image
image
image
Waldpost 2015 / 2016
Forstjournal
Zeitung für Waldbesitzer
3I10
in Sachsen

image
image
Editorial
Hubert Braun
Liebe Waldbesitzerinnen, liebe Waldbesitzer,
Sie halten heute bereits die fünfte Ausgabe
der Waldpost in den Händen. Als wir 2011 an
der ersten Ausgabe gearbeitet haben, konnten
wir nicht ahnen, wie unsere Zeitung tatsäch-
lich ankommt. Ihre positiven Reaktionen und
Ihr steigendes Interesse an fachlichen Anre-
gungen zeigen, dass wir mit der Waldpost ei-
nen „guten Draht“ zu Ihnen gefunden haben.
Ich bin überzeugt, dass wir auch diesmal mit
einer vielfältigen Themenpalette Ihre Erwar-
tungen erfüllen werden.
In diesem Jahr ist der Feldahorn der Baum des
Jahres. Wir möchten Ihnen darlegen, warum
sich der Wert einer Baumart nicht nur an de-
ren Bedeutung für die Holznutzung bemisst.
Vielleicht können wir Sie mit unserem Beitrag
ermuntern, z. B. bei der Anpflanzung an Wald-
rändern, an den kleinen Bruder von Berg- und
Spitzahorn zu denken.
Drei Jahre lang haben die Experten gemessen
und gerechnet. Im Oktober 2014 wurden dann
die Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur
für den Freistaat Sachsen vorgestellt. Als Fazit
ist festzustellen, dass sich unser Wald in ei-
nem sehr guten Zustand befindet. Speziell für
den Privatwald möchten wir Ihnen die wich-
tigsten Ergebnisse präsentieren und gleichzei-
tig auf die Herausforderungen für die künftige
Waldbewirtschaftung hinweisen.
Mit der Richtlinie Wald und Forstwirtschaft
steht seit Anfang 2015 wieder ein wirksames
Instrument zur Förderung forstwirtschaft-
licher Maßnahmen im Privat- und Körper-
schaftswald zur Verfügung. Neben dem forst-
lichen Wegebau und dem Waldumbau als
„Dauerbrenner“ finden Sie außerdem interes-
sante neue Fördergegenstände.
Die Beratung privater Waldbesitzer ist eine
Schwerpunktaufgabe von Sachsenforst und
das wichtigste Instrument zur Förderung des
Privatwaldes. Damit wir diese Aufgabe auch
zukünftig meistern, ist es wichtig zu wis-
sen, wie unsere Leistungen von Ihnen wahr-
genommen werden und welche Bedürfnisse
und Erwartungen Sie für die Zukunft haben.
Im Jahr 2014 wurde dazu eine Befragung pri-
vater Waldbesitzer durchgeführt, über deren
Ergebnisse wir berichten möchten.
Die Erfüllung der Verkehrssicherungspflichten
im und am Wald sind eine permanente He-
rausforderung für alle Waldbesitzer. Zu ver-
schiedenen Aspekten der Verkehrssicherung
haben wir bereits in der Waldpost berich-
tet. Diesmal möchten wir Ihnen Möglichkei-
ten aufzeigen, wie Sie den Aufwand für die
Verkehrssicherung bereits mit ganz normalen
waldbaulichen Maßnahmen vorausschauend
und vorbeugend verringern können.
Schadereignisse im Wald – egal ob Sturm,
Schnee oder Borkenkäfer – können jeden tref-
fen. Nach den Aufräumungsarbeiten stehen Sie
als Waldbesitzer i. d. R. vor der Frage, wie die
entstandenen Schadflächen wieder aufgefors-
tet werden können. Wir möchten anhand eines
Beispiels aus einem Privatwald darstellen, dass
es zur klassischen Wiederaufforstung durchaus
waldbaulich und wirtschaftlich interessante
Alternativen geben kann.
Wald und Wild sind ein Dauerthema. Wild-
schäden und deren Vermeidung sind oft Ge-
genstand intensiver, emotionaler und kon-
troverser Diskussionen zwischen Forstleuten,
Jägern und Waldbesitzern. Dabei geht es aus
Sicht der Waldbesitzer nicht nur um finan-
zielle Aspekte, sondern auch um den Verlust
von waldbaulicher Freiheit. Wir möchten Ih-
nen zeigen, wie Sie Wildschäden erkennen
und vorbeugen können, damit Sie Ihre Ziele
bei der Bewirtschaftung Ihres Waldes – hof-
fentlich gemeinsam mit den Jägern – erfolg-
reich umsetzen können.
Dem einzelnen Waldbesitzer sind bei der Be-
wirtschaftung seiner Waldflächen – vor allem
im kleinstrukturierten Privatwald – oft Gren-
zen gesetzt. Wir stellen Ihnen anhand eines
praktischen Beispiels dar, wie durch eigen-
tumsübergreifende Zusammenarbeit die Wald-
erschließung im Kleinprivatwald wirkungsvoll
verbessert werden kann.
Ein Großteil der Waldbesitzer ist regelmäßig
selbst im eigenen Wald aktiv. In zwei Beiträgen
geben wir Ihnen praktische Tipps zur sicheren
Waldarbeit, zur persönlichen Schutzausrüstung
und der notwendigen Wartung und Pflege der
Motorkettensäge.
Als natürlicher Rohstoff weist das Holz im Ver-
gleich zu anderen Werkstoffen eine sehr viel
größere Vielfalt auf. Der Holzsortierung kommt
im Zuge des Holzverkaufs eine große Bedeu-
tung zu. Im Jahr 2014 wurde eine bundesein-
heitliche Rahmenvereinbarung für den Roh-
holzhandel erarbeitet, die für jeden einzelnen
Waldbesitzer von Interesse sein sollte, denn
letztendlich geht es beim Holzverkauf um Geld.
Liebe Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, bei
der Lektüre unserer Waldpost ergeben sich
bestimmt Fragen Ihren eigenen Wald betref-
fend. Dafür stehen Ihnen die Revierförster von
Sachsenforst als kompetente Ansprechpartner
vor Ort zur Verfügung – nutzen Sie die Bera-
tungsangebote!
Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre
und viel Erfolg bei der Bewirtschaftung Ihrer
Wälder!
Ihr Prof. Dr. Hubert Braun
Geschäftsführer des
Staatsbetriebes Sachsenforst

 
| 03
Inhaltsverzeichnis
04
Der Feldahorn steht 2015 im Rampenlicht
Eine viel zu oft verkannte Baumart mit hohem ökologischen Wert
06
Ergebnisse der Bundeswaldinventur 3 für den Freistaat Sachsen veröffentlicht
08
Startschuss für neue Förderperiode erfolgt
10
Beratung im Privatwald
Ergebnisse einer Befragung privater Waldbesitzer 2014
12
Verkehrssicherungspflicht:
Unterstützende waldbauliche Möglichkeiten
15
Waldwegeinstandsetzung im Kleinprivatwald
Gemeinsames Handeln erzeugt Stärke – ein Beispiel aus der Praxis
17
Vorwald – eine waldbauliche Alternative?
19
Wildschäden im Wald – Erkennen, Bewerten, Vorbeugen
21
Schutzausrüstung für den Privatwaldbesitzer beim Umgang mit der Motorkettensäge
22
Wartung und Pflege der Motorkettensäge
24
Die Rahmenvereinbarung für den Rohholzhandel in Deutschland (RVR)
Ersatz für die Forst-Handelsklassensortierung (HKS)?!
26
Kurz notiert

image
 
04 |
Der Feldahorn steht 2015 im Rampenlicht
Eine viel zu oft verkannte Baumart mit hohem ökologischen Wert
Der Feldahorn hat zart gelappte und langgestielte Blätter mit unscheinbaren Blütenständen
Jahr
Baum des Jahres
1989
Stiel-Eiche
1990
Rot-Buche
1991
Sommer-Linde
1992
Berg-Ulme
1993
Speierling
1994
Eibe
1995
Spitz-Ahorn
1996
Hainbuche
1997
Eberesche
1998
Wild-Birne
1999
Silber-Weide
2000
Sand-Birke
2001
Esche
2002
Wacholder
2003
Schwarz-Erle
2004
Weiß-Tanne
2005
Rosskastanie
2006
Schwarz-Pappel
2007
Wald-Kiefer
2008
Walnuss
2009
Berg-Ahorn
2010
Vogel-Kirsche
2011
Elsbeere
2012
Europäische Lärche
2013
Wild-Apfel
2014
Trauben-Eiche
2015
Feldahorn
Auch für das Jahr 2015 proklamierte das Ku-
ratorium Baum des Jahres als Fachbeirat der
Dr. Silvius Wodarz Stiftung eine Baumart, die
oft im Schatten ihrer „großen Brüder“, dem
Berg- und Spitzahorn steht: den Feldahorn,
auch Maßholder genannt (lat. Acer campes-
tre). Forstwirtschaftliche Bedeutung erlangte
diese Baumart bisher nicht, was wohl an den
geringeren Stammstärken liegt, weshalb der
Feldahorn für die Holznutzung eine unterge-
ordnete Rolle spielt.
Warum diese Einschätzung einer kritischen
Überprüfung bedarf und worin die eigentli-
chen Stärken dieser Baumart liegen, das soll
im folgenden Beitrag erörtert werden.
Ein zarter Baum mit geringeren
Dimensionen
Alles erscheint ein wenig kleiner als bei
den großen Brüdern. Zum einen ist dies die
Wuchshöhe, welche in der Fachliteratur mit
20 m angegeben wird. In geschlossenen Be-
ständen können auch gelegentlich 25 m er-
reicht werden. Häufig wird der Feldahorn
daher auch als Baumart zweiter Ordnung ein-
gestuft. Zudem neigt er zu Mehrstämmigkeit
und treibt gerne nach einem Schnitt aus dem
Stock erneut aus (sog. Stockausschläge). So-
mit könnte er unter diesen Umständen auch
leicht vom Laien als Strauch angesehen wer-
den. Zweifelsfrei bildet aber der Feldahorn in
der Regel einen astfreien Stammabschnitt aus
und ist daher als Baumart einzustufen.
Zum anderen sind die Blätter des Feldahorns
als zarte und deutlich kleinere Form nicht
zu verwechseln mit den großen Blättern des
Spitz- oder Bergahorns. Gelappt und lang ge-
stielt sowie gegenständig weisen sie am Blatt-
rand eine flaumige Behaarung auf, die jedoch
nur mit der Lupe gut erkennbar ist. Im Herbst
bilden sie eine besonders schöne Gelbfärbung
– ein richtiger Hingucker. Nicht zuletzt deshalb
wird die Baumart gerne in Parks und Grün-
anlagen sowie als Straßenbaum angepflanzt.
Die abgeworfenen Blätter werden sehr zügig
zersetzt und sind daher auch für die Boden-
bildung und den Nährstoffkreislauf im Wald
von Bedeutung.
Die Blüten erscheinen eher unscheinbar mit
Blattaustrieb und hellgrün wie die Blätter. Sie
sind prinzipiell zwittrig, wobei jedoch jeweils
nur eines der Geschlechter funktionell ausge-
prägt ist. Die Früchte reifen im Mai/Juni heran
und sind anfangs häufig rötlich. Den richtigen
Reifegrad erlangen die ahorntypischen Flügel-
nüsschen aber erst im Herbst.
Das erreichbare Alter wird in der Literatur mit
150 bis 200 Jahren angegeben. Darin unter-
scheidet er sich nicht von den anderen Ahorn-
arten in Deutschland.
Standortansprüche und ökologische
Nischen
Ein ausgesprochenes Herzwurzelsystem durch -
wurzelt seinen Standort sehr intensiv. Insge-
samt hat der Feldahorn keine sehr hohen An-
sprüche an seinen Standort. Tonige und damit
schlecht zu durchwurzelnde sowie sehr saure
Böden mag er jedoch nicht.
Der Feldahorn ist eine wärmeliebende Baum-
art, er bevorzugt nährstoffreiche, feuchte bis
wechseltrockene Böden. Daher findet man
ihn häufig in Weinbauregionen und auf Aue-
standorten, gerne vergesellschaftet mit Laub-
mischbaumarten wie den mitteleuropäischen
Eichenarten (Stiel- und Traubeneiche), Hain-
buche und Esche.
Bemerkenswert ist seine Toleranz hinsicht-
lich des Wassermangels aber auch des Was-
serüberflusses. Die Trockenheitstoleranz wird
durch eine Wachsschicht auf der Blattobersei-

image
image
image
image
| 05
te, durch die Blattbehaarung sowie die Kork-
bildung an den jungen Zweigen begründet.
Hierin liegt außerdem die Ursache für seine
Verbreitung in Trockenwäldern, z. B. in som-
merwarmen Weinbauregionen. Auf der an-
deren Seite kennzeichnet die Baumart eine
Überflutungstoleranz von etwa fünf Wochen.
Deshalb ist er regelmäßig in Auewäldern an-
zutreffen.
Hinsichtlich seines Lichtbedarfs ist er schat-
tentolerant in der Jugend, mag dann aber ge-
nügend Licht um seine Krone voll auszubilden.
Somit wird der Feldahorn als Halbschatt-
baumart kategorisiert.
Verbreitung und Lebensräume
Als ursprüngliches Verbreitungsgebiet gilt
Süd- und Mitteleuropa. Nach den Eiszeiten
wanderte er langsam wieder nach Mitteleu-
ropa zurück. In Nordwest-Deutschland fehlt
er bis heute. In Sachsens Wäldern findet man
den Feldahorn eher selten, da er weniger ger-
ne mit den dominierenden Nadelbäumen ver-
gesellschaftet ist. Vielmehr ist er in den Wein-
baugebieten um das Elbtal zu finden und ganz
besonders in den Auewäldern des mitteldeut-
schen Tieflandes (Leipziger Tieflandsbucht).
Der Feldahorn ist als wärmeliebende Baumart oft in
Trockenwäldern der Weinbauregionen anzutreffen,
hier ein prächtiges Exemplar bei Pillnitz
Der Staatsbetrieb Sachsenforst hat in seiner
Generhaltungsdatenbank 26 Einzelvorkom-
men mit 92 Individuen und 5 Bestandesvor-
kommen mit 4,3 ha reduzierter Fläche für den
Feldahorn erfasst. Diese sind über alle Wald-
eigentumsformen verteilt. Die Forstgenetiker
übernehmen damit eine wichtige Sicherung
der stark dezimierten Vorkommen („in situ-Er-
haltung“ = Sicherung der Vorkommen am Ort,
im natürlichen Verbreitungsgebiet). In der Re-
gel wird den Waldeigentümern empfohlen, die
vorhandenen Feldahorne bei Pflegemaßnah-
men konsequent zu schonen bzw. zu fördern.
Baumart für das Stadtgrün und für den
Waldrand
Wesentlich häufiger als im Wald trifft man
den Feldahorn heute in städtischen Grünan-
lagen und Parks. Gerne wird diese Baumart
hier angepflanzt, weil er einerseits weniger
hoch wächst und damit auch im Alter gerin-
gere Verkehrssicherungsprobleme verursacht,
sich recht tolerant gegenüber Immissionen
und Salzeinträgen zeigt und zudem noch gut
„verschnitten“ werden kann.
In letzterer Eigenschaft liegt auch seine Stär-
ke und Bedeutung für die forstwirtschaftliche
Nutzung. Gerade im Pufferbereich zwischen
Wald und Feld, also im so wichtigen Wald-
rand- oder Waldsaumbereich sollte ein Feld-
ahorn nicht fehlen. Als „Baum der zweiten
Ordnung“ ist der Feldahorn neben der Hain-
buche ein wichtiges Element des Waldmantels.
Dabei kann er sowohl strauchartig als auch
baumförmig ausgebildet sein. Als die histo-
rische Nutzungsform der Nieder- und Mittel-
wälder noch salonfähig war, gab es deutlich
größere Feldahorn-Vorkommen in Deutsch-
land. Die Fähigkeit, sich über Stockausschläge
kurzfristig zu regenerieren, kam der Baumart
dabei zugute.
Heute gibt es wieder Projekte, dem Rückgang
bestimmter Baumarten wie z. B. des Feld-
ahorns entgegenzuwirken. Ein Bundesprojekt
hat die bundesweite Erfassung der Feldahor-
ne zum Ziel. Auch die o. g. Generhaltungsda-
tenbank zielt auf die Erhaltung der wenigen
natürlichen Vorkommen der Baumart. Ein
weiteres Projekt der Bundesanstalt für Land-
wirtschaft und Ernährung ist zum Beispiel
eine „mittelwaldartige Waldrandgestaltung
und -nutzung“ in Nordrhein-Westfalen.
Gerade im Privatwald kann eine solche Wald-
randgestaltung kurzfristig umsetzbar sein und
erheblichen Nutzen bringen.
Die niederwaldartige Bewirtschaftung der
Laubgehölze verspricht eine Deckung des
Energieholzbedarfs und verursacht langfris-
tig geringe Kosten für Kontroll- und Verkehrs-
sicherungsmaßnahmen (siehe auch Artikel zur
Verkehrssicherungspflicht auf Seite 12). Hier
könnte der Feldahorn eine wichtige ökologi-
sche Nische finden und damit gleichermaßen
einen hohen Nutzen für den Naturschutz im
Sinne der Biodiversität und für den Waldbesit-
zer als Energieholzlieferant bieten.
Ein stattlicher Feldahorn steht als Parkbaum in Jena
am Gartenhaus von F. Schiller
Auf den Stock gesetzt, treibt der Feldahorn rege wie-
der aus
Quellen:
www.baum-des-jahres.de;
Informationen aus dem Text von
Prof. Dr. A. Roloff
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung: Projektbericht
zum Modell- und Demonstrationsvorhaben „Mittelwaldähnliche
Waldrandgestaltung“;
http://www.ble.de
Jörg Moggert ist Referent
für Privat- und Körperschaftswald
im Forstbezirk Oberlausitz

image
 
06 |
Ergebnisse der Bundeswaldinventur 3 für den
Freistaat Sachsen veröffentlicht
Nach einer mehrjährigen gemeinschaftlichen
Vorbereitungszeit von Bund und Ländern, ei-
ner zweijährigen Erhebungsphase der Länder
in den Jahren 2011/12 und einer daran an-
schließenden Auswertung der Daten wurden
am 16.10.2014 die wesentlichen Ergebnisse
der dritten Bundeswaldinventur für den Frei-
staat Sachsen der Öffentlichkeit präsentiert
und vorgestellt.
Ziele – Warum wird erfasst?
Die Bundeswaldinventur 3 (BWI³) ist eine nach
§ 41a des Bundeswaldgesetzes festgeschrie-
bene forstliche Waldinventur an bundesweit
nicht sichtbar vermarkten permanenten Pro-
bepunkten. Sie wurde in den Jahren 2011 bis
2012 im gesamten Bundesgebiet nach einem
einheitlich festgelegten Erhebungsverfahren
durchgeführt.
Die Bundeswaldinventur erfasst als nationale
Waldinventur die großräumigen Waldverhält-
nisse und forstlichen Produktionsmöglichkei-
ten in Deutschland und im Freistaat Sachsen.
Die BWI³ stellt für den Freistaat Sachsen die
erste landesweite eigentumsübergreifende
Wiederholung seit 2002 dar. Sie liefert für
alle Eigentumsarten wertvolle statistisch ab-
gesicherte Daten und Zeitreihen, insbesondere
zur Veränderung des sächsischen Waldes zwi-
schen 2002 und 2012.
An jedem der 2.675 sächsischen Waldinven-
turpunkte wurden die Daten – insgesamt über
150 Inventurparameter erhoben. Eine ausführ-
liche Darstellung der Inventurmethodik findet
sich im Internet unter:
www.bundeswaldinventur.de
Waldfläche – leicht zugenommen
Der Freistaat Sachsen gehört trotz einer leich-
ten Flächenzunahme von 4.784 ha mit seinem
Waldflächenanteil von 28,9 % (533.206 ha)
gegenüber dem Bundesdurchschnitt aller
Länder von 32,0 % nach wie vor zu den eher
unterdurchschnittlich bewaldeten Bundeslän-
dern.
Den Flächenabgängen durch Bau von Straßen,
Siedlungsanlagen und Braunkohletagebau
steht eine geringfügig höhere Neuwaldfläche,
insbesondere im Privatwald, entgegen. Insge-
samt sind die Flächenzugänge durch Erstauf-
forstung eher gering.
Datenerhebung mit Satellitenempfänger und Computer
Privatwald – stark angestiegen
Erwartungsgemäß verändert sich die Eigen-
tumsverteilung des sächsischen Waldes nach
den Verkäufen des Treuhandwaldes im Bereich
des Privatwaldes stärker als bei allen anderen
Eigentumsarten.
Insgesamt nimmt der Privatwald, inkl. des
Treuhandrestwaldes, heute eine Fläche von
240.790 ha (45,2 %) ein und ist inzwischen
die dominierende Eigentumsart im Freistaat.
Baumartenverteilung –
Laubbaumarten erkennbar zugenommen
Sachsen bleibt auch nach den Daten der BWI
3
ein Land der Nadelbäume. Über alle Eigen-
tumsarten hinweg liegt der Anteil der Nadel-
baumarten im sächsischen Wald im Oberstand
bei 66,3 %, der der Laubbäume bei 31,5 %, der
Rest sind Blößen.
Mit einem Flächenanteil an der begehbaren
Waldfläche von 34,4 % bleibt die Fichte als
wirtschaftlich bedeutsamste Baumart im Ge-
gensatz zum Bundestrend mit ihrer Fläche
stabil, gefolgt von der Kiefer mit 28,2 %.
Seit 2002 ist eine Zunahme der Laubbaum-
arten im Oberstand mit einer Erhöhung um
+1,1 % oder 7.800 ha im sächsischen Wald
erkennbar. Insbesondere Eichen und Buchen
nehmen aufgrund von Laubbaumförderung in
den mittelalten Beständen und der Räumung
von Nadelbaumalthölzern über gesicherten
Buchen- und Eichenvoranbauten zu.
Ältere Bestände nehmen zu
Der sächsische Wald wächst stetig in höhe-
re Baumalter und schneller in größere Baum-
dimensionen ein. Der Flächenanteil an zu-
künftig potenziell zur Holzernte anstehenden
Beständen erhöht sich so kontinuierlich. In
diesem Zusammenhang werden auch die zur
Verjüngung anstehenden Flächen absehbar
immer mehr zunehmen.
Diese Entwicklung betrifft alle Eigentumsarten
gleichermaßen.
Das durchschnittliche Baumalter in Sachsens
Wäldern beträgt heute über alle Eigentums-
arten hinweg 70 Jahre. 19 % sind älter als
100 Jahre, 9 % sogar älter als 120 Jahre.
Historisch hohe Holzvorräte –
zunehmend stärkere Bäume
Der sächsische Wald weist historisch hohe
Holzvorräte auf. Noch nie wurden Holzvorräte
in dieser Größenordnung ermittelt. Seit 2002
sind diese um über 20 % (25,882 Mio m³) auf
heute 156,62 Mio. m³ oder 312 m³/ha ange-
stiegen.
Der durchschnittliche Holzvorrat pro Hek tar
ist im Landeswald des Freistaates Sachsen mit
338 m³/ha am höchsten, gefolgt vom Privat-
wald mit 309 m³/ha und dem Körperschafts-
wald mit 296 m³/ha. Mit Ausnahme des Lan-
deswaldes liegen alle Eigentumsarten mit den
Holzvorräten pro Hektar noch deutlich unter
dem Bundesdurchschnitt, was insbesondere

| 07
5.513
4.515
4.036
Eiche
Buche
andere Laubbäume
hoher Lebensdauer
andere Laubbäume
geringerer Lebensdauer
alle Laubbäume
Fichte
Tanne
Douglasie
Kiefer
Lärche
alle Nadelbäume
alle Baumarten
-6,246
7.818
1.951
656
206
-4.274
928
-333
7.285
Veränderung der Baumartenflächen 2002 - 2012 im Freistaat Sachsen [ha]
Holzvorrat [m /ha]
1844/53
1874/83
1904/13
DSWF
1993
1998
BWI
LW 2002
LWI
LW 2008
350
300
250
200
150
100
50
0
BWI 3
LW 2012
400
3
152
178
219
319
189
185
285
338
Vorratsentwicklung am Beispiel des Landeswaldes von 1844 bis 2012 [m³/ha],
LWI - Landeswaldinventur; LW - Landeswald; DSWF - Datenspeicher Waldfond
den höheren Anteilen vorratsärmerer Kiefern-
bestände zuzuschreiben ist.
Sachsens Wälder weisen seit 2002 mit +51 m³/
ha überdurchschnittlich hohe Anstiege des
Holzvorrates insbesondere bei den dickeren
Bäumen über 40 cm Brusthöhendurchmes-
ser auf.
Entgegen bundesweiter Entwicklungen mit
einer Abnahme des absoluten Fichtenvorra-
tes um 4 %, kommt es in Sachsen zu einem
gegenläufigen Trend und einer Erhöhung des
absoluten Holzvorrates der Fichte um 21 %.
Laubbaumvorräte, wie die der Eiche erhöhen
sich um 33 %, die der Buche um 23 % auf-
grund geringerer Nutzung und damit deutlich
stärker als bei den Nadelbaumarten.
Der sächsische Privat- und Landeswald zeigt
mit 59 m³ bzw. +4 m³/ha gegenüber allen grö-
ßeren Bundesländern die größten Holzvorrats-
erhöhungen. Die Gründe liegen in einer ver-
gleichsweise sehr geringen Holznutzung, die
unter den potenziellen Möglichkeiten bleibt.
Holznutzung wird unterschätzt – Kleinpri-
vatwald mit geringer Nutzungsintensität
Sachsen ist hinsichtlich der ermittelten Nut-
zungsstärken bei gleichzeitig durchschnittli-
chen Holzzuwachswerten im Bundesvergleich
als zurückhaltend einzustufen und gehört zu
den Bundesländern mit eher geringer Nut-
zungsstärke.
Die Holznutzung im Freistaat Sachsen betrug
in der Periode 2002 - 2012 für alle Eigentums-
arten 2,342 Mio. m³ pro Jahr (Efm) oder 4,7 m³
pro ha und Jahr (Efm) und wurde hinsichtlich
ihrer absoluten Höhe bisher häufig deutlich
unterschätzt.
Die Nutzungsmengen des sächsischen Privat-
waldes liegen mit 3,7 m³/ha und Jahr etwa bei
50 % des Privatwaldes in Deutschland (7,0 m³/
ha und Jahr) sowie deutlich unter denen an-
derer Eigentumsarten im Freistaat.
Der Kleinprivatwald unter 20 ha Betriebsgröße
bleibt mit seiner Nutzungshöhe von 2,5 m³/
ha und Jahr deutlich unter seinen Möglich-
keiten. Höhere Altersklassen weisen nur zu ei-
nem Bruchteil Verjüngung unter Schirm auf.
Zudem enthält die vorhandene Verjüngung
einen hohen Anteil an temporären Sukzessi-
onsbaumarten.
Im Körperschafts- und Landeswald zeigen sich
mit 6,5 bzw. 5,7 m³/ha und Jahr höhere Nut-
zungsmengen pro Hektar als in allen anderen
Eigentumsarten. Ursache für die großen Unter-
schiede zwischen dem Öffentlichen und dem
Privatwald in Sachsen liegen zum einen in dem
höheren Anteil der leistungsstarken Baumart
Fichte und zum anderen in den hohen Anteilen
an kleineren Betriebsgrößenklassen im sächsi-
schen Privatwald mit geringerer Nutzung und
den bekannten Nutzungshemmnissen.
Vorratsbilanz – die Nachhaltigkeit ist
gesichert aber das Risiko steigt
In der zurückliegenden Periode 2002 - 2012
wurde im sächsischen Wald entsprechend der
oben geschilderten Ergebnisse für Zuwachs
und Nutzung weniger Holz genutzt als nach-
gewachsen ist. Dies entspricht der gegenwär-
tigen Alters- und Durchmesserstruktur des
Waldes.
Damit ist die Nachhaltigkeit gewährleistet.
Es ist jedoch ein zunehmendes Risiko durch
Sturm, Insekten und Entwertung festzustellen.
Dies ist einerseits direkte Folge der Vorratsan-
reicherung. Verschärfend kommt hinzu, dass
höhere Altersklassen nur zu einem Bruchteil
Verjüngung unter Schirm aufweisen. Ein hoher
Anteil an temporären Sukzessionsbaumarten
zeigt zudem, dass eine Intensivierung der Ver-
jüngung notwendig ist (siehe oben).

image
08 |
Jahre
1 - 20
21 - 40
41 - 60
61 - 80
81 - 100
01 - 120
21 - 140
41 - 160
>160
10.000
20.000
30.000
40.000
50.000
20.930
917
41.062
2.771
47.241
6.438
34.484
6.897
39.667
11.063
23.521
6.020
15.348
3.688
4.983
877
997
279
Waldfläche [ha]
Waldfläche der Hauptbestockung (OST)
Waldfläche der Verjüngung unter Schirm (UST)
Altersklassen über 80 Jahre: 18 bis 28 % mit Verjüngung unter Schirm
Verjüngung unter Schirm im Privatwald nach Altersklassen 2012
Fazit
Der sächsische Wald zeigt sich nach den Daten
der Bundeswaldinventur 3 vorratsreicher und
wuchskräftiger als noch 2002. Speziell für den
sächsischen Privatwald gilt:
Historisch hoher Holzvorrat in Sachsen auch
im Privat- und Körperschaftswald
Zunehmende Flächen- und Holzvorräte in
höheren Baumdurchmessern und Alters-
klassen
Zunehmendes Risiko durch Sturm, Insekten
und Entwertung
Nutzung liegt deutlich unter dem Zuwachs.
Dieser liegt in älteren Beständen über Er-
tragstafelwerten
Kleinprivatwald bleibt deutlich unter seinen
Nutzungsmöglichkeiten
Pflege von Erntebeständen und Nutzungsin-
tensivierung und die Verjüngung älterer Be-
stände sind zentrale Aufgaben im Privatwald
Sachsens Wälder werden im Sinne einer ste-
tigen Rohstoffversorgung nachhaltig bewirt-
schaftet. Die kompletten Ergebnisse für den
Freistaat Sachsen finden sich unter:
http://www.forsten.sachsen.de/wald/3297.htm
Michael Schmid ist Referent für
Waldbewertung/Waldinventuren und
Landesinventurleiter der BWI
3
im
Kompetenzzentrum Wald und
Forstwirtschaft von Sachsenforst
1
1
1
Startschuss für neue Förderperiode erfolgt
Mit Veröffentlichung der Richtlinie Wald und
Forstwirtschaft (RL WuF/2014) im Sächsischen
Amtsblatt am 14. Januar 2015 ist nun wieder
die Förderung forstwirtschaftlicher Maßnah-
men aus EU- und Bundesmitteln möglich. Im
gesamten Zeitraum 2014 bis 2020 stehen da-
mit rund 31 Mio. Euro für die verschiedenen
Fördergegenstände zur Verfügung.
Was wird gefördert?
Die neue RL WuF/2014 gliedert sich in einen
Teil 1 mit Fördergegenständen auf Grundlage
des Europäischen Landwirtschaftsfonds ELER
(EU-Förderung) und einen Teil 2 mit Förder-
gegenständen nach der „Gemeinschaftsauf-
gabe Agrarstruktur und Küstenschutz“ (GAK,
Bundesmittel).
Richtlinie Teil I – ELER (EU-Mittel):
1. Erschließung forstwirtschaftlicher Flächen
(Holzabfuhrwege inkl. Brücken und Holz-
lagerplätze und -konservierungsanlagen)
2. Anlagen zur Waldbrandüberwachung
3. Waldumbau außerhalb von Schutzgebieten
4. Verjüngung natürlicher gebietsheimischer
Waldgesellschaften in Schutzgebieten
5. Ausarbeitung von Waldbewirtschaftungsplä-
nen
Richtlinie Teil II – GAK (Bundes-Mittel):
6. Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse
(Zusammenfassung Holzangebot,
Waldpflegeverträge)
7. Erstaufforstung
Im Folgenden sollen aus der RL WuF/2014 die
Fördergegenstände kurz vorgestellt werden,
für die private und körperschaftliche Waldbe-
sitzer unmittelbar antragsberechtigt und för-
derfähig sind. Da sich die Fördergegenstände
„Anlagen zur Waldbrandüberwachung“ (Nr. 2)
und „Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse
(Nr. 6) ausschließlich an bestimmte Landkrei-
se bzw. forstwirtschaftliche Zusammenschlüs-
se richten, wird im Folgenden auf diese nicht
weiter eingegangen.
Die Walderschließung mit Holzabfuhrwegen,
der Waldumbau zu standortgerechten und
stabilen Waldbeständen und die Verjüngung
natürlicher Waldgesellschaften in Schutz-
gebieten waren in ähnlicher Form bereits in
der Vorgängerrichtlinie enthalten.
Neu aufgenommen wurde die Förderung von
Holzlagerplätzen und -konservierungsanla-
gen im Rahmen der Walderschließung, die
eine längere Lagerung großer Holzmengen bei

| 09
massenhaftem Holzanfall infolge einer Kala-
mität ermöglichen.
Um die besitzübergreifende Zusammenarbeit
im kleinparzellierten Privatwald zu stärken
und die Waldbewirtschaftung auch in kleinen
Forstbetrieben auf eine mittelfristige Planung
zu stützen, wird die Ausarbeitung von Wald-
bewirtschaftungsplänen gefördert.
Naturschutzvorhaben im Wald (Biotop- und
Artenschutz) werden in der aktuellen Förder-
periode über die Förderrichtlinie „Natürliches
Erbe“ (RL NE/2014) gefördert.
Wer wird gefördert?
Die Adressaten der forstlichen Fördermaß-
nahmen sind in erster Linie private und kör-
perschaftliche Waldbesitzer sowie deren Zu-
sammenschlüsse, in Sachsen hauptsächlich in
Form von Forstbetriebsgemeinschaften (FBG).
Bei der Erschließung forstwirtschaftlicher Flä-
chen sind auch gemeinschaftliche Vorhaben
zugelassen. Bei der Ausarbeitung von Waldbe-
wirtschaftungsplänen ist die Zusammenarbeit
von mindestens zwei Waldbesitzern sogar eine
zwingende Fördervoraussetzung.
Für Erstaufforstungsmaßnahmen kann jeder
Besitzer oder Bewirtschafter einer potenziel-
len Aufforstungsfläche Förderung beantragen.
Wie hoch ist die Förderung?
Bei den meisten Fördergegenständen er-
hält der Antragsteller einen Zuschuss zu den
(Netto-)Investitionskosten der Maßnahme.
Stets muss er einen gewissen Eigenanteil
selbst tragen. Für die Bewilligung der Förder-
mittel gelten Bagatellgrenzen, die sich jeweils
auf die förderfähigen (Netto-)Ausgaben be-
ziehen. Die Fördersätze wurden gegenüber der
vorangegangenen Richtlinie teilweise deutlich
verbessert bzw. zugunsten kleiner Privatwald-
betriebe differenziert.
Eine Übersicht über die Fördergegenstände
und Fördersätze bietet die nachfolgende Ta-
belle:
Wie läuft das Förderverfahren?
Die Aufrufe zur Antragstellung und die An-
tragsunterlagen stehen im Internet über das
Förderportal des Freistaates Sachsen zur
Verfügung. Die Formulare können direkt am
Rechner ausgefüllt und dann ausgedruckt
werden. Die Antragsunterlagen mit allen be-
nötigten Anlagen sind vollständig und unter-
schrieben bei der Bewilligungsbehörde frist-
gerecht einzureichen.
Für förderfähige Vorhaben nach Teil 1 der
Richtlinie (ELER) wird der nächste Aufruf/
Stichtag nach derzeitigen Planungen Ende
2015 terminiert werden. Er wird im Förder-
portal rechtzeitig bekannt gegeben.
Alle förderfähigen Vorhaben nach Teil 1 der
RL WuF/2014 (ELER) werden vor Bewilligung
in ein Auswahlverfahren einbezogen und nach
festgelegten und veröffentlichten Auswahlkri-
terien in eine Rangfolge gebracht. Erfüllt ein
Vorhaben die Mindestanforderungen nicht,
wird der Antrag abgelehnt. Kann ein Förder-
antrag nicht bewilligt werden, weil das Budget
für den Aufruf nicht für alle bewilligungsfähi-
gen Vorhaben ausreicht, wird der Antragsteller
benachrichtigt. Das Vorhaben kann dann beim
folgenden Aufruf erneut in die Auswahl ein-
bezogen werden.
Für förderfähige Vorhaben nach Teil 2 der
Richtlinie (GAK) steht der nächste Antrags-
stichtag bereits fest. Es gilt der 31. Oktober
2015. Bis dahin sind alle Anträge für die För-
derung von Erstaufforstungsvorhaben für das
Ausführungsjahr 2016 einzureichen.
Nach Prüfung der Anträge und Abschluss des
Auswahlverfahrens erhalten die Antragsteller
die Bewilligungsbescheide. Im Bewilligungs-
bescheid werden alle Bedingungen für die
Förderung, der Ausführungszeitraum und die
Höhe der Förderung genau festgelegt. Kann
ein Vorhaben nicht bewilligt werden, wird der
Antragsteller ebenfalls informiert.
Ist ein bewilligtes Vorhaben abgeschlossen,
wird anhand der nachgewiesenen Ausgaben
der endgültige Förderbetrag festgelegt und
dem Antragsteller erstattet.
Was gilt es zu bedenken?
Staatliche Förderung ist ein Instrument zur
Unterstützung und Umsetzung von konkre-
ten fachpolitischen Zielstellungen. Die Richt-
linie setzt deshalb für jeden Fördergegenstand
fachliche Standards und Förderbedingungen.
So sind z. B. die förderfähigen Baumarten oder
die Mindeststandards für den Waldwegebau
definiert. Neben den fachlichen Standards gibt
es zwangsläufig auch zahlreiche formale Auf-
lagen und Verpflichtungen. Beispielhaft sind
folgende Bedingungen zu beachten:
Für die Förderung gilt das sogenannte „Er-
stattungsverfahren“ (Der Antragsteller geht
in Vorleistung und bekommt die förderfähi-
gen Aufwendungen erst nach Abschluss des
Vorhabens und nach Einreichung des Ver-
wendungsnachweises erstattet).
Die Mehrwertsteuer gehört nicht zu den för-
derfähigen Ausgaben. Erforderliche öffent-
lich-rechtliche Genehmigungen müssen vor-
liegen.
Begünstigte tragen je nach Vorhaben einen
unterschiedlich hohen finanziellen Eigenan-
teil.
Eigenleistungen werden nicht erstattet.
In Abhängigkeit von der Rechtsperson des
Antragstellers und der Fördersumme ist die
Auftragsvergabe an formale Vorschriften ge-
bunden.
Für investive Vorhaben beträgt die Zweck-
bindungsfrist 5 Jahre.
Für ein bewilligtes Vorhaben gelten die im
Zuwendungsbescheid getroffenen Festle-
gungen (Bitte genau lesen!).
Damit die Möglichkeiten der Förderung auch
genutzt werden, wird im Vorfeld einer Förder-
maßnahme eine Beratung durch den Staatsbe-
trieb Sachsenforst dringend empfohlen.
Wen kann ich fragen?
Erster Ansprechpartner für alle Fragen der
Waldbewirtschaftung und zur forstlichen
Förderung ist der örtliche Revierförster
Teil 1 - ELER-Förderung (EU-Mittel)
Fördergegenstand
private Waldbesitzer
kommunale Waldbesitzer
Bemerkung
Bagatellgrenze
Wegebau
90 % / 75 %
75 %
90 % für private Waldbesitzer bis 200 ha
5.000 EUR
Holzlagerplätze
30 %
5.000 EUR
Waldumbau / Verjüngung in und außerhalb
von Schutzgebieten
75 %
(53 % bzw.) 75 %
abhängig von Lage in Regierungsbezirk
Leipzig oder Chemnitz/Dresden
2.000 EUR
Waldbewirtschaftungspläne
80 %
-
Waldbesitzer bis 50 ha max. 50 EUR/ha
Waldbesitzer über 50 ha max. 3 EUR/ha
2.000 EUR
Teil 2 - GAK-Förderung (Bundesmittel)
Erstaufforstung
90 %
90 %
2.000 EUR

image
image
image
 
10 |
(www.sachsenforst.de/foerstersuche)
oder der
örtliche Forstbezirk bzw. die Schutzgebietsver-
waltung.
Für spezielle Fragen zum Förderverfahren
können Sie sich an die Fördersachbearbeiter
in den Forstbezirken vor Ort oder direkt an die
Bewilligungsstelle wenden. Sie erreichen uns
wie folgt:
Staatsbetrieb Sachsenforst
Obere Forstbehörde –
Außenstelle Bautzen
Paul-Neck-Str. 127
02625 Bautzen
Tel.: 035 91 / 21 60
E-Mail:
poststelle.sbs-glbautzen@smul.sachsen.de
Bewilligungsbehörde und Ansprechpartner für
die Förderung von Naturschutzvorhaben im
Wald nach RL NE/2014 sind die Dienststellen
des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft
und Geologie (LfULG) in Zwickau, Kamenz und
Mockrehna.
Informationen zur Forstförderung und zu
den übrigen Angeboten von Sachsenforst für
Waldbesitzer finden Sie auch im Internet unter
www.sachsenforst.de.
Katja Bormann ist Leiterin des Referates
Forstförderung/Bewilligungsstelle in der
Geschäftsleitung von Sachsenforst
Beratung im Privatwald
Ergebnisse einer Befragung privater Waldbesitzer 2014
Im Freistaat Sachsen befinden sich fast
234.000 Hektar Privatwald im Besitz von etwa
73.000 verschiedenen Waldbesitzern. Der Pri-
vatwald ist mit einem Waldflächenanteil von
fast 45 % die flächenmäßig bedeutends-
te Waldeigentumsart. Er ist jedoch geprägt
von sehr kleinteiligen Strukturen. So bewirt-
schaften über 90 % der privaten Waldbesit-
zer weniger als 5 Hektar Wald. So vielfältig
und individuell wie dieser Waldbesitz ist, so
vielgestaltig sind auch die Anforderungen an
die Waldbewirtschaftung und damit auch die
Herausforderungen für jeden einzelnen Wald-
besitzer. Das gilt unabhängig davon, ob der
Waldbesitzer den Wald allein bzw. gemeinsam
mit dem Ehepartner bewirtschaftet oder Teil
einer Erbengemeinschaft ist. Private Waldbe-
sitzer werden auch deswegen durch ein flä-
chendeckendes, kostenloses Beratungsangebot
von Sachsenforst unterstützt.
Die Beratung privater Waldbesitzer ist eine
zentrale Aufgabe der Revierförster und das
wichtigste Instrument zur Förderung des Pri-
vatwaldes. Jedes Jahr werden durch die Re-
vierförster im Durchschnitt fast 15.000 Be-
ratungsgespräche mit über 8.000 privaten
Waldbesitzern zu einer breiten Palette von
waldbezogenen Themen geführt (siehe Ab-
bildung).
Damit wir diese Aufgabe gut erfüllen können,
ist es wichtig zu wissen, wie unsere Leistun-
gen von den Waldbesitzern empfunden und
wahrgenommen werden. Erkenntnisse über
die Inanspruchnahme, die Zufriedenheit und
die Erwartungen der Waldbesitzer sind wichti-
ge Voraussetzungen, um unsere Beratungsan-
gebote zu verbessern und bedarfsgerecht wei-
terzuentwickeln. Nach 2009 wurde deshalb im
Jahr 2014 eine zweite Befragung privater Wald-
besitzer im Freistaat Sachsen durchgeführt.
Beratung privater Waldbesitzer
Verfahrensablauf
Auf Grundlage des Waldbesitzerverzeichnis-
ses (WBV) wurden 7.000 Waldbesitzer für die
systematische Stichprobe ausgewählt und
angeschrieben. Die Befragung wurde anonym
durchgeführt. Eine Zuordnung von Antworten
zu einzelnen Waldbesitzern war verfahrenssei-
tig ausgeschlossen.
Von den 7.000 versandten Fragebögen erreich-
ten uns im Rücklauf 1.547 ausgefüllte Frage-
bögen. Das Profil der befragten Waldbesitzer
hat sich im Vergleich zur ersten Befragung
2009 nicht grundlegend verändert. Über 45 %
der Befragten sind älter als 60 Jahre und nur
26 % sind jünger als 50 Jahre. Fast ein Vier-
tel (23 %) der befragten Waldbesitzer waren
Frauen. Der Waldbesitz der Befragten liegt zu
78 % überwiegend in der Wohn- oder Nach-
bargemeinde. Besonders erfreulich aus unse-
rer Sicht ist, dass acht von zehn Teilnehmern
an dieser Umfrage Kleinprivatwaldbesitzer mit
Waldbesitzgrößen von bis zu 5 Hektar waren.

image
image
| 11
Zufriedenheit der befragten Waldbesitzer
Die Waldbesitzer wurden um Einschätzung der
Zufriedenheit mit der Beratung anhand einer
Notenskala von 1 (sehr zufrieden) bis 6 (über-
haupt nicht zufrieden) gebeten. 90 % der Be-
fragten haben geantwortet, dass sie mit der
Beratung zufrieden oder sogar sehr zufrieden
waren. Die sehr positive Einschätzung der be-
fragten Waldbesitzer aus 2009 wird damit so-
gar leicht übertroffen. Die hohe Wertschät-
zung der Beratung zeigte sich auch in den
verbalen Einschätzungen auf den Fragebögen
und einer Weiterempfehlungsrate von 95 %.
1 = sehr zufrieden
2
3
4
5
6 = überhaupt nicht zufrieden
1 %
6 %
52 %
38 %
1 %
1 %
Bewertung der Beratung anhand einer Notenskala
Neben dieser Bewertung interessierten uns
die Gründe, warum die Beratungsangebote
von Waldbesitzern möglicherweise nicht in
Anspruch genommen wurden. Der Bekannt-
heitsgrad der Revierförster und die Inan-
spruchnahme der Beratungsangebote haben
seit der Befragung 2009 erfreulich zugenom-
men. Inzwischen kennen sieben von zehn Be-
fragten ihren zuständigen Revierförster und
mehr als die Hälfte der Befragten hat die Be-
ratungsangebote tatsächlich auch genutzt. Bei
beiden Fragestellungen wird zudem deutlich,
dass die Informationsdefizite mit abnehmen-
der Eigentumsgröße zunehmen. Vor allem im
Hinblick auf den Kleinprivatwald ergeben sich
für die Zukunft besondere Anforderungen für
eine wirksame und zielgerichtete Öffentlich-
keitsarbeit.
Befragung 2009
Befragung 2014
80
60
40
20
0
Bekanntheitsgrad
des Revierförsters
Inanspruchnahme
der Beratung
10
30
50
70
%
53
70
40
62
Bekanntheitsgrad der Revierförster und Inanspruch-
nahme der Beratung
Beratung fördert die Eigeninitiative im
Privatwald
Gegenwärtig findet die überwiegende Zahl der
Beratungsgespräche als Nachfrageberatung
statt. Der vor Ort erreichbare Revierförster
ist für den Großteil der Befragten (64 %) der
wichtigste Ansprechpartner für forstliche Be-
lange. Interessant sind in diesem Zusammen-
hang die Tatsachen, dass der Waldbesitz der
Befragten zu 89 % in Sachsen und mit 78 %
auch überwiegend in der Wohn- oder Nach-
bargemeinde liegt. Das ist für die Kommuni-
kation vor Ort sehr hilfreich.
Auch in Zukunft werden individuelle und be-
triebsspezifische Fragen zur Waldbewirtschaf-
tung, zu Waldschäden und zum formalen Rah-
men (Besitzgrenzen, Rechte und Pflichten) von
den befragten Waldbesitzern als die Schwer-
punktthemen für die Beratung gesehen.
Die Beratung ist und bleibt für uns die pri-
oritäre Aufgabe der Revierförster im Privat-
wald. Die Vielfalt des privaten Waldbesitzes ist
Chance und Herausforderung für differenzier-
te und bedürfnisgerechte Beratungsangebote.
84 % der befragten Waldbesitzer gaben an,
im Nachgang zur Beratung auch Maßnahmen
in ihrem Wald durchgeführt zu haben. Bei der
Frage nach den Zielen der Waldbewirtschaf-
tung steht mit 79 % die Deckung des Eigenbe-
darfs, z. B. in Form von Brennholz, mit Abstand
an erster Stelle. Sehr interessant war in diesem
Zusammenhang, dass diese Bewirtschaftung
sehr regelmäßig, d. h. jährlich oder in Abstän-
den von maximal ein bis fünf Jahren erfolgt.
Die Eigenverantwortung der Waldbesitzer
wird durch eine umfassende, kompetente und
neutrale Beratung gestärkt. Das unterstreicht
auch die Befragung privater Waldbesitzer in
2014. Grundsatz und Ziel der Beratung durch
Sachsenforst sind die Hilfe zur Selbsthilfe und
die Förderung dieser Eigeninitiative der Wald-
besitzer. Wir wollen Sie mit diesem Anspruch
auch zukünftig bei der Erhaltung und Bewirt-
schaftung ihres Waldes unterstützen.
Ausdrücklich möchten wir uns bei allen Wald-
besitzerinnen und Waldbesitzern bedanken,
die uns durch die Beantwortung der Fragebö-
gen unterstützt haben.
Beratung zur Schadholzaufbereitung
Heiko Ullrich ist Referatsleiter Privat- und
Körperschaftswald, Forstpolitik in der
Geschäftsleitung von Sachsenforst

image
 
12 |
Verkehrssicherungspflicht:
Unterstützende waldbauliche Möglichkeiten
Auch für Menschen mit viel Herzblut für den
Wald kann es eine ziemliche Herausforderung
bedeuten, Waldbesitzer zu sein. Zum Beispiel
an steilen Hängen oberhalb viel befahrener
Straßen. Hier bilden einerseits naturnahe Be-
stockungen in der Regel vielfältige, ökologisch
stabile Waldstrukturen. Andererseits wiegen
denkbar hohe Kosten für Holzernte und Wald-
erschließung mögliche Holzerträge dauerhaft
auf.
Nicht selten stocken auf den zur Brennholz-
gewinnung einst intensiver genutzten Hän-
gen heute nicht durchforstete, vorratsreiche
Hochwaldbestände. Mit zunehmendem Alter
und wachsender Gefährdung der Bestände
werden notwendige Maßnahmen zur Ver-
kehrssicherung immer wahrscheinlicher. Das
Entfernen toter Starkäste, anbrüchiger und
instabiler Bäume kann zur teuren „Problem-
baumfällung“ werden.
Im Folgenden sollen waldbauliche Möglichkei-
ten aufgezeigt werden, um den Anforderun-
gen der Verkehrssicherungspflicht (VSP) öko-
nomisch gerecht zu werden.
Der Wald am Hang oberhalb der Straße schützt vor Erosion und Steinschlag. Kostendeckende Holzerntemaß-
nahmen sind dagegen wahrscheinlich nicht zu realisieren. In solchen Situationen überfordern aufwendige
Maßnahmen zur Verkehrssicherungspflicht schnell die Leistungsfähigkeit von Waldbesitzern.
Verkehrssicherungspflicht und Waldstruk-
tur
Waldbesitzer haben dafür Sorge zu tragen,
dass von den eigenen Bäumen keine Gefah-
ren oder Schäden für andere ausgehen. Dies
betrifft zunächst einmal die Grundstücksgren-
zen, insbesondere zu bebauten Grundstücken
und öffentlichen Verkehrswegen (Straßen,
Bahnschienen, Wasserstraßen). Dabei kön-
nen sich Haftungsansprüche sowohl aus ei-
nem nachbarrechtlichen Ausgleichsanspruch
geschädigter Grundstücksnachbarn als auch
der Verletzung der VSP begründen (siehe auch
Waldpost 2011).
Im Waldbestand und auf nichtöffentlichen
Waldwegen besteht im Hinblick auf das freie
Betretensrecht demgegenüber keine beson-
dere VSP (siehe Waldpost 2013). Typische in
Wäldern zu erwartende Gefahren wie tote
Äste, Wurzeln usw. müssen nicht beseitigt
werden. Hier erstreckt sich die VSP auf aty-
pische, durch den Waldbesitzer erst geschaf-
fene Gefahren. So ist die gefahrlose Nutzung
baulicher Anlagen (Wege und Brücken) und
Einrichtungen, die der Erholung dienen, zu
gewährleisten. Bei Forstarbeiten gehen die
Anforderungen des Arbeitsschutzes nahtlos
auf Vorkehrungen zum Schutz von Waldbe-
suchern über. So sehen bereits Unfallverhü-
tungsvorschriften entsprechende Sicherungs-
maßnahmen (Kenntlichmachen und Absperren
von Hiebsorten usw.) vor.
Regelmäßige Baumkontrollen konzentrieren
sich damit zunächst einmal auf einen Strei-
fen entlang öffentlicher Verkehrswege, im
Bereich von Erholungseinrichtungen im Wald
und an der Grenze zu Nachbargrundstücken.
Allerdings können auch entlang der Waldwege
Maßnahmen zur Beseitigung massiver Gefah-
ren erforderlich sein, wenn der Waldbesitzer
hiervon Kenntnis erlangt.
Aus Sicht des Waldbesitzers lässt sich diese
graduelle Abstufung der VSP auch als wald-
bauliche Zielstellung formulieren: Die Wald-
strukturen sollen so angepasst werden, dass der
Aufwand für die VSP möglichst gering ausfällt.
Der Waldbesitzer sollte zunächst prüfen, in-
wiefern gegebene Waldstrukturen und wahr-
scheinliche Entwicklungen mit diesen Zielen
übereinstimmen. Denkbar sind vier Konstel-
lationen. Handlungsdringlichkeit besteht bei
hohen Anforderungen an die VSP und gefahr-
trächtiger Waldstruktur. Demgegenüber stel-
len geringe Anforderungen bei stabilen Struk-
turen den Idealfall dar.
Vorsorgende waldbauliche Maßnahmen zielen
auf die Vermeidung gefahrträchtiger Wald-
strukturen oder deren Beseitigung im Zuge
regulärer forstlicher Maßnahmen. Die in der
Regel teure Alternative wären (wiederholt)
notwendige Eingriffe zur Herstellung der Ver-
Die Kombination der Anforderungen an die Verkehrssicherungspflicht mit der Gefahr träch-
tigkeit von Waldstrukturen verdeutlicht den Handlungsbedarf. Vorsorgende waldbauliche
Maßnahmen passen die Waldstrukturen den Anforderungen der Verkehrssicherungspflicht an.
Waldstruktur
gefahrträchtig
stabil
Anforderungen an
Verkehrssicherungs-
pflicht
hoch
(z. B. Verkehrswege,
Erholungseinrichtungen im
Wald, Nachbarbebauung)
bestehende Verkehrs-
sicherungspflicht und
hoher Handlungsbedarf
bestehende Verkehrs-
sicherungspflicht, aber
kaum Handlungsbedarf
vorsorgende waldbauliche Maßnahmen
gering
(z. B. Waldwege)
Handlung auf Situation
akuter massiver Gefähr-
dung begrenzt
kein Handlungsbedarf

image
| 13
kehrssicherheit oder das Absperren gefährli-
cher Waldbereiche. Seltener hat der Waldbe-
sitzer die Möglichkeit, die Anforderungen zu
reduzieren, zum Beispiel in em Erholungsein-
richtungen und Wanderwege zurückgebaut
oder verlegt werden.
Gefährdung und Vorsorge
Bestimmende Elemente der Waldstruktur sind
die Baumartenzusammensetzung sowie die
Baumdimension und ihre räumliche Vertei-
lung. Alle drei Elemente beeinflussen die Ge-
fahrträchtigkeit und stellen somit auch Ansät-
ze zur Gefahrenvorsorge dar.
Die häufigste Gefahr geht von Totästen in den
Baumkronen aus. Dabei ist das Absterben von
Ästen im beschatteten Kronenteil ein natürli-
cher Prozess, der sich nicht abstellen, sondern
nur mindern lässt. Bei Nadelbäumen verblei-
ben abgestorbene Äste lange am Baum. Die
Abtrennung erfolgt überwiegend durch me-
chanische Einflüsse. Laubbäume gelten dage-
gen als Totastverlierer. Ihre toten Äste wer-
den rasch durch Pilze besiedelt und können
im Zuge der Holzzersetzung auch ohne äu-
ßere mechanische Einflüsse nach kurzer Zeit
abfallen. Die Gefährdung steigt mit der Größe
toter Äste und der Höhe, aus der diese fallen
können, an.
Die Vermeidung von Konkurrenz im Kronen-
raum, insbesondere im höheren Baumalter,
führt zu weniger Totästen im Kronenraum und
senkt die Häufigkeit mechanischer Kontakte
zwischen den Bäumen. Zugleich entspricht
dies auch den gängigen Durchforstungskon-
zepten und deckt sich somit mit ertragskund-
lichen Zielen. Ein genereller Verzicht auf Tot-
ast verlierende Laubbäume entspricht einer
einseitigen Zielanpassung und ist abzulehnen.
Die Bevorzugung von Totast haltenden Nadel-
bäumen in Situationen mit erhöhten Anforde-
rungen, wie im Bereich von Erholungseinrich-
tungen oder als Waldgrenze zu öffentlichen
Verkehrswegen kann aber sinnvoll sein.
Auf den Waldflächen mit VSP bietet es sich
an, das Durchforstungsregime längerfristig
anzupassen. Wenn die Freistellung einzelner
Bäume bereits sehr frühzeitig erfolgt, wach-
sen sehr langkronige, statisch stabile Bäume
heran. Im Extremfall bedeutet dies zwar den
Verzicht auf höherwertige Holzsortimente, er-
weist sich aber in Bezug auf den Kontrollauf-
wand und die gewonnene Flexibilität bei der
Entnahme einzelner Bäume als Vorteil.
Die Umsetzung eines derartigen Behand-
lungskonzeptes bietet jedoch nur Möglich-
keiten einer schrittweisen und längerfristi-
gen Absenkung des Aufwandes für die VSP.
Vor intensiven Durchforstungen in bisher
ungepflegten Altbeständen ist ausdrücklich
zu warnen! In diesen Fällen erhöht sich über
Jahre die Anfälligkeit gegenüber Schnee- und
Windbruch. Hier sind eher häufigere, behut-
same Eingriffe angebracht, um die Bäume zu
stabilisieren.
Aufgrund von Verletzungen und Schädlings-
befall stellen statisch instabile, absterbende
und tote Bäume eine Gefahr dar. Die Kon-
trolle der Borkenkäferpopulationen erfordert
im Rahmen des integrierten Waldschutzes
die unmittelbare Beseitigung der befallenen
Stämme. Auch das Auftreten von Holzfäulen
ist im bewirtschafteten Wald ein Signal zur
Ernte und Nutzung des Baumes. Abgestorbene
Bäume werden also überwiegend erst durch
einen naturschutzfachlich oder anderweitig
motivierten Nutzungsverzicht zur Gefahr.
Neben der Dimension, die eine Baumart errei-
chen kann, existieren zwischen den Baumar-
ten auch erhebliche Unterschiede hinsichtlich
der Anfälligkeit gegenüber biotischen und
abiotischen Schäden. In Bezug auf die VSP
lassen sich daher die Baumarten bezüglich
der Anzahl potenzieller Schadorganismen, die
zum Absterben von Ästen und Bäumen führen
können und dem zeitlichen Verlauf der Ge-
fährdung unterschiedlich bewerten.
Weymouths-Kiefern sterben nach Befall durch den
Weymouths-Kiefernblasenrost ab. Infolge der Häu-
fung des Vorkommens von Ribes-Arten (Stachel- und
Johannisbeeren), die Zwischenwirte des Pilzes sind,
ist die Erkrankung in Siedlungsnähe häufiger und
schwerwiegender. Ein Anbau der Weymouths-Kiefer
ergibt aus Gründen der Ertragsleistung und der VSP
hier keinen Sinn.
Ansatzpunkte, um den Aufwand für die Verkehrssicherungspflicht zu verringern
Gefährdung durch
Vorsorge
Maßnahmen
Absterben von Ästen als
Vermeidung von
Rechtzeitige und ausreichende Durchforstungen/
Begleiterscheinung von
Konkurrenz im Kronen-
Vermeidung von Durchforstungsrückständen
Wachstumsprozessen
raum
(Totholz in der Krone)
In Bereichen erhöhter Anforderungen:
besonders intensive Kronenpflege und
Bevorzugung Totast haltender Nadelbäume
Verletzungen und
Minderung der
standortangepasste Baumartenwahl und
Schädlingsbefall
Disposition gegenüber
Umtriebszeit
(instabile oder tote Bäume)
Schädlingsbefall
Extremereignisse:
Anpassung der
Vermeidung sturm-/schneebruchanfälliger Baum-
Sturm und Schnee
Nutzungsform
arten auf gefährdeten Standorten, Bewirtschaftung
als Mittel- und Niederwald/Waldrandgestaltung
Eine vollständige Bewertung der etwa 40 - 60
Baumarten, die in Sachsens Wäldern vorkom-
men, ist aufgrund der Vielzahl an Gefährdun-
gen, die sich auch standörtlich unterscheiden,
kaum möglich. Vereinfacht lassen sich aber die
folgenden drei Kategorien mit ansteigendem
Gefährdungspotenzial ausweisen:
1. Baumarten mit geringem Wuchs und/oder
geringer Anfälligkeit – Eibe, Wildobst, Feld-
ahorn und Hainbuche (z. B. für Waldrandge-
staltung)
2. Baumarten mit geringer Anfälligkeit und/
oder mittlerer Wuchshöhe – Rot-Eiche, Om-
orika-Fichte, Lärche, Weißtanne, Höhenkiefer
3. Baumarten mit hohem Wuchs und (aktuell)
hoher Anfälligkeit – Weymouths-Kiefer, Ge-
meine Esche, Stiel- und Trauben-Eiche, Pap-
pelarten / Hybridpappeln
Die Auswahl bestimmter Baumarten und die
Anpassung des Ernte- und Verjüngungszeit-
punktes stellt also eine örtliche und langfris-
tige Anpassungsmaßnahme dar. Diese bietet
wiederum aus gesamtbetrieblicher Sicht auch
Möglichkeiten der Integration weiterer Ziele.

image
image
14 |
Wildapfel und Wildbirne sind naturschutzfachlich wertvolle, aber konkurrenzschwache Baumarten. In direkter
Konkurrenz zu anderen Baumarten ist ein Anbau mit dem Ziel der Produktion von Wertholz ertragskundlich
nicht empfehlenswert. Anders gestaltet sich dies entlang öffentlicher Waldwege. Die Anforderungen der VSP
decken sich hier mit der für den wirtschaftlichen Anbau notwendigen Waldstruktur. So wird das Wildobst zur
ästhetischen und wirtschaftlichen Bereicherung des Forstbetriebs.
Anforderungen entflechten!
Unterschiedliche Waldstrukturen bewirken
differenzierte ökologische Leistungsprofile
(Waldwirkungen). Ein Abgleich mit den be-
trieblichen und gesellschaftlichen Anforde-
rungen (Waldfunktionen) kann aufzeigen,
inwieweit die gegebene Waldstruktur diesen
Anforderungen gerecht wird.
Die Waldfunktionenkartierung ist diesbezüg-
lich nur ein erster Einstieg, da die Wichtung
und Wertung der Anforderungen (Funktionen)
untereinander nicht vorgenommen wurde. So
verstecken sich in der Überlagerung bestimm-
ter Waldfunktionen konträre Anforderungen
an die Waldstruktur. Ein recht häufig anzu-
treffendes Beispiel ist die Biotopschutzfunk-
tion entlang öffentlicher Wege und Straßen.
Die Biotopschutzfunktion wird in der Regel in
totholzreichen Waldstrukturen mit Zerfalls-
phasen alter und großer Bäume optimal er-
füllt. Hinsichtlich der VSP, die als räumliche
Konkretisierung der Erholungsfunktion an-
gesehen werden kann, stellen diese Bäume
Gefahrenpunkte dar (siehe auch Waldpost
2014/15: Verkehrssicherung und Naturschutz
– ein Widerspruch?).
In diesen Fällen sollte eine Entflechtung der
konträren Ziele angestrebt werden. Hierzu ist
zunächst eine Priorisierung der Ziele notwen-
dig. Die Waldstruktur wird dann in Bezug auf
die Funktionen mit dem Vorrang angepasst.
Dies kann also einmal der Erhalt des toten al-
ten Baumes sein, ein andermal die Sitzgele-
genheit am Wegesrand. Zu beachten ist, dass
höhlenreiche Altholzinseln sowie höhlenreiche
Einzelbäume nach § 21 Abs. 1 Nr. 2 des Säch-
sischen Gesetzes über Naturschutz und Land-
schaftspflege (Sächsisches Naturschutzgesetz
– SächsNatSchG) gesetzlich geschützte Bioto-
pe darstellen. Deren Zerstörung oder sonstige
erhebliche Beeinträchtigung sind durch das
Gesetz über Naturschutz und Landschaftspfle-
ge (Bundesnaturschutzgesetz – BNatSchG) in
seinem § 30 Abs. 2 untersagt. Soll dennoch ein
höhlenreicher Einzelbaum gefällt werden, ist
eine Genehmigung der unteren Naturschutz-
behörde notwendig.
Dennoch werden Situationen bleiben, in denen
eine vollständige Entflechtung konträrer An-
forderungen nicht möglich ist, etwa bei Ver-
kehrswegen an Steilhängen mit Biotopschutz-
funktion. Grundsätzlich kann zwar von einer
effizienteren Erfüllung der Anforderungen
ausgegangen werden. So zum Beispiel bei op-
timal platzierten Biotopbaumgruppen (abseits
von Wegen und Grenzen), wenn keine Maß-
nahmen zur VSP erfolgen müssen und auch
der Sicherheit der Waldarbeit Rechnung getra-
gen wird (siehe Beitrag zur Arbeitssicherheit
auf
www.waldwissen.net).
Allerdings bedeutet
dies nicht von vornherein einen summarischen
Ausgleich aller Waldwirkungen.
In den Bereichen, in denen die VSP zur Vor-
rangfunktion wird, zum Beispiel entlang von
Straßen oder Bahntrassen, kann es lohnend
sein, historische Nutzungsformen wieder
auf zugreifen. An Stelle vorratsreicher Hoch-
wälder, deren finanzieller Ertrag durch teu-
re Sicherungs- und Holzerntemaßnahmen
geschmälert wird, könnten mittelwaldartige
Waldstrukturen mit relativ wenigen, freiste-
henden und großkronigen Bäumen im Ober-
stand und einem niederwaldartigen Unter-
stand aus Stockausschlägen treten.
Ausgangspunkt der Überlegungen ist dabei die
Tatsache, dass Durchforstungen in der Nähe
von Straßen aufgrund des hohen organisato-
rischen Aufwandes tendenziell gemieden wer-
den. Als Ausweg finden dann sehr intensive
Eingriffe in einem langen zeitlichen Intervall
statt. Über die Zeit betrachtet dominieren da-
her die gegenüber Wetterextremen (Sturm,
Nassschnee) anfälligen Konstellationen mit
einseitig bekronten oder stark freigestellten
Bäumen oder Steilrändern mit hohem Gefähr-
dungspotenzial.
Wenngleich ein Schadenseintritt durch Ex-
tremereignisse als „Naturgewalt“ einen Haf-
tungsausschluss darstellt, ist die Aufarbei-
tung der Schäden oder die Beseitigung akuter
Gefahren eine organisatorisch schwierige
ad-hoc-Maßnahme.
Lösungsansatz Mittelwald
Mittelwaldartige Bestandesstrukturen erfor-
dern dagegen ein regelmäßiges „auf den Stock
setzen“ des Unterstandes. Die schwachen Sor-
timente können als Brenn- oder Industrieholz
genutzt werden. In Kombination mit den wert-
vollen Kernwüchsen im Oberstand eröffnen
sich damit nicht nur wirtschaftliche Alterna-
tiven. Auch viele derzeit seltene Arten haben
in derartigen Waldstrukturen ihren Lebens-
raum. Gefährliche Situationen (absterben-
de oder einseitige Kronen durch Dichtstand,
plötzliche Freistellung von instabilen Einzel-
bäumen) können bei mittelwaldartigen Struk-
turen kaum entstehen.
Link
zum
Beitrag:
http://www.waldwissen.net/
technik/holzernte/sicherheit/fva_totholz_ar-
beitssicherheit/index_DE
Sven Martens ist Referent
für Forsteinrichtung, Waldbau,
Verwaltungsjagd im Referat Wald und
Forstwirtschaft im SMUL

image
image
image
 
| 15
Waldwegeinstandsetzung im Kleinprivatwald
Gemeinsames Handeln erzeugt Stärke – ein Beispiel aus der Praxis
Für viele private Waldbesitzer ist neben einer
emotionalen Bindung zu ihrem Eigentum auch
der Nutzen dieser Fläche wichtig. Es hat sich
zwischenzeitlich – nicht zuletzt durch die Be-
ratung der Revierförster – herumgesprochen,
dass mit den gestiegenen Holzpreisen, den
heutigen Möglichkeiten einer Wertschöpfung
bei entsprechender Holzsortierung auch bei
der Pflege kleinerer Waldbestände meistens
noch gutes Geld übrig bleibt. Aber auch die
Gewinnung des Brennholzes für den eigenen
Ofen ist ein geldwerter Nutzen, der vielen pri-
vaten Waldbesitzern heute wichtig ist, insbe-
sondere bei hohen Heizölpreisen.
Doch was nutzt es dem Waldbesitzer, wenn
er diese Nutzfunktion nicht mehr realisieren
kann, wenn er, einfach gesagt, kaum mehr
auf sein Waldflurstück gelangt. Geschweige
denn daraus Holzprodukte abtransportieren
kann, weil der vorhandene Holzabfuhrweg in
einem solchen Zustand ist, dass ein Befahren
mit PKW unmöglich und der Holztransport nur
mit Traktoren möglich wird?
Ähnliches erlebten Waldbesitzer im Raum Ka-
menz. Der Holzabfuhrweg wurde vor mehr
als 30 Jahren angelegt und erhielt seitdem
keine Pflege mehr. Insbesondere mit zuneh-
mender Achslast der Holztransporter erlitt der
Weg starke Schäden. Ein Nassschnee 2012/13
verursachte dann noch eine größere Menge
Schadholz, was den Waldweg nach dem Ab-
transport der Holzmenge in einen erbärmli-
chen Zustand versetzte.
Um in der Zukunft weiterhin Holzprodukte
aus den Waldflächen abtransportieren zu
können, entschloss sich der Revierförster des
Forstreviers Kamenz im Forstbezirk Oberlau-
sitz, Uwe Schöne, die Waldbesitzer von der
Notwendigkeit zu überzeugen, dass sie selbst
aktiv werden müssen.
Situationsanalyse und Potenzialermittlung
Im Vorfeld wurden einige Fakten ermittelt und
eine Abgrenzung des Erschließungsgebietes
vorgenommen. Dies ist entscheidend, um die
Gemeinschaft der betroffenen Eigentümer be-
stimmen zu können. Anhand einer Karte mit
den vorhandenen Holzabfuhrwegen wurde
das Einzugsgebiet des betreffenden Weges be-
stimmt. Die Gesamtgröße beträgt etwa 56,9 ha,
als Wegelänge wurden 1.600 m ermittelt.
In der Regel liegen für den kleinparzellier-
ten Privatwald keine Betriebsplanungen vor,
sodass mit vereinfachten Mitteln und mi-
hilfe vorhandener Forsteinrichtungsdaten
aus angrenzendem Körperschaftswald eini-
ge Vorratsdaten als Annahmen für das Wald-
gebiet unterstellt wurden. So wurde bei einem
angenommenen durchschnittlichen Vorrat von
250 Vfm/ha, einem laufenden Zuwachs von
7 Vfm/ha und Jahr und einer Nutzungsmen-
ge von 3 Efm/ha und Jahr auf eine jährliche
Gesamt nutzungsmenge von 170 Efm geschlos-
sen. Bei einem Zeitraum von zehn Jahren er-
höht sich die Nutzungsmenge, die über den
instand zu setzenden Weg abtransportiert
würde auf annäherungsweise 1.700 Efm. Bei
einem unterstellten durchschnittlichen Holz-
preis von 44 EUR/Efm über alle Sortimente
entspräche diese Holzmenge einem Markt-
wert von derzeit 74.800 EUR. Setzt man eben-
falls durchschnittliche Erntekosten von etwa
20 EUR/Efm über alle Sortimente an, läge der
Deckungsbeitrag (= Ertrag abzüglich Aufwand)
für das Einzugsgebiet jährlich bei 4.080 EUR
(170 Efm x 24 EUR). Somit wird eine Investiti-
on in die Instandsetzung des Holzabfuhrweges
rasch amortisiert sein.
Holzabfuhrweg mit schweren Schäden
Aufnahme links: Einzugsgebiet (gelbe Fläche) des Abfuhrweges (rot) sowie vorhandene Abfuhrwege (orange gestrichelt) in gutem Zustand
Aufnahme rechts: Kleinparzellierter Privatwald im Einzugsgebiet des Holzabfuhrweges. Die unterschiedlichen Farben kennzeichnen jeweils einen Eigentümer.
Quelle: Staatsbetrieb Sachsenforst mit Genehmigung des GeoSN 2015
Selbsthilfe im Kleinprivatwald
Mit diesem Kenntnisstand wurden im Novem-
ber 2013 erstmalig die direkten Flurstücksan-
lieger des betroffenen Waldweges ermittelt
und zu einem ersten Beratungstermin vor Ort
eingeladen. Schnell stellte sich heraus, dass
nicht nur die direkten Anlieger des Weges
bzw. Eigentümer der Wegeflurstücke Nutz-
nießer einer Instandsetzung des Abfuhrweges
sind, sondern alle Flurstückseigentümer des

image
image
16 |
Einzugsgebietes an einer Investition beteiligt
werden sollten. Somit erhöhte sich der Kreis
der betroffenen Eigentümer auf 24 bei 48 be-
troffenen Flurstücken.
Die nächste Beratung fand dann wenige Wo-
chen später im Januar 2014 in einem ange-
mieteten Gemeinderaum statt. Eingeladen wa-
ren alle 24 betroffenen Eigentümer. Konkrete
Lösungsvorschläge für ein Gemeinschaftspro-
jekt zur Realisierung von Instandsetzungs-
arbeiten am Holzabfuhrweg wurden in der
schriftlichen Einladung bereits angekündigt
und zur Beratung offeriert. Ziel war es, die Ei-
gentümergemeinschaft von der Notwendigkeit
der Investitionen zu überzeugen. Hier stand
dann die zuvor erwähnte Wirtschaftlichkeits-
berechnung im Vordergrund.
Als Investitionsleistung wurde vorgeschla-
gen, den Weg mittels entsprechender Wege-
bautechnik neu zu profilieren und mit einem
möglichst geringen Materialaufwand in einen
tragfähigen Ausbauzustand zu versetzen, der
eine Holzabfuhr in den nächsten zehn Jahren
sicherstellt. Hierzu sollte ein möglichst ortsan-
sässiges geeignetes Unternehmen beauftragt
werden.
Erfreulicherweise waren die anwesenden
Waldbesitzer von der vorgeschlagenen Idee
sehr angetan. Auch der nächste Schritt, einen
Waldbesitzer zu finden, der für die Gemein-
schaft als verantwortlicher Vertreter für die
Realisierung zur Verfügung steht, bahnte sich
bereits an.
Empfohlen wurde der Gemeinschaft weiterhin,
dass die Eigentümer sich über eine Vereinba-
rung zum Projekt vertraglich zusammenschlie-
ßen und die wesentlichen Eckpunkte darin re-
geln.
Gestaffelte Kostenaufteilung
Ein entscheidender Diskussionspunkt war
verständlicherweise die Kostenaufteilung. Die
gleichmäßige Beteiligung jedes betroffenen
Eigentümers wurde schnell als ungerechte
Lösung verworfen, da somit die Eigentümer
mit sehr kleinem Waldbesitz gegenüber grö-
ßeren Besitzern deutlich benachteiligt wären.
Immerhin profitieren Eigentümer mit größe-
rer Fläche deutlich mehr als Kleinstflächen-
besitzer, womöglich ohne direkte Anbindung
an den Weg (nachgelagerte Flurstücke). Somit
reifte der Vorschlag eines Sockelbetrages so-
wie eines flächengewichteten Zuschlagsbetra-
ges als Lösungsansatz. Im Ergebnis entrichte-
te jeder Waldbesitzer einen Sockelbetrag von
mindestens 100,- EUR in die Gemeinschafts-
kasse. Der übrig bleibende Restbetrag soll-
te dann nach Flächenanteil auf die größten
Nutznießer des Projektes verteilt werden.
Projektrealisierung
Eine abschließende Versammlung mit dem Er-
gebnis einer Eigentümervereinbarung über das
Projekt schaffte schließlich die Voraussetzun-
gen für die Projektrealisierung. Das Leistungs-
verzeichnis wurde mit beratender Unterstüt-
zung des Revierförsters Uwe Schöne erstellt
und diente der Eigentümergemeinschaft als
Grundlage für die Angebotseinholung sowie
für die Vergabeentscheidung. Ein örtliches
Wegebauunternehmen erhielt den Zuschlag
und konnte im Frühsommer 2014 die Leis-
tungen ausführen. Dabei wurden auf 1.600 m
Bankette und Mittelstreifen vom humosen
Oberboden befreit sowie nach Materialeinbau
und Verdichtung ein neues Wegeprofil erstellt.
Als Wegebaumaterial wurden insgesamt ca.
300 t zertifiziertes Recyclingmaterial der Grö-
ßenklasse 0/56 verwendet. Die Gesamtkosten
für das Projekt der Wegeinstandsetzung be-
liefen sich auf ca. 3.900 EUR (einschl. MwSt).
Die gesamte Maßnahme war jedoch in ihrer
Ausführung eine Instandsetzungsmaßnahme
mit minimalem Material- und Kostenaufwand.
Für eine grundhafte Wegeinstandsetzung be-
steht im Übrigen eine Fördermöglichkeit (siehe
Artikel auf Seite 8).
Vorzeigbare Ergebnisse einer temporären
Waldgemeinschaft
Ein Ergebnis dieser realisierten Wegeinstand-
setzung ist für die betroffenen Waldbesitzer
ein tragfähiger Holzabfuhrweg, der die Wald-
bewirtschaftung für das beschriebene Ein-
zugsgebiet auch in den nächsten Jahren si-
cherstellt!
Ein nicht zu vernachlässigendes Ergebnis ist
aber auch das Signal, welches von solch ei-
nem Projekt ausgeht. Zusammenarbeit lohnt
sich, auch wenn damit sicherlich Mühen ver-
bunden sind. Waldbesitzer, die sich mit Wald-
nachbarn zu einem gemeinsamen Projekt
entschließen, profitieren in jedem Fall. Solche
Gemeinschaften können dauerhaft über vor-
handene forstliche Zusammenschlüsse (z. B.
Forstbetriebsgemeinschaften) gestaltet wer-
den. Aber auch temporäre Eigentümergemein-
schaften wie im gezeigten Beispiel sind pro-
jektbezogen von großem Nutzen. Ein einzelner
Waldeigentümer hätte mit der Instandsetzung
eines kleinen Wegeabschnitts kaum sein Ziel
der dauerhaften Sicherung der Holzbringung
erreichen können. Nur durch die gemeinsame
Aktion konnte die Stärke aufgebracht werden,
die das Projekt im Ergebnis zum Erfolg führ-
te. Vielleicht ergeben sich aus dieser auf Zeit
gefassten Zusammenarbeit auch Ansatzpunk-
te für zukünftige Gemeinschaftsmaßnahmen,
wie zum Beispiel gemeinschaftliche Pflege-
oder Waldumbaumaßnahmen!
Holzabfuhrweg nach Abschluss der Instandsetzungsmaßnahme
Jörg Moggert ist Referent
für Privat- und Körperschaftswald im
Forstbezirk Oberlausitz

image
image
 
| 17
Vorwald – eine waldbauliche Alternative?
Neben überregionalen Großstürmen wie „Lo-
thar“ (1999) oder „Kyrill“ (2007) traten in den
letzten Jahren öfter regionale oder lokale
Sturmereignisse auf, die für die betroffenen
Waldbesitzer ähnlich dramatische Folgen hat-
ten. Ein solches Ereignis war der Tornado vom
Pfingstmontag 2010, der im Bereich Torgau –
Belgern – Großenhain – Ottendorf-Okrilla –
Großröhrsdorf eine 80 km lange Schneise der
Verwüstung und ca. 140.000 m³ Schadholz,
überwiegend im Privat- und Körperschafts-
wald, hinterließ.
Nach Abschluss der Aufräumarbeiten standen
auch hier die Waldbesitzer vor der Frage, wie
die entstandenen Blößen wieder aufgefors-
tet werden können. Die sehr unterschiedliche
Beantwortung dieser Frage reichte von War-
ten auf natürliche Wiederbewaldung bis hin
zur Pflanzung und Zäunung anspruchsvoller
Laubholzkulturen mithilfe forstlicher Förder-
mittel und spiegelt damit die Vielfalt der Ei-
gentümerinteressen wider.
Für Waldbesitzer Roland Rosenkranz aus Ot-
tendorf-Okrilla war die geeignete Lösung die
Begründung eines „Vorwaldes“. Der Begriff
entstammt einem Modell zur Entwicklung na-
türlicher Wälder, laut dem sich nach einer Stö-
rung der Waldentwicklung (z. B. durch Sturm)
aus einem „Vorwald“ aus Pionierbaum arten
über Zwischenwaldstadien schließlich ein stö-
rungsfreier „Schlusswald“ als Verwirklichung
der höchsten Reife und Harmonie entwickelt
[3]. Vorwälder stellen eine gute und naturna-
he Möglichkeit dar, um Waldfunktionen nach
Ökosystemstörungen schnell wieder herzustel-
len und fördern dabei nachweislich die Boden-
fruchtbarkeit [5]. Heinrich Cotta verwendete
schon 1845 diesen Begriff in seiner „Anwei-
sung zum Waldbau“.
Da es nach flächigen Kahlstellungen durch
Sturmschäden zunächst ratsam ist, von der
Begründung frostempfindlicher Schlusswald-
baumarten abzusehen, bietet es sich an, diese
im Schutz einer Zwischenbestockung aus Pi-
onier- oder Zwischenbaumarten anzubauen.
Solche Vorwaldbaumarten sind unempfindlich
gegenüber den standörtlichen Extremen der
Freifläche wie Frost und Trockenheit und wer-
den von Wild und Mäusen nicht bevorzugt. Ein
rasches Jugendwachstum verhilft ihnen, selbst
starker Konkurrenz durch die Bodenvegetati-
on zu entkommen und schnell wieder Holzer-
träge zu erwirtschaften. Entweder kommen
die verwendeten Baumarten – entsprechende
Keimbedingungen vorausgesetzt – reichlich
über Naturverjüngung an (Aspe, Birke, Eber-
esche, Weide) oder können mit vertretbarem
Aufwand gesät (Birke) oder anpflanzt werden
(Lärche). Bei Pflanzverfahren kann dabei mit
Blick auf den Holzertrag außerdem gezielt auf
besonders schnell wachsende Sorten wie Hyb-
ridlärchen oder Hochleistungssorten der Aspe,
zurückgegriffen werden [2].
Der Tornado vom Pfingstmontag 2010 hinterließ in der „Landwehr“ überwiegend abgeknickte Bäume
Waldbesitzer Roland Rosenkranz mit 3-jähriger Birkensaat unmittelbar nach Austrieb im April 2015
Vorwald verhindert Gras und damit Mäuse
Wichtig ist es, Vorwälder auch als solche zu
verstehen und rechtzeitig auf das langfristi-
ge Baumartenziel hinzuarbeiten. Konkret be-
deutet dies, dass ein Vorwald aus Birke oder
Lärche bereits dann mit langfristig stabilen
Baumarten verjüngt werden sollte, bevor
sich unter seinem lichten Schirm eine neue
Grasdecke einfindet [2], denn häufig sind es
Mäuse, die auf vergrasten Kulturflächen für
Probleme durch Rinden- und Wurzelfraß sor-
gen. Die neben der Holzproduktion wichtigste
Aufgabe des Vorwaldes ist jetzt der Aufbau
eines vitalen Folgebestandes z. B. aus Buche,
Eiche, Tanne, Fichte oder Douglasie, der nach
Räumung des Vorwaldes mit den gängigen
Bewirtschaftungsstrategien weiter behandelt
wird.
Auch die Veränderungen der letzten Jahre auf
dem Brennholzmarkt machen Vorwälder für
den Kleinprivatwaldbesitzer interessant, denn
durch die gestiegene Nachfrage nach Brenn-
holz besteht erstmals ein Markt für schwa-

image
image
image
image
18 |
che Sortimente der Vorwaldbaumarten, wobei
Wuchsform und spezifische Holzeigenschaften
nur noch eine untergeordnete Rolle spielen.
Und nicht zuletzt kann die eine oder andere
geradschaftige Birke frühzeitig (mit zehn bis
zwölf Jahren) ausgewählt und durch gezielte
Freistellungen zu starkem Säge- oder Wertholz
entwickelt werden [4].
Doch zurück zu Waldbesitzer Rosenkranz.
Auch in seinem Kleinprivatwald in der „Land-
wehr“ bei Wachau knickte der Tornado im Juni
2010 die alten Fichten wie Streichhölzer, auch
weil diese wegen des ungeeigneten Standortes
überwiegend rotfaul waren. Teile seines Wal-
des hatte Herr Rosenkranz daher schon seit
Herbst 2002 mit Rotbuche vorangebaut. Nun
fehlte der schützende Fichtenschirm für die
Voranbauten, die plötzlich stark unter Spät-
frost litten. Außerdem begannen die Blößen
nach Beräumung des Sturmholzes im Sommer
2011 bereits zu vergrasen. In dieser Situation
ging Herr Rosenkranz auf die Suche nach Bir-
kensaatgut und wurde im Oktober 2010 in
Gmunden in Österreich fündig. Dort kaufte
er insgesamt fünf Kilo Saatgut (20 Euro/kg,
Keimfähigkeit 60 Prozent), legte im Herbst
2011 mit einem landwirtschaftlichen Ein-
schaarpflug streifenweise den Mineralboden
frei und säte es im November 2011 eins zu
eins mit Sand gemischt manuell aus.
Der größte Teil ging im Frühjahr 2012 auf, ein
Jahr später, im Frühjahr 2013 folgten noch et-
liche Keimlinge. Im April 2015 hatten die über-
wiegend dreijährigen Birken Höhen zwischen
ein und zwei Metern und damit fast schon die
Höhe der vorangebauten Rotbuchen erreicht.
Dabei war auffällig, dass die jungen Birken
partiell sehr gedrängt und fast pulkartig, zum
Teil deutlich lichter und in einigen Bereichen
gar nicht aufgelaufen waren.
Der Erfolg von Birkensaaten hängt in der
Hauptsache vom spezifischen Keimbett, also
dem Bodensubstrat und der Konkurrenzsitu-
ation ab. Für ein reichliches Auskeimen der
Samen bedarf es auch ausgeglichener Feuch-
teverhältnisse, die durch Humusanteile im
Mineralboden begünstigt werden. Oberfläch-
lich schnell austrocknende Böden sind ohne
Schutz vor Sonne und Wind für Birkenkeim-
linge sehr problematisch. So können bereits
kleinflächige Unterschiede im Humusanteil
über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Eine
dauerhafte Etablierung der Birken ist außer-
dem nur möglich, wenn die Keimlinge ohne
starke Licht- und Wasserkonkurrenz durch
Gräser aufwachsen können [1].
Aus Waldbesitzer Rosenkranz‘s Sicht hat sich
das Experiment bereits heute gelohnt. Die Bir-
ken haben etliche Blößen geschlossen. Bereits
in den kommenden Jahren werden sie durch
Dickungsschluss zu einem milderen Waldin-
nenklima beitragen und so weitere Frostschä-
den an den jungen Buchen zu verhindern hel-
fen. Sie werden dann auch durch zunehmende
Beschattung das Gras wieder zurückdrängen
und zur Schaftpflege der Buchen beitragen.
Und nicht zuletzt wird die Birke bereits in
zehn Jahren im Zuge der nötigen Jungbe-
standspflege zu ersten Brennholzerträgen
nach dem Sturm führen.
April 2015: dreijährige Saat im Austrieb (1 m hoch) und pulkweise aufgegangene Saat (ca. 2 m)
Birkensamen
Literaturangaben:
[1] Hartig, M. und Lemke, Ch. (2002): Birken-Schneesaat,
AFZ - Der Wald, 4/2002, S. 170-173, Stuttgart.
[2] Martens, S. (2012): Begründung von Forstkulturen unter
widrigen Umständen, Staatsbetrieb Sachsenforst, Pirna.
[3] Otto, H.-J. (1994): Waldökologie, Verlag Eugen Ulmer,
Stuttgart.
[4] Stahl, S. und Gauckler, S. (2009): Die Birke – Kind des Lichts
und der Katastrophe, AFZ - Der Wald, 13/2009, S. 700 – 704,
Stuttgart.
[5] Stark, H. et al. (2011): Effekte von Vorwäldern auf den Nähr-
stoff- und Kohlenstoffhaushalt des Waldbodens,
AFZ - Der Wald, 14/2011, S. 4 – 6, Stuttgart.
Dirk Fanko ist Referent
für Privat- und Körperschaftswald
im Forstbezirk Dresden

image
image
image
 
| 19
Wildschäden im Wald –
Erkennen, Bewerten, Vorbeugen
Wildschäden im Wald, ihre Folgen und die
Möglichkeiten ihrer Vermeidung werden seit
langem kontrovers diskutiert. Dabei ist un-
strittig, dass Wildschäden einen hohen fi-
nanziellen Verlust in der Forstwirtschaft
verursachen und den Aufbau von stabilen,
naturnahen Mischwäldern verhindern. Ge-
rade Waldbesitzern mit geringer Besitzgröße
gelingt es oft nicht, ihre als Grundbesitzer
ureigenen Interessen an einem wirtschaft-
lich und ökologisch wertvollen Wald gegen-
über Jägern durchzusetzen. Grundsätzlich
soll die Wildbewirtschaftung so durchgeführt
werden, dass Beeinträchtigungen der land-,
forst- und fischereiwirtschaftlichen Nut-
zung möglichst vermieden werden (§ 1 Abs. 2
BJagdG). Diesem Anspruch widerspricht die
Wildschadenssituation in weiten Teilen der
sächsischen Wälder.
Erkennen von Wildschäden
Für die Entstehung eines Problembewusstseins
bei Waldbesitzern ist es grundsätzlich notwen-
dig, die verschiedenen Spielarten der Wild-
schäden zu erkennen. Erst dann ist es ihnen
möglich, an den Jagdausübungsberechtigten
heranzutreten und das Problem zu benennen.
Es kursieren z. B. Thesen, wonach Rehe keine
Schäden verursachen. Dem ist natürlich nicht
so. Auch Rehe (wie auch Rot-, Dam-, Muffel-
wild) verbeißen Forstpflanzen, wodurch deren
Wachstum gehemmt wird und Bemühungen
des Waldbesitzers zunichte gemacht werden.
Beim Verbiss ist der Leit- oder Terminaltrieb-
verbiss am kritischsten zu sehen, da das Hö-
henwachstum der Pflanze quasi unterbunden
und meist nur langsam kompensiert wird.
Wiederholter Leittriebverbiss führt zur Verbu-
schung oder zum völligen Absterben.
Das Fegen und Schlagen bezeichnet das Rei-
ben des Geweihs von Schalenwildarten (Reh-
wild, Rotwild) an jungen Bäumen. Beliebt sind
hierfür besonders selten im Gebiet vorkom-
mende und auch harzreiche Baum arten. Dazu
zählen meist Douglasie, Lärche und Tanne,
aber auch Laubbäume wie Ahorn. Wenn die
Rinde vollständig entfernt wird, so sterben die
Waldbäume ab. Entstehen lediglich Rindenver-
letzungen, so können einerseits Pilze eindrin-
gen und langfristig Fäulen verursachen, an-
dererseits sind Wuchshemmungen die Folge.
Besonders bei kleinflächigem Anbau und in
Einzelmischungen können die empfindlichen
Baumarten so schwer geschädigt werden, dass
ein Schutz unvermeidlich ist.
Beim Schälen wird die nicht verborkte Rinde
vorwiegend jüngerer Bäume zum Zweck der
Nahrungsaufnahme abgenagt bzw. abgezo-
gen. Hinsichtlich der Neigung zum Schälen
ist besonders das Rotwild anzuführen, wo-
hingegen Muffelwild und Damwild eher mä-
ßig bis wenig schälen. Die Folgen der Schäle
sind mannigfaltig und meist außerordent-
lich schwerwiegend. Es kommt am Baum zu
Wundüberwallungen mit Deformationen des
Stammes, zum Eindringen von holzzerstören-
den Pilzen mit der Folge von Wundfäule und
im schlimmsten Falle zum völligen Abster-
ben des Baumes. Zu diesen Schäden kommen
eine starke Beeinträchtigung der Stabilität der
Bäume insbesondere gegenüber Nassschnee-
und Sturmereignissen (Schälstelle = „Soll-
bruchstelle“) sowie dramatische Wertverlus-
te infolge der Stammfäule. Stark weichfaules
Holz kann oft nicht einmal mehr als Brennholz
verkauft werden.
Verbissschaden bei einer Rotbuchenpflanze
Fege- und Schlagschaden an einer Lärche
Schälschaden an einer Douglasie
Verbissgefährdung wichtiger Baumarten
Gefährdungsgrad
Baumarten
(nicht vollständig)
stark
verbissgefährdet
Eberesche,
Eichen-Arten,
Weißtanne,
Hainbuche, Esche,
Ahorn-Arten
verbissgefährdet
Rotbuche,
Linde,
Gemeine Kiefer,
Gemeine Fichte
gering
verbissgefährdet
Douglasie,
Lärche,
Birke
nicht
verbissgefährdet
Schwarzerle,
Stechfichte,
Sitkafichte
Schaden erkannt – wie weiter?
Grundsätzlich hat der Grundeigentümer, also
der Waldbesitzer, einen gesetzlichen Anspruch
auf Wildschadensersatz. Eingeschränkt wird
dieser Grundsatz dahingehend, dass Forst-
kulturen mit Baumarten, die keine Haupt-

image
image
image
image
20 |
holzarten sind, mit geeigneten Schutzvor-
richtungen zu schützen sind. Nach geltender
Rechtsprechung sind Hauptholzarten diejeni-
gen Baum arten, die im Jagdbezirk häufiger als
nur vereinzelt vorkommen. Jedoch können im
Jagdpachtvertrag alle ersatzpflichtigen Baum-
arten konkret benannt werden.
Zunächst sollte der Waldbesitzer feststellen,
welches Ausmaß der Wildschaden umfasst und
ob dieser ein tolerierbares Maß überschreitet.
Dafür können z. B. die geschädigten Bäume bei
kleineren Flächen vollständig gezählt oder –
bei größeren Kulturen – der Anteil geschätzt
bzw. durch Stichprobenaufnahmen ermittelt
werden. Anhand von Tabellen lässt sich dann
die Höhe des finanziellen Nachteiles errechnen.
Solche Tabellen finden sich in der „Konvention
zur Bewertung von Wildschäden im Wald“ des
Deutschen Forstwirtschaftsrates vom Januar
2013
(http://www.dfwr.de/download/).
Dabei
wird bei Verbiss- und Fegeschäden zwischen
Totalausfall und Zuwachsverlust unterschie-
den.
Rechenbeispiel Zuwachsverlust:
Von 6.500 Eichen auf einem Hektar Fläche wer-
den 3.000 Stück so verbissen, dass ihre Höhen-
entwicklung um ein Jahr zurückgeworfen wird.
3.000 Stück x 0,36 EUR/Stück =
1.080 EUR Entschädigungsbetrag
Rechenbeispiel Totalausfall:
250 Lärchen werden im Jahr nach der Pflan-
zung gefegt und fallen aus.
250 Stück x (0,90 EUR Pflanzkosten x 1,05 Zu-
schlag für Pflege + 0,20 EUR jährliche Wert-
differenz) = 250 x 1,145 EUR/Stück =
286,25 EUR Entschädigungsbetrag
Ist die Höhe des Wildschadens ermittelt, muss
der Kontakt mit der Jagdgenossenschaft als
primärer Ansprechpartner gesucht werden
sowie natürlich auch der Jagdpächter einbe-
zogen werden. Eine Anmeldung des Schadens
bei der unteren Jagdbehörde ist in Sachsen
nicht notwendig, sondern der Schadensaus-
gleich erfolgt direkt zwischen den „Vertrags-
partnern“. Grundsätzlich ist eine gütliche Eini-
gung anzustreben. Wenn diese scheitert, kann
über einen Gerichtsbeschluss der Schaden ein-
geklagt werden.
§ 31 Abs. 3 Sächsisches Jagdgesetz:
Der Geschädigte hat die als ersatzpflichtig
in Anspruch zu nehmende Person und den
Jagdausübungsberechtigten (…) über einge-
tretene Wildschäden ab Kenntnis unverzüglich
zu unterrichten. Vor dem Beschreiten des or-
dentlichen Rechtsweges ist der Versuch einer
gütlichen Einigung über den Schadensersatz
zu unternehmen und zu dokumentieren. (…)
Vorbeugen ist besser
Für den Waldbesitzer mit meist kleinem Grund-
stück beschränken sich die Maßnahmen zur
Vermeidung von Wildschäden auf verschiede-
ne technische Schutzmaßnahmen. Kleinere An-
pflanzungen können mithilfe von chemischem
oder mechanischem Einzelschutz wirksam
(aber aufwendig) vor Wildverbiss geschützt
werden. Beim Einsatz dieser chemischen
Pflanzenschutzmittel sind die Bestimmungen
des Pflanzenschutzgesetztes zu beachten. Me-
chanischer Schutz gegen (Terminaltrieb-)Ver-
biss wie Schafwolle, Verbissschutzmanschet-
ten oder Kreppband sind dagegen „sauberer“
und einfacher zu handhaben. Nicht bewährt
hat sich der Einsatz von Vergrämungsmitteln,
wo durch Duftbarrieren das Wild ferngehal-
ten werden soll. In kleiner Stückzahl ist auch
die Anwendung von Drahthosen oder Pflan-
zenschutzhüllen möglich. Diese sind jedoch
recht teuer und müssen später wieder abge-
baut werden.
Größere Flächen können zum Schutz gegen
Verbiss eingezäunt werden. Hierzu kann auf
das bewährte Knotengeflecht zurückgegriffen
werden, welches jedoch inklusive der Z-Profil-
Stahlpfähle eine teure Angelegenheit ist. Eine
ökologische Variante ist das Hordengatter aus
Dachlatten. Diesen Zaun kann der Waldbesitzer
kostengünstig selbst herstellen, er ist leicht zu
reparieren und braucht nach der Schutzpha-
se nicht abgebaut werden. Leider bietet diese
Art des Zaunes keinen Schutz gegenüber Ha-
senverbiss.
Wenn Verjüngungsmaßnahmen anstehen, soll-
te der Jagdausübungsberechtigte von vornhe-
rein mit einbezogen werden. Vielleicht betei-
ligt er sich aktiv an Schutzmaßnahmen, sodass
spätere Ersatzansprüche vermieden werden
oder er behandelt die Verjüngungsfläche als
Bejagungsschwerpunkt. Die beste Lösung je-
doch ist das gemeinsame Hinwirken auf wald-
verträgliche Wilddichten durch intensive und
zielorientierte Jagd. Die Grundeigentümer bzw.
die Waldbesitzer haben die Verantwortung,
sich im Rahmen der weitreichenden Möglich-
keiten des Sächsischen Jagdgesetzes in die
Jagdgenossenschaften einzubringen und ihre
Interessen zu vertreten.
Verbissschutzmanschetten
Knotengeflecht mit Z-Profil-Stahlpfählen
Hordengatter aus Dachlatten
Weiterführende Literaturhinweise:
aid-Infodienst (Hrsg.): Wildschäden am Wald, 2011
S. Prien: Wildschäden im Wald, Ökologische Grundlagen und inte-
grierte Schutzmaßnahmen, Parey Buchverlag Berlin, 1997
M. Duhr (Hrsg.): Konvention zur Bewertung von Wildschäden im
Wald, Berlin 2013
Thomas Irmscher ist Referent
für Privat- und Körperschaftswald im
Forstbezirk Marienberg

image
image
image
 
| 21
Schutzausrüstung für den Privatwaldbesitzer
beim Umgang mit der Motorkettensäge
Immer mehr Waldbesitzer schlagen ihr Holz im
eigenen Wald selbst. Dabei geht es nicht nur
darum Kosten zu sparen, es macht in einem
gewissen Rahmen auch Spaß, selbst Hand an-
zulegen. Die Motorkettensäge ist dabei meist
das Werkzeug der Wahl. Doch es gilt zu be-
achten, dass die Waldarbeit eine gefährli-
che Arbeit ist. Es gehen nicht nur viele Ge-
fahren von fallenden Bäumen und Ästen aus,
auch die Motorsäge selbst ist ein gefährliches
Werkzeug.
Als Pflichtmitglied der Sozialversicherung
für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau
(SVLFG) ist der Waldbesitzer zur Verwendung
der persönlichen Schutzausrüstung verpflich-
tet, sonst verliert er seinen gesetzlichen Un-
fallversicherungsschutz. Selbstverständlich
sollte dies auch außerhalb des eigenen Wal-
des im Privatbereich beachtet werden. Eine
Schutz ausrüstung für Motorsägenführer er-
füllt die Anforderungen.
Eine Schutzhelmkombination schützt nicht
nur gegen herabfallende Äste und Holzteile,
sie vermeidet auch Gehörschäden. Durch an-
gebrachte Gehörschutzkapseln (DIN EN 352
mit dem entsprechenden Dämmwert) wird der
Lärm der Säge eingedämmt. Das ebenfalls am
Helm befestigte Visier verhindert Verletzungen
der Augen und des Gesichtes durch Späne und
Splitter. In der forstlichen Praxis haben sich
Ätzmetallvisiere nach DIN EN 397 bewährt.
Der Helm muss der DIN EN 397 entsprechen.
Die Helmschale altert durch UV-Strahlung und
muss nach maximal 5 Jahren Tragedauer er-
setzt werden. Eine solche Helmkombi kostet
ungefähr 45 EUR.
Im dichten Unterholz ist man als Motorsä-
genführer oder mithelfende Person oftmals
schlecht zu erkennen oder sieht selbst ande-
re Personen kaum. Dadurch kommt es immer
wieder zu schweren Unfällen im Gefahrenbe-
reich fallender Bäume.
Abhilfe schafft eine Schutzjacke. Durch die
optische Wirkung der Jacke, zusätzlich zum
Helm, ist ein Drittel des Körpers signalfarben
(orange, rot oder neongelb) eingekleidet und
somit der Träger kaum zu übersehen. Außer-
dem werden kleinere Verletzungen und Un-
geziefer, wie zum Beispiel Borreliose übertra-
gende Zecken, wirksam vom eigenen Körper
abgehalten. Einen Schnittschutz muss diese
ca. 50 EUR teure Jacke nicht aufweisen; im
Gegensatz zum Bein- und Fußschutz.
Die meisten Schnittverletzungen mit der Mo-
torsäge passieren eben in diesen Körperberei-
chen. Mit einer Schnittschutzhose lassen sich
solche schwerwiegenden Verletzungen wirk-
sam vermeiden. Im Fachhandel werden Bund-
und Latzhosen angeboten. Der Oberstoff kann
aus einem preiswerten Baumwollmischgewe-
be, aus leichter Mikrofaser oder professionel-
lem Stretchgewebe bestehen. Cordura-Besätze
sind gegen Abrieb im Kniebereich vorteilhaft.
Oftmals sind Ventilationsöffnungen auf der
Beinrückseite in die Hose eingearbeitet, damit
Belastungen durch Wärme vermindert werden.
Sinnvoll sind aufgenähte Seitentaschen, um
ein Verbandspäckchen unterzubringen, ebenso
wie eine Zollstock- und Kombischlüsseltasche.
Die Hose muss die Norm DIN EN 381 erfüllen.
Der Schnittschutz muss mindestens mit der
Schnittschutzklasse 1 in der Form A geprüft
sein. Es ist kein Rundumschnittschutz in der
Waldarbeit gefordert. Eine Schnittschutzhose
bekommt man ab 70 EUR.
Komplett ist der Schnittschutz mit dem
Schutzschuhwerk. Hierbei bewährt sich der
Schuh aus Leder in der Praxis am besten. Eini-
ge Modelle besitzen eine mikroporöse Mem-
bran, um in feuchtem Gelände ein noch bes-
seres Fußklima zu erzielen. Ein Schutzschuh
soll nicht nur Schnittverletzungen abwehren,
er sorgt im unwegsamen Gelände auch für si-
cheren Stand. Eine grobe Profilsohle und ein
hoher Schaft sind dabei selbstverständlich,
Metallkrallen oder Spikes können die Stand-
sicherheit noch erhöhen.
Natürlich erfüllt ein Schnittschutzgummistie-
fel die benötigten Normative genauso, aber der
Tragekomfort ist wesentlich eingeschränkter.
Das Schnittschutzschuhwerk muss die Normen
DIN EN ISO 17249 und DIN EN 20345 S3 er-
füllen. Ein Stiefel ist mit ca. 60 EUR die preis-
günstigere Variante. Bei Schuhen muss man
mit Kosten ab 100 EUR für ein Einsteigermo-
dell kalkulieren.
Zum Schutz vor Verletzungen der Hände ge-
gen Kälte und Schmutz und zur Erhöhung
der Griffsicherheit fehlt noch ein Handschuh
nach DIN EN 420 und DIN EN 388. Möglich ist
die Verwendung eines Nylonstrickhandschu-
hes mit Wabengitter oder Noppen oder eines
Vollrindleder-Handschuhes. Je nach Ausfüh-
rung kostet das Paar zwischen 2 und 8 EUR.
Will man allseits ausgerüstet sein, muss man
also um die 250 EUR für eine Motorsägen-
schutzausrüstung für den „Hausgebrauch“
ausgeben.
Den Schutzanzug kann man nach Belieben mit
Funktionswäsche als Kälteschutz und zum Ab-
transport des Körperschweißes erweitern. Bei
Wind und Nässe schützen Wetterschutzanzü-
ge sowie Faserpelz-, Fleece- oder Softshell-
Produkte. Somit wäre man gut für die an-
spruchsvolle Waldarbeit ausgestattet.
Ein Tipp:
Beim Kauf sollte auf das KWF/FPA-Prüfzei-
chen geachtet werden. Die so gekennzeichne-
ten Produkte durchlaufen einen Praxistest im
Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik.
Es gibt geprüfte Artikel für den Gelegenheits-
anwender (KWF-Standard) bis hin zu Ausrüs-
tungen für den professionellen Waldarbeiter
(KWF-Profi), welche dann aber meist preisin-
tensiver sind. Informieren können Sie sich da-
rüber im Fachhandel oder auf der Internetseite
des KWF
http://www.kwf-online.org/pruefung/
gepruefte-prod.html. Dies gilt übrigens auch
für die Motorsäge selbst und anderes Werk-
zeug in der Waldarbeit.
Falk Germann ist Forstwirtschaftsmeister
in der Maschinenstation Crottendorf
Thomas Brezina ist Referent im Referat
Waldarbeit / Forsttechnik / Arbeitsschutz
in der Geschäftsleitung von Sachsenforst

image
image
 
22 |
Wartung und Pflege der Motorkettensäge
In der letzten Ausgabe unserer Waldpost ha-
ben wir an dieser Stelle eine Technik zur si-
cheren Baumfällung vorgestellt. In dieser Aus-
gabe möchten wir ein paar Tipps zur sicheren
und effektiven Waldarbeit, zur persönlichen
Schutz ausrüstung und der notwendigen War-
tung und Pflege der Motorkettensäge geben.
Neben den richtigen Arbeitsverfahren kommt
gut gewartetem Werkzeug eine große Bedeu-
tung zu. Dies beinhaltet auch einen guten all-
gemeinen Pflegezustand, um keine Kraft zu
verschenken, keine zusätzlichen Gefahren-
quellen für Unfälle zu schaffen und die Werk-
zeuge zu schonen. Denn eine gut gepflegte
Säge belastet den Sägenführer weniger, geht
seltener kaputt, braucht weniger Treib- und
Schmierstoffe und spart dadurch letztlich ba-
res Geld.
Je nach Einsatzhäufigkeit und dem jeweili-
gen Sägentyp und -modell variieren die not-
wendigen Wartungsarbeiten. Der Hersteller
hat daher meist der Wartung und Pflege der
Säge einen ausführlichen Teil in der mitge-
lieferten Bedienungsanleitung gewidmet. An
dieser Stelle können wir natürlich nicht alle
Wartungsarbeiten für jede Säge aufführen.
Aus diesem Grund sollen hier die wichtigsten,
bei den meisten Sägen gleichen Arbeiten kurz
benannt werden.
Als Hilfsmittel für die Arbeiten reichen meist
ein Sägenschlüssel, ein Nutreiniger (ein aus-
reichend dicker Draht erfüllt diesen Zweck
auch), Zange und Schraubendreher sowie un-
ter Umständen eine Schublehre, außerdem
zum Reinigen ein Pinsel oder eine Bürste.
Bei den Wartungs- und Pflegearbeiten an der
Säge unterscheidet man in täglich, wöchent-
lich und langfristig durchzuführende Arbeiten.
Tägliche Arbeiten nach Gebrauch
Säge äußerlich reinigen
alle Bauteile auf festen Sitz, Risse und ande-
re Beschädigungen prüfen
Gashebel und Gashebelsperre auf Funktion
prüfen (Abb. 1–1)
Kettenbremse reinigen und testen
(Abb.1–2, Abb. 3–2, Abb. 3–4)
Kettenfangbolzen prüfen
(Abb. 2–1 und Abb. 2–2)
freien Zugang der Lufteinlässe für Kühlung
und Luftfilter prüfen (Abb. 1–3)
bei Sägen mit Katalysator: Kühlrippen
(Abb. 2–3) vor allem am Anschluss des Aus-
puffs prüfen und ggf. reinigen
Luftfilter auf Verunreinigung prüfen (je nach
Modell von mehrmals täglich bis auch nur
wöchentlich) (Abb. 1–4, Abb. 6-3)
Funktion des Start-Stop-Schalters prüfen
(Abb. 1–5)
Dichtheit der Betriebsstofftanks prüfen
(Abb. 1–6)
Kontrolle Schneideinrichtung
Ölbohrung im Schwert kontrollieren (Ver-
stopfung), Ölfluss und ausreichende Ölung
der Kette und des Schwertes prüfen
(Abb. 5-3, Abb. 5–4)
Nut des Schwertes reinigen (Abb. 5-3), ggf.
Umlenkstern des Schwertes schmieren
Kette auf Beschädigungen (Risse, Verfor-
mungen, ungleichmäßige Abnutzung) prüfen
Kette schärfen und Kettenspannung korrekt
einstellen (Abb. 5–1)
Eine stumpfe Kette zieht sich nicht selbst ins
Holz und man muss stark drücken oder hebeln.
Oft verzieht sich die Kette im Schnitt und es
werden nur noch kurze Späne oder Sägemehl
ausgeworfen.
Sind bei der Arbeit mit der betriebswarmen
Säge Abgase deutlich zu sehen, der Luftfilter
aber sauber, sollte die Einstellung des Verga-
sers durch einen Fachmann geprüft werden.
Wöchentliche Arbeiten nach Gebrauch
(zusätzlich zu täglichen Wartungsarbeiten)
Starterseil/Rückholfeder auf Funktion und
Schäden prüfen (Abb. 1–8)
Dämpfungssysteme auf Schäden prüfen
gegebenenfalls Lager der Kupplungstrommel
schmieren
Schiene auf Gratbildung und ausreichende
Nuttiefe sowie gleichmäßige -breite prüfen,
Kette reinigen (Abb. 1–7, Abb. 5-5, Abb. 5-6)
Antriebsritzel auf Einlaufspuren prüfen
Luftfilter und Vergaser (äußerlich) reinigen
(Abb. 1–4)
Zündkerze auf Verunreinigung prüfen (ist die
Kerze nicht rehbraun, Treibstoffgemisch oder
Vergasereinstellung prüfen lassen, Abb. 6-4)
Kühlrippen reinigen
Abb. 1:
hinterer Handgriff mit Gashebelsperre
manuelle Kettenbremse
Ansaugöffnungen für Kühlluft und ggf. Vergaser
Luftfilterdeckel
Start-Stop-Schalter
Betriebsstofftanks (Öl und Benzingemisch)
Schneidsystem (Kette, Schwert)
Anwerfvorrichtung
Abb. 2:
intakter Kettenfang(bolzen)
beschädigter Kettenfangbolzen
Katalysator-Kühlrippen

image
image
image
image
image
| 23
Langfristigere Arbeiten
(monatlich/halbjährlich, zusätzlich zu den täg-
lichen Wartungsarbeiten)
Kraftstoff und Öltank leeren und innen rei-
nigen
Kraftstofffilter und -leitung prüfen und ggf.
tauschen Abb. 6-6
Zündkerze reinigen, Elektrodenabstand prü-
fen (i.d.R. 0,4 - 0,5 mm, Abb. 6-4)
alle Kabel und Anschlüsse auf Sitz und Iso-
lierung prüfen
Vergaser äußerlich reinigen
Kupplung auf Beschädigung (Abb. 3–1 bis
Abb. 3-4), übermäßigen Verschleiß und er-
müdete Federn prüfen (beim Schmieren des
Kupplungstrommellagers)
Bremsband der Kettenbremse auf Verschleiß
prüfen (abgenutzteste Stelle darf nicht dün-
ner als 0,6 mm sein, Abb. 3-2, Abb. 3-4)
Sollten für die eigene Säge davon abweichen-
de Wartungsintervalle und Arbeiten notwen-
dig sein, so sind diese in der jeweiligen Be-
dienungsanleitung beschrieben. Bei Verlust
bekommt man diese meist problemlos über
seinen Motorsägenhändler.
Abb. 3:
außen liegende Kupplung mit Kupplungsglocke
innen liegende Kupplung (nur Glocke sichtbar) mit Kupplungsbremsband
zerbrochene Kupplung (Pfeil)
völlig verschlissenes Kupplungsbremsband (Pfeil)
Abb. 4:
Kettenritzel „Sternritzel“ mit leichten Einlaufspuren
Mitnehmer an der
Kupplungsglocke für Ringritzel mit verschlissenem Mitnehmer
völlig verschlisse-
nes Kettenritzel (Kette hat sich durch den Stern geschliffen)
Ringritzel mit Ein-
laufspuren
neues Ringritzel
Abb. 5:
Schwert mit Kette bei der Prüfung der korrekten Kettenspannung
Ölzuführung an der Säge
verstopfte Ölbohrung am Schwert
gereinigte
Öhlbohrung
Reinigen der Schwertnut
Messung der Nut auf ausreichende Tiefe
(Kettentreibglieder dürfen nicht bis zum Grund der Nut reichen)
Abb. 6: Anwerfvorrichtung Zylinder mit Zündkerze und Zündkerzenstecker
gereinigter Luftfilter saubere Zündkerze mit Leere zur Abstandskontrolle
der Elektrode
Anwerfseil (neu) meist geht dieses direkt unter dem Griff kaputt
undichte Treibstoffzuleitung (Falschluft kann zum „Überdrehen“ der Säge führen)
Mirko Prüfer ist Sachbearbeiter
im Referat Privat- und Körperschafts-
wald / Forstpolitik in der Geschäftsleitung
von Sachsenforst

image
 
24 |
Die Rahmenvereinbarung für den Rohholzhandel
in Deutschland (RVR)
Ersatz für die Forst-Handelsklassensortierung (HKS)?!
Als natürlicher Rohstoff weist das Holz eine
im Vergleich zu anderen Werkstoffen größere
Vielfalt auf. Der Holzsortierung kommt des-
halb im Sinne der Rechtssicherheit und Markt-
transparenz eine große Bedeutung zu.
Seit der Wiedervereinigung galt in Sachsen
das Gesetz über gesetzliche Handelsklassen
für Rohholz. Die Bestrebungen der EU zur
Entbürokratisierung führten schließlich dazu,
dass die einschlägige EWG-Richtlinie und
damit auch das deutsche Handelsklassenge-
setz und die Forst-HKS der Länder nach dem
31.12.2008 außer Kraft gesetzt wurden. Auf
gemeinsame Initiative des Deutschen Forst-
wirtschaftsrates (DFWR) und des Deutschen
Holzwirtschaftsrates (DHWR) wurde auf nun-
mehr privatrechtlicher Basis eine bundesein-
heitliche Nachfolgeregelung zur Forst-HKS
erarbeitet – die Rahmenvereinbarung für den
Rohholzhandel in Deutschland (RVR). In die-
ser werden die Rohholzvermessung und -sor-
tierung, die Abrechnungsmaße und Umrech-
nungsfaktoren sowie die Begrifflichkeiten im
Rohholzhandel dargestellt.
Holzpolter mit Stammholzabschnitten (Fichte)
Aktueller Stand
Nach mehr als sieben Jahren Verhandlungs-
dauer unterzeichneten am 11. Dezember
2014 die Präsidenten des Deutschen Forst-
wirtschaftsrates (DFWR) und des Deutschen
Holzwirtschaftsrates (DHWR) als Vertreter der
Branchen-Spitzenverbände die RVR.
Forstseitig bestanden noch zwei durchaus we-
sentliche Kritikpunkte am Regelwerk:
1. der pauschale Ausschluss von Harvester-
und fotooptischem Holzaufmaß zu Abrech-
nungszwecken ohne die erläuternde Be-
gründung, dass diese Maße zurzeit nicht
den Vorgaben des gesetzlichen Mess- und
Eichwesens entsprechen sowie
2. die Höhe der Reduktionsfaktoren beim Auf-
maß von Schichtholzsortimenten im Raum-
maß nach dem Sektionsverfahren.
Inzwischen fand man für Punkt 1 eine für bei-
de Seiten tragbare Formulierung. Bei Punkt 2
bestand jedoch die Holzseite auf dem bisheri-
gen Verhandlungsstand.
Inhalte der RVR – Wesentliche Verände-
rungen im Vergleich zur HKS
Die gebräuchliche Messung von Länge und
Durchmesser und die sektionsweise Polter-
vermessung (Raummaß) bleiben unverän-
dert. Eine „kreative“ Weiterentwicklung dieser
Messverfahren fand leider nicht den erhofften
Eingang in die RVR. Die dreifache Abrundung
der Durchmesser-Messwerte wird es also wei-
terhin geben. Eine Durchmesser-Ermittlung in
Rinde mit Berücksichtigung der Rinde bei der
Volumenberechnung wird es nicht geben. (Die
Rinde ist mittlerweile von großer wirtschaftli-
cher Bedeutung – Energiegewinnung, Blumen-
erde u. ä. – für die Sägewerke.)
Nachfolgend sind die wichtigsten Änderungen
der RVR im Vergleich zur Forst-HKS Sachsen
dargestellt:
Qualitätssortierung Nadelstammholz
(Fichte/Tanne, Kiefer, Lärche/Douglasie)
einfache Krümmung: strengere Grenzwerte
für alle Qualitätsklassen (A-D), Grenzwerte
für alle Baumartengruppen identisch
Insektenfraß: Unterscheidung nach Bohr-
lochgröße (< 2 mm,
2 mm) nur noch
< 2 mm zulässig in D sonst unzulässig
Hartfäule (relevant für Fichte/Tanne): A und
B unzulässig, C nur noch an Wurzelanläufen
Weichfäule: generell nur noch in D an Wur-
zelanläufen
neues Sortierkriterium Exzentrizität der
Mark röhre (betrifft nur Qual. A und B)
Qualitätssortierung Laubstammholz
(Eiche, Buche)
Äste, Siegel, Astnarben: strengere Grenz-
werte vor allem Qualitätsstufen A und B be-
treffend, Abstufung nach Häufigkeit pro lfm
weggefallen – jetzt pro 4 m
neue Sortierkriterien Wasserreiser, Auswüch-
se, Mondringe bei Eiche
Abholzigkeit: entfällt
Drehwuchs: strenger
Krümmung: bei C präzisiert (nicht mehr nur
sägefähig)
Risse: deutlich strengere Anforderungen als
in HKS, in A generell keine Risse mehr zuläs-
sig
Rotkern bei Buche: strengere Anforderun-
gen, neu Differenzierung zw. A und B und
A-Rot und B-Rot mit unterschiedlich hohen
Anforderungen
Spritzkern: minimal strengere Anforderun-
gen
Fäule: in A nicht mehr zulässig, sonst keine
Veränderung
Rindenschäden (Buche): in B jetzt in gerin-
gem Umfang zulässig

image
image
image
| 25
Änderungen – Industrieholz
(alle Baumartengruppen)
Umrechnung von Raummaß in Festmaß
nicht mehr pauschal sondern gestaffelt nach
Abschnittslänge (1 m, 2 m, 3 m)
Reduktionsfaktoren bei Sektionsraummaß
nicht mehr pauschal sondern gestaffelt
nach Länge (2 m, 3 m) und Baumartengrup-
pen (Fichte + Douglasie; Kiefer + Lärche +
Buche)
Messverfahren
Fotooptische
Vermessung / Harvestermaß:
aufgrund gegenwärtiger Rechtslage für Ab-
rechnungszwecke ausgeschlossen, jedoch als
Kontrollmaß zulässig
Rindenabzüge: generell kommt der Sprung
zum höheren Rindenabzug eher als dies bis-
her der Fall war; bei Kiefer, Lärche/Douglasie
und Eiche werden pauschale bzw. bundes-
einheitliche Rinden-Abzüge nicht empfohlen
Stichprobenvermessung der Sägeholzab-
schnitte: Stirnflächenverfahren
Stücklänge
1 m
2 m
3 m
1 m
3
(rm) m. R.
0,7 Fm o.R.
0,65 Fm o.R.
0,6 Fm o.R.
1 m
3
(rm) o. R.
0,8 Fm o.R.
0,75 Fm o.R.
0,7 Fm o.R.
2 m
Sortimentslänge
3 m
Fichte, Douglasie
0,96 - 0,94
0,94 - 0,92
Kiefer, Lärche, Buche
0,94 - 0,925
0,92 - 0,905
Holzpolter mit Stammholzabschnitten (Lärche) und Stammholz (Eiche)
Schlussfolgerungen für Waldbesitzer und
Rohholz-Holzverkäufer
Das Nadelstammholz erfährt eine Schlechter-
stellung in Bezug auf die Qualitätsanforderun-
gen. Allerdings muss man beachten, dass die
seit etwa zwei Jahrzehnten bestehenden Gü-
teanforderungen für Stammholzabschnitte in
den volumen- und erlösmäßig bedeutsamen
Nadelholz-Rahmenverträgen von Sachsen-
forst denen der RVR sehr ähnlich sind. Hier
sind kaum oder keine finanziellen Nachteile
aufgrund der neuen Sortierung zu erwarten.
Es liegt nahe, die (geringfügigen) Änderun-
gen der Güteklasseneinstufung bei Vertrags-
verhandlungen „einzupreisen“.
Für Nadelstammholz-Kunden, die bislang aus-
schließlich auf Basis der HKS sortiertes Holz
gekauft haben, ergeben sich jedoch Vorteile,
die letztendlich über den Preis ausgeglichen
werden könnten.
Die Laubholzsortierung der HKS Sachsen war
bereits im Vergleich zu den HKS anderer Län-
der sehr verkäuferfreundlich. Allerdings wa-
ren die Qualitätsansprüche der bedeutendsten
sächsischen Laubholzsäger wesentlich stren-
ger als die HKS, sodass sich hier vermutlich für
die Forstseite kaum Benachteiligungen erge-
ben werden.
Ein sehr ernst zu nehmendes Problem, spezi-
ell in der Kiefer, werden dagegen die Reduk-
tionsfaktoren
für
Schichtholz / Industrieholz
sein. Die hier in der RVR empfohlenen Abzüge
(Übermaße) von bis zu 9,5 % (!) sind schlicht-
weg unakzeptabel.
Die RVR stellt auf dem Papier zunächst eine
wirtschaftliche Schlechterstellung der Forst-
betriebe dar. Vergleicht man jedoch die bereits
seit fast 20 Jahren gebräuchlichen Qualitäts-
vorschriften für Laubstammholz und Nadel-
stammholzabschnitte ist nicht mit nennens-
werten Nachteilen durch die RVR-Anwendung
zu rechnen. Bei Industrieholz ist dagegen mit
Erlöseinbußen zu rechnen.
Letztendlich wird der Waldbesitz anstreben
(müssen), sich die höheren Qualitäten ent-
sprechend finanziell honorieren zu lassen.
Im Fall des Industrieholzes wird nur die ve-
hemente Ablehnung höherer Reduktionsfak-
toren bleiben.
Das Harvester- und Fotomaß wurde und wird
bei Sachsenforst nicht als reguläres Abrech-
nungsmaß verwendet. Insofern ist die jetzi-
ge Kompromiss-Formulierung erträglich, ver-
deutlicht aber auch, wie sehr die Holzindustrie
auf der Werksvermessung beharrt! Trotzdem
ist damit zu rechnen, dass sich Harvester- und
vor allem Fotomaß in den nächsten Jahren ra-
sant weiterentwickeln und sich der Druck zur
Akzeptanz auf der Käuferseite erhöhen wird.
Ausblick
Die RVR ist, wie eingangs bereits erwähnt, ein
privatrechtliches Regelwerk, welches als gan-
zes oder auch nur in Teilen angewandt werden
kann. Sachsenforst wird die RVR im Grundsatz
akzeptieren, sich aber im Einzelfall abweichen-
de Regelungen vertraglich vorbehalten. Für die
privaten und kommunalen Waldbesitzer wird
es wichtig sein, schnellstmöglich Kenntnis
über die Inhalte der RVR und deren Auswir-
kungen zu erlangen.
Am 21. April 2015 fand nunmehr die konsti-
tuierende Sitzung des ständigen, aus 16 Ver-
tretern der Forst- und Holzseite bestehenden
RVR-Ausschuss statt. Der Ausschuss hat die
Aufgabe, technische oder rechtliche Rahmen-
bedingungen zu beobachten, um eine praxis-
nahe Weiterentwicklung der RVR abzusichern.
Bei Bedarf ist die RVR zu interpretieren, um
einseitige, unrichtige oder ungewollte Aus-
legungen zu verhindern. Ab der Jahresmitte
2015 beginnen bundesweit, gemeinsam von
der Forst- und Holzseite organisierte Multi-
plikatorenschulungen zur RVR. Darauf auf-
bauend erfolgen dann in den Bundesländern
weitere Schulungen.
Mehrere nord- und ostdeutsche Landes- und
Privat-Forstbetriebe lehnen die RVR-Anwen-
dung vollständig ab. So würden Betrieben mit
hohem Kiefern-Industrieholz-Anteil mit 3 m
Länge (bis zu 2/3 des Holzeinschlags) bei An-
wendung der Reduktionsfaktoren spürbare
finanzielle Einbußen entstehen. Inwieweit je-
doch eine vollkommene Ablehnung Bestand
haben wird, ist fraglich, da nach der Inkraft-
setzung der RVR der Druck hinsichtlich ihrer
Anwendung, auch wenn es nur in Teilen ist,
zunehmen wird.
Hendrik Scholz ist Referatsleiter
Holzmarkt in der Geschäftsleitung von
Sachsenforst

image
 
26 |
Kurz notiert
Gemeinsam sind wir stark – Forstbetriebsgemeinschaften in Sachsen
Dem einzelnen Waldbesitzer sind bei der Be-
wirtschaftung seiner Waldflächen – vor allem
im kleinstrukturierten Privatwald – oft sehr
schnell wirtschaftliche und technologische
Grenzen gesetzt. In der letzten Ausgabe der
Waldpost hatten wir verschiedene Möglichkei-
ten der eigentumsübergreifenden Waldbewirt-
schaftung dargestellt. Eine Möglichkeit sind
Forstbetriebsgemeinschaften. In Sachsen gibt
es insgesamt 25 dieser Zusammenschlüsse, ei-
nen sicher auch in Ihrer Nähe. Sprechen Sie
diese doch einfach einmal an.
Sitz der Forstbetriebsgemeinschaft
Nr.
Name
Adresse
Telefon
Ansprechpartner
1
Waldgemeinschaft Neuhausen w. V.
Olbernhauer Str. 11, 09526 Heidersdorf
03 73 61 / 45 388
Herr Winkler
2
Forstbetriebsgemeinschaft Freiberger Land - Erzgebirge w. V.
Buchackerweg 10, 01737 Grillenburg
03 52 02 / 58 95 80
Frau Jung
3
Waldgemeinschaft Neußen w. V.
An der Heide 12, 04874 Belgern OT Wohlau
03 42 24 / 49 273
Herr Puppe
4
Waldgemeinschaft Pfaffroda w. V.
Am Hofteich 21a, 09526 Pfaffroda-Schönfeld
03 73 60 / 63 14
Herr Lempe
5
Waldbauverein Plauen - Vogtland w. V.
Zollstraße 44, 08248 Klingenthal
03 74 67 / 28 260
Herr Metzner
6
Waldgemeinschaft Streitwald w. V.
Hauptstr. 12, 08294 Lößnitz
037 71 / 33 957
Herr Seifert
7
Kirchliche Waldgemeinschaft Bad Düben w. V.
Jüdenstraße 35, 06886 Luth. Wittenberg
034 91 / 43 360
Herr Schirmer
8
Waldgemeinschaft Zschepa w. V.
Martin-Luther-Str. 53, 04808 Lossatal OT Thammenhain
03 42 62 / 62 454
Herr Dietze
9
Forstbetriebsgemeinschaft Mulde-, Striegis-, Jahnatal w. V.
Niederforst 10, 04741 Roßwein-Haßlau
03 43 22 / 40 115
Herr Schuhmann
10
Waldbauverein „Steinölsa“ w. V.
Waldhof 1, 02906 Steinölsa
03 58 93 / 50 297
Herr Krujatz
11
Waldverein Claußnitz u. Umgebung w. V.
Burgstädter Str. 97 b, 09236 Clausnitz
03 72 02 / 80 010
Frau Ranft
12
Waldbauverein Deutsch - Paulsdorf w. V.
Am Spitzberg 10, 02829 Markersdorf OT Deutsch-Paulsdorf
03 58 29 / 64 836
Herr Freier
13
Forstbetriebsgemeinschaft Großdubrau w. V.
Niesendorfer Str. 1, 02699 Neschwitz OT Zescha
035933 / 31 814
Herr Kuban
14
Forstbetriebsgemeinschaft Oberlausitzer Bergland w. V.
Hauptstraße 129, 02689 Sohland
03 59 36 / 37 554
Herr Freier
15
Forstbetriebsgemeinschaft Sächsische Schweiz w. V.
OT Weißig Nr. 5, 01796 Struppen
03 50 21 / 60 371
Frau Heinze
16
Forstbetriebsgemeinschaft Brauna w. V.
Schwosdorfer Str. 3, 01920 Schönteichen OT Brauna
035 78 / 78 87 75
Herr Ransch
17
Forstbetriebsgemeinschaft Röderaue w. V.
Tännichtgrundstraße 14, 01462 Niederwartha
035 78 / 78 87 75
Herr Ransch
18
Forstbetriebsgemeinschaft Fürstenwalde w. V.
Hauptstr. 28b, 01778 Altenberg
03 50 54 / 28 753
Herr Kühnel
19
Forstbetriebsgemeinschaft Niederschlesische Heide w. V.
Dunkelhäuser 4, 02929 Rothenburg
03 58 91 / 32 126
Frau Dr. Eichhorst
20
Forstbetriebsgemeinschaft Sächsisch-Thüringisches Vogtland w. V.
Forstweg 4, 08606 Tirpersdorf OT Brotenfeld
03 74 63 / 77 52 25
Herr Dr. Sachse
21
Holzvermarktungsgemeinschaft Lausitz e. G.
Zur Hohen Dubrau 57, 02906 Hohendubrau OT Radisch
03 58 76 / 42 768
Herr Winkler
22
Forstbetriebsgemeinschaft Gutsholz w. V.
Dresdner Str. 19, 01774 Klingenberg OT Pretzschendorf
03 50 58 / 42 97 40
Herr Mette
23
Forstbetriebsgemeinschaft Oberlausitz w. V.
Hauptstraße 19, 02733 Cunewalde
03 58 77 / 18 461
Herr Jannasch
24
Forstbetriebsgemeinschaft Erzgebirge-Chemnitzer Land w. V
Birkenweg 22, 09648 Mittweida
03 73 63 / 73 55
Herr Seydel
25
Forstbetriebsgemeinschaft Elstergebirge-Göltzschtal w. V.
Kottengrüner Hauptstraße 38, 08223 Kottengrün
03 74 63 / 77 468
Herr Busch

 
| 27
Neue Geschäftsführerin
im Sächsischen Waldbesitzerverband
2015 feiert der Sächsische Waldbesitzerver-
band e. V. sein 25-jähriges Bestehen. Mit die-
sem Jubiläum weht seit Mai 2015 mit der neu-
en Geschäftsführerin Caroline Barthel frischer
Wind in der Geschäftsstelle des Verbandes.
Geboren in Dresden und unter anderem
aufgewachsen in der Hinteren Sächsischen
Schweiz, lebt Frau Barthel heute mit ihrer Fa-
milie in Neustadt in Sachsen. Ihr Interesse für
den Wald und die Forstwirtschaft war früh-
zeitig durch den familieneigenen Privatwald
vorhanden. Nach einer kaufmännischen Aus-
bildung in München, absolvierte sie an der TU
Dresden in Tharandt ihr forstliches Diplom-
Studium. Dem folgte das Staatsexamen zur
Assessorin des Forstdienstes in Rheinland-
Pfalz. Seither arbeitete Frau Barthel für die
Landesforsten Rheinland-Pfalz als Fachrefe-
rentin für den Deutschen Forstwirtschafts-
rat (DFWR) in Berlin. Durch ihre Erfahrung in
einer privat- und kommunalwaldgeprägten
Forstverwaltung, das Wissen um den Sächsi-
schen Wald, als auch die Arbeit für den DFWR,
machen Frau Barthel zu einer vielfältig aufge-
stellten Geschäftsführerin. „Der Verband lebt
und wird gestärkt durch und mit der Arbeit
seiner Mitglieder. Ich freue mich daher umso
mehr über die Möglichkeit, die mannigfaltigen
Interessen der Sächsischen Waldbesitzer mit
meiner Arbeit in der Geschäftsstelle unterstüt-
zen und stärken zu können“, so Frau Barthel
zu Beginn ihrer Tätigkeit.
Der Sächsische Waldbesitzerverband e. V. ver-
tritt die berufsständischen, rechtlichen und
forstpolitischen Interessen der kommunalen,
privaten und kirchlichen Waldbesitzer in Sach-
sen. Ziel des Verbandes ist es, die Unantast-
barkeit des Waldeigentums, die Freiheit seiner
Bewirtschaftung und das Recht auf Selbstver-
waltung zu bewahren.
Weitere Informationen zu den Arbeiten des
Verbandes erfahren Sie unter:
www.waldbesitzerverband.de
oder direkt in
der Geschäftsstelle des Sächsischen Waldbe-
sitzerverbandes e. V.:
Pienner Straße 10, 01737 Tharandt
Tel.: 03 52 03 / 39 820, Fax: 03 52 03 / 39 821
Sächsischer Forstskiverein
Ein sportlicher Rahmen für forstlichen Gedankenaustausch
Waldbesitzer und Familienangehörige, Be-
schäftigte, Studenten und Azubis der Forst-
und Holzbranche sowie Freunde des Waldes
und Skisports sind herzlich willkommen im
Sächsischen Forstskiverein e. V. Der 1993 ge-
gründete Verein hat das Ziel, den (Ski)sport
innerhalb des forstlichen Berufskreises zu
fördern und Wettkämpfe auszurichten. Diese
sollen neben dem geselligen Freizeitsport in
hohem Maße die berufliche Zusammengehö-
rigkeit pflegen sowie fachliche Kontakte auf
nationaler und internationaler Ebene fördern.
Nähere Informationen im Internet unter:
www.saechsischer–forstskiverein.de
und
www.efns.eu
oder direkt beim Vorsitzenden
des Vereins, Herrn Matthias Tzschoppe,
Tel. 0174-1717486
Preis für vorbildliche Waldbewirtschaftung
Das Sächsische Staatsministerium für Um-
welt und Landwirtschaft (SMUL) vergibt 2015
zum vierten Mal den Waldpreis an private und
körperschaftliche Waldbesitzer, die ihren Wald
vorbildlich im Sinne der ökonomischen, öko-
logischen und sozialen Nachhaltigkeit bewirt-
schaften.
Im „Internationalen Jahr der Böden“ ist das
diesjährige Schwerpunktthema „Gesunde Bö-
den: Unersetzlich für Wald und Waldfunktio-
nen“. Es sollen Waldbesitzer, Forstbetriebe und
forstliche Aktivitäten gewürdigt werden, die in
besonderer Weise und über die gesetzlichen
Verpflichtungen hinaus dem Schutz und der
Pflege der Waldböden Rechnung tragen.
Die Vorschläge können bis zum
9. Oktober
2015
beim Staatsministerium für Umwelt
und Landwirtschaft, Referat 36, Postfach
100510, 01076 Dresden sowie beim Staats-
betrieb Sachsenforst und den Forstbezirken
eingereicht werden. Die Preisverleihung durch
Herrn Staatsminister Thomas Schmidt findet
Ende Oktober 2015 im SMUL in Dresden statt.
Weitere Informationen und das Formblatt für
Ihre Vorschläge sind im Internet unter
www.
forsten.sachsen.de oder
www.sachsenforst.de.
Sächsischer Forstverein
Forstfachliche Kompetenz
und lange Tradition
Als einer der ältesten sächsischen Vereine wur-
de der Sächsische Forstverein e. V. im Jahr 1847
in Marienberg gegründet. Nach 45-jähriger
Pause erfolgte die Wiederbegründung im Feb-
ruar 1990. Er ist Mitglied im Deutschen Forst-
verein, dem Dachverband auf Bundesebene.
Der Verein engagiert sich zu allen Fragen von
Wald und Forstwirtschaft im Freistaat. Dazu
werden u. a. auf Fachtagungen und forstlichen
Exkursionen viele Themen der verschiedensten
Fachdiszi plinen angeboten. Seit Jahren bringt
er sich bei forstpolitischen Diskussionen ein. Er
bemüht sich sehr um eine breite gesellschaft-
liche Anerkennung des Forstwesens insgesamt
und der Förster im Besonderen.
Nähere Informationen im Internet unter:
www.forstverein.de
oder
direkt in der Geschäftsstelle bei
Dr. Herbert Bergmann, Freital,
Tel. (0351) 6415982,
forstverein.sachsen@t-online.de
Neue Broschüre
„Bewältigung von Schad-
ereignissen im Wald“
Der Staatsbetrieb Sachsenforst hat für priva-
te Waldbesitzer eine Broschüre zum Thema
„Bewältigung von Schadereignissen im Wald“
veröffentlicht.
Mit der Broschüre geben wir Ihnen Emp-
fehlungen, die Ihnen bei der Bewältigung
von Schadereignissen helfen. Der inhaltli-
che Schwerpunkt liegt dabei auf den abioti-
schen Schäden (zum Beispiel Sturmschäden
oder Schneebruch), die sehr plötzlich auftre-
ten können und vielfach Folgeschäden, zum
Beispiel durch Borkenkäfer, nach sich ziehen.
Die Broschüre kann kostenfrei beim Zentralen
Broschürenversand
(www.publikationen.sachsen.de)
bestellt oder
im Internet unter
www.sachsenforst.de
im
pdf-Format heruntergeladen werden.

image
28 |
Herausgeber:
Staatsbetrieb Sachsenforst
Bonnewitzer Straße 34, 01796 Pirna OT Graupa
Telefon: + 49 3501 542 0
Telefax: + 49 3501 542 213
E-Mail: poststelle.sbs@smul.sachsen.de
Internet:
www.sachsenforst.de
Verantwortlicher Redakteur:
Staatsbetrieb Sachsenforst
Referat Privat- und Körperschaftswald, Forstpolitik
Telefon: +49 3501 542 0
E-Mail: poststelle.sbs@smul.sachsen.de
Internet:
www.sachsenforst.de
Redaktionskollegium:
Anke Findeisen, Forstbezirk Neustadt; Jörg Moggert, Forstbezirk Oberlausitz; Thomas Irmscher, Forst-
bezirk Marienberg; Dirk Fanko, Forstbezirk Dresden; Sven Martens, Sächsisches Staatsministerium
für Umwelt und Landwirtschaft; Bert Schmieder, Forstbezirk Plauen; Sebastian Förster, Christia-
ne Schubert, Anne-Kristin Sense, Heiko Ullrich, Jöran Zocher, Geschäftsleitung des Staatsbetriebes
Sachsenforst
Gestaltung und Satz:
Initial Werbung und Verlag
Druck:
Möller Druck und Verlag GmbH
Papier:
Das Papier dieser Zeitschrift ist PEFC-zertifiziert
Redaktionsschluss:
31. Juli 2015
Verteilerhinweis:
Diese Informationsschrift wird von der Sächsischen Staatsregierung im Rahmen ihrer verfassungs-
mäßigen Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit herausgegeben. Sie darf weder von Par-
teien, noch von deren Kandidaten oder Helfern im Zeitraum von sechs Monaten vor einer Wahl zum
Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für alle Wahlen.
Missbräuchlich ist insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an Informationsständen
der Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken oder Aufkleben parteipolitischer Informationen oder
Werbemittel. Untersagt ist auch die Weitergabe an Dritte zur Verwendung bei der Wahlwerbung.
Auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevorstehenden Wahl, darf die vorliegende Druckschrift nicht
so verwendet werden, dass dies als Parteinahme des Herausgebers zugunsten einzelner politischer
Gruppen verstanden werden könnte.
Diese Beschränkungen gelten unabhängig vom Vertriebsweg, also unabhängig davon, auf welchem
Wege und in welcher Anzahl diese Informationsschrift dem Empfänger zugegangen ist. Erlaubt ist
jedoch den Parteien, diese Informationsschrift zur Unterrichtung ihrer Mitglieder zu verwenden.
Copyright:
Diese Veröffentlichung ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch die des Nachdruckes von
Auszügen und der fotomechanischen Wiedergabe, sind dem Herausgeber vorbehalten.