GL010
Grunddüngung im Grünland
Dauerversuch
Grünland
1997-2020
Bewirtschaftung
PI.1
1. Versuchsfrage:
Überprüfung der optimalen Höhe für die P-Düngung (Teil A) und K-Düngung (Teil B) im Grünland
2. Prüffaktoren:
Faktor A:
Phosphat-Düngung
Versuchsorte
Christgrün (Tonschie-
fer, Weidelgras-Weiß-
kleeweide)
Landkreis
Vogtlandkreis
Prod.gebiet
Stufe:
4
V 6
Faktor B:
Kalium-Düngung
Stufe:
4
3. Versuchsanlage:
Lateinisches Quadrat mit 4 Wiederholungen
4. Auswertbarkeit/Präzision:
Die vorgegebenen Erntetermine wurden eingehalten und die Versuchsdurchführung erfolgte nach guter fach-
licher Praxis.
5. Versuchsergebnisse:
Die
Trockenmasseerträge
der nicht mit Kalium gedüngten Variante sind seit 2004 signifikant niedriger als die
der übrigen Varianten, zwischen denen bisher keine gesicherten Ertragsunterschiede nachgewiesen werden
können. Die Trockenmasseerträge der nicht mit Phosphor gedüngten Variante sind signifikant niedriger als
bei den Varianten „P-Entzug“ und „P-Entzug plus 50 %“.
Nicht nur Witterung und Bodennährstoffversorgung spielen bei dem Rückgang der Trockenmasseerträge eine
Rolle. Es ist zusätzlich ein allgemeiner, stetiger Rückgang der Trockenmasseerträge zu beobachten. Die häu-
figer auftretenden Dürreperioden strapazieren das Grünland. Durch den Pseudogleyboden wird dies offenbar
noch verstärkt, denn das Bodenwasser kann durch die Sperrschichten nicht kapillar aufsteigen. Das Wurzel-
wachstum wird dadurch gestört und Wachstumsdepressionen treten ein. Die Erträge sinken.
Die
Kalium-Gehalte
in den Aufwüchsen der nicht mit Kalium gedüngten Variante sind von 1,85 % im Jahr
1997 bis auf 0,75 % im Jahr 2010 gesunken und schwanken seitdem um diesen Wert. Die K-Gehalte sind da-
mit signifikant niedriger als in den übrigen Varianten. Diese geringen Kalium-Gehalte in den Aufwüchsen
sind für eine sichere Ertragsbildung deutlich zu niedrig.
Der Pflanzenbestand weist bei Kaliummangel deutliche Veränderungen auf. Bei der Variante ohne Kalium-
düngung ist der Anteil an Deutschem Weidelgras geringer und der Anteil an Gemeiner Rispe und den übrigen
Gräsern auffallend hoch. Zu den übrigen Gräsern zählen bei dieser Variante vor allem
die Schmalblättrige
Wiesenrispe und das Flechtstraußgras. Die Schmalblättrige Wiesenrispe ist ein Magerkeitsanzeiger.
Die unterschiedliche Phosphordüngung hat noch keinen wesentlichen Unterschied im Pflanzenbestand verur-
sacht.
Je höher die Düngemenge an P und K, desto höher sind tendenziell auch die P- und K-Gehalte im Boden. Da
aber die Streuung der Werte enorm groß ist und die Bestimmtheitsmaße somit sehr gering, können keine gesi-
cherten Aussagen getroffen werden.
6. Schlussfolgerungen/Handlungsbedarf:
Mit Phosphorgehalten von 3,0 bis 3,5 g/kg TS und Kaliumgehalten oberhalb 20 g/kg TS liegt in grasbetonten
Grünlandaufwüchsen bei 3- bis 4-Schnittnutzung ein pflanzenphysiologisch ausreichender Gehalt für die Aus-
schöpfung des standorttypischen Ertragspotentials vor. In ungedüngten Aufwüchsen mit Phosphorgehalten
unterhalb 2,0 g/kg TS und Kaliumgehalten unterhalb 15 g/kg TS liegt Phosphor- bzw. Kaliummangel vor und
es muss mit Mindererträgen gerechnet werden.
Insbesondere bei Kaliummangel ist mit einer Verschlechterung des Pflanzenbestandes und daraus folgend
auch mit einem geringeren Ertrag und verminderter Futterqualität zu rechnen.
Bei K-Mangel kann der Stickstoff von der Pflanze nicht ausreichend genutzt werden. Hohe N-Gaben sind des-
halb immer auch an ausreichende Kaliumgaben gebunden.
Versuchsdurchführung: LfULG
Themenverantw.:
Abt. Landwirtschaft
Versuchsjahr
ArGr Feldversuche
Referat:
75 Grünland, Weidetierhaltung
Ref. 77, Frau Beatrix Trapp
Bearbeiter:
Herr Dr. Gerhard Riehl
2019

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Datenquelle: Bewirtschaftung von Dauergrünland
TM-Ertrag
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Nährstoffgehalte in der Pflanze
K-Gehalte von Grünlandaufwüchsen bei unterschiedlicher Grunddüngung im Jahr 2019
P-Gehalte von Grünlandaufwüchsen bei unterschiedlicher Grunddüngung im Jahr 2019
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