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Nummer 64, seit 1999

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
2
Nr. 64, Weihnachten 2019
Nur für Euch!

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64. Haft Leben
3
„Ellis“ Kaffeekränzchen
……..…..……..……...…..
4
Weihnachten 2019………......……..………. 5 bis 7
GefangenenMitVerantwortung
…….…………….
8
„Wünsche 2020“
……….………......………….
9 bis 11
Wendegeschichten
……….…...…......……
12 bis 16
Dein HL-Horoskop für 2020
……..…....
17
und
20
Dein HL-Kalender für 2020
..………......
18
und
19
Freundschaft
…........................................…......……
21
Das HL - Preisrätsel
………….....………..
22
und
23
Wendegeschichten
….....………......……
24
und
25
Leserbriefe
.……….………...……..…………....……..
25
..
HL - Songtext
…..…………….……………...….……..
26
Kirche 2019
…………….…………………...….…...…..
27
Nach(t)gedanken
.………….……………….….……..
28
Impressum
….………...………..….…...…………….....
29
HL-Rezepte
…….………...……..……………………….
31
HL-Rätsel
…….………………………...
30 und 32 bis 34
Der „HaftLeben“-Spruch des Quartals
stammt diesmal von
Kurt Tucholsky
.
Alte haben gewöhnlich
vergessen, daß sie jung
gewesen sind, oder sie
vergessen, daß sie alt sind,
und Junge begreifen nie, daß
sie alt werden können.
Inhaltsverzeichnis
Die gesamte Redaktion „HaftLeben“
bedankt sich bei Forkner Marcel für
das Titelbild!
Foto: dapd/Jens-Ulrich Koch
… wenn ich dürfte, würde ich
mit meinem Kind auch basteln!
Wirklich, sehr gerne!
Wir wünschen Susan und
Sandra alles Gute für die
Zukunft!
Danke für eure Mitarbeit in der
Redaktion „HaftLeben“.
Nur für Euch! Wir balancieren auch
2020 weiter!- Eure HL-Redaktion!
Wer einen Fluß überquert,
muß die eine Seite verlassen.
Mahatma Gandhi
Gemeinsam mit den Angehörigen
trauern wir Frauen der JVA Chemnitz
um Eva B.
Ruhe in Frieden (R.I.P.)

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
4
Nr. 64, Weihnachten 2019
Samtpfötige Weihnachtsgrüße
Hallo Mädels,
Geht‘s euch denn allen wieder besser? Was hab
ich nicht die letzten Wochen alles in den Häusern
schniefen und husten gehört. Da wurden mir in
meinem Katzenpelz schon ganz bang um euch.
Und ich muss auch zugeben, so bazillenschwere
Luft riecht für mein empfindliches Katzennäschen
nicht sehr angenehm, selbst wenn ich gar keine
Erkältung bekommen habe.
Jedenfalls dacht‘ ich, ich schau mal beim Med.-
Dienst vorbei, um zu sehen, dass euch mit den
Schniefnasen und Hustenanfällen auch ordentlich
geholfen wird. Netterweise habt ihr mich durch das
Fenster des Warteraums hereingebeten. Da war
ich ja erst mal schockiert, wie voll das da drin war.
Ich nehme ja gern ein Plätzchen auf einem Schoß
ein und lasse mich kraulen, aber für euch
Zweibeiner stell ich mir die bazillenlastige Enge
lästig vor. Ihr seid ja auch viel zu ungelenk, um
euch ordentlich zusammenzurollen, seufz. Und wer
vorher noch nicht erkältet war, nimmt dann aus
dem Wartezimmer sicher genug eifrige Bazillen mit.
Jetzt wünschte ich mir, euch was von meinen
Katzenabwehrkräften abgeben zu können. Ich tue
auch schon mein möglichstes, Katzenschnurren
soll ja das Immunsystem stärken. Als dann endlich
meine Streichelfee aufgerufen wurde, hab ich mich
unauffällig in ihrem Schatten mit ins Arztzimmer
geschlichen und unterm Tisch das Schnurren mal
kurz eingestellt. Ich wollte ja hören, was der Onkel
Doktor so zu sagen hat. Gar nicht viel, stellte sich
heraus, er hat Euch vermutlich nicht richtig
verstanden Ich habe ja auch mit eurer Aussprache
und den vielen „Fachbegriffen“ eures „Stations-
Jargons“ so meine Probleme. Ich jedenfalls
beantrage hiermit bei der Ober-Mietze einen
„maschinellen Dolmetscher“.
Zeit hab ich ja genug - ich habe ja inzwischen
gelernt, dass es bei der Justiz gaaanz laaange
dauern kann. Kurz, ich will das Ding haben und
zwar schnell! Ganz schnell!
Ich musste mich schon sehr wundern, was mir da
noch zu meinen Spitzohren drang. Neben den
Erkältungen
wurdet
ihr
mit
Verspannungen,
Entzündungen, Schlaflosigkeit und so anderen
Frauen-Sachen vorstellig, die ich aus meinem
behüteten Katzenleben gar nicht so kannte. Eine
Mütze, so einem Ding, das man auf den Kopfträgt
solltet ihr tragen, meint euer Menschendoktor, er
jedenfalls ist davon "begeistert".
Warum??? Ich rätsel heute noch, wird wohl einen
Sinn haben.
Naja, bei Grippe wird sie wohl helfen. Vielleicht
meinte er auch eine Mütze voll Schlaf oder sogar
beides? Da fällt mir nur noch die Frage zu einem
Vermummungsverbot hier in der JVA ein.
Merkwürdig. Also, ich bin ja nachts meist auf
meinen Katzenstreifzügen und sehe euch nicht, na
gut nur manchmal, beim Schlafen zu. Aber das
„Fell auf eurem Kopf“ ist ja fast das einzige, was ihr
hier drinnen noch behalten dürft. Einfach so und
sicher ohne restriktive Maßnahmen dürft ihr es
tragen wie ihr wollt, noch???
Was da eine Mütze noch an Schutz oder
Wärmeplus bringen soll, verstehe ich als voll-
behaarte Katzenschönheit immer noch nicht so
richtig. Beim nächsten Kraulen kann mir das mal
eine von euch bitte erklären.
Und noch eins, die, die letzthin mit dem Buch der
Bücher nach mir geworfen hat - du hast nicht
getroffen! Aber vielleicht hilft das Buch dem Doktor,
denn von Wundern wird dort berichtet, auch von
medizinischen!
Noch was, habt ihr die verrückte Story von dem
„liebestrunkenen Katerchen“ gehört, der zu seiner
Freundin in den Knast eingebrochen ist. Wirklich!
Der Jungkater konnte, scheint mir, in seinem
Liebessturm und Herzensdrang den Besuchstermin
für seine Liebste einfach nicht abwarten. So
kletterte er kurzerhand und - das muss ich als
Katze der Formhalber berichten - fast nackisch ist
der über die stachelbedrahtete 4 m hohe Mauer
geklettert!
Nur um seiner Angebeteten seine unsterbliche
Zuneigung zu beweisen, mir kullern vor Rührung
die Tränen - kurz, ich bin in erwartender Haltung,
ob er auch hierher kommt!
Ach ja, singende, schnurrende Miezchen werden
vom Katzenfänger wieder gesucht, passt auf und
geht ihm nicht auf den Leim.
Passt auf euch auf und genießt die Weihnachtszeit
so gut es geht
Ciao-miao!
„Ellis“ - Kaffeekränzchen“

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64. Haft Leben
5
20 Jahre HaftLeben
Weihnachten 2019
Die Redaktion HaftLeben wünscht euch, allen
Bediensteten sowie der Anstaltsleitung und allen
Familien ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest
und einen guten Start in das neue Jahr 2020.
Danke für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung!
Von der Finanzierung über die Genehmigung bis hin
zum Druck sind viele Menschen an der Entstehung
unserer Zeitschrift beteiligt. Ihnen allen gebührt
unser besonderer Dank.
Ebenso wie an alle, die uns mit Tipps und
Vorschlägen zur Verbesserung der Chemnitzer
Gefangenenzeitung HaftLeben inspirieren.
Ebenfalls möchten wir einen herzlichen Dank all
denen aussprechen, die uns im vergangenen Jahr
mit Rat und Tat zur Seite standen,
besonders Frau Böttcher, Pfarrerin Straßberger und
Pater Bernhard.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns auch
weiterhin unterstützen.
Tage der Weihnachtszeit und der anstehende Jahreswechsel
stehen Ihnen bevor.
Die Anstaltsleitung dankt allen, Bediensteten und Ehrenamtlichen sowie
externen Mitarbeitern, die mit ihrer Arbeit in der JVA Chemnitz
zum erfolgreichen Abschluss des Jahres 2019 mit beigetragen haben.
Auch die ehrenamtlichen Mitglieder der Chemnitzer Gefangenenzeitung
"HaftLeben" haben mit ihrem Wirken erreicht,
dass wir im übertragenen Sinn einander Türen und Tore geöffnet haben.
Die Anstaltsleitung wünscht Ihnen und Ihren Angehörigen
ein ruhiges Weihnachtsfest sowie ein friedliches und
erfolgreiches Jahr 2020.
Eike König-Bender
Leiterin der Justizvollzugsanstalt Chemnitz
Archiv HL/LR

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
6
Nr. 64, Weihnachten 2019
Weihnachten 2019
Bilder, S. 6+7: Archiv HL
Hinter Gittern
(HL/PAF)
Ich bin mir sicher, dass ich schon
jegliche Aussagen über Weihnachten im Knast
gehört habe. Angefangen von „scheiß
Weihnachten“, „hier kann man nicht feiern“ bis zu
„ich will bei meiner Familie sein“. Es war wirklich
schon alles dabei. Ich kann euch da natürlich
verstehen, mir ging es an meinem ersten Fest hier
nicht anders. Mittlerweile feiere ich mein x-tes
Weihnachtsfest hier und es wird zu jedem Mal
schöner.
Auch wenn das für die eine oder andere total
egoistisch
und
gegenüber
meiner
Familie
rücksichtslos klingen mag, so habt ihr damit Recht.
Natürlich würde ich gern mit meiner Familie
beisammensitzen, Wiener mit Kartoffelsalat essen
und abends in die funkelnden Augen meines
Kindes
schauen,
wenn
sie
die
Geschenke
auspackt. Mein Herz blutet immer wieder aufs
Neue, wenn ich mein Kind anrufe und sie mir
erzählt, was sie alles vom Weihnachtsmann
bekommen hat und dass sie mir Plätzchen aufhebt,
bis ich das nächste Mal nach Hause komme.
Zuerst wollte sie mir welche zum Besuch
mitbringen, doch mittlerweile weiß sie, dass sie das
nicht darf. Es tut verdammt weh, ihr immer wieder
aufs Neue sagen zu müssen, dass sie ihre
Geschenke für mich dem Weihnachtsmann geben
soll und er sie dann für mich aufbewahrt, bis ich
nach Hause komme.
Wie traurig ist das denn bitte, dass eigene Kind darf
weder gebackene Plätzchen, ein Geschenk noch
etwas selbst gebasteltes mitbringen. Nicht mal ein
gemaltes Bild, was sie mir persönlich geben wöllte,
auch da muss ich ihr sagen, dass sie es mir
schicken soll.
Neben dem innerlichen Schmerz, der sich hinter
meiner geschlossenen Zellentür bemerkbar macht,
versuche ich, mir hier ein schönes Weihnachten zu
machen.
Mein Leben spielt sich nun mal hier ab und auf
einer komischen Art und Weise ist dies hier nun
mal mein Zuhause. Wir sind auf unserer Station
auch eine kleine Familie geworden und machen es
uns gegenseitig so schön es nur geht. Wir planen,
was wir an Weihnachten und den Feiertagen essen
wollen, beschließen wie immer, dass wir uns nichts
schenken, man am Ende aber doch eine Kleinigkeit
für den anderen hat.
Wir stellen uns in die Küche und backen
gemeinsam, die Mehlschlacht bleibt natürlich auch
nicht aus, wenn draußen dann noch Schnee liegt,
bauen wir Schneemänner, machen eine Schnee-
ballschlacht und seifen uns gegenseitig ein.
Am dritten Weihnachtsfeiertag sitzen wir alle
beisammen, hören und singen Weihnachtslieder,
essen die Rester und schwärmen, wie schön es
doch war, ja, manchmal fällt auch ein Satz „so ein
Weihnachten hatte ich nicht mal draußen gehabt“
oder, wenn Neue auf unserer Station sind, „Ich
hätte nie gedacht, dass es hier auf Station so
schön sein kann“.
Wir haben alle nur ein Leben und auch, wenn wir
hier im Knast sind, so sollten wir es uns doch so
schön wie möglich machen.
Alle wie wir hier sind, haben das recht zu leben und
es ist keine Schande, auch hier glücklich zu sein.
Uns wurde alles genommen, dass einzige was uns
bleibt, wird die Erinnerung sein und vor allem diese
sollte uns doch die Tränen in die Augen fließen
lassen.
Ich wünsche euch allen ein Frohes Weihnachtsfest.
Versucht, das Beste daraus zu machen.

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64. Haft Leben
7
Weihnachten im Knast 2019
(HL/HB)
Das Thema Weihnachten ist wie jedes
Jahr und für wahrscheinlich fast jeden hier drin ein
sehr schwieriges Thema. Aber gleich vorab, es wird
von Jahr zu Jahr besser und erträglicher. Wenn ich
zurückdenke, war das erste Weihnachten … na ja
nicht der Rede wert. Letztes Jahr war es das
komplette Gegenteil und es war fast genauso
schön wie vor Jahren bei meiner Familie. Ich freue
mich jetzt schon auf dieses Weihnachten und die,
die noch kommen. Gleichzeitig denke ich an meine
Familie, in welcher jeder alleine für sich die Zeit
versucht rumzukriegen. Ich versetze mich in ihre
Lage und es tut weh. Mich überkommt das
schlechte Gewissen, dass ich hier drin so „schön“
feiere und dann wünschte ich mir nichts mehr, als
das gerade die Menschen in dieser Zeit zusammen
wären, denn dann, denke ich, wäre alles nur halb
so schlimm. Nur da habe ich wenig Mitsprache-
recht.
Aber ich weiß, dass ich immer alles getan habe, um
meiner Familie so nah wie es mir nur irgendwie
möglich ist, zu sein durch viele schöne Briefe,
Telefonate oder Besuche. Aus eigener Erfahrung
kann ich sagen, dass es absolut gar nichts bringt,
sich einzuigeln und zurückzuziehen. Damit schadet
man nur sich selbst und am meisten tut man den
Menschen weh, die am wenigstens etwas dafür
können und es nicht verdient haben! Also
Arschbacken zusammenkneifen und los geht's.
Auch für die Ideenlosen unter uns, die keinen Plan
haben, was sie in dieser Zeit machen sollten …
versucht doch mal leckere Kekse zu backen, mit
anderen
einen
Film
schauen,
gemeinsam
Weihnachtspost zu basteln, einfach an einem Tisch
gemeinsam zu essen und ganz wichtig … den Hof,
die frische Luft und gemeinsam mit anderen den
(bis dahin hoffentlich vorhandenen) Schnee zu
genießen.
Weihnachten 2019

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
8
Nr. 64, Weihnachten 2019
Hört, hört, die GMV
hat etwas zu sagen
Liebe Leserinnen,
es gibt wieder etwas aus den
letzten GMV Sitzungen zu berichten
Besuch:
- Für den familienfreundlichen Besuch können euch
ab jetzt anstatt der drei Erwachsenen nun vier
Erwachsene besuchen kommen.
- Wir haben das Problem mit dem fehlenden Tabak
in den Automaten angesprochen. Es wird nach
einer Lösung gesucht. Habt noch etwas Geduld
Arbeiten an der Fassade:
- Manche werden es schon mitbekommen haben,
das am Nebengebäude und der Küche neu
gestrichen wird. Warum?
Wegen euch, denn manche sind der Meinung, dass
Lebensmittel an die Wand werfen sehr erwachsen
ist.
Habt ihr mal an die Kosten gedacht, die dadurch
entstehen und dass man diese Kosten vielleicht für
etwas anderes hätte investieren können.
- Da wir gerade bei dem Thema sind …
viele von euch möchten gerne Artikel im Glas. Dies
wird jedoch erst eingeführt, wenn damit aufgehört
wird, Dinge aus dem Fenster zu schmeißen!!!
Die Gesundheit der Hausarbeiter etc. steht an erster
Stelle.
Überlegt es euch also und denkt vielleicht mal
darüber nach, ob auch das so erwachsen ist.
Macht ihr das denn bei euch zu Hause auch?
Massak:
- Nochmal möchten wir euch daran erinnern, dass,
wenn ihr neue Artikel auf der Einkaufsliste wünscht,
uns eure Vorschläge aufschreibt und in der Brief-
kasten in der 53 werft.
Neu:
- Ab Januar wird wohl eine neue Sozialarbeiterin
hier in der JVA-C anfangen. Auch wird demnächst
ein neuer Psychologe kommen.
Verlegung des Hofes:
- Erfolgt 2020 durch den Neubau der Sporthalle, der
dann beginnen soll, wie manche es schon gehört
und rumerzählt haben.
G
efangenen
M
it
v
erantwortung und ...
Eine kleine Wendegeschichte -
Döner aus Berlin
(HL)
Wir hatten schon die Deutsche Einheit und so
langsam gab es Sachen in Sachsen zu kaufen, die
aus dem Westen stammten. Allerdings gab es in
Berlin immer noch mehr als in der „Provinz“.
Eines Tages kündigte mein Chef wieder einmal
seine Dienstreise nach Berlin an, wo er ein
Wochenende lang zu einem Kongress musste,
während ich, seine Sekretärin im Büro zurückblieb.
Es war damals üblich, dass Berlinreisende einige
handgeschriebene Zettel im Gepäck hatten, auf
denen Sonderwünsche niedergeschrieben wurden.
Diese klangen ungefähr so: „Bitte bringe mit:
Ölsardinen, Gewürzgurken im Glas, Zitrone in der
gelben Plastikflasche und einen schönen großen
Döner - und wenn möglich eine Schallplatte von
Udo Lindenberg.
Natürlich hat der Chef bereitwillig (nicht für jeden!)
alle diese Dinge aus Berlin angeschleppt. Nicht zu
vergessen, dass er diese Einkäufe dort freitags
besorgte und montags dann wieder zur Arbeit
erschien. Er hatte also den Döner das ganze
Wochenende in der Aktentasche, nur mit ein
bisschen Alu-Papier eingewickelt. Als er damals
damit
ankam,
konnte
ich
das
herrliche
Geschmackserlebnis kaum erwarten. Es war der
schönste Döner der Welt. Das Alter spielte keine
Rolle. Kein Krümelchen blieb übrig.
Heute, 30 Jahre danach kaum vorstellbar, dass
man so ein altes Ding noch essen würde.
Döner war quasi der Inbegriff von kulinarischer
Freiheit, das Nachhauseholen von noch fremden
westlichen Kulturen, denen wir wenigstens schon
mal mit Gaumenfreuden begegnen konnten. So
begann das Kennenlernen fremder Länder, die wir
namentlich zwar aus dem Atlas kannten, aber von
ihnen nicht viel wussten. Auf in eine neue Zeit, hieß
das Motto der Stunde!
Als sich die Euphorie im Laufe der Jahre etwas
legte, stellten wir sachlich fest, dass der Döner
eigentlich ein bunter Salat mit „Brot“ war, nur die
Darreichform etwas von unserer abwich und wir
DDR-Bürger uns so nach und nach daran gewöhnt
hatten, statt am Küchentisch eben auf der Straße
zu essen und zu kleckern.
G. R.

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64. Haft Leben
9
„Wünsche 2020“
(HL/PAF)
Wann habe ich das letzte mal einen
Wunschzettel geschrieben, vielleicht mit 8 oder 9
Jahren, als ich noch ein kleiner Rotzer war und
meine heile Kinderwelt noch so unbeschwert
erschien. Nun bin ich 26 Jahre alt und es ist etliche
Zeit vergangen zum schönem Kinder-Dasein, die
Wunschzettel werden nun nicht mehr mit Bunt-
stiften gemalt, sondern mit schwarzer Tinte
geschrieben.
Die Welt hat sich verändert und ich mich mit.
Natürlich würden meine Wünsche an meine
wunderbare Familie gehen, die nach wie vor hinter
mir stehen, die soviel auf sich genommen haben
und das von heute auf morgen. Ihr hattet es nicht
immer leicht mit mir, denn ich war schon ein sehr
anstrengendes Kind, ich habe eine Menge Blödsinn
angestellt und erst spät begriffen, was ihr mir
versucht habt mit auf den Weg zu geben. Ich
möchte euch danken, danken, dass ihr mich nie
aufgegeben habt oder mich gar fallen lassen habt,
aber auch für eure Erziehung, denn ich bin froh,
dass ich bin, wie ich bin. Ihr seid so wunderbare
Menschen und ich sage es euch viel zu selten „Ich
liebe euch“. Auch wünsche ich meinen Herzens-
menschen ein angenehmes Weihnachten. Versucht
es euch so schön wie es nur geht zu machen.
Jeder von euch hat etwas Besseres verdient als
DAS hier. Bitte gebt nicht auf und kämpft, auch
wenn es mal schwer erscheinen mag, so könnt ihr
euch IMMER auf mich verlassen, ich werde für
euch da sein und euch in allem unterstützen.
Ihr seit alle wunderbare Menschen, bleibt so
einmalig wie ihr seid. Ich bin so froh, euch an
meiner Seite zu wissen.
Was kann ich mir heute wünschen oder was würde
ich mir wohl wünschen. Tja, das ist eine gute
Frage, denn eigentlich habe ich schon alles und ich
besitze, denke ich, nicht das Recht, MIR etwas zu
wünschen. Ich bin ein verurteilter Straftäter, der
Sünde begangen hat, oh man wie das klingt oder
schon erschreckend. Dennoch bin ich ein Mensch
mit Gefühlen und ich hoffe, dass auch mir
irgendwann vergeben wird. Darf ich sowas
überhaupt schreiben, darf ich das Wort "dennoch"
oder "vergeben" benutzen. Besitze ich das Recht?!
Ich weiß es nicht.
Anderen Menschen geht es sicher viel schlechter
als mir, ja sogar hier im Knast. Wäre es denn nicht
respektlos und egoistisch, wenn ich mir den
Himmel auf Erden wünsche, wenn ich doch
eigentlich alles habe?!? Was fehlt mir denn auch,
die Freiheit klar, dass ich das tun kann, was ich
gern möchte oder zumindest was ich in dem
Moment gern möchte. Klar möchte ich hier raus,
um bei meiner Familie zu sein und bei meinem
Kind, aber auch dass ich arbeiten gehen kann und
meinen Herzenswunsch starten kann, dass ich mir
etwas aufbauen kann und irgendwo ganz neu
anfange. Das ich endlich alles hinter mir lasse und
die Lasten, die auf meinen Rücken sich verkeilt
haben, endlich abfallen. Man macht sich über so
viele Dinge Gedanken oder regt sich über banale
Sachen auf, doch vielleicht sollte man einfach mal
die wirklich wichtigen Dinge in den Vordergrund
stellen, wie sich selbst!
Mein Gott ja, wir sitzen hier, die einen kürzer und
die anderen länger, aber so ist es nun mal, wir
hätten alle vorher überlegen können, was wir tun
und ich bin mir auch sicher, dass jeder einzelne
weiß, dass es der falsche Weg war, den wir
eingeschlagen haben. Ich möchte natürlich wie ihr,
auch hier raus, keine Frage.
Nun, das wäre wohl mein persönlicher Wunsch,
dass mir vergeben wird für das, was ich an jenem
Tag getan habe. Ich lebe.
Bild S. 8, Chefkoch.de, und S. 9, Archiv „HaftLeben“

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
10
Nr. 64, Weihnachten 2019
„Wünsche 2020“
Wünsche für das neue Jahr!
(HL/PFL)
Wünsche? Was kann ich mir wünschen,
wenn ich hinter Gittern sitze? Klar, ich bin nicht
ohne Grund hier. Das erste, was mir in den Kopf
kommt, meine Familie bzw. das, was davon übrig
geblieben ist. Durch die Haft wurde ich von jetzt auf
gleich aus dem Leben gerissen und weg von
meinen Lieben. Wie gerne würde ich sie sehen, in
die Arme nehmen und ganz fest halten. Die
Monate, welche ich jetzt hier bin, sind eine lange
Zeit. Klar sitzt manch einer schon viel länger hier,
das ist mir bewusst.
Der Familienzusammenhalt wird in den kommen-
den Jahren auf eine harte Probe gestellt. Ich
wünsche mir, dass wir das gemeinsam überstehen.
Mit meinem Sohn bin ich leider nicht im Guten
auseinandergegangen. Bedingt durch Drogen und
private Gründe kommt mein Sohn mit dem realen
Leben nicht mehr klar. Für ihn wünsche ich mir,
dass er, sobald ihm die Möglichkeit gegeben wird,
sich in Therapie zu begeben, die Hilfe annimmt.
Dass, wenn meine Haft zu Ende ist, wir hoffentlich
einen Neustart angehen können.
Meine Tochter ist an den Anforderungen, die
unvorbereitet auf sie zu kamen, gewachsen. Sie ist
eine starke junge Frau. Ihr wünsche ich die Kraft,
das bis zum Ende meiner Haft durchzuhalten. Ich
bin sehr stolz auf sie.
Meine Enkelin ist sehr tapfer. Sie wünscht sich,
dass ihre Oma bald nach Hause kommt.
Meiner pflegebedürftigen Mutter wünsche ich die
Kraft, die Zeit meiner Abwesenheit durchzustehen.
Für die Zeit hier wünsche ich mir, dass ich die Haft
gut überstehe.
Ich wünsche mir für die Mitgefangenen ein gutes
Auskommen untereinander.
Der Satz
„Wir sitzen im selben Boot“
klingt
vielleicht banal, aber es stimmt schon irgendwie.
Wir sind hier eine sehr große „Familie“ mit
verschiedenen
Mentalitäten
und
Charakteren,
welche akzeptiert werden müss(t)en.
Für das Neue Jahr wünsche ich euch allen,
liebe Leserinnen und Leser, dass eure Wünsche
in Erfüllung gehen.
Archiv HL/LR/01/2017

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64. Haft Leben
11
„Wünsche 2020“
(HL/HB)
Irgendwie
finde
ich
das
Thema
Wunschzettel total kitschig und gleichzeitig sehr
schwierig. Denn ich wünsche mir für mehrere
Personen und Personengruppen etwas. Ich bin mir
jetzt schon sicher dass das hier der kürzeste
Wunschzettel wird. Für meinen Sohn, meine
Mama, meinen Bruder und meine Herzensfreunde
wünsche ich all die Kraft, das kommende Jahr
genauso gut zu meistern und zu überstehen wie
dieses Jahr. Eine ganze Menge Gesundheit und
alles Glück der Welt und dieses auch zu erkennen
und das Leben zu lieben und zu genießen.
Oft sehe oder höre ich von Menschen, die so
tieftraurig innerlich sein müssen, sonst würden sie
auch hier gute Seiten und Sachen sehen und
würden nicht nur nach den schlechten Dingen
suchen, sie finden und noch schlechter reden.
Dass wir hier sind, hat nun mal seinen Grund und
das müssen wir akzeptieren.
Ich wünsche diesen Menschen, dass sie ihre
Augen öffnen für die schönen Dinge, die es auch
hier drin gibt und das nicht zu wenig.
Hoffentlich erkennt ihr diese Dinge und vielleicht
lernt ihr es auch, diese wertzuschätzen.
Zum Schluss wünsche ich jedem Einzelnen ein
Umfeld, was euch gut tut, wo ihr sein könnt wie ihr
seid und wo ihr die Menschlichkeit findet, die ihr
sucht. Ich kann euch nur ans Herz legen, die Zeit
hier so schön wie möglich zu machen und das
geht, wenn man nur will.
Lachen ist Balsam für die Seele und gesund.
Ich habe selten draußen so viel und laut gelacht
wie hier drin, DANKE! Also nehmt euch bitte den
folgenden Satz mal zu Herzen und denkt darüber
nach =)
''Es ist nur so schön, wie man sich es macht!''
Bild, Archiv HL

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
12
Nr. 64, Weihnachten 2019
Wendegeschichten
November 1989
(HL)
Beim Aufräumen fällt mir doch wieder einmal
mein alter Straßenatlas in die Hände. Ich setze
mich hin und fange an zu blättern und nachzu-
denken. Die DDR und die angrenzenden Staaten
Richtung Osten sind gut markiert und die Straßen
deutlich eingezeichnet, aber wie geht es in der
anderen Richtung weiter? Westlich von Plauen ist
alles blass und kein Straßenverlauf ist mehr zu
erkennen. So geht es an der ganzen Grenze zur
BRD
weiter.
Für
mich
ist
hier
alles
ein
Niemandsland. Unendlich weit entfernt und nicht
erreichbar. Rentnerin werde ich noch lange nicht.
Und selbst dann dürfte ich als Kindergärtnerin erst
nach einer Wartezeit von einigen Jahren in die
BRD reisen. Ich arbeite in der Volksbildung und bin
somit Geheimnisträgerin. So ein Witz! Na gut, es ist
nicht zu ändern. So fange ich an zu träumen. Ich
habe eigentlich nur einen Wunsch: Ich möchte die
Alpen einmal sehen. Schneebedeckte Berge, den
Königssee
und
Berchtesgaden
in
natura
bestaunen. Hier waren meine Eltern 1934 auf ihrer
Hochzeitsreise und ich schaute mir als Kind immer
und immer wieder die kleinen Schwarzweißfotos
an.
Es sind für mich Sehnsuchtsziele,
nie erreichbar und wunderschön!
Während ich so gedankenverloren in
den grauen Novemberabend hinein-
träume, wird es Zeit in der
Gegenwart anzukommen und die
Aktuelle Kamera anzuschauen.
Man erwartet wenig neues, aber
man schaltet trotzdem die Flimmer-
kiste an. Plötzlich werde ich
hellwach, was hörte ich da eben mit
halbem Ohr? Jeder Bürger der DDR
darf jetzt besuchsweise in den
Westen fahren? Das kann doch nicht
wahr sein! Da muss ich doch morgen
gleich einmal meine Kolleginnen
fragen, ob das wirklich so ist.
Ja, es war so. Noch im Verlaufe des
gleichen Abends sah man im
Westfernsehen, wie die ersten
Bürger von Ostberlin Richtung
Westen aufbrachen und später sogar
die Mauer erklommen.
Was wird jetzt werden? Wie wird das
enden?
Schon in den nächsten Tagen
wurden entlang der Westgrenze bestimmte Stellen
geöffnet und ein Strom von Autos schob sich über
die Autobahn vorbei an Plauen Richtung Hof. Die
Züge in dieser Richtung waren auch überfüllt und
die Menschen konnten ihr Glück nicht fassen. Es
gab auch noch 100,00 DM Begrüßungsgeld!
Westgeld! So ein Wunder!
Meine Familie plante nun auch einen Ausflug
Richtung Hof. Ich konnte plötzlich nach Bayern.
Mein innerer Kompass sagte mir, das wird ja eine
weite Reise. Nach Bayern, dorthin wo der
Straßenatlas nur noch farblos ist!
An einem Sonnabend im November wagten wir die
Fahrt. Schnell waren wir, trotz des dichten Verkehrs
(ein Trabi hinter dem anderen), in Plauen.
Und dann, nach für mich unfassbar wenigen
Kilometern, überfahren wir die Grenze! Wir sind in
Bayern!!!
Wir halten am Randstreifen an, steigen aus und
umarmen uns erstmal. Alle jauchzen unter Tränen,
wir klopfen uns auf die Schultern und können die
Situation gar nicht richtig begreifen.
Es geht natürlich noch nicht in die Alpen, sondern
in die nächste Kleinstadt, Begrüßungsgeld abholen.
Übrigens habe ich dieses Geld für meine erste
Reise nach Berchtesgaden gespart.
L. R.

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64. Haft Leben
13
Wendegeschichten
Wie habe ich die Wende, bzw. die Zeit
davor und danach erlebt?
(HL)
Als Familie hatten wir keinen direkten Bezug
zur ehemaligen DDR. Nur vom Hörensagen bzw.
über kirchliche Partnergemeinden, wenn es um ein
Weihnachtspaket im Kindergottesdienst ging.- Was
ist nützlich, was bereitet Freude, was darf
eingepackt werden.
Manche Ausflüge mit der Familie führten uns in die
Nähe von Hof und in das Tal der Saale. Wir
schauten über den Fluss, die Mauer, die Grenze,
sahen das brache Land, stets beobachtet von der
Grenzpolizei mit Fernglas, obwohl diese manchmal
nur wenige Meter von uns entfernt standen.
Arbeiterinnen der Fabrik jenseits der Grenze
schauten herüber, sie durften nicht winken, denn
beobachtet von den Grenzsoldaten wurde jeder
notiert, der versuchte, Kontakt aufzunehmen.
Heimlich gelang es den Frauen trotzdem.
Dennoch war es immer sehr bedrückend und
fremd, die Feindseligkeit der Grenze zu spüren.
Zuhause
in
N.
machte
ich
schließlich
Bekanntschaft mit Pflegepersonal aus Sachsen in
einem jüdischen Seniorenheim, da ich dort ehren-
amtlich tätig war.
Die Verwandtschaft in Oberfranken erzählte uns
von
den
emotionalen
Begegnungen
am
Hauptbahnhof in Hof. Sie waren aktiv mit dem DRK
beteiligt, die Ankommenden mit Essen und
Getränken zu versorgen und erlebten eine
unbeschreiblich überwältigende Situation. Viele
Menschen kamen zunächst mit dem Zug aus Prag,
dann aber auch von anderswo an.
Auch in N. erlebten wir Besucher aus dem Osten,
die unter vielem anderen fassungslos vor dem
Erzgebirgsladen standen und sich wunderten, wie
viel schöne Holzkunst „Made in GDR“ dort
angeboten wurde,
die zu Hause nicht
zu
bekommen war.
Selbst standen wir dieser emotionalen Zeit immer
sehr kritisch gegenüber, weil solch extreme
Veränderungen immer damit einhergehen, dass es
Gewinner und Verlierer gibt.
Dass wir einige Jahre später als Familie nach
Sachsen ziehen sollten, war zu diesem Zeitpunkt
nicht vorstellbar. Nun leben wir seit über zwei
Jahrzehnten in Chemnitz.
Ich bin der Meinung, es war gut so und ich sehe es
als Gottes Führung an.
E. Z.
(inklusive Foto)
Ein Herbst, in dem Blätter fallen
(HL/NML) Es ist wieder Herbst und ich bin gerade
in eine neue Klasse gekommen. Also, es ist meine
alte Klasse, aber wir haben mit dem neuen
Schuljahr angefangen. Es gab einen neuen
Stundenplan, zwar keine neuen Lehrer und auch
keine neuen Fächer, aber es liegt jetzt alles etwas
anders über die Woche verteilt. Ich musste neue
Hefter anfangen. Was mache ich jetzt mit den
alten, die soll ich nicht mehr in den Unterricht
mitbringen.
Ein
Mitschüler
ist
seit
den
Sommerferien nicht mehr da, sonst ist eigentlich
kaum etwas anders. Ich kann jetzt wieder Punkte
für ein neues Thälmann-Abzeichen sammeln, aber
das rote Halstuch bekomme ich dieses Jahr leider
noch nicht. Das kann ich mir auch nicht verdienen,
da bin ich einfach noch zu klein. Das ärgert mich,
aber auch der Pionierleiter hat gesagt, dass er da
nichts machen kann.
Trotzdem strenge ich mich an, die Wandzeitung
immer schön interessant zu machen. Wo draußen
die Blätter so rot und orange leuchten, sind auch
gerade viele Bilder mit den roten Fahnen und
Fähnchen im Hintergrund in der Zeitung. Die Farbe
hat mir schon immer gefallen. Nelken sind zwar
nicht meine Lieblingsblumen, aber die roten mag
ich natürlich. Ich kann mich auch an meine große
Schwester Karin immer nur mit dem roten Halstuch
erinnern, obwohl sie ja ab diesem Schuljahr nun die
blaue FDJ-Bluse anziehen muss. Sie scheint
irgendwie traurig darüber zu sein - bei der Farbe
kann ich das aber auch voll verstehen. Rot ist doch
viel schöner als blau. Manchmal schnappe ich mir
ihr rotes Halstuch aus dem Schrank, aber meine
Eltern haben mir verboten, damit in die Schule zu
gehen. Und weil Mama in der Schule arbeitet, traue
ich mich nicht, es trotzdem zu machen. Sie ist zwar
nicht in meiner Klasse, aber ich fürchte, unsere
Klassenlehrerin Frau Schmidt würde es ihr im
Lehrerzimmer erzählen. Außerdem will ich ja
wieder das Thälmann-Abzeichen haben, da kann
ich Frau Schmidt nicht ärgern.
Mama kümmert sich eigentlich sonst nicht darum,
was ich in der Schule mache. Wir hatten einmal
eine Mathestunde bei ihr, nur als Vertretung, weil
Herr Hausner den Tag plötzlich krank gewesen
war. Das war schon komisch, ihr da an der Tafel
was vorzurechnen, sie kümmert sich zu Hause
sonst nicht mal um meine Hausaufgaben. Ich habe
aber auch alles richtig gerechnet, so dass sie sich
nicht kümmern muss.
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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
14
Nr. 64, Weihnachten 2019
Wendegeschichten
Nach zwei Wochen habe ich mich dann schon ganz
gut an den neuen Stundenplan gewöhnt und auch
die Sportsachen vergesse ich nicht mehr. Papa
schaut zwar immer noch mal, bevor er auf Arbeit
fährt, aber er muss schon nichts mehr sagen. Im
Moment redet er sowieso wenig, auch mit Mama.
Vielleicht hat Mama ja mit ihrer neuen Klasse zu
tun und Papa hatte zuletzt mal erzählt, dass bei
ihm im Betrieb ein paar Kollegen fehlen, das gibt
vielleicht Stress, der ihm Sorgen macht. Damit
kann ich sowieso nicht helfen.
Diesen Montag kam Papa irgendwie noch später
nach Hause als zuletzt schon. Die Demonstration
hätte wieder den ganzen Verkehr aufgehalten.
Mama, Karin und ich haben alleine Abendbrot
gegessen. Die beiden waren ganz still und keine
hat mich nach den Hausaufgaben gefragt und auch
sonst will Mama nicht wissen, ob Herr Hausner sich
nun gefreut hat, dass wir die kurze Bruchrechnung
schon können. Papa kommt nach Hause, als ich
schon fast ins Bett muss. Er sieht ziemlich
abgekämpft aus, wahrscheinlich muss er die Arbeit
von den fehlenden Kollegen mitmachen. Ich bin ja
in der Pioniergruppe meistens froh, wenn ich die
Dinge selber machen kann. Nur Papas Betrieb ist
wahrscheinlich etwas größer als unsere Pionier-
gruppe, die sich um den Schulgarten kümmert.
Mama stellt Papa noch das Abendbrot hin und ich
sage ihm Gute Nacht, nachdem ich mir die Zähne
geputzt habe. Er drückt mich länger als sonst, als
ob ich den Tag darauf ins Ferienlager fahren
würde. Ich drücke ihn ganz dolle zurück und dann
gibt Mama mir schon Langohr in die Hand, meinen
gelben Plüschhasen. Ich trolle mich langsam ins
Bett, als ich noch mal Richtung Küche zurück-
schaue, sitzen die beiden still da. Mama wirft mir
ihren 'geh und schlaf jetzt-Blick‘ zu und lächelt
müde. Langohr kommt neben mir aufs Kissen,
Karin macht das Licht aus und ich krabble unter die
Decke. Langohrs Ohren schmiegen sich um mein
Kinn und ich schlafe ein.
...
Irgendwann in der Nacht werde ich wieder wach.
Ich weiß nicht mehr, was ich geträumt habe und ob
ich davon wach geworden bin. Langohr ist auf dem
Fußboden gefallen und mein Schlafi ist ziemlich
durchgeschwitzt. Ich habe Durst, also will ich leise
in die Küche gehen und mir ein Wasser holen.
Draußen ist es stockfinster, Mama und Papa
schlafen sicher auch, deshalb schleiche ich ganz
leise. Als ich die Tür einen Spalt weit aufschiebe,
ist da noch Licht in der Küche und im Wohnzimmer.
Ich sehe niemanden in der Küche, aber ich höre
Papas Stimme aus dem Wohnzimmer. Er redet
leise und er redet, als ob er ganz müde wäre. Ich
schleiche mich langsam in den Flur - für mein
Weihnachtsgeschenk ist es noch zu früh und für
mein Geburtstagsgeschenk sowieso.
Papa erzählt von den Straßen in Leipzig, wie er im
Bus auf dem Arbeitsweg in die Seitenstraßen
schaute.
Papa liest sonst immer die Zeitung auf dem Weg,
aber er sagt, beim Anblick der Mannschaftswagen,
die da vom Monarchenhügel und die ganze Prager
Straße entlang überall verteilt waren, da ist ihm
ganz schlecht geworden. Die Polizei sei überall in
der Stadt unterwegs gewesen und wahrscheinlich
auch noch andere, die man nicht gesehen hat. Und
diesmal waren noch weniger Kollegen auf Arbeit.
Der Lutz hätte ja schon die ganze Zeit so geredet
und jetzt sei er wohl geflüchtet. Mama fragt nur, wie
das denn mit den Kindern sei, die kleine Jana wäre
doch genauso alt wie ich. Die hätte er alle
mitgenommen. Die seien nur mit einem Rucksack
pro Person los, mitten in der Nacht. Der Andi
überlege jetzt auch schon. Papa will den nächsten
Montag mit zur Demonstration gehen. Was ist eine
Demonstration? Mama hat da ganz große Angst
davor. Sie will nicht, dass Papa geht und sie geht
auf keinen Fall mit. Die Leute gucken ja in der
Schule schon so komisch und im Lehrerzimmer
redet kaum noch jemand miteinander, nur über das
Wetter,
die
Herbstblätter
und
die
Winter-
vorbereitungen für den Schulgarten. Mama sagt,
mit ihr reden alle noch weniger als mit den
anderen, es wissen ja alle, dass Papa in Leipzig
arbeitet. Es fragt aber auch keiner, nicht mal die
Parteisekretärin erkundigt sich mehr nach ihm. Das
macht ihr ein immer mulmigeres Gefühl. Was heißt
mulmig? Ich ziehe die Arme vor mir zusammen, der
Schlafi ist immer noch klamm und Langohr liegt in
meinem Zimmer auf dem Fußboden.
Plötzlich ist wieder Montag und ich klemme mich in
den Türrahmen, Langohr halte ich klammernd
hinter meinem Rücken fest. Mama hilft Papa durch
den Flur, sie schleppen sich an mit vorbei, aber sie
sehen mich nicht. Papas Hose und Pullover sind
ganz schmutzig und der Pullover hat dunkle
Flecken. Im Bad zieht Mama ihm den Pullover aus,
das Hemd darunter hat verschiedene rote Stellen,
aber das Hemd hat ja kein Muster. Mama schreit
und weint und will Papa das Hemd so schnell wie
möglich ausziehen. Er sagt, dass sei nicht sein
Blut, es wäre Andis. Wo denn jetzt der Andi sei,
fragt Mama. Das wisse er nicht, sie hätten sich
hinter dem Ostplatz irgendwo aus den Augen
verloren. Der Papa kam auch nur mit viel Glück
weg. Mama kontrolliert den ganzen Oberkörper auf
Wunden, aber Papa gehe es gut. Die blauen
Flecken von den Schlagstöcken kämen erst später.
Papa sieht aus, als hätte er sich geprügelt, was sie
mir ja immer verboten haben. Mama weint jetzt
leiser, sie versucht gleich die Sachen etwas
auszuwaschen, während Papa in die Badewanne
steigt. Mama geht an mir vorbei in die Küche und
gießt sich irgendwas aus einer Flasche aus dem
Hängeschrank ein.
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64. Haft Leben
15
Wendegeschichten
Es sieht aus wie Wasser, aber sie trinkt es nicht
wie Wasser.
Ich höre aus dem Bad, wie die Badewanne immer
voller wird und Mama starrt mit blutleerem Gesicht
in ihr Glas.
Mein Schlafi ist immer noch klamm, so als wäre er
die ganze Woche nicht getrocknet, ich kann mich
auch an die Woche in der Schule nicht erinnern
oder was ich an die Wandzeitung gehangen hab.
Die nächsten Tage finde ich dann sicher was in der
Zeitung über die Sache, die Papa passiert ist.
Irgendwie sitzen wir diesen Montag so spät am
Abendbrottisch, dass ich meinen Schlafi schon
anhabe. Ich sehe gar keinen Teller für Papa, auch
seine Hausschuhe stehen nicht mehr im Flur.
Mama hat mir auch nur ein Brot hingestellt, sie
selbst isst gar nichts. Sie hat wieder nur ein Glas
mit dem komischen Wasser in der Hand. Sie kam
heute viel später aus der Schule, glaube ich. Als ich
eigentlich schon im Bett sein soll, klemme ich mich
wieder in den Türrahmen, Langohr halte ich
hinterm Rücken, so dass mir im klammen Schlafi
nicht so kalt ist, trotzdem friere ich immer mehr.
Oma kommt noch zu Besuch und sie und Mama
schieben sich an mir vorbei, ohne mich in der Tür
zu meinem Zimmer zu sehen. Im Wohnzimmer
schluchzt Mama leise, sie hätten den Papa jetzt
verhaftet. Das hätte Oma ja schon eine Weile
befürchtet. Ob Mama denn jetzt in der Schule
Probleme bekäme. Das wisse sie nicht. Zwei
Lehrer sind seit Mitte der Woche auch nicht mehr
da und von denen hatte sie eigentlich gedacht,
dass die doch ganz sicher zur Partei gehören. Sie
wisse nicht mehr, wem sie überhaupt noch trauen
solle. Aber wenn sie ihre Arbeit behalten wolle,
dann müsse sie sich ganz klar von Papa trennen.
Der sei ja jetzt ein Republikverräter. Bekommt man
mit einem Republikverräter als Papa noch das rote
Halstuch, überlege ich. Was ist denn dann mit
meinem neuen Thälmann-Abzeichen? Mama klang
schon die ganzen Wochen ängstlich, jetzt hab ich
auch Angst. Wo ist denn der Papa? Kommt der mal
wieder?
Wohin
gehen
Republikverräter
ins
Ferienlager?
Es sind ja auch gerade Ferien oder
kommen die noch.
Ich
höre
Mama
immer
noch
schluchzen. Ich weiß nicht mehr, wann
Oma geht.
Papas Sachen sind dann alle weg, die
Hausschuhe, die Handtücher im Bad.
Sein Abendbrotteller steht noch im
Hängeschrank, aber den holt Mama
nicht mehr raus. Auch die Flasche holt
sie nicht mehr raus. Wir essen jetzt
nur noch alleine zusammen, nur
Mama, Karin und ich. Mama fragt
plötzlich, ob mir die Pioniergruppe
denn Spaß mache. Der Markus sei am gleichen
Tag das letzte Mal da gewesen wie der Papa - ob
der jetzt auch im Republikverräter-Ferienlager
wäre, frage ich. Da fängt Mama an zu weinen, so
schlimm, dass ich plötzlich auch weinen muss.
...
Mama sitzt an meinem Bett und nestelt Langohr
gerade wieder auf mein Kopfkissen. Sie tastet nach
meinem Schlafi, der ganz nass ist. Sie sagt, ich soll
mal kurz aufstehen und holt einen neuen Schlafi
aus dem Schrank. Während ich mich umziehe,
lüftet sie die Decke und macht es mir dann wieder
gemütlich. Ob ich schlecht geträumt hätte, will sie
wissen. Da steckt der Papa noch den Kopf durch
die Tür und fragt, ob ich noch was zu trinken
brauche. Ich schaue beide verschlafen an und rolle
mich dann wieder um Langohr zusammen.
Den nächsten Montag sitzen die beiden ganz
lebhaft beim Abendbrot und Papa erzählt von Andi,
der jetzt erst mal bei seinen Westverwandten sei.
Mama sagt, selbst die Parteisekretärin ist schon
getürmt. Ich will wissen, wo sie denn den Turm
gebaut hat. Die Jungpioniere könnten ja noch
tapezieren helfen. Die beiden lachen schallend und
Mama gießt mir nochmal Milch nach. Wir trinken
doch sonst nie Milch zum Abendbrot. Dann nimmt
mich Papa in den Arm, so wie immer, wenn ich
gleich irgendwas nicht mag. Papa sagt, die
Jungpioniere gibt es wahrscheinlich bald nicht
mehr. Ob dann alle gleich Thälmannpioniere
werden, will ich wissen. Dann könnte ich ja das
rote Halstuch gleich bekommen. Jetzt muss auch
Karin lachen - nein, es gibt bald gar keine Pioniere
mehr, Dummerle, prustet sie. Ich kann jetzt aber
ihres haben, es interessiert nämlich niemanden
mehr. Sie war die letzten Tage schon ohne die FDJ
-Bluse in die Schule gegangen. Mama schaut auch
gar nicht streng, als sie das sagt. Jetzt krieg ich
also nur das abgelegte rote Halstuch meiner
Schwester,
aber
mein
Papa
ist
kein
Republikverräter. Die Herbstblätter sind draußen so
wunderbar rot und es bleibt meine Lieblingsfarbe,
auch ohne die Fahnen und Halstücher und Nelken.
Leipzig

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
16
Nr. 64, Weihnachten 2019
Wendegeschichten
Gemüse-Freiheit gestern und heute
(HL)
Zu DDR-Zeiten fuhren wir einmal in den
Urlaub nach Altglienicke, einem Berliner Ortsteil im
Bezirk Treptow. Da nutzten wir in den 80ern eine
Unterkunft
in
einem
Garten,
der
von
geschäftstüchtigen Berlinern als Gästeherberge
vermietet wurde. Es war ein Schönwettertag Ende
Mai,
als
wir
auf
unserer
Heimreise
im
himmelblauen Trabant noch einmal in Berlin Halt
machten. Mein Wunsch war es, an diesem Tag in
einem Gemüseladen einzukaufen, um für zu Hause
etwas
Gutes
zu
haben,
sozusagen
ein
Reisemitbringsel zu erwerben, das meiner Familie
schmeckt.
Also ließ ich meinen Mann und meinen Sohn im
Auto zurück und ging in den Laden. Ich staunte
nicht schlecht, was es hier alles gab! Meine Augen
wurden immer größer, auch meine Kauflust. Als ich
an der Reihe war, hatte ich schon meinen
selbstgenähten Einkaufsbeutel und das Portmonee
mit den Alu-Chips (so nannten wir damals unser
Münzengeld mit spöttischer Verachtung in dem
Wissen, dass es wenige Kilometer von uns entfernt
eine richtige Deutsche Mark gab) bereitgehalten
und verlangte einen Blumenkohl und eine grüne
Gurke. Nach kurzem Zögern wagte ich schüchtern -
so, als ob ich eventuell für diese Frage verbale
Schläge zu erwarten hatte:
„Könnte ich auch zwei Blumenkohl und zwei
Gurken bekommen?
Da schaute mich die Verkäuferin großäugig an,
stellte die Hände in die Hüften und sprach: „Na hier
könn’ Sie so viel kaufen, wie Sie wollen!“ Sie seh’n
doch - wir hab’n jenuch davon!“
Ich fasste es kaum: Eine Erlaubnis! Eine Freiheit!
Eine Tatsache zum Greifen nahe! In den
Geschäften zu Hause wurde die Zuteilung noch im
militärischen Ton praktiziert.
Sofort
versuchte
ich,
meine
verschreckte
Zurückgezogenheit in ein standhaftes Verhalten
umzuwandeln, welches Berliner Kundinnen, oder
sollte ich sagen Königinnen, längst eigen war und
verlangte: „Also noch einen Blumenkohl und noch
eine Gurke, von den Tomaten 500 g, 1 kg Möhren,
die Kräuter da und die Erdbeeren und Champions!“
Es war plötzlich schwer, mit dem Verlangen
aufzuhören. Ich stopfte, unter den verdutzten
Blicken der „Berliner Königinnen“, fast alles in
meinen Beutel. Den Rest nahm ich in die Hand. Mir
war ganz schwummerig vor lauter Glück. Das war
ein unvorhergesehener Urlaubstraum. Und kein
einziges dieser herrlichen Speisen landete in einem
Plastesack. Es gab nur Zeitungspapier bzw.
meinen selbstgemachten Beutel aus Stoffresten.
Immer wenn ich heutzutage durch einen Globus
oder ein Kaufland gehe, wird mir aus einem
anderen Grund schwummerig: nämlich wegen des
Überangebotes an Früchten aus der ganzen Welt,
die alle eine weite Schiffs- oder Flugreise hinter
sich haben, wegen der Haltbarkeit gespritzt sind
und dennoch viele davon im Müll landen. Zudem ist
bewiesen, dass Früchte, die vor Ende ihrer
natürlichen
Reifezeit
von
der
Mutterpflanze
abgerissen
werden,
unverträglich
für
die
Gesundheit sind. Oft betrifft es sogar Sorten, die
auf heimischen Böden wachsen und Plaste-
verpackungen nicht benötigen, welche ehest das
Schwitzen und Faulen der zarten Fracht fördert und
beschleunigt.
Das Fazit lautet also - zu wenig Obst und Gemüse
wie früher ist nicht gut; zu viel in Menge und
Aufwand und zur falschen Zeit geerntet, ist auch
nicht gut. Der goldene Weg wäre die Mitte. Diesen
einzuführen hat keine Kundin die Macht, da ist es
abrupt vorbei mit der königlichen Kundenherrschaft.
Der Gammel stinkt zum Himmel und ein Paradox.
Vieler Hände Arbeit umsonst. Das war nicht der
Traum von 1989 und kein gesunder Menschen-
verstand verlangt unreife Erdbeeren zur Weih-
nachtszeit in den Auslagen vorzufinden.
G. R.

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64. Haft Leben
17
HL-Horoskop 2020
Widder - 21.03.-20.04.
2020 wirst Du unbesiegbar sein.
Du möchtest alles erreichen und
gibst 200 %, damit alles, was Dir
letztes Jahr nicht gelingen wollte, doch noch klappt.
Dafür mischst Du auch Deine Beziehungen gehörig
auf. Im neuen Jahr weht der Wind der Veränderung
durch Dein Leben und das gefällt Dir. Leider wird
es neben Höhen auch Tiefen geben. Lass Dich
davon nicht entmutigen.
Achtung, in Deinem Lieblingsmonat gilt es stark zu
sein: Deine beste Pistenfreundin
(vielleicht sogar Partnerin) wird
auf eine andere Station verlegt
oder entlassen. Es gilt, sich
davon
nicht
unterkriegen
zu
lassen. Bleib zuversichtlich!
Stier - 21.04.-20.05.
2020 wird ein Jahr voller Entspannung und
Zuversicht für Dich sein. Du hast komplett mit
privaten und beruflichen Projekten zu tun, für die
Du all Deine Energie und Zeit aufwendest, um sie
zum Erfolg zu bringen. Dein Pragmatismus wird
dieses Jahr gefordert. Selbstzweifel werden Dich
auch
plagen,
doch
diese
kritischen
Phasen
sind
notwendig,
um
am
Ende
erfolgreich sein zu können.
Im Januar nehmen Spannungen
zwischen
Dir
und
einer
bestimmten
Bediensteten
zu.
Obacht
vor
Auseinandersetzungen - bleib
einfach ruhig.
Zwillinge - 21.05.-21.06.
Du hast 2020 Nerven wie Drahtseile und erfreust
Dich guter Gesundheit. Das sind die perfekten
Voraussetzungen, um neue Pläne zu entwerfen
und Perspektiven zu öffnen. Die Planeten werden
Dir
Erfolg
in
allen
Bereichen
verschaffen,
vorausgesetzt, Du legst den nötigen Einsatz an den
Tag.
Stühle rücken in den Gefängnisbetrieben: wenn Du
eine neue Beschäftigung brauchst, nutze Deinen
Geburtsmonat für eine Veränderung!
Krebs - 22.07.-22.08.
Du möchtest 2020 zu Dir selbst
und
Deinem
eigenen
Ich
zurückfinden und viel mehr nach innen schauen.
Deine Gemütszustände verändern sich dabei
manchmal schneller als die Sterne, sodass Du ein
ereignisreiches und bewegtes Jahr erleben wirst.
Deine Beziehungen und Deine
Gesundheit stellen Dich immer
wieder vor Herausforderungen,
aber Du hältst Kurs. Dein Mut
und Dein Wille werden sich am
Ende des Jahres auszahlen. Du
musst nur daran glauben!
Vorsicht: In Deinem Geburts-
monat könnte es besonders
scharfe Zellenkontrollen geben. Räume vorher
lieber nochmal ordentlich auf.
Löwe - 23.07.-23.08.
Für ein schönes Jahr 2020, wirst Du Dich
anstrengen müssen, aber davor
hast Du keine Angst! Du weißt,
dass Deine Arbeit und Dein
Einsatz belohnt werden, also
investiere
den
notwendigen
Schweiß und die Zeit, die zum
Erfolg führen werden. Die Sterne
werden Deine Entschlossenheit
unterstützen und Dich belohnen.
Im März kann es zu häufigen Wechseln auf der
Station kommen. Lass Dich auf die Neuen ein und
kapsele Dich nicht ab.
Jungfrau - 24.08.-22.09.
Du gewinnst 2020 für alle Lebensbereiche an
Stabilität und Sicherheit hinzu und das gibt Dir ein
gutes Gefühl. In der Liebe, Familie und Freizeit
entwickelt sich vieles weiter. Du wirst aber nicht nur
auf Deinen Haushalt und Dein Privatleben konzen-
triert sein, berufliche Belohnungen warten ebenso
auf Dich.
Der Mai ist ein guter Monat, um noch nicht
angefangene Gute Vorsätze nachzuholen! Melde
Dich doch für einen neuen Sportkurs an!
(HL/Red.) Die Sterne wurden diesmal von NML für Euch befragt!

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
18
Nr. 64, Weihnachten 2019
Haft Leben - 2020

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64. Haft Leben
19
Fotos: Fachklinik Schlehreut
Haft Leben - 2020
Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
Thalheimer Straße 29
09125 Chemnitz
E-Mails für die Redaktion, bitte an: HaftLeben@T-Online.de
und Thüringen

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
20
Nr. 64, Weihnachten 2019
HL-Horoskop 2020
Waage - 23.09.-22.10.
2020 ist genau das Jahr, um
neue Initiativen und Chancen zu
ergreifen! Wage es in allen
Teilen Deines Lebens und Du
wirst belohnt. Es ist an der Zeit,
Deine Liebe kundzutun oder
rauszugehen
und
Leute
kennenzulernen.
Im
Frühling darfst Du Dich gleich auf mehrere Erfolge
freuen.
Aber Vorsicht, meide Menschen auf Konfron-
tationskurs.
Nicht verzagen, weiter beantragen! Im Juli hast Du
die größte Chance, dass Deine Anträge bei den
richtigen Sachbearbeitern landen.
Skorpion - 23.10.-22.11.
Du wirst 2020 kaum Zeit für
Langweile
finden.
Dein
Kampfgeist, Dein Mut und Dein
gutes
Einfühlungsvermögen
werden Dir im Beruf zu einigem
Erfolg verhelfen. Deine größte Herausforderung
wird es sein, stark und diszipliniert zu bleiben, um
Deine Vorhaben erfolgreich zu Ende zu führen.
Nimm Dir Zeit zum Nachdenken und berate Dich mit
Deinen Lieben, bevor Du wichtige Entscheidungen
triffst und alles wird gut.
In Deinem Geburtsmonat wird es bei Massak ganz
besondere
Angebote
geben.
Teile
Dir
Dein
Einkaufsgeld gut ein.
Schütze - 23.11.-21.12.
2020 tust Du, was Du kannst,
um
Deine
finanzielle
Lage
wieder zu verbessern. Du bist
dieses Jahr voller Tatendrang,
aber Vorsicht, Du könntest es manchmal etwas
übertreiben und zu schnell zu viel wollen! Um ein
angenehmes Jahr 2020 zu verbringen, musst Du
den Durchblick behalten und bei Deinen Projekten
realistisch bleiben.
Im Dezember wird die Küche fast jeden Tag Deinen
Geschmack treffen. Das gibt erhöhte Gefahr für
Gewichtszunahme.
Steinbock - 22.12.-20.01.
2020 wirst Du Dich selbst mit
Deinem Mut überraschen. Du
wirst
all
Deine
Komplexe
ablegen
und
Dich
dazu
entschließen, Dich zu ändern. Nimm Deinen
Ehrgeiz zusammen und bleibe hartnäckig, dann
wirst Du das Glück auf Deiner Seite haben.
Deine Projekte entwickeln sich rasch und nichts
kann Dich aufhalten. Gib auch Deinem Privatleben
einen
neuen
Sinn
und
stelle
Dich
allen
Herausforderungen furchtlos, dann wirst Du auch
die größten Schwierigkeiten überwinden!
Budenfee aus Himmel oder Hölle - Dein Aszendent
im April entscheidet, was Dich
treffen wird.
Wassermann - 21.01.-19.02.
2020 besteht die Gefahr, dass Du
mit Situationen konfrontiert wirst,
über die Du keine Kontrolle hast und die Du nur
machtlos aussitzen kannst. Doch die folgenden
Veränderungen werden am Ende nur Gutes für Dich
bringen.
Akzeptiere
sie,
ohne
dagegen
anzukämpfen. Ein neues Zuhause, neue Arbeit,
neue Partnerschaft? 2020 macht alles möglich. Am
Jahresende wirst Du feststellen, dass all diese
Veränderungen
positiv
sind
und
die
guten
Neuigkeiten Dich überwältigen!
Geh im Juli auch bei Regen auf den Hof! Es werden
interessante Dinge passieren,
die
Du
sonst
verpassen
könntest.
Fische - 20.02.-20.03.
2020 hast Du viel Rückenwind,
egal ob im Privatleben oder im
Beruf. Bei Deinen Vorhaben, die Du in diesem Jahr
verwirklichen
willst,
bringst
Du
Inspiration,
Organisationstalent
und
Glück
zu
einem
Erfolgsrezept zusammen. Bleibe genau in Deinen
Forderungen und Vorstellungen, formuliere ganz
klare Ziele. Zerstreuung ist dagegen Dein größter
Feind.
In Deinem Geburtsmonat wirst Du bei einem der
Freizeittermine eine ganz besondere Überraschung
erleben. Lass keine Gelegenheit aus. Zeitige
Anträge sichern gute Plätze!

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64. Haft Leben
21
Freundschaft
''Ich dachte es gibt sie nur selten diese
Menschen mit Herz.
Doch dann traf ich dich, traf ich dich und die
Art wie du lebtest veränderte mich''
Frei.Wild
(HL/HB)
Worte können nicht beschreiben, wie
dankbar ich dir bin. Für einfach alles! Bevor ich
dich traf, war ich der festen Überzeugung, man
könne einen Menschen nicht bzw. irgendwann
nicht mehr ändern. Du belehrtest mich eines
besseren! Durch dich erfuhr ich die wahre
Bedeutung von Freundschaft und das änderte mich
in meiner Denk- und Verhaltensweise, in der Art
meines zu führen und zu gestalten. Es ist quasi so,
als hättest du mein Programm gelöscht und von
Grund auf richtig eingestellt und das war das
Beste, was man mit mir nur noch hätte tun können.
Ich bin dir für so vieles, von Herzen, zu größtem
Dank verpflichtet, aber vor allem, dass du mich an
einem Punkt aufgefangen hast, mit einer Art,
welche nur du sie hast. Freundschaft ist ein Geben
und Nehmen, bei welchem materielle Dinge gar
keine Rolle spielen sollten. Sondern wie bei uns es
der Fall ist, dass im Vordergrund menschliche
Werte, Charaktereigenschaften sowie Stärken und
Schwächen des jeweils anderen von größter
Bedeutung sind.
Das Vertrauen und das Einfühlungsvermögen
stehen in direktem Zusammenhang mit dem Gefühl
des "Zuhause" seins, bei welchem man nicht
darauf achten muss, was man sagt. Man wird
einfach verstanden, akzeptiert und auf eine ganz
besondere, andere Art geliebt.
Ich weiß, mit dir gehe ich ans Ende der Hölle, um
dass wir dann endlich wieder leben können.
Mit dir erscheint alles so unglaublich leicht. Jeder
Tag ist so einzigartig wie unsere Verbindung. Ich
habe aufgehört zu zählen, wie oft wir an dasselbe
denken, dasselbe tun oder uns zur gleichen Zeit
dieselben Dinge passieren. Täglich und immer aufs
Neue ist alles so voller Höhen und Tiefen und
dennoch lachen wir, als gäbe es kein morgen
mehr, dennoch führen wir Gespräche, als wären es
unsere letzten und fühlen uns so, als wäre alles zu
schön, um wahr zu sein.
Ich sehe in dir die beste Freundin, die Schwester
und die Seelenverwandte die ich nie hatte.
Jeder Mensch ist ersetzbar, so sagt man, ich weiß -
DU NICHT!
''Es heißt Freundschaft, weil man mit Freunden
alles schafft!''
„Dachte es gibt sie nur selten diese Menschen
mit Herz …
… und dann traf ich dich!“
(HL/PFL)
Viele sind der Meinung, dass man im
Knast keine echten Freunde findet. Das kann ich
nur zum Teil bestätigen. Auch wenn ich oft gewarnt
wurde, so habe ich mir bei dir nicht reinreden
lassen. Ich mache mir gern mein eigenes Bild und
entweder fall ich auf die Fresse oder eben nicht. In
deinem Falle habe ich das Goldene Los gezogen.
Ich müsste vielleicht noch dazu sagen, dass ich
außerhalb der Mauern größtenteils nur Kumpels
hatte. Nichts gegen Frauen, ich liebe Frauen, nur
als Freundin, hm, gab es sie eher selten. Dieses
nachtragende und ständige Gezicke ist einfach
nicht meins.
Ich bin so dankbar, dass mir so ein wunderbarer
Mensch geschenkt wurde, so eine wunderbare
Freundin. Es ist beruhigend zu wissen, dass du
stetig für mich da bist und ich mit allem zu dir
kommen kann. Du stellst dich hinten an, hörst mir
zu, kümmerst dich um mich wenn ich krank bin - ich
Schmerzen habe - es mir nicht gut geht, machst
jeglichen Scheiß mit mir mit, gibst mir Kraft und den
Mut, nimmst mir die Angst und sagst mir alles ins
Gesicht.
Du bist nicht nur eine Freundin, du bist, die
Freundin, bist meine Schwester, meine Familie,
mein Plus- Pol, mein Anker. Manchmal bin ich auch
sehr erschrocken, wie gleich wir uns doch sind - wir
denken das Gleiche und sprechen manchmal sogar
das Gleiche aus. Bei dir kann ich sein, wie ich bin
und wie ich sein möchte. Ich brauch mich nicht
zurückzunehmen, denn ich weiß, dass ich dir
wirklich alles sagen kann.
Freundschaft ist etwas wunderbares, was man
achten, wahren und schützen sollte.
Meine Interpretation zur Freundschaft, bist du.

Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
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Nr. 64, Weihnachten 2019
Nachfragen und -lesen sind ausdrücklich
erlaubt! Nur eine Antwort ist richtig.
1. Zu welcher Tageszeit kommt man in dem
Volkslied "Kein schöner Land in dieser Zeit"
zusammen?
A: früh morgens
B: zur Abendzeit
C: um Mitternacht
D: mittags um zwölf
2. Wer seine Ruhe will, muss sich ...?
A: abschotten
B: vordänen
C: umpolen
D: vergriechen
3. Eine bekannte Sage der griechischen
Mythologie handelt von Orpheus in der ...?
A: Dritten Welt
B: Schönen neuen Welt
C: Pflanzenwelt
D: Unterwelt
4. Womit betörte Rapunzel in Grimms Märchen
den schmachtenden Königssohn?
A: schmutzige Witze
B: Bundesliga-Ergebnisse
C: Gesang
D: selbstgemachte Marmelade
5. Was ist in Blumenkohl, Tomaten, Kartoffeln
und Auberginen enthalten?
A: Koffein
B: Kokain
C: Nikotin
D: Opium
6. "Die Prinzessin auf der Erbse" gehört zu den
berühmtesten Märchen des Dänen Hans ...?
A: Christian Andersen
B: Peter Alexandersen
C: Michael Holmsen
D: Udo Jürgensen
7. Was entspricht am ehesten der Länge von
1.000.000 längs aneinandergereihten
menschlichen Spermien?
A: Porsche 911
B: 50-Meter-Schwimmbahn
C: Computertastatur
D: Streichholz
8. Wie heißt eine Region in Deutschland?
A: Sie gewinnen
B: 50 Euro
C: das stimmt
D: Pfalz
9. Bei welcher Sportart müssen die Spieler eines
Teams im Uhrzeigersinn rotieren?
A: Volleyball
B: American Football
C: Eishockey
D: Handball
10. Rutscht ihm bei der Holzbearbeitung öfter
mal das Messer aus, dann macht der ...?
A: Schreiner Schreiner
B: Schnitzer Schnitzer
C: Drechsler Drechsler
D: Tischler Tischler
11. Worauf kann man sitzen?
A: Veranda
B: Elviranda
C: Noranda
D: Saranda
12. Über 12 Millionen Afrikaner leben in ...?
A: Plusi
B: Geteilti
C: Minusi
D: Mali
13. James Bond bevorzugt seinen Wodka Martini
traditionell geschüttelt, trinkt ihn also
sozusagen ...?
A: teilnahmslos
B: altschnäuzig
C: abgebrüht
D: ungerührt
Das HL - Preisrätsel

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64. Haft Leben
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14. Wie hieß Che Guevara mit bürgerlichem
Vornamen?
A: Enrico
B: Ernesto
C: Emilio
D: Edmondo
15. Was bedeutet so viel wie "tiefe
Bescheidenheit"?
A: Amumm
B: Becourage
C: Demut
D: Ceschneid
Verschiedene Preise u. a.
(Produktbeispiele)
Aus allen Einsendungen mit mindestens
acht richtigen Antworten werden die
Gewinnerinnen gezogen. Meistens eine
Gewinnerin pro Station.
Es gilt dabei der Zeitpunkt der Abgabe!
Leider nur für die JVA Chemnitz!
Wie mache ich mit?
Die Lösungen bitte auf dem Lösungsbogen
ankreuzen und mit Name, Haftraumnummer,
Alter sowie ob Raucher oder Nichtraucher
angeben.
Lösungsblatt
ausschneiden
und
in
den
Briefkasten der Redaktion (z. B. Ausgang zum
Hof) bis zum
06.02.2020
einwerfen.
Name, Vorname:
________________________________________
Haftraum: __________
Haus:__________
Alter:
__________
Nichtraucher
Raucher
Dez
2019
A
B
C
D
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
Die Redaktion dankt dem Sponsor Rudolf H.
für die zur Verfügung gestellten Preise!
Das HL - Preisrätsel

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
24
Nr. 64, Weihnachten 2019
Wendegeschichten
Eindrücke vor und nach der Wende
(HL/PFL)
In diesem Jahr jährt sich 30 Jahre
Mauerfall. Die Medien sind voll von Berichten und
Filmmaterial aus dieser Zeit. Wenn ich jetzt zurück-
blicke, erinnere ich mich an eine gute Kindheit. Ich
wuchs zusammen mit zwei älteren Brüdern behütet
auf. Wie alle Kinder besuchte ich den staatlichen
Kindergarten und die Schule. Durchlebte die Zeiten
des Jungpioniers, dem Thälmannschüler und des
FDJlers. Nach Abschluss der zehnten Klasse
erlernte ich den Beruf der Fachverkäuferin im
Einzelhandel, bei der HO (Handelsorganisation).
Irgendwann hörte ich ein Gespräch zwischen
meinen Eltern und meinem großen Bruder. Dabei
ging es darum, dass in der Nachbarschaft ein Vater
und dessen Sohn bei der Staatssicherheit, kurz
Stasi, neben ihrem eigentlichen Beruf, arbeiteten.
Sie versuchten meinen Vater und meinen Bruder
auch für diese Arbeit zu gewinnen. Die Bezahlung
war ausgesprochen gut und wurde zum Teil in DM
Währung ausgezahlt bzw. so, dass man im
Intershop einkaufen konnte. Zur Erklärung, im
Intershop konnten Waren mit DM-Währung aus der
BRD erworben werden. Mein Vater lehnte ab mit
der Begründung, dass er doch keine Leute
ausspionieren würde. Also überall zuhören und
aufpassen,
was
andere
so machen.
Diese
Informationen
anschließend weitergeben. Das
Thema war erledigt und es wurde auch nicht
wieder darüber gesprochen.
Einige Jahre später kam die Wende. Oh weh, der
Nachbar flog auf und das ganze Dorf war
aufgebracht. Damit hatte er nicht gerechnet. Alle
wussten nun, was er und sein Sohn viele Jahre
gemacht hatten. Viele fragten sich, ob es wohl
auch eine Akte von sich gäbe. Der Nachbar war
darüber so schockiert, das er um viele Jahre alterte
und frühzeitig ergraute.
Die Wende war nun da. So richtig persönlich
mitbekommen habe ich das nicht. Klar, in
Fernsehen und Presse wurde darüber berichtetet.
Aber was die Leute in dieser Zeit auf den Straßen
in den Städten erlebten, sah ich nur am Fernseher.
Die Grenzen waren durchbrochen. Nun standen
Tür und Tor offen, der Reiselust waren keine
Grenzen gesetzt. Jetzt konnte man überall hin.
Aber war Reisen das wichtigste? Pressefreiheit,
sagen, was man dachte, ohne bestraft zu werden.
Klar konnte man nun vieles kaufen, was man nicht
kannte. Der Konsumwelt waren keine Grenzen
gesetzt. Alles in Hülle und Fülle. Die Einkaufs-
zentren schossen wie Gras aus dem Boden. Ich
persönlich komme bis heute mit dem Überfluss
nicht zurecht. Sehr viele Betriebe der ehemaligen
DDR wurden geschlossen und andere entstanden.
Es gab auf einmal Arbeitslose, Menschen ohne
Arbeit. Es gab Obdachlose, Menschen ohne ein
Dach über dem Kopf. Dies und die heutige Armut
vieler sind ein bitterer Beigeschmack der Wende.
Ich bin nun schon einige Zeit hier in der JVA. Man
hat hier ja viel freie Zeit. So schaue ich relativ oft
Fernsehen bzw. er läuft nebenher und wenn was
interessantes drauf ist, schaue ich genauer hin. So
auch Berichte und Filmaufnahmen von den
Machenschaften der Regierung der ehemaligen
DDR. Mich Erschütterte das Ausmaß und die
Reichweite der Stasi. Die Menschen wurden in
eine vorgegebene Richtung gedrängt. Wer nicht so
funktionierte wie gewollt, wurde aussortiert. Das
heißt, die Menschen verschwanden buchstäblich
über Nacht. Familien wurden auseinandergerissen,
Kinder kamen ins Heim. Es hat mich tief berührt.
Ich frage mich manchmal, in was für einem Staat
habe ich die vielen Jahre gelebt?
30 Jahre Mauerfall
09.11.1989 - 09.11.2019
(HL/PFL)
Erlebnisse vor und nach dem Mauerfall
Begrüßungsgeld I
Jeder Bürger der ehemaligen DDR bekam 100 DM.
Die Anreise zur Auszahlungsstelle war eine
Herausforderung. Die Autobahn gab es noch nicht.
Somit verbrachten wir schon einige Stunden für die
Hinfahrt. Wir waren ja schließlich nicht die einzigen,
welche das Begrüßungsgeld abholen wollten. Mein
Mann, mein drei Monate alter Sohn, meine Mutter
und ich fuhren also dorthin, wohin alle wollten. Am
Ort des Geschehens angekommen, Menschen über
Menschen in langen Reihen. Die Leute kamen von
überall her. Als Mitarbeiter der Auszahlstelle meine
Familie mit dem Baby sahen, wurden
wir nach
vorne geholt. Ich kam mit dem Baby in einen
gesonderten Raum um zu stillen und meinen Sohn
frisch zu machen.

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64. Haft Leben
25
Post an unsere
Redaktion
Danach bekamen wir unser Begrüßungsgeld
ausgezahlt. Ich persönlich fand das eine sehr nette
Geste.
Nun hatten wir das erste "Westgeld" in den
Händen, so wie viele andere auch. Wir begaben
uns, im Strom mitgehend, in die Einkaufsmeile. Die
Vielfalt der Läden und die angebotenen Waren
erschlugen uns regelrecht. Damit konnten wir nicht
umgehen.
Was nun anstellen mit den 100 DM? Ich kaufte eine
Krabbeldecke für meinen Sohn, die es heute noch
gibt sowie eine Schallplatte von Rondo Veneziano.
Einen Plattenspieler hatte ich nicht und ich habe bis
heute keinen. Die Platten von damals sind immer
noch ungespielt. Mein Mann kaufte sich Zigaretten.
Meine Mutter war nicht fähig, etwas einzukaufen. In
einem großen Einkaufsmarkt wollten wir einen
Versuch starten, Ware zu erwerben. Man bedenkt,
Menschen überall wohin man schaute plus das
riesige Warenangebot. Das war zu viel für uns und
wir verließen, ohne etwas zu kaufen, den Markt.
Die Heimfahrt dauerte gute drei Stunden, weil ja
alle anderen auch wieder Richtung Heimat wollten.
Dieses Erlebnis ist mir bis heute in Erinnerung
geblieben.
Begrüßungsgeld II
Eine Frau erzählte mir ihr Erlebnis. Auch sie hatte
eine längere Anfahrt. Nachdem sie endlich im
Besitz ihrer 100 DM war, schlenderte sie durch die
Einkaufsstraßen mit den einladenden Schau-
fenstern. In einem dieser Fenster entdeckte die
Frau einen sehr schönen Pullover. Aber wie wir
Frauen sind, erst mal weiterschauen, es könnte ja
noch besser werden. Außerdem sollte das Geld gut
angelegt werden. Das Ende der Geschichte war,
sie fand den schönen Pullover nicht wieder und
kaufte dann aus Ärger gar nichts.
Nicht verstanden werden, obwohl man eine klare
und deutliche Aussprache hat. Sich im Inneren mit
unzähligen Fragen plagen, ja sogar quälen. Keiner
sieht genau hin, schaut dahinter, hinter all die
Dornen besetzten Sträucher. Sehen nicht das
kleine zierliche Mädchen, die zarte Frau. Ihre weiße
milchige, sanfte Haut glänzt in der Sonne. Der
lauwarme Sonnenstrahl küsst ihre Narben und lässt
sie spüren, dass sie noch vorhanden sind, dass
nicht alles bezaubernd war. Dass dieses Leben
noch existent ist. Hat so viele Gesichter gesehen,
die verschiedenen Seiten des Wesens. Musste sie
erleben, durchdringen. Ist gefallen auf so unter-
schiedlichen Ebenen, hat sich verletzt, verletzen
lassen. Aufhören? Nein! Sie steht, steht immer
wieder auf, bleibt nicht liegen. Von unten sieht sie
ihre Ziele nicht, denn die Kraft ist im Liegen nichts
wert, sie hat keine Bedeutung, drum steht sie auf.
Sie möchte oben sein. Möchte in den Spiegel
schauen können. Familie, Freundschaft, die Liebe,
sie kämpft für all das, was sie nie fallen lassen
würde. Sie würde sich opfern, ohne darüber
nachzudenken. Ihre vertrauten Seelen sind jeden
noch so schweren Kampf wert. Nichts ist ihr
wichtiger als all das. Es gibt für nichts eine
Garantie, dass weiß auch sie. Doch egal wie weit
sie fallen wird, so wird es kein Ende geben. Die
Welt dreht sich noch lange nach ihr.
---------------
Ein Dank von der Redaktion
(HL/Red.) Wir, die Redaktions-Mitglieder möchten
uns bei unserem neuen Zeichner, Marcel F.
herzlich bedanken.
In deinen Bildern steckt soviel Herz und Wärme
drin, es kommt einem vor, als würden sie Leben
und uns die Geschichte, die dahinter steckt, selbst
erzählen.
Du hast ein unfassbares Talent, was die ganze
Welt sehen sollte.
Du bist nicht nur für unsere HaftLeben eine
Bereicherung, sondern auch für die Kunstwelt.
Wir freuen uns auf weitere Zeichnungen von dir
aber vor allem auf eine lange Zusammenarbeit.
Wendegeschichten
Foto: Frei, Wikipedia

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
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Nr. 64, Weihnachten 2019
HL - Songtext
Verletzt du dich dann blute ich
Bist du zu weit weg zerreißt es mich
Wenn dich was berührt krieg ich Gänsehaut
Ich lächle, wenn du glücklich bist
Ich leide, wenn du was vermisst
Fühlst du dich frei atme ich auf
Ich hab dich gesucht
Du hast mich gefunden
Unsere Seelen sind verbunden
Der Himmel reißt auf
Und das Meer will sich verneigen
Vor dieser Liebe
Wir sind wie aus einer DNA
Was auch immer, immer passiert
Wir können uns niemals, niemals verlieren
Mein Herz schlägt in dir und
Deins in mir
Ich weine, wenn du traurig bist
Schläfst du ein, dann träume ich
Ich bin schon da wohin du auch gehst
Wenn du was schaffst, dann feier ich
Bist du verloren dann find ich dich
Ich weiß immer hinter welcher Tür du gerade stehst
Ich hab dich gesucht
Du hast mich gefunden
Unsere Seelen sind verbunden
Der Himmel reißt auf
Und das Meer will sich verneigen
Vor dieser Liebe
Wir sind wie aus einer DNA
Was auch immer, immer passiert
Wir können uns niemals, niemals verlieren
Mein Herz schlägt in dir und
Deins in mir
Das hier ist bedingungslos
So unendlich wertvoll und groß
Ich beschütz es mit meinem Leben
Es müsste viel mehr davon geben
Soviel mehr davon geben
Der Himmel reißt auf
Und das Meer will sich verneigen
Vor dieser Liebe
Wir sind wie aus einer DNA
Was auch immer, immer passiert
Wir können uns niemals, niemals verlieren
Der Himmel reißt auf
Und das Meer will sich verneigen
Vor dieser Liebe
Wir sind wie aus einer DNA
Was auch immer, immer passiert
Wir können uns niemals, niemals verlieren
Mein Herz schlägt in dir und
Deins in mir
Mein Herz schlägt in dir und
Deins in mir
Freies Bild von pixabay.com/de/users/Peggy_Marco-1553824/
DNA - Songtext
von Adel Tawil

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64. Haft Leben
27
Kirche 2019
Gottes Weihnachtsgeschenk(e)
Kinder zählen die Tage bis zum Heiligen Abend
und können es kaum erwarten, ihre Geschenke zu
bekommen. Und wir Erwachsenen? Klar freuen wir
uns auch über Geschenke und doch ist es anders
als
bei
den
Kindern. Weihnachten
ist
mit
Erwartungen verbunden – so sehr wie kein anderes
Fest. Und das hat auch etwas mit dem Schenken
zu tun. Steht in der biblischen Weihnachts-
geschichte eigentlich etwas von Geschenken? Ja,
von den drei Sterndeutern heißt es:
Sie schenkten
dem neugeborenen Jesuskind Gold, Weihrauch
und Myrrhe.
Bei genauerem Hinschauen fällt
allerdings auf, dass da
nicht
steht: Als Maria und
Joseph oder das Kind ihre Geschenke sahen,
wurden
sie
hocherfreut.
Sondern
es
heißt
erstaunlicherweise genau umgekehrt: Als die drei
Sterndeuter den Stern sahen und den Ort fanden,
wo das Kind geboren war, freuten sie sich von
Herzen. Sie haben sich selbst also gar nicht als
Geschenke
bringer
empfunden,
sondern
als
Beschenkte
. Den gerade geborenen Gottessohn zu
finden, das war ihr Geschenk.
Es gibt die weitverbreitete Erfahrung, die sagt: „Es
wird uns im Leben nichts geschenkt – alles muss
verdient,
erarbeitet,
zusammengetragen,
festgehalten werden.“ Schon in vorweihnachtlichen
Gesprächen zwischen Eltern und Kindern ist zu
hören: „Wenn du dich weiter so beträgst, kriegst du
nichts vom Weihnachtsmann.“ Geschenke für die,
die sie verdient haben, für die anderen die Rute..
Oder: „Wenn der mir nichts schenkt, kriegt er auch
nichts von mir oder umgekehrt: eine Hand wäscht
die andere ...“.
Genau das Gegenteil erzählt die Weihnachts-
geschichte. Von Gott, der in Jesus Christus zu uns
gekommen ist, wird uns im Leben alles geschenkt:
Lebenszeit, Vertrauen, Liebe und Vergebung.
Ich
kann
neu
anfangen
und
muss
meine
Vergangenheit dabei nicht wegwerfen – sie gehört
zu mir. Wenn Weihnachtsgeschenke unter dem
Christbaum liegen, dann erscheinen sie ein einem
besonderen Licht, in einem besonderen Glanz – die
Weihnachtstasse, das Paar Weihnachtssocken
oder was auch immer ... eigentlich sind es
alltägliche
Dinge,
aber
sie
werden
durch
Weihnachten besonders. So will Gott auch uns sein
Kommen in diese Welt, die Geburt seines Sohnes
unser Leben in ein neues Licht stellen. Denn in
Jesus ist Gott selbst Menschen, also einer von uns,
geworden.
Geboren von der jungen Frau Maria an einem Ort,
wo es die meisten nicht für möglich gehalten
hätten. – am Rand der Welt in einem Stall, weil alle
Herbergen belegt waren und kein Platz für die
Hochschwangere.
Und das Kind kam zur Welt und brachte Licht und
neue
Hoffnung für viele
Menschen.
Gottes
Geschenke sind von anderer Art und ganz anders
als wir Menschen sie je erwarten könnten -
überraschend, voller Liebe.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie etwas von diesem
Gottesgeschenk spüren können – auch in der Zeit
hier in der JVA. Bleiben Sie behütet an Leib und
Seele in diesen weihnachtlichen Tagen und auch
im neuen Jahr 2020!
Anne Straßberger, evangelische Seelsorgerin in
der JVA
Fotos: Frei, red-christmas-1207560-pxhere.com und
Archiv HL, HL/LR 2018_12

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
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Nr. 64, Weihnachten 2019
Neues für den Haftalltag
21.10.2019
Oberstes Gericht stärkt Recht auf
Ausgang
Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat am
18.09.2019 einen Beschluss erlassen, der die
Rechte von langjährig Inhaftierten stärkt. Die
Verfassungsrichter hoben vorangegangene
Entscheidungen der Justizvollzugsanstalten sowie
die vorherigen Beschlüsse ihrer Kollegen aus den
Instanzgerichten auf. Anlass für den Beschluss
waren die Verfassungsbeschwerden drei langjährig
Inhaftierter, deren Gesuche auf Ausführung nicht
stattgegeben wurden.
Laut dem Bundesverfassungsgericht haben
Gefangene einen Anspruch auf bewachte
Ausführungen, um die Resozialisierung nach der
Haftstrafe zu erleichtern. Dies gilt insbesondere für
langjährige Haftstrafen. Dabei bezieht sich das
BVerfG auf das Gebot, die Lebenstüchtigkeit
Gefangener zu erhalten und zu festigen. Art. 2 Abs.
1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG gebiete es
auch, die Tüchtigkeit für ein Leben in Freiheit
bereits während der Haftstrafe zu erhalten. Nicht
erst bei Anzeichen einer haftbedingten Depravation
der inhaftierten Person greife dieses Gebot.
Vielmehr müssten die Gefängnisse darauf achten,
kontinuierlich die Lebenstüchtigkeit der Gefangenen
zu fördern. Vollzugslockerungen sowie vollzugs-
öffnende Maßnahmen - wie bewachte Aus-
führungen - seien aus diesem Grund für die
Resozialisierung der Gefangenen essentiell. Der
damit verbundene personelle Aufwand müsse
hingenommen werden. Justizvollzugsanstalten
dürften überwachte Ausführungen nicht aus
Personalmangel zurückweisen.
Die Pressemitteilung des
Bundesverfassungsgerichts vom 18.10.2019 finden
Sie unter folgendem Link:
https://www.bundesverfassungsgericht.de/
SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2019/bvg19-
068.html;jsessionid=E0FC1A96454E6E6019EC41C
380E18723.1_cid361
Einen Artikel auf tagesschau.de vom 18.10.2019
über den Beschluss des
Bundesverfassungsgerichts finden Sie hier:
https://www.tagesschau.de/inland/haft-gefangene-
bundesverfassungsgericht-101.html
22.10.2019
Wohnungsverlust infolge von
Inhaftierung
Der Erhalt der eigenen Wohnung während der
Inhaftierung gestaltet sich für die direkt Betroffenen
als auch für die Angehörigen/Mitbewohner oftmals
problematisch. Können Mietkosten nicht bezahlt
werden, droht der Verlust der Wohnung. Da diese
Gruppe häufig von Armut betroffen ist, erweist sich
gerade die Anmietung einer neuen Wohnung nach
der Haft als besonders schwierig. Zum einen hält
der Wohnungsmarkt keine bezahlbaren Wohnungen
bereit und zum anderen bedeutet eine Neu-
anmietung in der Regel einen Anstieg des
Mietpreises.
Eine von EBET und KAGS im Frühjahr 2019
durchgeführte Umfrage ihrer Mitglieder zum Thema
Wohnkosten in der Zeit der Haft hat ergeben, dass
die Lösung für die Sicherung der Wohnkosten
während der Haft vor allem in der Umsetzung des
geltenden Rechts liegt. Fehlende Kenntnis der
Betroffenen über die Rechtslage als auch das Nicht-
stellen eines Antrags seitens der Betroffenen oder
Angehörigen ist hierbei das Hauptproblem.
Wird kein Antrag auf Wohnkostenübernahme
gestellt, drohen den Betroffenen Mietschulden und
zuletzt die fristlose Kündigung der Wohnung...
Daher fordern die genannten Verbände, dass die
JVA bei Haftantritt der betroffenen Person die Frage
der Wohnungskosten im Blick hat und diese
bearbeitet wird. Ferner sprechen sich die Verbände
für eine Kostenübernahme der Wohnung bei einer
Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr sowie
während der Untersuchungshaft aus. Während der
Untersuchungshaft sind die Wohnkosten bis zu
Verurteilung zu bewilligen. Für eine
Resozialisierung ist es zudem wesentlich, dass
Betroffene nach der Haft nicht in die Wohnungs-
losigkeit geraten. Dies kommt auch dem
Gemeinwesen zugute, da so weitere Kosten im
Falle einer gescheiterten Resozialisierung und eines
Anstiegs der Wohnungslosigkeit vermieden werden
können. Es ist daher aus Sicht der Verbände
notwendig, insbesondere im Hinblick auf die
aktuelle Lage der Wohnungsmärkte, die Wohnung
Inhaftierter und ihrer Angehöriger zu sichern.
Dazu folgender Link:
https://www.diakonie.de/fileadmin/
user_upload/2019_Position_Mietkosten_bei_Inhafti
erung.pdf

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64. Haft Leben
29
Auflösung des Rätsels aus „HaftLeben“ 03-2019
1 - C, 2 - A, 3 - C
4 - D, 5 - B, 6 - B,
7 - A, 8 - D, 9 - D,
10 - C, 11 - C, 12 - A,
13 - B, 14 - D, 15 - B
Gewonnen haben diesmal:
EG: Anja S.
Stat. 1: Maria M.
Stat. 2: Sandra E.
Stat. 3: Nicole K.
Stat. 4: Adelheid H.
Stat. 5: Renata P.
Stat. 6: Renate B.
Stat. 7: Michela M.
Haus III: Bianca D.
Haus IV: Keine Beteiligung
Mutter und Kind: Keine Beteiligung
(Alle Stationsangaben gültig zum Zeitpunkt der
Abgabe)
Herzlichen Glückwunsch!
Reproduktionen von Artikeln, auch nur auszugs-
weise, nur mit schriftlicher Genehmigung der
Redaktion „HaftLeben“ und gegen kostenfreie
Zusendung eines Belegexemplars.
Für namentlich gekennzeichnete Beiträge (alle
angegebenen Kürzel sind mit Klarnamen hinter-
legt), übernimmt die Redaktion lediglich die
presserechtliche Verantwortung, diese müssen
nicht unbedingt die Meinung der Redaktion
wiedergeben.
Bei eingesandten Manuskripten und
Leserbriefen setzen wir das Einverständnis zum
honorarfreien Abdruck und zur sinnwahrenden
Kürzung voraus.
Für eingesandte Manuskripte, Briefe und Unter-
lagen jeglicher Art wird keine Haftung über-
nommen.
Herausgeberin:
Frau König-Bender,
Anstaltsleiterin der JVA Chemnitz (V. i. S. d. P.)
HL-Redaktionsteam: PAF, HB, BF, NML,
PFL, und RBL
Betreuer:
Herr Richter
ehrenamtlicher Betreuer
Frau Böttcher
Bedienstete, JVA-Chemnitz
E-Mail:
HaftLeben@T-Online.de oder
HaftLeben@Live.de
Seit 2017 online unter:
https://www.justiz.sachsen.de/jvac/content/950.htm
Redaktionsschluss für die Ausgabe 01/2020:
13.02.2020
Bild: Lizenzfrei Pixelio.de
Anschrift der Redaktion “HaftLeben“:
Justizvollzugsanstalt Chemnitz
Redaktion der Gefangenenzeitung „HaftLeben“
Thalheimer Straße 29
09125 Chemnitz
HL - Impressum

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
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Nr. 64, Weihnachten 2019
HL - Rätsel

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64. Haft Leben
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HL - Rezepte
Alle Fotos ähnlich, Quelle: Chefkoch.de
Thunfischsalat
Zubereitungszeit:
ca. 10 Minuten
Zutaten für 3 Portionen:
1 Dose Thunfisch (Abtropfgewicht 200 g)
1 kleine Dose Mais (Abtropfgewicht 140 g)
150 g Erbsen
3 Strauchtomaten
2-3 Salatblätter
2 Beutel KNORR Salatkrönung "Küchenkräuter"
4 EL Sonnenblumenöl
Zubereitung:
1.
Thunfisch und Mais auf einem Sieb abtropfen lassen. Thunfisch in Stücke zerteilen. Erbsen
dazugeben.
2.
Beutelinhalt Salatkrönung mit 6 EL Wasser und Öl verrühren, mit Salatzutaten mischen. Salatblätter
in eine Schüssel legen und Thunfischsalat darauf anrichten.
Tipp:
Ergänzen Sie den Salat mit einer roten Paprika. Paprika würfeln, davon ca. 2 EL fein hacken und zur
Salatsauce geben. Die restlichen Würfel zum Salat geben.
Mini-Zimtschnecken
200 g Butter
100 g Puderzucker
1 Prise Salz
1 Eigelb
300 g Mehl
100 g Zucker
4 EL gemahlener Zimt
Butter, Puderzucker, Salz, Eigelb und Mehl verkneten. Teig in Folie gewickelt ca. 1 Stunde kalt stellen.
Zucker und Zimt mischen. Teig auf Mehl zu einem Rechteck ausrollen. Mit dem Zimt-Zucker bestreuen.
Teig von der kurzen Seite her in Streifen (ca. 10 cm breit) schneiden. Streifen je längs aufrollen.
Teigrollen auf einem mit Backpapier ausgelegten Brett ca. 30 min kalt stellen.
Teigrollen in Scheiben (ca. 0,5 cm dick) schneiden. Auf mit Backpapier ausgelegten Blechen
nacheinander im heißen Ofen bei 200°C ca. 10 min backen.
Essigplätzchen
500 g Mehl
500 g Butter
1 Ei
1 EL Essig
Zucker zum Bestreuen
Zutaten zu einem glatten Teig verarbeiten und dann abgedeckt mindestens 4 Stunden kühl stellen.
Nochmals durchkneten, ausrollen und mit Plätzchenformen ausstechen oder in Quadrate schneiden.
Danach mit Zucker bestreuen, auf mit Backpapier ausgelegten Blechen gut verteilt im Ofen backen, bei
ca. 190° C Umluft für 10-15 min je nach gewünschtem Bräunungsgrad backen.

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
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Nr. 64, Weihnachten 2019
HL - Rätsel
HL -
Rätsel

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64. Haft Leben
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HL - Rätsel

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
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Nr. 64, Weihnachten 2019
HL -
Rätsel
HL - Rätsel

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© Forkner Marcel, HaftLeben, 04-2019
©
www.Live-Karikaturen.ch
HaftLeben, 04-2019
© pxabay.com_anitawagner HaftLeben, 04-2019
©iStockphoto.com_azurita, powerd by HaftLeben, 04-2019

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Frohe Weihnachten
und für 2020 alles
Gute!