image
Landestalsperrenverwaltung des
Freistaates Sachsen
Talsperrenmeisterei
Zwickauer Mulde/Weiße Elster
Muldenstraße, 08318 Neidhardtsthal
Gefahrenkarten
Gefahr durch Überschwemmung
Für das Fließgewässer:
Zwickauer Mulde
im Bereich der Stadt:
Glauchau
mit den Ortslagen Glauchau, Jerisau, Albertsthal und Hölzel
aufgestellt:
Hydroprojekt Ingenieurgesellschaft mbH
Ludwig-Hartmann-Str. 40
01277 Dresden
Büro Dresden

image
Landestalsperrenverwaltung des
Freistaates Sachsen
Talsperrenmeisterei
Zwickauer Mulde/Weiße Elster
Muldenstraße, 08318 Neidhardtsthal
Los 1 – Zwickauer Mulde
in den Landkreisen Chemnitzer Land und Mittweida
Erläuterungsbericht Gefahrenkarte
Aufgestellt:
Hydroprojekt Ingenieurgesellschaft mbH
Ludwig-Hartmann-Straße 40, 01277 Dresden
Bearbeitet: Dipl.-Ing. Henry Hille
Geprüft: Projektleiter Dipl.-Ing. Thomas Wollenhaupt
Gesehen: Büroleiter Dipl.-Ing. Wolfgang Holze
Datum:
17. Januar 2005
aufgestellt:
Hydroprojekt Ingenieurgesellschaft mbH
Ludwig-Hartmann-Str. 40
01277 Dresden
Büro Dresden

Erläuterungsbericht
HW-Schutzkonzeption Mulden und Weiße Elster
Gefahrenkarten
im Regierungsbezirk Chemnitz
Glauchau, Jerisau, Albertsthal, Hölzel
Los 1 – Zwickauer Mulde
Büro Dresden
EB_Gfk_10-8_Glau.doc
Seite 1
Inhalt
1 Allgemeines
2
1.1 Zielstellung
2
1.2 Grundlagen
2
1.3 Vorgehensweise
2
2 Prozessanalyse
2
2.1 Hydrologie
2
2.2 Geschiebe
2
2.3 Gefahrenprozesse
2
3 Gefahrenkarten
2
4 Schlussfolgerungen, Empfehlungen 2
Anlagen
Plannummer
Inhalt
10.8.0
Übersichtskarte zur Gefahrenkarte
10.8.1, Blatt 1 Gefahrenkarte für die Ortslagen Glauchau, Jerisau, Hochwasserereignis
HQ20
10.8.1, Blatt 2 Gefahrenkarte für die Ortslagen Glauchau, Albertsthal und Hölzel, Hoch-
wasserereignis HQ20
10.8.2, Blatt 1 Gefahrenkarte für die Ortslagen Glauchau, Jerisau, Hochwasserereignis
HQ50
10.8.2, Blatt 2 Gefahrenkarte für die Ortslagen Glauchau, Albertsthal und Hölzel, Hoch-
wasserereignis HQ50
10.8.3, Blatt 1 Gefahrenkarte für die Ortslagen Glauchau, Jerisau, Hochwasserereignis
HQ100
10.8.3, Blatt 2 Gefahrenkarte für die Ortslagen Glauchau, Albertsthal und Hölzel, Hoch-
wasserereignis HQ100
10.8.4, Blatt 1 Gefahrenkarte für die Ortslagen Glauchau, Jerisau, Hochwasserereignis
HQ300
10.8.4, Blatt 2 Gefahrenkarte für die Ortslagen Glauchau, Albertsthal und Hölzel, Hoch-
wasserereignis HQ300

Erläuterungsbericht
HW-Schutzkonzeption Mulden und Weiße Elster
Gefahrenkarten
im Regierungsbezirk Chemnitz
Glauchau, Jerisau, Albertsthal, Hölzel
Los 1 – Zwickauer Mulde
Büro Dresden
EB_Gfk_10-8_Glau.doc
Seite 2
Abkürzungen
h
W
Wassertiefe
q
spezifischer Durchfluss, Abfluss bezogen auf einen ein Meter breiten Streifen
des durchströmten Querschnittes
v Fließgeschwindigkeit
HQT
Hochwasserereignis mit einer Wahrscheinlichkeit des einmaligen Auftretens in
einem Zeitraum von T-Jahren (z. B.: die Wahrscheinlichkeit des Auftretens
des HQ100 besteht einmal in 100 Jahren)
HW
HQT
Zu erwartende Wasserspiegellage bei Eintreten des Ereignisses HQT
Fluss-km
Station der Gewässerachse in Kilometern
A I ... A IV
Alarmstufen am Hochwassermeldepegel
UK
Unterkante (z. B. einer Brücke)
HQ extrem Hochwasserereignis, dessen Überschreitungswahrscheinlichkeit als gering
eingestuft wird
Abbildungen
Abbildung 1: B km 64 + 087 (Nr. 33), Straßenbrücke BAB4 unterhalb Glauchau
2
Abbildung 2: B km 65 + 739 (Nr. 34), Straßenbrücke B175 uh. Glauchau (neuer Verlauf)
2
Abbildung 3: B km 0 + 465 (Nr. 35), Straßenbrücke über Flutmulde in Glauchau.
2
Abbildung 4: B km 1 + 032 (Nr. 36), Eisenbahnbrücke über Flutmulde in Glauchau
2
Abbildung 5: B km 1 + 455 (Nr. 37), Straßenbrücke S288 über Flutmulde in Glauchau
2
Abbildung 6: B km 1 + 455 (Nr. 37), Straßenbrücke S288 über Flutmulde in Glauchau
2
Abbildung 7: B km 2 + 009 (Nr. 38), Straßenbrücke B175 (alter Verlauf) über Flutmulde in
Glauchau 2
Abbildung 8: Modellstation 69.174 (Nr. 38), Straßenbrücke B175 über Flutmulde in
Glauchau (alter Verlauf)
2
Tabellen
Tabelle 1:
Kriterien zur Intensität der Gefahrenart Überschwemmung
2
Tabelle 2:
Scheitelabflüsse in den Ortslagen des Bearbeitungsabschnittes
2
Tabelle 3:
Einordnung der Wiederkehrintervalle in die Alarmstufen
2

Erläuterungsbericht
HW-Schutzkonzeption Mulden und Weiße Elster
Gefahrenkarten
im Regierungsbezirk Chemnitz
Glauchau, Jerisau, Albertsthal, Hölzel
Los 1 – Zwickauer Mulde
Büro Dresden
EB_Gfk_10-8_Glau.doc
Seite 3
1 Allgemeines
1.1 Zielstellung
Die Gefahrenkarte stellt von Hochwasser ausgehende Gefahren für Menschen und Sachwer-
te in ihrer räumlichen Ausdehnung dar. Es werden damit Gebiete gezeigt, deren Nutzung
wegen Naturgefahren eingeschränkt ist.
Die Gefahrenkarte ist fachliche Planungsgrundlage
-
der Flächennutzung,
-
des Objektschutzes,
-
der Konstruktion von Bauwerken im Gefahrenbereich,
-
von wasserbaulichen Schutzmaßnahmen,
-
von Maßnahmen zur Schadensverminderung,
-
der Alarmierung, Katastrophenabwehr und Evakuierung im Ereignisfall.
Die in der Gefahrenkarte verzeichneten Flächen sind nicht Gegenstand einer gesetzlich vor-
geschriebenen Regelung, sie sind vielmehr fachliche Handlungsgrundlage für Behörden so-
wie private Eigentümer und Nutzer.
In der Gefahrenkarte Zwickauer Mulde, Ortslagen Glauchau, Jerisau, Albertsthal und
Hölzel, wird die Ausdehnung und Intensität der Gefahrenart Überschwemmung für
mehrere Wahrscheinlichkeiten abgebildet.
Die Auswirkungen der Feststoffbewegungen (Geschiebe und Treibgut) auf die Abflussver-
hältnisse werden dabei berücksichtigt. Verweise auf andere Gefahrenarten, insbesondere
die Ufererosion und Ablagerung von festen Stoffen außerhalb des Gewässerbettes sind im
HWSK enthalten und sollten bei der Gefahrenbeurteilung grundsätzlich berücksichtigt wer-
den, eine kartografische Darstellung bleibt der Fortschreibung der Gefahrenkarte vorbehal-
ten.
1.2 Grundlagen
Die Gefahrenkarte ist Bestandteil des Hochwasserschutzkonzeptes Zwickauer Mulde, Los 1
und wurde auf gleicher Datengrundlage erstellt. Sie wurde für den Ist-Zustand des Gewäs-
sers und der bei Hochwasser überschwemmten Gebiete erarbeitet. Die Geländevermessung
erfolgte im Zeitraum Juni bis August 2003.
1.3 Vorgehensweise
Der Bearbeitungsabschnitt wurde längs der Zwickauer Mulde so festgelegt, dass die gefähr-
deten besiedelten Bereiche erfasst werden.
Die Gefahrenkarte umfasst vier Einzelkarten für unterschiedliche mittlere Wiederkehrinterval-
le im Bereich von häufigen (alle 20 Jahre) bis sehr seltenen (alle 300 Jahre) Ereignissen.
Das im Hochwasserschutzkonzept ausgewiesene Schutzziel liegt bei einem mittleren Wie-
derkehrintervall von 100 Jahren.

Erläuterungsbericht
HW-Schutzkonzeption Mulden und Weiße Elster
Gefahrenkarten
im Regierungsbezirk Chemnitz
Glauchau, Jerisau, Albertsthal, Hölzel
Los 1 – Zwickauer Mulde
Büro Dresden
EB_Gfk_10-8_Glau.doc
Seite 4
Ausgehend von berechneten Wasserspiegellagen für Hochwasserereignisse mit 20-, 50-,
100- und 300-jährlichem Wiederkehrintervall wurden zuerst Schwachstellen, von denen eine
besondere Gefährdung ausgeht, identifiziert (Ausbruchsstellen bei niedrigem Ufer, Verklau-
sung von Brücken infolge Treibgut und unzureichendem Querschnitt, Versagen unterbemes-
sener Hochwasserschutzeinrichtungen u. a.). Anhand dieser Betrachtung und der Vermes-
sung des Geländes wurden Überschwemmungskarten erstellt. Innerhalb der überschwemm-
ten Flächen wurden drei Intensitäten abgegrenzt.
Dabei wurden zwei Formen der Überschwemmung berücksichtigt. Bei
statischer Über-
schwemmung
treten relativ geringe Fließgeschwindigkeiten auf und die Intensität wird durch
die Wassertiefe bestimmt. Bei
dynamischer Überschwemmung
ist die Gefahr überwiegend
durch hohe Fließgeschwindigkeiten bedingt. In der Tabelle 1 sind die Kriterien für die drei
Intensitätsstufen aufgeführt. Unter Berücksichtigung dieser Kriterien werden die Flächen mit
hoher, mittlerer und niedriger Intensität abgegrenzt.
Intensität
Überschwemmung
hoch
Wassertiefe h
w
2,0 m
oder
spezifischer Durchfluss q = v
h
w
2,0 m
2
/s
mittel
2,0 > h
w
> 0,5 m
oder
2,0 m
2
/s > q = v
h
w
> 0,5 m
2
/s
niedrig
h
w
0,5 m
oder
q = v
h
w
0,5 m
2
/s
Tabelle 1:
Kriterien zur Intensität der Gefahrenart Überschwemmung
In der Kartendarstellung ist eine Unterscheidung zwischen statischer und dynamischer Über-
schwemmung nicht mehr möglich. Bereiche, bei denen die Intensität maßgeblich durch hohe
Fließgeschwindigkeiten bestimmt wird, sind in Abschnitt 2.3 benannt.
Neben den Überschwemmungsflächen und Intensitäten für die oben erwähnten Wiederkehr-
intervalle ist auf allen Kartenblättern die maximale Ausdehnung des Überschwemmungsge-
bietes (ohne Intensitäten) für ein Extremereignis dargestellt, wobei angenommen wird, dass
die Gebiete außerhalb dieser Überschwemmungsfläche nicht vom Hochwasser der Zwi-
ckauer Mulde betroffen sein können. Für die Ortslagen Glauchau, Jerisau, Albertsthal und
Hölzel wurde das HQ300 als Extremereignis gewählt. Die abgebildete Überschwemmungs-
grenze wurde auf der Grundlage einer hydraulischen Modellierung mit dem Programmsys-
tem HEC-RAS, Version 3.1.1, ermittelt.

Erläuterungsbericht
HW-Schutzkonzeption Mulden und Weiße Elster
Gefahrenkarten
im Regierungsbezirk Chemnitz
Glauchau, Jerisau, Albertsthal, Hölzel
Los 1 – Zwickauer Mulde
Büro Dresden
EB_Gfk_10-8_Glau.doc
Seite 5
2 Prozessanalyse
2.1 Hydrologie
Die verwendeten hydrologischen Daten beruhen auf einer pegelstatistischen Analyse der
Universität Bochum im Juni 2003. Im Rahmen dieser Untersuchungen erfolgte der Ermittlung
von HQT für die Pegel in den Flusseinzugsgebieten der Zwickauer, Freiberger und Vereinig-
ten Mulde sowie der Weißen Elster.
Anhand der an den Pegeln ausgewiesenen Scheitelwerte wurde eine Übertragung der HQT
auf die Zwischeneinzugsgebiete vorgenommen und durch das Landesamt für Umwelt und
Geologie übergeben. Auf dieser Grundlage werden die Scheitelabflüsse für die einzelnen
Ortslagen in nachstehender
Tabelle 2
angegeben.
Ortslage
HQ20 [m³/s]
HQ50 [m³/s]
HQ100 [m³/s]
HQ300 [m³/s]
Jerisau 347 489 629 977
Glauchau 319 446 571 885
Albertsthal 315 441 564 874
Hölzel 315 441 564 874
Tabelle 2:
Scheitelabflüsse in den Ortslagen des Bearbeitungsabschnittes
Die angegebenen Durchflüsse beziehen sich auf die Schwerpunktgebiete der jeweiligen
Ortslagen. Die Abweichungen der Durchflusswerte z. B. zwischen Glauchau und Jerisau
resultieren aus der Einmündung des Lungwitzbaches oberhalb von Jerisau.
2.2 Geschiebe
Für die Beurteilung der zu erwartenden Geschiebebewegung wurden im Rahmen der
HWSK-Untersuchungen angestellt, die sich in zwei wesentliche Arbeitsschritte untergliedern:
1. Auf Basis der Grundlagenvermessung von 1966 und der Gewässerver-
messung von 2003 wurden die Flusssohle und die Gewässerachse auf sig-
nifikante Änderungen untersucht. Der Vergleich zwischen der Grundlagen-
vermessung von 1966 und der Gewässervermessung von 2003 lässt keine
größeren Änderungen an den Höhenlagen der Flusssohle erkennen, der
Verlauf der Flussachse hat sich im Laufe der Jahre ebenfalls nicht geän-
dert.
2. Berechnung der Geschiebetransportkapazität auf der Grundlage des mit
dem Programmsystem HEC-RAS erstellten Abflussmodells. Im Zuge der
Berechnungen der Geschiebtransportkapazität war für die gewählte cha-
rakteristische Korngröße des Sediments insgesamt kein ausgeprägter
Feststofftransport entlang der Flusssohle zu beobachten, auch nicht bei
größeren Hochwassern.
Die Ergebnisse decken sich mit den Beobachtungen des Augusthochwassers 2002, bei dem
keine bedeutsamen morphologischen Änderungen der Gewässersohle festgestellt werden
konnten. Die auf Basis der vorhandenen Datengrundlage durchgeführten Untersuchungen
weisen auf einen stabilen morphologischen Gleichgewichtszustand hin.

Erläuterungsbericht
HW-Schutzkonzeption Mulden und Weiße Elster
Gefahrenkarten
im Regierungsbezirk Chemnitz
Glauchau, Jerisau, Albertsthal, Hölzel
Los 1 – Zwickauer Mulde
Büro Dresden
EB_Gfk_10-8_Glau.doc
Seite 6
2.3 Gefahrenprozesse
Im Folgenden werden die bei den einzelnen Abflüssen zu erwartenden Prozesse beschrie-
ben. Dabei sind die Bezeichnungen linkes und rechtes Ufer auf den Blick in Fließrichtung
bezogen.
HQ20
Bei Abfluss des HQ20 sind die vorhandenen Hochwasserschutzanlagen (Deiche, Flutrinne)
voll wirksam. Es besteht keine Gefährdung durch Überschwemmung.
Im Hochwasserfall müssen die Schutzeinrichtungen einer ständigen Überwachung und Beo-
bachtung unterzogen werden. Eingestaute Deichstrecken sind zu beobachten, um lokale
Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen der
Gefahrenabwehr einzuleiten.
HQ50
In der Ortslage Kleinbernsdorf am rechten Ufer in Höhe des Fluss-km 62+750 sind die dort
befindlichen Gebäude von Überschwemmung niedriger bis mittlerer Intensität mit Wassertie-
fen bis zu 0,80 m betroffen. Die Kreisstraße K7370 ist von Überschwemmung niedriger In-
tensität betroffen.
HQ100
In der Ortslage Kleinbernsdorf am rechten Ufer in Höhe des Fluss-km 62+750 sind die dort
befindlichen Gebäude von Überschwemmung überwiegend mittlerer Intensität mit Wassertie-
fen bis zu 1,00 m betroffen. Die Kreisstraße K7370 ist von Überschwemmung mittlerer Inten-
sität mit Wassertiefen bis zu 0,60 m betroffen.
Im Zuge des Ausbaus der BAB 4 wurde die Straßengradiente erhöht und ist aufgrund des-
sen bei Abfluss des HQ100 nicht mehr überströmt. Das links neben der BAB 4 liegende Ge-
lände der Niederen Aue mit der Kläranlage steht nicht mehr unter Wasser.
Am linken Ufer sind im Bereich der Ortslage Jerisau aufgrund der verwendeten Datengrund-
lage des HWSK von 2003 überschwemmte Flächen ausgewiesen. Mit Fertigstellung der be-
reits in Realisierung befindlichen Hochwasserschutzmaßnahmen (Bau von 2 Schöpfwerken
und Erhöhung des bestehenden Deiches) im Bereich der Fluss-km 65+000 bis 67+000 sind
bei Abfluss des HQ100 keine Überschwemmungen mehr zu erwarten.
HQ300
In der Ortslage Kleinbernsdorf am rechten Ufer in Höhe des Fluss-km 62+750 sind die dort
befindlichen Gebäude von Überschwemmung mittlerer bis hoher Intensität mit Wassertiefen
bis zu 2,00 m betroffen. Die Kreisstraße K7370 ist von Überschwemmung mittlerer bis hoher
Intensität mit Wassertiefen bis zu 1,60 m betroffen.
Der Bereich der Niederen Aue links der Zwickauer Mulde in Höhe der Fluss-km 62+250 bis
64+000 ist von Überschwemmungen mittlerer bis hoher Intensität mit Wassertiefen bis zu
2,80 m betroffen. Die dort befindliche Kläranlage ist mit Wassertiefen bis zu 1,80 m über-
schwemmt.
Die Ortslage Jerisau im Bereich der Fluss-km 65+500 bis 67+000 ist von Überschwemmung
mittlerer bis hoher Intensität mit Wassertiefen bis zu 2,40 m betroffen. Die Ortsdurchfahrt
steht bis zu 2,60 m unter Wasser.
Im Bereich des Fluss-km 0+500 der Flutmulde ist das Gewerbegebiet Glauchau Nord-West
(Güterverkehrszentrum) von Überschwemmung mittlerer bis hoher Intensität mit Wassertie-
fen bis zu 2,40 m betroffen.
Der Sportplatz in Höhe des Fluss-km 1+500 der Flutmulde ist von Überschwemmung mittle-
rer bis hoher Intensität mit Wassertiefen bis zu 2,20 m betroffen.

image
Erläuterungsbericht
HW-Schutzkonzeption Mulden und Weiße Elster
Gefahrenkarten
im Regierungsbezirk Chemnitz
Glauchau, Jerisau, Albertsthal, Hölzel
Los 1 – Zwickauer Mulde
Büro Dresden
EB_Gfk_10-8_Glau.doc
Seite 7
Die Schule und der Sportplatz in Höhe des Fluss-km 2+000 der Flutmulde sind von Über-
schwemmung niedriger bis mittlerer Intensität mit Wassertiefen bis zu 0,60 m betroffen.
Das Gewerbegebiet in Höhe des Fluss-km 2+500 der Flutmulde ist von Überschwemmung
überwiegend mittlerer Intensität mit Wassertiefen bis zu 1,40 m betroffen.
Im Bereich links neben der Flutrinne ist weiterhin die Auesiedlung von Überschwemmungen
überwiegend mittlerer Intensität mit Wassertiefen bis zu 1,80 m betroffen.
Das gesamte Stadtgebiet Glauchau im Bereich zwischen der Flutrinne und der Stadtmulde
(Fluss-km 67+000 bis 70+500) ist von Überschwemmungen mittlerer bis hoher Intensität mit
Wassertiefen bis zu 2,80 m betroffen.
Im Bereich rechts neben der Stadtmulde ist das gesamte untere Stadtgebiet Glauchaus von
Überschwemmung mittlerer bis hoher Intensität mit Wassertiefen bis zu 3,00 m betroffen.
Die Ortslagen Albertsthal und Hölzel sind nicht von Überschwemmungen betroffen.
Untersuchung lokaler Schwachstellen am Gewässer
Als besondere Schwachstellen hinsichtlich der Gefahr der Verklausung bei Hochwasser
wurden die Brückenbauwerke im Bereich der Ortslagen Glauchau, Jerisau, Albertsthal und
Hölzel untersucht:
B km 64 + 087 Straßenbrücke BAB4 (Nr. 33)
Abbildung 1:
B km 64 + 087 (Nr. 33), Straßenbrücke BAB4 unterhalb Glauchau
-
UK Brücke in etwa horizontal; Bezugspunkt für Freibordermittlung: 234,99 m HN.
-
Bei
HQ300
(HW
HQ300
= 232,60 m HN) beträgt der Freibord 2,39 m.
-
Gemäß den Empfehlungen des LfUG wird das Bauwerk als nicht verklausungsgefährdet
eingestuft.

image
image
Erläuterungsbericht
HW-Schutzkonzeption Mulden und Weiße Elster
Gefahrenkarten
im Regierungsbezirk Chemnitz
Glauchau, Jerisau, Albertsthal, Hölzel
Los 1 – Zwickauer Mulde
Büro Dresden
EB_Gfk_10-8_Glau.doc
Seite 8
B km 65 + 739 Straßenbrücke B175 (Nr. 34)
Abbildung 2:
B km 65 + 739 (Nr. 34), Straßenbrücke B175 uh. Glauchau (neuer Verlauf)
-
UK Brücke in etwa horizontal; Bezugspunkt für Freibordermittlung: 236,91 m HN.
-
Bei
HQ300
(HW
HQ300
= 234,20 m HN) beträgt der Freibord 2,71 m.
-
Gemäß den Empfehlungen des LfUG wird das Bauwerk als nicht verklausungsgefährdet
eingestuft.
B km 0 + 465(Flutmulde) Straßenbrücke (Nr. 35)
Abbildung 3:
B km 0 + 465 (Nr. 35), Straßenbrücke über Flutmulde in Glauchau.
-
UK Brücke in etwa horizontal; Bezugspunkt für Freibordermittlung: 236,74 m HN.

image
Erläuterungsbericht
HW-Schutzkonzeption Mulden und Weiße Elster
Gefahrenkarten
im Regierungsbezirk Chemnitz
Glauchau, Jerisau, Albertsthal, Hölzel
Los 1 – Zwickauer Mulde
Büro Dresden
EB_Gfk_10-8_Glau.doc
Seite 9
- Bei
HQ300
(HW
HQ300
= 236,78 m HN) ist das Bauwerk eingestaut, Wasserspiegellage
ca. 0,04 m über Bezugspunkt.
-
Bei Abfluss des
HQ100
(HW
HQ100
= 235,76 m HN) beträgt der Freibord rein rechnerisch
0,98 m, konstruktionsbedingt ist der Freibord von min. 0,50 m bei den drei Flutöffnungen
auf jeweils drei Viertel der Öffnungsbreite gegeben.
- Der Öffnungsquerschnitt wird als ausreichend bewertet, um ankommendes Treibgut ab-
zuführen; bei HQ100 wird das Bauwerk als nicht verklausungsgefährdet eingestuft.
B km 1 + 032 Eisenbahnbrücke (Nr. 36)
Abbildung 4:
B km 1 + 032 (Nr. 36), Eisenbahnbrücke über Flutmulde in Glauchau
-
UK Brücke in etwa horizontal; Bezugspunkt für Freibordermittlung: 238,33 m HN.
-
Bei
HQ300
(HW
HQ300
= 237,70 m HN) beträgt der Freibord 0,63 m.
-
Gemäß den Empfehlungen des LfUG wird das Bauwerk als nicht verklausungsgefährdet
eingestuft.

image
Erläuterungsbericht
HW-Schutzkonzeption Mulden und Weiße Elster
Gefahrenkarten
im Regierungsbezirk Chemnitz
Glauchau, Jerisau, Albertsthal, Hölzel
Los 1 – Zwickauer Mulde
Büro Dresden
EB_Gfk_10-8_Glau.doc
Seite 10
B km 1 + 455 Straßenbrücke S288 (Nr. 37)
Abbildung 5:
B km 1 + 455 (Nr. 37), Straßenbrücke S288 über Flutmulde in Glauchau
-
UK Brücke in etwa horizontal; Bezugspunkt für Freibordermittlung: 237,99 m HN.
- Bei
HQ300
(HW
HQ300
= 238,72 m HN) ist das Bauwerk eingestaut, Wasserspiegellage
ca. 0,73 m über Bezugspunkt.
-
Bei
HQ100
(HW
HQ100
= 237,57 m HN) beträgt der Freibord 0,42 m.
-
Bei Abfluss des HQ100 ist das Bauwerk verklausungsgefährdet.
- Bei
HQ50
(HW
HQ50
= 237,17 m HN) beträgt der Freibord rein rechnerisch 0,82 m, kon-
struktionsbedingt ist der Freibord von min. 0,50 m bei den drei Flutöffnungen auf nahezu
der gesamten Öffnungsbreite gegeben.
- Der Öffnungsquerschnitt wird als ausreichend bewertet, um ankommendes Treibgut ab-
zuführen; bei HQ50 wird das Bauwerk als nicht verklausungsgefährdet eingestuft.

image
Erläuterungsbericht
HW-Schutzkonzeption Mulden und Weiße Elster
Gefahrenkarten
im Regierungsbezirk Chemnitz
Glauchau, Jerisau, Albertsthal, Hölzel
Los 1 – Zwickauer Mulde
Büro Dresden
EB_Gfk_10-8_Glau.doc
Seite 11
-20
0
20
40
60
80
100
120
140
233
234
235
236
237
238
239
240
Zwickauer Mulde
Plan:
1) Ist HQ100
03.02.04
2) I HQ20 03.02.04
3) I HQ50 03.02.04
4) I HQ300 03.02.04
River = Zwickauer Mulde Reach = Oberlauf
RS = 68.587 Flutmulde 1.417 QP 252 (Los 23)
Station (m)
Höhe (m)
Legend
EG HQ300 - I HQ300
WS HQ300 - I HQ300
EG HQ100 - Ist HQ100
Crit HQ300 - I HQ300
EG HQ50 - I HQ50
WS HQ100 - Ist HQ100
WS HQ50 - I HQ50
EG HQ20 - I HQ20
Crit HQ100 - Ist HQ100
Crit HQ50 - I HQ50
WS HQ20 - I HQ20
Crit HQ20 - I HQ20
Ground
Levee
Bank Sta
.04
.025
.04
Abbildung 6:
B km 1 + 455 (Nr. 37), Straßenbrücke S288 über Flutmulde in Glauchau
B km 2 + 009 Straßenbrücke B175 (Nr. 38)
Abbildung 7:
B km 2 + 009 (Nr. 38), Straßenbrücke B175 (alter Verlauf) über Flutmulde in
Glauchau
-
UK Brücke in etwa horizontal; Bezugspunkt für Freibordermittlung: 238,70 m HN.
- Bei
HQ300
(HW
HQ300
= 240,05 m HN) ist das Bauwerk eingestaut, Wasserspiegellage
ca. 1,35 m über Bezugspunkt.
-
Bei
HQ100
(HW
HQ100
= 238,63 m HN) beträgt der Freibord 0,07 m.

Erläuterungsbericht
HW-Schutzkonzeption Mulden und Weiße Elster
Gefahrenkarten
im Regierungsbezirk Chemnitz
Glauchau, Jerisau, Albertsthal, Hölzel
Los 1 – Zwickauer Mulde
Büro Dresden
EB_Gfk_10-8_Glau.doc
Seite 12
-
Bei Abfluss des HQ100 ist das Bauwerk verklausungsgefährdet.
-
Bei
HQ50
(HW
HQ50
= 238,18 m HN) beträgt der Freibord 0,52 m, es besteht keine Gefahr
der Verklausung.
-40
-20
0
20
40
60
80
100
120
140
234
235
236
237
238
239
240
241
Zwickauer Mulde
Plan:
1) Ist HQ100
03.02.04
2) I HQ20 03.02.04
3) I HQ50 03.02.04
4) I HQ300 03.02.04
River = Zwickauer Mulde Reach = Oberlauf
RS = 69.174 Flutmulde 2.004 QP 259 (Los 23)
Station (m)
Höhe (m)
Legend
EG HQ300 - I HQ300
WS HQ300 - I HQ300
EG HQ100 - Ist HQ100
WS HQ100 - Ist HQ100
Crit HQ300 - I HQ300
EG HQ50 - I HQ50
WS HQ50 - I HQ50
EG HQ20 - I HQ20
Crit HQ100 - Ist HQ100
Crit HQ50 - I HQ50
WS HQ20 - I HQ20
Crit HQ20 - I HQ20
Ground
Bank Sta
.05
.025
.05
Abbildung 8:
Modellstation 69.174 (Nr. 38), Straßenbrücke B175 über Flutmulde in Glau-
chau (alter Verlauf)
3 Gefahrenkarten
In der Gefahrenkarte sind die Überschwemmungsintensität (siehe Tabelle 1), die Gewässer-
stationierung sowie die Ausdehnung des Überschwemmungsgebietes bei HQ extrem darge-
stellt. Weiterhin ist der Prognosewasserstand des Bezugspegels für das jeweilige Hochwas-
serereignis auf der Karte vermerkt.
Für die Ortslagen Glauchau, Jerisau, Albertsthal und Hölzel ist das der Pegel Zwickau-
Pölbitz. Nachstehende Tabelle gibt einen Überblick der Einordnung der Wiederkehrintervalle
in die Alarmstufen am Pegel.
A I
A II
A III
A IV
Meldepegel
[cm] [m³/s] [cm] [m³/s] [cm] [m³/s] [cm] [m³/s]
Zwickau-Pölbitz 250 102 300 152 350 209 400 298
Hochwasser-
ereignis
HQ20 HQ50, HQ100,
HQ300
Tabelle 3:
Einordnung der Wiederkehrintervalle in die Alarmstufen
Angaben zu aktuellen Wasserständen und Durchflüssen sind im Internet unter
www.umwelt.sachsen.de/lfug/hwz/inhalt_re.html
zu finden.

Erläuterungsbericht
HW-Schutzkonzeption Mulden und Weiße Elster
Gefahrenkarten
im Regierungsbezirk Chemnitz
Glauchau, Jerisau, Albertsthal, Hölzel
Los 1 – Zwickauer Mulde
Büro Dresden
EB_Gfk_10-8_Glau.doc
Seite 13
4 Schlussfolgerungen, Empfehlungen
Die im Rahmen der Hochwasserschutzkonzeption vorgeschlagenen Maßnahmen sehen vor
allem einen Ausbau der bestehenden Hochwasserschutzanlagen vor. Im Rahmen der Unter-
suchungen wurde festgestellt, das die vorhandenen Deichstrecken teilweise nicht den erfor-
derlichen Mindestfreibord von 0,50 m aufweisen. Aus Sicht des Planers sind die vorgesehe-
nen Maßnahmen umzusetzen um einen dauerhaften, wirksamen Hochwasserschutz vor dem
HQ100 sicherzustellen.

Erläuterungsbericht
HW-Schutzkonzeption Mulden und Weiße Elster
Gefahrenkarten
im Regierungsbezirk Chemnitz
Glauchau, Jerisau, Albertsthal, Hölzel
Los 1 – Zwickauer Mulde
Büro Dresden
EB_Gfk_10-8_Glau.doc
Seite 14
Literatur
Bundesamt für Wasserwirtschaft u.a. (Hrsg.): Empfehlungen, Berücksichtigung der Hoch-
wassergefahren bei raumwirksamen Tätigkeiten. Biel, 1997. 32 S.
Bundesamt für Wasser und Geologie (Hrsg.): Hochwasserschutz an Fließgewässern, Weg-
leitung 2001. Biel, 2001. 72 S.
Hydroprojekt Ingenieursgesellschaft mbH (Verfasser): Voruntersuchung zur Konzeption von
Gefahrenkarten, August 2004. 48 S.
Hydroprojekt Ingenieursgesellschaft mbH (Verfasser): Hochwasserschutzkonzeption Zwi-
ckauer Mulde, Los 1, März 2004. 73 S.