Sächsisches Staatsarchiv
Hauptstaatsarchiv Dresden
Erweiterungsneubau, Umbau und Sanierung

image

| 3
Inhalt
Inhalt
Grußworte
Grußwort des Sächsischen Staatsministers der Finanzen ...................................................................... 5
Grußwort des Sächsischen Staatsministers des Innern .......................................................................... 7
Einleitung
Einleitung ................................................................................................................................................................. 9
Regierungsviertel
Das Regierungsviertel ....................................................................................................................................... 11
Historie
Die Baugeschichte des historischen Archivgebäudes ............................................................................ 14
Das Sächsische Staatsarchiv – das „Gedächtnis Sachsens“ ................................................................. 18
Wettbewerb
Der Wettbewerb und die Entwurfsidee ....................................................................................................... 20
Neubau
Der Neubau ........................................................................................................................................................... 22
Der Erweiterungsneubau im Passivhausstandard .................................................................................... 27
Die maßgeschneiderten Archivregale .......................................................................................................... 30
Altbau
Die Altbauten – Umbau und Sanierung ...................................................................................................... 32
Die Fassadensanierung der historischen Gebäude .................................................................................. 36
Die Eisenbetonkonstruktion des Magazinaltbaus .................................................................................... 38
Die energetische Sanierung des Magazinaltbaus .................................................................................... 42
Brandschutz
Der Brandschutz in den Magazinräumen ................................................................................................... 46
Fakten
Gebäudedaten ...................................................................................................................................................... 50
Bauherr .................................................................................................................................................................. 51
Planungsbüros ..................................................................................................................................................... 51
Ausführende Firmen .......................................................................................................................................... 52
Quellen und weiterführende Literaturhinweise ....................................................................................... 54
Abbildungsnachweis .......................................................................................................................................... 55
Stahl-Glas-Konstruktion zur Überdachung
des Atriums des Magazinaltbaus

image
4 |
Blick in die Archivstraße, das historische Verwaltungsgebäude flankiert vom
monumentalen Magazinbau sowie dem repräsentativ gestalteten Eingangspavillon
Grußworte

image
image
| 5
Grußworte
Liebe Leserinnen und Leser,
mit dem Abschluss der Sanierung des his-
torischen Gebäudes des Hauptstaatsarchivs
Dresden hat die sächsische Archivverwaltung
ein beeindruckendes Baudenkmal zurücker-
halten. Gleichzeitig entstanden in dem hun-
dertjährigen Gebäude die besten Vorausset-
zungen für die Bewahrung des Archivguts
und die Arbeit mit diesem.
Das Vorhaben ist ein Ensemble aus Altem
und Neuem. Bereits im Jahr 2008 ist der mo-
derne Erweiterungsbau in Passivhausbauwei-
se fertig gestellt worden. Mit dem neuen Ma-
gazin errichtete der Freistaat ein innovatives
klimafreundliches Gebäude, das den 3. Preis
des internationalen „Architekturpreises 2010
Passivhaus“ erhalten hat. Der sich daran an-
schließende imposante Altbau erstrahlt nun
seit diesem Sommer im neuen Glanz und gilt
gleichzeitig als einer der modernsten Archiv-
bauten Deutschlands.
Für die sorgfältige Rekonstruktion des wert-
vollen historischen Gebäudes gab es die
denkbar besten Voraussetzungen: Da im Ar-
chiv selbst umfangreiche Unterlagen zu des-
sen Planung und Bau lagerten, konnten viele
bauliche Details erhalten oder originalgetreu
wiederhergestellt werden, wie zum Beispiel
die Kupferbedeckungen von Dachgauben
und Turmaufbauten. Die Fassaden wurden
behutsam saniert, sodass die historischen
Putzoberflächen nun wieder so wirken, wie
nach der Ersteröffnung im Jahr 1915. Auch
im Inneren hat man die originale Ausstat-
tung mit den prächtigen Wand- und De-
ckenverkleidungen aus Holzschnitzwerk re-
stauriert. Die aus den Hellerauer Werkstät-
ten stammende originale Holzvertäfelung
im Kartensaal wurde gereinigt und damit in
ihrer ursprünglichen Schönheit wieder sicht-
bar. Dem Besucher wird künftig in den histo-
rischen Lesesälen, die nun als Ausstellungs-
und Vortragssaal genutzt werden, die Zeit
der Erbauung vor Augen geführt. Das Gebäu-
de war zu seiner Entstehungszeit hochmo-
dern, insbesondere die Verwendung einer Ei-
senbetonkonstruktion zählte damals zu einer
Pionierleistung.
Große Veränderungen zeigen sich dagegen
beim Betreten des Gebäudes durch den neu-
en Haupteingang an der Albertstraße. Vom
neuen Foyer aus blickt man in den Innenhof
mit seinen strahlend weißen Keramikfassa-
den. Das hier eingefügte moderne Glasdach
schützt vor der Witterung und trägt gleich-
zeitig zur Verbesserung der Energiebilanz des
Gebäudes bei. Ich bin mir sicher, dass dieser
Innenhof einer der Punkte ist, die architek-
tonisch interessierte Besucher Dresdens an-
steuern werden.
Der Freistaat Sachsen investierte in Neubau
und Sanierung des Hauptstaatsarchivs Dres-
den rund 41 Millionen Euro, allein rund 26
Millionen Euro in die historischen Gebäu-
de. Das nunmehr vollständig sanierte Archiv
stellt als Basis für die Arbeit von Verwaltung
und Justiz und für die Forschungszwecke von
Bürgern und Wissenschaft einen schönen
und
nutzerfreundlichen
Anziehungspunkt
dar.
Mein Dank richtet sich insbesondere an die
Architekten Schweger Associated Architects
GmbH, die bauausführenden Firmen und die
beteiligten Büros sowie an unsere Bauver-
waltung, den Staatsbetrieb Sächsisches Im-
mobilien- und Baumanagement.
Prof. Dr. Georg Unland
Staatsminister der Finanzen
Grußwort des Sächsischen
Staatsministers der Finanzen
Prof. Dr. Georg Unland

image
6 |
Im historischen Magazingebäude wurden moderne Arbeitsplätze
in neu gestalteten, zweigeschossigen Lesesälen geschaffen.

image
image
| 7
Grußworte
„Das Gedächtnis ist der Diener unserer Inter-
essen“, wusste Thornton Wilder. Das gilt auch
und ganz besonders für unser Gemeinwesen.
Von unserer Erinnerungskultur hängt maß-
geblich ab, wie sich unsere Gesellschaft ent-
wickelt.
Mit dem sanierten Hauptstaatsarchivgebäu-
de in Dresden ist es uns gelungen, ein großes
Stück des kulturellen Gedächtnisses des Frei-
staates Sachsen langfristig zu sichern und
zu bewahren. Das 1834 gegründete Haupt-
staatsarchiv Dresden ist nicht zuletzt auf-
grund der Bandbreite seiner Überlieferung
eines der am häufigsten konsultierten Archi-
ve der Bundesrepublik.
Mit der heutigen feierlichen Übergabe des
Dienstgebäudes für den Direktor des Säch-
sischen Staatsarchivs, dessen Grundsatzab-
teilung sowie dessen größte Benutzungsab-
teilung feiern wir auch die Umsetzung eines
Meilensteins der 2002 vom Sächsischen Ka-
binett beschlossenen Archivkonzeption. Auf
deren Grundlage konnten bereits 2008 das
Bergarchiv Freiberg im Schloss Freudenstein
und 2009 das Archivzentrum Hubertusburg
in Wermsdorf fertig gestellt werden.
Die bauliche Neugestaltung und Moderni-
sierung des Hauptstaatsarchivgebäudes war
eine sehr anspruchsvolle und umfangreiche
Maßnahme, die seit dem ersten Spatenstich
für den Magazinneubau am 6. Oktober 2006
fast fünf Jahre in Anspruch genommen hat.
Wer das Gebäude des Hauptstaatsarchivs
heute sieht, wird feststellen: Alle Mühen ha-
ben sich gelohnt. Das Archivgebäude erfüllt
unter
denkmalschützerischen,
gestalteri-
schen und energetischen Aspekten höchste
Ansprüche.
Der bereits 2008 abgeschlossene Magazin-
neubau erfolgte in Passivbauweise. Dank
seiner modernen Konstruktion kann der
überwiegende Teil des Wärmebedarfs aus der
Luft und dem Grundwasser gedeckt werden.
In Kombination mit einer guten Wärmedäm-
mung und nur wenigen Fensterflächen ist
eine gleichermaßen umweltfreundliche wie
wirtschaftliche Nutzung des Gebäudes ga-
rantiert.
Grußwort des Sächsischen
Staatsministers des Innern
Markus Ulbig
Architektonisch besonders gelungen ist die
Überdachung des bisherigen Innenhofs des
pentagonförmigen Altmagazins, der damit
zugleich als Atrium in den öffentlich zu-
gänglichen, barrierefreien Bereich integriert
wurde. Die Benutzer wird dies ebenso erfreu-
en wie der vollkommen umgestaltete Lese-
saalbereich. In den auf zwei Ebenen verteil-
ten Lesesälen stehen nun 90 Arbeitsplätze
unterschiedlichster Ausstattung zur Verfü-
gung. Das sind nahezu doppelt so viele wie
bisher. Dem Anspruch, als Ort des kulturellen
Gedächtnisses für die Öffentlichkeit präsent
zu sein, dienen neue Ausstellungsflächen so-
wie Vortrags- und Seminarräume. Innovativ
ist die aufgehobene Trennung von Benut-
zerbereich und Magazin. Tausend Jahre säch-
sischer Geschichte sind so für die Archivbe-
nutzer auch physisch wahrnehmbar.
Mit dem Abschluss der Sanierung werden
alle Archivalien der Abteilung aus den Aus-
weichmagazinen in Kamenz, Leipzig und der
Marienallee in der Archivstraße 14 zusam-
mengeführt und damit zentral verwaltet und
zugänglich gemacht.
Die Sanierung und Erweiterung des Haupt-
staatsarchivgebäudes war ein Kraftakt, der
allen Beteiligten viel abverlangt hat. Ich dan-
ke den Mitarbeitern des Archivs, den am Bau
beteiligten Firmen und ihren Beschäftigten,
dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien-
und Baumanagement und dem verantwort-
lichen Architektenbüro Schweger Associated
Architects GmbH für die hervorragende Ar-
beit.
Zugleich wünsche ich den Mitarbeitern des
Archivs weiterhin viel Freude und Erfolg bei
ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit. Mö-
ge das Hauptstaatsarchiv als kulturelles Ge-
dächtnis immer ein Ort der aktiven Ausein-
andersetzung mit unserer Geschichte sein.
Markus Ulbig
Sächsischer Staatsminister des Innern

image
8 |
Einleitung
Das historische Magazingebäude nach der Sanierung mit neu geschaffener
Eingangssituation zum früheren St. Privat- und zukünftigen Archivplatz

image
image
| 9
Einleitung
Das Hauptstaatsarchiv Dresden ist als Teil
des Sächsischen Staatsarchivs ein wichti-
ger historischer Wissensspeicher und wird
oft auch als das „Gedächtnis des Freistaates
Sachsen“ bezeichnet. Es zählt zu den bedeu-
tendsten Staatsarchiven Deutschlands und
verwahrt von der ältesten Urkunde aus dem
Jahre 948 bis zu Unterlagen aus der jüngs-
ten Gegenwart mehr als 47.000 laufende
Meter Schriftgut, 366.000 Karten und 53.000
Urkunden. Seit 1915 ist es in einem für das
damals noch Königlich Sächsische Haupt-
staatsarchiv errichteten Archivzweckbau im
heutigen Regierungsviertel in der Inneren
Neustadt untergebracht.
Der von verschiedenen Reformströmungen
beeinflusste Archivbau war bei seiner Fertig-
stellung architektonisch und auch funktional
auf der Höhe der Zeit. Zwei unterschiedlich
gestaltete Baukörper zeigen die damals üb-
liche Trennung zwischen dem Speicher und
einem auch für die Öffentlichkeit zugängli-
chem Verwaltungsbereich. Eine Kombinati-
on von Kabinett- und Saalsystem schuf klar
strukturierte Räumlichkeiten. Zahlreiche gro-
ße Fenster sorgten für eine umfassende Luft-
und Lichtzufuhr.
Die Methoden der Lagerung und Nutzbarma-
chung von Unterlagen in den Archiven ha-
ben sich jedoch stark verändert. Den heuti-
gen Anforderungen an Sicherheit, Brand-
schutz und Klimatisierung des kostbaren
Archivgutes entsprach das Gebäude in vie-
len Bereichen seit langem nicht mehr. Doch
nicht nur bauliche Mängel beeinträchtig-
ten die Archivarbeit. Bereits in den 1960er
Jahren war die Lagerkapazität erschöpft.
Die Ressourcenknappheit der DDR ließ je-
doch keine Erweiterung des Archivs zu. Die-
ser Rückstau der Archivalien stieg durch den
starken Zuwachs der Unterlagen nach der
Wiedervereinigung Deutschlands weiter dra-
Einleitung
matisch an. Daher wurde eine Erweiterung
dringend notwendig.
Bereits zur Erbauungszeit des Hauptstaatsar-
chivs war ein Teil des Grundstücks für ein Er-
weiterungsmagazin vorgesehen. Durch diese
Ergänzung hätte eine nahezu symmetrische
Anlage mit einem von zwei Speichern flan-
kiertem Verwaltungsbau entstehen können.
Diese Reservefläche war immer noch unbe-
baut und bot sich auch weiterhin für einen
Erweiterungsbau an.
Im Jahre 2004 wurde vom Freistaat Sachsen,
Sächsisches Staatsministerium der Finan-
zen, vertreten durch den Staatsbetrieb Säch-
sisches Immobilien- und Baumanagement
dann ein baulicher Realisierungswettbe-
werb für die Errichtung eines Erweiterungs-
neubaus sowie die Sanierung der denkmal-
geschützten Bestandsgebäude des Archivs
ausgelobt. Ziel dieser komplexen Bauaufga-
be war nicht nur die Schaffung von effek-
tiv organisierten und den heutigen Anfor-
derungen
entsprechenden
Lagermöglich-
keiten für Archivgut unterschiedlichster Art.
Gleichzeitig sollten auch neue Arbeitsräume
für die Archivmitarbeiter sowie ein modern
strukturierter Öffentlichkeitsbereich mit ei-
ner Vielzahl von verschiedenen Arbeitsplät-
zen entstehen. Der Archivneubau sollte dabei
als Pilotprojekt im „Passivhaus-Standard“ mit
einer energetisch optimierten Gebäudehülle
und -konstruktion errichtet werden.
Der Lichthof des Magazinaltbaus vor der Sanierung

image
10 |
Regierungsviertel
Blick auf die damalige König-Albert-Straße (heute Albertstraße) mit Staatsarchiv und angrenzender Bebauung der Inneren Neustadt, Luftbild September 1924

image
| 11
Regierungsviertel
Das Regierungsviertel
Tanja Scheffler
Die Silhouette des Neustädter Elbufers wird
entscheidend geprägt durch zwei markan-
te historistische Staatsbauten, durch das Fi-
nanzministerium sowie die heutige Säch-
sische Staatskanzlei. Sie wurden mit der
Rückkehr der Regierung des nach der deut-
schen Wiedervereinigung wieder entstan-
denen Freistaates Sachsen an ihren alten
Standort zum wesentlichen Impulsgeber für
den erneuten Ausbau eines „Regierungsvier-
tels“ in der Inneren Neustadt und der damit
verbundenen Revitalisierung des gesamten
Quartiers.
Die Geschichte
Nach der Errichtung der Kasernen in der Al-
bertstadt war das zwischen Albertplatz und
Elbe gelegene bisher militärisch genutzte Ge-
lände ab 1877 für eine großflächige Neube-
bauung frei geworden. Dies bot damals die
Chance für eine einheitliche städtebauliche
Weiterentwicklung des Areals. Daher schrieb
der Stadtrat einen Wettbewerb aus, zu dem
76 Pläne für eine neue Bebauung eingereicht
wurden. Nach der Diskussion mehrerer Va-
rianten wurde 1887 schließlich für das ehe-
malige militärfiskalische Areal der „Bebau-
ungsplan N. Allgem. 16b“ beschlossen. Dieser
Plan legte die künftige städtebauliche Form
des Quartiers fest und sah die Bildung von
geschlossenen Blockstrukturen zwischen der
Haupt- und der Hospitalstraße vor. In Verlän-
gerung einer neu zu errichtenden Elbbrücke
(der 1892–95 erbauten Carolabrücke) sollte
mit der neuen König-Albert-Straße auch eine
zentrale Verbindungsachse für das Stadtge-
biet entstehen.
Zunächst wurde an der Elbfront das den Brü-
ckenkopf
flankierende
Finanzministerium
(1890–94) nach Plänen von Otto Wanckel
und Ottomar Reichelt im Stil der Neorenais-
sance errichtet. Die heutige Staatskanzlei,
das ehemalige Gesamtministerium (1900–04)
von Edmund Waldow und Heinrich Tschar-
mann folgte kurze Zeit später flussaufwärts
im Stil des Dresdner Barocks. Weitere mar-
kante Bauten wie das Amtsgericht, die Drei-
königschule,
die
Baugewerkeschule
und
das
Hauptstaatsarchiv
vervollständigten
dann mit einer Vielzahl von historisierenden
Wohngebäuden das Areal.
Hauptfassade des Magazingebäudes des Staatsarchivs zum früheren St. Privatplatz, Fotoaufnahme um 1920

image
12 |
Regierungsviertel
Die Neugestaltung –
Stadtreparatur nach der Wende
Nach partieller Kriegszerstörung und langer
Vernachlässigung der Altbauten während der
DDR-Zeit präsentierte sich die Innere Neu-
stadt nach der Wende als ein Viertel der bau-
lichen Kontraste. An der Hauptstraße war
mit modifizierten Plattenbausystemen un-
ter Integration einiger vorbildlich restaurier-
ter historischer Bauten ein baumbestande-
ner sozialistischer Boulevard entstanden. Die
unmittelbar daran angrenzenden barocken
Bürgerhäuser der Rähnitzgasse und Königs-
straße verwahrlosten. Zahlreiche markante
Gebäude wie die Markthalle und die Minis-
terien waren nach der Teilzerstörung für eine
weitere Nutzung nur notdürftig instand ge-
setzt worden. Die zur vierspurigen Fernver-
kehrsstraße (der heutigen B 170) ausgebaute
Albertstraße sowie die quer dazu verlaufende
Köpckestraße schlugen breite Schneisen in
die Bebauung. Westlich der Albertstraße wa-
ren zehngeschossige, riegelartig angeordnete
Plattenbauten entstanden. Die Erweiterungs-
fläche des Hauptstaatsarchivs war jedoch
auch weiterhin unbebaut geblieben.
Um das neu zu gestaltende Regierungsviertel
von Anfang an in sein städtebauliches Um-
feld einzubinden und durch die notwendigen
öffentlichen Investitionen die Revitalisierung
der Inneren Neustadt mit anzuregen wurde
1992 gemeinsam vom Freistaat Sachsen und
der Landeshauptstadt Dresden ein Ideen-
wettbewerb ausgelobt. Dieser umfasste das
Gebiet von der Königs- bis zur Glacisstraße.
Der Siegerentwurf des Münchner Büros Koch
& Partner orientierte sich stark am überlie-
ferten Stadtgrundriss und seinen Blickbe-
ziehungen, respektierte die historischen Ge-
bäude, stellte aber auch viele der Plattenbau-
ten zur Disposition. Vor allem sein Umgang
mit den riesigen Verkehrsachsen überzeugte.
Sie sollten durch eine schrittweise Nachver-
dichtung auf eine quartierverträgliche Brei-
te und spannungsreiche Abfolgen von Stra-
ßen und Plätzen zurückgebaut werden, um
die einzelnen Teilbereiche des Viertels stär-
ker miteinander zu verknüpfen. Als Stand-
ort für die Ministerien wurde (wie auch be-
reits beim Entwurf für das „Planungsleitbild
Innenstadt“) das Areal zwischen der Albert-,
der Hospital- und der Paul-Schwarze-Straße
vorgesehen.
Innerhalb von wenigen Jahren wurde das
kleinteilige barocke Quartier rund um die
Königstraße nach der Wende saniert. Sofort
etablierte es sich als exklusive Wohn- und
Geschäftsgegend. Im gleichen Tempo ent-
standen im Regierungsviertel neue Räum-
lichkeiten für die Ministerien. Einige konn-
ten nach komplexen Rekonstruktions- und
Umbaumaßnahmen wieder in denkmalge-
schützten Altbauten untergebracht werden,
im ehemaligen Finanz- oder Gesamtminis-
terium, im Amtsgericht und der für die Pä-
dagogische Hochschule nach dem Krieg ver-
Bebauungsplan der Stadt Dresden
aus dem Jahre 1887 für das
ehemalige Militärgelände zwischen
Haupt- und Hospitalstraße
in der Inneren Neustadt

image
| 13
Regierungsviertel
einfacht wieder aufgebauten früheren Drei-
königsschule.
Zum wichtigen Baustein für die städtebau-
liche Neugestaltung des Viertels wurde das
zwischen 1996 und 1999 errichtete neue Mi-
nisterialgebäude am Carolaplatz. Denn der
Bau vereint nicht nur drei Sächsische Staats-
ministerien (Inneres/Wirtschaft, Arbeit und
Verkehr/Umwelt und Landwirtschaft) sowie
mehrere Ladeneinheiten in einem Gebäu-
dekomplex und bemüht sich dabei um ei-
ne urbane Nutzungsmischung. Er ist auch
ein kraftvolles zeitgenössisches Pendant zur
gegenüber liegenden Staatskanzlei und ge-
winnt der vorher stark aufgeweiteten Stra-
ßeneinmündung in die Wigardstraße ein tra-
pezförmiges Grundstück ab, so dass er mit
seiner Fassade zum Carolaplatz eine klare
städtebauliche Kante ausbilden kann.
Dies entspricht auch der aktuellen in der
Fassung von 2004 festgeschriebenen städ-
tebaulichen Rahmenplanung, die die Wett-
bewerbsergebnisse durch einen pragmati-
scheren Umgang mit den Plattenbauten zwar
stark modifiziert hat, aber weiterhin vorsieht,
die als Schnellstraße mit mehreren Verkehrs-
knotenpunkten
ausgeführte
Albertstraße
langfristig zu einer sich an der historischen
Stadtstruktur orientierenden Folge von in-
nerstädtischen Plätzen (Carola-, Archiv- und
Albertplatz) umzugestalten.
Das Archiv und sein
städtebauliches Umfeld
Auch das Hauptstaatsarchivgebäude ist ein
wichtiger architektonischer und städtebauli-
cher Baustein des Regierungsviertels. Bei sei-
ner Errichtung noch für die Aufbewahrung
der Altregistraturen der Königlichen Unter-
lagen angelegt, ist das Archiv nun vor allem
auch für die Überlieferungen der Ministeri-
en des Freistaates Sachsen zuständig. Bereits
die örtliche Nähe zu den wieder in Nutzung
genommen oder in den letzten Jahren neu
errichteten Ministerialbauten zeigt die enge
Verflechtung der Aufgaben und die Bedeu-
tung des Archivs für eine funktionierende
Verwaltung.
Die bei der Sanierung des Magazingebäu-
des erfolgte neue innere Ausrichtung des
Hauptstaatsarchivs auf den früheren St. Pri-
vat- und zukünftigen Archivplatz sowie die
Schaffung eines großzügigen Eingangsbe-
reichs an der repräsentativen Fassade zur Al-
bertstraße lassen nicht nur neue Blickbezie-
hungen zur gegenüberliegenden Markthalle
entstehen, sondern werten den baulich nur
in Teilen gefassten Platz auch erheblich auf.
Darauf hat die Landeshauptstadt Dresden
bereits während der Baumaßnahmen reagiert
und den Vorplatz des Archivs durch Beseiti-
gen der Fahrbahn und Verlegung eines Gra-
nitplattenbelages zu einem „Kleinen Archiv-
platz“ umgestaltet, ein weiterer Schritt auf
dem Weg des Stadtumbaus und der Stadtre-
paratur in der Inneren Neustadt.
Rahmenplan Dresden –
Innere Neustadt,
Städtebauliche Entwicklung –
Stadtreparatur,
Stand März 2004

image
14 |
Historie
Die Baugeschichte
des historischen Archivgebäudes
Tanja Scheffler
Bis heute ist die Umnutzung von vorhande-
nen Bauten eine gängige Art der Unterbrin-
gung von Archivalien. Früher wurden sie oft
in Teilen von ehemaligen Schlossanlagen,
Regierungs- oder Klostergebäuden unterge-
bracht und mussten mit einer eher behelfs-
mäßigen Einrichtung auskommen. Im Laufe
des 19. Jahrhunderts gewannen die Archive
für die wissenschaftliche Forschung jedoch
immer mehr an Bedeutung. Erste eigen-
ständige Archivzweckbauten wie das Wie-
ner Hofkammerarchiv (1843–46) mit sei-
nem separierten Verwaltungstrakt sowie der
erste Bauabschnitt des Public Record Office
(1851–56) in London mit seinen großzügi-
gen, gut ausgestatteten Publikumsräumen
gaben wichtige Impulse zur weiteren bauli-
chen Entwicklung der Archive, raus aus den
feuchten Kellern in eigene zweckmäßige und
der neuen Bedeutung angemessene Gebäude.
Während des Kaiserreichs setzte in Deutsch-
land ein wahrer Archivbauboom ein. Der sich
stark vergrößernde staatliche Verwaltungs-
apparat erzeugte immer größere Aktenmen-
gen. Diese sollten auch adäquat unterge-
bracht und vorgehalten werden. So entstan-
den allein in der Zeit zwischen 1873 und
1918 in Deutschland 22 neue Archivzweck-
bauten, darunter auch das bis heute erhal-
tene und unter Denkmalschutz stehende
Hauptstaatsarchiv in Dresden.
Für die komplexe funktionale Gestaltung der
Archivbauten waren dabei mehrere Aspek-
te entscheidend: Die Lagerräume der Archive
sollten durch geeignete Konstruktionen im-
mer intensiver genutzt werden. Die Magazi-
ne wurden aus Brandschutzgründen in klei-
ne Einheiten aufgeteilt und vor allem auch
von der Verwaltung abgetrennt. Durch den
zunehmenden Publikumsverkehr entstanden
für die Verwaltungen immer differenzier-
ter gestaltete bauliche Anlagen, die sowohl
rein administrative Räume als auch reprä-
sentative öffentliche Bereiche beinhalteten.
Die klare Trennung der Funktionsbereiche in
einen Magazinbau und einen Verwaltungs-
trakt wurde auch auf die Fassadengestaltung
übertragen. Daraufhin wurden viele streng
zweigeteilte Archivbauten errichtet.
Das Königlich Sächsische
Staatsarchiv
Das Hauptstaatsarchiv entstand 1834 durch
die Zusammenlegung mehrerer Behördenar-
chive und logierte vorerst in dem bereits für
das Geheime Archiv umgebauten vorher als
Komödienhaus, katholische Hofkapelle, Ball-
haus oder Brennholzspeicher für das Schloss
genutzten Gebäude am Taschenberg. Nach
der Errichtung der Albertstadt wurde dann
das freiwerdende ehemalige Zeughaus an
der Brühlschen Terrasse ab 1884 für eine ge-
meinsame Aufnahme der Skulpturensamm-
lung und des Staatsarchivs, zum so genann-
ten Albertinum umgebaut. Das Zeughaus bot
jedoch bereits bei seinem Bezug durch das
Die beiden historischen Gebäude des Hauptstaatsarchivs vor der Sanierung

image
| 15
Historie
Königlich Sächsische Staatsarchiv 1888 kei-
nen Platz für Neuzugänge.
Daher wurde schon nach wenigen Jahren die
ungenügende Raumsituation des Archivs im
Sächsischen Landtag diskutiert, mit der Emp-
fehlung einen „Neubau in möglichst feuer-
sicherer zentraler Lage gänzlich isoliert von
jedem anderem Gebäude mit allen neuesten
Einrichtungen“ zu errichten. 1908 wurde der
neue Zweckbau für das Hauptstaatsarchiv
dann bewilligt, mit der klaren Vorgabe Maga-
zin und Verwaltung voneinander zu trennen.
Die Entwurfsplanung übernahm der Geheime
Baurat Karl Ottomar Reichelt, der bereits we-
nige Jahre vorher die Bauausführung des Fi-
nanzministeriums geleitet hatte.
Die Planung
Als Bauplatz stand ein Grundstück auf dem
ehemaligen Militärgelände am damaligen
St. Privatplatz in unmittelbarer Nachbar-
schaft der Königlichen Bauschule und des
Amtsgerichts zur Verfügung. Bereits im Al-
bertinum war das Archivgut liegend und ste-
hend in – als Locaten bezeichneten – Fächern
untergebracht worden. Diese Einheiten bilde-
ten die Grundlage für die Dimensionierung
des Magazinneubaus, der nicht nur Platz für
die bereits vorhandenen 58.400 Locaten vor-
sehen sollte, sondern auch eine absehbare
Erweiterung des Bestandes um bis zu 50 %,
in späteren Planungen sogar um 100 %. Der
Entwurf sollte außerdem die Möglichkeit bie-
ten, später noch ein weiteres vergleichbares
Magazin angemessen an das Archivgebäude
anfügen zu können.
Umfangreiche
Untersuchungen
begleite-
ten den Planungsprozess. Der Baugrund so-
wie die Hochwassersicherheit des geplanten
Standorts wurden geprüft und Modelle des
Gebäudes sowie einzelner Bauteile angefer-
tigt. Um eine effektive Regalnutzung und die
damit verbundene Handhabung der Archi-
valien zu prüfen, wurden Musterräume ein-
gerichtet. Zur Untersuchung der Raum- und
Lichtverhältnisse wurde sogar ein mit eiser-
nen Säulen, Fenstern und Fahrstuhl ausge-
statteter, mehrgeschossiger „Probeschuppen“
errichtet und mit Patent-Regalen der Straß-
burger
Büchergestell-Fabrik
ausgestattet.
Hier wurden verschiedene Gangbreiten sowie
Regalkonstruktionen ausprobiert. Um die be-
reits durchaus akzeptablen Lichtverhältnis-
se noch zu verbessern, sollten die Fenster im
Obergeschoss des Magazingebäudes zusätz-
lich erkerartiger Vorsprünge erhalten.
Äußerst fortschrittlich waren damals auch
die mit Rücksicht auf Akten und Mitarbeiter
geplante Beheizung der Archivsäle auf eine
gleichmäßige Mindesttemperatur von 8° C,
die millimeterweise verstellbaren Einlegebö-
den der weiterentwickelten Bücher- und Ak-
tengestelle sowie der Prototyp eines als Ce-
mentmöbel von der Firma Kell & Löser ange-
fertigten Urkundenschranks. Die konkreten
Baupläne für das Archiv wurden innerhalb
kürzester Zeit detailliert ausgearbeitet, die
Genehmigung des Projekts durch die Stände-
kammer sowie die Grundsteinlegung erfolgte
jedoch erst 1912.
Der neue Archivzweckbau
Nur der nordwestliche, prominent am da-
maligen St. Privatplatz liegende Teil des
schmalen langgestreckten Grundstücks bot
Erdgeschoss-Grundriss des historischen
Gebäudekomplexes mit pentagonalem
Magazinbau und sich daran anschließendem
Verwaltungsgebäude

image
image
image
16 |
genügend Fläche für das großzügig dimensi-
onierte Magazin. Das sich am Grundstücks-
zuschnitt orientierende, pentagonale Gebäu-
de hielt sich mit acht Regelgeschossen und
einer Traufhöhe von 22 m zwar an die Dresd-
ner Bauordnung, besitzt aber ein auffallend
hohes, voll ausgebautes Mandarddach. Da-
mit setzte das Gebäude bereits mit seiner
wuchtigen Kubatur in dem vor der Kriegs-
zerstörung hauptsächlich aus fünfgeschos-
sigen Wohnhäusern bestehenden Quartier
einen sehr selbstbewussten städtebaulichen
Akzent.
Nicht nur die Raumkonzeption und das Ar-
chivierungssystem des Magazinbaus waren
damals äußerst fortschrittlich. Auch Mate-
rialität und Fassadengestaltung weisen den
Weg in die Moderne. Denn hier kamen als
tragende Konstruktion, beim Innenausbau
und an der Fassade mit Eisen und Eisenbeton
im großen Stil auch moderne Baustoffe zum
Einsatz, oft jedoch in traditioneller oder be-
tont handwerklicher Verarbeitung. So wur-
den viele sichtbare Betonflächen entweder
durch vereinzelte Schmuckelemente verziert
oder nachträglich scharriert, um eine wie
Werkstein wirkende Optik zu erhalten. Die
schlichte Gestaltung des polygonalen Licht-
hofs erinnert durch die ziegelverblendeten
Pfeiler und großformatigen Eisenfenster an
zeitgenössische Fabrikarchitektur.
Das durch einen niedrigeren Zwischenbau
erreichbare
viergeschossige
Verwaltungs-
gebäude in der eher ruhigen Düppelstraße
(heute Archivstraße) orientiert sich dagegen
stilistisch an der in Dresden in der „Ära Erl-
wein“ populären Reformarchitektur. Pfeiler-
vorlagen mit Sächsischen Löwen, aber vor al-
lem auch der vorgelagerte Eingangspavillon
mit einer durch Nischen und einer breiten
Treppe gegliederten Innenraumgestaltung
schaffen trotzdem eine dramatische Ein-
gangssituation.
Am 7. Juni 1915 wurde der fertiggestell-
te Gebäudekomplex feierlich übergeben. Der
Umzug des Archivs zog sich jedoch auf-
grund der kriegsbedingten Personalknapp-
heit bis Ende des Jahres hin. Im Januar 1916
Oben: Wappenmotive auf den Treppenhausfenstern des Verwaltungsgebäudes
Mitte: Historische Lagerung der Akten in „Locaten“
Unten: Ehemaliger Lesesaal im Verwaltungsbau

image
| 17
Historie
nahm dann auch König Friedrich August III.
das neue Königlich Sächsische Staatsarchiv
in Augenschein, seine anerkennenden Äuße-
rungen wurden dabei wohlwollend aufge-
nommen.
Während des Dritten Reiches wurden anläss-
lich des 100jährigen Jubiläums des Haupt-
staatsarchivs 1934 einige kleinere Umgestal-
tungen am repräsentativen Verwaltungsge-
bäude vorgenommen. Diese umfassten auch
den Einbau von mit Wappen-Motiven ver-
sehenen Glasmalereien zur Ausschmückung
der Treppenhausfenster. In der Bombennacht
des 13. Februar 1945 wurde das Magazin-
gebäude zwar getroffen, aber nicht zerstört.
Das Verwaltungsgebäude blieb nahezu un-
versehrt. Beide Gebäude wurden auch wäh-
rend der DDR-Zeit als Archiv weitergenutzt.
Der Magazinbau – ein Hochhaus ?
Interessant ist das Magazingebäude des
Hauptstaatsarchivs aber auch im Zusammen-
hang mit dem sich Anfang des 20. Jahrhun-
derts sogar in Deutschland, vorerst jedoch
nur als visionäre Planung, etablierenden Bau-
typ des Hochhauses. Bereits während der
Bauphase erhitzten Meldungen und Gerüchte
über die „13 Stockwerke“ des Gebäudes (ein
Untergeschoss, acht auch an der Fassade ab-
lesbare Regelgeschosse, zwei Vollgeschosse
im Mansardbereich sowie zwei weitere Eta-
gen im Spitzboden) Lokalpresse und Öffent-
lichkeit. Besorgte Zeitgenossen sahen die
Schönheit des Stadtbildes bedroht und be-
fürchteten gar eine beginnende Entwicklung
Dresdens zur Wolkenkratzerstadt. Völlig un-
begründet waren diese Bedenken nicht. Denn
die klassische Fassadengliederung des Maga-
zingebäudes mit einer rustizierten Sockelzo-
ne, Kolossalpilastern und senkrechten Fens-
terbändern war durchaus auch an einigen der
ersten, in Amerika realisierten Hochhäusern
zu finden. Mit den als Chicagoer Bay-Win-
dows bekannten langen Bahnen prismatisch
vorspringender Fenster holte das Magazin-
gebäude damals sogar ein bisschen interna-
tionales Großstadt-Flair in das wirtschaftlich
und kulturell aufblühende Dresden.
Magazingebäude des ehemaligen Königlich Sächsischen Staatsarchivs,
Querschnitt durch die Archivetagen sowie Ansicht zum früheren St. Privatplatz

image
18 |
Historie
Sieben Jahre nach seiner Gründung durch
das Gesetz zur Verwaltungsmodernisierung
vom 19. März 2004 wird auch die Unterbrin-
gung des Sächsischen Staatsarchivs mit dem
Abschluss der Sanierungsarbeiten am Gebäu-
de des Hauptstaatsarchivs der neuen Struk-
tur gerecht. In das um einen Magazinblock
erweiterte Ensemble ziehen jetzt der Direktor
sowie die Abteilungen 1 (Zentrale Aufgaben,
Grundsatz) und 2 (Hauptstaatsarchiv Dres-
den). Damit ist ein wesentlicher baulicher
Bestandteil zur Bestandserhaltung des Ar-
chivgutes abgearbeitet.
Das Sächsische Staatsarchiv wurde zum
1. Januar 2005 als Landesoberbehörde errich-
tet. Damit endete die Tätigkeit des Referates
Archivwesen im Sächsischen Staatsministe-
rium des Innern, das 1990 zur Vorbereitung
eines Archivgesetzes und der Neustruktu-
rierung der staatlichen Archivverwaltung
eingerichtet worden war und seit 1993 zu-
gleich die Aufgaben der Landesarchivdirek-
tion wahrgenommen hatte. Staatsminister
Dr. Thomas de Maizière würdigte anlässlich
des Festakts zur Gründung des Sächsischen
Staatsarchivs am 4. Februar 2005 Aufgaben
und Leistungen der Archivare, die sich durch
die Friedliche Revolution 1989 ungeahn-
ten Herausforderungen gegenüber gesehen
hatten: das Schriftgut eines sozialistischen
Staates mit Staatspartei, Massenorganisati-
onen und volkseigener Wirtschaft war beim
Übergang in ein von Parteienvielfalt und
Marktwirtschaft geprägtes Staatswesen zu
sichern, und aus dem Fundus der Überliefe-
rung waren die Anliegen der Bürger, der Ver-
waltung und der Wissenschaft zu bedienen.
Zu diesen zählten nicht zuletzt Rehabilitati-
onen und Restitutionen. Gesetzliche Grund-
lage dieser Facharbeit ist das Sächsische Ar-
chivgesetz vom 17. Mai 1993.
Abteilung 1
(Zentrale Aufgaben, Grundsatz)
In Abteilung 1 sind Zuständigkeiten für Ver-
waltung und Justiziariat (Personal, Haus-
halt, Recht, Organisation, Information und
Kommunikation) sowie standortübergreifen-
de Grundsatzangelegenheiten einschließlich
des Archivzentrums Hubertusburg in Werms-
dorf mit der Zentralwerkstatt für Erhaltung
von Archiv- und Bibliotheksgut (ZErAB), dem
Sachgebiet Audiovisuelle Medien sowie Spe-
zialmagazinen zusammengefasst. Die Grund-
satzabteilung hat die Aufgabe, archivfach-
liche Fragen, die von abteilungsübergrei-
fender Bedeutung sind, in Abstimmung mit
den Fachabteilungen zu klären. Sie über-
nimmt aber auch konkrete Dienstleistungen
für die Fachabteilungen, indem sie z. B. das
DFG-Projekt Retrokonversion koordiniert, die
Website des Staatsarchivs pflegt, für die He-
rausgabe des Sächsischen Archivblatts und
der Veröffentlichungsreihe sorgt sowie die
Dienstbibliothek führt. Außerdem ist in der
Grundsatzabteilung die Leitung des landes-
weiten Projekts Langzeitspeicherung und
elektronische Archivierung (LeA) angesiedelt,
welches das Ziel verfolgt, bis 2012 einen zen-
tralen Langzeitspeicher für die Unterlagen
der Behörden und Gerichte sowie ein elekt-
ronisches Staatsarchiv in Betrieb zu nehmen.
Abteilung 2 (Hauptstaatsarchiv Dresden)
Die Abteilung 2 Hauptstaatsarchiv Dresden
tritt baulich mit den beiden Magazinblöcken,
die den alten Verwaltungsbau einrahmen,
deutlich in Erscheinung. Das Hauptstaatsar-
chiv entstand am 26. April 1834 durch die
Zusammenführung der bislang selbständigen
Behördenarchive des Landes. Vorangegangen
waren die Urkundenarchive der Herrscherdy-
nastie der Wettiner sowie der säkularisier-
ten Klöster, innerhalb der späteren kursäch-
sischen Verwaltung das 1702 errichtete Ge-
heime Archiv und das seit 1708 sukzessive
ausgebaute Geheime Kabinettsarchiv. Mit der
Staatsreform von 1831, die aus Sachsen ei-
ne konstitutionelle Monarchie machte, waren
dann die Voraussetzungen für eine einheitli-
che Verwaltung gegeben. Heute ist diese Ab-
teilung zuständig für die Ministerien, die Be-
hörden und die Gerichte des Landesdirekti-
onsbezirks Dresden. Innerhalb der Abteilung
bestehen zwei Fachreferate (Älteres und neu-
eres Archivgut Mittel- und Ostsachsens [bis
Das Sächsische Staatsarchiv –
das „Gedächtnis Sachsens“
Jürgen Rainer Wolf
Königliche Resolution auf Vortrag
des Gesamtministeriums zur Einrichtung
des Hauptstaatsarchivs,
Dresden 26. April 1834

image
image
image
| 19
Historie
1945], Neuestes Archivgut Mittel- und Ost-
sachsens [seit 1945]) und ein Querschnittsre-
ferat, das vor allem die Bereiche Benutzung,
Magazin und Hauswerkstätten betreut. Eine
besondere Aufgabe bildet die amtliche Gut-
achtertätigkeit für die Genehmigung kom-
munaler Wappen.
Das Sächsische Staatsarchiv verwahrt in sei-
nen Beständen die Unterlagen aus mehr als
1000 Jahren sächsischer, deutscher und eu-
ropäischer Geschichte. Taten und Schand-
taten, Höhe- und Tiefpunkte sind hier do-
kumentiert
und
in
der
authentischen,
schriftlichen und bildlichen Überlieferung
nachgewiesen. Die Abteilung 2 Hauptstaats-
archiv Dresden ist ebenso zuständig für die
ältere lokalbehördliche Überlieferung der
mittleren und unteren Ebene ihres Sprengels
wie für die zentralbehördlichen Bestände aus
der Zeit vor 1945 und nach 1990. Dazu gehö-
ren auch das bis 1873 selbständige Finanzar-
chiv, ferner ein Karten- und Rissbestand von
internationalem Rang sowie die mittelalterli-
che und frühneuzeitliche Urkundenüberliefe-
rung. Ebenfalls zum Aufgabenbereich gehö-
ren das SED-Bezirksparteiarchiv Dresden, das
auch die Unterlagen von Landes- und Kreis-
leitungen der KPD und SPD Sachsens aus
den Jahren 1945 und 1946 umfasst, sowie
die Unterlagen verschiedener Massenorgani-
sationen der DDR. Zum großen Komplex der
Überlieferung der volkseigenen Wirtschaft
des Bezirks Dresden und ihrer Vorgänger tre-
ten weitere Deposita wie das der Deutschen
Werkstätten Hellerau. Hinzuweisen ist auch
auf die in den Bezirksverwaltungen des Mi-
nisteriums für Staatssicherheit der DDR an-
gelegten Dossiers, die als sog. NS-Archiv des
Ministeriums für Staatssicherheit vor eini-
gen Jahren vom Bundesarchiv zurückgege-
ben und den einschlägigen Abteilungen des
Sächsischen Staatsarchivs zugeordnet wur-
den. Eine der wesentlichsten archivgesetz-
lichen Aufgaben des Sächsischen Staatsar-
chivs ist die Überlieferungsbildung. Sie wird
durch eine regelmäßige Behördenberatung
und Schulungsangebote für die Mitarbeiter
der Registraturen umgesetzt und begleitet.
Der Bestand und die bauliche Ausstattung
Der Umfang des Archivguts ist in allen Ab-
teilungen seit 1989 stetig gewachsen. Die
Raumnot des alten Hauptstaatsarchivs führte
nach 1993 wegen Überbelegung zur Einrich-
tung eines Depots in Kamenz, Mitnutzung
des Magazins des Staatsarchivs Leipzig und
seit 2002 auch zur Belegung von durch den
Neubau der SLUB frei gewordenen Räumlich-
keiten der früheren Sächsischen Landesbib-
liothek in Dresden. Ende 2010 umfasste der
Aktenbestand der Abteilung 47.850 laufende
Meter (davon 14.711 laufende Meter aus der
Zeit vor 1800). Nahezu verdoppelt hat sich
seit 1989 der Karten- und Rissbestand von
geschätzt 180.000 Blatt auf derzeit 366.560
Stück, mit dem die Abteilung zu den größten
derartigen Archivgutkörpern der Bundesre-
publik zählt. Die Zahl der Urkunden liegt bei
53.655 Stück (davon 21.597 aus der Zeit vor
1800), die der Fotos bei 419.959 Stück, dazu
kommen derzeit 1.333 Tonträger sowie 428
Lauffilme und Videos, die im Archivzentrum
Hubertusburg magaziniert sind, weiter 1.771
Plakate, 31.631 amtliche Druckschriften und
1.741,98 Megabyte maschinenlesbarer Daten.
Für die Benutzer wurden mit der Gestaltung
des nahezu verdoppelten Lesesaalbereichs
im alten Magazinblock hervorragende Ar-
beitsbedingungen geschaffen. Die Umnut-
zung des historischen Lesesaals sowie des
Handbibliotheksraums zu Ausstellungs- und
Tagungsräumen schafft aufgrund des Am-
bientes sowie der Lage des Hauses im Re-
gierungsviertel große Möglichkeiten für die
historisch-politische Bildungsarbeit und die
Öffentlichkeitsarbeit.
Der Magazinneubau wird den modernsten
Ansprüchen an Sicherheit, Klimatechnik und
Brandschutz gerecht. Neben einer Restau-
rierungs- und Fotowerkstatt ist dieses Ge-
bäude auf acht Geschossen mit Kompaktre-
galanlagen ausgestattet. Seine Kapazität be-
läuft sich auf 32.000 laufende Meter Akten
und 460.000 Karten. Mit der Sanierung des
Altmagazins werden auch hier archivische
Standards erreicht. Nach dem Umbau ste-
hen auch weiterhin Kapazitäten für 22.000
laufende Akten und 460.000 Karten zur Ver-
fügung. Das Außendepot Kamenz sowie die
Auslagerung nach Leipzig gehören dann der
Vergangenheit an.
Zum Vortrags- und Ausstellungsraum umgestalteter historischer Lesesaal im Verwaltungsgebäude
Links: König Heinrich IV. schenkt dem Bistum
Meißen acht Königshufen in Görlitz, Goslar
11. Dezember 1071, Monogramm auf Pergament
Rechts: Ausschnitt mit kursächsischem
Wappen aus der „Neuen geographischen
Land-Charta“ der wettinischen Lande,
Balthasar Zimmermann, 1632, aquarellierte
Federzeichnung

image
image
20 |
Wettbewerb
Der 2004 ausgelobte städtebauliche Realisie-
rungswettbewerb suchte nach einer zeitge-
mäßen, energetisch optimierten Lösung für
die dringend erforderliche Erweiterung des
Archivs unter Einbindung der bauhistorisch
wertvollen Altbausubstanz. Dabei waren für
die Räume der Direktion und der Grund-
satzabteilung sowie des Hauptstaatsarchivs
des Sächsischen Staatsarchivs in Alt- und
Neubau insgesamt eine Nutzfläche von gut
18.000 m² (davon 15.000 m² als Magazinflä-
che) unterzubringen.
Zu dem begrenzt offenen Wettbewerb mit
vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren wa-
ren 50 Teilnehmer eingeladen. 47 gaben
Wettbewerbsbeiträge ab, darunter auch eini-
ge namhafte überregionale Architekturbüros
wie von Gerkan, Marg und Partner (Aachen),
LéonWohlhageWernik (Berlin) sowie Ander-
halten Architekten (Berlin).
Der Wettbewerb
Tanja Scheffler
Entwurfsidee
Der mit dem 1. Preis ausgezeichnete Entwurf
von Prof. Peter P. Schweger, Mark Schüler
und Jens-Peter Frahm der Schweger Associ-
ated Architects GmbH (Hamburg) überzeugt
durch eine überraschend einfache Lösung
zur Umstrukturierung des Altbaus sowie ei-
nen prägnanten neuen Baukörper, der die
städtebauliche Struktur des Quartiers auf-
nimmt und vervollständigt.
Der Entwurf erkennt die städtebauliche Be-
deutung des historischen Magazinbaus für
das Viertel und lässt der bereits vorhande-
nen gestalterischen Ausrichtung des Gebäu-
des auch eine neue innere Ausrichtung fol-
gen. Er verlagert den Öffentlichkeitsbereich
des Hauptstaatsarchivs in die beiden Sockel-
geschosse des Magazinbaus und lässt die
zum früheren St. Privatplatz weisende Fas-
sade als zentralen Haupteingang zum Foyer
öffnen. Der Innenhof wird auf Traufhöhe mit
einer leichten Stahl-Glas-Konstruktion über-
dacht. Dadurch verbessert sich nicht nur die
Energiebilanz, das Gebäude erhält auch ein
neues lichtdurchflutetes Zentrum. Im Erd-
geschoss entwickelt sich daraus eine dem
Gebäudetyp und der Ausrichtung zur Stadt
entsprechende Raumfolge vom Foyer über
die im Lichthof als „Haus im Haus“ konzipier-
te Archivausgabe zu den mit Galerien aus-
gestatteten Lesesälen. Eine weitere interne
Erschließungsachse verbindet im Unterge-
schoss alle drei Gebäudeteile miteinander.
Auf dem an die Altbauten direkt angrenzen-
den, als Reservefläche vorgehaltenen Grund-
stück wird ein neues Magazingebäude mit
Rollregalen errichtet. Durch eine äußerst
wirtschaftliche Anordnung dieser Regalanla-
gen können die benötigten Gebäudeflächen
für die Archivgutlagerung deutlich verrin-
Wettbewerbsmodell des mit dem 1. Preis
ausgezeichneten Entwurfs, Modellfoto

image
image
image
image
| 21
Wettbewerb
gert werden. So entsteht ein sehr kompakter,
weitestgehend geschlossener Kubus. Ledig-
lich das Erdgeschoss mit den Arbeitsräumen
und Werkstätten erhält großzügige Öffnun-
gen. In Anlehnung an historische Lagerhäu-
ser schlägt der Wettbewerbsentwurf für die
Ausführung der Fassade Backsteinmauerwerk
im wilden Verband mit minimalen Lager-
fugen vor.
Die gegenüber den Altbauten verdrehte Aus-
richtung des neuen Magazins nimmt Bezug
zur Erich-Ponto-Straße sowie dem angren-
zenden Justizministerium und schafft so den
Schulterschluss zu seiner baulichen Nachbar-
schaft. Durch die starke optische Präsenz des
monolithisch wirkenden Neubaus entsteht
an der Archivstraße ein spannungsreicher Di-
alog zwischen den drei markanten, stilistisch
jedoch ganz unterschiedlichen Gebäudeteilen
des Archiv-Komplexes. Gleichzeitig gibt der
Neubau der bereits für eine mögliche Erwei-
terung konzipierten Anlage ein neues Gleich-
gewicht.
Diese Lösung kommt mit minimalen Eingrif-
fen in die Bausubstanz aus und stärkt die
historischen Gebäude in ihrer architektoni-
schen Wirkung. Der zweigeschossige Karten-
saal im Magazinbau bleibt in seiner histori-
schen Funktion erhalten. Die alten Lesesäle
im Verwaltungsgebäude werden für Vorträge
und Ausstellungen genutzt. Dadurch können
die hervorragenden bauzeitlichen Innenaus-
stattungen erhalten bleiben. Der bisherige
Eingang am ehemaligen Verwaltungsgebäude
wird zum separaten Entree für die Abendver-
anstaltungen. Durch die Drehung des Neu-
baus zur Archivstraße ergibt sich hier ein de-
zenter Vorbereich.
Aufgrund der Kompaktheit des neuen Bau-
körpers überzeugt der Entwurf auch in wirt-
schaftlicher
und
energetischer
Hinsicht.
Durch die fast alleinige Nutzung des Neu-
baus als Magazin ergibt sich eine weitestge-
hend geschlossene Fassade mit hoher Spei-
chermasse. Dadurch lässt sich bei diesem
Projekt die Forderung nach dem Passivhaus-
standard kostengünstig umsetzen.
Der Entwurf wurde von der Jury des Archi-
tektenwettbewerbs nicht nur prämiert, son-
dern auch zur Realisierung empfohlen. Mit
seiner architektonischen Umsetzung durch
den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien-
und Baumanagement (SIB) nahm der Frei-
staat Sachsen ab 2006 die Herausforderung
an, im Spagat zwischen umweltgerechtem
Bauen, Wirtschaftlichkeit und den für die
Erhaltung des Archivgutes erforderlichen
klimatischen Bedingungen zusätzlich auch
noch die Vorgaben für das Pilotprojekt „Pas-
sivhaus“ erfolgreich zu bewältigen.
Wettbewerbsentwurf, Lageplan mit Draufsicht
Wettbewerbsentwurf, Grundriss des 1. Ober-
geschosses mit Archivetagen in den Magazinen
Links: Wettbewerbsentwurf, Ansicht
Archivstraße mit den beiden Altbauten
sowie dem vorgeschlagenen Neubau
Rechts: Wettbewerbsentwurf, Schnitt
durch den historischen Magazinbau;
durch das geplante Glasdach wird
der Lichthof zum Atrium
Historischer Lageplan des Archivs
mit langfristig geplanter Erweiterungsoption

image
22 |
Neubau
Der Erweiterungsneubau präsentiert sich als
prägnanter Baukörper mit symbolhafter Ar-
chitektursprache. Seine klare quaderförmige,
horizontal gegliederte Struktur weckt Assozi-
ationen an die stapelbaren Archivkartons, in
denen hier viele der Unterlagen gelagert sind.
Die Massivität seiner Fassade verdeutlicht
gleichzeitig seine Hauptaufgabe, den „Schutz
des Archivgutes“. Trotzdem waren für die Ge-
staltung nicht nur ästhetische, sondern vor
allem auch funktionale, wirtschaftliche und
energetische Aspekte ausschlaggebend.
Innere Struktur und Nutzung
Das Gebäude besteht aus mehreren über-
einander gestapelten Depotgeschossen für
die Lagerung sowie einer ebenerdig liegen-
den Etage für die Anlieferung, Erfassung
und Aufbereitung des Archivgutes. Die inne-
re Struktur ist vergleichbar mit der des his-
torischen Magazingebäudes. Denn auch hier
ordnen sich die Archivräume radial um einen
zentral angeordneten Kern an. Dieser nimmt
im Neubau die Treppe, den Aufzug sowie die
Installationsschächte auf. Darum gruppieren
sich in den Magazinetagen jeweils vier recht-
eckige Archivräume. Alle zwei Etagen ver-
springt ihre Anordnung um 90° um den zen-
tralen Kern. Dies zeichnet sich auch an der
Fassade durch eine versetzte Anordnung der
Fenster ab.
Die kompakte Bauform bietet kurze Wege für
das Personal. Die klare Grundrissgeometrie
ermöglicht eine äußerst effektive und flä-
chensparende Aufstellung der Rollregalanla-
gen. Dadurch konnte die auf eine Kapazität
von 32.000 Metern Akten und 460.000 Kar-
ten ausgelegte Hauptnutzfläche des Gebäu-
des von 7.000 m² auf gut 6.000 m² reduziert
werden.
Der Neubau
Tanja Scheffler
Der Magazinneubau setzt
an der Archivstraße Ecke Erich-Ponto-Straße
einen klaren städtebaulichen Akzent.

image
image
image
| 23
Neubau
Die lichte Höhe der Räume orientiert sich an
den Rollregalen, deren Dimensionen gezielt
auf das zu lagernde Archivgut sowie eine Ar-
chivarbeit „per Hand“, bei der sämtliche Un-
terlagen ohne zusätzliche Hilfsmittel wie Lei-
tern oder Tritte erreichbar sind, abgestimmt
wurden. Es gibt acht reine Magazinetagen,
fünf in den Ober- sowie drei in den Unter-
geschossen. Zur leichteren Orientierung sind
die einzelnen Etagen durch unterschiedliche
Leitfarben gekennzeichnet. Diese setzen an
den mechanisch betriebenen Rollregalanla-
gen sowie durch auffällige Beschriftungen
im Treppenhaus farbliche Akzente.
Der Neubau ist nicht für die Öffentlichkeit
zugänglich, sondern ein internes Depot des
Archivs. Hier sind auch die Werkstätten, Ar-
beits- und Sanitärräume für die Mitarbeiter
untergebracht. Die Anlieferung der Archivali-
en erfolgt im Erdgeschoss mit dem LKW. Das
Werkstattbereich des Archivneubaus mit Laboreinrichtungen zur Papierbearbeitung
Treppenhaus mit Installationsschacht
und Wasserentnahmestelle

image
image
24 |
Neubau
Archivgut wird dann an Büroarbeitsplätzen
inventarisiert und anschließend zum Schutz
in beschriftete Kartons verpackt. Kleinere Tei-
le davon werden restauratorisch behandelt.
Dafür stehen seit der Fertigstellung des Ge-
bäudes Laboreinrichtungen zur Papierbe-
arbeitung zur Verfügung. Damit erhielt das
Hauptstaatsarchiv endlich einen zeitgemä-
ßen und bedarfsgerechten Anlieferungs- und
Übernahmebereich, der dem Altbaukomplex
bislang fehlte.
Gebäudehülle
Zum Schutz des Archivguts vor Licht und kli-
matischen Schwankungen besitzt der Maga-
zinneubau eine weitestgehend geschlossene
Fassade. Seine Vorsatzschale wurde aus hel-
len, sandfarbenen Klinkern im „Wilden Ver-
band“ ausgeführt. Das schlanke Format der
Ziegel betont zusammen mit den minimalen
Lagerfugen die Funktion des „Lagerns“. Durch
eine mit den Steinen harmonierende Verfu-
gung entstand eine farblich nahezu homo-
gene, leicht strukturierte Fassade, die ledig-
lich alle zwei Etagen durch zurückspringende
Ziegelschichten horizontal gegliedert wird.
Die innere Ordnung des Gebäudes spiegelt
sich auch an der Fassade wieder. Vereinzel-
te schmale Fensterbänder verbinden jeweils
zwei übereinander liegende identische Ar-
chivgeschosse optisch miteinander. Sie fun-
gieren bei Bedarf auch als Rauchabzug oder
zweiter Fluchtweg. Um dem Neubau einen
klaren oberen Abschluss zu geben und seine
monolithische Wirkung zu verstärken, ist die
Fassade des obersten Depotgeschoss völlig
geschlossen. Lediglich die Werkstätten und
Arbeitsräume im Erdgeschoss werden durch
großzügige Fensteröffnungen belichtet. Die-
se sind zum Innenhof sowie zur Erich-Ponto-
Straße ausgerichtet. Die bereits vom Archiv-
platz und damit auch vom Hauptzugang des
Ganz oben: Zur Erich-Ponto-Straße
präsentiert sich der Erweiterungsneubau
als nahezu geschlossener Quader.
Oben: Schlüsselübergabe bei der feierlichen
Einweihung des Gebäudes, 2008

image
image
image
| 25
Neubau
Farbgestaltung der Rollregal-
anlagen in den Archivetagen
des Magazinneubaus
Der Erweiterungsneubau während der Bauphase,
die tragenden Wände und Decken bestehen aus Halbfertigteilen.
Zugang zu den Werkstatträumen
im Erdgeschoss des Magazinneubaus
Gebäudekomplexes sichtbare Schaufassade
zur Archivstraße besitzt dagegen kaum Öff-
nungen. Ihre solide und massive Erscheinung
gibt dem Gebäude einen Ausdruck von Si-
cherheit.
Fertigstellung
Der Erweiterungsneubau wurde im Rahmen
des komplexen Umbaus des Hauptstaatsar-
chivgebäudes zuerst errichtet. Er wurde im
Mai 2008 fertiggestellt und nach dem Um-
zug des Archivs im August 2008 auch feier-
lich übergeben. Einige Bereiche wurden, um
die für die Sanierung des historischen Ma-
gazingebäudes erforderliche Baufreiheit zu
schaffen, als Interimslager genutzt. Die übri-
gen Unterlagen wurden bis zur Fertigstellung
des Altbaus in das früher von der Landes-
und Universitätsbibliothek genutzte Gebäude
an der Marienallee übernommen.
Um die bauteilbedingte Feuchte des Neu-
baus in Grenzen zu halten, wurden viele Fer-
tig- und Halbfertigteile verwendet. Trotz der
hohen Verkehrslast von 8,5 kN/m² in den Ar-
chivräumen durch die verdichtete Lagerung
der Archivalien in den Rollregalen konnten
Stahlbeton-Fertigteildecken mit vorgespann-
ten TT-Platten eingesetzt werden. Durch die
Vorspannung ergaben sich relativ geringe
Konstruktionshöhen. Eine nur 12 cm star-
ke, schlaff bewehrte Aufbetonschicht sichert
die Querverteilung der Lasten sowie die Aus-
steifung des Bauwerks durch die Scheiben-
wirkung der insgesamt nur 30 cm (im Rip-
penbereich 50 cm) dicken Decken. Die Rip-
pen werden dabei in die Außen-, Kern- und
raumteilenden Flügelwände aufgelagert. Die
tragenden Außenwände der Obergeschosse
sowie die tragenden Innenwände des gesam-
ten Gebäudes sind ebenfalls Halbfertigteile.
Sie bestehen aus vorgefertigten Stahlbeton-
schalen, die vor Ort nur noch mit Beton aus-
gefüllt wurden. Lediglich die Außenwände
der Untergeschosse (einschließlich des Ver-
bindungsganges) wurden als „weiße Wanne“
aus wasserundurchlässigem Ortbeton ausge-
führt. Daher hatten die Archivräume bereits
bei der Übergabe des Magazinneubaus ein
stabiles und für die Lagerung der Archivalien
optimales Klima. Seitdem bietet das Gebäude
nicht nur neue Depotflächen an, sondern er-
möglicht durch die verbesserte bauliche Aus-
stattung auch eine effektivere und qualitativ
bessere Archivarbeit.

image
Magazinraum im 1.Obergeschoss
mit Deckeninstallation der Heizungs-
und Lüftungstechnik sowie Beleuchtung

image
| 27
Neubau
Gebäude im Passivhausstandard werden
seit 1990 gebaut. Ursprünglich entwickelt
als Wohngebäudestandard werden nun zu-
nehmend auch Nichtwohngebäude als Pas-
sivhäuser errichtet. Mit dem Erweiterungs-
neubau für das Hauptstaatsarchiv Dresden
wollte der Staatsbetrieb Immobilien- und
Baumanagement das erste Gebäude für eine
staatliche Einrichtung im Freistaat Sachsen
im Passivhausstandard errichten und initiier-
te das „Pilotprojekt Passivhaus“.
Passivhäuser zeichnen sich durch eine ho-
he Energieeffizienz aus, die durch gute Wär-
medämmung und eine Lüftungsanlage mit
Wärmerückgewinnung erreicht wird. Nach
der Definition des Passivhaus-Institut Darm-
stadt (PHI) muss ein Passivhaus folgende
Kriterien erfüllen: Jahreswärmebedarf ≤ 15
kWh / (m²a), Luftdichtigkeit n50 ≤ 0,60 / h
und Primärenergiebedarf für die Summe al-
ler installierten elektrischen Geräte und der
Warmwasserbereitung ≤ 120 kWh / (m²a).
Die Passivhauskriterien zielen darauf ab, dass
bei Betrieb einer Lüftungsanlage mit dem er-
forderlichen Luftwechsel der Wärmebedarf
des Gebäudes durch Vorwärmung der Zuluft
gedeckt werden kann. Auf eine konventionel-
le Heizungsanlage kann dadurch verzichtet
werden.
Bereits mit Auslobung des Realisierungs-
wettbewerbes wurde in der Aufgabenstel-
lung die Umsetzung des Passivhausstandards
festgeschrieben und die Vorlage eines ener-
getischen Konzeptes sowie die Betrachtung
des Einsatzes alternativer Anlagentechniken
und regenerativer Energien gefordert. Damit
hatte die Erfüllung des Passivhausstandards
nicht wenig Einfluss auf den Gebäudeent-
wurf. Schweger Associated Architects GmbH,
Hamburg haben mit ihrem Gebäudeentwurf
in idealer Weise die Aufgabe erfüllt.
Die Umsetzung des Passivhausstandards
wurde weiterhin durch die vom Nutzer be-
nannten Anforderungen an das Gebäude und
die sich daraus ergebenden bautechnischen
Lösungen beeinflusst. Das Sächsische Staats-
archiv wünschte ein Gebäude mit maxima-
len Deckentraglasten und Speichervermö-
Der Erweiterungsneubau
im Passivhausstandard
Anja Ullrich
gen für das Archivgut, die Einhaltung eines
ganzjährigen stabilen Klimas mit Tempera-
tur von 18 °C (saisonale Schwankung +4/-2
°C) und Luftfeuchtigkeit von 50 % (saisonale
Schwankung +5/-10 % bei zeitlicher Begren-
zung auf 1 /24 h) und den Schutz des Archiv-
gutes vor Lichteinstrahlung. Mit Umsetzung
dieser Forderungen im Gebäudeentwurf, die
sich in der massiven und geschlossenen Ge-
bäudekubatur und durch den Einsatz einer
Lüftungsanlage widerspiegeln, wurde die
Umsetzung der Passivhauskriterien bereits
positiv beeinflusst. Das Archivgebäude war
für die Errichtung als Passivhaus bestens
geeignet. Im Gegensatz zum Wohngebäude
spielt allerdings der dort gewünschte Wär-
megewinn durch die Sonneneinstrahlung in
der Heizperiode für das Archivgebäude kei-
ne Rolle. Für die gewünschten gleichbleiben-
den vergleichsweise niedrigen Temperaturen
ist die Verringerung des Kühlbedarfs durch
Minimierung der Sonneneinstrahlung ent-
scheidender.
Auf Grundlage der Anforderungen an das In-
nenklima, der Vorplanung zum Gebäude und
zu den Technischen Anlagen wurden anhand
einer bauklimatischen dynamischen Simula-
tion die klimatischen Verhältnisse in den Ma-
gazinen untersucht und ein Klimakonzept
entwickelt sowie Ansprüche an die Bauteil-
konstruktion abgeleitet. Ziel war es, durch
geeignete Baukonstruktion günstige Voraus-
setzungen für die Erreichung des geforderten
Raumklimas zu schaffen. Das Klimakonzept
beruht auf folgenden Maßnahmen:
z
weitestgehend geschlossene Gebäudehül-
le zur Minimierung des Wärmeeintrags
durch Sonnenstrahlung und zur Redukti-
on von Transmissionswärmeverlusten,
z
Bauteilkonstruktionen mit gutem
Speichervermögen,
z
Vermeidung von Wärmeübertragung,
z
energetisch günstige Gebäudehülle,
z
mechanische Lüftung mit geringem
Luftwechsel,
z
Begrenzung der inneren Wärme-
und Feuchtelasten.
Verlegung der Dämmung unterhalb
der Bodenplatte, die Baugrubensohle
liegt 10 Meter unter Straßenniveau.

image
28 |
In der Planung des Gebäudes wurden diese
Maßnahmen dann wie folgt umgesetzt:
z
Reduktion auf minimale Fassaden-
öffnungen,
z
tiefe Einbindung ins Erdreich,
z
massive Bauweise der Decken und Wände
mit hoher Luftdichtigkeit,
z
Minimierung der Wärmebrücken und
thermische Entkopplung ungedämmter
Außenbauteile,
z
allseitige Dämmung der Gebäude-
außenwände,
z
hinterlüftete vorgehängte Ziegelfassade
und
z
Kastenfenster mit 2- und 3–Scheiben-
Isolierverglasung.
Für die mechanische Lüftung mit gerin-
gem Luftwechsel und für die Begrenzung
der inneren Wärme- und Feuchtelasten sind
der Mensch und die Nutzung des Gebäudes
durch ihn eine entscheidende Größe. Bedingt
durch die Aufgabe des Archivs Archivgut zu
bewahren erfolgt in den Magazinräumen ei-
ne sehr geringe Nutzungsfrequenz. Die Luft-
wechselrate konnte deshalb bis weit unter-
halb des hygienischen Luftwechsels reduziert
werden. Die Betriebsstunden für die Beleuch-
tung sind sehr gering.
Der Nachweis des Passivhausstandards wur-
de gemeinsam mit der Passivhaus Dienst-
leistung GmbH erbracht. Dazu wurden die
Anforderungen des PHI an Wohngebäude
durch weitere Kriterien für die Berechnung
des Primärenergiebedarfs und durch zusätz-
liche Nachweise ergänzt, wie z. B. Wärme-
bereitstellungsgrad und Energiebedarf der
Lüftungsanlage, Energiebedarf für Befeuch-
tung und Kühlung. Außerdem mussten alle
nutzerspezifischen Einrichtungen, wie Gerä-
te und Einrichtungen für die Restaurierungs-
werkstatt und deren Nutzungszeiten zur Be-
rechnung des Energiebedarfs angegeben
werden.
Durch Simulationsrechungen zur Dimensio-
nierung der wärmeschutztechnischen Maß-
nahmen mit dem Passivhaus-Projektierungs-
Paket (PHPP) konnte z. B. die Wärmedäm-
mung der Außenwände angepasst werden
und liegt mit 240 mm Dicke im üblichen Be-
reich. Durch die Passivhaus Dienstleistung
GmbH wurde das Zertifikat „qualitätsgeprüf-
tes Passivhaus“ ausgestellt und bestätigt,
dass das Gebäude folgende Anforderungen
erfüllt:
z
Heizwärmebedarf (Energiekennwert
Heizwärme) 13 kWh/m2a,
z
Luftdichtheit (n50-Wert) gem. 0,1h-1,
z
Primärenergiebedarf 26 kWh/m2a.
Die Beheizung des Gebäudes erfolgt über
Fernwärme, die durch einen Kraft-Wärme-
Kopplungsprozess mit einem Primärener-
giefaktor von 0,1 (das entspricht einer CO2-
äquivalenten Emission von 44,3 g/kWh)
erzeugt wird. Mit Grundwasser, das über
drehzahlgeregelte Pumpen aus Entnahme-
brunnen auf dem Grundstück gefördert und
über einen Trennwärmetauscher geführt
wird, wird der gesamte Kühlbedarf abge-
deckt. Das Grundwasser wird anschließend
über Infiltrationsbrunen wieder zurückge-
führt.
Bis zu den zu beheizenden bzw. zu kühlen-
den Bereichen ist eine geschlossene Pum-
penanlage im 4-Leiternetz ausgeführt. In-
nerhalb dieser Bereiche erfolgt die Verteilung
im 2-Rohrsystem. Dadurch ist im Gebäude
in unterschiedlich exponierten Räumen Hei-
Technikzentrale im 1. Untergeschoss des Magazinneubaus

image
image
| 29
Neubau
zen oder Kühlen gleichzeitig möglich. Wärme
und Kälte werden in den Archiven durch Um-
luftkonvektoren an die Raumluft übergeben.
Der Betrieb erfolgt mit variablen Wassermen-
gen und drehzahlgeregelten Pumpen.
Für den Bereich der Magazine und der Werk-
stätten wurden zwei getrennte Anlagen zur
Teilklimatisierung errichtet. Hierbei werden
die Funktionen: Lüften mit einem Frisch-
luftwechsel von 0,2 h-1 (Magazine), 1,0 h-1
(Werkstätten), sowie Be- und Entfeuchten
sichergestellt. Zur Befeuchtung wird ein be-
sonders
energieeffizienter
Kaltdampfbe-
feuchter eingesetzt. Die Anlage für die Ma-
gazine verfügt über eine hocheffiziente Wär-
me- und Feuchterückgewinnung mittels
Rotationswärmetauscher (> 70 % Feuchte-
rückgewinnung, > 80 % Wärmerückgewin-
nung). Die Lüftungsanlage im Bereich der
Werkstätten (Erdgeschoss) wird als rekupe-
rative Anlage mit Doppelplattenwärmetau-
scher ausgeführt, da durch die Anbindung
der Werkstätten und Sanitäranlagen keine
Leckströme zwischen Zu- und Abluft auftre-
ten dürfen.
In den Magazinen wird die Zuluft über Weit-
wurfdüsen verteilt. Die Magazinräume sind je
Etage klimatisch miteinander gekoppelt. Nur
im Brandfalle schließen Türen.
Ein 300 Liter Warmwasserspeicher wird über
den vorhandenen Fernwärmeanschluss be-
füllt. Hieraus werden die Werkstattbereiche
im Erdgeschoss versorgt.
Zur Steuerung und Regelung aller techni-
schen Anlagen wurde eine mit einem Mik-
roprozessor ausgestattete DirectDigitalCon-
trol-Anlage (DDC) mit GLT-Leitrechner und
Fernüberwachung installiert. Dabei sind spe-
zifische Grenz- und Sollwertvorgaben zum
Raumklima bereits voreingestellt. Mit die-
ser Gebäudeleittechnik (GLT) ist es aber auch
möglich, die Auswirkungen des Raumklimas
im Archiv auf das Mikroklima des Archivgu-
tes zu betrachten. Dazu sind je Magazinraum
ein kombinierter Feuchte- und Temperatur-
messwertgeber sowie zusätzlich je Etage
zwei weitere in Messkartons installiert. Die
gemessenen Werte werden in einer Daten-
bank langfristig gespeichert.
In den Magazinräumen wird der Energiebe-
darf für die Beleuchtung minimiert, indem im
Bereich der Fahrregalanlagen einzelne Berei-
che über Lichtschranken zu- und nach einer
definierten Zeit wieder abgeschaltet werden.
Auf dem Dach des Neubaus befindet sich ei-
ne Photovoltaikanlage mit einer installierten
Leistung von 29 kWp. Mit dieser Anlage wur-
de im ersten Abrechnungszeitraum ein Ertrag
von 27.500 kWh erreicht.
Durch ein stetiges Monitoring der Messda-
ten werden Optimierungen vorgenommen,
die die konservatorische Qualität des Archivs
erhöhen und gleichzeitig den Energiebedarf
senken. Als Ergebnis des Monitorings konn-
ten bereits Optimierungen an der Anlage, z. B.
zur Verringerung des Fördervolumens der
Grundwasserpumpen oder zur Anpassung
der Regelparameter in einem engeren Tole-
ranzbereich ausgeführt werden. Der ermittel-
te Wärmemengenbedarf entspricht dem nach
PHPP berechneten Heizwärmebedarf.
Seit Nutzungsbeginn des Neubaus konnten
die vom Sächsischen Staatsarchiv geforder-
ten Klimawerte zur Aufbewahrung des Ar-
chivgutes eingehalten werden. Kurzzeitige
Abweichungen wurden durch die Gebäude-
leittechnik erfasst und die Ursachen konnten
durch das Monitoring ermittelt und beseitigt
werden. Für Bauherr und Nutzer des Hauses
haben sich damit die Ansprüche an den Neu-
bau gleichermaßen erfüllt.
Fassadenschnitt: Vorsatzschale aus Klinker,
Luftraum, Dämmung, Stahlbetonaußenwand
Die Fassade während der Bauphase
Photovoltaikanlage auf dem
Dach des Magazinneubaus

image
image
image
30 |
Neubau
Was lagert alles in einem Archiv? Die Vielfalt
der Informationsträger ist umfangreicher, als
im Allgemeinen bekannt. Den größten An-
teil bilden natürlich Akten in gebundener
oder ungebundener Form. Aber auch Urkun-
den, Karten, Zeichnungen, Pläne, Risse, Fotos,
Glasplatten, Filme und DVDs sind Bestand-
teil des Archivgutes. Darüber hinaus müs-
sen auch dreidimensionale Gegenstände wie
Gemälde, Säbel, Büsten, Medaillen, Münzen
und Siegelstempel verwahrt werden. Für je-
des Stück eine maßgeschneiderte Aufbewah-
rung zu finden ist schwierig und sollte auch
nicht angestrebt werden. Es müssen vielmehr
Lösungen gesucht werden, die effektiv und
auch kostengünstig sind. Deshalb ist die Aus-
wahl der verwendeten Regalanlage beson-
ders wichtig.
Das Magazin als Herzstück des Archivs
Die Regalanlagen und ihr Inhalt sind das
Herzstück eines Archivs. Mit dem Neubau
und dem Altbau verfügt das Hauptstaats-
archiv jetzt über zwei Herzen. Das eine Herz
Die maßgeschneiderten
Archivregale
Bernd Scheperski
schlägt erst seit wenigen Jahren. Das ande-
re ist bereits fast hundert Jahre alt und wur-
de gerade ertüchtigt. Beide Magazingebäude
sind mit einer Hauptschlagader verbunden,
dem unterirdischen Verbindungsgang.
Im Magazinaltbau befindet sich eine fast
hundert Jahre alte Regalausstattung, die da-
mals die Firma August Blödner in Gotha lie-
ferte. Diese Standregale sind mit fünf über-
einanderliegenden Reihen von Aktenfächern
im Folioformat (26,6 cm Breite, 45cm Höhe
und 37,5 cm Tiefe) ausgestattet, die auch als
Locate bezeichnet werden. Die drei mittleren
Fachböden können dabei in einem Raster von
5 cm verschoben werden. Um ein Zusam-
menrutschen der lose im Regal übereinander
liegenden Akten zu verhindern sind die ein-
zelnen Fächer durch 6 mm starke Eisenstäbe
getrennt. Das ganze Gebäude war bei seiner
Erbauung für die Ausstattung mit 110.500
dieser Fächer ausgelegt.
Für die Aufbewahrung der Urkunden wur-
den damals drei Säle mit speziellen Schrän-
ken ausgestattet. Jeder Schrank enthielt zwei
Unten: Die historischen Metallregale
im Magazinaltbau werden auch nach dem
Umbau weiter genutzt.
Unten rechts: Rollregalanlage zur Aufbewahrung
von Karten im Magazinneubau
Urkundenschränke im Magazinaltbau
vor dem Umbau

image
| 31
Reihen von je fünf Holzkästen, in denen die
in Papierumschlägen verpackten Originalur-
kunden in chronologischer Folge lagerten.
Die Karten wurden in dem der Öffentlichkeit
nicht zugänglichen 6,50 m hohen Kartensaal
im 6. Obergeschoss aufbewahrt. Dort befin-
den sich 36 Kartenschränke, die in drei groß-
zügigen Tischen integriert sind. Auch der da-
rüber liegende schlichtere 3,50 m hohe Wap-
pensaal beherbergte später einen Teil der
Bibliothek.
Um das neue Nutzungskonzept für den Ma-
gazinaltbau umsetzen zu können, waren um-
fangreiche Veränderungen in der Struktur des
Gebäudes notwendig. Die beiden Magazin-
etagen (und damit auch die ehemaligen Ur-
kundensäle) in den Sockelgeschossen wurden
zum neuen Öffentlichkeitsbereich. Trotzdem
konnte ein Urkundenschrank für nachfol-
gende Generationen erhalten und an einem
anderen Standort wieder eingebaut werden.
Die durch den Wegfall von zwei Geschossen
verlorene Lagerungskapazität konnte durch
optimierte Regalanordnungen im Neubau
kompensiert werden. Die Magazine des Alt-
baus erhielten bei der Sanierung die gleichen
klimatischen Bedingungen wie der Neubau.
Die vorhandenen grünen Metallregale blie-
ben im Wesentlichen erhalten. Da die Akten
nicht mehr lose in ein Regal gelegt werden,
sondern jetzt in Archivkartons verpackt sind,
ist eine Unterteilung in einzelne Fächer nicht
mehr notwendig. Aus diesem Grund konnten
die Trennstäbe zwischen den Fächern her-
ausgenommen werden. Die Regale im Ma-
gazinaltbau ähneln den Anlagen im Neubau.
Auch hier hat jedes Fach nun eine Fachnum-
mer, die pro Saal nur einmal vergeben wird.
Das Magazin im Neubau
Das jüngere Herz des Archivs schlägt im
Neubau. Im Erdgeschoss ist der wichtige Be-
reich der Archivgutübernahme angeordnet.
Diese unterteilt sich in Anlieferung, Grob-
reinigung und Vorordnung. Erst wenn hier
die Bearbeitung abgeschlossen ist, gelangen
die Archivalien in das Magazin. In den ande-
ren Etagen gruppieren sich um einen mittig
angeordneten Kern jeweils vier Magazinsä-
le. Die Verkehrswege dieser Räume sind mit
einer Breite von 2,00 m so ausgelegt, dass
auch eine Befahrung mit Palettenhubwagen
problemlos möglich ist. Durch eine professi-
onelle Regalplanung mit Rollregalen wird auf
der vorhandenen Fläche eine maximale Men-
ge von Archivgut gelagert. Die Regale haben
mit einer Höhe von 2,20 m eine gute Bedien-
barkeit. Da das Archivgut komplett karto-
niert ist, erhielten die Regale keine Vorsatz-
wände. Diese kommen nur für die ebenfalls
im Neubau untergebrachte Dienstbibliothek
zum Einsatz. Auf die Verwendung von Kar-
tenschränken konnte verzichtet werden, da
das Regalsystem für überformatiges Archiv-
gut wie die großen Kartenmappen besonders
breite Module mit gekoppelten Rollregalen
anbot.
Für die Lagerung der Siegel boten sich nur an
der Wand stehende, feste Regale an, da die
Siegel vor Erschütterungen bewahrt werden
sollen. Diese speziellen Regale lassen sich
mit Türen verschließen und haben daher ei-
nen schrankähnlichen Charakter. Sie sind mit
zusätzlichen Dämpfern ausgerüstet, um ein
für die „Siegelschränke“ erschütterungsfreies
Zusammenfahren der Rollregale zu ermögli-
chen. Gemeinsam mit den Fachplanern und
der Firma wurden spezielle Kunststoffscha-
len für die Siegel entwickelt, die durch ein
flexibles Verstellraster individuell der Siegel-
größe angepasst werden können. Durch diese
Kunststoffschalen wird eine mögliche Kon-
taktkorrosion zwischen den Siegeln und dem
Metallauszug vermieden.
Bei einer sehr dichten Lagerung ist es be-
sonders wichtig, dass der Lagerungsort der
Akten exakt nachgewiesen wird. Dazu muss
jedes Fach mit einer Fachnummer zu lokali-
sieren sein. Der Lagerungsnachweis besteht
daher aus folgenden Angaben: Gebäude, Ge-
schossnummer, Saalnummer und Fachnum-
mer. Die Lagerungssystematik orientiert sich
am Format sowie an der ID-Nr. (Bestandssig-
natur) des Bestandes. Da der Altbau nur über
Regale für Akten im Folioformat verfügt,
werden dort auch alle Bestände in diesem
Format gelagert. Die zukünftigen Aktenüber-
nahmen werden akzessorisch eingelagert.
Baumaßnahme und Fertigstellung
Für die Sanierung mussten etwa 30.000 lau-
fende Meter Archivgut und 300.000 Karten
aus dem Altbau in den Neubau umgelagert
werden, zur Interims- oder auch endgültigen
Lagerung. Unverzichtbare Voraussetzung da-
für war die Verpackung des gesamten Archiv-
gutes in Kartons und Kartenmappen. Dieser
Arbeitsprozess erstreckte sich über mehrere
Jahre. Die Baumaßnahmen forderten von den
Benutzern und Mitarbeitern ein hohes Maß
an Flexibilität. Nach Abschluss der Sanie-
rungsarbeiten erfolgt der Rückzug eines gro-
ßen Teils der Bestände in den Magazinaltbau.
Als nächster Schritt werden die Depots auf-
gelöst und das gesamte Archivgut in Dresden
am Standort Archivstraße zusammengeführt.
Insgesamt kann das Hauptstaatsarchiv nach
den Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen
jetzt etwa 54.000 laufende Meter Akten und
über 920.000 Karten aufnehmen.
Individuell anpassbare Einsätze gewährleisten eine optimale Aufbewahrung der Siegel in den „Siegelschränken“.

image
32 |
Altbauten
Magazinbau und Verwaltungsgebäude prä-
sentieren sich bereits seit ihrer Errichtung als
gestalterisch völlig unterschiedliche Baukör-
per. Während der Magazinbau mit Materiali-
tät und Tragwerk durchaus moderne Akzente
setzt, gibt sich der ehemalige Verwaltungs-
bau betont repräsentativ. Der Umbau der bei-
den Gebäude nimmt diese gestalterischen
Unterschiede durch die neuen Nutzungen
auf. In den beiden unteren Etagen der kla-
ren schnörkellosen Skelett-Struktur des Ma-
gazins werden moderne mit allen erforderli-
chen Medien ausgestattete Arbeitsplätze für
die Benutzer in völlig neu gestalteten Lese-
und Arbeitsbereichen entstehen. Der bereits
bei seiner Errichtung durch zahlreiche bau-
Die Altbauten – Umbau und Sanierung
Tanja Scheffler
neuer Haupteingang entstehen. Im neu ge-
schaffenen, zweigeschossigen Foyer werden
mobile Ausstellungsvitrinen den Besucher
über die Arbeit des Sächsischen Staatsarchivs
sowie die Geschichte des Hauses informie-
ren. In dem sich seitlich daran anschließen-
den Galerieraum, der direkt vom Eingangs-
foyer oder auch über das Atrium betreten
werden kann, werden sich die Garderoben-
schränke sowie ein Aufenthaltsbereich mit
Sitzgruppen und Kaffeeautomat befinden.
Der Innenhof des Magazingebäudes wird
durch eine neue Überdachung zum Atri-
um und damit zum neuen Mittelpunkt so-
wie zentralem Verteiler des öffentlichen Be-
reiches des Archivs. Eine eingestellte Stahl-
Glas-Konstruktion in Quader-Form nimmt
gleichzeitig Info-Theke, Archivgutausgabe
und Lesesaalaufsicht auf. Hier melden sich
die Benutzer an und erhalten dann das ge-
wünschte Archivgut. Im Quader stehen zwei
Computerarbeitsplätze für die Archivmitar-
beiter zur Verfügung, von dort erfolgt auch
die kamera-unterstützte Aufsicht über die
Lesesäle, sowie die Steuerung der techni-
schen Anlagen der Freihandbereiche. Der kli-
matisch weitestgehend geschlossene Quader
ist als „Haus im Haus“ konzipiert und wird
bereits vom Eingang aus zum sichtbaren An-
ziehungspunkt des Öffentlichkeitsbereichs.
Transparente Wände sowie eine opake Dach-
verglasung geben dem mit Holz verkleideten
Sockel der Stahl-Konstruktion eine luftige
Erscheinung.
Der fünfeckige Lichthof des Magazinbaus
wurde oberhalb der Traufe mit einer flach
gewölbten
Stahl-Glas-Konstruktion
über-
dacht. Diese besteht aus einem umlaufenden
Randträger mit weiteren kreuzweise dazwi-
schen angeordneten Hohlkastenprofilen so-
wie dreieckigen Isolierglasscheiben (die zu
Reinigungszwecken sogar betretbar sind). Die
Lasten dieser neuen Konstruktion werden da-
plastische Elemente wie die Pfeilervorlagen
mit den Löwenpaaren oder die dramatische
Eingangshalle prachtvoll gestaltete Verwal-
tungsbau wird gezielt für vielfältige reprä-
sentative Veranstaltungen im Rahmen der
politisch-historischen
Bildungsarbeit
um-
und ausgebaut.
Der Magazinbau
Mit dem Umbau des Archivs wird ein völlig
neuer, auf den früheren St. Privat- und zu-
künftigen Archivplatz ausgerichteter, groß-
zügiger Eingangsbereich geschaffen. Dafür
wird in der imposantesten, gegenüber dem
restlichen Gebäude um zwei Stockwerke er-
höhten Hauptfassade zur Albertstraße ein
Archivraum mit historischen Regalanlagen
im Magazinaltbau nach der Sanierung
und vor der Rückkehr der Archivalien

image
| 33
bei direkt in die Außenwände bzw. in die in
den Wänden integrierten Stahlbetonstützen
abgeleitet, an der zur Albertstraße orientier-
ten Seite in die massive Stahlbeton-Rahmen-
konstruktion des Kartensaals.
Über das Atrium sind auch die das Foyer
flankierenden zweigeschossigen, mit Galeri-
en ausgestatten Lesebereiche erreichbar. Hier
werden insgesamt 90 neue Benutzerarbeits-
plätze zur Einsichtnahme in die Archivalien
eingerichtet. Um den individuellen Anforde-
rungen der Nutzer gerecht zu werden, wird
eine Vielzahl von verschiedenen Arbeitsplatz-
formen von offenen Lesebereichen (mit ein-
fachen Leseplätzen mit Arbeitstisch, Arbeits-
stuhl und Leselampe) bis hin zu geschlosse-
nen Arbeitskabinen angeboten. Ein spezieller
Filmlesesaal ist mit Film- und Fiche-Lesege-
räten, aber auch Arbeitsplätzen zur Benut-
zung weiterer audiovisueller Medien ausge-
stattet. Alle Arbeitsplätze in den Lesesälen
sind mit Elektro- und EDV-Anschlüssen ver-
sehen, diese werden über Bodenkanäle und
Tischbein an den fest mit der Decke verbun-
denen Tischen verteilt.
Das Untergeschoss, aber auch die über dem
1. Obergeschoss liegenden Archivetagen
werden weiterhin als Depot genutzt. Der re-
präsentative Kartensaal im 7. Obergeschoss
behält seine historische Nutzung. Dadurch
konnte die wertvolle, durch die Hellerauer
Werkstätten angefertigte Innenraumgestal-
tung mit umlaufenden Eichenholzvertäfelun-
gen und dahinter liegenden, unterschiedlich
großen Einbauschränken zur Aufbewahrung
von Karten und Plänen erhalten bleiben.
Die historischen Fassaden der beiden Gebäu-
de wurden bei der Sanierung lediglich ge-
reinigt, Fenster und Kupferblechteile aufge-
arbeitet, Putz- und Steinelemente teilweise
ergänzt. In den Öffentlichkeitsbereichen im
Erdgeschoss und 1. Obergeschoss wurde zu-
sätzlich eine zweite Fensterebene eingebaut.
Das Verwaltungsgebäude
Das behutsam und denkmalgerecht sanierte
Verwaltungsgebäude wird in Zukunft sowohl
die Direktion sowie die Abteilungen 1 (Zen-
Durch die neue Glasdachkonstruktion
erhält der historische Magazinbau
ein zentrales Atrium.
trale Aufgaben, Grundsatz) und 2 (Haupt-
staatsarchiv) des Sächsischen Staatsarchivs
mit ihren Verwaltungs- und Arbeitsbereichen
aufnehmen. Neu und mit besseren räumli-
chen Möglichkeiten wurde der Bereich der
historisch-politischen
Bildungsarbeit
un-
tergebracht. Die im Hochparterre gelegenen
historischen Lesesäle werden für fachspezi-
fische Vortrags- und Fortbildungsveranstal-
tungen genutzt. Dies bietet die Möglichkeit,
die hervorragenden bauzeitlichen Innen-
raumgestaltungen zu erhalten und auch wei-
terhin in einem angemessenen Rahmen ein-
drucksvoll zu präsentieren.
Der große historische Lesesaal wird zum Vor-
trags- und Ausstellungssaal umgenutzt und
dafür mit einer Wechselbestuhlung für bis
zu 100 Personen sowie bei Bedarf auch mit
mobilen Vitrinen ausgestattet. Die von der
Firma Utluft & Hartmann aus Dresden an-
gefertigten historischen Holzeinbauten, wie
die Wandvertäfelungen, aber auch die mit
reicher Eichenholzschnitzerei ausgeführte
Kassettendecke, die in den mittleren Feldern

image
34 |
nach Vorlagen des Bildhauers Scheiber ge-
staltete Wappen der früheren wettinischen
Territorien zeigt, konnten alle erhalten wer-
den. Um trotzdem vielfältige Nutzungen zu
ermöglichen wurde eine neue mit Boden-
tanks versehene Fußbodenkonstruktion ein-
gebaut.
Der bisherige technische Lesesaal wurde als
reiner Ausstellungssaal mit festen Vitrinen
ausgestattet. Lichtschienen an den Unterzü-
gen sorgen zusammen mit einzelnen Punkt-
strahlern für eine individuell einstellbare
Beleuchtung. Auch hier wurden die histori-
schen Einbauten und Konstruktionen ledig-
lich aufgearbeitet, die originalen Eichenfens-
ter innen mit einer neuen Isolierverglasung
sowie einem per Hand zu bedienendem Son-
nenschutz versehen. Weitere historische In-
terieurs wie der ehemalige Anmeldebereich
mit Garderobe blieben ebenfalls erhalten, in
den Sanitärbereichen konnte sogar eine bau-
zeitliche Lichtdecke wieder zum Vorschein
gebracht werden. Zur behindertengerechten
Erschließung wurde im rückwärtigen Flurbe-
reich eine Aufzugsanlage eingebaut.
Die seitlich vorgelagerte, bislang als Haupt-
eingang dienende Eingangshalle wurde ge-
reinigt und aufgearbeitet. Sie wird in Zu-
kunft als separates Entree für Ausstellungen
und Veranstaltungen genutzt werden. In den
Obergeschossen des Verwaltungsbaus befan-
den sich früher Dienstzimmer und Werkstät-
ten, sie wurden bei der Sanierung mit mo-
dernen Arbeitsbedingungen für Direktion und
Verwaltung des Archivs ausgestattet. Damit
fügt sich diese teilweise auch neue Nutzung
harmonisch in das von Anfang an für reprä-
sentative Zwecke geplante Bauwerk ein.
Die Fassade des Gebäudes wurde bei der Sa-
nierung lediglich gereinigt und an einigen
kleineren schadhaften Stellen aufgearbeitet.
Sie präsentiert sich damit wieder im bau-
zeitlichen Erscheinungsbild mit rhythmisch
die Fassade gliedernden Pilastern sowie je
nach Etage in der Größe leicht variierenden
Fenstern. Die fünf mittleren Fensterachsen
des 1. Obergeschosses deuten durch Wap-
penschmuck der früheren wettinischen Ter-
ritorien in den Brüstungsfeldern sowie ver-
kröpfte Fensterverdachungen auch weiter-
hin auf die dahinterliegende Archivdirektion.
Das durch eine Dachkante optisch abgesetzte
3. Obergeschoss fällt dagegen durch zwi-
schen den Fenstern angeordnete Reliefplat-
ten mit floralen Schmuckelementen auf. Das
hohe Walmdach wurde im Zuge der Bau-
maßnahmen neu eingedeckt und gedämmt.
Aufgrund der umfangreichen, noch im Archiv
vorhandenen Bauunterlagen konnten dafür
die ursprünglichen Konstruktionen und Ma-
terialien ermittelt werden. Daher erfolgte die
Eindeckung des Turmaufbaus und der Kuppel
über dem repräsentativen Treppenhaus wie-
der als Kupferbedachung.
Das ehemalige Heizhaus
Zum denkmalgeschützten Ensemble des Ar-
chivs gehört auch ein kleines ehemaliges
Heizhaus im Innenhof, das zusammen mit
Magazin-
und
Verwaltungsbau
errichtet
wurde. Es versorgte damals nicht nur das Ar-
chiv mit Wärme, sondern auch zwei benach-
barte Bauten, die damalige Staatsbauschu-
le sowie das Amtsgericht. Auch bei der ak-
tuellen Umbaumaßnahme wurde das kleine
Gebäude erhalten. Es dient jetzt der zentra-
len Unterbringung der für alle drei Gebäude
notwendigen technischen Anlagen, wie der
Löschwasseranlage und dem Netzersatzag-
gregat. Lediglich der Schornstein der ehema-
ligen Gasheizung wurde abgebrochen.
Die neue interne Struktur des Archivbaus
Durch die komplexen Baumaßnahmen an den
historischen Gebäuden erhält das Haupt-
staatsarchiv nicht nur den heutigen Anforde-
rungen an die Archivnutzung entsprechen-
de Arbeitsplätze für die Benutzer. Die beim
Umbau des Ensembles realisierte klare bau-
liche Zusammenfassung der Funktionsberei-
che – Öffentlichkeits- und Freihandbereich
im Magazinaltbau, Bildungsveranstaltungen
und Administration im Verwaltungsbau, Ar-
chivalienübernahme und Lagerung im Neu-
bau – gewährleistet auch den sachgerechten,
wirtschaftlichen und effizienten Betrieb des
Archivs.
Neu gestaltete Arbeitsplätze auf einer Galerie im Lesebereich des Magazinaltbaus

image
image
| 35
Altbauten
Die trotz der vielfältigen Nutzungen und
unterschiedlichen Baukörper klare neue Er-
schließungsstruktur des Ensembles erweist
sich als große Stärke des Umbaus. Der neue
Eingang des Gebäudes ist durch die optisch
dominierende historische Fassade bereits von
weitem zu erkennen. Daran schließen sich
Foyer und das als Verteiler wirkende Atrium
an. Die Besucher und Nutzer gelangen un-
weigerlich an die im „Haus im Haus“ sitzende
zentrale Auskunft. Die Erschließung der Fort-
bildungsbereiche über eine neue Treppen-
anlage läßt einen kontrollierten Zutritt zum
Verwaltungsbau zu. Der separate Abendein-
gang ermöglicht auch von der regulären Ar-
chivarbeit unabhängige Veranstaltungen mit
feierlichem Ambiente.
Das markante historische Gebäudeensemb-
le des Staatsarchivs betonte vor knapp 100
Jahren
die
wissenschaftliche
Bedeutung
der Archivarbeit und seine zunehmende Ak-
zeptanz in der Gesellschaft. Die neue inne-
re Struktur des Gebäudes zeigt nicht nur die
zahlreichen hinzugekommenen Archivaufga-
ben im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, sie
befreit das Hauptstaatsarchivgebäude auch
aus seinem Schattendasein in der Seitenstra-
ße und bildet mit dem neuen Haupteingang
ein Tor zur Neustadt.
Bauarbeiten im historischen Lesesaal
Innenansicht des repräsentativ
gestalteten Eingangspavillons
des Verwaltungsgebäudes

image
36 |
Altbauten
Bei Beginn der Baumaßnahmen präsentier-
ten sich die beiden historischen Gebäude
des Hauptstaatsarchivs als düstere, herme-
tisch abgeschlossen wirkende Baukörper. Die
Fassaden waren im Laufe der Zeit stark ver-
schmutzt und dunkel geworden, an einigen
Stellen in der Nähe von defekten Regenrin-
nen und Fallrohren durch Versinterung je-
doch sehr hell. Das ursprüngliche Erschei-
nungsbild und die originale Farbigkeit der
Fassaden waren nicht mehr zu erkennen.
Deshalb wurde vom Staatsbetrieb Sächsi-
sches Immobilien- und Baumanagement ei-
ne Bauzustandsanalyse der Putzfassaden in
Auftrag gegeben, die gesicherte Erkenntnisse
zu den vorhandenen Baustoffen und Schä-
den, aber auch Vorschläge zur Sanierung lie-
fern sollte.
Die Wiederentdeckung der Farbigkeit
Trotz der stilistisch unterschiedlichen Gestal-
tung sind die Außenfassaden von Magazin-
und Verwaltungsbau in Materialität und ur-
sprünglicher Farbigkeit vergleichbar. Bei der
restauratorischen Untersuchung kam zum
Vorschein, dass zum äußeren Erscheinungs-
bild der beiden Gebäude auch ein präzise
durchkomponiertes Farbkonzept für die Fas-
saden gehörte, mit einem Sockel aus dunk-
lem blaugrauem Lausitzer Granit, Schmuck-
elementen (Portale, Fenstergewände und
-brüstungsfelder) aus Postaer Sandstein so-
wie hellen, blaugrauen Putzflächen im Fassa-
denbereich und ockerfarbenen oberhalb der
Traufe. Diese Farbigkeit wurde bei der Errich-
tung der Gebäude nur durch die Eigenfarbig-
keit der verwendeten Baustoffe erreicht.
Die Putzflächen wurden dabei als „Steinputz“
ausgeführt, einem Kunststein mit hohem Ze-
mentanteil und betonähnlicher Konsistenz,
der flächig auf das Mauerwerk oder andere
Putzträger aufgetragen und nach der Erhär-
tung steinmetzmäßig bearbeitet wird, um
Naturstein nachzuahmen. Mit dieser Tech-
nik lassen sich ganz unterschiedliche Ober-
flächenstrukturen und Farbnuancen erzielen.
Diese werden entscheidend beeinflusst von
den Korngrößen der Zuschlagstoffe, färben-
Die Fassadensanierung
der historischen Gebäude
Tanja Scheffler
den Zusätzen wie Erdpigmenten oder farbi-
gen Steinmehlen sowie der anschließenden
Oberflächenbearbeitung, die erst die spezi-
fische Eigenfarbigkeit des Putzes herausar-
beitet. Beide Steinputze, der blaugraue und
auch der beige, waren zweilagig ausgeführt
und später überarbeitet worden, im Fassa-
denbereich mit sehr feinen, über der Trau-
fe mit deutlich breiteren Scharrierfurchen.
Je nach Lichteinfall und Witterungsverhält-
nissen ergeben sich dabei unterschiedliche
Farbschattierungen.
Steinputz ist ein sehr langlebiges Materi-
al. Die mehr als 90 Jahre alten Putzflächen
erwiesen sich bei der Untersuchung als un-
gewöhnlich hart und widerstandsfähig, sie
waren aber auch mit sehr feinen material-
bedingten Schwundrissen durchzogen. Die
eingedrungene Feuchte hatte in einigen Be-
reichen der Fassade zur Ablösung der Putz-
schichten sowie starken Hohllagen geführt.
Außerdem hatte sich die farbliche Erschei-
nung der Steinputze durch Auswaschungen,
Sinterkrusten und Verschmutzungen sehr
verändert.
Die Sanierung der Außenfassaden
Da die Steinputze ein wesentlicher Bestand-
teil der durch Jugendstil und Reformarchi-
tektur
beeinflussten
Fassadengestaltung
waren sollten sie im Rahmen der Sanie-
rungsmaßnahmen auch erhalten werden. Sie
wurden daher nur schonend gesäubert so-
wie an einigen schadhaften Stellen ergänzt.
Bereits während der Reinigung der Fassaden
kam ihre Eigenfarbigkeit wieder zum Vor-
schein.
Kleinere Hohllagen wurden durch Injektio-
nen mit einer Spezialemulsion aufgefüllt und
wieder an der Fassade fixiert. Um die stark
hohl liegenden Bereiche durch in Farbe und
Struktur vergleichbare neue Steinputze er-
setzen zu können, wurden die vorhandenen
Putzschichten auf ihre Inhaltsstoffe unter-
sucht. Die blaugraue Farbe der Fassaden und
Pilaster wurde dabei durch schwarzes Stein-
mehl, grünlich-grauen Muschelkalk und die
Eigenfarbigkeit des Portlandzements erreicht,
Stark verschmutzte Hoffassade
des Magazinaltbaus
vor der Sanierung

image
image
| 37
die beige Tönung der Gesimsteile, Gaupen
und Wandflächen im Dachbereich dagegen
durch gelbes Steinmehl, hellgelbe bis hell-
graue Kalksteinzuschläge sowie Weißzement.
Die Restaurierung der schadhaften Stellen
mit unauffälligen Auswechslungen in der-
selben traditionellen, mittlerweile jedoch na-
hezu vergessenen Technik erwies sich trotz-
dem als sehr schwierig. Denn dazu muss-
te eine Putzmischung gefunden werden, die
zwar die Bestandteile des alten Putzes, aber
auch die durch die langjährige Verwitterung
veränderte Farbgebung aufnimmt. Erst durch
eine ganze Reihe von Musterflächen wurden
die endgültigen Rezepturen gefunden. Dar-
aufhin konnten präzise geschnittene Berei-
che erneuert und die erhabenen Ergänzungs-
flächen nach ausreichender Erhärtung mit
dem Scharriereisen wieder an die vorhande-
ne Oberflächenstruktur angepasst werden.
Bei der restauratorischen Untersu-
chung wurde auch die originale Far-
bigkeit weiterer Bauteile geklärt.
Die älteste Farbfassung der Stahl-
und Holzfenster sowie der Türen
der äußeren Fassaden war ein
an patiniertes Kupfer erinnern-
des Chromoxidgrün. Die Stahl-
fenster des Magazinbaus zum
Lichthof waren dagegen in ei-
nem hellen Grau gestrichen,
die Gitter und Geländer
ursprünglich Graphit-
schwarz. Diese Farb-
fassungen wurden bei
der Sanierung der Gebäude alle wieder reali-
siert. Harmonisch ergänzt werden sie durch
die patinierten und bei der Sanierung ledig-
lich
gereinigten
Kupferschmuckelemente
zwischen den vertikalen Stahlfensterbändern.
Der Lichthof des Magazinbaus
Der pentagonale Lichthof des Magazinalt-
baus hat einen völlig anderen, eher an in-
nerstädtische Wohn- und Gewerbehöfe er-
innernden Charakter. Daher war er auch Ge-
genstand einer eigenen restauratorischen
Untersuchung. Darauf aufbauend wurden die
aus weißen und dunkelgrünen Hartbrand-
klinkern bestehenden Fassadenflächen che-
misch gereinigt, kleinere Hohllagen minera-
lisch hinterfüllt, Abplatzungen und andere
Schadstellen an den Klinkern mit Ersatzmas-
sen und -steinen ergänzt. Die größten Schä-
den wiesen die in einem hellgrauen Stein-
putz ausgeführten Gesimse auf. Durch
die stärkere Bewitterung sowie Rost-
sprengungen an den Bewehrungen
war es hier zu zahlreichen Rissen und
Abschalungen gekommen. Nach Kor-
rosionsschutzarbeiten an den Armie-
rungen wurden diese Steinputzflä-
chen jedoch ebenfalls saniert.
Vom Löwentor zu den
„schwarzen Panthern“
Es ist ein natürlicher Prozess,
dass Bauwerke und auch
ihre bauplastischen Ele-
mente im Laufe der Zeit
Patina ansetzen. Nicht alle Veränderungen
lassen sich bei einer Restaurierung subs-
tanzschonend wieder rückgängig machen.
Der beim alten Hauptstaatsarchivgebäude
an zahlreichen Stellen eingesetzte Postaer
Sandstein ist zwar sehr fest, dunkelt durch
Witterungseinflüsse und mikrobielle Begleit-
prozesse jedoch bis zur Schwarzfärbung
nach. Dabei verändert sich die Struktur sei-
ner oberflächlichen Gesteinsschicht.
Bei der Reinigung von Sandstein entsteht
daher immer ein Spagat zwischen dem denk-
malpflegerischen Ziel, viel der authentischen
Original-Bausubstanz zu erhalten und dem
Wunsch nach einen weitestgehend „origina-
len Erscheinungsbild“. Besonders augenfällig
wird dies beim repräsentativen, vom Bild-
hauer Rudolf Born gestalteten „Löwentor“.
Denn die beiden Löwen, die den zwischen
den historischen Bauten des Archivs liegen-
den Hofeingang flankieren, waren im Laufe
der Zeit bereits zu „schwarzen Panthern“ (so
der interne Spitzname der Archivmitarbei-
ter) mutiert. Eine Entfernung der dunklen, für
den Sandstein charakteristischen Patina wä-
re aber nur mit Substanzverlust möglich ge-
wesen. Dies hätte auch den unwiederbring-
lichen Verlust der künstlerischen Feingestal-
tung der Plastiken bedeutet. Daher wurden
beim Löwentor und anderen baukünstleri-
schen Elementen lediglich eine Säuberung
des
Natursteins
im
Heißdampfverfahren
durchgeführt. Damit wurde eine gute Balan-
ce zwischen sensibler Reinigung und Wah-
rung des patinierten Zustandes gefunden.
„Löwentor“ zwischen Magazin- und Verwaltungsbau, nach der Sanierung sind Material- und Farbkonzept der historischen Gebäude wieder erlebbar.

image
image
38 |
Altbauten
Das 1915 errichtete historische Magazin-
gebäude des Archivs beeindruckt bis heute
durch seine klare und überaus filigrane in-
nere Skelettkonstruktion. Dafür wurden bei
der Planung nicht nur die Grundriss-Struk-
tur, sondern durch den Ingenieur Benno Lö-
ser (1878–1944) auch das statische System
sowie die konstruktiven Elemente speziell auf
die Lagerung von schwerem Archivgut zuge-
schnitten. Die Tragstruktur besteht im We-
sentlichen aus Eisenbeton und wurde durch
das Bauunternehmen Kell & Löser realisiert.
Da die Lasten der statisch günstig platzier-
ten Archivregale gezielt über Unterzüge und
Stützen ableitet werden konnte eine äußerst
effektive und materialsparende Dimensionie-
rung der Bauteile erfolgen.
Der Eisenbetonbau befand sich während der
Planungs- und Bauphase des Magazins noch
am Anfang seiner Entwicklung. Viele Kon-
struktionen wurden damals durch Versuchs-
reihen entwickelt. Löser war jedoch in der La-
ge, Eisenbeton-Bauteile präzise zu bemessen.
Sein 1910 erschienenes „Hilfsbuch“ machte
erste statische Berechnungen im Eisenbeton-
Die Eisenbetonkonstruktion
des Magazinaltbaus
Tanja Scheffler
bau möglich. Mit der Tabakfabrik „Yenidze“
hatte er auch bereits einen der ersten Eisen-
beton-Skelettbauten Europas konstruiert. An
diese Erfahrungen knüpfte er bei den Trag-
konstruktionen für das Hauptstaatsarchiv er-
folgreich an.
Konstruktive Details
Das Magazingebäude hat eine klare Struk-
tur mit elf übereinander liegenden, nahezu
identischen Archivetagen (ein Untergeschoss,
acht Regel- sowie zwei voll ausgebaute Man-
sardgeschosse). In diesen sind jeweils fünf
Archivsäle rund um den Lichthof angeordnet.
Anhand von Testreihen zur effektiven Lage-
rung des Archivgutes wurden im Rahmen
der Bauplanung spezielle Metallregale entwi-
ckelt. Diese wurden dann von der auf Stahl-
schränke spezialisierten Schlosserei August
Blödner in Gotha geliefert. Die Regale stehen
bewusst zwischen den Stützen und damit
auch über den Unterzügen, so dass die Las-
ten direkt abgeleitet werden können. Durch
diese einfache, aber auch wirkungsvolle
Maßnahme waren minimale Konstruktions-
Rohbauarbeiten: Zur Schaffung der zweigeschossigen Lesebereiche mit Galerie
wurden Deckenfelder und Teile der Unterzüge entfernt.
Grundriss Magazin-Regel-
geschoss mit Stützenraster
und dazwischen
angeordneten Regalen

image
| 39
Altbauten
höhen möglich und ein im Verhältnis zu den
hohen Lasten durch die Nutzung sehr gerin-
ges Eigengewicht des Gebäudes.
Die Etagenhöhe orientierte sich an einer für
die Mitarbeiter günstigen Regalhöhe und be-
trägt meist nur 2,28 m unter den Unterzügen
sowie 2,50 m als lichte Raumhöhe unter den
Deckenfeldern. Da das Magazin bislang als
interner Bereich des Archivs nicht öffentlich
zugänglich war, wurden bei der Planung für
die großzügigen Gangbereiche zwischen den
Regalen auch nur sehr geringe Lastannah-
men von 200 kg/m² (2–3 Archivmitarbeiter)
angenommen. Dadurch konnten die Decken
extrem dünn bemessen und in einer Stärke
von nur 8–9 cm ausgeführt werden.
Das Magazingebäude steht unter Denkmal-
schutz. Eine Erhöhung der Archivkapazität
durch eine vom Stützenraster unabhängige,
effektivere Anordnung der Regale oder gar
die Installation von Rollregalen unter Beibe-
haltung der filigranen vorhandenen Tragkon-
struktion ist aus statischen Gründen nicht
möglich.
Der Umbau
Der Entwurf zum Umbau des Magazins sah
eine veränderte Nutzung der beiden Sockel-
geschosse des Altbaus vor. Hier sollte ein
neuer Öffentlichkeitsbereich mit Freihand-
magazinen und Lesesälen geschaffen wer-
den. Diese sind jedoch mit höheren Last-
annahmen von 500 kg/m² verbunden. Die-
se Lasten sind dabei vor allem auch flächig
über die Decke verteilt und nicht wie bisher
weitestgehend auf den Unterzügen. Beson-
ders problematisch erschien dabei aufgrund
des neuen Fußbodenaufbaus mit Estrich und
Granitplatten das voraussichtlich stark fre-
quentierte neue Foyer. Erste Befürchtungen
gingen von konstruktiv sehr aufwendigen
Deckenverstärkungen aus.
Als wahrer „Schatz“ entwickelten sich die im
Hauptstaatsarchiv noch vorhandenen Bau-
unterlagen des Gebäudes. Anhand der alten
Pläne und statischen Berechnungen war es
möglich, die komplexen statischen Syste-
me nachzuvollziehen. Durch Bauteilversuche
Für das neue zweigeschossige
Eingangsfoyer wurden die Decke
entfernt und neue durchgehende
Stützen eingebaut.
wurde dann die Tragfähigkeit der Geschoss-
decken genauer untersucht. Dazu wurde vor
Ort am bestehenden Gebäude zusammen mit
dem Otto-Mohr-Laboratorium der TU Dres-
den das gesamte Deckenfeld eines Saales
probebelastet. Es wurden im Bestand Pres-
sen eingesetzt und der Druck auf die De-
cke schrittweise erhöht. Parallel dazu wurde
unterhalb der Decke die Durchbiegung ge-
messen. Durch die Interaktion von Lastein-
wirkung und Messung der Formänderung
konnte auf die Tragfähigkeit der vorhande-
nen Decken geschlossen werden. Durch die
schrittweise Erhöhung der Last bis zu der
durch die neue Nutzung vorgegebenen Höhe
konnte nachgewiesen werden, dass die De-
ckenbereiche auch dafür ausgelegt sind. Da-
durch konnte auf die bereits parallel geplan-
te Deckenverstärkung verzichtet werden.
Eingriffe in das statische System
Um trotz der niedrigen Deckenhöhen Lesesä-
le mit großzügiger Atmosphäre zu schaffen
wurden zweigeschossige Lesebereiche mit

image
image
40 |
Galerien eingerichtet. Dafür wurden Teile der
Decken zwischen Erdgeschoss und 1. Ober-
geschoss geöffnet und die darunterliegen-
den Unterzüge am Ende der Vouten gekürzt.
Die neuen Regale und Schubladenschränke
dieses Freihandbereichs wurden wieder zwi-
schen den Stützen platziert. Zur Sicherung
der gleichmäßigen Lastverteilung wurden
auch die Tische der Lesebereiche fest auf den
Decken installiert.
Für das neue repräsentative Foyer wurde die
komplette Decke des zur Albertstraße aus-
gerichteten Magazinsaals herausgenommen.
Dadurch ergaben sich freistehende Stützen
mit mittigem Gelenk. Da ihre Bewehrung
nicht durchlief, mussten sie ersetzt werden.
Um die acht darüber liegenden Vollgeschos-
se abzufangen wurde eine temporäre Stahl-
konstruktion eingebaut. Die Stützen wurden
dann einzeln ausgetauscht und nacheinan-
der unter Beobachtung der Verformung des
Bauwerks durch Stahlverbundstützen mit
doppelter Stützenhöhe ersetzt. Bei den an
den Außenfassaden und am Atrium liegen-
den Stützen ging die Bewehrung durch. Da-
her konnten sie erhalten bleiben. Zum Schutz
vor seitlichem Ausknicken wurden sie jedoch
mit dünnen Edelstahlankern am Mauerwerk
fixiert.
Neben den Decken wurde auch die Tragfä-
higkeit der Stützen experimentell untersucht.
Dafür wurden die auf Grund der Umbau-
maßnahmen entfallenen Stützen im Labor
bis zum Bruch belastet. Dadurch konnte die
maximale Tragfähigkeit der Stützen nachge-
wiesen werden. Diese und weitere Bauteilun-
tersuchungen zeigten jedoch nicht nur, dass
die Stützen auch die deutlich höheren Lasten
durch das neue Atriumdach sowie den neuen
Öffentlichkeitsbereich bewältigen. Sie zeig-
ten auch, dass der beim Magazinbau einge-
setzte Eisenbeton bereits sowohl technisch,
als auch von der Bemessung der Bauteile her,
das Niveau eines Stahlbetons hatte.
Die Kassettendecke des Kartensaals
Neben dem überaus wirtschaftlichen Trag-
werk der Magazinbereiche überzeugen auch
Probebelastung einer vorhandenen Decke zur Ermittlung der Tragfähigkeit
Zeitgenössischer Querschnitt
durch den Magazinbau mit
zweigeschossigem Kartensaal

image
image
image
| 41
die aufwendigen stützenfreien Deckenkonst-
ruktionen der repräsentativen Sondersäle. Zu
den gestalterisch interessantesten Konstruk-
tionen gehört die über gut 12 m spannende
Kassettendecke des 6,50 m hohen zur Albert-
straße ausgerichteten Kartensaals im 7. Ge-
schoss (dem 6. OG) des Gebäudes.
Löser entwickelte dafür eine spektakulä-
re biegesteife Rahmenkonstruktion aus Ei-
senbeton, die aus gestalterischen Gründen
durch dazwischenliegende Kassettenelemen-
te strukturiert wird. Die Grundform dieser
Decke wurde Vorort gegossen. Durch einen
(mit dem Steinputz vergleichbaren) Vorsatz-
beton sowie die anschließende steinmetz-
mäßige Nachbearbeitung entstand eine viel-
schichtig profilierte Decke mit traditionellem
Ambiente. Dadurch bildet sie trotz des Ma-
terialkontrasts einen harmonischen oberen
Abschluss für die aufwändig aus Holz gefer-
tigte Wand- und Innenraumgestaltung des
Saals.
Die Innenausstattung des zweigeschossigen Kartensaals wurde erhalten.
Konstruktive Ausbildung der Kassettendecke,
Baustellenfoto und zeitgenössische Detailzeichnung

image
42 |
Altbauten
Die Energetische Sanierung
des Magazinaltbaus
Anja Ullrich
Archive unterscheiden nicht zwischen wert-
vollem und weniger wertvollem Archivgut.
Deswegen bestand für die Sanierung des Ma-
gazinaltbaus die Aufgabe, die hohen Anfor-
derungen an ein stabiles Klima, die bereits im
Neubau umgesetzt wurden, nun auch im Ma-
gazinaltbau zu erreichen. Neben dem Schutz
vor Lichteinstrahlung musste nun also auch
hier das geforderte stabile Klima mit einer
Temperatur von 18 °C (saisonale Schwan-
kung +4/-2 °C) und einer Luftfeuchtigkeit
von 50 % (saisonale Schwankung +5/-10 %)
geschaffen werden. Im Gegensatz zum kom-
pakten und geschlossenem Neubau waren
die Voraussetzungen dafür beim Magazinalt-
bau weniger gut. Der Magazinaltbau besitzt
eine Außenfassade mit großflächigen Fens-
teröffnungen. Auch die im Innenhof liegen-
den Fassaden bestehen zum größten Teil aus
Fensterflächen.
Mit Überdachung des Innenhofes wurde ei-
ne erste und entscheidende Maßnahme zur
energetischen Verbesserung des Gebäudes
durchgeführt. Das Verhältnis von Gebäude-
volumen zu Gebäudeaußenfläche wird we-
sentlich verbessert und der Wärmeverlust
über die Hoffassade verringert. Die Überda-
chung ist mit Sonnenschutzglas ausgerüs-
tet, so dass die für das Archivgut schädliche
Lichteinstrahlung verhindert und der Wär-
meeintrag verringert wird. Durch das Auf-
setzen des „Deckels“ wurden die Hoffassaden
Fenster zum Lichthof vor der Sanierung,
die Doppelfenster-Konstruktion wurde erhalten.

image
| 43
nun zu innenliegenden Fassaden und konn-
ten in der originalen Bausubstanz erhalten
werden. Die Stahlfenster wurden nur aufge-
arbeitet und aus Brand- und Arbeitsschutz-
gründen neu mit Sicherheitsglas ausge-
stattet.
Die weiteren Maßnahmen betrafen die Ver-
besserung der Wärmedämmung der Außen-
fassaden. Eine Außenwanddämmung der
unter Denkmalschutz stehenden Fassaden
war natürlich ausgeschlossen. Auch der Ver-
schluss der Fenster hätte das Erscheinungs-
bild der Fassade gravierend verändert. Die
Anordnung einer Innendämmung wurde
verworfen, da sich der Verlust der Speicher-
masse der Außenwand, die durch die Innen-
dämmung vom Raum thermisch abgetrennt
worden wäre, nachteilig auf Stabilität des
Klimas auswirkt. Außerdem werden durch ei-
ne Innenwanddämmung die Feuchteverhält-
nisse in der Wand verändert. Der Wasserge-
halt unter der Außenoberfläche steigt, da die
Trocknung nach innen fehlt. Weil das mitt-
lere Temperaturniveau der Wand sinkt wird
auch die Trocknung nach außen verzögert.
Dadurch steigt das Schadensrisiko bei Frost.
Dieses Risiko einer schleichenden Zerstörung
der historischen Bausubstanz war inakzep-
tabel.
Der Einbau einer kapillaraktiven und als Spei-
chermasse wirksamen Innendämmung, wie
z. B. aus Kalksandstein war dagegen aus sta-
tischen Gründen nicht möglich.
Klimasimulationen während der Planungs-
phase zeigten, dass durch den Verschluss der
Fenster der Außenfassade in der Raumebene
bereits erhebliche energetische Verbesserun-
gen erreicht werden können. Daher wurden
die Fenster in allen Magazinregelgeschos-
sen mit gedämmten Aluminiumpaneelen
als Pfosten-Riegel-Konstruktion geschlos-
sen. Zur Hinterlüftung des Fensterzwischen-
raums wurden Lüftungsschlitze in die Stahl-
bzw. Holzfenster eingearbeitet. Die Ebene der
Schlagregendichtigkeit wurde dadurch in die
Ebene des Dämmelementes verlagert. Damit
musste die Konstruktion der Dämmelemente
und deren Anschlüsse in der Qualität einer
Außenfassade hergestellt werden. Zusätz-
lich wurden die Leibungen der Fensterzwi-
schenräume umlaufend gedämmt sowie die
Verglasung in der vorhandenen Qualität er-
neuert.
Die Klimasimulation zeigte aber auch, dass
bei längeren Frostperioden auf der Innen-
seite der ausgekühlten Außenwand (die kri-
tische Oberflächentemperatur auf der Raum-
seite liegt bereits bei Temperaturen unterhalb
von 8 °C) auf Grund der verhältnismäßig
hohen Luftfeuchtigkeit im Archivraum Kon-
denswasser entsteht. Dieses Kondenswasser
führt zu Schimmelpilzbefall. Das muss in Ar-
chiven verhindert werden.
Einbau der Dämmebene auf der Rauminnenseite der Fenster der Außenfassaden
Weitergehende CFD-Strömungssimulationen
(Computational Fluid Dynamics) an einem
Raummodell entsprechend der vorhande-
nen baulichen Situation, ermöglichten dann
differenzierte Aussagen zur Temperatur-
verteilung in der Wand, auf der Wand und
im Raum. Als kritische Bauteile mit Tempe-
raturen unter 8 °C wurden Bereiche im So-
ckel, im Sturz, neben den Fensterflächen und
in Eckbereichen ermittelt. Zur Verhinderung
der Kondensationsfeuchte in diesen Berei-
chen wurden Heizdrähte in Schleifen auf der
Raumseite unter Putz verlegt. Unterstützt
wird diese Temperierung der Wand durch
Umluftkonvektoren, die in Richtung Wand

image
image
44 |
Altbauten
blasen. Trotz entgegengesetzter Ausblasrich-
tung wurde per Simulation eine ausreichende
Durchmischung der Raumluft nachgewiesen.
Für alle außerhalb der Regelgeschosse lie-
genden Magazine mussten weitere auf die
besondere konstruktive Situation angepasste
Konzepte gefunden. So sollte der Kartensaal
in seiner repräsentativen Gestaltung erhalten
werden. Die Fenster wurden daher nicht mit
Dämmelementen verschlossen, sondern mit
einer zweiten Fensterebene aus Eichenholz-
fenstern mit Isolierverglasung ergänzt. Die
bauzeitliche Holzverkleidung isoliert die Fas-
sade vom Raum und verhindert einen Aus-
tausch der Warmluft zwischen Wand und
Raum. Die Gefahr der Kondensatbildung auf
der Wandoberfläche bestand auch hier. Im
Kartensaal wurden daher Umluftkonvektoren
hinter der vorhandenen Heizkörperverklei-
dung installiert. Durch freie Konvektion über
vorhandene oder neu geschaffene Öffnun-
gen innerhalb der Wand- und Heizkörper-
verkleidung, sowie den Säulenverkleidungen
und Kabinetten wird nun ein Luftaustausch
erreicht. Durch die Strömungssimulation am
exakten Raummodel wurden auch hier als
kritische Bereiche der Kondenswasserbildung
die Betonsockel, die Stürze und die Flächen
seitlich des Fensterrahmens ermittelt. Des-
halb wurden auch hier zusätzlich Heizdrähte
unter Putz installiert. In den Dachgeschossen
wurde an den Dachschrägen eine Innendäm-
mung bzw. eine Dämmung auf der Dachebe-
ne eingebaut. Die Fenster wurden ebenfalls
mit Dämmelementen verschlossen.
In den Öffentlichkeitsbereichen weichen die
Klimaanforderungen deutlich von den Anfor-
derungen in den Archivräumen ab. Hier sind
die für Büroräume üblichen Temperaturen
ab 20 °C (bis maximal 26 °C im Sommer) er-
wünscht. Auch hier wurde die Außenfassade
durch den Einbau einer zweiten Fensterebene
mit Isolierverglasung ertüchtigt. Das Heizen
oder Kühlen erfolgt über Kapillarrohrmatten,
die in die Decke integriert sind. Zuluft- und
Abluftöffnungen sind in den Wandflächen
untergebracht. Um eine Beeinflussung des
Klimas der darüber und darunter liegenden
Strömungssimulation: Beispiel für die Verlegung eines Heizdrahtes an der
Fassade des Kartensaals, spezifische Leistung des Heizdrahtes 10 W/m.
Die kritische Wandtemperatur liegt unterhalb von 8 °C
(grün-blaue Färbung).
Archivraum (Ecksaal) nach Fertigstellung der Dämmebene,
die Fenster sind vollständig verschlossen,
Umluftkonvektor wurde an der Decke installiert.

image
image
| 45
Altbauten
Archivebenen zu verhindern, wurden Fuß-
boden und Decke der Öffentlichkeitsbereiche
zusätzlich gedämmt.
Das Atrium wird als Verkehrsfläche lediglich
über eine Fußbodenheizung temperiert. Der
Quader mit Lesesaalaufsicht und Archivgut-
ausgaube wird dagegen klimatisch wie ein
Arbeitsraum behandelt und ist deswegen als
„Haus in Haus“-Konstruktion ausgeführt. In
den Treppenhäusern, Fluren und „Eckstuben“,
die nicht als Archiv genutzt werden, werden
bei langen Frostperioden kritische Wandtem-
peraturen durch eine Erhöhung der Raum-
temperatur verhindert.
Heizen, Kühlen, Lüftung und Gebäudeleit-
technik erfolgen mit der gleichen techni-
schen Ausstattung, wie sie schon im Neubau
zum Einsatz kam. Zur Abdeckung von Spit-
zenlasten im Sommer wurde zusätzlich eine
Kompressionskältemaschine installiert. Die
Ansteuerung der Fassadenheizung erfolgt
über Taupunktwächter, damit diese erst frei-
gegeben wird, wenn Temperatur und Ober-
flächenfeuchtigkeit die bauphysikalisch kriti-
schen Werte erreichen.
Auch im Magazinaltbau kommt die Vier-Lei-
ter-Technik zum Einsatz. Dadurch können in
dem großen Gebäude unterschiedlich vom
Außenklima beeinflusste Räumen gleichzei-
tig geheizt oder gekühlt werden. Der Magazi-
naltbau besitzt eigene Technikzentralen. Da-
her können Neubau und Altbau unabhängig
voneinander betrieben werden.
Seit langem entsprachen die klimatischen Be-
dingungen im Altbau nicht mehr den konser-
vatorischen Anforderungen des Hauptstaats-
archivs. Seit dem Abschluss der Baumaßnah-
men wird das Archivgut endlich angemessen
geschützt und auch für die Zukunft bewahrt.
Fenster eines Archivraums an der Lichthoffassade, rechts vor und links nach der Sanierung, die historischen Fenster wurden erhalten
Fassadenschnitt durch die Außenfassade:
Einbau einer zweiten Fassadenebene auf
der Rauminnenseite (Dämmpaneel)

image
46 |
Brandschutz
Gebäude müssen im Allgemeinen so beschaf-
fen sein, dass der Entstehung eines Brandes
und der Ausbreitung von Feuer vorgebeugt
wird sowie die Rettung von Personen und
die Durchführung von Löscharbeiten möglich
sind. Dazu sind in der Sächsischen Bauord-
nung (SächsBO) und in weiteren Rechtsvor-
schriften grundlegende Anforderungen an
den baulichen Brandschutz festgelegt. Für
Archivgebäude sind keine speziellen Brand-
schutzanforderungen benannt, jedoch ist die
erhebliche Brandlast des Archivgutes in die
Betrachtungen einzubeziehen.
Zusätzlich zum Brandschutz war im Falle des
Hauptstaatsarchivgebäudes auch der Sach-
schutz zu betrachten, da in den Magazinräu-
men unwiederbringliche Kulturgüter lagern.
Neben der Berücksichtigung der Sächsischen
Bauordnung erfolgte die Erarbeitung des
Brandschutzkonzeptes auch unter Beachtung
des Sachschutzes, für den im Archivgesetz
für den Freistaat Sachsen (SächsArchivG)
und in der DIN ISO 11799 weitergehende
Forderungen zum Schutz des Archivgutes vor
Schäden oder Vernichtung benannt werden.
Genügt es entsprechend Sächsischer Bau-
ordnung die geforderten Rettungswege und
Brandwiderstände der Bauteile umzuset-
zen, so empfiehlt jedoch die DIN ISO 11799
zusätzlich den Einsatz von automatischen
Löschanlagen.
Beim Einsatz von Löschanlagen können zu-
sätzlich zum Brand durch das Löschmittel
weitere Schäden am Archivgut entstehen. Ist
keine Löschanlage vorhanden, wird das Ar-
chivgut durch die Rettungsaktion der Feu-
erwehr, die mit hohem Wassereinsatz löscht,
nachträglich geschädigt. Beides kann durch
den Einsatz von Löschanlagen, die keine Fol-
geschäden nach sich ziehen, wie Gaslösch-
anlagen oder Anlagen mit permanenter Sau-
erstoffreduzierung vermieden werden. Diese
sind jedoch mit sehr hohen Investitionskos-
ten und auch dauerhaft hohen Bewirtschaf-
tungskosten verbunden. Als wirtschaftlich
tragbare und den Wasserschaden am Ar-
chivgut minimierende Löschanlage wur-
de eine Hochdruck-Wassernebellöschanlage
Der Brandschutz in den Magazinräumen
Anja Ullrich
als geeignet ermittelt. Deren Wirkungswei-
se besteht in der Verminderung der Wärme-
strahlung durch die Kühlwirkung des Was-
sernebels und in der Verdrängung der mit
Sauerstoff angereicherten Luft durch den
entstehenden Wasserdampf. Damit ist die
Löschanlage in der Lage, eine Brandausbrei-
tung zu verhindern und den Brand zu kon-
trollieren.
Diesen ständigen Konflikt zwischen der Um-
setzung der Anforderungen nach Sächsischer
Bauordnung, dem Sachschutz des Archivgu-
tes und der Wirtschaftlichkeit der Baumaß-
nahme galt es im Planungsprozess erfolg-
reich zu lösen.
Erweiterungsneubau
und
Magazinaltbau
werden nach §2 Absatz3 SächsBO in die Ge-
bäudeklasse 5 eingestuft. Der Magazinaltbau
Die historischen Stahltüren im Magazinaltbau zur Abtrennung der Magazine
konnten durch Nachrüstung mit umlaufenden Dichtungen erhalten werden.

image
feuerbeständiges Bauteil bzw.
Treppenraumwände „in der
Bauart einer Brandwand“
Verbundsicherheitsglas
feuerhemmende und
selbstschließende Tür
neue Türen T30
alte Türen nach Brandschutz-
konzept
rauchdichte, feuerhemmende
und selbstschließende Tür
rauchdichte, feuerbeständige
und selbstschließende Tür
notwendige Treppe
Atrium
Wandhydrant – Hochdruck
Fenster zur Rauchableitung
| 47
ist nach §2 Absatz 4 Nr. 1 und 2 aufgrund sei-
ner Gebäudehöhe zusätzlich als Sonderbau
(Hochhaus) zu bewerten. Wegen fehlender
spezieller Sonderbaurichtlinien erfolgte die
Bewertung des Magazinaltbaus risikoorien-
tiert. Alle drei Gebäude des Archivkomplexes
– Magazinaltbau, Verwaltungsgebäude und
Magazinneubau – sind separate Brandab-
schnitte. Sie sind zwar durch Verbindungs-
bauten miteinander gekoppelt, aber durch
feuerbeständige Schleusen brandschutztech-
nisch voneinander getrennt.
Der Magazinaltbau
Der Magazinaltbau besitzt identische Ma-
gazingeschosse. Diese sind durch feuerbe-
ständige raumabschließende Bauteile unter-
einander getrennt und in fünf brandschutz-
technisch abgeschlossene Einheiten von max.
200 m² Größe unterteilt. Diese Brandsektio-
nen gruppieren sich um ein Atrium.
Die Eisenbetonkonstruktion des Magazinalt-
baus entspricht jedoch nicht den heutigen
DIN-Anforderungen. Die Bauteile haben un-
zureichende Brandwiderstände. Diese liegen
nach gutachterlicher Einschätzung bei 46
Minuten für die Deckenplatten und bei 75
Minuten für die Stützen und Unterzüge. Nur
die tragenden Wände erreichen den erfor-
derlichen Brandwiderstand von 90 Minuten.
Eine Verstärkung der konstruktiven Bauteile
zur Erhöhung des Feuerwiderstandes war aus
statischen Gründen ausgeschlossen. Da die
Standsicherheit des Gebäudes im Brandfalle
damit nicht gegeben war wurde als Kompen-
sationsmaßnahme zur Umsetzung des bau-
lichen Brandschutzes die Installation einer
flächendeckenden Lösch- und einer Brand-
meldeanlage erforderlich. Um eine Fehlaus-
lösung der eingebauten Hochdruck-Wasser-
nebellöschanlage zu vermeiden, erfolgt die
Ansteuerung der Anlage über Brandmelder
und über lokale Temperaturelemente direkt
an den Düsenköpfen.
Risikoerhöhend wirkt sich die durch die
Überdachung des Innenhofes entstande-
ne
Atriumsbauweise
aus,
risikominimie-
rend dagegen die ausreichend vorhandenen
Brandschutzplan
Magazinregelgeschoss
im Magazinaltbau
Stahlbetontreppe zwischen den Magazineinheiten im Magazinaltbau
zur Sicherung des Rettungsweges

image
48 |
Brandschutz
baulichen ersten und zweiten Rettungswege,
die aus den Magazin- und Öffentlichkeits-
bereichen über vier notwendige Treppenräu-
me den Zugang ins Freie sicherstellen. Da
durch die Löschanlage ein Brandüberschlag
zwischen den Brandsektionen und über die
Fassade verhindert wird konnten weitere
Ausnahmen und Befreiungen bei der Um-
setzung des baulichen Brandschutzes durch
den Brandschutzgutachter bestätigt wer-
den. Dadurch konnte mehr originale Bau-
substanz erhalten bleiben. So wurden die
vorhandenen massiven Stahltüren, die keine
nachweisbare Klassifizierung besitzen, mit
umlaufenden Dichtungen in der Bauart von
Feuer- und Rauchschutztüren ertüchtigt. Die
neuen Brandschutztüren entsprechen den
vollen Anforderungen. Auch alle an das At-
rium angrenzenden Fenster konnten erhalten
werden, sie wurden aber mit Sicherheitsglas
ausgerüstet. Die Baywindows an den Stra-
ßenfassaden konnten ebenfalls im Original-
zustand erhalten werden, wurden aber aus
klimatischen und wärmetechnischen Grün-
den innen mit Dämmelementen verschlos-
sen. Diese wurden aus nichtbrennbaren Bau-
stoffen ohne klassifizierten Feuerwiderstand
ausgeführt.
Die Entrauchung der Magazinbereiche erfolgt
über das Atrium und das darüber liegen-
de Glasdach. Diese Stahl-Glas-Konstruktion
konnte ohne Feuerwiderstand ausgeführt
werden, obwohl sich darunter Rettungswe-
ge befinden. Denn die Tragkonstruktion be-
hält auch im Brandfalle ihre Standsicherheit,
da im Erdgeschoss des Atriums nur geringe
Brandlasten vorhanden sind und die daran
angrenzenden Räume mit einer Brandlast in
allen Geschossen mit Löschanlagen ausge-
stattet sind. Den Raumabschluss zum Atri-
um bilden die Festverglasung der Eisenfens-
ter sowie dicht- und selbstschließende Türen.
Austretende Brandtemperaturen liegen somit
unterhalb der Versagenstemperatur der Kon-
struktion und werden zudem über die Rauch-
und Wärmeabzugsanlage ins Freie geführt.
Der Erweiterungsneubau
Der Erweiterungsneubau wurde in massiver
Stahlbetonbauweise errichtet. Alle Bauteile
erfüllen die Anforderungen an den baulichen
Brandschutz. Die identischen Geschossebe-
nen der Magazinbereiche sind vergleichbar
zum Magazinaltbau in vier Brandsektionen
mit einer Grundfläche von max. 220 m² un-
terteilt. Diese Räume sind durch selbständig
schließende
Brandschutztüren
voneinan-
der abgetrennt. Das zentrale, innen liegende
Treppenhaus ist als Rettungsweg für die Ar-
chivbereiche ausreichend, da sich dort keine
Aufenthaltsbereiche befinden. In den Unter-
geschossen gibt es für den Löschangriff der
Feuerwehr einen zweiten Treppenraum. Das
Erdgeschoss ist in zwei Brandsektionen un-
tergliedert und mit jeweils zwei Rettungswe-
gen ausgestattet. Die Entrauchung erfolgt in
jeder Etage, entweder über die Fassade, das
Dach oder über Lichtschächte.
Der Einsatz einer Hochdruck-Wassernebel-
löschanlage ist für die sehr dicht mit Roll-
regalanlagen bestückten Magazinräume des
Neubaus nicht geeignet da der Wassernebel
die innen liegenden Regalböden nicht er-
reichen kann. Eine Installation wäre nur bei
erheblicher Reduzierung der Lagerkapazität
durch frei stehende Regale möglich gewesen.
Um die Forderung nach einer zusätzlichen
Löschanlage aus Gründen des Sachschutzes
zu entkräften wurden verschiedene Unter-
suchungen wie Löschversuch, Brandsimulati-
onsberechnung, Abbrandversuch und Brand-
risikoanalyse durchgeführt.
Abbrandversuch in der Brennkammer
der Materialforschung und Prüfanstalt Leipzig
Durch
eine
Brandsimulationsberechnung
des Brandschutzplaners wurde untersucht,
was bei einem Brand ohne Löschanlage zu
erwarten wäre. Ausgehend von der Unter-
teilung in Brandsektionen, die im Brandfal-
le von der Umgebung und den umliegenden
Räumen luftdicht abgetrennt sind, erfolgte
die Berechnung auf Grundlage eines redu-
zierten Abbrandes infolge Sauerstoffman-
gels. Der berechnete Teilverlust wurde durch
einen Abbrandversuch bei der Gesellschaft
für Materialforschung und Prüfanstalt für
das Bauwesen Leipzig mbH bestätigt. Nach
einer Brandzeit von 15 Minuten kam es im
geschlossenen Raum nur noch zu einem re-
duzierten Abbrand, der bei längerer Brenn-
zeit dann in den Glimmbrand überging. Die
Rauchgasanteile und Temperaturen waren
nach diesen 15 Min. so beschaffen, dass ei-
ne Zündung unverbrannter Restgase und ei-
ne schlagartige Durchzündung (flash-over ab
550°C) auszuschließen sind. Damit konnte
nachgewiesen werden, dass es im Brandfal-
le, wenn Archivräume, Wärme- und Rauch-
abzugseinrichtungen bis zum Eintreffen der
Feuerwehr geschlossen bleiben, nur zu einem
Teilverlust von Archivgut kommen würde.
Mit einer Brandrisikoanalyse wurde nachge-
wiesen, dass als Ursachen für eine Brandent-
stehung nur vorsätzliche Brandstiftung oder
fahrlässiger Umgang mit technischen Gerä-
ten möglich sind. Natürliche Brandursachen,
wie
Selbstentzündung,
Sonnenstrahlung
oder Blitzeinschlag können ausgeschlossen
werden. Technische Brandursachen, wie elek-
trischer Funkenschlag infolge eines techni-
schen Defektes, werden durch das Rauch-
ansaugsystem und die Brandmeldeanla-
ge erkannt. Zur weiteren Reduzierung des
Brandrisikos erfolgt eine Stromabschaltung
außerhalb der Dienstzeiten oder bei Auftre-
Brandschutzplan Magazinregelgeschoss
im Magazinneubau
feuerbeständiges Bauteil bzw.
Treppenraumwände „in der
Bauart einer Brandwand“
rauchdichte, feuerhemmende
und selbstschließende Tür
notwendige Treppe
Vorraum des innenliegenden
Treppenhauses (Schleuse)
Wandhydrant – Hochdruck

image
| 49
ten von Fehlerstrom. Daher wurde nach Ab-
wägung aller Komponenten des baulichen
Brandschutzes sowie der technischen und
organisatorischen Maßnahmen zur Brand-
vermeidung auf die Errichtung einer Lösch-
anlage im Erweiterungsneubau verzichtet.
Zur Vermeidung von Wasserschäden infolge
des Löschangriffs der Feuerwehr sind in bei-
den Magazingebäuden Hochdruck-Wasser-
nebellöscheinrichtungen als Wandhydrant
in den Treppenhäusern jeder Etage instal-
liert. Ein Löschversuch hat gezeigt, dass bei
Einsatz des Hochdrucknebelgerätes wirksam
Glimmbrände gelöscht werden können und
nach 10 Minuten Löschen mit dem Wasser-
nebel der Karton, in dem das Archivgut la-
gert, noch nicht durchweicht war.
In beiden Magazingebäuden wurden zusätz-
lich zu den Maßnahmen des vorbeugenden
baulichen Brandschutzes zur Erfüllung des
allgemeinen Schutzziels weitere vorbeugen-
de Brandschutzmaßnahmen durchgeführt.
Das sind:
z
Brandfrüherkennung durch Rauchan-
saugsystem mit Alarmschwellen zur Ver-
meidung von Fehlalarm,
z
Brandmeldeanlage mit unmittelbarer
und automatischer Weiterschaltung zur
Feuerwehr, gekoppelt mit einer Alarmie-
rungsanlage,
z
Steuerung von Alarmierungseinrichtung,
Alarmübertragungsanlagen, Aufzug,
Rauch- und Feuerschutztüren, Rauch-
und Brandschutzklappen sowie
Abschaltung von Lüftungsanlagen
von der Brandmeldeanlage aus,
z
zentrale Stromabschaltung außerhalb der
Dienstzeiten mit separatem Leitungskreis
für Geräte und Einrichtungen zum Funk-
tionserhalt,
z
Einrichtung von Feuerwehrfunk innerhalb
des Gebäudes,
z
Anschluss der elektrisch betätigten
Sicherheitsanlagen und -einrichtungen
sowie der Löschanlage an eine Ersatz-
stromversorgung.
Nicht zu vergessender grundsätzlicher Be-
standteil des Brandschutzkonzeptes sind
die Sicherheitsbeleuchtung und ausreichen-
de Beschilderung der Rettungswege sowie
die Ausstattung der Gebäude mit tragbaren
Feuerlöschern. Weiterhin wurde gemeinsam
vom Brandschutzgutachter und dem Haupt-
staatsarchiv eine Brandschutz- und Evaku-
ierungsordnung erarbeitet, in der organisa-
torische Maßnahmen festgeschrieben sind,
damit Brandschutz sowie die sofortige Ber-
gung des Archivgutes im Brandfalle abgesi-
chert wird.
Wandhydrant mit Hochdruck-
Wassernebellöscheinrichtung
im Treppenhaus Magazinaltbau

image
50 |
Fakten
Regalanlage von 1915 im Magazinaltbau
vor der Aufarbeitung
Nutzung der Bestandsgebäude seit Juni 1915
Architekturwettbewerb April 2005
Erweiterungsneubau
Baubeginn
Oktober 2006
Fertigstellung
Mai 2008
Einweihung
August 2008
Sanierung Bestandsgebäude
Baubeginn
November 2008
Fertigstellung
Juli 2011
Einweihung
August 2011
Gesamtbaukosten 41 Millionen EURO
Gebäudedaten
Erweiterungsneubau
Bruttogrundfläche
7.747 m²
Hauptnutzfläche
6.207 m²
Bruttorauminhalt
25.556 m³
Magazinaltbau
Bruttogrundfläche
13.631 m²
Hauptnutzfläche
8.041 m²
Bruttorauminhalt
38.880 m³
Verwaltungsgebäude
Bruttogrundfläche
4.747 m²
Hauptnutzfläche
1.608 m²
Bruttorauminhalt
15.595 m³

| 51
Fakten
Freistaat Sachsen
Sächsisches Staatsministerium
der Finanzen
Staatsminister der Finanzen
Prof. Dr. Georg Unland
Abteilung Landesvermögen
und Staatshochbau
Johann Gierl
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien-
und Baumanagement
Geschäftsführer Prof. Dieter Janosch
Unternehmensbereich Planungs-
und Baumanagement
Unternehmensbereichsleiter Volker Kylau
Niederlassung Dresden I
Niederlassungsleiter Ludwig Coulin
Projektleitung
Anja Ullrich, Sandra Deutschmann,
Corina Thiele, Eberhard Schwarz
Prüfbeauftragte
Kathrin Schubert
Technik
Bernd Zschippang, Gerd Ressin,
Bettina Gorsleben †, Peter Pauland,
Klaus Rompe, Jürgen Zitzelsberger,
Torsten Preische, Konstanze Hasse
Ingenieurbau
Werner Proske, Franziska Kramer,
Frank Reichelt
Nutzende Verwaltung
Sächsisches Staatsarchiv
Dr. Jürgen Reiner Wolf
Hauptstaatsarchiv Dresden
Dr. Guntram Martin, Bernd Scheperski,
Petra Sprenger
Bauherr
Planungsbüros
Ingenieurbüro Holzschuztechnische Bauzu-
standsermittlungen Weber, Dresden; Archtik-
turbüro H. Spitze, Spangenberg; Ingieurbüro
Neubert & Co. GmbH, Freiberg; Prof. Opitz,
Otto-Mohr-Labor, Technische Universität
Dresden
SIGEKO:
DEKRA Umwelt GmbH, Dresden
Fotografische Dokumentation:
Prof. Dipl.-
Fotodesigner Jörg Schöner, Dresden
Architektur:
Schweger Associated Architects
GmbH Hamburg
Tragwerksplanung Gebäude:
Ingenieurbüro
Simon GmbH, Dresden
Tragwerksplanung Atriumdach:
Leonhardt,
Andrä und Partner, Beratende Ingenieure VBI,
GmbH, Dresden
Elektrotechnik:
Steinigeweg Planungsge-
sellschaft mbH & Co. KG, Hoyerswerda
Gebäudetechnik:
solares bauen GmbH, Frei-
burg
Bauphysik:
Müller-BBM GmbH, Dresden;
INNIUS GTD GmbH, Dresden
Brandschutz:
Brandschutz Consult Ingenieur-
gesellschaft mbH, Leipzig
Förderanlagen:
Hundt & Partner Ingenieur-
gesellschaft mbH, Leipzig
Lager- und Archivtechnik:
Obermeyer Albis
Bauplan GmbH, Chemnitz
Ingenieurbauwerke:
Günther Ingenieure,
Gesellschaft Beratender Ingenieure mbH,
Dresden
Baugrund/Wasserhaltung:
Baugrund Dres-
den Ingenieurgesellschaft mbH, Dresden
Außenanlagen:
May Landschaftsarchitek-
ten, Dresden
Restauratorische Untersuchung und Fas-
sadensanierung:
Büro für Bauuntersuchung
und Restaurierung Böhme & Wiedemann,
Dresden
Bestandsvermessung:
Vermessungsbüro
Walther, Dippoldiswalde
Vermessung:
ARGE Preuß & Rath Vermes-
sungs- und Ingenieurbüro Dresden;
Vermessungsbüro Jörg Rosinski, Dresden
Raum- und Bauakustik:
HAMANN CONSULT
AG, Dresden
Prüfingenieur Statik:
Prof. Rühle, Jentzsch
& Partner GmbH, Dresden
Prüfingenieur Brandschutz:
Dipl.-Ing.
Ingolf Kühn Prüfingenieur für Brandschutz,
Dresden
Gutachten:
Ingenieurbüro für Bautechnik,
Prof. Dressel & Partner, Dresden; IFTD Institut
für Fenster- und Fassadentechnik, Dresden;

52 |
Fakten
Erweiterungsneubau
Baufeldfreimachung:
Kaule Bau, Laußnitz
Baugrube:
ZÜBLIN Spezialtiefbau GmbH Nie-
derlassung Nord, Dresden; DT Abbruch und
Tiefbau GmbH Dresden, Dresden
Bauhauptleistungen:
BATEG Ingenieurbau
GmbH, Berlin
Gerüstbauarbeiten:
A. Richter Gerüstbau
GmbH, Dresden
Bautrocknung:
Bau Dresden-Gruna GmbH,
Dresden
Abdichtung:
Maurerbetrieb Heidenreich,
Hainichen
Maurerarbeiten Fassade:
Duda Bauunter-
nehmung GmbH, Heilbronn
Abbrucharbeiten:
Uhlmann & Finke GmbH,
Hainichen
Estricharbeiten:
Stockhorst & Söhne GmbH,
Mühlenbeck; HGS Heidenau, Heidenau
Bodenbelagsarbeiten:
Spezial-Abdichtung
M. Richter GmbH, Taucha
Fliesenarbeiten:
Michael Rother, Dresden
Dachabdichtung:
Werder Bedachungen
GmbH, Leutersdorf
Dachbegrünung:
Dach+Raum GmbH Begrü-
nungen, Templin
Metallbau Fenster:
Metall-Form-Technik
GmbH, Kolkwitz
Metallbauarbeiten:
Stahl- und Metallbau
Detlef Thorandt, Dresden; Burg Metallbau
Handelsgesellschaft mbH, Markkleeberg;
Metallbau & Kunstschmiede AURIN GmbH,
Bischofswerda; MGT Maschinen- und Gerä-
tebau GmbH, Neu Wokern
Putz- und Trockenbauarbeiten:
HFS Hoch-
und Tiefbau GmbH, Ebersbach
Verdunklungsanlagen:
Meissner Rolladen +
Sonnenschutz GmbH, Radebeul
Maler- und Lackierarbeiten:
Wulf Mothes
Malerbetrieb KG, Dohna; Eugen Liebchen,
Lommatzsch
Tischlerarbeiten:
Tischlerei Kosak, Radebeul
Kugelstrahlarbeiten:
Flammstrahltechnik
Zöltsch GmbH, Dippoldiswalde
Beschlagsarbeiten:
Schlüssel- und Dienst-
leistungsservice Reimund Berger, Dresden
Beschilderung:
Matthias Frenzel Gestaltung
und repräsentative Beschilderung, Dresden
Wasser, Abwasser, Gas:
Wärme und Wasser
GmbH & Co. KG, Torgau
Heizungsanlagen:
Haustechnik Engelmann
Heizung & Sanitär, Merzdorf
Lüftungsanlagen:
Popp und Lausser GmbH,
Freiberg
Elektroinstallation:
EBS Elektroinstallation
& Blitzschutz-Service GmbH, Görlitz
Photovoltaik:
Solartechnik Reinfeldt, Neu-
brandenburg
MSR-Anlagen:
Johnson Controls, Dresden
Förderanlagen:
FB Aufzüge GmbH & Co. KG,
Arnsdorf
Sicherheitstechnik:
PMS Sicherheitstechnik
+ Kommmunikations GmbH, Dresden
Rollregalanlagen:
Arbitec - Forster GmbH,
Neuss; Grohmann Archiv, Radebeul
Feuerlöschanlagen:
Marioff GmbH, Dahl-
witz-Hoppegarten; Drucklufttechnik Hant-
sche, Elstra; Tankanlagenbau + Wassertech-
nik GmbH, Diera-Zehren
Blowerdoor-Test:
exergie Ingenieurbüro für
Energiefragen, Dresden
Freianlagen:
Fa. Beiersdorfer Landschafts-
und Sportplatzbau GmbH, Lawalde; Nestler
GmbH & Co. KG, Dresden; Flügel-, Metall- &
Zaunbau GmbH, Oschatz
Ingenieurbauwerke:
Brunnenbau Wilschdorf
GmbH, Dürrröhrsdorf – Dittersbach; Teich-
mann Bau GmbH, Wilsdruff; Wilhelm Farber
GmbH & Co. KG, Wilsdruff
Baureinigung:
RWS Gebäudeservice GmbH,
Dresden
Sanierung Altbauten
Bauhauptleistungen:
Hartmann Herzogs-
walde GmbH Hoch- und Tiefbau, Herzogs-
walde; Bauhauf GmbH Hoch- und Tiefbau,
Coswig; Bauunternehmen Rolf-Peter Bach-
mann, Dresden; Bau Schulze GmbH, Dresden
Gerüstbauarbeiten:
CSG Chemnitzer Stahl-
rohrgerüstbau GmbH, Chemnitz
Bautrocknung/Winterbau:
Bau Schulze
GmbH, Dresden
Abbrucharbeiten:
A.R.D. Abbruch & Recyc-
ling Dresden GmbH, Dresden; ABUS
Sanierungstechnik GmbH, Frankenberg
Fassadenarbeiten:
Thoralf Hase Fassaden-
reinigung, Dresden; Arge Fassaden-Sanie-
rung-Wertheim GmbH (FSW), Wertheim /
Löwen Restaurierung Denkmalpflege,
Flöha
Tischlerarbeiten:
Tischlerei Berger GmbH,
Neusalza-Spremberg; Tischlerei Frank Rau,
Jahnsdorf
Atriumüberdachung:
Metallbau Windeck
GmbH, Kloster-Lehnin; Novum Structures
GmbH, Veitshöchheim; ThyssenKrupp Xervon
GmbH, Spremberg
Natur- und Betonwerksteinarbeiten:
J. D.
Winkler GmbH Fliesen- und Natursteinverle-
gung, Dippoldiswalde
Fliesen- und Plattenlegearbeiten:
Michael
Rother, Dresden; Theile Fliesenlegerbetrieb &
Spanndecken, Röderland
Estricharbeiten:
Estrich-Stein GmbH, Ben-
newitz, Lindner AG, Arnstorf
Bodenbelagsarbeiten:
Raumausstatter Harry
Brost, Zerbst; Schandert GmbH Raumgestal-
tung, Jüterbog
Putzarbeiten:
Bauunternehmen Hahn,
Großzschepa; Baubetrieb Michael Illgen, Rie-
sa; Steffen Hübner Elektro + Bau, Hoyers-
werda; Malerfachbetrieb Burkhardt GmbH,
Lommatzsch
Dachdeckungs- und Dachklempnerarbei-
ten:
Dachdeckungs- & Gebäude-Service
Wolscht, Dresden; Uwe Pawlak Dachklemp-
ner + Sanitärinstallation, Radebeul; Jan
Brzezinski, Ottendorf-Okrilla; Baugeschäft
Bruno Gräfe GmbH, Pulsnitz
Metallbauarbeiten Türen/Fenster:
Metall-
bau Dietze GbR, Chemnitz; Glaskunst Buhlig
Schwarzenberg, Schwarzenberg; LausitzStahl
Stahl & Metallbau GmbH, Forst (Lausitz)
Trockenbauarbeiten:
C.S.I. GmbH Bau und
Ausbau, Freital; RP Bau GmbH, Königstein
Ausführende Firmen

| 53
Fakten
Metallbauarbeiten Dämmpaneele:
Metall-
bau Möller GmbH, Erfurt
Zimmerer- und Holzbauarbeiten:
Zimmerer
Team Zadel, Diera-Zehren
Tischlerarbeiten/Restaurierung:
Jungnickel
- Tischlerei und Innenausbau, Schwarzen-
berg; Dresdener Atelier für Restaurierung
Frank Dornacher (Gruppe E), Dresden; Tisch-
lerei Kosak, Radebeul
Metallbau- und Schlosserarbeiten:
OMS
Ottomar Müller Sohn Bauschlosserei, Netz-
schkau; Stahl- u. Metallbau GmbH Eichler,
Elsterwerda
Beschlagarbeiten:
Felgner Sicherheitstech-
nik GmbH & Co. KG, Dresden
Beschilderung:
Logistic Sign System Inh.
Uwe Illig, Stollberg/ Erzg.
Metallbauarbeiten Bestandstüren/Türen:
Tischlerei Ronny Klitzsch, Prieschka
Maler- und Lackierarbeiten:
Malerbetrieb
Hähnel GmbH, Dohna; AKS Maler GmbH,
Tharandt; Wulf Mothes Malerbetrieb KG,
Dohna; Frenzel & Henke GbR, Ringenhain;
Maler Burkhardt GmbH, Lommatzsch
Parkettarbeiten:
SCS GmbH, Dresden
Sonnenschutz:
Sieghard Beeg Licht- und
Sonnenschutzanlagen, Miltitz
Blendschutz:
Sonnenschutzanlagen Thomas
Wenzel, Radebeul
Vitrinen:
Schreiber - Innenausbau und
Tischlerei, Geyer
Einbauten:
Tischlerei Fiedler, Chemnitz,
Möblierung:
JVA Bautzen Tischlerei,
Bautzen
Demontagen Gebäudetechnik:
E.R.AB.,
Elsnigk
Demontage Elektroinstallation:
Haase-
Businesstechnik GmbH Elektroinstallation,
Dresden
Sanitäranlagen:
Salostowitz GmbH,
Chemnitz
Heizung- / Kälteanlagen:
Friedrich Ahner
GmbH, Wiederau; B. Richter Installations
GmbH, Leisnig; Haustechnik Engelmann
Heizung & Sanitär, Merzdorf
Lüftungsanlagen:
YIT Germany GmbH,
Dresden
Elektroinstallation:
R+S solution GmbH,
Radebeul; Schnabel & Rese Elektrotechnik
GmbH, Radebeul; Multiton Elektronik GmbH,
Leipzig
TK-/Datentechnik:
T-Systems Internati-
onal GmbH, Dresden; YIT Germany GmbH,
Dresden
MSR-Anlagen:
Johnson Controls, Dresden
Feuerlöschanlagen:
Marioff GmbH, Dahl-
witz-Hoppegarten
Förderanlagen:
FB-Aufzüge GmbH & Co. KG
Dresden, Arnsdorf
Blitzschutz:
Schmidt & Jankowsky GbR,
Großdubrau
Sicherheitstechnik:
PMS Sicherheitstechnik
+ Kommmunikation GmbH, Dresden
Bodenbeschichtung:
Spezialabdichtung M.
Richter GmbH, Taucha
Bauschlosser:
Möckel Bauschlosserei,
Dresden
Materialuntersuchung:
SAXOTEST Ingenieur
GmbH, Dresden; Kiwa MPA Bautest GmbH,
Dresden
Risssanierung Decken:
Trinitz Bauwerk-
sanierung GmbH, Dresden
Bautenschutz:
bhd Bautenschutz und Hygi-
enedienstleistung GmbH, Langebrück
Medientechnik:
Mediatronic GmbH, Dresden
Baureinigung:
B & A Gebäudeservice,
Dresden

54 |
Fakten
Zu den historischen Gebäuden
des Hauptstaatsarchivs
z
GROHMANN, Ingrid: Das Gebäude des
Staatsarchivs Dresden und seine Vorgän-
ger, in: Archivmitteilungen 6 / 1985,
S. 195ff
z
KOCH, Heinrich: Der Neubau des König-
lich Sächsischen Hauptstaatsarchivs in
Dresden, in: Zeitschrift für Bauwesen,
Jahrgang 66 / 1916, S. 485-510
z
LIPPERT, Woldemar: Das Sächsische
Hauptstaatsarchiv zu Dresden und sein
Neubau, in: Archivalische Zeitschrift 35 /
1925, S. 41-60.
z
LIPPERT, Woldemar: Das Sächsische
Hauptstaatsarchiv. Sein Werden und
Wesen, Dresden 1930, mit 5 Bildtafeln im
Anhang.
z
KOBUCH, Manfred (Staatliche Archiv-
verwaltung): Staatsarchiv Dresden,
Dresden 1972.
z
WOLF, Jürgen Rainer: „… lebhaft am
allgemeinen Aufstieg der Nation teil-
nehmen“. Der Neubau des Sächsischen
Hauptstaatsarchivs in Dresden, in: Ein
Haus für die Ewigkeit. Der Schweriner
Archivbau und seine Familie. Dokumenta-
tion der internationalen Fachtagung zum
Historischen Archivbau 1871-1918 am 24.
und 25. Juni 2010 in Schwerin, heraus-
geben von Andreas Röpcke (Findbücher,
Inventare und kleine Schriften des Lan-
deshauptarchivs Schwerin 16), Schwerin
2011, S. 137-164.
Zum Um- und Neubau
des Hauptstaatsarchivs
z
HOHEISEL, Peter; SCHEPERSKI, Bernd;
SPRENGER, Petra: Um- und Erweiterungs-
bauten für das Sächsische Staatsarchiv,
in: Archivar 52, 2009, S.351-364.
z
Sächsisches Staatsministerium der Fi-
nanzen: Sächsisches Staatsarchiv, Direk-
tion und Hauptstaatsarchiv (HStADD),
Erweiterungsneubau und Sanierung
Bestandsgebäude: Baulicher Realisie-
rungswettbewerb - Auslobung , Dresden
2004.
z
Sächsisches Staatsministerium der Finan-
zen: Baulicher Realisierungswettbewerb
Sächsisches Staatsarchiv, Direktion und
Hauptstaatsarchiv (HStADD), Erweite-
rungsneubau und Sanierung Bestandsge-
bäude: Dokumentation, Dresden 2004.
z
Sächsisches Staatsministerium der Finan-
zen: Sächsisches Staatsarchiv, Direktion
und Hauptstaatsarchiv (HStADD), Erwei-
terungsneubau und Sanierung Bestands-
gebäude: Baulicher Realisierungswettbe-
werb - Bericht der Vorprüfung, Dresden
2005.
z
SIB: Sächsisches Staatsarchiv. Erweite-
rungsneubau Hauptstaatsarchiv (Falt-
blatt), Dresden 2008.
Überblicksdarstellungen zum Archivbau
z
LEISKAU, Katja: Architektur und Ge-
schichte der Staatlichen Archivzweckbau-
ten in Deutschland 1871-1945. Dissertati-
on, Marburg an der Lahn, 2008. S. 62-66,
S. 154-157, Abb. 82-84, Abb. 167-169a.
z
LEISKAU, Katja: Archivzweckbauten im
Kaiserreich. Entstehung und Etablierung
einer neuen Bauaufgabe, in: Ein Haus für
die Ewigkeit. Der Schweriner Archivbau
und seine Familie. In: Dokumentation der
Internationalen Fachtagung zum His-
torischen Archivbau 1871-1918 am 24.
und 25. Juni 2010 in Schwerin, heraus-
geben von Andreas Röpcke (Findbücher,
Inventare und kleine Schriften des Lan-
deshauptarchivs Schwerin 16), Schwerin
2011, S. 11-30.
z
LEESCH, Wolfgang, Archivbau in Vergan-
genheit und Gegenwart. In: Archivalische
Zeitschrift 62 / 1966, S. 11-65.
Architekt und Bauingenieur Benno Löser/
Bauunternehmen Kell & Löser
z
KELL & LÖSER Eisenbetonbau Berlin –
Bauausführungen im Hoch- und Tiefbau
(Katalog, enthält Bauten bis 1914), Berlin-
Charlottenburg, o. J.
z
KELL& LÖSER, A.-G. für Hoch- und Tiefbau
Leipzig (Katalog, enthält Bauten bis 1926).
Leipzig 1928, hier: HStA auf den S. 37/38.
z
LÖSER Bauunternehmung G. m. b. H.
Dresden (Katalog, enthält Bauten von
1931 bis 1936), Dresden 1936.
z
LÖSER, Benno: Hilfsbuch für die stati-
schen Berechnungen des Hochbaues.
Formeln und Tabellen für die Praxis un-
ter Berücksichtigung des Eisenbetons. 3.
Vermehrte und verbesserte Aufl., Leipzig
1910.
z
LÖSER, Benno: Bemessungsverfahren,
Zahlentafeln und Zahlenbeispiele, Berlin
1. Auflage 1925 (bis 18. Aufl. u. d. T.).
z
LÖSER, Benno [Mitarb.]: Bemessungsver-
fahren für Beton- und Stahlbetonbautei-
le, Berlin 19. vollständig neubearbeitete
Auflage 1986.
z
LÖSER, Helmut ; STRITZKE, Jürgen: Aus
dem Schaffen von Benno Löser (1878-
1944) und seiner Mitarbeiter. Ein Bei-
trag zur Geschichte des Stahlbetonbaus.
Schriftenreihe der TU Sektion Dresden,
Sektion Bauwesen, Dresden 1988, hier:
HStA auf S. 12.
Zum Sächsischen Staatsarchiv
z
FÖRSTER, Bärbel; GROSS, Reiner und
MERCHEL, Michael: Die Bestände des
Sächsischen Hauptstaatsarchivs und sei-
ner Außenstellen Bautzen, Chemnitz, Frei-
berg, Bd. 1: Die Bestände des Sächsischen
Hauptstaatsarchivs, Teil 1-2, b (Quellen
und Forschungen zur Sächsischen Ge-
schichte, Bd. 12, 1), Leipzig 1994
z
WOLF, Jürgen Rainer: Das Sächsische
Staatsarchiv: Neuformierung des Staatli-
chen Archivwesens in Sachsen, in: Der Ar-
chivar 59 (2006), S.154-159. In Vorberei-
tung der Umstrukturierung war auch das
Leitbild erarbeitet worden.
z
WOLF, Jürgen Rainer: Auf dem Weg zum
Sächsischen Staatsarchiv: Archivische
Kernaufgaben, „schlanker“ Staat und
kulturelles Gedächtnis – Dienstleistun-
gen für eine Gesellschaft im Umbruch, in:
Archive als Dienstleister – Anspruch und
Wirklichkeit. Tagungsbeiträge. 12 Säch-
sischer Archivtag 1.-3.Oktober 2004 in
Plauen, Freiberg 2006, S.16-21
Quellen und weiterführende Literaturhinweise

image
| 55
Fakten
z
RICHTER-LAUGWITZ, Grit: Die Entwick-
lung des Staatsfilialarchivs Bautzen von
der Auflösung der Kreishauptmannschaft
Bautzen bis zur Einrichtung des Archiv-
verbundes Bautzen, in: LUDWIG, Jörg/
WIEGAND, Peter (Redaktion), Lausitzer
Ar chiv landschaften (Veröffentli chun gen
des Sächsischen Staatsarchivs, A 13),
Halle/Saale 2009, S. 29–48.
z
WIEGAND, Peter; WOLF, Jürgen Rainer
(Red.): Archivische Facharbeit in histo-
rischer Perspektive. [Festakt des Säch-
sischen Staatsarchivs aus Anlass des
175jährigen Bestehens des Hauptstaats-
archivs Dresden und Fachtagung "Archi-
vische Facharbeit in historischer Pers-
pektive"; veranstaltet vom Sächsischen
Staatsarchiv in Gemeinschaft mit der
Fachgruppe 1 des VdA - Verband deut-
scher Archivarinnen und Archivare
e. V.; Dresden, 22.–24. April 2009],
Dresden 2010.
www.archiv.sachsen.de
Abbildungsnachweis
Blick in die Archivstraße auf den
ehemaligem Haupteingang des Archivs,
nun zwischen Verwaltungsgebäude
und Erweiterungsneubau gelegen
z
Prof. Jörg Schöner, Dresden:
Fotos Umschlagseiten, S. 2, S. 4, S. 6, S. 8,
S. 9, S. 14, S. 16 oben, S. 19 unten, S. 22,
S. 23 oben, S. 23 unten, S. 24 oben, S. 24
unten, S. 25 oben, S. 25 unten rechts,
S. 26, S. 28, S. 29 Mitte rechts, S. 30 oben,
S. 30 unten links, S. 30 unten rechts,
S. 32, S. 33, S. 34, S. 35 oben, S. 35 unten,
S. 36, S. 37 oben, S. 37 unten, S. 38 unten,
S. 39, S. 41 oben, S. 42, S. 43, S. 44 oben,
S. 45 oben links, S. 45 oben rechts, S. 46,
S. 47 oben, S. 49,S. 50, S. 55
z
Sächsisches Staatsarchiv,
Hauptstaatsarchiv, Dresden:
S. 11 (10707, Nr. 1520), S. 12 (12884 Schr.
4, F. 47, Nr. 96), S. 15 (Bibliot. La 54, S.
45), S. 16 Mitte (Album HStA, 10–12),
S. 16 unten (Album HStA, 13–14), S. 18
(10697 Nr. 554 Bl. 304), S. 19 oben links
(12856 Nr. 6), S. 19 oben rechts (12884
Schr. 2 F. 31 Nr. 6), S. 31 (FS StA FO 1010 10)
z
Kell & Löser, A.-G. für Hoch- und Tiefbau
Leipzig, Leipzig 1928: S. 40 unten, S. 41
unten links, S. 41 unten rechts
z
SLUB Dresden/Abt. Deutsche Fotothek,
Walter Hahn: S. 10
z
Stadtplanungsamt Dresden:
S. 13
z
Zeitschrift für Bauwesen,
Jahrgang 66 (1916):
S. 17 links, S. 17 rechts, S. 21 oben links,
S. 38 oben links
z
Schweger Associated Architects GmbH:
Pläne Umschlagseiten, S. 20 unten, S. 21
oben Mitte, S. 21 oben rechts, S. 21 unten,
25 unten links, S. 27, S. 29 oben, S. 29
Mitte links, S. 45 unten
z
Ingenieurbüro Simon GmbH, Dresden:
S. 40 oben
z
INNIUS GTD GmbH, Dresden:
S. 44 unten
z
Brandschutz Consult Ingenieurgesell-
schaft mbH, Leipzig:
S. 47 unten, S. 48 oben links, S. 48 oben
rechts
z
Schubert Horst Architekten Partnerschaft,
Dresden:
S. 20 oben