreibung des Verfahrens
Die Ex-ante-Bewertung einschließlich der Strategischen Umweltprüfung (SUP) für das
EPLR 2014 – 2020 wurde durch externe Dienstleister erstellt. Nach entsprechender Prüfung
und Bewertung der eingegangenen Angebote wurde am 13. April 2012 der Zuschlag zur
Durchführung der Erstellung der Ex-ante-Bewertung einschließlich SUP an das Institut für
Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung gGmbH (isw), Halle (Saale) erteilt. Beteiligte Partner
waren zudem die Landesgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH (LGSA) und das Private Institut
für Nachhaltige Landbewirtschaftung (INL GmbH) – beide ebenfalls aus Halle (Saale).
Die Erstellung der Ex-ante-Bewertung erfolgte als Prozess zur Begleitung der Erstellung des
EPLR 2014 – 2020. Dadurch kam es zu einem ständigen Austausch, der wesentlich zu einer
Optimierung der Dokumente bzw. Prozesse beitrug.
Die Bearbeitung der Ex-ante-Bewertung begann mit der Vertragsunterzeichnung und dem
sich anschließenden Auftaktgespräch zwischen Vertretern der Verwaltungsbehörde sowie
Vertretern von isw und der LGSA. Im Mittelpunkt standen dabei zunächst insbesondere die
Methodik, der Zeitplan und die zu verwendenden Daten.
Ein erster Zwischenbericht wurde der Verwaltungsbehörde am 31. Mai 2012 vorgelegt. Er
beinhaltet eine Grobgliederung des Berichts zur Ex-ante-Bewertung und eine erste Einschät-
zung zum Entwurf der sozioökonomischen Analyse einschließlich SWOT.
Der zweite Zwischenbericht wurde der Verwaltungsbehörde am 25. Januar 2013 übermittelt.
In diesem fortgeschriebenen Bericht zum Stand der Ex-ante-Bewertung wurden u. a. die bis
dahin vorgenommenen Bewertungstätigkeiten (z. B. Reflexion der Ergebnisse der vorange-
gangenen Förderperiode, Interventionslogik, Gebietskulisse, Konzept der Maßnahmenbe-
schreibungen, CLLD/LEADER etc.) eingearbeitet sowie die Gliederung des Berichts entspre-
chend der „Guidelines for the Ex ante Evaluation of 2014 – 2020 RDP`s“ angepasst.
Ein dritter Zwischenbericht wurde der Verwaltungsbehörde am 30. September 2013 zugelei-
tet. Dieser fasst die bis Ende Juni 2013 erarbeiteten und an das Sächsische Staatsministeri-
um für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) übermittelten Ergebnisse zur Ex-ante-Bewertung
bzgl. einzelner Bestandteile des EPLR-Entwurfs zusammen. Die Gliederung des Berichts
entspricht den Leitlinien zur Ex-ante-Bewertung der Europäischen Kommission und umfasst
u. a. die Themen Begleitungs- und Bewertungssystem, Publizität und Prämienkalkulationen
flächenbezogener Maßnahmen.
[Abschließender Ex-ante-Bericht noch offen.]
Die enge und frühzeitige Zusammenarbeit zwischen Ex-ante-Bewerter und Verwaltungsbe-
hörde erfolgte auf verschiedenen Ebenen und aus unterschiedlichen Anlässen.
So wurde ein erster Sachstand zur Ex-ante-Bewertung vom Bewerterteam auf der Veranstal-
tung mit den Wirtschafts- und Sozialpartnern (WSP) am 17. Oktober 2012 in Dresden prä-
sentiert.
Zudem fand am 10. Dezember 2012 unter Teilnahme der Ex-ante-Bewerter im Bundesminis-
terium für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) in Berlin eine Sitzung der
Programmkoordinierungsreferenten statt. Bestandteil des Sitzungsprogramms war ein vom
Monitoring- und Evaluierungsnetzwerk für Deutschland (MEN-D) durchgeführter Workshop
für Bewerter.
Die SUP begann am 22. April 2012 mit der Durchführung des Scoping. Dieser erste Schritt
diente der Diskussion und Festlegung des Untersuchungsrahmens für die SUP. Das dabei
vom Bewerterteam vorgelegte Scoping-Papier wurde mit Vertretern der beteiligten Ministe-
rien und Fachabteilungen des SMUL im Rahmen dieses Scoping-Termins diskutiert. Im Er-

Ex-ante-Bewertung
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
4
gebnis des Scoping wurde u. a. festgelegt, neben den Synergien bzw. Wechselwirkungen
des EPLR 2014 – 2020 mit EFRE und ESF auch den EMFF zu berücksichtigen. Weiterhin
wurde dem Bewerter die Bereitstellung weiterer bewertungsrelevanter Unterlagen und Do-
kumente zugesagt und im Nachgang zum Scoping bereitgestellt. [Verfahren bis zur Fertig-
stellung der SUP offen.]
3.2
Überblick über die Empfehlungen
3.2.1
Bezeichnung oder Referenz der Empfehlung
Tabelle 3-1:
Überblick über die Empfehlungen der Ex-ante-Bewertung
Datum
Thematik
Empfehlung
Berücksichtigung der
Empfehlung bzw. Be-
gründung, warum die
Empfehlung nicht be-
rücksichtigt wurde
SWOT-Analyse, Bedarfsanalyse
06.07.2012
Kontextindikatoren
Ergänzung ausgewählter
Kontextindikatoren
im Zuge der Bereitstel-
lung der gemeinsamen
Kontextindikatoren durch
die Europäische Kom-
mission erledigt
Kontextindikatoren
Ergänzung EU-/nationale
Referenzwerte zu aus-
gewählten Indikatoren
berücksichtigt
Kontextindikatoren
Erweiterung ge-
schlechtsdifferenzierter
Analyse
berücksichtigt
SWOT-Analyse, Be-
darfsanalyse
Überprüfung der Klassifi-
zierung „strukturschwa-
che Räume"
berücksichtigt
SWOT-Analyse, Be-
darfsanalyse
Überprüfung der Interpre-
tation der BIP-
Wachstumsraten in un-
terschiedlichen Regions-
typen
berücksichtigt
SWOT-Analyse, Be-
darfsanalyse
gliederungssystemati-
sche Neuzuordnung des
Themas „Unternehmens-
gründungen"
berücksichtigt
SWOT-Analyse, Be-
darfsanalyse
Relativierung der Daten
zur BWS im Sektor Han-
del/Gastgewerbe/Verkehr
als Indikator der Touris-
muswirtschaft
berücksichtigt
SWOT-Analyse, Be-
darfsanalyse
analytische Untersetzung
des Themas „energeti-
sche Gebäudesanierung"
berücksichtigt
SWOT-Analyse, Be-
darfsanalyse
Vertiefung der Analyse
zur Lage der Kommunal-
finanzen
berücksichtigt
SWOT-Analyse, Be-
darfsanalyse
Interpretation der Daten
zum Arbeitsplatzrück-
gang in der Landwirt-
schaft überprüfen
berücksichtigt
SWOT-Analyse, Be-
darfsanalyse
Überprüfung der Daten
zum Kapitalstock im
landwirtschaftlichen Sek-
berücksichtigt

Ex-ante-Bewertung
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
5
Datum
Thematik
Empfehlung
Berücksichtigung der
Empfehlung bzw. Be-
gründung, warum die
Empfehlung nicht be-
rücksichtigt wurde
tor
SWOT-Analyse, Be-
darfsanalyse
stärkere Strukturierung
der SWOT-Tabellen
entlang einzelner Hand-
lungsfelder
nach Strukturvorgaben
der Europäischen Kom-
mission im Working Pa-
per „Elements of strategic
programming for the
period 2014 – 2020",
Stand: 18.01.2013
„Template" verzichtbar
SWOT-Analyse, Be-
darfsanalyse
Priorisierung/Gewichtung
der identifizierten „Her-
ausforderungen" für den
Freistaat Sachsen (Anla-
gendokument zur sozio-
ökonomischen Analy-
se/SWOT)
erfolgt im Rahmen der
weiteren Programmie-
rungsschritte
Aufbau der Interventionslogik
13.09.2012
Interventionslogik
stärker für das sächsi-
sche Programm spezifi-
zieren
berücksichtigt
Festlegung von Zielen, Verteilung der Mittelzuweisungen
[...]
[...]
[...]
[...]
Festlegungen zur Programmumsetzung
02.08.2012
Publizität
Ergänzung des Ziels
„Information über die
Ergebnisse und Wirkun-
gen der Förderung“
berücksichtigt
Publizität
Ergänzung der Zielgrup-
pe „interessierte Bürger“
berücksichtigt
Publizität
stärkere Herausstellung
des Stellenwerts Internet
als Kommunikationsme-
dium
berücksichtigt
Publizität
Absatz zum Online-
Angebot um den Aspekt
„Barrierefreiheit“ ergän-
zen
berücksichtigt
SUP-spezifische Empfehlungen
[...]
[...]
[...]
[...]
Sonstige
05./12.10.2012
Rückblick auf Programm-
zeitraum 2007 – 2013
Straffung der Darstellung
nicht berücksichtigt,
da die Verwaltungsbe-
hörde (VB) eine detaillier-
tere Darstellung des
Umsetzungsstandes
anhand finanzieller und
materieller Indikatoren
auf Maßnahmenebene
für geboten hält
Rückblick auf Programm-
zeitraum 2007 – 2013
Ergänzung einer Erläute-
rung zu Startschwierig-
keiten bei der Umsetzung
der Code-323-
Maßnahme „Natürliches
umgesetzt

Ex-ante-Bewertung
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
6
Datum
Thematik
Empfehlung
Berücksichtigung der
Empfehlung bzw. Be-
gründung, warum die
Empfehlung nicht be-
rücksichtigt wurde
Erbe"
Rückblick auf Programm-
zeitraum 2007 – 2013
Ergänzung von Aussa-
gen zu Wirkungen auf
Ebene des Gesamtpro-
gramms
umgesetzt
11./12.07.2012
Vorhabenauswahlkrite-
rien
Klärungsbedarf: mögli-
cher Widerspruch in Art.
49 bzw. 81 ELER-VO
bzgl. der Zuständigkeiten
von Verwaltungsbehörde
und
Begleitausschuss für
Vorschlag/Beschluss von
Vorhabenauswahlkrite-
rien
Klärung erfolgt, Formulie-
rung entspricht VO-Text
Vorhabenauswahlkrite-
rien
Bedarf an Konkretisie-
rung des Widerspruchs-
rechts auf Ebene der
LAG
umgesetzt
27.03.2013
Prämienkalkulation für
flächenbezogene Maß-
nahmen
Klarstellung in der Be-
schreibung zur Methodik,
dass die Kalkulationen
zinsansatzfrei erfolgt sind
umgesetzt
Prämienkalkulation für
flächenbezogene Maß-
nahmen
Vorschlag, bei den ein-
zelnen Kalkulationen
abgestufte Schlaggrößen
zu unterstellen, da ein-
zelne Maßnahmen eine
bestimmte Mindest- oder
auch Höchstgröße vo-
raussetzen
Erläuterung durch VB
ELER gegenüber den Ex-
ante-Bewertern, bei wel-
chen Maßnahmen bzw.
Untermaßnahmen in den
Kalkulationen unter-
schiedliche Schlaggrö-
ßen unterstellt worden
sind, ist erfolgt
3.2.2
Vollständiger Ex-ante-Bewertungsbericht einschließlich SUP
Der vollständige Ex-ante-Bewertungsbericht sowie der Umweltbericht für die nach der Richt-
linie 2001/42/EG durchgeführte SUP sind in der Anlage 1 des vorliegenden Programmdoku-
ments enthalten.

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
7
4
SWOT und Bedarfsanalyse
4.1
SWOT
4.1.1
Allgemeine Beschreibung der aktuellen Situation auf der
Grundlage gemeinsamer und programmspezifischer Kontex-
tindikatoren und qualitativer Informationen
4.1.1.1 Sozioökonomische und ländliche Situation
Im Jahr 2012 lebten rund 4,14 Mio. EW im Freistaat Sachsen. Der Anteil der Bevölkerung
des Freistaates Sachsen an der Gesamtbevölkerung in Deutschland liegt bei 5,1 %. Die
Raumkategorien „Verdichtungsraum“ und „ländlicher Raum“ werden im Landesentwick-
lungsplan (LEP 2013) unter landesplanerischen Gesichtspunkten ausgewiesen. Für die vor-
liegende Analyse werden mit geringfügigen Abweichungen von der EUROSTAT-
Klassifizierung dem „Verdichtungsraum“ die kreisfreien Städte Chemnitz, Dresden und
Leipzig und dem „ländlichen Raum“ zunächst alle Landkreise zugeordnet. Da für eine Reihe
von statistischen Indikatoren diese Einteilungen zu grob erscheint und dies in der Folge zu
Verzerrungen führen würde, erfolgt eine weitere Unterteilung des ländlichen Raums in LR 1
(Landkreise mit einer relativ größeren Anzahl von Ober- und Mittelzentren sowie vom LEP
2013 als Verdichtungsraum eingestufte Gemeinden) und LR 2 (Landkreise, die statistische
eine geringe Zahl von verdichteten Gemeinden bzw. Ober- und Mittelzentren enthalten). (vgl.
Anlage 2) Folgt man dieser Gebietseinteilung, lebten Ende 2010 mit rund 1,8 Mio. EW ca.
45 % der Bevölkerung im ländlichen Raum, der mit über 15 Tsd. km
2
etwa 83 % der Landes-
fläche umfasst. Bezogen auf die Raumkategorien ist die Bevölkerung im ländlichen Raum im
Zeitraum von 1990 bis 2010 um insgesamt rund 18 % und im Verdichtungsraum um etwas
mehr als 10 % zurückgegangen. Dieser Trend wird sich für den Freistaat Sachsen im Prog-
nosezeitraum bis zum Jahr 2025 fortsetzen.
4
Die volkswirtschaftliche Bedeutung des ländlichen Raums für den Freistaat Sachsen kann
anhand der Anteile am Bruttoinlandsprodukt (BIP) sowie an den Wertschöpfungsanteilen für
die Hauptsektoren dargestellt werden. In den fast ausschließlich ländlich geprägten Land-
kreisen (LR 2) wird rund 38 % des BIP des Freistaates Sachsen erwirtschaftet. Hier leben
auch knapp 38 % der Erwerbstätigen (vgl. Abb. 4-1).
Abbildung 4-1: Anteile am BIP und der BWS 2010 nach Hauptsektoren sowie Erwerbstätige insgesamt
der kreisfreien Städte und Landkreise gem. Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung
Raumkategorie
BIP
Erwerbs-
tätige
BWS
Agrar-
sektor
BWS
Gewerbe
BWS
Bau-
gewerbe
BWS
Dienst-
leistung
BWS
Handel
Gastwirt-
schaft
Verdichtungsraum
(kreisfreie Städte)
39,0 %
38,4 %
2,9 %
28,0 %
31,5 %
44,4 %
35,6 %
Landkreise LR 1
22,9 %
23,2 %
28,9 %
27,4 %
24,3 %
20,9 %
22,9 %
Landkreise LR 2
38,1 %
38,4 %
68,2 %
44,7 %
44,2 %
34,7 %
41,5 %
Quelle: Berechnungen BonnEval auf Grundlage von: Arbeitskreis "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der
Länder" im Auftrag der Statistischen Ämter der 16 Bundesländer, des Statistischen Bundesamtes und des Bür-
geramtes Statistik und Wahlen, Frankfurt a. M. (Hrsg.): Bruttoinlandsprodukt, Bruttowertschöpfung in den kreis-
freien Städten und Landkreisen Deutschlands 1992 und 1994 bis 2009, Reihe 2, Bd. 1, Stuttgart 2011 und Ar-
beitskreis "Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder" im Auftrag der Statistischen Ämter des Bundes
und der Länder (Hrsg.): Erwerbstätige in den kreisfreien Städten und Landkreisen der Bundesrepublik Deutsch-
land 1991 bis 2009, Reihe 2, Bd. 1, Wiesbaden 2011 sowie Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
(Hrsg.): Kreiszahlen 2011, Statistischer Bericht Z II 2 – j/11, Kamenz 2011, Kamenz 2011

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
8
Das BIP zu Marktpreisen des Freistaates Sachsen ist zwischen 2000 und 2010 mit einer
durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von fast 2 % gewachsen. Die drei kreisfreien
Städte Chemnitz, Dresden und Leipzig sind mit jährlich durchschnittlich 2,5 % relativ schnel-
ler gewachsen als die Landkreise mit jährlich durchschnittlich 1,6 %. Die Unterschiede ver-
deutlichen eine kontinuierliche Vergrößerung der Divergenz zwischen ländlichem und Ver-
dichtungsraum. Signifikante Unterschiede ergeben sich auch zwischen den zwei genannten
Gruppen von Landkreisen: Die eher städtisch geprägten bzw. strukturell stärkeren Landkrei-
se (LR 1) sind durchschnittlich mit jährlich 1,8 % und die strukturschwachen Landkreise
(LR 2) nur mit 1,4 % gewachsen.
5
Für die wirtschaftliche Entwicklung und die Erwerbstätigkeit im ländlichen Raum (v. a. LR 2)
sind nach wie vor das Baugewerbe und bestimmte Segmente des Dienstleistungsgewerbes
(wie Handel, Gaststätten, Beherbergungsgewerbe) von großer Bedeutung. Im Vergleich zum
Verdichtungsraum ist eine günstigere wirtschaftliche Entwicklung zu beobachten (vgl. Abb. 4-
2).
Abbildung 4-2: Durchschnittliche jährliche Wachstumsraten der BWS und der Erwerbstätigen (EWT)
nach Hauptwirtschaftsbereichen (Zeitraum 2000 bis 2010 und 2008 bis 2010)
10 Jahres-
durchschnitt
(2000 – 2010)
BWS
Gewerbe
BWS
Bau-
gewerbe
BWS
Dienst-
leistun-
gen
BWS
Handel
und
Gastge-
werbe
EWT
Gewerbe
EWT
Bau-
gewerbe
EWT
Dienst-
leistun-
gen
EWT
Handel
und
Gastge-
werbe
kreisfreie
Städte
2,49 %
-0,02 %
2,49 %
1,40 %
-1,65 %
-3,97 %
1,18 %
1,44 %
LR 1
2,42 %
-1,50 %
1,50 %
0,37 %
-0,91 %
-3,15 %
0,38 %
-0,75 %
LR 2
2,37 %
-2,01 %
0,93 %
1,06 %
-1,60 %
-3,48 %
0,01 %
-0,43 %
3 Jahres-
durchschnitt
(2008 – 2010)
BWS
Gewerbe
BWS
Bau-
gewerbe
BWS
Dienst-
leistun-
gen
BWS
Handel
und
Gastge-
werbe
EWT
Gewerbe
EWT
Bauge-
werbe
EWT
Dienst-
leistun-
gen
EWT
Handel
und
Gastge-
werbe
kreisfreie
Städte
-4,47 %
0,31 %
1,49 %
-0,20 %
-2,03 %
0,46 %
0,77 %
-1,07 %
LR 1
-1,61 %
2,83 %
-0,06 %
-1,83 %
-0,51 %
1,70 %
0,41 %
-0,81 %
LR 2
-0,54 %
2,85 %
-0,62 %
-1,76 %
-0,17 %
1,38 %
-0,30 %
0,14 %
Quelle: Berechnungen BonnEval auf Grundlage von: Arbeitskreis "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der
Länder" im Auftrag der Statistischen Ämter der 16 Bundesländer, des Statistischen Bundesamtes und des Bür-
geramtes Statistik und Wahlen, Frankfurt a. M. (Hrsg.): (a) Bruttoinlandsprodukt, Bruttowertschöpfung in den
kreisfreien Städten und Landkreisen Deutschlands 1992 und 1994 bis 2009, Reihe 2, Bd. 1, Stuttgart 2011 und
(b) Bruttoinlandsprodukt, Bruttowertschöpfung in den kreisfreien Städten und Landkreisen Deutschlands 2008 bis
2010, Reihe 2, Bd. 1, Stuttgart 2013
Ein Indikator für die gewerbliche Entwicklung ist auch das Gründungsgeschehen. Der Saldo
von Ab- und Anmeldungen betrug im ländlichen Raum 1.177 und entspricht 33,3 % des
sächsischen Gesamtwertes. 77 % dieses Überschusses bezieht sich innerhalb des ländli-
chen Raums auf die dörflich geprägten Gemeinden und verdeutlicht den dort ausgeprägten
Unternehmergeist.
6
Die Wirtschaftsleistung des Freistaates Sachsen wird von 1,97 Mio. Erwerbstätigen (2012)
erbracht, von denen über 71,4 % im tertiären (Deutschland: 73,7 %) und über 27,1 % im se-
kundären (Deutschland: 24,7 %) Sektor tätig sind. Mit 1,5 % liegt der Anteil der Erwerbstäti-
gen im primären Sektor an allen Erwerbstätigen etwa im nationalen Durchschnitt (1,6 %).
Unter Berücksichtigung der Gebietseinteilung des LEP 2013 waren 37 % der Beschäftigten
im ländlichen Raum tätig. 46 % aller Beschäftigten wohnen im ländlichen Raum, woraus
deutlich wird, dass es eine große Zahl von Berufspendlern (über die Gemeindegrenze hin-
weg) gibt.

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
9
Die Arbeitslosenquote lag mit 9,4 % im Jahr 2012 immer noch deutlich über dem Bundes-
durchschnitt von 5,5 %.
7
Die Arbeitslosigkeit im Verdichtungsraum unterliegt eher konjunktu-
rellen Schwankungen. Im ländlichen Raum besteht ein größerer Anteil an struktureller Ar-
beitslosigkeit. Die Langzeitarbeitslosenquote lag im Jahr 2010 im Freistaat Sachsen mit
5,8 % deutlich sowohl über dem nationalen Wert von 3,3 % als auch über dem EU-27 Wert
von 3,8 %.
8
Das SMUL unterhält eine eigene Ressortforschung im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft
und Geologie (LfULG). Neben der Ressortforschung des SMUL sind weitere acht öffentliche
9
und 19 private Forschungseinrichtungen
10
sowie sechs forschende NGO
11
im Freistaat
Sachsen mit Forschungsaufgaben aus dem Bereich Land- und Forstwirtschaft und Ernäh-
rung befasst.
12
Das LfULG mit seinen Außenstellen und Fachschulen bietet die am breites-
ten in Anspruch genommenen Weiterbildungen an. Daneben wirken unabhängig von staatli-
chen Stellen landwirtschaftliche Berufsverbände, Fach- und Hochschulen sowie private Bil-
dungsträger. Zunehmend sind in einigen Bereichen auch Einzelpersonen (Experten) sowie
Firmen aktiv.
Spezifische Bedingungen im ländlichen Raum
Die demografische Entwicklung vollzieht sich im ländlichen Raum sehr heterogen.
13
Demzu-
folge sind die Hausforderungen sehr differenziert. Aufgrund der demografischen Entwicklung
wird ein Strukturwandel mit negativen Auswirkungen auf die Grundversorgung der Bevölke-
rung mit Waren und Dienstleistungen erwartet. Besonders kleinräumige Versorgungsstruktu-
ren haben sich in regional und lokal unterschiedlicher Ausprägung reduziert, während sich
größere Handelsgeschäfte im Einzugsbereich kleinerer und mittlerer Städte etabliert ha-
ben.
14
Dies führt dazu, dass es in Ortsteilen von etwa 20 – 25 % der sächsischen Gemein-
den im ländlichen Raum nicht oder nur teilweise möglich ist, Waren des täglichen Bedarfs im
Ort zu erwerben. Die flächendeckende Versorgung und notwendige infrastrukturelle Min-
destausstattung ist in Dörfern der dünn besiedelten Gemeinden nicht mehr gewährleistet.
Auch ist ein Rückzug aller Arten von sozialen Dienstleistungsangeboten sowie kommunalen
Dienstleistungen und Einrichtungen feststellbar.
Im ländlichen Raum ist in vielen Fällen der ältere Gebäudebestand der Kindertageseinrich-
tungen und Schulen in kommunaler oder freier Trägerschaft v. a. aus energetischen Ge-
sichtspunkten sanierungsbedürftig.
Für die in Trägerschaft der Gemeinden befindlichen Straßen besteht unverändert ein hoher
Nachholbedarf an Sanierungen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels rücken
darüber hinaus die Anforderungen bzgl. Barrierefreiheit und Sicherheit der Verkehrsinfra-
struktur immer stärker in den Vordergrund.
Die Internetversorgung im Freistaat Sachsen im Bandbreitenbereich bis 2 Mbit/s entspricht
dem bundesdeutschen Durchschnitt, liegt bei einem Versorgungsgrad ab 6 Mbit/s jedoch v. a.
aufgrund der Versorgungslücken beim schnellen Breitband im ländlichen Raum noch erheb-
lich unter dem deutschen Vergleichswert.
Von den im Jahr 2010 insgesamt im Freistaat Sachsen geöffneten 2.124 Beherbergungsstät-
ten befinden sich rund 66 % im ländlichen Raum. Sie stellen rund 56 % der gesamten Bet-
tenkapazität zur Verfügung. Von den Beherbergungsstätten des ländlichen Raums befinden
sich rund 70 % in den kleineren, dörflich geprägten Gemeinden. Insgesamt lag die Auslas-
tung der Bettenkapazität im ländlichen Raum im Jahr 2010 bei rund 37 %. Diese Quote wird
in der Tourismusstrategie Sachsen 2020
15
im Vergleich als sehr hoch bestätigt. Allerdings
sind die Beherbergungs- und Freizeitangebote qualitativ und hinsichtlich ihrer Zielgrup-
penausrichtung noch nicht ausreichend marktgerecht, zu viele touristische Betriebe im länd-
lichen Raum weisen eine mangelnde Profilierung auf.
16
Die kulturelle Identität und die Unverwechselbarkeit der Ortsbilder sächsischer Städte und
Gemeinden werden entscheidend von deren historischer Bausubstanz geprägt. Über

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
10
100.000 regionaltypische Kulturdenkmale sind Ausdruck dieser Identität. Jährlich besuchen
etwa 2 Mio. Gäste allein die unter staatlicher Verwaltung stehenden Schlösser, Burgen und
Gärten. Vielfach sind die privaten oder öffentlichen Eigentümer der Kulturdenkmale nur be-
grenzt in der Lage, aus eigener finanzieller Kraft die Bausubstanz zu erhalten und eine adä-
quate Nutzungen zu garantieren.
Der praktizierte ganzheitliche Ansatz in der Politik der Dorfentwicklung und den Maßnahmen
der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE), der in weiten Teilen nach den Zielen und
Grundsätzen des LEADER-Ansatzes umgesetzt wurde, hat nicht nur einen wesentlichen
Beitrag zur Standortattraktivität des gesamten Freistaates Sachsen geleistet, die positiven
Wirkungen liegen auch in einer Verminderung arbeitsplatzbedingter Abwanderung v. a. jun-
ger Menschen sowie in einem Beitrag für die Landeskultur und die Lebensqualität aller Ein-
wohner im Freistaat Sachsen.
17
Im ländlichen Raum werden seit 2006 durch 35 anerkannte
LEADER- und ILE-Gebiete Integrierte Ländliche Entwicklungskonzepte (ILEK) entwickelt und
umgesetzt. Die ILEK haben im ländlichen Raum auf lokaler Ebene andere informelle Pla-
nungsinstrumente ersetzt und Förderprogramme zusammengeführt. Die Finanzierung der
Projekte erfolgt sowohl aus dem ELER als auch über einen Vorrang von ILE-Projekten in
23 Fachförderrichtlinien des Freistaates Sachsen außerhalb des ELER.
Es ist den lokalen Aktionsgruppen (LAG) der LEADER- und ILE-Gebiete gleichermaßen ge-
lungen, umfangreiche Kapazitäten für lokale Beteiligungs- und Entscheidungsprozesse auf-
zubauen und über die LEADER-Projekte hinaus den gesamten Bereich der Dorfentwicklung
auf Basis der ILEK koordiniert umzusetzen. Insgesamt sind 673 ehrenamtliche Mitglieder in
Koordinierungskreisen für lokale Entwicklung aktiv tätig. Im Durchschnitt sind über 50 % der
Mitglieder der LAG Vertreter der Wirtschafts- und Sozialpartner. In der Gruppe der zivilge-
sellschaftlichen Vertreter sind etwa 60 % der privaten Wirtschaft und 40 % den sozialen und
Umweltorganisationen zuzurechnen. Alle wichtigen Akteursgruppen sind gleichmäßig und
entsprechend ihrer Bedeutung für den ländlichen Raum vertreten.
18
In den Regionen wurden
bis Ende 2012 705 Veranstaltungen mit über 23.500 Teilnehmern zur Sensibilisie-
rung/Öffentlichkeitsarbeit durchgeführt.
Die Operationellen Programme der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen dem
Freistaat Sachsen und Polen sowie der Tschechischen Republik im Zeitraum von 2007 –
2013 haben nachhaltige Strukturen einer gemeinsamen und ausgeglichenen Entwicklung
geschaffen sowie zu einer Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts inner-
halb des gemeinsamen Fördergebiets beigetragen.
4.1.1.2 Landwirtschafts-/sektorbezogene Analyse
Im Jahr 2010
19
bewirtschafteten insgesamt 6.287 Betriebe im Freistaat Sachsen eine land-
wirtschaftlich genutzte Fläche (LF) im Umfang von 912.742 ha. Die durchschnittliche Be-
triebsgröße beträgt 145 ha (Deutschland: 55,8 ha). 612 juristische Personen mit ca.
495.000 ha bewirtschaften mehr als 54 % der LF. Über 82 % der Betriebe sind Einzelunter-
nehmen, die ca. 29 % der LF bewirtschaften, mit einer durchschnittlichen LF pro Betrieb von
52 ha. Über die Hälfte aller Betriebe betreiben Landwirtschaft im Nebenerwerb (vgl. Abb. 4-
3).
Abbildung 4-3: Betriebliche Agrarstruktur 2010 im Freistaat Sachsen
Rechtsform der
Betriebe
Betriebe
LF in ha
LF pro
Betrieb
Pacht-
quote
Anzahl
%
Anzahl
%
ha/Betrieb
%
Personengemeinschaf-
ten, -gesellschaften
513
8,16
150.138
16,45
293
77,29
juristische Personen
612
9,73
494.708
54,20
808
82,72
Einzelunternehmen
5.162
82,11
267.897
29,35
52
61,35

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
11
davon: Haupterwerbsbe-
triebe
1.972
31,37
199.005
21,80
101
66,09
davon: Nebenerwerbsbe-
triebe
3.190
50,74
68.892
7,55
22
47,67
insgesamt
6.287
100,00
912.742
100,00
145
75,56
Quelle: BonnEval berechnet auf Grundlage von: Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Betriebswirtschaft-
liche Ausrichtung und Standardoutput, Landwirtschaftszählung/Agrarstrukturerhebung 2010, Fachserie 3, Reihe
2.1.4 und Eigentums- und Pachtverhältnisse, Landwirtschaftszählung/Agrarstrukturerhebung 2010, Fachserie 3
H. 3, Wiesbaden 2011
Mit 2,6 AK-E je 100 ha LF liegt die Arbeitsintensität in der sächsischen Landwirtschaft unter
dem nationalen Durchschnitt von 3,3 AK-E je 100 ha. Fast ein Drittel der Arbeitskräfte arbei-
ten in Betrieben unter 50 ha, wo die Arbeitsintensität besonders hoch ist. Erst ab einer Flä-
chenausstattung der Betriebe zwischen 50 – 100 ha liegt die Arbeitsintensität etwa im natio-
nalen Durchschnitt und erst ab 200 ha wird mit 1,8 AK-E pro ha mit der gleichen Arbeitsin-
tensität gewirtschaftet wie im Durchschnitt der neuen Bundesländer insgesamt.
20
Erst in
Größenklassen über 250.000 EUR Standartoutput (SO) (Ø LF pro Betrieb: 219 ha) wird ein
mit den anderen neuen Bundesländern vergleichbares Einkommen pro Arbeitskraft erreicht.
Das Bruttoanlagevermögen
21
des primären Sektors im Freistaat Sachsen ist seit Beginn der
gesamtrechnerischen Erfassung (1995) stetig gewachsen, in den letzten Jahren seit 2007
mit erhöhten Wachstumsraten von 5 % (Deutschland 2009: 3,4 %). Die hohen Investitionen
im primären Sektor haben zu einer höheren Kapitalausstattung pro ha LF geführt als in ande-
ren neuen Bundesländern, bleiben aber immer noch deutlich hinter den Durchschnittswerten
ganz Deutschlands zurück. Gleichzeitig liegt die für die Arbeitsproduktivität und damit Wett-
bewerbsfähigkeit des primären Sektors entscheidende Kapitalausstattung pro Arbeitsplatz in
den kleineren Betriebsgrößenklassen im Freistaat Sachsen mit 200.015 EUR pro Erwerbstä-
tigen deutlich niedriger als im bundesdeutschen Durchschnitt (2008: 281.471 EUR).
22
Bei dem Anteil der Betriebsleiter landwirtschaftlicher Betriebe, die mindestens über eine be-
rufliche Grundausbildung verfügen ist v. a. unter Einbeziehung des Alters eine zunehmende
Dequalifizierung zu befürchten. Im Jahr 2010 verfügten nur 60,6 % der unter 35-jährigen
Betriebsleiter und nur 61 % der Hofnachfolger über eine berufliche Grundausbildung. Dabei
korreliert das Qualifikationsniveau stark sowohl mit der flächenmäßigen als auch mit der
wirtschaftlichen Betriebsgröße (vgl. Abb. 4-4). Eine Ausnahme bilden die Betriebsleiter von
Gartenbaubetrieben unter 5 ha, hier weisen 73 % einen landwirtschaftlichen Berufsabschluss
auf.
Abbildung 4-4: Anteil der Betriebsleiter/Geschäftsführer mit Grund- oder Vollausbildung in Betrieben bis
200 ha
Betriebsgrößenklassen
Anteil der Betriebsleiter/Geschäftsführer mit
Grund- oder Vollausbildung
5 – 10 ha
46 %
10 – 20 ha
50 %
20 – 50 ha
64 %
50 – 100 ha
81 %
100 – 200 ha
90 %
Quelle: eigene Darstellung
Insgesamt ist auch eine geringe Teilnahme an Weiterbildungen v. a. bei den kleineren land-
wirtschaftlichen Betrieben feststellbar. Die Ausnahme bilden auch hier die Betriebsleiter der
spezialisierten Garbenbaubetriebe unter 5 ha.
23
Im Rahmen der Landwirtschaftszählung 2010 konnten nur 30 % der Betriebsleiter im Frei-
staat Sachsen über 45 Jahre einen Hofnachfolger benennen. Je größer der Betrieb ist, umso
größer ist die Bereitschaft, den Hof zu übernehmen.
24

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
12
Mit etwa 79 % wurde im Jahr 2011 der größte Anteil der LF des Freistaates Sachsen als
Ackerland genutzt. Auf den Ackerlandflächen dominiert mit 56,3 % der Getreide- und Kör-
nermaisanbau, gefolgt vom Ackerfutteranbau mit 18,5 % und dem Ölfruchtanbau mit 18,2 %.
Außerdem werden auf rund 3 % der Ackerfläche Hackfrüchte angebaut, auf 1,2 % Hülsen-
früchte und auf ca. 2 % Spezialkulturen und Gemüse.
25
Dauerkulturen (Obst und Wein)
nehmen einen Anteil an der LF des Freistaates Sachsen von unter 1 % ein (Deutschland:
1,2 %). Die meisten sächsischen Obstbaubetriebe sind in den Landkreisen Sächsische
Schweiz-Osterzgebirge, Nordsachsen, Meißen und Leipzig zu finden. Der Weinbau ist im
Freistaat Sachsen hauptsächlich entlang des Elbtals zum größten Teil im Verdichtungsraum
Dresden verbreitet. 447 ha Ertragsrebflächen werden von über 2.500 Winzern bewirtschaftet,
mehr als die Hälfte der Fläche befindet sich in Steil- und Hanglagen.
26
Entsprechend dem
hohen Anteil an Ackerflächen ist der Anteil an Dauergrünland mit etwa 20 % im Freistaat
Sachsen gegenüber etwa 28 % in ganz Deutschland gering. Die größten Grünlandanteile
liegen in den sächsischen Mittelgebirgen und deren Vorland.
Von 4.737 (2010) viehhaltenden Betrieben im Freistaat Sachsen halten 3.532 Betriebe Rin-
der und 1.116 Betriebe Schweine. Der Anteil Rinder haltender Betriebe ist mit 56 % deutlich
höher als im nationalen Durchschnitt (48,4 %)
27
, der Produktionswertanteil lag 2010 jedoch
sowohl bei Rindern und Kälbern mit 4,5 % als auch bei Schweinen mit 6,8 % unter den nati-
onalen Vergleichswerten (Deutschland: Rinder und Kälber: 6,8 %, Schweine: 12,5 %). Daher
hat der Freistaat Sachsen gemessen am bundesdeutschen Durchschnitt (79 GV je 100 ha
LF) mit 55 GV je 100 ha LF einen niedrigen Gesamtviehbesatz.
28
Die Milchviehhaltung wird im Freistaat Sachsen in deutlich höheren Bestandsgrößen als im
nationalen Durchschnitt betrieben. Der Produktionswertanteil von Milch mit 22,6 % (2010)
am gesamten landwirtschaftlichen Produktionswert zeichnet die Milchviehhaltung als den
wichtigsten tierischen Produktionszweig im Freistaat Sachsen aus (Produktionswertanteil
Milch in Deutschland: 19,6 %).
29
Entsprechend hoch spezialisiert und leistungsstark stellt
sich die sächsische Milchproduktion im nationalen Vergleich dar. Mit 8.927 kg Milch pro Kuh
und Jahr lag die Durchschnittsleistung im Freistaat Sachsen im Jahr 2011 über dem nationa-
len Durchschnitt des gleichen Jahres in Höhe von 8.173 kg.
30
Die Rentabilität der Milchpro-
duktion leidet allerdings an hohen Produktionskosten, die sich aus einer geringen Lebens-
leistung und damit Nutzungsdauer von durchschnittlich 32,4 Monaten (2,4 Laktationen), er-
geben.
Im Freistaat Sachsen wirtschafteten im Jahr 2011 insgesamt 479 Betriebe auf 35.517 ha
(2010: 27.468 ha zertifiziert, 6.094 ha in Umstellung) nach den Grundsätzen der ökologi-
schen Landwirtschaft, der Flächenanteil mit 3,9 % liegt weit unter dem Durchschnitt von
Deutschland (6,1 %).
31
Das landesweit verwendete sächsische Herkunfts- und Qualitätszeichen
32
ist das Dachzei-
chen für die Direktvermarkter „Qualität – Direkt vom Hof” unter dem derzeit etwa 200 (darun-
ter 29 Bio-Landwirtschaften) der etwa 500 sächsischen Direktvermarkter im Freistaat Sach-
sen organisiert sind. Auch wird der Informations- und Erfahrungsaustausch über die Landes-
grenzen des Freistaates Sachsen hinaus mit anderen Bundesländern und der Bundesregie-
rung gepflegt.
33
Im Freistaat Sachsen waren Ende 2010 36 Erzeugergemeinschaften nach dem Marktstruk-
turgesetz anerkannt, die größten Anteile der in Erzeugergemeinschaften gebündelten an den
insgesamt erzeugten Mengen liegen bei Schweinefleisch, Rindfleisch und bei Milch.
34
Unter den Schutz von geografischen Angaben und Ursprungsbezeichnungen für Agrarer-
zeugnisse und Lebensmittel der EU fielen im Jahr 2012 von 82 deutschen Produkten vier
aus dem Freistaat Sachsen: Altenburger Ziegenkäse, Meißner Fummel, Lausitzer Leinöl und
Dresdener Christstollen.
35
Insgesamt erwirtschaftete die sächsische Landwirtschaft im Jahr 2010 eine Bruttowertschöp-
fung (BWS) in Höhe von 709 Mio. EUR
36
und konnte ihren Anteil an der BWS der Landwirt-
schaft ganz Deutschlands von 3,5 % im Jahr 1991 auf 5 % im Jahr 2010 stetig ausbauen.

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
13
Jedoch ist die BWS in der Landwirtschaft in allen Bundesländern Schwankungen unterwor-
fen. Die Schwankungen liegen im Freistaat Sachsen mit einer Standardabweichung in Höhe
von 16,3 % (2000 bis 2010) deutlich über dem nationalen Vergleichswert (13,8 %). Die
Schwankungen der BWS bedingen Schwankungen im verfügbaren Einkommen der Landwir-
te und führen in ihrer Folge ebenfalls zu Schwankungen bei den Bruttoinvestitionen.
Sowohl das weitmaschige Wegenetz in großen Schlägen als auch die kleinflächigen und
zersplitterten landwirtschaftlichen Flächen kleinerer Betriebe sind ursächlich für erhebliche
Defizite in der landwirtschaftlich genutzten Infrastruktur, die zumeist im Verantwortungsbe-
reich der Gemeinden liegen.
Extreme Erlösschwankungen durch erhebliche Ernteausfälle werden auch durch global zu-
nehmende Wetterextreme verursacht. Die stärksten Beeinträchtigungen durch den künftigen
Klimawandel sind im Pflanzenbau auf den diluvialen Standorten mit geringer Wasserspei-
cherkapazität in der Oberlausitz und Nordsachsen und im Obst- und Weinbau durch erhöhte
Spätfrostgefahr, Sonnenbrandschäden und Trockenheit zu erwarten.
Neben Vorsorgemaßnahmen gegen Extremwetterereignisse werden Anpassungsstrategien
an den Klimawandel verfolgt. Die fachlichen Grundlagen für Anpassungsstrategien der
Landwirtschaft an den Klimawandel sind erarbeitet und in der Strategie zur Anpassung der
sächsischen Landwirtschaft an den Klimawandel festgehalten.
37
Vor dem Hintergrund global zunehmender Wetterextreme wurde eine Änderung beim Ver-
kehrssteueränderungsgesetz (seit 2013 in Kraft) in Form einer Steuersenkung für Mehrge-
fahrenversicherungen umgesetzt. Es besteht nun die Möglichkeit, dass sich landwirtschaftli-
che Betriebe betriebsspezifisch wesentlich preisgünstiger als bisher gegen viele Risiken –
auch Starkregen und Überflutung – versichern können.
Der Freistaat Sachsen verfügte zum 01.01.2012 über eine Waldfläche von 523.782 ha
38
. Mit
45,9 % ist der Anteil der privaten Waldbesitzer (inklusive Treuhandrestwald) höher als der
Anteil des Landes- und Bundeswaldes mit 44,0 %. Weitere 10,1 % der Waldfläche sind Kir-
chen- und Kommunalwald.
Im Freistaat Sachsen gibt es insgesamt ca. 75.000 Waldbesitzer, davon sind knapp 73.000
Privatwaldbesitzer.
39
Diese hohe Anzahl ergibt sich auch aus der seit 1992 an die Eigentü-
mer rückübertragenen, zuvor von den staatlichen Forstwirtschaftsbetrieben bewirtschafteten
privaten Wälder. Dadurch ist insbesondere der Privatwald sehr kleinstrukturiert, mit allen
damit verbundenen Nachteilen. So konnte z. B. durch den langjährigen Entzug des Eigen-
tums tradiertes Wissen nicht an die Erben der Waldbesitzer weitergereicht werden, so dass
nunmehr ein erhebliches Wissensdefizit bei den privaten Waldbesitzern vorhanden ist.
40
Über 90 % der privaten Waldbesitzer bewirtschaften Flächen bis max. 5 ha, die durchschnitt-
liche Betriebsgröße im Privatwald liegt bei nur 3,3 ha. In den derzeit bestehenden 28 forst-
wirtschaftlichen Zusammenschlüssen sind nur ca. 2.300 Waldbesitzer organisiert.
41
Die Erschließung der sächsischen Wälder mit der erforderlichen Infrastruktur für die Holznut-
zung ist im Vergleich zur Situation in anderen Bundesländern unterdurchschnittlich. Im Frei-
staat Sachsen beträgt die Wegedichte für Fahrwege 23,6 m/ha, während sie im Durchschnitt
der neuen Bundesländern 28,6 m/ha – in den alten Bundesländern sogar 54,4 m/ha – be-
trägt.
42
Im kleinstrukturierten Privatwald sind die Erschließungsdefizite besonders groß.
43
Die Holzindustrie ist durch eine starke Nachfragekonzentration in Deutschland und damit
auch im Freistaat Sachsen gekennzeichnet. Es gibt im Freistaat Sachsen zwei große Betrie-
be der holzbe- und -verarbeitenden Industrie
44
, deren Einschnittskapazitäten höher sind als
der Holzeinschlag
45
im Freistaat Sachsen von 1,3 Mio. m³ im Jahr 2011. Hinzu kommen rund
100 kleinere stationäre und mobile Sägewerke, deren Einschnittskapazitäten jedoch deutlich
geringer sind.

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
14
4.1.1.3 Natürliche Ressourcen und Klimaschutz
Die natürlichen Ressourcen des Freistaates Sachsen weisen vielfältige Stärken auf, sind
aber auch teilweise belastet oder Risiken ausgesetzt. Mehr als 55 % der Fläche des Frei-
staates Sachsen sind als LF ausgewiesen, 28,4 % sind von Wald bedeckt und 12,4 % der
Landesfläche nehmen Siedlungs- und Verkehrsflächen ein.
46
Von den LF im Freistaat Sach-
sen wurden 2010 79,0 % als Ackerland, 20,4 % als Grünland und 0,6 % mit Dauerkulturen
genutzt.
Rund 60 % der Ackerflächen im Freistaat Sachsen sind potenziell durch Wasser- und 15 %
durch Winderosion gefährdet. Von der Winderosion stärker betroffen ist der nördliche Teil
des Freistaates Sachsen, Wassererosion tritt v. a. im ackerbaulich genutzten Lösshügelland
und teilweise im Mittelgebirge auf. Mit der vermuteten Zunahme an Extremwetterereignissen
ist mit einer steigenden Wassererosion zu rechnen. Die Häufung von Trockenperioden be-
günstigt dagegen die Winderosionsgefährdung der Böden.
483 der insgesamt 617 Fließgewässer-Wasserkörper und 32 der 34 Standgewässer-
Wasserkörper befinden sich in einem guten chemischen Zustand entsprechend den Kriterien
der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Die vorrangig nachgewiesenen Schadstoffe, die zu
einer Minderung der Wasserqualität führen, sind DDT, Nitrat, Polyzyklische Aromatische
Kohlenwasserstoffe und Cadmium. Der ökologisch gute Zustand nach der WRRL wurde bis-
her nur bei 23 Fließgewässer-Wasserkörpern und bei 13 Standgewässer-Wasserkörpern
erreicht. Ursächlich für den bisher schlechten Zustand sind v. a. Defizite der Gewässerstruk-
tur. Nach Schätzungen des LfULG gibt es an kleineren Gewässern einen erheblichen Bedarf
an standortgerechter Uferbepflanzung. Eine standortgerechte Ufervegetation bietet Lebens-
raum für zahlreiche Arten und festigt die Uferböschungen. Dies ist auch im Zusammenhang
mit Hochwasserereignissen von Bedeutung.
Bei den Grundwasserkörpern weisen 33 von insgesamt 70 einen chemisch schlechten Zu-
stand auf. Sie sind hauptsächlich durch Stoffeinträge aus diffusen Quellen belastet. Darunter
v. a. Nitrat (17 Grundwasserkörper) aus landwirtschaftlichen Nutzungen und Ammonium
(5 Grundwasserkörper).
Die Stickstoff-Bilanz der landwirtschaftlich genutzten Böden im Freistaat Sachsen hat sich in
den letzten Jahren nach ungünstigen Werten zu Beginn des Jahrtausends wesentlich ver-
bessert. Im Durchschnitt der Jahre 2007 bis 2010 lag der Wert bei rund 5 kg/ha.
47
Der Rest-
nitratgehalt der Böden im Herbst ist in den Jahren 2008 bis 2010 kontinuierlich zurückge-
gangen. 2010 betrug der Wert 52 kg/ha. Im Vergleich der Werte Anfang der 1990er Jahre mit
den Durchschnittswerten der letzten Jahre lässt sich hinsichtlich des Restnitrats ein positiver
Trend, d. h. ein abnehmender Nitratgehalt, beobachten.
48
Die Landwirtschaft ist durch die Freisetzung von Methan- und Lachgas mit rund 5 %
(2,7 Mio. t CO
2äq
pro Jahr) an den Treibhausgas-Emissionen im Freistaat Sachsen beteiligt
und ist Hauptverursacher für den Ausstoß von Ammoniak, hier bestehen noch Reduzie-
rungspotenziale. Durch den steigenden Flächendruck in der Landwirtschaft kommt es zum
häufigeren Grünlandumbruch, der jedoch auch aus Gründen der Reduktion von Treibhaus-
gasen (THG) zu vermeiden ist. Die Fläche zur Produktion von nachwachsenden Rohstoffen
betrug 2010 ca. 110.500 ha zur energetischen und rund 19.500 ha zur stofflichen Verwer-
tung. Im Jahr 2010 stammten 37,3 % des Stroms aus erneuerbaren Energien aus Biomasse.
Der Anteil regenerativ erzeugten Stroms am gesamten Stromverbrauch im Freistaat Sach-
sen erhöhte sich seit 2000 jährlich um etwa 1,2 % und betrug 2010 17 %.
Im Vergleich zu anderen Wirtschaftssektoren entstehen in der Landwirtschaft nur wenige
THG durch den Energieverbrauch. Am energieintensivsten, abgesehen vom Kraftstoffver-
brauch, sind Prozesse in Ställen der Masttierhaltung und Milchkühlung. Darüber hinaus ha-
ben Betriebe des Gartenbaus mit beheizten Unterglasflächen einen hohen Energiebedarf.
49
Im Rahmen von Untersuchungen bei Zierpflanzenbetrieben im Freistaat Sachsen wurde
festgestellt, dass die eingesetzte Technik teilweise nicht mehr dem Stand der Technik ent-

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
15
spricht. Durch eine Modernisierung der Betriebe könnte ein Energiesparpotenzial bei Wärme
im Mittel von mehr als 35 % und beim Stromverbrauch um ca. 30 % erreicht werden.
50
Die Gebietskulisse der benachteiligten Gebiete umfasst bisher mit einer Fläche von
353.085 ha LF im Freistaat Sachsen einen Anteil von 38,7 % an der gesamten LF des Frei-
staates Sachsen. Die benachteiligten Gebiete konzentrieren sich auf die Vorgebirgs- und
Mittelgebirgslagen im Süden und die Heidegebiete im Norden des Landes.
Landwirtschaftliche Flächen mit besonderem Wert für den Naturschutz (HNV-Flächen) neh-
men im Freistaat Sachsen 13 % der gesamten Landwirtschaftsfläche ein. Der Anteil der mit
Stufe I (äußerst hoher Naturwert) bewerteten Fläche liegt mit 2,9 % höher als in Deutschland
(2,2 %).
51
Die Natura 2000-Gebiete umfassen 15,9 % der Landesfläche und entsprechen damit dem
deutschlandweiten Anteil mit 15,4 % im Jahr 2011, liegen aber deutlich unter dem Anteil der
ausgewiesenen Flächen in Europa (EU-27: 17,9 %).
52
Davon sind im Freistaat Sachsen
248.961 ha Vogelschutzgebiete (SPA-Gebiete), 168.665 ha FFH-Gebiete und 292.805 ha
nach beiden Richtlinien ausgewiesene Schutzgebiete.
53
Insgesamt kommen im Freistaat
Sachsen 47 FFH-Lebensraumtypen vor.
Dabei ist die Kulturlandschaft jedoch von intensiver Landnutzung geprägt. Strukturarme Be-
reiche im Lösshügelland, Entwässerung in Auengebieten, Siedlungsentwicklung und Berg-
bau haben dazu geführt, dass 56 % der Biotoptypen des Freistaates Sachsen gefährdet sind,
auch befinden sich nur ca. 57 % der FFH-Lebensraumtypen in einem günstigen Zustand.
Neben der Intensivierung hat auch die Nutzungsaufgabe für viele Agrarbiotoptypen Flächen-
oder Qualitätsverlust zur Folge. Betroffen sind damit auch die von diesen Lebensräumen
abhängigen Tier- und Pflanzenarten.
Im Freistaat Sachsen treten 92 streng geschützte Tierarten (außer Vögel) auf. Der Erhal-
tungszustand ist bei 51 Arten unzureichend bis schlecht.
54
Im Freistaat Sachsen wurden 177 Vogelarten mit hervorgehobener artenschutzrechtlicher
Bedeutung definiert. Der Erhaltungszustand dieser Arten wird nach derzeitigem Kenntnis-
stand bei 86 Arten als unzureichend bis schlecht eingeschätzt. 55 dieser Vogelarten kom-
men auf Landwirtschaftsflächen
55
oder deren Umfeld vor, 24 Vogelarten besiedeln den Wald.
Bislang liegen von 42 Vogelarten des Anhang I der Vogelschutzrichtlinie Brutnachweise
vor.
56
Für diese Vogelarten, 16 weitere vom Aussterben bedrohte oder stark gefährdete
Brutvogelarten sowie für eine Reihe weiterer Gastvogelarten wurden europäische Vogel-
schutzgebiete gemeldet
57
und durch Grundschutzverordnungen rechtlich gesichert.
58
Der Anteil der Waldflächen in Natura 2000-Gebieten an der Gesamtwaldfläche im Freistaat
Sachsen ist mit 29,5 % überdurchschnittlich im Vergleich zum Bundesdurchschnitt mit
25,7 % und dem EU-27-Durchschnitt mit 22,9 %.
59
Insgesamt 99.062 ha der als FFH-Gebiet
ausgewiesenen Areale sind Waldfläche. Dies entspricht einem Anteil von ca. 19 % an der
Gesamtwaldfläche. Darin enthalten sind ca. 13.600 ha Wald, in denen eine von Bewirtschaf-
tungseinflüssen ungestörte Waldentwicklung (Totalreservate im Nationalpark, Naturwaldzel-
len u. a.) möglich ist. Die SPA-Gebiete mit Waldfläche nehmen 128.296 ha ein (ca. 51 % der
als SPA ausgewiesenen Flächen). Auch sind ca. 69 % der sächsischen Naturschutzgebiete
und 39 % der Landschaftsschutzgebiete Wald.
Der Waldanteil im Freistaat Sachsen betrug im Jahr 2012 lediglich 28,4 % und ist somit im
Vergleich zum Bundesdurchschnitt von 31 % unterdurchschnittlich. Die Waldverteilung ist
sehr heterogen. Waldreich sind das Erzgebirge, die Sächsische Schweiz und die nordöstli-
chen Landesteile. Geringer bewaldet sind die intensiv landwirtschaftlich genutzten Lössge-
biete, deren Schwerpunkt im zentralen und westlichen Teil des Freistaates Sachsen liegt.
Im Freistaat Sachsen dominieren Nadelbäume mit ca. 70 % an der Gesamtwaldfläche, Fich-
te und Kiefer bestimmen zu beinahe gleichen Anteilen das Bild. Bei dem Anteil von ca. 30 %
Laubbaumarten überwiegen die Arten mit geringer Lebensdauer, wie z. B. Birke und Pappel.
Der Wald ist historisch bedingt durch gleichaltrige Reinbestände geprägt. Die überwiegend

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
16
naturferne und wenig strukturierte Waldbestockung führt zu einer erhöhten Disposition ge-
genüber biotischen und abiotischen Schadfaktoren.
60
. Die Elastizität der Waldböden gegen-
über Säurestress ist gering und es besteht ein starkes bis sehr starkes Säurebelastungsrisi-
ko. In vielen Gebieten liegt der ph-Wert unter 4,2. 90 % aller Waldböden weisen im Haupt-
wurzelbereich zwischen 10 und 60 cm Tiefe nur niedrige und mittlere effektive Kationenaus-
tauschkapazitäten auf.
61
4.1.2
Stärken (Strengths [S]) im Programmgebiet
Unionspriorität 1
1-S-1
vielfältige, sehr rege Forschungslandschaft für die Land- und Forstwirtschaft und
Umweltforschung, eigene Ressortforschungsanstalt des SMUL (LfULG und SBS)
1-S-2
hohe Weiterbildungsbeteiligung von Betriebsleitern in großen landwirtschaftlichen
Betriebsgrößenklassen und Gartenbaubetrieben
1-S-3
flächendeckendes, breit gefächertes Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten im
Sektor Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft durch sowohl staatliche Institutionen,
Berufsverbände als auch private Bildungsträger
Unionspriorität 2
2-S-1
steigender Anteil des Freistaates Sachsen an der BWS der Land- und Forstwirt-
schaft in Deutschland
2-S-2
hohe Investitionsfreudigkeit der landwirtschaftlichen Unternehmer bei hohem Mo-
dernitätsgrad
2-S-3
hoch spezialisierte und leistungsstarke Milchproduktion
2-S-4
Gartenbaubetriebe mit gut ausgebildeten Betriebsleitern
Unionspriorität 3
3-S-1
hohe Anteile der in Erzeugergemeinschaften gebündelten an den insgesamt erzeug-
ten Mengen bei Schweinefleisch, Rindfleisch und bei Milch
3-S-2
hohe Wahrnehmung von Existenz- und Armutsrisiken durch zunehmende Extrem-
wetterereignisse
Unionspriorität 4
4-S-1
landschaftliche Vielfalt mit hohem Anteil an HNV-Farmland-Flächen birgt hohes Po-
tenzial zur Erhaltung der Artenvielfalt
4-S-2
knapp 1/5 der Gesamtwaldfläche liegt innerhalb von FFH-Gebieten, nahezu alle
FFH-Gebiete liegen teilweise im Wald und sind damit i. d. R. geringeren Belastun-
gen als in der Agrarlandschaft ausgesetzt
4-S-3
Trend zur Verringerung des Nitratgehalts der Böden
4-S-4
überwiegend guter chemischer Zustand der Oberflächenwasserkörper und Trend
zur Minderung von Stoffeinträgen in die Grundwasserkörper
Unionspriorität 5
5-S-1
hoher Anteil an LF mit konservierender Bodenbearbeitung mit positiven Wirkungen
auf die Kohlenstoffbindung im Boden
5-S-2
Waldflächenzunahme durch Aufforstungen

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
17
Unionspriorität 6
6-S-1
lebhaftes Gründungsgeschehen im Kleingewerbe und bei allen Arten von Dienstleis-
tungen/hohes Maß an Unternehmergeist
6-S-2
Existenz entwickelter und wirtschaftlich rentabler/wettbewerbsfähiger Branchen –
gesunde Struktur bei der Ausstattung mit Kleinbetrieben, lokalem Handwerk, Dienst-
leistungen
6-S-3
hohe Erwerbsbeteiligung der ländlichen Bevölkerung und hohe Mobilitätsbereit-
schaft
6-S-4
hoher Bestand an Kulturgütern und erhaltenswerten Kulturdenkmälern
6-S-5
umfangreiche gute Erfahrungen und Potenziale zur Entwicklung kleinräumiger loka-
ler Entwicklungskonzepte und Investitionsstrategien und hoher Grad an zivilgesell-
schaftlicher Beteiligung und Selbstorganisation
4.1.3
Schwächen (Weaknesses [W]) im Programmgebiet
Unionspriorität 1
1-W-1
geringe Weiterbildungsbeteiligung in der Landwirtschaft bei kleineren Betrieben
1-W-2
betriebsbedingt geringerer Anteil an kontinuierlich FuE betreibenden Unternehmen
der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft
1-W-3
hohes Wissensdefizit und geringes Weiterbildungsinteresse bei Privatwaldbesitzern
Unionspriorität 2
2-W-1
überdurchschnittlich hohe Arbeitsintensität in Betrieben bis 50 ha LF
2-W-2
unterdurchschnittliche Kapitalausstattung pro Arbeitsplatz insbesondere in kleineren
Betriebsgrößenklassen
2-W-3
erhöhte Ertragsrisiken v. a. auf diluvialen Standorten und im Obst- und Weinbau
2-W-4
kleinflächiger und zersplitterter Bestand an land- und forstwirtschaftlichen Eigen-
tumsflächen
Unionspriorität 3
3-W-1
geringer Anteil an Produkten (Lebensmitteln) mit geografischen und geschützten
Ursprungsangaben
Unionspriorität 4
4-W-1
unzureichende Vernetzung von Lebensräumen, was zur Minderung von Artenvielfalt
durch mangelnde Ausbreitungsmöglichkeiten führt
4-W-2
unzureichender bis schlechter Erhaltungszustand vieler Tier- und Pflanzenarten und
Lebensräume
4-W-3
überwiegend schlechter ökologischer Zustand der Oberflächenwasserkörper und
schlechter chemischer Zustand der Grundwasserkörper
4-W-4
Defizite bei standortgerechter Uferbepflanzung an kleinen Gewässern
4-W-5
geringer Anteil ökologisch/biologisch bewirtschafteter Flächen und somit ökolo-
gisch/biologisch erzeugter Produkte
4-W-6
hoher Anteil an Nadelbaumreinbeständen auf der Gesamtwaldfläche
4-W-7
hoher Anteil an LF mit naturbedingten Nachteilen

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
18
4-W-8
hoher Anteil LF mit potenzieller Gefährdung durch Wasser- bzw. auch Winderosion
4-W-9
geringer Anteil an Grünlandflächen
4-W-10 über die Hälfte der Biotoptypen des Freistaates Sachsen sind gefährdet
4-W-11 Defizit an Kleinstrukturen und Landschaftselementen in der Agrarlandschaft
Unionspriorität 5
5-W-1
schwankende THG-Emissionen in der Landwirtschaft trotz sinkender Tierbestände
5-W-2
geringer Anteil an ökologisch/biologisch bewirtschafteten Flächen, deren Bewirt-
schaftung in vielerlei Hinsicht klimafreundlicher ist als die konventionelle Landbe-
wirtschaftung
5-W-3
hoher Energieverbrauch im Gartenbau, Masttierhaltung und Milchkühlung
5-W-4
hoher Anteil von Privatwaldbesitzern mit Waldflächengröße unter 5 ha, dort insbe-
sondere strukturell bedingte Defizite in der Walderschließung und im Nutzungspo-
tenzial
5-W-5
teilweise stark ausgeräumte LF, dadurch erhöhte Bodenerosion und CO
2
-
Freisetzung durch Humusabbau
Unionspriorität 6
6-W-1
unzureichend angepasste Kapazitäten in Bezug auf die demografische Entwicklung
und damit schlechte Wirtschaftlichkeit vieler soziokultureller Einrichtungen
6-W-2
fehlende Mobilitätskonzepte und entsprechende Infrastrukturausstattung/ Dienstleis-
tungsangebote bezogen auf Personen- und Warentransport
6-W-3
teilweise schlechter baulicher Zustand kommunaler Infrastrukturen auch im Hinblick
auf die Notwendigkeit zur Barrierefreiheit insbesondere bei Beachtung der demogra-
fischen Entwicklung
6-W-4
unzureichende Ausstattung mit Informations- und Kommunikationstechnologien,
unzureichende Hochgeschwindigkeits-Breitbandversorgung im ländlichen Raum
6-W-5
mangelnde Profilierung vieler touristischer Betriebe
6-W-6
fehlende bzw. unzureichende Erschließung landwirtschaftlicher Flächen, geringer
Ausbaugrad landwirtschaftlicher Wege
6-W-7
unzureichende Nutzung innovativer Ansätze (z. B. angepasste Dienstleistungen)
6-W-8
unterdurchschnittlich wenige landwirtschaftliche Betriebe mit Einkommen aus nicht-
landwirtschaftlichen Tätigkeiten
6-W-9
unzureichende wirtschaftliche Ausschöpfung bestehender ökonomischer Potenziale
4.1.4
Chancen (Opportunities [O]) im Programmgebiet
Unionspriorität 1
1-O-1
hohe Innovationskraft im Freistaat Sachsen
1-O-2
Strategien zur Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel vorhanden
Unionspriorität 2
2-O-1
deutlicher Anstieg der Erfolgskennziffern in Betrieben ab 250.000 EUR Standard-
output

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
19
2-O-2
erwartbar Investitionen vermindern die Arbeitsintensität und erhöhen die Arbeitspro-
duktivität
2-O-3
Nachfrage nach heimischen ökologisch/biologisch erzeugten Produkten ist größer
als das Angebot, ökologisch/biologisch erzeugte Produkte vermindern Erlös- und
damit Einkommensschwankungen
2-O-4
Know-how für Qualitätserzeugung (Qualitätssicherungssysteme, Qualitätsprogram-
me) vorhanden, Qualitätserzeugung vermindert Erlös- und damit Einkommens-
schwankungen
Unionspriorität 3
3-O-1
trockenstressresistente tiefgründige Lössstandorte lassen auch künftig relativ hohe
und stabile Erträge erwarten
3-O-2
angepasste Bewirtschaftungsformen in den sächsischen Mittelgebirgen schützen
vor Klimawandelfolgen in der Landwirtschaft
Unionspriorität 4
4-O-1
zusammenhängende Waldflächen ermöglichen einen effektiven Naturschutz auf
großer Fläche
4-O-2
der Strukturwandel in der Landwirtschaft beinhaltet Chancen hinsichtlich einer Nut-
zungsoptimierung mit positiven Umweltwirkungen
Unionspriorität 5
5-O-1
Potenzial zur Senkung von THG-Emissionen durch Modernisierung und Rationali-
sierung der Landwirtschaft
5-O-2
steigender Anteil erneuerbarer Energien am Primärverbrauch insbesondere aus
nachwachsenden Rohstoffen und Biogas
5-O-3
steigende Nachfrage nach Holz für die stoffliche und energetische Verwertung
Unionspriorität 6
6-O-1
gute Ausstattung mit natürlichen Potenzialen (Umwelt, Landschaft, Naturraum)
6-O-2
Infrastruktur für die Zusammenarbeit im Einkauf, der Erzeugung und Vermarktung
sind sachsenweit vorhanden
6-O-3
vergleichsweise gute Entwicklung des verfügbaren Einkommens der privaten Haus-
halte
6-O-4
Potenzial zur gebietsübergreifenden oder transnationalen Kooperation vorhanden
6-O-5
Vorhandensein touristischer Infrastruktur, gute Ausstattung mit historisch bedeut-
samen Kulturgütern und Denkmälern
6-O-6
Vorhandensein unternehmerischen Potenzials in der Landwirtschaft zur Schaffung
außerlandwirtschaftlicher Beschäftigungsmöglichkeiten
6-O-7
gut entwickelte kulturpolitische Potenziale, gesellschaftliche und kulturelle Vielfalt,
ausgeprägtes Vereinsleben, hohe Bereitschaft zum Verbleiben im ländlichen Raum
und zu dessen Erhaltung als Lebensraum
6-O-8
Vorhandensein qualifizierter Arbeitskräfte der gewerblichen Branchen und Dienst-
leistungssektoren
6-O-9
derzeit (2010) rückläufige und im nationalen Vergleich geringere Verschuldung der
Kommunen

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
20
6-O-10 gut arbeitende Bottom-up-Strukturen auf lokaler Ebene
6-O-11 noch ungenutztes privates Entwicklungspotenzial vorhanden, da noch viele Ideen im
bisherigen LEADER-Prozess nicht realisiert
4.1.5
Risiken (Threats [T]) im Programmgebiet
Unionspriorität 1
1-T-1
geringe Lebensleistung und damit Nutzungsdauer der Milchkühe
1-T-2
gestiegene Volatilität der Agrarmärkte, Abbau der klassischen Marktordnungsin-
strumente als erhöhte Existenz-, Einkommens- und Investitionsrisiken für die Land-
wirtschaft
Unionspriorität 2
2-T-1
zunehmende Dequalifizierung des Humankapitals (berufliche Qualifikation) in kleine-
ren Betrieben in der Landwirtschaft gefährdet Steigerungen der Arbeits- und Ge-
samtfaktorproduktivität (technischer Fortschritt)
2-T-2
trotz hoher Investitionen sinkt der Modernitätsgrad des Anlagekapitals
2-T-3
Rentabilität der Milchproduktion leidet an hohen Produktionskosten
2-T-4
erwartbar geringe Bereitschaft zur Hofübernahme insbesondere bei kleineren land-
wirtschaftlichen Betrieben
Unionspriorität 3
3-T-1
zunehmende Extremwetterereignisse mit negativen Folgen (z. B. Spätfrostgefahr,
Sonnenbrandschäden und Trockenheit) v. a. auf diluvialen Standorten und im Obst-
und Weinbau sowie auch durch Überschwemmungen
Unionspriorität 4
4-T-1
zunehmende Nutzungsaufgabe von ertragsarmen Flächen und traditioneller Bewirt-
schaftungsformen, Verlust des durch diese Formen der Bewirtschaftung entstande-
nen Artenreichtums
4-T-2
Zunahme von Wetterextremen als erhöhte Existenz-, Einkommens- und Investitions-
risiken sowohl in Land- und Forstwirtschaft als auch außerhalb der Landwirtschaft
4-T-3
Zunahme biotischer und abiotischer Waldschäden durch Klimaveränderung mit
Häufung von Wetterextremen
4-T-4
Flächenneuinanspruchnahme meist zu Lasten von Land- und Forstwirtschaft
4-T-5
klimatische Veränderungen mit negativen Folgen für Ökosysteme
4-T-6
steigende Nachfrage nach Waldholz zur energetischen Verwertung kann zu einer
intensivierten Waldnutzung führen mit negativen Folgen auf die Bodengüte durch
Nährstoffentzug
Unionspriorität 5
5-T-1
steigende Wassernutzung in der Bewirtschaftung und zunehmende Bodenerosion
infolge klimatischer Veränderungen
5-T-2
zunehmende Konzentration im Bereich der holzbe- und verarbeitenden Industrie
beeinträchtigt die Wettbewerbsfähigkeit in der Forstwirtschaft
5-T-3
anhaltende Bodenversauerung in den Wäldern

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
21
Unionspriorität 6
6-T-1
vermutlich erhöhte Arbeitskraftfreisetzung aus der Landwirtschaft in den nächsten
Jahren
6-T-2
zunehmende wirtschaftliche Disparität zwischen ländlichem und Verdichtungsraum
und auch innerhalb des ländlichen Raums
6-T-3
verschlechterte Daseinsvorsorge und Verteuerung der Lebenshaltungskosten der
Landbevölkerung
6-T-4
allgemeiner Bevölkerungsrückgang, ungünstige Veränderung der demografischen
Struktur, Alterung der Gesellschaft, langfristig abnehmende Erwerbsbeteiligung, re-
gionale Bevölkerungskonzentration in den kreisfreien Städten und deren Peripherie
6-T-5
zunehmende Mobilitätskosten für die Bevölkerung aufgrund drastisch steigender
Energiekosten und erwartbar weiterer Anfahrtswege
6-T-6
hohe Langzeitarbeitslosenquote, hohes Armutsgefährdungspotenzial
6-T-7
zunehmende Folgekosten für Überkapazitäten sowie steigende Energiekosten bei
kommunalen (physischen) Infrastrukturen
4.1.6
Tabelle mit den Daten für die gemeinsamen Kontextindikato-
ren unterteilt in sozioökonomische und ländliche Indikatoren,
sektorale Indikatoren und Indikatoren für Umwelt und Klima
Tabelle 4-1:
Gemeinsame Kontextindikatoren
sozioökonomische und ländliche Situation
Name des Kontextindikators
Maßeinheit
(wenn relevant)
Wert
Kontextindikator
Jahr
Bemerkung
(1) Bevölkerung
insgesamt
Einwohner
4.137.051
2012
ländlich
% Anteil
43,64
2012
Einteilung nach LEP
2013 – vgl. Anlage 2
halbstädtisch
% Anteil
24,82
2012
städtisch
% Anteil
31,54
2012
(2) Altersstruktur
insgesamt < 15 Jahre
% Anteil der Gesamt-
bevölkerung
11,7
2012
insgesamt 15 – 64 Jahre
% Anteil der Gesamt-
bevölkerung
63,8
2012
insgesamt > 64 Jahre
% Anteil der Gesamt-
bevölkerung
24,5
2012
ländlich < 15 Jahre
% Anteil der Gesamt-
bevölkerung
13,5
2012
DE
ländlich 15 – 64 Jahre
% Anteil der Gesamt-
bevölkerung
65,8
2012
DE
ländlich > 64 Jahre
% Anteil der Gesamt-
bevölkerung
20,8
2012
DE
(3) Gebiet
insgesamt
km²
18.419,8
2012
ländlich
% Anteil der Gesamt-
fläche
68,8
2010
Einteilung nach LEP
2013 – vgl. Anlage 2
halbstädtisch
% Anteil der Gesamt-
fläche
26,6
2012
städtisch
% Anteil der Gesamt-
4,6
2012

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
22
fläche
(4) Bevölkerungsdichte
insgesamt
Einwohner/km²
224,9
2011
ländlich
Einwohner/km²
142
2011
Einteilung nach LEP
2013 – vgl. Anlage 2
(5) Erwerbstätigenquote
insgesamt
%
73,6
2012
männlich (15 – 64 Jahre)
%
76,2
2012
weiblich (15 – 64 Jahre)
%
70,8
2012
ländlich (dünn besiedelt)
(15 – 64 Jahre)
%
(75,6)
2012
DE-Wert gesamt
insgesamt (20 – 64 Jahre)
%
76,1
2012
männlich (20 – 64 Jahre)
%
78,7
2012
weiblich (20 – 64 Jahre)
%
73,4
2012
(6) Selbstständigenquote
insgesamt (15 – 64 Jahre)
%
11,4
2012
(7) Arbeitslosenquote
insgesamt (15 – 74 Jahre)
%
8,2
2012
Jugendliche (15 – 24 Jahre)
%
9,2
2012
ländlich (dünn besiedelt)
(15 – 74 Jahre)
%
(4,1)
2012
DE-Wert gesamt
Jugendliche im ländlichen
Raum (15 – 24 Jahre)
%
(6,0)
2012
DE-Wert gesamt
(8) Wirtschaftliche Entwicklung
insgesamt
Index KKS (EU-27 =
100) (PPS)
86,0
2010
ländlich
Index KKS (EU-27 =
100) (PPS)
(99,4)
2010
DE-Wert gesamt
(9) Armutsquote
insgesamt
% Anteil der Gesamt-
bevölkerung
(19,9)
2011
DE-Wert gesamt
ländlich (dünn besiedelt)
% Anteil der Gesamt-
bevölkerung
(21,5)
2011
DE-Wert gesamt
(10) Wirtschaftsstruktur (Bruttowertschöpfung)
insgesamt
EUR Mio.
86.399
2012
Abweichend von
Tabelle von European
Evaluation Network
(dort Zahlen von
2010)
Primärsektor
% Anteil der Ge-
samtwertschöpfung
1,3
2012
Sekundärsektor
% Anteil der Ge-
samtwertschöpfung
31,3
2012
Tertiärsektor
% Anteil der Ge-
samtwertschöpfung
67,5
2012
ländlich
% Anteil der Ge-
samtwertschöpfung
(13,8)
2010
DE-Wert gesamt
halbstädtisch
% Anteil der Ge-
samtwertschöpfung
70,4
2010
städtisch
% Anteil der Ge-
samtwertschöpfung
29,6
2010
(11) Beschäftigungsstruktur
insgesamt
1.000 Personen
1952
2010
Primärsektor
% Anteil
1,6
2010
Sekundärsektor
% Anteil
26,3
2010
Tertiärsektor
% Anteil
72,1
2010

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
23
ländlich
% Anteil
(15,2)
2010
DE-Wert gesamt
halbstädtisch
% Anteil
71,4
2010
städtisch
% Anteil
28,6
2010
(12) Arbeitsproduktivität nach Wirtschaftssektor
insgesamt
EUR/ET
42.060,3
2010
Primärsektor
EUR/ET
28.119,4
2010
Sekundärsektor
EUR/ET
48.566,8
2010
Tertiärsektor
EUR/ET
39.991,1
2010
ländlich
EUR/ET
(49.631,7)
2010
DE-Wert gesamt
halbstädtisch
EUR/ET
41.497,8
2010
städtisch
EUR/ET
43.471,3
2010
sektoral
Name des Kontextindikators
Maßeinheit
(wenn relevant)
Wert
Kontextindikator
Jahr
Bemerkung
(13) Beschäftigung nach Wirtschaftszweig
insgesamt
1000 Personen
1.940,8
2012
Landwirtschaft
1000 Personen
28,1
2012
Landwirtschaft
% Anteil
1,4
2012
Forstwirtschaft
1000 Personen
2,7
2012
Forstwirtschaft
% Anteil
0,1
2012
Ernährungswirtschaft
1000 Personen
37,2
2012
Ernährungswirtschaft
% Anteil
1,9
2012
Tourismus
1000 Personen
79,1
2012
Tourismus
% Anteil
4,1
2012
(14) Arbeitsproduktivität in der Landwirtschaft
insgesamt
EUR/Jahresarbeitsein
heit (AWU)
29.582,8
Ø 2009
– 2011
(15) Arbeitsproduktivität in der Forstwirtschaft
insgesamt
EUR/Jahresarbeitsein
heit (AWU)
52.322,0
Ø 2008
– 2010
DE-Wert gesamt
(16) Arbeitsproduktivität in der Ernährungswirtschaft
insgesamt
EUR/Person
38.796,9
2010
(17) Landwirtschaftliche Betriebe
insgesamt
Anzahl
6.290
2010
Betriebsgröße < 2 ha
Anzahl
470
2010
Betriebsgröße 2 – 4,9 ha
Anzahl
300
2010
Betriebsgröße 5 – 9,9 ha
Anzahl
1.190
2010
Betriebsgröße 10 – 19,9 ha
Anzahl
1.180
2010
Betriebsgröße 20 – 29,9 ha
Anzahl
520
2010
Betriebsgröße 30 – 49,9 ha
Anzahl
510
2010
Betriebsgröße 50 – 99,9 ha
Anzahl
650
2010
Betriebsgröße > 100 ha
Anzahl
1.490
2010
wirtschaftliche Betriebsgröße
< 2.000 SO
Anzahl
20
2010
wirtschaftliche Betriebsgröße
2.000 – 3.999 SO
Anzahl
200
2010
wirtschaftliche Betriebsgröße
4.000 – 7.999 SO
Anzahl
830
2010
wirtschaftliche Betriebsgröße
Anzahl
1.010
2010

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
24
8.000 – 14.999 SO
wirtschaftliche Betriebsgröße
15.000 – 24.999 SO
Anzahl
750
2010
wirtschaftliche Betriebsgröße
25.000 – 49.999 SO
Anzahl
760
2010
wirtschaftliche Betriebsgröße
50.000 – 99.999 SO
Anzahl
670
2010
wirtschaftliche Betriebsgröße
100.000 – 249.999 SO
Anzahl
880
2010
wirtschaftliche Betriebsgröße
250.000 – 499.999 SO
Anzahl
470
2010
wirtschaftliche Betriebsgröße
> 500.000 SO
690
2010
durchschnittliche Be-
triebsgröße
ha LF/Betrieb (UAA)
145,1
2010
durchschnittliche wirtschaftli-
che Betriebsgröße
EUR SO/Betrieb
286.666,3
2010
durchschnittliche Höhe der
Arbeitseinheiten (Personen)
Personen/Betrieb
4,4
2010
durchschnittliche Höhe der
Arbeitseinheiten (Jahresar-
beitseinheiten)
Jahresarbeits-
einheiten/Betrieb
(AWU)
3,8
2010
(18) Landwirtschaftliche Fläche
LF insgesamt
ha
912.740
2010
Ackerfläche
% Anteil der LF
79,0
2010
Dauergrünland und Weiden
% Anteil der LF
20,4
2010
Dauerkulturen
% Anteil der LF
0,6
2010
(19) Ökologisch bewirtschaftete Fläche
zertifiziert
ha LF
27.470
2010
in Umstellung befindlich
ha LF
6.090
2010
Anteil an der LF (sowohl
zertifizierte als auch in Um-
stellung befindliche Flächen)
% Anteil LF (UAA)
3.7
2010
(20) Bewässerte Fläche
insgesamt
ha
3.260,0
2010
Anteil LF
% Anteil LF
0,4
2010
(21) Großvieheinheiten
insgesamt
GV
634.350
2010
(22) Erwerbstätige in landwirtschaftlichen Betrieben
Erwerbstätige in landwirt-
schaftlichen Betrieben ins-
gesamt
Personen
27.710
2010
Erwerbstätige in landwirt-
schaftlichen Betrieben ins-
gesamt
Jahresarbeitseinhei-
ten
22.320
2010
(23) Altersstruktur der Betriebsleiter
Anzahl der Betriebsleiter
insgesamt
Anzahl
6.300
2010
Anteil der <35-Jährigen
% Anteil der Betriebs-
leiter
8,1
2010
Verhältnis <35 / >= 55 Jähri-
gen
Anzahl der < 35 -
Jährigen Betriebslei-
ter pro 100 Betriebs-
leiter > 55 Jahre
21,8
2010
(24) Landwirtschaftliche Ausbildung der Betriebsleiter

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
25
Anteil der Betriebsleiter mit
einer landwirtschaftlichen
Grund- oder Vollausbildung
% Anteil
67,9
2010
Anteil der Betriebsleiter < 35
Jahre mit einer landwirt-
schaftlichen Grund- oder
Vollausbildung
% Anteil
60,0
2010
(25) Landwirtschaftliches Faktoreinkommen
insgesamt
EUR/Jahresar-
beitseinheit (AWU)
29.943,1
2010
geschätzt
insgesamt (Index)
Index 2005 = 100
115,7
2010
geschätzt
(26) Landwirtschaftlicher Unternehmensgewinn
Lebensstandard der Land-
wirte
EUR/ Jahresarbeits-
einheit (AWU)
6.506,0
2010
Anteil des Lebensstandards
der Landwirte am Lebens-
standard der Beschäftigten
in anderen Sektoren
%
61,6
2012
DE
(27) Gesamtfaktorproduktivität in der Landwirtschaft
insgesamt (Index)
Index 2005 = 100
95,5
2011
DE
(28) Bruttoinvestition in der Landwirtschaft
Bruttoanlageinvestition
EUR Mio.
328,9
2010
Anteil Bruttoanlageinvestitio-
nen an Bruttowertschöpfung
(Primärsektor)
%
37,7
2010
insgesamt
1000 ha
11.076
2010
Anteil an der Landesfläche
% Anteil an der Lan-
desfläche
31,0
2010
(29) Wald und andere bewaldete Flächen (FOWL)
insgesamt
1000 ha
523,8
2012
Waldstrategie 2020
Freistaat Sachsen
Anteil an der Gesamtfläche
% Anteil
28,4
2012
(30) Touristische Infrastruktur
Gästebetten in Beherbungs-
betrieben
Anzahl der Gästebet-
ten
138.557,0
2011
ländlich
% Anteil
(29,2)
2011
DE-Wert gesamt
halbstädtisch
% Anteil
75,9
2011
städtisch
% Anteil
24,1
2011
Umwelt/Klima
Name des Kontextindikators
Maßeinheit
(wenn relevant)
Wert
Kontextindikator
Jahr
Bemerkung
(31) Bodendecke
Anteil LF
% Anteil der Gesamt-
fläche
60,1
2006
Anteil natürliches Grünland
% Anteil der Gesamt-
fläche
0,3
2006
Anteil forstwirtschaftliche
Fläche
% Anteil der Gesamt-
fläche
25,3
2006
Anteil Wald-Strauch-
Übergangsstadien
% Anteil der Gesamt-
fläche
1,5
2006
Anteil naturnahe Fläche
% Anteil der Gesamt-
fläche
0,4
2006
Anteil bebaute Fläche
% Anteil der Gesamt-
fläche
11,0
2006

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
26
Anteil anderer Flächen
% Anteil der Gesamt-
fläche
1,4
2006
(32) Fläche mit natürlichen Einschränkungen
insgesamt
% Anteil der LF
(UAA)
52,0
2005
DE-Wert gesamt
Berg
% Anteil der LF
(UAA)
2,1
2005
DE-Wert gesamt
andere
% Anteil der LF
(UAA)
48,9
2005
DE-Wert gesamt
spezifisch
% Anteil der LF
(UAA)
1,0
2005
DE-Wert gesamt
(33) Landwirtschaftliche Intensität
geringe Intensität
7,0
2007
mittlere Intensität
41,1
2007
hohe Intensität
51,9
2007
Beweidung
(9,9)
2010
DE-Wert gesamt
(34) Natura 2000
Gebietsanteil
% Gebietsanteil
15,9
2011
Anteil der LF (inkl. natürli-
chem Grünland)
% Anteil der LF
(UAA)
11,1
2011
Anteil der forstwirtschaftlich
genutzten Fläche
% der Waldfläche
29,5
2011
(35) Feldvögel
insgesamt (Index)
Index 2000 = 100
75,7
2008
DE-Wert gesamt
(36) Erhaltungszustand der landwirtschaftlichen Lebensräume (Grünland)
günstig
% Anteil bei der Be-
wertung von Lebens-
räumen
13,3
Ø
2001
– 2006
DE-Wert gesamt
ungünstig – unzureichend
% Anteil bei der Be-
wertung von Lebens-
räumen
60,0
Ø
2001
– 2006
DE-Wert gesamt
ungünstig – schlecht
% Anteil bei der Be-
wertung von Lebens-
räumen
26,7
Ø
2001
– 2006
DE-Wert gesamt
unbekannt
% Anteil bei der Be-
wertung von Lebens-
räumen
3,3
Ø
2001
– 2006
DE-Wert gesamt
(37) HNV-Farmlandflächen
insgesamt
% Anteil der LF
(UAA)
13
2011
(38) Geschützte Waldgebiete
Kategorie 1.1
% Anteil der Waldflä-
che (FOWL area)
0,0
2011
DE-Wert gesamt
Kategorie 1.2
% Anteil der Waldflä-
che (FOWL area)
2,0
2011
DE-Wert gesamt
Kategorie 1.3
% Anteil der Waldflä-
che (FOWL area)
27,9
2011
DE-Wert gesamt
Kategorie 2
% Anteil der Waldflä-
che (FOWL area)
41,7
2011
DE-Wert gesamt
(39) Wasserentnahme in der Landwirtschaft
insgesamt
1000 m
3
2.027,1
2010
(40) Wasserqualität
Potenzieller Stickstoffüber-
schuss in landwirtschaftli-
kg Na/ha/Jahr
85,5
Ø
2007-
2010
DE-Wert gesamt

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
27
chen Nutzflächen
Potenzieller Phosphorüber-
schuss in landwirtschaftli-
chen Nutzflächen
kg P/ha/Jahr
1,0
Ø
2005-
2008
DE-Wert gesamt
Nitrate im Trinkwasser –
Oberflächengewässer
hohe Qualität
mittlere Qualität
niedrige Qualität
% Anteil der Überwa-
chungsstandorte
20,1
72,4
7,5
2010
2010
2010
DE-Wert gesamt
DE-Wert gesamt
DE-Wert gesamt
Nitrate im Trinkwasser –
Grundwasser
hohe Qualität
mittlere Qualität
niedrige Qualität
% Anteil der Überwa-
chungsstandorte
67,5
17,2
15,3
2010
2010
2010
DE-Wert gesamt
DE-Wert gesamt
DE-Wert gesamt
(41) Organische Substanz im Boden
Schätzung des gesamten
organischen Kohlenstoff-
gehaltes
Megatonnen
221,6
2009
DE-Wert gesamt
Durchschnittlicher Kohlen-
stoffgehalt
g kg-1
12,4
2009
DE-Wert gesamt
(42) Bodenerosion
Bodenabtragsrate durch
Wassererosion
Tonnen/ha/Jahr
nicht bekannt
2006
Daten CCW1 und
CCW2 nach Direkt-
ZahlVerpflV
betroffene landwirtschaftli-
che Fläche (CCW1 und
CCW2 nach DirektZahlVer-
pflV)
1000 ha AF
1000 ha LF
283,8 ha AF
408,2 ha LF
Ø
2011-
2013
betroffene landwirtschaftli-
che Fläche (CCW1 und
CCW2 nach DirektZahlVer-
pflV)
% der AF
% der LF
39,5
42,1
Ø
2011-
2013
(43) Erzeugung erneuerbare Energien aus Land- und Forstwirtschaft
aus der Landwirtschaft
t RÖE (kToe)
8.944,5
2010
aus der Forstwirtschaft
t RÖE (kToe)
12.230,0
2010
(44) Energieverbrauch in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft
Land- und Forstwirtschaft
t RÖE (kToe)
774,0
2011
Verbrauch pro ha (Land- und
Forstwirtschaft)
kg RÖE/ha LF
27,8
2011
Ernährungswirtschaft
t RÖE (kToe)
4.922,0.
2011
(45) THG-Emissionen aus der Landwirtschaft
Landwirtschaft insgesamt
(CH
4
und N
2
O sowie Boden-
emissionen/ Bodenabträge)
1000 t CO
2
äq
2.725
2010
Anteil THG-Emissionen
% der Netto-
emissionen
5,2
2010

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
28
4.1.7
Tabelle mit Daten für die programmspezifischen Kontextin-
dikatoren unterteilt in sozioökonomische und ländliche Indi-
katoren, sektorale Indikatoren und Indikatoren für Umwelt
und Klima
Tabelle 4-2:
Programmspezifische Kontextindikatoren
sozioökonomische und ländliche Situation
Name des Kontextindikators
Maßeinheit
Wert
Kontextindikator
Jahr
Bemerkung
Erwerbstätige
Anzahl
1,97 Mio.
2012
Statistisches Landes-
amt des Freistaates
Sachsen
sektoral
Name des Kontextindikators
Maßeinheit
Wert
Kontextindikator
Jahr
Bemerkung
viehhaltende Landwirt-
schaftsbetriebe
Anzahl
4.737
2010
Regionale Ergebnisse
Landwirtschaftszäh-
lung
Umwelt/Klima
Name des Kontextindikators
Maßeinheit
Wert
Kontextindikator
Jahr
Bemerkung
Nadelbäume an der Ge-
samtwaldfläche
%
70
2012
Waldstrategie Frei-
staat Sachsen
4.2
Bedarfsanalyse
4.2.1
Nennung der Bedarfe
Unionspriorität 1: Förderung von Wissenstransfer und Innovation in der Land-
und Forstwirtschaft und den ländlichen Gebieten mit Schwerpunkt auf den fol-
genden Bereichen
Schwerpunktbereich 1a): Förderung der Innovation, der Zusammenarbeit und des
Aufbaus der Wissensbasis in ländlichen Gebieten
B1 Unterstützung der Suche nach alternativen Einkommen durch entsprechende Weiterbil-
dungs- und Informationsmaßnahmen
Basierend auf der SWOT-Analyse (1-S-3, 6-S-1, 1-W-1, 2-W-1, 6-O-6, 6-T-1, 2-T-1, 2-T-4) bedarf
es der Unterstützung der Suche nach alternativen Einkommen durch entsprechende Weiterbil-
dungs- und Informationsmaßnahmen bzw. auch der Unterstützung des Gründungsverhaltes durch
Informationsveranstaltungen und Weiterbildung für KMU im ländlichen Raum.
Beschreibung:
Das Erfordernis an umfassender Information und Wissensvermittlung erstreckt sich
auch auf die Unterstützung der Suche nach alternativen Einkommensmöglichkeiten im ländlichen
Raum im Fall von Beschäftigungslosigkeit oder drohender Arbeitslosigkeit. Im Landwirtschaftssektor
kann es zum einen aus wirtschaftlichen Gründen zur Freisetzung von Arbeitskräften kommen, zum
anderen besteht bei – insbesondere kleineren – landwirtschaftlichen Betrieben geringe Bereitschaft
zur Hofübernahme. Um drohende Abwanderung zu vermeiden ist das Aufzeigen von Beschäfti-
gungsalternativen, die auch die Möglichkeit einer beruflichen Selbstständigkeit (Gründung und Wei-
terbildung von KMU) im ländlichen Raum mit einbezieht, notwendig.

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
29
B2 Verbreitung wissenschaftlich fundierten Wissens betreffend die Bereiche Land-, Forst-
und Ernährungswirtschaft
Basierend auf der SWOT-Analyse (1-S-1, 2-S-3, 4-W-3, 4-W-5, 5-W-1, 5-W-2, 5-W-3, 2-O-3, 2-O-4,
5-O-1, 5-O-2, 1-T-1, 1-T-2, 2-T-3, 4-T-5) bedarf es der Verbreitung wissenschaftlich fundierten Wis-
sens in den Bereichen Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft.
Beschreibung:
Die qualifizierte Wissensvermittlung, der Austausch von aktuellem Wissen und
Informationen in Bezug auf die Vielzahl von Herausforderungen im Bereich der Land-, Forst- und
Ernährungswirtschaft sowie die Stärkung der Wissensbasis in den ländlichen Gebieten sind die
Basis für eine erfolgreiche Umsetzung aller Unionsprioritäten. Der Freistaat Sachsen weist mit ins-
gesamt 34 Forschungseinrichtungen gut 5 % der insgesamt 678 deutschen Forschungseinrichtun-
gen auf und bietet damit die Voraussetzung, Innovationen in den entsprechenden Bereichen voran-
zutreiben.
Der Bedarf an Wissensvermittlung ist in Bezug auf die Themen breit gefächert und eng an die
Querschnittsziele Innovation, Umweltschutz und Eindämmung des Klimawandels und Anpassung
an seine Folgen geknüpft. Bei der Verbreitung wissenschaftlich fundierten Wissens bedarf es der
Unterstützung insbesondere bei landwirtschaftsnahen Themen, wie Informationen zu betriebsmittel-
reduzierenden Produktionsweisen und zur Minderung der THG-Emissionen, Möglichkeiten der Nut-
zung von Innovationen zur Ressourcenschonung und Energieeffizienz und somit auch zur Steige-
rung der Wirtschaftlichkeit aber auch zum Klimaschutz und geeignete Anpassungsstrategien an den
Klimawandel. Auch die Forschung selbst bedarf der Unterstützung, hier auch in Bezug auf die in der
SWOT-Analyse als Risiko festgestellte geringe Lebensleistung der Milchkühe.
Der Anteil an ökologisch bewirtschafteten Flächen im Freistaat Sachsen ist im Vergleich zu Ge-
samtdeutschland unterdurchschnittlich. Zur Anregung der Umstellung und Beibehaltung der Produk-
tion nach ökologischen/biologischen Grundsätzen besteht daher auch Bedarf der umfassenden
Information zum Mehrwert des ökologischen/biologischen Landbaus, seiner Realisierung und der
Vermarktung der Produkte.
B3 Stärkung der Risikowahrnehmung und des besseren Umgangs mit Risiken durch Infor-
mation zu Gefahren und Schutzmöglichkeiten
Basierend auf der SWOT-Analyse (3-S-2, 3-O-1, 3-O-2, 1-T-2) bedarf es der Stärkung der Risiko-
wahrnehmung und des besseren Umgangs mit Risiken zu Gefahren und Schutzmöglichkeiten.
Beschreibung:
Gerade Land- und Forstwirtschaft sind von den Extremwetterereignissen und deren
Häufung in den letzten Jahren verstärkt betroffen. Die hohe Wahrnehmung von Existenz- und Ar-
mutsrisiken im Zusammenhang mit den zunehmenden Extremwetterereignissen sollte für umfas-
sende Wissensvermittlung zu Gefahren, Vorsorge-, Schutz- und Gegenmaßnahmen genutzt wer-
den.
Schwerpunktbereich 1b): Stärkung der Verbindungen zwischen Landwirtschaft, Nah-
rungsmittelerzeugung und Forstwirtschaft sowie Forschung und Innovation, u. a. im
Interesse eines besseren Umweltmanagements und einer besseren Umweltleistung
B4 Aufbau und Stärkung von Verbindungen zwischen Land-, Forst- und Nahrungsmittelwirt-
schaft mit öffentlicher Forschung
Basierend auf der SWOT-Analyse (1-S-1, 1-S-3, 2-S-2, 1-O-1,1-W-2) bedarf es der Unterstützung
beim Aufbau und Stärkung von Verbindungen zwischen Land-, Forst- und Nahrungsmittelwirtschaft
mit öffentlicher Forschung.
Beschreibung:
Für die erfolgreiche Umsetzung der Unionsprioritäten ist neben der Vermittlung von
wissenschaftlich fundiertem, aktuellem Wissen und Information auch die Kooperation der Akteurs-
gruppen notwendig. Daher bedarf es auch der Unterstützung der Bildung und des Betriebs von
operationellen Gruppen (OPG) im Rahmen von EIP „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhal-
tigkeit“ bzw. auch der Unterstützung von Pilotprojekten, um den Transfer von wissenschaftlichen
Erkenntnissen in die landwirtschaftliche Praxis zu fördern und im Umkehrschluss die Erfahrungen
aus der Praxis für die angewandte Forschung zu nutzen.
B5 Unterstützung der Zusammenarbeit von Waldbesitzern bei der Erstellung von Waldbe-
wirtschaftungsplänen
Basierend auf der SWOT-Analyse (4-W-6, 2-W-4, 5-W-4, 5-O-3, 4-T-6) bedarf es der Unterstützung
der Zusammenarbeit von Waldbesitzern bei der Erstellung von Waldbewirtschaftungsplänen.
Beschreibung
: In der SWOT-Analyse des Freistaates Sachsen wird insbesondere die Eigentums-
zersplitterung im Privatwaldbesitz als Schwäche identifiziert. Diese führt zu strukturellen und wirt-

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
30
schaftlichen Nachteilen und damit zu einer geringeren Wettbewerbsfähigkeit bei der nachhaltigen,
erwerbsorientierten Waldbewirtschaftung. Eine Unterstützung bei der Erstellung von Waldbewirt-
schaftungsplänen kann zum einen dazu beitragen, wirkungsvoll die ökologische Entwicklung von
Waldflächen zu fördern und zum anderen eine Verbesserung von Holzabsatzmöglichkeiten errei-
chen.
Schwerpunktbereich 1c): Förderung des lebenslangen Lernens und der beruflichen
Bildung in der Land- und Forstwirtschaft
B6 Bereitstellung bedarfsorientierter Weiterbildungsangebote in Land- und Forstwirtschaft
Basierend auf der SWOT-Analyse (1-S-2, 2-S-4, 1-W-1, 1-W-3, 2-W-4) bedarf es der Bereitstellung
bedarfsorientierter Weiterbildungsangebote für Betriebsleiter in Land- und Forstwirtschaft.
Beschreibung:
In der SWOT-Analyse wurde eine Korrelation zwischen Betriebsgröße und Weiter-
bildungsinteresse festgestellt. 2010 hat fast ein Fünftel der Betriebsleiter landwirtschaftlicher Betrie-
be im Freistaat Sachsen an einer Weiterbildung teilgenommen (Deutschland: 22,4 %), dabei ist die
Teilnahme der Betriebsleiter der großen Betriebe im Freistaat Sachsen mit 46,4 % gegenüber der
Weiterbildungsbeteiligung in kleineren Betriebsgrößenklassen (z. B. 5 – 10 ha: 9 %) analog zur
beruflichen Qualifikation wesentlich größer. Eine Ausnahme bilden die Betriebsleiter spezialisierter
Gartenbaubetriebe unter 5 ha mit einer Weiterbildungsbeteiligung von 15 %. Im Freistaat Sachsen
besteht somit Bedarf spezifischer Angebote von Weiterbildungsmöglichkeiten im primären Sektor,
um einerseits bestehendes Interesse an Weiterbildungen zu befriedigen, andererseits aber auch um
Interesse an Weiterbildungen – insbesondere bei Betriebsleitern und Mitarbeitern kleinerer landwirt-
schaftlicher Betriebe sowie Privatwaldbesitzern – zu wecken.
Unionspriorität 2: Verbesserung der Lebensfähigkeit der landwirtschaftlichen
Betriebe und der Wettbewerbsfähigkeit aller Arten von Landwirtschaft in allen
Regionen und Förderung innovativer landwirtschaftlicher Techniken und der
nachhaltigen Waldbewirtschaftung mit Schwerpunkt auf den folgenden Berei-
chen:
Schwerpunktbereich 2a): Verbesserung der Wirtschaftsleistung aller landwirtschaftli-
chen Betriebe, Unterstützung der Betriebsumstrukturierung und -modernisierung ins-
besondere mit Blick auf die Erhöhung der Marktbeteiligung und -orientierung sowie
der landwirtschaftlichen Diversifizierung
B7 Unterstützung des gesunden Strukturwandels und Unterstützung von Investitionen in
marktorientierte landwirtschaftliche Betriebe
Basierend auf der SWOT-Analyse (2-S-1, 2-S-2, 2-S-3, 2-W-1, 4-W-5, 2-O-1, 2-O-2, 2-O-3, 3-O-1,
3-O-2, 1-T-1, 2-T-3) bedarf es der Unterstützung des gesunden Strukturwandels und Unterstützung
von Investitionen in marktorientierte landwirtschaftliche Betriebe und der weiteren Erhöhung des
Anteils des Freistaates Sachsen an der Bruttowertschöpfung in der Land- und Forstwirtschaft im
nationalen Vergleich.
Beschreibung:
Zur Stärkung und Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe
ist die Verbesserung der Wirtschaftsleistung unter Beachtung der gestiegenen Anforderungen an
Ressourceneffizienz und Klimaschutz sowie die Anpassung an die Folgen des Klimawandels not-
wendig. Auch die gesellschaftlich befürworteten erhöhten Anforderungen an Tierwohl und -gesund-
heit sind Motor für einen Strukturwandel innerhalb landwirtschaftlicher Betriebe und bedürfen der
Unterstützung. Besonderes Augenmerk liegt dabei unter Bezug auf die SWOT-Analyse auf der Un-
terstützung der marktorientierten Milchvieh-, Gartenbau-, Weinbau- und Ackerbaubetriebe bzw. der
Unterstützung der ökologisch/biologischen Landwirtschaft.
B8 Vorantreiben des quantitativen und qualitativen Kapitalstockaufbaus bei hochwertigen
innovativen, emissionsarmen Anlagen
Basierend auf der SWOT-Analyse (2-S-1, 2-S-2, 2-S-3, 2-W-2, 5-W-3, 5-O-1, 2-T-2) bedarf es der
Unterstützung des qualitativen und quantitativen Kapitalstockaufbaus bei hochwertigen, innovativen
und emissionsarmen Anlagen in der Landwirtschaft.
Beschreibung:
Trotz anhaltend überdurchschnittlicher Investitionstätigkeit ist die für die Arbeits-
produktivität wichtige Kapitalausstattung pro Arbeitsplatz immer noch vergleichsweise gering. Stei-
gerungspotenziale der Wettbewerbsfähigkeit durch Investitionsförderung marktorientierter Acker-

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
31
bau-, Gartenbau- und Milchviehbetriebe sind möglich. Neben dem quantitativen Aufbau des produk-
tiven Kapitalstocks bedarf es qualitativ hochwertiger, innovativer Anlagen, die auch anderen Her-
ausforderungen wie der notwendigen Anpassung an den Klimawandel oder der Verbesserung der
Tiergesundheit in der Milchproduktion begegnen.
Die Erhöhung der ökonomischen und ökologischen Leistungsfähigkeit und die Steigerung der Ren-
tabilität der landwirtschaftlichen Betriebe ist daher insbesondere über Investitionen in den qualitati-
ven und quantitativen Kapitalstock zu realisieren. Bei den Investitionen in Anlagen stehen Innovati-
on, Ressourceneffizienz, Reduktion von THG-Emissionen und tierartgerechte Landwirtschaft im
Vordergrund.
B9 Bindung von Investitionsförderung an berufliche Qualifikation
Basierend auf der SWOT-Analyse (1-S-2, 2-T-1) bedarf es bei der Investitionsförderung der Bin-
dung an eine berufliche Qualifikation, um der zunehmenden Dequalifizierung des Humankapitals zu
begegnen.
Beschreibung:
Aufgrund der günstigeren Wirkungsprognose ist die Bindung der Investitionsförde-
rung an eine berufliche Qualifizierung geboten.
Unionspriorität 3: Förderung einer Organisation der Nahrungsmittelkette, ein-
schließlich der Verarbeitung und Vermarktung von Agrarerzeugnissen, des
Tierschutzes und des Risikomanagements in der Landwirtschaft mit Schwer-
punkt auf den folgenden Bereichen:
Schwerpunktbereich 3a): Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Primärerzeuger
durch ihre bessere Einbeziehung in die Nahrungsmittelkette durch Qualitätsregelun-
gen, die Erhöhung der Wertschöpfung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, die Ab-
satzförderung auf lokalen Märkten und kurze Versorgungswege, Erzeugergemein-
schaften und -organisationen und Branchenverbände
B10 Qualifizierung von Landwirten sowie KMU der Ernährungswirtschaft zur Teilnahme an
Qualitätsregelungen
Basierend auf der SWOT-Analyse (3-W-1, 2-O-4, 1-T-2) bedarf es der Qualifizierung von Landwir-
ten sowie KMU der Ernährungswirtschaft zur Teilnahme an Qualitätsregelungen der EU und des
Freistaates Sachsen und der Unterstützung von Aufbau und Beteiligung an neuen Qualitätspro-
grammen zur Verminderung von Einkommensschwankungen.
Beschreibung:
Qualitätsprogramme sind ein Garant für eine gesicherte Herkunft und Qualität, für
den vertikalen Verbund von Erzeuger, Verarbeiter und Handel/Handwerk auf vertraglicher Basis
und für eine durchgängige neutrale Kontrolle auf allen Stufen. Qualitätsprogramme mit einem kon-
sequent umgesetzten schlüssigen Marketingkonzept können dazu beitragen, sächsische Produkte
auch über die Landesgrenzen erfolgreich zu vermarkten und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit
der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft des Freistaates Sachsen fördern. Daher besteht Unter-
stützungsbedarf bei dem Aufbau von Qualitätsprogrammen und bei der Qualifizierung von Landwir-
ten und KMU der Ernährungswirtschaft zur Teilnahme an Qualitätsregelungen der EU und des Frei-
staates Sachsen.
Schwerpunktbereich 3b): Unterstützung der Risikovorsorge und des Risikomanage-
ments in den landwirtschaftlichen Betrieben
B11 vorbeugender Schutz des landwirtschaftlichen Produktionspotenzials in sensiblen Be-
reichen
Basierend auf der SWOT-Analyse (3-S-2, 3-T-1, 4-T-2) besteht Bedarf des vorbeugenden Schutzes
landwirtschaftlichen Produktionspotenzials in sensiblen Bereichen, v. a. in überschwemmungefähr-
deten Bereichen (Hochwasserschutz) und auf diluvialen Standorten.
Beschreibung:
Extreme Erlösschwankungen durch erhebliche Ernteausfälle werden durch zuneh-
mende Wetterextreme verursacht. Die stärksten Beeinträchtigungen durch den künftigen Klima-
wandel sind im Pflanzenbau auf den diluvialen Standorten mit geringer Wasserspeicherkapazität in
der Oberlausitz und Nordsachsen und im Obst- und Weinbau durch erhöhte Spätfrostgefahr, Son-
nenbrandschäden und Trockenheit zu erwarten. Vor dem Hintergrund zu erwartender Änderungen
in der Jahresniederschlagsverteilung und der auf den leichten diluvialen Standorten in Nord- und
Ostsachsen verminderten Wasserspeicherkapazität gewinnt die Bewässerung und die Verbesse-

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
32
rung der Wassereffizienz weitere Bedeutung.
Auch in überschwemmungsgefährdeten Bereichen ergibt sich das Erfordernis des vorbeugenden
Schutzes landwirtschaftlicher Flächen.
Unionspriorität 4: Wiederherstellung, Erhaltung und Verbesserung der mit der
Land- und Forstwirtschaft verbundenen Ökosysteme mit Schwerpunkt auf den
folgenden Bereichen:
Schwerpunktbereich 4a): Wiederherstellung und Erhaltung sowie Verbesserung der
biologischen Vielfalt, auch in Natura-2000-Gebieten, Gebieten, die aus naturbedingten
oder anderen spezifischen Gründen benachteiligt sind, der Landbewirtschaftung mit
hohem Naturwert, sowie des Zustands der europäischen Landschaften
B12 Unterstützung der Bewahrung und Verbesserung der natürlichen Potenziale
Basierend auf der SWOT-Analyse (4-S-1, 4-W-1, 4-W-2, 4-W-10, 4-W-11, 4-O-1, 6-O-1, 4-T-1, 4-T-
5) bedarf es der Bewahrung und Verbesserung der natürlichen Potenziale, insbesondere der Siche-
rung der landschaftlichen Vielfalt und Erhalt des Anteils an HNV-Flächen und der Sicherung und
Erhaltung des natürlichen Erbes.
Beschreibung:
Die SWOT-Analyse zeigt für den Freistaat Sachsen eine gute Ausstattung mit na-
türlichen Potenzialen auf. Gleichwohl ist die Kulturlandschaft von intensiver Landnutzung geprägt.
Unterschiedliche Faktoren haben dazu geführt, dass 56 % der Biotoptypen im Freistaat Sachsen
gefährdet sind, 2 % werden in der Vorwarnliste aufgeführt. Der Schwund und die Veränderung von
Lebensräumen sind Hauptursachen für den Bestandsrückgang vieler Tier- und Pflanzenarten. So
weist z. B. ein erheblicher Anteil der Vogelarten der Agrarlandschaft einen unzureichenden bis
schlechten Erhaltungszustand der Population auf.
Von den insgesamt 47 im Freistaat Sachsen vorkommenden FFH-Lebensraumtypen (FFH-LRT)
befinden sich 27 in einem günstigen, elf in einem unzureichenden und sechs in einem schlechten
Zustand (von drei FFH-LRT ist der Zustand unbekannt).
Es bedarf daher fortdauernder konsequenter und bedarfsorientierter Maßnahmen zur Sicherung
und Verbesserung der natürlichen Potenziale.
B13 Unterstützung von Bewirtschaftungsformen mit besonderer Bedeutung für die Biologi-
sche Vielfalt
Basierend auf der SWOT-Analyse (4-S-1, 4-W-1, 4-W-2, 4-W-7, 4-W-10, 4-W-11, 5-W-5, 4-T-1)
bedarf es der Unterstützung von Bewirtschaftungsformen mit besonderer Bedeutung für die Biologi-
sche Vielfalt und zur Verbesserung der strukturellen Vielfalt/Biodiversität und der stärkeren Entwick-
lung von Kleinstrukturen und Landschaftselementen in der Agrarlandschaft.
Beschreibung:
Insbesondere auf Flächen mit landwirtschaftlicher Nutzung sind in Bezug auf den
Schutz der Biologischen Vielfalt unterschiedliche Wirkungen zu berücksichtigen. Denn sowohl die
Intensivierung der Landnutzung als auch die Aufgabe der Bewirtschaftung extensiv bewirtschafteter
Flächen kann zu Verlusten an Biologischer Vielfalt führen. Es besteht Bedarf für die Unterstützung
angepasster naturschutzgerechter Bewirtschaftungsweisen sowie für die Entwicklung von Klein-
strukturen (z. B. Brachflächen) in der Agrarlandschaft. Diese Maßnahmen dienen der Verbesserung
der Biologischen Vielfalt und helfen die Bestände der heimischen Fauna und Flora zu schützen und
zu entwickeln. Darüber hinaus können Kleinstrukturen wichtige Trittsteinbiotope des Biotopver-
bunds darstellen.
B14 Unterstützung spezifischer Artenschutz- und Biotopgestaltungsmaßnahmen inklusive
Technik/Ausstattung und Präventionsmaßnahmen
Basierend auf der SWOT-Analyse (4-S-1, 4-S-2, 4-W-1, 4-W-2, 4-W-10, 4-W-11, 4-O-1, 6-O-1, 4-T-
1) bedarf es der Sicherung, Wiederherstellung und Verbesserung des Erhaltungszustands von Bio-
topen, Lebensräumen und Arten durch spezifische Artenschutz- und Biotopgestaltungsmaßnah-
men, der Unterstützung zur Verbesserung des Biotopverbunds, der Unterstützung der Anschaffung
von Technik und Ausstattungsgegenständen als Voraussetzung zur Aufrechterhaltung traditioneller
Landnutzungsweisen mit besonderer Bedeutung für die Biologische Vielfalt sowie der Unterstützung
von Präventionsmaßnahmen vor Schäden durch geschützte Arten.
Beschreibung:
Zum Erhalt, der Verbesserung und Wiederherstellung der Biologischen Vielfalt sind
zahlreiche und differenzierte Anstrengungen notwendig. Insbesondere zur Sicherung und Wieder-
herstellung des Erhaltungszustands gefährdeter Arten und Lebensräume bedarf es spezifischer

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
33
Artenschutz- und Biotopgestaltungsmaßnahmen. Daneben sind auch Investitionen zur Anschaffung,
Errichtung und Installation von Technik und Ausstattung erforderlich, um z. B. Voraussetzungen für
die Aufrechterhaltung traditioneller Landnutzungsweisen zu schaffen. Ein besonderes Augenmerk
liegt zudem auf der Unterstützung von Präventionsmaßnahmen vor Schäden durch geschützte Ar-
ten zur Vermeidung von Konflikten. Zu den im Freistaat Sachsen vorkommenden Arten, die ein
besonderes Konfliktpotenzial mit verschiedenen Formen der Landnutzung aufweisen, gehören u. a.
der Biber und der Wolf.
B15 Unterstützung planungsgestützten Naturschutzes zum Erhalt der Biologischen Vielfalt
Basierend auf der SWOT-Analyse (4-S-1, 4-S-2, 4-W-1, 4-W-2, 4-W-10, 4-W-11, 4-T-1) bedarf es
der Unterstützung des planungsgestützten Naturschutzes zum Erhalt der Biologische Vielfalt sowie
der Unterstützung der Dokumentation von Artenvorkommen.
Beschreibung:
Grundlage für die erfolgreiche Sicherung von Lebensraumtypen und Arten ist eine
genaue Kenntnis der jeweiligen Vorkommen, eine Einschätzung der Gefährdungen und Erhaltungs-
potenziale sowie häufig eine detaillierte Planung der erforderlichen Handlungen. Für die 270 FFH-
Gebiete wurden Managementpläne erarbeitet, die eine solide Basis für die Umsetzung zielgerichte-
ter Naturschutzmaßnahmen im Hinblick auf die konkreten Erhaltungsziele des jeweiligen Gebietes
bieten. Darüber hinaus werden jedoch ergänzende Planungsunterlagen sowie aktuelle Informatio-
nen zu den Vorkommen geschützter oder gefährdeter Arten benötigt, um die naturschutzfachlichen
Zielstellungen erreichen zu können. Schwerpunkte stellen die Dokumentation von Artenvorkommen,
die Erarbeitung und Aktualisierung von Fachgutachten und Planungen für Schutzgebiete und die
Untersetzung des landesweiten Biotopverbunds mit Verbindungsflächen bzw. Biotopverbundflächen
sowie der landesweiten Konzeption für den Artenschutz im Freistaat Sachsen dar.
B16 Entwicklung und Durchführung von gemeinsamen Konzepten für Umweltprojekte sowie
gegenwärtig angewendete ökologische Verfahren
Basierend auf der SWOT-Analyse (4-S-1, 4-S-2, 4-W-1, 4-W-2, 4-W-10, 4-W-11, 6-O-1, 4-T-1) be-
darf es der Entwicklung und Umsetzung von gemeinsamen Konzepten für Umweltprojekte sowie
gegenwärtig angewendete ökologische Verfahren zur Erhaltung, Wiederherstellung und Verbesse-
rung der natürlichen Biologischen Vielfalt.
Beschreibung:
Die Sicherung der Biologischen Vielfalt ist eine Aufgabenstellung von hoher Kom-
plexität. Vielfältige Einflussfaktoren wirken sich negativ auf die Erhaltungszustände der Arten und
Lebensräume aus. Für die Lösung dieser Probleme ist daher vielfach die Einbindung und Zusam-
menarbeit zahlreicher unterschiedlicher Akteure erforderlich. Insbesondere für viele besonders ge-
fährdete und/oder geschützte Arten besteht im Freistaat Sachsen aufgrund einer europäischen oder
nationalen Schutzverantwortung und -verpflichtung ein dringender Bedarf zur Initiierung, Koordinie-
rung, Unterstützung und Durchführung gemeinsamer Projekte und Aktivitäten. Zu den relevanten
Akteuren zählen dabei insbesondere Landnutzer, Naturschutzverbände und -vereine sowie Natur-
schutzbehörden.
B17 Unterstützung der Information, Qualifizierung und Öffentlichkeitsarbeit/Umweltbildung
zum Schutz der Biologischen Vielfalt
Basierend auf der SWOT-Analyse (1-S-1, 4-S-1, 4-W-1, 4-W-2, 4-W-10, 4-W-11, 1-O-2, 4-O-1, 4-O-
2, 6-O-1, 4-T-1, 4-T-2, 4-T-3, 4-T-5) bedarf es der Unterstützung der Information, der Öffentlich-
keitsarbeit, Umweltbildung und Qualifizierung der Landnutzer, Waldbesitzer und Bevölkerung zum
Schutz der Biologischen Vielfalt.
Beschreibung:
Die Biologische Vielfalt im Freistaat Sachsen ist eng mit den jeweiligen Formen der
Landnutzung verbunden. Eine erfolgreiche Umsetzung von Naturschutzzielen setzt die Akzeptanz
von Landnutzern bzw. Flächeneigentümern voraus. Bestehende Akzeptanzdefizite sind u. a. durch
mangelnde Information und einer fehlenden Sensibilisierung der Landnutzer für den Naturschutz
hervorgerufen. Die Sicherung der Biologischen Vielfalt kann im Freistaat Sachsen nur gelingen,
wenn die Ziele des Naturschutzes durch die verschiedenen Landnutzer und Bevölkerungsgruppen
anerkannt und notwendige Maßnahmen akzeptiert, angenommen und fachgerecht umgesetzt wer-
den. Grundlage hierfür ist, dass das Wissen über ökologische Zusammenhänge und über die Be-
deutung der Biologischen Vielfalt verbreitet wird und allen Teilen der Bevölkerung zugänglich ist.
Die Themen Information, Qualifizierung, Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung sowie die Verbes-
serung des Kenntnisstandes über den Schutz und die Bedeutung der Biologischen Vielfalt sind
daher auch als wichtige Bestandteile im Handlungsprogramm zur Biologischen Vielfalt im Freistaat
Sachsen verankert. Die Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung in Naturschutzangelegenheiten ist
daher zu unterstützen. Auch muss die Kooperationsbereitschaft über eine aktive schutzgutbezoge-
ne Vor-Ort-Information und Aufklärung der Landnutzer zum Erfordernis der Naturschutzmaßnah-

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
34
men hergestellt werden. Landnutzer sind dahingehend zu qualifizieren, dass sie in der Lage sind,
naturschutzfachliche Erfordernisse zu bewerten, Anforderungen an die Erhaltung und Verbesserung
der Biologischen Vielfalt in ihre Flächennutzung zu integrieren und Förderangebote zur Umsetzung
konkreter naturschutzfachlicher Anforderungen gezielt zu nutzen.
B18 Verhinderung der Nutzungsaufgabe von ertragsarmen Flächen, ungünstigen Standorten
und traditioneller Bewirtschaftungsformen
Basierend auf der SWOT-Analyse (4-W-7, 4-W-10, 4-T-1) bedarf es der Verhinderung der Nut-
zungsaufgabe von ertragsarmen Flächen, ungünstigen Standorten und traditioneller Bewirtschaf-
tungsformen.
Beschreibung:
Neben der Intensivierung der Landnutzung hat auch die Nutzungsaufgabe für viele
Agrarbiotoptypen Flächen- oder Qualitätsverluste zur Folge. Betroffen sind damit auch die von die-
sen Lebensräumen abhängigen Tier- und Pflanzenarten. So weist z. B. ein erheblicher Anteil der
Vogelarten der Agrarlandschaft einen unzureichenden bis schlechten Erhaltungszustand der Popu-
lation auf. Zur Sicherung der Biologischen Vielfalt aber auch zur Erhaltung von Kulturlandschaften
bedarf es Anstrengungen hinsichtlich der Verhinderung der Nutzungsaufgabe von LF, die teilweise
landwirtschaftlich wenig rentabel sind, aber naturschutzfachlich hoch relevant. Die Unterstützung
dient auch der Aufrechterhaltung traditioneller Bewirtschaftungsmethoden.
B19 Minimierung der Flächenneuinanspruchnahme und Rückführung von Flächen in die
Primärproduktion
Basierend auf der SWOT-Analyse (4-T-1, 4-T-4) bedarf es der Begrenzung von Flächenneuinan-
spruchnahmen bzw. der Unterstützung bei einer Rückführung von Flächen in die Primärproduktion.
Beschreibung:
Die Verfügbarkeit von Flächen für eine land- und forstwirtschaftliche Nutzung wird
zunehmend durch bauliche Tätigkeiten eingeschränkt. Im Jahr 2011 waren 12,6 % des Gebietes im
Freistaat Sachsen Siedlungsfläche. Das vom Siedlungsbereich eingenommene Areal steigt jährlich
weiterhin an – meist zum Nachteil der Landwirtschaftsfläche. Der Flächenverbrauch in den letzten
elf Jahren war stark volatil. So schwankte die Flächenneuinanspruchnahme im Jahresdurchschnitt
zwischen 3 und 11 ha pro Tag. Die höchste Zunahme der Siedlungsfläche im Jahr 2010 fand in der
Region Chemnitz statt (3 ha pro Tag), die geringste in der Region Dresden (1,6 ha pro Tag). Im
Rahmen von Flächenrecycling wäre eine landwirtschaftliche Wiedernutzbarmachung von Sied-
lungsbrachen möglich. Im Freistaat Sachsen eignen sich nach ersten Erhebungen schätzungsweise
400 bis 1.000 ha Fläche für eine solche Umnutzung. Bauliche Flächeninanspruchnahmen sind ins-
besondere durch Innenentwicklung der Orte und Umnutzung vorhandener Gebäudesubstanz zu
vermeiden bzw. Möglichkeiten der Rückführung von Flächen in die Primärproduktion zu unterstüt-
zen.
B20 Unterstützung von Vorhaben zur Verjüngung natürlicher gebietsheimischer Waldgesell-
schaften/vorbeugende Maßnahmen gegen Waldschäden
Basierend auf der SWOT-Analyse (4-S-2, 4-W-6, 4-T-2, 4-T-3) bedarf es der Unterstützung von
Vorhaben zur Verjüngung natürlicher gebietsheimischer Waldgesellschaften in Schutzgebieten und
der Unterstützung von vorbeugenden Maßnahmen gegen biotische und abiotische Waldschäden.
Beschreibung:
Der Wald hat vielfältige Schutzfunktionen, die auch für die Erreichung der Quer-
schnittziele Umweltschutz und Eindämmung des Klimawandels und Anpassung an seine Auswir-
kungen besonders relevant sind. Die SWOT-Analyse zeigt einen unter dem Bundesdurchschnitt
liegenden Anteil an Waldfläche auf. Bei der Bestockung dominieren naturferne Nadelbaumreinbe-
stände, die nicht der natürlichen Baumartenausstattung entsprechen. Dadurch sind diese Waldöko-
systeme nur bedingt stabil und elastisch. Infolge der Zunahme der Extremwetterereignisse sind
diese sowohl gegenüber biotischen als auch abiotischen Schäden – insbesondere Waldbrand –
hoch gefährdet. Daher besteht Bedarf die Verjüngung natürlicher, gebietsheimischer Waldgesell-
schaften zu unterstützen um somit in besonderer Weise zur Erhaltung und Wiederherstellung ge-
fährdeter Waldlebensräume und der Verbesserung der Biologischen Vielfalt beizutragen und auch
die Waldökosysteme im Hinblick auf die Anpassung an die Folgen der Klimaänderung zu stärken.
Auch bedarf es der Unterstützung von Landwirten sowie Waldbesitzern bzw. deren Zusammen-
schlüsse bei physischen Vorsorgemaßnahmen mit Gemeinwohlinteresse im Zusammenhang mit
dem Schutz des Waldes.
B21 Sanierung von Trockenmauern als Stützmauern landwirtschaftlicher Flächen
Basierend auf der SWOT-Analyse (4-S-1, 6-O-1, 4-T-1) bedarf es der Unterstützung der Sanierung
von Trockenmauern als Stützmauern landwirtschaftlicher Flächen.
Beschreibung
: Trockenmauern als Stützmauern landwirtschaftlicher Flächen stellen häufig die

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
35
Grundlage für die Nutzbarkeit von Steil- und Hanglagen dar. Insbesondere für den Weinbau im
Freistaat Sachsen sind Trockenmauern von herausgehobener Bedeutung. Gleichzeitig besitzen
Weinbergmauern als unverfugte Natursteinmauern als Biotoptyp eine hohe landschaftsökologische
Bedeutung. Als kulturlandschaftsprägende Elemente kommen sie im Freistaat Sachsen vorwiegend
im sächsischen Elbtal und hier auch in Stadtgebieten der Agglomeration Dresden als Weinberg-
mauern vor. Deren Erhalt bzw. Sanierung bedarf daher der Unterstützung im gesamten Programm-
gebiet.
Schwerpunktbereich 4b): Verbesserung der Wasserwirtschaft, einschließlich des Um-
gangs mit Düngemitteln und Schädlingsbekämpfungsmitteln
B22 weitere Reduktion der Schadstoffeinträge in die Oberflächen- und Grundwasserkörper
im Sinne der Ziele der WRRL
Basierend auf der SWOT-Analyse (4-S-3, 4-S-4, 5-S-1, 4-W-3, 4-W-4, 4-W-8, 4-O-2) bedarf es der
kontinuierlich weiteren Reduktion der Schadstoffeinträge in die Oberflächen- und Grundwasserkör-
per im Sinne der Ziele der WRRL, der verstärkten Reduzierung der Boden- und Nährstoffeinträge
aus der Landwirtschaft in Gewässer sowie der Verbesserung der standortgerechten Uferbepflan-
zung insbesondere bei kleinen Gewässern.
Beschreibung:
Laut SWOT-Analyse haben die Oberflächenwasserkörper im Freistaat Sachsen
überwiegend einen guten chemischen Zustand, gleichwohl sind Schadstoffe nachgewiesen, die zu
einer Minderung der Wasserqualität führen. Die stoffliche Belastung der Gewässer durch Stickstoff
und Phosphat ist v. a. eine Folge von Nährstoffeinträgen aus der Landwirtschaft. Die Schwermetall-
belastung resultiert als Hinterlassenschaften des Steinkohle- und Erzaltbergbaus. Auch hinsichtlich
des ökologischen Zustands sind die Oberflächenwasserkörper stark verbesserungswürdig. Bei den
Grundwasserkörpern befindet sich ein erheblicher Teil in einem schlechten chemischen Zustand.
Es bedarf daher der Unterstützung von Flächenmaßnahmen die sowohl die Verhinderung von Stoff-
einträgen in Grund- und Oberflächenwasserkörper als auch die Verringerung des Gebrauchs von
Betriebsmitteln zum Inhalt haben. Für eine ökologische Verbesserung der Oberflächenwasser be-
steht insbesondere Bedarf an Vorhaben, die die bestehenden strukturellen Defizite der Gewässer
verringern.
B23 Unterstützung einer Nutzungsoptimierung im Hinblick auf den Einsatz Düngemitteln
Basierend auf der SWOT-Analyse (1-S-3, 4-W-3, 4-O-2, 5-W-2) bedarf es der Unterstützung einer
Nutzungsoptimierung im Hinblick auf den Einsatz von Düngemitteln.
Beschreibung:
Da Stoffeinträge (insbesondere Nitrat) aus der Landwirtschaft hauptursächlich für
die Belastung der Grundwasserkörper sind, besteht Bedarf der Unterstützung von Vorhaben mit
dem Ziel, den optimalen Bedarf von Stickstoffdünger zu ermitteln und so eine Reduzierung von
Stoffeinträgen in Grund- und Oberflächenwasser und eine Verbesserung der Bodenqualität zu er-
reichen.
B24 Unterstützung des ökologischen/biologischen Landbaus
Basierend auf der SWOT-Analyse (4-S-4, 2-O-3, 2-O-4, 4-O-2, 4-W-5, 5-W-2) bedarf es der Unter-
stützung des ökologischen/biologischen Landbaus.
Beschreibung:
Grundsätzlich haben nach ökologisch/biologischen Grundsätzen bewirtschaftete
Flächen positive Wirkungen auf den Erhalt der Biologischen Vielfalt in der Kultur-/Agrarlandschaft,
auf Wassergüte und Boden. Die Umstellung und der Betrieb des ökologischen/biologischen Land-
baus ist daher zu unterstützen.
Insgesamt ist die Nachfrage nach einheimischen ökologisch/biologisch erzeugten Produkten in
Deutschland größer als das Angebot. Verarbeiter und Händler sind gezwungen ausländische Ware
zu kaufen, obwohl regionale Ware sich durch einen geringeren ökologischen Fußabdruck auszeich-
nen. Der deutsche Handel hat im Wirtschaftsjahr 2009/2010 – je nach Produkt – 2 bis 95 % der
abgesetzten Rohstoffe und Frischprodukte importiert. Insofern besteht ein erheblicher Entwick-
lungsbedarf, um zum einen die gestiegene Nachfrage nach ökologisch/biologisch erzeugten Pro-
dukten zu befriedigen und zum anderen die potenziell positiven Auswirkungen auf die Güte von
Wasser- und Bodenkörpern zu erreichen und somit auch die Landwirtschaft zu stärken. Bei großer
Nachfrage und mangelndem regionalen Angebot sind die Preise für Produkte aus ökologischem
Anbau deutlich höher und darüber hinaus auch stabiler als die Preise für konventionelle Produkte.
Eine Unterstützung des ökologischen/biologischen Landbaus ist daher auch im Sinne der Förde-
rung seiner Wirtschaftlichkeit.
Der Verzicht auf chemisch-synthetische PSM und das niedrige Düngeniveau fördern die Vielfalt des

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
36
Tier- und Pflanzenlebens in der Agrarlandschaft, daher wird durch eine Unterstützung des ökolo-
gisch/biologischen Landbaus auch ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt und zur Sicherung der Bio-
logischen Vielfalt geleistet.
Schwerpunktbereich 4c): Verhinderung der Bodenerosion und Verbesserung der Bo-
denbewirtschaftung
B25 Unterstützung bodenschonender, erosionsmindernder Bewirtschaftungsformen, Redu-
zierung des Grünlandumbruchs
Basierend auf der SWOT-Analyse (5-S-1, 4-W-8, 4-W-9, 3-O-1, 3-O-2, 4-O-2) bedarf es der Unter-
stützung bodenschonender, erosionsmindernder Bewirtschaftungsformen, der Auflockerung der
Fruchtfolge und der Vermeidung von Grünlandumbruch.
Beschreibung:
Durch Wasser- bzw. Winderosion geht humoser Boden besonders auf ackerbaulich
genutzten Flächen verloren. Im Freistaat Sachsen sind über die Hälfte der Ackerflächen potenziell
erosionsgefährdet. Wirksame Maßnahmen zur Minderung von Bodenerosion und -verdichtung sind
die durchgängig pfluglose Bodenbearbeitung, Direktsaat, Zwischenfruchtanbau und Mulchsaat. Im
Jahr 2012 wurden 34 % der Ackerfläche mit Förderung aus dem EPLR 2007 – 2013 dauerhaft
pfluglos bewirtschaftet. Es bedarf weiterhin der Unterstützung erosionsverhindernder Vorhaben in
der Landwirtschaft.
Unionspriorität 5: Förderung der Ressourceneffizienz und Unterstützung des
Agrar-, Nahrungsmittel- und Forstsektors beim Übergang zu einer kohlenstoff-
armen und klimaresistenten Wirtschaft mit Schwerpunkt auf den folgenden Be-
reichen:
Schwerpunktbereich 5a): Effizienzsteigerung bei der Wassernutzung in der Landwirt-
schaft und
Schwerpunktbereich 5b): Effizienzsteigerung bei der Energienutzung in der Landwirt-
schaft und der Nahrungsmittelverarbeitung
B26 Unterstützung angepasster Technologien, Nutzung von Innovationen vor dem Hinter-
grund einer effizienten Ressourcennutzung
Basierend auf der SWOT-Analyse (2-S-2, 2-W-3, 5-W-1, 5-W-3, 4-O-2, 5-T-1) bedarf es der Unter-
stützung angepasster Technologien, Bewirtschaftungsformen und Nutzung von Innovationen vor
dem Hintergrund einer effizienten Ressourcennutzung sowie der Unterstützung einer Nutzungsop-
timierung in der Landwirtschaft im Hinblick auf Bewässerung und Steigerung der Energieeffizienz.
Beschreibung
: Im Hinblick auf die Effizienzsteigerung bei der Wassernutzung in der Landwirtschaft
ist die Einführung angepasster Technologien und Nutzung von Innovationen zu unterstützen. Im
Jahr 2010 wurden 3.260 ha (0,4 %) landwirtschaftliche Fläche im Freistaat Sachsen bewässert.
2009 entfielen 1.299 ha auf landwirtschaftliche Kulturen (ohne Bewässerung im Gemüseanbau und
die Bewässerung von Dauerkulturen). Im Jahr 2002 erfolgte eine Bewässerung auf 727 ha (0,25 %)
landwirtschaftlicher Fläche (ohne Gemüseanbau und Dauerkulturen). Es ist daher eine steigende
Wassernutzung in der Bewirtschaftung festzustellen. Es bedarf daher der Unterstützung einer Nut-
zungsoptimierung in der Landwirtschaft im Hinblick auf Bewässerung.
Des Weiteren sind Investitionen in ressourcenschonende und energieeffiziente Anlagen als auch
bodenschonende Bewirtschaftungsmethoden auch unter dem Aspekt der Anpassung an die Folgen
des Klimawandels zu unterstützen.
Schwerpunktbereich 5c): Erleichterung der Versorgung mit und stärkere Nutzung von
erneuerbaren Energien, Nebenerzeugnissen, Abfällen, Rückständen und anderen
Ausgangserzeugnissen außer Lebensmitteln für die Biowirtschaft
B27 nachhaltiger Ausbau des Anteils der erneuerbaren Energien am Gesamtenergiever-
brauch
Basierend auf der SWOT-Analyse (5-O-2, 5-O-3, 4-T-6) bedarf es der Unterstützung eines nachhal-
tigen Ausbaus des Anteils der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch.
Beschreibung
: Im Sinne der Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien am Gesamtenergie-
verbrauch sind Vorhaben zu unterstützen, die hierzu einen Beitrag leisten. Dabei ist die Produktion

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
37
von nachwachsenden Rohstoffen und alternativen Energiepflanzen umweltfreundlich und in Abwä-
gung mit negativen Folgen zu gestalten.
B28 Abbau der Infrastrukturdefizite in der Forstwirtschaft zur Mobilisierung der Potenziale
zur Holzvermarktung
Basierend auf der SWOT-Analyse (2-W-4, 5-W-4, 5-O-3, 5-T-2) bedarf es der Unterstützung beim
Abbau von Infrastrukturdefiziten in der Forstwirtschaft zur Mobilisierung der Potenziale zur Holz-
vermarktung
Begründung:
Die SWOT-Analyse zeigt auch die infolge der kleinparzelligen Eigentumsverhältnisse
an Waldflächen auffälligen Defizite im Hinblick auf Infrastruktur und daraus resultierender wirtschaft-
licher Nachteile auf. Durch die Schaffung der notwendigen Infrastruktur soll v. a. den Kleinprivat-
waldbesitzern die Rohholzvermarktung erleichtert werden. Es bedarf daher einer Unterstützung
zum Abbau der Infrastrukturdefizite. Dies erleichtert außerdem den Bezug von Holz als nachwach-
senden Rohstoff und damit die Versorgung mit erneuerbaren Energien.
Schwerpunktbereich 5d): Verringerung der aus der Landwirtschaft stammenden
Treibhausgas- und Ammoniakemissionen
B29 Unterstützung angepasster Technologien und Bewirtschaftungsmethoden zur Vermei-
dung von THG-Emissionen
Basierend auf der SWOT-Analyse (4-O-2, 5-O-1, 5-W-1, 5-W-5) bedarf es der Unterstützung ange-
passter Technologien und Bewirtschaftungsmethoden zur Vermeidung von THG-Emissionen und
der Unterstützung des nachhaltigen Ausbaus des Anteils der erneuerbaren Energien.
Beschreibung:
Zu den aus der Landwirtschaft stammenden THG-Emissionen zählen hauptsäch-
lich Lachgas, das bei der Düngung und Bodenbearbeitung emittiert wird, und Methan aus der Vieh-
haltung. Ca. 42 % der THG-Emissionen aus der Landwirtschaft wurden 2010 durch die Tierhaltung
(Verdauung und Wirtschaftsdünger-Management) verursacht. In den letzten 20 Jahren verringerten
sich die Rinderbestände im Freistaat Sachsen um rund 20 %. Die gesamten THG-Emissionen der
Landwirtschaft pendeln seit 1992 zwischen etwa 2,6 und 3 Mio. t CO
2äq
, wobei in den Jahren 2007
bis 2009 Höchstwerte erreicht wurden.
Zur Minderung der THG-Emissionen trägt auch der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen bei.
Die Fläche zur Produktion von nachwachsenden Rohstoffen im Freistaat Sachsen betrug 2010
ca. 110.500 ha zur energetischen und rund 19.500 ha zur stofflichen Verwertung. Im Jahr 2010
stammten 37,3 % des Stroms aus erneuerbaren Energien aus Biomasse. Der Anteil regenerativ
erzeugten Stroms am gesamten Stromverbrauch im Freistaat Sachsen erhöhte sich seit 2000 jähr-
lich um etwa 1,2 % und betrug 2010 17 %.
Einsparpotenziale bei den landwirtschaftlichen THG-Emissionen werden deutschlandweit bei bis zu
2,5 Mio. t CO
2äq
durch Anpassung der Fütterung gesehen.
Es bedarf daher der Unterstützung bei der Modernisierung von Gebäuden, Anlagen- und Maschi-
nentechnik, die einen Beitrag zur Verringerung der durch tierische Verdauung, Lagerung und Aus-
bringung von Dünger verursachten Emissionen beitragen. Des Weiteren ist die Vermeidung von
Grünlandumbruch für eine Reduktion der THG von großer Bedeutung und bedarf der Unterstüt-
zung, da die Qualität hinsichtlich der CO
2
-Bindung nicht im gleichen Maß durch eine Neueinsaat
wiederhergestellt werden kann. Auch ist der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen im Sinne der
Minderung der THG-Emissionen zu unterstützen.
Schwerpunktbereich 5e): Förderung der Kohlenstoff-Speicherung und -Bindung in der
Land- und Forstwirtschaft
B30 langfristige Verbesserung der Anpassungsfähigkeit der Agrar- und Forstökosysteme an
klimatische Veränderungen
Basierend auf der SWOT-Analyse (4-W-6, 4-O-2, 3-T-1, 4-T-3, 4-T-5) bedarf es der langfristigen
Verbesserung der Anpassungsfähigkeit der Agrar- und Forstökosysteme an klimatische Verände-
rungen.
Beschreibung:
In den Zeiträumen 1961 bis 1990 und 1991 bis 2005 zeigt sich im Freistaat Sach-
sen eine Änderung der Witterungsbedingungen. Im Mittel ist die Temperatur um 0,7°C gestiegen,
wobei hier regionale Unterschiede festzustellen sind. Ferner sind Änderungen des Niederschlags-
geschehens zu beobachten. Diese veränderten klimatischen Bedingungen haben weitreichenden
Einfluss auf die Vegetation. So führen Temperaturerhöhungen zu einem früher beginnenden und
insgesamt längeren Vegetationszeitraum. Weiterhin zeigt sich auch trotz der gestiegenen Nieder-

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
38
schlagsmengen eine Zunahme der Waldbrandgefahr in fast allen Regionen des Freistaates auf-
grund der langanhaltenden Trockenperioden. Gleichzeitig ist eine Zunahme der jahreszeitlichen
Anomalien der Lufttemperatur – vorwiegend Wärmerekorde – zu beobachten. Es wird angenom-
men, dass das Auftreten von Extremereignissen wie Trockenperioden, Spätfröste, Überschwem-
mungen und Hagel in Zukunft zu einer Ertragsinstabilität in allen sächsischen Regionen führen wird.
Es sind daher Vorhaben zur langfristigen Verbesserung der Anpassungsfähigkeit der Agrar- und
Forstökosysteme an klimatische Veränderungen zu unterstützen.
B31 Unterstützung der Waldflächenerhaltung durch Waldumbau zur langfristigen Kohlen-
stoffbindung
Basierend auf der SWOT-Analyse (5-S-2, 4-W-6, 4-O-1, 3-T-1, 4-T-3, 4-T-5) bedarf es der Unter-
stützung des Waldumbaus und von Aufforstungen zur langfristigen Kohlenstoffbindung und für ei-
nen effektiven Naturschutz.
Beschreibung
: Positiven Einfluss auf die Minderung von THG hatte in den letzten Jahren die Zu-
nahme der Waldfläche und insbesondere der Holzvorräte. Der Holzvorrat in den sächsischen Wäl-
dern beträgt mehr als 126 Mio. m³. Damit werden rund 31,5 Mio. t CO
2
allein im aufstockenden
Waldbestand gebunden. Hinzu kommen Kohlenstoffvorräte im Boden und in der toten Biomasse.
Walderhaltung durch Waldumbau und Aufforstungen in Hochwasserentstehungsgebieten dienen
auch effektiv dem Hochwasserschutz. In standortgerechten stabilen und klimaangepassten Wäldern
sind diese Effekte langfristig wirksam. Der Waldumbau unter Beachtung der besseren Anpassungs-
fähigkeit an die klimatischen Veränderungen ist mithin auch unter dem Gesichtspunkt von Hoch-
wasserschutz und der Kohlenstoffbindung zu unterstützen.
B32 Unterstützung der langfristigen Minderung der Bodenversauerung in den Wäldern
Basierend auf der SWOT-Analyse (4-W-6, 4-T-3, 5-T-3) sind Vorhaben zur langfristigen Minderung
der Bodenversauerung in den sächsischen Wäldern zu unterstützen.
Beschreibung:
Waldökosysteme werden stark durch atmosphärische Stoffeinträge beeinflusst.
Nähr- und Schadstoffgehalte verändern insbesondere den Zustand nährstoffarmer Waldökosyste-
me. Im Ergebnis der Bodenzustandserhebung können insbesondere die anhaltend hohen, über die
kritische Belastungsgrenze hinausgehenden Stickstoffeinträge als problematisch für die weitere
Entwicklung des Waldzustands eingeschätzt werden. Darüber hinaus besteht eine großflächig aus-
geprägte Bodenversauerung in den sächsischen Wäldern, deren negative Auswirkungen für das
gesamte Waldökosystem v. a. auf den Einfluss durch Immissionen zurückzuführen sind. Die Elasti-
zität der Waldböden gegenüber Säurestress ist gering und es besteht ein starkes bis sehr starkes
Säurebelastungsrisiko. Der Waldumbau wirkt sich positiv auf die Humusentwicklung und die Nähr-
stoffverfügbarkeit und somit durch die beschleunigten Stoffumsätze mindernd auf die Bodenacidität
aus. Zur wirksamen und langfristigen Minderung sind jedoch zusätzlich Bodenschutzkalkungen zu
unterstützen.
Unionspriorität 6: Förderung der sozialen Inklusion, der Armutsbekämpfung
und der wirtschaftlichen Entwicklung in ländlichen Gebieten mit Schwerpunkt
auf den folgenden Bereichen:
Schwerpunktbereich 6a): Erleichterung der Diversifizierung, Gründung und Entwick-
lung von kleinen Unternehmen und Schaffung von Arbeitsplätzen
B33 Unterstützung der Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte nach
Anhang I des EG-Vertrages
Basierend auf der SWOT-Analyse (3-W-1, 2-O-3, 2-O-4, 6-O-2) bedarf es der Unterstützung der
Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte nach Anhang I des EG-Vertrages und
der Weiterentwicklung von neuen Vermarktungskonzepten und -strukturen (auch infrastruktureller,
investiver Art).
Beschreibung
: Die SWOT-Analyse zeigt für den Freistaat Sachsen vorhandene, gut organisierte,
jedoch noch ausbaufähige Infrastrukturen im Zusammenhang mit Einkauf, der Erzeugung und Ver-
marktung von Anhang I-Produkten auf. Unter Beachtung sich verschärfender Wettbewerbsbedin-
gungen und Marktverhältnisse besteht Bedarf, die Verarbeitung und Vermarktung regionaler land-
wirtschaftlicher Erzeugnisse zu unterstützen. Dies soll v. a. dazu beitragen, die Wettbewerbsfähig-
keit der landwirtschaftlichen Erzeugnisse durch Verbesserung und Rationalisierung der Verarbei-
tung und Vermarktung zu erhöhen. Darüber hinaus sollen die positiven Auswirkungen auf die Quali-
tät der Produkte und damit auf die Nachfrage nach regionalen qualitativ hochwertigen Erzeugnissen

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
39
genutzt werden. Dabei gilt des zwischen den lokalen Akteuren der Wertschöpfungskette eine stär-
kere Vernetzung herzustellen.
B34 Unterstützung privatwirtschaftlicher, kleingewerblicher Investitionen
Basierend auf der SWOT-Analyse (6-S-1, 6-S-2, 6-W-1, 6-W-2, 6-W-7, 6-T-2, 6-T-4) bedarf es der
Unterstützung privatwirtschaftlicher, kleingewerblicher Investitionen sowie der Unterstützung von
Konzepten und innovativen Ansätzen zur Modernisierung von Produktions- und Dienstleistungs-
strukturen.
Beschreibung:
Die SWOT-Analyse identifiziert für den Freistaat Sachsen als Stärke das lebhafte
Gründungsgeschehen im Kleinbewerbe und bei allen Arten von Dienstleistungen sowie das hohe
Maß an Unternehmergeist. Unter Beachtung des Anpassungsbedarfs der Infrastrukturausstattung in
den Orten des ländlichen Raums an die Herausforderungen des demografischen Wandels und den
damit verbunden zukünftigen Anforderungen der Versorgung mit Dienstleistungen und Gütern sind
Konzepte und innovative Ansätze zur Modernisierung von Produktions- und Dienstleistungsstruktu-
ren und privatwirtschaftliche, kleingewerbliche Investitionen im ländlichen Raum zu unterstützen.
KMU müssen sich hierzu enger als bisher mit den lokalen Akteuren der ländlichen Entwicklung in
LEADER vernetzen.
B35 Unterstützung der Schaffung und Sicherung hochwertiger Arbeitsplätze durch die För-
derung von Investitionen
Basierend auf der SWOT-Analyse (6-W-1, 6-W-7, 6-T-1, 6-T-6) bedarf es der Unterstützung der
Schaffung und Sicherung hochwertiger Arbeitsplätze durch die Förderung lokalspezifischer Investi-
tionen im Kleingewerbe, Handwerk, Tourismus, Handel und Dienstleistungen und für die Aufnahme
selbstständiger gewerblicher Tätigkeit im ländlichen Raum.
Beschreibung:
Wohnortnahe Arbeitsplätze sind die entscheidende Voraussetzung, um Abwande-
rung vorzubeugen. Dabei sind die
konkreten Bedarfe für die Schaffung und Sicherung von Arbeits-
plätzen in den ländlichen Gebieten durch deren starke strukturelle Unterschiede geprägt (z. B im
Arbeitsplatzangebot und der Unternehmensstruktur, den Anforderungen des demografischen Wan-
dels, bei bestehenden Versorgungsdefiziten, bei Nutzungspotenzialen der vorhandenen Bausub-
stanz, der Nähe zu städtischen Zentren).
Die Entwicklung bestehender und Schaffung neuer wett-
bewerbsfähiger KMU in ländlichen Gebieten ist für die Sicherung der Einkommen und der Arbeits-
plätze von ausschlaggebender Bedeutung. Ein hoher Vernetzungsgrad mit den lokalen Akteuren in
LEADER befördert zudem innovative Ansätze und Synergien zwischen den Einzelvorhaben..
B36 Unterstützung zur Diversifizierung landwirtschaftlicher Betriebe hin zu nichtlandwirt-
schaftlichen Tätigkeiten
Basierend auf der SWOT-Analyse (6-S-1, 1-W-1, 6-W-7, 6-W-8, 6-O-6, 2-T-4, 6-T-1) bedarf es der
Unterstützung zur Diversifizierung landwirtschaftlicher Betriebe hin zu nichtlandwirtschaftlichen Tä-
tigkeiten bei lokalspezifischer Ausprägung der Betriebe und des wirtschaftlichen Umfelds.
Beschreibung:
Die Schaffung von Beschäftigungsalternativen im ländlichen Raum außerhalb der
Landwirtschaft ist im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung sowie Erhaltung und
Anpassung des haushaltsnahen Dienstleistungsgewerbes v. a. vor dem Hintergrund der sozialen
Inklusion, der Armutsbekämpfung für die im ländlichen Raum lebende Bevölkerung und der Förde-
rung der lokalen Entwicklung der ländlichen Gebiete unter Beachtung des demografischen Wandels
bedeutsam.
Gemäß der SWOT-Analyse wird in kleineren Betriebsgrößenklassen der Landwirtschaftsbetriebe
der zu erwartende Lohndruck größere strukturelle Veränderungen nach sich ziehen, die zu Arbeits-
kräftefreisetzungen führen. Im Zuge der Betriebsaufgaben und insbesondere des demografischen
Wandels werden kontinuierlich viele bestehende, teils ortsbildprägende Gebäude mit entsprechen-
dem Potenzial für die Schaffung von existenzsichernden selbstständigen Tätigkeiten zur Verfügung
stehen. Für den wirtschaftlichen Erfolg einer
Diversifizierung hin zu nichtlandwirtschaftlichen Tätig-
keiten ist die lokalspezifische Ausprägung der landwirtschaftlichen Betriebe bzw. des wirtschaftli-
chen Umfelds, die Entwicklung lokaler Wertschöpfungsketten und die Vernetzung mit den lokalen
Akteuren in LEADER maßgeblich.

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
40
Schwerpunktbereich 6b): Förderung der lokalen Entwicklung in ländlichen Gebieten
B37 lokalspezifische Anpassung der Infrastrukturen auf sich ändernde Nachfrage- und Be-
darfsstrukturen für KMU
Basierend auf der SWOT-Analyse (6-S-1, 6-S-2, 6-W-9, 6-O-3, 6-O-8, 6-T-2, 6-T-7) bedarf es der
lokalspezifischen Anpassung der Infrastrukturen auf sich ändernde Nachfrage- und Bedarfsstruktu-
ren für lokales Handwerk, Handel, Kleingewerbe, Dienstleistungen und KMU allgemein.
Beschreibung:
Die SWOT-Analyse zeigt für den ländlichen Raum funktionierende Strukturen ins-
besondere für das verarbeitende Gewerbe, das Bauhaupt- und Ausbaugewerbe sowie bestimmte
Segmente des Dienstleistungsgewerbes auf. Unter Beachtung sich verändernder Nachfrage- und
Bedarfsstrukturen insbesondere mit Blick auf die lokal sehr unterschiedlichen Auswirkungen des
demografischen Wandels aber auch sich verschärfender Wettbewerbsbedingungen ist eine auf
lokale Bedarfe abgestimmte Unterstützung der öffentlichen und privaten Infrastruktur für KMU im
Handwerk, Handel, Kleingewerbe und Dienstleistungen nach dem LEADER-Ansatz notwendig. Es
besteht insofern ein Bedarf für die Anpassung und Schaffung öffentlicher und privater Infrastruktu-
ren. Dies schließt die Stärkung von Kooperationen und Unternehmenspartnerschaften mit ein.
B38 Unterstützung eines lokalspezifischen Ausbaus der ländlichen Wegeinfrastruktur
Basierend auf der SWOT-Analyse (6-W-6, 6-T-5) bedarf es der Unterstützung eines lokalspezifi-
schen Ausbaus der ländlichen Wegeinfrastruktur.
Beschreibung:
Die SWOT-Analyse weist auf lokalspezifische Defizite der landwirtschaftlich ge-
nutzten Infrastruktur hin, die meist in Baulast der Gemeinde liegen. Die sichtbare Nutzungsstruktur
in großen Schlägen und in einem weitmaschigen Wegenetz ist oft nur durch komplizierte Pachtver-
hältnisse und Pflugtausch möglich. Hinzu kommt, dass sich die vorhandenen landwirtschaftlichen
Wege oft in einem schlechten baulichen Zustand oder in einem zu geringen Ausbaugrad befinden,
so dass sie wichtige Erschließungsfunktionen für die landwirtschaftliche Produktion nicht mehr erfül-
len können. Zum Teil behindern zu geringe Wegebreiten den Einsatz effizienter Technik. Das Prob-
lem der fehlenden oder unzureichenden Erschließung landwirtschaftlicher Flächen besteht bei lokal
unterschiedlicher Ausprägung nahezu flächendeckend im Freistaat Sachsen. Dies belegt der in der
Vergangenheit kontinuierliche Bedarf für den Ausbau von jährlich ca. 30 km ländlichen Wegen au-
ßerhalb der ländlichen Neuordnung an jährlich etwa 24 unterschiedlichen Standorten. Daher be-
steht Bedarf, den Neu- und Ausbau oder die grundhafte Instandsetzung ländlicher Wege einschließ-
lich der notwendigen Anbindung an Ortsstraßen zur Erschließung der landwirtschaftlichen oder
touristischen Entwicklungspotenziale landwirtschaftlicher Betriebe dort zu unterstützen, wo ein loka-
ler Bedarf besteht. Hierzu bedarf es einer Vernetzung zwischen Gemeinden und den landwirtschaft-
lichen Unternehmen innerhalb des LEADER-Ansatzes.
B39 Schaffung infrastruktureller Voraussetzungen für die Erhaltung qualifizierter Arbeits-
plätze und Erleichterung der Mobilität
Basierend auf der SWOT-Analyse (6-S-3, 6-W-2, 6-O-8) bedarf es der Schaffung lokalspezifischer
infrastruktureller Voraussetzungen für die Erhaltung qualifizierter Arbeitsplätze und die weitere Er-
leichterung der Mobilität und Senkung der Mobilitätskosten sowie der Unterstützung der Entwick-
lung und Umsetzung lokalspezifischer alternativer Mobilitätskonzepte bezogen auf Personen- und
Warentransport.
Beschreibung:
Die SWOT-Analyse zeigt auf, dass die Erwerbstätigkeit oft eine hohe Bereitschaft
zu alltäglichem Pendeln der berufstätigen Bevölkerung im ländlichen Raum erfordert. Zu den insge-
samt rund 130.000 Auspendlern gehören fast ausschließlich die Berufstätigen, die in kleinen ländli-
chen Gemeinden wohnen und täglich teils erhebliche Entfernungen zum Arbeitsplatz zurücklegen
müssen. Dies betrifft zu etwa 75 % männliche Arbeitnehmer.
Analog zu den Arbeitswegen haben sich in den letzten Jahren auch die Schulwege verlängert.
Konnten Anfang der 1990er Jahre noch fast alle Schüler im Freistaat Sachsen eine Schule im Um-
kreis von 10 km besuchen, waren es 2008 nur noch 83 %. Auch hiervon sind überwiegend Schüler
betroffen, die in kleineren Gemeinden des ländlichen Raums leben.
Für die Straßen in Trägerschaft der Gemeinden ergibt sich unverändert ein hoher Nachholbedarf an
Sanierungen. In Anbetracht der zu erwartenden erheblichen Steigerung der Mobilitätskosten ist die
Bereitstellung einer bedarfsgerechten kommunalen Straßeninfrastruktur Voraussetzung für die Er-
haltung von Arbeitsplätzen und unterstützt die Attraktivität des ländlichen Raums für Familien mit
Kindern. Im schwach besiedelten ländlichen Raum besteht v. a. für Bevölkerungsgruppen, die kei-
nen Pkw nutzen können, ein Bedarf für die Entwicklung und Umsetzung alternativer Mobilitätskon-
zepte für Personen- und Warentransport. Mobilitätsbezogene Infrastrukturen und alternative Mobili-

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
41
tätskonzepte müssen dabei gemeindeübergreifend unter maßgeblicher Einbeziehung der lokalen
Bevölkerung nach dem LEADER-Ansatz weiterentwickelt werden.
B40 Anpassung der kommunalen/dörflichen Infrastrukturausstattung an die Herausforde-
rungen des demografischen Wandels
Basierend auf der SWOT-Analyse (6-W-3, 6-W-7, 6-O-9, 6-T-2, 6-T-3, 6-T-4, 6-T-7) bedarf es mit
Blick auf den demografischen Wandel der Unterstützung der Entwicklung angepasster lokalspezifi-
scher Grundversorgungsstrukturen und der Unterstützung der Restrukturierung der infrastrukturel-
len kommunalen Leistungen zur Daseinsvorsorge im ländlichen Raum.
Beschreibung:
Die SWOT-Analyse belegt und prognostiziert für die ländlich geprägten Gebiete im
Freistaat Sachsen eine lokal differenzierte Abnahme der Bevölkerungsdichte bei zunehmender
Alterung der Gesellschaft. Derzeit beträgt der Anteil der über 65-jährigen im ländlichen Raum
24,3 % und wird bis 2025 auf 33,4 % ansteigen. Die Bevölkerungsdichte wird im ländlichen Raum
von derzeit 161 auf 140 EW/km
2
sinken, wobei die Landkreise sehr unterschiedlich vom demografi-
schen Wandel betroffen sein werden. In schon jetzt dünn besiedelten Gemeinden des ländlichen
Raums mit durchschnittlich 78 EW/km
2
wird dies gravierende Auswirkungen haben und zu existen-
ziellen Problemen führen. Die Veränderung der Altersstruktur und die daraus resultierenden Verän-
derungen für bestimmte Grundversorgungsarten führt zu erhöhten Anforderungen und Anpas-
sungsbedarfen sowohl bei Versorgungseinrichtungen als auch bei der Ausstattung vorhandener
gemeinnütziger Infrastrukturen. So besteht ein lokalspezifischer Bedarf für die Erhaltung und be-
darfsgerechte Anpassung von vorhandenen gemeinnützigen Infrastrukturen und Basisdienstleistun-
gen wie Kindergärten, Grund- und Oberschulen (Mittelschulen), Einrichtungen der medizinischen
Grundversorgung, Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Lebensmittelgeschäften etc. In vielen Fällen ist
der ältere Gebäudebestand bei Kindertageseinrichtungen und Schulen insbesondere aus energeti-
schen Gesichtspunkten sanierungsbedürftig.
Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels rücken darüber hinaus die Anforderungen bzgl.
Barrierefreiheit und Sicherheit der Verkehrsinfrastruktur immer stärker in den Vordergrund und sind
zu unterstützen. Eine erfolgreiche und gemeindeübergreifend an den lokalen Bedarfen orientierte
abgestimmte Anpassung der dörflichen Infrastruktur setzt dabei die Vernetzung aller Akteure der
lokalen Entwicklung voraus.
B41 Unterstützung der Restrukturierung und lokalspezifische Bedarfsanpassung sozio-
kultureller Einrichtungen
Basierend auf der SWOT-Analyse (6-W-1, 6-O-7, 6-T-4) bedarf es der Unterstützung lokalspezifi-
scher soziokultureller Strukturen einschließlich Infrastrukturen sowie die Verbreitung der kulturellen
Errungenschaften.
Beschreibung:
Der demografische Wandel und steigende Unterhaltskosten bedingen einen hohen
Anpassungs- und Investitionsbedarf im Bereich der soziokulturellen Einrichtungen. Gemeinden und
Vereine als Träger der Einrichtungen sind ohne konzeptionelle und finanzielle Unterstützung nicht in
der Lage, die Anpassungen und Investitionen zur Wiederherstellung bedarfsgerechter Nutzungen
und eines langfristigen wirtschaftlichen Betriebs zu gewährleisten. Eine bedarfsgerechte Auswahl
der Vorhaben setzt eine erforderliche Abstimmung der lokalen Akteure auf der Grundlage einer
lokalen Entwicklungsstrategie voraus.
B42 Erhaltung und angepasste Nutzung des ländlichen Kulturerbes
Basierend auf der SWOT-Analyse (6-S-4, 6-O-3) bedarf es der Anregung zu einer lokalspezifischen
Investitionstätigkeit für den Erhalt des ländlichen Kulturerbes.
Beschreibung:
Der Freistaat Sachsen verfügt über 12.000 Kulturdenkmäler im ländlichen Raum.
Ein bedeutender Teil davon sind Wohngebäude, darunter etwa 400 denkmalgeschützte Bauernhö-
fe. Aber auch nicht unter Denkmalschutz stehende Hofanlagen und Einzelgebäude, welche bis zur
ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erbaut wurden, sind Teil des ländlichen Kulturerbes und orts-
bildprägend für die historischen Siedlungsstrukturen. Bedingt durch den demografischen Wandel
und fehlende finanzielle Möglichkeiten zur ortsbildgerechten Sanierung bleibt der historische Ge-
bäudebestand durch Leerstand oder Sanierungsstau gefährdet. Sofern die Gebäude einer neuen
Nutzung zugeführt werden können, besteht Bedarf einer Unterstützung für die Erhaltung bzw. Wie-
derherstellung, um das ländliche Kulturerbe zu erhalten und zu entwickeln. Aufgrund der lokalspezi-
fisch unterschiedlichen Ausprägungen des demografischen Wandels sind Art und Höhe des Bedarfs
lokal unterschiedlich. Durch Einbindung der Vorhaben in lokale Strategien nach LEADER werden
Schwerpunkte gesetzt und Synergien erzielt.
B43 Unterstützung von Investitionen in die qualitative Verbesserung des Tourismus

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
42
Basierend auf der SWOT-Analyse (6-W-5, 6-O-5) bedarf es der Unterstützung von Investitionen in
die qualitative Verbesserung des Tourismus (einschließlich Naherholung) sowie der Unterstützung
landesweiter Vermarktung des Tourismus im ländlichen Raum.
Beschreibung:
Der Tourismus im ländlichen Raum schafft und sichert wohnortnahe Beschäftigung
insbesondere für Frauen und hat daher in geeigneten Gebieten eine hohe Bedeutung für die Ent-
wicklung des ländlichen Raums. Während es auf der einen Seite einer konzertierten Vermarktung
der touristischen Destinationen und Angebote bedarf, die erfolgreich nur auf der Landesebene ko-
ordiniert und umgesetzt werden kann, ist es auf der anderen Seite wichtig, den Bereich der konkre-
ten Investitionen in die qualitative Verbesserung des ländlichen Tourismus einschließlich der Nah-
erholung auf lokaler Ebene entsprechend der lokalspezifischen Bedarfe zu unterstützen. Die Tou-
rismusstrategie Sachsen 2020 regelt die Aufgabenverteilung der touristischen Strukturen auf den
verschiedenen Ebenen. Lokale Maßnahmen werden in die notwendigen Marktstrategien eingebun-
den. Durch Einbindung der Vorhaben in lokale Strategien nach dem LEADER-Ansatz können inno-
vative Ansätze und Synergien mit anderen lokalen Angeboten erzielt werden.
B44 Unterstützung der von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Strategien für lokale Ent-
wicklung
Basierend auf der SWOT-Analyse (6-S-5, 6-O-4, 6-O-10, 6-O-11) bedarf es der weiteren Stärkung
der zivilgesellschaftlichen Beteiligungen, der Unterstützung der weiteren Kapazitätsentwicklung von
Regionalmanagements und der Unterstützung gebietsübergreifender und transnationaler Koopera-
tionen.
Begründung:
In der Förderperiode 2007 – 2013 wurde der LEADER-Ansatz auf breiter inhaltlicher
und flächenbezogener Ebene umgesetzt. Die Vorhaben der Gebiete wurden auf die Umsetzung der
ILEK ausgerichtet. Neben kommunalen Vorhaben wurden auch viele Maßnahmen von Privaten,
Unternehmen, Vereinen und anderen nichtkommunalen Antragstellern abgestimmt und umgesetzt
(ca. 50 % der Anträge). In der Zwischenevaluierung haben alle Regionen festgestellt, dass der
LEADER-Ansatz zu einer besseren interkommunalen Kooperation und zu einer besseren Aktivie-
rung privaten Entwicklungspotenzials beigetragen hat. In der Halbzeitevaluierung des EPLR 2007 –
2013 wurde darüber hinaus festgestellt, dass die breite Umsetzung des LEADER-Ansatzes auch
maßgeblich zum Erreichen der sächsischen Programmziele beigetragen hat. Aus diesem Grund soll
ein breiter LEADER-Ansatz unterstützt werden, der es erlaubt, lokalspezifische Bedarfe auf der
Basis von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Strategien für lokale Entwicklung abzudecken und
durch die Konzentration auf lokaler Ebene Synergien und Innovationen zu begünstigen und den
Mitteleinsatz auf die lokal effizienten Vorhaben zu konzentrieren.
B45 Unterstützung von Qualifizierungsmaßnahmen für Akteure und Sensibilisierung im Be-
reich lokaler Entwicklungskonzepte
Basierend auf der SWOT-Analyse (6-S-5, 6-O-4, 6-O-7, 6-O-10, 6-O-11, 6-T-3) bedarf es der Un-
terstützung von Qualifizierungsmaßnahmen für Akteure im Bereich lokaler Entwicklungskonzepte.
Beschreibung
: Für die erfolgreiche Umsetzung der LEADER-Strategie im Freistaat Sachsen be-
steht Bedarf für eine Unterstützung von Qualifizierungsmaßnahmen für Akteure im Bereich der loka-
len Entwicklungsstrategien. Des Weiteren besteht Bedarf für die Sensibilisierung potenzieller Be-
günstigter und neuer Akteure für die Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategien auf strategi-
scher und materieller Ebene.
Schwerpunktbereich 6c): Förderung des Zugangs zu Informations- und Kommunikati-
onstechnologien (IKT), ihres Einsatzes und ihrer Qualität in ländlichen Gebieten
B46 Unterstützung des Ausbaus von Hochgeschwindigkeits-Breitbandanschlüssen unter
Beachtung lokalspezifischer Bedarfe
Basierend auf der SWOT-Analyse (6-W-4) bedarf es der Unterstützung des Ausbaus von Hochge-
schwindigkeits-Breitbandanschlüssen unter Beachtung lokalspezifischer Bedarfe.
Begründung:
Zur Verbesserung der Breitbandverfügbarkeit mit leistungsfähigen Breitbandan-
schlüssen besteht ein Bedarf insbesondere im Bereich der Versorgung mit Hochgeschwindigkeitsin-
ternet in nicht oder unterversorgen Orten. Ursache hierfür sind die immer noch großen Versor-
gungslücken beim schnellen Breitband im ländlichen Raum des Freistaates Sachsen. Dabei ist zu
berücksichtigen, dass aufgrund des unterschiedlichen Ausbaustandes auch innerhalb des ländli-
chen Raums eine sehr heterogene Versorgungslage besteht. V. a. weil die Schließung der Lücken
beim leitungsgebundenen Breitbandangebot mit höheren Übertragungsraten privatwirtschaftlich
nicht rentabel ist, besteht das Risiko, dass insbesondere ländliche Räume in der Versorgung zu-

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
43
rückbleiben.
Die Versorgung mit Hochgeschwindigkeitsinternet dient neben der ökonomischen Entwicklung und
dem Ausgleich von Versorgungsdefiziten auch der Implementierung von telemedizinischen Angebo-
ten. Da die Versorgungslücken nicht an Gemeindegrenzen orientiert sind und die Versorgungsdefi-
zite die finanziellen Möglichkeiten für die Beseitigung übersteigen, ist eine Abstimmung zur Kon-
zentration und Umsetzung der wichtigsten Vorhaben auf der Ebene der lokalen Akteure auf der
Grundlage einer lokalen Entwicklungsstrategie nach LEADER erforderlich.

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
44
Tabelle 4-3:
Bedarfsanalyse
Bedarf
Unionspriorität
Cross
Cutting
1
2
3
4
5
6
1a 1b 1c 2a 2b 3a 3b 4a 4b 4c 5a 5b 5c 5d 5e 6a 6b 6c
Umwelt
Klima
Innovation
B1 Unterstützung der Suche nach alternativen Einkommen durch entsprechende
Weiterbildungs- und Informationsmaßnahmen
B2 Verbreitung wissenschaftlich fundierten Wissens betreffend die Bereiche Land-
Forst- und Ernährungswirtschaft
B3 Stärkung der Risikowahrnehmung und des besseren Umgangs mit Risiken
durch Information zu Gefahren und Schutzmöglichkeiten
B4 Aufbau und Stärkung von Verbindungen zwischen Land-, Forst- und Nahrungs-
mittelwirtschaft mit öffentlicher Forschung
B5 Unterstützung der Zusammenarbeit von Waldbesitzern bei der Erstellung von
Waldbewirtschaftungsplänen
B6 Bereitstellung bedarfsorientierter Weiterbildungsangebote in Land- und Forst-
wirtschaft
B7 Unterstützung eines gesunden Strukturwandels und Unterstützung von Investiti-
onen in marktorientierte landwirtschaftliche Betriebe
B8 Vorantreiben des quantitativen und qualitativen Kapitalstockaufbaus bei hoch-
wertigen innovativen, emissionsarmen Anlagen
B9 Bindung von Investitionsförderung an berufliche Qualifikation
B10 Qualifizierung von Landwirten sowie KMU der Ernährungswirtschaft zur Teil-
nahme an Qualitätsregelungen
B11 vorbeugender Schutz des landwirtschaftlichen Produktionspotenzials in sensib-
len Bereichen
B12 Unterstützung der Bewahrung und Verbesserung der natürlichen Potenziale

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
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Bedarf
Unionspriorität
Cross
Cutting
1
2
3
4
5
6
1a 1b 1c 2a 2b 3a 3b 4a 4b 4c 5a 5b 5c 5d 5e 6a 6b 6c
Umwelt
Klima
Innovation
B13 Unterstützung von Bewirtschaftungsformen mit besonderer Bedeutung für die
Biologische Vielfalt
B14 Unterstützung spezifischer Artenschutz- und Biotopgestaltungsmaßnahmen
inklusive Technik/Ausstattung und Präventionsmaßnahmen
B15 Unterstützung planungsgestützten Naturschutzes zum Erhalt der Biologischen
Vielfalt
B16 Unterstützung der Bildung und Unterhaltung von Netzwerken, Durchführung von
gemeinsamen Konzepten für Umweltprojekte
B17 Unterstützung der Information, Qualifizierung und Öffentlichkeitsar-
beit/Umweltbildung zum Schutz der Biologischen Vielfalt
B18 Verhinderung der Nutzungsaufgabe von ertragsarmen Flächen, ungünstiger
Standorte und traditioneller Bewirtschaftungsformen
B19 Minimierung der Flächenneuinanspruchnahme und Rückführung von Flächen in
die Primärproduktion
B20 Unterstützung von Vorhaben zur Verjüngung natürlicher gebietsheimischer
Waldgesellschaften/vorbeugende Maßnahmen gegen Waldschäden
B21 Sanierung von Trockenmauern als Stützmauern landwirtschaftlicher Flächen
B22 weitere Reduktion der Schadstoffeinträge in die Oberflächen- und Grundwas-
serkörper im Sinne der Ziele der WRRL
B23 Unterstützung einer Nutzungsoptimierung im Hinblick auf den Einsatz von Dün-
gemitteln
B24 Unterstützung des ökologischen/biologischen Landbaus
B25 Unterstützung bodenschonender, erosionsmindernder Bewirtschaftungsmetho-
den, Reduzierung des Grünlandumbruchs

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
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Bedarf
Unionspriorität
Cross
Cutting
1
2
3
4
5
6
1a 1b 1c 2a 2b 3a 3b 4a 4b 4c 5a 5b 5c 5d 5e 6a 6b 6c
Umwelt
Klima
Innovation
B26 Unterstützung angepasster Technologien, Nutzung von Innovationen vor dem
Hintergrund einer effizienten Ressourcennutzung
B27 nachhaltiger Ausbau des Anteils der erneuerbaren Energien am Gesamtener-
gieverbrauch
B28 Abbau der Infrastrukturdefizite in der Forstwirtschaft zur Mobilisierung der Po-
tenziale zur Holzvermarktung
B29 Unterstützung angepasster Technologien und Bewirtschaftungsmethoden zur
Vermeidung von THG-Emissionen
B30 langfristige Verbesserung der Anpassungsfähigkeit der Agrar- und Forstökosys-
teme an klimatische Veränderungen
B31 Unterstützung der Waldflächenerhaltung durch Waldumbau zur langfristigen
Kohlenstoffbindung
B32 Unterstützung der langfristigen Minderung der Bodenversauerung
B33 Unterstützung der Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte
nach Anhang I des EG-Vertrages
B34 Unterstützung privatwirtschaftlicher, kleingewerblicher Investitionen
B35 Unterstützung der Schaffung und Sicherung hochwertiger Arbeitsplätze durch
die Förderung von Investitionen
B36 Unterstützung zur Diversifizierung landwirtschaftlicher Betriebe hin zu nicht-
landwirtschaftlichen Tätigkeiten
B37 lokalspezifische Anpassung der Infrastrukturen an sich ändernde Nachfrage-
und Bedarfsstrukturen für KMU
B38 Unterstützung eines lokalspezifischen Ausbaus der ländlichen Wegeinfrastruktur
B39
Schaffung infrastruktureller Voraussetzungen für die Erhaltung qualifizierter

SWOT und Bedarfsanalyse
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
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Bedarf
Unionspriorität
Cross
Cutting
1
2
3
4
5
6
1a 1b 1c 2a 2b 3a 3b 4a 4b 4c 5a 5b 5c 5d 5e 6a 6b 6c
Umwelt
Klima
Innovation
Arbeitsplätze und Erleichterung der Mobilität
B40 Anpassung der kommunalen/dörflichen Infrastrukturausstattungen an die Her-
ausforderungen des demografischen Wandels
B41 Unterstützung der Restrukturierung und lokalspezifische Bedarfsanpassung
sozio-kultureller Einrichtungen
B42 Erhaltung und angepasste Nutzung des ländlichen Kulturerbes
B43 Unterstützung von Investitionen in die qualitative Verbesserung des Tourismus
B44 Unterstützung von der örtlichen Bevölkerung betriebene Strategien für lokale
Entwicklung
B45 Unterstützung von Qualifizierungsmaßnahmen für Akteure und Sensibilisierung
im Bereich lokaler Entwicklungsstrategien
B46 Unterstützung des Ausbaus von Hochgeschwindigkeits-Breitbandanschlüssen
unter Beachtung lokalspezifischer Bedarfe

Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
48
5
Beschreibung der Strategie
5.1
Eine Begründung der gewählten Bedarfe, die durch das
EPLR angesprochen werden und die Wahl der Ziele, Pri-
oritäten und Schwerpunktbereiche basierend auf den
Ergebnissen der SWOT- und Bedarfsanalyse
Die ELER-Mittel sollen im Freistaat Sachsen in Ergänzung zu anderen Instrumenten der
Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und in Kohärenz mit den anderen ESI-Fonds des Gemein-
samen strategischen Rahmens gem. ESI-VO verwendet werden und zur Verwirklichung der
Kernziele der Strategie Europa 2020 beitragen.
Mit der Partnerschaftsvereinbarung (PV) zwischen der Europäischen Kommission und dem
Mitgliedstaat Deutschland werden die strategischen Rahmenbedingungen aufgezeigt, um
eine besser abgestimmte und koordinierte Umsetzung und Inanspruchnahme aller ESI-
Fonds zu erreichen.
Für den Einsatz der ESI-Fonds in der Programmperiode 2014 – 2020 sieht der Freistaat
Sachsen die im strategischen Rahmen der Partnerschaftsvereinbarung gewählte Schwer-
punktsetzung vor: Mit dem EFRE werden vorrangig wirtschafts- und regionalpolitische Ziel-
setzungen analog den thematischen Zielen 1, 3, 4 der ESI-VO angesprochen. Der ESF dient
der Entwicklung der Humanressourcen und sozialen Aspekten, analog den thematischen
Zielen 8, 9 und 10 der ESI-VO. Der ELER wird neben der Unterstützung der wirtschaftlichen
und sozialen Entwicklung des ländlichen Raums (thematische Ziele 3 und 9) auch vorrangig
für die Förderung der nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen und der Kli-
maschutzpolitik in Anspruch genommen, analog den thematischen Zielen 4, 5 und 6 der ESI-
VO.
Aus der Analyse der ökonomischen, ökologischen und sozialen Situation des ländlichen
Raums sowie der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft und den Ergebnissen der daraus
resultierenden SWOT-Analyse wird deutlich, dass der ländliche Raum im Freistaat Sachsen
durch eine große strukturelle Vielfalt, lokal unterschiedliche Ressourcen, Herausforderungen
und Entwicklungsmöglichkeiten geprägt ist. Unter Beachtung der Zielstellungen der Strategie
EUROPA 2020 und der für die Entwicklung des ländlichen Raums definierten Ziele im Rah-
men der GAP gem. Art. 4 ELER-VO ist die sächsische Strategie des EPLR 2014 – 2020 pri-
mär auf folgende Hauptanliegen
ausgerichtet:
1) Unterstützung der Entwicklung des ländlichen Raums unter Beachtung der spezifischen
und lokalen Bedürfnisse insbesondere mit Blick auf die Herausforderungen des demogra-
fischen Wandels durch verstärkte Entscheidungskompetenz und Verantwortung auf loka-
ler Ebene
2) Unterstützung der Land- und Forstwirtschaft und anderer Landbewirtschafter im Kontext
mit umwelt- und klimafreundlicher sowie naturschutzgerechter Bewirtschaftung, um so
einen wesentlichen Beitrag sowohl zu Umweltzielen als auch zur Wiederherstellung und
Sicherung der Biologischen Vielfalt zu leisten
3) Unterstützung der Land- und Forstwirtschaft bei der Umstellung zu energieeffizienten,
emissionsarmen Bewirtschaftungsweisen und der Implementierung von Innovationen, um
so die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und zu verbessern.
Für die Verwirklichung der Hauptanliegen werden im EPLR 2014 – 2020 zehn der insgesamt
18 Schwerpunktbereiche der Unionsprioritäten gem. Art. 5 der ELER-VO primär program-
miert: 1a), 1b), 2a), 4a), 4b), 4c), 5c), 5e), 6a), 6b).

Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
49
Für die ausgewählten Schwerpunktbereiche werden Fördermaßnahmen angeboten, die
hauptsächlich auf die Ziele des jeweiligen Schwerpunktbereichs gerichtet sind und primäre
Wirkungen zu diesen Zielen erwarten lassen.
Die übrigen Schwerpunktbereiche der Unionsprioritäten sind für die Umsetzung des sächsi-
schen EPLR 2014 – 2020 nicht prioritär (1c), 2b), 3a), 3b), 5a), 5b), 5d) und 6c)). Die Ziele
dieser Schwerpunktbereiche werden gleichwohl über Vorhaben, die anderen Unionsprioritä-
ten zugeordnet werden oder durch Fördermaßnahmen anderer ESI-Fonds, unterstützt.
Eine Besonderheit bilden die Vorhaben im Bereich Wissenstransfer und Informationsmaß-
nahmen und EIP
62
„Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“, die zwar strate-
gisch der Unionspriorität 1a) und 1b) beigeordnet werden müssen, in der Umsetzung jedoch
den jeweiligen fachlichen Schwerpunktbereichen der Unionsprioritäten zuzuordnen sind.
Für Bedarfe, die für den Freistaat Sachsen festgestellt wurden, aber nicht mit Fördermaß-
nahmen unterlegt sind und folglich auch keinem Schwerpunktbereich zugeordnet werden,
wird auf die Anlage 3 (Bewertung der vorangegangenen Förderperiode) verwiesen.
Hauptanliegen 1 – Unterstützung der Entwicklung des ländlichen Raums unter
Beachtung der spezifischen und lokalen Bedürfnisse insbesondere mit Blick
auf die Herausforderungen des demografischen Wandels durch verstärkte Ent-
scheidungskompetenz und Verantwortung auf lokaler Ebene
Hinsichtlich der demografischen Entwicklung unterliegt der gesamte ländliche Raum im Frei-
staat Sachsen in unterschiedlicher Ausprägung einem teils erheblichen Bevölkerungsrück-
gang, einer fortschreitenden Überalterung und einem Mangel an jungen, gut ausgebildeten
Menschen. Die Folge der demografischen Entwicklung ist ein unausweichlicher, kontinuierli-
cher Strukturwandel, den der ländliche Raum des Freistaates Sachsen im privaten, gewerb-
lichen und kommunalen Bereich vollziehen muss, welcher mit Hilfe der Instrumente des
EPLR 2014 – 2020 unterstützt werden soll. Im Sinne der Kernziele „Beschäftigung“, „FuE
und Innovation“ sowie „Armutsbekämpfung“ der Strategie EUROPA 2020 und der Unionspri-
orität 6 soll im Rahmen des sächsischen EPLR 2014 – 2020 ein inhaltlich weitreichender und
finanziell umfangreicher LEADER-Ansatz verfolgt werden. Angesichts der lokal unterschied-
lich ausgeprägten Herausforderungen können Lösungen nur lokalspezifisch und durch die
lokale Bevölkerung entwickelt und priorisiert werden. Der LEADER-Ansatz bietet hier das
geeignete Instrumentarium. Mit dieser Ausrichtung werden v. a. das thematische Ziel 9 „För-
derung der sozialen Inklusion und Bekämpfung von Armut und jeglicher Diskriminierung“,
das thematische Ziel 3 „Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von KMU, des Agrarsektors“, das
thematische Ziel 8 „Förderung von nachhaltiger und hochwertiger Beschäftigung und Unter-
stützung der Mobilität der Arbeitskräfte“ sowie das thematische Ziel 2 „Verbesserung der
Barrierefreiheit sowie der Nutzung und Qualität von IKT“ gem. Art. 9 ESI-VO unterstützt.
LEADER-Ansatz
Das LEADER-System soll dem gesamten Programmgebiet zugänglich gemacht werden,
vorausgesetzt, dass die sich bewerbenden Gebiete im Ergebnis der Auswahl der Strategien
für lokale Entwicklung die entsprechenden Leistungsanforderungen erfüllen. Ein Mul-
tifondsansatz mit dem EFRE und ESF wird nicht verfolgt. Sofern auf lokaler Ebene relevant,
können LEADER-Gebiete bzw. LEADER-LAG jedoch Aufgaben der Fischwirtschaftsgebiete
bzw. FLAG mit wahrnehmen.
Auf der Grundlage der positiven Erfahrungen im Freistaat Sachsen in 2007 – 2013 im Be-
reich der ländlichen Entwicklung, bei der neben dem LEADER-Schwerpunkt auch weite Be-
reiche des Schwerpunktes 3 „Lebensqualität im ländlichen Raum und Diversifizierung der
ländlichen Wirtschaft“ auf Basis der von der örtlichen Bevölkerung entwickelten Strategien
umgesetzt wurden sowie im Ergebnis der dabei erworbenen Kapazitäten der örtlichen Bevöl-
kerung, soll der LEADER-Ansatz 2014 – 2020 konsequent ausgeweitet und weiterentwickelt

Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
50
werden. Damit wird eine verstärkte Entscheidungskompetenz und Verantwortung auf die
lokale Ebene übertragen.
Der demografische Wandel und die damit im Zusammenhang stehenden gemeindeübergrei-
fenden Herausforderungen in ihren lokalspezifischen Ausprägungen erfordern lokal spezifi-
zierte Strategien und Vernetzungen der Akteure, um den in der SWOT-Analyse formulierten
Bedarfen gerecht zu werden, die vor Ort essenziellen Aktionen zu planen und umzusetzen,
Synergien und Innovationspotenziale durch die Zusammenarbeit von Gemeinden und Akteu-
ren lokaler Wertschöpfungsketten oder sozialer Netzwerke zu erschließen sowie die örtliche
Bevölkerung in die Prozesse einzubinden und zu aktivieren. Der EPLR 2014 – 2020 soll hier-
für in voller Breite und ohne starre inhaltliche Vorgaben für LEADER genutzt werden können.
Die Hauptzielrichtung für LEADER ist entsprechend der Bedarfe und der Zuordnung von
LEADER gem. ELER-VO, Anhang VI auf den Schwerpunktbereich 6b) ausgerichtet. Ent-
sprechend dem offenen Charakter von LEADER können jedoch auch alle weiteren Unions-
prioritäten des ELER, die im Rahmen des EPLR 2014 – 2020 programmiert sind, sekundär
angesprochen werden. Zum Beispiel können die Unterstützung der nachhaltigen Tätigkeit
von KKU und die Verbesserung der Breitbandversorgung in den lokalen Strategien entspre-
chend der SWOT-Analyse in der LEADER-Strategie wichtige Themen sein. Bedingung ist die
Kohärenz mit dem LEADER-Strategie, den Zielen des ELER, dem EPLR 2014 – 2020 und
ggf. anderen ESI-Fonds sowie den allgemeinen gesetzlichen Regelungen und der Aus-
schluss der Doppelförderung. Sofern Standardmaßnahmen in den Programmen ELER, EF-
RE, ESF, ETZ programmiert sind und diese zur Umsetzung der LEADER-Strategie im Rah-
men der im EPLR 2014 – 2020 programmierten Unionsprioritäten durch die LAG herangezo-
gen werden, sind bei entsprechenden LEADER-Vorhaben die Beihilfeintensitäten der Fach-
förderung maßgebend, wobei die Projektauswahl immer auf Ebene der LAG durch das Ent-
scheidungsgremium der LAG erfolgt. Die Unterstützung der Umsetzung von Projekten durch
die Fonds EMFF, EFRE und ESF sowie bei der ETZ kann für geeignete Maßnahmen auch
nach dem Vorrangprinzip im Rahmen der Mainstream-Förderung dieser Fonds erfolgen, um
die Umsetzung der Strategien der örtlichen Bevölkerung über die Mittel des LEADER-
Budgets hinaus zu unterstützen. Die Durchführung von flächenbezogenen Maßnahmen ist
dabei eher unwahrscheinlich.
Im Einzelnen sind die nachstehend aufgelisteten Bedarfe dem Schwerpunktbereich 6b) zu-
geordnet:
(B44) Unterstützung der von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Strategien für lokale Entwicklung
(B45) Unterstützung von Qualifizierungsmaßnahmen für Akteure und Sensibilisierung im Bereich loka-
ler Entwicklungsstrategien
Im Rahmen der von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Strategien für lokale Entwicklung
können unter anderem folgende Bedarfe angesprochen werden:
(B19) Minimierung der Flächenneuinanspruchnahme und Rückführung von Flächen in die Primärpro-
duktion
(B34) Unterstützung privatwirtschaftlicher, kleingewerblicher Investitionen
(B35) Unterstützung der Schaffung und Sicherung hochwertiger Arbeitsplätze durch die Förderung
von Investitionen
(B36) Unterstützung zur Diversifizierung landwirtschaftlicher Betriebe hin zu nichtlandwirtschaftlichen
Tätigkeiten
(B37) lokalspezifische Anpassung der Infrastrukturen an sich ändernde Nachfrage- und Bedarfsstruk-
turen für KKU und KMU
(B38) Unterstützung eines lokalspezifischen Ausbaus der ländlichen Wegeinfrastruktur
(B39) Schaffung infrastruktureller Voraussetzungen für die Erhaltung qualifizierter Arbeitsplätze und
Erleichterung der Mobilität
(B40) Anpassung der kommunalen/dörflichen Infrastrukturausstattungen an die Herausforderungen
des demografischen Wandels
(B41) Unterstützung der Restrukturierung und lokalspezifische Bedarfsanpassung sozio-kultureller
Einrichtungen

Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
51
(B42) Erhaltung und angepasste Nutzung des ländlichen Kulturerbes
(B43) Unterstützung von Investitionen in die qualitative Verbesserung des Tourismus
(B46) Unterstützung des Ausbaus von Hochgeschwindigkeits-Breitbandanschlüssen unter Beachtung
lokalspezifischer Bedarfe
Gemäß dem offenen Charakter von LEADER können entsprechend der SWOT-Analyse der
jeweiligen Strategie für lokale Entwicklung weitere im EPLR 2014 – 2020 identifizierte Bedar-
fe sowie weitere Bedarfe angesprochen werden, sofern diese in Übereinstimmung mit den
Zielen des ELER, dem EPLR 2014 – 2020 und ggf. anderen ESI-Fonds stehen.
Für die Unterstützung im Schwerpunktbereich b) der Unionspriorität 6 sind rund 41,5 % der
ELER-Mittel vorgesehen.
Hauptanliegen 2 – Unterstützung der Land- und Forstwirtschaft und anderer
Landbewirtschafter im Kontext mit umwelt- und klimafreundlicher sowie natur-
schutzgerechter Bewirtschaftung, um so einen wesentlichen Betrag sowohl zu
Umweltzielen als auch zur Wiederherstellung und Sicherung der Biologischen
Vielfalt zu leisten
Die Prozesse der Anpassung der ländlichen Gebiete an den Klimawandel sowie des Erhalts
von Ökosystemen sollen durch eine nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen
sowie durch die Sicherung und Entwicklung der Biodiversität und des Natürlichen Erbes als
auch unter dem Gesichtspunkt einer intelligenten Klimaschutzpolitik im Sinne des Kernziels
„Klimawandel und Energie“ der Strategie EUROPA 2020 und den Leitthemen der GAP „Um-
welt, Klimawandel und Innovation“ befördert werden. Sie leisten damit einen bedeutenden
Beitrag zu den Unionsprioritäten 4 und 5 entsprechend Art. 5 ELER-VO. Darüber hinaus un-
terstützen sie die Erreichung des thematischen Ziels 5 „Förderung der Anpassungen an den
Klimawandel sowie die Risikoprävention und des Risikomanagements“, des thematischen
Ziels 6 „Erhaltung und Schutz der Umwelt sowie Förderung der Ressourceneffizienz“ sowie
des thematischen Ziels 4 „Förderung der Bestrebungen zur Verringerung der CO
2
-
Emissionen in allen Branchen der Wirtschaft“ gem. Art. 9 ESI-VO. Ein erheblicher Wirkungs-
beitrag wird v. a. über die flächenbezogene Förderung im Bereich der Agrarumwelt- und
Klimamaßnahme sowie des ökologischen/biologischen Landbaus erwartet. Auch Waldum-
bauvorhaben sollen mit ihren Beiträgen das Wirkungsspektrum insbesondere hinsichtlich der
CO
2
-Bindung ergänzen.
Im Einzelnen werden nachstehend aufgelistete Bedarfe den entsprechenden Schwerpunkt-
bereichen der Unionsprioritäten zugeordnet:
Schwerpunktbereich 4a)
(B12) Unterstützung der Bewahrung und Verbesserung der natürlichen Potenziale
(B13) Unterstützung von Bewirtschaftungsmethoden mit besonderer Bedeutung für die Biologische
Vielfalt
(B14) Unterstützung spezifischer Biotopgestaltungs- und Artenschutzmaßnahmen inklusive Tech-
nik/Ausstattung und Präventionsmaßnahmen
(B15) Unterstützung planungsgestützten Naturschutzes zum Erhalt der Biologischen Vielfalt
(B16) Entwicklung und Durchführung von gemeinsamen Konzepten für Umweltprojekte sowie gegen-
wärtig angewendete ökologische Verfahren
(B17) Unterstützung der Information, Qualifizierung und Öffentlichkeitsarbeit/Umweltbildung zum
Schutz der Biologischen Vielfalt
(B18) Verhinderung der Nutzungsaufgabe von ertragsarmen Flächen, ungünstiger Standorte und
historischer Bewirtschaftungsformen
(B20) Unterstützung von Vorhaben zur Verjüngung natürlicher gebietsheimischer Waldgesellschaf-
ten/vorbeugende Maßnahmen gegen Waldschäden
(B21) Sanierung von Trockenmauern als Stützmauern landwirtschaftlicher Flächen

Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
52
Schwerpunktbereich 4b)
(B22) weitere Reduktion der Schadstoffeinträge in die Oberflächen- und Grundwasserkörper im Sinne
der Ziele der WRRL
(B23) Unterstützung einer Nutzungsoptimierung im Hinblick auf den Einsatz von Düngemitteln
(B24) Unterstützung des ökologischen/biologischen Landbaus
(B2) Verbreitung wissenschaftlich fundierten Wissens betreffend die Bereiche Land-, Forst- und Er-
nährungswirtschaft
Schwerpunktbereich 4c)
(B25) Unterstützung bodenschonender, erosionsmindernder Bewirtschaftungsmethoden, Reduzierung
des Grünlandumbruchs
(B2) Verbreitung wissenschaftlich fundierten Wissens betreffend die Bereiche Land-, Forst- und
Ernährungswirtschaft
Schwerpunktbereich 5c)
(B28) Abbau der Infrastrukturdefizite in der Forstwirtschaft zur Mobilisierung der Potenziale zur Holz-
vermarktung
(B5) Unterstützung der Zusammenarbeit von Waldbesitzern bei der Erstellung von Waldbewirtschaf-
tungsplänen
Schwerpunktbereich 5e)
(B31) Unterstützung der Waldflächenerhaltung durch Waldumbau zur langfristigen Kohlenstoffbindung
(B32) Unterstützung der langfristigen Minderung der Bodenversauerung
(B2) Verbreitung wissenschaftlich fundierten Wissens betreffend die Bereiche Land-, Forst- und
Ernährungswirtschaft
Für die Unterstützung in der Unionspriorität 4 sind rund 36,8 % einschließlich der Umschich-
tungsmittel aus der 1. Säule der GAP und in der Unionspriorität 5 rund 2,7 % der ELER-
Mittel vorgesehen. Das Budget umfasst auch die geplanten Maßnahmen zum Wissenstrans-
fer zu den angesprochenen Schwerpunktbereichen.
Hauptanliegen 3 – Unterstützung der Land- und Forstwirtschaft bei der Umstel-
lung zu energieeffizienten, emissionsarmen Bewirtschaftungsweisen und der
Implementierung von Innovationen, um so die Wettbewerbsfähigkeit zu erhal-
ten und zu verbessern
Um langfristig wettbewerbsfähig zu sein, muss der Agrarsektor einerseits Schwächen über-
winden im Hinblick auf Innovationsfähigkeit, der Anpassung an den Strukturwandel und der
Rentabilität der Produktion sowie der Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher
Erzeugnisse. Andererseits müssen die Herausforderungen des Klimawandels gemeistert und
die natürlichen Ressourcen auf nachhaltige Weise genutzt werden. Um diesen Anforderun-
gen zu entsprechen, müssen die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe in der Lage sein,
Innovationen voranzutreiben, zu investieren und sich auf die Entwicklung des Marktes ein-
zustellen. Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Agrarsektors mittels Investitionen und
im Sinne der Kernziele „Beschäftigung“, „Armutsbekämpfung“ sowie „FuE und Innovati-
on“ der Strategie EUROPA 2020 und der Unionspriorität 2 sollen im Rahmen des sächsi-
schen EPLR 2014 – 2020 die Land- und Forstwirtschaft unterstützt werden. Mit dieser Aus-
richtung wird auch das thematische Ziel 3 „Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von KMU, des
Agrarsektors“ gem. Art. 9 ESI-VO verfolgt.
Im Einzelnen werden nachstehend aufgelistete Bedarfe folgenden Schwerpunktbereichen
der Unionsprioritäten zugeordnet:
Schwerpunktbereiche 2a)
(B4) Aufbau und Stärkung von Verbindungen zwischen Land-, Forst- und Nahrungsmittelwirtschaft
mit öffentlicher Forschung

Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
53
(B7) Unterstützung eines gesunden Strukturwandels und Unterstützung von Investitionen in markt-
orientierte landwirtschaftliche Betriebe
(B8) Vorantreiben des quantitativen und qualitativen Kapitalstockaufbaus bei hochwertigen innovati-
ven, emissionsarmen Anlagen
(B9) Bindung von Investitionsförderung an berufliche Qualifikation
(B2) Verbreitung wissenschaftlich fundierten Wissens betreffend die Bereiche Land-, Forst- und
Ernährungswirtschaft
Schwerpunktbereich 6a)
(B33) Unterstützung der Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte nach Anhang I
des EG-Vertrages
Für die Unterstützung in der Unionspriorität 2 sind rund 16,3 %, in der Unionspriorität 6 rund
0,3 % und in der Unionspriorität 3 rund 0,05 % der ELER-Mittel vorgesehen. Das Budget
umfasst auch die geplanten Maßnahmen zum Wissenstransfer zu den angesprochenen
Schwerpunktbereichen, inklusive Wissenstransfermaßnahmen zu der Unionspriorität 3.
Die Unionspriorität 1 ist eine horizontale Priorität und wird nicht primär programmiert. Die
Ziele der Schwerpunktbereiche dieser Unionspriorität sollen auf dem Gebiet der Land-,
Forst,- und Ernährungswirtschaft neben der grundlegenden Wissensvermittlung als Basis der
erfolgreichen Umsetzung der Ziele der Schwerpunktbereiche der Unionsprioritäten u. a.
durch die Umsetzung der EIP und in den ländlichen Gebieten durch die Strategien zur loka-
len Entwicklung verfolgt werden. Somit werden auch das Kernziel der Strategie EURO-
PA 2020 „FuE und Innovation“ sowie das thematische Ziel 1 „Stärkung von Forschung, tech-
nologischer Entwicklung und Innovation“ gem. Art. 9 ESI-VO erfüllt.
Technische Hilfe
Für die Aufgaben gem. Art. 59 Abs. 1 ESI-VO i. V. m. Art. 51 ELER-VO und dem themati-
schen Ziel 11 „Verbesserung der institutionellen Kapazitäten von öffentlichen Behörden und
Interessenträgern und der effizienten öffentlichen Verwaltung“ gem. Art. 9 ESI-VO werden
aus ELER-Mitteln rund 2,4 % für die Technische Hilfe veranschlagt.
5.2
Auswahl, Kombination und Begründung für die Maß-
nahmen der ländlichen Entwicklung nach Prioritäten
und Schwerpunktbereichen
5.2.1
Auswahl der Maßnahmen zur ländlichen Entwicklung
Tabelle 5-1:
Auswahl der Maßnahmen zur ländlichen Entwicklung
Code
Art. gem.
ELER-VO
Maßnahme
1
14
Wissenstransfer und Informationsmaßnahmen
4
17
Investitionen in materielle Vermögenswerte
7
20
Basisdienstleistungen und Dorferneuerung in ländlichen Gebieten
8.5
21 Abs. 1 (c)
i. V. m. 24
Vorbeugung von Schäden und Wiederherstellung des ursprünglichen Zu-
stands von Wäldern nach Waldbränden, Naturkatastrophen und Katastro-
phenereignissen
8.6
21 Abs. 1 (d)
i. V. m. 25
Investitionen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit und des ökologischen
Werts der Waldökosysteme
10
28
Agrarumwelt- und Klimamaßnahme
11
29
Ökologischer/biologischer Landbau
13
31 und 32
Zahlungen für aus naturbedingten oder anderen spezifischen Gründen
benachteiligte Gebiete
16
35
Zusammenarbeit

Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
54
Art. gem. ESI-
VO und E-
LER-VO
19
32 ff. ESI-VO
i. V. m. [tw.] 44
ELER-VO
LEADER
20
59 ESI-VO
i. V. m. 51
ELER-VO
Technische Hilfe
5.2.2
Kombination
und
Begründung
der
Maßnahmen
zur
ländlichen Entwickung
Unionspriorität 1
Im Rahmen des Schwerpunktbereichs 1a) werden Teilmaßnahmen von Art. 14 ELER-VO
berücksichtigt, die primär anderen Schwerpunkten der Unionsprioritäten zugeordnet werden.
Die Unionspriorität 1 ist eine horizontale Priorität und hat Wirkungen auf alle Schwerpunktbe-
reiche der Unionsprioritäten. Eine umfassende Wissensvermittlung ist die Basis für den Er-
folg der Förderangebote des EPLR 2014 – 2020. Im Rahmen dieses Schwerpunktbereichs
werden sowohl Weiterbildungsmaßnahmen und der Erwerb von Qualifikationen (im Bereich
Naturschutz) als auch Demonstrations- und Informationsmaßnahmen im Sektor Land-, Forst-
und Ernährungswirtschaft unterstützt. Diese können auch anverwandte Themen, die im Zu-
sammenhang mit den Schwerpunktbereichen der Unionsprioritäten stehen, betreffen. Das
jeweilige Vorhaben des Wissenstransfers ist primär dem betreffenden Schwerpunktbereich
der Unionspriorität zugeordnet, zu dem ein wesentlicher Beitrag zur Zielerreichung erwartet
wird.
Im Rahmen des Schwerpunktbereichs 1b) werden Teilmaßnahmen von Art. 35 ELER-VO
berücksichtigt, die primär anderen Schwerpunktbereichen der Unionsprioritäten zugeordnet
werden.
Die Einrichtung und der Betrieb von Operationellen Gruppen (OPG) der EIP soll gefördert
bzw. auch die qualitativ verbesserte Strukturierung bereits bestehender Netzwerke zwischen
moderner Forschung und Technologie und den verschiedenen Interessengruppen erreicht
werden. Über die Förderung von Pilotprojekten können speziell die Wirtschaftlichkeit und das
Marktpotenzial oder die technische Optimierung sowie die Akzeptanz innovativer Aktionen
erprobt werden. Das Förderangebot wird im Rahmen der Schwerpunktbereiche der Unions-
prioritäten themenoffen ausgestaltet. Daher ist vorab nicht absehbar, zu welchen Themen
sich OPG konstituieren bzw. welche im Rahmen des Auswahlverfahrens den Zuschlag erhal-
ten werden. Ziel ist grundsätzlich die Intensivierung der Zusammenarbeit der Produktion mit
Forschung und Verarbeitung/Vermarktung, die zu praktisch umsetzbaren und wirtschaftlich
verwertbaren Lösungen führen soll.
Des Weiteren soll im Bereich der Zusammenarbeit auch die Ausarbeitung von Waldbewirt-
schaftungsplänen unterstützt werden.

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Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
55
primär
sekundär
Unionspriorität 1 – Förderung von Wissenstransfer und Innovation in der Land- und Forstwirtschaft und den ländlichen Gebieten
Relevante Maß-
nahmen
GAP-Ziele
INTEGRATIVES
WACHSTUM
NACHHALTIGES
WACHSTUM
INTELLIGENTES
WACHSTUM
EU 2020-Prioritäten
Thematische Ziele
gem. Art. 9 ESI-VO
Wettbewerbsfähigkeit der
Landwirtschaft
Nachhaltige Bewirtschaftung
natürlicher Ressourcen und Klimamaßnahmen
Ausgewogene
räumliche Entwicklung
(1) Stärkung von For-
schung, technologischer
Entwicklung und Innovation
(4) Verringerung
der CO
2
-
Emissionen in allen
Branchen der Wirt-
schaft
(5) Anpassung an den Kli-
mawandel sowie Risiko-
prävention und des Risiko-
managements
(3) Stärkung der Wett-
bewerbsfähigkeit von
KMUs, Land- und
Forstwirtschaft
Art. 35
Zusammenarbeit
Art. 14
Wissenstransfer und
Informationsmaßnahmen
(10) Bildung, Kompeten-
zen und lebenslanges
Lernen
6) Umweltschutz
und Förderung der
Ressourcen-
effizienz
Schwerpunktbereiche
der Unionspriorität
1a)
Förderung der Innovation, der
Zusammenarbeit und des Aufbaus
der Wissensbasis in ländlichen
Gebieten
1b)
Stärkung der Verbindungen zwischen Landwirtschaft,
Nahrungsmittelerzeugung und Forstwirtschaft sowie For-
schung und Innovation, unter anderem zu dem Zweck
eines besseren Umweltmanagements und einer besseren
Umweltleistung
1c)
Förderung des lebenslangen
Lernens und der beruflichen
Bildung in der Land- und Forst-
wirtschaft
Unionspriorität
gem. Art. 5 ELER-VO
1. Förderung von Wissenstransfer und Innovation in der Land- und Forstwirtschaft und den länd-
lichen Gebieten

Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
56
Unionspriorität 2
Schwerpunktbereich 2a)
Im Rahmen des Schwerpunktbereichs 2a) werden primär Teilmaßnahmen wie folgt angebo-
ten:
Art.
Code
Teilmaßnahme
14
1.2
Unterstützung von Demonstrationsprojekten/Informationsmaßnahmen
17
4.1
Unterstützung für Investitionen in landwirtschaftliche Betriebe
35
16.1
Unterstützung für die Einrichtung und den Betrieb von operationeller Gruppen der EIP
„Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“
35
16.2
Unterstützung für Pilotprojekte
Die in der SWOT ermittelten Bedarfe, die der Unionspriorität 2 zuzuordnen sind, betreffen
hauptsächlich den Schwerpunktbereich 2a) und sollen über Art. 17 Abs. 1 a) und Art. 35 E-
LER-VO realisiert werden. Das Förderspektrum über Art. 17 ELER-VO umfasst Investitions-
förderung in den Bereichen Nutztierhaltung und pflanzliche Erzeugung. Vorrangiges Ziel der
Förderung im Bereich der Unionspriorität 2 ist es, die landwirtschaftlichen Betriebe unter den
gestiegenen Anforderungen an Ressourcen- und Energieeffizienz langfristig wettbewerbsfä-
hig zu erhalten und auch der gesellschaftlich gewünschten tierschutzgerechten Nutztierhal-
tung zu entsprechen. Die Lage der landwirtschaftlichen Unternehmen in benachteiligten Ge-
bieten soll berücksichtigt werden. Mit der Unterstützung im Rahmen der Unionspriorität 2
werden auch positive Wirkungen in der Unionspriorität 5, hier insbesondere bei den Schwer-
punktbereichen a), b) und d) erzielt. Darüber hinaus ist auch die Einrichtung und der Betrieb
von OPG der EIP sowie die Realisierung von Pilotprojekten primär dem Schwerpunktbereich
2a) zugeordnet, da davon ausgegangen wird, dass OPG der EIP generell zur Stärkung der
Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft beitragen werden.
Vorhaben des Wissenstransfers nach Art. 14 ELER-VO, die zur Zielerreichung des Schwer-
punktbereiches beitragen, werden ebenfalls unterstützt.

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Beschreibung der Strategie
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57
INTEGRATIVES
WACHSTUM
INTELLIGENTES
WACHSTUM
EU 2020-Prioritäten
primär
sekundär
GAP-Ziele
Wettbewerbsfähigkeit der
Landwirtschaft
Nachhaltige Bewirtschaftung
natürlicher Ressourcen und Klimamaßnahmen
Ausgewogene
räumliche Entwicklung
Relevante
Maßnahmen
Art. 35
Zusammenarbeit
2. Verbesserung der Lebensfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe und der Wettbewerbsfähigkeit aller
Arten von Landwirtschaft in allen Regionen und Förderung innovativer landwirtschaftlicher Techniken und
der nachhaltigen Waldbewirtschaftung
Unionspriorität
gem. Art. 5 ELER-VO
Art. 17
Investitionen in materi-
elle Vermögenswerte
Art. 14
Wissenstransfer und
Informationsmaßnahmen
Schwerpunktbereiche
der Unionspriorität
2a)
Verbesserung der Wirtschaftsleistung aller landwirtschaftlichen Betriebe, Unter-
stützung der Betriebsumstrukturierung und -modernisierung insbesondere mit Blick
auf die Erhöhung der Marktbeteiligung und -orientierung sowie der
landwirtschaftlichen Diversifizierung
2b)
Erleichterung des Zugangs angemessen
qualifizierter Landwirte zum Agrarsektor und
insbesondere des Generationswechsels
(4) Verringerung der
CO
2
-Emissionen in
allen Branchen der
Wirtschaft
(3) Stärkung der
Wettbe-
werbsfähigkeit
von KMU,
des Agrarsektors
Thematische Ziele
gem. Art. 9 ESI-VO
(1) Stärkung von For-
schung, technologischer
Entwicklung und Innovation
(9) Förderung der
sozialen Inklusion und
Bekämpfung
der Armut
(8) Förderung nachhaltiger
und hochwertiger Beschäf-
tigung und Unterstützung
der Mobilität der Arbeits-
kräfte
Unionspriorität 2 – Verbesserung der Lebensfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe und der Wettbewerbsfähigkeit aller Arten von Landwirt-
schaft und Förderung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung

Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
58
Unionspriorität 3
Schwerpunktbereich 3a)
Im Rahmen des Schwerpunktbereichs 3a) werden primär Teilmaßnahmen wie folgt angebo-
ten:
Art.
Code
Teilmaßnahme
14
1.2
Unterstützung von Demonstrationsprojekten/Informationsmaßnahmen
Im Rahmen des Schwerpunktbereichs 3a) werden Vorhaben des Wissenstransfers nach Art.
14 ELER-VO, die zur Zielerreichung des Schwerpunktbereichs beitragen, unterstützt. Dar-
über hinaus sind weitere Vorhaben, die primär dem Schwerpunktbereich a) der Unionspriori-
tät 3 zuzuordnen sind, nicht geplant.
Schwerpunktbereich 3b)
Vorhaben, die primär dem Schwerpunktbereich b) der Unionspriorität 3 zuzuordnen sind,
sind nicht geplant.

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Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
59
Wettbewerbsfähigkeit der
Landwirtschaft
INTELLIGENTES
WACHSTUM
Unionspriorität 3 – Förderung einer Organisation der Nahrungsmittelkette und Förderung des Risikomanagements in der Landwirtschaft
primär
sekundär
EU 2020-Prioritäten
INTEGRATIVES
WACHSTUM
GAP-Ziele
Nachhaltige Bewirtschaftung
natürlicher Ressourcen und Klimamaßnah-
men
Ausgewogene
räumliche Entwicklung
Art. 14
Wissenstransfer und
Informationsmaßnahmen
3. Förderung einer Organisation der Nahrungsmittelkette, einschließlich der Verarbeitung und
Vermarktung von Agrarerzeugnissen, des Tierschutzes und des Risikomanagements in der
Landwirtschaft
(3) Stärkung der
Wettbewerbsfähigkeit
von KMU,
des Agrarsektors
(1) Stärkung von Forschung,
technologischer Entwicklung
und Innovation
(5) Anpassung an den Klimawandel
sowie Risikoprävention und des
Risikomanagements
Thematische Ziele
gem. Art. 9 ESI-VO
Unionspriorität
gem. Art. 5 ELER-VO
3b
Unterstützung der Risiko-
vorsorge und des Risikomana-
gements in den landwirtschaft-
lichen Betrieben
3a)
Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Primärerzeuger durch ihre bessere
Einbeziehung in die Nahrungsmittelkette durch Qualitätsregelungen, die Erhöhung der
Wertschöpfung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, die Absatzförderung auf loka-
len Märkten und kurze Versorgungswege, Erzeugergemeinschaften und
–organisationen und Branchenverbände
Schwerpunktbereiche
der Unionspriorität
Relevante
Maßnahmen

Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
60
Unionspriorität 4
Schwerpunktbereich 4a)
Im Rahmen des Schwerpunktbereichs 4a) werden primär Teilmaßnahmen von Art. 14, 17,
20, 24, 25, 28, 29, 31/32 und 35 ELER-VO wie folgt angeboten:
Art.
Code
Teilmaßnahme
14
1.1
Unterstützung der Weiterbildung und des Erwerbs von Qualifikationen
14
1.2
Unterstützung von Demonstrationsprojekten/Informationsmaßnahmen
17
4.3
Unterstützung für Investitionen in die Infrastruktur für die Entwicklung, Modernisierung
oder Anpassung der Land- und Forstwirtschaft
17
4.4
Unterstützung für nichtproduktive Investitionen im Zusammenhang mit der Verwirklichung
der der Agrarumwelt- und Klimaziele
20
7.1
Unterstützung für die Ausarbeitung und Aktualisierung von Plänen für die Entwicklung der
Gemeinden und Dörfer sowie von Plänen zum Schutz und zur Bewirtschaftung von Natu-
ra 2000-Gebieten und sonstigen Gebieten mit hohem Naturschutzwert
20
7.6
Unterstützung von Studien/Investitionen im Zusammenhang mit der Erhaltung, Wieder-
herstellung und Verbesserung des kulturellen und natürlichen Erbes von Dörfern, ländli-
chen Landschaften und Gebieten mit hohem Naturwert einschließlich der dazugehörigen
sozio-ökonomischen Aspekte, sowie Maßnahmen zur Förderung des Umweltbewusst-
seins
24
8.5
Unterstützung für die Vorbeugung von Schäden und Wiederherstellung von Wäldern
nach Waldbränden und Naturkatastrophen
25
8.6
Unterstützung für Investitionen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit und des ökologi-
schen Werts der Waldökosysteme
28
10.1
Zahlungen für Agrar-Umwelt-Klima-Vereinbarungen pro ha landwirtschaftliche Fläche
29
11.2
Förderung der Beibehaltung des ökologischen Landbaus pro ha LF
31/32
13.1
Ausgleichszahlung in Berggebieten
31/32
13.2
Ausgleichszahlung für andere Gebiete als Berggebiete, die aus erheblichen naturbeding-
ten Gründen benachteiligt sind
35
16. 5
Unterstützung für gemeinsame Konzepte für Umweltprojekte und gegenwärtig angewen-
dete ökologische Verfahren
Die Realisierung der Schwerpunktbereiche der Unionspriorität 4 stellen einen Zentralpunkt
im Rahmen des sächsischen EPLR 2014 – 2020 dar. Zur Wiederherstellung, Erhaltung und
Verbesserung der Biologischen Vielfalt sowie der Erhaltung der Kulturlandschaft wird ein
umfangreiches Maßnahmespektrum gem. ELER-VO eingesetzt. Das Maßnahmenpaket ist
breit angelegt und bedarfsorientiert ausgestaltet. Es umfasst flächenbezogene Maßnahmen
im land- und forstwirtschaftlichen Sektor, Investiv-, Vorsorge-, Informations- und Qualifizie-
rungsmaßnahmen, den planungsgestützten Naturschutz und die Erfassung von Artvorkom-
men sowie Möglichkeiten zur Zusammenarbeit im Bereich der Biologischen Vielfalt. Damit
steht ein umfassendes Angebot zum Erhalt und zur Entwicklung der Biodiversität sowie zur
Erhaltung der Kulturlandschaften im Freistaat Sachsen bereit.
Auch über Förderangebote des Wissenstransfers gem. Art. 14 und der Zusammenarbeit gem.
Art. 35 ELER-VO soll durch Sensibilisierung, Information und die Entwicklung innovativer
Lösungen zur Realisierung der Ziele des Schwerpunktbereiches 4a) beigetragen werden.

Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
61
Schwerpunktbereich 4b)
Im Rahmen des Schwerpunktbereichs 4b) werden primär Teilmaßnahmen gem. Art. 28 und
29 ELER-VO wie folgt angeboten:
Art.
Code
Teilmaßnahme
14
1.2
Unterstützung von Demonstrationsprojekten/Informationsmaßnahmen
28
10.1
Zahlungen für Agrar-Umwelt-Klima-Vereinbarungen pro ha landwirtschaftliche Fläche
29
11.2
Förderung der Beibehaltung des ökologischen Landbaus pro ha LF
Ein Teil der Vorhaben gem. Art. 28 ELER-VO ist gezielt darauf ausgerichtet, einen Beitrag
zur Verbesserung der Grund- und Oberflächenwasser im Sinne der WRRL zu leisten. Eben-
so hat der ökologische/biologische Landbau gem. Art. 29 ELER-VO viele positive Wirkungen
sowohl auf Wasser- als auch Bodenqualität. Er soll in Übereinstimmung mit den agrarrele-
vanten Zielsetzungen der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie unterstützt werden. Daher sind
einige Vorhaben von Art. 28 und Art. 29 ELER-VO primär dem Schwerpunktbereich 4b) zu-
zuordnen.
Vorhaben des Wissenstransfers nach Art. 14 ELER-VO, die zur Zielerreichung des Schwer-
punktbereiches beitragen, werden ebenfalls unterstützt.
Schwerpunktbereich 4c)
Im Rahmen des Schwerpunktbereichs 4c) werden primär Teilmaßnahmen von Art. 28 ELER-
VO angeboten:
Art.
Code
Teilmaßnahme
14
1.2
Unterstützung von Demonstrationsprojekten/Informationsmaßnahmen
28
10.1
Zahlungen für Agrar-Umwelt-Klima-Vereinbarungen pro ha landwirtschaftliche Fläche
Ein Teil der Vorhaben von Art. 28 ELER-VO hat die Verhinderung der Bodenerosion und
Verbesserung der Bodenbewirtschaftung zum Inhalt und wird primär dem Schwerpunktbe-
reich 4c) zugeordnet. Ebenso hat der ökologische/biologische Landbau viele positive Wir-
kungen im Hinblick auf eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung. Art. 28 und Art. 29 ELER-VO
wirken positiv auf alle Schwerpunktbereiche der Unionspriorität 4 sowie auch auf die
Schwerpunktbereiche 5d) und 5e).
Vorhaben des Wissenstransfers nach Art. 14 ELER-VO, die zur Zielerreichung des Schwer-
punktbereiches beitragen, werden ebenfalls unterstützt.

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Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
62
primär
sekundär
Unionspriorität 4 – Wiederherstellung, Erhaltung und Verbesserung der mit der Land- und Forstwirtschaft verbundenen Ökosysteme
4a)
Wiederherstellung, Erhaltung und Verbesserung der biologischen
Vielfalt, auch in Natura-2000-Gebieten und in Gebieten, die aus natur-
bedingten oder anderen spezifischen Gründen benachteiligt sind, der
Landbewirtschaftung mit hohem Naturwert, sowie des Zustands der
europäischen Landschaften
4b)
Verbesserung der Wasser-
wirtschaft, einschließlich des
Umgangs mit Düngemitteln
und Schädlingsbekämpfungs-
mitteln
4c)
Verhinderung der
Bodenerosion und
Verbesserung der
Bodenbewirtschaftung
Art. 31 f.
Zahlungen für aus
naturbedingten oder anderen
spezifischen Gründen be-
nachteiligte Gebiete
(5) Anpassung an den Klimawandel
sowie der Risikoprävention und des
Risikomanagements
(
1) Stärkung von Forschung,
technologischer Entwicklung
und Innovation
(6) Umweltschutz und Förde-
rung der Ressourceneffizienz
(4) Verringerung der CO
2
-
Emissionen in allen Bran-
chen der Wirtschaft
Art. 24
Vorbeugung von
Schäden und Wiederher-
stellung des ursprünglichen
Zustands von Wäldern nach
Waldbränden, Natur-
katastrophen und Katastro-
phenereignissen
Art. 28
Agrarumwelt- und
Klimamaßnahme
Art. 25
Investitionen zur Stär-
kung der Widerstands-
fähigkeit und des ökologischen
Werts der Waldökosysteme
Art. 29
Ökologischer/ biologi-
scher Landbau
Art. 35
Zusammenarbeit
4. Wiederherstellung, Erhaltung und Verbesserung der mit der Land- und Forstwirt-
schaft verbundenen Ökosysteme
Art. 17
Investitionen in materi-
elle Vermögenswerte
NACHHALTIGES
WACHSTUM
EU 2020-Prioritäten
GAP-Ziele
Wettbewerbsfähigkeit der
Landwirtschaft
Nachhaltige Bewirtschaftung
natürlicher Ressourcen und Klimaschutz
Ausgewogene
räumliche Entwicklung
Thematische Ziele
gem. Art. 9 ESI-VO
Unionspriorität
gem. Art. 5 ELER-VO
Schwerpunktbereiche
der Unionspriorität
Art. 14
Wissenstransfer und
Informationsmaßnahmen
Art. 20
Basisdienstleistungen
und Dorferneuerung in ländli-
chen Gebieten
Relevante
Maßnahmen

Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
63
Unionspriorität 5
Schwerpunktbereich 5a)
Dem Schwerpunktbereich 5a) sind keine Vorhaben primär zugeordnet. Gleichwohl werden
positive Wirkungen in Bezug auf die Erreichung der Ziele des Schwerpunktbereichs 5a) ins-
besondere bei Vorhaben, die im Rahmen des Art. 17 ELER-VO realisiert werden, erwartet.
Schwerpunktbereich 5b)
Im Rahmen des Schwerpunktbereichs 5b) werden primär Teilmaßnahmen wie folgt angebo-
ten:
Art.
Code
Teilmaßnahme
14
1.2
Unterstützung von Demonstrationsprojekten/Informationsmaßnahmen
Im Rahmen des Schwerpunktbereichs 5b) werden Vorhaben des Wissenstransfers nach Art.
14 ELER-VO, die zur Zielerreichung des Schwerpunktbereiches beitragen, unterstützt. Dar-
über hinaus sind dem Schwerpunktbereich 5b) keine Vorhaben primär zugeordnet. Gleich-
wohl werden positive Wirkungen in Bezug auf die Erreichung der Ziele des Schwerpunktes
5b) insbesondere bei Vorhaben, die im Rahmen des Art. 17 ELER-VO realisiert werden, er-
wartet.
Schwerpunktbereich 5c)
Im Rahmen des Schwerpunktbereichs 5c) werden primär Teilmaßnahmen gem. Art. 17 und
35 ELER-VO wie folgt angeboten:
Art.
Code
Teilmaßnahme
17
4.3
Unterstützung für Investitionen in die Infrastruktur für die Entwicklung, Modernisierung
oder Anpassung der Land- und Forstwirtschaft
35
16.8
Unterstützung für die Ausarbeitung von Waldbewirtschaftungsplänen oder gleichwertiger
Instrumente
Dem Schwerpunktbereich 5c) sind primär Vorhaben gem. Art. 17 Abs. 1(c) ELER-VO im
Hinblick auf die Erschließung forstwirtschaftlicher Flächen zugeordnet. Mit dem Neu- und
Ausbau bzw. der grundhaften Instandsetzung von forstlichen Wegen und der Errichtung von
Holzlagerplätzen und -konservierungsanlagen soll eine Erleichterung der Rohholzversorgung
der holzbe- und -verarbeitenden Industrie und für die Versorgung mit erneuerbaren Energien
erreicht werden, wobei Absatzmöglichkeiten vor allem im Privatwald verbessert werden.
Waldbewirtschaftungspläne bilden die Grundlage für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung,
daher soll die Ausarbeitung von Waldbewirtschaftungsplänen und so auch die besitzüber-
greifende Zusammenarbeit im forstwirtschaftlichen Bereich unterstützt werden. Auch sie die-
nen primär den Zielen des Schwerpunktbereichs 5c).
Schwerpunktbereich 5d)
Im Rahmen des Schwerpunktbereichs 5d) werden primär Teilmaßnahmen wie folgt angebo-
ten:
Art.
Code
Teilmaßnahme
14
1.2
Unterstützung von Demonstrationsprojekten/Informationsmaßnahmen
Im Rahmen des Schwerpunktbereichs 5d) werden Vorhaben des Wissenstransfers nach Art.
14 ELER-VO, die zur Zielerreichung des Schwerpunktbereiches beitragen, unterstützt. Dar-
über hinaus sind dem Schwerpunktbereich 5d) keine Vorhaben primär zugeordnet. Gleich-
wohl werden positive Wirkungen in Bezug auf die Erreichung der Ziele des Schwerpunktbe-
reichs 5d) insbesondere bei Vorhaben, die im Rahmen der Art. 17 und 28 ELER-VO realisiert
werden, erwartet.

Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
64
Schwerpunktbereich 5e)
Im Rahmen des Schwerpunktbereichs 5e) werden primär Teilmaßnahmen gem. Art. 25 E-
LER-VO angeboten:
Art.
Code
Teilmaßnahme
14
1.2
Unterstützung von Demonstrationsprojekten/Informationsmaßnahmen
25
8.6
Unterstützung für Investitionen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit und des ökologi-
schen Werts der Waldökosysteme
Bäume speichern beim Wachstum Kohlenstoff und entfernen somit CO
2
aus der Atmosphäre.
Der Erhalt und Aufforstung von stabilen, standortgerechten und klimatoleranten Wäldern sind
daher wichtige Beiträge zum Klimaschutz. Mit einer Unterstützung von Waldumbaumaßnah-
men mit standortgerechten Baumarten (Laubbaumarten) außerhalb von Schutzgebieten wird
daher ein wichtiger Beitrag zur Zielerreichung des Schwerpunktbereichs 5e) geleistet, ent-
sprechend erfolgt die primäre Zuordnung zum Schwerpunktbereich 5e). Des Weiteren soll
der in den sächsischen Wäldern deutlich ausgeprägten Bodenversauerung gezielt durch
Bodenschutzkalkungen begegnet werden. Die Waldkalkungen können wegen der Großflä-
chigkeit und besitzübergreifenden Dimension nur zentral umgesetzt werden. Da neben dem
Kohlenstoff-Speichervermögen der Waldbestände auch in den Waldböden Kohlenstoff ge-
speichert wird, ist auch dieser Fördergegenstand primär dem Schwerpunktbereich 5e) zuge-
ordnet.
Vorhaben des Wissenstransfers nach Art. 14 ELER-VO, die zur Zielerreichung des Schwer-
punktbereiches beitragen, werden ebenfalls unterstützt.

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Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
65
primär
sekundär
NACHHALTIGES
WACHSTUM
EU 2020-Prioritäten
GAP-Ziele
Wettbewerbsfähigkeit der
Landwirtschaft
Nachhaltige Bewirtschaftung
natürlicher Ressourcen und Klimamaßnahmen
Ausgewogene
räumliche Entwicklung
(5) Anpassung an den Klima-
wandel sowie der Risiko-
prävention und des Risiko-
managements
(1) Stärkung von For-
schung, technologischer
Entwicklung und Innovation
(6) Umweltschutz
und Förderung der
Ressourceneffizienz
(4) Verringerung der
CO
2
-Emissionen in allen
Branchen der Wirtschaft
(3) Stärkung der Wettbe-
werbsfähigkeit von KMU,
des Agrarsektors
5a)
Effizienz-
steigerung bei der
Wassernutzung in
der Landwirtschaft
5b)
Effizienzsteigerung bei
der Energienutzung in der
Landwirtschaft und der
Nahrungsmittelverarbeitung
5c)
Erleichterung der Versorgung mit und
stärkere Nutzung von erneuerbaren Energien,
Nebenerzeugnissen, Abfällen und Rückständen
und anderen Ausgangserzeugnissen außer
Lebensmitteln für die Biowirtschaft
5e)
Förderung der
Kohlenstoff-
Speicherung und
-Bindung in der Land-
und Forstwirtschaft
5d)
Verringerung der
aus der Landwirtschaft
stammenden Treib-
hausgas- und Ammo-
niakemissionen
Art. 17
Investitionen in materi-
elle Vermögenswerte
5. Förderung der Ressourceneffizienz und Unterstützung des Agrar-, Nahrungsmittel- und Forstsektors
beim Übergang zu einer kohlenstoffarmen und klimaresistenten Wirtschaft
Art. 35
Zusammenarbeit
Unionspriorität
gem. Art. 5 ELER-VO
Thematische Ziele
gem. Art. 9 ESI-VO
Schwerpunktbereiche
der Unionspriorität
Relevante
Maßnahmen
Art. 25
Investitionen zur Stär-
kung der Widerstands-
fähigkeit und des ökologischen
Werts der Waldökosysteme
Art. 14
Wissenstransfer und
Informationsmaßnahmen
Unionspriorität 5 – Ressourceneffizienz und Unterstützung des Agrar-, Ernährungs- und Forstsektors beim Übergang zu einer
kohlenstoffarmen und klimaresistenten Wirtschaft

Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
66
Unionspriorität 6
Im Rahmen des
Schwerpunktbereiches 6a)
werden primär Teilmaßnahmen gem. Art. 17
ELER-VO angeboten:
Art.
Code
Teilmaßnahme
17
4.2
Unterstützung für Investitionen in die Verarbeitung/Vermarktung und/oder Entwicklung
von landwirtschaftlichen Produkten
Die geplanten Vorhaben unter Art. 17 Abs. 1 b) ELER-VO – Investitionen in materielle Ver-
mögenswerte, Teil: Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse – sind
primär dem Schwerpunktbereich 6a) zuzuordnen. Im Freistaat Sachsen ist unter Beachtung
der Bedarfe eine Unterstützung der Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Pro-
dukte für landwirtschaftliche Unternehmen vorgesehen.
Im Rahmen des Schwerpunktbereichs 6b) werden primär Teilmaßnahmen gem. Art. 35 ESI-
VO angeboten:
Art.
Code
Teilmaßnahme
35 ESI-
VO
19.1
Unterstützung für die Vorbereitung der lokalen Entwicklungsstrategien
35 ESI-
VO
19.3
Unterstützung für die Durchführung der Vorhaben im Rahmen der lokalen Entwicklungs-
strategie
35 ESI-
VO i. V.
m. 44
19.4
Vorbereitende technische Unterstützung für Kooperationstätigkeiten
35 ESI-
VO i. V.
m. 44
19.5
und
19.6
Unterstützung für gebietsübergreifende und transnationale Zusammenarbeit
35 ESI-
VO
19.7
und
19.8
Unterstützung für laufende Kosten und Sensibilisierung für die lokale Entwicklungsstrate-
gie
Entsprechend den festgestellten Bedarfen im Freistaat Sachsen liegt der Fokus der Unter-
stützungen im Rahmen des EPLR 2014 – 2020 auf dem Schwerpunktbereich 6b). Unter Hin-
zuziehung der für die Umsetzung der Unionspriorität 6 maßgebenden Möglichkeiten des E-
LER und ESI wird dabei ein inhaltlich weitgehend und finanziell umfangreicher LEADER-
Ansatz unter Berufung auf zahlreiche positive Erfahrungen aus der vorangegangenen För-
derperiode 2007 – 2013 verfolgt.
Schwerpunktbereich 6c)
Vorhaben, die primär dem Schwerpunktbereich c) der Unionspriorität 6 zuzuordnen sind,
sind nicht geplant.

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Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
67
primär
sekundär
EU 2020-Prioritäten
GAP-Ziele
Wettbewerbsfähigkeit der
Landwirtschaft
Nachhaltige Bewirtschaftung
natürlicher Ressourcen und Klimamaßnahmen
Ausgewogene
räumliche Entwicklung
INTEGRATIVES
WACHSTUM
NACHHALTIGES
WACHSTUM
INTELLIGENTES
WACHSTUM
(3) Stärkung der
Wettbewerbsfähigkeit
von KMU, des Agrar-
sektors
(2) Verbesserung der
Barrierefreiheit sowie
Nutzung und Qualität
von IKT
(9) Förderung der sozialen
Inklusion und Bekämpfung
der Armut
(8) Förderung nachhaltiger und
hochwertiger Beschäftigung und
Unterstützung der Mobilität der
Arbeitskräfte
Art. 35 ESI-VO
Unterstützung
der von der örtlichen Bevölke-
rung betriebenen Maßnahmen
zur lokalen Entwicklung durch
die ESI-Fonds
Art. 17
Investitionen in materi-
elle Vermögenswerte
6. Förderung der sozialen Inklusion, der Armutsbekämpfung und der wirtschaftlichen Ent-
wicklung in ländlichen Gebieten
6a)
Erleichterung der Diversifizierung,
Gründung und Entwicklung von
kleinen Unternehmen und Schaffung
von Arbeitsplätzen
6b)
Förderung der loka-
len Entwicklung in ländli-
chen Gebieten
6c)
Förderung des Zugangs zu Informations-
und Kommunikationstechnologien (IKT), ihres
Einsatzes und ihrer Qualität in ländlichen Gebie-
ten
Thematische Ziele
gem. Art. 9 ESI-VO
Unionspriorität
gem. Art. 5 ELER-VO
Schwerpunktbereiche
der Unionspriorität
Art. 35 ESI-VO i. V. m. Art. 44
ELER-VO
LEADER-
Kooperationstätigkeiten
Relevante
Maßnahmen
Unionspriorität 6 – Förderung der sozialen Inklusion, der Armutsbekämpfung und der wirtschaftlichen Entwicklung in ländlichen Gebieten

Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
68
5.3
Beschreibung wie die Querschnittsziele angesprochen
werden
5.3.1 Innovation einschließlich EIP „Landwirtschaftliche Produkti-
vität und Nachhaltigkeit“
Innovationen beziehen sich zum einen auf die betriebliche Ebene oder Teile der Wertschöp-
fungskette in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft, zum anderen auf Bottom-up-
Prozesse der lokalen ländlichen Entwicklung insgesamt (LEADER). Bei Letzterem besteht
die Zielsetzung darin, den Bottom-up-Ansatz, dessen Vorteil darin besteht, dass die lokale
Bevölkerung eine auf ihr LEADER-Gebiet maßgeschneiderte LEADER-Strategie erarbeitet
und auf dieser Grundlage entscheidet, welche Vorhaben den Entwicklungszielen am besten
Rechnung tragen, zu stärken. Dieser inhaltlich offene und partizipative Ansatz begünstigt die
Entstehung innovativer Projektideen. Im EPLR 2014 – 2020 ist eine umfangreiche Unterstüt-
zung des LEADER-Ansatzes, der sich insgesamt durch einen innovativen Charakter aus-
zeichnet, vorgesehen (Art. 32 ff. ESI-VO).
Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft sind in vielfältiger Form mit den übrigen Wirtschafts-
bereichen verzahnt. Durch ihren Einfluss auf die Umwelt und Landschaftsgestaltung entsteht
auch eine direkte Kopplung zu weiteren Wirtschaftsbereichen (z. B. Tourismus) bis hin zu
ihrem Einfluss auf die Wohn- und Lebensqualität im ländlichen Raum. Innovationspotenzial
in der Tierhaltung wird im Freistaat Sachsen im Bereich umwelt- und tiergerechter sowie kli-
maschützender Produktionsformen gesehen. Die Herausforderung besteht darin, Konzepte,
Systeme und Verfahren zu entwickeln, die neben der umwelt- und tiergerechten Haltung eine
wettbewerbsfähige Tierhaltung ermöglichen. In vielen Bereichen der landwirtschaftlichen
Erzeugung (inklusive Tierhaltung) besteht zudem weiteres Innovationspotenzial im Hinblick
auf die Nutzung neuer Technologien und moderner Entscheidungshilfen für die Anwendung
von Pflanzenschutzmitteln. Das Innovationspotenzial in der Ernährungswirtschaft betrifft die
gesamte Prozesskette und ist durch eine zunehmende Verbindung zu Schlüsseltechnologien
gekennzeichnet (z. B. Innovationen beim Anbau sowie schonende und umweltgerechte Be-
arbeitungsverfahren bei Lebensmitteln). In der Forstwirtschaft liegen die Herausforderungen
v. a. in der Weiterentwicklung innovativer Klimaanpassungsstrategien. Schließlich ist die
Höhe des Energieeinsatzes für die Wettbewerbsfähigkeit der Land-, Forst- und Ernährungs-
wirtschaft entscheidend. Hier besteht die Herausforderung darin, die Energieeffizienz zu
steigern.
Wichtigstes Instrument zur Unterstützung von Innovationen in der Land-, Forst- und Ernäh-
rungswirtschaft ist die EIP (Art. 55 ff. ELER-VO). Damit sollen die Strukturen der Zusam-
menarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis verbessert und die maßgeblichen Akteure di-
rekter einbezogen werden. Weitere Instrumente zur Unterstützung von Innovationen sind der
Wissenstransfer (Art. 14 ELER-VO) und die Einbeziehung in die Innovationsstrategie des
Freistaates Sachsen (vgl. Abb. 5-1, 5-2). Die privatwirtschaftliche Beratung ist im Freistaat
Sachsen fest verankert und Bedarf daher keiner eigenen Förderung, stellt aber einen wichti-
gen Baustein für die Einführung von Innovationen in Einzelbetrieben z. B. bei innovativen
Investitionen (Art. 17, 35 ELER-VO) dar.

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Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
69
Abbildung 5-1: EIP „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ und ihre Umsetzung im Frei-
staat Sachsen
EIP „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ nach Art. 55 ff. ELER-VO
Zielstellung:
Brücken zwischen Forschung und Praxis schlagen
schnellere Überführung von Forschungsergebnissen in die Praxis
mehr Impulse aus der Praxis an die Forschung
Verbesserung der interdisziplinären Zusammenarbeit
Umsetzung im Freistaat Sachsen
A)
Einbeziehung in die
Innovationsstrategie
des Freistaates
Sachsen
Unterstützung der EIP im Freistaat Sachsen durch Förderung über den ELER
B)
Wissenstransfer und
Informationsmaßnah-
men nach
Art. 14 ELER-VO
C)
Förderung von Investi-
tionen nach Art. 17
ELER-VO (z. B. innova-
tive Spezialtechnik)
D)
Förderung der Zusam-
menarbeit nach
Art. 35 ELER-VO
Quelle: eigene Darstellung
Abbildung 5-2: Funktionsprinzip der EIP „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ im Frei-
staat Sachsen
Quelle: eigene Darstellung

Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
70
5.3.2
Umweltschutz einschließlich der spezifischen Erfordernisse
von Natura 2000-Gebieten
Ziel der EU ist es den Verlust an Biologischer Vielfalt bis 2020 aufzuhalten bzw. umzukehren.
Einen besonderen Stellenwert nimmt der Schutz der Arten und Lebensraumtypen gem. der
FFH-Richtlinie sowie der europäischen Vogelarten gem. der Vogelschutzrichtlinie einschließ-
lich des Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000 ein. Im Freistaat Sachsen soll dies in erster
Linie auf kooperativer Basis mit den Landnutzern erfolgen. Der Förderung kommt hier eine
zentrale Rolle zu, wobei der ELER das bedeutendste Förderinstrument darstellt. Dement-
sprechend sind aufeinander abgestimmte und sich ergänzende Maßnahmen im
EPLR 2014 – 2020 vorgesehen.
Schwerpunkt der Maßnahmen zur Sicherung der Biologischen Vielfalt stellen naturschutzbe-
zogene Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (Art. 28 ELER-VO) dar, die auf den Erhalt der
auf eine regelmäßige Nutzung und Pflege angewiesenen Offenlandlebensräume und der
dazugehörigen Arten abzielen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Förderung von Biotop-
gestaltungs- und Artenschutzvorhaben (auch im Wald), der Anschaffung von Technik und
Ausstattung als Voraussetzung für naturschutzkonforme Landnutzungsformen sowie der
Unterstützung von Vorhaben zur Prävention vor Schäden durch geschützte Arten (Art. 17, 25
ELER-VO). Die Qualifizierung von Landnutzern zu Anforderungen und Maßnahmen zum
Schutz der Biologischen Vielfalt (Art. 14 ELER-VO) sowie die naturschutzbezogene Öffent-
lichkeits- und Bildungsarbeit (Art. 20 ELER-VO) sind weitere wichtige Bausteine für das
Querschnittsziel. Die Schaffung fachlicher Grundlagen wird durch die Förderung von Natur-
schutzplanungen unterstützt. Studien zur Dokumentation von Artvorkommen helfen die Si-
cherung der Arten zu unterstützen (Art. 20 ELER-VO). Den Herausforderungen in Bezug auf
die vielfältigen Ansprüche und Gefährdungsursachen von Lebensräumen und Arten kann
besonders über die Zusammenarbeit verschiedener Akteure (Art. 35 ELER-VO) begegnet
werden.
Darüber hinaus tragen weitere Bereiche im Rahmen der ELER-Förderung zum Umwelt-
schutz bei, z. B.:
Investitionen in landwirtschaftliche Gebäude und Technik (Art. 17 ELER-VO),
Erschließung forstwirtschaftlicher Flächen (Art. 17 ELER-VO), Vorhaben zum Schutz des
Waldes (Art. 24 ELER-VO),
Anlage und Sanierung von Stützmauern landwirtschaftlicher Flächen (Art. 17 ELER-VO),
Unterstützung ökologischer/biologischer Anbauverfahren (Art. 29 ELER-VO),
Gewährung einer Ausgleichszulage zum Erhalt von Kulturlandschaften (Art. 31/32 ELER-
VO).
Auch im Rahmen von LEADER-Vorhaben kann der Umweltschutz adressiert werden.
5.3.3
Eindämmung des Klimawandels und Anpassung an seine
Auswirkungen
Der Klimawandel ist auch im Freistaat Sachsen in vielfältiger Weise spürbar. Neben direkten
Folgen an den einzelnen Schutzgütern ist auch der Mensch unmittelbar davon betroffen.
Daraus leiten sich für den Freistaat Sachsen über vielfältige Zusammenhänge weitere Fol-
gen für gesellschaftliche Bereiche wie z. B. die Land- und Forstwirtschaft sowie den Sied-
lungsraum ab. Der Wald, als eine wichtige Kohlenstoffsenke, ist dabei im besonderen Maße
vom Klimawandel betroffen, da v. a. das Risiko biotischer und abiotischer Waldschäden zu-
nimmt.
Die Landwirtschaft ist einerseits von den Folgen des Klimawandels betroffen (Ertrags-
schwankung und Produktionsrisiko). Gleichzeitig ist sie eine Quelle für Methan- und Distick-
stoffoxid-Emissionen (z. B. Tierhaltung, Einsatz von synthetischen Stickstoffdüngern), besitzt

Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
71
andererseits aber auch Potenzial zur Minderung der THG-Emissionen (Boden und Pflanzen
als Kohlenstoffsenke).
Neben Anstrengungen zum Klimaschutz sind auch Anpassungen an den bereits stattfinden-
den Klimawandel unumgänglich. Im EPLR 2014 – 2020 sind eine Reihe aufeinander abge-
stimmter und sich ergänzender Maßnahmen vorgesehen, die der übergreifenden Zielsetzung
Eindämmung des Klimawandels und Anpassung an seine Auswirkungen Rechnung tragen.
So wird der Erfahrungs- und Wissensaustausch zum Klimawandel und möglichen Anpas-
sungsmaßnahmen u. a. durch Informations- und Demonstrationsvorhaben über Art. 14 E-
LER-VO unterstützt. Weiterhin werden entsprechende Vorhaben über die Zusammenarbeit
gem. Art. 35 ELER-VO gefördert. Auf der Grundlage der Förderangebote für gemeinsame
Umweltkonzepte und EIP können wirksame Anpassungsmaßnahmen abgestimmt, erprobt
und umgesetzt werden. Weiterhin sind im Landwirtschaftsbereich neben flächenbezogenen
Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (Art. 28 ELER-VO) auch die Förderung des ökologi-
schen/biologischen Landbaus (Art. 29 ELER-VO) sowie Investitionen in Gebäude und Tech-
nik (Art. 17 ELER-VO) vorgesehen. Die Unterstützung im Forstbereich zielt v. a. auf die Si-
cherung und den Ausbau des Waldes als wichtige Kohlenstoffsenke (Art. 25 ELER-VO). Hier
ist der Waldumbau das wichtigste Instrument. Mit der Unterstützung von Vorhaben zur Stei-
gerung der Energieeffizienz kann zudem ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.
Auch im Rahmen von LEADER-Vorhaben kann der Klimaschutz bzw. die Anpassung an sei-
ne Auswirkungen adressiert werden.
5.3.4
Gleichstellung von Männern und Frauen und Nichtdiskrimi-
nierung
Die Gleichstellung von Männern und Frauen und Nichtdiskriminierung ist im EPLR 2014 –
2020 als Querschnittsziel verankert. Desgleichen sind die Ex-ante-Konditionalitäten in Bezug
auf die Gleichstellung von Männern und Frauen und Nichtdiskriminierung gem. Kap. 6 erfüllt.
Aufgrund der inhaltlichen Ausrichtung zur Verwirklichung der Ziele gem. Art. 4 ELER-VO ist
die Anwendung des Gender Mainstreaming sowie die Umsetzung des Nichtdiskriminie-
rungsprinzips nicht bei allen Maßnahmen relevant.
Im Rahmen der Erstellung des EPLR 2014 – 2020 wurden die Maßnahmen der Art. 32 ff.
ESI-VO i. V. m. Art. 44 ELER-VO als „gender-relevant“ identifiziert. Die Wirkungen der gen-
derrelevanten Maßnahmen auf die Chancengleichheit von Männern und Frauen sind im ge-
samtgesellschaftlichen Kontext jedoch eher gering und werden durch andere Wirkungen
überlagert.
In den Erarbeitungsprozess des EPLR 2014 – 2020 wurden nach dem Prinzip der Partner-
schaft gleichstellungsrelevante Akteure und Interessenvertreter einbezogen.
Wesentliche Herausforderungen für die Förderperiode 2014 – 2020 für das Querschnittsziel
Gleichstellung von Männern und Frauen und Nichtdiskriminierung liegen in:
Informations- und Erfahrungsaustausch,
Transfer von Kompetenzen,
Durchführung von Schulungsmaßnahmen zur Entwicklung der Genderkompetenz sowie
zur Berücksichtigung des Nichtdiskriminierungsprinzips.
Die Umsetzung folgender Maßnahmen ist geplant:
Veranstaltungen zur Sensibilisierung für die mit der Umsetzung von EPLR-Maßnahmen
betrauten Behörden,
Vorstellung der Gender Mainstreaming-Aktivitäten in geeigneten Publikationen sowie im
Internet.
Für „gender-relevante“ Maßnahmen werden die Gender Mainstreaming-Anforderungen ge-
währleistet, in dem eine explizite Berücksichtigung in den Kriterien zur Auswahl der Strate-

Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
72
gien zur lokalen Entwicklung erfolgt. Damit und über die Vorgaben und ggf. Auswahl der
LAG für LEADER-Vorhaben zur Beachtung des Gleichstellungs- und Nichtdiskriminierungs-
gebotes wird bei der Auswahl und Umsetzung der Vorhaben die Gleichstellung von Männern
und Frauen sowie die Nichtdiskriminierung gewährleistet.
Eine Programmbegleitung erfolgt auf Maßnahmeebene über die geschlechts- bzw. alters-
spezifisch differenzierte Erfassung ausgewählter gemeinsamer Indikatoren.
Im zukünftigen Begleitausschuss ist die Vertretung der Interessengruppe Chancengleichheit
vorgesehen.
Im Rahmen der Bewertungen während des Programmdurchführungszeitraums sowie der
erweiterten jährlichen Durchführungsberichte 2017 und 2019 wird die Umsetzung der
Gleichstellung von Männern und Frauen und Nichtdiskriminierung überprüft und bewertet.
5.3.5
Nachhaltige Entwicklung
Die Politik des Freistaates Sachsen orientiert sich am Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung.
Grundlage hierfür bildet die Nachhaltigkeitsstrategie für den Freistaat Sachsen vom
25.01.2013. Sie findet ihre Berücksichtigung in allen Politikbereichen einschließlich der Ent-
wicklung des Ländlichen Raums.
Die sächsische Nachhaltigkeitsstrategie ist zeitlich auf das Jahr 2020 und inhaltlich an der
nationalen Nachhaltigkeitsstrategie „Perspektiven für Deutschland – Unsere Strategie für
eine nachhaltige Entwicklung“ von 2002, der Nachhaltigkeitsstrategie der EU und Zielen des
Art. 8 ESI-VO sowie der Partnerschaftsvereinbarung zwischen Deutschland und der Europä-
ischen Kommission ausgerichtet und bildet den Rahmen für die Umsetzung des integrierten
Grundsatzes der nachhaltigen Entwicklung auch für das EPLR 2014 – 2020.
Auswahl und Ausgestaltung des Prioritäten- und Maßnahmespektrums des EPLR 2014 –
2020 berücksichtigen entsprechend der Bedarfe die ganzheitliche Betrachtung der ökologi-
schen, ökonomischen und sozialen Aspekte.
Die Orientierung auf die Unionsprioritäten 4 und 5 wirkt sich primär positiv auf die Erhaltung
und Entwicklung der natürlichen Lebensgrundlagen v. a. in den Bereichen Klima und Biologi-
sche Vielfalt aus (Ökologie). Die programmierten Unionsprioritäten 1, 2 und 6 sind eine Ant-
wort auf die Herausforderungen der erforderlichen Strukturanpassungen in ökonomischer
und sozialer Hinsicht insbesondere auch aufgrund der demografischen Entwicklung.
5.4
Zusammenfassende Tabelle der Interventionslogik, mit
den für das EPLR ausgewählten Unionsprioritäten und
Schwerpunktbereichen, der quantifizierten Ziele und die
Kombination von Maßnahmen, mit denen die Ziele
erreicht werden sollen
Tabelle 5-2:
Zusammenfassende Tabelle der Interventionslogik
Unionspriorität 2
Schwerpunktbereich
Quantifizierte Zielvorgabe
Kombinationen von Maßnahmen
2a) Verbesserung der Wirt-
schaftsleistung aller landwirt-
schaftlichen Betriebe, Unter-
stützung der Betriebsumstruktu-
rierung und -modernisierung
insbesondere mit Blick auf die
Erhöhung der Marktbeteiligung
und -orientierung sowie der
landwirtschaftlichen Diversifizie-
% Anteil landwirtschaftlicher
Betriebe, die bzgl. Investitio-
nen in die Umstrukturierung
oder Modernisierung aus dem
EPLR unterstützt werden
12,08 %
Art. 14 Wissenstransfer und Informati-
onsmaßnahmen
Art. 17 Investitionen in materielle Vermö-
genswerte
Art. 35 Zusammenarbeit

Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
73
rung
Unionspriorität 3
Schwerpunktbereich
Quantifizierte Zielvorgabe
Kombinationen von Maßnahmen
3a) Steigerung der Wettbe-
werbsfähigkeit der Primärer-
zeuger durch ihre bessere
Einbeziehung in die Nahrungs-
mittelkette durch Qualitätsrege-
lungen, die Erhöhung der Wert-
schöpfung von landwirtschaftli-
chen Erzeugnissen, die Absatz-
förderung auf lokalen Märkten
und kurze Versorgungswege,
Erzeugergemeinschaften und
–organisationen und Branchen-
verbände
% Anteil der landwirtschaftli-
cher Betriebe, die Unterstüt-
zung erhalten bzgl. Qualitäts-
regelungen, lokalen Märkten
und kurzen Versorgungswe-
gen sowie Erzeugergemein-
schaften und
-organisationen
0,00 %
Art. 14 Wissenstransfer und Informati-
onsmaßnahmen
Unionspriorität 4
Schwerpunktbereich
Quantifizierte Zielvorgabe
Kombinationen von Maßnahmen
4a) Wiederherstellung, Erhal-
tung und Verbesserung der
biologischen Vielfalt, auch in
Natura-2000-Gebieten und in
Gebieten, die aus naturbeding-
ten oder anderen spezifischen
Gründen benachteiligt sind, der
Landbewirtschaftung mit hohem
Naturwert, sowie des Zustands
der europäischen Landschaften
% Anteil geförderter landwirt-
schaftlicher Flächen mit Bei-
trag zur Biodiversität (ha)
7%
% Anteil geförderter forstwirt-
schaftlicher Flächen mit Bei-
trag zur Biodiversität (ha)
0,05%
Art. 14 Wissenstransfer- und Informati-
onsmaßnahmen
Art. 17 Investitionen in materielle Vermö-
genswerte
Art. 20 Basisdienstleistungen und Dorfer-
neuerung in ländlichen Gebieten
Art. 24 Vorbeugung von Schäden und
Wiederherstellung des ursprünglichen
Zustands von Wäldern nach Waldbrand-
schäden, Naturkatastrophen und Kata-
strophenereignissen
Art. 25 Investitionen zur Stärkung der
Widerstandsfähigkeit und des ökologi-
schen Werts der Waldökosysteme
Art. 28 Agrarumwelt- und Klimamaßnah-
me
Art. 31 f. Zahlungen für aus naturbeding-
ten oder anderen spezifischen Gründen
benachteiligte Gebiete
Art. 35 Zusammenarbeit
4b) Verbesserung der Wasser-
wirtschaft, einschließlich des
Umgangs mit Düngemitteln und
Schädlingsbekämpfungsmitteln
% Anteil geförderter landwirt-
schaftlicher Flächen mit Bei-
trag zur Verbesserung der
Wasserwirtschaft (ha)
42 %
% Anteil geförderter forstwirt-
schaftlicher Flächen mit Bei-
trag zur Verbesserung der
Wasserbewirtschaftung (ha)
0 %
Art. 14 Wissenstransfer- und Informati-
onsmaßnahme
Art. 28 Agrarumwelt- und Klimamaßnah-
me + Finanzierung Übergangsmaßnah-
men/Altverpflichtungen AUM
Art. 29 Ökologischer/biologischer Land-
bau
4c) Verhinderung der Bodene-
rosion und Verbesserung der
Bodenbewirtschaftung
% Anteil geförderter landwirt-
schaftlicher Flächen mit Bei-
trag zur Verbesserung Boden-
bewirtschaftung und/oder
Vermeidung Bodenerosion
(ha)
3%
Art. 14 Wissenstransfer- und Informati-
onsmaßnahme
Art. 28 Agrarumwelt- und Klimamaßnah-
me

Beschreibung der Strategie
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 – 2020
74
Unionspriorität 5
Schwerpunktbereich
Quantifizierte Zielvorgabe
Kombinationen von Maßnahmen
5b) Effizienzsteigerung bei der
Energienutzung in der Land-
wirtschaft und der Nahrungsmit-
telverarbeitung
förderfähiges Investvolumen in
Energieeinsparung und -
effizienz (EUR)
0
Art. 14 Wissenstransfer- und Informati-
onsmaßnahme
5c) Erleichterung der Versor-
gung mit und stärkere Nutzung
von erneuerbaren Energien,
Nebenerzeugnissen, Abfällen
und Rückständen und anderen
Ausgangserzeugnissen außer
Lebensmitteln für die Biowirt-
schaft
förderfähiges Investitionsvolu-
men für Investitionen in erneu-
erbare Energieproduktion
(EUR)
7629584
Art. 17 Investitionen in materielle Vermö-
genswerte
Art. 35 Zusammenarbeit
5d) Verringerung der aus der
Landwirtschaft stammenden
Treibhausgas- und Ammoni-
akemissionen
% Anteil von den Investitionen
betroffener Großvieheinheiten
im Hinblick auf Reduzierung
THG und/oder Ammoni-
akemissionen
0%
% Anteil geförderter landwirt-
schaftlicher Fläche mit dem
Ziel Reduzierung THG
und/oder Ammoniakemissio-
nen
0%
Art. 14 Wissenstransfer- und Informati-
onsmaßnahme
5e) Förderung der Kohlenstoff-
Speicherung und -Bindung in
der Land- und Forstwirtschaft
% Anteil geförderter land- und
forstwirtschaftlicher Flächen
zur Förderung der Kohlenstoff-
Speicherung und –Bindung
0%
Art. 14 Wissenstransfer- und Informati-
onsmaßnahme
Art. 25 Investitionen zur Stärkung der
Widerstandsfähigkeit und des ökologi-
schen Werts der Waldökosysteme
Unionspriorität 6
Schwerpunktbereich
Quantifizierte Zielvorgabe
Kombinationen von Maßnahmen
6a) Erleichterung der Diversifi-
zierung, Gründung und Ent-
wicklung von kleinen Unter-
nehmen und Schaffung von
Arbeitsplätzen
Anzahl geschaffener Arbeits-
plätze durch geförderte Projek-
te
40
Art. 17 Investitionen in materielle Vermö-
genswerte
6b) Förderung der lokalen Ent-
wicklung in ländlichen Gebieten
% durch LAG abgedeckte
Bevölkerung
77,10%
% Anteil ländlicher Bevölke-