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Geschäftsbericht 2017

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Führungskräfte
Petra Förster
Niederlassungsleiterin
Leipzig II
Peter Voit
Niederlassungsleiter
Chemnitz
Norbert Seibt
Niederlassungsleiter
Bautzen
Elke Mühlbauer
Niederlassungsleiterin
Dresden II
Gerlind Berndt
Niederlassungsleiterin
Leipzig I
Heike Krenkel
Niederlassungsleiterin
Zwickau
Oliver Gaber
Kaufmännischer
Geschäftsführer
Prof. Dieter Janosch
Technischer
Geschäftsführer
Dr. Ulf Nickol
Niederlassungsleiter
Dresden I

| 03
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort des Staatsministers der Finanzen ....................................................................................................... 04
2. Vorwort der Geschäftsführung ............................................................................................................................. 06
3. Der Staatsbetrieb SIB ................................................................................................................................................. 08
4. Jahresergebnisse 2017 im Überblick ................................................................................................................... 10
5. Die Geschäftsentwicklung 2017............................................................................................................................ 12
Planen und Bauen ...................................................................................................................................................... 12
Immobilienmanagement ......................................................................................................................................... 18
Shared Service Center ............................................................................................................................................... 22
6. Die Standorte ................................................................................................................................................................ 24
› Niederlassung Bautzen ‹ ....................................................................................................................................... 24
› Niederlassung Chemnitz ‹ .................................................................................................................................... 26
› Niederlassung Dresden
I
‹ ..................................................................................................................................... 28
› Niederlassung Dresden
II
‹ ................................................................................................................................... 30
› Niederlassung Leipzig
I
‹ ....................................................................................................................................... 32
› Niederlassung Leipzig
II
‹ ...................................................................................................................................... 34
› Niederlassung Zwickau ‹ ....................................................................................................................................... 36
7. Organisation und Aufsicht ...................................................................................................................................... 38

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1. Vorwort des Staatsministers der Finanzen
04 |
Dr. Matthias Haß
Staatsminister der Finanzen
Seit Bestehen des Staatsbetriebs Sächsisches
Immobilien- und Baumanagement (SIB) über-
nimmt dieser kontinuierlich Aufgaben, die sich
dem Freistaat Sachsen als Bauherrn und Eigen-
tümer zahlreicher Liegenschaften stellen. Dem
SIB obliegt es, bauliche und liegenschaftliche
Zielsetzungen des Freistaates Sachsen zu koor-
dinieren und umzusetzen. Er steht für die rechts-
sichere Durchführung von Vergabeverfahren und
Wettbewerben und entwickelt bedarfsgerechte
Neubaumaßnahmen sowie Sanierungsmaß-
nahmen bestehender Liegenschaften, beispiels-
weise für die sächsische Polizei, Justiz, Verwaltung
und Hochschulen, bis hin zur Pflege bedeuten-
der kulturhistorischer Bauten. Als öffentlicher
Auftraggeber hat der SIB eine Vorbildfunktion
in vielerlei Hinsicht.
Dabei trägt der Staatsbetrieb fachkompetent
Sorge, die unterschiedlichen Aspekte des staat-
lichen Bauens zu vereinen. Bedarf, nutzerspezi-
fische Anforderungen, Ästhetik und hohe ar-
chitektonische Qualität, häufig Denkmalschutz,
Energieeffizienz und die Einhaltung des zur Ver-
fügung stehenden Budgets trotz immer stei-
gender Preise müssen bei der Umsetzung der
vielfach komplexen Bau- und Bewirtschaftungs-
aufgaben aufeinander abgestimmt werden.
Im Jahr 2017 hat der SIB 482 Millionen Euro für
eine Vielzahl von Bauprojekten umgesetzt und ist
damit zugleich ein wichtiger Auftraggeber des
Baugewerbes. Bauinvestitionen stellen ein wich-
tiges Element der Wirtschaftsförderung und Si-
cherung von Arbeitsplätzen dar. Im abgelaufenen
Geschäftsjahr wurde etwa drei Viertel der Bau-
aufträge an sächsische Unternehmen vergeben.
Heutige Investitionen in die bauliche Infrastruk-
tur sind wesentlich für die Zukunft Sachsens.
Dabei spielen Bildung, Wissenschaft und For-
schung eine herausragende Rolle, wenn es um
die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Sach-
sen geht. In besonderer Weise stehen hierfür
die Baumaßnahmen für die sächsischen Hoch-
schulen. So wurden in diesem Bereich von 1991
bis einschließlich 2017 rund 4,9 Milliarden Euro
investiert.
Als ein aktuelles und herausragendes Projekt ist
der Umbau des Barkhausen-Baus der Techni-
schen Universität Dresden zu einem Labor- und
Seminargebäude für das Exzellenzcluster Center
for Advancing Electronics Dresden (cfaed) an der
Nöthnitzer Straße Dresden zu nennen. Das cfaed
ist ein Exzellenzcluster im Rahmen der Exzellenz-
initiative des Bundes und der Länder. Als inter-
disziplinäres Forschungszentrum ermöglicht es
Elektronikforschung auf internationalem Spitzen-
niveau. Kern der Forschungstätigkeit ist die Ent-
wicklung völlig neuartiger Lösungen für die
Übertragung und Verarbeitung von Informati-
onen, hierzu zählen beispielsweise die fünfte
Mobilfunkgeneration »5G« oder energieeffizien-
tere Halbleiterelemente. Die Forschung an die-
sen Zukunftsfeldern der Technologie erfordert
hochsensible und schwingungsempfindliche
Messlabortechnik, was höchste konstruktive An-
forderungen an das Bauwerk stellt. Das techni-
sche Herzstück und der zugleich bautechnisch
anspruchsvollste Teil des Bauprojektes sind die
Mikroskopieräume. In der hochkomplexen, EFRE-
geförderten Baumaßnahme galt es, die Labor-
räume möglichst schwingungsarm, mit nahezu
strömungsfreier Vollklimatisierung und mit spe-
ziellen, magnetischen Spezialabschirmungen
zu errichten. Ohne die engagierte Arbeit des SIB
wären solche komplexen Maßnahmen nicht zu
bewältigen.
Gebäude formen Stadtstrukturen. Sie können das
Stadtgefüge räumlich und gesellschaftlich trans-
formieren. So ist staatliches Bauen auch immer
ein wichtiger Beitrag zum Städtebau, mit dem
Ziel, den nachfolgenden Generationen lebens-
werte und zukunftsweisende Städte zu hinter-
lassen.
Der Freistaat beeinflusst mit seinen Investitio-
nen die Lebensbedingungen der Menschen in
Sachsen. Zukünftige Entwicklungen müssen
rechtzeitig bedacht werden. So hat der Bevöl-
kerungsrückgang im ländlichen Raum des Frei-
staates Einfluss auf die zur Wahrnehmung
staatlicher Aufgaben zukünftig benötigten Flä-
chen. Im urbanen Bereich ist es ein zentrales
Anliegen, die Belebung der Innenstädte zu

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Universität Leipzig, Innenraum des Paulinums
| 05
fördern. Dieser Aufgabe kommt der Freistaat
Sachsen mit Hilfe des Staatsbetriebes SIB nach.
Ein in mehrfacher Hinsicht herausragendes
Beispiel für Baukultur und Städtebau ist die
Entwicklung des innerstädtischen Campus der
Universität Leipzig.
Am Augustusplatz in Leipzig wurde mit dem
Augusteum und dem Paulinum ein neues mo-
dernes Zentrum der Universität geschaffen. Mit
der baulichen Fertigstellung des neuen Pauli-
nums als Aula und Universitätskirche St. Pauli
im Jahr 2017, als Hauptbau des innerstädtischen
Campus, erhielt die Stadt auch ein Stück ihrer
Identität wieder. Das städtebauliche Ensemble
schließt die baugeschichtliche Lücke, die durch
die Sprengung der Kirche am 30. Mai 1968 aus
politischen Gründen gerissen wurde, mit einer
klaren Formensprache und dem unverkennbar
an die Paulinerkirche erinnernden gotisierenden
Giebel. Das Gebäude ist die Übersetzung einer
baulichen Rekonstruktion in die Moderne und
ein Bau, der in vielerlei Hinsicht herausfor-
dernd war.
Mit der Fertigstellung des innerstädtischen Cam-
pus wurde weit mehr als ein Gebäudeensemble
komplettiert. Der universitäre Stadtbaustein im
Herzen Leipzigs ermöglicht eine hohe Identifi-
kation mit der Stadt Leipzig und dem Freistaat
Sachsen.
Zeitgenössische Architektur und jahrhundertalte
Baudenkmale gehören zum Bild von sächsischen
Städten und Gemeinden. Sachsen besitzt eine
Vielfalt an bau- und kulturhistorischem Erbe,
das es zu bewahren, zu schützen und weiterzu-
entwickeln gilt. Eine Verantwortung, die der Frei-
staat Sachsen ernst nimmt, indem er mit Sanie-
rungen den Erhalt fördert und zugleich eine
zeitgemäße Nutzung ermöglicht. So sind mit der
Fertigstellung der Restaurierungsarbeiten des
sogenannten Hinterschlosses der mittelalterli-
chen Burg Mildenstein in Leisnig und der baro-
cken Gartenanlage in Großsedlitz zwei außer-
gewöhnliche Orte sächsischer Geschichte für die
Öffentlichkeit wieder zugänglich. Dabei gehen
traditionelle Handwerkstechniken mit modernen
Technologien Hand in Hand. Die hier getätigten
Bauinvestitionen sind nicht nur ein Beitrag zum
Erhalt unserer Landesgeschichte, sondern auch
ein Beitrag zur Stärkung der Tourismusregionen.
Weniger im Fokus der Öffentlichkeit, aber nicht
minder bedeutungsvoll als der Baubereich, ist
die zentrale Liegenschaftsverwaltung. Auch im
Jahr 2017 gehörte für den SIB die wirtschaftli-
che Unterbringung aller Behörden und sonsti-
gen staatlichen Einrichtungen des Freistaates
Sachsen zu den wichtigsten Aufgaben. Das
Hauptaugenmerk lag dabei auf der strategischen
Steuerung und Optimierung des Gesamtbestan-
des an Immobilien, insbesondere unter dem Ge-
sichtspunkt der Nachhaltigkeit und der effekti-
ven Nutzung aller zur Verfügung stehenden
Ressourcen.
Für den Erfolg des SIB mitverantwortlich sind
zu allererst die Beschäftigten. Ihnen möchte ich
meinen herzlichen Dank für ihre Leistungen und
Zuverlässigkeit aussprechen. Ebenfalls bedanken
möchte ich mich bei den Mitgliedern des Verwal-
tungsrates für ihr Engagement und Mitwirken
zugunsten des Staatsbetriebes.
Dr. Matthias Haß
Staatsminister der Finanzen

Seit dem Jahr 2003 obliegt dem Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
(SIB) die verantwortungsvolle Aufgabe, die vom
Freistaat Sachsen genutzten Immobilien zu ver-
walten und dessen Bauvorhaben zu koordinieren.
Dieser Aufgabe kam der SIB gegenüber den be-
treuten Behörden und Nutzern auch im Jahr 2017
in qualifizierter und verlässlicher Form nach. Um
weiterhin den Anforderungen an eine moderne
Bau- und Liegenschaftsverwaltung gerecht zu
werden, ist es allerdings unabdingbar, auf Ver-
änderungen hinsichtlich Demografie und nach-
haltiger Nutzung aller Ressourcen zu reagieren.
Das Projekt SIB 2020 trägt diesen Veränderun-
gen Rechnung, mit den Zielen, die Struktur des
SIB zu verschlanken und zu optimieren sowie
den Lebenszyklus der Immobilien in den Pro-
zessen abzubilden. Das Jahr 2017 war ein Jahr
des Neubeginns für den SIB, da er erstmals in
den neuen Strukturen arbeitete. Die Details der
Umstrukturierung würden an dieser Stelle den
Rahmen überschreiten, sodass im vorliegenden
Geschäftsbericht dem Projekt SIB 2020 ein ge-
sondertes Kapitel gewidmet wurde.
Im laufenden Betrieb galt es die neuen Struktu-
ren so umzusetzen, ohne dass daraus für unsere
Nutzer ein Nachteil entsteht. Der SIB betreute,
verwaltete und bewirtschaftete 2017 einen Im-
mobilienbestand von 2 844 Gebäuden mit einer
Nettoraumfläche von 5,4 Millionen Quadratme-
tern. Mit Wahrnehmung der infrastrukturellen,
technischen sowie kaufmännischen Pflichten
durch den SIB, können sich die Nutzer voll und
ganz auf ihre Kernaufgaben konzentrieren.
Bei der Umsetzung von Bauprojekten müssen
Bedarf, nutzerspezifische Anforderungen, Äs-
thetik und hohe architektonische Qualität, oft-
mals Denkmalschutz, Energieeffizienz und die
Einhaltung des zur Verfügung stehenden Bud-
2. Vorwort der Geschäftsführung
06 |
gets trotz immer steigender Baupreise vereint
werden. Das ist eine sehr anspruchsvolle Auf-
gabe, die vom SIB erbracht wird. Im Geschäfts-
jahr 2017 realisierte der SIB Bauleistungen im
Landes- und Bundesbau sowie Bauen für Dritte
in Höhe von 481,7 Millionen Euro in 2 391 Bau-
maßnahmen.
Unter der Vielzahl von Maßnahmen ist die Bau-
fertigstellung des Paulinums als Aula und Uni-
versitätskirche St. Pauli für die Universität Leipzig
zu nennen. Das Bauwerk setzt konstruktiv wie
auch architektonisch Maßstäbe – herausragend
in mehrfacher Hinsicht, prägt es nicht nur das
Stadtbild von Leipzig, sondern ist ein strahlen-
des Beispiel für Baukultur im Freistaat Sachsen.
Im Zuwendungsbau prüfte der SIB 117 Förder-
anträge mit einem Gesamtvolumen von 736 Mil-
lionen Euro. Die Schwerpunkte bildeten die
Schul-, Krankenhaus- und Städtebauförderung
sowie das Sonderprogramm »Brücken in die
Zukunft« auf Basis des Sächsischen Investiti-
onskraftstärkungsgesetzes.
Das Fachgebiet Projektentwicklung Bedarfs-
prüfung / Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen be-
arbeitete und entschied im abgelaufenen Ge-
schäftsjahr insgesamt 68 förmliche und mehr als
120 formlose Bedarfsanmeldungen zur Behör-
denunterbringung. Die Arbeit des Fachgebiets
war im Jahr 2017 stark von den Bestrebungen
der Staatsregierung zur Aufstockung der säch-
sischen Polizei sowie zur Verbesserung der Un-
terbringung der Polizei-Dienststellen geprägt.
Hierzu gehörte unter anderem die Prüfung der
Anmeldung des umfangreichen Flächenmehr-
bedarfs der Ausbildungsstätten der Polizei-
fachschulen Chemnitz und Schneeberg und der
Fachhochschule der Polizei an den Standorten
Bautzen sowie Rothenburg.

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| 07
Technische Universität Dresden – Baustelle des Fritz-Foerster-Baus
Projektmanagement- und eines »Computer
Aided Facility Management«-Systems. Beide Pro-
gramme ermöglichen mit ihren umfangreichen
Schnittstellen eine stringentere organisations-
einheitenübergreifende Prozess- und Lebens-
zyklusunterstützung der Bau- und Betreiber-
verantwortung des SIB.
Der vorliegende Geschäftsbericht zieht Bilanz
zu einem erfolgreichen Geschäftsjahr, was ohne
das hohe Engagement und Fachwissen unserer
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht möglich
gewesen wäre. Wir danken allen, die im Kalen-
derjahr 2017 an der Weiterentwicklung des SIB
mitgewirkt haben sowie unseren Partnern für
die gute Zusammenarbeit.
Oliver Gaber
Kaufmännischer Geschäftsführer
Prof. Dieter Janosch
Technischer Geschäftsführer
In Vertretung für den Freistaat Sachsen nimmt
der SIB die Bauherrenaufgabe für alle Baumaß-
nahmen des Freistaates Sachsen wahr und ist
somit einer der größten Auftraggeber für die
Baubranche Sachsens. Im Haushaltsjahr 2017
schloss der SIB im Bereich des Bundes- und
Landesbaus 31 254 Bauaufträge und Nachträge
mit einem Gesamtvolumen von 458,9 Millionen
Euro ab. Ein Anteil von 74 Prozent des Gesamt-
volumens wurde dabei an sächsische Unter-
nehmen vergeben. Die Vergabeplattform des SIB
(www.sachsen-vergabe.de)
wird mittlerweile von
zirka 8 800 angemeldeten Unternehmen genutzt.
Insgesamt wurden 2 354 Vergabeverfahren,
davon 337 EU-weit und 2 017 national, über
die E-Vergabe abgewickelt.
Neben dem kontinuierlichen Ausbau und der
Modernisierung seiner technischen Infrastruk-
tur, investierte der SIB auch in die Weiterent-
wicklung der DV-Fachanwendungen. Zu nennen
ist beispielsweise die Implementierung eines

08 |
teilung dezentral aufgestellt sind. Die Zentrali-
sierung hat nicht nur den Vorteil einer klaren
Strukturierung und flacher Hierarchien, sondern
auch Fachwissen an einem Ort zu bündeln und
damit sehr viel effizienter agieren zu können. Die
SSCs erbringen als interner Dienstleister Ver-
waltungsleistungen für alle Dienststellen des
SIB, ohne dass dafür zwingend Personal an jedem
Standort vorgehalten wird. Mit der Einführung
der SSCs wird die Standardisierung der unter-
stützenden Prozesse gewährleistet. Dies führt
einerseits zu einer hohen Einheitlichkeit und
Transparenzsteigerung bei der Leistungserbrin-
gung, andererseits zur Erhöhung der Qualität und
der Verfügbarkeit der unterstützenden Prozesse.
Geplant ist, dass die Umsetzung aller erforder-
lichen Maßnahmen in 2019 abgeschlossen ist,
damit das Projekt ab 2020 vollständig im Regel-
betrieb läuft.
Struktur des SIB
Die vorbenannten organisatorischen Änderungen
spiegeln sich 2017 in neuen Strukturen des SIB
wider. Für das in diesem Geschäftsbericht er-
fasste Kalenderjahr 2017 stellt sich der SIB in
folgenden Bereichen dar:
Planen und Bauen
Im Bereich Planen und Bauen werden stellver-
tretend die Bauherrenaufgaben des Freistaates
Sachsen wahrgenommen. Zu den Hauptaufgaben
gehören die Projektentwicklung und die Projekt-
steuerung von Bauvorhaben sowie die Beauf-
tragung und Abwicklung der Planungs- und
Ausführungsleistungen. Zudem erfolgen die Fest-
Strukturveränderung
Der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und
Baumanagement (SIB) steuert professionell den
gesamten Lebenszyklus der für die Behörden-
unterbringung erforderlichen Immobilien des
Freistaates Sachsen und optimiert den Bestand
und die Nutzungsstruktur der staatlichen Liegen-
schaften. Der SIB besteht aus einer Zentrale so-
wie sieben Niederlassungen.
Seit der Gründung des SIB im Jahr 2003 haben
sich die Rahmenbedingungen, in denen sich der
SIB bewegt, verändert. Künftige demografische
Entwicklungen und ein nachhaltiger Einsatz
der zur Verfügung stehenden Ressourcen sind
große Herausforderungen, denen sich auch der
SIB stellen muss. Um diesen Veränderungen
gerecht zu werden, wurde 2015 das Projekt
»SIB 2020« initiiert.
Der Fokus des Projektes richtet sich darauf,
vorhandene Strukturen und Prozessabläufe des
SIB aufgaben- und zweckkritisch zu analysieren
und daraus Umsetzungslösungen für eine opti-
mierte Aufbau- und Ablauforganisation zu ent-
wickeln. Der Hauptansatzpunkt zur Verbesserung
der Kernprozesse stellte dabei die ganzheitliche
Betrachtung der Immobilien über den gesamten
Lebenszyklus dar.
Nach Abschluss der Analysen und der Entwicklung
von Lösungen konnte Anfang 2017 das Projekt
SIB 2020 in die Umsetzungsphase übergehen.
Die neue Aufbauorganisation ist flacher und
weist eine klare und eindeutige Zuordnung der
Verantwortlichkeiten auf. Mit dem Ziel, interne
Abläufe wesentlich schlanker und schneller zu
gestalten, wurden bestehende Prozesse refor-
miert und Schnittstellen auf das unbedingt
notwendige Maß begrenzt.
Die Strukturveränderungen mündeten zudem in
die neuen Bereiche »Planen und Bauen«, »Immo-
bilienmanagement« und »Shared Service Center«.
Als weiterer Schwerpunkt des Projektes SIB 2020
erfolgte zudem die Implementierung einer zen-
tralen Projektentwicklungseinheit. Die Vorberei-
tungsphase bedeutender Unterbringungsprojekte
wird durch eine detaillierte fachlich-inhaltliche
Definition der Projekte optimiert. Zudem zählt
auch die Entwicklung alternativer baulicher Un-
terbringungskonzepte zum Leistungsspektrum
der Projektentwicklung. Die Themenbereiche der
Bedarfsplanung sowie die Erstellung von Wirt-
schaftlichkeitsanalysen wurden konsequent in
die Projektentwicklung integriert.
Insbesondere in der Ablauforganisation der
Kernprozesse rückt die ganzheitliche Betrachtung
des Lebenszyklus der Immobilien verstärkt in den
Fokus. Die Zuständigkeit für die Steuerung der
Bauunterhaltsmaßnahmen wurde in den Bereich
Immobilienmanagement integriert. Zudem wer-
den bei künftigen Bauprojekten, speziell in der
Planungsphase, das Wissen und die Erfahrungen
aus dem Bereich Immobilienmanagement be-
rücksichtigt.
Um die Qualität sowie die Verfügbarkeit von
unterstützenden Prozessen zu erhöhen, wurden
Shared Service Center (SSC) im Bereich der all-
gemeinen Verwaltungsleistungen gebildet. Diese
werden disziplinarisch und fachlich zentral
geführt, auch wenn sie in der räumlichen Ver-
3. Der Staatsbetrieb SIB

| 09
legung von Grundsätzen der Bauausführung
sowie die Definition von Qualitäts- und Hand-
lungszielen für das staatliche Bauen durch den
SIB.
Die Projektentwicklung steuert und bearbeitet
die frühen Phasen baulicher Maßnahmen, von
der Bedarfsqualifizierung bis zur Erstellung der
Projektunterlage. Die Kompetenzen der Bedarfs-
bemessung, baulichen Entwurfsplanung, Wirt-
schaftlichkeitsuntersuchung und Kostener-
mittlung sind hier gebündelt. Dies ist die Basis,
um Bauprojekte termingerecht, in der erforder-
lichen Qualität und mit hoher Kostensicherheit
zur Verfügung stellen zu können. Zudem zählt
auch die Entwicklung alternativer baulicher
Unterbringungskonzepte zum Leistungsspek-
trum der Projektentwicklung.
Ein weiterer wesentlicher Leistungsschwer-
punkt liegt in der Bauprojektsteuerung. Der
Bereich Planen und Bauen zeichnet sich für die
Definition und Einhaltung der Projektziele,
Qualität, Termine und die Sicherstellung der
Projektfinanzierung verantwortlich. Außerdem
werden ein adressatengerechter Informations-
fluss, die Abstimmungen mit dem Nutzer sowie
die grundsätzliche Vertretung der Bauherren-
interessen gewährleistet.
Zu den wichtigsten Grundwerten zählt die ganz-
heitliche Betrachtung des komplexen Themas
der Bauqualität. Die Planung und Durchfüh-
rung eines Bauvorhabens erfolgt unter Beach-
tung eines umfassenden und nachhaltigen
Ansatzes der gesamtwirtschaftliche, funktio-
nale, gestalterische und ökologische Aspekte
einbezieht. Eine systematische Auswertung der
nutzungsbezogenen Daten von baulichen An-
lagen während der Nutzungsphase hilft dabei,
die daraus gewonnenen Erkenntnisse in künftige
Bauvorhaben einfließen zu lassen und diese zu
verbessern.
Mit seiner langjährigen Erfahrung und Fach-
kompetenz steht der SIB als baufachlicher Be-
rater den nutzenden Behörden und Einrichtun-
gen des Freistaates Sachsen zur Seite. Das breite
Spektrum der Aufgaben erstreckt sich von Bau-
ten für Hochschulen, Justiz und Verwaltung bis
hin zum Kulturbau und der baulichen Pflege
des reichen kulturellen Erbes Sachsens. Ergän-
zend zur Realisierung von Bauprojekten für den
Freistaat Sachsen wird zudem die Projektleitung
für Bauvorhaben des Bundes sowie von Dritten
(wie beispielsweise der Sächsischen Krankenhäu-
ser) übernommen. Zum erweiterten Aufgaben-
bereich gehören gutachterliche Beratungs- und
Prüftätigkeiten im Rahmen des Zuwendungs-
baus.
Immobilienmanagement
Die strategische Steuerung und Optimierung des
Gesamtbestandes an Immobilien, die für Ver-
waltungszwecke genutzt werden, ist ein bedeu-
tender Aspekt des Referats Immobilienmana-
gement. Als zentrale Liegenschaftsverwaltung
ist der SIB für ein vielfältiges Nutzerspektrum
verantwortlich. Hierzu zählen beispielsweise
Gebäude für die Verwaltung und Justiz, aber
auch Hochschulen, Museen und Kultureinrich-
tungen.
Für eine umfassende Grundstücksverwaltung und
-bewirtschaftung steuert das Referat zahlreiche
Prozesse und Dienstleistungen, die zur Erhaltung
des laufenden Betriebes, der Gebäude sowie
der technischen Anlagen notwendig sind. An-
hand transparenter Verbrauchs- und Kosten-
kennzahlen werden zudem Konzepte zur Ver-
brauchs- und Kostenreduzierung erarbeitet
und umgesetzt.
Als Bindeglied zwischen dem Immobilienmana-
gement und dem Baubereich ist im Referat wei-
terhin der Bauunterhalt angesiedelt. Darunter
fallen alle Instandsetzungstätigkeiten während
der Betriebsphase eines Gebäudes.
Shared Service Center
Durch die Shared Service Center (SSC) werden
interne Verwaltungsaufgaben zentral zusammen-
gefasst. Die SSCs unterstützen bei bereichsüber-
greifenden oder fachbegleitenden Aufgaben.
Das vielfältige Aufgabenspektrum erstreckt sich
von organisatorischen Aufgaben, dem Personal-
management, dem Vergabe- und Vertragsma-
nagement, dem Rechnungswesen bis hin zur
Bereitstellung und Instandhaltung der notwen-
digen Informationstechnik.

10 |
4. Jahresergebnisse 2017 im Überblick
20,0 Millionen Euro (Vorjahr: 17,1 Millionen Euro)
aus.
Die im Rahmen der Zuschussfinanzierung durch
den Freistaat Sachsen erhaltenen Zuweisungen
für die Finanzierung der laufenden Geschäfts-
tätigkeit sowie der Investitionen in Höhe von
insgesamt 54,4 Millionen Euro (Vorjahr 63,7 Mil-
lionen Euro) wurden durch den SIB im Ge-
schäftsjahr im Rahmen einer sparsamen und
zweckentsprechenden Haushaltsführung ord-
nungsgemäß verwendet.
Entsprechend der Neuen Steuerungsmodell-
Ressortvereinbarung (NSM) waren 2017 die
nicht verausgabten Mittelzuweisungen in das
Geschäftsjahr 2018 übertragbar und konnten
teilweise einer kameralen Rücklage zugeführt
werden.
Für das Geschäftsjahr 2017 sind im Überblick
folgende Jahresergebnisse hervorzuheben:
Staatlicher Hochbau und
Liegenschaften
In Wahrnehmung des Planungs- und Bauma-
nagements für die Baumaßnahmen des Freistaa-
tes Sachsen, des Bundes und Dritter gelang es,
Bauleistungen für insgesamt 2 391 (Vorjahr 2 405)
Baumaßnahmen im Wert von 481,7 Millionen
Euro (Vorjahr 568,2 Millionen Euro) zu realisieren,
davon 382 Millionen Euro (Vorjahr 477,7 Milli-
onen Euro) im Landes- und Hochschulbau,
61,3 Millionen Euro (Vorjahr 55,2 Millionen
Euro) im Bundesbau sowie 38,4 Millionen Euro
(Vorjahr 35,3 Millionen Euro) im Landesbau für
Dritte.
Die Gesamtausgaben im Liegenschaftsbereich
belaufen sich im Geschäftsjahr auf 239,9 Milli-
onen Euro (Vorjahr 257,1 Millionen Euro).
Immobilienvermögen
Die Aufgaben in Bezug auf das Immobilienver-
mögen werden seit dem 1. Januar 2017 vom
neugegründeten Staatsbetrieb Zentrales Flächen-
management Sachsen wahrgenommen.
Wirtschaftsplan
Der kaufmännische Jahresabschluss des SIB für
das Geschäftsjahr 2017 ist durch die Wirtschafts-
prüfungsgesellschaft Schneider + Partner GmbH
geprüft und erneut uneingeschränkt testiert
worden.
Die Ertragslage ist gemäß Gewinn- und Ver-
lustrechnung durch einen Jahresüberschuss
von 1,0 Million Euro (Vorjahr 48 TEUR) gekenn-
zeichnet.
Als wichtigste Einnahmeposition weist der
SIB im Geschäftsjahr 2017 Umsatzerlöse aus
Verwaltungskostenerstattungen in Höhe von
Landesbau, inkl. sonstige Bauausgaben
(wie Erhalt von Bestandsgebäuden oder
Beseitigung von Hochwasserschäden)
Hochschulbau
Landesbau für Dritte
Bundesbau
Anmietung
Bewirtschaftung
sonstige Bewirtschaftungskosten
Bau- und Liegenschaftshaushalt – Ergebnisse 2017 (in Mio. Euro)
231,3
150,7
38,4
61,3
55,4
181,2
3,3

image
| 11
Burg Mildenstein – Festsaal im Herrenhaus

12 |
Bauaktivitäten
Im Geschäftsjahr 2017 realisierte der SIB Bau-
leistungen in Höhe von 481,7 Millionen Euro.
Davon entfielen 381,4 Millionen Euro auf den
Einzelplan 14. Das Bauvolumen im Einzelplan 14
liegt damit 20 Prozent unter dem des Vorjahrs
von 476,8 Millionen Euro.
Das Bauvolumen 2017 verteilt sich wie folgt
auf die Bereiche: 47 Prozent entfallen auf den
allgemeinen Landesbau (223,8 Millionen Euro),
31 Prozent auf den Hochschulbau (150,7 Milli-
onen Euro), 13 Prozent auf den Bundesbau
(61,2 Millionen Euro), 8 Prozent auf das Bauen
für Dritte (38,4 Millionen Euro) und 1 Prozent
auf Aufwendungen für sonstige Baumaßnah-
men (7,5 Millionen Euro), beispielsweise der
Erhalt von Bestandsgebäuden.
Die größte Einzelbaumaßnahme im Landesbau
ist derzeit die Errichtung der JVA Zwickau-
5. Die Geschäftsentwicklung 2017
Planen und Bauen
553
2003
Angaben in Mio. Euro
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
534
Entwicklung des Bauvolumens 2003 bis 2017
0
100
200
300
400
500
600
700
478
467
468
564
582
569
606
431
416
446
515
568
482
Marienthal. Mit dem musealen Ausbau der Pa-
raderäume im Westflügel des Dresdner Resi-
denzschlosses begleitet der SIB ein weiteres
großes Bauprojekt. Hier belaufen sich die Bau-
kosten auf 34,4 Millionen Euro.
Im Hochschulbau errichtet der SIB derzeit eine
Vielzahl von hochkomplexen Forschungsge-
bäuden. Exemplarisch kann das neue Labor- und
Seminargebäude, das für das Exzellenzcluster
Center for Advancing Electronics Dresden (cfaed)
der Technischen Universität Dresden (TU Dresden)
am Barkhausen-Bau an der Nöthnitzer Straße
in Dresden entsteht, genannt werden. Beson-
dere Herausforderung ist der Einbau von hoch-
sensibler, nanoelektronischer und schwingungs-
empfindlicher Messlabortechnik mit nahezu
strömungsfreier Vollklimatisierung und höchsten
Anforderungen an magnetische Spezialab-
schirmungen. Die besondere Komplexität des
Vorhabens macht die Zahl der die Architekten
unterstützenden Sonderfachplaner exemplarisch
(Angaben in Millionen Euro)
2017
2016
Landesbau
223,8
326,7
davon für
Große Baumaßnahmen
166,2 262,2
Kleine Baumaßnahmen
17,1
18,0
Bauunterhalt
40,1
45,5
Planung
0,4
1,0
Hochschulbau
150,7
144,2
davon für
Große Baumaßnahmen
110,8
99,2
Kleine Baumaßnahmen
16,1
17,1
Bauunterhalt
21,8
26,4
Planung
2,0
1,5
Erhaltung v. Bestandsgebäuden
6,9
5,9
Hochwasserschadensbeseitigung
0,6
0,9
Landesbau für Dritte
38,4
35,3
Bundesbau
61,3
55,2

image
| 13
deutlich. Braucht man für einen normalen Woh-
nungsneubau etwa fünf Fachplaner, werden
hier zusätzliche 25 Fachplanungsdisziplinen für
eine sachgerechte Planung benötigt. Die Bau-
zeit beträgt knapp 3 Jahre. Die genehmigten
Baukosten für das Bauprojekt belaufen sich
auf rund 36,5 Millionen Euro.
Im Jahr 2017 wurden Bauleistungen in 2 391 Bau-
maßnahmen (Vorjahr: 2 405) erbracht. Davon
waren 502 Maßnahmen (21 Prozent) Große
Baumaßnahmen (GBM), 490 Kleine Baumaß-
nahmen (KBM) (20 Prozent) und 1 399 Bauun-
terhaltsmaßnahmen (59 Prozent). Der Bauunter-
halt hat den Erhalt der baulichen Substanz zum
Ziel, ohne den Bestand grundsätzlich zu ändern.
Große Baumaßnahmen (GBM) und Kleine Bau-
maßnahmen (KBM, bis 1,5 Millionen Euro) hin-
gegen dienen der Schaffung von Gebäuden und
baulichen Anlagen bzw. ihrer wesentlichen
Änderung.
Bauausgaben 2017 nach Haushaltsbereichen
150,7 Mio. Euro Hochschulbau
61,3 Mio. Euro Bundesbau
223,8 Mio. Euro Landesbau
38,4 Mio. Euro Landesbau für Dritte
7,5 Mio. Euro sonstige Bauausgaben
(z. B. Erhaltung von Bestandsgebäuden)
13 %
31 %
47 %
8 %
1 %
TU Chemnitz, Zentrum für Materialien, Architekturen und Integration von Nanomembranen (MAIN), Neubau

14 |
Baumaßnahmen 2017
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
LKA Dresden – Neuunterbringung KTI, 1. BA, Interim (Container)
DNA Analytik und Toxologie
3,72 Mio. €
05 / 17 – 12 / 17
Hochschule Zittau / Görlitz, FB Elektrotechnik und Informatik,
Haus Z I – Umbau / Sanierung und Abriss Haus Z III
19,1 Mio. €
02 / 13 – 05 / 17
Universität Leipzig, 4. BA, Hauptgebäude und Aula, Neubau
117,3 Mio. €
07 / 07 – 09 / 17
LASuV Bautzen
6,8 Mio. €
10 /15 – 07 / 17
Barockgarten Großsedlitz, denkmalgerechte Instandsetzung Gartenbereiche
4,5 Mio. €
04 / 13 – 06 / 17
Zwinger, Pavillon D (Wallpavillon)
4,4 Mio. €
03 /15 – 12 / 17
BfUL Chemnitz, Gemeinsame Unterbringung
4,8 Mio. €
07 / 15 – 10 / 17
LfULG Wurzen, Unterbringung Förderzentrum
2,8 Mio. €
08 / 15 – 06 / 17
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
SKH Altscherbitz, Neubau Tagesklinik Markranstädt
4,2 Mio. €
05/15 – 08/17
SKH Rodewisch; Instandsetzung Sozialtherapeutisches Zentrum
2,3 Mio. €
05/16 – 12/17
Für Dritte wurden u. a. folgende Vorhaben realisiert:
Bei den
Baufortführungen
standen im Geschäftsjahr vor allem folgende Maßnahmen im Mittelpunkt:
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
JVA Chemnitz, Torwache, KfZ-Schleuse, Außenumwehrung
18,4 Mio. €
02/12 – 06/18
JVA Chemnitz, Neubau offener Vollzug
9,1 Mio. €
10/15 – 04/18
TU Dresden, Fritz-Foerster-Bau, Umbau und Sanierung, EE EFRE
45,9 Mio. €
06/14 – 04/20
TU Dresden, Center for Advancing Electronics Dresden (cfaed), Barkhausen-Bau –
Ersatzneubau D-Flügel mit Erweiterung – EFRE
36,5 Mio. €
07/15 – 04/18
TU Dresden, ZIK-B-Cube, Neubau, EFRE
22,8 Mio. €
09/15 – 06/18
Staatliche Studienakademie (BA) Plauen (SSA Plauen), erweiterte Unterbringung, 1. BA, EE EFRE
13,9 Mio. €
10/15 – 01/19
TU Chemnitz, Zentrale Universitätsbibliothek (Aktienspinnerei), zentrale Unterbringung, EE EFRE
49,5 Mio. €
06/15 – 12/19
TU Chemnitz, Zentrum für Materialien, Architekturen und Integration von Nanomembranen (MAIN), Neubau
34,3 Mio. €
03/15 – 07/18
HS Mittweida, Halle Schwerlastlabore, Neubau
4,8 Mio. €
04/16 – 06/18
Universität Leipzig, med. Fakultät, Speisenversorgungszentrum Liebigstraße 23/25, Bibliothek, Lernklinik, Mensa, Umbau
25,3 Mio. €
10/15 – 08/18
Universität Leipzig, med. Fakultät, Institutsgebäude Anatomie, Sanierung und Modernisierung
13,1 Mio. €
04/16 – 03/19
Universität Leipzig, Fak. Erziehungswissenschaften, Jahnallee, Neubau BWZ (Bildungswissenschaftliches Zentrum)
25,3 Mio. €
11/15 – 06/18
Polizeifachschule Schneeberg – Umbau und Sanierung von Ausbildungs-, Versorgungs- und Verwaltungsgebäuden
30,0 Mio. €
03/15 – 02/19
Polizeiverwaltungsamt, Neubau Service- und Logistikzentrum in Dresden
14,01 Mio. €
05/16 – 08/18
Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Sempergalerie,
Umbau und Sanierung (2. BA, Ostflügel)
49,78 Mio. €
(1. + 2. BA)
01/16 – 12/18
Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Wiederaufbau Dresdner Residenzschloss –
Westflügel, 2. OG Paraderäume, historischer Ausbau
34,4 Mio. €
12/15 – 09/19
(vorg. Leistungen
ab 2009)
Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Wiederaufbau Dresdner Residenzschloss – Kleiner Ballsaal
6,1 Mio. €
III/15 – 12/18
Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Wiederaufbau Dresdner Residenzschloss – Langer Gang / Gewehrgalerie
10,5 Mio. €
03/16 – 04/19
Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Wiederaufbau Dresdner Residenzschloss – Nordflügel, 2. OG, Turmzimmer
5,4 Mio. €
03/15 – 09/21
Festung Königstein, 5. BA, 1. TBM, Westbebauung, Georgenburg
2,9 Mio €
04/17 – 07/18
Im Landes- und Hochschulbau wurden im Geschäftsjahr 2017 insbesondere folgende Baumaßnahmen
fertig gestellt
:

| 15
Fortführungen im Bundesbau:
Für Dritte Fortführungen:
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
BImA, Modernisierung Verfügungsgebäude, Dresden, August-Bebel-Str. 30 / 30a
6,1 Mio. €
10/14 – 06/16
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
SKH Arnsdorf, Sanierung und Neubau Erwachsenenpsychiatrie
28,5 Mio. €
04/15 – 12/20
SKH Rodewisch, B9 Generalsanierung Tagesklinik Erwachsene
2,1 Mio. €
06/17 – 12/18
SKH Großschweidnitz, Gerontopsychiatrisches Zentrum
23,4 Mio. €
06/15 – 11/18
Im Geschäftsjahr wurde eine Reihe von bedeutenden
Baumaßnahmen begonnen
. Beispielhaft stehen dafür:
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
TUBAF, Freiberg, Zentrum für effiziente Hochtemperatur – Stoffumwandlung ZeHs, Neubau,
31,3 Mio. €
07/17 – 12/19
Schloss und Park Pillnitz – 4. BA, 2. TBM, Parkplatz, Lohmener Straße
4,9 Mio. €
02/17 – 10/18
Erweiterung Amtsgericht Döbeln
3,9 Mio. €
03/17 – 09/18
JVA Leipzig mit Krankenhaus, Neubau Haftkrankenhaus
15,8 Mio. €
08/17 – 02/19
Leipzig, Justizzentrum, 1. BA, Staatsanwaltschaft
33,4 Mio. €
10/17 – 12/20
Amtsgericht Borna mit Grundbuchamt
11,2 Mio. €
10/17 – 12/19
LfULG Pommritz, Neubau Versuchsstation
3,8 Mio. €
05/17 – 03/19
Finanzamt Zwickau, Erweiterung
9,3 Mio. €
07/16 – 09/18
PD Zwickau und PRev Zwickau, Sanierung und Erweiterung
29,7 Mio. €
06/17 – 08/22
Baubeginne im Bundesbau:
Folgender Wettbewerb wurde in 2017 durchgeführt:
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
Neubau Unterkunftsgebäude, GSK Dresden
10,6 Mio. €
02/15 – 12/16
Neubau / Erweiterung Lehrsaalgebäude 18 + Interim, GSK Dresden
18,2 Mio. €
05/15 – 10/19
DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum –
Vorgezogene Maßnahmen (Abbrüche, Medienumverlegungen)
36,7 Mio. €
06/16 – 01/19
seit 08/15
Bezeichnung
Investitionssumme
HTW, Neubau Lehr- und Laborgebäude – BNB-Gold-Standard EE EFRE
60,4 Mio. €
04/17 – 09/17

image
16 |
EFRE Förderperiode
2014 – 2020
Im Rahmen des EFRE Förderprogramms wer-
den Schwerpunkte bei der Verbesserung der
baulichen Infrastruktur an Hochschulen für For-
schung und im Bereich der energieeffizienten
Investitionen in Hochschul- und Landesliegen-
schaften gesetzt. Die aktuelle Förderperiode
läuft von 2014 bis 2020. Derzeit plant der SIB
mit 63 EE-EFRE-Maßnahmen (Prognose gesamt
190 Millionen Euro) und 10 Infrastruktur-EFRE-
Maßnahmen (Prognose gesamt 163 Millionen
Euro).
Das Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit des SIB
steuert und koordiniert geeignete Maßnahmen
und begleitet und unterstützt diese aus fachli-
cher Sicht. Im Jahr 2017 wurden für dieses
Programm umfassende Planungen und Förder-
anträge für diverse Einzelmaßnahmen und
Gesamt-Sanierungen erarbeitet und einge-
reicht. Einige der Maßnahmen befinden sich
bereits in der baulichen Umsetzung. Für eine
Vielzahl weiterer Maßnahmen sind Planungen
und Förderanträge in Vorbereitung. Zwei Maß-
nahmen sind bereits abgeschlossen, wovon für
eine Maßnahme bereits ein Verwendungsnach-
weis vorliegt.
Im Rahmen dieses Förderprogrammes wird
auch die Realisierung von Neubauten im Plus-
Energie-Haus-Standard oder BNB-Gold-Stan-
dard (Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen
des Bundes) gefördert. Eines dieser Pilotprojekte
im BNB-Gold-Standard ist der geplante Neubau
des Lehr- und Laborgebäudes der Hochschule
für Technik und Wirtschaft Dresden (HTW). Im
abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 wurde durch
die SIB Niederlassung Dresden II dazu ein be-
schränkter Realisierungswettbewerb mit dem
Schwerpunkt Nachhaltiges Bauen durchgeführt.
Am Wettbewerb beteiligten sich 17 Architekten
und bewiesen, dass die qualitativen Anforde-
rungen an Nachhaltiges Bauen auch bei solch
komplexen Bauaufgaben umsetzbar sind.
Die EE-EFRE-Maßnahmen sind für den SIB,
aufgrund der Vorgaben der EU, mit einem sehr
hohen bürokratischen Aufwand verbunden.
Projektentwicklung
Mit Beginn des Kalenderjahres 2017 wurde im
SIB die Organisationseinheit Projektentwick-
lung, bestehend aus dem Fachgebiet Bedarfs-
prüfung / Wirtschaftlichkeitsuntersuchung und
zwei Fachgebieten Hochbau gegründet.
Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, Architektenwettbewerb zum Neubau eines Lehr- und Laborgebäudes – 1. Preis, Rohdecan Architekten aus Dresden
Die Organisationsänderung geschah in Vorbe-
reitung auf die geplante Einführung der geän-
derten RL Bau Sachsen, mit den darin erwarte-
ten Prozessänderungen. Als erste Aufgaben
wurden Pilot-Maßnahmen definiert, die schon
nach den Regeln der zukünftigen RL Bau Sach-
sen durchgeführt werden sollen.
Mit dem Aufbau der Projektentwicklung waren
wesentliche inhaltliche und organisatorische
Fragen zu klären und mit den Erfahrungen aus
den Pilotprojekten abzugleichen. In diesem
Zuge hat die Projektentwicklung einen Leitfaden
für die Erstellung einer Qualifizierten Bedarfs-
anmeldung (Q-Bedan) erstellt.
Kernaufgaben der Projektentwicklung Hochbau
sind die Betreuung der Qualifizierten Be-
darfsanmeldung (Q-Bedan) und die Erstellung
der sogenannten Projektunterlagen (Konzept-
planung). Der Bereich Hochbau der Projektent-
wicklung hat im Vorgriff auf die Änderungen der
RL Bau Sachsen in 2017 an fünf Qualifizierten
Bedarfsanmeldungen mitgewirkt und eine Pro-
jektunterlage erstellt.
Hinzu kommen weitere Geschäftsfelder, die durch
die Projektentwicklung betreut werden, wie die
Beauftragung, das Controlling und die Bearbei-

image
| 17
SIB-internen Standard zu entwickeln. Das Refe-
rat Grundsatz Bau hat die Möglichkeit wahrge-
nommen, an der Aktualisierung der Verwal-
tungsvorschrift zur Sächsischen Bauordnung
durch das Sächsische Staatsministerium des
Innern aktiv mitzuwirken.
Weitere Themen waren war die »Thermische
Behaglichkeit« sowie das energiesparende und
wirtschaftliche Bauen.
Zentrale Aufgaben im Bereich des Datenmana-
gements waren in 2017 der Aufbau eines Be-
standsdatenmanagements im Projektmanage-
ment-System (PM-System) und VIS.SAX für
Liegenschaften, Gebäude, technische Anlagen
und Außenanlagen. Im PM-System wurde die
Implementierungsphase mit Pilotierung und
Vorbereitung der Schnittstellen durchgeführt.
Im VIS.SAX wurden Strukturen für die Projekt-
akten und die Baubestandsdokumentationen
entwickelt.
Bundesbau
Im Jahr 2017 wurden für die Bauaufgaben
im Auftrag des Bundes 61,3 Millionen Euro
verausgabt. Der Anteil der Baukosten belief
sich dabei auf 51,5 Millionen Euro und die
Aufwendungen für freiberuflich Tätige (fbT)
auf 9,8 Millionen Euro.
Im Vergleich zum Vorjahr (44,6 Millionen Euro)
haben sich die erbrachten Bauleistungen um
15 Prozent erhöht. Maßgeblich dafür sind ins-
besondere die Großen Baumaßnahmen Neubau
des Unterkunftsgebäudes 12 in der Offiziersschule
des Heeres, Graf-Stauffenberg-Kaserne in Dres-
den mit 2,5 Millionen Euro (Gesamt baukosten:
10,6 Millionen Euro) und die Baumaßnahme
Neubau Technikum des Deutschen Biomasse-
forschungszentrums in Leipzig (Gesamtbau-
kosten: 36,7 Millionen Euro) mit 10,5 Millionen
Euro Bauleistungen in 2017.
tung von Ziel- und Entwicklungsplanungen
sowie die Betreuung von Planungswettbewer-
ben des SIB.
Im Geschäftsjahr 2017 wurden im Bereich der
Projektentwicklung Bedarfsprüfung/ Wirtschaft-
lichkeitsuntersuchung insgesamt 68 förmliche
und mehr als 120 formlose Bedarfsanmeldungen
zur Behördenunterbringung bearbeitet und ent-
schieden. An die Bedarfsprüfung schließt sich
eine Bewertung von Unterbringungsmöglich-
keiten, in aller Regel durch eine Wirtschaftlich-
keitsuntersuchung verschiedener Unterbrin-
gungsvarianten, an.
Die Arbeit des Fachgebiets war im Jahr 2017
stark von den Bestrebungen der Staatsregierung
zur Aufstockung der sächsischen Polizei sowie
zur Verbesserung der Unterbringung der Polizei-
Dienststellen geprägt. Hierzu gehörte unter
anderem die Prüfung der Anmeldung des um-
fangreichen Flächenmehrbedarfs der Ausbil-
dungsstätten (Polizeifachschulen Chemnitz und
Schneeberg, Fachhochschule der Polizei an den
Standorten Bautzen und Rothenburg) sowie
der Polizeidirektion Leipzig, des Polizeiverwal-
tungsamtes und zahlreicher Polizeireviere.
Grundsatzarbeit
Das Referat Grundsatz Bau ist in die Bereiche
Hochbau, Technik/Ingenieurbau/Umweltschutz,
Datenmanagement sowie Nachhaltigkeit ge-
gliedert. Es befasst sich mit allgemeinen und
übergreifenden baufachlichen Themen.
Zudem erfolgt ein wesentlicher Bestandteil der
Tätigkeit maßnahmenbezogen, z. B. mit fach-
technischen Stellungnahmen im Rahmen der
baufachlichen Genehmigung von Baumaßnah-
men. Das Referat Grundsatz Bau schafft und
aktualisiert das im SIB verbindlich anzuwen-
dende Regelwerk.
Ein Schwerpunkt war im Geschäftsjahr 2017 die
intensive Grundlagenarbeit zum Thema Barriere-
freiheit. Ziel ist es, in diesem Bereich einen
Zuwendungsbau
Seit 2013 ist der SIB für alle Ressorts und Be-
willigungsstellen das baufachliche Prüforgan für
Hochbaumaßnahmen, die vom Freistaat Sach-
sen mit Landes-, Bundes- oder EU-Mitteln ge-
fördert werden. Gemeinsam mit dem Sächsi-
schen Staatsministerium der Finanzen wird
fortwährend an der Novellierung von Förder-
richtlinien mitgewirkt, um Richtliniengeber mit
Bausachverstand zu unterstützen. Die Evaluie-
rung laufender Prozesse ist eine ständige Auf-
gabe und dient der Aufdeckung von Potentia-
len zur Verwaltungsvereinfachung sowie deren
Umsetzung. Mit der Sächsischen Aufbaubank
als zentrale Bewilligungsstelle des Freistaates
Sachsen erfolgte eine enge Zusammenarbeit.
Im Jahr 2017 wurden 117 Förderanträge ge-
prüft (geprüftes Bauvolumen 736 Millionen
Euro), schwerpunktmäßig in der Schul-, Kran-
kenhaus- und Städtebauförderung, aber auch
im Sonderprogramm »Brücken in die Zukunft«
auf Basis des Sächsischen Investitionskraftstär-
kungsgesetzes. Des Weiteren wurden 178 Maß-
nahmen baubegleitend betreut und 52 Ver-
wendungsnachweise geprüft.

18 |
Immobilienmanagement
Anmietung / Vermietung
Die Unterbringung von Behörden und sonstigen
staatlichen Einrichtungen des Freistaates Sach-
sen erfolgt überwiegend in landeseigenen Im-
mobilien. Ist dies aus wirtschaftlichen Gründen
nicht sinnvoll oder möglich, werden die not-
wendigen Flächen gemietet oder gepachtet. Im
abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 wurden hierfür
55,4 Millionen Euro aufgewandt. Im Vergleich
zum Vorjahr 2016 (66,2 Millionen Euro) sanken
die Mietausgaben deutlich um 16 Prozent. Grund
dafür ist im Wesentlichen die sukzessiv rück-
läufige Anzahl von Mietobjekten, die für die
Unterbringung der Erstaufnahmeeinrichtungen
im Freistaat Sachsen genutzt wurden.
Für die Vermietung und Verpachtung landeseige-
ner Gebäude oder Flächen wurden im Geschäfts-
jahr 2017 Einnahmen in Höhe von 5,17 Millio-
nen Euro erzielt. Diese stammen unter anderem
aus der Vermietung von Wohnheimplätzen so-
wie von Gewerbe- und Büroräumen.
Immobilienmanagement
Das Referat Immobilienmanagement verwal-
tete und bewirtschaftete 2017 zum Stichtag
29. Dezember 2017 einen Immobilienbestand von
2 844 Gebäuden mit einer Nettoraumfläche von
5,4 Millionen Quadratmetern. Zum Vorjahr 2016
sank die zu verwaltende Fläche um circa 0,5 Mil-
lionen Quadratmeter Nettoraumfläche. Dieser
Rückgang ist darauf zurückzuführen, dass zum
1. Januar 2017 der Staatsbetrieb Zentrales Flä-
chenmanagement Sachsen (ZFM) gegründet
und damit einhergehend das SIB-Portfolio neu
abgegrenzt wurde.
Der SIB verwaltetet 2 086 Gebäude mit einer
Nettoraumfläche von circa 4,6 Millionen Quad-
ratmeter, die sich im Eigentum des Freistaates
Sachsen befinden. Die anderen 758 Gebäude
mit circa 0,8 Millionen Quadratmeter Netto-
raumfläche gehören Dritten.
Das Gros der verwalteten Flächen wird durch die
Hochschulen des Freistaates Sachsen genutzt,
gefolgt von den Behörden und Einrichtungen des
Sächsischen Staatsministeriums des Innern und
des Sächsischen Staatsministeriums der Justiz.
Gebäude Eigentum FS
4 578 230 m
2
NRF | Anzahl: 2 086
Gebäude Eigentum Dritter
859 220 m
2
NRF | Anzahl: 758
verwaltete Nettoraumfläche (NRF) gesamt:
5 437 450 m
2
Verwaltete Nettoraumfläche (NRF)
26,7 %
73,3 %
3,5 %
0,9 %
0,8 %
0,2 %
0,5 %
0,6 %
Universitäten/Hochschulen (ohne Uniklinika)
Sächsisches Staatsministerium
für Wissenschaft und Kunst
Sächsisches Staatsministerium des Innern
Sächsisches Staatsministerium der Justiz
Finanzvermögen (FB)
Sächsisches Staatsministerium
für Umwelt und Landwirtschaft
Sächsisches Staatsministerium
der Finanzen
Sächsisches Staatsministerium
für Kultus
Sächsisches Staatsministerium
für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Sächsisches Staatsministerium
für Soziales und Verbraucherschutz
Sächsische Staatskanzlei
Sächsischer Landtag
Sächsischer Rechnungshof
5,6 %
5,5 %
9,2 %
12,9 %
21,9 %
33,5 %
4,9 %
Die Verteilung der Flächenanteile auf die einzelnen Ressorts stellt sich wie folgt dar:

image
| 19
sowie Objektbewachung zurück zu führen. Diese
wurden unter anderem durch reduzierte Be-
wirtschaftungskosten im Bereich der Erstauf-
nahmeeinrichtungen abgemildert, die sich aus
dem Rückgang des entsprechenden Immobilien-
portfolios ergeben.
Ungefähr die Hälfte der Betriebskosten wurde
benötigt, um die Immobilien mit elektrischer Ener-
gie und Wärme zu versorgen. Die Kosten für die
Stromversorgung sind gegenüber dem Jahr 2016
um 1,9 Millionen Euro auf 57,3 Millionen Euro
gestiegen. Der Anteil an den Gesamtkosten be-
trug im Jahr 2017 somit 32 Prozent. Die Kosten für
die Wärmeversorgung hingegen sind um 1,9 Mil-
lionen Euro auf 33,5 Millionen Euro gesunken.
Ihr Anteil an den Gesamtbewirtschaftungskos-
ten belief sich 2017 somit auf circa 18 Prozent.
Damit lagen die Kosten für die Energieversor-
gung im Jahr 2017 in etwa auf dem Vorjahres-
niveau.
Der Anstieg der Ausgaben im Bereich der elek-
trischen Energie basiert einerseits auf der
Zunahme energieintensiver Objekte, vor allem
im Bereich der Hochschulen und andererseits
auf dem allgemein zunehmenden Technisie-
rungsgrad der Gebäude. Beispielsweise wird
Immobilienbewirtschaftung
Mit der Bereitstellung und Übergabe der Immo-
bilien an die Landesbehörden sowie sonstiger
Einrichtungen des Freistaates Sachsen beginnt
die Nutzungsphase. In dieser Phase nimmt der
Bereich Immobilienmanagement gebündelt die
Aufgaben der Immobilienverwaltung und Be-
wirtschaftung wahr. Dazu zählt unter anderem
die Beschaffung, Steuerung und Optimierung
der technischen und infrastrukturellen Facility-
Management-Leistungen sowie die Versorgung
der Immobilien mit Strom, Wärme und zum Teil
auch Kälte. Die Kosten der Immobilienbewirt-
schaftung umfassen somit alle laufenden Auf-
wendungen zum Betrieb der verwalteten Grund-
stücke und Gebäude.
Im Jahr 2017 sind für die Betriebskosten Haus-
haltsmittel in Höhe von 181,2 Millionen Euro
abgeflossen (Wert umfasst Betriebskostenaus-
gaben und -einnahmen). Im Vergleich zum Vor-
jahr (180,8 Millionen Euro) bedeutet dies eine
geringe Erhöhung um insgesamt 0,2 Prozent.
Der moderate Anstieg ist im Wesentlichen auf
Kostensteigerungen in den Bereichen Strom-
versorgung, Betreibung, Dienste in Außenanlagen
10 %
7 %
6 %
46 %
4 %
9 %
Sächsisches Staatsministerium
des Innern
Universitäten/Hochschulen
Sächsisches Staatsministerium
der Finanzen (inkl. SVN-Entgelte)
Sächsisches Staatsministerium
der Justiz
Sächsisches Staatsministerium
für Wissenschaft und Kunst
Sächsisches Staatsministerium
für Kultus
übrige Ressorts
Mietausgaben je Ressort
18 %
Barockgarten Großsedlitz

20 |
Verteilung der Betriebskosten
* abzüglich Einnahmen
5 %
4 %
2 %
7 %
15 %
12 %
18 %
32 %
5 %
Strom
Wärmeversorgung
Gebäudereinigung
Bedienung, Inspektion, Wartung
Wasser / Abwasser
Dienste in Außenanlagen, z. B. Baumpflege
Objektbewachung
Abfallentsorgung
sonstige Betriebskosten, z. B. Hausmeisterdienste*
zur Klimatisierung von Rechentechnik oder zur
Durchführung technologischer Prozesse zuneh-
mend Kälte benötigt, deren Erzeugung einen
entsprechenden Anstieg des Stromverbrauchs
nach sich zieht. Weitere Kostentreiber im Bereich
der Stromversorgung sind Preissteigerungen
der Energieversorger und die Erhöhung gesetz-
licher Abgaben sowie Umlagen. Hier wirkte sich
2017 besonders die Erhöhung der Umlagen um
5 Prozent auf den Strompreis aus. Die Kosten-
reduzierung im Bereich der Wärmeversorgung
resultiert im Wesentlichen aus dem Wegfall
von Liegenschaften für Erstaufnahmeeinrich-
tungen.
Die stetige Zunahme des Installations- und
Technisierungsgrades der Gebäude spiegelt
sich auch in der Entwicklung der Kosten für die
Bedienung, Wartung und Prüfung technischer
Anlagen wider, die 2017 (21,5 Millionen Euro)
im Vergleich zum Vorjahr (2016: 20,5 Millionen
Euro) um 4 Prozent gestiegen sind. Insbeson-
dere die Ausstattung der Gebäude mit Gefahr-
meldeanlagen und Gebäudeleittechnik führte
zu steigenden Ausgaben in diesem Bereich.
Die Kosten für die Dienste in Außenanlagen
stiegen im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um
1,3 Millionen Euro bzw. 18 Prozent auf 8,7 Mil-
lionen Euro. Ein wesentlicher Anstieg war dabei
im Bereich Winterdienst zu verzeichnen. Im Ver-
gleich zum milden Vorjahreswinter sind die
Kosten für den Winterdienst im Jahr 2017 um
circa 0,8 Millionen Euro bzw. 39 Prozent gestie-
gen. Das Freihalten und Reinigen der Wege zu
den Dienstgebäuden erfolgt im Rahmen der
Verkehrssicherungspflicht, die dem SIB als Im-
mobilienverwalter für die von den Behörden
und sonstigen Einrichtungen des Freistaates
Sachsen genutzten Liegenschaften obliegt. Ein
weiterer Bestandteil der Verkehrssicherungs-
pflicht ist die Kontrolle und Pflege der circa
100 000 Bäume im Zuständigkeitsbereich. Die
Kosten für die Pflegemaßnahmen stiegen von
0,8 Millionen Euro in 2016 auf 1,0 Millionen Euro
in 2017.
Weiterhin stiegen 2017 die Kosten im Bereich der
Objektbewachung um 15 Prozent auf 7,3 Milli-
onen Euro. Die Mehrausgaben resultieren zum
einen aus der Tarif- und Mindestlohnentwick-
lung im Dienstleistungssektor und zum ande-
ren aus dem gestiegenen Sicherheitsbedürfnis
der Behörden. Darüber hinaus konzentrieren
sich die Nutzer infolge des Personalabbaus
verstärkt auf ihre Kernarbeiten, sodass Bewa-
chungstätigkeiten nicht mehr wie vorher
durchgeführt werden.
Neben den Kosten für die Wärmeversorgung
sind auch die Kosten im Bereich Gebäudereini-
gung, Wasser/Abwasser sowie Abfallentsorgung
gesunken. Hauptursache dafür ist der bereits
erwähnte Rückgang von Liegenschaften für Erst-
aufnahmeeinrichtungen.
Gegenüberstellung Betriebskosten 2016 und 2017
2016
2017
0
10
20
30
40
50
60
sonstige Betriebskosten
(abzüglich Einnahmen)
Abfallentsorgung
Objektbewachung
Dienste in Außenanlagen
Wasser / Abwasser
Bedienung,
Wartung, Prüfung
Gebäudereinigung
Wärmeversorgung
Strom
Mio. €

image
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image
| 21
Hochschule Zittau/Görlitz - Haus Z I, Treppenhaus im Altbau, Zittau

22 |
ermöglichen. So nahmen im Geschäftsjahr
2017 die Bediensteten an insgesamt 3 277 Fort-
bildungsveranstaltungen teil, das entspricht
4 291 Fortbildungstagen. Im Vergleich zum Vor-
jahr ist eine Steigerung um 40 Prozent hin-
sichtlich der Fortbildungsteilnahmen bzw. eine
Steigerung der Fortbildungstage um 48,6 Pro-
zent zu verzeichnen.
Ausbildung
Auch im Jahr 2017 führte der SIB die Ausbil-
dung als Praxispartner in den BA-Studiengängen
Vermögensmanagement, Fachrichtung Immo-
bilienwirtschaft sowie Energie- und Umwelt-
technik mit je einem BA-Studenten fort. Ferner
wurden die bestehenden Ausbildungsverhält-
nisse nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG)
im Ausbildungsberuf Steinmetz weitergeführt.
Ein weiteres neues Ausbildungsverhältnis im
Ausbildungsberuf Steinmetz wurde begründet.
Im Geschäftsjahr 2017 hat ein Auszubildender
die Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf
Steinmetz erfolgreich bestanden. Der Absol-
vent wurde beim SIB in ein Beschäftigungsver-
hältnis übernommen.
Shared Service Center Vergabe /
Vertragsmanagement
Die Arbeit im Fachbereich wurde im Jahr 2017
durch die Umwandlung in ein Shared Service
Center (SSC) sowie die Zentralisierung des Ver-
gabemanagements geprägt.
Der Transformationsprozess beinhaltete folgende
Hauptmaßnahmen:
Bildung einer Zentralen Vergabestelle in
Dresden mit einer Außenstelle in Chemnitz
Gründung einer (zentral organisierten)
Fachgruppe für die Vergabe von
Architekten- und Ingenieurleistungen
oberhalb des Schwellenwertes
Etablierung eines dezentralen
Vertragsmanagements
Shared Service Center Personal
Personalbestand
Im SIB waren im Geschäftsjahr 2017 gesamt-
durchschnittlich 1 021 Bedienstete tätig. Hinzu
kommen im Durchschnitt 27 Bedienstete, welche
aus verschiedenen Gründen beurlaubt waren,
sowie durchschnittlich 4 Auszubildende. Die für
den SIB bestehende Verpflichtung zum Ablauf des
Haushaltsjahres 2017 weitere 21 Stellen abzu-
bauen, wurde auf den Ablauf des Haushalts-
jahres 2018 verschoben. Zum Ablauf des Haus-
haltsjahres 2018 sind damit insgesamt 49 Stellen
abzubauen.
Fortbildung
Der SIB hat sich zum Ziel gesetzt, seinen Be-
diensteten durch Fortbildungsmaßnahmen ein
hohes Niveau an beruflicher Qualifizierung zu
Shared Service Center
Die Neugestaltung der Aufbauorganisation wurde
flankiert durch
Anpassung und Optimierung der
Geschäftsprozesse und Schnittstellen
Einführung eines digitalen Vorgangsbear-
beitungs- und Dokumentenmanagement-
systems (VIS.SAX) und die Verknüpfung
mit der elektronischen Vergabe (E-Vergabe)
Die Umstrukturierungsmaßnahmen sind noch
nicht abgeschlossen.
Vergabe von Bauleistungen
Im Haushaltsjahr 2017 schloss der SIB im Bereich
des Bundes- und Landesbaus 31 254 (2016:
30 915) Bauaufträge und Nachträge mit einem
Gesamtvolumen von 458,9 Millionen Euro (2016:
421,6 Millionen Euro) ab. Ein Anteil von 74 Pro-
zent des Gesamtvolumens wurde an sächsische
60 %
16 %
24 %
öffentlich / offen
beschränkt / nicht offen
freihändig / Verhandlungsverfahren
Der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und
Baumanagement des Freistaates Sachsen
beauftragte im Zeitraum Januar bis Dezember 2017
Bauverträge (Bundes- und Landesbau) in Höhe von
Gesamt: 458.882.056 €
Vergabe von Bauleistungen
nach Vergabeart
2017
7 %
93 %
Freiberuflich Tätige aus Sachsen
(88.530.700 €)
Freiberuflich Tätige aus anderen Bundesländern
bzw. der Europäischen Union
(6.630.400 €)
Der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und
Baumanagement des Freistaates Sachsen
beauftragte im Zeitraum Januar bis Dezember 2017
Planungsverträge (Bundes- und Landesbau)
in Höhe von
Gesamt: 95.161.100 €
Verträge mit Freiberuflich Tätigen 2017

| 23
74 %
26 %
Auftragnehmer aus Sachsen
(339.310.744 €)
Auftragnehmer aus anderen Bundesländern
bzw. der Europäischen Union
(119.571.312 €)
Der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und
Baumanagement des Freistaates Sachsen
beauftragte im Zeitraum Januar bis Dezember 2017
Bauverträge (Bundes- und Landesbau) in Höhe von
Gesamt: 458.882.056 €
Unternehmen vergeben. Diese Quote ist etwas
Vergabe von Bauleistungen 2017
niedriger als die des Vorjahres, was weniger auf
Veränderungen bei Losgrößen oder Vergabear-
ten, sondern auf die sehr gute Auftragslage der
sächsischen Unternehmen zurückzuführen ist.
Bei Bauaufträgen mit einem Auftragswert über
10.000 Euro lag der Anteil der öffentlichen
Ausschreibungen und offenen Verfahren (EU)
bei 60 Prozent (2016: 61 Prozent).
Etwa 16 Prozent (2016: 17 Prozent) des Auf-
tragswertes wurde im Rahmen beschränkter
Ausschreibungen bzw. nichtoffener Verfahren
(EU) vergeben. Bei 24 Prozent (2016: 22 Pro-
zent) der Vergabeverfahren handelte es sich
um freihändige Vergaben bzw. Verhandlungs-
verfahren (EU).
Verträge mit freiberuflich Tätigen (fbT)
Der SIB schloss im Bereich des Bundes- und
Landesbaus 2017 insgesamt 3 460 (2016:
3 796) Verträge mit freiberuflich Tätigen ab.
Das Auftragsvolumen betrug circa 95,2 Millio-
nen EUR (2016: 107,7 Millionen Euro). Davon
wurden 93 Prozent des Auftragsvolumens an
freiberuflich Tätige aus Sachsen vergeben.
Elektronische Vergabe im SIB
Im Geschäftsjahr wurde die komplexe Durch-
führung der Vergabeverfahren für Liefer- und
Dienstleistungen für das Immobilienmanagement
(Bewirtschaftung) eingeführt sowie die Vergabe
von Architekten- und Ingenieurleistungen über
eine Vergabeplattform und ein Management-
System pilotiert. Die Vergabeplattform wird von
circa 8 800 angemeldeten Unternehmen genutzt.
Insgesamt wurden 2 354 Vergabeverfahren, da-
von 337 EU-weit und 2 017 national, über die
E-Vergabe abgewickelt.
IT-Bereich
Im Geschäftsjahr 2017 wurden IT-Dienstleis-
tungen für alle Fachbereiche im SIB, für die
Referate 46 und 47 des Sächsischen Staatsmi-
nisteriums der Finanzen und den Staatsbetrieb
Zentrales Flächenmanagement Sachsen (ZMF)
erbracht.
Dabei stand nicht nur die Anpassung an sich
stetig ändernde Rahmenbedingungen im Fokus,
sondern auch die Schaffung von Möglichkei-
ten, komplexere Prozesse effektiver zu steuern
und Kosten einzusparen. Ein Schwerpunkt lag
2017 auf der weiteren Modernisierung der IT-
Infrastruktur und einer damit einhergehenden
Zentralisierung von technischen Ressourcen
verbunden mit den Vorbereitungen der nieder-
lassungsübergreifenden Umstellung auf das neue
sächsische Verwaltungsnetz (SVN 2.0). Parallel
dazu wurden die Weichen gestellt, um komplexe
3D-Programme per Thin-Client in allen Nieder-
lassungen zur Verfügung zu stellen. Die Sys-
temverfügbarkeit der wesentlichsten IT-An-
wendungen konnte mit über 99,62 Prozent auf
einem sehr hohen Niveau gehalten werden. In
2017 investierte der SIB etwa 730.000 Euro in
den Ausbau und die Modernisierung seiner
technischen Infrastruktur.
Für die Weiterentwicklung der DV-Fachanwen-
dungen wurden im Jahr 2017 rund 1,2 Millio-
nen Euro aufgewendet. Ein erheblicher Anteil
davon wurde für die Implementierung eines Pro-
jektmanagement- und eines »Computer Aided
Facility Management«-Systems aufgewendet.
Beide Programme ermöglichen mit ihren um-
fangreichen Schnittstellen eine stringentere
organisationseinheitenübergreifende Prozess-
und Lebenszyklusunterstützung der Bau- und
Betreiberverantwortung des SIB. Daneben
konnte die elektronische Akte VIS.SAX in drei
weiteren Niederlassungen des SIB (Zwickau,
Chemnitz, Dresden II) erfolgreich pilotiert werden.
Mit der Einführung der elektronischen Akte mit
IT-gestützter Vorgangsbearbeitung erschließt
sich der SIB neue Potenziale im Bereich der
elektronischen Kommunikation und des Wis-
sensmanagements.
Organisationsbereich
Im Bereich Organisation/Innerer Dienst wurden
Investitionen für Büro- und Geschäftsausstat-
tung von insgesamt circa 360.000 Euro getätigt.
Im Jahr 2017 wurden die Bediensteten des SIB
durch die Arbeitsschutzverantwortlichen mit
Unterstützung einer externen Fachkraft für
Arbeitssicherheit durch Arbeitsplatzbegehungen
und arbeitsmedizinische Untersuchungen in-
tensiv betreut. Für die im Bereich IMA tätigen
Elektrofachkräfte wurde eine zusätzliche Un-
terweisung »Arbeiten unter Spannung« durch-
geführt. Darüber hinaus erhielten die Sicher-
heitsbeauftragten aller SIB-Niederlassungen eine
Unterweisung durch die Fachkraft für Arbeits-
sicherheit.
Monatliche Vergabesummen 2017
Auftragswert bis 10.000 €
Auftragswert über 10.000 €
Gesamtauftragswert
0
10
20
30
40
50
60
70
80
Jan.
Feb.
März
Apr.
Mai
Juni
Juli
Aug.
Sept.
Okt.
Nov.
Dez.
4,2
19,1
23,3
4,7
17,1
21,8
4,9
27,7
32,6
5,5
18,9
24,4
7,7
27,5
35,2
4,2
24,8
29,0
5,4
34,0
39,4
6,4
38,5
44,9
5,0
34,0
39,0
6,2
43,3
49,5
6,1
63,8
69,9
5,6
44,4
50,0
Mio. €

image
24 |
6. Die Standorte
Hochschule Zittau Görlitz
Umbau und Sanierung – Haus Z I, Zittau
Bauaufgabe
Die ursprüngliche Aufgabenstellung sah eine
Sanierung des Hauses Z I am Standort Zittau vor,
einschließlich des in den 1950er-Jahren gebauten
eingeschossigen Websaales. Aufgrund des bau-
lichen und brandschutztechnischen Zustands
war eine Sanierung wirtschaftlich nicht sinnvoll.
Der Vorschlag der Architekten lautete daher,
den alten Websaal abzureißen und durch einen
Neubau zu ersetzen.
Die städtebauliche Idee war es, die drei beste-
henden Gebäudeteile Altbau, Mittelbau und
Altneubau durch einen ergänzenden Ersatzneu-
bau zu einem gemeinsamen Gebäude ensemble
zu entwickeln. Auf der Seite zum Campus, an
der Stelle des ehemaligen alten Websaales,
wurde der Neubau als dreigeschossiges moder-
nes Gebäude mit Innenhof errichtet. Er ordnet
sich in seiner Kubatur und Gestaltung in den
bestehenden Gebäudeverband ein. Die neue
Fassade vermittelt durch Aufgreifen und Neu-
interpretation von gemeinsamen Gestaltungs-
mitteln, wie Putzfassade, regelmäßigen Loch-
fenstern und abgesetztem Sockelbereich,
zurückhaltend zwischen Alt und Neu. Der
Bronzefarbton der quadratischen Neubaufens-
ter ist an den am Altbau vorhandenen Fenster-
farbton angelehnt. Die Schnittstelle zwischen
Alt- und Neubau bildet das neu geschaffene,
großzügige Foyer. Es erstreckt sich über zwei
Geschosse und setzt sich als bronzefarbene
Fuge deutlich zum Altbau ab. Das Foyer über-
nimmt die Funktion des zentralen Zugangs
zum neuen Hauptgebäude, in dem neben dem
Rektorat auch die Hochschulverwaltung, der
Fachbereich Elektrotechnik sowie das Hoch-
schulrechenzentrum untergebracht sind.
Sanierung
Neben dem Neubau des Verbindungsgebäudes
galt es, die bestehenden Gebäudeteile aus dem
19. und 20. Jahrhundert zu sanieren und auf
den aktuellen Stand des Brandschutzes, der
barrierefreien Erschließung und der energeti-
schen Effizienz zu bringen. Die gesamte Haus-
und Medientechnik wurde erneuert und die
Hörsäle mit Lüftungsanlagen ausgestattet. Der
Primärenergiebedarf des Hauses unterschreitet
nach dem Umbau und der Sanierung die rele-
vante Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) um
circa 21 Prozent. Der Wert ergibt sich durch die
Dämmung des Dachs, die Erneuerung der Fenster
und die Versorgung des Gebäudes mit Heizwär-
me, die in hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopp-
lungs-Anlagen erzeugt wird. In Abstimmung
mit dem Landesamt für Denkmalpflege wurden
für die Altbauten denkmalpflegerisch besonders
relevante Bereiche festgelegt, deren Sanierung
auf der Basis restauratorischer Befunde sowie
Aufmaße geplant und in allen Details mit den
genehmigenden Behörden abgestimmt. Dazu
gehören alle Fassaden sowie die Treppenhäuser
im Alt-, Mittel- und Altneubau.
Die originalen Kastenfenster des Altbaus sind
als neue Holzfenster mit Isolierverglasung und
außenliegendem Sonnenschutz denkmalge-
recht nachempfunden. Die neuen Fenster neh-
men die innere Ebene der Kastenfenster auf. Der
dadurch im Sturzbereich entstandene Raum
von circa zehn Zentimetern integriert nun den
Behangkasten des Sonnenschutzes. Der Sonnen-
schutz ist somit von außen nicht sichtbar. Die
Außenseiten der Fenster sind reich profiliert
und in Anlehnung an den ursprünglichen Holz-
farbton bräunlich gestrichen. Die Innenseiten
sind in »gebrochenem« Weiß gehalten.
Das historische Erscheinungsbild der Fassaden
zum Stadtring zeigt sich denkmalgerecht wieder-
hergestellt. Im Zuge der Baumaßnahme wurden
Niederlassung Bautzen
Kontakt
Fabrikstraße 48 | 02625 Bautzen
Telefon +49 3591 582-0
Telefax +49 3591 582-109
E-Mail poststelle-b@sib.smf.sachsen.de
Die Niederlassung Bautzen ist zuständig für
Liegenschaften des Freistaats Sachsen innerhalb:
der Landkreise Bautzen und Görlitz
in Teilen des Landkreises
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
sowie baufachlich für Baumaßnahmen des
Bundes und Dritter und Zuwendungsbaumaß-
nahmen.
Bauvolumen
54,45 Millionen Euro
Anzahl der Baumaßnahmen
304
Anzahl der Gebäude
335, NRF 447 018 m²
› Niederlassung Bautzen ‹
Laborsaal für praktische Lehrveranstaltungen
des Fachbereichs Elektrotechnik

image
| 25
am Mittelbau die Fenster denkmalgerecht er-
neuert, die Betonwerksteingewände aufgear-
beitet und ein Außenputz als durchgefärbter
Kratzputz, in enger Abstimmung mit dem Lan-
desamt für Denkmalpflege, angebracht.
Besondere Detaillösungen
Für die Treppenhäuser als gliedernde und prä-
gende Bereiche der Gebäude galt es, spezifische
Lösungen zu entwickeln, die sowohl den bauzeit-
lichen Charakter erhalten als auch modernen
Sicherheitsansprüchen Rechnung tragen. Im Trep-
penhaus des Altbaus wurden die Bestandstüren
durch Feuerschutztüren mit gleichen Abmes-
sungen, Teilungen und Profilierungen ersetzt. Das
denkmalgeschützte, schmiedeeiserne Geländer
blieb erhalten und erhielt einen Obergurt, um
somit den zulässigen Mindesthöhen von Gelän-
dern zu entsprechen. Dabei musste die Konstruk-
tion so ausgeführt werden, dass keine Schweiß-
verbindungen zum Originalgeländer bestehen
und die entstehenden Lasten in die Granitblock-
stufen abgeleitet werden können. Historische
Architekturdetails wie Stuckprofile an Decke und
Wand sowie das Bleiglasfenster an der Südseite
blieben erhalten. Auch die frei spannende Stuck-
decke über dem Treppenraum wurde bewahrt
und zum Dachraum hin brandschutztechnisch
verkleidet. Das Geländer des Treppenhauses im
Mittelbau musste ebenfalls erhöht und die Fül-
lungen so ergänzt werden, dass es den heutigen
Anforderungen an die Absturzsicherheit ent-
spricht. Die Stufen aus schwarzem Werkstein
wurden fachgerecht aufgearbeitet.
Moderne Lehrräume
Das technische »Herz« des Verbindungsbaus
bildet der neue Laborsaal für die praktischen
Lehrveranstaltungen des Fachbereichs Elektro-
technik. Die Büros im ersten Obergeschoss des
Neubaus gruppieren sich um einen Innenhof, in
dem sich drei markante Oberlichter zur Belich-
tung des Laborsaals befinden. Im Sockelgeschoss
sind die Anlagen der Gebäudetechnik hoch-
wassersicher untergebracht. Die detailgenaue
und sorgfältige Sanierung der Bestandsbauten
arbeitet deren bauzeitliche Besonderheiten her-
aus und hebt durch den Erweiterungsbau die
Qualität des Gesamtensembles. So vereinen sich
vier Zeitschichten in einem Gebäudeensemble,
das sich nach Abschluss der Sanierungs- und
Neubaumaßnahmen als neues Hauptgebäude
der Hochschule Zittau/Görlitz repräsentiert und
zur Steigerung, auch im städtebaulichen Kontext,
des Hochschulstandortes Zittau als »University
of Applied Science« beiträgt.
Außenansicht mit saniertem Altbau und dem neuen Verbindungsbau des Haus Z I
Informationen
Bauzeit (inkl. Abrissleistungen)
02/2013 – 05/2017
Gesamtbaukosten (inkl. Abrissleistungen)
rd. 19,1 Millionen Euro

image
26 |
Proben sowie acht Labore- bzw. Messräume,
Umkleide- und Sanitärräume zu schaffen.
Architektur
Im Zuge der Baumaßnahme wurde das frei-
stehende Bestandgebäude mit einem zweige-
schossigen, L-förmigen Neubau ergänzt, sodass
eine Hofsituation geschaffen wurde (Betriebs-
hof). Der Neubau soll in Bezug zu den Bestands-
gebäuden stehen und mit der dunkelgrauen
Zinkstehfalzdeckung an Fassade und Dach die
Farbigkeit des Schiefers der Bestandsdächer
aufnehmen. Als Kontrast zu dem Dunkelgrau
wurden für die Profile und Paneele der Fenster-
bänder im Obergeschoss und für die Fassaden-
platten der Eingangsbereiche in einem warmen
hellen Grauton gewählt (Kieselgrau). Die gleichen
Farben werden auch im Innenbereich verwen-
det und mit zusätzlichen Farbakzenten in Blau
und Orange gesetzt.
Im südlichen Flügel des Neubaus ordnen sich die
Fachbereiche 53/54 an, im östliche Flügel der
Fachbereich 33. Im Verbindungsstück sind Haupt-
eingang und gemeinsam genutzte Räume un-
tergebracht. Vor allem für den Fachbereich 33
waren große Lagerflächen im Erdgeschoss unter-
zubringen. Die hochinstallierten Labore und
Messräume sowie die Büros sind im 1. Oberge-
schoss zu finden.
Die Labor- und Messräume für das Gewässer-
gütelabor werden für die chemische Wasser-
analyse genutzt. Im Laborraum Biologie werden
wasseranalytische Untersuchungen an Kleinst-
lebewesen durchgeführt. Untersuchungen hin-
sichtlich Bakterien und anderer Erreger finden
hier nicht statt. Jedes Labor verfügt darüber
hinaus über ein Säureausgussbecken, in welches
Abwässer entsorgt und über eine Neutralisa-
tionsanlage aufbereitet werden.
Das Dach des Neubaus zeigt sich als moderne
Interpretation, in Anlehnung an die Satteldächer
der vorhandenen Gebäude. Farblich ist die
Blecheindeckung (anthrazitfarbenes Zinkblech)
des Daches an die Schieferdeckung der Be-
standbauten angelehnt. Im Dachraum ist die
Lüftungsanlage untergebracht.
Der zweigeschossige Neubau ist nicht unter-
kellert und in Massivbauweise ausgeführt. Das
Mauerwerk ist eine Mischkonstruktion aus Stahl-
beton und Kalksandstein, die Decken bestehen
Betriebsgesellschaft für
Umwelt und Landwirtschaft
Neubau und Sanierung –
gemeinsame Unterbringung FB 33 und
FB 53/54, Chemnitz
Bauaufgabe
Gegenstand der Baumaßnahme war die gemein-
same Unterbringung der an unterschiedlichen
Standorten in Chemnitz angesiedelten Fachbe-
reiche 33 (Messnetzbetrieb Wasser) und 53/54
(Gewässergütelabor) der Staatlichen Betriebs-
gesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft
(BfUL) in Chemnitz.
Das Objekt an der Dresdner Straße 183 in Chem-
nitz, in dem bereits die 2. Landesmessstelle für
Umweltradioaktivität untergebracht war, wurde
deshalb erweitert.
Hierfür mussten Teilflächen des Bestandsgebäu-
des aus dem Jahr 1957 saniert und ein Neubau
errichtet werden.
Für die Fachbereiche 33 und 53/54 mussten ver-
schiedene Nutzungen integriert werden. Für
den Messnetzbetrieb FB 33 wurden Büroräume,
Lagerräume für Geräte, Umkleide- und Sanitär-
räume benötigt. Für das Gewässergütelabor
(Fachbereich 53/54) waren zudem Büroräume,
Lager für Labortechnik, Gerätschaften und
› Niederlassung Chemnitz ‹
Niederlassung Chemnitz
Kontakt
Brückenstraße 12 | 09111 Chemnitz
Telefon +49 371 457-0
Telefax +49 371 457-4611
E-Mail poststelle-c@sib.smf.sachsen.de
Die Niederlassung Chemnitz ist zuständig für
Liegenschaften des Freistaats Sachsen innerhalb:
der Stadt Chemnitz
des Landkreises Mittelsachsen
in Teilen des Erzgebirgskreises
sowie baufachlich für die Baumaßnahmen aller
Ressorts des Freistaats in diesem Gebiet, für
den Bundesbau darüber hinaus für den gesamten
Erzgebirgskreis, Vogtlandkreis und Zwickau.
Bauvolumen
80,16 Millionen Euro
Anzahl der Baumaßnahmen
482
Anzahl der Gebäude
559, NRF 1 019 412 m²
Kunst am Bau – »Ein Flussbett im Haus«
von Johannes Ulrich Kubiak

image
| 27
Im Neu- und Altbau stehen rund 2 200 Quad-
ratmeter Nettogrundfläche zur Verfügung.
Kunst am Bau
Die Wand des Foyers ziert ein 5 Meter langes
Aquarell des Künstlers Johannes Ulrich Kubiak.
Das großformatige, architekturbezogene Aqua-
rell mit dem Titel »Ein Flussbett im Haus« sym-
bolisiert einen Flusslauf, der als langes Band
über eine Länge von 5 Metern »durch« den Neu-
bau fließt. Das Bild visualisiert das Leben im Fluss,
unter und oberhalb der Wasseroberfläche. Es
beschreibt die vielfältigen Strukturen und Formen,
die im Wasser vorhanden sind. Das Aquarell ist
auf Papier aus Pflanzenfasern ausgeführt. Die
Farben bestehen aus mineralischen Pigmenten.
Als einziges Malmittel diente das Wasser.
aus Stahlbeton. Die Lochfassade des Neubaus
ist als vorgehängte Zinkblech-Fassade ausge-
führt.
Dach und Fassade bilden eine gestalterische
Einheit, die Eingangsbereiche am Betriebshof
sind durch die Verwendung von hellen Faser-
zementverkleidungen akzentuiert.
Das vorhandene Nebengebäude wurde zur Schaf-
fung des Garagenkomplexes der Dienstfahrzeuge
umgebaut und teilsaniert. Zum Leistungsumfang
gehörte weiterhin die Erneuerung und der Ein-
bau einer zentralen Wärmeerzeugungsanlage
als Brennwertkessel im Bestandsgebäude –
entsprechend den Anforderungen der EnEV und
des EEWärmeG. Die Wärmeerzeugungsanlage
wird von der gesamten Liegenschaft genutzt. Das
Bestandgebäude, in dem die 2. Landesmessstelle
für Umweltradioaktivität gebracht ist, erhielt
zudem eine neue Telefon- und Schließanlage.
Im Verbindungsstück Haupteingang sind ge-
meinsam genutzte Räume sowie ein neuer
Aufzug untergebracht (barrierefrei Gestaltung).
Der Eingangsbereich ist als kleines Foyer mit
Einbautheke konzipiert und dient zudem als
Poststelle.
L-förmiger Neubau
Informationen
Bauzeit
07/2015 – 10/2017
Gesamtbaukosten
rd. 4,8 Millionen Euro

image
image
28 |
Sächsische Gestütsverwaltung –
Landgestüt Moritzburg
Neubau der Tribüne für den Reitplatz
Das Landgestüt Moritzburg ist eines der ältesten
und renommiertesten Gestütsanlagen Deutsch-
lands. Als Teil der Sächsischen Gestütsverwal-
tung genießt es internationalen Ruf auf dem
Gebiet der Pferdezucht. Neben der Bereitstel-
lung von Landbeschälern (Zuchthengste eines
Landesgestüts) für die Freistaaten Sachsen und
Thüringen werden hier Hengst- und Stuten-
prüfungen, Lehrgänge der Landesfachschule für
Reiten und Fahren sowie Verkaufsveranstal-
tungen für Pferde durchgeführt.
Die historische Gestütsanlage wurde als Mar-
stall des Jagdschlosses Moritzburg durch den
Hofbaumeister Matthäus Daniel Pöppelmann
(1662 – 1736) entworfen und zwischen 1733 bis
1735 von seinem Nachfolger Johann Christoph
Knöffel (1686 – 1752) erbaut. Sie gehört zur Kul-
turlandschaft Moritzburg.
Zwischen 1913 und 1915 entstand als bauliche
Erweiterung, 600 Meter nördlich der barocken
Stallanlagen, das »Neue Gestüt«. Die Liegenschaft
wird besonders durch den großen Reitplatz ge-
prägt, um den sich das sogenannte Terminalge-
bäude sowie drei Zuschauertribünen gruppieren.
Die seit 1924 auf dem Gelände stattfindenden
› Niederlassung Dresden
I
Hengstparaden stellen mit rund 21 000 Zuschau-
ern den Höhepunkt der öffentlichen Veranstal-
tungen des Landgestüts dar. An jährlich drei
aufeinanderfolgenden Septemberwochenenden
werden die Hengste in einem abwechslungsrei-
chen Programm, bestehend aus verschiedenen
sportlichen und akrobatischen Darbietungen, For-
mationen, historischen Schaubildern und wich-
tigen Informationen für das fachorientierte
Publikum, präsentiert.
In den Anfangsjahren standen für die Besucher
entlang des Reitplatzes nur Stehplätze zur Ver-
fügung. Erst in den 1960er-Jahren wurde durch
die Mitarbeiter des Landgestüts in Eigenleis-
tung eine steinerne Tribüne mit Holzauflagen
auf der vorhandenen Felskuppe im nördlichen
Bereich errichtet und für die Stehplätze ein Teil
zusätzlich aufgeschüttet. Die Reitfläche bestand
aus einer einfachen Sanddecke, wodurch eine
Nutzung in Abhängigkeit der Witterung nur
sehr eingeschränkt möglich war.
Bauaufgabe
Trotz stetigen Bauunterhaltsmaßnahmen be-
fanden sich diese Anlagen in einem sehr sanie-
rungsbedürftigen und mit internationalen An-
forderungen nicht zu vereinbarendem Zustand.
Im Rahmen der »Gesamtentwicklung Neues
Gestüt« konnten 2014 innerhalb des ersten Bau-
abschnitts der Reitplatz, das Terminalgebäude
sowie die multifunktionalen Aufstellflächen für
mobile Tribünen für 4 142 Personen und Ver-
sorgungseinrichtungen neu gebaut werden.
Mitte 2016 erhielt die SIB-Niederlassung Dres-
den I den Planungs- und Bauauftrag für die
Errichtung einer stationären Tribüne mit Über-
dachung als vorgezogene Leistung des zweiten
Bauabschnitts. Als Fertigstellungstermin war der
3. September 2017, die erste Hengstparade in
der Saison 2017, festgesetzt.
Bauausführung
Aufgrund naturschutzrechtlicher Belange wurde
die neue Tribüne als Ersatz für die vorhandene
Steintribüne errichtet. Der Sitzbereich mit
2 001 Sitzplätzen und insgesamt acht barriere-
frei zugänglichen Rollstuhlplätzen besteht aus
vorgefertigten Betonelementen mit hellgrünen
Klappsitzen. Bei dem Tribünendach handelt es
sich um eine Stahlkonstruktion, die in sechs
Feldern von einer hellen, durchscheinenden
Kunststoffmembran aus Polytetrafluorethylen-
Niederlassung Dresden I
Kontakt
Königsbrücker Straße 80 | 01099 Dresden
Telefon +49 351 809-30
Telefax +49 351 809-3100
E-Mail poststelle-d1@sib.smf.sachsen.de
Die Niederlassung Dresden I ist zuständig für
Liegenschaften des Freistaats Sachsen innerhalb:
der Landeshauptstadt Dresden
des Landkreises Meißen
in Teilen des Landkreises
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
sowie baufachlich für alle Behörden und Einrich-
tungen der Staatsverwaltung, des Landtags und
der Staatskanzlei, für Kulturbauten des Sächsi-
schen Staatsministeriums für Wissenschaft und
Kunst sowie der Staatlichen Schlösser, Burgen
und Gärten Sachsen gGmbH.
Bauvolumen
102,06 Millionen Euro
Anzahl der Baumaßnahmen
447
Anzahl der Gebäude
553, NRF 1 161 144 m²
Die Tribüne wird von einer durchscheinenden
Kunststoffmembran überspannt.

image
| 29
werden. In einer außerordentlich geringen Bau-
zeit von nur 22 Wochen wurden 1 507 Tonnen
Beton und 213 Tonnen Stahl verbaut sowie
1 610 Tonnen Erdmassen bewegt. Die aus meh-
reren Bahnen zusammengenähte und ver-
schweißte 1 550 Quadratmeter große Membran
wurde über mehrere Wochen hinweg in ihre
endgültige Form gespannt.
Trotz ihrer Größe mit 78 Metern Länge und
18 Metern Breite entfaltet die neue Tribüne
eine elegante und repräsentative Wirkung. Mit
der Überdachung kann sie ganzjährig und wit-
terungsunabhängig genutzt werden.
beschichtetem (PTFE) Glasfasergewebe über-
spannt wird. Dazwischen wird die Membran in
sechs Trichtern, die gleichzeitig der Regenwas-
serableitung dienen, zusammengeführt. Auf-
grund der PTFE-Beschichtung (auch als Teflon
bekannt) ist die Überdachung weitgehend
selbstreinigend und somit wartungsarm.
Nach einer vergleichsweise sehr kurzen Pla-
nungsvorlaufzeit von neun Monaten, begann
im März 2017 der Rückbau der alten steinernen
Tribüne. Aufgrund des enormen Zeitdrucks war
es erforderlich, dass der Bauablaufplan von allen
Gewerken strikt eingehalten und bei geringsten
Verzögerungen umgehend angepasst wurde.
Durch den inhomogenen Baugrund wurden zu-
nächst für die Aufnahme der Zugkräfte Anker-
sowie Kleinpresspfähle in das anstehende, teil-
weise brüchige Felsgestein gebohrt. Sämtliche
konstruktiven Elemente erhielten Verankerungen
im Fels. Erst danach konnten die Fertigteile des
Sitzbereichs sowie der Stahlbau für die Über-
dachung montiert werden. Da es sich bei der
Dachkonstruktion um ein nichtgeregeltes Bau-
produkt im Sinne der Sächsischen Bauordnung
handelt, musste bei der Landesdirektion Sachsen
ein Ver- und Anwendbarkeitsnachweis eingeholt
Premiere für die neue Tribünenanlage zur ersten Hengstparade der Saison 2017
Informationen
Bauzeit
03/2017 – 09/2017
Gesamtbaukosten
rd. 2,6 Millionen Euro

image
30 |
THz-Bildgebung ist oder komplexe Biosensorik
unterstützt.
Bauaufgabe
Die Unterbringung des cfaed im infrastruktu-
rellen Umfeld der Fakultät Elektrotechnik und
Informationswissenschaften der TU Dresden,
als Ersatzneubau des Flügels D mit Erweiterung
im Barkhausen-Bau – dem Stammhaus der
Fakultät –, erhielt den Vorzug zu anderen Be-
darfsdeckungsvarianten. Eine Maßgabe bestand
darin, die neuen Flächen des cfaed so unterzu-
bringen, um Synergien zu den Forschern im
Barkhausen- Bau herzustellen. Zudem sollten
die hochsensiblen Labore des cfead in sehr enger
räumlicher Nähe zur heutigen Unterbringung
des Instituts für Nachrichtentechnik im Flügel C
des Barkhausen-Baus untergebracht werden.
Areal Barkhausen-Bau
Der erste Gebäudeteil des Barkhausen-Baus an
der Helmholtzstraße (Flügel 1/2) wurde nach
Plänen von Karl Wilhelm Ochs (1896 –1988) in
der Architektur der neusachlichen Formenspra-
che von 1951 bis 1954 errichtet. Bis 1958 wurde
das Gebäude um ein Karree (Flügel A, B, C) bis
zur Georg-Schumann-Straße erweitert. Als
vorerst letzte Bauabschnitte folgten bis 1965
der Flügel D und der große Antennenturm an
der Georg-Schumann-Straße sowie das ange-
schlossene Hörsaalgebäude an der Nöthnitzer
Straße. Der dortige große Hörsaal trägt seit
1994 den Namen Heinz-Schönfeld-Hörsaal. Der
Gebäudekomplex steht unter Denkmalschutz.
Neben dem Neubau des D-Flügels sind Teile des
cfaed auch im südlichen Teil des A-Flügels und
im Antennenturm untergebracht, die ebenfalls
Bestandteil der Baumaßnahme waren. Sie wur-
den unter Denkmalschutzauflagen für die Nut-
zung modernisiert. Um den Gesamteindruck
des Gebäudekomplexes Barkhausen-Bau zu
erhalten, wurde entschieden, den Neubau
möglichst kontrastfrei in den Gesamtbaukörper
einzugliedern. Die Fassaden des Neubaus wur-
den dem Ziel der möglichst unauffälligen Ein-
ordnung einer großen Baumasse angepasst.
Der Turm und der Heinz-Schönfeld-Hörsaal
wurden wieder in den farblichen Originalfas-
sungen der 1960er-Jahre hergestellt.
Entwurfsbeschreibung
Im Zuge der Gesamtmaßnahme cfaed wurde
unter Beibehaltung der Innenhoffassade der
Technische Universität Dresden
Center for Advancing Electronics Dresden –
cfaed Ersatzneubau und Sanierung
Barkhausen-Bau
Das Center for Advancing Electronics Dresden
(cfaed) ist ein Exzellenzcluster im Rahmen der
Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder.
Als interdisziplinäres Forschungszentrum für
Perspektiven der Elektronik ist es an der Tech-
nischen Universität Dresden angesiedelt und
vereint neben der Technischen Universität
Chemnitz auch neun außeruniversitäre For-
schungsreinrichtungen in Sachsen im Kreis
seiner Kooperationsinstitute.
Das cfaed wurde erstmalig von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft (DFG) von 2012 bis
2018 als Cluster gefördert. Unter anderem
auch durch die Bewilligung des cfaed-Förder-
antrags erhielt die TU Dresden als eine von
wenigen deutschen Universitäten den Status
einer »Exzellenzuniversität«.
Der Cluster beschäftigt sich mit der Entwick-
lung völlig neuartiger Lösungen für die Über-
tragung und Verarbeitung von Informationen.
Mit seiner Vision möchte der Cluster die Zu-
kunft der Elektronik gestalten und revolutionär
neue Applikationen initiieren, wie bspw. Elekt-
ronik, die keine Bootzeit benötigt, die fähig zur
› Niederlassung Dresden
II
Niederlassung Dresden II
Kontakt
Ostra-Allee 23 | 01067 Dresden
Telefon +49 351 4735-90
Telefax +49 351 4735-888
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Die Niederlassung Dresden II ist zuständig für
Liegenschaften des Freistaats Sachsen innerhalb:
der Landeshauptstadt Dresden
des Landkreises Meißen
in Teilen des Landkreises
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Einrichtungen im Sinne des Gesetzes über
die Hochschulen im Freistaat Sachsen für den
Direktionsbezirk Dresden, Bildungseinrichtungen
der Sächsischen Staatsministerien des Innern,
für Kultus sowie für Wissenschaft und Kunst,
Baumaßnahmen des Bundes und Dritter und
Zuwendungsbaumaßnahmen.
Bauvolumen
87,97 Millionen Euro
Anzahl der Baumaßnahmen
370
Anzahl der Gebäude
318, NRF 898 255 m²
Laborneubau im Innenhof des Barkhausen-Baus

| 31
suchs- und Laborraumtrakt für Nanoanalytik,
Nanostrukturierung und Elektronik-Messlabore
mit rund 1 230 Quadratmetern Nutzfläche. Das
Herzstück ist ein Elektronenmikroskopierzentrum,
das mit High-End-Geräten ausgestattet wird.
Die Nutzung der Bestandsflächen im Barkhau-
sen-Bau, inklusive der südlichen und nördlichen
Erweiterungen, ermöglicht eine kompakte An-
ordnung der Flächen des cfaed und trägt damit
den Anforderungen nach engen Funktionsbe-
ziehungen der verschiedenen Hauptfunktions-
bereiche Rechnung.
Haustechnik
Die haustechnischen Installationen wurden zur
Herstellung einer hohen Wartungsfreundlich-
keit und Flexibilität in einem mittleren, das
technische Rückgrat des Gebäudes bildenden
23 Meter breiten, 4 Meter tiefen und 13 Meter
hohen Medienraum in den Bau eingefügt. Damit
können sehr kurze Wege von den Zentralgeräten
zum Endverbraucher hergestellt werden.
Neben umfangreicher Büro- und Laborausstat-
tung beinhaltete die Bauaufgabe die Errichtung
elektromagnetisch unempfindlicher Mikrosko-
pie-Labore. Durch die bestehende Ringstruktur
des Gebäudekomplexes mussten deshalb alle
gebäudeübergreifenden leitfähigen Systeme
galvanisch aufgetrennt werden. Die Mikrosko-
pie-Räume wurden außerdem als faradaysche
Käfige gegen mögliche elektrische Störfelder
mittels verschweißter engmaschiger Stahlmat-
ten im Beton ausgebildet. Zusätzlich wurden
diese Mikroskopie-Räume mit weichmagneti-
scher Nickel-Eisen-Legierung (MU-Metall) gegen
magnetische Feldstärkeschwankungen ausge-
kleidet.
Der Gebäudeflügel mit den Laboren und spezi-
ellen Messräumen besitzt eine sehr umfangrei-
che elektrotechnische Ausstattung. Insgesamt
wurden ein Datennetz, eine Einbruchmeldeanlage,
Brandmeldeanlage, Sprachalarmanlage, BOS-
Funkanlage, KNX-Anlage (Gebäudeautomation)
sowie ein Schließsystem installiert.
Bauablauf
Im ersten Bauabschnitt wurde der alte (ein-
hüftige) D-Flügel des Barkhausen-Baus, nach
Bereitstellung von Interimsunterbringungen,
abgerissen. Dabei mussten die restlichen Ge-
bäudeteile und die unter Denkmalschutz ste-
Neubau eines sechsgeschossigen Labor-, Semi-
nar- und Bürogebäudes zwischen den bestehen-
den Flügeln A und C und dem Hörsaalgebäude
am Barkhausen-Bau errichtet. Zur Unterbrin-
gung des Raumbedarfs mussten weiterhin Teil-
bereiche des Bestandsgebäudes (Flügel A und
Turm) entsprechend umgebaut werden.
Für den Neubau musste der Verbinder zum
Hörsaal und der Flügel D vollständig abgebro-
chen werden. Im Innenhof des Barkhausen-Baus
wurde zudem mit dem Neubau ein eingeschos-
siges Laborgebäude errichtet.
Die Ausprägung der Kubatur des Erweiterungs-
baus geht auf die Vorabstimmung des SIB mit
der Denkmalpflege zurück und greift die vor-
handene Riegelstruktur des Bestandes auf.
Im historischen Kontext grenzt sich der Heinz-
Schönfeld-Hörsaal zum gesamten Gebäudekom-
plex ab. Die vormalige Einzelstellung wird durch
eine »Fuge« zwischen durch Heinz-Schönfeld-
Hörsaal und dem neuen Erweiterungsbau her-
vorgehoben. Die innere Baukörperkonzeption
orientiert sich an der vorhandenen Geschossig-
keit des A-Flügels. Der Hörsaal ist barrierefrei
mit dem D-Flügel verbunden.
Die konzentrierte Verdichtung der Baukörper
unter Einbeziehung des Bestandes ist Voraus-
setzung für eine vom Nutzer geforderte kom-
pakte Unterbringung der Flächen des cfaed.
Gebäudestruktur
Der dreihüftig angelegte Neubau des cfaed
gliedert sich in die drei Hauptfunktionsbereiche
Labor-, Seminar-/Kommunikations- und Büro-
bereich. In den Obergeschossen des Neubaus so-
wie im Flügel A des Altbaus befinden sich Büro-
flächen. In der mittleren Ebene des Neubaus
stehen den Studenten und Wissenschaftlern
der TU Dresden flexible Seminar- und Kommuni-
kationsbereiche zur Verfügung. Sie sind auf der
Ebene des Übergangs zum Heinz-Schön feld-
Hörsaal angeordnet. In den darunterliegenden
Geschossen des Neubaus sind die Forschungs-
flächen auf zwei Geschossebenen untergebracht.
Dort finden sich die Mikroskopierräume, che-
mische, physikalische und IT-Labore, deren
Vorbereitungsräume und Zugangsschleusen.
Die praktische Verifizierung der theoretischen
Arbeit des Exzellenzclusters erfolgt in einem Ver-
Informationen
Bauzeit
07/15 – 04/2018
Gesamtbaukosten
Genehmigte Baukosten gesamt:
rd. 36,5 Millionen Euro
EFRE Anteil:
80 % EFRE + 20 % Kofinanzierung Land
hende Innenhoffassade geschützt und kons-
truktiv abgestützt werden. Daran schloss sich die
Errichtung des Neubaus an dessen Stelle an.
Parallel dazu begannen die Sanierung/Moder-
nisierung der angrenzenden und zur weiteren
Nutzung vorgesehenen Altbausubstanz sowie
die Modernisierung des städtebaulich prägnan-
ten Turmhochhauses des Gebäudekomplexes.
Die Baumaßnahme cfaed wurde zeitgleich von
drei weiteren Baumaßnahmen im direkten Um-
feld flankiert. So erfolgte im Innenhof und
rund um den Barkhausen-Bau die Sanierung
und Modernisierung der technischen Ver- und
Entsorgung (TVE) des gesamten Gebäudekom-
plexes mit teilweiser Neugestaltung der Au-
ßenanlagen und eine Komplettsanierung des
angrenzenden C-Flügels und des Heinz-Schön-
feld-Hörsaales.
Die Aufstellung und der Betrieb der Hochpräzi-
sionsmikroskope des Dresden Center for Nano-
analytics im Neubau des cfaed erfordert extrem
schwingungsarme Räume. Dies stellte sehr hohe
Ansprüche an die Planung und den Bau des
cfaed. Der unmittelbare Baugrund war hierfür
nicht geeignet, sodass der Baukörper durch ein
dichtes Betonstützenraster aus 130 Einzelstüt-
zenmit mit der in 18 Meter Tiefe anzutreffenden
Granitfelsenebene verbunden werden musste.
Weiterhin muss eine annähernd strömungs-
freie Temperierung der Mikroskopierräume auf
einer nahezu gleichbleibenden Raumtemperatur
sowie akustische Schallschutzanforderungen
gewährleistet werden. Die Räume wurden zu-
dem mit aufwendigen MU-Metall-Magnetfeld-
abschirmungen versehen.

image
32 |
Jahre 1998 mit unterschiedlichen Bezeichnungen
als landwirtschaftliche Berufsschule genutzt.
Nach dem Auszug der Berufsschule erfolgte in
den Jahren 1999 bis 2000 ein grundlegender
Umbau in ein Bürogebäude für das Staatliche
Amt für Landwirtschaft. Nach 2008 und bis zum
erneuten Umbau diente das Objekt als Außen-
bzw. Servicestelle des Amtes für Landwirtschaft
Rötha.
Seit 2015 wurde das Hauptgebäude zum För-
der- und Fachbildungszentrum Wurzen ausge-
baut.
Bauprogramm
Funktionale Aufgabe war die Schaffung des
Förder- und Fachbildungszentrum Wurzen mit
Büronutzung, ergänzt um einen Schulungs-
und Besprechungsraum. Um den notwendigen
Flächenbedarf zu erreichen, musste das beste-
hende Dachgeschoss komplett umgestaltet
werden. Das vorhandene Walmdach einschließ-
lich des ungenutzten Dachgeschosses wurde
durch ein neues, großflächig verglastes Ge-
schoss mit Flachdach ersetzt.
Ein wichtiger Bestandteil der Baumaßnahme
war die energetische Sanierung des Gebäudes,
insbesondere der Gebäudehülle, um die Anfor-
derungen an die Energieeinsparverordnung 2009
zu erfüllen. So wurde das stark geschädigte
Wärmeverbundsystem durch eine Vorhangfas-
sade mit Faserzementplatten ersetzt und alle
Fenster, außer den Kellerfenstern, erneuert.
Architektur
Die alte, historisierende Wärmedämmfassade des
Bestandes war verschlissen und genügte den
neuen Anforderungen nicht mehr. Die neue, in
moderner, zurückhaltender architektonischer
Handschrift geplante Vorhangfassade fügt sich
harmonisch in die umgebende Blockrandbe-
bauung ein. Im Vorfeld wurden drei Varianten
der Fassadenverkleidung auf Wirtschaftlichkeit
und Nutzungsdauer geprüft. Die hier realisierte
Fassadenausbildung, bestehend aus vulkani-
schen Steinwollefasern, die unter hohem Druck
zu Faserzement gepresst werden, führt zusam-
men mit den neuen hochgedämmten Fenstern
zu einer rechnerisch ermittelten Energieeinspa-
rung von 76 972 kWh/a. Das entspricht einer
CO
2
-Einsparung von rund 20 Tonnen pro Jahr.
Durch ihre Resistenz gegen Umwelteinflüsse
Landesamt für Umwelt,
Landwirtschaft und Geologie
Sanierung und Umbau – Unterbringung
Förder- und Fachbildungszentrum Wurzen
Bauaufgabe
Auf Grundlage des Standortkonzeptes des Frei-
staates Sachsen wurden die bisherigen Außen-
stellen der Förder- und Fachbildungszentren
(FBZ) des Landesamtes für Umwelt, Landwirt-
schaft und Geologie zusammengelegt, denen
Informations- und Servicestellen angegliedert
sind. Hierfür musste das landeseigene Objekt
an der Kantstr. 1 in Wurzen umgebaut und sa-
niert werden.
Geschichte des Gebäudes
Die Liegenschaft an der Kantstr. 1 befindet sich
östlich der Altstadt von Wurzen, unweit des
Marktes, als zentraler Platz in der Altstadt. Das
Gebäude aus dem Jahr 1880 wurde als eine der
drei im Jahr 1878 gegründeten landwirtschaft-
lichen Kreisschulen Sachsens fertig gestellt.
Seit 1902 erfolgten immer wieder bauliche Ver-
änderungen. Das Seitengebäude stammt aus
dem Jahr 1986. In diesem Gebäudeteil ist das
Staatliche Rechnungsprüfungsamt unterge-
bracht, für das es in den Jahren 2004 bis 2005
umgebaut wurde.
Das Hauptgebäude wurde bis zum Umzug in das
Berufsschulzentrum am Wurzener Domplatz im
› Niederlassung Leipzig
I
Niederlassung Leipzig I
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Die Niederlassung Leipzig I ist zuständig für
Liegenschaften des Freistaats Sachsen innerhalb:
der Stadt Leipzig
der Landkreise Leipzig und Nordsachsen
Einrichtungen der Sächsischen Staatsministerien
der Finanzen, des Innern, der Justiz, für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr, für Umwelt und Landwirtschaft,
dem Sächsischen Rechnungshof, der Staatlichen
Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH,
Bund und Dritte sowie dem Zuwendungsbau.
Bauvolumen
72,39 Millionen Euro
Anzahl der Baumaßnahmen
311
Anzahl der Gebäude
494, NRF 734 695 m²
Büroflächen

image
| 33
und Beschädigungen stellt die Fassade eine
unterhaltsarme und damit nachhaltigere Lösung,
beispielsweise gegenüber einem Wärmedämm-
verbundsystem, dar. Die Gestaltung des Dach-
geschosses mit einem hohen Verglasungsanteil
ist wesentlicher Bestandteil des gewählten
Entwurfes.
Innenausbau
Die wesentlichen Raumstrukturen vom Keller-
geschoss bis zum zweiten Obergeschoss konnten
beibehalten werden. Einzelne Anpassungen in
der Raumstruktur wurden infolge des neuen
Bedarfs und durch den Einbau eines Aufzuges
sowie den Anbau einer bauordnungsrechtlich
notwendigen Außentreppe vorgenommen.
Da das Förder- und Fachbildungszentrum als
EU-Zahlstelle eingeordnet ist, waren höhere
Anforderungen an die Sicherheit, besonders an
die informationstechnische Sicherheit aus dem
Grundschutzkatalog des Bundesamtes für Si-
cherheit in der Informationstechnik (BSI), ein-
zuhalten. Das Gebäude wurde mit einer Haus-
alarm- und Einbruchmeldeanlage versehen, die
auf ein Wachschutzunternehmen aufgeschaltet
wurden. Die Beleuchtung wurde vollständig auf
LED-Leuchtkörper umgerüstet. Diese werden in
den Fluren und Sanitärräumen durch Bewe-
gungsmelder geschaltet.
Die vorhandenen Heizkörper konnten weitest-
gehend weiter genutzt werden. Die eigentliche
Heizungsanlage befindet sich im Hinterhaus.
Von dort werden das dortige Staatliche Rech-
nungsprüfungsamt Wurzen und auch das För-
der- und Fachbildungszentrum mit Warmwas-
ser für die Heizung versorgt.
Im Rahmen der Umsetzung des Brandschutz-
konzeptes wurde als zweiter Rettungsweg eine
außen liegende Fluchttreppe an das Haus an-
gebaut. Wegen der geometrischen Besonder-
heiten und der durch den Bestand vorgegebe-
nen Höhen und der erforderlichen Kopffreiheit
musste eine Spindeltreppe mit zwei Spindeln
gewählt werden.
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Förder- und Fachbildungszentrum in Wurzen
Informationen
Bauzeit
08/2015 – 06/2017
Gesamtbaukosten
rd. 2,8 Millionen Euro

image
34 |
Die Abfolge der Bauabschnitte konnte in der
ursprünglich geplanten Form nicht eingehalten
werden. Infolge der Kündigung des General-
unternehmens für den 1. und 2. Bauabschnitt
und unerwartet schlechter Bausubstanz in der
Betonkonstruktion des Hörsaalgebäudes kam
es zu erheblichen Störungen des Bauablaufs, zu
Mehrkosten und Bauverzögerungen. Bauleis-
tungen für den 1. und 2. Bauabschnitt mussten
zum Teil mehrfach ausgeschrieben und zusätz-
liche Interimsunterbringungen bewältigt werden.
Dennoch konnten nach insgesamt sieben Jahren
Planungs- und Bauzeit die Bauabschnitte 1 bis
3 und 5 im Sommer 2009 und damit vor den
600-Jahr-Feierlichkeiten an die Universität
Leipzig zur Nutzung übergeben werden.
Als größte bautechnische Herausforderung er-
wies sich der 4. Bauabschnitt, der Bau des
Neuen Augusteums und Paulinums – Aula und
Universitätskirche St. Pauli. Von Januar bis Mai
2007 wurden die ehemalige Mensa und das
Hauptgebäude abgebrochen. Baubeginn des
4. Bauabschnitts war im Juni 2007. Das ehe-
malige Hauptgebäude wurde durch eine Stahl-
beton-Neubaukonstruktion ersetzt und dabei
der stützenfreie Bereich des Aula- und An-
dachtsraums im Paulinum mit einer einge-
schossigen Stahlbeton-Sonderkonstruktion über-
spannt.
Im Augusteum und im Paulinum gleicht kaum
ein Raum dem anderen. Die unterschiedlichen
Maße der Wände, Fußböden und Fenster erfor-
derten für fast jeden Raum eine individuelle
Lösung bis hin zur Ausbildung der Heizkörper.
Als besonders kompliziert erwiesen sich Planung
und Installation der komplexen bauübergrei-
fenden Brandschutzsteuerung, die im Auslö-
sungsfall dafür sorgt, dass sich Brandschutz-
rolltore schließen, sich die richtigen Türen
öffnen oder schließen, Lüftungen aus- bzw.
Entrauchungen eingeschaltet und gegebenen-
falls Sprinkler ausgelöst werden. Die techni-
schen Anlagen, die die Funktionstüchtigkeit
des Gebäudes erst gewährleisten, nehmen fast
zwei komplette Geschosse ein, das Dachge-
schoss im Augusteum und Bereiche des ersten
Untergeschosses. Stellte schon die expressive
Formensprache des Neuen Augusteums und
des Paulinums eine Herausforderung dar, er-
wiesen sich die Schwierigkeiten beim Innen-
ausbau des Aula- und Andachtsraums als noch
wesentlich größer.
Universität Leipzig
Neugestaltung und Sanierung 4. BA –
Augustusplatz
Teilbaumaßnahme – Paulinum – Aula
und Universitätskirche St. Pauli
Nach der baulichen Entwicklungsplanung für den
Universitätskomplex am Augustusplatz seit 1992
wurde im Ergebnis eines Architektenwettbewerbs
in den Jahren 2001/2002 der Entwurf der Archi-
tekten Martin Behet, Roland Bondzio und Yu-han
Michael Lin realisiert. Die Gestaltung des Cam-
pus der Universität am Augustusplatz auf der
Grundlage ihres Wettbewerbsentwurfs interpre-
tiert diesen als innerstädtischen Baustein. Dazu
wurde die historische Baulinie der Vorkriegsbe-
bauung als Orientierung für die Entwicklung der
Gebäude herangezogen. Dem städtebaulichen
Prinzip der Leipziger Innenstadt folgend wurden
der innere Bereich des Campus und die umge-
bende Bebauung mit Durchgängen verbunden.
Für das Aulagebäude am Standort der ehema-
ligen Universitätskirche St. Pauli hatte das Büro
einen modernen kubischen Neubau vorge-
schlagen, dessen Gestaltung intensiv und äu-
ßerst kontrovers öffentlich diskutiert wurde, zum
Teil wurde eine originalgetreue Rekonstruktion
gefordert. Um hier eine möglichst konsensfähige
Lösung zu finden, wurde für den Standort der
ehemaligen Kirche und Teile des angrenzenden
Hauptgebäudes 2003/2004 ein weiterer Wett-
bewerb ausgelobt, den das niederländische Büro
Erick van Egeraat associated architects mit einer
expressiven Neuinterpretation der Vorgänger-
bebauung gewann.
Die planerische Vorbereitung und Realisierung
erfolgten in fünf Bauabschnitten:
1. Bauabschnitt:
Neubau Mensa am Park (2002 – 2009)
2. Bauabschnitt:
Sanierung Hörsaalgebäude (2002 – 2009)
3. Bauabschnitt:
Neubau Institutsgebäude der Wirtschafts-
wissenschaftlichen Fakultät (2002 – 2009)
4. Bauabschnitt:
Neubau Neues Augusteum mit Auditorium
Maximum und Paulinum – Aula und
Universitätskirche St. Pauli (2004 – 2017)
5. Bauabschnitt:
Sanierung Seminargebäude (2002 – 2009)
› Niederlassung Leipzig
II
Niederlassung Leipzig II
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Die Niederlassung Leipzig II ist zuständig für
Liegenschaften des Freistaats Sachsen innerhalb:
der Stadt Leipzig
der Landkreise Leipzig und Nordsachsen
Einrichtungen der Sächsischen Staatsministerien
für Wissenschaft und Kunst, für Soziales und
Verbraucherschutz, für Kultus, Sächsische Kranken-
häuser und im Rahmen von Geschäftsbesorgungs-
verträgen mit dem Universitätsklinikum Leipzig
tätig.
Bauvolumen
50,68 Millionen Euro
Anzahl der Baumaßnahmen
264
Anzahl der Gebäude
262, NRF 739 739 m²

image
| 35
Das Paulinum als Aula und Universitätskirche St. Pauli bildet das neue Zentrum des Campus Augustusplatz der Universität Leipzig
dar, die am Gewölbekapitell mit einem Außen-
radius von 40 mm extrem eng begannen und
nach unten hin gleichmäßig ausliefen. Hierbei
galt es auch zu berücksichtigen, dass bei der
Formgebung der Rohgläser durch eine besonders
langsam und gleichmäßig geführte Erhitzung
und Abkühlung diese ohne innere Spannungen
produziert wurden, um eine Nachbearbeitung
überhaupt zu ermöglichen. Mittels der 16 m
hohen Acrylglaswand kann der Aulabereich vom
Andachtsraum funktional und klimatisch ge-
trennt werden. Die Acrylglaswand besteht aus
zwei fest eingebauten Scheiben in den Seiten-
schiffjochen und zwei seitlich in voller Höhe
verschiebbaren Scheiben im Mittelschiffjoch.
Im Gegensatz zu einer Lösung aus konventio-
nellem Glas konnte auf unterteilende Profile
verzichtet werden, sodass beide Teilräume auch
bei geschlossenen Scheiben optisch miteinan-
der verbunden bleiben. Die Fertigung und der
Einbau der Acrylglasscheiben mussten in einem
aufwändigen Verfahren von einer Fachstelle für
Bautechnik für diesen speziellen Einsatz zuge-
lassen werden.
Die Anlieferung der 4,5 m breiten, 16 m hohen
und 4 cm starken Scheiben erfolgte durch Son-
dertransporte in verkehrsarmen Nachtzeiten.
Vor allem für die Ausbauelemente galt es, immer
wieder besondere, zum Teil einzigartige bauli-
che Lösungen zu finden. Als Beispiele sind der
Einbau des Gewölbes und der Glassäulen sowie
die Errichtung der Acrylglaswand zu nennen. So
wurde das raumprägende, in seiner Geometrie
exakt auf die ehemalige Universitätskirche Bezug
nehmende Gewölbe mit hohem handwerklichen
Aufwand als abgehängte Rabitzkonstruktion mit
angefügten Stuckelementen ausgeführt, eine für
einen Neubau eher ungewöhnliche historische
Bauweise, die sich aber als die geeignetste Lösung
für diese Bauaufgabe erwies. Für die Herstel-
lung und Montage der Glassäulen, bei denen es
sich eigentlich um verglaste Beton- bzw. Stahl-
säulen mit eingebauten LED als Leuchtmittel
handelt, wurde seit 2011 mit der ersten Muster-
säule experimentiert. Da der erste Hersteller
der Mustersäule in Insolvenz geriet, musste die
Suche wieder von vorn begonnen werden. Ver-
schiedenste Glassorten mit Reliefmuster oder
glatt, weiß beschichtet oder transparent, mehr
oder weniger sandgestrahlt, wurden immer
wieder in Kombination mit unterschiedlichen
Leuchtmittelvarianten bemustert, um das best-
mögliche Ergebnis zu erzielen. Das größte Fer-
tigungsproblem stellten allerdings die engen
Radien der dreischichtigen Verbundverglasung
Informationen
Bauzeit 4. Bauabschnitt
07/2007 – 09/2017
Baukosten 4. Bauabschnitt
rd. 117,3 Millionen Euro
Der Einbau wurde per Hand mit Seilzügen und
Winden bewältigt, um Beschädigungen beim
Aufrichten der tonnenschweren Scheiben zu
vermeiden.
Auf der Grundlage der beiden Wettbewerbsent-
würfe der Büros behet bondzio lin und Erick van
Egeraat associated architects wurde ein inner-
städtischer Campus als Stadtbaustein geschaf-
fen, der eine intensive Begegnung von Stadt
und Universität Leipzig und eine hohe Identifi-
kation ermöglicht. Die lange Bauzeit von fast
zehn Jahren ist aus dem experimentellen Cha-
rakter des Gesamtbauwerks zu erklären. Für
alle Beteiligten war es eine einmalige techni-
sche und gestalterische Herausforderung, die
sie so wahrscheinlich nicht noch einmal erleben
werden.

image
image
36 |
lithischer Bauweise aus gelben Klinkern mit
natursteinverblendetem Sockel errichtet. Dem
sich in Ost-West-Richtung erstreckenden ein-
geschossigen Mittelbau, der den »großen Saal«
beherbergt, schließen sich an beiden Enden
zweigeschossige Querflügel an. Der östliche
Querflügel, dessen »kleiner Saal« im Erdgeschoss
zu sanieren war, beherbergte im Obergeschoss
die Anstaltsbibliothek und Kinotechnik. Für
beide Nutzungen besteht heute in dieser Form
kein Bedarf mehr. Der westliche Querflügel
bietet Raum für die Bühne des großen Saals
und diverse Nebenräume. Die Satteldächer über
den hölzernen Dachstühlen sind ortstypisch mit
Schiefer gedeckt.
Aufgabe und Lösung
Die Planung basiert auf der heutigen Nutzung
als Sozialtherapeutisches Zentrum. Das Gebäude
dient heute als Ort für Fachtagungen, Sympo-
sien und Konferenzen bis zu 200 Teilnehmern.
Gleichzeitig finden Bewegungs- und Musikthe-
rapien sowie Deeskalationstraining in den Räu-
men statt. In den umgebenden Freianlagen
wurden verschiedene Bereiche für Freizeitakti-
vitäten und Festveranstaltungen geschaffen.
Für größere Veranstaltungen steht eine Catering-
küche mit voller Ausstattung zur Verfügung.
Nach einer umfangreichen Entkernung wurden
die Dachdeckung erneuert und das Dachtrag-
werk umfassend saniert. Nach den Vorgaben
der Denkmalpflege hatte der Erhalt der Dach-
aufbauten hohe Priorität. Die Fassade wurde
gereinigt und von Hunderten von nachträglich
angebrachten Kleinteilen (wie zum Beispiel
Fahnenhalter oder Befestigungen für Außen-
leuchten) befreit. Verdeckte Zierelemente wur-
den wieder freigelegt und aufgearbeitet. Durch
das »Anheben« des Geländes im Eingangsbereich
konnte eine »demokratische« Eingangssituation
im Sinne der Gleichbehandlung von Menschen
mit oder ohne Behinderung geschaffen werden.
Einige vorhandene Holzfenster, teilweise noch
aus der Erbauungszeit, konnten erhalten wer-
den. Neue Fenster wurden in Anlehnung an den
historischen Bestand gefertigt und eingebaut.
Der historische gläserne Vorbau des großen
Saals (»Wintergarten«) wurde zum attraktiven
Eingangsbereich mit integrierten Garderoben-
elementen umfunktioniert. Im Obergeschoss
des Westflügels entstanden zwei Büroräume
Sächsisches Krankenhaus
Rodewisch
Sanierung Gebäude A24 –
Sozialtherapeuthisches Zentrum
Lage und Geschichte
Das Gebäude ist Bestandteil der denkmalge-
schützen Anlage der am 25. Juli 1893 gegrün-
deten Einrichtung. Es wurde als Festsaal der
damaligen »Königlich Sächsischen Landes-Heil-
und Pflegeanstalt für Geisteskranke zu Unter-
göltzsch« errichtet.
Als eines der ältesten Häuser der heute rund
40 Gebäude umfassenden parkähnlichen Heil-
stätte wurde es als eine Art Typenprojekt im
Rahmen der damals revolutionären Neugestal-
tung des »staatlichen Irrenwesens« im König-
reich Sachsen erbaut.
Errichtet nach Standards des 19. Jahrhunderts,
im 20. Jahrhundert hindurch intensiv genutzt,
zeigte sich zum Beginn des 21. Jahrhunderts
ein erheblicher Sanierungsbedarf. Das in seiner
äußeren Form weitgehend erhalten gebliebene
Gebäude entsprach nicht mehr den Anforde-
rungen der heutigen Zeit und bedurfte dringend
der Sanierung.
Architektur
Wie alle anderen Häuser aus der Gründungs-
phase der Einrichtung wurde das Haus in mono-
› Niederlassung Zwickau ‹
Niederlassung Zwickau
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Die Niederlassung Zwickau ist zuständig für
Liegenschaften des Freistaats Sachsen innerhalb:
des Landkreises Zwickau
des Vogtlandkreises
in Teilen des Landkreises Erzgebirgskreis
Zusätzlich liegt die Bearbeitung sämtlicher
Zuwendungsbaumaßnahmen im Bereich der
Landesdirektion Chemnitz in der Hand der
Niederlassung Zwickau.
Bauvolumen
33,92 Millionen Euro
Anzahl der Baumaßnahmen
213
Anzahl der Gebäude
323, NRF 437 186 m²
Der sanierte »große Saal« mit Bühne
bietet eine sehr gute Akustik.

image
| 37
Freianlage
Die Gestaltung der Außenanlage mit Naturstein-
pflaster und Grünbereichen fügt sich in die 2015
für die Gesamtanlage des Sächsischen Kranken-
hauses Rodewisch erarbeitete Konzeption ein.
Hier werden historische Achsen und Sichtbezüge
wieder aufgenommen, aber auch Bereiche für
Therapie und Erholung geschaffen.
und moderne Toilettenanlagen, im Erdgeschoss
die barrierefreie Toilette.
Die Umsetzung der wärmeschutztechnischen
Vorgaben stellte sich als große Herausforde-
rung dar. Dazu war es nötig, die Fußböden im
Erdgeschoss bis auf das Erdreich abzubrechen
und neu aufzubauen. Die Decke im Bereich des
großen Saals erhielt ebenfalls eine wärmetech-
nische Erneuerung. Gleichzeitig galt es, alle
Forderungen des Brandschutzes umzusetzen.
Dies war speziell im Bühnenbereich äußerst
aufwendig.
Durch entsprechende Maßnahmen an Wänden
und Decken konnte im Veranstaltungssaal eine
sehr gute Akustik erzielt werden. Eine moderne
Audioanlage sorgt für den optimalen Klang. Das
gesamte Gebäude verfügt über WLAN.
Die Gestaltung der beiden Säle folgte einem
Innenraumkonzept. Schlichte, aber effektvolle
Leuchten verleihen den Räumen eine gewisse
Eleganz. Die dezente Farbgebung unterstreicht
den harmonischen Gesamteindruck.
Informationen
Bauzeit
05/2016 – 12/2017
(Fertigstellung Freianlage 05/2018)
Gesamtbaukosten
rd. 2,3 Millionen Euro
Sächsisches Krankenhaus Rodewisch, Gebäude A24 mit typischer Klinkerfassade für Gebäude aus der Gründungszeit der Einrichtung

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Der Verwaltungsrat des
Staatsbetriebes Sächsisches
Immobilien- und Baumanagement
setzte sich während des
Geschäftsjahres 2017 wie
folgt zusammen:
Hansjörg König,
Vorsitzender des Verwaltungsrates,
Staatssekretär im Sächsischen
Staatsministerium der Finanzen, Dresden
Matthias Zier,
Ministerialrat im Sächsischen
Staatsministerium der Finanzen, Dresden
Dr. Ulrich Reusch,
Ministerialdirigent im Sächsischen
Staatsministerium für Umwelt und
Landwirtschaft, Dresden
Klaus-Dieter Schwensen,
KDS Immobilien-Beratung, Nossen
Gerd Rudolph,
Vorsitzender des Bezirkspersonalrates
des SIB, Chemnitz
7. Organisation und Aufsicht

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Herausgeber:
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement SIB
Wilhelm-Buck-Straße 4, 01097 Dresden
www.sib.sachsen.de
Im Auftrag des Freistaates Sachsen,
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Redaktion:
Geschäftsführung SIB
Redaktionsschluss:
Juli 2018
Realisierung:
Ö GRAFIK agentur für marketing und design
Fotos:
Steffen Spitzner (Titel »Untersicht einer schwebende Säule im Innenraum des Paulinums« – Uni Leipzig,
S. 5, 30, 32, 33, 35) | Jürgen Jeibmann Photographik (Gruppenbild Umschlag Innenseite) |
Pawel Sosnowski (S. 4) | Lothar Sprenger (S. 7, 11) | © Michael Moser Images (S. 13, 21, 24, 25) |
Rohdecan Architekten, Dresden (S. 16)
| Matthias Hultsch (S. 19) | Silvia & Michael Ruemmler (S. 26, 27) |
SIB (S. 28, 29, 36, 37)
Architekten:
Universität Leipzig, Neubau Paulinum als Aula und Universitätskirche St. Pauli, Erick van Egeraat
associated architects (Titel-/Rückseite Umschlag, S. 5, 35) | Technische Universität Dresden, Sanierung
Fritz-Foerster-Bau, code unique architekten (S. 7) | Burg Mildenstein, Sanierung Hinterschloss/Herren-
haus, Architekturbüro Murzik Architekten (S. 10) | Technische Universität Chemnitz, Neubau Zentrum für
Materialien, Architekturen und Integration von Nanomembranen (MAIN), Heinle, Wischer und Partner
Freie Architekten (S. 13) | Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, Architektenwettbewerb zum
Neubau eines Lehr- und Laborgebäudes – 1. Preis Architektenwettbewerb, Rohdecan Architekten, Dresden
(S. 16); Barockgarten Großsedlitz, Objektplanung, Bauwerke (Brunnen und Treppen): Heidelmann &
Klingebiel/Planung Freianlagen (Wege, Gehölze): Landschaftsarchitektur-Büro Grohmann (S. 19) |
Hochschule Zittau/Görlitz, Sanierung/Neubau Haus Z I Zittau, Heinle, Wischer und Partner, Freie Architekten
(S. 21, 24, 25) | Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft, Neubau und Sanierung – gemeinsame
Unterbringung FB 33 und FB 53/54 Chemnitz, Eßmann/Gärtner/Nieper Architekten GbR Leipzig (S. 26, 27) |
Sächsische Gestütsverwaltung – Landgestüt Moritzburg, Neubau der Tribüne für den Reitplatz, Schulz +
Uhlemann Architekten (S. 28, 29) | Technische Universität Dresden, Ersatzneubau und Sanierung Center
for Advancing Electronics Dresden (cfaed) Barkhausen-Bau, SHP-Architekten GmbH (S.30) | Landesamt
für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Sanierung und Umbau – Unterbringung Förder- und
Fachbildungszentrum Wurzen, Architekturbüro Augustin + Imkamp (S. 32, 33) | Sächsisches Krankenhaus
Rodewisch, Sanierung Gebäude A 24 – Sozialtherapeuthisches Zentrum, Planungs- und Ingenieurbüro
Obeth & Riedl (S. 37) | Fox Innenarchitektur (S. 36)
Druck:
Union Druckerei Dresden GmbH
Auflage:
1 600
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