GL010
Grunddüngung im Grünland
Dauerversuch Grünland
Bewirtschaftung
1997-2020
PI.1
1. Versuchsfrage:
Überprüfung der optimalen Höhe für die P-Düngung (Teil A) und K-Düngung (Teil B) im Grünland
2. Prüffaktoren:
Faktor A:
Phosphat-Düngung
Versuchsorte
Forchheim
(Gneis, Ansaatgras-
land)
Landkreis
Erzgebirgskreis
Prod.gebiet
Stufe:
4
V 9
Faktor B:
Kalium-Düngung
Stufe:
4
3. Versuchsanlage:
Lateinisches Quadrat mit 4 Wiederholungen
4. Auswertbarkeit/Präzision:
Die vorgegebenen Erntetermine wurden eingehalten und die Versuchsdurchführung erfolgte nach guter fachli-
cher Praxis.
5. Versuchsergebnisse:
Seit 2003 sind bei der ohne Kalium gedüngten Variante niedrigere
Erträge
als bei den anderen Varianten zu be-
obachten. Seit 2006 ist dieser Unterschied erstmals statistisch signifikant nachweisbar. Seit 2006 zeichnet sich
auch in den meisten Jahren ein Ertragsabfall bei der ohne Phosphor gedüngten Variante ab. Im Jahr 2019 lagen
die TM-Erträge der ohne P gedüngten Variante signifikant niedriger als bei den Varianten „P-Entzug“ und „P-
Entzug plus 50 %“.
Die
P-Gehalte
der Aufwüchse der nicht mit P gedüngten Variante sowie die Aufwüchse der Variante „P-Düngung
nach Entzug -50 %“ sind im Jahr 2019 signifikant niedriger als bei allen anderen Varianten. Seit 2018 liegt bei der
ohne P gedüngten Variante Phosphormangel vor. Auch die
K-Gehalte
der nicht mit Kalium gedüngten Variante
sowie die Aufwüchse der Variante „K-Düngung nach Entzug -30 %“ sind signifikant niedriger als bei den Vari-
anten „K-Düngung nach Entzug“ und „K-Düngung nach Entzug + 30 %“. Bei der Variante ohne K-Düngung liegt
ein Kaliummangel vor.
Je höher die Düngemenge an P und K, desto höher sind tendenziell auch die P- und K-Gehalte im Boden. Da aber
die Streuung der Werte enorm groß ist und die Bestimmtheitsmaße somit sehr gering, können keine gesicherten
Aussagen getroffen werden. Nur bei der P0-Variante kann man mit Bestimmtheit sagen, dass die P-Gehalte nied-
riger liegen als bei den mit P gedüngten Varianten.
Erwähnenswerte Unterschiede zwischen den Varianten hinsichtlich Vegetation bei unterschiedlicher P-Düngung
sind nicht zu beobachten. Bei differenzierter K-Düngung ist in der K0-Variante im Vergleich zu den anderen
Varianten ein niedrigerer Anteil Gemeine Quecke und ein höherer Anteil Wiesenrispe, voraussichtlich Schmal-
blättrige Wiesenrispe, zu beobachten. Die Schmalblättrige Wiesenrispe ist ein Magerkeitsanzeiger. Die Arten-
zahl hat über die Jahre kontinuierlich abgenommen, wobei die Artenzahl der Gräser leicht zugenommen und die
der Kräuter deutlich abgenommen hat.
6. Schlussfolgerungen/Handlungsbedarf:
Mit Phosphorgehalten von 3,0 bis 3,5 g/kg TS und Kaliumgehalten oberhalb 20 g/kg TS liegt in grasbetonten
Grünlandaufwüchsen bei 3- bis 4-Schnittnutzung ein pflanzenphysiologisch ausreichender Gehalt für die Aus-
schöpfung des standorttypischen Ertragspotentials vor. In ungedüngten Aufwüchsen mit Phosphorgehalten unter-
halb 2,0 g/kg TS und Kaliumgehalten unterhalb 15 g/kg TS liegt Phosphor- bzw. Kaliummangel vor und es muss
mit Mindererträgen gerechnet werden.
Insbesondere bei Kaliummangel ist mit einer Verschlechterung des Pflanzenbestandes und daraus folgend auch
mit einem geringeren Ertrag und verminderter Futterqualität zu rechnen.
Bei K-Mangel kann der Stickstoff von der Pflanze nicht ausreichend genutzt werden. Hohe N-Gaben sind deshalb
immer auch an ausreichende Kaliumgaben gebunden.
Ziel des Versuches ist es, eine effiziente und standortabhängige Düngung des Dauergrünlandes empfehlen zu kön-
nen.
Versuchsdurchführung: LfULG
Themenverantw.:
Abt. Landwirtschaft
Versuchsjahr
ArGr Feldversuche
Referat:
75 Grünland, Weidetierhaltung
Ref. 77, Frau Beatrix Trapp
Bearbeiter:
Herr Dr. Gerhard Riehl
2019

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Datenquelle: Bewirtschaftung von Dauergrünland
TM-Ertrag
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Nährstoffgehalte in der Pflanze
K-Gehalte von Grünlandaufwüchsen bei unterschiedlicher Grunddüngung im Jahr 2019
P-Gehalte von Grünlandaufwüchsen bei unterschiedlicher Grunddüngung im Jahr 2019
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