Die sächsischen Gerichte wurden zum 1. Januar 2013 in Umsetzung des Standortekon-
zeptes aus dem Jahr 2011 und des Sächsischen Standortegesetzes neu strukturiert. In
Abschluss dessen wurde nach Auflösung des Amtsgerichtes Annaberg und dessen vorü-
bergehender Fortführung als Zweigstelle des Amtsgerichtes Marienberg, dieser Gerichts-
standort zum 2. Juli 2016 geschlossen. Eine weitere Straffung der Gerichtsstrukturen
wurde im Berichtszeitraum nicht vorgenommen (G 6.5.2). Gerichte sollen innerhalb einer
zumutbaren Entfernung erreichbar bleiben. Aus diesem Grund wurde auch die Zusam-
menlegung von kleinen Grundbuchämtern nicht weiter verfolgt bzw. nicht wieder aufge-
griffen. Ein Verbleib der Amtsgerichte in der Fläche nach der Umsetzung des Standorte-
konzeptes soll aus Gründen der Bürgernähe beibehalten werden (vgl. Karte 6.8.2).
Seit vielen Jahren ist die sächsische Justiz für Rechtssuchende rund um die Uhr unabhän-
gig von Sprech- und Öffnungszeiten oder der räumlichen Entfernung zu einem Gericht
(vgl. Karte 6.8.2) elektronisch erreichbar. Der Elektronische Rechtsverkehr ermöglicht es
jedem, bequem vom heimischen Sofa aus Klageschriften, Anträge und sonstige Dokumen-
te in allen Verfahrensarten sicher und rechtsverbindlich an die Gerichte zu übermitteln.
Die sichere elektronische Kommunikation mit der Justiz erfolgt vornehmlich über das
barrierefrei ausgestaltete sogenannte Elektronische Gerichts- und Verwaltungspostfach
(EGVP). Zudem können sämtliche Gerichtsverwaltungen und Justizbehörden durch die
Bürgerinnen und Bürger elektronisch sowohl in einfacher (E-Mail) als auch in verschlüs-
selter Form (EGVP bzw. seit Januar 2018 das besondere elektronische Behördenpostfach
- beBPo - und De-Mail) kontaktiert werden. Sie sind durchweg in der Lage, die elektroni-
sche Kommunikation auch mit Schriftformersatz zu ermöglichen.
Die Belastung der Gerichte ist in allen Gerichtsbarkeiten nach wie vor auf einem hohen
Niveau (vgl. Abbildung 6.8).
Die Barrierefreiheit wurde mit Neu-, Um- und Erweiterungsbaumaßnahmen von Gebäuden der Justiz kontinuierlich verbessert. Der
Schwerpunkt liegt dabei auf dem öffentlich zugänglichen Bereich für den allgemeinen Besucher- und Benutzerverkehr. Hierzu zählen
u. a. die Errichtung von Personenaufzügen, der Bau barrierefreier Toiletten sowie die Einrichtung von Gegensprechanlagen im Mehrsin-
ne-Prinzip, kontrastreiche Verkehrsflächen oder Stufenmarkierungen, taktile Beschilderungen oder auch induktive Hörschleifen. Beispiel-
haft sind insoweit im Berichtszeitraum begonnene bzw. beendete Baumaßnahmen bei den Amtsgerichten Borna, Plauen, Freiberg, Kamenz
und Weißwasser zu nennen. Zudem ist die bestmögliche Umsetzung der technischen Barrierefreiheit bei den Internetpräsentationen
sächsischer Gerichte und Justizbehörden im Rahmen der Gestaltung der Inhalte eine Daueraufgabe, der sich die sächsische Justiz en-
gagiert stellt.
Die Übernahme eines Ehrenamtes in der Justiz eröffnet – ausgenommen Schöffinnen und Schöffen in der Strafrechtspflege, in der eine
Höchstaltersgrenze von 70 Jahren vorgesehen ist - altersunabhängig Möglichkeiten bürgerschaftlichen Engagements. In der Strafge-
richtsbarkeit waren im Berichtszeitraum je Amtszeit von fünf Jahren jeweils ca. 3.500 Schöffinnen und Schöffen, in den anderen Ge-
richtsbarkeiten zusammen ca. 2.500 ehrenamtliche Richterinnen und Richter tätig. Zudem können Bürgerinnen und Bürger unter den
im Sächsischen Schieds- und Gütestellengesetz genannten Voraussetzungen in den gemeindlichen Schiedsstellen als ehrenamtliche
Friedensrichterinnen und Friedensrichter tätig werden, wobei sie bei Amtsantritt zwischen 30 und 70 Jahren alt sein sollen.
SMJusDEG
Landesentwicklungsplan
2013
70 |
Öffentliche Verwaltung, E-Government, Sicherheit und Ordnung, Bevölkerungsschutz | Gerichtsbarkeit
| 71
| 6.8 |
Grundsatz 6.1.2
barrierefreier Zugang zu
Einrichtungen und Leistungen der Daseinsvorsorge
Grundsatz 6.5.2
ausgewogene räumliche
Verteilung der Gerichte und anderen Organen der
Justiz in allen Teilräumen
6.8
Gerichtsbarkeit
Öffentliche Verwaltung, E-Government, Sicherheit und Ordnung, Bevölkerungsschutz | Gerichtsbarkeit
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S a c h d a te n :
K a rto g ra p h i :e
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S M R , R e fe ra t 4 5
Einwohner je Amtsgerichtsbezirk 2019
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1 0 0.0 00 -1 30 .0 0 0
1 30 0.0 0 - 61 0.0 00
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61 0.0 00
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Sachdaten:
Geobasisdaten:
Kartographie:
SMJusDEG, Stand 01.01.2020
Geofabrik, Stand 30.11.2021
GeoSN 2020
SMR, Referat 45
Gerichte und Staatsanwaltschaften
"
/
Oberlandesgericht
"
)
Landgericht
"
)
Außenkammern Bautzen
des Landgerichtes Görlitz
!
.
Generalstaatsanwaltschaft
!
(
Staatsanwaltschaft
!
(
staatsanwaltschaftliche Zweigstelle
©
x
Justizvollzugsanstalt (JVA/JSA)
"
)
Amtsgericht
!
(
amtsgerichtliche Zweigstelle
&
:
Verfassungsgerichtshof
"
/
Sächsisches Landesarbeitsgericht
!
(
Arbeitsgericht
"
/
Sächsisches Finanzgericht
"
/
Oberverwaltungsgericht
!
(
Verwaltungsgericht
"
/
Landessozialgericht
!
(
Sozialgericht
Zuständigkeit eines Amtsgerichtes
Gemeindegrenze
Fahrzeit [min] zu
einem Amtsgericht
10
20
30
40
> 40
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
16.000
18.000
20.000
2015 2016 2017 2018 2019
Verfahrenseingänge
Verwaltungsgerichtsbarkeit
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
16.000
18.000
20.000
2015 2016 2017 2018 2019
Verfahrenseingänge
Arbeitsgerichtsbarkeit
125.000
130.000
135.000
140.000
145.000
150.000
2015
2016
2017
2018
2019
Verfahrenseingänge
Ordentliche Gerichtsbarkeit*
* beinhaltet Zivil-, Straf-, Familien- und
Bußgeldverfahren an den Amts- und Landgerichten
und dem Oberlandesgericht
0
5.000
10.000
15.000
20.000
25.000
30.000
35.000
40.000
2015 2016 2017 2018 2019
Verfahrenseingänge
Sozialgerichtsbarkeit
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
2015 2016 2017 2018 2019
Verfahrenseingänge
Finanzgerichtsbarkeit
Karte 6.8.1: Einwohner nach Amtsgerichtsbezirken
Karte 6.8.2: Gerichte und Staatsanwaltschaften sowie Erreichbarkeit der Amtsgerichte mit dem PKW
Abbildung 6.8: Verfahrenseingänge 2015 – 2019 nach Gerichtsbarkeiten (Quelle: SMJusDEG 6.8)