Anhang A 2 zum Landesentwicklungsplan 2013
Umweltbericht mit Klimacheck

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
2
Bearbeitung im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums des Innern (SMI):
TU Dresden & Planungsgruppe Umwelt
TU Dresden: Prof. Dr.-Ing. C. Schmidt, Dipl.-Ing. A. Dunkel, Dipl.-Ing. M. Hofmann, Dipl.-Ing. M. Lein
Planungsgruppe Umwelt: Dipl.-Ing. D. Kraetzschmer, Dipl.- Ing. M. Logemann, Dipl.-Geogr. M. Laske

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
3
Inhaltsverzeichnis
1
Einleitung ................................................................................................................................ 5
1.1
Kurzdarstellung des Inhaltes und der wichtigsten Ziele des Landesentwicklungsplanes ....... 5
1.2
Ziele des Umweltschutzes und Bestandsaufnahme der einschlägigen Aspekte des
derzeitigen Umweltzustandes .................................................................................................. 5
1.2.1
Boden…… ................................................................................................................................ 6
1.2.2 Klima/Luft ................................................................................................................................. 7
1.2.3 Wasser .................................................................................................................................... 8
1.2.4 Biodiversität, Arten und Biotope ............................................................................................. 10
1.2.5
Landschaft .............................................................................................................................. 11
1.2.6 Mensch, menschliche Gesundheit ......................................................................................... 12
1.2.7 Kultur- und Sachgüter ............................................................................................................ 14
1.3
Künftige Herausforderungen: Klimawandel in Sachsen ........................................................ 15
1.3.1 Temperaturerhöhung und zunehmende Hitzebelastungen ................................................... 17
1.3.2 Niederschlagsveränderungen und Verringerung des Wasserdargebotes ............................. 18
2
Beschreibung und Bewertung der Umweltauswirkungen ............................................... 21
2.1
Prognose über die Entwicklung des Umweltzustandes bei der Durchführung und
Nichtdurchführung des Planes einschließlich der Betrachtung anderweitiger
Planungsmöglichkeiten .......................................................................................................... 21
2.1.1 Leitbild für die Entwicklung des Freistaates Sachsen als Lebens-, Kultur- und
Wirtschaftsraum ..................................................................................................................... 21
2.1.2
Raumstrukturelle Entwicklung ................................................................................................ 21
2.1.3 Regional-, Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung ................................................................ 23
2.1.4 Verkehrsentwicklung .............................................................................................................. 24
2.1.5 Freiraumentwicklung .............................................................................................................. 47
2.1.6 Technische Infrastruktur ......................................................................................................... 49
2.1.7 Daseinsvorsorge .................................................................................................................... 50
2.2
Gesamtplanbetrachtung ......................................................................................................... 51
2.2.1 Kumulationsgebiete ................................................................................................................ 51
2.2.2 Klimacheck ............................................................................................................................. 54
2.3
Maßnahmen zur Vermeidung, Minderung und zum Ausgleich von nachteiligen
Umweltauswirkungen ............................................................................................................. 71
2.4
Anhang des LEP 2013: Fachplanerische Inhalte des Landschaftsprogramms ..................... 71
3
FFH-/SPA – Erheblichkeitsabschätzung ............................................................................ 76
4
Weitere Angaben .................................................................................................................. 77
4.1
Beschreibung zugrunde gelegter Unterlagen sowie Hinweise auf Schwierigkeiten .............. 77
4.2
Geplante Maßnahmen zur Überwachung der erheblichen Auswirkungen der Durchführung
des Landesentwicklungsplanes auf die Umwelt .................................................................... 77
5
Allgemein verständliche Zusammenfassung .................................................................... 85
Quellenverzeichnis .............................................................................................................................. 89
Anlagen:
Karten zum Klimacheck: Projektion Lufttemperatur und Klimatische Wasserbilanz; Projektion Jah-
resniederschlag und Sommerlicher Niederschlag
Tableaus der einzelnen, mittels Raumwiderstandsanalyse untersuchten Verkehrsvorhaben (für die
keine bereits in anderem Rahmen erfolgte UVS vorliegt): 1. Bundesfernstraßen, 2. Bundesstraßen,
3. Staatsstraßen, 4. Schienennetz

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
4
Lesehilfe
Für eilige Leser, die sich einen Überblick verschaf-
fen wollen:
Kap. 5 Allgemein verständliche Zusammenfassung
Für Leser, die Ergebnisse der Umweltprüfung zu
zeichnerischen Festlegungen von Verkehrsvorha-
ben suchen:
Vertiefende Prüfung in Kap. 2.1.4 Verkehrsentwicklung
Für Leser, die Aussagen zum Klimawandel und
dazu suchen, wie der LEP darauf reagiert:
Kap. 2.2.2 Klimacheck, Grundlagen in Kap. 1.3
Für Leser, die eine Übersicht über den Umweltzu-
stand und die der Prüfung zugrunde liegenden
Umweltziele suchen:
Kap. 1.2 Ziele des Umweltschutzes und Bestandsaufnah-
me der einschlägigen Aspekte des derzeitigen Umweltzu-
standes
Für Leser, sich zur FFH-Verträglichkeit der Inhalte
des LEP informieren wollen:
Kap. 3 FFH-/SPA-Erheblichkeitsabschätzung, Vertiefende
Prüfung in Kap. 2.1.4 Verkehrsentwicklung, Hinweise auf
potentielle kumulative Wirkungen im Kap. 2.2 Gesamtplan-
betrachtung
Symbolerläuterung
siehe Kap. … des Umweltberichtes
oder des Landesentwicklungsplanes
(Verweis auf nähere oder ergänzende
Erläuterungen in einem anderen Kapitel
des Umweltberichtes oder des Landes-
entwicklungsplanes)
nachzulesen in …
(Verweis auf externe
Dokumente, die die dargestellten Sachver-
halte vertiefend betrachten und aus denen
die dargestellten Informationen entnommen
wurden)
Abschichtung
(Hinweis auf Sachver-
halte, die zwar für eine Festlegung im
Landesentwicklungsplan untersucht
wurden, aber weiterführende Untersu-
chungen auf nachfolgenden Planungs-
ebenen erfordern)
Zwischenfazit

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
5
1 Einleitung
Für den Landesentwicklungsplan Sachsen (LEP 2013) ist entsprechend § 9 Abs. 1 des Raumordnungsgesetzes
(ROG) sowie § 2 Abs. 2 des Sächsischen Landesplanungsgesetzes (SächsLPlG) eine Umweltprüfung durchzu-
führen. Somit wird den Maßgaben der Richtlinie 2001/42/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom
27. Juni 2001 über die Prüfung der Umweltauswirkungen bestimmter Pläne und Programme (SUP-RL) durch eine
Umweltprüfung entsprochen, in der die voraussichtlich erheblichen Umweltauswirkungen der Planung ermittelt,
beschrieben und bewertet werden. Mit dem hier vorliegenden Umweltbericht werden die Ergebnisse schriftlich
aufbereitet. Die Inhalte orientieren sich an den Kriterien des Anhangs I der SUP-RL und an den Vorgaben der
Anlage 1 ROG. Der Umweltbericht dokumentiert ebenfalls die Umweltprüfung des Landschaftsprogramms und die
Erheblichkeitsabschätzung für die Prüfung der Verträglichkeit mit den Erhaltungszielen der Gebiete gemeinschaft-
licher Bedeutung und Europäischer Vogelschutzgebiete nach § 7 Abs. 6 ROG und § 2 Abs. 2 SächsLPlG (nach-
folgend FFH - VP genannt).
Neu ist gegenüber vergleichbaren Umweltprüfungen, dass in den Umweltbericht zudem ein „Klimacheck“ inte-
griert wurde. Da der Klimawandel zu den wesentlichen neuen Herausforderungen für die Raumentwicklung im
Freistaat Sachsen zählt (vgl. Kap. II des LEP 2013), wird im Klimacheck vertiefend geprüft, welchen Beitrag der
LEP 2013 zum Klimaschutz und zur vorsorgenden Anpassung an sich abzeichnende klimatische Veränderungen
leistet.
1.1
Kurzdarstellung des Inhaltes und der wichtigsten Ziele des
Landesentwicklungsplanes
Der Landesentwicklungsplan hat als fachübergreifendes Gesamtkonzept des Freistaates Sachsen die Aufgabe,
die Nutzungsansprüche an den Raum zu koordinieren, dabei auftretende Konflikte zu lösen und vorsorgend auf
sozial ausgewogene sowie ökologisch und ökonomisch funktionsfähige Raum – und Siedlungsstrukturen hinzu-
wirken. Er enthält landesweit bedeutsame Festlegungen als Ziele und Grundsätze der Raumordnung.
Ziele des Landesentwicklungsplanes lösen als verbindliche Vorgaben in Form von räumlich und sachlich be-
stimmten oder bestimmbaren, abschließend abgewogenen textlichen oder zeichnerischen Festlegungen eine
Beachtenspflicht aus. Je nach Konkretisierungsgrad lassen die Ziele – insbes. soweit zeichnerisch festgelegt –
nachfolgenden Planungen Spielräume zur Ausformung und Umsetzung.
Grundsätze des Landesentwicklungsplanes sind von öffentlichen Stellen als allgemeine Aussagen zur Entwick-
lung, Ordnung und Sicherung des Raumes bei nachfolgenden Abwägungs- oder Ermessensentscheidungen zu
berücksichtigen.
Die Inhalte des Landesentwicklungsplanes bestehen im Wesentlichen aus einem Leitbild für die Entwicklung des
Freistaates Sachsen als Lebens-, Kultur- und Wirtschaftsraum (Teil I), einer Darstellung der neuen Herausforde-
rungen für die nachhaltige Raumentwicklung des Freistaates Sachsen (Teil II) sowie Zielen und Grundsätzen der
Raumordnung (Teil III), insbesondere zur Entwicklung der Siedlungsstruktur, der Wirtschafts- und Infrastruktur
sowie der Freiraumstruktur. Dabei werden vielfältige Handlungsaufträge an die Regionalplanung gegeben. Ge-
mäß § 5 Abs. 4 SächsNatSchG übernimmt der Landesentwicklungsplan zugleich die Funktion des Landschafts-
programms. Die fachplanerischen Inhalte des Landschaftsprogramms sind dem Landesentwicklungsplan als
Anlage beigefügt.
Siehe textlicher Festlegungsteil des Landesentwicklungsplanes
1.2
Ziele des Umweltschutzes und Bestandsaufnahme der einschlägigen
Aspekte des derzeitigen Umweltzustandes
Nachfolgend werden wesentliche Ziele des Umweltschutzes schutzgutbezogen zusammengefasst. Sie dienen als
Grundlage für die Aufstellung des LEP 2013 und als Maßstab für die in der Umweltprüfung durchzuführende Be-
wertung von Umweltauswirkungen. Umweltziele umfassen dabei Zielvorgaben, die auf eine Sicherung oder Ver-
besserung des Zustandes der Umwelt gerichtet sind und durch Rechtsnormen festgelegt werden. Die ausgewähl-
ten Umweltziele werden zugleich dazu genutzt, zielbezogen bestimmte Umweltprobleme und Aspekte des Um-
weltzustandes hervorzuheben. Eine differenzierte Analyse und Bewertung des Umweltzustandes ist jedoch nicht
Aufgabe des Umweltberichtes, sondern insbesondere des Fachbeitrages zum Landschaftsprogramm.
Fachbeitrag zum Landschaftsprogramm

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
6
1.2.1 Boden
Oberziele
Nachhaltige Sicherung oder Wiederherstellung der Leistungs- und Funktionsfähigkeit der Böden, ihrer Regenera-
tionsfähigkeit und Nutzbarkeit durch eine sparsame, schonende und nachhaltige Bewirtschaftung der Bodenres-
sourcen.
(§ 2 Abs. 2 Nr. 6 ROG, § 1 Abs. 3 Nr. 2 BNatSchG, §§ 1, 2, 7 und 17 Abs. 2 BBodSchG)
Ausgewählte konkretisierte Ziele
Einschlägige Aspekte des derzeitigen Umweltzustandes und
relevante Umweltprobleme
Verringerung der täglichen
Neuinan-
spruchnahme durch Siedlungs- und
Verkehrsflächen
auf unter 2 ha pro Tag
bis zum Jahr 2020.
(Gemeinsames Handlungsprogramm des
SMI und des SMUL zur Reduzierung der
Flächeninanspruchnahme im Freistaat
Sachsen)
Während im Zeitraum 2002 bis 2005 die Entwicklungsdynamik der
Flächenneuinanspruchnahme etwas abgenommen hatte, ist sie im
Berichtszeitraum des Landesentwicklungsberichtes 2010 (2006-
2009) wieder angestiegen. Die statistische durchschnittliche Flä-
chenneuinanspruchnahme für dieses Intervall betrug 8,2 ha/Tag. In
Sachsen wurden zum 31.12.2009 ca. 12,4 % der Bodenfläche von
Siedlungs- und Verkehrsflächen in Anspruch genommen – davon
waren ca. 55 % Gebäude- und Freiflächen und ca. 33 % Verkehrs-
flächen zuzuordnen (LEB 2010).
Nachhaltige Sicherung der
Ertragsfähig-
keit
, Vermeidung von Bodenverdichtung;
Erhalt und Verbesserung der Bodenstruktur
§ 17 Abs. 2 Nr. 2 und 3 BBodSchG, § 5
Abs. 2 Nr. 1 und 2 BNatSchG)
Nur ca. 7 % der Ackerflächen Sachsens weisen eine sehr hohe
Bodenfruchtbarkeit (Bodenwertzahlen über 70), 17 % eine hohe
Bodenfruchtbarkeit auf, diese konzentrieren sich im Wesentlichen
im Lösshügelland.
Eine geringe und sehr geringe Bodenfruchtbarkeit ist auf ca. 43 %
der Ackerflächen Sachsens anzutreffen. Es ist davon auszugehen,
dass sich die Bodenfruchtbarkeit in Bereichen hoher Bodenerosion
in den letzten Jahren verringert hat.
Sanierung von schädlichen Bodenverände-
rungen und
Altlasten
(§§ 1 und 2 Abs. 5 Nr. 1 und 2, § 4 Abs. 3
BBodSchG, vgl. auch § 5 BBodSchV, § 7
Abs. 1 SächsABG)
„2011 sind in Sachsen ca. 630 Altlastenfälle und ca. 19.790 Altlast-
verdachtsfälle verzeichnet. Etwa 3.000 Altlasten wurden seit 1991
saniert“ (LfULG, SALKA, Stand Mai 2011).
2007 bestand zudem bei etwa 20 % des Grünlandes Sachsens im
Hinblick auf Arsen und ca. 8 % des Ackerlandes bei Blei und Cad-
mium die Besorgnis eines Schadstoffüberganges in Lebens- und
Futtermittel (Umweltbericht 2007).
Erhalt von Böden mit besonderer
Archiv-
funktion
und Freihaltung von jeglicher
Bodenversiegelung und sonstiger Bebau-
ung
(§§ 1 und 2 Abs. 1 und Abs. 2 Nr. 2
BBodSchG, § 1 Abs. 3 Nr. 2 und Abs. 4
Nr. 1 BNatSchG)
Böden als Archiv der Kulturgeschichte: In Sachsen sind ca. 13.000
archäologische Kulturdenkmäler (ca. 1.600 davon obertägig) näher
erforscht, ca. 25 % der tatsächlich vorhandenen.
Böden als Archiv der Naturgeschichte: Der Geotopschutz im Frei-
staat Sachsen registriert derzeit ca. 1.000 schützenswerte Objekte,
die in besonderer Weise als Dokumente der verschiedenen erdge-
schichtlichen Epochen gelten können.
Vermeidung oder Verringerung von
schäd-
lichen Bodenveränderungen
durch Stof-
feinträge, Erosion und Bodenverdichtung
(§§ 1 und 4 Abs. 2 und 7 BBodSchG; § 1
Abs. 3 Nr. 2 BNatSchG)
Vor allem in den ackerbaulich genutzten Lösshügelländern treten
Probleme durch Wassererosion auf, insgesamt gelten ca. 60 % der
gesamten Ackerfläche Sachsens als gefährdet (ca. 600.000 ha).
Winderosion führt insbesondere in den windoffenen und durch
Sandlöss geprägten Bereichen Nord- und Ostsachsens zu er-
heblichen Bodenverlusten. Die schädliche Bodenverdichtung stellt
eine schleichende, aber deshalb nicht weniger erhebliche Boden-
beeinträchtigung dar, die zu einer Verringerung der Ertragsfähig-
keit und der natürlichen Regulationsfunktionen des Bodens führt.

image
Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
7
Erhalt seltener Böden und Freihaltung von
jeglicher Bodenversiegelung und sonstiger
Bebauung
(§§ 1 und 2 Abs. 1 und Abs. 2 Nr. 1 und 2
BBodSchG, § 1 Abs. 3 Nr. 2 und Abs. 4 Nr.
1 BNatSchG)
In Sachsen sind insbesondere natürliche und naturnahe Böden als
selten einzustufen. Zu diesen zählen Böden historisch dauerhaft
als Wald genutzter Bereiche sowie Niedermoor-, Übergangs- und
Hochmoorböden sowie Trockenrasen auf Fels-Rohböden und
Rankern. Auch Gley- Podsol- und Rohböden sowie Ranker, Rend-
zina - Böden und fossile Bodenbildungen im Löss kommen in
Sachsen seltener vor.
Als Bewertungskriterium für die vertiefende Umweltprüfung zeichnerischer Festlegungen des LEP 2013 zu
Verkehrsvorhaben wird aufgrund der o. g. Umweltziele und verfügbarer Daten die Bedeutung des Bodens als
Lebensraum (Bodenfruchtbarkeit, Natürlichkeitsgrad, Seltenheit des Bodens) verwendet.
1.2.2 Klima/Luft
Oberziele
Vermeidung von Beeinträchtigungen durch Emissionen und Erhaltung einer bestmöglichen
Luftqualität
(§ 45 BImSchG, § 2 Abs. 2 Nr. 6 ROG)
Nutzung Erneuerbarer Energien sowie sparsame und effiziente Nutzung von
Energie
(§ 1 Abs. 6 Nr. 7 f BauGB, § 1 Abs. 3 Nr. 4 BNatSchG, § 2 Abs. 2 Nr. 6 ROG)
Klimaschutz sowohl durch
Reduktion der Treibhausgase
als auch Anpassung an nicht vermeidbare Auswirkun-
gen des
Klimawandels
(Nationale Nachhaltigkeitsstrategie S. 95, Energie- und Klimaprogramm Sachsen 2012, § 1 EEG, § 2 Abs. 2 Nr. 6
ROG)
Konkretisierte Ziele des Umweltschutzes
Einschlägige Aspekte des derzeitigen Umweltzustandes
und relevante Umweltprobleme
Reduktion
der jährlichen
CO
2
-Emissionen
des Nicht-Emissionshandelssektors bis zum
Jahr 2020 um 25 % gegenüber 2009.
(Energie- u. Klimaprogramm Sachsen 2012)
Die CO
2
-Emissionen des Nicht-Emissionshandelssektors betru-
gen im Jahr 2006 18,7 Mio. Tonnen. Diese reduzierten sich um
3,2 Mio. Tonnen auf 15,5 Mio. Tonnen im Jahr 2009.
Keine Überschreitung der in den §§ 2 bis 8 der
39. BImSchV festgelegten Immissionsgrenz-
werte sowie nach Möglichkeit der in den §§ 9
und 10 BImSchV genannten Zielwerte.
Für den Schutz der menschlichen Gesundheit
beträgt der 24-Stunden-Immissionsgrenzwert
für
Partikel PM
10
50 μg/m
3
bei 35 zugelasse-
nen Überschreitungen im Kalenderjahr. Der
Zielwert ab Januar 2010 zum Schutz vor bo-
dennahem
Ozon
beträgt 120 μg/m
3
als höchs-
ter 8-Stunden-Mittelwert (...) während eines
Tages bei 25 zugelassenen Überschreitungen
im Kalenderjahr.
(Thematische Strategie zur Luftreinhaltung der
EU 2005, Richtlinie 2008/50/EG vom 21. Mai
2008 über Luftqualität und saubere Luft für
Europa, Richtlinie 2004/107/EG vom 15. De-
zember 2004 über Arsen, Kadmium, Quecksil-
ber, Nickel und polyzyklische aromatische
Kohlenwasserstoffe in der Luft, Richtlinie
2001/81/EG vom 23. Oktober 2001 über nati-
onale Emissionshöchstmengen für bestimmte
Luftschadstoffe)
Seit 1999 liegen die SO
2
-Immissionen etwa auf dem gleichen
Niveau, Grenzwerte werden eingehalten. NO
x
(2005: 68 kt) wird
hauptsächlich durch Verkehr (35 kt) emittiert. Der Jahres-
Immissionsgrenzwert von 40 μg/m³ NO
2
wird regelmäßig, insb.
in den Großstädten, an verkehrsreichen Straßen überschritten.
NMVOC-Emmissionen entstehen zu ca. einem Drittel durch
Verkehr und einem Viertel durch Lösemittelanwendung, weitere
Emissionen entstehen in der Landwirtschaft und in Industrie und
Gewerbe (insg. 39 kt im Jahr 2005). PM
2,5
-Emissionen lagen
2005 bei ca. 5 kt. Der ab 2015 geltende Jahresgrenzwert für
Immissionen von 25 μg/m³ wurde seit Beginn der Messungen
an keiner Messstelle überschritten.
Aktualisierte Emissionswerte 2009: NO
x
: 68 kt, davon Verkehr:
35 kt, NMVOC: 42 kt, PM
2,5
: 4 kt (PM
10
: 8 kt) An verschiedenen
verkehrsnahen Messstellen in Verdichtungsräumen Sachsens
wird der 24-Stunden-Grenzwert der PM
10
-Konzentration von 50
μg/m³ noch öfter als 35-mal im Jahr überschritten. Der Jahres-
grenzwert von 40 μg/m³ wurde 2010 an keiner Messstelle des
Luftgütemessnetzes im Freistaat überschritten (vgl. LfULG:
Luftqualität in Sachsen Jahresbericht 2010).
2010 wurde der Grenzwert für bodennahes Ozon an vier von 17
Ozon-Messstellen in Sachsen überschritten, in allen vier Fällen
waren dies Stationen auf dem Erzgebirgskamm (vgl. Ozonsitua-
tion 2010 in Sachsen).

image
Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
8
Sicherung siedlungsklimatisch bedeutsamer
Bereiche, insbesondere von
Frisch- und
Kaltluftentstehungsgebieten,
Kaltluftsam-
melgebieten sowie
Frisch- und Kaltluftbah-
nen
mit Siedlungsbezug in ihrer Funktion
(§ 1 Abs. 3 Nr. 4 BNatSchG, vgl. § 2 Abs. 2
Nr. 6 ROG)
Die Voraussetzungen für den Kalt- und Frischluftabfluss sind
bereits reliefbedingt in Sachsen sehr unterschiedlich: Während
für die stärker geneigten Täler ein maßgeblicher Kaltluftabfluss
kennzeichnend ist, sind im Tiefland auch großflächige Kaltluft-
sammelgebiete zu finden.
Erhalt, bei Bedarf ggf. Erweiterung geschlos-
sener
Waldgebiete
mit Funktion als
lufthygi-
enisch und bioklimatisch wirksame Aus-
gleichsräume
sowie mit Lärmschutzfunktion
besonders in Nachbarschaftslage zu urbanin-
dustriellen Verdichtungsräumen
(vgl. § 1 Abs. 3 Nr. 4 und 6 BNatSchG)
Sachsen hatte nach der Waldflächenstatistik des Staatsbetrie-
bes Sachsenforst vom 01.01.2011 einen Waldanteil von 28,4 %.
Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt von 31 % ist Sachsen
damit unterdurchschnittlich bewaldet. Die Waldverteilung in
Sachsen ist indes sehr ungleichmäßig: Ackerlandschaften, wie
das Mittelsächsische Lösshügelland oder das Oberlausitzer
Gefilde, weisen einen Anteil von weniger als 3,5 bzw. 6,5 % auf,
während z. B. das Obere Westerzgebirge über 79 % oder das
Obere Osterzgebirge über 58,3 % Wald verfügen. Als waldreich
können neben dem Erzgebirge insbesondere die Sächsische
Schweiz und die nordöstlichen Heidegebiete gelten.
Als Bewertungskriterium für die vertiefende Umweltprüfung zeichnerischer Festlegungen des LEP 2013 zu
Verkehrsvorhaben wird aufgrund der o. g. Umweltziele und verfügbarer Daten die Bedeutung eines Gebietes für
den klimatischen und lufthygienischen Ausgleich verwendet (bioklimatisch und lufthygienisch wirksame Räume,
Kaltluftabfluss). Im Klimacheck wird die im LEP 2013 insgesamt angelegte Entwicklung in Bezug auf ihren Beitrag
zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel beurteilt.
1.2.3 Wasser
Oberziele
Bewahrung der Grund- und Oberflächengewässer vor Beeinträchtigungen, Erhalt ihrer Selbstreinigungsfähigkeit
und Dynamik sowie Schutz und Entwicklung ihrer
Leistungs- und Funktionsfähigkeit
(§ 1 Abs. 1 sowie Abs. 3 Nr. 3 BNatSchG, § 2 Abs. 2 Nr. 6 ROG)
Erreichung eines
guten chemischen Zustandes
und eines
guten mengenmäßigen Zustandes
der Grundwas-
serkörper sowie eines
guten chemischen Zustandes
und eines
guten ökologischen Zustandes
der Oberflä-
chengewässer bis 2015 (für künstliche oder erheblich veränderte Oberflächengewässer Erreichung eines guten
ökologischen Potenzials)
(§ 1 Abs. 3 Nr. 3 BNatSchG, § 7b Abs. 1 Nr. 3 SächsWG, § 6 WHG, § 2 Abs. 2 Nr. 6 ROG)
Vorsorge für den vorbeugenden
Hochwasserschutz
im Binnenland, ggf. einschließlich technischer Maßnahmen
(§ 2 Abs. 2 Nr. 6 ROG; § 78 Abs. 1 Nr. 7 WHG, § 99 SächsWG)
Konkretisierte Ziele des Umweltschut-
zes
Einschlägige Aspekte des derzeitigen Umweltzustandes und
relevante Umweltprobleme
Vermeidung nachhaltiger Beeinträchtigun-
gen der
Grundwasserneubildungsrate,
Herstellung oder Erhalt eines guten men-
genmäßigen Zustandes des Grundwassers
bis 2015
(§ 47 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 und Abs. 2, § 48
WHG; §§ 3 und 43 SächsWG)
63 der 70 Grundwasserkörper befinden sich im Jahr 2009 in einem
guten mengenmäßigen Zustand, der Anteil mit einem schlechten
mengenmäßigen Zustand liegt bei ca. 10 %.
In den Braunkohlenrevieren sind bergbaubedingte Grundwasser-
absenkungstrichter zu verzeichnen.

image
Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
9
Schutz
empfindlicher bzw. gefährdeter
Bereiche
des Grundwassers und des
Oberflächenwasserhaushaltes, Vermei-
dung von Belastungen
(§ 6 Abs. 1 Nr. 1, 2 und 6, Abs. 2 WHG)
In vielen Teilen Sachsens ist das Grundwasser geologisch nur
gering geschützt. Berücksichtigt man darüber hinaus die Schutzwir-
kung der Böden, kristallisieren sich insbesondere die Heideland-
schaften als sehr hoch empfindlich gegenüber Stoffeinträgen ins
Grundwasser heraus. Allerdings sind weite Teile der Heiden auch
waldbestanden. Das nutzungsbedingte Beeinträchtigungsrisiko des
Grundwassers gegenüber Stoffeinträgen ist aus diesem Grund in
den agrarisch genutzten Bereichen der Naturräume Nordsächsi-
sches Platten- und Hügelland, Großenhainer Pflege, Vogtland so-
wie Unteres und Mittleres West- und Osterzgebirge am höchsten.
Sanierung
beeinträchtigter Bereiche
des
Grundwassers, Verbesserung der Qualität
des Grundwassers hin zu einem natürli-
chen Zustand
(§ 47 Abs. 1 Nr. 3 WHG, vgl. Art. 4 und 26
EU-WRRL)
Von 70 Grundwasserkörpern befinden sich im Jahr 2009 nur ca. die
Hälfte (37) in einem guten chemischen Zustand. Die Ursachen
dafür liegen insbesondere in punktuellen Belastungen infolge von
Altlasten und Industrie/Gewerbe, linearen Stoffeinträgen durch den
Verkehr sowie diffusen Stoffeinträgen durch die Landwirtschaft. In
24 % der sächsischen Grundwasserkörper werden durch landwirt-
schaftliche Stickstoffeinträge Nitratgrenzwerte von 50 mg/l über-
schritten.
Erhalt und Verbesserung der
biologi-
schen Selbstreinigungskraft
von Ge-
wässern sowie Erreichung eines
guten
ökologischen und chemischen Zustan-
des der Oberflächenwasserkörper
bis
2015, Freihaltung naturnaher Fließgewäs-
serauen und -landschaften sowie ökolo-
gisch wertvoller Bereiche von stehenden
Gewässern von Be- und Verbauung
(§ 1 Abs. 3 Nr. 3 BNatSchG, §§ 27 und 29
WHG, § 7b SächsWG)
Die Gewässerqualität hat sich in den letzten 10 Jahren zwar
schrittweise verbessert, ist aber dennoch nicht zufriedenstellend:
Von 487 Oberflächengewässern erreichten nur 23 im Jahr 2009
einen guten ökologischen Zustand. Hingegen befinden sich 79 %
der Gewässer in einem guten chemischen Zustand. Nur 5 % der
Gewässer erreichten sowohl einen guten chemischen als auch
einen guten ökologischen Zustand. Dabei fällt auf, dass die Ge-
wässer des Tieflandes vielfach unter der Qualität der Gewässer der
Mittelgebirge liegen.
Nitrat, DDT und Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe
(PAK) sowie Cadmium zählen chemisch zu den am häufigsten
überschrittenen Umweltqualitätskomponenten.
Gewährleistung einer ausreichenden Ver-
sorgung der Bevölkerung und der gewerb-
lichen und sonstigen Einrichtungen mit
Trink- und Brauchwasser, nachhaltige
Bewirtschaftung und Schutz der Ressour-
cen
(§ 57 Abs. 1 SächsWG)
Gewährleistung, dass Abwasser nur in
Gewässer eingeleitet wird, wenn Menge
und Schädlichkeit des Abwassers so ge-
ring wie möglich gehalten, d. h. mindestens
nach dem Stand der Technik gereinigt wird
(§ 57 Abs. 1 WHG)
Mit einem Anschlussgrad von 99,2 % sind fast alle Einwohner
Sachsens an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen.
Aus den Dargeboten der Trinkwassertalsperren erfolgt die Roh-
wasserbereitstellung für ca. 38 % der öffentlichen Trinkwasserver-
sorgung in Sachsen. Der Anteil der Fernwasserversorgung an der
Trinkwasserversorgung beläuft sich auf ca. 40 % (Stand 12/2011).
63 der 70 Grundwasserkörper befinden sich in einem guten men-
genmäßigen Zustand. Insgesamt sind in Sachsen 446 Trinkwasser-
und Heilquellenschutzgebiete festgesetzt, was einer Gesamtfläche
von 148.500 ha (8,1 % der Landesfläche) entspricht (Stand
12/2011).
Das Abwasser von ca. 88 % der sächsischen Bevölkerung wird
nach dem gesetzlich geforderten Stand der Technik, d. h. mindes-
tens biologisch gereinigt, unabhängig davon, ob die Entsorgung
zentral oder dezentral erfolgt.
Erhalt bzw. Wiederherstellung und, wo
nötig, Verbesserung des natürlichen
Was-
serrückhaltevermögens
, Vermeidung der
Beschleunigung des Wasserabflusses,
Freihaltung der Überschwemmungsgebiete
von Bebauung; Erhaltung und Entwicklung
der
Retentionsbereiche
; Sicherung oder
Rückgewinnung von Auen, Rückhalte- und
Entlastungsflächen
(§ 6 Abs. 1 Nr. 6, § 77 WHG, § 99 Abs. 2
SächsWG, § 2 Abs.2 Nr. 6 ROG)
Potenzielle Hochwasserentstehungsgebiete sind vorwiegend in den
Mittelgebirgen und im Hügelland anzutreffen. Sie umfassen ein-
schließlich der bereits festgesetzten Hochwasserentstehungs-
gebiete ca. 8,3 % der Landesfläche.
Insgesamt sind im Freistaat Sachsen 72.458 ha Überschwem-
mungsgebiete nach SächsWG festgesetzt, davon sind ca. 10.000
ha Siedlungs- und Verkehrsflächen, 34.000 ha Ackerland, 22.000
ha Grünland und 6.000 ha Wald.
Als Bewertungskriterien für die vertiefende Umweltprüfung zeichnerischer Festlegungen des LEP 2013 zu
Verkehrsvorhaben werden aufgrund der o. g. Umweltziele und verfügbarer Daten die Hochwassergefährdung, die

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
10
Bedeutung eines Gebietes für die Grundwasserneubildung und die Bedeutung der Oberflächengewässer als
Lebensraum einbezogen. Trinkwasserschutzgebiete, Heilquellenschutzgebiete und Trinkwassertalsperren wer-
den berücksichtigt.
1.2.4 Biodiversität, Arten und Biotope
Oberziele
Aufhalten des Rückganges der Biodiversität bis 2010 und Umkehr des Trends bzw. Steigerung der Biodiversität
bis 2020
(§ 1 Abs. 1 und 2 BNatSchG, Nationale Biodiversitätsstrategie S. 26 ff.)
Erhalt lebensfähiger Populationen wild lebender Tiere und Pflanzen einschließlich ihrer Lebensstätten in ausrei-
chender Größe und Qualität, bestimmte Landschaftteile sollen der natürlichen Dynamik überlassen bleiben
(§ 1 Abs. 2 BNatSchG, § 2 Abs. 2 Nr. 6 ROG)
Konkretisierte Ziele des Umwelt-
schutzes
Einschlägige Aspekte des derzeitigen Umweltzustandes und rele-
vante Umweltprobleme
Schutz, Pflege und Entwicklung der
heimischen Pflanzen- und Tierwelt in
ihrer regionalen Ausprägung und Diffe-
renzierung
(§ 1 Abs. 2 BNatSchG)
Der Freistaat Sachsen ist durch eine große landschaftliche Vielfalt
geprägt, er hat Anteil an den Naturregionen der Mittelgebirgsschwelle
(33 %), der Lössgefilde (43 %) und des Tieflandes (18 %).
Der größte Teil der Landesfläche (39,3 %) wird durch Acker bestimmt.
Der Waldanteil ist mit 27,2 %, der Grünlandanteil mit 13,0 % vergleichs-
weise gering (Stat. Bericht Sachsen 2010). Die stehenden Gewässer
Sachsens sind i. d. R. anthropogenen Ursprungs, die in der Berg-
baufolgelandschaft entstehenden Tagebaurestseen sind die mit Ab-
stand größten Gewässer des Freistaates.
Aufhalten des Artenrückganges, Ver-
besserung der
Gefährdungssituation
der Rote- Liste- Arten
(§ 1 Abs. 2 BNatSchG, Nationale Bio-
diversitätsstrategie S. 3, 30, 32, 47)
Trotz des Rückganges der Gewässer- und Luftverunreinigungen ist die
biologische Vielfalt seit 1990 weiter zurückgegangen. Gegenwärtig sind
mehr als 50 % aller Tier- und Pflanzenarten in Sachsen gefährdet.
Differenziert man die Arten nach ihren Habitatansprüchen, fällt auf,
dass die Arten des agrarisch genutzten Offenlandes mit 69,7 % noch
ca. 1/3 stärker gefährdet als alle anderen Arten sind. Hier waren in den
letzten Jahren auch besonders gravierende Bestandseinbrüche zu
verzeichnen (vgl. S
TEFFENS 2010).
Schaffung eines
Biotopverbund-
systems
von mind. 10 % der Landes-
fläche, Verbesserung der
Vernetzung
von Schutzgebieten und Flächen ge-
schützter Biotope; Erhalt und Entwick-
lung von Migrationskorridoren beson-
derer Artenvorkommen
(§§ 20, 21 und § 5 Abs. 2 Nr. 3
BNatSchG, § 1 Abs. 1 SächsWaldG,
Programm zur biologischen Vielfalt
(SMUL 2009))
Der landesweite Biotopverbund basiert auf den Schutzgebieten als
Kernflächen. Wichtige Verbundfunktionen übernehmen die Auen wie
das Elbtal mit seinen Randlagen sowie die Auen der Mulde, Zschopau
und Flöha, aber auch großräumige Ost-West-gerichtete Verbundach-
sen.
Besonderer Handlungsbedarf für die Entwicklung der Biodiversität
besteht in der sächsischen Agrarlandschaft.
Erhalt des
Waldes
insb. für die dau-
ernde Funktionsfähigkeit des Natur-
haushaltes, (…) die Pflanzen- und
Tierwelt, das Landschaftsbild, (…) und
die Erholung der Bevölkerung
(§ 1 Abs. 1 SächsWaldG)
2010 wurden ca. 14 % der Waldfläche als deutlich geschädigt einge-
stuft, 43 % als schwach geschädigt und 43 % des Waldes waren ohne
erkennbare Schäden (vgl. Waldzustandsbericht 2010), insgesamt ist
eine leicht positive Entwicklung gegenüber den Vorjahren erkennbar.

image
Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
11
Bewahrung
großflächig unzerschnit-
tener störungsarmer Räume
als
Voraussetzung für den Erhalt stö-
rungsempfindlicher Arten oder von
Arten mit großräumigen Habitatansprü-
chen und Schutz vor Zerschneidung
( §1 Abs. 5 und § 2 BNatSchG)
Aktuell gibt es in Sachsen noch neun unzerschnittene verkehrsarme
Räume (UZVR), die größer als 100 km² sind. Die Anzahl unzerschnitte-
ner und störungsarmer Räume hat seit 1990 in Sachsen deutlich abge-
nommen.
Schutz, Pflege und Entwicklung
be-
deutsamer Lebensräume / Schutz-
gebiete,
Erhalt
geschützter Biotope
(§§ 21 - 36 BNatSchG, § 26
SächsNatSchG)
Landschaftsschutzgebiete nehmen 30 % der Landesfläche ein, wäh-
rend sich die 213 Naturschutzgebiete auf 2,8 % Sachsens konzentrie-
ren.
Vermeidung von erheblichen Beein-
trächtigungen von
FFH- und Vogel-
schutzgebieten
; der Erhaltungszu-
stand ist zu überwachen und die be-
sonderen Funktionen der Gebiete sind
zu erhalten bzw. wiederherzustellen;
Nutzung der Maßnahmenkataloge der
vorhandenen Managementpläne
(§§ 31 - 36 BNatSchG)
Die Natura 2000-Gebietskulisse umfasst ca. 15,9 % der Landesfläche.
270 FFH-Gebiete schützen auf einer Fläche von 169.000 ha (ca. 9,2 %
der Gesamtfläche Sachsens) Arten und Lebensräume von europäi-
scher Bedeutung.
Hinzu kommen 77 Vogelschutzgebiete mit einer Fläche von rund
249.000 ha (ca. 13,5 % der Landesfläche).
Als Bewertungskriterien für die vertiefende Umweltprüfung zeichnerischer Festlegungen des LEP 2013 zu
Verkehrsvorhaben werden aufgrund der o. g. Umweltziele und verfügbarer Daten die Bedeutung eines Gebietes
für Arten und Biotope und für den Biotopverbund sowie als unzerschnittener verkehrsarmer Raum landesweiter
Bedeutung verwendet. Schutzgebiete (insbesondere Natura 2000-Gebiete, Nationalpark, Biosphärenreservat,
Naturpark und NSG) sind ebenso zu berücksichtigen.
1.2.5 Landschaft
Oberziele
Schutz, Pflege und Entwicklung der
Vielfalt, Eigenart und Schönheit
sowie des
Erholungswertes
von Natur
und Landschaft
(§ 1 BNatSchG)
Aufwertung des Landschaftsbildes durch aktive
Landschaftsgestaltung
in den noch verbleibenden Freiräumen
von Verdichtungsräumen
(Nachhaltigkeitsstrategie S.90, Nationale Biodiversitätsstrategie S. 48)
Konkretisierte Ziele des Umweltschut-
zes
Einschlägige Aspekte des derzeitigen Umweltzustandes und
relevante Umweltprobleme
Schutz, Entwicklung und ggf. Wiederher-
stellung von
Vielfalt, Eigenart und
Schönheit
(§ 1 Abs. 1 Nr. 3 und Abs. 4, § 5 Abs. 2 Nr.
3 BNatSchG)
Landschaftsräume mit einer hohen und sehr hohen landschaftli-
chen Erlebniswirksamkeit und damit auch einer guten natürlichen
Erholungseignung nehmen ca. 43 % der Landesfläche ein. Sie
liegen insbesondere in der Südhälfte Sachsens: in den Naturräu-
men des Erzgebirges, Elbsandsteingebirges und Zittauer Gebirges,
im Elbedurchbruchtal um Meißen sowie im Oberlausitzer Heide-
und Teichgebiet, Westlausitzer Hügel- und Bergland und der Östli-
chen Oberlausitz sowie dem Oberlausitzer Bergland. Insgesamt
sind aus Landessicht 14 von 70 Landschaftsbildeinheiten (ca.
120.250 ha) der vorrangigen Zielstrategie „Erhalt“ zuzuordnen.

image
Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
12
Vermeidung von Beeinträchtigungen und
landschaftsgerechte Entwicklung des
Landschaftsbildes,
Sanierung beeinträch-
tigter Bereiche
(§ 14 Abs. 1 BNatSchG, Nationale Bio-
diversitätsstrategie S.42, Nachhaltigkeits-
strategie S.90)
Insgesamt wurde im Fachbeitrag zum Landschaftsprogramm die
„kulturlandschaftstypische Schönheit“ von 13 Land-
schaftsbildeinheiten mit „gering“ (ca. 373.000 ha) sowie von 25 der
insgesamt 70 Landschaftsbildeinheiten mit „mittel“ (ca. 570.000 ha)
bewertet. Für 51 % der Landesfläche steht deshalb die Zielstrategie
einer Entwicklung und Verbesserung der landschaftlichen Erlebnis-
wirksamkeit im Vordergrund.
Erhalt von Freiräumen zwischen Sied-
lungskörpern zur
Gliederung
; Minderung
von Zerschneidungen und Erhalt großer
zusammenhängender Freiflächen
(§ 1 Abs. 5 und 6 BNatSchG, § 8 Abs. 5
Nr. 2a ROG)
Die Landschaftszerschneidung in Sachsen nahm in dem Beobach-
tungszeitraum 1999 bis 2007 kontinuierlich zu.
Durch die Neuinanspruchnahme von Flächen durch Siedlungsent-
wicklung gingen zudem insbesondere siedlungsnahe Freiflächen
verloren, sodass eine attraktive Landschaftsentwicklung im unmit-
telbaren Siedlungsumfeld künftig von besonderer Bedeutung sein
wird.
Als Bewertungskriterium für die vertiefende Umweltprüfung zeichnerischer Festlegungen des LEP 2013 zu
Verkehrsvorhaben wird aufgrund der o. g. Umweltziele und verfügbarer Daten insbesondere die Bedeutung eines
Gebietes für das Landschaftserleben verwendet.
1.2.6
Mensch, menschliche Gesundheit
Oberziele
Schutz des Menschen vor
Lärm
und
vor gesundheitsgefährdenden
sonstigen
Immissionen
(§§ 1 und 45 BImSchG, § 10 Abs. 2 BBodSchV, Richtlinie 2002/49/EG, §§ 98 und 118 StrlSchV)
Schutz und Sicherung ausreichender Freiräume und unbebauter Bereiche für
Erholungszwecke
(vor allem im
siedlungs- und wohnungsnahen Bereich) sowie Vermeidung von Beeinträchtigungen der Erholungseignung
(§ 1 Abs. 4 Nr. 2 BNatSchG, § 2 ROG, Nachhaltigkeitsstrategie)
Verbesserung der gesundheitlichen Situation der Bevölkerung, insbesondere Ermöglichen eines gesun-
den Aufwachsens, einer hohen Lebensqualität aller Bevölkerungsgruppen, einer umfassenden Krank-
heitsprävention und eines Alterns in Gesundheit
(Gesundheitsziele der Sächsischen Staatsregierung, Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbrau-
cherschutz)
Konkretisierte Ziele des Umweltschutzes
Einschlägige Aspekte des derzeitigen Umweltzustandes
und relevante Umweltprobleme
Verringerung der
Lärmbelastung
durch Verkehr,
Gewerbe und Freizeit auf ein gesundheitsverträg-
liches Maß, Sicherstellung einer umfassenden
und effektiven Lärmvorsorge, Freihaltung von
überwiegend zu Erholungszwecken genutzten
Gebieten von lärmintensiven Verkehrswegen
(§ 5 Abs. 1 Nr. 1 und § 41 Abs. 1 BImSchG unter-
setzt in DIN 18005 mit Orientierungswerten, 16.
und 18. BImSchV, § 22 BImSchG (nicht genehmi-
gungsbedürftige Anlagen), Freizeitlärmrichtlinie,
TA Lärm)
(Neue DIN-Norm in Bezug auf Infraschallimmissi-
onen: Entwurf zu DIN 45680: 2011-08)
Die Verlärmung der Umwelt stellt in Sachsen, insbesondere
in den Verdichtungsräumen, eines der zentralen Umwelt-
probleme dar. Gemäß einer Kartierung von 2001 sind 14 %
der Bevölkerung nachts höheren gesundheitsrelevanten
Lärmpegeln als 55 dB(A) und 11 % der Bevölkerung tags
höheren Lärmpegeln als 65 dB(A) ausgesetzt (Analyse der
Straßenverkehrslärmbelastung in Sachsen 1999 bis 2001).
Diese Grenzwerte werden vor allem entlang von Ortsdurch-
fahrten und in den Verdichtungsräumen überschritten.

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
13
Schutz, Pflege, Gestaltung und Schaffung bzw.
Erhaltung der Zugänglichkeit von Gebieten mit
landschaftlicher Vielfalt, Eigenart und Schönheit
sowie mit bioklimatisch günstiger Lage und kul-
turhistorisch interessanter Gebiete als Schwer-
punkte für die
naturnahe Erholung
(§ 1 BNatSchG; §§ 30– 35 SächsNatSchG; § 2
Abs. 2 Nr. 6 ROG).
Zu den bedeutsamsten Tourismusgebieten im Freistaat
Sachsen zählen neben Dresden und Leipzig insbesondere
die Region des Erzgebirges sowie eine Reihe weiterer Erho-
lungsgebiete, wie das Sächsische Elbland, die Sächsische
Schweiz, die Düben-Dahlener Heide oder das Sächsische
Burgen- und Heideland (Tourismusbericht Sachsen 2007).
Erhalt und Weiterentwicklung möglichst zusam-
menhängender, siedlungsbezogener und
sied-
lungsnaher Freiräume;
Sicherung von Gebieten
mit
Wohn- und Wohnumfeldfunktion
vor Inan-
spruchnahme und Lärm- und Schadstoffimmissi-
onen
(§ 1 Abs. 1 sowie §§ 41, 45 und 50 BImSchG)
Seit 2004 nimmt die Neuinanspruchnahme von Flächen für
Siedlung und Verkehr in Sachsen wieder zu. Nach zwi-
schenzeitlichen Werten von ca. 4 ha/Tag im Zeitraum 2002-
2004 stieg 2009 die Flächeninanspruchnahme mit 10 ha/Tag
über die schon hohen Werte der 90er-Jahre. Da im Zuge der
Flächenneuinanspruchnahme häufig gerade siedlungsnahe
Freiräume verloren gehen, ist dies auch für die Erholung und
menschliche Gesundheit relevant.
Vermeidung schädlicher Umwelteinwirkungen auf
den Menschen durch
elektromagnetische Fel-
der, radioaktive Strahlung
und Licht
(26. BImSchV, Strahlenschutzverordnung -
StrlSchV)
Die Exposition der Bevölkerung gegenüber hochfrequenten
elektromagnetischen Feldern (z. B. Mobilfunk) und nieder-
frequenten (z. B. Hochspannungsfreileitungen) nimmt per-
manent zu, liegt jedoch in der Regel deutlich unterhalb der
gesetzlichen Grenzwerte. In Sachsen werden derzeit 76
Messstationen vom Bundesamt für Strahlenschutz zur Über-
wachung der Strahlenexposition betrieben. Diese variiert
naturbedingt regional, die Werte gliedern sich in die Spann-
weiten für Deutschland ein.
Sicherstellung des Strahlenschutzes bei Bau-
maßnahmen, bei denen radiologisch relevante
Altlablagerungen betroffen sind
(§§ 98 und 118 StrlSchV)
In der ehemaligen DDR wurde vielfach radioaktives Hal-
denmaterial, das den strahlenschutzrechtlichen Regelungen
unterliegt, im Straßenbau eingesetzt. Es ist sicherzustellen,
dass bei Straßenbaumaßnahmen eine strahlenschutzge-
rechte Entsorgung bzw. Wiederverwendung dieser Materia-
lien erfolgt. Für den Umgang ist eine strahlenschutzrechtli-
che Genehmigung erforderlich.
Sofern bei Neubau und Ausbau von Straßen Altlasten des
ehem. Uranbergbaus betroffen sind, sind die strahlenschutz-
rechtlichen Regelungen zu beachten.
Günstige räumliche und infrastrukturelle Bedin-
gungen für die Prävention und Behandlung von
Erkrankungen durch bedarfsgerechte und mög-
lichst wohnungsnahe
medizinische Versor-
gungsstrukturen
(in Anlehnung an die Gesundheitsziele der Säch-
sischen Staatsregierung)
In Sachsen existiert ein flächendeckendes Netz ambulanter
medizinischer Versorgung. Allerdings ist vor allem im ländli-
chen Raum ein Rückgang der Versorgungsdichte zu ver-
zeichnen, da hier die Wiederbesetzung von Arztpraxen,
insbesondere von Hausarztpraxen, zunehmend schwieriger
wird (hierzu auch INKAR 2010).
Weiter besteht in Sachsen ein flächendeckendes Netz mo-
derner und effizienter Krankenhäuser – Ende 2009 waren es
80 Plankrankenhäuser. In allen Oberzentren befindet sich
ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung, 34 von 38
Mittelzentren verfügen über ein Krankenhaus der Regelver-
sorgung. Die Zahl der öffentlichen Apotheken ist zwischen
2005 und 2009 um 3,7 % gestiegen, die Apothekendichte
liegt aber immer noch unter dem Wert Gesamtdeutschlands.
Auch wenn die Werte für den ländlichen Raum geringer sind
als in den Verdichtungsräumen, ist eine flächendeckende
Arzneimittelversorgung derzeit gewährleistet.
Umweltziele zu einzelnen Schadstoffen
Vgl. Schutzgut Klima/ Luft.
Als Bewertungskriterien für die vertiefende Umweltprüfung zeichnerischer Festlegungen des LEP 2013 zu
Verkehrsvorhaben werden aufgrund der o. g. Umweltziele und verfügbarer Daten, insbesondere die Erholungs-
eignung eines Gebietes und die umweltbezogene Qualität des Wohnumfeldes betrachtet. Schutzgebiete (insbe-
sondere Landschaftsschutzgebiete und Naturparke in ihrer Erholungsfunktion) werden berücksichtigt.

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
14
1.2.7 Kultur- und Sachgüter
Oberziele
Schutz und Erhalt von Denkmälern und Sachgütern, Schutz und Gestaltung historisch gewachsener Kulturland-
schaften
(§ 1 Abs. 4 BNatSchG, § 2 Abs. 2 Nr. 5 ROG)
Konkretisierte Ziele des Umweltschut-
zes
Einschlägige Aspekte des derzeitigen Umweltzustandes und
relevante Umweltprobleme
Erhalt, Schutz und Pflege von
Kultur-
denkmalen
, Sanierung nicht mehr genutz-
ter oder umgewidmeter Kulturdenkmale,
denkmalgerechte Bewahrung und Entwick-
lung der Denkmalgebiete, Kulturdenkmale
und Sachgesamtheiten
(§ 1 SächsDSchG, Verfassung des Frei-
staates Sachsen Artikel 11 Abs. 3)
Gegenwärtig gibt es in Sachsen 1.997 Sachgesamtheiten, 19 durch
Satzung beschlossene Denkmalschutzgebiete und 103.002 Einzel-
denkmale (LfD 2011).
Zum 11.07.2011 sind im Landesamt für Archäologie Sachsen
13.125 bekannte archäologische Denkmale erfasst, davon 12.844
flächenhaft mit einer Flächensumme von ca. 933 km². Darüber
hinaus sind sie überall in Sachsen auch außerhalb der bekannten
und verzeichneten Denkmalflächen in erheblichem Umfang zu
erwarten, weshalb bei Baumaßnahmen in jedem Fall eine denk-
malschutzrechtliche Stellungnahme zu den archäologischen Belan-
gen eingeholt werden muss (LfA 2011).
Erhalt der Vielfalt der
historisch gewach-
senen Kulturlandschaft
, auch zur Stär-
kung der regionalen Identität
(§ 1 Abs. 4 BNatSchG sowie § 1a Abs. 1
Nr. 14 SächsNatSchG).
Sachsen verfügt über eine große Vielfalt an Kulturlandschaften. Ein
größerer Teil davon ist maßgeblich durch historische Kulturland-
schaftselemente, wie z.B. Streuobstwiesen und extensives Grün-
land oder Gutshäuser und Schlösser, geprägt. Etwa 17 % der
sächsischen Gemarkungen zeigen eine hohe historische Prägung
(Bezug: ausgewählte historische Kulturlandschaftselemente), (LfUG
2007).
Als Bewertungskriterium für die vertiefende Umweltprüfung zeichnerischer Festlegungen des LEP 2013 zu
Verkehrsvorhaben wird aufgrund der o. g. Umweltziele und verfügbarer Daten die Bedeutung eines Gebietes als
historische Kulturlandschaft verwendet. Kulturdenkmale und kulturhistorische Einzelelemente werden berücksich-
tigt.

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
15
1.3
Künftige Herausforderungen: Klimawandel in Sachsen
In der Umweltprüfung ist aufgabengemäß darzustellen, welche Auswirkungen der vorliegende Landesent-
wicklungsplan auf die Umwelt in ihrem aktuellen Zustand hat. Maßstab einer Beurteilung von Umweltauswirkun-
gen des Planes ist damit im Kern immer der IST-Zustand. Allerdings werden die Entwicklungen, die der LEP 2013
anstößt, weit über den eigentlichen Geltungszeitraum des Planes hinaus ihre Wirkung zeigen. Sie beeinflussen
damit nicht nur den gegenwärtigen, sondern auch den künftigen Umweltzustand. Maßnahmen zur Umsetzung des
LEP 2013 werden zudem künftig deutlich veränderten Umweltbedingungen, insbesondere klimatischen Bedin-
gungen, ausgesetzt sein. Um diese Zusammenhänge zu berücksichtigen, sollen erste Tendenzen des Klimawan-
dels in einem „
Klimacheck
“ des LEP 2013 im Rahmen der Umweltprüfung berücksichtigt werden.
Generell ist im Zuge des Klimawandels von einer deutlich steigenden Jahresmitteltemperatur auszugehen. Die
Höhe der tatsächlich eintretenden Erwärmung wird jedoch maßgeblich von der Menge der emittierten Treibhaus-
gase abhängen. Ziel ist es daher, die Emission von Treibhausgasen so gering wie möglich zu halten. Der nach-
folgenden Tabelle sind der Umfang der aktuellen Treibhausgasemissionen im Freistaat Sachsen und wesentliche
Ziele der Landesregierung zu dessen Minderung zu entnehmen. Daraus ergeben sich zwangsläufig Anforderun-
gen an den Landesentwicklungsplan, um wirksam zur Umsetzung des
Klimaschutzes
beizutragen.
Tabelle 1.3-1: Landesübersicht zur Emission von Treibhausgasen (Quelle: Emissionssituation 2004/2005,
S. 41 bzw. Umweltstatus umwelt.sachsen.de, LfULG Emissionskataster)
IST-Zustand
Trend
Ziele
Anforderungen
CO
2
2005: 50,7 Mio. t
2007: 50,0 Mio. t
2009: 50,2 Mio. t
(LfULG,
Emissionskataster)
seit 2007 leicht
fallende Tendenz
(2006: 57,2 Mio.
Tonnen)
Die Entwicklung der
CO
2
-Emissionen ist
stark mit der Ent-
wicklung im Ener-
giesektor verbun-
den.
-
Reduktion der jährlichen CO
2
–Emissionen des Nicht-
Emissionshandelssektors (private Haushalte, Verkehr, Gewer-
be/Handel/Dienstleistungen) bis 2020 um 25 % gegenüber
2009
(Energie- und Klimaprogramm Sachsen 2012, S. 74)
-
Erhöhung des Anteils Erneuerbarer Energien am Bruttostrom-
verbrauch bis 2020 auf 28 %
(Energie- und Klimaprogramm
Sachsen 2012, S. 40)
N
2
O
2005: 2.190
2007: 2.384
2009: 2.306
kt CO
2
-Äquivalent/a
(LfULG, Emissions-
kataster)
seit 1992 ist kein
Abnahmetrend
mehr erkennbar
(Stand 2011)
Landwirtschaft: Senkung des Stickstoffüberschusses in den Böden
Energieerzeugung
: Erhöhung des Anteils Erneuerbarer Energien
am Bruttostromverbrauch
(Umweltstatus Umweltindikatoren)
CH
4
2005: 3.053
2007: 2.804
2009: 2.560
kt CO
2
-Äquivalent/a
(LfULG, Emissions-
kataster)
leichter, aber steti-
ger Rückgang
(durch sinkende
Emissionen aus
dem Abfallbereich)
Abfallwirtschaft: Absenken der Methanemissionen aus Deponien,
u. a. durch energetische Nutzung, Optimierung des Einsatzes von
Abfallbehandlungsanlagen
(Klimaschutzbericht, Abfallwirtschafts-
plan 2009)
Landwirtschaft: Maßnahmen zur Optimierung der Fütterung in der
Tierproduktion und Verbesserung des Wirtschaftsdünger-
managements
(Umweltstatus Umweltindikatoren)
Mit einer Minderung der Emission von Treibhausgasen werden sich allerdings bestimmte klimatische Veränder-
ungen nicht gänzlich vermeiden, sondern lediglich mindern lassen. Deshalb sind neben Maßnahmen des Klima-
schutzes ebenso vorsorgende
Anpassungsstrategien
gefragt.
Für die Abschätzung zu erwartender klimatischer Veränderungen wurde das Klimamodell W
ETTREG 2010 (A1B-
Szenario)
verwendet, weil es die aktuellste verfügbare Klimaprojektion darstellt, die gegenüber Vorläufermodellen

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
16
maßgeblich verbessert wurde. Dabei wurden innerhalb des vorliegenden Klima-Checks die Tageswerte für den
Zeitraum 1961 – 2100 für 12 Klimastationen und 190 Niederschlagsstationen in Sachsen ausgewertet. Die proji-
zierten Werte wurden einer Regionalisierung unterzogen (Auflösung von 500 x 500 m), als Interpolationsverfahren
wurde dabei ein kombiniertes Verfahren aus Höhenregression und Residueninterpolation genutzt.
Die nachfolgenden beiden Diagramme belegen, dass das Klimamodell W
ETTREG 2010 die bisherige klimatische
Entwicklung verlässlich abbildet: Wendet man das Modell testweise auf die Klimanormalperiode 1961 – 90 an,
weisen die errechneten Temperatur- und Niederschlagswerte nur geringfügige Abweichungen von den tatsächlich
gemessenen Werten auf. Insofern ist das Klimamodell sehr gut als Zukunftsprojektion geeignet.
Abbildung 1.3-1:
Vergleich des Verlaufes der Temperatur in der Referenzperiode 1961-90 (Messwerte) mit der
Wettreg2010-Simulation und weiteren Klimamodellen
(Quelle: LfULG)
Abbildung 1.3-2:
Vergleich des Verlaufes des Niederschlags in der Referenzperiode 1961-90 (Messwerte) mit
der Wettreg2010-Simulation und weiteren Klimamodellen
(Quelle: LfULG)
Die Ergebnisse der Auswertung von W
ETTREG 2010 in Bezug auf die
Temperatur- und Niederschlagsentwick-
lung
werden nachfolgend kurz dargestellt. Zur Abschätzung der Modellvariabilität wurden alle zehn Realisierun-
gen von W
ETTREG verglichen. Für die Erstellung der beiliegenden Karten wurde beispielhaft die Realisierung 2,
welche in den Projektionszeiträumen insgesamt einen mittleren Verlauf aufweist, verwendet.
Extremereignisse
wie Stürme, Starkregenereignisse oder Hochwässer lassen sich allerdings weder mit W
ETTREG
2010 noch mit einem anderen Modell räumlich differenziert und valide prognostizieren. Aufgrund der Veränderung
der Großwetterlagen durch den Klimawandel ist planerisch vorsorgend von der Möglichkeit einer Zunahme der
Häufigkeit und Intensität von Extremereignissen auszugehen.

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
17
1.3.1 Temperaturerhöhung und zunehmende Hitzebelastungen
Siehe Karte 1 des Umweltberichtes
Die Temperaturerhöhung und zunehmende Hitzebelastungen sind die deutlichsten Indikatoren für den Klimawan-
del. Erste Tendenzen sind bereits in der jetzigen Referenzperiode (1981 – 2010) zu beobachten: So erhöhte sich
die Temperatur im Vergleich zur Klimanormalperiode 1961 – 90 um durchschnittlich 0,7 °C in Sachsen (vgl.
Sachsen im Klimawandel, S. 44). Aktuell liegt die mittlere jährliche Temperatur zwischen ca. 9 °C im Tiefland und
3,2 °C am Fichtelberg, für ganz Sachsen beträgt sie 7,9 °C. Für die Mitte des 21. Jahrhunderts (Projektionszeit-
raum 2036 – 65) wird bei mittleren globalen Treibhausgasemissionen von einer Temperaturerhöhung zwischen
2,5 °C am Fichtelberg und 2 °C im Tiefland ausgegangen, für den Freistaat kann wahrscheinlich eine Erhöhung
der Temperatur um ca. 2,1 °C angenommen werden. Gegen Ende des 21. Jahrhunderts (Projektionszeitraum
2071 – 2100) wird die Änderung der Temperatur für Sachsen voraussichtlich bereits ca. 3,5 °C betragen, wobei
der stärkste Temperaturanstieg von ca. 4,0 °C hier ebenfalls am Fichtelberg zu erwarten ist, im Tiefland dagegen
nimmt die Temperatur vermutlich um ca. 3,4 °C im Jahresmittel zu. So kann angenommen werden, dass die Jah-
resmitteltemperatur Mitte des 21. Jahrhunderts in ganz Sachsen bereits bei ca. 10 °C und Ende des
21. Jahrhunderts bei über 11 °C liegen wird.
Abbildung1.3-3
: Projizierte Temperaturentwicklung nach dem Modell W
ETTREG 2010 in Sachsen (tiefpassgefiltert,
11-jähriges Mittel m = 11a, mittlere Sonnenfleckenzyklus, A1B-Szenario)
Insbesondere im Tiefland muss mit deutlichen Hitzebelastungen gerechnet werden, da hier bereits heute die
höchsten Jahrestemperaturen in Sachsen gemessen werden. So beträgt die simulierte Jahresdurch-
schnittstemperatur in Leipzig bereits gegen Mitte des 21. Jahrhunderts 11,5 °C (heute: 9,5 °C) und gegen Ende
des 21. Jahrhunderts ca. 12,7 °C. In Dresden ist die Situation durch die wärmebegünstigte Lage im Elbtal ähnlich
einzuschätzen: über 11 °C gegen Mitte des 21. Jahrhunderts (heute: 9,2 °C) und ca. 12,6 °C gegen Ende des
21. Jahrhunderts. Auch weitere Großstädte Sachsens wie Plauen, Chemnitz und Görlitz
/
Zhorjelc liegen über dem
Durchschnitt der Jahrestemperatur für ganz Sachsen.
Als ein Indikator für die Beurteilung von
Hitzebelastungen
kann die Anzahl der Hitzetage herangezogen werden
(Tage > 30 °C). Lag die durchschnittliche Anzahl an Hitzetagen in ganz Sachsen in der Klimanormalperiode 1961
bis 1990 im Durchschnitt bei ca. 3 Tagen, wird sich die Anzahl der Hitzetage bis Mitte des 21. Jahrhunderts ver-
mutlich auf ca. 14 erhöhen, bis Ende des 21. Jahrhunderts bereits auf ca. 21 Tage. Die Anzahl an Hitzetagen
nimmt jedoch für Gebiete im Flachland bzw. Hügelland überdurchschnittlich zu – hier insbesondere in den Groß-
städten Sachsens (vgl. Tabelle 1.3-2). Insgesamt muss auch mit einer äquivalenten Zunahme von längeren Hit-
zeperioden bzw. Hitzewellen gerechnet werden.

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
18
Tabelle 1.3-2: Simulation der Zunahme an Hitzetagen bis Mitte des 21. Jahrhunderts und bis Ende des 21.
Jahrhunderts
Lf.Nr.
Station
Simulierte Zunahme an Hitzetagen/
Jahr von der Klimanormalperiode
(1961-90) zur
Mitte des 21. Jh.
[Anzahl]
Simulierte Zunahme an Hitzeta-
gen/Jahr von der Klimanormalperiode
(1961-90) zum
Ende des 21. Jh.
[Anzahl]
1 Oschatz
17
30
2 Leipzig-Holzhausen 17
29
3 Kubschütz
16
28
4 Leipzig-Schkeuditz 16
29
5 Dresden-Klotzsche 16
24
6 Plauen
14
21
7
Görlitz
/
Zhorjelc
13
21
8 Aue
13
21
9 Chemnitz
10
14
10 Marienberg
2
4
11 Fichtelberg
0
0
12 Zinnwald-Georgenfeld 0
0
1.3.2 Niederschlagsveränderungen und Verringerung des Wasserdargebotes
Siehe Karte 1 und Karte 2 des Umweltberichtes
Die Simulation der zukünftigen Entwicklung der Niederschläge ist mit größeren Unsicherheiten verbunden als die
des Temperaturanstieges. Hier zeigen sich auch erhebliche Schwankungen im Jahresverlauf. Die Auswertung der
Niederschlagsdaten des Klimamodells WETTREG 2010 wurde daher sowohl für den Gesamtjahresverlauf, als auch
für die Sommerjahreszeit (Juni, Juli, August) durchgeführt. Zusätzlich konnte durch die Auswertung des Parame-
ters der Potentiellen Evapotranspiration die klimatische Wasserbilanz berechnet und dargestellt werden.
Die aktuelle Periode (1981 - 2010) ist durch überdurchschnittliche Niederschlagssummen in ganz Sachsen im
Vergleich zur Klimanormalperiode (1961 – 90) geprägt. Die mittleren jährlichen Niederschlagssummen liegen
heute zwischen ca. 600 mm im Nordwestlichen Tiefland und ca. 1300 mm im Westerzgebirge und in den Monaten
Juni, Juli, August (Sommer) zwischen ca. 200 mm im Nordwestlichen Tiefland und 300 mm im Westerzgebirge.
Dieser große Unterschied zwischen Minimal - und Maximalwerten ist typisch für Sachsen und im Wesentlichen
durch das Relief bedingt. So liegt der eher niederschlagsarme Nord-Westen Sachsens im Lee des Harzes bzw.
sind die hohen Niederschläge im Süden Sachsens durch die Kammlagen des Erzgebirges bedingt. Aufgrund
dieser Charakteristik können Veränderungen der typischen Anströmrichtungen, verursacht durch den Klimawan-
del, in hohem Maße die zukünftige Entwicklung der Niederschläge beeinflussen.
Insgesamt wird die
Jahressumme der Niederschläge
bis Mitte des 21. Jahrhunderts abnehmen (zwischen
ca. -250 mm im Westerzgebirge und -50 bis -100 mm im Nordwestlichen Tiefland). Im Winterhalbjahr nehmen die
Niederschläge dabei tendenziell leicht zu, im Sommer dagegen deutlich ab. In der zweiten Hälfte des
21. Jahrhunderts nimmt die Jahressumme der Niederschläge weiter ab.

image
Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
19
Abbildung1.3-4:
Projizierte Entwicklung des Jahresniederschlages nach dem Modell Wettreg 2010 in Sachsen
(tiefpassgefiltert, 11-jähriges Mittel m = 11a, mittlerer Sonnenfleckenzyklus, A1B-Szenario)
Tabelle 1.3-3: Die 10 Niederschlagsstationen in Sachsen mit der vermutlich größten Minderung des jährli-
chen Niederschlages im Vergleich zur Klimanormalperiode (1961-90) bis Mitte des 21. Jahrhunderts
Lf.Nr.
Station
Minderung der Jahressumme der Niederschläge
[mm] %
1 Fichtelberg
-250 22
2 Schoeneck-Kottenheide
-230 22
3 Sankt Michaelis
-210 23
4 Zwönitz
-200 21
5 Tannenberg
-190 20
6 Zinnwald-Georgenfeld
-190 19
7 Altenberg-Schellerhau
-190 19
8 Eppendorf
-190 24
9 Sayda
-190 20
10 Rechenberg-Bienmühle (Holzhau)
-180
23
Tabelle 1.3-4: Die 10 Niederschlagsstationen in Sachsen mit der vermutlich niedrigsten Jahressumme der
Niederschläge Mitte des 21. Jahrhunderts
Lf.Nr.
Station
Jahressumme der Niederschläge [mm]
1 Leipzig-Schkeuditz
500
2 Grosslehna
550
3 Oschatz
550
4 Leipzig-Holzhausen
560
5 Görlitz/ Zhorjelc
570
6 Riesa (West)
570
7 Elstertrebnitz
570
8 Schildau
570
9 Zwenkau-Zitzschen
570
10 Zschortau-Brodenaundorf
580
In den
Sommermonaten Juni, Juli und August
kann von einer Minderung der Niederschlagssummen von bis
zu -70 mm im westlichen Hügelland und Nord-Osten Sachsens bis Mitte des 21. Jahrhunderts und von
ca. -10 mm im Westerzgebirge bis zu -130 mm im westlichen Hügelland und Nord-Osten Sachsens bis Ende des
21. Jahrhunderts ausgegangen werden. Auffällig ist, dass wahrscheinlich der äußerste Osten Sachsens (Gör-

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
20
litz
/
Zhorjelc) und der gesamte Nordwesten Sachsens (Leipzig), in denen ohnehin schon die geringsten Nieder-
schlagssummen gemessen werden, mit den größten Niederschlagsminderungen in den Sommermonaten rech-
nen müssen. Hier könnte sich die Niederschlagsmenge im Sommer bis zum Ende des 21. Jahrhunderts teilweise
um mehr als die Hälfte des heutigen Wertes verringern (z.B. in Görlitz
/
Zhorjelc von aktuell 250 mm auf unter
110 mm in den Monaten Juni, Juli und August).
Durch den Einfluss der Temperatur auf die Verdunstung von Wasser sind die Änderungssignale hinsichtlich der
klimatischen Wasserbilanz
insgesamt recht eindeutig. In Zukunft ist mit einer kontinuierlichen Abnahme der
klimatischen Wasserbilanz als Differenz zwischen Niederschlag und Verdunstung zu rechnen. Die Jahressumme
der klimatischen Wasserbilanz wird vermutlich bereits Mitte des 21. Jahrhunderts in weiten Teilen Nord- bis Mit-
telsachsens einen negativen Wert von 0 bis -100 mm und bis zu -200 mm (Leipzig) erreichen. Dies bedeutet,
dass trotz der noch moderaten Veränderungen der Niederschlagssummen die Auswirkungen auf das Wasserdar-
gebot durch einen Anstieg der Temperaturen stärker zu spüren sein werden und nur in Teilen Sachsens mit ei-
nem angespannten Wasserhaushalt zu rechnen sein wird.

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
21
2
Beschreibung und Bewertung der Umweltauswirkungen
2.1
Prognose über die Entwicklung des Umweltzustandes bei der
Durchführung und Nichtdurchführung des Planes einschließlich der
Betrachtung anderweitiger Planungsmöglichkeiten
Bei einer nicht erfolgten Gesamtfortschreibung des Landesentwicklungsplanes würde der LEP 2003 weiter gel-
ten. Deshalb werden im Folgenden unter dem Stichwort „Status Quo“ - kapitelweise zusammenfassend - die
umweltrelevanten Veränderungen und Weiterentwicklungen des LEP 2013 gegenüber dem bisher geltenden LEP
2003 aufgeführt. Ein Verzicht auf die Fortschreibung stellte allerdings vor dem Hintergrund der neuen Heraus-
forderungen und Planungserfordernisse im Freistaat Sachsen keine wirkliche Alternative dar. Lediglich die kon-
krete Ausgestaltung der Festlegungen konnte – im Rahmen der Vorgaben des SächsLPlG – alternativ erfolgen.
Die zu erwartenden Umweltauswirkungen bei Durchführung des LEP 2013 werden deshalb ebenfalls zu-
sammengefasst dargestellt, wobei schwerpunktmäßig zu beurteilen ist, inwieweit aus den Festlegungen des vor-
liegenden Planes erhebliche Umweltbeeinträchtigungen resultieren oder eine umweltverträgliche Ausformung auf
nachfolgenden Planungsebenen möglich ist.
2.1.1 Leitbild für die Entwicklung des Freistaates Sachsen als Lebens-, Kultur- und
Wirtschaftsraum
Leitbild
LEP
Das
Leitbild „Sachsen 2025“
enthält allgemeine Leitlinien, die dem Prinzip der Nachhaltigkeit ent-
sprechen und auf den nachfolgenden Planungsebenen umweltverträglich konkretisierbar sind. Leitli-
nien, wie zur Gestaltung der Kulturlandschaft, zur Sicherung großflächig unzerschnittener Lebensräu-
me oder zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme, unterstützen gezielt die Umweltvorsorge,
Leitlinien zur Minderung der CO
2
– Emission und Energieeinsparung und zur Anpassung an den Kli-
mawandel einen aktiven und vorausschauenden Umgang mit dem Klimawandel.
Status -
Quo
Gegenüber dem Leitbild des bislang geltenden Landesentwicklungsplanes werden insbesondere mit
den Leitlinien zu Klimaschutz und -anpassung umweltbezogen neue Akzente gesetzt. Die Leitlinien
zur Kulturlandschaftsentwicklung wurden ebenfalls erweitert, sodass das Leitbild insgesamt stärker die
aktuellen umweltbezogenen Herausforderungen aufgreift als das bisherige.
2.1.2 Raumstrukturelle Entwicklung
Kap. 1.1
LEP
Die Festlegungen zur
allgemeinen raumstrukturellen Entwicklung
enthalten Leitlinien, die die
naturräumlichen Potenziale gezielt berücksichtigen und auf den folgenden Planungsebenen weiter
auszuformen sind. Umweltbeeinträchtigungen erwachsen aus den Leitlinien nicht.
Kap. 1.2
LEP
Die
Raumkategorien
(Verdichtungsräume und ländlicher Raum) beschreiben die Siedlungs- und
Raumstruktur der jeweiligen Gebiete. Die an sie geknüpften Grundsätze setzen einen allgemeinen
Rahmen für die künftige Entwicklung, der einer umweltverträglichen Entwicklung der Gebietsteile
nicht entgegensteht, sondern diese fördert. Auch in Bezug auf die menschliche Gesundheit gehen
von den Plansätzen durch die angestrebte Vernetzung zwischen Verdichtungsräumen und ländlichem
Raum sowie Strategien im Umgang mit dem demografischen Wandel voraussichtlich positive Auswir-
kungen aus.
Kap. 1.3
und 1.4
LEP
Durch die textlichen und zeichnerischen Festlegungen zu
Zentralen Orten
und
Gemeinden mit
besonderen Gemeindefunktionen
erfolgen Rahmensetzungen für die Siedlungsentwicklung.
Grundsätzlich erfolgt mit der Konzentration der Siedlungsentwicklung in Zentralen Orten ein Schutz
des Freiraumes an anderer Stelle. Das der Festlegung zugrunde liegende Konzept der „dezentralen
Konzentration“ stellt nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand dasjenige Siedlungsmodell mit den
geringsten Sekundärbeeinträchtigungen für die Umwelt (z. B. durch den Verkehr) dar und wirkt im
Gegensatz zu einer Zersiedlung der Landschaft prinzipiell umweltschonend (zu den klimatischen
Auswirkungen siehe Kapitel 2.2.2).
Allerdings könnten aus der Festlegung der Zentralen Orte aufgrund der Konzentrationswirkung der
Siedlungsentwicklung im Einzelfall auch erhebliche Umweltbeeinträchtigungen erwachsen – dies
hängt vom jeweiligen Standort einer geplanten Bebauung ab. Da die Festlegung der Ober- und Mit-
telzentren sowie der Gemeinden mit besonderer Gemeindefunktion „Verteidigung“ jedoch gemeinde-

image
image
Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
22
bezogen vorgenommen wird, besteht ein so großer Ausformungsspielraum für die Bauleitplanung,
dass von keiner Präjudizierung erheblicher Umweltbeeinträchtigungen durch den LEP 2013 ausge-
gangen werden kann. Eine tiefergehende Umweltprüfung sollte bei einer räumlichen und sachlichen
Konkretisierung auf regionaler und kommunaler Planungsebene erfolgen.
Auf die menschliche Gesundheit wirkt die Festlegung Zentraler Orte im Landesentwicklungsplan
zudem durch die Zuordnung bestimmter medizinischer Versorgungseinrichtungen zu bestimmten
Stufen Zentraler Orte. Um gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Teilräumen Sachsens zu ge-
währleisten, ist eine hinreichende Erreichbarkeit der medizinischen Versorgungseinrichtungen für alle
Bevölkerungsgruppen wesentlich. Dieses Ziel wird bei der Festlegung Zentraler Orte prinzipiell be-
rücksichtigt. Zudem sind für die Sicherung der Grundversorgung insbesondere die Grundzentren
wesentlich, die nicht im LEP 2013, sondern in den Regionalplänen ausgewiesen werden.
Für die in den Regionalplänen ggf. festzulegenden Grundzentren und Gemeinden mit besonderer
Gemeindefunktion werden in der Begründung Kriterien aufgeführt, deren Anwendung die Möglich-
keiten einer umweltverträglichen Entwicklung auf regionaler Ebene nicht einschränken.
Abschichtung
: Die Festlegung von Versorgungs- und Siedlungskernen Zentraler Orte ist
im Rahmen der Umweltprüfung der Regionalpläne, geplante Baugebiete und –flächen sind
in der Umweltprüfung der Bauleitpläne vertiefend zu prüfen (Rahmensetzung für Städte-
bauprojekte nach Punkt 18.7 des Anhanges I des UVPG in Abhängigkeit von den Schwel-
lenwerten).
Kap. 1.5
LEP
An den
Verbindungs- und Entwicklungsachsen
soll der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur konzen-
triert werden, ihnen ist demnach grundsätzlich eine rahmensetzende Wirkung für die Infrastrukturent-
wicklung zuzusprechen.
Bei der infrastrukturellen Bündelungsfunktion von Achsen ist zu berücksichtigen, dass Achsen keine
Trassenkorridore, sondern abstrakt-schematische Verbindungen zwischen Zentralen Orten darstel-
len. Das Konzept der überregional bedeutsamen Verbindungs- und Entwicklungsachsen Sachsens
zeichnet sich durch eine Beschränkung auf das Kernsystem aus, großräumig unzerschnittene Räume
werden weitgehend freigehalten. Bei allen festgelegten Achsen ist prinzipiell eine umweltverträgliche
Konkretisierung auf den nachfolgenden Planungsebenen möglich. Werden Achsen im LEP 2013
durch Festlegungen von Trassen konkretisiert, sind diese vertiefend einer Umweltprüfung zu unter-
ziehen.
Siehe vertiefende Umweltprüfung von Trassen in Kapitel 3 des Umweltberichtes
Abschichtung
: Die textliche oder zeichnerische Festlegung von Trassen in Ausformung
von Verbindungs- und Entwicklungsachsen ist im Rahmen der Umweltprüfung der Regio-
nalpläne vertiefend zu prüfen (Rahmensetzung für Verkehrsvorhaben nach Punkt 14 des
Anhanges I des UVPG in Abhängigkeit von den Schwellenwerten sowie Punkt 2 der Anla-
ge 1 des SächsUVPG).
Regionale Grünzüge und Grünzäsuren
sind Instrumente mit erheblich positiven Umweltauswirkun-
gen, da mit ihnen eine Zersiedlung der Landschaft vermieden und der Naturhaushalt geschont wird.
Kap. 1.6
LEP
Die Grundsätze und Ziele zur
Länderübergreifenden Zusammenarbeit und Europäischen Metro-
polregion Mitteldeutschland
zielen auf eine raumordnerische Zusammenarbeit über Ländergrenzen
hinaus und auf eine verbesserte Kooperation der Städte und deren leistungsfähige verkehrliche Ver-
netzung, welche auf den nachfolgenden Planungsebenen und in der Fachplanung weiter zu konkreti-
sieren ist. Dabei sind vielfältige Möglichkeiten zum Finden umweltverträglicher Lösungen gegeben.
Status -
Quo
Raumkategorien, Zentrale Orte, Gemeinden mit besonderer Gemeindefunktion, Verbindungs- und
Entwicklungsachsen sowie Regionale Grünzüge und Grünzäsuren sind bereits im LEP 2003 instru-
mentell verankert, sodass keine maßgeblich neuen oder anderen Umweltwirkungen gegenüber dem
bislang geltenden Landesentwicklungsplan zu erwarten sind.

image
Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
23
2.1.3 Regional-, Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung
Kap.
2.1
LEP
Die Grundsätze und Ziele zur
regionalen Kooperation
sind aufgrund ihrer inhaltlichen Ausrichtung
nicht geeignet, Umweltbeeinträchtigungen auszulösen. Die sicherzustellende Einbindung Sachsens in
großräumige europäische Verkehrskorridore
und transeuropäische Netze erfordert eine Konkreti-
sierung auf nachfolgenden Planungsebenen, sodass der Plansatz (Z 2.1.2.2) selbst nicht mit zwingen-
den Umweltbeeinträchtigungen verbunden ist. Werden im Landesentwicklungsplan konkretisierend
Verkehrstrassen festgelegt, sind diese einer vertiefenden Umweltprüfung zu unterziehen.
Die Plansätze zu
Räumen mit besonderem Handlungsbedarf
zielen durch den angestrebten Aufbau
regionaler Wirtschaftskreisläufe und einer Mobilisierung von Eigenkräften auf eine nachhaltige Entwick-
lung und lassen durch ihre Orientierung auf die Nutzung von Synergien und regionalisierter Lösungen
tendenziell positive Umweltauswirkungen erwarten. Die Plansätze zu grenznahen Gebieten enthalten
die Ziele für geeignete Rahmensetzungen für einen Abbau lagebedingter Disparitäten, die auch Aspek-
te der Gesundheitsversorgung abdecken. Mit dem Ziel, weitgehend nachsorgefreie Bergbaufolgeland-
schaften entstehen zu lassen, ist die Beseitigung und Minderung bergbaubedingter Beeinträchtigungen
des Naturhaushaltes verbunden, sodass der Plansatz umweltseitig zu begrüßen ist. Die Plansätze des
Kapitels lassen insgesamt zweifelsohne eine umweltverträgliche Ausformung auf den nachfolgenden
Planungsebenen zu.
Siehe vertiefende Umweltprüfung von Trassen in Kapitel 3 des Umweltberichtes
Kap.
2.2
LEP
Mit den Zielen und Grundsätzen zur
Siedlungsentwicklung
wird einer Zersiedlung der Landschaft
entgegengewirkt und eine bedarfsgerechte, auf Innenentwicklung konzentrierte Siedlungsentwicklung
befördert. Die Neuinanspruchnahme von Freiflächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke soll vermin-
dert werden. Von den Plansätzen gehen deshalb erheblich positive Umweltauswirkungen aus, und
zwar sowohl in Bezug auf den Boden im Kontext mit Wasserhaushalt und Lokalklima als auch in Bezug
auf die Arten- und Biotopausstattung der Landschaft, ihre Gestaltqualitäten sowie ihre Lebens- und
Erholungsqualitäten für den Menschen im unmittelbaren Wohnumfeld. Diese positiven Umweltauswir-
kungen setzen eine integrierte Siedlungs-, Verkehrs- und Freiraumentwicklung voraus.
Die Plansätze zum
Fluglärm
dienen dem aktiven Schutz der Bevölkerung vor Lärm und damit der
Sicherung der menschlichen Gesundheit. Insofern sind auch hier erheblich positive Umweltauswirkun-
gen zu erwarten.
Die Ziele und Grundsätze zur
Stadt- und Dorfentwicklung
sind ebenso wie die Plansätze der Sied-
lungsentwicklung, neben Aspekten wie der Gesundheits- und Sozialverträglichkeit, den Prinzipien der
Umweltverträglichkeit verpflichtet, indem z. B. auf einen Umbau von außen nach innen, auf eine
ÖPNV – Anbindung und Schaffung und Erhaltung naturnaher Lebensräume und Grünflächen sowie auf
eine Renaturierung von Brachen im Außenbereich orientiert wird.
Kap.
2.3
LEP
Mit dem Grundsatz, dass in den Gemeinden bedarfsgerecht
gewerbliche Bauflächen
zur Verfügung
gestellt werden sollen, werden keine Standortentscheidungen vorweg genommen und demzufolge
auch keine Umweltbeeinträchtigungen präjudiziert. Die Umweltprüfung der Gewerbebauflächen obliegt
sachgerecht den jeweiligen Gemeinden.
Für die in den Regionalplänen bei Bedarf festzulegenden
Vorsorgestandorte für Industrie und Ge-
werbe
werden in der Begründung lediglich Kriterien angegeben, die eine Standortsuche auf regionaler
Ebene nicht soweit einengen, dass keine umweltverträglichen Lösungen gefunden werden können.
Abschichtung
: Die Festlegung von Vorsorgestandorten für Industrie und Gewerbe ist im
Rahmen der Umweltprüfung der Regionalpläne vertiefend zu prüfen (Rahmensetzung für
Industriezonen nach Punkt 18.5 des Anhanges I des UVPG in Abhängigkeit von den Schwel-
lenwerten).
Die Festlegungen zum
Handel
sind prinzipiell umweltverträglich ausgerichtet: So werden mit der Kon-
zentration großflächiger Einzelhandelseinrichtungen in Zentralen Orten Umweltbeeinträchtigungen
durch den Verkehr vermindert, weil der großflächige Einzelhandel dort stattfindet, wo auch die größte
Konzentration der Bevölkerung zu verzeichnen ist. Die Bevorzugung städtebaulich integrierter Lagen
und die anzustrebende Anbindung an den ÖPNV wirken ebenso verkehrsvermindernd und umweltför-
dernd.
Die Ziele und Grundsätze zur Entwicklung von
Tourismus und Erholung
beinhalten Rahmensetzun-
gen, die auf den nachfolgenden Ebenen umweltverträglich ausformbar sind. Die Festlegungen zu
Camping- und Caravanplätzen treffen keine Standortentscheidung, sondern konkretisieren Prinzipien
der Umweltverträglichkeit, indem auf die Anbindung an die bebaute Ortslage sowie an die vorhandene
Infrastruktur orientiert wird. Gleiches gilt für großflächige Freizeiteinrichtungen und Sportanlagen: Hier
wird z. B. mit der Orientierung auf Standorte abseits ökologisch wertvoller Gebiete eine umweltbezoge-

image
image
Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
24
ne Konfliktminderung forciert. Der Auftrag an die Regionalplanung, Gewässer oder Teile von Gewäs-
sern festzulegen, an denen eine Neuerschließung bzw. Erweiterung für die Erholungs- oder Sportnut-
zung grundsätzlich möglich ist sowie Flächen festzulegen, auf denen diese Nutzung wegen unzulässi-
gen Beeinträchtigungen unterbleiben soll, wirkt als Steuerungsinstrument darauf hin, eine umweltver-
träglichere Erholungsnutzung vorzubereiten.
Der Grundsatz zur Entwicklung von Anpassungsstrategien in vom Klimawandel besonders betroffenen
traditionellen Tourismus- und Naherholungsgebieten greift aktuelle Herausforderungen auf und ist einer
nachhaltigen und umweltverträglichen Entwicklung verpflichtet.
Die Flächensicherung für die Errichtung von größeren Ferienhausgebieten mit überregionaler Bedeu-
tung wird – sofern Bedarf dafür besteht - der Regionalplanung überantwortet. Dementsprechend hat
auch die Umweltprüfung derartiger Standorte auf regionaler Ebene zu erfolgen.
Abschichtung
: Sollten in einem Regionalplan Vorsorgestandorte „Tourismus“ festgelegt
werden, sind diese Festlegungen im Rahmen der Umweltprüfung der Regionalpläne vertie-
fend zu prüfen (Rahmensetzung für Feriendörfer, Hotelkomplexe oder sonstige Einrichtun-
gen der Ferien- und Fremdenbeherbergung nach Punkt 18.1 des Anhanges I des UVPG in
Abhängigkeit von den Schwellenwerten).
Status -
Quo
Gegenüber dem LEP 2003 wurde die grundsätzliche Ausrichtung im Sinne der Planungskontinuität
beibehalten. Neu ist lediglich, dass der Handlungsauftrag zur Festlegung von Vorsorgestandorten für
Industrie und Gewerbe als Schwerpunktbereiche für Siedlungsentwicklungen nicht als Grundsatz, son-
dern als Ziel festgelegt worden ist (entsprechend der Begründung mit einer Mindestgröße von 25 ha),
sowie in G 2.3.3.6 die Eröffnung der Möglichkeit, für größere Ferienhausgebiete „Vorsorgestandorte
Tourismus“ festzulegen. Aufgrund der zu erwartenden Großflächigkeit derartiger Standorte können im
Einzelfall erheblich nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt die Folge sein. Die geforderte „am vo-
raussichtlichen Bedarf orientierte Konzeption“ auf regionaler Ebene, die der Festlegung von Vorsorge-
standorten für Industrie und Gewerbe zugrunde liegen soll, kann jedoch maßgeblich zur Konfliktminde-
rung beitragen, indem auf der Basis der Umweltprüfung des jeweiligen Regionalplanes die umweltver-
träglichsten Vorsorgestandorte für die Festlegung ausgewählt werden. Dient die regionale Konzeption
im Kontext zur Umweltprüfung also einer Standortoptimierung, ist mit geringeren Umweltauswirkungen
zu rechnen, als bei einer ungesteuerten Entwicklung. Welche Auswirkungen auf die Umwelt konkret zu
erwarten sein werden, ist standortabhängig zu beurteilen und Gegenstand der Umweltprüfung des
jeweiligen Regionalplanes.
2.1.4 Verkehrsentwicklung
Kap
3.1
LEP
Die Festlegungen des einleitenden Grundsatzes tragen den Charakter von planerischen Leitlinien, die
durch die nachfolgenden Kapitel konkretisiert werden. Eine eigenständige Prüfung erübrigt sich.
Kap.
3.2
LEP
Durch die Festlegung von Vorrang- bzw. Vorbehaltsgebieten „
Straßenverkehr
“ und die in den Zielen
Z 3.2.2 - Z 3.2.7 erfolgten textlichen Festlegungen wird der Rahmen für Straßenbauvorhaben gesetzt,
die in Abhängigkeit von den Schwellenwerten nach Nr. 2a) bis i) der Anlage 1 des SächsUVPG und
Nr. 14.3 ff. der Anlage 1 des UVPG einer UVP bedürfen.
Ein Neubau wie auch Ausbau von Straßen führt generell zu belastenden anlage- bzw. betriebsbeding-
ten Auswirkungen im Trassenbereich. Maßgeblich sind der Flächenverbrauch/ Versiegelung, visuelle
Beeinträchtigungen sowie betriebsbedingte Effekte, wie besonders die Lärmemission, aber auch die
Emission von Stäuben und gasförmigen Schadstoffen. Bei Ausbau an vorhandenen Streckenabschnit-
ten sind hiervon vornehmlich erheblich vorbelastete Bereiche betroffen. Raumkonkrete lokale Auswir-
kungen sind in diesem Fall noch nicht erkennbar. Die auf der vorliegenden Planungsebene besonders
bedeutsamen großräumig wirksamen Zerschneidungseffekte spielen bei Neubauvorhaben eine große
Rolle.
Die zeichnerisch festgelegten Trassen werden nachfolgend vertiefend in der Umweltprüfung be-
trachtet (vgl. Kap. 2.1.4.1). Für die Vorhaben, für die bereits Umweltverträglichkeitsstudien im Rahmen
der Vorplanung etc. erarbeitet wurden, erfolgte eine Auswertung der Ergebnisse. Dies trifft für 37 Vor-
haben zu (36 Neubau und eins Ausbau). In den Fällen, in denen die Festlegung als Symbol, Korridor
oder Ausbau erfolgt und keine UVS vorliegt, wurde entsprechend des Konkretisierungsgrades der Fest-
legung in der Umweltprüfung mit einer Bewertung des Raumwiderstandes des entsprechenden Gebie-
tes gearbeitet. Für jedes der 95 Vorhaben wurde ein Tableau erarbeitet, in welchem die Bewertung der
Auswirkungen auf die einzelnen Schutzgüter und absehbare Konfliktschwerpunkte vertiefend darge-
stellt und geprüft wurde, ob sich erhebliche Beeinträchtigungen von Natura 2000-Gebieten zum gegen-
wärtigen Planungsstand bereits ausschließen lassen (Erheblichkeitsabschätzung). Die FFH-
Verträglichkeit bzw. ggf. das Vorliegen der Ausnahmegründe nach § 34 BNatSchG ist auch auf nach-
folgenden Planungsebenen entsprechend dem zunehmenden Konkretisierungsgrad der Inhalte nach-

image
Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
25
zuweisen. Die Tableaus sind dem Umweltbericht als Anlagen beigefügt.
Ein Auftreten grenzüberschreitender Umweltauswirkungen auf polnischer Seite kann bei Konkreti-
sierung der Planung nicht ausgeschlossen werden für die Vorhaben B 115 bei Krauschwitz/Krušwica
sowie S 127 bei Deschka.
Ein Auftreten grenzüberschreitender Umweltauswirkungen auf tschechischer Seite kann bei Konkreti-
sierung der Planung nicht ausgeschlossen werden für die Vorhaben B 174 bei Reitzenhain sowie S 216
östlich Olbernhau.
Kap
3.3
LEP
Für die Festlegungen von Grundsätzen zur
überregionalen Eisenbahninfrastruktur, Transeuropäi-
sche Netze(TEN) und Schienenpersonenfernverkehr
ist eine Konkretisierung auf nachfolgenden
Planungsebenen erforderlich, sodass mit den Plansätzen (G 3.3.1 – G 3.3.3) zunächst keine erkennba-
ren Umweltbeeinträchtigungen verbunden sind.
Soweit für bestimmte Trassen (ausschließlich) eine Ertüchtigung als landesplanerisches Ziel vorgese-
hen ist (Z 3.3.12, Z 3.3.14), sind eindeutige Aussagen zu umweltrelevanten Wirkungen erst nach einer
Konkretisierung möglich. Denkbar sind sowohl belastende (z.B. Lärmzunahme durch höhere Ge-
schwindigkeiten) als auch entlastende (z.B. Lärmabnahme durch Anpassung der Gleiskörper) Wirkun-
gen.
Für die als landesplanerische Ziele textlich festgelegten Trassen mit Neu- bzw. Ausbau- sowie Elektrifi-
zierungsbedarf (Z 3.3.6 – Z 3.3.11, Z 3.3.13) ist bei planerischer Konkretisierung mit dem Erfordernis
der Durchführung einer UVP zu rechnen. Im künftigen Trassenbereich ist mit erheblichen belastenden
anlage- bzw. betriebsbedingten Auswirkungen zu rechnen. Maßgeblich sind der Flächenverbrauch,
visuelle Beeinträchtigungen sowie betriebsbedingte Effekte, wie besonders die Lärmemission. Bei Aus-
baumaßnahmen an vorhandenen Streckenabschnitten sind vornehmlich erheblich vorbelastete Berei-
che betroffen. Soweit Ortslagen betroffen sind, kann einer etwaigen Zunahme der Lärmemission und
somit Lärmschutzmaßnahmen eine besondere Relevanz zukommen. Die auf der vorliegenden Pla-
nungsebene besonders bedeutsamen großräumig wirksamen Zerschneidungseffekte spielen bei Neu-
bauvorhaben eine große Rolle.
Soweit die Maßnahmen zu einer Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene führen, sind in
Bezug auf den Straßenverkehr zugleich entlastende Wirkungen zu prognostizieren.
Die zeichnerisch festgelegten Vorhaben zur Schieneninfrastruktur werden nachfolgend vertiefend
in der Umweltprüfung betrachtet (vgl. 2.1.4.2). Für jedes der vier Vorhaben wurde ein Tableau erarbei-
tet, in welchem die Bewertung der Auswirkungen auf die einzelnen Schutzgüter und absehbare Kon-
fliktschwerpunkte vertiefend dargestellt und geprüft wurde, ob sich erhebliche Beeinträchtigungen von
Natura 2000-Gebieten zum gegenwärtigen Planungsstand bereits ausschließen lassen. Die Tableaus
sind dem Umweltbericht als Anlagen beigefügt.
Ein Auftreten grenzüberschreitender Umweltauswirkungen auf tschechischer Seite ist zu erwarten für
das Vorhaben Neubaustrecke Dresden – Praha/Prag (Korridor südlich Pirna). Die für eine Entwurfsge-
schwindigkeit von 200 km/h vorgesehene Neubaustrecke wird als gemeinsames Projekt auf tschechi-
scher Seite im Zuge einer eigenen Planung fortgesetzt. Darüber hinaus sind auch infolge des Lücken-
schlusses bei Sebnitz grenzüberschreitende Umweltauswirkungen zu erwarten, soweit es in der Folge
zu einer Aufnahme von Verkehrsverbindungen kommt.
Kap.
3.4
LEP
Die Plansätze im Abschnitt
ÖPNV und Regionale Eisenbahninfrastruktur
ergänzen die Festlegungen
des Kap. 3.3. Sie dienen dazu, einerseits die Verkehrsverlagerung im Güterverkehr von der Straße auf
die Schiene zu fördern, zum anderen soll in den Verdichtungsräumen das Potenzial des schienenge-
bundenen Nahverkehrs als Massenverkehrsmittel gefördert werden. Für beide Wirkbereiche stehen
möglichen lokal belastenden Umweltwirkungen, die sich bei Konkretisierung von Maßnahmen auf nach-
folgenden Planungsebenen ergeben können, großräumig wirksame Entlastungseffekte aufgrund der
Förderung des weniger beeinträchtigenden Schienenverkehrs auf Kosten des Straßenverkehrs gegen-
über. Soweit Ortslagen betroffen sind, kann einer etwaigen Zunahme der Lärmemission und somit
Lärmschutzmaßnahmen eine besondere Relevanz zukommen.
Kap
3.5
LEP
Aufgrund der bestandsorientierten Festlegung im Abschnitt
Luftverkehr
zu landesbedeutsamen Flug-
häfen ohne zeichnerische Konkretisierung oder konkrete Vorgaben zum Ausbau sind erhebliche Um-
weltauswirkungen nicht erkennbar. Die Vorgabe zur bedarfsgerechten Flächenversorgung wird jedoch
mit erheblichen negativen Auswirkungen auf die Umwelt verbunden sein, soweit die angestrebte Steue-
rungswirkung zu entsprechenden Entwicklungen beim Infrastrukturausbau beiträgt. Belastungsräume
können jedoch erst auf den nachfolgenden Planungsebenen beurteilt werden. Auf diesen sind auch
Lärmschutzmaßnahmen zwingend konkret anzupassen.
Kap
3.6 /
3.7
Die Zielfestlegungen des Abschnittes
Binnenschifffahrt
(Kap. 3.6) sind zwar bestandsorientiert und
auch die Festlegungen zu
Güterverkehrszentren
(Kap. 3.7) setzen am Bestand an. Durch den für
Häfen und Güterverkehrszentren enthaltenen Entwicklungsbezug wird jedoch bewirkt, dass mögliche

image
Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
26
LEP
Erweiterungsabsichten an den benannten Standorten bei planerischen Entscheidungen auf nachgeord-
neter Ebene ein entsprechendes Gewicht erlangen. Aufgrund einer fehlenden räumlichen Bindung
sowie der Kleinflächigkeit möglicher Erweiterung bzw. möglicher Flächenreserven im Bestand sind
erhebliche Umweltauswirkungen nicht erkennbar. Konfliktpotenzial zeigt sich erst, wenn Planungsab-
sichten räumlich konkretisiert werden und ist auf den nachgeordneten Ebenen zu betrachten.
Die Klarstellung zum Verzicht eines weiteren Ausbaues der Elbe (vgl. Kap. 4.1.2) trägt zu einer Ver-
meidung ausbaubedingt auftretender großräumiger schwerwiegender Umweltauswirkungen auf die
Flusslandschaft bei. Soweit die Festlegungen zu einer Förderung des weniger beeinträchtigenden Bin-
nenschiffs bzw. des Schienengüterverkehrs auf Kosten des Straßengüterverkehrs führen, ist mit groß-
räumig wirksamen Entlastungseffekten zu rechnen.
Kap
3.8
LEP
Die Festlegung von Zielen und Grundsätzen im Abschnitt
Fahrrad- und Fußgängerverkehr
trägt
überwiegend den Charakter von Planungsaufträgen für nachgeordnete Planungsebenen. Erhebliche
negative Umweltauswirkungen sind nicht erkennbar. Der Bau von Infrastruktur für den nicht motorisier-
ten Verkehr wird im Regelfall nur mit kleinflächig wirksamen belastenden Umweltauswirkungen verbun-
den sein. Wenn Planungsabsichten auf nachgeordneten Ebenen räumlich konkretisiert werden, ist dies
entsprechend zu prüfen. Soweit die Festlegungen dazu beitragen, den nicht motorisierten Verkehr in
Bezug zum motorisierten Individualverkehr zu fördern, sind zugleich die Umwelt entlastende Wirkungen
zu prognostizieren.
Abschichtung
: Die Konkretisierung von Trassen für Straßen und Schienenwege ist im
Rahmen von Raumordnungsverfahren sowie der jeweiligen fachrechtlich bestimmten Pla-
nung bzw. von Bauleitplänen zu konkretisieren. Hierbei sind Umweltauswirkungen im Rah-
men der geforderten UVP vertiefend zu prüfen. (Punkt 14 des Anhanges des UVPG in Ab-
hängigkeit von Schwellenwerten). U. U. kommt auch eine Umweltprüfung im Rahmen von
Bauleitplanverfahren in Betracht. Dies gilt auch für konkretisierende standort- bzw. trassen-
bezogene Planungen in Bezug auf die Festlegungen der Abschnitte 3.4 bis 3.7.
Status -
Quo
Gegenüber dem LEP 2003, Kap. 10 Verkehr und dem als Raumordnungsplan aufgestellten Fachlichen
Entwicklungsplan Verkehr (FEV) wurden die Regelungsinhalte im Kap. 3 Verkehrsentwicklung aktuali-
siert, konkretisiert und zusammengefasst. Insbesondere aus den textlichen und zeichnerischen Festle-
gungen zum Kap. 3 Verkehrsentwicklung, einschl. Karte 4 Verkehrsinfrastruktur, resultieren bei Umset-
zung der verkehrlichen Vorhaben zu den Festlegungen erhebliche belastende Umweltauswirkungen.
Die Aufnahme der verschiedenen Verkehrsvorhaben im LEP 2013 ist auf der Grundlage des Landes-
verkehrsplanes in Zuständigkeit des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
erfolgt. Insoweit entsprechen die Bedarfsprognosen dem Stand des Landesverkehrsplanes.
Für die im LEP 2013 erfolgte Konkretisierung gilt durchgängig, dass die stärkere Ausdifferenzierung der
Festlegungen und damit verbundene konkretere Steuerung im Einzelfall an betroffenen Standorten zu
erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen führen kann, die jedoch erst auf nachgeordneten Pla-
nungsebenen bestimmt werden können. Hierbei ist im Grundsatz davon auszugehen, dass von der
Steuerungswirkung der Festlegungen, insbesondere im Hinblick auf die geforderte Bedarfsorientierung
nachgeordneter Planungen, eine Minderung oder Vermeidung von nachteiligen Umweltauswirkungen
im Vergleich mit einer ungesteuerten Entwicklung erreicht werden kann.
Der LEP 2013 enthält Trassen, die einen unterschiedlichen Planungsstand aufweisen, sodass sie auch unter-
schiedlich in der Umweltprüfung zu handhaben sind. Zu unterscheiden sind Festlegungen von Trassen sowie
ausschließlich symbolhafte Festlegungen.
Die im LEP 2013 nachrichtlich dargestellten
Trassen
sind bereits planfestgestellt und im Bau oder bereits freige-
geben und sind damit nicht Gegenstand dieser Umweltprüfung. Die Umweltaspekte wurden bereits in der Linien-
bestimmung und Planfeststellung der jeweiligen Trasse berücksichtigt.
Für die in Tabelle 2.1.4-1 festgelegten Vorhaben, die bereits planfestgestellt, aber noch ohne feststehenden Bau-
beginn sind, wurden die Umweltbelange bereits in der Linienbestimmung sowie Planfeststellung berücksichtigt.
Durch die Festlegung im LEP wird die Trasse lediglich über die Geltungsdauer des Baurechts hinaus raumordne-
risch gesichert. Insofern erfolgt in diesem Umweltbericht keine weitere Betrachtung. Der Nachweis der Verträg-
lichkeit nach der FFH-Richtlinie wurde in der Planfeststellung erbracht.

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
27
Tabelle 2.1.4-1: Verkehrsvorhaben im LEP 2013 mit Planfeststellungsbeschluss
A 72 nördl. Borna (B176) – AS Rötha (B95) BA 5.1
Festlegung als
Trasse
B169 OU Göltzschtal
Festlegung als
Trasse
S 38 OU Wermsdorf
Festlegung als
Trasse
S 94 OU Bernsdorf
Festlegung als
Trasse
S 282 OU Kirchberg
Festlegung als
Trasse
S 288 V n Glauchau
Festlegung als
Trasse
S 289 V Neukirchen
Festlegung als
Trasse
S 289 V n Werdau
Festlegung als
Trasse
Für einen anderen Teil der im LEP 2013 zeichnerisch festgelegten
Trassen
liegen bereits umfangreiche Planun-
terlagen und eine Umweltverträglichkeitsstudie vor, sodass nachfolgend auf diese zurückgegriffen wird. Bei den
im Kap. 2.1.4.1 aufgeführten Trassen, die im LEP 2013 zeichnerisch festgelegt wurden, liegt eine Umwelt-
verträglichkeitsstudie vor. In den Fällen, in denen die Festlegung im LEP 2013 nicht der in der Umweltverträglich-
keitsprüfung bevorzugten und aus Umweltgesichtspunkten konfliktärmsten Trassenvariante entspricht, werden
aus Gründen der Nachvollziehbarkeit die Ergebnisse der Alternativenprüfung der Umweltverträglichkeitsprüfung
zusammengefasst tabellarisch wiedergegeben sowie Gründe, warum bei der Festlegung von der Vorzugsvariante
der UVS abgewichen wurde. Die Ergebnisse dieser Bewertung sind in Tabellenform in Kap. 2.1.4.1 dargestellt.
Für die anderen verkehrsplanerischen Projekte erfolgt im LEP 2013 lediglich eine zeichnerische Festlegung als
Symbol
oder
Korridor
, in 7 Fällen per
Ausbautrasse.
Eine konkrete Trassenführung wird (mit Ausnahme der
Ausbautrassen) mit der Ausweisung noch nicht verbindlich festgelegt, sondern bleibt den entsprechenden Zulas-
sungsverfahren vorbehalten. Entsprechend des Konkretisierungsgrades der Festlegung wurde in der Umweltprü-
fung mit einer Bewertung des Raumwiderstandes des entsprechenden Gebietes gearbeitet. Differenziert wurde
dabei zwischen Schutzgebieten und geschützten Gebietskategorien, die auf gesetzlichen Regelungen, Verord-
nungen etc. basieren, verbindlichen Vorgaben und Zielen der Raumordnung und Landesplanung sowie der Land-
schaftsplanung sowie aufgrund der nach fachlichen Kriterien zu erhebenden Werte und Funktionen der Schutzgü-
ter. Die im Zuge der Raumanalyse ermittelten Sachverhalte wurden unterschiedlichen Raumwiderstandsklassen
zugeordnet. Die Wertzuordnung bzw. Raumwiderstandseinstufung erfolgte insbesondere in Abhängigkeit vom
fachrechtlichen Schutzstatus der einzelnen schutzgutspezifischen Kriterien bzw. ihrer rechtlichen Bedeutung für
die Vorhabenszulassung sowie ihrer aus fach- oder gesamtplanerischen Zielsetzungen resultierenden Abwä-
gungsrelevanz.
Für jedes der 103 Vorhaben [1] wurde ein Tableau erarbeitet, in welchem die Bewertung der Auswirkungen auf
die einzelnen Schutzgüter und absehbare Konfliktschwerpunkte vertiefend dargestellt und geprüft wurde, ob sich
erhebliche Beeinträchtigungen von Natura 2000-Gebieten zum gegenwärtigen Planungsstand bereits ausschlie-
ßen lassen. Die FFH- Verträglichkeit bzw. ggf. das Vorliegen der Ausnahmegründe nach § 34 BNatSchG ist
nachzuweisen.
Die Tableaus sind dem Umweltbericht als Anlagen beigefügt.
Die Ergebnisse dieser Bewer-
tung sind in Tabellenform in Kap. 2.1.4.2 zusammengefasst. Nachfolgend werden methodische Aspekte der Prü-
fung dargelegt.
[1] Die Darstellung des Korridors der B 87n erfolgt nachrichtlich im LEP, jedoch stellt die Umsetzung einen be-
sonderen textlichen Grundsatz dar; daher erfolgt eine Einbeziehung in die Prüfung.

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
28
Insgesamt wurden vier Raumwiderstandskategorien unterschieden, deren Definition sich an den Empfehlungen
der Richtlinie für die Erstellung von Umweltverträglichkeitsstudien im Straßenbau RUVS (Entwurf 2009) orientiert:
I Raumwiderstand sehr hoch (Zulassungshemmnis):
In diese Raumwiderstandskategorie wurden umweltrelevante Flächen eingeordnet, deren fachrechtlicher Schutz-
status ein besonderes Zulassungshemmnis für das Vorhaben darstellt.
II Raumwiderstand hoch:
Diese Kategorie umfasst Flächen mit besonders schutzwürdigen Umweltqualitäten, welche grundsätzlich der
Abwägung zugänglich, hier jedoch von besonderer Entscheidungserheblichkeit sind.
III Raumwiderstand mittel bis hoch:
Diese Kategorie umfasst Flächen mit mittleren, über das Normalmaß hinausreichenden Umweltqualitäten, welche
im Rahmen der Abwägung zu berücksichtigen sind.
IV Raumwiderstand mittel (bis nachrangig):
Diese Kategorie umfasst alle weiteren Flächen mit durchschnittlichen Umweltqualitäten.
Die
FFH-Konfliktklassen
werden separat dargestellt. Alle Vorhaben mit einer erkennbaren FFH-Problematik
werden damit grundsätzlich in Konfliktklasse II gestuft. Alle Projekte mit einer unvermeidbaren direkten Betroffen-
heit von FFH-Gebieten werden in die Konfliktklasse I eingestuft. Die FFH- Verträglichkeit bzw. ggf das Vorliegen
der Ausnahmegründe nach § 34 BNatSchG ist auch auf nachfolgenden Planungsebenen entsprechend dem
zunehmenden Konkretisierungsgrad der Inhalte nachzuweisen.
Tabelle 2.1.4-2: Bewertungskriterien der vertiefenden Umweltprüfung der symbolhaften Festlegungen im
Bereich Verkehr
Kriterium
Konfliktträchtigkeit Umwelt
Zulas-
sungs-
hemm-
nis (I)
Hoch
(II)
Mittel –
hoch
(III)
Mit-
tel
(IV)
Schutzgut Flora, Fauna, Biodiversität
Natura-2000-Gebiete mit 500m-Puffer/ Wirkzone Straße
Zur Ableitung der Notwendigkeit einer FFH-VP oder FFH-VorP
Naturschutzgebiete mit 300 m-Puffer
Biotoptypenkartierung: Biotope sehr hoher Bedeutung
Alternativ: Vorranggebiete für Natur und Landschaft
Nationalpark
Naturpark (Kernzone)
Biosphärenreservat (Kernzone)
landesweit bedeutsame Biotopverbundbereiche
unzerschnittene Räume ab 70 qkm bis >100 qkm
(nur Zusatzinfo bei Großprojekten)
Biotoptypenkartierung hoher Bedeutung
Alternativ: Vorbehaltsgebiete für Natur und Landschaft
überregional bedeutsame Biotopverbundbereiche
Biosphärenreservat Zone 2
Böden mit besonderen Standorteigenschaften (Extremstandorte für Bio-
toppotenzial)
Biosphärenreservat Zone 3
Biotoptypenkartierung: Biotope mittlerer Bedeutung

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
29
Schutzgut Wasser
Grundwasser
Trinkwasserschutzzone I, Heilquellenschutzzone I bzw. A
Trinkwasserschutzzone II, Heilquellenschutzzone II
Grundwasserneubildung hoch (300 – 400 mm/a) und sehr hoch (>400)
Grundwasserneubildung mittel (101 – 300 mm/a)
Trinkwasserschutzzone III, Heilquellenschutzzone III bzw. B
Oberflächenwasser /Retention
Trinkwassertalsperren Schutzzone I
Binnenseen, Stauseen, Trinkwassertalsperren Schutzzone II, Teiche
Überschwemmungsgebiete (alle Rechtskategorien) und Auen
Trinkwassertalsperren Schutzzone III
Oberflächengewässer mit guter Strukturgüte St. 1 – 2 (2008)
Landschaftsbild
Gebiete mit einer sehr hohen landschaftlichen Erlebniswirksamkeit
Gebiete mit einer hohen landschaftlichen Erlebniswirksamkeit
Klima
1
/ Luft
Bioklimatisch und lufthygienisch wirksame Räume nach LPr 2003:
größere, zusammenhängende Waldflächen >1.000 ha
Dominierende starke Kaltluftflüsse
kleinere Waldgebiete unter 1.000 ha
Kaltluftstaugebiete
Boden
Böden mit sehr hoher und hoher Bodenfruchtbarkeit
Böden mit hohem Natürlichkeitsgrad / Seltene Böden
Böden mit mittlerer Bodenfruchtbarkeit
Mensch / Erholung
Siedlungsflächen / Wohnbauflächen (Wohnen/Gemischt/SO)
Außerörtliche Erholungsgebiete von Kurorten, Erholungsorten
Bereiche sehr hohen und hohen Potenzials für die Erholungsvorsorge
LSG, Naturpark ohne Kernzone
Kultur- und sonstige Sachgüter
historische Kulturlandschaften hoher Prägung
historische Kulturlandschaften mittlerer und mittlerer – hoher Prägung
Archäologische Fundstätten
regional bedeutsame kulturhistorische Einzelelemente (Meilensteine,
Bildstöcke etc.)
2.1.4.1 Vertiefende Prüfung der Festlegung von Trassen
Bei den folgenden aufgeführten Trassen, die im LEP 2013 zeichnerisch festgelegt sind, liegt eine Umwelt-
verträglichkeitsstudie vor. In den Fällen, in denen die Festlegung im LEP 2013 nicht der in der Umweltverträglich-
keitsprüfung bevorzugten und aus Umweltgesichtspunkten konfliktärmsten Trassenvariante entspricht, werden
aus Gründen der Nachvollziehbarkeit die Ergebnisse der Alternativenprüfung der Umweltverträglichkeitsprüfung
zusammengefasst tabellarisch wiedergegeben. Dabei bezeichnen die arabischen Ziffern den Rang der jeweiligen
1
insb. Lokalklima betrachtet

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
30
Trassenvariante hinsichtlich der Umweltverträglichkeit für das einzelne Schutzgut bzw. insgesamt. Erster Rang
bedeutet demnach aus ökologischer Sicht günstigste Lösung unter den untersuchten Varianten. Zudem werden
Gründe, warum bei der Festlegung im LEP 2013 von der Vorzugsvariante der UVS abgewichen wurde, festgehal-
ten. In den Fällen mit FFH-Relevanz werden die Ergebnisse der Beurteilung der FFH-Verträglichkeit in den Tabel-
len dokumentiert.
A72 AS Rötha (B95) - AK A 38/A 72 (BA 5.2)
Der Festlegung im LEP 2013 liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie zu Grunde, in der fünf Trassenführungen
untersucht wurden (Varianten 517, 519, 600, 620, 630). Vom Anschluss an die A 38 bis zur Querung der Einlauf-
mulde zum Rückhaltebecken Stöhna nutzen die Varianten 517, 519 und 630 weitgehend identisch die bestehen-
de Trasse der B 95. Variante 600 verläuft im Bereich Großdeuben/ Probstdeuben östlich der bestehenden B 95.
Variante 620 als östliche Alternative führt westlich des Störmthaler Sees entlang. Ab Querung der Einlaufmulde
zum Rückhaltebecken Stöhne verläuft die Variante 630 weiter auf der bestehenden Trasse der B 95, Variante 600
schwenkt weit nach Osten ein und quert das Röthaer Holz zum Teil nördlich der Neuen Gösel. Varianten 517 und
519 bleiben näher an der Trasse der B 95 und führen zwischen dieser und der Neuen Gösel entlang. Aus den
beiden ersten Rängen der Variantenprüfung wurde eine optimierte Trasse 691 erarbeitet. Die Festlegung im
LEP 2013 folgt dieser Vorzugsvariante der UVS. Umweltaspekte wurden bei der Festlegung umfassend berück-
sichtigt. Wesentliche Teile der Trasse liegen innerhalb des 500 m-Korridors um das SPA-Gebiet DE 4740-451
„Rückhaltebecken Stöhna“.
Aufbauend auf die Ergebnisse der FFH-Verträglichkeitsprüfung hält die UVS
fest, dass bei Umsetzung der vorgeschlagenen Schadensbegrenzungsmaßnahmen die vom Vorhaben
ausgehenden möglichen erheblichen Beeinträchtigungen der Schutz- und Erhaltungsziele vermieden
oder zumindest verringert werden können.
Auf nachfolgenden Planungsstufen sind somit Vermeidungs-/ Min-
derungs-, Schutzmaßnahmen zu konkretisieren, sodass keine erheblichen Umweltauswirkungen verursacht und
unvermeidbare Beeinträchtigungen durch Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege ausgegli-
chen bzw. ersetzt werden.
Autobahnamt Sachsen: Neubau der Bundesautobahn A 72 Abschnitt 5.2 Rötha – A 38, 12/2010;
Bearbeitung UVS: Plan T – Planungsgruppe Landschaft und Umwelt.
B 2 OU Bad Düben/ Wellaune
Der Festlegung liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie zu Grunde, in der drei Varianten vertiefend untersucht
wurden. Variante 1: östliche Umfahrung, Variante 2 / Variante 3: westliche Umfahrungen. Die Festlegung ent-
spricht mit einer geringen Abweichung im südlichen Bereich der Vorzugsvariante der UVS – Variante 1. Die Tras-
se liegt zu wesentlichen Anteilen innerhalb des 500 m-Korridors um das FFH-Gebiet DE 4340-302 „Vereinigte
Mulde und Muldeauen“ und des 500 m-Korridors um das SPA-Gebiet DE 4340-451 „Vereinigte Mulde“.
Die UVS
kommt aufbauend auf die FFH-Vorprüfungen aus dem Jahre 2008 zu dem Ergebnis, dass bei Umsetzung
der Variante 1 keine Beeinträchtigungen der gebietsspezifischen Erhaltungsziele im Sinne der Gefähr-
dung eines günstigen Erhaltungszustandes der für die Erhaltungsziele maßgeblichen Bestandteile zu
erwarten sind.
Umweltaspekte wurden damit bei der Festlegung umfassend berücksichtigt.
Straßenbauamt Leipzig: B 2 Leipzig – Wittenberg, Ortsumgehung Bad Düben/ Wellaune, 2007; Be-
arbeitung UVS: Delta – Plan GmbH; Bearbeitung SPA/FFH-Vorprüfung „Vereinigte Mulde und Mul-
deaue“, „Vereinigte Mulde“: Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen GmbH.
B 2 Ortsumgehung Krostitz/Krensitz
Der Festlegung im LEP 2013 liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie zu Grunde, in der drei Varianten mit Unterva-
rianten untersucht wurden. Variante 1 verläuft westlich, Variante 2 und 3 östlich von Krensitz. Variante 1 und 1A
unterscheiden sich in der Linienführung nördlich von Krensitz. Während Variante 1A bereits vor dem Abzweig zur
K 7444 auf die bestehende B 2 einschwenkt, schließt die Variante 1 erst nördlich des Abzweigs nach Kleinwölkau
an. Es ergibt sich aus Umweltsicht folgende Rangigkeit der Varianten:
Trasse/ Tras-
senvariante
Rangfolge der Varianten in Bezug auf die Umweltgüter
Rangfolge
Flora,
insgesamt
Fauna,
Biodiver-
sität
Bo-
den
Wasser
Klima
2
/
Luft
Land-
schaft
Mensch einschl. Gesund-
heit
Kultur- und
Sachgüter
GW
OW
Erho-
lungsfkt.
Wohnfkt.
Variante 1 2 k.A. k.A. 1 k.A. 2 2 k.A. 1 k.A.
Variante 1A
1
k.A.
k.A.
1
k.A.
1
1
k.A.
1
1
Variante 2 k.A. 1 1 k.A. 1 k.A. k.A. k.A. 1 k.A.
Variante 3 k.A. k.A. k.A. k.A. 1 k.A. k.A. 1
1 k.A.
Empfehlung der UVS: 1 A
Festlegung im LEP 2013: Die Festlegung folgt trotz der Empfehlung der UVS der Variante 1.
Gründe für Abweichung von ökologischer Vorzugsvariante: Das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Woh-
nungswesen hat mit Schreiben von 05.07. 2000 seine Zustimmung zur Variante 1/1A erteilt.
Straßenbauamt Torgau: B 2 Leipzig – Wittenberg, Neubau Ortsumgehung Krensitz, 1994; Bearbei-
tung UVS: VAC Verkehrsanlagenkonsult GmbH in ArGe mit Magdeburg-Consult GmbH
2
ins. Lokalklima betrachtet

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
31
B 6 Verlegung Dresden-Cossebaude
Der Festlegung liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie zu Grunde, in der vier Varianten vertiefend untersucht
wurden. Die Festlegung entspricht der Vorzugsvariante der UVS – Variante 1.1. Umweltaspekte wurden damit bei
der Festlegung umfassend berücksichtigt. Die Trasse liegt in Teilen innerhalb des 500 m-Korridors um die FFH-
Gebiete DE 4846-302 „Linkselbische Täler zwischen Dresden und Meißen“ und DE 4545-301 „Elbtal zwischen
Schöna und Mühlberg“ sowie innerhalb des 500 m-Korridors um die SPA-Gebiete DE 4545-452 „Elbtal zwischen
Schöna und Mühlberg“ und DE 4645-451 „Linkselbische Bachtäler“.
Die FFH-Verträglichkeitsstudie aus dem Jahre 2005 kommt zu dem Ergebnis, dass für das FFH-Gebiet DE
4846-302 „Linkselbische Täler zwischen Dresden und Meißen“ auch im Zusammenwirken mit anderen
Plänen und Programmen durch das Vorhaben keines der Erhaltungsziele erheblich beeinträchtigt wird.
Für die weitere Planung und die Durchführung der Baumaßnahme empfiehlt die FFH-VP bezüglich des Waldge-
bietes im Amselgrund die Ausweisung des Lebensraumtypenkomplexes 9110/9170 sowie etwa 15 m der Gehölz-
bestände unterhalb des Komplexes als Bautabuzone. Durch die Ausgrenzung der Bautabuzone soll eine Flächen-
inanspruchnahme des Komplexes sowie Beeinträchtigungen durch Waldrandanschnitt vermieden werden.
Die FFH-Vorprüfung konstatiert für das FFH-Gebiet DE 4545-301 „Elbtal zwischen Schöna und Mühlberg“,
dass nur für den Fall von Beeinträchtigungen von Austauschbeziehungen zum FFH-Gebiet „Linkselbische
Täler zwischen Dresden und Meißen“ eine Betroffenheit auftreten kann. Die FFH-Verträglichkeitsunter-
suchung und durchgeführte Sondergutachten stellten keine Austauschbeziehungen zwischen diesen
beiden Gebieten fest.
Die Voreinschätzung zur FFH-Verträglichkeit des Vorhabens mit den Schutz- und Erhaltungszielen des
SPA „Linkselbische Bachtäler“ (DE 4645-451) kommt zu dem Ergebnis, dass erhebliche Beeinträchtigun-
gen der Erhaltungsziele durch das Vorhaben nicht zu erwarten sind.
Bezüglich der Verträglichkeit mit den Schutz- und Erhaltungszielen des SPA-Gebietes DE 4545-452 „Elbtal
zwischen Schöna und Mühlberg“ ergibt sich auf Grund der bestehenden Vorbelastungen am neuen Tras-
senstandort und dem Umstand, dass die neue Linienführung ferner zum SPA-Gebiet zum Liegen kommt,
keine Relevanz aus dem Vorhaben.
Auf nachfolgenden Planungsstufen sind Vermeidungs-/ Minderungs-, Schutzmaßnahmen zu entwickeln, sodass
keine erheblichen Umweltauswirkungen verursacht und unvermeidbare Beeinträchtigungen durch Maßnahmen
des Naturschutzes und der Landschaftspflege ausgeglichen bzw. ersetzt werden.
Straßenbauamt Meißen-Dresden: B 6 Verlegung Dresden-Cossebaude, 09/2009; Bearbeitung UVS,
11/2004, FFH-VP, 12/2005, Voreinschätzung Verträglichkeit hinsichtlich SPA DE 4645-451, 05/2012:
Plan T Planungsgruppe Landschaft und Umwelt.
B 7 Verlegung nördlich Frohburg
Der Festlegung im LEP 2013 liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie zu Grunde, in der vier Varianten untersucht
wurden. Variante 1 verläuft nördlich von Bubendorf, Variante 2 und 4 zwischen Bubendorf und Benndorf, Variante
3 südlich von Benndorf. Die Festlegung im LEP 2013 entspricht der ökologischen Vorzugsvariante 4. Umweltas-
pekte wurden damit bei der Festlegung umfassend berücksichtigt.
Die Trasse quert das FFH-Gebiet DE 4840-302 „Whyraaue und Frohburger Streitwald“ und liegt mit einem Ab-
schnitt innerhalb des 500 m-Korridors um das SPA-Gebiet DE 4941-451 „Eschefelder Teiche“.
Die UVS kommt
aufbauend auf die FFH-VP zu dem Ergebnis, dass Auswirkungen auf die Natura 2000-Gebiete für alle
Trassenvarianten zu erwarten sind. Für die Varianten 2 und 4 lassen sich diese Auswirkungen durch
Schadensbegrenzungsmaßnahmen, neben dem Rückbau der bestehenden B7 zwischen B95 und dem
Deutschen Holz als zentrale Maßnahme, unter die Erheblichkeitsschwelle führen.
Auf nachfolgenden Pla-
nungsstufen sind also Vermeidungs-/ Minderungs-, Schutzmaßnahmen zu entwickeln, sodass keine erheblichen
Umweltauswirkungen verursacht und unvermeidbare Beeinträchtigungen durch Maßnahmen des Naturschutzes
und der Landschaftspflege ausgeglichen bzw. ersetzt werden.
Autobahnamt Sachsen: B 7 Nettetal - Rochlitz, Abschnitt Altenburg Frohburg - Unterlagen zur Lini-
enbestimmung, 05/2005;
Bearbeitung UVS: pro Dresden - Planungsgesellschaft für Raumordnung und Oekologie STREU-
BEL-SEIFERT-SOMMER GbR.

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
32
B 95 Ortsumgehung Burkhardtsdorf
Der Festlegung liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie zu Grunde, in der drei Varianten mit Untervarianten vertie-
fend untersucht wurden. Die Studie kommt zum Schluss, dass bei allen Varianten erhebliche Umweltauswirkun-
gen entstehen, jedoch Variante 3.1 gefolgt von 3.2 als die besten Lösungen erscheinen. Diese unterscheiden sich
nicht in der Linienführung, sondern vor allem hinsichtlich der Trassierungselemente nördlich der Zwönitz. Die
Festlegung im LEP 2013 entspricht der Linienführung der Varianten 3.1/3.2. Umweltaspekte wurden damit bei der
Festlegung umfassend berücksichtigt.
Straßenbauamt Chemnitz: B 95 Oberwiesenthal – Großdeuben, Ortsumgehung Burkhardtsdorf,
01/1997; Bearbeitung UVS: INGENIEUR-CONSULT HAAS & PARTNER GmbH.
B 96 Ortsumgehung Hoyerswerda/Wojerecy
Der Festlegung im LEP 2013 liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie zu Grunde, in der drei Varianten untersucht
wurden. Varianten 1 und 2 umgehen das Gewerbegebiet Industriegelände siedlungsferner und schließen östlicher
an die B 97 an, Variante 3 führt westlich zwischen o.g. Gewerbegebiet und Hoyerswerda
/Wojerecy
-Neustadt
unter weitgehender Nutzung bestehender Trassen. Es ergibt sich aus Umweltsicht folgende Rangigkeit der Varian-
ten:
Trasse/
Trassen-
variante
Rangfolge der Varianten in Bezug auf die Umweltgüter
Rangfolge
Flora, Fauna,
insgesamt
Biodiversität
Boden
Wasser
Klima
3
/
Luft
Landschaft
Mensch einschl.
Gesundheit
Kultur- und
Sachgüter
GW
OW
-bild
Erhol-
ung
Variante 1
3
3
3
3
3
3
3
1
1
3
Variante 2
2
2
2
1
2
1
2
1
2
2
Variante 3
1
1
1
1
1
2
1
3
3
1
Empfehlung der UVS: Variante 3; wegen ihrer Ortsnähe wird aber eingeräumt, dass sie als Entlastung im Sinne
einer Ortsumgehung nur bedingt wirksam werden wird.
Festlegung im LEP 2013: Die Festlegung folgt Variante 2.
Die Trasse schneidet jeweils knapp in die 500 m-Korridore um die SPA-Gebiete DE 4450-451 „Bergbaufolgeland-
schaft bei Hoyerswerda/Wojerecy“ und DE 4551-451 „Spannteich Knappenrode“ ein. Das FFH-Gebiet DE 4551-
301 „Spannteich Knappenrode“ liegt in ca. 1,5 km Entfernung zum Vorhaben.
Für alle drei Natura 2000-Gebiete
konstatiert die FFH-Vorprüfung, dass die Maßnahme nicht zu Auswirkungen führt, die geeignet sind, die
Erhaltungsziele der Gebiete erheblich beeinträchtigen zu können.
Die betrachteten Summationswirkungen in
Verbindung mit weiteren Plänen und Programmen werden ebenfalls als nicht erheblich für die Erhaltungsziele
eingeschätzt. Auf nachfolgenden Planungsstufen sind Vermeidungs-/ Minderungs-, Schutzmaßnahmen zu entwi-
ckeln, sodass keine erheblichen Umweltauswirkungen verursacht und unvermeidbare Beeinträchtigungen durch
Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege ausgeglichen bzw. ersetzt werden. Die Trassierung
greift randlich in einen der in Karte 5 festgelegten „Unzerschnittenen verkehrsarmen Räume“ (UZVR) ein. Um
Zerschneidungswirkungen zu vermeiden, ist auf nachgeordneten Planungsstufen ein Konzept zur Erhaltung be-
stehender Vernetzungsbeziehungen für Arten und Lebensraumfunktionen zu entwickeln und sind vernetzungsre-
levante Bauwerke in Lage und Höhe nach naturschutzrechtlichen Belangen sowie anderweitig für die Dimensio-
nierung ausschlaggebender Aspekte (Hochwasserschutz, Bodenverhältnisse) auszugestalten.
Gründe für Abweichung von ökologischer Vorzugsvariante: Variante 2 wird der verkehrlichen Zielstellung am
besten gerecht (gute Entlastungswirkung, gute Verkehrswirksamkeit). Eine sehr gute Gewerbegebietsanbindung
ist nur bei Variante 2 möglich. Die zielgerechte Beseitigung des vorhandenen Bahnübergangs ist nur im Zuge der
Variante 2 sinnvoll umsetzbar. Variante 2 ist deutlich kostengünstiger als Variante 3.
Straßenbauamt Meißen, B 96 Ortsumgehung Hoyerswerda/Wojerecy – Vorplanung, 02/2004; Bear-
beitung UVS: LandschaftsArchitektur Petzold
3
insb. Lokalklima betrachtet

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
33
B 101/173 OU Freiberg
Der Festlegung liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie zu Grunde, in der 5 Varianten (1, 2, 3, 4 und 5) mit Unter-
varianten geprüft wurden. Variante 4 ist die Günstigste in der ökologischen Risikoeinschätzung, gefolgt von Vari-
ante 3. Da Variante 4 der Zielstellung einer Ortsumgehung nicht gerecht wird, wird Variante 3 als ökologische
Vorzugsvariante vorgeschlagen. Die Festlegung des LEP 2013 entspricht der Vorzugsvariante 3 der UVS. Um-
weltaspekte wurden damit bei der Festlegung berücksichtigt.
Das Vorhaben wurde mit Beschluss vom 24.02.2010 planfestgestellt. Mit Urteil vom 14.07.2011 des Bundesver-
waltungsgerichts darf der Planfeststellungsbeschluss vorbehaltlich eines von der Planfeststellungsbehörde durch-
zuführenden ergänzenden Verfahrens zunächst nicht umgesetzt werden. Die Trasse liegt abschnittsweise inner-
halb des 500 m -Korridors um die FFH-Gebiete DE 5045-301 „Freiberger Bergwerksteiche“ sowie DE 4945-303
„Schwermetallhalden“ bei Freiberg. Das FFH-Gebiet DE 4945-301 „Oberes Freiberger Muldetal“ wird gequert.
Aufbauend auf die Ergebnisse der FFH-VP hält die UVS fest, dass erhebliche Beeinträchtigungen der
Schutz- und Erhaltungsziele sowie weiterer maßgeblicher Gebietsbestandteile projektbedingt wie auch
unter Berücksichtigung möglicher Summationswirkungen mit anderen Plänen oder Projekten nicht fest-
zustellen sind, wenn die vorgeschlagenen Schadensbegrenzungsmaßnahmen umgesetzt werden.
Auf
nachfolgenden Planungsstufen sind Vermeidungs-/ Minderungs-, Schutzmaßnahmen zu konkretisieren, sodass
keine erheblichen Umweltauswirkungen verursacht und unvermeidbare Beeinträchtigungen durch Maßnahmen
des Naturschutzes und der Landschaftspflege ausgeglichen bzw. ersetzt werden.
Straßenbauamt Chemnitz: Vorplanung B 101/173 OU Freiberg, 06/2008; Bearbeitung UVS: Ingeni-
eurbüro H. P. Gauff Ingenieure GmbH & Co. 1999.
B 101 Verlegung in Aue
Im Rahmen der Umweltverträglichkeitsstudie zum City-Ring Aue wurden 3 Varianten (mit Untervarianten) vertieft
untersucht, nachdem die Varianten 4 und 5 als nicht zielführende Alternativen aus der Betrachtung entfielen. Als
umweltverträglichste Trasse wird Variante 1 eingestuft. Die Festlegung im LEP 2013 deckt sich zu wesentlichen
Anteilen mit Variante 1 bzw. stellt eine Teilmenge davon dar. Allerdings erfolgt der nordwestliche Anschluss an
die bestehende B 169 abweichend davon im Bereich des nördlichen Widerlagers der Bahnhofsbrücke. Eine deut-
liche Abweichung von allen geprüften Trassenvarianten stellt der Anschluss an die bestehende B 101 durch die
Trassenführung zwischen Querung des Schwarzwassers und dem Bereich am Amtsgericht dar.
Gründe für Abweichung von ökologischer Vorzugsvariante: Der nordwestliche Anschluss an die B 169 erfolgte im
Hinblick auf die Nutzung der vorhandenen Brücke über die Zwickauer Mulde und die Anlagen der Deutschen
Bahn im Zuge der B 169 (Bahnhofsbrücke) und den Verzicht auf ein zweites Brückenbauwerk. Dieses wurde
infolge aktueller Prognosezahlen zur Verkehrsentwicklung möglich. Zwischen Schwarzwasser und Amtsgericht
wurde eine direkte Trassenführung unter Vermeidung zu enger Radien (r = 35 m in Vorplanung) und einer auf-
wändigen Knotenpunktgestaltung im bebauten Bereich gewählt. Dadurch wurden massive Eingriffe durch Gebäu-
deabbrüche in die Bebauung im Umfeld der Roten Kirche vermieden. Die Bebauung hat sich inzwischen noch
verdichtet. Es wurde eine Verbesserung der Einpassung der Trasse in das städtebauliche Umfeld erreicht.
Umweltaspekte wurden bei der Festlegung berücksichtigt.
Straßenbauamt Zwickau: B 101 City-Ring Aue; 02/1995; Bearbeitung UVS: Büro ASP – Architektur,
Stadt- und Landschafts-Planung GmbH.
B 107 OU Grimma (3.BA)
Der Festlegung liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie zu Grunde, in der drei Varianten – I „bestandsnahe Nullva-
riante“, II – „Klosterholzvariante“, und III „Bahndammvariante“ vertieft untersucht wurden. Die Festlegung im
LEP 2013 entspricht der ökologischen Vorzugsvariante III. Umweltaspekte wurden damit bei der Festlegung um-
fassend berücksichtigt.
Straßenbauamt Chemnitz: B 107 Chemnitz – Pritzwalk, OU Grimma, Variantenuntersuchung; Bear-
beitung UVS: Froelich & Sporbeck GmbH & Co. KG, Umweltplanung und Beratung, 2006.
B 107 Ebersdorf (B 169) - Südverbund Chemnitz (S 236): 1. BA Südverbund Chemnitz (S 236)-B 173
und
B 107 Ebersdorf (B 169) - Südverbund Chemnitz (S 236): 2. BA B 173 - Ebersdorf (B 169)
In der Umweltverträglichkeitsstudie, die den Bereich von Bauabschnitt 1 und 2 vom Südverbund Chemnitz bis zur
K 6104 abdeckt, wurden drei Trassenvarianten mit Untervarianten untersucht (Varianten 1, 1A, 1B, 1C, 2, 3). Die
Festlegung im LEP 2013 kommt der Vorzugsvariante des UVS, Variante 1 mit Untervariante 1A sehr nahe. Der
Abschnitt von K 6104 bis Erdbeersiedlung wird von der UVS zum Vorhaben B 107 A4-Ebersdorf (B169) abge-
deckt. Hier entspricht die Trasse im LEP 2013 der Vorzugstrasse dieser UVS. Umweltaspekte wurden damit be-
rücksichtigt.
Stadt Chemnitz: Südverbund – Abschnitt Augustusburger Straße bis Frankenberger Straße, 2003;
Bearbeitung UVS: PRO DRESDEN Streubelt – Seifert – Sommer GbR, 1997;
Straßenbauamt Chemnitz: B 169 Cottbus/Chóśebuz – Plauen, B 169, A 4 (AS Chemnitz-Ost) –
Chemnitz, 10/2000;
Bearbeitung UVS: SLG Ingenieurbüro für Umweltschutz und Projektierung GmbH.

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
34
B 156 OU Malschwitz/Niedergurig/Malešecy/Delnja Hórka
Der Festlegung im LEP 2013 liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie zu Grunde, in der fünf Trassenvarianten
vertiefend untersucht wurden. Die Festlegung im LEP 2013 entspricht der Vorzugsvariante des UVS - Variante B.
Umweltaspekte wurden damit umfassend berücksichtigt. Die Trasse liegt zu wesentlichen Teilen innerhalb des
SPA-Gebiets DE 4752-452 „Spreeniederung Malschwitz/Malešecy“ und schneidet in den 500 m-Korridor um das
FFH-Gebiet DE 4752-302 „Spreeniederung Malschwitz/Malešecy“.
Die UVS kommt zu der Einschätzung, dass
die zu erwartenden Konflikte mit den Schutz- und Erhaltungszielen bei Variante B für FFH-Gebiet „Spree-
niederung Malschwitz/Malešecy“ bei Umsetzung der vorgeschlagenen Minderungsmaßnahmen zu keinen
erheblichen Beeinträchtigungen führen werden. Aufbauend auf die SPA-Verträglichkeitsprüfung hält die
UVS fest, dass die Erhaltungsziele des SPA-Gebiets „Spreeniederung Malschwitz/Malešecy“ nicht erheb-
lich beeinträchtigt werden, da überwiegend bereits vorbelastete Flächen genutzt werden.
Im Beteiligungsverfahren zum LEP ist eine Vielzahl von Stellungnahmen mit Verweisen auf die sehr hohe um-
weltbezogene Konfliktträchtigkeit des Vorhabens eingegangen. Den Anregungen, Hinweise und Bedenken zum
Vorhaben wurde ausgehend vom Ergebnis der vorliegenden UVS, insbesondere hinsichtlich einer Änderung der
Festlegung, nicht gefolgt. Auf nachfolgenden Planungsstufen sind aber Vermeidungs-/ Minderungs-, Schutzmaß-
nahmen zu konkretisieren, sodass keine erheblichen Umweltauswirkungen verursacht und unvermeidbare Beein-
trächtigungen durch Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege ausgeglichen bzw. ersetzt wer-
den.
Straßenbauamt Bautzen/Budyšin: B 156 Ortsumgehung Niedergurig/Delnja Hórka, Vorplanung,
09/2009; Bearbeitung UVS: Landschaftsarchitekturbüro Schütze und Partner
B 169 3.BA B 6
– Salbitz
Der Festlegung liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie zu Grunde, in der in Abschnitt I eine Variante und in Ab-
schnitt II drei Varianten (Variante 1 mit den Untervarianten 1a, 1b, 1c und Variante 2 und 3) vertiefend untersucht
wurden. Die Festlegung entspricht der Vorzugsvariante der UVS – Variante 1. Die Trasse quert das FFH-Gebiet
DE 4645-301 „Jahnaniederung“ und das SPA-Gebiet DE 4645-301 „Linkselbische Bachtäler“.
In der SPA-/FFH-
Verträglichkeitsprüfung der Variante 1 wird eine Verträglichkeit mit den Erhaltungszielen der o.g. Schutz-
gebiete konstatiert.
Umweltaspekte wurden damit bei der Festlegung umfassend berücksichtigt.
Straßenbauämter Döbeln und Meißen: B 169 Riesa Salbitz – 08/95; Bearbeitung UVS: Planungsbüro
Cochet+Schwarz, 1991.
B 172 Ortsumgehung Pirna 3. BA
In der Umweltverträglichkeitsstudie wurden vier Varianten untersucht. Die zu bestimmende Variante und die Vari-
anten 1 und 3 verlaufen stadtfern südlich von Pirna, Variante 2 ist eine zentrumsnahe Umgehung. Es ergibt sich
aus Umweltsicht folgende Rangigkeit der Varianten:
Trasse/ Trassen-
variante
Rangfolge der Varianten in Bezug auf die Umweltgüter
Rangfolge
Flora,
insgesamt
Fauna,
Biodiver-
sität
Boden
Wasser
Klima
4
/
Luft
Land-
schaft
Mensch einschl. Ge-
sundheit
Kultur- und
Sachgüter
GW
OW
Erho-
lungsfkt.
Wohnfkt.
Variante 1
3
3
3
2
3
3
3
2
1
3
Variante 2
1
1
1
3
1
1
1
3
3
1
Variante 3
2
2
2
1
2
2
2
1
2
2
Zu
bestimmende
Variante
4 3 3 2 3 3 3 1 1
3
Empfehlung der UVS: Variante 2
Festlegung im LEP 2013: Die Festlegung folgt weitestgehend der Variante 3 zuzüglich einer Veränderung im
östlichen Anschlussbereich.
Die Trasse quert das FFH-Gebiet DE 5049-302 „Gottleubatal und angrenzende Laubwälder“. Die FFH-
Verträglichkeitsprüfung kommt für Variante 3 zu dem Ergebnis, dass mit Blick auf Fischotter, Großes Mausohr,
Kleine Hufeisennase, Mopsfledermaus, Bechsteinfledermaus und Westgroppe erhebliche Konflikte zu erwarten
sind. Diese können aber durch entsprechende Schadensbegrenzungsmaßnahmen, wie Anlage von Querungs-
bauwerken für Fledermäuse, Gewässerschutzmaßnahmen, Ausweisung von Bautabuzonen etc., unter die Erheb-
lichkeitsschwelle geführt werden. Auch im Zusammenwirken mit anderen Plänen und Projekten (Verlegung S
174) verblieben keine erheblichen Beeinträchtigungen für das FFH-Gebiet „Gottleubatal und angrenzende Laub-
wälder“. Für die SCI „Seidewitztal und Börnersdorfer Bach“ und „Bahrebachtal“, die sich in 700 m und 2.100 m
Distanz befinden,
konstatieren die FFH-Vorprüfungen, dass direkte Betroffenheiten ausgeschlossen wer-
den können. Für Arten mit großem Aktionsradius (Fischotter, Großes Mausohr und Kleine Hufeisennase)
sind Beeinträchtigungen von gebietsübergreifenden räumlich-funktionalen Beziehungen möglich. Diese
sind aber durch die in der FFH-Verträglichkeitsuntersuchung für das SCI „Gottleubatal und angrenzende
Laubwälder“ benannten Maßnahmen zur Schadensbegrenzung soweit vermeidbar, dass keine erhebli-
chen Beeinträchtigungen verbleiben.
4
insb. Lokalklima betrachtet

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
35
Auf nachfolgenden Planungsstufen sind also Vermeidungs-/ Minderungs-, Schutzmaßnahmen zu entwickeln,
sodass keine erheblichen Umweltauswirkungen verursacht und unvermeidbare Beeinträchtigungen durch Maß-
nahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege ausgeglichen bzw. ersetzt werden.
Gründe für Abweichung von ökologischer Vorzugsvariante: Variante 2 stellt im Hinblick auf die Funktion Wohnen
und Wohnumfeld, einschließlich des Lärmschutzes, die ungünstigste Lösung dar. Sie kann die verkehrlichen
Anforderungen an eine Ortsumgehung nicht erfüllen. Der Innenstadtbereich von Pirna würde insgesamt höher
belastet. Im Ergebnis der geführten Untersuchungen zum Hochwasserschutz für die Stadt Pirna ist festzustellen,
dass die Realisierung des Hochwasserschutzkonzeptes eine Führung der B 172 gemäß Variante 2 ausschließt.
Straßenbauamt Dresden, B 172 Ortsumgehung Pirna 3. Bauabschnitt 11/1999; Bearbeitung UVS:
Froelich und Sporbeck Landschafts- und Ortsplanung, Umweltplanung; Bearbeitung FFH-VP, FFH-
Vorprüfungen: Plan T Planungsgruppe Umwelt und Landschaft.
B 173 Ortsumgehung Flöha
In der Umweltverträglichkeitsstudie wurden fünf Varianten untersucht. Dabei handelt es sich um die drei Nordvari-
anten 1, 5 und 7, wobei Variante 1 durch ortsnähere Führung deutlich kürzer als Varianten 5 und 7 ausfällt. Die
beiden Südvarianten S1 und S2 verlaufen zwischen Flöha und Plaue und unterscheiden sich lediglich im Bereich
westlich der Alten Baumwolle. Hier umfährt Variante S1 das Siedlungsgebiet zwischen Bahntrasse und Zschopau
südlich des Gewässerlaufes und trifft im Bereich des Bahnhofes wieder auf die gemeinsame Trassenführung. S2
bleibt dagegen beim bahntrassenparallelen Verlauf. Es ergeben sich aus Umweltsicht folgende Rangigkeit der
Varianten:
Trasse/
Trassen-
variante
Rangfolge der Varianten in Bezug auf die Umweltgüter
Rangfolge
Flora, Fauna,
insgesamt
Biodiversität
Boden
Wasser
Klima
5
/
Luft
Land-
schaft
Mensch einschl. Ge-
sundheit
Kultur- und
Sachgüter
GW
OW
Erho-
lungsfkt.
Wohnfkt.
Variante 1 1 1 1 2 1 2 3 3 3
1
Variante 5 2 2 4 1 3 2 1 3 1
4
Variante 7 1 1 3 3 2 1 2 3 2
2
Variante
S1
2 2 2 3 4 2 4 1 5
5
Variante
S2
1 2 1 3 4 1 4 2 4
3
Empfehlung der UVS: Variante 1
Festlegung im LEP 2013: Die Festlegung folgt trotz der Empfehlung der UVS der Variante S2, bzw. ist ein Teil
dieser Trassierung.
Die Trasse quert das FFH-Gebiet DE 5144-301 „Flöhatal“.
Die FFH-Verträglichkeitsuntersuchung kommt zu
dem Ergebnis, dass bezüglich anlage- und betriebsbedingter Wirkungen keine erheblichen Beeinträchti-
gungen der Erhaltungsziele zu erwarten sind. Für baubedingte Wirkungen lassen sich die Beeinträchti-
gungen durch entsprechende Schadensbegrenzungsmaßnahmen unter die Erheblichkeitsschwelle sen-
ken
.
Für das SCI DE 4946-302 „Separate Fledermausquartiere – Chemnitz und Freiberg“, das sich mit Teilbe-
reichen in einer Distanz von ca. 1.500 m zum Vorhaben befindet, prognostiziert die FFH-VP ebenfalls le-
diglich aus baubedingten Wirkungen erhebliche Beeinträchtigungen, die aber durch entsprechende
Schadensbegrenzungsmaßnahmen unter die Erheblichkeitsschwelle zu führen sind.
Es wurden außerdem
keine erheblichen kumulativen Wirkungen aus weiteren Plänen und Projekten identifiziert.
Das Vorhaben wurde im Dezember 2007 planfestgestellt. Gegen den Planfeststellungsbeschluss wurde durch
Umweltverbände Klage eingereicht. Als Ergebnis eines Vergleichs soll die Querung des Flöhatals neu beplant
werden. In diesem Sinne sind auf nachfolgenden Planungsstufen Vermeidungs-/ Minderungs-, Schutzmaßnah-
men zu entwickeln, sodass keine erheblichen Umweltauswirkungen verursacht und unvermeidbare Beeinträchti-
gungen durch Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege ausgeglichen bzw. ersetzt werden.
Gründe für Abweichung von ökologischer Vorzugsvariante: Die bestehenden verkehrlichen Engpässe sowohl der
B 173 als auch der B 180 können nur mit Variante S2 beseitigt werden.
Straßenbauamt Chemnitz: B 173 Ortsumgehung Flöha – Unterlagen zur Linienbestimmung, 07/1995;
Bearbeitung UVS: Ingenieur-Consult Haas & Partner GmbH; FFH-VP: trias Planungsgruppe,
04/2005.
5
insb. Lokalklima betrachtet

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
36
B 173 Plauen – A 72
Der Festlegung liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie zu Grunde, in der vier Varianten (1, 2, 3 und 4) zur Ausbil-
dung des Knotenpunktes B 173/ S 312/ K 6605 sowie die konfliktärmste Verbreiterungsrichtung der bisher zwei-
spurigen B 173 vertiefend untersucht wurden. Die Festlegung entspricht der Empfehlung der UVS: Knotenpunkt
Variante 4.
Umweltaspekte wurden damit bei der Festlegung umfassend berücksichtigt. Die Trasse liegt zur Hälfte innerhalb
des 500 m-Korridors um das FFH-Gebiet DE 5439-302 „Unteres Friesenbachgebiet“.
Die UVS kommt aufbau-
end auf die FFH-Verträglichkeits-Vorprüfung aus dem Jahre 2002 zu dem Ergebnis, dass keine nachhalti-
gen Auswirkungen oder Verschlechterungen für das o.g. Natura 2000-Gebiet bei Umsetzung der geplan-
ten Vermeidungsmaßnahmen zu erwarten sind.
Auf nachfolgenden Planungsstufen sind also Vermeidungs-/
Minderungs-, Schutzmaßnahmen zu konkretisieren, sodass keine erheblichen Umweltauswirkungen verursacht
und unvermeidbare Beeinträchtigungen durch Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege ausge-
glichen bzw. ersetzt werden.
Straßenbauamt Plauen: B 173, Plauen – A 72, AS Plauen Ost (2.Fahrbahn) – Vorplanung, 01/2003;
Bearbeitung UVS: EIBS Entwurfs- und Ingenieurbüro für Straßenwesen GmbH.
B 178 A4 Nostitz/Nosaćicy
Der Festlegung der Trassenführung der B 178-A4-Nostitz/Nosaćicy liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie zu
Grunde, in der für die Verbindung - Weissenberg in drei Planungsabschnitten etwa 15 Alternativen für Teilstre-
cken verglichen wurden. Im Bereich von Nostitz/Nosaćicy bis zur A 4 waren es drei Varianten. Die Festlegung der
Trasse im LEP 2013 entspricht mit leichten Abweichungen der Vorzugsvariante der UVS – Variante 4.2/1 bzw.
der im Rahmen der Optimierung hinsichtlich der FFH-Verträglichkeit erarbeiteten, in Teilen alternativen, Trassie-
rung. Umweltaspekte wurden damit bei der Festlegung umfassend berücksichtigt. Die Trasse liegt zu wesentli-
chen Teilen innerhalb des SPA-Gebietes DE 4753-451 „Feldgebiete in der östlichen Lausitz“ und quert das FFH-
Gebiet DE 4753-302 „Täler um Weißenberg“.
Die FFH-VP kommt zum Ergebnis, dass mit erheblichen Kon-
flikten bezüglich Ortolan, Grauammer, Eisvogel und Schwarzspecht zu rechnen ist. Diese können aber
durch entsprechende Schadensbegrenzungsmaßnahmen, wie abschnittsweise Einschnittslage der Tras-
se, Einsatz offenporigen Asphalts etc., unter die Erheblichkeitsschwelle geführt werden.
Zudem quert das
Vorhaben das FFH-Gebiet DE 4753-302 „Täler um Weißenberg“.
Die Verträglichkeitsuntersuchung stellt fest,
dass bei Anwendung der entsprechenden Schadensbegrenzungsmaßnahmen es zu keinen erheblichen
Beeinträchtigungen der Erhaltungsziele des FFH-Gebietes „Täler um Weißenberg“ kommen wird
. Schließ-
lich kommt das Vorhaben zum Teil innerhalb des 500 m-Korridors um das FFH-Gebiet DE 4753-303 „Basalt- und
Phonolithkuppen der östlichen Oberlausitz“ zum Liegen.
Die FFH-VP kommt auch für dieses FFH-Gebiet zum
Ergebnis, dass unter Berücksichtigung der festgelegten Schadensbegrenzungsmaßnahmen für das Gro-
ße Mausohr keine erheblichen Beeinträchtigungen der Erhaltungsziele zu erwarten sind
. Nach den Unter-
suchungen potenzieller kumulativer Wirkungen aus weiteren Plänen und Projekten wurden für die drei Natura
2000-Gebiete keine erheblichen Beeinträchtigungen konstatiert. Es sind auf nachfolgenden Planungsstufen Ver-
meidungs-/ Minderungs-, Schutzmaßnahmen zu entwickeln, sodass keine erheblichen Umweltauswirkungen
verursacht und unvermeidbare Beeinträchtigungen durch Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschafts-
pflege ausgeglichen bzw. ersetzt werden.
Straßenbauamt Bautzen/Budyšin: B 178 Verlegung Zittau-Weißenberg/ A4, 05/1994; Bearbeitung
UVS: Arbeitsgemeinschaft der Büros für Landschaftsplanung Dorothea Roggan, Ulrich Haag und
Ökoplan GmbH, FFH-VP SPA DE 4753-451: Plan T Planungsgruppe Landschaft und Umwelt
03/2009, FFH-VP SCI DE 4753-302, DE 4753-303: trias Planungsgruppe, 04/2009.
B 178 Niederoderwitz
– Zittau
Der Festlegung der Trassenführung der B 178 im Bereich Niederoderwitz – Oberseifersdorf liegt eine Umweltver-
träglichkeitsstudie zu Grunde, in der für die Verbindung Zittau-Weissenberg in drei Planungsabschnitten etwa 15
Alternativen für Teilstrecken verglichen wurden. Im Bereich von Niederoderwitz – Oberseifersdorf waren es zwei
Varianten. Die Festlegung des LEP 2013 entspricht der Vorzugsvariante der UVS – Variante 2.1. Umweltaspekte
wurden damit bei der Festlegung umfassend berücksichtigt.
Straßenbauamt Bautzen/Budyšin: B 178 Verlegung Zittau-Weißenberg/ A4, 05/1994; Bearbeitung
UVS: Arbeitsgemeinschaft der Büros für Landschaftsplanung Dorothea Roggan, Ulrich Haag und
Ökoplan GmbH.
B 180 Ortsumgehung Thalheim
Der Festlegung liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie zu Grunde, in der drei Varianten mit Untervarianten vertie-
fend untersucht wurden. Die Festlegung entspricht der Vorzugsvariante der UVS – Variante 2 B. Umweltaspekte
wurden bei der Festlegung umfassend berücksichtigt.
Straßenbauamt Zwickau: B 180 - Ortsumfahrung Thalheim, 03/2000; Bearbeitung UVS: Chemnitz
Dorsch Consult Ingenieurgesellschaft mbH.

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
37
B 181 A 9 – Stadtgrenze Leipzig
Im Ergebnis eines Raumordnungsverfahrens mit integrierter UVS wurde 1994 der 4-streifige Ausbau der B 181
als raumordnerisch günstigste Variante festgestellt. Eine südliche Verlegung der B 181 wurde hinsichtlich der
Umweltverträglichkeit als kritischer beurteilt, insgesamt jedoch als möglich erachtet. In den Folgejahren ergaben
die Planungen des Straßenbauamtes, dass ein Ausbau der B 181 im Bereich Dölzig aufgrund der bestehenden
straßennahen Bebauungen und der immissionsschutzrechtlichen Grenzwertüberschreitungen nicht durchführbar
sei. Die nunmehr verfolgte südliche Umfahrung von Dölzig nutzt in den landschaftlich sensiblen Bereich der
Zschampertaue jedoch weitgehend die bestehende Trasse. Das Zielabweichungsverfahren zur kleinräumigen
Abweichung vom Regionalen Grünzug und Vorranggebiet für Natur und Landschaft des Regionalplanes West-
sachsen endete positiv.
Die FFH-Verträglichkeitsprüfung weist eine Verträglichkeit der südlichen Linienfüh-
rung mit dem FFH-Gebiet „Bienitz und Moormergelgebiet“ aus, da eine bau- und anlagebedingte Inan-
spruchnahme von Lebensraumtypen bis auf 0,5 % der mageren Frischwiesen und 0,16 % der feuchten
Hochstaudenfluren vermieden werden kann
.
Der LEP 2013 weist die bereits im Regionalplan Westsachsen ausgewiesene Trasse des Zielabweichungsverfah-
rens aus.
Zielabweichungsverfahren gemäß § 17 SächsLPlG vom 13.10.2006; Landschaftspflegerischer Be-
gleitplan des Vorentwurfs vom 15.09.2004
S 84 Neubau Niederwartha
– Meißen 2. BA; Teil 2
Für den Abschnitt Niederwartha-Meißen der Verbindung Meißen-Dresden wurden vier Varianten (1, 2, 3 und I) mit
Untervarianten untersucht. Alle Varianten beziehen eine Elbquerung bei Niederwartha ein. Die bahnparallele
Variante I stellt aus straßenbautechnischen und städtebaulichen Gründen keine realistische Alternative mehr dar
und war daher trotz ihrer höheren Umweltverträglichkeit nicht zu berücksichtigen. Die Festlegung ist Teil der öko-
logischen Vorzugsvariante 3. Umweltaspekte wurden bei der Festlegung umfassend berücksichtigt.
Straßenbauamt Meißen: S 84 Neubau Niederwartha-Meißen – Umweltverträglichkeitsstudie,
06/2002; Bearbeitung UVS: Kühfuss und Partner Landschaftsarchitektur und Umweltplanung, Dres-
den.
S 84 Neubau Niederwartha
– Meißen 3. BA
Der Festlegung im LEP 2013 liegt eine UVS zu Grunde, in der für den Abschnitt Niederwartha-Meißen der Ver-
bindung Meißen-Dresden vier Varianten (1, 2, 3 und I) mit Untervarianten untersucht wurden. Die bahnparallele
Variante I stellte aus straßenbautechnischen und städtebaulichen Gründen zum Zeitpunkt des Abschlusses der
Untersuchung keine realistische Alternative mehr dar und war daher trotz ihrer höheren Umweltverträglichkeit
nicht zu berücksichtigen. Die Festlegung im LEP 2013 ist Teil der ökologischen Vorzugsvariante 3. Umweltaspek-
te wurden damit bei der Festlegung umfassend berücksichtigt
Straßenbauamt Meißen: S 84 Neubau Niederwartha-Meißen – Umweltverträglichkeitsstudie,
06/2002; Bearbeitung UVS: Kühfuss und Partner Landschaftsarchitektur und Umweltplanung, Dres-
den.
S 95 Kamenz/Kamjenc
(Südspange)/ S 100
Der Festlegung im LEP 2013 liegt eine UVS zu Grunde, in der 11 Varianten (S1-4, N 1-4 und W 1-3) mit Modifika-
tionen untersucht wurden. Für den Bereich der Südspange sind vier Varianten (S 1-4) relevant. Die Festlegung im
LEP 2013 ist Teil der ökologischen Vorzugsvariante S 3 mod., bzw. kommt dieser sehr nahe. Umweltaspekte
wurden damit bei der Festlegung berücksichtigt.
Straßenbauamt Meißen: S94/ S95/ S100/ S102 Neubau Süd-, West-, und Nord-West-Umgehung
Kamenz/Kamjenc, Antragsunterlagen zum Raumordnungsverfahren, Erläuterungsbericht; 08/2004.
Bearbeitung UVS: Ingenieurbüro Dipl.-Ing. K. Langenbach GmbH Dresden
S 106 Südumfahrung Bautzen/Budyšin,
2. BA
Der Festlegung liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie zu Grunde, in der drei Varianten mit Untervarianten vertie-
fend untersucht wurden. Die Festlegung entspricht der ökologischen Vorzugsvariante der UVS – Variante 1. Die
Trasse quert das FFH-Gebiet DE 4852-301 „Spreegebiet oberhalb Bautzen/Budyšin“.
Die FFH-VP von 2004
kommt zum Ergebnis, dass bei Umsetzung der festgelegten Schadensbegrenzungsmaßnahmen keine
erheblichen Beeinträchtigungen der Schutz- und Erhaltungsziele des zum Zeitpunkt der Prüfung noch
potenziellen FFH-Gebietes zu erwarten sind
. Umweltaspekte wurden damit bei der Festlegung umfassend
berücksichtigt.
Straßenbauamt Bautzen/Budyšin: S 106 Südumfahrung Bautzen/Budyšin, 2. BA, Abschnitt S 119 –
B96, Genehmigung der Vorplanung 03/2005; Bearbeitung UVS: Schulz UmweltPlanung.

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
38
S 111 Südumgehung Görlitz
/
Zhorjelc 1. BA, B 6 – S 111 und S 111 Südumgehung Görlitz
/
Zhorjelc 2. BA,
B 6 – S 111
Der Festlegung im LEP 2013 liegt eine Ökologische Risikoanalyse zu Grunde, in der drei Varianten (1-3) mit
Untervarianten für das Gebiet zwischen B6 und Weinhübel untersucht wurden. Variante 1 wird als ökologische
Vorzugsvariante identifiziert. Die Festlegung im LEP 2013 entspricht Variante 2 mit abweichender Führung im
Bereich Kunnewitz. Hier wird im LEP 2013 die Trasse in weiterem Bogen geführt und somit „der Grund“ südöst-
lich Kunnewitz weiter östlich als bei den geprüften Trassen gequert. Der Variante 2 wird attestiert, dass sie aus
ökologischer Sicht an zweiter Stelle rangiert, da sie in wesentlichen Anteilen mit Variante 1 übereinstimmt, im
Bereich der Einbindung in die B 6 aber zu stärkeren Eingriffen führt.
Die Trasse kommt zum Teil im Randbereich des 500 m-Korridors um das FFH-Gebiet DE 4753-303 „Basalt- und
Phonolithkuppen der östlichen Lausitz“ zum Liegen.
Die FFH-VP für den ersten BA hält fest, dass Konflikte
durch die Fragmentierung von Habitaten der Erdkröte, die Zerschneidung von Jagdgebieten von Mopsfle-
dermaus und Großem Mausohr und erhöhte Mortalität durch Kollision für alle drei Arten zu erwarten sind.
Durch die entsprechende Ausgestaltung eines Überführungsbauwerkes als Schadensbegrenzungsmaß-
nahme verbleiben aber keine erheblichen Beeinträchtigungen der Erhaltungsziele. Hinsichtlich des zwei-
ten BA kommt die FFH-VP zu dem Ergebnis, dass die erheblichen Beeinträchtigungen, die sich durch die
Querung der Fledermausjagdgebiete im „Grund“ bei Kunnerwitz ergeben, mittels einer weitspannenden
Talbrücke vermieden werden können.
Aus der Betrachtung weiterer Pläne und Projekte identifiziert die FFH-VP
keine erheblichen kumulativen Auswirkungen. Auf nachfolgenden Planungsstufen sind Vermeidungs-/ Minde-
rungs-, Schutzmaßnahmen zu entwickeln, sodass keine erheblichen Umweltauswirkungen verursacht und un-
vermeidbare Beeinträchtigungen durch Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege ausgeglichen
bzw. ersetzt werden.
Gründe für Abweichung von ökologischer Vorzugsvariante: Die Vorzugsvariante 1 der UVS stellte im Bereich der
Anbindung an die B 6 bzw. S 125 eine ungünstige verkehrliche Lösung mit einem zusätzlichen Knotenpunkt dar.
Bei der Entscheidung überwogen die verkehrlichen Belange, da die Eingriffe infolge der Variante 2 nicht wesent-
lich größer waren und die Trasse im weiteren Verlauf südlich der Querspange mit der Vorzugsvariante überein-
stimmt.
Straßenbauamt Bautzen/Budyšin: S 111 Görlitz
/
Zhorjelc
Neubau S 111a – Südwestumfahrung Görlitz
/
Zhorjelc: Ökologische Risikoanalyse, 06/1998; Bearbei-
tung: Dieter Schrickel, Landschaftsarchitekten BDLA; FFH-VP: LandschaftsArchitektur Petzold
06/2008.
S 177 Neubau Radeberg
– A4
Der Festlegung liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie zu Grunde, in der sechs Varianten (4a, 4b, 6c, 6d, 9,
Y1+11) untersucht wurden. Varianten 1, 4a und 4b verbinden den Knotenpunkt S 177n/S 95/S 158 und die Auto-
bahnanschlussstelle Pulsnitz durch Verläufe östlich Leppersdorf. Variante 11 schließt unter Umgehung der Ortsla-
gen von Feldschlösschen, Wachau und Seifersdorf an die Autobahnanschlussstelle Ottendorf-Okrilla an. Variante
9 verbindet o.g. Knotenpunkt mit einer neuen Anschlussstelle an die BAB 4 südlich Kleindittmannsdorf. Varianten
6c und 6d verlaufen westlich Leppersdorf, um westlich der Kreisstraße 9250 auf die BAB 4 zu treffen (6c) bzw. die
BAB 4 östlich der K 9250 in Verbindung mit einer neuen Anschlussstelle zu queren und nördlich der bestehenden
Anschlussstelle Pulsnitz in die bestehende S 95 zu münden (6d). Es ergibt sich aus Umweltsicht folgende Rangig-
keit der Varianten:
Trasse/
Trassen-
variante
Rangfolge der Varianten in Bezug auf die Umweltgüter
Rangfolge
Flora, Fauna,
insgesamt
Biodiversität
Boden
Wasser
Klima
6
/
Luft
Landschaft + Mensch
(
Erholung
)
Kultur- und Sachgüter +
Mensch (Wohnfkt.)
GW
OW
Variante
4a
1 1 3 3 1 5
1
Variante
4b
2 4 3 3 2 4
3
Variante
6c
3 2 4 1 3 3
2
Variante
6d
4 3 5 1 4 1
4
Variante
9
6 5 1 4 5 2
5
Variante
Y1+11
5 6 2 2 6 6
6
6
insb. Lokalklima betrachtet

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
39
Empfehlung der UVS: 4a
Festlegung im LEP 2013: Die Festlegung folgt trotz der Empfehlung der UVS der Variante 6d.
Die Trasse liegt abschnittsweise innerhalb der 500 m-Korridore um die FFH-Gebiete DE 4749-302 „Fließgewäs-
sersystem Kleine Röder und Orla“ und DE 4848-301 „Rödertal oberhalb Medingen
“. Die FFH-Vorprüfung ergab
die Notwendigkeit einer Verträglichkeitsprüfung bezüglich der Schutz- und Erhaltungsziele des FFH-
Gebietes DE 4749-302 „Fließgewässersystem Kleine Röder und Orla“. Diese kommt zum Ergebnis, dass
mit erheblichen Beeinträchtigungen, u. a. für Fischotter, Westgroppe und Bachneunauge, zu rechnen ist.
Bei Umsetzung der fixierten Schadensbegrenzungsmaßnahmen, wie ottergerechte Querung und Durch-
lass etc., sind diese aber zu vermeiden oder unter die Erheblichkeitsschwelle zu führen.
Aus der Betrach-
tung weiterer Pläne und Projekte kommt die FFH-VP zu keinen Hinweisen auf erhebliche kumulative Wirkungen.
Auf nachfolgenden Planungsstufen sind Vermeidungs-/ Minderungs-, Schutzmaßnahmen zu entwickeln, sodass
keine erheblichen Umweltauswirkungen verursacht und unvermeidbare Beeinträchtigungen durch Maßnahmen
des Naturschutzes und der Landschaftspflege ausgeglichen bzw. ersetzt werden.
Gründe für Abweichung von ökologischer Vorzugsvariante: Variante 4 scheidet aufgrund der erheblichen Eingriffe
in die Erweiterungsflächen des Gewerbegebietes Leppersdorf und der nachteiligen Auswirkungen auf die Sied-
lungslage Leppersdorfs infolge des ortsnahen Verlaufes und der Lage zum Neubaugebiet aus.
Straßenbauamt Meißen-Dresden: S 177 Neubau Radeberg – A4, Vorplanung – ergänzende Varian-
tenuntersuchung, 03/2008; Bearbeitung UVS, FFH-VP: Landschaftsarchitekturbüro Roggan,
12/2007.
S 177 OU Wünschendorf/ Eschdorf
Der Festlegung im LEP 2013 liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie von 1999 zu Grunde, die die Verbindung von
Anschlussstelle B167 auf Höhe Äußere Pillnitzer Straße bei Hinterjessen bis zur B6 bei Rossendorf zum Gegen-
stand hatte. Es wurden zwei Varianten mit Untervarianten untersucht. Variante A und B verlaufen im Teilabschnitt
1 (Anschlussstelle S 167 bis südlich Bonnewitz) identisch. Im Teilabschnitt 2 (südlich Bonnewitz bis nördlich Wün-
schendorf) unterscheiden sich die Varianten in einzelnen Abschnitten: Variante A überspannt das Bonnewitzer
Tälchen an engerer Stelle als Variante B und schneidet die scharfe Krümme der bestehenden S 177 nördlich
Bonnewitz westlich, während Variante B einen weiteren Bogen östlich um die Krümme verfolgt. Variante A1 kommt
näher der Ortslage Wünschendorf zum liegen als Varianten A und B, alle umfahren Wünschendorf westlich. Im
Abschnitt 3 (nördlich Wünschendorf bis südlich Rossendorf) umfährt Variante A Eschdorf östlich, Variante B west-
lich, um ab Höhe Gickelsberg auf gleicher Trasse zur B6 zu verlaufen. Ergänzend zu den untersuchten westlichen
Umfahrungen Wünschendorfs wurden in einer aufbauenden UVS im Jahre 2001 für den Abschnitt zwischen der
Krümme nördlich Bonnewitz bis südlich Eschdorf zwei östliche Umgehungsvarianten für Wünschendorf beurteilt
und der ökologischen Vorzugsvariante A1 aus der ersten UVS gegenübergestellt. Variante C verläuft ortsnäher,
Variante D führt ortsferner östlich des Kohlbergs entlang. Auch im Ergebnis der aufbauenden Untersuchung wird
Variante A1 als die ökologisch günstigere identifiziert. Für den im LEP 2013 festgesetzten Abschnitt S 177 OU
Wünschendorf/ Eschdorf sind die Abschnitte 2 / 3 relevant, hier ergibt sich folgende Rangigkeit der Varianten:
Trasse/
Trassen-
variante
Rangfolge der Varianten in Bezug auf die Umweltgüter
Rangfolge
Flora, Fauna,
insgesamt
Biodiversität
Boden
Wasser
Klima
7
/
Luft
Landschaft + Mensch
(Erholung)
Kultur- und Sachgüter +
Mensch (Wohnfkt.)
GW
OW
Variante
A
2 / 2
2 / 3
2 / 1
1 / 1
1 / 1
1 / 1
2 / 1
Variante
A1
1 / -
1 / -
1 / -
2 / -
1 / -
1 / -
1 / -
Variante
A2
- / 1
- / 2
- / 2
- / 2
- / 2
- / 2
-/
2
Variante
B
3 / 3
3 / 1
3 / 3
3 / 3
2 / 3
2 / 3
3 / 3
Empfehlung der UVS: Variante A, im Bereich von Wünschendorf die Untervariante A 1.
Festlegung im LEP 2013: Die Festlegung entspricht von der südlichen Anschlussstelle bis Höhe Wünschendorf
Nord Variante B, von dort im Abschnitt 3 einer Kombination von Variante A und A2. Abweichend von den geprüf-
ten Trassen umgeht die Festlegung Rosinendörfchen östlich, statt zwischen Eschdorf und Rosinendörfchen hin-
durch zu führen.
Gründe für Abweichung von ökologischer Vorzugsvariante: Die östliche Umfahrung Rosinendörfchens als Vor-
zugslösung ergibt sich aus raumordnerischen und verkehrlichen Kriterien. So führt die Trasse zu einer geringeren
Trennwirkung zwischen Eschdorf und Rosinendörfchen. Aufgrund der vorzusehenden einheitlichen Streckencha-
rakteristik wurde die optimale Lage des Knotenpunktes KP S 177 /S 161 östlich Rosinendörfchens ermittelt. In der
Vorplanung wurde dieser Knotenpunkt noch nicht berücksichtigt.
Straßenbauamt Dresden: S177 Ausbau nördlich Pirna von Hinterjessen bis B 6 (einschl. OU Bonne-
witz, Wünschendorf und Eschdorf) – Genehmigung der Vorplanung, 10/2001; Bearbeitung UVS:
Knoll Ökoplan GmbH; Plan T - Planungsgruppe Landschaft und Umwelt.
7
insb. Lokalklima betrachtet

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
40
S 177 Verlegung südlich Großerkmannsdorf
Der Festlegung liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie zu Grunde, in der vier Varianten vertiefend untersucht
wurden. Die Festlegung entspricht der Vorzugsvariante der UVS – Variante 4. Umweltaspekte wurden damit bei
der Festlegung umfassend berücksichtigt.
Straßenbauamt Meißen-Dresden: S 177 neu Verlegung südlich Großerkmannsdorf, Vorplanung;
Bearbeitung UVS: Plan T Planungsgruppe Landschaft und Umwelt, 10/2006.
S 200 Ortsumgehung Mittweida
Der Festlegung liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie zu Grunde, in der fünf Varianten (1-5) für den Bereich
südlich der Königshainer Straße untersucht wurden. Für die Anbindung an die bestehende S 200 südlich Erlau
wurden zwei Nordvarianten – A und B – betrachtet. Die Festlegung entspricht mit geringen Abweichungen der
Vorzugsvariante der UVS – Variante 3 mit Nordvariante A.
Umweltaspekte wurden damit bei der Festlegung umfassend berücksichtigt.
Straßenbauamt Chemnitz: S 200 Neubau Ortsumgehung Mittweida, Vorplanung, 05/2003; Bearbei-
tung UVS: Ingenieurbüro für Umwelt und Verkehr Leipzig Dietze, Most & Wieschollek GbR, 12/2002.
S 222 Ortsumgehung Wolkenstein/ Falkenbach
Der Festlegung im LEP 2013 liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie von 1996 zu Grunde, in der drei Varianten mit
einer Untervariante vertiefend untersucht wurden. Varianten 1 und 1a umfahren Falkenbach ortsnah, wie Variante
2 nördlich, Variante 3 verläuft südlich der Ortslage. Im Rahmen der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange
wurde die Möglichkeit der Aufhebung des Wasserschutzgebietes „Schönbrunner Flur“ diskutiert (inzwischen er-
folgt). Aufbauend auf die unten dargestellten Prüfergebnisse hinsichtlich der Auswirkungen auf die einzelnen
Schutzgüter erfolgte daher 1998 eine Neukombination aus Anteilen der Trassenvarianten 1 und 2, um unter Be-
rücksichtigung der neuen Voraussetzungen eine ökologische Vorzugsvariante zu benennen.
Es ergeben sich aus Umweltsicht folgende Rangigkeit der ursprünglichen Varianten:
Trasse/
Trassen-
variante
Rangfolge der Varianten in Bezug auf die Umweltgüter
Rangfolge
Flora, Fauna,
insgesamt
Biodiversität
Boden
Wasser
Klima
8
/
Luft
Land-
schaft
Mensch einschl. Ge-
sundheit
Kultur- und
Sachgüter
GW
OW
Erho-
lungsfkt.
Wohnfkt.
Variante 1
1a
1 2 3 2 1 2 -
1
1 2 3 2 1 3 -
2
Variante
2
2 3 2 2 3 1 -
3
Variante
3
3 1 1 4 2 4 -
4
Empfehlung der UVS: neu definierte Variante 1 (Kombination aus Westverlauf der ursprünglichen Variante 1 und
Ostverlauf der ursprünglichen Variante 2).
Festlegung im LEP 2013: Die Festlegung folgt trotz der Empfehlung der UVS der ursprünglichen Variante 1. Der
im LEP 2013 festgesetzte Verlauf östlich Falkenbach zwischen dem Kreuzungspunkt mit der bestehenden S 222
und dem Anschluss an die B 101 entspricht keiner geprüften Variante. Er greift in Bereiche nördlich des Ham-
bachs ein, für die in der UVS ein sehr hoher und hoher Raumwiderstand identifiziert wurde (hohe Bedeutung für
die Umweltgüter Boden, Wasser, Klima, Landschaftsbild).
Die Trasse liegt abschnittsweise innerhalb des 500 m-Korridors um das FFH-Gebiet DE 4943-301 „Zschopautal“.
Die FFH-Vorprüfung kommt zum Ergebnis, dass keine erheblichen Beeinträchtigungen der Schutz- und
Erhaltungsziele durch das Vorhaben zu erwarten sind bzw. diese ausgeschlossen werden können
. Glei-
ches wird für Summationswirkungen aus anderen Plänen und Projekten konstatiert.
Aus ökologischer Sicht ist zu empfehlen, im Bereich des Hambachs die bestehende Trassierung zu nutzen und
damit Eingriffe zu vermeiden und Kompensationserfordernisse zu verringern.
Gründe für Abweichung von ökologischer Vorzugsvariante:
Die Varianten der Vorplanung berücksichtigten nicht den Verlauf der neuen, als Umstufung geplanten B 101,
vielmehr schlossen sie die OU Falkenbach als S 222 untergeordnet an die bestehende B 101 an. Dies wurde in
der weiteren Planung korrigiert.
Straßenbauamt Chemnitz: S 222 Neubau der Staatsstraße S222 OU Falkenbach, Vorplanung,
03/1999; Bearbeitung UVS: Ingenieur-Consult Haas & Partner GmbH 03/1996 und 09/1998.
8
insb. Lokalklima betrachtet

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
41
S 241 Ortsumgehung Niederfrohna
Der Festlegung liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie zu Grunde, in der sechs Varianten vertiefend untersucht
wurden. Die Festlegung im LEP 2013 entspricht der Vorzugsvariante der UVS – Variante 330. Umweltaspekte
wurden damit bei der Festlegung umfassend berücksichtigt. Die Trasse quert das FFH-Gebiet DE 4842-301 „Mitt-
leres Zwickauer Muldetal“ und das SPA-Gebiet DE 4842-452 „Tal der Zwickauer Mulde
“. Aufbauend auf den
Ergebnissen der FFH-VP kommt die FFH-Verträglichkeitsprüfung zu der Einschätzung, dass bei Umset-
zung der vorgeschlagenen Schadensbegrenzungsmaßnahmen keine erheblichen Beeinträchtigungen des
FFH-Gebietes „Mittleres Zwickauer Muldetal“ und seiner wesentlichen Bestandteile verbleiben werden.
Des Weiteren wird festgehalten, dass nachgewiesen wurde, dass keine erheblichen Beeinträchtigungen der
maßgeblichen Erhaltungsziele des SPA-Gebietes „Tal der Zwickauer Mulde“ entstehen.
Autobahnamt Sachsen: Ortsumgehung Niederfrohna, Planfeststellung; Bearbeitung UVS: Land-
schaftsarchitektur-Büro Grohmann, 09/2008
S 289 Fraureuth
Der Festlegung liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie zu Grunde, in deren Rahmen für die Verlegung der S 289
zwischen Werdau und B 173 vier Varianten (1-4) mit Untervarianten vertiefend untersucht wurden. Für den Be-
reich Fraureuth waren alle Varianten relevant. Die Festlegung im LEP 2013 entspricht der Vorzugsvariante der
UVS – Variante 2B. Umweltaspekte wurden damit bei der Festlegung umfassend berücksichtigt. Die Trasse liegt
abschnittsweise randlich innerhalb des 500 m-Korridors um das FFH-Gebiet DE 5140-301 „Bachtäler im Oberen
Pleißeland“.
Die FFH-Vorprüfung kommt zum Ergebnis, dass erhebliche Beeinträchtigungen der Schutz-
und Erhaltungsziele durch das Vorhaben mit ausreichender Sicherheit ausgeschlossen werden können.
Regierungspräsidium Chemnitz: S 289 V Werdau – B 173, Vorplanung; Bearbeitung UVS: Planungs-
gruppe Landschaft + Design, 01/1999; FFH-Vorprüfung: Plan T Planungsgruppe Landschaft und
Umwelt 08/2011.
S 298 Ortsumgehung Brockau
Der Festlegung liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie zu Grunde, in der eine Variante mit Untervariante (1 und
1a) und die Nullvariante vertiefend untersucht wurden. Die Festlegung entspricht der Vorzugsvariante der UVS –
Variante 1a. Umweltaspekte wurden damit bei der Festlegung berücksichtigt.
Straßenbauamt Plauen: S 298 Falkenstein – Kleingera, Ortsumgehung Brockau, Vorplanung
03/1999; Bearbeitung UVS: PRO DRESDEN Streubel – Seifert – Sommer GbR
S 298 Ortsumgehung Kleingera
In der Umweltverträglichkeitsstudie wurden zwei Varianten mit Untervarianten untersucht. Variante 1 verläuft west-
lich, Variante 2 östlich von Kleingera. Variante 1a unterscheidet sich von 1b durch eine geringere Flächeninan-
spruchnahme.
Es ergibt sich aus Umweltsicht folgende Rangigkeit der Varianten:
Trasse/
Trassen-
variante
Rangfolge der Varianten in Bezug auf die Umweltgüter
Rangfolge
Flora, Fauna,
insgesamt
Biodiversität
Boden
Wasser
Klima
9
/
Luft
Land-
schaft
Mensch einschl. Ge-
sundheit
Kultur- und
Sachgüter
GW
OW
Erho-
lungsfkt.
Wohnfkt.
Variante
1a
3 1 4 1 3 2 -
2
Variante
1b
3 3 2 1 3 1 -
3
Variante
2a
1 2 1 3 1 4 -
1
Variante
2b
2 4 2 3 2 3 -
4
Empfehlung der UVS: 2a
Festlegung im LEP 2013: Die Festlegung folgt Variante 1b.
Gründe für Abweichung von ökologischer Vorzugsvariante: Die Variante 1b entspricht als einzige dem Verlauf der
vorhandenen bzw. prognostizierten Verkehrsströme und damit den Zielen der Ortsumgehung.
Straßenbauamt Plauen: S 298 Ortsumgehung Kleingera, Vorplanung, 06/2000; Bearbeitung UVS:
PRO Planungsgesellschaft für Raumordnung und Oekologie mbH, 10/1995.
9
insb. Lokalklima betrachtet

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
42
S 309 Ortsumgehung Posseck
Der Festlegung liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie zu Grunde, in der zwei Varianten (1 und 2) vertiefend
untersucht wurden. Die Festlegung entspricht der Vorzugsvariante der UVS – Variante 1. Umweltaspekte wurden
damit bei der Festlegung umfassend berücksichtigt. Die Trasse liegt abschnittsweise innerhalb des 500m-
Korridors um das FFH-Gebiet DE 5537-302 „Grünes Band Sachsen/Bayern“ und des 500m-Korridors um das
SPA-Gebiet DE 5537-452 „Grünes Band“.
Die im Jahre 2003 erfolgte FFH-VP für das FFH-Gebiet „Grünes
Band Sachsen/Bayern“ kommt zu dem Ergebnis, dass für dessen Schutz- und Erhaltungsziele bei Umset-
zung der Variante 1, nach Berücksichtigung der in der Umweltverträglichkeitsstudie festgelegten Maß-
nahmen zu Vermeidung und Minderung, keine erheblichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind.
Im Rah-
men des Planungsverfahrens wurde im Jahre 2010 durch die für die Überwachung der Natura 2000-Gebiete
zuständige Behörde im Vogtlandkreis bescheinigt, dass aus dem Vorhaben für das SPA-Gebiet „Grünes Band“
keine wesentlichen Auswirkungen und keine erheblichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind, somit keine SPA-
Vorprüfung angezeigt ist. Auf nachfolgenden Planungsstufen sind Vermeidungs-/ Minderungs-, Schutzmaßnah-
men zu entwickeln, sodass keine erheblichen Umweltauswirkungen verursacht und unvermeidbare Beeinträchti-
gungen durch Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege ausgeglichen bzw. ersetzt werden.
Straßenbauamt Plauen: S 309 Adorf – Posseck, Ortsumgehung Posseck, Vorplanung, 02/2003;
Bearbeitung UVS: Arcadis Consult GmbH; FFH-VP: PE Peter Endl. Straßenbauamt Plauen: S 309
OU Posseck, Feststellungsentwurf, Unterlage 12.5.5: Erklärung der für die Überwachung der Natura
2000-Gebiete zuständige Behörde zum SPA-Gebiet „Grünes Band“ 08/2010.
2.1.4.2 Vertiefende Prüfung von Festlegungen als Symbol, Korridore oder Trasse Ausbau
Für jedes der 103 Vorhaben [1] wurde ein Tableau erarbeitet, in welchem die Bewertung der Auswirkungen auf
die einzelnen Schutzgüter und absehbare Konfliktschwerpunkte vertiefend dargestellt und geprüft wurden, ob sich
erhebliche Beeinträchtigungen von Natura 2000-Gebieten zum gegenwärtigen Planungsstand bereits ausschlie-
ßen lassen. Im Ergebnis werden entsprechende Empfehlungen gegeben. Die Tableaus sind dem Umweltbericht
als Anlagen beigefügt.
[1] Die Darstellung des Korridors der B 87n erfolgt nachrichtlich, da hierfür die Teilfortschreibung Straßenbauvor-
haben B 87n Leipzig (A 14) – Landesgrenze Sachsen /Brandenburg des Regionalplanes Westsachsen wirksam
ist. Jedoch stellt die Umsetzung einen besonderen textlichen Grundsatz dar; daher erfolgt eine Einbeziehung in
die Prüfung.
Tableaus der einzelnen untersuchten Verkehrsvorhaben (Planungsgruppe Umwelt 2012)
In der nachfolgenden Tabelle erfolgt eine Übersicht über die Ergebnisse der vertiefenden Prüfung.
Die jeweils schutzgutbezogen dargestellten Zahlenangaben stellen die Einstufung in Konfliktklassen dar, wie in
Tab. 2.1.4-2 angegeben (dort aber als römische Ziffern).
Insgesamt wurden vier Raumwiderstandskategorien unterschieden, deren Definition sich an den Empfehlungen
der Richtlinie für die Erstellung von Umweltverträglichkeitsstudien im Straßenbau RUVS (Entwurf 2009) orientiert:
I Raumwiderstand sehr hoch:
In diese Raumwiderstandskategorie wurden umweltrelevante Flächen eingeordnet, deren fachrechtlicher Schutz-
status ein besonderes Zulassungshemmnis für das Vorhaben darstellt.
II Raumwiderstand hoch:
Diese Kategorie umfasst Flächen mit besonders schutzwürdigen Umweltqualitäten, welche grundsätzlich der
Abwägung zugänglich, hier jedoch von besonderer Entscheidungserheblichkeit sind.
III Raumwiderstand mittel bis hoch:
Diese Kategorie umfasst Flächen mit mittleren, über das Normalmaß hinausreichenden Umweltqualitäten, welche
im Rahmen der Abwägung zu berücksichtigen sind.
IV Raumwiderstand mittel (bis nachrangig):
Diese Kategorie umfasst alle weiteren Flächen mit durchschnittlichen Umweltqualitäten.

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
43
Tabelle 2.1.4.2-1: Übersicht über die Umweltprüfung der Verkehrsvorhaben
Die FFH-Konfliktklassen werden separat dargestellt. Alle Vorhaben mit einer erkennbaren FFH-Problematik wer-
den grundsätzlich in Konfliktklasse FFH II gestuft. Alle Projekte mit einer unvermeidbaren direkten Betroffenheit
von FFH-Gebieten werden in die Konfliktklasse FFH I eingestuft.
Verkehrsvorhaben
Konfliktklasse der Trassen in Bezug auf die Umweltgüter
Konflikt-
klasse
Insge-
samt
Mensch
einschl.
Gesund-
heit
Flora, Fauna,
Biodiversität
Boden
Wasser
Klima
10
Luft
Land-
schaft
Kultur-
und
Sach-
güter
Bundesautobahnen
Ausbau der A 14 Abschnitt 4:
AS Leipzig-Ost – AD Parthe-
naue
2 - 3
3
3
3
3
3
3
III
A 72 AK A 38 / A 72 – AS
Leipzig-Connewitz
2 - 3
2
2
3
3
3
3
II
FFH I
Ausbau A 72 AS Chemnitz-
Süd – AS Stollberg-West
3 3 3 3 4 4 4 III
Ausbau A 72 AS Stollberg-
West – AS Zwickau-Ost
3 3 3 3 3 4 3 III
Bundesstraßen
B 2 OU Krostitz / Hohenossig
4
4
3
3 - 4
4
4
4
IV
B 6 Verlegung Machern
3
3
3
3 - 4
4
4
4
III
B 87n AS Leipzig-Mitte (A14) –
s Eilenburg [1]
4 3 3 3 4 4 4 III
FFH II
B 87 s Eilenburg – n Eilenburg
[1]
2 - 3
2 - 3
3
3
4
3
3
II - III
FFH I
B 87 n Eilenburg – s Torgau [1]
4
2 - 3
3
3
3
3
4
II - III
FFH I
B 87 s Torgau – n Torgau [1]
3
3
3
3
3
4
4
III
FFH I
Ausbau B 92 Plauen – A 72
2 - 3
3
3
3
4
3
3
III
Ausbau B 94 Reichenbach – A
72
3
3
4
4
4
4
4
III - IV
B 95 OU Thum / Ehrenfrie-
dersdorf
3 3 3 3 3 3 3 III
B 96n Landesgrenze SN/BB –
Hoyerswerda/Wojerecy
2 - 3
2 - 3
3
3
3
3
3
II - III
B 98 OU Thiendorf
3
3
4
3
3
3
4
III
FFH I
B 98 OU Schönfeld
4
3
3
3
4
3
4
III - IV
B 101 OU Lauter
3
3
3
3
3
4
3
III
FFH I
Ausbau B 101 Freiberg –
Brand-Erbisdorf
4
3
3
4
4
4
4
III - IV
B 107 A 4 – B 169
2 - 3
2 - 3
3
3
3
4
4
II - III
B 115 OU
Krauschwitz/Krušwica
3
2
3
3
4
3 - 4
4
II
FFH I
B 169 OU Lichtensee
3
3
3
3
4
3
3
III
10
insb. Lokalklima betrachtet

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
44
Verkehrsvorhaben
Konfliktklasse der Trassen in Bezug auf die Umweltgüter
Konflikt-
klasse
Insge-
samt
Mensch
einschl.
Gesund-
heit
Flora, Fauna,
Biodiversität
Boden
Wasser
Klima
10
Luft
Land-
schaft
Kultur-
und
Sach-
güter
B 169 OU Gröditz
3
2 - 3
3
3
4
3
4
II - III
FFH I
B 173 OU Mülsen
1 - 2
3
3
3
4
4
3
II
B 173 OU Bernsdorf
1 - 2
3
3
3
4
4
4
II
B 173 OU Oberlungwitz/ Mit-
telbach
1 - 2
3
3
3
4
4
4
II
B 173 T-OU Reichenbach
2 - 3
4
3
3
4
4
4
II - III
B 174 OU Großolbersdorf
/ Hohndorf
3 3 3 3 3 3 3 III
B 174 OU Marien-
berg/Reitzenhain
2 - 3
2
3
3
4
3
3
II - III
FFH II
Weiterer Bedarf
B 2 OU Bad Düben 2. BA
3
3
3
3
4
4
4
III
FFH I
B 2 OU Groitzsch / Audigast
3
3
3
3
4
4
4
III
FFH I
B 2 OU Schönwölkau/ Linden-
hayn
4
3
3
3
4
4
4
III - IV
FFH I
B 6n Verlegung sw Torgau
3
3
3
4
3
3
4
II
FFH I
B 6n OU Bad Düben
3
3
3
3
4
4
4
III - IV
B 6n OU Kossa / Görschlitz
und Pressel mit Verlegung
3 3 3 3 3 3 4 II
FFH I
B 6 OU Kühren
3
3
3
3
4
4
4
III
FFH I
B 95 OU Wiesa-Schönfeld
3
3
4
4
4
3
3
III
FFH II
B 96 Königswartha/Rakecy –
Groß Särchen/Wulke Ždźary
3
2 - 3
3
2 - 3
4
4
3
II - III
FFH I
B 96 Verlegung Eibau – B
178n
3
3 - 4
3
3 - 4
3
4
3
III
B 97n Verlegung Bernsdorf –
Lauta
4 3 3 3 3 4 3 III
B 98 OU Glaubitz
3
3
3
3
4
3
4
III
FFH I
B 98 OU Wildenhain
3
2
4
3
4
4
4
III
FFH I
B 101 OU Scheibenberg
3
2
3
3
3
3
3
II - III
FFH II
B 101 OU Annaberg-Buchholz
2
3
4
2
3
3
3
II - III
B 101 OU Schlettau
3
3
3
3
4
3
3
III
FFH I
B 101 OU Brand-Erbisdorf
1 - 2
2
3
3
4
3
3
II - III
FFH II
B 107 OU Trebsen
4
3
3
3
4
4
4
III
FFH II

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
45
Verkehrsvorhaben
Konfliktklasse der Trassen in Bezug auf die Umweltgüter
Konflikt-
klasse
Insge-
samt
Mensch
einschl.
Gesund-
heit
Flora, Fauna,
Biodiversität
Boden
Wasser
Klima
10
Luft
Land-
schaft
Kultur-
und
Sach-
güter
B 107 T-OU Colditz
(mit Neubau Muldebrücke)
3 2 3 3 4 4 4 II
FFH I
B 156 Rückverlegung
Uhyst/Delni Wujězd – Box-
berg/Hamor
3
3
3 - 4
3 - 4
3
4
3
III
FFH I
B 169 OU Rossau / Greifen-
dorf
4
3 - 4
3
4
4
4
4
III
B 169 OU Schlema
3
3
4
4
4
4
3
III
Ausbau B 169 Aue, S 222-
Bahnhofsbrücke
2 - 3
3
4
4
3
3
3
III
B 169 4. BA Salbitz – A 14 /
Döbeln
4 3 3 3 3 3 4 III
FFH II
B 170 OU Dippoldiswalde –
Altenberg
3
2 - 3
3
3
3
4
3
II - III
FFH I
B 171 T - OU Olbernhau
3
2 - 3
3
3
3
3
3
II - III
FFH I
B 171 OU Zöblitz
3
3
3
4
3
4
3
III
FFH II
B 173 OU Mohorn
4
3
3
3
3
4
3
III
FFH I
B 173 OU Oederan
4
3
3
4
4
4
4
III IV
FFH II
B 175 / B 180 OU Waldenburg,
2. BA
3 - 4
3
3
3 - 4
4
4
3
III - IV
FFH II
B 175 / B 180 OU Waldenburg,
3. BA
3
3
3
3 - 4
4
4
3
III
B 175 OU Rochlitz
2
2
3
2
3
2
2
II
FFH I
B 182 OU Strehla
4
3
3
3
4
4
4
III
B 182 OU Dommitzsch /
Greudnitz, Wörblitz,
Proschwitz
3 3 3 3 4 3 3 III
B 282 OU Mehltheuer
4
3
3
4
4
4
4
III
B 282 OU Mühltroff
4
3
4
3
4
4
4
III
FFH I
B 282 OU Syrau
3
3
3
3
3
4
3 - 4
II
B 283 Verlegung in Aue
3
3
3
4
3
3
3
III - IV
Neue Vorhaben
B 97 OU Ottendorf-Okrilla
3
3
4
3
3 - 4
4
4
III
FFH I
B 156 OU Bluno/Bluń (OP) 4 3 4 4 4 4 4 IV
S-Straßen
S 1 OU Grebehna
4
3
3
4
4
4
4
III - IV
S 11 Verlegung / Bahnüber-
gang (BÜ) in Grimma
3 3 3 3 4 4 3 III
S 25 OU Beilrode
4
3
3
3
4
4
4
III

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
46
Verkehrsvorhaben
Konfliktklasse der Trassen in Bezug auf die Umweltgüter
Konflikt-
klasse
Insge-
samt
Mensch
einschl.
Gesund-
heit
Flora, Fauna,
Biodiversität
Boden
Wasser
Klima
10
Luft
Land-
schaft
Kultur-
und
Sach-
güter
S 32 OU Lommatzsch 1. BA
Teil 2
4 4 3 4 4 4 4 IV
S 36 Verlegung westlich Wils-
druff
3 3 3 3 4 4 3 III
S 65 Verlegung südlich
Groitzsch
4 3 3 3 3 4 4 III - IV
S 80 V/A in Weinböhla
3
2 - 3
3
4
4
4
4
III
S 84 Niederwartha –Meißen
4. BA
3 3 4 3 4 3 4 III - IV
S 88 Verlegung Nünchritz bis
S 40
4 3 3 3 4 4 4 III - IV
S 88 A Röderau mit Beseiti-
gung des BÜ
4 3 3 3 4 4 4 III - IV
S 91 OU Radeburg (Westum-
fahrung)
4
3
3 - 4
4
4
4
4
IV
S 95 OU Pulsnitz
3
3
3
3 - 4
4
4
4
III
S 106 Südumgehung Baut-
zen/Budyšin 3. BA (B96 bis B6)
3 3 3 4 4 4 3 III
S 121 BÜ-Beseitigung bei Hor-
ka/Hórka
4
3
3 - 4
3
4
4
4
III - IV
S 127d Zubringer GÜG Desch-
ka (Deutschland-Polen)
3 3 3 3 4 4 4 III
FFH I
S 129 V Wendisch-Paulsdorf
3
3 - 4
3
4
4
4
4
III - IV
S 142 Verlegung / Querverbin-
dung S148n – B 96
1 3 3 3 4 4 3 I
S 177 OU Seifersdorf
3
3
3
4
4
3
4
III - IV
S 192 OU Grumbach
4
3
3
4
4
4
3 -4
III
S 216 N Olbernhau – BGr D /
CZ
2 - 3
3
3
3
3
3
3
III
FFH I
S 242 OU Burgstädt / Taura
2
2 - 3
3
3
4
4
4
II - III
S 242 Verlegung Wüstenbrand
4
4
3
4
4
4
4
III - IV
S 247 Verlegung westl. Lun-
zenau
4
3
3
3
4
4
3 - 4
III - IV
S 247 Verlegung in Lunzenau 4 3 3 4 4 4 4 III - IV
S 288 Verlegung zwischen
S 289 und B 93 bei Wald-
sachsen
3 3 3 3 4 4 4 III - IV
S 289 OU Gablenz
4
3
3
3
4
4
4
III
FFH II
S 289 Verlegung Römersgrün
2 - 3
4
3
4
4
4
4
III
S 293n V B 175 – B 93
4
3
3
3
4
4
3
III
FFH II
S 302 OU Schöneck
1 - 2
2
4
3
4
4
4
II
FFH II
S 304 OU Grünbach
3
3
3
3
4
4
4
III - IV
S 306 Bad Elster
3
2 - 3
3
4
3
4
3 - 4
III

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
47
Verkehrsvorhaben
Konfliktklasse der Trassen in Bezug auf die Umweltgüter
Konflikt-
klasse
Insge-
samt
Mensch
einschl.
Gesund-
heit
Flora, Fauna,
Biodiversität
Boden
Wasser
Klima
10
Luft
Land-
schaft
Kultur-
und
Sach-
güter
Schienennetz
DB Neubaustrecke Dresden –
Praha/Prag
3 2 3 3 4 3 3 II
FFH I
DB Neubaustrecke Berlin-
Flughafen – Leipzig / Halle
Teilabschnitt Nordkurve Leipzig
4 4 3 4 4 4 4 IV
DB ICE Sachsen – Franken-
Magistrale
Teilabschnitt Neubau Denn-
heritzer Kurve
4 3 3 3 4 4 4 III - IV
DB Ausbaustrecke Leipzig –
Dresden Abschnitt Böhla –
Weinböhla
3
2 - 3
3
3
4
3
3
III
FFH II
[1] Die Darstellung des Korridors der B 87n erfolgt nachrichtlich, jedoch stellt die Umsetzung einen besonderen
textlichen Grundsatz dar; daher erfolgt eine Einbeziehung in die Prüfung.
Im Beteiligungsverfahren des LEP wurden gegenüber der Aufnahme einer Reihe der in der Tabelle dargestellten
Vorhaben erhebliche Bedenken hervorgebracht. In folgenden Fällen empfahl die Umweltprüfung aufgrund der
hier dargestellten erheblichen Umweltkonflikte und der Stellungnahmen eine Herausnahme aus dem LEP: A 72
AK A 38 / A 72 - AS Leipzig-Connewitz; B 101 OU Lauter; B 170 OU Dippoldiswalde – Altenberg; B 6n Verlegung
sw Torgau; B 6n OU Bad Düben; B 6n OU Kossa / Görschlitz und Pressel mit Verlegung; B 97n Verlegung
Bernsdorf – Lauta; S 142 Verlegung / Querverbindung S148n – B 96; S 293n V B 175 – B 93. In der Abwägung
wurde aufgrund des fachplanerischen Bedarfs der Verkehrsvorhaben keiner der Empfehlungen gefolgt. Das um-
weltbezogene Konfliktpotenzial ist in den Tableaus dokumentiert.
Grundsätzlich ist den Verkehrsvorhaben bei der Abwägung mit konkurrierenden raumbedeutsamen Funktionen
oder Nutzungen besonderes Gewicht beizumessen. Auf nachfolgenden fachlichen Planungsstufen sind Vermei-
dungs-/ Minderungs-, Schutzmaßnahmen zu konkretisieren, sodass keine erheblichen Umweltauswirkungen
verursacht und unvermeidbare Beeinträchtigungen durch Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschafts-
pflege ausgeglichen bzw. ersetzt werden.
2.1.5 Freiraumentwicklung
Kap.
4.1
LEP
Die textlichen Festlegungen zum
Freiraumschutz
dienen dem Erhalt wertvoller Bereiche von Natur und
Landschaft und der gezielten Verbesserung des Umweltzustandes.
Für die Landschaftsplanung auf nachgeordneten Planungsstufen ergeben sich zudem Maßgaben zu
Schutz, Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft aus dem Landschaftsprogramm, das Be-
standteil des LEP 2013 ist. Nach dem Sächsischen Naturschutzgesetz (SächsNatSchG) übernimmt der
Landesentwicklungsplan zugleich die Funktion des Landschaftsprogramms. Die raumordnerisch be-
deutsamen Inhalte sind als Ziele und Grundsätze im Landesentwicklungsplan festgelegt. Die darüber
hinausreichenden fachplanerischen Inhalte des Landschaftsprogramms sind im Anhang zum Landes-
entwicklungsplan zusammengestellt. Die dort fixierten Ziele sind als Ziele im Sinne des Sächsischen
Naturschutzgesetzes zu verstehen. In den Zielformulierungen sind die Aufträge an die Landschaftsrah-
menplanung und die kommunale Landschaftsplanung enthalten. Die Bindungswirkung der fachplaneri-
schen Ziele und Erläuterungen ergibt sich aus § 5 Abs. 3 SächsNatSchG. Danach sind die den Raum-
ordnungsplänen beigefügten Inhalte der Landschaftsplanung in Verwaltungsverfahren sowie in den
Planungen und Maßnahmen von öffentlichen Stellen, die sich auf Natur und Landschaft auswirken
können, zu berücksichtigen. Kann diesen Inhalten der Landschaftsplanung nicht Rechnung getragen
werden, ist dies zu begründen. Die Inhalte des Landschaftsprogramms werden im Kapitel 2.4 dieses
Umweltberichtes behandelt.
Die zeichnerische Festlegung
unzerschnittener verkehrsarmer Räume
wird dem besonderen Hand-
lungsbedarf zum Schutz derartiger Räume auf Landesebene gerecht.
Es ist positiv hervorzuheben, dass mit den in den Regionalplänen festzulegenden
Vorrang- und Vor-
behaltsgebieten Arten- und Biotopschutz
Erfordernisse des notwendigen Biotopverbundsystems
aktiv in den Ausweisungskriterien aufgegriffen werden und die zeichnerisch dargestellte Gebietskulisse
wichtige landesweite Bezüge sicherstellt.

image
image
image
Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
48
Die
Leitbilder für die Kulturlandschaftsentwicklung
, die in den Regionalplänen zu entwickeln sind,
stellen zudem ein geeignetes Instrument dar, um auf regionaler Ebene einen strategischen Rahmen für
die zukunftsfähige Gestaltung der Kulturlandschaft zu setzen. Unter anderem wird mit diesem Instru-
ment, wie auch mit der Festlegung der unzerschnittenen verkehrsarmen Räume, eine wichtige Basis zur
dauerhaften Sicherung und Entwicklung von landschaftlichen wie infrastrukturellen Strukturen für die
landschaftsbezogene Erholung geschaffen.
Die Festlegungen zum vorbeugenden
Hochwasserschutz
gehen weit über den technischen Hochwas-
serschutz hinaus und geben den Regionen umfangreiche Möglichkeiten für einen vorbeugenden nicht-
technischen und technischen Hochwasserschutz. Ebenso werden das Siedlungsklima, der Boden und
das Grundwasser differenziert berücksichtigt. Das Ziel, die Entsorgungssicherheit von Abfällen im Falle
von Hochwasserkatastrophen zu gewährleisten, dient der vorsorglichen Vermeidung negativer Umwelt-
auswirkungen angesichts drohender Klimawandelfolgen und berücksichtigt entsprechende Erfahrungen
aus den Hochwasserereignissen 2002 und 2010.
Die Klarstellung zum
Verzicht eines weiteren Ausbaues der Elbe
im Zusammenhang mit der Nutzung
als Bundeswasserstraße trägt zu einer Vermeidung ausbaubedingt auftretender großräumiger schwer-
wiegender Umweltauswirkungen auf die Flusslandschaft bei.
Mit den Plankategorien „
Sanierungsbedürftige Bereiche der Landschaft
“ und „
Bereiche der Land-
schaft mit besonderen Nutzungsanforderungen
“ wird der Regionalplanung ein Instrumentarium zur
Verfügung gestellt, mit welchem differenziert und regional spezifisch auf aktuelle umweltbezogene Her-
ausforderungen reagiert werden kann.
Die Grundsätze zur Anpassung der Nutzung des
Bodens
an seine Leistungsfähigkeit und Empfindlich-
keit stellen die Bedeutung nachhaltigen Umgangs mit diesem unvermehrbaren Umweltgut heraus und
setzen Akzente zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Darüber hinaus wird mit der Lenkung
der unvermeidbaren Neuinanspruchnahme von Flächen für Siedlung, Industrie, Gewerbe, Verkehr,
Versorgungs- und Entsorgungseinrichtungen auf Flächen mit bereits anthropogen vorbelasteten Böden
oder solchen von geringer Bedeutung für die landwirtschaftliche Produktion oder Funktionen im Natur-
haushalt ein neues Steuerungsinstrument eingeführt. Auf diese Weise wird die Verminderung erhebli-
cher negativer Umweltauswirkungen vorbereitet.
Verbunden mit den vielfältigen Planungsaufträgen des LEP 2013 an die Regionalplanung im Bereich
des Freiraumschutzes werden günstige Rahmenbedingungen für eine aktive regionalplanerische Um-
weltvorsorge geschaffen. Davon profitieren alle zu betrachtenden Schutzgüter - von Boden, Klima,
Wasser über Arten und Biotope bis hin zur menschlichen Gesundheit, Landschaft und Kultur- sowie
sonstige Sachgüter. Bei Umsetzung der Festlegungen sind schutzgutübergreifend maßgeblich positive
Umweltauswirkungen zu erwarten, die deutlich zu begrüßen sind.
Kap.
4.2
LEP
Die textlichen Festlegungen zu
Freiraumnutzungen
beinhalten Planungsaufträge an die Regional-
planung und setzen einen inhaltlichen Rahmen dafür, nehmen jedoch keine Standortentscheidung vor-
weg, sodass aus den Zielen und Grundsätzen selbst keine erheblichen Umweltbeeinträchtigungen
erwachsen. Der Rahmen für die Festlegung von Vorrang- und Vorbehaltsgebieten bestimmter Frei-
raumnutzungen in den Regionalplänen ist umweltverträglich ausgestaltet. Er greift zudem aktuelle Ten-
denzen des Klimawandels auf.
Abschichtung
: Vorrang- und Vorbehaltsstandorte für Maßnahmen des techni-
schen Hochwasserschutzes bedürfen auf regionaler Ebene einer vertiefenden
Umweltprüfung (Rahmensetzung für UVP–pflichtige Projekte nach Nr. 13.6.1 des
Anhanges I des UVPG in Abhängigkeit von den Schwellenwerten).
Abschichtung
: Vorrang- und Vorbehaltsgebiete Waldmehrung sind ebenfalls im
Rahmen der Umweltprüfung des jeweiligen Regionalplanes vertiefend zu prüfen,
weil sie den Rahmen für UVP–pflichtige Erstaufforstungsprojekte nach Nr. 17.1
der Anlage 1 des UVPG in Abhängigkeit von den Schwellenwerten setzen.
Abschichtung
: Vorranggebiete für den Rohstoffabbau sowie ggf. Vorrang- (bzw.
Vorbehalts-)gebiete für die langfristige Sicherung von Rohstofflagerstätten erfor-
dern in der Umweltprüfung des jeweiligen Regionalplanes eine vertiefende Prü-
fung, da sie den Rahmen für UVP–pflichtige bergbauliche Projekte nach Punkt
15 der Anlage 1 des UVPG bzw. Nr. 3 der Anlage 1 des SächsUVPG setzen.
Status-
Quo
Der vorliegende LEP 2013 wahrt gegenüber dem LEP 2003 einerseits Kontinuität, andererseits wird das
Instrumentarium auch gezielt weiter entwickelt: So werden z. B. für die Festlegung von „Sanierungsbe-
dürftigen Bereichen der Landschaft“ und „Bereichen der Landschaft mit besonderen Nutzungsanforde-
rungen“ neue, den Herausforderungen des Klimawandels entsprechende Kriterien benannt. Ebenso-
werden die bisherigen Vorrang- und Vorbehaltsgebiete Natur und Landschaft (Landschaftsbild/ Land-
schaftserleben) in Vorrang- und Vorbehaltsgebiete Kulturlandschaftsschutz überführt bzw. sind in den
Leitbildern für die Kulturlandschaftsentwicklung zu berücksichtigen. Die Lenkung der unvermeidbaren
Flächenneubeanspruchung auf Flächen mit vorbelasteten Böden oder solchen mit geringer Bedeutung
für die Erfüllung von Funktionen im Naturhaushalt stellt eine konkretisierte Steuerung im Sinne des

image
image
image
Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
49
Bodenschutzes dar. Insgesamt zeichnet sich der vorliegende LEP 2013 gegenüber dem bisherigen
Landesentwicklungsplan durch eine qualitativ weiter verbesserte Umweltvorsorge aus.
2.1.6
Technische Infrastruktur
Kap.
5.1
LEP
Die Umstellung auf Erneuerbare Energien ist zwingend erforderlich, um die Emission von Treib-
hausgasen und damit die anthropogenen Ursachen des Klimawandels zu mindern. Die Festlegungen
des LEP 2013 in Kap. 5.1 Energieversorgung zur Festlegung von
Vorrang- und Eignungsgebieten
für die Nutzung der Windenergie
sowie die Festlegungen zur Biomasse und zum Netzausbau sind
deshalb besonders aus Klimaschutzgründen zu begrüßen.
Erhebliche Beeinträchtigungen anderer Umweltgüter resultieren aus den Zielen und Grundsätzen nicht
unmittelbar, da keine konkreten Standortentscheidungen getroffen werden. Eine in Bezug auf alle Um-
weltbelange und Nutzungsansprüche optimierte Standortwahl für Windenergieanlagen und ein in Be-
zug auf alle Energieträger optimiertes Gesamtkonzept obliegt vielmehr der Regionalplanung und ist
eine wesentliche Voraussetzung für möglichst geringe nachteilige Umweltauswirkungen. Die Festle-
gung, dass nur solche Bereiche pauschal für die Windenergienutzung auszuschließen sind, in denen
diese rechtlich und/oder tatsächlich unmöglich ist, trägt einerseits zur Umsetzung eines Mindeststan-
dards für den Umfang der Windenergienutzung bei. Andererseits ist nicht auszuschließen, dass sich im
Einzelfall erhebliche negative Umweltauswirkungen ergeben können, denen auf Ebene der Regional-
planung vorsorgend begegnet werden muss.
Die in den Regionalplänen bei Bedarf festzulegenden
Trassenkorridore
zum Ausbau des länderüber-
greifenden Stromübertragungsnetzes und des Stromverteilnetzes können im Einzelfall erhebliche Um-
weltbeeinträchtigungen nach sich ziehen, insbesondere in Bezug auf die Avifauna, das Landschaftsbild
und ggf. die menschliche Gesundheit (Verringerung der Erholungseignung eines Gebietes, u. U. elekt-
romagnetische Felder). Derartige Beeinträchtigungen können durch eine geeignete Trassenplanung
vermieden oder gemindert werden, sodass auch diesbezüglich eine vorsorgende Planung sinnvoll ist.
Kap.
5.2
LEP
Die textlichen Festlegungen zur
Ausweisung von Vorranggebieten Wasserversorgung sowie das
Ziel der Gewährleistung der Versorgungssicherheit
beinhalten Planungsaufträge an die Regional-
planung sowie die Fachplanung und setzen vor dem Hintergrund der Klimawandelfolgen einen inhaltli-
chen Rahmen für einen künftigen nachhaltigen Umgang mit dieser Ressource. Neben den Wirkungen
für die Nutzung durch den Menschen wird so auch Umweltbeeinträchtigungen vorsorglich begegnet.
Aus Umweltsicht ist dies positiv zu beurteilen. Der gesetzte Rahmen bietet Raum für umweltgerechte
Ausformungen auf den nachfolgenden Ebenen.
Kap.
5.3
LEP
Die Festlegungen zur
Telekommunikation
treffen keine konkreten Standortentscheidungen, sondern
zielen durch Grundsätze, wie die Mehrfachnutzung von Mobilfunkmasten, vielmehr auf eine umweltver-
trägliche Entwicklung.
Abschichtung
: Die in den Regionalplänen festzulegenden Vorrang- und Eignungsgebiete
zur Nutzung der Windenergie sind im Rahmen der Umweltprüfung des jeweiligen Regional-
planes vertiefend zu prüfen (Rahmensetzung nach Punkt 1.6 des Anhanges I des UVPG in
Abhängigkeit von den Schwellenwerten).
Abschichtung
: Die in den Regionalplänen ggf. festzulegenden Vorrangtrassen zum Ausbau
des länderübergreifenden Übertragungsnetzes sind im Rahmen der Umweltprüfung des
jeweiligen Regionalplanes vertiefend zu prüfen (Rahmensetzung nach Punkt 19 des Anhan-
ges I des UVPG in Abhängigkeit von den Schwellenwerten).
Abschichtung
: Die in den Regionalplänen festzulegenden Vorranggebiete Wasserversor-
gung sind im Rahmen der Umweltprüfung des jeweiligen Regionalplanes vertiefend zu prü-
fen, da sie den Rahmen für UVP–pflichtige Projekte der Wassergewinnung nach Punkt 13.3,
13.4 und 13.5 des Anhanges I des UVPG in Abhängigkeit von den Schwellenwerten setzen.
Status -
Quo
Vorrang- und Eignungsgebiete für die Nutzung von Windenergie sind bereits im LEP 2003 instrumentell
verankert, sodass keine maßgeblichen Änderungen gegenüber dem bislang geltenden Landesentwick-
lungsplan vorgenommen werden. Weiterhin ist der Planungsauftrag in Z 5.1.9 – soweit erforderlich,
Trassenkorridore – zum Ausbau des länderübergreifenden Stromübertragungsnetzes und des Strom-
verteilnetzes in den Regionalplänen festzulegen, neu. Er entspricht – wie das Repowering von Wind-
energieanlagen – aktuellen Herausforderungen, die grundsätzlich auch zum Schutz und zur Entwick-
lung von Natur und Landschaft geboten sind.

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
50
2.1.7 Daseinsvorsorge
Kap.
6.1 und
6.2
LEP
Die angestrebte bedarfsgerechte Entwicklung von Einrichtungen des
Sozial- und Gesundheits-
wesens
und die flächendeckende Stabilisierung der ambulanten ärztlichen und zahnärztlichen Versor-
gung stellt eine der wesentlichen Voraussetzungen einer umfassenden Gesundheitsvorsorge und quali-
tativ hochwertigen Betreuung im Krankheitsfall dar. Mit Umsetzung der Festlegungen des LEP 2013
sind insofern vor allem erheblich positive Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit zu erwarten.
So hat das System der Zentralen Orte u.a. auch das Ziel, in allen Teilen des Freistaates eine hinrei-
chende Erreichbarkeit und Ausstattung der medizinischen Versorgungseinrichtungen zu gewährleisten.
Die Sicherung einer möglichst verbrauchernahen Versorgung mit Waren des kurzfristigen Bedarfs
vermindert zugleich die Erzeugung zusätzlichen Verkehrs und damit verbundener sekundärer Umwelt-
beeinträchtigungen.
Mit dem als Grundsatz fixierten Anspruch, für eine flächendeckende Abwasserbeseitigung nach dem
Stand der Technik im ländlichen Raum künftig noch stärker auf dezentrale Lösungen zu orientieren,
berücksichtigt der LEP 2013 gleichzeitig eine der Voraussetzungen für die ausgewogene Entwicklung
und Attraktivität ländlicher Räume einerseits und Belange der Umweltvorsorge andererseits.
Kap.
6.3 und
6.4
LEP
Die Festlegungen zum
Erziehungs- und Bildungswesen, zur Wissenschaft sowie zu Kultur und
Sport
sind nach ihrer inhaltlichen Ausrichtung nicht geeignet, erhebliche Umweltbeeinträchtigungen zu
präjudizieren. Sie zielen vielmehr auf eine Sicherung und behutsame Weiterentwicklung des Bestandes
im Kontext zum Zentrale-Orte-System. Die Entwicklung von Bewegungsräumen für Sport im Freiraum
dient der menschlichen Gesundheit und Erholung und ist insofern grundsätzlich positiv zu beurteilen.
Eine konkrete Planung und damit einhergehende Berücksichtigung von Umweltaspekten obliegt den
Gemeinden.
Kap.
6.5
LEP
Die Ziele und Grundsätze zu
militärischen Anlagen
setzen einen Rahmen für eine Minderung von
Umweltbeeinträchtigungen, indem z. B. nur Flächen geringer ökologischer Wertigkeit in Anspruch ge-
nommen und Umweltschäden bei einer militärischen Nutzung vermieden werden sollen.
Status -
Quo
Gegenüber dem LEP 2003 ergeben sich keine neuen Umweltauswirkungen erheblichen Ausmaßes, da
die Ziele und Grundsätze inhaltlich im Wesentlichen die bereits bislang geltenden Festlegungen weiter
entwickeln.

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
51
2.2 Gesamtplanbetrachtung
Der Umweltprüfung sind nicht nur einzelne Festlegungen, sondern ist der Plan insgesamt in seinen Wechselwir-
kungen und Summenwirkungen zu unterziehen. Aufgrund des Abstraktionsgrades des Landesentwicklungsplanes
kann allerdings keine konkrete Gegenüberstellung der Festlegungen mit positiven und nachteiligen Umweltaus-
wirkungen erfolgen, denn der LEP 2013 trifft selbst nur wenige zeichnerische Festlegungen, insbesondere Tras-
sen. Vielmehr gibt er Planungsaufträge an die Regionalplanung und setzt über diese und die zugehörigen Krite-
rien einen Rahmen für die umweltverträgliche Entwicklung auf regionaler Ebene. Zu betonen ist insgesamt, dass
der LEP 2013 den Regionalplänen ein weitreichendes und ausdifferenziertes Instrumentarium für den Schutz und
die Entwicklung der Umwelt eröffnet, welches sehr positive Umweltauswirkungen erwarten lässt.
2.2.1 Kumulationsgebiete
In Bezug auf die verkehrlichen Festlegungen können durch verschiedene Festlegungen kumulativ erheblich nach-
teilige Umweltauswirkungen erwachsen. Hierunter fallen unterschiedliche Festlegungen, deren raumbezogene
Umweltauswirkungen aufgrund ihrer Lage sich teilräumlich überlagern können. Relevante Wirkfaktoren sind Zer-
schneidungseffekte sowie die Lärmbelastung als vergleichsweise großräumig wirksame Effekte. Solche Gebiete
sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengestellt.
Tabelle 2.2.1-1: Darstellung von Kumulationsgebieten in Bezug auf raumkonkrete Festlegungen von Ver-
kehrsvorhaben
Betroffenes Gebiet
Kumulative Wirkungen folgender Vorha-
ben
Bemerkungen / Weiterführende Empfehlungen
Schneeberg – Aue
B 101 - Trasse, Neubaustrecke östl.
Aue
B 283 – OU, südlich Aue
B 169 – OU, nordöstl. Aue
B 169 – OU zw. Aue und Schnee-
berg
Verkehrliche Gesamtuntersuchung für den
betroffenen Raum als Voraussetzung für
konkrete Planung; Auswirkungen insbeson-
ders für Siedlungsverbund prüfen
Nördlich Waldenburg
B 175 – Trasse, Neubaustrecke
nördl. Dürrenuhlsdorf
B 175, OU, südl. Dürrenuhlsdorf
Klärung des verkehrlichen Bedarfes
Bad Düben
B 2 – OU südl. Bad Düben
B 6n nördl. Bad Düben
Auswirkungen insbesonders auf Ortslage
prüfen
Korridor B 87 n (nach-
richtl.), Überlagerung
mit anderen Maßnah-
men
B 6n – OU Süptitz
S 25 – Beilrode
B 2 - Hohenossig
Es ist zu prüfen, ob die dargestellten kleinen
Maßnahmen bei der Linienfindung für die
B 87 n integriert werden können.
Freiberg
B 101 /173 – Neubau Trasse / Orts-
umfahrung Freiberg
B 101 – Ausbau südlich Freiberg
Insbesondere der Neubau der B 173 wirkt
kumulativ bezogen auf die Ortslage Frei-
berg, die von drei Seiten umschlossen wird.
Hoyerswerda/Wojerecy
B 96 - Neubau östlich Hoyers-
werda/Wojerecy
B 96 n - Neubau nördlich und nord-
westl. Hoyerswerda/Wojerecy
Die Vorhaben wirken kumulativ bezogen auf
die Ortslage Hoyerswerda/Wojerecy, die von
drei Seiten umschlossen wird.
Lauta
B 96 n - Neubau nordwestlich Lauta
B 97 – Neubau östlich Lauta
Auch im Zusammenhang mit Vorbelastun-
gen wirksame Überprägung des Land-
schaftsraumes nordwestlich von Lauta
Darüber hinaus sind kumulative Effekte bezüglich einiger der ggf. betroffenen FFH- bzw. SPA-Gebiete möglich.
Ein Überblick hierzu wird in der folgenden Tabelle gegeben. Es sind gebietsbezogen diejenigen Vorhaben darge-
stellt, bei deren Umsetzung kumulative Auswirkungen auf die angegebenen Gebiete nicht grundsätzlich auszu-
schließen sind.

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
52
Tabelle 2.2.1-2: Kumulative Wirkungen aus den Festlegungen von Verkehrsvorhaben auf FFH- bzw. SPA-
Gebiete
Betroffenes Gebiet
Kumulative Wirkungen folgender Vorhaben
FFH-Gebiet DE 4945-303 „Schwer-
metallhalden bei Freiberg“
B 101 OU Brand-Erbisdorf (2-streifiger Neubau, 5,5 km)
B 101 Freiberg – Brand-Erbisdorf (4-spur. Ausbau 0,7 km)
SPA-Vogelschutzgebiet DE 4546-451
„Unteres Rödertal“
B 169 OU Gröditz (2-streifiger Neubau, 8,2 km)
B 98 OU Glaubitz (2-streifiger Neubau, 2,6 km)
B 98 OU Wildenhain (2-streifiger Neubau, 1,7 km)
FFH-Gebiet DE 4546-304 „Röderaue
und Teiche unterhalb Großenhain“
B 169 OU Gröditz (2-streifiger Neubau, 8,2 km)
B 98 - OU Glaubitz (2-streifiger Neubau, 2,6 km)
B 98 OU Wildenhain (2-streifiger Neubau, 1,7 km)
SPA-Vogelschutzgebiet DE 4645-451
„Linkselbische Bachtäler“
B 169 2. BA Riesa - B 6 (2-streifiger Neubau, 5,0 km)
B 173 OU Mohorn (2-streifiger Neubau, 7,0 km)
S 32 OU Lommatzsch 1. BA Teil 2 (2-streifiger Neubau, 0,9 km)
SPA-Vogelschutzgebiet DE 4842-452
„Tal der Zwickauer Mulde“
B 175 OU Rochlitz (2-streifiger Neubau, 4,2 km)
B 175 / B 180 OU Waldenburg, 2. BA (2-streif. Neubau, 4,5 km)
B 175 / B 180 OU Waldenburg, 3. BA (2-streif. Neubau, 1,4 km)
S 247 Verlegung in Lunzenau (2-streifiger Neubau, 0,5 km)
FFH-Gebiet DE 4842-301 „Mittleres
Zwickauer Muldetal“
B 175 OU Rochlitz (2-streifiger Neubau, 4,2 km)
B 175 / B 180 OU Waldenburg, 2. BA (2-streif. Neubau, 4,5 km)
B 175 / B 180 OU Waldenburg, 3. BA (2-streif. Neubau, 1,4 km)
FFH-Gebiet DE 4545-301 „Elbtal
zwischen Schöna und Mühlberg“
B 182 OU Strehla (2-streifiger Neubau, 5,6 km)
B 98 - OU Glaubitz (2-streifiger Neubau, 2,6 km)
S 88 A Röderau mit Beseitigung des BÜ (2-streifiger Neubau, 2,0
km)
SPA-Vogelschutzgebiet DE 4545-452
„Elbtal zwischen Schöna und Mühl-
berg“
B 182 OU Strehla (2-streifiger Neubau, 5,6 km)
B 98 - OU Glaubitz (2-streifiger Neubau, 2,6 km)
S 88 A Röderau mit Beseitigung des BÜ (2-streifiger Neubau, 2,0
km)
FFH-Gebiet DE 4943-301
„Zschopautal“
B 101 OU Schlettau (2-streifiger Neubau, 2,1 km)
B 95 OU Wiesa-Schönfeld (2-streifiger Neubau, 3,5 km)
B 174 OU Großolbersdorf / Hohndorf (2-streifiger Neubau, 2,3 km)
FFH-Gebiet DE 5343-301 „Moore
und Mittelgebirgslandschaft bei Elter-
lein“
B 101 -OU Scheibenberg (2-streifiger Neubau, 3,5 km)
B 101 OU Schlettau (2-streifiger Neubau, 2,1 km)
SPA Vogelschutzgebiet DE 5343-451
„Geyersche Platte“
B 101 -OU Scheibenberg (2-streifiger Neubau, 3,5 km)
B 101 OU Schlettau (2-streifiger Neubau, 2,1 km)
FFH-Gebiet DE 4541-302 „Wölperner
Torfwiesen“
B 87 AS Leipzig-Mitte (A14) - s Eilenburg (2-streifiger Neubau, 15,5
km) [1]
B 87 s Eilenburg - n Eilenburg (2-streifiger Neubau, 4,0 km) [1]
FFH-Gebiet DE 4340-302 „Vereinigte
Mulde und Muldeauen“
B 87 AS Leipzig-Mitte (A14) - s Eilenburg (2-streifiger Neubau, 15,5
km) [1]
B 87 s Eilenburg - n Eilenburg (2-streifiger Neubau, 4,0 km) [1]
B 2 OU Bad Düben 2. BA (2-streifiger Neubau, 2,5 km)
B 107 OU Trebsen (2-streifiger Neubau, 3,5 km)
SPA-Vogelschutzgebiet DE 4340-451
„Vereinigte Mulde“
B 87 AS Leipzig-Mitte (A14) - s Eilenburg (2-streifiger Neubau, 15,5
km) [1]
B 87 s Eilenburg - n Eilenburg (2-streifiger Neubau,4,0 km) [1]
B 2 OU Bad Düben 2. BA (2-streifiger Neubau, 2,5 km)
B 107 OU Trebsen (2-streifiger Neubau, 3,5 km)

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
53
Betroffenes Gebiet
Kumulative Wirkungen folgender Vorhaben
FFH-Gebiet DE 4441-301 „Schwarz-
bachniederung mit Sprottabruch“
B 2 OU Bad Düben 2. BA (2-streifiger Neubau, 2,5 km)
B 6n OU Bad Düben (2-streifiger Neubau, 3,6 km)
FFH-Gebiet DE 4442-301 „Großer
Teich Torgau und benachbarte Tei-
che“
B 87 n Eilenburg - s Torgau (2-streifiger Neubau, 21,5 km) [1]
B 87s Torgau - n Torgau (2-streifiger Neubau, 9,0 km) [1]
SPA-Vogelschutzgebiet DE 4342-452
„Elbaue und Teichgebiete bei Tor-
gau“
B 87 n Eilenburg - s Torgau (2-streifiger Neubau, 21,5 km) [1]
B 87s Torgau - n Torgau (2-streifiger Neubau, 9,0 km) [1]
B 182 OU Dommitzsch / Greudnitz, Wörblitz, Proschwitz (2-
streifiger Neubau, 4,1 km)
FFH-Gebiet DE 4342-301 „Elbtal
zwischen Mühlberg und Greudnitz“
B 87s Torgau - n Torgau (2-streifiger Neubau, 9,0 km) [1]
B 182 OU Dommitzsch / Greudnitz, Wörblitz, Proschwitz (2-
streifiger Neubau, 4,1 km)
SPA-Vogelschutzgebiet DE 4552-451
„Biosphärenreservat Oberlausitzer
Heide- und Teichlandschaft“
/Biosferowy rezerwat „Hornjołužiska
hola a haty"
B 96 Königswartha/Rakecy – Groß Särchen/Wulke Ždźary (2-
streifiger Neubau 9,4 km)
B 156 Uhyst/Delni Wujězd – Boxberg/Hamor (2-streifiger Neubau,
7,0 km)
FFH-Gebiet DE 5245-301 „Tal der
Schwarzen Pockau“
B 171 OU Zöblitz (2-streifiger Neubau, 2,2 km)
B 174 OU Marienberg / Reitzenhain (2-streifiger Neubau, 1,7 km)
SPA-Vogelschutzgebiet DE 5438-451
„Weidenteich und Syrau-
Kauschwitzer Heide“
B 282 OU Mehltheuer (2-streifiger Neubau, 2,2 km)
B 282 OU Syrau (2-streifiger Neubau, 2,4 km)
FFH-Gebiet DE 4739-302 „Elsteraue
südlich Zwenkau“
B 2 OU Groitzsch / Audigast (2-streifiger Neubau, 1,5 km)
S 65 Verlegung südlich Groitzsch (2-streifiger Neubau, 1,5 km)
SPA-Vogelschutzgebiet DE 4739-451
„Elsteraue bei Groitzsch“
B 2 OU Groitzsch / Audigast (2-streifiger Neubau, 1,5 km)
S 65 Verlegung südlich Groitzsch (2-streifiger Neubau, 1,5 km)
SPA-Vogelschutzgebiet DE 4648-452
„Teiche bei Zschorna“
B 98 OU Thiendorf (2-streifiger Neubau, 1,7 km)
B 98 OU Schönfeld (2-streifiger Neubau, 2,1 km)
[1] Die Darstellung des Korridors der B 87n erfolgt nachrichtlich.
Den Kumulationen soll auf den nachfolgenden Planungsebenen durch FFH-verträgliche Ausformungen entgegen
gewirkt werden. Durch die Umsetzung der sich aus der FFH-Verträglichkeitsprüfung nach der FFH-Richtlinie erge-
benen Maßnahmen bzw. durch Trassenoptimierung besteht die Möglichkeit einer FFH-verträglichen Umsetzung.

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
54
2.2.2 Klimacheck
Aufgabe des Klimachecks ist es, zusammenfassend zu prüfen und darzustellen, welchen Beitrag der LEP 2013
zur Bewältigung der Herausforderung des Klimawandels leistet. Während in der Umweltprüfung im Kern betrach-
tet wird, welche Auswirkungen von den Festlegungen des LEP 2013 auf die Umwelt ausgehen, ist im Gegensatz
dazu der Grundgedanke des Klimachecks, inwieweit der LEP die Landesentwicklung hinsichtlich der Folgen des
Klimawandels unterstützt und entlastet. In Kapitel 1.3 des Umweltberichtes wurde deshalb eingehender erläutert,
welche klimatischen Veränderungen voraussichtlich in Sachsen künftig zu erwarten sind. Im vorliegenden Kapitel
ist darauf aufbauend zu prüfen, ob die Festlegungen des LEP 2013 eine vorsorgende Anpassung an die sich
abzeichnenden Klimaveränderungen und einen vorsorgenden Klimaschutz unterstützen oder konterkarieren.
Im Grundsatz 2.1.1.3 des LEP 2013 wird die Erarbeitung Regionaler Energie- und Klimaschutzkonzepte sowie
Regionaler Klimaanpassungskonzepte empfohlen, was grundsätzlich als positiv zu bewerten ist. Darüber hinaus
kann und sollte ein Landesentwicklungsplan aber auch konkrete inhaltliche Impulse geben.Deshalb werden nach-
folgend im Bereich der
Klimaanpassung
zunächst grundsätzliche Handlungsstrategien aufgeführt und räumliche
Handlungsschwerpunkte benannt. In diesem Zuge werden nicht alle denkbaren Anpassungsstrategien, sondern
entsprechend des Aufgabenbereiches und Detaillierungsgrades des LEP 2013 diejenigen dargelegt, die einer
fachübergreifenden und gesamträumlichen Koordinierung bedürfen. Anschließend wird erläutert, ob - und wenn
ja wie - der LEP 2013 die jeweilige Handlungsstrategie unterstützt. Im Gegenzug ist zu prüfen, ob der LEP 2013
Festlegungen enthält, die der jeweiligen Klimaanpassungsstrategie entgegenwirken.
Im Bereich des
Klimaschutzes
ist von den bereits dargelegten Zielen des Freistaates Sachsen zur Minderung
von Treibhausgasemissionen auszugehen und der Beitrag des LEP 2013 zu deren Erfüllung darzulegen. Auch
hier ist anschließend zu prüfen, ob gegenläufige Festlegungen im LEP 2013 enthalten sind.
Der LEP 2013 hat zur Unterstützung der Klimaanpassung wie auch des Klimaschutzes insbesondere folgende
Möglichkeiten:
Textliche rahmensetzende Festlegung
Zeichnerische Festlegung
Planungsauftrag an die Regionalplanung
Gezielte Benennung von klimawandelrelevanten Ausweisungskriterien für Festlegungen der Regionalpla-
nung
Nachrichtliche zeichnerische Darstellung eines Aspektes zur Information
2.2.2.1 Klimaanpassung
Welche der genannten Möglichkeiten genutzt werden, wird in den nachfolgenden Kapiteln näher dargestellt. Da-
bei sind übergreifende Klimaanpassungsstrategien und Anpassungsstrategien in Bezug auf ausgewählte Raum-
nutzungen zu differenzieren.
Übergreifende Klimaanpassungsstrategien
Unter übergreifenden Klimaanpassungsstrategien sind solche zu verstehen, die die Vulnerabilität (Verletzbarkeit)
Sachsens gegenüber den Folgen des Klimawandels vorsorgend vermindern. Dazu gehören insbesondere Maß-
nahmen zur Anpassung an
zunehmende Temperaturen und Hitzeperioden,
Veränderungen der Niederschlagsverhältnisse, neben der Verringerung des Jahresniederschlages ins-
besondere die Verringerung des sommerlichen Niederschlages und die damit einhergehende Verände-
rung der klimatischen Wasserbilanz sowie
eine Zunahme der Intensität und Häufigkeit von Extremereignissen (insb. Hochwasser und Starkregen).

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
55
Steigende Temperaturen: Schwerpunkt Hitzeperioden
Handlungs-
bedarf
Lag die durchschnittliche Anzahl von Hitzetagen (Tagen > 30°C) in ganz Sachsen im Zeitraum
1961-90 bei ca. 3 Tagen, wird sie sich bis Mitte des 21. Jahrhunderts voraussichtlich auf 14 erhö-
hen, bis Ende des 21. Jahrhunderts bereits auf 21 Tage. Insbesondere in städtischen Räumen
werden je nach Topographie, Durchgrünung und Versiegelungsgrad die Risiken von Hitzebelas-
tungen deutlich zunehmen. Deshalb gilt es, die Risiken für die menschliche Gesundheit voraus-
schauend zu mindern.
Räumliche
Handlungs-
schwer-
punkte
Die höchsten Jahresdurchschnittstemperaturen sind in Nord- und Ostsachsen sowie dem Elbtal zu
erwarten. In diesen Gebieten liegen auch die Bereiche, die voraussichtlich die höchste Anzahl an
Hitzetage aufweisen werden. Berücksichtigt man zudem, dass sich Gebiete in Abhängigkeit von
der Nutzung ganz unterschiedlich aufheizen, sind als Schwerpunktbereiche von Hitzebelastungen
vor allem Städte im Tiefland Nord- und Ostsachsens, insbesondere im Leipziger Land, der Ober-
lausitz und im wärmegetönten Elbtal, zu erwarten.
Näheres in Kap. 1.3.1 des Umweltberichtes
Handlungs-
strategien
und Beitrag
des
LEP 2013
Hitzebelastungen vorbeugen
... durch eine stärkere Durchgrünung von Überwärmungsgebieten in Städten
Schaffung siedlungsklimatisch relevanter Strukturen und Räume mit ausgleichender Wir-
kung hinsichtlich sommerlicher Hitzebelastung innerhalb des Siedlungsgefüges (G 4.1.4.2,
G 2.2.2.4); in der Begründung Benennung von Kriterien für eine klimatische Wirksamkeit
von städtischen Freiflächen
Benennung des Kriteriums „
Siedlungsflächen mit Überwärmungsgefahr
“ für die Festlegung
von „Bereichen der Landschaft mit besonderen Nutzungsanforderungen“ oder „Sanie-
rungsbedürftigen Bereichen der Landschaft“ in den Regionalplänen (Z 4.1.1.6). Damit
können zusammenhängende, größere Überwärmungsbereiche in den Regionalplänen
gekennzeichnet werden, in denen auf kommunaler Ebene eine Erhöhung des Anteils kli-
matisch wirksamer Freiflächen besonders vorrangig ist. Eine Konkretisierung und Umset-
zung obliegt im Weiteren der Bauleit- und Landschaftsplanung.
…durch einen Erhalt von Kalt- und Frischluftabflussbahnen in potenziell überwärmte Ge-
biete
Auftrag an die Regionalplanung, siedlungsrelevante Frisch- und Kaltluftentstehungsgebiete
sowie Frisch- und Kaltluftbahnen festzulegen; siedlungsklimatisch bedeutsame Bereiche
sind zu sichern und zu entwickeln sowie von Neubebauung bzw. Versiegelung freizuhalten
(Z 4.1.4.1)
Auftrag an die Regionalplanung, siedlungsnahe, zusammenhängende Bereiche des Frei-
raums mit unterschiedlichen ökologischen Funktionen oder naturnahen Erholungsmöglich-
keiten als Regionale Grünzüge festzulegen und von einer Bebauung freizuhalten
(Z 2.2.1.8)
Naherholungsräume als klimatische Gunsträume in Hitzeperioden gestalten
…durch Verbesserung der Erholungsbedingungen in der Umgebung von Überwärmungs-
gebieten
Erhöhung des Waldanteils in den Planungsregionen Oberes Elbtal/Osterzgebirge auf
28,5 %, Oberlausitz-Niederschlesien/Hornja Łužica-Delnja Šleska auf 38 %¸ Leipzig-
Westsachsen auf 19 % und Region Chemnitz auf 32 % an der Regionsfläche (Z 4.2.2.1)
Benennung des Kriteriums „
Umwandlung von Bereichen, die in der Naherholungszone von
Siedlungsbereichen mit hoher Einwohnerdichte liegen und die derzeit eine geringe lokal-
klimatische Entlastungswirkung aufweisen in Bereiche mit lokalklimatischer Ausgleichswir-
kung gegenüber sommerlicher Hitzebelastung“
für die räumliche Konkretisierung der regio-
nalen Waldmehrungsziele durch die Festlegung von Vorrang- und Vorbehaltsgebieten
Waldmehrung in den Regionalplänen (Z 4.2.2.1)
…durch Verbesserung der Erreichbarkeit von Naherholungsräumen
Verbesserung der Erreichbarkeit bestehender Tourismus- und Naherholungsgebiete durch
Einrichtungen des ÖPNV/SPNV (Z 2.3.3.13)
Sicherung der freien Zugänglichkeit von Gewässern (G 2.3.3.12)

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
56
Gegen-
läufige Fest-
legungen?
Die landesplanerisch angestrebte Konzentration der Siedlungsentwicklung in Zentralen Orten
sowie der in verschiedenen Plansätzen konkretisierte Vorrang der baulichen Innenentwicklung vor
der Außenentwicklung (Kap. 2.2.1) lassen der kommunalen Planungsebene einen hinreichenden
Ermessensspielraum. So kann im Einzelfall eine innerörtliche Fläche aufgrund ihrer klimatischen
Bedeutung als Grünfläche entwickelt werden, ohne das Leitbild der dezentralen Konzentration und
kompakten europäischen Stadt zu konterkarieren.
Durch die Aufnahme der Maßgabe, dass brachliegende und brachfallende Bauflächen dann zu
beplanen und wieder einer baulichen Nutzung zuzuführen sind, wenn den Flächen keine sied-
lungsklimatische Funktion zukommt (Ziel 2.2.1.7) werden Entscheidungen zur Nachverdichtung
und Konversion auf Erfordernisse der Klimawandelanpassung ausgerichtet.
Die vier in Tabelle 2.2.2.1-1 dargestellten, als Trasse festgelegten Vorhaben schneiden Bahnen
starken Kaltluftabflusses.
Tabelle 2.2.2.1-1: Verkehrsvorhaben mit Konfliktpotenzial Kaltluftabfluss
B 95 OU Burkhardtsdorf
B 101/ B 173 OU Freiberg
B 172 OU Pirna
S 106 OU Bautzen/Budyšin Südumgehung 2. BA
Gesamtein-
schätzung
Die hier beschriebenen Festlegungen des LEP 2013 unterstützen insgesamt eine An-
passung an zunehmende Hitzerisiken. Schäden und negativen Umweltauswirkungen ist
vorsorgend zu begegnen, dass in den Zulassungsverfahren der in Tabelle 2.2.2.1-1 ver-
zeichneten Straßenverkehrsvorhaben auf eine siedlungsklimatisch verträgliche Ausgestal-
tung der Kaltluftabflussbahnen hingewirkt wird.
Verringerung des Niederschlages und sommerliche Trockenperioden
Handlungs-
bedarf
Der Jahresniederschlag wird in Sachsen bis Mitte des 21. Jahrhunderts voraussichtlich mäßig bis
leicht abnehmen. Im Winterhalbjahr nehmen die Niederschläge dabei tendenziell leicht zu, im
Sommer dagegen markant ab. Insbesondere für den Norden und Osten Sachsens, die schon
bislang die geringsten Niederschlagssummen aufwiesen, sind die größten Niederschlagsminde-
rungen in den Sommermonaten und teilweise Verringerungen der sommerlichen Nieder-
schlagsmenge um mehr als die Hälfte zu erwarten. Verbunden mit deutlich steigenden Temperatu-
ren wird die klimatische Wasserbilanz als Differenz zwischen Niederschlag und Verdunstung ver-
mutlich bereits Mitte des 21. Jahrhunderts in weiten Teilen Nord- bis Mittelsachsens einen negati-
ven Wert von 0 bis -200 mm erreichen (Grundwasserzehrgebiete). Insbesondere in diesen Berei-
chen ist mit einem erheblich angespannten Wasserhaushalt zu rechnen.
Räumliche
Handlungs-
schwer-
punkte
Die räumlichen Handlungsschwerpunkte ergeben sich aus den beschriebenen klimatischen Ver-
änderungen und liegen insbesondere in den Tiefländern Sachsen (Nord- und Ostsachsen). Aber
auch im Bergland und Mittelgebirge ist mit einer maßgeblichen Veränderung der sommerlichen
Niederschlags- und Wasserhaushaltsverhältnisse zu rechnen, sodass sich auch dort im Einzelfall
erhebliche Konfliktfelder ergeben können.
Näheres in Kap. 1.3.2 des Umweltberichtes
Handlungs-
strategien
und Beitrag
des
LEP 2013
Stabilisierung des Wasserhaushaltes
... durch Maßnahmen des Wasserrückhalts in Räumen mit einem angespannten Wasser-
haushalt
Naturnahe Oberflächenentwässerung zur Verbesserung des Wasserhaushaltes (Grund-
wasseranreicherung), Förderung der Versickerung von Niederschlagswasser entsprechend
der Begründung (G 4.1.2.4)
Benennung des Kriteriums einer
klimawandelbedingten Reduzierung der Grundwasser-
neubildung
für die Festlegung als „Sanierungsbedürftige Bereiche der Landschaft“ in den
Regionalplänen (Z 4.1.2.1) sowie Benennung des Kriteriums „
besonders vom Klimawandel
betroffene Gebiete
“ für die Festlegung von „Bereichen der Landschaft mit besonderen
Nutzungsanforderungen“ (Z 4.1.1.6)
Damit können regionale Schwerpunkte eines angespannten Wasserhaushaltes gekenn-
zeichnet und Art und Umfang der zulässigen Nutzungen näher bestimmt werden.
Erhöhung des Waldanteils in den Planungsregionen Oberes Elbtal/Osterzgebirge auf
28,5 %, Oberlausitz-Niederschlesien/Hornja Łužica-Delnja Šleska auf 38 %¸ Leipzig-
Westsachsen auf 19 % und Region Chemnitz auf 32 % an der Regionsfläche (Z 4.2.2.1)
…durch ein gezieltes Wassermanagement

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
57
Festlegung der Bergbaufolgelandschaften als Räume mit besonderem Handlungsbedarf;
Gestaltung weitgehend nachsorgefreier Bergbaufolgelandschaften (auch in Bezug auf den
Wasserhaushalt, Z 2.1.3.2)
…durch angepasste Flächennutzungen
vgl. die Betrachtung einzelner Nutzungen im selben Kapitel des Umweltberichtes
…durch einen nachhaltigen Gewässerschutz
Auftrag an die Regionalplanung, regionale Schwerpunkte als „Sanierungsbedürftige Berei-
che der Landschaft“ festzulegen (Z 4.1.2.3). Mit einer Verringerung des Fließgewässerab-
flusses oder des Wasserstandes stehender Gewässer steigt die anteilige Belastung durch
anthropogene Einträge, sodass mit der Festlegung fachübergreifende Schwerpunkte für
Sanierungsmaßnahmen festgelegt werden können.
Öffnung verrohrter Fließgewässerabschnitte und naturnahe Gestaltung (Z 4.1.2.3)
Schutz vorhandener Grundwasservorkommen vor Beeinträchtigungen
Auftrag an die Regionalplanung, Bereiche der Landschaft mit besonderen Nutzungsanfor-
derungen festzulegen, in denen Grundwasservorkommen durch die Folgen des Klimawan-
dels erheblich beeinträchtigt werden können (Z 4.1.2.1)
Auftrag an die Regionalplanung, bedeutsame Grundwasservorkommen als Vorranggebiete
Wasserversorgung festzulegen (Z 5.2.1)
Verminderung von Bodenverlusten bei austrocknungsgefährdeten Böden
…durch vorsorgende Maßnahme des Winderosionsschutzes
Benennung des Kriteriums „
Gebiete mit hoher bis sehr hoher potenzieller Erosionsgefähr-
dung
“ für die Festlegung von „Bereichen der Landschaft mit besonderen Nutzungsanforde-
rungen“ in den Regionalplänen (Z 4.1.1.6). Damit könnten in den Regionalplänen Schwer-
punktbereiche für Erosionsschutzmaßnahmen festgelegt werden.
Gegen-
läufige Fest-
legungen
Nach Ziel 4.2.3.1 sind in den Regionalplänen zugleich Vorranggebiete für den Rohstoffabbau,
Vorranggebiete für die langfristige Sicherung von Rohstofflagerstätten und Vorranggebieten für
den Braunkohlenabbau festzulegen. Diese können je nach Lage zu erheblichen Grundwasserab-
senkungen und Beeinträchtigungen des Wasserhaushaltes führen, die den o. g. Strategien zuwi-
der laufen würden. Insofern kommt es auf regionaler Ebene in besonderem Maße auf eine
Standortoptimierung an, bei der die zu erwartende klimatische Wasserbilanz eines Gebietes ge-
zielt berücksichtigt werden sollte. Die landesweit bedeutsamen Braunkohlenlagerstätten befinden
sich zudem in Gebieten, in denen besonders angespannte Wasserverhältnisse zu erwarten sind.
Deshalb sind flankierende Maßnahmen zur Stützung des Wasserhaushaltes umso nötiger. Mit der
Bennung des Kriteriums „Vermeidung der Kumulation von Rohstoffabbau in Gebieten mit einem
klimawandelbedingt besonders angespannten Wasserhaushalt“ als zu berücksichtigender Belang
bei den Festlegungen der Regionalplanung geht der LEP 2013 explizit auf Erfordernisse der Kli-
mawandelanpassung im Zusammenhang mit dem Rohstoffabbau ein.
Die Festlegung einer Fahrrinnentiefe der Elbe von 1,50 m/ 1,60m in Ziel 3.6.1, die an durchschnitt-
lich 345 Tagen pro Jahr angestrebt wird, kann bei klimabedingtem Rückgang des MNQ erhebliche
umweltbezogene Konflikte hervorrufen und einer vorsorgenden Anpassung entgegenstehen.
Gesamtein-
schätzung
Die Festlegungen des LEP 2013 unterstützen überwiegend eine Anpassung an eine
Verringerung des Wasserdargebots, teilweise stehen sie einer solchen deutlich entgegen
(z. B. Fahrrinnentiefe Elbe). Als Grundlage der Braunkohlenpläne sollten künftig in den
Prognosen der Grundwasserverhältnisse Aspekte des Klimawandels berücksichtigt und
abbauflankierende Maßnahmen zur Stützung des Wasserhaushaltes vorgesehen werden.

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
58
Starkregen- und Hochwasserereignisse
Handlungs-
bedarf
Zur künftigen Entwicklung von Starkregen- und Hochwasserereignissen in Sachsen stehen keine
räumlich differenzierten Prognosen zur Verfügung. Allerdings haben die Starkregen- und Hoch-
wasserereignisse der vergangenen Jahre hinreichend deutlich gemacht, welch enormer Hand-
lungsbedarf zur Vermeidung und Minderung der wachsenden Schäden durch solche Extrem-
ereignisse besteht. Nach K
ÜCHLER (2005) und ENKE (2003) ist künftig vor allem im Sommer mit
einer Zunahme an Starkregenereignissen zu rechnen, trotz des tendenziellen Rückganges des
sommerlichen Niederschlages insgesamt. Auswertungen von Klimadaten der Stationen Gör-
litz
/
Zhorjelc und Hähnichen zeigen zumindest einen leichten Anstieg der Anzahl an sommerlichen
Niederschlagsereignissen > 20 mm/d zwischen 1980 bis 2009 (SCHMIDT et al. 2011). Im globalen
Maßstab wird auf einen wachsenden Anteil von Extremniederschlägen am gesamten Jahresnie-
derschlag während der letzten Jahrzehnte hingewiesen (B
ISSOLLI et al. 2010). Vb-Wetterlagen
haben in der Vergangenheit vielfach sommerliche Hochwasser ausgelöst (z. B. das Hochwasser
an Elbe und Mulde 2002), ihre Anzahl stieg seit ca. 1950 bundesweit signifikant an.
Räumliche
Handlungs-
schwer-
punkte
In welchen Teilen Sachsens künftig Starkregenereignisse auftreten werden, lässt sich nicht kon-
kret prognostizieren, vielmehr aber ist in allen Landesteilen damit zu rechnen. Hohe Empfindlich-
keiten gegenüber Starkregenereignissen bestehen insbesondere in den landwirtschaftlich genutz-
ten Lösshügelländern Sachsens, die schon bislang durch eine hohe Wassererosionsgefährdung
geprägt waren. Diese wird sich weiter verschärfen. Zugleich können in urbanen Räumen mit ei-
nem hohen Versieglungsgrad aufgrund des verstärkten Oberflächenabflusses Schäden durch
Starkregenereignisse auftreten. Zudem bestehen insbesondere in den Tallagen der Gebiete mit
starkem Relief hohe Vulnerabilitäten, da hier Abflüsse mit hoher Energie und bevorzugte Sied-
lungslagen räumlich zusammentreffen.
Durch Hochwasser gefährdete Räume stellen nicht nur die gesetzlich festgesetzten Über-
schwemmungsgebiete, sondern darüber hinaus naturgemäß auch die Auen als natürliche Über-
schwemmungsgebiete dar. Die Hochwasserereignisse der Vergangenheit haben gezeigt, dass die
Fließgewässer bei Extremereignissen ihre seit Jahrhunderten angestammten Ausbreitungsberei-
che (Auen) wieder in Besitz nehmen können.
Handlungs-
strategien
und Beitrag
des
LEP 2013
Schäden durch Starkregenereignisse mindern
... durch vorsorgende Maßnahmen zum Wassererosionsschutz
Benennung des Kriteriums „
Gebiete mit hoher bis sehr hoher potenzieller Erosionsgefähr-
dung
“ für die Festlegung von „Bereichen der Landschaft mit besonderen Nutzungsanforde-
rungen“ in den Regionalplänen (Z 4.1.1.6). Damit könnten in den Regionalplänen Schwer-
punktbereiche für Erosionsschutzmaßnahmen festgelegt werden.
Benennung des Kriteriums „
Gebiete mit hoher Wassererosionsgefahr
“ für die räumliche
Konkretisierung der regionalen Waldmehrungsziele durch die Festlegung von Vorrang- und
Vorbehaltsgebieten Waldmehrung (Z 4.2.2.1). Mit einer Waldmehrung in kritischen Berei-
chen kann die Bodenerosion vermindert werden.
Benennung des Kriteriums „Gebiete mit besonderer Erosionsgefährdung (wie
ackerbaulich
genutzte Hangmulden mit reliefbedingter Abflusskonzentration und Steillagen)
“ für die
Festlegung von „Sanierungsbedürftigen Bereichen der Landschaft“ (Z 4.1.1.6). Damit kön-
nen in den Regionalplänen Bereiche festgelegt werden, in denen vorsorgend erosions-
schützende Maßnahmen erforderlich sind. Die Festlegung richtet sich insbesondere an die
Landwirtschaft.
…durch ein gezieltes Regenwassermanagement in Städten
Naturnahe Oberflächenentwässerung zur Verbesserung des Wasserhaushaltes (Grund-
wasseranreicherung) und des Hochwasserschutzes (Verringerung von Hochwasserspitzen
(G 4.1.2.4), Förderung der Versickerung von Niederschlagswasser entsprechend der Be-
gründung
Benennung des Kriteriums „
Gebiete mit hohen Versiegelungsgraden und hohen Anteilen
brachgefallener Bausubstanz
“ für die Festlegung von „Bereichen der Landschaft mit be-
sonderen Nutzungsanforderungen“ oder „Sanierungsbedürftigen Bereichen der Landschaft“
in den Regionalplänen (Z 4.1.1.6). Damit können in den Regionalplänen größere, zusam-
menhängende Schwerpunktbereiche für Entsiegelungsmaßnahmen gekennzeichnet wer-
den. Eine Konkretisierung und Umsetzung obliegt im Weiteren der kommunalen Planungs-
ebene.

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
59
Schäden durch Hochwasserereignissen vorbeugen
... durch die Freihaltung natürlicher Überschwemmungsgebiete von einer Bebauung
Freihaltung naturnaher Fließgewässer- bzw. Fließgewässerabschnitte mit ihren Ufer- und
Auenbereichen von jeglicher Bebauung und Verbauung (Z 4.1.1.3)
Auftrag an die Regionalplanung, vorhandene Überschwemmungsbereiche und Risikoberei-
che in potenziellen Überflutungsbereichen, die bei Versagen bestehender Hochwasser-
schutzeinrichtungen oder Extremhochwasser überschwemmt werden können, als Vorrang-
und Vorbehaltsgebiete für den vorbeugenden Hochwasserschutz festzulegen sowie Art und
Umfang der Nutzungen in diesen Gebieten (Z 4.1.2.9)
Gestaltung raumbedeutsamer Planungen und Maßnahmen in Flussauen so, dass Schäden
durch Hochwasser nicht eintreten (G 4.1.2.8)
…durch die Rückgewinnung von Überschwemmungsgebieten
Sicherung und Rückgewinnung natürlicher Überschwemmungsbereiche (Leitbild Sachsen
2025)
Schaffung von Freiräumen für eine eigendynamische Fließgewässerentwicklung ohne
Unterhaltungsmaßnahmen (G 4.1.1.4)
Auftrag an die Regionalplanung, rückgewinnbare Überschwemmungsbereiche als Vorrang-
und Vorbehaltsgebiete für den vorbeugenden Hochwasserschutz festzulegen sowie Art und
Umfang der Nutzungen in diesen Gebieten (Z 4.1.2.9)
…durch die Sicherung von Bereichen mit einem hohen Wasserrückhaltevermögen
Festlegung von Vorrang- und Vorbehaltsgebieten zum Schutz des vorhandenen Waldes
(Z 4.2.2.2)
…durch die Verbesserung des Wasserrückhaltevermögens in der Landschaft
Auftrag an die Regionalplanung, Gebiete, die aufgrund potenzieller starker oberirdischer
Abflüsse in kurzer Zeit eine Erhaltung und Verbesserung des Wasserrückhaltes besonders
erfordern, als „Bereiche der Landschaft mit besonderen Nutzungsanforderungen“ festzule-
gen (Z 4.1.2.7)
Begünstigung des Wasserrückhaltes in der Fläche in den Einzugsgebieten durch darauf
ausgerichtete Flächennutzungen sowie in den natürlichen Überschwemmungsräumen
(G 4.1.2.6)
Berücksichtigung nichttechnischer Alternativen (z.B. Flächenvorsorge) bei der Errichtung
von Hochwasserschutzanlagen (G 4.1.2.6)
Auftrag an die Regionalplanung, Vorrang- und Vorbehaltsgebiete Waldmehrung festzule-
gen (Z 4.2.2.1)
Erhöhung des Waldanteils in den Planungsregionen Oberes Elbtal/Osterzgebirge auf
28,5 %, Oberlausitz-Niederschlesien/Hornja Łužica-Delnja Šleska auf 38 %¸ Leipzig-
Westsachsen auf 19 % und Region Chemnitz auf 32 % an der Regionsfläche (Z 4.2.2.1)
Benennung des Kriteriums „
Gebiete mit Hochwasserentstehungsgefahr
“ für die räumliche
Konkretisierung der regionalen Waldmehrungsziele durch die Festlegung von Vorrang- und
Vorbehaltsgebieten Waldmehrung in den Regionalplänen (Z 4.2.2.1)
…durch die Gewährleistung der Entsorgungssicherheit von Abfällen im Falle von Hoch-
wasserkatastrophen
Auftrag an die Fachplanung, geeignete Flächen auszuwählen zur Zwischenlagerung von
großen Abfallmengen im Nachgang von Hochwasserereignissen im Interesse einer um-
weltgerechten Behandlung (Z 4.1.2.11)

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
60
Gegen-
läufige Fest-
legungen
Die Festlegungen zur Siedlungsstruktur, insbesondere zur Konzentration der über die Eigenent-
wicklung hinausgehenden Siedlungstätigkeit in Zentralen Orten stehen den aufgeführten Festle-
gungen zur Hochwasser- und Erosionsvorsorge nicht entgegen. Da die Festlegungen Zentraler
Orte gemeindebezogen erfolgen, besteht für die Regionalplanung mit der Festlegung von Versor-
gungs- und Siedlungskernen und für die Kommunen mit der Festsetzung künftiger Bauflächen
noch ein hinreichend großer Ausformungsspielraum.
Die Festlegungen zur Verkehrsstruktur beinhalten hinsichtlich des Straßenverkehrs 36 Verkehrs-
projekte, die als Trassen Neubau und 7 Verkehrsprojekte, die als Trassen Ausbau festgelegt wer-
den sowie 89 Verkehrsprojekte, die als Symbol oder Korridor festgelegt werden. Hinzu kommen
27 Verkehrsprojekte, die auf Basis des abgeschlossenen Planfeststellungsverfahrens wegen er-
folgten oder bevorstehenden Baubeginns nachrichtlich dargestellt werden sowie 7 Vorhaben, die
planfestgestellt sind und als Trasse Neubau in Karte 4 zum LEP erscheinen. Im Bereich des
Schienenverkehrs wird eine Maßnahme zeichnerisch als Trasse Neubau, 3 als Korridor festgelegt.
Von den 44 als Trasse (37 Neubau, 7 Ausbau) festgelegten Verkehrsvorhaben (inkl. Schienen-
verkehr queren 16 Vorhaben Vorrang- und Vorbehaltsgebiete Hochwasserschutz, die in den säch-
sischen Regionalplänen ausgewiesen sind, und/ oder Überschwemmungsgebiete nach § 100
Sächsisches Wassergesetz. Sie können je nach technischer Ausbildung der Querung im Konflikt
zum Hochwasserschutz stehen, da sie barrierehaft auf den Hochwasserabfluss wirken könnten
(vgl. Tab. 2.2.2.1-2).
Tabelle 2.2.2.1-2: Verkehrsvorhaben mit Konfliktpotenzial Hochwasserschutz
A 72 AS Chemnitz-Süd – AS
Stollberg-West
B 101 V in Aue (B 101 – B 169)
S 84 N Niederwartha-Meißen
2.BA, Teil 2
A 72 AS Stollberg-West – AS
Zwickau-Ost
B 101/ B 173 OU Freiberg
S 84 N Niederwartha-Meißen
3.BA
B 2 OU Bad Düben/
Wellaune
B 172 OU Pirna 3. BA
S 95 OU Kamenz/Kamjenc
(Südspange)/ S100
B 7 verl. nördl. Frohburg (Teil
SN) o. AS A 72
B 173 Verl. in Flöha
S 106 OU Bautzen/Budyšin
Südumgehung, 2. BA
B 95 OU Burkhardtsdorf
B 173 Plauen – A 72
S 177 Radeberg – A 4
B 178 A 4 – S 112 (Nos-
titz/Nosaćicy)
Gesamtein-
schätzung
Die Festlegungen des LEP 2013 unterstützen die Anpassung an Risiken durch Hoch-
wasser- und Starkregenereignisse insgesamt in einem umfassenden Maße. Allerdings ist
Schäden und negativen Umweltauswirkungen zudem vorsorgend dadurch zu begegnen,
dass insbesondere in den Zulassungsverfahren der in Tabelle 2.2.2.1-2 verzeichneten Stra-
ßenverkehrsvorhaben auf eine hochwasserverträgliche Ausgestaltung der Auenquerung
hingewirkt wird.
Klimabedingter Wandel der Kulturlandschaft insgesamt
Handlungs-
bedarf und
Handlungs-
schwer-
punkte
Die klimatischen Veränderungen wirken nicht solitär, sondern kumulativ und in Wechselwirkung zu
anderen Trends, insbesondere dem demographischen Wandel und den Auswirkungen der Ener-
giewende. Insgesamt werden die veränderten Rahmenbedingungen zu deutlichen Veränderungen
der sächsischen Kulturlandschaft führen, sodass eine vorausschauende Steuerung des Land-
schaftswandels geboten ist, welche nicht nur reaktiv erfolgen, sondern zugleich den Anspruch
einer aktiven Gestaltung und Entwicklung der Kulturlandschaft haben sollte.
Handlungs-
strategien
und Beitrag
des
LEP 2013
Kulturlandschaft gestalten
... durch eine fachübergreifende, abgestimmte Landschaftsentwicklung
Auftrag an die Regionalplanung, Leitbilder für die Kulturlandschaftsentwicklung aufzustel-
len (Z 4.1.1.11)
Gesamtein-
schätzung
Der LEP 2013 gibt der Regionalplanung dafür das notwendige Instrumentarium an die
Hand.
Klimananpassungsstrategien in Bezug auf ausgewählte Raumnutzungen und -funktionen
Aus den klimatischen Veränderungen ergeben sich zugleich Anforderungen an die einzelnen Raumnutzungen. Im
Folgenden wird deshalb beleuchtet, ob – und wenn ja wie – der LEP 2013 die Anpassung wesentlicher Raumnut-
zungen und -funktionen unterstützt.

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
61
Naturschutz
Handlungs-
bedarf und
räumliche
Handlungs-
schwer-
punkte
Mit steigenden Temperaturen werden tendenziell kaltstenotherme Arten benachteiligt und wärmelie-
bende Arten bevorteilt. Ein Ausweichen kaltstenothermer Arten, die bislang noch in kleinräumigen
kühleren Bereichen des sächsischen Tieflandes vorkommen, setzt allerdings funktionsfähige Wan-
derkorridore und Trittsteinbiotope voraus. Anderenfalls ist ein Erlöschen von Populationen zu erwar-
ten. Die sächsischen Bergländer und Mittelgebirgslagen werden zwar die Bereiche mit der geringsten
Jahresdurchschnittstemperatur bleiben, allerdings werden dort bis Mitte des Jahrhunderts noch grö-
ßere Temperaturerhöhungen als im Tiefland hinzunehmen sein (um 2,5 °C am Fichtelberg, um 2 °C
im Tiefland), sodass sich die Lebensräume auch dort maßgeblich verändern werden.
Der Rückgang des Jahresniederschlages, insbesondere des sommerlichen Niederschlages und da-
mit verbunden der klimatischen Wasserbilanz kann zu kritischen Rückgängen des Fließgewässerab-
flusses und des Wasserstandes stehender Gewässer bis hin zu Austrocknungen derselben führen,
sodass wasserabhängige Arten und Lebensräume in besonderem Maße klimawandelbedingten Be-
lastungen ausgesetzt sein werden. Betroffen davon sind insbesondere die Bereiche Sachsens, die
künftig voraussichtlich eine kritische klimatische Wasserbilanz aufweisen werden und sich schwer-
punktmäßig in Nord- und Ostsachsen konzentrieren. Kleinräumig sind sie aber auch in anderen Re-
gionen Sachsens zu erwarten. Trockenheitsangepasste Arten und Lebensräume werden künftig
voraussichtlich bevorteilt, sofern ihnen ein entsprechender Entwicklungsraum zugestanden wird.
Im Kontext zunehmender Flächenkonkurrenzen infolge bestimmter gesellschaftlicher Entwicklungen
besteht ein enormer Handlungsbedarf, wertvolle Bereiche des Naturschutzes zu sichern und auch
außerhalb von Schutzgebieten Bedingungen zu schaffen, die den Rückgang der Biodiversität aufhal-
ten bzw. umkehren.
Näheres in Kap. 1.3 des Umweltberichtes
Handlungs-
strategien
und Beitrag
des
LEP 2013
Sicherung und Ausbau des Biotopverbundsystems
... durch Schaffung von Wanderungskorridoren für ausweichende oder durchziehende Arten
Herstellung eines großzügigen Biotopverbundes (G 4.1.1.15); Aufbau eines Netzes von
Naturentwicklungsgebieten (Prozessschutz) und Integration in das ökologische Ver-
bundsystem (G 4.1.1.18)
Auftrag an die Regionalplanung, Vorrang- und Vorbehaltsgebiete Arten- und Bio-
topschutz festzulegen und auf dieser Grundlage einen großräumig übergreifenden Bio-
topverbund zu sichern und als solchen zu kennzeichnen (Z 4.1.1.16)
Benennung des Kriteriums
„Sicherung des Biotopverbundes über Wanderungskorrido-
re“
für die räumliche Konkretisierung der regionalen Waldmehrungsziele durch die Fest-
legung von Vorrang- und Vorbehaltsgebieten Waldmehrung in den Regionalplänen
(Z 4.2.2.1)
Benennung der „
Stärkung des Biotopverbundes
“ als eine der Funktionen der in den
Regionalplänen festzulegenden regionalen Grünzüge (Z 2.2.1.8)
…durch Erhalt und Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit in den Wanderungskor-
ridoren
Sicherung von unzerschnittenen verkehrsarmen Räumen (Z 4.1.1.2)
Herstellung der Durchgängigkeit von Fließgewässern (Z 4.1.2.3), Auftrag an die Regio-
nalplanung, dafür regionale Schwerpunkte als „Sanierungsbedürftige Bereiche der
Landschaft“ festzulegen
Sicherung der Biodiversität
…durch eine entsprechende Landschaftsentwicklung
Sicherung der biologischen Vielfalt und Bewahrung der biologischen Ressourcen
(G 4.1.1.15)
Beitrag der Landwirtschaft zur Eindämmung des Biodiversitätsverlustes (Z 4.2.1.3)
Auftrag an die Regionalplanung, Vorrang- und Vorbehaltsgebiete Arten- und Bio-
topschutz festzulegen (Z 4.1.1.16)
… durch Stabilisierung des Wasserhaushaltes wasserabhängiger Ökosysteme
Erhalt und Renaturierung grundwasserabhängiger Landökosysteme, Revitalisierung
renaturierbarer Moore (G 4.1.1.19)

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
62
… durch Fortführung und Auflegen von Programmen und Projekten für klimasensitive Le-
bensräume und Arten
Anhang: Fachplanerische Inhalte des Landschaftsprogramms
Gegen-
läufige
Fest-
legungen
Die Festlegungen zur Raum- und Siedlungsstruktur, insbesondere zu Verbindungs- und Ent-
wicklungsachsen und zu Zentralen Orten wirken förderlich, weil sie einer Zersiedlung der Landschaft
entgegenwirken. Viele Festlegungen zur Freiraumstruktur unterstützen Schutz und Entwicklung von
Natur und Landschaft maßgeblich.
Die Festlegungen zur Verkehrsstruktur beinhalten hinsichtlich des Straßenverkehrs 36 Verkehrspro-
jekte, die als Trasse Neubau und 7 Verkehrsprojekte, die als Trasse Ausbau festgelegt werden sowie
89 Verkehrsprojekte, die als Symbol oder Korridor festgelegt werden. Hinzu kommen 27 Ver-
kehrsprojekte, die auf Basis des abgeschlossenen Planfeststellungsverfahrens wegen erfolgten oder
bevorstehenden Baubeginns nachrichtlich dargestellt werden sowie 7 Vorhaben, die planfestgestellt
sind und als Trasse Neubau in Karte 4 zum LEP erscheinen. Im Bereich des Schienenverkehrs wird
eine Maßnahme zeichnerisch als Trasse Neubau, 3 als Korridor festgelegt.
Von den 44 als Trasse (37 Neubau, 7 Ausbau) festgelegten Verkehrsvorhaben (inkl. Schienenver-
kehr) queren 20 Vorranggebiete für Natur und Landschaft, die in den sächsischen Regionalplänen
ausgewiesen sind. Sie können je nach technischer Ausbildung der Querung im Konflikt zum Bio-
topverbund stehen, da sie barrierehaft wirken könnten. Dies betrifft folgende Vorhaben:
Tabelle 2.2.2.1-3: Verkehrsvorhaben mit Konfliktpotenzial Biotopverbund
B 2 OU Krostitz/ Krensitz
B 156 OU Malschwitz/ Nie-
derguhrig/Malešecy/Delnja
Hórka
B 181 A 9 – Stadtgrenze Leipzig
B 7 verl. nördl. Frohburg (Teil
SN) o. AS A 72
B 169 B6 - Salbitz
S 95 OU Kamenz/Kamjenc
(Südspange)/ S100
B 101/ B 173 OU Freiberg
B 172 OU Pirna 3. BA
S 106 OU Bautzen/Budyšin Sü-
dumgehung, 2. BA
B 107 1.BA Südverbund
Chemnitz (S236) - B 173
B 173 Verl. in Flöha
S 177 V südlich Großerkmanns-
dorf
B 107 2.BA B 173 - Ebers-
dorf (B 169)
B 178 A 4 – S 112 (Nos-
titz/Nosaćicy)
S 177 OU Wünschendorf/ Esch-
dorf
B 107 OU Grimma
B 178 Niederoderwitz - Zittau
S 241 OU Niederfrohna
B 180 OU Thalheim
DB Ausbaustrecke Leipzig
-Dresden Abschnitt
Böhla-Weinböhla
Gesamtein-
schätzung
Die Festlegungen des LEP 2013 unterstützen insgesamt eine Anpassung des Naturschut-
zes an die Klimaveränderungen in einem umfassenden Maße. Allerdings ist zudem insbeson-
dere in den Fällen der in Tabelle 2.2.2.1-3 gelisteten Verkehrsvorhaben im jeweiligen Zulas-
sungsverfahren auf eine solche Ausgestaltung der Querung hinzuwirken, dass keine Beein-
trächtigung des Biotopverbundes erfolgt (entsprechende Brückenausbildung, Vernetzungs-
maßnahmen, Anlage von Grünbrücken etc.).

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
63
Landwirtschaft
Handlungs-
bedarf und
räumliche
Handlungs-
schwer-
punkte
Die zeitliche Ausdehnung der Vegetationsperiode stellt eine positive Folge des Klimawandels dar,
während aus der wachsenden Anzahl und Intensität von Extremereignissen, wie Starkregener-
eignissen, aber auch Dürreperioden, nur schwer kalkulierbare negative Konsequenzen des Kli-
mawandels für die Landwirtschaft resultieren. Die prognostizierte Verringerung des sommerlichen
Niederschlages trifft die Landwirtschaft zudem in empfindlicher Weise, da sie insbesondere in der
Vegetationsperiode auf den Niederschlag angewiesen ist. Als problematisch erweist sich insge-
samt die Spannweite zwischen einem Zu-Wenig-Wasser in Trockenperioden und einem Zu-Viel-
Wasser bei Starkregenereignissen, sodass künftig ein besonderer Handlungsbedarf für ein vor-
sorgendes Wassermanagement, aber auch eine Anpassung der landwirtschaftlichen Bewirtschaf-
tung besteht. Die zunehmenden Temperaturen eröffnen Chancen für wärmeliebende Kulturen.
Die Verringerung des Jahresniederschlages und der klimatischen Wasserbilanz erfordern ange-
passte Bewirtschaftungsverfahren und -strategien, die von einer Veränderung der Fruchtfolge
über Kulturarten- und Sortenwahl bis zu Modifikationen der Düngung reichen. Beregnung stellt
nur in bestimmten Kulturen eine Lösung des Problems dar. In Regionen mit angespanntem
Grundwasserhaushalt oder der tendenziell geringeren zeitweisen Wasserführung von Oberflä-
chengewässern sind wassersparende Beregnungsverfahren anzuwenden, um das unter diesen
Bedingungen noch für die Beregnung verfügbare Wasserdargebot optimal zu nutzen und gleich-
zeitig Stoffausträge in die Gewässer zu minimieren.
Räumliche Handlungsschwerpunkte für eine Anpassung der Landwirtschaft an Trockenheit stellen
insbesondere die Tiefländer Sachsens (Nord- und Ostsachsen) dar, da sie einen besonders ge-
ringen Niederschlag und angespannte Wasserhaushaltsverhältnisse erwarten lassen. Hier befin-
den sich fruchtbare Sandlöss-Ackerebenen hoher landwirtschaftlicher Relevanz. Aber auch in den
fruchtbaren und landwirtschaftlich ebenso bedeutsamen Lösshügelländern besteht durch verrin-
gerte Summen der Sommerniederschläge, Rückgänge der klimatischen Wasserbilanz und zu-
gleich klimatische Extremereignisse Bedarf für einen verbesserten Erosionsschutz und eine
schrittweise Anpassung der Bewirtschaftung.
Zu erwartende Klimaveränderungen in Kap. 1.3 des Umweltberichtes
Handlungs-
strategien
und Beitrag
des
LEP 2013
Anpassung an eine Verringerung des sommerlichen Wasserdargebotes
... durch Wahl angepasster Bewirtschaftungsverfahren und -strategien
Anpassung der Bewirtschaftung landwirtschaftlich genutzter Böden an die absehbaren
Folgen des Klimawandels zur Stabilisierung der Umweltsituation und zur Vermeidung von
Ertragsausfällen (Z 4.2.1.2)
…durch Maßnahmen des Winderosionsschutzes
Benennung des Kriteriums „
Gebiete mit hoher bis sehr hoher potenzieller Erosion
“ für die
Festlegung von „Bereichen der Landschaft mit besonderen Nutzungsanforderungen“ in
den Regionalplänen (Z 4.1.1.6). Damit könnten in den Regionalplänen Schwerpunktberei-
che für Erosionsschutzmaßnahmen festgelegt werden.
Anpassung an Starkregenereignisse
…durch Maßnahmen zur Erhöhung des Wasserrückhaltes und des Wassererosionsschut-
zes
Benennung des Kriteriums „
Gebiete mit hoher Wassererosionsgefahr
“ für die räumliche
Konkretisierung der regionalen Waldmehrungsziele durch die Festlegung von Vorrang-
und Vorbehaltsgebieten Waldmehrung in den Regionalplänen (Z 4.2.2.1). Mit einer Wald-
mehrung in kritischen Bereichen kann die Bodenerosion vermindert werden.
Benennung des Kriteriums „
Gebiete mit besonderer Erosionsgefährdung (wie ackerbaulich
genutzte Hangmulden mit reliefbedingter Abflusskonzentration und Steillagen)
“ für die
Festlegung von „ Sanierungsbedürftige Bereiche der Landschaft“ (Z 4.1.1.6). Damit kön-
nen in den Regionalplänen Bereiche festgelegt werden, in denen vorsorgend erosions-
schützende Maßnahmen erforderlich sind. Die Festlegung richtet sich insbesondere an die
Landwirtschaft.
Auftrag an die Regionalplanung, Gebiete, die aufgrund potenzieller starker oberirdischer
Abflüsse in kurzer Zeit, u. a. durch Starkniederschläge und Schneeschmelzen, eine Erhal-
tung und Verbesserung des Wasserrückhaltes besonders erfordern, als „Bereiche der
Landschaft mit besonderen Nutzungsanforderungen“ festzulegen (Z 4.1.2.7)

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
64
... durch angepasste Flur- und Schlaggestaltung und Anlage erosionshemmender Struk-
turen
Beitrag der Fachplanungen und der Landwirtschaft zur Vermeidung von Bodenerosion
sowie Überlastung der Regelungsfunktion des Bodens im Wasserhaushalt (G 4.1.3.1)
Gegen-
läufige Fest-
legungen
Entsprechend der Rahmensetzungen des LEP 2013 sind in den Regionalplänen auch andere
Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für Raumnutzungen und -funktionen sowie weitere Plankatego-
rien festzulegen, welche im Einzelfall auch einer landwirtschaftlichen Nutzung und einer Anpas-
sung dieser an den Klimawandel entgegenstehen können. Dies obliegt jedoch der regionalplaneri-
schen Abwägung und ist nicht Gegenstand des Landesentwicklungsplanes.
Gesamtein-
schätzung
Die Festlegungen des LEP 2013 unterstützen insgesamt die Anpassung der Landwirt-
schaft an die Folgen des Klimawandels.
Forstwirtschaft
Handlungs-
bedarf und
räumliche
Handlungs-
schwer-
punkte
Mit den Veränderungen der Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse ändern sich zugleich
grundhaft die Wuchsbedingungen in den sächsischen Waldgebieten, sodass eine Anpassung der
forstlichen Bewirtschaftung unumgänglich ist. Die projizierten Temperaturerhöhungen wirken da-
bei auf eine Reihe von Baumarten wachstumsfördernd. Aber im Kontext mit einer sich deutlich
verknappenden Wasserbilanz (vgl. Kap. 1.3.2 des Umweltberichtes) kann bei ausgewählten
Baumarten, wie z. B. der Fichte, eine Erhöhung der Anfälligkeit gegenüber Schädlingsbefall und
Sturmwurf auftreten, sodass nur noch eingeschränkte Wuchsleistungen erzielt werden können.
Aufgrund zunehmender Dürrephasen ist darüber hinaus mit einer erhöhten Zünd- und Brennbe-
reitschaft in sensitiven Beständen zu rechnen. Räumliche Handlungsschwerpunkte in Bezug auf
das Waldbrandrisiko liegen dabei nicht nur in den Wäldern der sächsischen Heidelandschaften,
die bereits aktuell einer hohen Waldbrandgefahrenklasse zugeordnet sind, sondern auch in sensi-
tiven Waldbeständen des Hügel- und Berglandes, deren Waldbrandgefährdung sich prognostisch
deutlich erhöhen wird. Im Zuge des Waldumbaus sind insgesamt standortangepasste Baumarten
mit einem ausgeprägten Adaptationsvermögen zu fördern. Darüber hinaus gilt es, die positiven
Wirkungen des Waldes auf den Naturhaushalt in denjenigen Gebieten zu sichern und über die
Waldmehrung gezielt auszubauen, die vom Klimawandel in besonderem Maße betroffen sind.
Zu erwartende Klimaveränderungen in Kap. 1.3. des Umweltberichtes
Handlungs-
strategien
und Beitrag
des
LEP 2013
Erhalt der Waldfunktionen, insbesondere auch der klimarelevanten
... durch eine Sicherung bestehender Wälder
Auftrag an die Regionalplanung, Vorrang- und Vorbehaltsgebiete zum Schutz des vor-
handenen Waldes festzulegen (Z 4.2.2.2)
…durch den Waldumbau in Bereichen mit einer hohen Vulnerabilität gegenüber Schäd-
lingsbefall, Trockenheit, Sturmwurf oder Waldbrand
Maßnahmen zur Erhöhung des Anteils standortgerechter Baumarten zur Anspassung an
die Folden des Klimawandels (Waldumbau), wobei bestimmten Landschaftseinheiten
eine hohe und anderen eine mittlere Priorität zugeordnet wird (Z 4.2.2.3, G 4.2.2.4)
Auftrag an die Regionalplanung, „Bereiche der Landschaft mit besonderen Nutzungsan-
forderungen“ festzulegen und Festlegungen zu Art und Umfang der Nutzungen zu treffen.
Damit können grundsätzlich auch regionale räumliche Prioritäten des Waldumbaus fest-
gelegt werden. Als mögliches Ausweisungskriterium wurde in der Begründung zu
Z 4.1.1.6 aufgenommen: „Waldgebiete, die vor dem Hintergrund des Klimawandels vor-
rangig umzubauen sind“.
Sanierung durch Immissionen geschädigter Wälder (Z 4.2.2.5)
… durch eine gezielte Waldmehrung
Erhöhung des Waldanteils in den Planungsregionen Oberes Elbtal/Osterzgebirge auf
28,5 %, Oberlausitz-Niederschlesien/Hornja Łužica-Delnja Šleska auf 38 %¸ Leipzig-
Westsachsen auf 19 % und Region Chemnitz auf 32 % an der Regionsfläche (Z 4.2.2.1)
Auftrag an die Regionalplanung, zur räumlichen Konkretisierung der regionalen Wald-
mehrungsziele, Gebiete für die Waldmehrung in den Regionalplänen als Vorrang- und
Vorbehaltsgebiete festzulegen (Z 4.2.2.1) und somit die regionalen Zielstellungen zur
Waldmehrung abzusichern.

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
65
Auftrag an die Regionalplanung, Gebiete, die aufgrund potenzieller starker oberirdischer
Abflüsse in kurzer Zeit eine Erhaltung und Verbesserung des Wasserrückhaltes beson-
ders erfordern, als „Bereiche der Landschaft mit besonderen Nutzungsanforderungen“
festzulegen (Z 4.1.2.7). Wald kann maßgeblich zum Wasserrückhalt beitragen.
Benennung des Kriteriums „
Gebiete mit hoher Wassererosionsgefahr
“ für die räumliche
Konkretisierung der regionalen Waldmehrungsziele durch die Festlegung von Vorrang-
und Vorbehaltsgebieten Waldmehrung in den Regionalplänen (Z 4.2.2.1). Mit einer
Waldmehrung in kritischen Bereichen kann die Bodenerosion vermindert werden.
Benennung des Kriteriums „Gebiete mit besonderer Erosionsgefährdung“ (wie
ackerbau-
lich genutzten Hangmulden mit reliefbedingter Abflusskonzentration und Steillagen)
für
die Festlegung von „Bereichen der Landschaft mit besonderen Nutzungsanforderungen“
(Z 4.1.1.6). Waldmehrung kann den Erosionsschutz unterstützen.
Gegen-
läufige Fest-
legungen
Die Festlegungen des LEP 2013 zur Raum-, Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur stehen den ge-
nannten Anpassungsstrategien nicht entgegen, da sie einen hinreichenden Ausformungsspiel-
raum auf den nachgeordneten Planungsebenen belassen. Die Festlegungen zur Freiraumstruktur
wirken im Wesentlichen unterstützend.
Allerdings queren 4 der 37 als Trasse Neubau festgelegten Verkehrsvorhaben bestehende Wald-
gebiete. Sie können damit im Konflikt zum Schutz des Waldes und seiner Anpassung an den
Klimawandel stehen. Dies betrifft folgende Vorhaben:
Tabelle 2.2.2.1-4: Verkehrsvorhaben mit Konfliktpotential Wald
B 96 OU Hoyerswerda/Wojerecy
B 107 OU Grimma 3.BA
B 101/ B 173 OU Freiberg
B 180 OU Thalheim
Gesamtein-
schätzung
Die Festlegungen des LEP 2013 unterstützen eine Anpassung der Forstwirtschaft an
die Klimaveränderungen.
Wasserversorgung
Handlungs-
bedarf und
räumliche
Handlungs-
schwer-
punkte
Tendenziell ist aufgrund sinkender Niederschläge bei gleichzeitig steigenden Temperaturen künf-
tig von einer Verringerung des natürlichen Wasserdargebotes auszugehen, insbesondere in Nord-
und Ostsachsen. Da der Wasserbedarf in den letzten Jahren jedoch infolge des Bevölkerungs-
rückganges in Sachsen und des Rückganges des spezifischen Trinkwasserverbrauchs gegenüber
1990 deutlich gesunken ist, nämlich um mehr als die Hälfte (
SCHMIDT ET AL. 2011), sind keine Eng-
pässe der Trinkwasserversorgung zu erwarten. Gleichwohl sind bei einer Verknappung der natür-
lichen Ressourcen diejenigen, die eine hohe Qualität aufweisen und nachhaltig nutzungsfähig
sind, in besonderem Maße zu schützen. Zugleich ist die Regenerationsfähigkeit der Grundwasser-
ressourcen flächendeckend zu sichern.
Näheres in Kap. 1.3.2 des Umweltberichtes
Handlungs-
strategien
und Beitrag
des
LEP 2013
Sicherung einer nachhaltigen Wasserversorgung auch bei einer Verringerung des Was-
serdargebotes
... durch die Sicherung qualitativ hochwertiger und nachhaltig nutzbarer Wasservorkom-
men vor Beeinträchtigungen
Auftrag an die Regionalplanung, bedeutsame Grundwasservorkommen als Vorrangge-
biete Wasserversorgung festzulegen (Z 5.2.1)
Auftrag an die Regionalplanung, in den Regionalplänen Gebiete als Bereiche der Land-
schaft mit besonderen Nutzungsanforderungen festzulegen, in denen Grundwasservor-
kommen erheblich beeinträchtigt werden können (Z 4.1.2.1)
…durch die Sicherung überörtlicher und regionaler Versorgungssysteme bzw. System-
kopplungen
Ergänzung der nutzbaren Wasserdargebote durch überörtliche und regionale Versor-
gungssysteme oder Systemkopplungen zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit
(G 5.2.2). Dieser Grundsatz soll durch die Möglichkeiten flexibler Wassergewinnung und
-verteilung auch der nachhaltigen Bewirtschaftung sensibler Grundwasservorkommen,
auch vor dem Hintergrund der Auswirkungen klimatischer Veränderungen, dienen.
Gegen-
läufige
Fest-
legungen?
Entsprechend der Rahmensetzungen des LEP 2013 sind in den Regionalplänen auch andere
Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für Raumnutzungen und -funktionen sowie weitere Plankategorien
festzulegen, welche im Einzelfall auch dem Schutz von Grundwasservorkommen entgegenstehen
können. Dies obliegt jedoch der regionalplanerischen Abwägung und ist nicht Gegenstand des
Landesentwicklungsplanes.

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
66
Gesamt-
ein-
schätzung
Die Festlegungen des LEP 2013 unterstützen insgesamt die Anpassung der Wasserver-
sorgung an die Folgen des Klimawandels.
Erholung und Tourismus
Handlungs-
bedarf und
räumliche
Handlungs-
schwer-
punkte
Die zunehmenden Temperaturen und Hitzebelastungen, insbesondere in Nord- und Ostsachsen,
erfordern eine vorausschauende Erhöhung des Anteils temperaturausgleichender und erholungs-
wirksamer Bereiche. So zeichnen sich Gewässer und Wälder durch eine klimatische Oasenwir-
kung zum Zeitpunkt der höchsten täglichen Hitzebelastung aus. In den Tourismus- und Erho-
lungsgebieten des sächsischen Tieflandes ist die Sicherung und Entwicklung schattenspendender
Gehölze und Wälder sowie die Erschließung ausgewählter für die Erholung geeigneter Gewässer
deshalb vorrangig.
Die Mittelgebirgslagen Sachsens, die bislang Bedeutung für den Wintersport hatten, müssen
durch den andauernden Klimawandel damit rechnen, dass sich Zeiträume mit hoher Schneesi-
cherheit verändern. Dies gilt insbesondere für Gebiete in mittleren und niedrigen Lagen. Auch hier
sind Anpassungsmaßnahmen erforderlich, insbesondere ist die Attraktivität der Tourismus- und
Erholungsgebiete auch ohne eine Schneebedeckung zu fördern.
Bei erholungsgenutzten stehenden Gewässern können zudem aufgrund geringerer Wasserstände
infolge der Verringerung des Jahresniederschlages, einer deutlichen Verknappung der klimati-
schen Wasserbilanz und zunehmender Wassertemperaturen Beeinträchtigungen der Wasserqua-
lität zunehmen. Eine Erholungsnutzung ist dabei nachhaltig nur bei einem ausreichenden Gewäs-
servolumen und einer hinreichenden Wasserqualität möglich, sodass auch eine Überprüfung der
sächsischen Badegewässer angeraten ist. Eine Verringerung des Wasserdargebots ist insbeson-
dere bei der Entwicklung der Bergbaufolgelandschaften als Erholungs- und Tourismusgebiete zu
berücksichtigen.
Auch der Städtetourismus ist von zunehmenden Temperaturen und Hitzebelastungen betroffen.
Auf den Handlungsbedarf und räumliche Schwerpunkte zur Vorbeugung von Hitzebelastungen in
Ballungsräumen wird auf Seite 55 dieses Umweltberichts eingegangen.
Zu erwartende Klimaveränderungen in Kap. 1.3. des Umweltberichtes
Handlungs-
strategien
und Beitrag
des
LEP 2013
Sicherung der Nachhaltigkeit von Tourismus und Erholung
... durch eine klimaangepasste Entwicklung der Bergbaufolgelandschaft, insbesondere
unter Berücksichtigung eines ggf. geringeren und schwankenden Wasserdargebotes
Festlegung der Bergbaufolgelandschaften als Räume mit besonderem Handlungsbedarf;
Gestaltung weitgehend nachsorgefreier und ökologisch funktionsfähiger Bergbaufolge-
landschaften (auch in Bezug auf den Wasserhaushalt, Z 2.1.3.2)
…durch eine klimaangepasste Entwicklung bestehender Tourismus- und Erholungsgebiete
Einleitung von Klimaanpassungsprozessen in den Mittelgebirgen als traditionelle Touris-
mus- und Naherholungsgebiete (G 2.3.3.9)
…durch eine Erhöhung des Gehölz- und Waldanteils in Erholungs- und Tourismusgebieten
mit Hitzebelastungen
Benennung des Kriteriums
„Bereiche der Naherholungszone mit geringer klimatischer
Entlastungswirkung und hoher Einwohnerdichte in Bereiche mit klimatischer Ausgleichs-
wirkung gegenüber sommerlicher Hitzebelastung“
für die Festlegung von Vorrang- und
Vorbehaltsgebieten Waldmehrung in den Regionalplänen als räumliche Konkretisierun-
gen der regionalen Zielstellungen (Z 4.2.2.1)
Gegen-
läufige Fest-
legungen
Entsprechend der Rahmensetzungen des LEP 2013 sind in den Regionalplänen auch andere
Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für Raumnutzungen und -funktionen sowie weitere Plankatego-
rien festzulegen, welche im Einzelfall auch der Waldmehrung oder der klimaangepassten Entwick-
lung von Erholung und Tourismus entgegenstehen können. Dies obliegt jedoch der regionalplane-
rischen Abwägung und ist nicht Gegenstand des Landesentwicklungsplanes.
Gesamtein-
schätzung
Die Festlegungen des LEP 2013 unterstützen insgesamt die Anpassung von Erholung
und Tourismus an die Folgen des Klimawandels.

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
67
Infrastruktur und Wirtschaft
Handlungs-
bedarf und
räumliche
Handlungs-
schwer-
punkte
Tendenziell ist bei zunehmenden Extremereignissen (wie Hochwasser, Starkregenereignisse oder
Stürme) von wachsenden Herausforderungen für die Wirtschaft und die Infrastruktur des Frei-
staates auszugehen. So hatten z. B. die Hochwasserereignisse im Bereich der Mulde, Elbe und
der Oder in den letzten Jahren erhebliche wirtschaftliche Einbußen zur Folge. Werden landesweit
bedeutsame Verkehrsverbindungen unterbrochen, kann auch die Wirtschaftsstruktur der temporär
abgeschnittenen Wirtschaftsräume in Mitleidenschaft gezogen werden. Infrastrukturen und Bau-
körper müssen deshalb zukünftig für größere Spannweiten klimatischer Bedingungen gerüstet
sein und besonders vulnerable Bereiche möglichst meiden.
Steigende Temperaturen können zudem zu einem größeren Wasserbedarf und im Gegenzug –
aufgrund der verminderten Wasserführung in den Oberflächengewässern – zu qualitativen Ein-
schränkungen der Nutzbarkeit von Oberflächenwasser führen. Auch Wirtschaftsunternehmen
müssen insofern mit den zu erwartenden klimatischen Veränderungen umgehen.
Handlungs-
strategien
und Beitrag
des
LEP 2013
Sicherung landesweit bedeutsamer Infrastrukturen
Festlegung überregional bedeutsamer Verbindungs- und Entwicklungsachsen (Kap. 1.5
des LEP 2013)
Anpassung von Wirtschaft und Infrastruktur an eine Verringerung des Wasserdargebotes
Ergänzung der nutzbaren Wasserdargebote durch überörtliche und regionale Versor-
gungssysteme oder Systemkopplungen zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit
bezüglich Wasser (G 5.2.2). Dieser Grundsatz soll durch die Möglichkeiten flexibler Was-
sergewinnung und -verteilung auch der nachhaltigen Bewirtschaftung sensibler Grund-
wasservorkommen, auch vor dem Hintergrund der Auswirkungen klimatischer Verände-
rungen, dienen.
Gegen-
läufige Fest-
legungen
keine
Gesamtein-
schätzung
Die Festlegungen des LEP 2013 unterstützen eine Anpassung von Wirtschaft und Infra-
struktur an die Klimaveränderungen. Die in Z 1.5.2 festgelegten überregional bedeutsamen
Verbindungs- und Entwicklungsachsen bedürfen aufgrund ihrer Bündelungsfunktion aus
Landessicht im Falle von Extremereignissen, wie Hochwasser, eines besonderen Schutzes.
Sie stellen in den Fällen, in denen sie in Gefährdungsbereichen nicht resilient ausgestaltet
sind, eine Schwachstelle in Katastrophenfällen dar. Vermeidbare negative Umweltauswir-
kungen können entstehen, wenn bei Ansiedelung, Erweiterung oder Umstrukturierung von
Industrie- und Gewerbegebieten voraussichtlich zu erwartende Verringerung des natürli-
chen Wasserdargebotes und andere klimatische Veränderungen nicht vorsorglich Berück-
sichtigung finden.
2.2.2.2 Klimaschutz
Unter Handlungsstrategien zum Klimaschutz sind solche zu verstehen, die einer Verminderung der Emission von
Treibhausgasen dienen. Den größten Anteil der CO
2
-Emissionen (ca. 64 %) stammen in Sachsen aus bestehen-
den Großfeuerungsanlagen, darunter den Braunkohlenkraftwerken Sachsens (SMUL 2005). Die verbleibenden
Emissionen resultieren aus den Sektoren der privaten Haushalte, des Verkehrs und anderer Wirtschaftsbereiche,
wie z. B. der Landwirtschaft. Der LEP 2013 kann vor diesem Hintergrund in folgenden Handlungsfeldern einen
Beitrag zur Minderung von Treibhausgasen leisten:
klimaverträgliche Energiegewinnung und -versorgung
klimaverträgliche Raum- und Siedlungsstruktur
klimaverträgliche Raumnutzungen (C0
2
- Senken)
Klimaverträgliche Energiegewinnung und -versorgung
Handlungs-
bedarf
Der Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch soll in Sachsen in den nächsten zehn
Jahren auf 28 % steigen
(Energie- und Klimaprogramm Sachsen 2012).
Die jährlichen CO
2
-
Emissionen des Nicht-Emissionshandelssektors bis zum Jahr 2020 um 25 % gegenüber 2009
reduziert werden.
Kap. 1.3 und 4.2 des Umweltberichtes

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
68
Handlungs-
strategien
und Beitrag
des
LEP 2013
Minderung der Emissionen von Treibhausgasen
…durch Energieeinsparung
Ausbau der Möglichkeiten der Energieeinsparung (Leitbild Sachsen 2025)
...durch eine Erhöhung des Anteils Erneuerbarer Energien an der Energieerzeugung
Flächensparender, effizienter und umweltverträglicher Ausbau der Nutzung regenerati-
ver Energien (Z 5.1.1)
Auftrag an die Regionalplanung, Vorrang- und Eignungsgebiete zur Nutzung der Wind-
energie festzulegen. Mit diesen ist abzusichern, dass das Klimaschutzziel der Sächsi-
schen Staatsregierung entsprechend dem Flächenanteil der jeweiligen Planungsregion
an der Gesamtfläche Sachsens (regionaler Mindestenergieertrag) gesichert wird
(Z 5.1.3)
…durch eine Koordination der Energiegewinnung
Vorbereitung und Umsetzungsbegleitung regionaler Energie- und Klimaschutzkonzepte
(Leitbild Sachsen 2025, Z 2.1.1.3)
…durch Förderung der Effizienz und Nachhaltigkeit der Windenergienutzung
Auftrag an die Regionalplanung, zur Förderung der Effizienz der Windenergienutzung
solche Vorrang- und Eignungsgebiete oder Teilflächen davon festzulegen, innerhalb
derer die Errichtung von Windenergieanlagen nur zulässig ist, wenn bestimmte, außer-
halb der festgelegten Vorrang- und Eignungsgebiete errichtete, Windenergieanlagen
zurückgebaut werden (G 5.1.6)
…durch Förderung der Effizienz und Nachhaltigkeit der Nutzung anderer Erneuerbarer
Energien
Bindung der Zulässigkeit der Festsetzung von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus
Biomasse in Bebauungsplänen an die Nutzung der entstehenden Abwärme und der
Deckung der Biomasse aus aus der näheren Umgebung (Z 5.1.7)
Sicherung der für die Nutzung Erneuerbarer Energien erforderlichen Infrastruktur
... durch eine raumordnerische Koordination des erforderlichen Netzausbaus
Optimierung der Energieinfrastruktur unter Berücksichtigung regionaler Energiepotenzia-
le und -kreisläufe (Z 5.1.1)
Auftrag an die Regionalplanung, bei Bedarf Trassenkorridore zum Ausbau des länder-
übergreifenden Stromübertragungsnetzes und des Verteilnetzes zu sichern (Z 5.1.9)
Gegen-
läufige Fest-
legungen?
Scheinbar gegenläufige Festlegungen enthält der LEP 2013 insbesondere in Bezug auf die Ge-
winnung von Braunkohle für die Energieerzeugung. Die Emissionen der sächsischen Braunkoh-
lenkraftwerke machen ca. 90 % der Emissionen der Großfeuerungsanlagen, und diese wiederum
ca. 64 % der sächsischen Emission an Treibhausgasen aus (SMUL 2005). Allerdings ist die
Braunkohle als Partner der Erneuerbaren Energien und damit wichtigster Energieträger Sachsens
für die Versorgungssicherheit von besonderer Bedeutung. Auch ist hier die Langfristigkeit einer
Umstellung der Energieversorgung zu berücksichtigen. Mit den Kraftwerken Lippendorf und Box-
berg/Hamor stehen hochmoderne Braunkohlekraftwerke für die Grundlaststromerzeugung zur
Verfügung, die mit 0,9 kg CO
2
pro kWh deutlich weniger CO
2
emittieren als dies früher der Fall
war (1990:1,4 kg CO
2
pro kWh) (LfULG 2009).
Auftrag an die Regionalplanung, die landesweit bedeutsamen Braunkohlenlagerstätten in
den Tagebaubereichen Vereinigtes Schleenhain, Nochten/Wochozy und Reichwal-
de/Rychwald sowie den sächsischen Teil des Tagebaus Welzow-Süd als Vorranggebiete
für den Braunkohlenabbau zu sichern (Z 4.2.3.1)
Gesamtein-
schätzung
Der LEP 2013 enthält sowohl Festlegungen, die zu einer Minderung der Treibhaus-
gasemissionen der Energieerzeugung beitragen, als auch gegenläufige Festlegungen.

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
69
CO
2
- effiziente Raum- und Siedlungsstruktur
Handlungs-
bedarf
Der LEP 2013 setzt mit dem Zentrale-Orte-System und den Verbindungs- und Entwicklungsach-
sen einen Rahmen für die künftige Raum- und Siedlungsstruktur, mit dem das Prinzip der dezent-
ralen Konzentration der Siedlungsentwicklung verfolgt wird. Untersuchungen am Beispiel der
Region Westsachsen haben ergeben, dass die so angestrebte Raum- und Siedlungsstruktur zu-
gleich die CO
2
-effizienteste darstellt, mit der gegenüber anderen Siedlungsstrukturen ca. 5 % der
CO
2
-Emissionen eingespart werden können (IFE 2011 in SCHMIDT ET. AL. 2011).
Auch die Förderung des ÖPNV und die Sicherung möglichst wohnungsnaher Versorgungsstruktu-
ren und „kurzer Wege“ vermindern die verkehrsbedingten Emissionen von Treibhausgasen.
Vulnerabilitätsanalyse Region Westsachsen (SCHMIDT ET AL. 2011)
Handlungs-
strategien
und Beitrag
des
LEP 2013
Minderung der Emissionen von Treibhausgasen
... durch die dezentrale Konzentration der Siedlungsentwicklung
Festlegung des Zentrale-Orte-Systems (Karte „Raumstruktur); Konzentration der über
die Eigenentwicklung hinausgehenden baulichen Entwicklung darauf (Z 2.2.1.6)
Konzentration zentralörtlicher Einrichtungen in Zentralen Orten entsprechend zentralört-
licher Funktionszuweisung (Z 6.1.1)
Festlegung der Verbindungs- und Entwicklungsachsen zur Bündelung der Verkehrsinfra-
struktur und Konzentration der Siedlungstätigkeit (Z 1.5.2)
Regionales Flächenmanagement zur Steuerung einer flächensparenden Siedlungsent-
wicklung (Z 2.2.1.5)
Energiesparende, integrierte Siedlungs- und Verkehrsflächenentwicklung der Städte und
Dörfer (G 2.2.2.2)
Auftrag an die Regionalplanung, Versorgungs- und Siedlungskerne Zentraler Orte fest-
zulegen (Z 2.2.1.2). Diese dienen der Konzentration der Siedlungsentwicklung.
…durch die Förderung des ÖPNV
Konzentration der Siedlungsentwicklung auf die Verknüpfungspunkte des ÖPNV
(Z 2.2.1.10)
Gewährleistung einer angemessenen verkehrlichen Anbindung der Dörfer, u. a. durch
Optimierung der Netzgestaltung und Bedienung im ÖPNV (Z 2.2.2.6)
Ausreichende Anbindung großflächiger Einzelhandelseinrichtungen an den ÖPNV
(G 2.3.2.6)
Gegen-
läufige Fest-
legungen
Werden durch die textlichen Festlegungen zum ÖPNV und zur Raum- und Siedlungsstruktur
Emissionen von Treibhausgasen vermindert, werden die Festlegungen zu neuen Verkehrstrassen
des motorisierten Individualverkehrs zur Erhöhung der verkehrlich bedingten Treibhausgasemissi-
onen beitragen.
Die Festlegungen zur Verkehrsstruktur beinhalten 37 Verkehrsprojekte, die als Trasse Neubau
und 7 Verkehrsprojekte, die als Ausbautrasse festgelegt werden sowie 93 Verkehrsprojekte, die
als Symbol oder Korridor festgelegt werden. Hinzu kommen 26 Verkehrsprojekte, die auf Basis
des abgeschlossenen Planfeststellungsverfahrens wegen erfolgten Baubeginns nachrichtlich
dargestellt werden sowie 7 Vorhaben, die planfestgestellt sind und als Trasse Neubau in der Karte
4 zum LEP erscheinen.
Gesamtein-
schätzung
Der LEP 2013 enthält sowohl Festlegungen, die zu einer Minderung der Treibhaus-
gasemissionen der Energieerzeugung beitragen als auch gegenläufige Festlegungen.

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
70
Erhalt und Ausbau von CO
2
– Senken
Handlungs-
bedarf
Der LEP 2013 setzt auch für die Entwicklung bestimmter Raumnutzungen und -funktionen einen
Rahmen und kann in Abhängigkeit der jeweiligen Standort- und Bodenpotenziale solche mit einer
hohen Kohlenstoffspeicherfähigkeit unterstützen.
Handlungs-
strategien
und Beitrag
des
LEP 2013
Minderung landnutzungsbedingter CO
2
- Emissionen
...durch Sicherung von Landnutzungen, Ökosystemen und Böden mit hohen Kohlenstoff-
vorräten und CO
2
-Senkenleistungen
Auftrag an die Regionalplanung, Vorrang- und Vorbehaltsgebiete zum Schutz des vorhan-
denen Waldes festzulegen, insbesondere auch aufgrund seiner Kohlenstoffspeicherfähig-
keit (Z 4.2.2.2)
Benennung von „
Erhalt und Stärkung natürlicher Kohlenstoffspeicher
“ als eine der Funktio-
nen der in den Regionalplänen festzulegenden regionalen Grünzüge (Z 2.2.1.8)
Erhalt und Renaturierung grundwasserabhängiger Landökosysteme in ihrer besonderen
Bedeutung für den Klimaschutz (G 4.1.1.19)
Auftrag an die Regionalplanung, Vorrang- und Vorbehaltsgebiete Arten- und Biotopschutz
festzulegen (Z 4.1.1.16)
…durch Anpassung in Bereichen mit CO
2
-freisetzenden Landnutzungen
Revitalisierung renaturierbarer Moore in ihrer besonderen Bedeutung für den Klimaschutz
(G 4.1.1.19)
Klimaangepasste und standortgerechte Sanierung von durch Immissionen geschädigten
Wäldern als natürliche Senke für Kohlenstoff (Z 4.2.2.3)
Anpassung der Bewirtschaftung landwirtschaftlich genutzter Böden, nach der Begründung
u. a. zur Sicherstellung der Humusreproduktion angesichts der Klimawandelfolgen. Dies
trägt zur Vermeidung eines erwärmungsbedingten Humusabbaus und einer dadurch be-
dingten Gefahr erhöhter Stoffausträge, wie Lachgas, bei (Z 4.2.1.2)
…durch Erhöhung des Anteils von Landnutzungen mit CO
2
-Speicher
Erhöhung des Waldanteils in der Planungsregion Oberes Elbtal/Osterzgebirge auf 28,5 %,
Oberlausitz-Niederschlesien/Hornja Łužica-Delnja Šleska auf 38 %¸ Leipzig- Westsachsen
auf 19 % und Chemnitz auf 32 % an der Regionsfläche (Z 4.2.2.1)
Auftrag an die Regionalplanung, die räumlichen Konkretisierungen der regionalen Wald-
mehrungsziele in den Regionalplänen als Vorrang- und Vorbehaltsgebiete festzulegen
(Z 4.2.2.1). Somit sind die regionalen Zielstellungen zur Waldmehrung abzusichern.
Maßnahmen zur Erhöhung des Anteils standortgerechter Baumarten mit hoher Anpas-
sungsfähigkeit an die Folgen des Klimawandels (Waldumbau), wobei bestimmten Land-
schaftseinheiten eine hohe und anderen eine mittlere Priorität zugeordnet wird (Z 4.2.2.3,
G 4.2.2.4)
Gegen-
läufige Fest-
legungen
Entsprechend der Rahmensetzungen des LEP 2013 sind in den Regionalplänen auch andere
Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für Raumnutzungen und -funktionen sowie weitere Plankatego-
rien festzulegen, welche im Einzelfall auch den genannten Strategien entgegenstehen können.
Dies obliegt jedoch der regionalplanerischen Abwägung und ist nicht Gegenstand des Landes-
entwicklungsplanes.
Gesamtein-
schätzung
Die Festlegungen des LEP 2013 unterstützen insgesamt den Klimaschutz.

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
71
2.3
Maßnahmen zur Vermeidung, Minderung und zum Ausgleich von nach-
teiligen Umweltauswirkungen
Mit seinen rahmensetzenden textlichen und zeichnerischen Festlegungen wird der LEP 2013 insbesondere im
Bereich der Vermeidung und Minderung von Umweltbeeinträchtigungen wirksam. So trägt er beispielsweise mit
der Festlegung des Zentrale-Orte-Systems zu einer Verminderung von Umweltbeeinträchtigungen bei, indem
einer Zersiedlung der Landschaft entgegengewirkt wird. Auch die Planungsaufträge an die Regionalplanung,
regionale Grünzüge festzulegen oder mit Vorrang- und Vorbehaltsgebieten besonders schutzwürdige Bereiche
von Natur und Landschaft zu schützen, dienen der Vermeidung erheblicher Umweltbeeinträchtigungen. Ebenso
vorsorgenden Charakter tragen Festlegungen zum Schutz großräumig unzerschnittener verkehrsarmer Räume,
die sowohl verkehrsbedingten Beeinträchtigungen der Biodiversität als auch der menschlichen Gesundheit entge-
genwirken, um nur einige Beispiele zu nennen.
Bei den im LEP 2013 zeichnerisch festgelegten Verkehrsvorhaben wurden – wo möglich – die umweltverträglichs-
ten Alternativen gewählt und in diesem Zuge Beeinträchtigungen der Umwelt vermindert. Maßnahmen zum Aus-
gleich erheblicher Umweltbeeinträchtigungen sind den entsprechenden Zulassungsverfahren vorbehalten, denn
sie erfordern eine Konkretisierung des Projektes wie auch der dabei auftretenden Umweltbeeinträchtigungen.
Die aus textlichen Festlegungen des LEP 2013, wie z. B. den in den Regionalplänen festzulegenden Vorrangge-
bieten Rohstoffabbau, resultierenden Umweltbeeinträchtigungen werden erst bei Projektkonkretisierung quantifi-
zierbar und qualifizierbar sein und sind deshalb erst auf nachstehenden Ebenen zu bewältigen. Bei Bedarf sind
die entstehenden Beeinträchtigungen entsprechend der rechtlichen Bestimmungen zu kompensieren.
2.4
Anhang des LEP 2013: Fachplanerische Inhalte des
Landschaftsprogramms
Gemäß § 5 Abs. 4 SächsNatSchG übernimmt der Landesentwicklungsplan zugleich die Funktion des Land-
schaftsprogramms. Die in formaler Hinsicht zur Festsetzung als Erfordernisse der Raumordnung geeigneten
Inhalte der Landschaftsplanung wurden nach Abwägung mit anderen Raumnutzungsansprüchen in den nach
Raumordnungsrecht verbindlichen Teil des LEP 2013 aufgenommen und dort einer Umweltprüfung unterzogen.
Darüber hinaus gehende, rein fachplanerische Inhalte finden Aufnahme in den Anhang des LEP 2013. Die dort
formulierten Ziele sind als Ziele im Sinne des Sächsischen Naturschutzgesetzes zu verstehen. In den Zielformu-
lierungen sind die Aufträge an die Landschaftsrahmenplanung und die kommunale Landschaftsplanung enthalten.
Die Bindungswirkung der im Anhang formulierten Ziele ergibt sich nicht aus dem Raumordnungsrecht, sondern
ausschließlich aus dem Naturschutzrecht, sie sind zudem nach § 5 Abs. 3 SächsNatSchG in Verwaltungsverfah-
ren zu berücksichtigen.
Nachfolgend werden die Umweltauswirkungen der Inhalte des Anhanges geprüft (Nr. 2 b des Anhanges I zu
§ 9 (1) ROG). Die Bestandsaufnahme dazu (Nr. 2 a des Anhanges I zu § 9 (1) ROG) erfolgt einerseits im Kap. 1.2
des Umweltberichtes (Analyse und Bewertung des Umweltzustandes). Grundlage sind andererseits die in den
Einführungsabschnitten zu den fachplanerischen Schwerpunkten der fachplanerischen Inhalte jeweils enthaltenen
Darstellungen zum Umweltzustand. Bei nicht erfolgter Gesamtfortschreibung (Status-Quo-Prognose nach Punkt
2b des Anhanges I zu § 9 (1) ROG) würde der Anhang des LEP 2003 weiter gelten.
Die nachfolgenden Hinweise der Abschichtung richten sich, wie auch der Anhang selbst, an die Landschaftsrah-
menplanung und kommunale Landschaftsplanung und sollen vertiefend zu prüfende Aspekte bei der räumlichen
Konkretisierung aufzeigen.
Kap. 2.1
Die fachplanerischen Inhalte des Landschaftsprogramms zum
Landschaftsschutz und der Land-
schaftszerschneidung, der historischen Kulturlandschaft, Landschaftsbild und der Erholungs-
vorsorge
dienen aktiv dem Erhalt und der Entwicklung des Schutzgutes Landschaft, indirekt auch
Mensch/ menschl. Gesundheit und fördern damit eine gezielte Verbesserung des Umweltzustandes. Mit
ihrer Umsetzung in der Landschaftsrahmenplanung und der kommunalen Landschaftsplanung ist mit
positiven Umweltauswirkungen zu rechnen, sofern eine Präzisierung der Inhalte des Landschaftspro-
gramms schutzgutübergreifend erfolgt (vgl. Abschichtung).
Hinweis:
In der Karte „Prägung von Kulturlandschaftsgebieten durch historische Kulturlandschafts-
elemente“ (Karte A 1.1) wird als Konkretisierung zum Umweltzustand eine räumliche Gebietskulisse zur
Sicherung landesweiter Bezüge dargestellt.

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
72
Abschichtung:
Auf Ebene der Landschaftsrahmenplanung sollten die Leitbilder der Kultur-
landschaftsentwicklung (vgl. Z 4.1.1.11 LEP 2013) hinsichtlich raumspezifischer dynamischer
Prozesse und identitätsstiftender Elemente differenziert und qualitativ ausgestaltet werden.
Durch die Stärkung vielfältiger, ggf. neuerer Kulturlandschaftsprägungen ergeben sich positi-
ve schutzgutübergreifende Umweltauswirkungen, auch in Gebieten mit geringer historischer
Prägung.
Positiv hervorzuheben ist das aktive Aufgreifen von Erfordernissen zur Entwicklung des Schutzgutes
Mensch sowie Kultur und Sachgüter, indem die regionale Ebene beauftragt wird, die Festlegung von
Vorrang- und Vorgehaltsgebieten Kulturlandschaftsschutz durch entsprechende fachliche Grundlagen
vorzubereiten. Die benannten naturschutzfachlichen Kriterien zur Planung von Standorten für Wind-
energieanlagen und vordringliche Maßnahmen für den Schutz der Kulturlandschaft und des Land-
schaftsbildes sind rahmensetzend für die Landschaftsrahmenplanung und nehmen keine Standortent-
scheidungen, Ziele oder Grundsätze vorweg, die mit erheblichen Umweltauswirkungen verbunden sein
könnten.
Abschichtung
: Die Vorrang- und Vorbehaltsgebiete Kulturlandschaftsschutz sind auf regio-
naler Ebene mit den Entwicklungszielen für die Schutzgüter Boden, Wasser, Klima und Bio-
diversität, Arten und Biotope abzustimmen, da sich Widersprüche, z.B. zwischen dem Pro-
zessschutz und der Kulturlandschaftsentwicklung, ergeben können oder Wirkungen des Kli-
mawandels in den Leitbildern für die Kulturlandschaftsentwicklung berücksichtigt werden
müssen.
Abschichtung
: In der Umsetzung oder Präzisierung der Maßnahmen zur Erholungsvorsorge,
dem Kulturlandschaftsschutz und der Entwicklung des Landschaftsbildes sind die Zielstellun-
gen für die Schutzgüter Boden, Wasser, Klima und Biodiversität, Arten und Biotope abzu-
stimmen.
Begründungen und fachplanerische Inhalte, die zur Festlegung von Zielen im Festlegungsteil des
LEP 2013 beitragen, wurden hinsichtlich ihrer Umweltverträglichkeit im Kap. 2.1.5 geprüft.
Status-
Quo
Der vorliegende LEP 2013 wahrt gegenüber dem LEP 2003 Kontinuität, zudem wird das Instrumentari-
um auch gezielt weiter entwickelt: So wird Erhalt und Entwicklung der Kulturlandschaft vertiefend be-
trachtet und die fachlichen Grundlagen für die Überführung der bisherigen Vorrang- und Vorbehaltsge-
biete Natur und Landschaft (Landschaftsbild/ Landschaftserleben) in Vorrang- und Vorbehaltsgebiete
Kulturlandschaftsschutz noch spezifiziert. Insgesamt zeichnet sich der vorliegende LEP 2013 gegen-
über dem bisherigen fachplanerischen Inhalt des Landschaftsprogramms durch eine qualitativ weiter
verbesserte Umweltvorsorge aus.
Kap. 2.2
Die fachplanerischen Inhalte des Landschaftsprogramms zu
Pflanzen, Tieren und ihren Lebensge-
meinschaften und Lebensräumen
dienen aktiv der Verbesserung des Umweltzustands im Sinne des
Schutzgutes Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt und schutzgutübergreifend dem Erhalt und der
gezielten Verbesserung des Umweltzustandes.
Für wassergebundene Arten und Biotope, grundwasserabhängige Landökosysteme und deren Renatu-
rierung, der Anreicherung der Agrarlandschaften mit Landschaftsstrukturen, dem Erhalt von Exten-
siväckern, der Erhöhung des Anteils ökologisch bewirtschafteter Flächen werden die Ziele des Sächsi-
schen Naturschutzgesetzes auf Landesebene aufgenommen und im erforderlichem Maße präzisiert. Für
die differenzierte Ausgestaltung der fachplanerischen Ziele auf Ebene der Landschaftsrahmenplanung
bzw. kommunalen Landschaftsplanung werden die notwendigen Informationen und Anweisungen dar-
gestellt. Diese wirken rahmensetzend und sind insofern noch nicht standortentscheidend. Eine vertie-
fende Prüfung der Umweltverträglichkeit sollte auf den nachfolgenden Planungsebenen erfolgen.
Hinweis:
Die folgenden Kartendarstellungen stellen als Konkretisierung zum Umweltzustand räumliche
Gebietskulissen zur Sicherung landesweiter Bezüge dar, zur Konkretisierung durch nachgeordnete
Planungen:
Suchraumkulisse für Moorrenaturierung
(Karte A 1.2) wird dem besonderen Handlungsbedarf zum
Schutz derartiger Räume gerecht und zeigt die positiven schutzgutübergreifenden Effekte für den Klima-
schutz und den Wasserhaushalt auf. Das Landschaftsprogramm liefert damit fachliche Grundlagen für
die Festlegung von „Sanierungsbedürftigen Bereichen der Landschaft“ auf Ebene der Regionalplanung
und bereitet so die Renaturierung von geeigneten und prioritären Flächen vor.
Gebietskulisse „großflächig naturnahe Waldkomplexe“
(Karte A 1.5) zeigt landesweite Erfordernisse
zum Schutz derartiger Lebensräume auf. Es werden Informationen zur Präzisierung bzw. Erweiterung
selbiger Flächen geliefert, die z.B. die Landschaftsrahmenplanung bei Erarbeitung der fachlichen Grund-
lagen für die Festlegung von Vorranggebieten zur Waldmehrung unterstützen.

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
73
Abschichtung
: Bei der Erarbeitung der fachlichen Grundlagen für die Festlegung von Vor-
ranggebieten zur Waldmehrung sollte die Landschaftsrahmenplanung neben dem Schutzgut
Biodiversität, Pflanzen und Tiere auch schutzgutübergreifend Aspekte des Klimaschutzes und
der Klimaanpassung, des Bodens und Wassers sowie Ziele des Schutzes und der Entwick-
lung des Landschaftsbildes und der Kulturlandschaft berücksichtigen.
Mit Anweisungen zur
Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit der Bergbaufolgelandschaften
und
Sicherung eines
ausreichenden Flächenanteils ehemaliger Militärflächen für den Naturschutz
wird
auf den besonderen Handlungsbedarf derartiger Flächen reagiert.
Abschichtung
: Im Zuge der Landschaftsrahmenplanung sind die Ziele des Prozessschutzes
und der Offenhaltung von Landschaft bei der Entwicklung der Bergbaufolgelandschaften
sowie der Nachnutzung ehemaliger militärischer Flächennutzungen abzustimmen.
Es ist positiv hervorzuheben, dass mit dem Auftrag an die kommunale Landschaftsplanung,
Konzepte
für Arten, Lebensgemeinschaften und Lebensräume innerhalb der Siedlung
auszuweisen, aktiv der
Naturschutz im besiedelten Bereich unterstützt wird.
Abschichtung
: Auf Ebene der Landschaftsrahmenplanung und kommunalen Landschafts-
planung sind bei der Ausweisung von Flächen für Arten, Lebensgemeinschaften und Lebens-
räumen innerhalb der Siedlung Synergien mit der Klimaanpassung einzubeziehen, z.B. zur
Entwicklung klimaökologischer Ausgleichsflächen. Zudem sind räumliche Konkretisierungen
zu treffen, um Ziele der qualitativen Entwicklung von Brachen mit den Zielen der Nachverdich-
tung zum Zwecke des Bodenschutzes im Außenbereich gleichermaßen zu erfüllen.
Die fachplanerischen Inhalte des Landschaftsprogramms nehmen aktiv Bezug auf die zukünftige Förde-
rung Erneuerbarer Energien, wobei insbesondere für die
Festlegungen zu Vorrang- und Eignungsge-
bieten für Windenergieanlagen
auf den Gestaltungsspielraum der Regionalplanung verwiesen wird.
Die Ziele hinsichtlich
Konzentration von großflächigen Monokulturen in der Landschaft durch den
Anbau von Biomasse, der Nutzung von Synergien mit dem Natur-, Boden-, und Gewässerschutz
bei der Anlage von Kurzumtriebsplantagen und der Gestaltung von Strommasten für Hochspan-
nungsleitungen
dienen einer landschaftsgerechten Steuerung des Ausbaus regenerativer Energien
und sind grundsätzlich zu begrüßen.
Abschichtung
: Bei der Ausformung der fachplanerischen Inhalte auf Ebene der Landschafts-
rahmenplanung ist auch für Bereiche, die keinen hohen Wert des Landschaftsbildes oder der
kulturhistorischen Prägung aufweisen, vertiefend zu prüfen, in wieweit sich diese für die Pro-
duktion Erneuerbarer Energien eignen. Es bietet sich an, die Potenziale einer Gestaltung von
Energielandschaften zu nutzen, um kulturlandschaftliche Qualitäten gezielt durch neue An-
kerpunkte für Identifikation zu fördern.
Vgl. hierzu die Umweltprüfung der Festlegungen des LEP 2013 in Kap. 2.1.6
Die Zielstellung des Landschaftsprogramms bezüglich der Ausweisung von
Flächenpools auf Ebene
der Landschaftsrahmenplanung und kommunalen Landschaftsplanung
in Verbindung mit Gebiets-
kulissen bes. gefährdeter Tier- und Pflanzenarten (Karte A 1.3 und A 1.4) werden dem besonderen
Handlungsbedarf zum Schutz derartiger Räume auf Landesebene gerecht
Die fachplanerischen Inhalte des Landschaftsprogramms zum landesweiten
Biotopverbund
dienen
aktiv der Verbesserung des Umweltzustandes und wirken rahmensetzend durch eine Gebietskulisse
und der Nennung von Kriterien für die Landschaftsrahmenplanung und kommunale Landschaftsplanung.
Konkrete Standortentscheidungen ergeben sich hierdurch nicht.
Vgl. hierzu die Umweltprüfung der Festlegungen des LEP 2013 in Kap. 2.1.5 Freiraumentwicklung
Status-
Quo
Der LEP 2013 entwickelt die umweltvorsorgenden und –verbessernden Instrumentarien gegenüber
dem LEP 2003 fort und gestaltet die fachplanerischen Zielstellungen und Begründungen differenzierter
aus. Zudem reagiert der vorliegende LEP 2013 stärker auf aktuelle Herausforderungen, wie den Ausbau
Erneuerbarer Energien und die Siedlungsentwicklung. Aspekte der Kulturlandschaft und des Land-
schaftsbildes sind mit Studien/Planungen hinterlegt, die eine Konkretisierung und räumliche Verortung
ermöglichen.
Kap. 2.3
Die fachplanerischen Zielstellungen des Landschaftsprogramms zum
Schutz und der Verbesserung
des Bodens
dienen der Verbesserung des aktuellen Zustandes der Umwelt.
Vgl. hierzu die Umweltprüfung der Ziele des Festlegungsteils (Kap. 4.1.1 und 4.1.3 des LEP 2013) in
Kap. 2.1.5 Freiraumentwicklung

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
74
Hinweis:
Die Kartendarstellung der Gebietskulisse „Böden mit besonderer Bedeutung“ sowie der Plan-
kategorie „Sanierungsbedürftige Bereiche der Landschaft“ bezüglich erhöhter Schadstoffgehalte des
Bodens stellen als Konkretisierung zum Umweltzustand räumliche Gebietskulissen zur Sicherung lan-
desweiter Bezüge dar, zur Konkretisierung durch nachgeordnete Planungen. Der Regionalplanung wer-
den fachliche Grundlagen zur Verfügung gestellt, um regional spezifisch auf aktuelle umweltbezogene
Herausforderungen reagieren zu können.
Abschichtung
: In den nachfolgenden Planungsebenen sind die fachplanerischen Ziele zum
Flächenverbrauch und der Bodenversiegelung mit den Konzepten für Arten, Lebensgemein-
schaften und Lebensräume innerhalb der Siedlung (vgl. Kap. 2.2.2.1 des Landschaftspro-
gramms) sowie den Maßnahmen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung abzustimmen.
Status-
Quo
Gegenüber den fachplanerischen Inhalten des Landschaftsprogramms von 2003 wurde grundsätzlich
Planungskontinuität beibehalten.
Kap. 2.4
Die fachplanerischen Inhalte des Landschaftsprogramms zum
Schutz, der Entwicklung und ggf. Wie-
derherstellung der Fließgewässer
dienen aktiv der Verbesserung des Umweltzustandes im Sinne des
Schutzgutes Wasser und tragen schutzgutübergreifend zum Erhalt und der gezielten Verbesserung des
Umweltzustandes bei. Die fachplanerische Zielsetzung zur
Nutzung der Elbe
ohne weitere Ausbauten,
insb. dem Bau von Staustufen, erhält den gegenwärtigen Zustand der Umwelt bei. Auf die künftigen
Herausforderungen des Ausbaus der Erneuerbaren Energien wird reagiert, indem Maßnahmen für eine
naturverträgliche Bauart von Wasserkraftanlagen
benannt werden. Die benannten fachlichen Krite-
rien und vordringlichsten Maßnahmen nehmen keine Standortentscheidung vorweg.
Abschichtung
: Bei Genehmigungsverfahren von wasserkraftnutzenden Anlagen sind die
Auswirkungen auf das Schutzgut Wasser sowie Biodiversität vertiefend zu prüfen.
Die fachplanerischen Inhalte des Landschaftsprogramms zum
Schutz, der Entwicklung und ggf. Wie-
derherstellung der stehenden Gewässer
dienen dem Erhalt und der Verbesserung des Umweltzu-
standes und verweisen auf die schutzgutübergreifende Bedeutung der stehenden Gewässer für den
Arten- und Biotopschutzes und der Kulturlandschaft.
Das Landschaftsprogramm nimmt in den fachplanerischen Zielen zum
Schutz und der Entwicklung
des Grundwassers
europarechtliche Regelungen auf und setzt den Rahmen für eine aktive Umwelt-
vorsorge, indem die Landschaftsrahmenplanung beauftragt wird, Gebiete auszuweisen, die einen hohen
Anteil von vom oberflächennahen Grundwasser abhängige Landökosysteme aufweisen.
Fachplanerische Ziele zum
Hochwasserschutz
reagieren aktiv auf Herausforderungen der Klimaan-
passung und des vorsorgenden Hochwasserschutzes, indem die Landschaftsrahmenplanung aufgefor-
dert wird, Maßnahmen zum nichttechnischen Wasserrückhalt aufzuzeigen bzw. die genannten zu ver-
feinern.
Vgl. hierzu die Umweltprüfung der Ziele des Festlegungsteils (aus Kap. 4.1 des LEP 2013) in Kap. 2.1.5
Freiraumentwicklung
Status-
Quo
Fachliche Ziele zu den Oberflächengewässern und grundwasserabhängigen Ökosystemen und Bioto-
pen sind bereits in den fachplanerischen Inhalten des Landschaftsprogramms von 2003 enthalten. Eine
Erweiterung gegenüber den bestehenden fachplanerischen Inhalten sind die ausführlichen fachlichen
Erläuterungen der Ziele mit Nennung von vordringlichen Maßnahmen sowie der Neuaufnahme von
Zielen zum Hochwasserschutz, worin eine verbesserte qualitative Umweltvorsorge deutlich wird.
Kap. 2.5
Die fachlichen Inhalte des Landschaftsprogramms zum
Klimaschutz und der Anpassung an den
Klimawandel
dienen gezielt dem Erhalt und der Verbesserung des Umweltzustandes.
Die fachlichen Erläuterungen und Ziele enthalten Planungsaufträge an die Landschaftsrahmenplanung
zur Identifizierung klimabedeutsamer Gebiete, wodurch regional spezifisch auf die umweltbezogenen
Herausforderungen reagiert werden kann. Die Landschaftsplanung wird explizit benannt, Maßnahmen
zur Anpassung an den Klimawandel zu formulieren, um den besonderen Handlungsbedarf gerecht zu
werden.
Abschichtung
: Die Landschaftsrahmenplanung sollte bei der Entwicklung von Klimaanpas-
sungsmaßnahmen gezielt nach Synergien und positiven Wechselwirkungen mit anderen
Schutzgütern suchen, insb. dem Wasserhaushalt und Arten- und Biotopschutz. Mögliche
Umweltfolgewirkungen sind vertiefend zu prüfen.
Mit der stärkeren Berücksichtigung der CO
2
-Senkenfunktion der Landschaft sind neben dem Klima-
schutz auch schutzgutübergreifend positive Umweltauswirkungen zu erwarten. Im Sinne der schutzgut-
übergreifenden Umweltvorsorge ist zu begrüßen, dass Klimaschutzmaßnahmen in der Fach- und Ge-
samtplanung mit den Zielen und Anforderungen des Naturschutzes abgestimmt werden sollen.

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Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
75
Abschichtung
: Auf den nachfolgenden Planungsebenen sind die wechselseitigen Wirkungen
einer verstärkten CO
2
-Senkenfunktion auf alle Schutzgüter vertiefend zu prüfen.
Die Inhalte des Landschaftsprogramms werden den landesweiten Erfordernissen zum Schutzgut Klima
gerecht und sind richtungsweisend für eine aktive Anpassung an die Folgen des Klimawandels.
Vgl. hierzu die Umweltprüfung der Ziele des Festlegungsteils (Kap. 4.1.4 des LEP 2013) in Kap. 2.1.5
Freiraumentwicklung
Status-
Quo
Das vorliegende Landschaftsprogramm entwickelt das Instrumentarium zur Umweltvorsorge gezielt
weiter und reagiert auf die aktuelle Herausforderung des Klimawandels. Als neue Umweltinformation
werden zusammenfassende Klimasignale auf Grundlage landesweiter Klimaprojektionen benannt und
Möglichkeiten bzw. Kriterien für Klimaanpassungs- und -schutzmaßnahmen aufgezeigt.
Vermeidungs-, Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen (Punkt 2 c, Anhang I zu § 9 (1) ROG) sind lediglich bei
Zielen und Maßnahmen mit voraussichtlich erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen erforderlich. Diese sind
aus den fachlichen Inhalten des Landschaftsprogramms nicht zu erwarten. Für die Umweltprüfung des Anhanges
wurden dieselben Grundlagen wie für die Umweltprüfung der anderen Teile des Landesentwicklungsplanes ver-
wendet, besondere Schwierigkeiten bei der Bereitstellung oder Aufbereitung traten nicht auf (Punkt 3 a, Anhang I
der SUP - RL zu § 9 (1) ROG). Die maßgebliche Monitoring-Maßnahme (Punkt 3 b, Anhang I der SUP - RL
zu § 9 (1) ROG) besteht in der Fortschreibung des Fachbeitrages zum Landschaftsprogramm, weil bei dieser
Fortschreibung die Entwicklung der einzelnen Umweltgüter detailliert betrachtet wird. Darüber hinaus gehende
Monitoring-Maßnahmen finden sich im Gesamtkontext des LEP 2013. Die allgemein verständliche Zusammen-
fassung (Punkt 3 c, Anhang I der SUP - RL zu § 9 (1) ROG) wird für die Umweltprüfung des LEP 2013 insgesamt,
einschließlich der überschießenden fachplanerischen Inhalte des Landschaftsprogramms, vorgenommen.

Landesentwicklungsplan 2013 – Anhang A 2 Umweltbericht
76
3
FFH-/SPA – Erheblichkeitsabschätzung
Der Freistaat Sachsen verfügt über 270 FFH-Gebiete (ca. 9,2 % der Landesfläche) sowie 77 Vogelschutzgebiete
(ca. 13,5 % der Landesfläche). Die textlichen Festlegungen des LEP 2013 können aufgrund ihres Abstraktions-
grades keine erheblichen Beeinträchtigungen auf die beschriebene Gebietskulisse auslösen. Lediglich die zeich-
nerischen Festlegungen geplanter Verkehrsvorhaben weisen einen Konkretisierungsgrad auf, der einer näheren
Betrachtung hinsichtlich der Verträglichkeit mit den Zielen des Natura-2000-Schutzgebietssystems bedarf.
Bei den 20 Vorhaben, für die im Planfeststellungsverfahren bereits die FFH-Verträglichkeit geprüft wurde, und die
auf der Basis der im Planfeststellungsverfahren erarbeiteten Planunterlagen einschließlich der Umwelt-
verträglichkeitsstudie und der FFH-Vorprüfung bzw. Prüfung zeichnerisch im LEP 2013 festgelegt wurden, erfolg-
te keine nochmalige Prüfung der FFH-Verträglichkeit, da die Detaillierung der Planunterlagen eines Planfest-
stellungsverfahrens die innerhalb der Umweltprüfung des LEP 2013 erreichbare Detaillierung bei weitem über-
steigt.
Bei den 103 Vorhaben, für die allerdings noch keine abgeschlossene Vorplanung vorlag und die als Symbol,