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Nummer 63, seit 1999

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
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Nr. 63, Oktober 2019
Aus der Gefangenenzeitung „Hauspost“ der JVA Werl -
Dankeschön!

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63. Haft Leben
3
„Ellis“ Kaffeekränzchen
……..…..……..……...…..
4
Empathie - Wie bitte, was?
...……..……….
5 bis 7
Happy Birthday - 70 Jahre GG
……....……..…...
8
GefangenenMitVerantwortung
…….…………….
9
Mamas-Tag hier
…...………..……….……..
10 und 11
ADHS und ADS -
Persönlichkeitsstörungen
…..…….......
12 und 13
Einzelfallentscheidung
…………………………....
14
Neu! Wie würdest Du entscheiden?
.....…....
15
HL-Witze
…………..……………………………
16 und 17
HL - Steckbrief
………………………………..…….....
18
Fachklinik Schlehreut
………………...…..…….....
19
Neues von der Bundesarbeitsgemeinschaft
für Straffälligenhilfe
…………………...…...…….....
20
Die HL - Frauen - Seite
……………...…....…….....
21
Das HL - Preisrätsel
………….....………..
22 und 23
Leserbriefe
.……….………...……..….……..
24 und 25
..
HL - Songtext
…..…………….……………...….……..
26
Kirche 2019
…………….…………………...….…...…..
27
Nach(t)gedanken
.………….……………….….……..
28
Impressum
….………...………..….…...…………….....
29
HL-Rezepte
…….………...……..……………………….
31
HL-Rätsel
…….………………………...
30 und 32 bis 34
Der „HaftLeben“-Spruch des Quartals
stammt diesmal aus dem Internet.
Auf Veränderung zu hoffen,
ohne selbst etwas dafür zu
tun, ist wie am Bahnhof zu
stehen um auf ein
Schiff zu warten.
Unbekannt
Wir wünschen Jasmin und
Manuela alles Gute für die
Zukunft!
Danke für eure Mitarbeit in der
Redaktion „HaftLeben“.
Inhaltsverzeichnis
Die gesamte Redaktion „HaftLeben“
bedankt sich bei Forkner Marcel für
das Titelbild!
Darf ich Ihnen
das Tschüss
anbieten?
Powerd by HaftLeben_S. Hofschlaeger_pixelio.de

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
4
Nr. 63, Oktober 2019
„Ellis“ - Kaffeekränzchen“
Miau meine lieben Katzenfreunde...
nach einer kurzen Katzpression bin ich endlich
wieder auf meinen zarten Pfötchen für euch auf
Streifzug. Mir ging es in den letzten Wochen nicht
so gut, da mein Katzenkind in die Pfötchen-Schule
gekommen ist und ich ihr leider nicht zur Seite
stehen durfte. Natürlich habe ich auch meine
Futtergeber gefragt gehabt, doch die Antwort war
so plump „Nein, Sie sind nicht die einzige Katze.
Gleichberechtigung unter den Katzenfrauen, Frau
Elli.“ Das tat meinem Katzenherz wirklich weh und
verstehen wollte ich es auch nicht. Warum wird
diese
Entscheidung
auf
meinem
und
dem
Katzenbuckel meines Kätzchens ausgetragen. Es
ist doch ein einmaliges Erlebnis, was ich in meinen
sieben Leben nicht noch einmal erleben werde.
Mautz.
Nichtsdestotrotz war ich im Haus für euch
rumschwänzeln und mein Katzenschwanz hat sich
aufgebauscht als ich hörte, was hier in der Luft
liegen soll - Tuberkulose (
TBC
). Auch wenn ich als
Katze IMUN bin, so merke ich doch eure Ängste
und
die
Ungewissheit.
Eure
Ängste
sind
keineswegs unbegründet, denn die Krankheit
könnte unbehandelt zum Tod führen. In den letzten
Wochen standen wohl ein paar Gefangene unter
dem Verdacht, an TBC erkrankt zu sein, bei einigen
hat sich der Verdacht zum Glück nicht bestätigt.
Dennoch sind neue Gefangene hier, die mit
Mundschutz auf dem Einzelhof herumlaufen. Ich
bitte euch, keine Kippenstummel aufzuheben, denn
auch wenn die Ansteckungsgefahr gering ist, so ist
eine Gefahr da und ihr schadet dadurch nicht nur
euch
selber,
sondern
auch
den
anderen
Gefangenen, Miau.
Nach kurzzeitiger Pause ist der Rattenfänger auch
wieder im Haus unterwegs. Neben wahren
Flötentönen, die er von
sich gibt, versucht er
immer wieder aufs Neue,
gewisse
Ratten,
aber
auch Mäuse auf seine
Seite
zu
ziehen.
Als
Katze stehe ich natürlich
auf
Mäuse,
dennoch
möchte ich euch ans
Herz legen, dass nicht
jeder
Käse,
den
der
Rattenfänger verteilt, noch gut ist, manch einer
vernebelt euch die Sicht und lässt euch auf seine
Seite tapsen. Mautz, gebt Obacht.
Ich war auch mal im Haus III unterwegs und da
sind die Mädels schon leicht frustriert, denn wenn
sie aus dem Fenster schauen, dann sehen sie
einen wunderschönen Garten, welcher farbenfroher
nicht sein könnte, denn in ihm wachsen die
leckersten
Gemüsesorten,
bestimmt auch
etwas
Obst,
kenn mich mit
diesem
Grünzeug
nicht
aus,
esse meist FLEISCH, gerne in Form von
Mäusen, kleine Vögelchen die gerade frisch
geschlüpft sind (bei dem Gedanken läuft mir das
Wasser im Mäulchen zusammen).
Zurück zum Grünzeug. Jetzt hat man diesen
wunder-schönen Garten, aber nur für eine Station
ist er zugänglich.
Muss man jetzt erst eine Straftat begehen, um auf
die Sotha zu kommen, damit man den Garten
betreten kann?!?!?! Warum kann dieser Garten
nicht für alle Gefangengen zugänglich sein,
natürlich
unter
strenger
Beaufsichtigung
der
Bediensteten, um vor der Plünderung zu schützen
und vor weiteren Straftaten vorzubeugen, wie z. B.
Mundraub.
Dazu eine Anmerkung der Anstaltsleitung:
Zutreffend ist,
dass zu gleichen Anteilen ein Gartenabschnitt für Gefangene
der Sozialtherapie und Gefangene des Regelvollzuges im
Haus III festgelegt ist. Der Garten ist nicht ausschließlich der
Sozialtherapie vorbehalten.
Beim Rundgang im Garten hatte ich den besten
Blick auf den Hof, wo gerade ein Sportfest
stattfand, wer hätte denn gedacht, dass es möglich
ist, ein Sportfest zu organisieren?!?! Warum
besteht nur die Möglichkeit im Haus III?
Denn ich kann mir vorstellen, dass das Interesse
auch im Haus I besteht!!!
Eine
Anfrage
blieb unbeantwortet
oder
die
Gefangenen werden wieder vertröstet, wie IMMER!
Bedeutet das etwas, das Gefangene, welche im
Haus III leben, bevorzugt behandelt werden? Ich
sollte ins Haus III ziehen, vielleicht bekomm ich
dann öfter mal ein paar Streicheleinheiten und man
tritt mir nicht permanent auf den Schwanz.
Ob das Volleyball-Turnier dieses Jahr noch
stattfinden wird, bleibt offen, so habe ich jedenfalls
gehört. Die Spielerinnen sind jedoch (noch)
zuversichtlich, denn vor zwei Jahren hat das
wunderbar funktioniert, selbst die Bediensteten
hatten Spaß und sind als Sieger vom Platz
gegangen.
Die Revanche blieb jedoch aus, ob sie wohl ahnen,
dass das Rückspiel diesmal einen anderen
Ausgang nimmt? Oder rieche ich da etwa Angst,
diesmal zu verlieren? Denn wenn ich es genau
betrachte, sind die Damen aus Haus I und III stets
am Trainieren.
#BleibtSauber# - Eure Elli

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63. Haft Leben
5
20 Jahre HaftLeben
Empathie - Wie bitte, was?
(HL-PAF) In meinem schlauen Duden, steht unter Empathie ist:
„Die Fähigkeit, sich in andere hineinversetzen“
Also mittlerweile kann ich das und möchte es auch. Ich weiß, das klingt irgendwie voll komisch, aber so ist
es leider nun mal. Ich wollte nicht immer verstehen und habe oft auf meine Meinung beharrt.
Vor meiner Haftzeit besaß ich zwar Empathie, aber eine eher eingeschränkte.
Erst hier in Haft habe ich dank einer Mitgefangenen angefangenen, mich intensiv mit Empathie
auseinanderzusetzen.
Es hat lange gedauert, bin ich verstanden habe, sehr lange. Wann die Empathie wirklich angebracht ist
und wann ist sie es nicht? Ich glaube, dass das Verstehen und das Auslegen der Empathie eigentlich
wichtig ist.
Damit ihr das richtig versteht, haben wir mit der unteren Grafik die wichtigsten Unterschiede zwischen
Sympathie, Mitgefühl und Empathie einmal dargestellt. Ich denke, dass diese einfache Darstellung schon
alles sagt.
Manchmal habe ich noch Probleme damit, mich auch mit der Sicht meines Gegenübers zu befassen, dass
ist vor allem in Konflikten, also in Streitereien der Fall, wo ich erst verstehe, wenn es meist schon zu spät
ist. Leider!!!
Dann gibt es bei mir Momente, wo es besser wäre, meine Empathie im Zaum zu halten, wo es mein
Gegenüber einfach nicht wert ist, mitzufühlen. Dann wiederum gibt es Situationen, wo ich zu sehr
mitfühle, wo es mir selber schon weh tut.
Ich muss sicher noch viel lernen, aber ich kann heute sagen, dass ich empathisch geworden bin und ich
möchte diese Eigenschaft nicht mehr missen.
Sich in jemand anderes hineinversetzen, dass gleiche zu fühlen, zu verstehen, sich selber Fragen zu
stellen, sich vom anderen das Erlebte, Gesehene, Geprägte erklären zu lassen, um am Ende dann
eventuell nachvollziehen zu können, warum genau dieses Handeln für den Gegenüber das richtige war.
Nur Mut, Empathie zu empfinden macht auch Spaß, vor allem wenn man versucht, genau das Richtige zu
machen. Ich wünsche euch allen viel Erfolg dabei!
P.S.: Auch Ihnen!
Quelle:
https://www.regina-horn.de

Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
6
Nr. 63, Oktober 2019
Empathie - Wie bitte, was?
(HL/BF) Empathie - warum dieses Thema? Als ich
angefangen habe darüber zu schreiben, habe ich
mich das auch gefragt. -WARUM AUSGERECHNET
DIESES THEMA-. Es ist wahnsinnig schwierig
darüber zu schreiben, vor allem wenn
es den
Aspekt haben soll, es anderen nahe zu bringen.
Jeder definiert es anders und es gibt noch immer
Menschen, die von der „Fähigkeit“ noch nie etwas
gehört haben. Empathie verwechseln viele mit
Sympathie und damit hat es aus meiner Sicht
überhaupt nichts zu tun
Außer dass man Empathie am häufigsten bei
Menschen anwendet, die uns sympathisch sind.
Oft hört man, das Empathie mit Mitgefühl oder
Mitleid gleichgestellt wird, wenn man die Wörter
auseinandernehmen würde, kommt man der Sache
schon näher…
… – Mitgefühl – ich fühle mit- oder - Mitleid- ich
leide mit-.
Empathie heißt für mich, dass ich mich in die
Gefühlswelt meines Gegenübers hineinfühlen kann.
Es gibt auch Unterschiede, z. B. dass die einen
„Gefühle“ tatsächlich fühlen, wie den Schmerz, das
Glück, das Leid, die Liebe, die Trauer, die Wut, die
Angst, die Lust und viele andere. Es ist, glaub ich,
sehr schwierig, sich das genau vorzustellen, wenn
man die Fähigkeit nicht besitzt. Jeder Mensch
verfügt über ein gewisses Maß an Empathie, selbst
Kleinkinder bekommen es förmlich in die Wiege
gelegt. Also gibt es eine Form, welche man erlernen
und auch weiter ausbauen kann,
welche auch
durch das soziale Umfeld und die Art der Erziehung
geprägt und beeinflusst wird.
Empathie war vor meiner Inhaftierung ein nie enden
wollendes Thema und ich würde jetzt nicht
behaupten, dass ich zu den empathischsten
Menschen gehöre, aber ich kann die Gefühle in
meinem Umfeld einschätzen und verstehen und
manche sogar fühlen.
Aber direkt Thema war es vor meiner Inhaftierung
nur in meinem sozialen Umfeld, wo man bei dem
ganzen
Alltagsstress
sparsam
mit
seinen
Ressourcen umgegangen ist.
Nun bin ich inhaftiert und hinter den Mauern ist
Empathie mehr als gefragt, vor allem von Nöten,
denn wenn man den Gesichtspunkt auf die
Strafbehandlung setzt, sollte doch Empathie eine
Grundvoraussetzung sein.
Das Gefängnis hat diesbezüglich meinen Horizont
erweitert, denn noch nie hatte ich die Zeit, so
intensiv und emsig über mein Dasein, meine
Selbstwahrnehmung, meine Würde, mein inneres
Gesetz, meine Maxime, Moral, Absichten, Motive,
Recht & Unrecht und meine Zukunft nachzudenken.
Hinzu kommt, dass ich noch nie mit so vielen
verschiedenen Schicksalen, Altersgruppen, Charak-
teren, Kulturen, Temperamenten, Gerichtsurteilen,
Behandlungen,
Ungerechtigkeiten,
Willkür
und
Machtspielchen konfrontiert wurde.
Das Gefängnis ist für einen Empathen ein Grusel-
kabinett, denn es gibt keinen Zeitpunkt, wo er zur
Ruhe kommt.
Stetig ist er damit beschäftigt, ein „Konzept“
auszuarbeiten, was positive Konsequenzen für alle
anderen Mitmenschen hat und zum Wohlbefinden
derer beiträgt, denn geht es dem Menschen in
seinem Umfeld gut, geht es ihm auch gut.
Es ist dabei keine Art der Pflicht, vielmehr ein
inneres Bestreben, anderen Menschen etwas gutes
zu tun.
Als Empath sieht man auch die Notwendigkeit einer
Rüge, wenn es zu einer Verbesserung beiträgt
(sinnvolle Bestrafung)
, aber er achtet ebenso
darauf, ob es gerechtfertigte oder ungerechtfertigte
Bestrafungen sind, welche in Haft schweren
Schwankungen
unterlegen
sind
und
nach
Sympathien oder Gesicht
entschieden werden kann
(wird).
Dabei reicht es aus, ein geringes Maß an Empathie
zu besitzen, um die Motive, die Notwendigkeit, die
Absichten, die Gedanken zu sehen und selbst
Rückschlüsse auf das zukünftige Verhalten eines
Menschen zu schließen.
Die meisten Menschen verraten sehr viel, auch
ohne zu sprechen, wenn man diese nonverbalen
Botschaften der Körpersprache (Mimik & Gestik)
entschlüsseln kann, sagt das mehr als 1000 Worte
(ganz oft hofft man, das man falsch liegt).
Da ich mich selbst als empathisch einschätze,
schlugen meine Alarmglocken lautstark ALARM.
Man wöllte am liebsten an jeder Baustelle
anpacken, helfen und verbessern, aber man
realisiert relativ schnell, das dies überhaupt nicht
machbar ist und vor allem auch nicht gewollt.
Man sollte unbedingt verdeutlichen, dass JEDER
MENSCH, der mit anderen Menschen arbeitet und
auch eine gewisse Entscheidungsgewalt hat,
Empathie besitzen sollte, denn es geht dabei immer
noch um Menschen und deren Leben und das
Leben ist nicht diese Akte, worin die Fehler penibel
aufgelistet sind, um uns diese bei jeder Gelegenheit
vorzuhalten. Es gibt auch ein Leben davor und vor
allem gibt es ein Leben danach (vor der Haft und
nach der Haft).
Warum fragt keiner, warum hast du das getan?
Weil es schlicht und einfach „fast niemanden“
interessiert.
Weiter auf Seite: 7

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63. Haft Leben
7
Empathie - Wie bitte, was?
...
Anstatt den Menschen ein gewisses Wertegefühl zu
vermitteln, vermittelt man ihnen eher eine Wertlosig-
keit, das Selbstwertgefühl sinkt.
Man denkt, man kann es niemandem Recht machen
und stellt sich 1000 Fragen und man bekommt nie
eine Antwort. Wie z. B. Warum soll ich mich
bemühen, wenn es doch
niemand
sehen möchte?
Ob sich wohl einer der „Intelligenzler“ mal darüber
Gedanken gemacht hat, welche Auswirkungen
derartige Behandlungen haben können?!?!
Fehlentscheidungen und die daraus entstehenden
Folgen sollten nicht als unvermeidbare Kollateral-
schäden abgetan werden.
Systematisch wird versucht, starke Persönlichkeiten
zu brechen, aber wer baut sie wieder auf?
Niemand !!!!!!!!
Da muss es doch eine Regelung geben in diesem
Normendickicht
.
Viele Menschen, die ich kennengelernt habe,
möchten sooo gern ein neues Leben starten,
möchten bei -0- beginnen. Nur leider sind deren
Voraussetzungen schon sehr schwierig, denn viele
haben keinen Rückhalt in Form der Familie oder
von zuverlässigen Freunden. Wie würdest du dich
fühlen, wenn du niemanden hast? Niemanden, auf
den du dich verlassen kannst? Niemand, der dir
beim Neustart behilflich ist?!
Niemand, der dich
hält, wenn du stolperst und verhindert, dass du
fällst? Niemand, der dir die Hand reicht, wenn du
trotzdem mal gefallen bist? Niemand, der dir sagt,
dass es nicht schlimm ist, wenn man hinfällt,
solange man wieder aufsteht und sich nicht
entmutigen lässt? Niemand, der dir zuhört, wenn du
einfach nur reden möchtest?
Niemand, der dir einen Rat gibt, wenn du unsicher
bist, dich einfach nicht entscheiden kannst?
(Und
wie oft treffen wir am Tag Entscheidungen)
Sind das nicht für viele Menschen die normalsten
„Hilfestellungen“ der Welt?
Etwas, wovon sie sich stets und ständig bedienen
können, ohne der Sache eine besondere Wert-
schätzung zu zollen? Kannst du dir das überhaupt
vorstellen? NIEMANDEN mehr zu haben, den du
anrufst? Niemanden, dem Ehrlichkeit genauso
wichtig ist wie dir?
Keine WhatsApp Nachrichten. NIX. Und hierbei geht
es
nicht
um
Schuld
oder
Unschuld
oder
Eigenverschulden oder Fremdverschulden. Hier
geht es um EMPATHIE. Bist du in der Lage, dich in
einen Menschen hineinzufühlen? Versuch es mal!
Und würdest du dann deine Entscheidungen,
soooooo treffen, wie du es sonst auch getan hast?
Sollten
die
Menschen
nicht
als
gestärkte
Persönlichkeiten ihren Neustart wagen?
Und vor allem auch eine 2. Chance von der
Gesellschaft bekommen? Ich denke schon.
Jeder hat eine 2. Chance verdient, auch wenn wir
wissen, dass sie nicht jeder nutzt.
Fragt euch mal, wie der eine oder andere sich an
derer Stellefühlen würde!!!!!
Könnt ihr es nachempfinden? Besitzt ihr Empathie ?
Eine indianische Redensart besagt:
„Urteile nie über einen anderen, bevor
Du nicht einen Mond lang, in seinen
Mokassins gegangen bist“
Mit freundlicher Genehmigung der Maisberger GmbH

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
8
Nr. 63, Oktober 2019
Happy Birthday zum 70sten, liebes
Grundgesetz
(HL-PAF) Für einige von euch mag dieses Thema
nichts sein, aber vielleicht gibt es ja doch die eine
oder andere, die sich wie ich für Politik und in dem
Fall, für das Grundgesetz interessiert.
Am 23. Mai 2019 wurde das Grundgesetz 70 Jahre
alt. Doch wurde es auch groß gefeiert, gar mit
Würde? Meine Meinung und gleichzeitig Antwort
auf die Frage ist so: Diese riesengroße Feier hätte
es aus meiner Sicht nicht verdient, vielleicht vor 70
Jahren, denn zur damaligen Zeit, wo unser Land
nahezu vollständig kriegsgeschädigt war, musste
man einfach etwas unternehmen und da war der
Schritt zum Grundgesetz sicher genau der Richtige.
Man wollte, dass es ein Deutschland gibt, unseres,
dass sich zum damaligen faschistischen Deutschen
Reich grundsätzlich unterscheidet. Dies kann ich
natürlich nachvollziehen. Nun leben wir nicht mehr
im Jahr 1945, sondern im 21. Jahrhundert und mir
scheint es, dass manchmal nicht mehr so viel Wert
auf unser Grundgesetz gelegt wird. Eigentlich
schade, denn vielfach wird von einem guten, heute
noch in vielerlei Hinsicht gültigen, Gesetz für uns
gesprochen. Obwohl es doch um die Rechte eines
jeden einzelnen Bürgers geht, ist das GG keine
Selbstverständlichkeit. So dachte ich es mir
zumindest, doch wenn man mal genauer hinschaut
und es dazu noch am eigenen Leib erlebt,
bekommt man manchmal ein komplett anderes
Bild. Ich denke mal, dass viele unser Grundgesetz
gut heißen und in den höchsten Tönen davon
sprechen. Ich denke aber auch, dass, wenn diese
Leute an unserer Stelle wären oder sie es selber
einmal treffen würde, dass ihre Grundrechte
eingeschränkt würden, dann würden sie sicher ihre
Einstellung auch nochmal überdenken.
Wir können ja mal kurz auf einzelne Grundrechte
eingehen…beginnen wir doch einfach
mit Art. 1
GG Schutz der Menschenwürde „(1) Die Würde
des Menschen ist unantastbar…“
Wie kann es
aber sein, dass Frauen/Mädchen Gewalt erfahren
müssen und man einfach wegschaut? Oder - das
man wie wir hier, nur eine Nummer sind und man
aufpassen muss, was man sagt, um nicht
abgestempelt zu werden.
Machen wir doch gleich weiter mit
Art. 3 GG
Gleichheit vor dem Gesetz „(1) Alle Menschen
sind vor dem Gesetz gleich…“
werden wir
Frauen denn genauso behandelt wie die Männer,
also ein Blick in die Arbeitswelt sagt doch schon
alles. Zumindest sind die Medien dieser Meinung,
und ja ich sehe es auch so. Beim Vergleich
zwischen dem Männervollzug und dem von uns
gelebten Frauenvollzug – also gleich ist das nicht.
Art. 5 GG Meinungs- und Pressefreiheit „(1)
Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort,
Schrift und Bild frei zu äußern und zu
verbreiten…“
Na sagen wir mal, auch das ist, nicht
nur aus Sicht einer HL-Redakteurin, nicht so
einfach, soll es sicher auch nicht sein. Gefängnis
eben und da ist eben manches anders. Themen
wie
Gefängnis
sind
halt
nicht
jedermanns
Interessengebiet. Aha, äußere ich mich zum
Beispiel zu Problemen mit den „Neu-Mitbürgern“ in
Deutschland, werde ich schnell von den einen in
die rechte Ecke geschoben und von den anderen
Nazi genannt. Kurz, auch das ist nicht so einfach
hier, nicht hinter den „sieben Bergen“ - sondern
hinter den Mauern der JVA Chemnitz!
Oder - man spricht hier Missstände an und haut die
Karten mal so richtig auf den Tisch, das Resultat:
Hausstrafen, Ablehnungen, Willkür, usw. Okay, so
sehe ich es, manchmal - öfters - ab und zu!
Und als schöner Abschluss
Art.
103
GG
Grundrechte de Angeklagten „(1) Vor Gericht
hat
jedermann
Anspruch
auf
rechtliches
Gehör…“
leider sehe ich das aus heutiger Sicht
auch nicht so.
Hattet ihr einen fairen Prozess mit Richtern und
Staatsanwälten
,die
auch
eurer
Sichtweise
zugehört haben?
Ich würde sicherlich, wie andere auch, zu jedem
anderen Paragrafen unseres Grundgesetzes noch
etwas zu meckern finden, aber das will ich
eigentlich gar nicht!
Unser Grundgesetz so wichtig und es ist gut,
auch wenn hier und da neues, aktuelles ergänzt
wird - nur so kann soll und darf es noch
mindestens weitere 70 Jahre unser
Grundgesetz sein!
P.S.: Meine manchmal einseitige Sichtweise ist
haftbedingt und das bitte ich zu entschuldigen!
Happy Birthday - 70 Jahre GG
Archiv: HL

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63. Haft Leben
9
Hört Hört die GMV hat etwas zu sagen
Massak Gespräch
Wir, die GMV Mitglieder, haben uns mit dem Chef
der Fa. Massak zusammengesetzt und haben eure
Wünsche vorgetragen. Mit Herrn Riedel haben wir
auch gesprochen und zusammen in den Waren-
katalog geschaut, ein paar Dinge haben wir noch
raussuchen können, die jetzt auch geprüft werden.
Wenn ihr andere Listen haben solltet, dann schreibt
bitte gleich die Artikelnummern raus und das
dazugehörige Produkt, aber auch wenn euch noch
etwas einfallen sollte, was ihr gern auf die Liste
haben möchtet – alles auf einen Zettel und ab in
den GMV Briefkasten. Es wird nicht von heute auf
morgen passieren, aber es geht in die Prüfung.
Telio
Solltet ihr Probleme mit eurem telio haben, dann ruft
bitte sofort die Hotline an und gebt euer Anliegen
durch, danach wendet ihr euch bitte gleich an den
Stationsbeamten und sprecht dort auch nochmal
vor. Es wird jetzt eine Liste darüber geführt und
somit eher bearbeitet.
Med-Dienst
Jedem von euch steht es frei, einen Bluttest
machen zu lassen. Ich persönlich mache im Jahr als
Vorsorge zwei Stück und lasse alles mal testen.
Baumaßnahmen
Ihr habt es ja sicher schon mitbekommen, im
kompletten Haus wird gebaut. Die Duschen wurden
saniert und sind auch noch nicht fertig, die Bau-
arbeiter müssen nochmal ran, denn es werden noch
Trennwände hochgezogen. Auch stehen noch die
Malerarbeiten an, die sich aber bis ins nächste Jahr
ziehen werden. Geduld Mädels.
Reinigungsmittel
Durch eine Anfrage beim Ministerium und einer
Richtigstellung im Haus werden wir demnächst alle
kleine runde Dosen bekommen (an der Zahl
3 Stück) wo wir Fit, Bodenreiniger und Seife vom
Hausmädchen abfüllen lassen können.
Dosen sind schon bestellt.
Durch die steigende Wärme wurden den Haus-
mädchen weitere 10 Bettlaken zur Verfügung
gestellt. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, dann
könnt ihr natürlich mit Antrag an die Kammer auf
Ersatz bitten.
MED
Die stille Post hat leider mal wieder nicht
funktioniert. Es wurde nämlich gemunkelt, dass der
HBD abgeschafft werden sollte mh klar, wisst ihr
was hier dann los wäre, dass kann sich die JVA gar
nicht leisten. Ich habe mich natürlich kundig
gemacht und bin zur Anstaltsleitung gegangen - es
wechselt sich nur die Organisation, mehr nicht
Besuch
Die Firma Huber teilte telefonisch mit, dass sie sich
aus dem Geschäft mit dem Automatenverkauf von
losem Tabak zurückziehen werde. Grund ist eine
neue EU-Richtlinie zum Tracking beim Verkauf von
Tabakwaren bis zur Abgabe an den Endkunden.
Firma Huber prüft, ob sie ein anderes Verkaufs-
angebot in den betreffenden Automaten einbringen
kann oder den Automaten abbauen wird. Im
Besucherbereich kann daher künftig kein loser
Tabak mehr bezogen werden. Der Erwerb von
abgepackten Zigarettenschachteln (anderer
Aufsteller) ist weiterhin möglich.
Wärme in den Arbeitsbetrieben
Es wurde beantragt, dass in allen Arbeits- und
Ausbildungsbetrieben Ventilatoren, isolierte Fenster
sowie Kühlschränke zur Verfügung gestellt werden.
INFO!!!!!!
Im Oktober sind Neuwahlen für die
GEFANGENENMITVERANTWORTUNG, wer
Interesse hat, soll bitte einen Antrag zur
Aufstellung an Herrn Wienhold senden.
G
efangenen
M
it
V
erantwortung

Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
10
Nr. 63, Oktober 2019
Wie mein Kind sich Mamas Tag hier vorstellt
Wie meine Tochter P. (6 Jahre), sich
meinen Tag hier in Chemnitz vorstellt
(HL/PAF) Zitat:
„Du stehst auf und ziehst dich an,
danach tust du frühstücken. Dann gehst du mit
Wombi
raus und tust Karten spielen. Vielleicht
kannst du danach was backen wie Kuchen oder
Törtchen. Also ich habe noch eine Idee, du kannst
mich mit einem Polizeiauto abholen und dann
fahren wir zu dir. Wir gehen dann mit deinen
Freundinnen und der Wombi in den Pool. Der Opa
holt mich danach ab. Du kochst etwas zum Mittag –
weiße Bohnen und gehst danach auf Arbeit und
nähst mir etwas für meinen Schulanfang. Nach der
Arbeit legst du dich zum Mittagschlaf hin, danach
könntest du die Vögel beobachten und die Tauben
füttern und eine Babykatze Namens Molly füttern
und streicheln. Mit deiner Freundin spielst du
Rapunzel. Zum Abendessen isst du Dino-Schnitzel
mit Kartoffeln und Pilzsoße. Nach dem Baden
schaust du noch Simba und gehst ins Bett.“
(HL/Red.)
Das alles ist auf dem Bild auf der
nächsten Seite nochmal von ihr gemalt worden.
Die Redaktion bedankt sich ganz herzlich für diese
Darstellung aus ihrer Welt über eine Welt „hinter
Gittern“ von der sie, Gott seit Dank, keine andere
Vorstellung hat und die Wahrheit (noch?) nicht
kennt. Super gemacht! Dankeschön!
Bei so einer Aussage kann man doch nur
schmunzeln oder etwa nicht?! Ich bin nun über
viereinhalb Jahre hier, meine Tochter kann sich an
die Zeit, als ich noch zu Hause war, leider nicht
erinnern. Dennoch verbringe ich, auch wenn es
leider nur für eine begrenzte Anzahl an Stunden ist,
mit ihr den Tag und der Opa holt sie wieder ab.
Sie stellt sich meinen Tag so harmonisch, aber mit
Spaß versetzt, vor. Klar, sie ist noch ein Kind und
wird auch viel dazu phantasieren, ich bin dennoch
erstaunt. Was alles in ihrem kleine Kopf vor sich
geht.
Sie kennt diese Situation nicht anders, denn sie ist
damit aufgewachsen. Irgendwo ist es ja gut so,
aber auf der anderen Seite tut es mir so leid, dass
ich solch Umgebung aussetzen muss. Auch dass
sie sich später mal an diese Zeit erinnern wird.
Es reicht dazu, dass ich geprägt bin.
In der Realität sieht es leider alles ein wenig anders
aus, mein Tag beginnt um 6:00 Uhr am Morgen
und dann habe ich knapp eine Stunde Zeit, um
mich fertig zu machen. Gegen 7:00 Uhr ist Ablauf
zur Arbeit und dann wird mit nem Käffchen und
eventuell einem kleinem Frühstück eine Team-
besprechung durchgeführt. 14:30 Uhr rücken Wir
dann auf den jeweiligen Stationen wieder ein, die
Arbeitstasche
wird
gegen
die
Duschtasche
eingetauscht. 15:30 Uhr geht’s ab auf den Hof (es
kommt jedoch darauf an, welcher Tag es ist und
was ansteht - Kunsttherapie, Leitersprechstunde,
Redaktion der Gefangenenzeitung „HaftLeben“
oder die GEFANGENENMITVERANTWORTUNG).
Gehen wir jetzt mal davon aus, dass ich auf den
Hof gehe. Eine Stunde die Augen schließen und
sich woandershin „beamen“ - hust - klappt leider
nicht immer. Manchmal könnte man echt denken,
dass man hier ein echter Teilnehmer in einer Daily
Soap ist „09125 Chemnitz - lebt“.
Zurück auf der Station angekommen, gehen alle ihr
Abendbrot holen und das um 16:30 Uhr. Nun
kommt es wieder darauf an, welche Woche wir
haben. Woche A, - wie Aufschluss von 16:30 Uhr
bis 18:30 Uhr und danach ist alles verriegelt und
verrammelt bis zum nächsten Morgen.
Woche B, - wie Aufschluss von 19 Uhr bis 21 Uhr.
In den zwei Stunden wird Post geholt oder
abgegeben, man geht duschen, geht zum Sport
oder in den Zwischenbau, isst gemeinsam am
Tisch und unterhält sich, wenn uns zu langweilig
ist, macht man vielleicht auch etwas Blödsinn :) den
ich aus Datenschutzgründen nicht benennen kann,
muhaha. (Mo/Mi/Fr gehe ich im Einschluss meist
für eine Stunde zum Kraftsport, selten auch mal
zwei Stunden). Auch wenn man denkt, dass wir
hier drin ein ruhiges Leben haben, so kann ich aus
eigener Erfahrung sagen, dass ich an manchen
Tagen echt froh bin, abends im Bett zu liegen.
Nebenher fließt noch soviel mit ein was auf die
Psyche geht und einen körperlich fast erdrückt.
Man muss hier drinnen schon sehr belastbar sein!
Das Positive daran ist, die Zeit vergeht hier wie
im Fluge.
Egal wie schmerzhaft es manchmal sein mag,
ich bin unglaublich froh zu wissen dass mein
Kind in guten Händen ist. Ich bin auch dankbar,
dass ich sie anrufen kann, wann ich möchte
und das sie mich besuchen darf.
Es hätte auch alles anders laufen können.
Ich liebe dich mein Schatz

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63. Haft Leben
11
Wie mein Kind sich Mamas Tag hier vorstellt
Tagesablauf von Mama:
(HL/KU) Zitat:
Ich denke, dass sie frühs zum
Frühstück geweckt wird. Dann wäscht sie sich
vielleicht kurz, macht ihre Haare und zieht sich an.
Sie geht in die Kantine, wo schon andere sitzen und
essen, sie nimmt ihr Essen, setzt sich hin und isst.
Danach wird sie bestimmt arbeiten gehen. Und auf
der Arbeit ist es stressig, aber irgendwie macht es
ihr Spaß. Nachdem sie zwei oder drei Stunden
arbeiten war, macht sie eine Pause, legt sich kurz
hin und ruht sich aus. Nun ist sie ausgeruht und
geht zum Volleyball. Nachdem sie sich ausgepowert
hat, geht sie wieder zwei, drei Stunden arbeiten,
danach geht sie auf den Hof, wo sie mit ihren
Freunden plaudert. Am Abend isst sie Abendbrot
und danach ruft sie mich an und wir reden. Danach
geht sie langsam ins Bett und denkt an mich.
E.
Zelt
Spielkarten
Ein Reh läuft über den Hof.
Eine Taube
Meine Mutti ruft
mich an!
Mutti, auf dem
Liegestuhl in
der Sonne
Mutti kocht Spagetti
und die kochen
gerade über.
Schade.
Herzen
(HL/Red.)
Die etwas größere E. hat ebenfalls eine
sehr interessante Vorstellung vom Tagesablauf
ihrer Mutti in einer JVA.
Manch eine Mutti wird sicherlich des Öfteren
schon ähnliches gehört haben.
Uns von der Redaktion der Chemnitzer
Gefangenenzeitung „HaftLeben“ interessieren
ihre
Geschichten,
vor
allem
die
über
Erlebnisse und Geschichten, die sie hier in der
JVA mit ihren Kindern erlebt haben.
Schreiben Sie sie uns auf oder erzählen Sie
ihre
persönliche
Geschichte
einer
der
Redakteurinnen
unserer
Redaktion
HL.
Wir betrachten das als ein sehr wichtiges
Thema in unserer Arbeit. Auch in Zukunft
möchten wir über Kinder, Mütter, den Besuch
und den weiteren damit zusammenhängenden
positiven wie auch den negativen Erfahrungen
zu diesem Thema verstärkt widmen.
Für Rückfragen Namen und HR mitschreiben
und ab in den Briefkasten der Gefangenen-
zeitung.
Ihr Name und der des Kindes werden dabei
nicht
mit veröffentlicht! Versprochen.

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
12
Nr. 63, Oktober 2019
(HL/manu) So entwickeln ADHS-Patienten durch
ihr Verhalten ihre Persönlichkeitsstörung selbst.
Affektive Störung:
Affektive Instabilität mit Hang zur Depression,
häufiger als zu zykloidem oder hyperthymem Ver-
halten, kann einerseits als Teilsymptom von ADHS
eingeordnet werden, anderseits in fließendem
Übergang ein solches Ausmaß annehmen, dass
eine affektive Störung eigenständig diagnostiziert
werden kann.
Ein phrasenhafter Verlauf ist nicht selten zu
beobachten.
ADHS-Patienten
berichten
häufig
von
einem
raschen schwerwiegenden Stimmungswechsel.
Innerhalb
von
Stunden;
der
Übergang
zur
eigenständigen affektiven Störung ist hier fließend
und hängst wesentlichen auch vom Ausmaß ab.
ADHS Zwangsstörungen:
Zwanghaftes Verhalten kann einerseits ein - gele-
gentlich erfolgreicher - Kompensationsversuch der
Betroffenen sein, Ordnung im Chaos zu halten,
anderseits sich zur eigenen Störung auswachsen,
die dann auch eigenständig zu behandeln ist.
Teilleistungsstörung:
Bei genauen Hinschauen kann gelegentlich eine
Teilleistungsschwäche isoliert als Folge der Auf-
merksamkeits- und Konzentrationsstörung iden-
tifiziert
werden,
die
sich
bei
einer
ADHS-
Behandlung mit der Folge einer besseren Konzen-
trationsleistung zurückbildet und nicht mehr in
Erscheinung tritt, etwa wenn eine Fülle von
„Flüchtigkeitsfehler“ im Diktat als Rechtsschreibe-
schwäche imponiert und wegen der schlechten
Konzentrationsfähigkeit auch eine Unlust am Lesen
festzustellen ist.
Auf der andern Seite kann, unabhängig von der
ADHS-Störung und -Behandlung häufig auch eine
eigenständige Teilleistungsstörung als Komorbidität
festgestellt werden.
ADHS und Angststörungen lassen sich ins-
besondere durch die Festlegungen des Beginns der
Störung meist recht gut voneinander abgrenzen.
Die Komorbidität ist häufig und die Symptome
beider
Störungen
können
sich
wechselseitig
dramatisch verstärken.
ADHS und Zwangsstörungen:
Zwanghafteres Verhalten kann einerseits ein -
gelegentlich erfolgreicher - Kompensationsversuch
der Betroffenen sein, Ordnung im Chaos zu halten,
anderseits sich zur eigenen Störung auswachsen,
die dann auch eigenständig zu behandeln ist.
ADHS in meinem Alltag
(HL/KU) Zu allererst möchte ich euch sagen, dass
ich der Meinung bin, dass ADHS an sich nichts
weiter
ist
als
eine
Unausgeglichenheit
des
menschlichen Wesens. Denn in meiner Kindheit gab
es sowas wie ADHS nicht. Die Gesellschaft hat es
eingeführt und mittlerweile hat jedes Kind, das
etwas aufgedreht oder aktiver ist als andere, sofort
die Diagnose „Aufmerksamkeitsdefizithyper-aktivi-
tätssyndrom“. Das liegt daran, dass Eltern ihre
Kinder nur vor den Fernseher setzen, Kinder schon
im frühen Alter Handys besitzen, alles in allem, nur
noch von Medien gesteuert werden. Wo sind die
guten alten Zeiten in denen Kinder kaum zu Hause,
sondern bis abends draußen waren, auf Bäume
kletterten und Fahrradtouren machten und nach
dem Abendessen ohne Fernseher völlig kaputt ins
Bett fielen? Von ADHS keine Spur!
Das erklärt, warum mir die Diagnose erst im Jahr
2014 gestellt wurde. Denn bis zu diesem Zeitpunkt
hatte ich keine Probleme mit Unausgeglichenheit
bzw. ADHS in meinem Alltag. Es war zwar so, dass
ich bereits im Kindesalter wesentlich aktiver war als
andere Kinder, doch das konnte ich ausgleichen,
indem ich regelmäßig im Volleyball und Turnier-
tanzverein teilnahm. Hinzu kam noch die Pflicht, für
meine zwei kleinen Geschwister sorgen zu müssen
und somit war mein Tag komplett ausgefüllt. Die
Hyperaktivität machte sich erstmals nach meinem
Schulabschluss bemerkbar, als ich meine Berufs-
ausbildung begann. Ich merkte schnell, dass ich
innerlich sehr unruhig war, mich zwischenzeitlich
nicht konzentrieren konnte oder wollte. Um dem
entgegenzuwirken, suchte ich mir zwei Nebenjobs
und das Problem war gelöst.
So habe ich bis heute auf diverse Medikamente
verzichten können und werde dies auch zukünftig
so beibehalten.
Zu guter Letzt ein Tipp für alle ADHS Patienten:
Verzichtet auf Medikamente, die süchtig machen,
euer Wesen verändern, Kreativität unterdrücken
und sorgt stattdessen für einen ausgefüllten,
strukturierten Tagesablauf.
Sucht euch eine Arbeit, an der ihr auch Spaß habt,
Hobbys, die körperlich anspruchsvoll sind und vor
allem ein Umfeld, das euch so akzeptiert, wie ihr
seid!!!
ADHS - Eine Persönlichkeitsstörung
Danke an ADHS.de

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63. Haft Leben
13
Gefangen in mir selbst - ADS
(HL-HB) Wenn man die Diagnose ''ADS' bekommt,
ist diese Information meist für denjenigen nicht so
dramatisch wie für einen selbst. Der oder die
Betroffene ist dann häufig froh darüber, dass
wenigstens das Umfeld nun hoffentlich einen Plan
hat und zum Beispiel viele Situationen, Verhaltens-
weisen und Reaktionen von dem/der Betroffenen
versteht.
Menschen, welchen diese Informationen von dem
Gegenüber fehlt und Symptome wahrnehmen wie
Hyperaktivität, Verträumtheit oder/und chaotisch
sein bis hin zu Vergesslichkeit, stimmungslabil und
Kommunikationsschwierigkeiten. Nur um ein paar
zu nennen. Typische Verhaltensweisen, welche
sich bei einem Menschen zeigen, welcher an
ADHS 'leidet', spielen sich bei ADS'lern alles im
Kopf ab. Nach außen hin sind sie meist ruhig,
entspannt und eben typisch verträumt, aber vom
Wesen her sind sie meist auf der Flucht vor
Langeweile
und
innerer
Leere.
Wir
sind
''Suchende'' und wissen doch so oft gar nicht,
wonach wir suchen. Man sagt uns laut dem
schlauen Internet auch nach, dass wir unerfüllte
Träume, nicht gelebte Sehnsüchte, viel Trauer und
Enttäuschung in uns tragen. Durch die großen
Versagensängste, die in uns stark manifestiert sind,
stehen wir unter Dauerstress. Das gesamte Paket
äußert sich schlussendlich in einem Menschen so,
dass man uns selten versteht.
''In meinem Kopf ist alles wie ein großes Puzzle
mit unendlich vielen Teilen derselben Farbe''
Den ganzen Tag-jeden Tag aufs Neue beginnt,
läuft und endet mein Tag gleich. Zumindest ist das
in meinem Kopf so. Wie gern würde ich Menschen,
die mir am Herzen liegen, beschreiben, warum ich
so bin, wie ich bin. Doch die Worte und Sätze
geben in meinem Kopf alle Sinn, doch sobald ich
diese versuche auszusprechen, ist irgendetwas in
meinem Kopf, der alles durcheinander schmeißt
und zum Schluss kommt nur gequirlte Scheiße bei
raus. So oft war dies bisher in meiner Ver-
gangenheit der Fall, sodass ich zu dem Entschluss
gekommen bin, dass ich mir die Zeit und die
Nerven spare. Gleichzeitig ist mein Wunsch nach
Verständnis unbeschreiblich groß, dass ich allein
bei diesem Thema in meinem Kopf den 3. Welt-
krieg alleine mit mir führe.
Belastend an der ganzen Geschichte für mich
persönlich ist, dass es mir so bei jedem Thema
geht, das mich beschäftigt. Wo wir gleich bei dem
nächsten Thema wären, dass, ob ich will oder
nicht, mich einfach so viel beschäftigt. Jedes noch
so kleine, banale Thema, was für andere gar kein
Grund zum Nachdenken wäre, löst in mir diesen
innerlichen Konflikt aus. Ich bin so stolz darauf,
''Kopfmensch'' zu sein und gleichzeitig würde ich
gern mit jedem anderen tauschen. Ebenso würde
ich gern meinen Herzenmenschen nur für einen
Tag einfach mal, im übertragenen Sinne, meinen
Kopf mit all meinen Gedanken und Emotionen
geben, damit jemand das versteht, was mein Mund
nicht ausgesprochen bekommt.
Foto´s: Shutterstock
ADS - Auch eine Persönlichkeitsstörung

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
14
Nr. 63, Oktober 2019
(HL-PAF) Einzelfallentscheidung
„Gleichberechtigung unter den Gefangenen“
Dieses kleine Zitat hat sicher jeder schon einmal gesagt
bekommen. Wird es denn aber auch so gehandhabt,
richtig gehandhabt?!
Und was strebt man eher an, die Gleichberechtigung
oder die Einzelfallentscheidung?! Wir sind zwar alle
Gefangene, doch jede von uns ist anders gestrickt und
somit auch unabhängig voneinander zu behandeln. Man
hört und erlebt schon einiges hier in Haft, vor allem aber,
dass Entscheidungen falsch getroffen werden.
Vielleicht sollte man mehr auf die Gefangene schauen,
anstatt in dicken Gesetzesbücher zu blättern. Wie wäre
es zum Beispiel, wenn man viel mehr auf den Verlauf in
Haft schaut, auf den Charakter und die persönliche
Einstellung, wie gewillt man ist, wirklich etwas verändern
zu wollen, wie die familiäre, aber auch allgemeine
Lebenssituation ist.
Man zeigt zum Beispiel, dass man gewillt ist und bringt
sich in den Haftalltag mit ein, man macht bei ver-
schiedenen Aktivitäten/Veranstaltungen mit, macht
Therapien, hat jeden Tag etwas anderes zu tun, geht
offen mit allem um und steht seine Frau, zeigt Courage -
reißt sich förmlich den Arsch auf und trotzdem ist es
falsch?! Man wird am Ende als Führungsperson
hingestellt und das man auf gut deutsch, der Babo ist.
Hä, muss ich das verstehen?! Man will doch etwas an
sich ändern und geht diesen Weg, zieht sich eben nicht
zurück und öffnet sich, möchte das eigene Vollzugsziel
erreichen. ABER trotzdem ist das falsch. Was will man
denn dann von einem?!? Will man einen erst brechen
und dann so richten, wie sie es gern wöllten?! Es gibt
aber auch noch neben den Gewillten Gefangene, die
etwas anderen Gefangenen, die ihren Arsch nur zum
Abendbrot holen hochbekommen und sich mal zum Arzt
bequemen, den restlichen Tag aber im Nest liegen und
am besten noch als Belohnung in den offenen Vollzug
verlegt werden. Woran liegt das aber, wovor hat man
denn Angst?! Etwa, dass die eigene Resozialisierung
besser und schneller klappt als der Plan vorgibt?! Hier
hätten wir die Einzelfallentscheidung anzuwenden –
Wäre das nicht eine Überlegung wert?!
Oder auch die Verlegungen auf die zutreffenden
Stationen. Eigentlich sollte man sich doch an die
Binnendifferenzierung der JVA halten, was für mich
Gleichberechtigung unter den Strafen und somit
Verlegungen bedeutet. Es werden aber auch hier
Unterschiede getroffen und zwar sehr große. Warum
schaut man zum Beispiel immer wieder auf Paare und
nicht auf die jeweiligen Bezugspersonen, nein, da wird
man einfach auf eine komplett andere Station verlegt, wo
man von dem Strafmaß nicht einmal hingehört. Andere
wiederum kommen auf dieselbe Station, dann am besten
noch auf die gleiche Seite und oder in eine Zelle. Oder
man darf von einer Station auf die andere wechseln und
das nicht nur einmal, nein, warum nicht gleich von unten
nach oben und wieder von oben nach unten, danach am
besten gleich nochmal das selbe Spiel. Andere dürfen
nicht mal die Hausseite wechseln und da geht es um die
eigene Gesundheit.
Ein schönes Thema sind auch die Ausführungen.
Nehmen wir hier einfach den vergangenen Schulanfang
vom eigenen Kind. Natürlich darf man dort nicht hin, da
man ja nicht die einzige Mutter im Haus ist und hier die
Gleichberechtigung in Kraft tritt. Mir ist das schon klar,
aber warum ist man hier auf einmal so knallhart, denn
man sollte auch hier gewisse Abstriche machen.
Was ist mit dem Umgang mit Alkohol, Drogen,
Medikamenten oder allgemein verbotenen Gegenständen
oder auch die Zellenkontrollen - wo bleibt denn da die
Gleichberechtigung?! Hier wisst ihr sicher selber, wie und
wo bestraft wurde. Dazu kann und möchte ich mich nicht
äußern, es gibt Dinge, die sollte man lieber für sich
behalten.
Man kann nie richtig entscheiden,
aber man kann genau hinschauen.
Gedanken zur Einzelfallentscheidung
Archiv: HL

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63. Haft Leben
15
Wie würdest du entscheiden?
Egoismus um jeden Preis - Diebstahl
oder ein Einbruch im Keller
(HL/HB) Laura ist 16 Jahre alt und Tochter einer
doch eher reicheren Familie. Sie ist Einzelkind und
genießt das in vollen Zügen. Irgendwann bemerkte
sie, dass in dem Mehrfamilienhaus, wo sie und
noch andere Familien leben, plötzlich neue
Menschen eingezogen sind. Am Abend erzählte
Laura davon ihrem Eltern und diese baten sie um
freundlichen Umgang mit der neuen Großfamilie.
Genervt und desinteressiert stimmte sie zu, ging in
ihr Zimmer und sah noch immer sehr deutlich die
vielen Gesichter der Menschen, die gerade ihre
Möbel in die neue Wohnung brachten. Schon am
nächsten Morgen und für die nächsten Tage war
das Ganze schon völlig normal jeden Tag, die
vielen Kinder ein- und ausgehen zu hören und zu
sehen. Im Laufe der Zeit fiel ihr jedoch auf, das
keines der Kinder Markensachen trug und die
Eltern kein teures Auto fuhren. Stattdessen wirkte
alles sehr alt und billig, weswegen sie zu dem
Entschluss kam, dass die Familie nicht viel Geld
besitzen konnte. Allein die Tatsache reichte aus,
dass sie mit diesen Menschen nichts zu tun haben
will. Eines nachmittags kam sie von der Schule
nach Hause und eines der Kinder sprach sie
plötzlich an, sie erschrak und lies daraufhin ihr
teures Handy fallen. Das Handy fiel auf den Boden
und war kaputt. Schockiert nahm sie es wieder an
sich und ging wütend nach Hause. Dort ange-
kommen, erzählte sie ihren Eltern, was passiert ist
und forderte ein neues Handy. Da das kaputte
Handy noch kein Jahr alt war, lehnten die Eltern es
ab und schlugen ihr stattdessen vor, sich in den
Ferien einen Job zu besorgen, selbst Geld zu
verdienen und sich davon ein neues Handy zu
kaufen.
Da das absolut nicht ihrem gewohnten Lebensstil
entsprach, wurde sie laut und sagte, dass sie sich
schon kümmern würde. In dem Moment, als sie die
Wohnung verlies, kam ihr die arme Familie
entgegen mit reichlich Dingen, welche sie in den
Keller bringen wollte. Lautlos ging Laura die Treppe
runter, raus und setzte sich in den nahegelegenen
Park.
Dort beschloss sie, bei Nacht in den Keller der fast
mittellosen Familie einzubrechen, sich alles zu
nehmen, was etwas wert sein könnte und wollte
das Zeug dann verkaufen.
Von diesem Geld würde sie sich dann ein neues
Handy kaufen.
Sie ging wieder nach Hause und lies sich von ihrem
Plan nichts anmerken, legte sich auf das Sofa und
schlief ein. Als Laura wieder wach wurde, fiel ihr
sofort der Plan wieder ein und sie kam ins Grübeln.
Sollte sie wirklich die Familie bestehlen, welche
sowieso nur von dem nötigstem lebte?
Liebe Leserinnen und Leser,
wie würdet ihr entscheiden?
Ab jetzt seid ihr gefragt!!! Gefällt euch diese
neue „HaftLeben“-Serie? Macht ihr mit?
Nutzt mal eure wertvolle Zeit, um uns
mitzuteilen, wie ihr in der folgenden Situation
entscheiden würdet.
Ein paar der besten Zuschriften bekommen
einen Platz in der nächsten „HaftLeben“-
Ausgabe, die kurz vor Weihnachten 2019
erscheint.
Wir sind gespannt, ob wir ein paar Zettelchen
mit euren Ansichten oder Meinungen in
unserem HL- Briefkasten finden.
Für Nachfragen bitte Namen und HR nicht
vergessen!
Beides wird aber
nicht
veröffentlicht!!!
Gerne könnt ihr auch eine eigene Geschichte
schreiben, wo ihr wissen wollt, wie andere
entscheiden, wir sind wie immer für alles offen
und warten auf eure Post.
Liebe Grüße von eurem HL-Redaktionsteam!
Foto: R_K_B_creativeraven_pixelio.de
Unsere neue „HaftLeben“-Serie:

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
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Nr. 63, Oktober 2019
Informationen die die Weilt nicht braucht:
Quellen: Freie Presse, Süddeutsche Zeitung, neues Deutschland,
Tageszeitung, Frankfurter Allgemeine und das World Wide Web

63. Haft Leben
17
Die neusten HL-Witze
FLACHWITZE / CHUCK NORRIS WITZE
Wie viele Liegestütze kann Chuck Norris?
ALLE!
Nachricht an den Typen, der mir meine Daunenjacke gestohlen
hat:
"Du kannst dich warm anziehen!"
Der hübsche Prinz ist total angepisst - Rapunzel ließ ihren Harn herab.
Chuck Norris hat einen Grizzlybär-Teppich.
Der Bär lebt, hat bloß Angst sich zu bewegen!
Gute Nachricht: Ich bekomme endlich den obersten Knopf meiner
superengen Jeans zu.
Schlechte Nachricht: Hab sie leider nicht an.
Komme gerade vom Fitnesstraining.
2 Stunden auf dem Laufband waren echt gut.
Nur das Piepen und die Kassiererin haben ein bisschen genervt.
Chuck Norris streichelt keine Tiere,
die Tiere streicheln sich selbst,
wenn er in der Nähe ist.
"Wer hat gepupst? Ich mach mal das Fenster auf!"
- Das waren die letzten Worte auf der Raumstation
Anton, findest du ich bin dir eine schlechte Mutter?
Ich heiße Paul!
Chuck Norris verwählt sich nicht.
Wenn du abhebst, warst du am falschen Telefon!
Was ist total happy und stinkt? - Ein Gefurztagskind
Wie war die Stimmung in der DDR?
Sie hielt sich ziemlich in Grenzen.
Chuck Norris hat sich einmal im Wald verlaufen.
Niemand hat den Wald jemals wiedergesehen.

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
18
Nr. 63, Oktober 2019
HL - Steckbrief - Wombat
Reihe:
Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse:
Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse:
Beutelsäuger (Metatheria)
Überordnung:
Australidelphia
Ordnung:
Diprotodontia
Wombats
(Vombatidae) sind eine
Familie
in
Australien
lebender
Beutelsäuger
(Metatheria). Es
handelt sich um höhlengrabende Pflanzenfresser
mit bärenähnlichem Aussehen. Wombats leben im
südlichen und östlichen
Australien
.
Sie bewohnen
unterschiedliche Lebensräume, benötigen aber
eine gut zum Anlegen ihrer Baue geeignete Erde.
Beschreibung:
Wombats
erreichen
eine
Kopfrumpflänge von 70 bis 120 Zentimeter und ein
Gewicht von 20 bis 40 Kilogramm. Ihr Körper ist
stämmig gebaut, die Gliedmaßen sind kurz und
kräftig. Die breitsohligen Füße enden in fünf Zehen,
von denen die Vorderfüße fünf und die Hinterfüße
vier große, sichelförmig gekrümmte Grabkrallen
tragen. Der große Kopf ist breit und die Ohren sind
mittellang, rundlich bis dreieckig. Die Augen sind
relativ klein und das Nasenfeld ist je nach Art nackt
oder behaart. Der Schwanz ist zu einem kleinen,
nackten Stummel reduziert. Das relative feste Fell
ist kurz bis mittellang und variiert je nach Art in der
Farbe von von gelb-, grau- bis schwarzbraun.
Die Bezeichnung „Wombat“ wurde von den
Ureinwohnern in New-South-Wales übernommen,
welche die Tiere - je nach Gegend - „Wombach“,
"Womback" oder auch „Womat“ nannten. Die
ersten europäischen Siedler nannten ihn bei seiner
Entdeckung 1798 "Native Badger" - in der
fälschlichen Annahme es sei ein Dachsverwandter.
Bemerkenswert ist das unter den Beuteltieren
einzigartige Gebiss, das Ähnlichkeiten mit dem der
Nagetiere
aufweist. Sie haben im Ober- und
Unterkiefer je ein Paar wurzellose
Schneidezähne,
die Backenzähne sind einfach gebaut und eben-
falls wurzellos. Hierdurch wachsen die Zähne
dauernd nach und es kann hartes, abrasives Futter
gefressen werden. Da die
Eckzähne
fehlen, klafft
zwischen Vorder- und Backenzähnen eine Lücke
(Diastema).
Lebensweise
Wombats zählen zu den größten
grabend lebenden Säugetieren überhaupt. Ein
erwachsener Wombat
hat
wenige natürliche
Feinde.
Der eingeführte
Dingo
ist vermutlich der größte
Feind. Wombats besitzen ein
Territorium,
das je
nach Umweltgegebenheiten 5 bis 25 Hektar groß
sein
kann.
Territorien
werden
durch
Kotmarkierungen,
Bauten
und
aggressives
Verhalten markiert und verteidigt. Männliche
Wombats zeigen Drohgebärden, wenn ein anderer
(unwillkommener) Besucher zum Beispiel durch
einen bevorzugten Fressplatz geht. Der Kopf wird
von Seite zu Seite geschwungen und die Zähne
gebleckt und damit geknirscht, zusätzlich werden
knurrende Geräusche abgegeben. Dies ist oft
ausreichend, um den Eindringling zu vertreiben.
Kämpfe
können
allerdings
stattfinden
und
ernstzunehmende
Verletzungen
werden
von
kraftvollen Bissen zugefügt. Sie können über
kürzere Strecken bis zu 40 km/h schnell rennen,
und entziehen sich der Gefahr auch durch Klettern
und Schwimmen.
Ernährung: Vorzugsweise in der Abendzeit ver-
bringen Wombats zwischen drei und acht Stunden
mit Grasen. Gefressen werden hauptsächlich
einheimische, aber auch eingeschleppte Gräser,
wobei junge Triebe bevorzugt werden. Weiterhin
krautige Pflanzen und Moose, seltener auch
Wurzeln von Sträuchern und Bäumen sowie Pilze.
So ihr Lieben, nun wisst ihr sicher eine Menge über
das süßeste Tier der Welt.
Es werden weitere Steckbriefe von süßen Tieren
folgen.
;-)
(HL/Red.) Danke an Wikipedia, PAF und H.B. für
diese Zusammenstellung.
Foto: Wikipedia

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63. Haft Leben
19
Therapieeinrichtung - Fachklinik Schlehreut
Träger:
Fachklinik Schlehreut – Rehabilitationseinrichtung
für suchtkranke Frauen und deren Kinder gGmbH
Adresse:
Fachklinik Schlehreut
Schlehreut 1
94110 Wegscheid
Telefon: 08592/8817-0
E-Mail:
Info@fk-schlehreut.de
Internet:
www.fachklinik-schlehreut.de
Klinikleiter: Dr. Volker Barth
Über die Klinik:
Die stationäre Suchttherapie hat in den letzten
Jahren vonseiten der Kostenträger klare Vorgaben
für
ihre
Arbeit
erhalten.
Hierdurch
wurde
insbesondere die psychotherapeutische Ausrichtung
gestützt. Trotz der Vorgaben möchten wir unseren
persönlichen Charakter als Einrichtung treu bleiben.
Mit unserem neuen Konzept werden wir den
Besonderheiten unserer Angebote auch weiterhin
gerecht und gehen einen neuen Weg.
Wir wollen einen neuen leichteren Zugangsweg zur
abstinenzorientierten Therapie bieten, d. h. also,
dass wir den Abstinenzansatz auch weiterhin als
alternativlos ansehen.
Was bieten wir an:
- Aufnahme von suchtkranken Frauen im Alter von
18-65 Jahren (Alkohol, Medikamenten, Drogen,
Essstörungen)
- Aufnahme von Müttern mit (Schul-) Kindern im
Alter von 0-13 Jahren
- Substitution von schwangeren suchtkranken
Frauen zur Entwöhnung
- Substitution von nicht schwangeren suchtkranken
Frauen zur Entwöhnung
- Aufnahme von suchtkranken Frauen für die
Adaption
- Aufnahme von suchtkranken Frauen mit der
Therapieauflage §§ 35, 36 BtmG
Wir wollen unser Angebot auch in Zukunft den
Anforderungen anpassen, sodass Sie hier nun eine
Momentaufnahme
unserer
Arbeit
vermittelt
bekommen.
Bericht aus eigener Erfahrung in der Klinik:
Hey ho,
wie soll ich euch am besten diese Klinik und meinen
Aufenthalt dort kurz beschreiben?!...Es war für mich
die beste Zeit nach der ganzen Drogenscheiße
sowie ein persönlicher Neuanfang. Ich glaube, wenn
ich nicht selber den Schritt gegangen wäre, wäre es
mein Untergang gewesen, denn ich habe mich
schon in der Ecke liegen sehen mit der Nadel im
Arm. Die Einrichtung ist von Chemnitz aus knapp
500 Kilometer weit weg, man ist also mal ganz bei
sich und hat die Chance, sich neu kennenzulernen,
Heim- und Belastungsfahrten sind möglich. Die
Therapeuten sind auch super = knallhart, ehrlich
eben. Ich kann es euch nur empfehlen, nach
Passau zu gehen. Vielleicht habt ihr ja „Das Jenke
Experiment“ geschaut, denn da wurde die Klinik mit
zwei ihrer Klienten vorgestellt.
PS: Hunde sind dort auch erlaubt.
Fotos: Fachklinik Schlehreut

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
20
Nr. 63, Oktober 2019
27.08.2019
Positionspapier
der
DVJJ
zu
Altersgrenzen im Jugendstrafrecht
Aufgrund der Vorkommnisse in Mülheim Anfang Juli
wurde die Forderung nach Senkung der Straf-
mündigkeitsgrenze von 14 Jahren auf 12 Jahren
erhoben und vielfach diskutiert.
In der nordrein-westfälischen Stadt sollen fünf
Jugendliche und Kinder eine 18-jährige Frau in der
Nähe eines Spielplatzes vergewaltigt haben.
Die Deutsche Vereinigung für Jugendgerichte und
Jugendgerichtshilfen e.V. positionierte sich aus
gegebenem Anlass zu den Altersgrenzen im
Jugendstrafrecht. In der Stellungnahme heißt es
unter anderem:
„Es gibt nach wie vor nicht den geringsten
Anhaltspunkt dafür, dass eine Senkung der
Strafmündigkeitsgrenze zu einem verbesserten
Schutz vor Straftaten führen würde. Die Entwicklung
der Zahlen aus der polizeilichen Kriminalstatistik
liefern ebenfalls keinerlei Anlass, grundsätzliche
Änderungen zu fordern.“
Mehr unter: https://bag-s.de/nc/aktuelles/
aktuelles0/article/positionspapier-der-dvjj-zu-
altersgrenzen-im-jugendstrafrecht/
oder https://bag-s.de/
23.08.2019
Teilhabechancengesetz auch für ehe-
malige Strafgefangene
Teilhabechancengesetz
auch
für
ehemalige
Strafgefangene, Die BAG-S positioniert sich zu dem
Vorschlag der Justizministerinnen und -minister, -
senatorinnen und -senatoren (JuMiKo)zur Änderung
der Zielgruppen-definition.Hintergrund. Der Bundes-
tag hatte am 06.11.2018 das Gesetz zur Schaffung
von Teilhabechancen für Langzeitarbeitslose
auf
dem
allgemeinen
und
sozialen
Arbeitsmarkt
verabschiedet, das am 01.01.2019 in Kraft trat.
Zwei
neue
Fördermöglichkeiten
unterstützen
Arbeitgeber fortan durch Lohnkostenzuschüsse,
wenn sie Personen der Zielgruppe einstellen.
Mehr unter: https://bag-s.de/nc/aktuelles/
aktuelles0/article/teilhabechancengesetz-auch-
fuer-ehemalige-strafgefangene/
16.08.2019
BAG-S
Studie
zu
Lebens-
und
Problemlagen straffällig gewordener
Menschen und ihrer Familien
In der neuen Ausgabe des „Informationsdienst
Straffälligenhilfe“ (ID 2/2019) erscheint ein um-
fassender Forschungsbericht zu der hauseigenen
Untersuchung. Hier finden Sie bereits jetzt eine
kurze Vorschau auf den Bericht.
Die BAG-S führte, angelehnt an das erstmalige
Sonderprojekt im Jahre 2014, im Spätherbst 2018
erneut eine bundesweite Studie über die Lebens-
und Problemlagen straffällig gewordener Menschen
und ihrer Familien durch. Ziel war es, durch eine
weitere Befragung der Fachkräfte aus der Freien
Straffälligenhilfe einen aktualisierten und noch
umfassenderen Überblick über die Lebenssituation
und Probleme der von ihnen beratenen und
betreuten Menschen zu erhalten.
Die Ergebnisse lassen interessante Rückschlüsse
auf die Demographie sowie Lebensumstände der
Klientel der Freien Straffällingenhilfe zu. Einer der
Schwerpunkte war auch bei dieser Erhebung, die
Probleme zu beleuchten, mit denen Klienten der
Freien Straffällingenhilfe konfrontiert sind. Es kann
bereits vorweggenommen werden, dass bei allen
betroffenen Personen - inhaftierte und nicht-
inhaftierte jeden Geschlechts zusammengenommen
- Probleme im Zusammenhang mit Wohnen und
Wohnungsverlust
den
größten
Stellenwert
einnehmen. Die vier, für die straffällig gewordenen
Klientel relevantesten Problemlagen und ihre
Implikationen werden im Projektbericht erläutert.
Die Rückmeldungen der Fachkräfte geben darüber
hinaus Auskunft über die in Anspruch genommenen
Angebote der Freien Straffälligenhilfe.
Die analysierten Daten lassen den Schluss zu, dass
sich die Lebenssituation von straffällig gewordenen
Menschen im direkten Vergleich zu der Erhebung
aus 2014 verschlechtert zu haben scheint. Die
Studie zeigt erneut auf, dass die Hürden für
straffällig gewordene Menschen und ihre mit-
betroffenen Familienmitglieder, sich in unserer
Gesellschaft dauerhaft zu behaupten, sehr hoch
sind.
Den
gesamten
Projektbericht
mit
weiteren
aussagekräftigen
Ergebnissen
sowie
veran-
schaulichenden Grafiken können Sie in der bald
erscheinenden zweiten Heftausgabe des Info-
dienstes 2019 nachlesen.
Ihre BAG-S
Mehr unter: https://bag-s.de/nc/aktuelles/
aktuelles0/article/bag-s-studie-zu-lebens-und-
problemlagen-straffaellig-gewordener-
menschen-und-ihrer-familien/

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63. Haft Leben
21
Die HL - Frauen - Seite
Fingernägel „French Style“
Du brauchst:
1 Nagelfeile
1 Schwamm (Topfreiniger, welche du
beim Hausmädchen erhältst)
1 Schere
2 farbige Nagellacke
1 Klarlack
1 Nagellackentferner
Wattestäbchen
1.
Schritt: Hände gründlich waschen und von
Fettrückständen befreien
2.
Nägel in Form feilen – Tipp: Immer nur in
eine Richtung feilen
3.
Schwamm mit der Schere in kleine
Quadrate teilen
4.
Eine Schicht Klarlack auftragen
5.
Farbigen Nagellack auf den Schwamm
auftragen
6.
Mit dem Schwamm den vorderen Teil des
Nagels betupfen
7.
Nach zwei betupften Nägeln neuen Lack
auf den Schwamm auftragen
8.
Den Vorgang zu 6. mit allen Nägeln
durchführen, kurz trocknen lassen und das
ganze wiederholen
9.
2. Nagellack auf einen zweiten Schwamm
auftragen
und
das
über
die
erste
Farbschicht
versetzt
auf
den
Nagel
auftupfen
10.
Auch dies bei allen Nägeln durchführen,
kurz trocknen lassen und das ganze
wiederholen
11.
Wenn alles getrocknet ist, zwei Schichten
Klarlack auftragen
12.
Mit Wattestäbchen und Nagellackentferner
vorsichtig überschüssigen Lack entfernen
und fertig
Fotos: HL/LR; 09/2019

Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
22
Nr. 63, Oktober 2019
Nachfragen und -lesen sind ausdrücklich
erlaubt! Nur eine Antwort ist richtig.
1. Spannt eine Frau ihrer besten Freundin den
Freund aus, kommt es eventuell zum ...?
A:
Schneckenmassaker
B:
Stutengefecht
C:
Zickenkrieg
D:
Hennengemetzel
2. Welche Frisur war das Markenzeichen des
Modeschöpfers Karl Lagerfeld?
A: weißer Pferdeschwanz
B:
rote Rastazöpfe
C: blonde Locken
D:
polierte Glatze
3. Worin stößt man auf versunkene
Sauerkirschen?
A: Elbströmung
B: Moselwogen
C: Donauwellen
D: Rheinfluten
4. Was wird beim Batik-Verfahren auf den Stoff
aufgetragen?
A:
Leim
B: Gips
C:
Pappmaché
D:
Wachs
5. Auf wen geht der häufig verwendete Ausdruck
"last but not least" zurück?
A:
Winston Churchill
B: William Shakespeare
C: Heinrich VIII.
D:
John Lennon
6.
Um wen geht es, wenn in der Schweiz vom
"Schmutzli" die Rede ist?
A:
Klabautermann
B: Knecht Ruprecht
C:
Aschenputtel
D:
Mülleimer
7.
Welches Kommando ist Musik in den Ohren
von Feuerwehrleuten?
A:
Wasser marsch !
B:
Hydranten walzer !
C:
Schlauch sonate !
D:
Löschzug polka !
8. Was klappt mit der entsprechenden
technischen Ausrüstung auch in kleinsten
Räumen?
A:
weithören
B:
distanzfühlen
C: streckenschmecken
D: fernsehen
9. Was gibt es in vielen Skigebieten?
A: Deppenschanze
B:
Schwachmatenpiste
C:
Trottelberg
D:
Idiotenhügel
10.
1999 heiratete Caroline von Monaco...?
A: im August Januar Ernst
B:
im August Ernst Januar
C: im Januar Ernst August
D: im Ernst August Januar
11.
Wobei hat man die Wahl zwischen Modellen
mit Langschlitz oder mit Doppelschlitz?
A: Herrenunterhosen
B: Spardosen
C:
Toaster
D: Briefkästen
12. Im aktuellen Rechtschreibduden findet man
die Einträge ...?
A: Sommerfest & winterfest
B:
sommerfest & Winterfest
C:
sommerfest & winterfest
D: Sommerfest & Winterfest
13.
2009, im Jahr ihres 50. Geburtstags, gab es
eine Barbie mit ...?
A: jeder Menge Tattoos
B:
Drogenvergangenheit
C: Schlauchbootlippen
D: glitzerndem Intimschmuck
Das HL - Preisrätsel

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63. Haft Leben
23
14.
Was wird seit dem 14. Jahrhundert im Tower
of London aufbewahrt?
A: original Cornedbeef-Rezept
B: rote und blaue Mauritius
C: Shakespeares Schädel
D:
Kronjuwelen
15. Wörtlich betrachtet handelt es sich bei einer
Geisha um eine «Person ...»?
A: des Lasters
B: der Künste
C: auf Abruf
D: im Schatten
Verschiedene Preise u. a.
(Produktbeispiele)
Aus allen Einsendungen mit mindestens
acht richtigen Antworten werden die
Gewinnerinnen gezogen. Meistens eine
Gewinnerin pro Station.
Es gilt dabei der Zeitpunkt der Abgabe!
Leider nur für die JVA Chemnitz!
Wie mache ich mit?
Die Lösungen bitte auf dem Lösungsbogen
ankreuzen und mit Name, Haftraumnummer,
Alter sowie ob Raucher oder Nichtraucher
angeben.
Lösungsblatt
ausschneiden
und
in
den
Briefkasten der Redaktion (z. B. Ausgang zum
Hof) bis zum
07.11.2019
einwerfen.
Name, Vorname:
________________________________________
Haftraum: __________
Haus:__________
Alter:
__________
Nichtraucher
Raucher
Sep
2019
A
B
C
D
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
Die Redaktion dankt dem Sponsor Rudolf H.
für die zur Verfügung gestellten Preise!
Das HL - Preisrätsel

Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
24
Nr. 63, Oktober 2019
Pioniere der Nachhaltigkeit
Hier in der JVA- junge vereinte Athleten (wurde mir
Berichtet) wird man in „Normal“ oder „Vegi“-
Vegitarier eingeteilt!
Ich bin manchmal Beides. Wegen den Tieren und
dem Schutz. In der JVA sind alle sehr nett und vor
allem sparsam!
Wenn du her 3 Wochen warst wirst du zum besten
Politiker und Minimalist ausgebildet!
Hier sind viele verborgene Schätze. Augen auf!
Die schreiben hier sogar in der Haftzeitung (bleibt
besser im kopf haften deshalb des halb HAFT)
Das mit der Würde und den Menschen. Das gefällt
mir!
Hatte ich auch schon dem Gericht mitgeteilt!
Außerdem
können
hier
viele
verschiedene
Sprachen sprechen, wie an einer Universität oder
so!
Sehr zukunftsträchtig! Die beste Sprache ist aber
die „Liebe“.
Davon müssten die Draußen mehr lernen!
Wegen Integration und WÜRDE der Menschen
hier sind die hier sehr Sportlich, gut in Volleyball in
Laufen und Tischtennis.
Auch viele Zeitungen werden hier gelesen!
Sogar von der Welt. Die Menschen hier sind
Pioniere der NACHHALTIGKEIT!
Weil sie alles teilen! Die Küche, das Bad, Strom,
Telefon, Wasser sogar den Kuchen und die
Kippen!
Wenn die hier raus gehen, die LEUTE, können die
viele
Firmen
und
Verwaltungsbereiche
neugestalten
und
minimalisieren
bzw.
Prozessoptimierung machen! Oder wie das heißt.
Das wird ja überall auf der WELT gesucht und ich
habe gerade die Ausbildung!
Glaube aber, dass bald der PRINZ mit dem großen
DRACHEN kommt und mich wieder nach Hause
bringt.
Danke für diese Hilfsbereitschaft und die LIEBE
und die Nachhaltigkeit
WELT,
WÜRDE,
LEUTE,
LIEBE,
GLAUBE,
KINDER,
NACH HALTIG
Viele Grüße an die Kinder der Justiz
Post an unsere Redaktion
„Hier unten wachsen nicht, sondern
brechen Flügel. Doch manche
Splitter im Herzen sind geblieben.
Denn alle Wunden, die nicht bluten,
sind die Tiefen“
-KontraK-
Wie schafft man es nur, sein vergangenes Leben
ruhen zu lassen?! Das Alte Ich zu ignorieren und
die neue Sicht, zu leben?! Vor was hat man Angst,
wenn man doch schon alles gesehen hat?! Wo
versteckt sich, die Tiefste Wunde und sollte man
überhaupt danach suchen?! Möchte man vielleicht
zu viel oder ist es die eigene Angst, die einen
immer wieder zurück wirft?! Oder will man seine
verletzliche und zwar die echte Seite, selbst gar
nicht akzeptieren?! Jahre lang, eine andere
gewesen, zu selten so gelebt wie man es gern
wollte. Habe die falschen Steine gestapelt und den
Rücken krumm gemacht. Das Vertrauen wurde mir
geraubt, die Suche nach dem Halt, ging damit von
ganz allein.
War ein wundervoller Mensch, so warm und
strahlend,
doch
meine
Flügel
wurden
mir
gebrochen. Aus mir wurde ein anderer Mensch, ich
gab nun den Ton an. So hat er es mir beigebracht
obwohl ich es gar nicht wollte. Doch das war nicht
mein
Leben.
So
geprägt
von
seinen
Machenschaften das nur dies zählte. Habe es mir
angeeignet und es so übernommen. So sehr ich
auch möchte, ich verletzte immer wieder Menschen
die mir nahe stehen und mir nur gutes wollen. Es
ist nicht meine Absicht, dass sollt ihr glauben. Ich
will und werd alles dafür geben. Kann ich es allein
schaffen?! Wie kann ich die Hilfe annehmen, ohne
mich angegriffen zu fühlen?! Wie kann ich meinen
inneren Schweinehund überwinden?!
Zu leiden und das jeden Tag, sehen was man
anrichtet. Hilfe suchend, allein gelassen.
Mein Leben es färbte sich in ein schönes
schwarz, doch in meinem schönen schwarzen
Leben, bin ICH der Kontrast!

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63. Haft Leben
25
Post an unsere Redaktion
Sehr geehrte Damen und Herren,
anbei ein Leserbrief von mir zu zwei Artikeln der
Gefangenenzeitung "HaftLeben" der JVA Chemnitz
Heft 59, 2018.
Mit freundlichen Grüßen
Katja Mieth
Sozialarbeiterin der Justiz
Der Artikel "Kein besseres Mittel…?" (HL/LM, Nr.
59, S. 11 ff.)
und auch die Gedanken zum
gitterlosen Haftraum (HL/EMI, Nr. 59, S. 9f,) waren
sehr lesenswert. Als Bewährungshelferin und
Kriminologin möchte ich sagen, dass das Zitat:
"Es gibt kein besseres Mittel, das Gute in den
Menschen zu wecken, als sie so zu behandeln als
wären sie schon gut" von Gustav Radbruch sehr
gut gewählt war.
Es drückt zusammenfassend das aus, was für uns
Fachleute bei der Hilfestellung im Umgang mit
straffälligen Menschen das effektivste Arbeitsmittel
ist. Wenn wir auf Augenhöhe, wertschätzend,
ressourcenorientiert
und
selbstwertsteigernd
arbeiten, ist die Chance für diese Menschen auf
eine
positive
Wiedereingliederung
in
die
Gesellschaft höher als wenn Sicherheitsinteresse,
Stigmatisierung, Verurteilung und Erniedrigung an
der Tagesordnung sind.
Größte Hürde in der Resozialisierungsarbeit ist,
meiner Ansicht nach, dass die Frauen und Männer,
die einmal in die Maschinerie der Justiz geraten
sind, ihr Selbstbild des/der Kriminellen, wertlosen
und nichts taugenden Person nur verfestigen. Der
Freiheitsentzug ist da das extremste Beispiel.
Daher kann ich nur an die LeserInnen appellieren,
dass Sie die Hilfe von Sozialarbeitern und
Psychologen annehmen um daran zu arbeiten,
dass Sie zunächst einmal anfangen sich selbst
wertzuschätzen und zu respektieren, denn nur
wenn ich mich selbst als wertvoll ansehe kann ich
auch respektvoll mit anderen Personen in unserer
Gesellschaft umgehen und dies ist der Weg raus
aus der Kriminalität und der erste Schritt, um
wieder Anschluss an die Gesellschaft zu finden.
Es scheint auch in der JVA Chemnitz Angebote zu
geben, die auf diesem Weg hilfreich sein können,
wie der Artikel von Frau Blinne über das soziale
Kompetenztraining zeigt (HL Nr 59, S. 14).
Vielen Dank den Autorinnen für Gedanken zum
Thema Resozialisierung aus Sicht der Betroffenen.
Ich hoffe, dass sehr viele Ihren eigenen Weg im
Leben finden und wünsche Ihnen alles Gute.
Katja Mieth
Chemnitz, 13.03.2019
Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion
von "HaftLeben",
sehr geehrter Herr Richter,
für die Übersendung des Sonderheftes zur
Landtagswahl (Nr. 63, August 2019) bedanke ich
mich ausdrücklich und erlaube mir, meinen
Respekt zu versichern, dass Sie sich in dieser
qualifizierten und objektiven Art und Weise der
Verdeutlichung des Stellenwertes der bevor-
stehenden Landtagswahlen annehmen.
Ich bedanke mich zugleich für die langjährige, stets
angenehme Zusammenarbeit und wünsche Ihnen
und Ihren MitstreiterInnen weiterhin Erfolg und
alles Gute.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus Bartl
25.08.2019

Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
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Nr. 63, Oktober 2019
HL - Songtext
Sgt. Scotch - Endlich Daheim
Songtext
Ich hatte so viele Beziehungen und alles ging schief
Ich hab gemerkt dass es meist nur an kleinen
Dingen liegt
Ich hab niemanden gesucht Nie gehofft was zu
finden
Jetzt hab ich dich hätt ich´s nich würde in mir was
verschwinden
Man sagt mir Liebe macht blind doch das kann nicht
sein
Denn ich seh wie schön du bist seh dein Gang dein
Style
Ich hab mich so oft in deinen Augen verloren
Und wenn ich neben dir aufwach beginnt mein
Traum von vorn
In mir ist kaum noch Zorn
Denn seitdem ich dich hab
Wart ich nich mehr schon ob morgens auf den
nächsten Tag
Ich glaub ganz Dresden hat nichts zu bieten wie
dich
Sieh dir deinen Mann an schau wie zufrieden er ist
Und das schieb ich auf dich du bist mein innerer
Frieden
Nach fast anderthalb Jahren nenn ich´s immer noch
Liebe
Manchmal glaube ich mein Leben is schon lange im
Eimer
Du sorgst dafür dass nichts passiert ich danke dir
Kleine
Ich bin angekomm endlich Daheim
Ich bin da jede Nacht schlaf ich neben dir ein
Ich bin angekomm endlich zu Haus
Du bist da jeden Tag wach ich neben dir auf 2x
Die letzten Jahre sie vergingen im Flug
Ohne Schmerz kein Ruhm es war fast wie ein Fluch
All die Nächte in den Bars ich hab so lange gesucht
Endlich hab ich dich gefunden endlich komm ich zur
Ruh
Du warst ganz allein doch du hattest Mut
Mich anzusprechen trauen sich viele nich zu
Ich war so zu ich hatte viele Drinks doch ich schwör
Es tat so gut deine süße Stimme zu hören
Unser erstes Date ich war so aufgeregt
Hey du warst wunderschön
Wie die Sonne nach dem Regen
Ich hab dich ausgeführt Oper bei Nacht
Alle ham uns angesehen und ich wusste das passt
Sieh her ich brauch nich nur´ne Frau mit Stil
Und wenn Gott will leb ich diesen Traum mit dir,
Donna
Glaub mir ich liebe dich ich sing dir den Blues
Die andern Frauen interessiern nicht denn sie sind
nicht du
Ich bin angekomm endlich Daheim
Ich bin da jede Nacht schlaf ich neben dir ein
Ich bin angekomm endlich zu Haus
Du bist da jeden Tag wach ich neben dir auf 2x
Hör zu du warst für mich die einzig wahre Liebe
Und ich frage mich ob ich dich wirklich verdiente
Ich fand dich wunderschön
Es gab für dich kein Vergleich
Die Wärme deines Herzen
Schmolz es meinem heiß
Es war so schön mit dir einfach nur im Gras zu
liegen
Zu schweigen und die Zweisamkeit zu genießen
Meine Nase in dein Haar zu tauchen
Gemeinsam, durch den Park zu laufen
Du gabst mir die Chance mich fallen zu lassen
Ich bin dir gefolgt als sei ich dein Schatten
Deine sanfte Art
Dein kissenweicher Mund
Warn alles was ich brauchte doch ich lies dich fallen
ohne Grund
Ich schreibe dir damit du weißt wie leid es mir tut
Ich war dumm, jung und nicht reif genug
Ich hab dich fallen lassen und dich tief verletzt
Gott schickte mir ein Engel doch ich stieß ihn weg
Ich bin angekomm endlich Daheim
Ich bin da jede Nacht schlaf ich neben dir ein
Ich bin angekomm endlich zu Haus
Du bist da jeden Tag wach ich neben dir auf
Frauen - wer hat sie erschaffen, diese herrlichen
Wesen?
Gott muss ein verdammtes Genie sein.
Ihre Haare - ihre Haare sind das wichtigste, weißt
du?
Hast du jemals deine Nase in ein Meer von Locken
getaucht?
Das ist als würdest du ewig darin schlafen wollen.
Oder ihre Lippen - wenn du sie zum ersten Mal auf
deinen fühlst,
ist das so wie der erste Schluck Wein nach einem
langen Gang durch die Wüste.
Titten - wuah. Manche sind groß und andere klein.
Brustwarzen die dich unentwegt anstarren als
wären sie kleine Scheinwerfer.
Und die Beine. Mir ist es egal ob sie so schön sind
wie bei einer britischen Statue oder dick wie
Kartoffelstampfer. Denn dazwischen liegt der Weg
ins Paradies.
Ich brauch nen Drink!
© Sgt. Scotch - Endlich Daheim Songtext / Lyric

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63. Haft Leben
27
Kirche 2019
Richtig oder falsch?
In einer Fernsehserie verfolge ich zurzeit mit
Interesse das Geschehen um einen katholischen
Priester, der sich in eine Frau verliebt hatte und ihr
angeboten hatte, zusammen mit ihr durch das
Leben zu gehen. Die Fernsehserie greift auf, was
gerade sehr ausgiebig in der katholischen Kirche
diskutiert wird mit der Fragestellung: Sollten
katholische Priester nicht auch heiraten können, wie
es in der evangelischen Kirche möglich ist? In der
Serie ist es interessant zu verfolgen, wie die Denk-
und Gefühlswelt des Priesters und seiner Freundin
dargestellt wird. Das Geschick des Produzenten ist
es, dass sich der Zuschauer mit einer der beiden
Personen so identifiziert, als wäre man diese selber.
Oftmals ergeht es uns ähnlich. Wir erleben
Situationen, in denen wir bewusst oder unbewusst
Stellung nehmen müssen.
Frau A. hatte angefangen zu schluchzen und zu
weinen. Ihre Nachbarin hatte den Arm um sie
gelegt, fing aber dann auch an zu weinen. Die
Stimmung im Raum hatte sich gewandelt. Da ich
gewusst hatte, warum Frau A. während des
Gottesdienstes begonnen hatte zu schluchzen und
zu weinen, hatte ich versucht, mich in sie
hineinzuversetzen und ihr Verhalten verstandes-
mäßig zu deuten. Hatte ich etwas gesagt, was sie
an eine vergangene Situation erinnert hatte? War es
die
besondere
Situation,
die
sich
bei
der
gottesdienstlichen Handlung und der darin bewusst
gewollten Stille ergeben hatte? Ihre Nachbarin hatte
nicht lange überlegt, sondern spontan emotional
eher für den Augenblick das Richtige getan und ihr
mit ihrer Geste bekundet: Ich bin jetzt für dich da.
Was hatte es aber zu bedeuten, dass sie selber
begonnen hatte zu weinen?
Ich hatte die Situation so gedeutet: Sie hatte sich so
sehr auf die zunächst Weinende eingelassen, dass
sie selber am Ende weinen musste. Die von Frau A.
übernommenen Gefühle waren so stark geworden,
dass sie am Ende nicht mehr unterscheiden konnte,
welche Gefühle von ihr selbst oder der Nachbarin
gestammt hatten.
Es ist gut, verstehen zu wollen, was im anderen
gerade vorgeht. Man soll aber nicht fragen, was
man selbst in der Lage des Gegenübers tun würde.
Es ist besser herauszufinden, welche Denk- und
Verhaltensweisen für die Person gerade wichtig
sind. Es war die Umarmung gewesen. Frau A. hatte
mir dies später gesagt.
Der Regisseur hat es verstanden, mich in die
Gedanken- und Gefühlswelt mit hineinzunehmen. In
der angesprochenen Serie identifiziere ich mich
schon aus beruflichen Gründen zunächst mit dem
Priester. Wie wird er sich entscheiden? Welche
„Liebe“ wird die größere sein? Die „Liebe zu Gott“,
oder die Liebe zur Freundin. Kann eine solche
Frage überhaupt jemand verstehen, der nie die
„Liebe zu Gott“ gespürt hatte?
Was ist nun richtig oder falsch?
Sollten Sie Lust haben, darüber zu diskutieren,
haben Sie am besten die Gelegenheit, nach einer
der Veranstaltungen, mit mir darüber zu reden.
P. Bernhard Kuhn SDB
Foto: Christopher
Pach_pixelio.de

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
28
Nr. 63, Oktober 2019
Sachen gibt es, man(n) glaubt es
kaum.
Im Laufe der vielen Jahre in der Redaktion
„HaftLeben“ habe ich schon das Verrückteste erlebt.
Natürlich weiß ich auch, dass nicht alle Frauen der
Redaktion total fit am PC sind, doch bei uns als
Team gilt - jeder hilft jedem. Bisher hat das auch
super geklappt. Ausnahmen bestätigen allerdings
auch diese Regel.
Ich kann mich erinnern, dass vor vielen Jahren mal
das komplette neu zusammengestellte HaftLeben-
Heft aus dem PC im Nirgendwo der Computerwelt
spurlos verschwunden ist. Entsprechende Maß-
nahmen haben uns vor weiteren gravierenden
Fehlern lange Zeit geschützt. Bis jetzt.
Kurz, die Zeit des Schutzes ist vorbei, ab jetzt wird
das richtige Speichern in der Redaktion „HaftLeben“
geübt!
Die tolle Geschichte eines Mitgliedes
der Redaktion ist und bleibt nun leider
für immer (???) verschwunden.
Das Speichern hat zweimal nicht geklappt und auch
ich habe es erst zu Hause gemerkt. Der Text ist
vermutlich überschrieben.
Da wir aber alles gut vorbereitet hatten, sogar mit
einer Fotogenehmigung, muss nun ich diese
Geschichte aus dem Kopf nacherzählen. Schade,
„Manu“ hatte sich soviel Mühe gegeben.
Es war einmal eine kleine „Arbeitsbiene,“ die sich in
einem Treppenhaus der JVA-Chemnitz verirrt hatte.
Emsig flog sie vergebens auf und ab, Tageslicht
oder gar ein Ausgang ins Freie waren einfach nicht
zu finden. Nach vielen vergeblichen Flucht-
versuchen konnte sie nicht mehr fliegen. Sie hatte
sicherlich keine Kraft mehr. Lange hielt sie sich auf
dem Rand einer Treppe auf, um den Schuhen der
treppauf und treppab hetzenden Menschen zu
entkommen. Angst trieb sie an den äußersten Rand.
Dort ist sie wohl eingeschlafen.
Doch Hilfe nahte, eine der Frauen erbarmte sich der
Biene. Was nun? Mund zu Mund-Beatmung?
Herzdruckmassage? Ja gerne, aber wie? Sozu-
sagen, als Rettungswagen fungierend, trug sie die
kleine Biene auf ihren Haftraum. Eventuell hilft
etwas ganz leicht zu drücken - mehr klopfen, mal
und mal da?
Erst hier kam ihr endlich die vielleicht rettende Idee
– das Summchen brauchte Wasser!!!
Liebevoll legte sie die Biene vor das Fenster und
platzierte gekonnt einen Tropfen vom kühlenden
Nass vor die Biene.
„Manu“ meint, dass vermutlich die Biene sogar
etwas getrunken hat, jedenfalls kam Bewegung in
ihre müden Glieder und die Flügel bewegten sich.
Es dauerte nun nicht mehr lange und die Biene flog
davon.
Mit leichten „Fluchtgedanken“ blickte die Gefangene
traurig der Biene auf ihrem Weg in die Freiheit
hinterher.
So oder so ähnlich war die Geschichte. Das Foto
haben wir noch - es war gespeichert!
Dankeschön „manu“ für deine schöne Geschichte
und alles Gute für dich, auf deinem Weg in eine
hoffentlich gute Zukunft!
Mit lieben Grüßen, ihr manchmal schlafloser,
Lutz Richter
Nach(t)-Gedanken
Foto: HL/LR, 09/2019

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63. Haft Leben
29
Auflösung des Rätsels aus „HaftLeben“ 02-2019
1 - B, 2 - C, 3 - A
4 - D, 5 - D, 6 - A,
7 - B, 8 - C, 9 - D,
10 - C, 11 - C, 12 - A,
13 - B, 14 - D, 15 - D
Gewonnen haben diesmal:
EG: Nicole S.
Stat. 1: Michele O.
Stat. 2: Kathleen Y.
Stat. 3: Michaela M.
Stat. 4: Roberta M.
Stat. 5: Yvonne M.
Stat. 6: Maria G.
Stat. 7: Petra G.
Haus III: Christin S.
Haus IV: Keine Beteiligung
Mutter und Kind: Keine Beteiligung
(Alle Stationsangaben gültig zum Zeitpunkt der
Abgabe)
Herzlichen Glückwunsch!
Reproduktionen von Artikeln, auch nur auszugs-
weise, nur mit schriftlicher Genehmigung der
Redaktion „HaftLeben“ und gegen kostenfreie
Zusendung eines Belegexemplars.
Für namentlich gekennzeichnete Beiträge (alle
angegebenen Kürzel sind mit Klarnamen hinter-
legt), übernimmt die Redaktion lediglich die
presserechtliche Verantwortung, diese müssen
nicht unbedingt die Meinung der Redaktion
wiedergeben.
Bei eingesandten Manuskripten und
Leserbriefen setzen wir das Einverständnis zum
honorarfreien Abdruck und zur sinnwahrenden
Kürzung voraus.
Für eingesandte Manuskripte, Briefe und Unter-
lagen jeglicher Art wird keine Haftung über-
nommen.
Herausgeberin:
Frau König-Bender,
Anstaltsleiterin der JVA Chemnitz (V. i. S. d. P.)
HL-Redaktionsteam: PAF, BFM, H.B., KU,
SM; OT; manu
Betreuer:
Herr Richter
ehrenamtlicher Betreuer
Frau Böttcher
Bedienstete, JVA-Chemnitz
E-Mail:
HaftLeben@T-Online.de oder
HaftLeben@Live.de
Seit 2017 online unter:
https://www.justiz.sachsen.de/jvac/content/950.htm
Redaktionsschluss für die Ausgabe 04/2019:
14.11.2019
Bild: Lizenzfrei Pixelio.de
Anschrift der Redaktion “HaftLeben“:
Justizvollzugsanstalt Chemnitz
Redaktion der Gefangenenzeitung „HaftLeben“
Thalheimer Straße 29
09125 Chemnitz
HL - Impressum

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
30
Nr. 63, Oktober 2019
HL - Rätsel

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63. Haft Leben
31
HL - Rezepte
Schweizer Nudelgratin
1 ½ El. Butter, 200 g geriebenen Käse
1 El. Mehl , 2 Eier
200 ml Milch, 150 g gekochter Schinken
250 g gare Bandnudel , Würzwunder
In ½ Esslöffel geschmolzener Butter das Mehl hell
anschwitzen,
Nach und nach mit Milch auffüllen und 10 Minuten unter
Rühren kochen lassen.
Den Käse unterrühren. Nudeln + Schinkenwürfel untermischen,
steifgeschlagenes Eiweiß unterziehen.
In einer ausgefetteten Form mit Butterflöckchen besetzen, bei
225°C etwa 20 Minuten überbacken.
Tomatenpfanne
1 ½ Tassen Reis, 3 Tassen Wasser
500 g Tomaten, 2 – 3 Eier,
150 g Jagdwurst oder gekochten Schinken,
1 kleine Zwiebel, 30 g Margarine, Salz
Den vorbereiteten Reis in das kochende Wasser schütten,
ausquellen lassen und salzen.
Die Hälfte davon in eine gefettete Auflaufform drücken,
Tomatenscheiben und Wurstwürfel darauf geben und mit dem
restlichen Reis abdecken.
Eier, Milch, Käse und Zwiebeln gut verrühren und über den
Reis gießen.
Margarineflöckchen darauf verteilen und alles bei Mittelhitze 40 Min. backen.
Schokoladenkuchen mit flüssigem Kern a la Italia
für ca. 7 kleine Küchlein
210 g Butter, 210 g Schokolade, 7 Eier, 270 g Zucker,
120 g Mehl, 40 g Kakaopulver, Fett für die Form
Butter, Schokolade über Wasserdampf verflüssigen.
Anschließend mit den Eiern und Kristallzucker schlagen und
Mehl und Kakaopulver zufügen.
In kleine, gefettet Form (ca. 7,5 cm Durchmesser und ca. 4 cm
hoch) ungefähr 7 bis max. 10 Minuten im vorgeheizten
Backofen bei 210 °C Heißluft backen.
Der Kern bleibt schön flüssig und schmeckt mit frischen
Früchten oder Vanilleeis super.
Vorsicht, ein kleiner Kuchen könnte zu wenig sein!
Arbeitszeit: 20 Minuten
Koch und Backzeit: ca. 7 Minuten
Alle Fotos ähnlich, Quelle: Chefkoch.de

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
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Nr. 63, Oktober 2019
HL - Rätsel
HL -
Rätsel

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63. Haft Leben
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HL - Rätsel

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
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Nr. 63, Oktober 2019
HL -
Rätsel
HL - Rätsel

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© Forkner Marcel, HaftLeben, 03-2019
© powerd by HaftLeben, 03-2019
© powerd by HaftLeben, 03-2019
© powerd by HaftLeben, 03-2019

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