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Kooperationsprojekt „Rotwildmanagement pro
Waldumbau" (2016/2019)
Statusbericht 2017

Kooperationsprojekt:
„Populationsdichte, Populationsstruktur, Migrationsverhalten und Lebens-
raumnutzung des Rotwildes im linkselbischen Elbsandstein- und Erzgebirge als Grundlage für ein
wald-, wildtierökologisch und waldbaulich begründetes Rotwildmanagement" (2016/2019)
Kurztitel:
„Rotwildmanagement pro Waldumbau“
Zitiervorschlag:
POLACZEK, K., MEIßNER-HYLANOVÁ, V., TRÖBER, U., STIER, N., THOMAE, M., LEWETZKY, P., PRÖLß, P., MÜLLER, V.,
BANDAU, F., BREITFELD, M., EIBENSTEIN, T., ROTH, M., EISENHAUER, D.-R. (2017): Rotwildmanagement pro
Waldumbau. Statusbericht 2017.
Bearbeiter/innen:
Klaus Polaczek
Klaus.Polaczek@smul.sachsen.de
Vendula Meißner-Hylanová
Vendula.Meissner-Hylanova@tu-dresden.de
Ute Tröber
Ute.Troeber@smul.sachsen.de
Dr. Norman Stier
Norman.Stier@forst.tu-dresden.de
Marcel Thomae
Marcel.Thomae@smul.sachsen.de
Paul Lewetzky
Paul.Lewetzky@tu-dresden.de
Peter Prölß
Peter.Proelss@tu-dresden.de
Veit Müller
Veit.Mueller@tu-dresden.de
Dr. Franziska Bandau
Franziska.Bandau@smul.sachsen.de
Michael Breitfeld
Michael.Breitfeld@smul.sachsen.de
Tobias Eibenstein
Tobias.Eibenstein@smul.sachsen.de
Ursula Franke
Ursula.Franke@smul.sachsen.de
Mandy Friedrich
Mandy.Friedrich2@smul.sachsen.de
Prof. Dr. Mechthild Roth
mroth@forst.tu-dresden.de
Dr. Dirk-Roger Eisenhauer
Dirk-Roger.Eisenhauer@smul.sachsen.de
Professur für Forstzoologie
Technische Universität Dresden, Institut für Forstbotanik und Forstzoologie
Pienner Str. 7, D-01737 Tharandt
Telefon: 035203-38-31371
http://tu-dresden.de/forst/zoologie
Kompetenzzentrum für Wald und Forstwirtschaft (KWuF)
Staatsbetrieb Sachsenforst, Geschäftsleitung
Bonnewitzer Str. 34, D-01796 Pirna / OT Graupa
Telefon: 03501-542-315
https://www.forsten.sachsen.de/wald/4146.htm
In ausgewählten Bereichen erfolgt eine intensive Zusammenarbeit und Abstimmung mit Partnern in
der angrenzenden privaten Jägerschaft, die sich vor allem aus deren individuellem Interesse begrün-
det.

Inhaltsverzeichnis
1
Einleitung ............................................................................................... 3
2
Populationsökologie (AP 1) ..................................................................... 5
2.1
Lebensraumnutzung von Rotwild
........................................................................... 5
2.1.1 Besenderung ........................................................................................................................... 5
2.1.1.1
Vorbereitung der Besenderung (Ansitzstellen) .................................................................... 5
2.1.1.2
Besenderung mit GPS-Halsbandsendern ............................................................................. 7
2.1.1.3
Datenerhebung mit GPS-GSM-Halsbandsendern ................................................................ 9
2.1.2 Lebensraumnutzung adulter Tiere......................................................................................... 10
2.1.2.1
Besenderung von Rotwildkälbern mit VHF-Ohrmarkensendern ........................................ 13
2.2
Ermittlung von Populationskennzahlen .......................................................... 14
2.2.1 Distance Sampling ................................................................................................................. 14
2.2.2 Fotofallenmonitoring ............................................................................................................ 18
2.2.3 Frischkotgenotypisierung an Rotwild .................................................................................... 22
2.2.3.1
Methodik ............................................................................................................................ 23
2.2.3.2
Ergebnisse .......................................................................................................................... 27
3
Analyse des Rotwildeinflusses auf die Waldvegetation (AP 2) ............... 32
3.1
Schälschadenserhebung ................................................................................. 33
3.1.1 Vorbereitung der Schälschadenserhebung ............................................................................ 33
3.1.2 Ergebnisse der Schälschadenserhebungen 2016 und 2017 .................................................... 35
3.1.2.1
Altschäle ............................................................................................................................. 35
3.1.2.2
Neuschäle ........................................................................................................................... 36
3.2
Langzeiterfassung Leittriebverbiss .................................................................. 41
4
Analyse der Lebensraumstruktur (AP 3) ................................................. 43
5
Populationsregulation und Raumplanung (AP 4) ................................... 44
5.1
Wirkungskomplex Wild und Jagd ................................................................... 44
6
Öffentlichkeitsarbeit/Wissenstransfer (AP 5) ........................................ 45
6.1
Informationsveranstaltungen (01.07.2016 – 30.06.2017) ................................ 45
7
Zusammenfassung ................................................................................. 46
8
Literaturverzeichnis ............................................................................... 49
9
Abbildungsverzeichnis ........................................................................... 51
10
Tabellenverzeichnis ............................................................................... 53
11
Anhang .................................................................................................. 54

3
1
Einleitung
Während der Fokus des letztjährigen Zwischenberichtes (MEIßNER-HYLANOVA ET AL. 2016) auf der An-
laufphase des Projektes lag, in der es galt die nötigen technischen und organisatorischen Vorausset-
zungen zu schaffen und Prozesse „zum Laufen zu bringen“, beleuchtet dieser Statusbericht bereits
erste Zwischenergebnisse aus den Arbeitspaketen (AP) 1 und 2.
Somit ist nun, kurz vor der „Halbzeit“ des planmäßig zum 30.06.2019 abzuschließenden Vorhabens,
jener Punkt erreicht, ab dem die Analyse der kontinuierlich auflaufenden Daten in den Mittelpunkt
rückt. Entsprechend soll dieser Statusbericht neben eines Rückblicks auf das Erreichte auch Ausblicke
liefern, wie die gesammelten Informationen im weiteren Projektverlauf in Hinblick auf die zu Beginn
formulierten Arbeitshypothesen zu ordnen und auszuwerten sind. Die hinter dem Vorhaben stehen-
de Motivation und damit seine übergeordnete Zielstellung wird über dessen Kurztitel
„Rotwildmanagement pro Waldumbau“
ausgedrückt und ist im Einleitungsteil des letztjährigen Zwi-
schenberichtes ausführlich dargestellt.
Entsprechend dieser Zielstellung besteht das Untersuchungsgebiet (UG) im Kern aus arrondierten
Staatswaldkomplexen, deren Waldflächen sich zu weiten Teilen im Bereich von Waldumbauschwer-
punkten des sächsischen Mittelgebirges befinden und die in Summe rund 1/5 der gesamten Lan-
deswaldfläche des Freistaates Sachsen ausmachen
1
. Allein 2016 wurden in den Landeswaldrevieren
innerhalb des Gesamtuntersuchungsgebietes mehr als 350.000 Erntefestmeter (Efm) Holz einge-
schlagen und eine Kunstverjüngungsfläche von rund 440 Hektar (ha) realisiert
2
. Insbesondere die
letzte Zahl lässt erkennen, dass der Waldumbau historisch bedingt im sächsischen Erzgebirge eine
Aufgabe von herausragender Bedeutung darstellt, was auch im Rahmen der Waldstrategie 2050 der
sächsischen Staatsregierung (SMUL 2016) bestätigt wird. Zudem wurden im Jagdjahr 2016/17 in den
Verwaltungsjagdbezirken innerhalb des Gesamtuntersuchungsgebietes insgesamt 821 Stück Rotwild
(im Mittel 1,7 Stück/100 ha) gestreckt.
In der Konsequenz muss die Projektarbeit in einen intensiven forstlichen und jagdlichen Regelbetrieb
integriert werden, denn in diesem Umfeld sollen die aus dem Projekt gewonnenen Erkenntnisse spä-
ter auch zum Tragen kommen. Ein Großschutzgebiet ist, im Gegensatz zu zahlreichen anderen the-
matisch verwandten Forschungsvorhaben (HEURICH ET AL. 2015, EHRHART ET AL. 2016, HOHMANN ET AL.
2016), somit bewusst nicht Bestandteil der Gebietskulisse.
Die angestrebte Beteiligung der an die Verwaltungsjagdflächen angrenzenden, offenlanddominierten
privaten Jagdbezirke in den UG war erwartungsgemäß bisher nicht überall in der gewünschten Form
umsetzbar und dürfte im Wesentlichen aus der bestehenden Konfliktsituation (SCHNEIDER 2016) hin-
sichtlich eines zielgerichteten Umgangs mit Wald und (Rot-)wild insbesondere in Teilen des Erzgebir-
ges (westliche Projektgebiete Eibenstock und Neudorf) resultieren. Entsprechend ist diese Unterstüt-
zung im Projektansatz auch stets als fakultativ betrachtet worden. Erfreulicherweise ist es gerade im
UG Bärenfels (Osterzgebirge), welches im Vergleich die stärkste Verzahnung mit Offenlandflächen
und Wäldern anderer Eigentumsarten aufweist, gelungen, eine partnerschaftliche Zusammenarbeit
mit der dort agierenden Hegegemeinschaft Osterzgebirge zu realisieren. Somit können die entspre-
chenden, eher vom Offenland dominierten Randbereiche v.a. im Rahmen der Distance-Sampling-
1
Fläche des UG der verdichteten Schälschadenserhebung: 48.000 ha
2
SIV Naturalvollzug 2016 des SBS: 359.568 Efm und 440 ha AB+VA in den Revieren des UG

4
Befahrungen nahezu vollständig einbezogen werden
3
. Das westliche Vergleichspaar Eiben-
stock/Neudorf umfasst benachbarte Staatswaldkomplexe mit einer Fläche von über 30.000 ha. Damit
ist auch hier ohne die Kooperationsbereitschaft angrenzender Jagdbezirke eine Gebietsgröße er-
reicht, welche bereits die Ausdehnung kleinerer Rotwildgebiete in Deutschland deutlich überschrei-
tet (COPPES ET AL. 2017).
Trotzdem resultieren aus den genannten Rahmenbedingungen insbesondere für die Feldarbeit (u.a.
Besenderungsaufwand, Transektdesign Distance-Sampling) Herausforderungen, die mitunter zu
Mehraufwand und stellenweise auch Abstrichen gegenüber einer „optimalen“ Versuchsumgebung
führen. Gleichzeitig ist die Unterstützung durch die vor Ort agierenden Akteure der Forstbezirke,
welche diese im Wesentlichen neben ihren Kernaufgaben leisten, für den Projekterfolg unabdingbar.
Somit baut das Vorhaben auf die Kompromissbereitschaft aller Beteiligten.
Die bisherige Entwicklung des Projektes und die erzielten Zwischenergebnisse sprechen aus unserer
Sicht dafür, dass diese Bereitschaft in hohem Maße vorhanden ist. Damit kann es am Ende gelingen,
konkrete Hinweise für eine zielorientierte Regulation der Rotwildbestände und die aktive Entwick-
lung des im Fokus der Untersuchung stehenden Waldlebensraumes des Rotwildes abzuleiten. Ent-
sprechend wähnen wir uns auf einem guten Weg, der in seinem bisherigen Verlauf im Rahmen dieses
Statusberichtes dargestellt wird.
3
http://jagd-osterzgebirge.de/aktuelles-in-der-hg.html

5
2
Populationsökologie (AP 1)
2.1
Lebensraumnutzung von Rotwild
Die Lebensraumnutzung des Rotwildes in den vier UG ist Kernelement im AP 1 „Populationsökolo-
gie“.
Folgende Arbeitshypothesen wurden aufgestellt:
Die Dichte des Rotwildes im Erzgebirge unterliegt als dynamische populationsökologische
Größe einer ausgeprägten Variabilität in der räumlichen und zeitlichen Nutzung des Waldle-
bensraumes. Diese ist auf Konzentrations- oder Verdrängungseffekte zurückzuführen. Beide
Effekte sind i. e. S. überwiegend durch anthropogene Störfaktoren determiniert. Dabei
kommt der Jagd eine wichtige Rolle zu.
Der Erzgebirgskamm und die höheren Berglagen bilden grenzübergreifend das Vorkommens-
gebiet der Rotwildpopulation des Erzgebirges. Eine ausgeprägte, großräumige Migration ist -
aufgrund der großen räumlichen Stabilität von Sommer-, Brunft- und Winteraktionsräumen
etablierter Individuen (NITZE 2012) - nicht zu erwarten, obwohl kaum Migrationsbarrieren
vorhanden sind. Davon unbenommen ist eine Immigration und Emigration von Tieren, die
auf soziale Verhaltensmuster innerhalb der Population zurückzuführen ist.
Die Populationsstruktur weist eine signifikante Verschiebung des Geschlechterverhältnisses
zu Gunsten des weiblichen Wildes und des Jungwildes (Altersklassen 0-II) auf.
Die räumliche und zeitliche Nutzung des Lebensraumes wird massiv durch die Art der Beja-
gung und weitere anthropogene Nutzungen des Rotwildlebensraumes beeinflusst. Es entste-
hen Störungsbereiche, die in Verbindung mit dem Äsungszyklus den Wechsel zwischen De-
ckungs- und Nahrungshabitaten signifikant einschränken. Dieser negative Einfluss ist umso
stärker, je mehr die Struktur des Waldlebensraumes dem schlagweisen Hochwald entspricht
und je weniger ein kleingliedriger Übergang zwischen Deckungs- und Nahrungshabitaten ge-
geben ist.
2.1.1
Besenderung
2.1.1.1
Vorbereitung der Besenderung (Ansitzstellen)
Das bestehende Netz an Ansitzhütten wurde im Vergleich zum Vorjahr ausgebaut und hinsichtlich
der Überwachung durch zusätzliche Fotofallen unterstützt. Um repräsentative Aussagen zur Raum-
nutzung von Rotwild in allen UG zu gewährleisten, wurden die Narkoseansitzstellen möglichst weit-
räumig verteilt. Darüber hinaus wurden einige Ansitzstellen nach erfolgreicher Besenderung inner-
halb beziehungsweise zwischen den UG umgesetzt. Gleiches galt für Ansitzstellen, die nicht vom
Rotwild angenommen wurden.

6
Die Frequentierung der Ansitzstellen durch Rotwild wurde im Rahmen von zwei Bachelorarbeiten
(Studiengang Forstwissenschaften; TU Dresden) analysiert:
Schubert, L. (2017): „Fotofallengestützte Analyse des Raum-Zeit-Verhaltens und Individu-
alanalyse des Rotwildes (
Cervus elaphus
L.) an Fütterungen (Narkoseansitzstellen) in den Un-
tersuchungsgebieten Bärenfels und Neudorf des Staatsbetriebes Sachsenforst im Freistaat
Sachsen“
Seehafer, J. (2017): „Fotofallengestützte Analyse der Rotwildaktivität (
Cervus elaphus
L.) an
Fütterungen im sächsischen Erzgebirge“.
Aufgabe der Arbeiten war es, die Aktivitätsmuster des Rotwildes an Fütterungen zu untersuchen. Die
Rotwildrudel auf Fotofallenbildern sollten hinsichtlich der Geschlechter und der Altersklassenvertei-
lung charakterisiert werden. Ziel war es auch, Möglichkeiten zu finden, weibliches Rotwild individuell
zu identifizieren, um diesen dann „bekannten“ Anteil der Population bei einer Mindestbestandser-
mittlung mithilfe von Fotofallen zu berücksichtigen. Das Ansprechen des Rotwildes anhand der Foto-
fallenbilder war zu großen Teilen gut möglich. Schwierigkeiten traten allerdings bei der Geschlech-
terunterscheidung der Kälber und der Altersklassendifferenzierung der weiblichen Tiere auf. An man-
chen Fütterungen wurde das Ansprechen durch technische und standörtliche Begebenheiten er-
schwert, an anderen Standorten durch die große Anzahl des auftretenden Rotwildes. Das Identifizie-
ren und Interpretieren von Faktoren, welche das Potential aufweisen, das Verhalten des Rotwildes zu
beeinflussen oder gar zu lenken, war mithilfe der Kameras ebenfalls möglich. So konnte bspw. die
Anwesenheit von anderen, auf das Rotwild störend wirkenden Wildarten (insbesondere von
Schwarzwild) festgehalten werden.
Eine Individualerkennung weiblichen Rotwildes war nur vereinzelt möglich. Nur wenn markante
Merkmale an Haupt oder Decke aufzufinden waren, konnten diese Stücke in die Stückzahlermittlung
einfließen. Grund für die mühsame Ansprache und Individualisierung sind die wenigen verfügbaren
unterscheidbaren Merkmale an den Individuen. Zudem war deren Erkennbarkeit durch die gegebe-
nen technischen Voraussetzungen häufig eingeschränkt. Mit diesem Ansatz konnten nur Mindestin-
dividuenzahlen an den untersuchten Standorten ermittelt werden. Dieser Ansatz eignet sich demzu-
folge nicht für eine realitätsnahe Abschätzung des weiblichen Rotwildbestandes mittels fotofallenba-
siertem Fang-Wiederfang-Verfahren und wird im Projekt nicht weiterverfolgt. Ebenso war es mög-
lich, die Aktivitätszeiträume des Rotwildes in Bezug auf die Besenderungsstellen zu dokumentieren
und zu interpretieren. Zwischen den untersuchten Standorten wurden ähnliche Aktivitätsmuster
beobachtet. Jahreszeitlich schwankende Tageslängen, Temperatur und Niederschlag hatten z. T. ei-
nen erkennbaren Einfluss auf die Rotwildaktivität an den Fütterungen.
Die Schwarzwildpräsenz an den Ansitzstellen sollte während der Phase der Besenderung 2016/2017
durch das Anbieten von Futter auf Tischen minimiert werden. In den UG Neustadt und Bärenfels
wurde ausschließlich mit Futtertischen gearbeitet. Durch die Verwendung von Futtertischen könnten
Störungen der Ansitzstellen durch Schwarzwild reduziert, aber dennoch nicht vollständig vermieden
werden (Abb. 1).

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7
Abb. 1:
Schwarzwild an den Ansitzstellen (Fotos: H. Endler (links), J. Irmscher (rechts)).
2.1.1.2
Besenderung mit GPS-Halsbandsendern
Mit den Narkoseansitzen wurde im Berichtszeitraum, dem 2. Projektjahr, wieder im August begon-
nen. Die Besenderung der meisten Individuen gelang aber erst während der folgenden Wintermona-
te. Bis zur Erstellung dieses Statusberichts wurden insgesamt 18 weitere Stücke adultes Rotwild (9 ♀,
9 ♂) mit GPS-GSM-Halsbändern ausgestattet (Tab. 1 und Tab. 2). Insgesamt erhielten somit bisher 29
adulte Stücken Rotwild (17 ♀, 12 ♂) einen Telemetriesender. Dazu waren 135 Narkoseansitze not-
wendig.
Tab. 1:
Bis zum 30.06.2017 besendertes weibliches Rotwild sowie Informationen zur Besenderungsstelle, zum geschätzten
Alter der Stücke, zur bisherigen Laufzeit der Halsbänder und der Anzahl der mit GSM übertragenen Lokalisationen.
* T5 ist entsprechend genetischer Analysen die Mutter von T8
Tier-ID
UG
Ansitzstelle im Revier
Alter
Beobachtungszeitraum
übermittelte
Lokalisationen
T1
Nes
Ottomühle
2 - 4
20.02.2016 - aktiv
20.988
T2
Ned
Tellerhäuser
2 - 4
26.02.2016 - aktiv
21.741
T3
Bär
Rehefeld
4 - 6
07.03.2016 - aktiv
23.666
T4
Eib
Carlsfeld
3 - 5
17.03.2016 - 05.06.2016
4.998
(40 VHF-Peilungen)
T5*
Eib
Schönheide
5 - 7
03.03.2016 - 29.01.2017
16.178
T6
Bär
Rehefeld
3 - 5
07.03.2016 - aktiv
21.718
T7
Bär
Rehefeld
10 - 12
24.03.2016 - aktiv
20.557
T8*
Eib
Schönheide
3 - 5
22.03.2016 - aktiv
24.070
T9
Ned
Rabenberg
4 - 6
06.02.2017 - aktiv
6.560
T10
Eib
Grünheide
3 - 5
06.02.2017 - aktiv
5.820
T11
Bär
Hirschsprung
8 - 10
16.01.2017 - aktiv
7.788
T12
Eib
Carlsfeld
1
17.02.2017 - aktiv
7.834
T13
Ned
Oberwiesenthal
4 - 6
09.02.2017 - aktiv
7.748
T14
Bär
Rehefeld
5 - 7
19.04.2017 - aktiv
3.517
T15
Eib
Johanngeorgenstadt
5 - 7
15.03.2017 - aktiv
4.780
T16
Ned
Raschau
4 - 6
02.03.2017 - aktiv
5.150
T17
Eib
Wildenthal
4 - 6
20.04.2017 - aktiv
3.705

8
Tab. 2:
Bis zum 30.06.2017 besendertes männliches Rotwild sowie Informationen zur Besenderungsstelle, zum geschätzten
Alter der Stücke, zur bisherigen Laufzeit der Halsbänder und der Anzahl der übermittelten Lokalisationen.
Tier-ID
UG
Ansitzstelle im Revier
Alter
Beobachtungszeitraum
übermittelte
Lokalisationen
H21
Eib
Wildenthal
3 – 4
24.02.2016 -aktiv
18.754
H22
Ned
Raschau
4 – 6
06.04.2016 - aktiv
17.453
H23
Eib
Carlsfeld
2
05.03.2016 - aktiv
18.283
H24
Ned
Rabenberg
2
04.08.2016 - aktiv
12.885
H25
Bär
Rehefeld
3 – 4
21.01.2017 - aktiv
6.469
H26
Bär
Oberfrauendorf
6 – 8
10.01.2017 - aktiv
7.000
H27
Ned
Oberwiesenthal
1
19.01.2017 - aktiv
6.505
H28
Ned
Raschau
6 – 8
07.02.2017 - aktiv
5.797
H29
Ned
Tellerhäuser
2
24.01.2017 - aktiv
6.321
H31
Eib
Grünheide
3 – 4
15.02.2017 - aktiv
5.608
H33
Bär
Bärenfels
6 – 8
01.03.2017 - aktiv
4.480
H34
Nes
Ottomühle
1
06.03.2017 - aktiv
4.568
2.1.1.2.1 Besenderungen im Untersuchungsgebiet Neustadt
Insgesamt waren im UG Neustadt vier Ansitzhütten an sechs unterschiedlichen Stellen (Revier Otto-
mühle (3), Reinhardtsdorf (1), Cunnersdorf (1), Rosenthal (1)) im Einsatz. Die Bejagung an und in der
Nähe der Ansitzstellen wurde hier nicht wie in anderen UG oder nur kurzfristig im Herbst eingestellt.
Die Besenderung startete somit erst ab 01.02.2017. Im Berichtszeitraum wurden elf Ansitze durchge-
führt. Dabei gelang es, einen Schmalspießer (H34) zu besendern. Das Verhältnis von Aufwand zu Er-
folg lag in diesem UG bisher bei 10,5 Ansitzen pro Stück.
2.1.1.2.2 Besenderungen im Untersuchungsgebiet Bärenfels
Im UG Bärenfels waren insgesamt fünf Ansitzhütten an sechs Stellen im Einsatz (Revier Rehefeld (1),
Bärenfels (1), Oberfrauendorf (3), Hirschsprung (1)). Insgesamt wurden 29 Ansitze durchgeführt und
dabei zwei Alttiere (T11, T14) sowie drei Hirsche (H25, H26, H33) besendert. Von den 29 Ansitzen
wurden 10 Ansitze der Umbesenderung von T93 (Kalb von T3) gewidmet, allerdings ohne Erfolg. Das
Verhältnis von Aufwand zu Erfolg lag in diesem UG bei 4,5 Ansitzen pro Stück (ohne die Umbesende-
rungsversuche von T93). Beim Halsband von T7 ist mittlerweile die GSM-Einheit defekt und übermit-
telt keine Daten mehr. Die Ortungen erfolgen aber weiterhin und sind im Halsband gespeichert. Die
Daten wurden und werden mit Hilfe eines Handheld-Terminals per UHF-Kommunikation herunterge-
laden.
2.1.1.2.3 Besenderungen im Untersuchungsgebiet Neudorf
Insgesamt waren sechs Ansitzhütten im UG Neudorf an zehn Stellen im Einsatz. Weiterhin wurde ein
vorhandener Hochsitz für den Narkoseansitz vorbereitet. Die Ansitzstellen waren wie folgt verteilt:

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9
Revier Oberwiesenthal (1), Tellerhäuser (4), Rabenberg (2) und Raschau (4). Insgesamt waren 34 An-
sitze zur Besenderung von drei Alttieren (T9, T13, T16) und 4 Hirschen (H24, H27, H28, H29) notwen-
dig (Aufwand:Erfolg: 5,1 Ansitze pro Stück).
2.1.1.2.4 Besenderungen im Untersuchungsgebiet Eibenstock
Im UG Eibenstock wurden sieben Ansitzhütten an zwölf Stellen eingesetzt (Revier Carlsfeld (1), Wild-
enthal (3), Johanngeorgenstadt (5) und Grünheide (3)). Es erfolgten elf Ansitze, wobei es gelang vier
Alttiere (T10, T12, T15, T17) und einen Hirsch (H31) zu besendern (Aufwand:Erfolg: 2,2 Ansitze pro
Stück).
2.1.1.3
Datenerhebung mit GPS-GSM-Halsbandsendern
Nach Angaben des Herstellers der Halsbandsender (Vectronic Aerospace GmbH) sind bei der Kapazi-
tät der Batterien mindestens 20.800 und höchstens 52.200 Ortungen zu erwarten. Die Anzahl der
bisher über GPS empfangenen Lokalisationen sind in Tab. 1 und Tab. 2 aufgeführt. In Abhängigkeit
von der Verfügbarkeit des Mobilfunknetzes wurde ein unterschiedlich großer Anteil der im Sender
gespeicherten Lokalisationen über GSM übertragen. Die Sender müssen am Ende ihrer Laufzeit mit-
tels gesteuerter Ablösung (Drop-Off-Signal, Abb. 2) vom Tier entfernt und geborgen werden. Nur so
stehen alle im Sender gespeicherten Lokalisationen und weitere nicht per GSM übermittelte Daten
zur Analyse der Raumnutzung zur Verfügung.
Abb. 2:
Drop-Off Mechanismus beim Halsband von T4 (Foto: V. Meißner-Hylanová).

image
10
Die Taktung der GPS-Sender ist grundsätzlich auf stündliche Peilungen eingestellt. Zusätzlich erfolgt
über ein Jahr bei allen besenderten Individuen zweimal pro Monat für jeweils 24 Stunden (12 Uhr –
12 Uhr) eine Peilung aller 5 Minuten, um spezifische Laufstrecken der Tiere in Abhängigkeit von der
Jahreszeit und dem Geschlecht zu ermitteln. Diese Daten liefern u.a. wichtige Informationen für eine
Korrektur der mit Fotofallen ermittelten Geschlechterverhältnisse des Rotwildes in den UG. Darüber
hinaus ermöglichen sie eine Bestimmung der Schalenwildpopulationsdichten nach der Methode von
ROWCLIFFE ET AL. (2008) (vgl. Kapitel 0). Dieses Verfahren soll im Laufe des 3. Projektjahres ebenfalls
auf einer kleineren Fläche angewandt werden.
Im Berichtszeitraum traten vereinzelt technische Störungen der VHF-Module der Halsbänder auf.
Durch einen Fehler in der Software waren bereits nach kurzer Zeit bei einigen Halsbändern die sepa-
raten Batterien für die VHF-Signale entleert. Die VHF-Kommunikation ist für das Wiederfinden der
Halsbänder unerlässlich. Somit wurde vom Hersteller Vectronic Aerospace versucht, über das Mobil-
funknetz ein Softwareupdate an die Halsbänder zu senden. Jedes Tier musste hierbei mehrmals vor
Ort lokalisiert werden, um den Erfolg der Softwareaktualisierung zu überprüfen. Bisher ist es noch
nicht gelungen, bei allen Halsbändern die VHF-Kommunikation wiederherzustellen.
2.1.2
Lebensraumnutzung adulter Tiere
Zum Zeitpunkt der Besenderung ist die künftige Raumnutzung der Tiere unbekannt. Abgesehen von
Neustadt (Abb. 3) konnte eine flächige Abdeckung der UG hinsichtlich der Raumnutzung des markier-
ten Rotwildes bisher weitestgehend erreicht werden. In Bärenfels, Neudorf und Eibenstock verteilen
sich die Peilungen über weite Bereiche der UG (Abb. 3 - Abb. 6). Bei der Auswahl der zu narkotisie-
renden Individuen wurde auf ähnliche Anteile und eine ausgeglichene Verteilung der Altersklassen
und Geschlechter (Tab. 1 und Tab. 2) im jeweiligen UG geachtet.
Abb. 3:
Räumliche Verteilung der GPS-Lokalisationen aller besenderten Stücke (N=2) im Kern-UG Neustadt (rote Linie) bis
30.06.2017.

image
image
11
Abb. 4:
Räumliche Verteilung der GPS-Lokalisationen aller besenderten Stücke (N=8) im Kern-UG Bärenfels (rote Linie) bis
30.06.2017.
Abb. 5:
Räumliche Verteilung der GPS-Lokalisationen aller besenderten Stücke (N=9) im Kern-UG Neudorf (rote Linie) bis
30.06.2017.

image
image
12
Abb. 6:
Räumliche Verteilung der GPS-Lokalisationen aller besenderten Stücke (N=10) im Kern-UG Eibenstock (rote Linie)
bis 30.06.2017.
In allen vier UG war die Raumnutzung des besenderten Rotwildes von mehr oder weniger ausgepräg-
ten saisonalen Verschiebungen der Einstandsgebiete geprägt. Die längsten Wanderungen, vor allem
die in die Sommereinstände in den höheren Berglagen (in Bärenfels, Neudorf und Eibenstock), er-
streckten sich über bis zu 17 km Luftlinie. Außerdem hielten sich 17 von 28 Sendertieren zeitweise,
zum Teil auch über lange Zeiträume, in der Tschechischen Republik auf. Die bisherigen Ergebnisse
unterstützen die Hypothese, dass großräumige Migrationsbewegungen trotz weitestgehend fehlen-
der Migrationsbarrieren nicht zu erwarten sind.
Im Sommer 2016 wurden einige Fotofallen im Kernlebensraum der Sendertiere ausgebracht, um
Informationen über die Struktur der Rudel/Familienverbände zu sammeln (Abb. 7). Dies wurde im
Sommer 2017 wiederholt.
Abb. 7:
Aufnahme von T8 mit H92 und weiteren Rudelmitgliedern im UG Eibenstock (Foto: V. Meißner-Hylanová).

image
image
13
2.1.2.1
Besenderung von Rotwildkälbern mit VHF-Ohrmarkensendern
Ob die in der Arbeitshypothese postulierte Raumtreue auch auf die folgenden Generationen übertra-
gen wird, soll durch die Besenderung von Kälbern telemetrierter Alttiere erforscht werden. Im ersten
Projektjahr (2016) konnten drei frisch gesetzte Kälber von besenderten Alttieren mit einem VHF-
Miniaturohrmarkensender ausgestattet werden. Im Mai/Juni 2017 wurden weitere vier Kälber mar-
kiert (Tab. 3).
Tab. 3:
Bis zum 30.06.2017 markiertes juveniles Rotwild sowie Informationen zur Besenderungsstelle, zur Mutter, zur bishe-
rigen Laufzeit der Sender und der Anzahl der Lokalisationen.
Tier-ID
UG
Fangort (Revier)
Mutter
Beobachtungszeitraum
Lokalisationen
H91
Eib
Wildenthal
T4
21.05.2016 – 26.01.2017
94
H92
Eib
Grünheide
T8
23.05.2016 - aktiv
136
T93
Bär
Rehefeld
T3
22.05.2016 - aktiv
62
T95
Eib
Carlsfeld
T12
23.05.2017 - aktiv
73
H96
Eib
Grünheide
T8
21.05.2017 - aktiv
78
T97
Ned
Rabenberg
-
27.05.2017 - aktiv
1
H98
Ned
Oberwiesenthal
T13
04.06.2017 - aktiv
43
Im Mai/Juni 2017 lieferten die Telemetrie-Daten fast aller Alttiere präzise Informationen zu deren
Raumnutzung und somit auch zum Setzzeitpunkt. Die Mütter wurden nach der Besenderung der Käl-
ber bis Ende Juli in Abständen von 20 Minuten geortet (GPS-Peilung). Parallel wurden von jedem Kalb
bis Ende Juli mindestens zwei Peilungen pro Tag (VHF) erhoben. Damit werden erstmals mit dieser
Methode detaillierte und systematische Aussagen zur Raumnutzung von Alttier und Kalb möglich
sein. Ab August erfolgte die Lokalisierung der Jungtiere nur noch einmal pro Woche, da die Kälber
meist schon mit den Muttertieren mitlaufen, deren GPS-Positionen dann wieder im 1-Stunden-
Abstand vorlagen. Eine Umbesenderung der weiblichen Kälber mit einem GPS-Halsband ist für das
kommende Winterende geplant. Zu diesem Zeitpunkt sind die Träger der Kälber soweit entwickelt,
dass die Ausstattung der Tiere mit einem GPS-Halsband möglich ist. Die Umbesenderung der Hirsch-
kälber soll aufgrund des Trägerwachstums frühestens nach anderthalb Jahren erfolgen. Von allen
bisher markierten Kälbern wurden Proben für genetische Analysen genommen.
Abb. 8:
T93 im Mai 2017 als Schmaltier (links; Foto: V. Meißner-Hylanová). Hirschkalb H96 mit Ohrmarkensender, am
21.05.2017 markiert (rechts, Foto: N. Stier).

14
Die Raumnutzung der besenderten Kälber in den UG Neudorf und Eibenstock wird 2017 im Rahmen
einer Masterarbeit analysiert (Bearbeiter: Phil Seifert).
Bei den Alttieren T8, T12 und T13 gelangen Fang und Markierung der zugehörigen Kälber bereits
nach einmaliger Suche. Bei T8 gelang nach der Besenderung des Vorjahreskalbes (H92) auch die Mar-
kierung des diesjährigen Kalbes H96. Dessen Raumnutzungsdaten können mit denen des im Vorjahr
gesetzten Hirschkalbes verglichen werden. Sichtkontakte bestätigten bei allen drei markierten Käl-
bern die Zugehörigkeit zu den besenderten Alttieren. Gleichzeitig stehen Gewebeproben aller besen-
derten Tiere zur Analyse der Verwandtschaftsbeziehungen zur Verfügung (vgl. Kapitel 2.2.3.1.2 und
Kapital 2.2.3.2.3). Sichtkontakte bestätigten, dass das am 27.05.2017 besenderte Kalb T97 nicht - wie
ursprünglich angenommen - zum Alttier T9 gehört. Dieses Kalb war im Juni nicht ortbar. Seit Anfang
Juli ist dessen aktuelle Position wieder bekannt. Trotz des unbekannten Muttertiers werden die
Raumnutzungsdaten weiter erhoben.
2.2
Ermittlung von Populationskennzahlen
2.2.1
Distance Sampling
Basierend auf der zur Verfügung stehenden Forstwegeinfrastruktur wurde bereits im letzten Jahr ein
randomisiertes Transektdesign entwickelt, das die methodischen Voraussetzungen für eine repräsen-
tative Erfassung der Schalenwildarten, insbesondere von Rotwild und Rehwild, erfüllt. Da das gesam-
te Messnetz aufgrund der reinen Größe nicht in einer Nacht befahren werden kann, wurden Segrega-
te gebildet. Hintergrundinformationen zur Methodik sind im Zwischenbericht 2016 zusammenge-
fasst.
Im ersten Projektjahr fand eine Pilotphase zur Erprobung des Distance-Sampling-Verfahrens in den
einzelnen UG statt. Diese konnte mittlerweile erfolgreich abgeschlossen werden. Sie diente dazu, die
Anwendbarkeit der Methode zu prüfen, die Qualität der Ergebnisse zu evaluieren und ggf. Vorschläge
zur Verfahrensoptimierung abzuleiten. Folgenden Parametern wurde in der Erprobungsphase beson-
deres Augenmerk geschenkt: Jahreszeit der Beprobung, Befahrbarkeit und Einsehbarkeit des Gebiets,
Beprobung von Offenlandbereichen, Repräsentativität des Transektnetzes, räumliche Verteilung der
Rudel, Variation der Rudelgrößen, Stichprobengröße.
In jedem UG, in dessen Flächenumriss sich schwerpunktmäßig Verwaltungsjagdbezirke (VJB), aber
auch mit unterschiedlichen Anteilen private Jagdbezirke befinden, fanden mindestens zwei Durchläu-
fe der Befahrungen der Transekte statt. In Neustadt und Bärenfels erfolgten diese im Herbst 2016
und im Frühjahr 2017. In Neudorf und Eibenstock konnten jeweils drei Befahrungen durchgeführt
werden (Sommer 2016, Herbst 2016, Frühjahr 2017). Witterungsbedingt war es nicht möglich, eine
Befahrung des Transektnetzes zur Winterzeit zu realisieren (u.a. Ausweisung von Skilanglaufloipen).
Die nächtlichen Messfahrten verliefen weitestgehend planmäßig und unter guten Bedingungen. Es
gab keine Messfahrt, die wetterbedingt oder aus anderen Gründen abgebrochen oder ausgesetzt
werden musste. Waren Wege kurzfristig (z.B. durch Holzeinschlag oder Wegebau) nicht befahrbar,
wurde das Transektnetz durch die Aufnahme neuer Routen ergänzt, um den methodischen Rahmen-
bedingungen Rechnung zu tragen.

15
Da es bis zum Beginn der Datenerfassung nicht gelang, die schriftliche Genehmigung zur Nutzung der
Wege in allen, an die VJB angrenzenden privaten Jagdbezirke einzuholen, konnte die Beprobung aller
für das Distance-Sampling-Verfahren geeigneten Flächen nicht vollständig umgesetzt werden. Dies
betraf vor allem die UG Neustadt und Neudorf, zum Teil aber auch Eibenstock. Nur in Bärenfels war
eine vollständige Datenaufnahme innerhalb der Grenzen des gewählten Flächendesigns möglich
(Tab. 4). Die Darstellungen des Transektdesigns (letztmalige Erfassung) für alle vier UG ist in Anhang I
zu finden.
Tab. 4:
Umsetzung des Distance Sampling in den UG (
×
= Teile des UGs beprobt;
= Teile des UGs mit Einwilligung des
Jagdpächters beprobt;
= UG vollständig beprobt).
UG
Beprobungszeitraum
Beprobungsgebiet
Neustadt
Herbst 2016 – P1
×
nur VJB
Frühjahr 2017 – P2
nur VJB + GJB Reinhardtsdorf + Schöna
Bärenfels
Herbst 2016 – P1
vollständiges UG
Frühjahr 2017 – P2
vollständiges UG
Neudorf
Sommer 2016 – P1
×
nur VJB
Herbst 2016 – P2
×
nur VJB
Frühjahr 2017 – P3
nur VJB + GJB Crottendorf
Eibenstock
Sommer 2016 – P1
×
nur VJB
Herbst 2016 – P2
×
nur VJB
Frühjahr 2017 – P3
×
nur VJB
Die im Zuge der Einfach-Beprobungen in den UG erfolgten Wilddetektionen, sind in den Tab. 5 -Tab.
8 dargestellt. Abb. 9 verdeutlicht beispielhaft die Erfassung von Rotwild in unterschiedlichen UG.
Tab. 5:
Anzahl der Detektionen und erfasster Individuen im Rahmen des Distance Sampling im UG Neustadt.
UG
Neustadt
Beprobung
P1 - Herbst 2016
P2 - Frühjahr 2017
Datum
13.09. - 15.09.2016
07.03. – 09.03.2017
Detektionen gesamt
65
82
Detektionen Rotwild
16
4
Detektionen Rehwild
40
60
Detektionen Schwarzwild
9
18
Anzahl gesamt
122
212
Anzahl Rotwild (Stk.)
33
15
Anzahl Rehwild (Stk.)
68
116
Anzahl Schwarzwild (Stk.)
21
81
Transektnetz (km/1000 ha) 20,2
20,1
DS Fläche (ha)
6665
6978
Tab. 6:
Anzahl der Detektionen und erfasster Individuen im Rahmen des Distance Sampling im UG Bärenfels.

16
UG
Bärenfels
Beprobung
P1 - Herbst 2016
P2 - Frühjahr 2017
Datum
26.09. - 29.09.2016
27.03. - 30.03.2017
Detektionen gesamt
163
150
Detektionen Rotwild
39
30
Detektionen Rehwild
114
107
Detektionen Schwarzwild
10
13
Anzahl gesamt
376
414
Anzahl Rotwild (Stk.)
92
164
Anzahl Rehwild (Stk.)
208
185
Anzahl Schwarzwild (Stk.)
76
65
Transektnetz (km/1000 ha) 24,5
24,5
DS Fläche (ha)
9368
9368
Tab. 7:
Anzahl der Detektionen und erfasster Individuen im Rahmen des Distance Sampling im UG Neudorf.
UG
Neudorf
Beprobung
P1 - Sommer 2016
P1 - Herbst 2016
P2 - Frühjahr 2017
Datum
18.07. - 22.07.2016
05.12. - 10.12.2016
24.04. - 29.04.2017
Detektionen gesamt
176
117
128
Detektionen Rotwild
121
69
50
Detektionen Rehwild
52
40
59
Detektionen Schwarzwild
3
8
19
Anzahl gesamt
300
285
345
Anzahl Rotwild (Stk.)
225
168
141
Anzahl Rehwild (Stk.)
65
68
82
Anzahl Schwarzwild (Stk.)
10
49
122
Transektnetz (km/1000 ha) 22,1
22,1
22,0
DS Fläche (ha)
8904
8904
9145

image
image
17
Tab. 8:
Anzahl der Detektionen und erfasster Individuen im Rahmen des Distance Sampling im UG Eibenstock.
UG
Eibenstock
Beprobung
P1 - Sommer 2016
P1 - Herbst 2016
P2 - Frühjahr 2017
Datum
11.07. - 15.07.2016
06.11. - 10.11.2016
08.05 - 11.05.2017
Detektionen gesamt
35
28
33
Detektionen Rotwild
23
15
8
Detektionen Rehwild
12
11
23
Detektionen Schwarzwild
0
2
2
Anzahl gesamt
52
63
61
Anzahl Rotwild (Stk.)
37
31
19
Anzahl Rehwild (Stk.)
15
23
32
Anzahl Schwarzwild (Stk.)
0
9
10
Transektnetz (km/1000 ha) 22,7
22,7
22,7
DS Fläche (ha)
6138
6138
6138
Abb. 9:
Wärmebildaufnahme eines Kahlwildrudels und Schwarzwild im UG Neudorf (links). Wärmebildaufnahme eines
Rotwildrudels im UG Bärenfels (rechts). (Fotos: V. Müller).
Die während der Pilotphase gesammelten Daten und Erfahrungen liefern wichtige Erkenntnisse zur
Anwendbarkeit des Verfahrens unter den in den UG vorherrschenden Bedingungen.
Um im Zuge der Datenauswertung für Wege an den Außengrenzen des UG oder an Waldkanten die
exakten Erfassungsgrenzen für die Ermittlung der Populationsdichte von Schalenwild nach dem Dis-
tance-Sampling-Verfahren
festzulegen,
wurden
die
telemetrischen
Lokalisationen
(Stichtag
01.06.2017) herangezogen. An ausgesuchten, gleichmäßig und gerade verlaufenden Grenzlinien zwi-
schen Wald und größeren Offenlandflächen wurden zur Ermittlung einer optimalen Pufferweite die
Distanzen der Peilpunkte auf den landwirtschaftlichen Flächen zum Waldrand ausgewertet, um damit
Detektionen innerhalb und außerhalb des Beprobungsgebietes klar abgrenzen zu können. Mehrere
Pufferweiten befinden sich zurzeit in der Erprobung, mit dem Ziel die Detektionsanzahl im Verhältnis
zur Flächenerweiterung anzuheben, um somit die Erfassungsqualität der Messfahrten zu steigern.

18
Die fehlenden Genehmigungen zur Wegenutzung außerhalb der VJB erwiesen sich als eine bedeu-
tende Einschränkung des DS-Verfahrens. Aufgrund der fehlenden Genehmigung erfolgten die Mess-
fahrten überwiegend in Wäldern, während das Offenland weitgehend unberücksichtigt bleiben
musste. Da die bisherigen Daten der besenderten Tiere aber eine starke nächtliche Aufenthaltspräfe-
renz im Offenland andeuten, kann von einer regional differenzierten Unterschätzung der ermittelten
Rotwilddichten im Bezug zum Waldlebensraum ausgegangen werden. Um den geringen Anteil an
Genehmigungen zum DS in privaten Jagdbezirken und die damit verbundene geringe Abdeckung des
Offenlandes in den künftigen Erhebungen zu erhöhen, erwies sich das an die Jagdausübungsberech-
tigen gerichtete Angebot, an den Fahrten zur Datenerfassung teilzunehmen, als hilfreich.
Die Pilotphase des DS gab ebenfalls Hinweise darauf, dass geringe Detektionszahlen von einfachen
Beprobungen zu hohen Variationskoeffizienten (> 20%) bei der Dichteberechnung führten. Aus der
Erhöhung der Stichprobengröße durch die Mehrfachbeprobung im jeweiligen Bezugszeitraum wird
eine Absenkung der Variationskoeffizienten erwartet. Dabei sind vorerst folgende Wiederholungen
angedacht:
Eibenstock, 3-fach-Befahrung, Juli 2017
Neudorf, 2-fach-Befahrung, November 2017
Bärenfels, 2-fach-Befahrung, Dezember 2017
Neustadt, 3-fach-Befahrung, Frühjahr 2018.
Im weiteren Projektverlauf werden die Ergebnisse des Distance Sampling mit den Ergebnissen weite-
rer Populationsgrößenschätzverfahren (Fang-Markierung-Wiederfang mittels Fotofallen und Frisch-
kotgenotypisierung) abgeglichen, um etwaige verfahrensbedingte Schätzfehler des Distance-
Sampling-Verfahrens zu korrigieren.
2.2.2
Fotofallenmonitoring
Zahlreiche auf der Analyse von Fotofallenbildern basierende Verfahren zur Ermittlung populati-
onsökologischer Charakteristika setzen zufallsverteilte Stichproben voraus. Auch in diesem Projekt
wurde hiervon ausgegangen. Auf Basis eines standardisierten Rasters von 1 x 1 km Segmentlänge
wurden deshalb in den UG bereits im letzten Berichtsjahr Standorte für Fotofallen festgelegt. Abhän-
gig von der Größe der UG resultierte dies in je 50 Standorten in den UG Neustadt und Bärenfels, 59
Standorten in Neudorf und 41 Standorten in Eibenstock. Auf der Grundlage des 1 x 1 km Rasternetzes
wurden, in Absprache mit den zuständigen Revierleitern und entsprechend der lokalen Gegebenhei-
ten, die Standorte für die Fotofallen bestimmt. War die Aufstellung der Fotofallen (Cuddeback C2)
nicht direkt auf den Rasterpunkten möglich, wurden Stellen in unmittelbarer Nähe gewählt. Dabei
wurden Schalenwildwechsel bewusst aufgesucht. Die Wahl der Anbringungshöhe und des Neigungs-
winkels der Kameras richtete sich nach den jeweiligen Standortbedingungen und war für die Zielart
Rotwild optimiert (Abb. 10).

image
image
19
Abb. 10:
Installation einer Cuddeback-Fotofalle (links; Foto: M. Thomae). Aufnahme aus dem Fotofallenmonitoring -
Schmalspießer im Winter (rechts; Foto: P.Prölß).
Je eine acht Gigabyte Speicherkarte und acht Akkumulatoren stellten den Betrieb sicher. Während
des Erfassungsintervalls werden die Akkumulatoren und Speicherkarten monatlich gewechselt, um
die Kontinuität der Datenerfassung zu sichern und eventuelle Ausfälle zeitlich weitestgehend zu mi-
nimieren. Zur Energieversorgung eigneten sich EneloopPro® Ni-MH-Akkumulatoren (min. 2.450
mAh). Die anfänglich eingesetzten AmazonBasics® Ni-MH-Akkumulatoren (min. 2.400 mAh) wiesen,
bei vergleichbaren Leistungsdaten, gegenüber Ersteren oftmals kürzere Laufzeiten auf. Ebenso diffe-
renziert hinsichtlich der Energienutzung ist das Fotofallenmodell Cuddeback C123 zu betrachten.
Verkürzte Laufzeiten bei geladenen Akkus und wenig Auslösungen traten auf. Eine gewisse Störanfäl-
ligkeit des Blitzmoduls war gegeben, ließ sich jedoch eigenständig beheben. Von den eingesetzten
Fotofallen fielen fünf ohne erkennbaren Grund komplett aus, drei wurden durch Diebstahl entwen-
det. Ausgefallene Fotofallen wurden zeitnah ersetzt.
Das Fotofallenmonitoring zielt darauf ab, in allen UG die Rotwildpopulation über den gesamten Jah-
resverlauf abzubilden. Aufgrund einer begrenzten Anzahl zur Verfügung stehender Kameras, wurden
die Fotofallen in der Regel nach dreimonatiger Datenerfassung zwischen den UG umgesetzt (Tab. 9).
Die verlängerte Standzeit in den Wintermonaten erklärt sich aus den hohen Schneelagen im Erzge-
birge, die den Zugang zu den Standorten erheblich erschweren oder unmöglich machen. Trotz dieser
Abweichung von der üblichen Verfahrensweise werden die Projektziele erfüllt, bis Ende April 2018
aus allen UG für alle Monate Fotofallenbilder vorliegen zu haben (unechte Zeitreihe).

20
Tab. 9:
Zeitliches Regime des Fotofallenmonitorings in den UG Eibenstock (Eib), Neudorf (Ned), Bärenfels (Bär) und Neu-
stadt (Nes).
UG
Jan
Feb
März
Apr
Mai
Juni
Juli
Aug
Sept
Okt
Nov
Dez
2016
Eib
Ned
Bär
Nes
2017
Eib
Ned
Bär
Nes
2018
Eib
Ned
Bär
Nes
Die bisher erzielte Stichprobengröße und der Anteil der aktiven Laufzeit an der Gesamtlaufzeit vari-
iert zwischen den UG zum Teil erheblich. Dies ist unter anderem den unterschiedlichen Laufzeiten
innerhalb der UG sowie dem Einfluss von Witterung und Technik geschuldet (Tab. 10). Die Auswer-
tung der Fotofallenbilder erfolgt mit dem Programm FFM 2.0.
Tab. 10:
Gesamtbildzahlen und Laufzeittage der Fotofallen in den UG zwischen Mai 2016 und April 2017.
Neustadt
Bärenfels
Neudorf
Eibenstock
Anzahl der Bilder
29.269
28.161
84.497
28.209
Fallentage (Soll)
9.200
26.353
Fallentage (Ist)
8.872
24.001
Prozentsatz aktiv
96%
91%
Ebenfalls aus Tab. 10 ersichtlich sind die Nutzungsprozente der Kameras, die aus dem Vergleich des
Soll- und Ist-Wertes der Fallentage resultieren. Die geringeren Nutzungsprozente in Neu-
dorf/Eibenstock gegenüber Bärenfels/Neustadt resultieren aus der Datenerfassung im Winterzeit-
raum. Während dieser Jahreszeit konnte aufgrund der Witterungsverhältnisse das monatliche Wech-
selintervall nicht konstant eingehalten werden. Dies führte zu Spannungsverlust, schneebedeckten
Linsen, Einschränkungen des Sichtfeldes durch einhängende Äste und Datenverlust durch volle Spei-
cherkarten. Positiv zu vermerken ist sicherlich die Tatsache, dass durch die Vermeidung von Fußspu-
ren im frischen Schnee, die zu den Kamerastandorten führen, die Diebstahlwahrscheinlichkeit verrin-
gert wurde.

21
In Abb. 11 sind die relativen Stückzahlen des fotografierten Schalenwildes dargestellt. Durch den
Bezug auf 24 Stunden und auf je eine Fotofalle sind die Werte zwischen den UG trotz deutlicher Un-
terschiede in der Standzeit vergleichbar. Zu beachten sind hierbei jedoch die Unterschiede, die durch
die bisher noch fehlende Ausgewogenheit der berücksichtigten Jahreszeiten entstanden sind. In
Neudorf und Eibenstock umfasst die Stichprobe die Datenerfassung zwischen Mai und Juli 2016 und
während des Winterzeitraums (November 2016 – April 2017), wohingegen für Bärenfels und Neu-
stadt bislang nur drei Monate (August – Oktober 2016) ausgewertet werden konnten. Erkennbar ist,
dass in Neudorf deutlich mehr Rotwild aufgenommen werden konnte als in den anderen UG.
Abb. 11:
Relative Stückzahlen fotografierten Schalenwildes pro 24 Stunden und Kamerastandort in den UG ab Mai 2016.
Die in Tab. 11 dargestellten Geschlechterverhältnisse des Rotwildes in den UG sind nur als vorläufige
Ergebnisse zu betrachten. In den Gebieten Bärenfels und Neustadt ist der Brunftzeitraum in der
Stichprobe enthalten, weswegen vor allem in Bärenfels der Anteil von weiblichem Wild wahrschein-
lich unterrepräsentiert ist. Auffallend ist das stark zugunsten des weiblichen Wildes verschobene
Geschlechterverhältnis während der Winterbeprobung in Neudorf. Hier muss ein Abgleich mit den
über Telemetriedaten ermittelten, geschlechtsspezifischen und jahreszeitlich differenzierten Tages-
laufstrecken vorgenommen werden, um valide Aussagen zum Geschlechterverhältnis zu ermögli-
chen.
0.11
0.16
0.39
0.01
0.18
0.11
0.17
0.00
0.35
0.07
0.10
0.00
0.09
0.04
0.03
0.00
0.00
0.05
0.10
0.15
0.20
0.25
0.30
0.35
0.40
0.45
0.50
Rotwild
Rehwild
Schwarzwild
Muffelwild
Stück / 24h und Fotofalle
Neustadt
Bärenfels
Neudorf
Eibenstock

22
Tab. 11:
Geschlechterverhältnisse des Rotwildes (♂:♀) in den UG, differenziert nach Erfassungszeiträumen.
UG
Beprobungszeitraum
Mai – Juli 2016
August – Oktober 2016
November 2016 - April 2017
Neustadt
-
1:1,05
-
Bärenfels
-
1:0,81
-
Neudorf
1:1,76
-
1:4,21
Eibenstock
1:0,91
-
1:1,1
Erste Modellrechnungen mit dem R-Auswertungsmodul „SECR“ (Spatially Explicit Capture–
Recapture) und den Daten aus der Individualerkennung von Rothirschen wurden bereits ausgeführt.
Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass in den UG Neustadt und Eibenstock nur eine geringe Anzahl von
Wiederfängen vorhanden ist und damit die Ergebnisse aus den SECR-Modellen sehr hohe Abwei-
chungen voneinander zeigen. Bis Ende April 2018 soll das standardisierte Fotofallenmonitoring abge-
schlossen werden, um anschließend schwerpunktmäßig einzelne Gebiete zu beproben. Dies soll der
Erhöhung der Datenqualität der Fang-Wiederfang-Berechnungen und der SECR-Modellrechnungen
dienen. Die Auswertung der Fotofallenbilder und die Individualerkennung von Rothirschen werden
kontinuierlich fortgesetzt.
2.2.3
Frischkotgenotypisierung an Rotwild
Die Frischkotgenotypisierung dient im Projekt als ein Referenzsystem zur Schätzung der Populations-
größe und wird in Zuständigkeit des Referates Forstgenetik am Kompetenzzentrum für Wald und
Forstwirtschaft bei Sachsenforst bearbeitet. Sie ergänzt die weiteren Verfahren zur Schätzung der
Populationsgröße mittels Distance Sampling (transektgebundene Erfassung mittels Wärmebildtech-
nik) sowie Fang-Markierung-Wiederfang Verfahren mittels Fotofallen. Die Genotypisierung der fri-
schen Losungsproben wird mit hochvariablen Mikrosatelliten-Markern sowie einem geschlechtsspe-
zifischen Marker durchgeführt. Die Untersuchungen im Rahmen des Rotwild-Projektes waren ab
Frühjahr 2017 geplant. Das Jahr 2016 wurde aber im Rahmen der zur Verfügung stehenden Kapazitä-
ten genutzt, um die Verfahren der Sammlung und der Analyse zu etablieren.
Neben einer sorgfältigen Literaturrecherche basieren unsere Ansätze maßgeblich auf den Erfahrun-
gen der Arbeitsgruppe um Dr. Ulf Hohmann (Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft
Rheinland-Pfalz (FAWF) in Trippstadt) und Dr. Cornelia Ebert (FAWF und SEQ-IT Kaiserslautern), die
uns durch eine ausführliche Konsultation den Einstieg in die Thematik wesentlich erleichtert haben
(FICKEL & HOMANN 2005, BRINKMAN ET AL. 2010, EBERT 2011). Darüber hinaus lieferte ein Treffen mit
Dr. Diana Krajmerová (Labor für Forstpflanzen- und Wildtiergenetik der TU Zvolen) wichtige Hinweise
zur Sammlung, Lagerung, Extraktion und Analyse von Gewebe- und Kotproben.

23
2.2.3.1
Methodik
2.2.3.1.1 Voruntersuchungen an Gewebe
Um Erfahrungen mit den Primern und der auftretenden Variation an den untersuchten Markern zu
sammeln, wurden zunächst Gewebeproben (Muskelfleisch, Leber, Ohrknorpel, Haare) von im Winter
2015/2016 erlegten Stücken aus dem Forstbezirk Bärenfels und dem Nationalpark Sächsische
Schweiz angefordert. Zur Entnahme der Proben wurden mit Alkohol gefüllte Röhrchen und eine
Sammelanleitung verschickt. Insgesamt gingen Proben von 33 Individuen (Abb. 12) ein, wobei von
einigen Stücken Proben verschiedener Gewebearten zur Verfügung standen.
Abb. 12:
Verteilung der untersuchten Testproben nach Forstbezirk, Geschlecht und Altersklasse.
Außerdem wurden eine Probe Muffelwild (
Ovis gmelini musimon
, Pallas, 1811) und neun Proben
Rehwild (
Capreolus capreolus
, Linnaeus, 1758) untersucht, um festzustellen, ob die verwendeten
Marker eine sichere Abgrenzung zwischen Rotwild und diesen beiden Arten ermöglichen. Der siche-
re, frühzeitige Ausschluss anderer Wildarten aus der Analyse hilft, die Analysekapazitäten zielgerich-
tet zu nutzen.
2.2.3.1.2 Haarproben besenderter Stücke
Im Rahmen des Arbeitsschwerpunktes Telemetrie wurden durch die AG Wildtierforschung der TU
Dresden Haarproben von allen besenderten Tieren (außer T1) gewonnen und an das Labor des Refe-
rates Forstgenetik geliefert. Es handelt sich bisher um 35 Individuen (16 weibliche und 12 männliche
erwachsene Tiere sowie 7 Kälber). Die Proben wurden trocken in Papiertüten bzw. Briefumschlägen
transportiert und gelagert. Nicht in jedem Fall konnten komplette Haare mit Wurzeln gewonnen
werden.
0
1
2
3
4
5
6
AK 0
AK 1
AK 2+
AK 0
AK 1
AK 2+
männlich
Weiblich
Anzahl Proben
Bärenfels
Nationalpark

image
image
image
24
2.2.3.1.3 Kotproben
Die Etablierung der Methode der Kot-Genotypisierung erfolgte an Proben, die im Frühjahr und Som-
mer 2016 durch Mitarbeiter des Kompetenzzentrums Wald und Forstwirtschaft gesammelt worden
waren. Diese Sammlungen wurden gleichzeitig genutzt, um verschiedene Transport- und Lagerungs-
varianten zu testen.
Im November 2016 wurde eine Testsammlung von Kotproben durchgeführt, um methodische Fragen
zu klären, erste Erfahrungen mit dem Verfahren zu sammeln und potentielle Sammler zu schulen.
Dabei wurde am ersten Tag eine Informationsveranstaltung kombiniert mit einer gemeinsamen Be-
gehung im Wildgehege Tharandt durchgeführt. Bei einem anschließenden gemeinsamen Testdurch-
lauf im Tharandter Wald wurden Fragen zum Gebrauch der GPS-Geräte, zur Einschätzung der Pro-
ben, zur Art der Sammlung und zur Dokumentation geklärt (Abb. 13). In den folgenden zwei Tagen
waren die Werkvertrag-Nehmer eigenständig im Revier Rehefeld unterwegs, um eine praxisnahe
Sammlung auf den vorgegebenen Transekten zu absolvieren (Abb. 14).
Abb. 13:
Sammlung und Dokumentation von Kotproben (Fotos: U. Tröber).
Die Probesammlung ergab 467 Proben mit dokumentierten Koordinaten, einer Einschätzung der
Probenfrische in drei Stufen und des Deckungsgrades im Umkreis einer Baumlänge. Ziel war die Etab-
lierung eines Verfahrens, das zuverlässig und praktikabel die Sammlung und Analyse einer ausrei-
chend großen Probenzahl ermöglicht und zu einer hohen Ausbeute an sicher reproduzierbar be-
stimmten Genotypen führt.

image
25
Abb. 14:
Transekte im 500m - Abstand sowie Fundstellen frischer Losung im Testdurchlauf im Herbst 2016 im Revier Rehe-
feld (Forstbezirk Bärenfels).
Basierend auf den Erfahrungen der Voruntersuchungen im Jahr 2016 wurde die eigentliche Proben-
sammlung im März und April 2017 geplant und durchgeführt. Da von einem immensen Analyse- und
Auswertungsaufwand bei zunächst unklarer statistischer Absicherung ausgegangen werden musste,
wurde zunächst nur das Teil-UG Bärenfels bearbeitet. Die Ergebnisse sollen im besten Fall als Refe-
renzmaß für die weiteren, parallel durchgeführten Methoden zur Bestandsschätzung angewendet
werden. Das vollständige Losverzeichnis mit Informationen zur Transektlänge etc. ist in Anhang II zu
finden. Die Lage der Transekte in beiden Losen ist in Abb. 15 ersichtlich.
Der erste Durchgang im März 2017 lieferte ca. 1.600 Proben, der zweite im April knapp 700. Die ins-
gesamt 2.300 Proben wurden dokumentiert und in Gefrierschränken bei -20°C eingelagert.

image
26
Abb. 15:
Lage der beiden Lose im UG Bärenfels zur Losungssammlung im Frühjahr 2017.

27
2.2.3.1.4 Etablierung der Labormethodik
Die Extraktion der DNA aus den verschiedenen Materialarten wurde zunächst mit manuellen Kits der
Firma Analytik Jena getestet. Inzwischen wird sie standardmäßig mit dem Extraktionsgerät InnuPure
C16® (Analytik Jena) durchgeführt, das die teilweise Automatisierung der Arbeiten ermöglicht. Dabei
kommen die Kits innuPREP DNA Kit-IPC16® für Gewebe (und Haare), innuPREP Stool DNA Kit-IPC16®
für Kot und innuPREP Forensic DNA Kit-IPC16® für schwierige Haar- und sonstige Proben zum Einsatz.
Die Auswahl der Mikrosatelliten-Marker und der Primerkombination zur Geschlechtsbestimmung
(Tab. 12) orientierte sich vorrangig an der Arbeit von EBERT (2011), wurde aber um einige weitere
Marker ergänzt. Im Anschluss wurden PCR-Reaktionen der Marker (Bestellung bei biomers.net) zum
Teil einzeln, zum Teil kombiniert als Multiplex von bis zu vier Markern, durchgeführt.
Tab. 12:
Übersicht der getesteten Genmarker.
Marker
Label
Quelle
Haut14
Cy5
KUEHN ET AL. 2003, EBERT 2011
BCM1009
Cy5
VALIÈRE ET AL. 2006, EBERT 2011
TGLA53
DY-751
VALIÈRE ET AL. 2006, EBERT 2011
CSSM16
DY-751
KUEHN ET AL. 2003, EBERT 2011
CSSM19
DY-751
KUEHN ET AL. 2003, EBERT 2011
BM203
BMN-6
VALIÈRE ET AL. 2006, EBERT 2011
IDVGA55
BMN-6
VALIÈRE ET AL. 2006, EBERT 2011
ILSTS06
Cy5
KUEHN ET AL. 2003
CSRM60
Cy5
KUEHN ET AL. 2003
CSSM66
BMN-6
KUEHN ET AL. 2003
AMELXY
Cy5
GURGUL ET AL. 2010
Die PCR-Produkte werden mit dem genetischen Analyse-System GeXP® (Beckman-Coulter) zur Be-
stimmung der Fragmentlängen untersucht. Die Methode zur populationsökologischen Auswertung
der genetischen Daten zur Schätzung der Populationsgröße steht noch nicht fest. Mehrere Program-
me (MARK, CAPWIRE, R) werden derzeit evaluiert und nach Vorliegen erster vollständiger Datensätze
getestet.
2.2.3.2
Ergebnisse
2.2.3.2.1 Laborverfahren
Die Extraktion und Analyse der DNA aus den Gewebeproben gestaltet sich bisher relativ unproblema-
tisch. Erwartungsgemäß schwieriger ist die Untersuchung der Kotproben. In einer Testreihe wurden
verschiedene Varianten für Transport und Lagerung der Kotproben verglichen (Ethanol, Extraktions-
puffer, Silicagel, Frost). Direkt nach der Überführung ins Labor wurden Teile der Proben einer DNA-

28
Extraktion unterzogen. Zu diesem Zeitpunkt konnten kaum Unterschiede zwischen den Varianten
festgestellt werden. Nach etwa vier Wochen wurde die Extraktion wiederholt, was zu sehr unter-
schiedlichen Ergebnissen führte. Als am besten geeignet bestätigte sich die Sammlung in Plastiktüten
und eine durchgehende Kühlung (knapp über 0°C während der Sammlung und -20°C nach der An-
kunft im Labor). Der Erfolg der DNA-Extraktion als Voraussetzung für die nachfolgende Bestimmung
des Genotyps hängt entscheidend von der Qualität und Frische der gesammelten Kotproben ab.
Während die Untersuchung einer Kotprobe direkt aus dem Darm eines erlegten Tieres ein gutes Er-
gebnis lieferte, sind bei den gesammelten Proben große Unterschiede beim Erfolg der Genotypisie-
rung zu verzeichnen.
Die PCR der Marker (Tab. 12) wurden im Rahmen von Voruntersuchungen so optimiert, dass sie in
drei Multiplex-Ansetzen und einer Einzelreaktion durchgeführt werden können. Die beiden in der
Tabelle fett hervorgehobenen Primer ILSTS06 und CSSM66 mussten aufgrund mangelnder Trenn-
schärfe und unzureichender Reproduzierbarkeit ausgeschlossen werden. Bei den übrigen Markern
hat sich die Erfolgsrate und Reproduzierbarkeit der Analyseergebnisse auch von den Kotproben we-
sentlich verbessert.
2.2.3.2.2 Erste Ergebnisse der Analyse von Gewebeproben
Die Gewebeproben von erlegtem Rotwild aus dem Forstbezirk Bärenfels und dem Nationalpark Säch-
sische Schweiz wurden mit den oben genannten Primern (Tab. 12) untersucht. An Proben, die dop-
pelt geliefert wurden oder die unterschiedliche Gewebearten eines Tieres umfassten, wurde die Re-
produzierbarkeit überprüft. Im Wesentlichen zeigten die Analyseergebnisse eine hohe Zuverlässig-
keit. In wenigen Fällen lagen Abweichungen an einzelnen Genorten vor, die Nachjustierungen an der
Methodik erforderten. In einem Fall passte die Haarprobe nicht zur Gewebeprobe. Hier ist von einer
Verunreinigung der Probe beim Sammeln oder bei der Extraktion auszugehen. In jedem Fall weist
dieses Beispiel auf die Bedeutung äußerster Sauberkeit bei allen Arbeitsschritten hin.
Die ersten Ergebnisse zeigen, dass sich die beiden Populationen teilweise unterscheiden. An den acht
verbleibenden Mikrosatelliten-Loci wurden ingesamt 72 verschiedene Allele gefunden. An jedem
Genort gibt es gemeinsame Allele, und Allele die nur in jeweils einer der beiden Populationen auftre-
ten. Die Differenzierung zwischen beiden Populationen beträgt ca. 42%. Die beobachtete Heterozy-
gotie (Abb. 16) unterscheidet sich zwischen den Vorkommen relativ wenig. Am geschlechtsspezifi-
schen Genort AMELXY gibt die Heterozygotie gleichzeitig auch den Anteil männlicher Tiere an. Für
weiterreichende populationsgenetische Auswertungen sind größere Probenzahlen erforderlich.

29
Abb. 16:
Beobachtete Heterozygotie in beiden Kollektiven. Am Locus AMELXY bildet sie zugleich den Anteil männlicher
Individuen ab.
Die untersuchte Muffelwild-Probe zeigte an folgenden Genorten Allele, die außerhalb der Bereiche
lagen, in denen Rotwild-Allele auftreten: CSSM16, Haut14, TGLA53 und CSRM60. Auch für die Reh-
wild-Proben wurden an einigen Loci Rotwild-unspezifische Allele gefunden: AMELXY, CSSM19 und
CSRM60. Anhand dieser Loci lassen sich sowohl Muffel- als auch Rehwildproben vom Rotwild unter-
scheiden. Die wenigen Proben erlauben keine Aussage, ob es Überschneidungen zwischen den Varia-
tionsbereichen der Arten gibt. Die Unterschiede zwischen Rotwild und den beiden anderen Arten
treten aber jeweils an mehreren Genorten auf. Darüber hinaus sind die Proben der beiden Arten
meist durch schlechtere Amplifikationsergebnisse gekennzeichnet. Deshalb erscheint die Wahr-
scheinlichkeit, Proben fremder Arten zu identifizieren oder aufgrund sehr unvollständiger Analyseer-
gebnisse von der weiteren Analyse auszuschließen als sehr hoch. Für nahe verwandte Hirscharten
kann aus dieser Untersuchung keine Aussage getroffen werden. Die in Frage kommenden Arten
Damhirsch (
Dama dama
, Linnaeus, 1758) und Sikahirsch (
Cervus nippon
, Temminck, 1838) kommen
im UG allenfalls sporadisch vor und entwickeln keinen Einfluss auf das Gesamtergebnis.
0
0.2
0.4
0.6
0.8
1
1.2
CSSM19
CSSM66
AMELXY
CSSM16
IDVGA55
BMC1009
HAUT14
TGLA53
BM203
CSRM60
Mean
Beobachtete Heterozygotie
Bärenfels
Nationalpark

30
2.2.3.2.3 Haarproben
Von allen 35 Haarproben konnte trotz zum Teil geringer Probenmenge DNA extrahiert werden. Von
den besenderten Tieren liegen (mit Ausnahme weniger unklarer Muster an einzelnen Loci) nahezu
vollständige Genotypen an allen untersuchten Markern vor. Die bei der Besenderung der Kälber beo-
bachteten Mutter-Kind-Verwandtschaften konnten bestätigt werden.
Aus den Bewegungsprofilen der besenderten Individuen ergab sich bei der AG Wildtierforschung der
TU Dresden zum Teil die Vermutung weiterer Verwandtschaftsbeziehungen. Wenn es sich dabei um
Mutter-Kind-Beziehungen handelte, konnten diese Vermutungen widerlegt oder erhärtet werden.
Für Geschwisterbeziehungen ist eine Aussage nur möglich, wenn auch mindestens ein gemeinsamer
Elter bekannt ist.
2.2.3.2.4 Frischkotgenotypisierung
Von den 467 Proben aus der Testsammlung vom 21.-23.11.2016 im Revier Rehefeld liegen zum Be-
richtszeitpunkt Daten aus zwei kompletten Analysedurchgängen von 439 Proben vor. Daraus lassen
sich zunächst Erkenntnisse zur Artreinheit der Proben bzw. zur Qualität der extrahierten DNA ablei-
ten (Abb. 17).
Abb. 17:
Artzuordnung der Kotproben aus der Herbstsammlung 2016 und Qualität der als Rotwild angesprochenen Proben.
Die etwas mehr als 20 % Proben anderer Arten sind damit zu erklären, dass die Sammler für den
Testlauf angewiesen waren, auch Proben einzusammeln, bei denen sie die Art nicht sicher anspre-
chen konnten. Knapp 20 % beträgt der Anteil der Rotwildproben mit schlechter DNA-Qualität, für die
nach zwei Durchgängen bei keinem der Multiplexe eine vollständige Ansprache aller Marker möglich
91
4
263
81
344
Rehe
Muffel
Rotwild (weiter bearbeiten)
Rotwild (?, ausschließen)

31
war. Beide Gruppen werden nach diesem Schritt verworfen, so dass die weiteren Analysen mit den
verbleibenden 60 % qualitativ besseren Rotwild-Kotproben durchgeführt werden.
Von den ca. 1.600 vorhandenen Proben aus dem ersten Sammeldurchgang im UG Bärenfels aus dem
Frühjahr 2017 wurden zunächst etwa 1.200 Proben so ausgewählt, dass eine möglichst gleichmäßige
Flächenrepräsentanz gewährleistet ist. Dazu wurde die gesamte Fläche des UG in Rasterquadranten
von 500 m x 500 m Seitenlänge geteilt, in denen - soweit vorhanden – je zwei Proben mit den jeweils
besten Frischeboniturwerten berücksichtigt wurden. Von einem Teil dieser Proben wurde bereits die
DNA extrahiert und PCR-Reaktionen durchgeführt. Die Fragmentlängenanalysen stehen von diesem
Material noch aus. Eine vollständige Auswertung der Proben aus dem UG Bärenfels ist nicht vor Ende
2018 zu erwarten.

32
3
Analyse des Rotwildeinflusses auf die Waldvegetation (AP 2)
Die Analyse der Wirkungen des Rotwildes auf die Waldvegetation wird im AP 2 des Kooperationspro-
jektes in Zuständigkeit des Kompetenzzentrums Wald und Forstwirtschaft (Sachsenforst) bearbeitet.
Folgende Arbeitshypothesen wurden für dieses AP als Grundlagen für die Datenerhebung und Aus-
wertung formuliert:
Eine dynamische relative Populationsdichte des Rotwildes von >1,5 Stk./100 ha Waldfläche
führt zusammen mit einer räumlichen und zeitlichen Konzentration der Tiere zu bedeuten-
den Einschränkungen der Sukzession von Fichten-Forstökosystemen zu standortgerechten
Waldgesellschaften.
Der Umbau der Fichtenforste in Kulturwälder mit einer standortgerechten Baumarten-
zusammensetzung und Entwicklung der Waldstruktur ist ab einer solchen Populationsdichte
signifikant eingeschränkt bzw. ausgeschlossen.
Ein unterschiedlicher Einfluss des Rotwildes auf den Zustand und die Entwicklung der Wald-
vegetation zwischen und in den Schwerpunktgebieten ist, bei einer vergleichbaren Lebens-
raumstruktur sowie bei vergleichbaren standörtlichen und waldökologischen Rahmenbedin-
gungen, auf unterschiedliche relative Populationsdichten des Rotwildes zurückzuführen.
Die Gegenüberstellung von Populationsdichte, räumlich- und zeitlicher Lebensraumnutzung sowie
des Niveaus des Wildeinflusses auf die Waldvegetation, der die betrieblichen und rechtlichen Tole-
ranzgrenzen im Sinne eines Schadens überschreitet, ist die Grundlage für die Bearbeitung der oben
genannten Hypothesen. Die Daten zur Schätzung der Populationsgröße und -dichte sollen durch ver-
schiedene Schätzverfahren (Distance Sampling sowie Fang-Markierung-Wiederfang mittels Fotofallen
und Frischkotgenotypisierung) bereitgestellt werden. Aus den Daten der mit GPS-Senderhalsbändern
versehenen Tiere lassen sich Raumnutzungsmuster identifizieren. Diese sind für die Intensität und
Verteilung von Schäden, auch in Bezug auf mögliche Störungen, von Relevanz.
Als Wildeinfluss im Sinne dieses Projektes sind das Schälen der Rinde („Schälschäden“) sowie das
Verbeißen der Leittriebe („Verbiss“) von Waldbäumen definiert. Ein „Schaden“ entsteht erst dann,
wenn der Wildeinfluss festgelegte Toleranzgrenzen überschreitet. In diesem Sinne werden im be-
trieblichen Wildschadensmonitoring
4
, das in den Verwaltungsjagdbezirken größer 500 Hektar im
Abstand von drei Jahren durchgeführt wird und Grundlage der Abschussplanung (Zielvereinbarung
Waldbau/Jagd) ist, rasterbezogene Daten zu neuen und alten Schälschäden sowie zum Leittriebver-
biss erhoben. Das betriebliche Wildschadensmonitoring wird auf der Basis eines 1x1 km-Rasters
durchgeführt. Die letzte Erhebung fand im Jahr 2015 statt. Eine Wiederholung steht 2018 an.
4
https://www.forsten.sachsen.de/wald/4207.htm

33
Im Zuge des Projektes „Rotwildmanagement pro Waldumbau“ konnten bisher folgende zusätzliche
Aspekte bearbeitet werden:
Einzelbaumbezogene Erfassung und Auswertung von Schälschäden im April/Mai 2016 und
2017 auf einem verdichteten Raster (500 x 500 m) in allen Projektgebieten
Auswahl und Markierung ungeschützter Einzelbäume (N = 619, 12 Aufnahmeflächen) in zwei
UG zur Erfassung des Zeitpunkts und der Intensität von Verbissereignissen (Juni/Juli 2017)
Eine mit der Schälschadenserhebung vergleichbare Erhebung zur Intensität und Verteilung des Leit-
triebverbisses ist bislang nicht erfolgt. Zeitgleich zum laufenden Projekt wird allerdings die betriebli-
che Stichprobeninventur WISA (Waldinventur Sachsen) in den Forstbezirken Neudorf (2017) und
Eibenstock (2018) durchgeführt. Im Zuge dieser Betriebsinventur werden im 200 x 200 m-Raster we-
sentliche Informationen zum Leittriebverbiss und zu Schälschäden erfasst, die die Datengrundlage
des Projektes untersetzen. Gleichzeitig ist auf Ebene der UG zu erwarten, dass das Auftreten und die
Intensität von Schälschäden, welche eindeutig der Wildart Rotwild zugeordnet werden können, mit
dem Auftreten von Verbissereignissen durch diese Wildart in Zusammenhang stehen. Im Falle von
klassischen Verbisserhebungen ist – im Gegensatz zur Schälschadenserhebung - eine Zuordnung zum
Verursacher nicht möglich. Neuere Methoden, bei denen über Speichelanhaftungen an der Pflanze
die verursachende Wildart mittels genetischer Verfahren und Mikrosatellitenmarkern identifiziert
werden kann (NICHOLS ET AL. 2012, NICHOLS ET AL. 2014), sind bislang nicht für eine flächendeckende
Anwendung unter Freilandbedingungen geeignet.
3.1
Schälschadenserhebung
3.1.1
Vorbereitung der Schälschadenserhebung
Die Organisation und Durchführung der ersten, auf dem 500 x 500 m-Raster basierenden Schälscha-
denserhebung im Jahr 2016 wurde im Zwischenbericht 2016 bereits beschrieben. Die Auswertung
der Ergebnisse war zum damaligen Zeitpunkt (Juni 2016) noch nicht abgeschlossen. Entsprechend
werden hier die Ergebnisse beider Erhebungen (2016 und 2017) vorgestellt.
Für die Durchführung der ersten Wiederholungsaufnahme im Jahr 2017 wurden die Hinweise der im
Vorjahr beauftragten Werkvertragsnehmer kritisch analysiert. Neben Ergänzungen aufgrund von
Merkmalen, die erst bei einer Wiederholungsaufnahme Relevanz erlangten (z.B. die Identifikation
von Ersatzprobekreisen und –bäumen), wurden auch Anmerkungen der Bearbeiter in das Erfas-
sungsprogramm („Schälschaden-App“) integriert. Die Weiterentwicklung der mobilen Erfassungs-App
erfolgte unter der Regie des Referates 45 (FGIS, Kartographie, Vermessung) im Kompetenzzentrum
für Wald und Forstwirtschaft in enger fachlicher Abstimmung mit dem Referat 41 (Waldbau, Wald-
schutz, Verwaltungsjagd). Grundsätzliche Änderungen, die über die genannten Ergänzungen hinaus-
gingen, waren nicht notwendig. Den Werkauftragnehmern wurde, wie bereits im Vorjahr, ein mobi-
les, outdoortaugliches Erfassungsgerät (2017: Tablet PC Motion R12®) inkl. GPS-Navigationstechnik
zur Verfügung gestellt (Abb. 18).

image
34
Abb. 18:
Datenerhebung mittels Motion R12® Tablet und der Schälschaden-App (Foto: M. Thomae).
In der Erfassungs-App werden folgende Informationen der jeweils zu bearbeitenden Fläche zugeord-
net:
Identifikationsnummer der Fläche (FL_ID)
Status (BFL = Boniturfläche, KFL = Kontrollfläche)
Dem jeweiligen Probekreis innerhalb einer Boniturfläche werden folgende Informationen zugeord-
net:
Nummer des Probekreises
Koordinaten des Probekreises
Folgende Informationen werden dem jeweiligen Einzelbaum zugeordnet:
Intensität der Schäle (Schadstufen 0 - 4, getrennt nach Alt-, Winter- und Sommerschäle; siehe
Abb. 19)
Schälschutz
Baumart
Baum-ID
Ersatzbaum (bei Ausfall des ehemals markierten Baumes)
Bemerkungen
Insgesamt wurden 1.183 der 1.185 im Vorjahr angelegten Boniturflächen erneut aufgenommen
(Losverzeichnis siehe Anhang III). Die Erfassung erfolgte im Wesentlichen zwischen Anfang April und
Ende Mai 2017, einzelne Flächen konnten aber erst im Juni aufgenommen werden. Den Auftakt der
Aufnahme bildete wie im Vorjahr eine Schulungsveranstaltung für alle Werkvertragnehmer, die am

image
35
3. April 2017 im Waldschulheim Wahlsmühle (Forstbezirk Bärenfels) stattfand. Im Zuge der Erfassung
wurden durch das Kompetenzzentrum für Wald und Forstwirtschaft an fünf Prozent der bearbeiteten
Boniturflächen Kontrollen durchgeführt.
Abb. 19:
Frische Sommerschäle (links), frische Winterschäle an einem Boniturbaum (Mitte), Altschäle (rechts) (Fotos:
M. Thomae).
3.1.2
Ergebnisse der Schälschadenserhebungen 2016 und 2017
3.1.2.1
Altschäle
Zwischen den UG gibt es erwartungsgemäß Unterschiede im Ausmaß und der Verteilung sowohl alter
als auch frischer Schälschäden. Der Anteil alter Schälschäden in den einzelnen UG ist in Abb. 20 dar-
gestellt.

image
36
Abb. 20:
Altschäleprozent für die Jahre 2016 und 2017 nach UG (grüner Punkt: arithmetischer Mittelwert).
Zwei Faktoren führen in der Schälschadenserhebung zum Sinken (-) beziehungsweise Steigen (+) des
Altschäleanteils:
Der Rückgang an altgeschälten Bäumen durch Pflege- und Ernteeingriffe sowie natürliche
Mortalität (-) und die zufällige Auswahl eines gesunden Ersatzbaumes
Der Zugang durch im Vorjahr neu geschälte Bäume (+)
Bei Betrachtung der Altschäle-Ergebnisse wird deutlich, dass das Schälprozent innerhalb eines UG
und zwischen den Jahren kaum variiert. Dies liegt an der trägen Reaktion der Altschäle auf die oben
genannten Wirkungsfaktoren. Zugleich spricht dies aber auch für eine konsistente und vergleichbare
Datenerfassung durch die unterschiedlichen Werkvertragsnehmer.
3.1.2.2
Neuschäle
Bei der Neuschäle (Abb. 21), die sich sowohl aus der Sommerschäle des vorherigen Jahres als auch
aus der frischen Winterschäle zusammensetzt, finden sich deutliche Unterschiede zwischen den Pro-
jektgebieten. Diese stützen die Wahl der Vergleichspaare (Eibenstock und Neudorf sowie Bärenfels
und Neustadt) mit einem deutlichen Gefälle des Schadniveaus zwischen den jeweils benachbarten
UG. Den deutlich höchsten Anteil an frischen Schälschäden aller vier Kategorien weist das UG Neu-
dorf auf, gefolgt von Bärenfels. In Eibenstock und Neustadt treten hingegen nur geringe durch-
schnittliche Neuschäleprozente auf, die sich im Gesamtdurchschnitt unter der betriebsintern defi-
nierten Toleranzgrenze von 2 % pro Jahr befinden.

image
37
Abb. 21:
Neuschäleprozent für die Jahre 2016 und 2017 nach UG (grüner Punkt: arithmetischer Mittelwert).
Der Anteil an Boniturflächen, der unter bzw. über der betrieblichen Toleranzgrenze von 2% Neuschä-
le liegt, ist in Abb. 22 dargestellt.
Abb. 22:
Anteil der Boniturflächen mit tolerablen Schälschäden (Neuschäle < 2%) und nicht tolerablen Schälschäden (Neu-
schäle ≥ 2%) nach UG.
64.0
87.1
42.5
94.8
36.0
12.9
57.5
5.2
0.0
20.0
40.0
60.0
80.0
100.0
120.0
Bärenfels
Eibenstock
Neudorf
Neustadt
Anteil Boniturflächen [%]
Neuschäleprozent < 2 %
Neuschäleprozent ≥ 2 %
Betriebliche Toleranzgrenze 80 %

image
image
image
image
38
Als zweites Kriterium für ein tolerables Schadniveau muss im Landeswald des Freistaates Sachsen
zugleich die Vorgabe erfüllt sein, dass der Anteil der Boniturflächen mit einem festgestellten Neu-
schäleprozent außerhalb des Toleranzrahmens 20 % nicht überschreitet (d.h. vier von fünf Beständen
müssen im „grünen“ Bereich liegen). Dies ist auf Basis der vorliegenden Ergebnisse lediglich in den
UG Eibenstock und Neustadt der Fall (Abb. 22).
Beim Vergleich der UG wird das eingangs beschriebene Gefälle des Schadniveaus innerhalb der Ver-
gleichspaare deutlich. Gleichzeitig zeigen sich Hinweise auf regionale Schwerpunkte der Neuschäle,
die auch im Jahr 2016 auftraten (siehe Anhang IV - XI). Eine gleichmäßige Verteilung des Rotwildein-
flusses in Form von Schälschäden ist in keinem UG vorzufinden (Abb. 24). Die möglichen Ursachen für
die geklumpte Verteilung der Neuschäle sind höchstwahrscheinlich vielfältig und bedürfen im Fort-
gang des Projektes einer intensiveren Betrachtung. In Frage kommen unter anderem Lagebeziehun-
gen der Boniturflächen zum landwirtschaftlich genutzten Offenland, zu Erholungswegen und Siedlun-
gen, aber auch die Lage der Boniturflächen an sich (bspw. Exposition, Höhenlage). Der erstgenannte
Aspekt (d.h. die Lagebeziehung der Boniturflächen im Verhältnis zum Offenland) wird bereits im
Rahmen dieser Ergebnisdarstellung grob beleuchtet. Hierfür wurde der Abstand der Boniturflächen
zum jeweils nächstliegenden Offenlandkomplex (≥ 3,0 ha) dem Neuschäleprozent gegenübergestellt
(Abb. 23).
Abb. 23:
Zusammenhang zwischen der Distanz der Boniturflächen zum nächstliegenden landwirtschaftlich genutzten Offen-
landkomplex und dem Neuschäleprozent im UG Neudorf (links) sowie im Mittel aller UG (rechts). (grüner Punkt: arithmeti-
scher Mittelwert).
Insbesondere im UG Neudorf scheinen sich die stärksten Schälschäden vor allem im Randbereich
zwischen Wald und Offenland zu konzentrieren. Dies könnte ein Anzeichen für sogenannte „Warte-
halleneffekte“ sein, d. h. dass das Rotwild möglicherweise die schälfähigen Bestände zur Nahrungs-
aufnahme nutzt, bis es ohne weitere Störungen ins Offenland ziehen kann. Für die Summe aller UG
scheint sich dieser regionale Zusammenhang nicht zu bestätigen.
Untersuchungsgebiet
Neudorf
alle
Untersuchungs-
gebiete

image
39
Abb. 24:
Neuschäle 2017 flächig interpoliert; UG Ost: Bärenfels und Neustadt (oben) sowie West: Eibenstock und Neudorf
(unten).

image
image
40
Schälschäden treten sowohl im Sommer- als auch im Winterhalbjahr auf. Die Verteilung der Schäden
unterscheidet sich hierbei erwartungsgemäß zwischen den Jahreszeiten (Abb. 25 und Abb. 26).
Abb. 25:
Sommerschäleprozent für die Jahre 2016 und 2017 nach UG (grüner Punkt: arithmetischer Mittelwert).
Abb. 26:
Winterschäleprozent für die Jahre 2016 und 2017 nach UG (grüner Punkt: arithmetischer Mittelwert).

image
41
In allen UG macht die Winterschäle den entscheidenden Teil der erfassten Schälschäden aus, wäh-
rend sich der Anteil der Sommerschäle an der gesamten Neuschäle zwischen den UG auf entspre-
chend geringerem Niveau trotzdem deutlich unterscheidet. Der hohe Anteil der Winterschäle an der
gesamten Neuschäle bestätigt zunächst die Annahme, dass Baumrinde ein natürlicher Nahrungsbe-
standteil in einer Phase limitierter Ressourcen ist und nicht vorrangig als stressinduzierte Aus-
weichnahrung genutzt wird (NOPP-MAYR ET AL. 2011). Inwiefern weitere Faktoren die Prädisposition
der Bäume gegenüber Schälschäden beeinflussen, muss im Fortlauf des Projektes evaluiert werden.
3.2
Langzeiterfassung Leittriebverbiss
Wiederholter Terminaltriebverbiss kann bei Waldbäumen unter bestimmten Voraussetzungen zu
Zuwachsverlusten und einer dauerhaften Entmischung des natürlichen Artinventars führen (SCHULZE
ET AL. 2014). Es ist bekannt, dass es für verschiedene Baumarten jahreszeitliche Phasen einer hohen
bzw. niedrigen Verbissgefährdung gibt (ODERMATT 2014). Im Juni und Juli 2017 wurden in zwei UG
(Neudorf, Bärenfels) auf insgesamt 12 Aufnahmeflächen 619 ungeschützte, unverbissene Einzelbäu-
me dauerhaft markiert (Abb. 27).
Abb. 27:
Markierte unverbissene Fichte (Foto: M. Thomae).

42
Diese Bäume sollen im Abstand von rund zwei Monaten auf Verbiss kontrolliert werden. Hieraus
können Schlüsse über den Zeitpunkt des Verbisses an Waldbäumen im verbissfähigen Höhenrahmen
gezogen werden. Leider konnte kein repräsentatives Abbild aller den natürlichen Waldgesellschaften
zugehörigen Baumarten ausgewählt werden, da selektiver Verbiss in beiden UG bereits zu einer er-
heblichen Dominanz der Fichte geführt hat und Mischbaumarten häufig gar nicht bzw. nur im verbis-
senen Zustand vorkamen. Die Anzahl der ausgewählten Bäume und die vertretenen Baumarten sind
Tab. 13 zu entnehmen.
Tab. 13:
Langzeiterfassung Verbiss - Anzahl der ausgewählten Bäume je Baumart in den UG.
Baumart
Bärenfels
Neudorf
Summe
Gemeine Fichte
145
323
468
Eberesche
41
14
55
Rotbuche
34
5
39
Birke
12
12
Gemeine Kiefer
7
7
Lärche
7
27
34
Weide
3
3
Faulbaum
1
1
Gesamtergebnis
250
369
619
Im Projektrahmen ist, anders als im Fall des regulären Wildschadenmonitorings, eine Flächenreprä-
sentanz durch die begrenzte Anzahl an Aufnahmeflächen nicht gegeben. Das zentrale Ziel der Lang-
zeitverbisserhebung besteht darin, den Zeitpunkt des Verbisses an Waldbäumen abzuleiten. Die
Kenntnis über die kritischen Phasen des Verbisses im Kontext zu den phänologischen Phasen der
Waldbäume, bildet eine weitere Grundlage, um die Beziehung zwischen dem regional differenzierten
Schadniveau (Äsungsdruck), der Populationsstruktur und der Raumnutzung des Rotwildes zu klären.
Im direkten Zusammenhang mit der Auswahl der Verbiss-Auswahlflächen wurden an benachbarten,
unbejagten Wiesen und Wildäsungsflächen jeweils zwei Wildkameras installiert, die eine lückenlose
Überwachung der Flächen für denselben Zeitraum sicherstellen sollen. Um dabei zugleich möglichst
große Bereiche der überwachten Flächen abdecken zu können, wurden hierfür Panoramakameras
mit einem Bilderfassungswinkel von 180 Grad gewählt (Moultrie Panoramic 180i). Ziel ist es, die Fre-
quentierung von Wiesen und Wildäsungsflächen als Maß der Nutzung krautiger Pflanzen durch das
Rotwild direkt in Verbindung mit dem Zeitpunkt des Verbisses von Waldbäumen zu betrachten. Zu-
sätzlich besteht die Erwartung, auch ergänzende Informationen zu Rudelstrukturen ableiten zu kön-
nen.

43
4
Analyse der Lebensraumstruktur (AP 3)
Folgende wesentliche Arbeitshypothesen wurden für dieses AP definiert:
Die Struktur des Wald-Lebensraumes entscheidet mit über die Konzentration oder Verteilung
des Rotwildes.
Die touristische und die forstbetriebliche Infrastruktur bilden eine wildtierökologisch bedeu-
tende Gliederung des Rotwildlebensraumes. Inwieweit diese Gliederungselemente als Stör-
größen für die Lebensraumnutzung durch das Rotwild wirken, wird von der Dichte dieser Li-
neamente im Verhältnis zur Nutzbarkeit der Nahrungshabitate und von deren Wirkungsin-
tensität, im Zusammenhang mit dem Sicherheitsbedürfnis des Rotwildes bestimmt.
Forstliche Betriebsarbeiten sind, mit Ausnahme der Bejagung, für das Rotwild kalkulierbare
Risiken, die durch kleinräumige, temporäre Veränderungen der Lebensraumnutzung toleriert
werden. Auch diese Situation ist in strukturreichen Waldlebensräumen stärker ausgeprägt als
in relativ strukturarmen.
Die Altersstruktur der Fichtenbetriebsklasse, die waldbaulichen Behandlungskonzepte und
die Bodenschutzkalkung haben im Vergleich zum Waldzustand zwischen 1980 – 1990 aktuell
eine Erhöhung des Äsungsangebotes in den Waldlebensräumen bewirkt. Das trifft insbeson-
dere für Waldstrukturen zu, die noch weitgehend dem schlagweisen Hochwald ähneln.
Demgegenüber bedingt in standortgerechten strukturreichen Kulturwäldern, eine höhere Ar-
ten- und Strukturvielfalt der Baum- und Strauchschicht eine höhere Konkurrenz gegenüber
der Krautschicht und damit tendenziell eine Abnahme des absoluten und relativen Anteils
der Nettoprimärproduktion der Waldökosysteme in dieser Vegetationsschicht. Damit gleich-
bedeutend ist eine tendenzielle Abnahme des Äsungsangebotes im Wald.
So genannte äsungsverbessernde Maßnahmen (Wildwiesen, etc.) im Wald sind i.d.R. nicht
geeignet, um gravierende Unterschiede in der Äsungskapazität zwischen Sommer- und Win-
terlebensraum auszugleichen. Die Äsungskapazität des Winterlebensraumes und deren Ent-
wicklung in Abhängigkeit von der Waldstruktur, bestimmen prinzipiell die obere kritische
Grenze für die relative Populationsdichte des Rotwildes.
Grenzlinien zum landwirtschaftlich genutzten Offenland wirken in Abhängigkeit von der
Jagdausübung als Störgrößen für den Äsungszugang.
Die Analyse der Lebensraumstruktur wird als zentraler Bestandteil des AP 3 des Kooperationsprojek-
tes in Zuständigkeit des Kompetenzzentrums Wald und Forstwirtschaft bearbeitet. Die Bearbeitung
dieses AP ist im Zuge der Datenauswertung der AP 1 und 2 für die Jahre 2018 und 2019 vorgesehen.
Als wesentlicher Bestandteil ist hierbei eine
Analyse der Biotoptragfähigkeit
beziehungsweise der
Äsungskapazität der vier UG geplant (vgl. HOFMANN ET AL. 2008). Die Datenerhebung soll planmäßig in
der Vegetationsperiode 2018 durchgeführt und mit Informationen aus dem Stichprobennetz der
Bodenzustandserhebungen (BZE) untersetzt werden. Ziel ist es, Aussagen zum Einfluss des Wildbe-
standes auf die Bodenflora bzw. über die kapazitativen Rückkopplungen derselben auf den Wildbe-
stand zu erhalten. Es kann davon ausgegangen werden, dass die differenzierten standörtlichen Vo-
raussetzungen in den UG zu einer signifikant unterschiedlichen Tragfähigkeit des Winterlebensrau-
mes Wald in Bezug auf die Populationsdichten des verbeißenden Schalenwildes, insbesondere des
Rotwildes, führen. Hieraus ergeben sich weitere Informationsgrundlagen, um ein waldökosystemge-
rechtes Schalenwildmanagement etablieren zu können.

44
5
Populationsregulation und Raumplanung (AP 4)
5.1
Wirkungskomplex Wild und Jagd
In den UG Neudorf und Bärenfels soll mit dem Beginn der Jagdzeit auf Rotwild (01.08.2017) eine de-
taillierte Dokumentation und Begleitung der jagdlichen Aktivitäten im Jagdjahr 2017/18 erfolgen.
Hierbei erfolgt eine Konzentration auf ausgewählte Gemeinschaftsansitze und Drückjagden.
Zwei Methoden werden zur Datenerhebung eingesetzt:
1.) Die Intensivtelemetrie von besenderten Tieren im bejagten Gebiet (Taktverdichtung von 1
Stunde auf 5 Minuten), um deren Verhalten zu dokumentieren, ergänzt durch GPS-Daten von
Stöberhunden und Treibergruppen.
2.) Eine Befragung aller teilnehmenden Jäger (Fragebogen – siehe Anhang XVI) zu Wildsichtun-
gen sowie der nachweisbaren, aktiven Einflussnahme, bspw. durch erfolgte Schussabgaben.
Die erhobenen Daten werden anschließend kombiniert ausgewertet. Ziel dieses Vorhabens ist es,
eine Qualifizierung des Jagdregimes durch Effektivitätssteigerung und Störungsreduktion zu errei-
chen. Eine Berücksichtigung der Einzeljagd ist angesichts der großen Anzahl der Akteure und der dar-
aus resultierenden schwierigen Steuerung und Dokumentation vorerst nicht realistisch, zumal die
jeweiligen Angaben auch schwer zu verifizieren wären. Dies schließt allerdings nicht aus, dass auch
dokumentierte Einzeljagdereignisse (bspw. Erlegungen, Nachsuchen) in die Betrachtung einfließen
können.

45
6
Öffentlichkeitsarbeit/Wissenstransfer (AP 5)
6.1
Informationsveranstaltungen (01.07.2016 – 30.06.2017)
03.09.2016:
4. Treffen der Rotwildhegegemeinschaft aus dem Gebiet „Děčínský Sněžník“ in Kristin
Hrádek (bei Schneeberg)
12.09.2016:
Jagdkonferenz in Karlsbad
24.11.2016:
Projektvorstellung vor Vertretern Landschaftsschutzgebiete Elbsandsteingebirge und
Kaiserwald (Slavkovský les) in Děčín
27.03.2017:
Projektvorstellung vor Hegegemeinschaft „Sächsische Schweiz, linke Elbseite“ in Cun-
nersdorf
04.04.2017:
Projektvorstellung vor Hegegemeinschaft Osterzgebirge in Ulberndorf
16.05.2017:
Projektvorstellung vor der Landesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und
Eigenjagdbesitzer im Sächsischen Landesbauernverband (LAGJE) in Nossen

46
7
Zusammenfassung
Im Oktober 2015 wurde durch Sachsenforst und die Professur für Forstzoologie der TU Dresden das
Kooperationsprojekt „Rotwildmanagement pro Waldumbau“ initiiert. Ziel des bis 2019 laufenden
Vorhabens ist es, auf einer umfassenden Datengrundlage in Vergleichspaar konzipierten Untersu-
chungsgebieten (UG) konzeptionelle Ansätze für eine zielorientierte Regulation der Rotwildbestände
und einer wildökologischen Raumplanung zu entwickeln. Der vorliegende Bericht stellt den Status
der einzelnen Arbeitspakete (AP) vor und gibt Ausblicke auf den geplanten Projektverlauf.
Das
AP 1
umfasst sowohl Untersuchungen zur Lebensraumnutzung als auch zu populationsökologi-
schen Parametern. Um die Raumnutzung des Rotwildes zu analysieren, wurde (und wird bis April
2018) adultes Rotwild mit GPS-GSM-Halsbändern ausgestattet. Mit den bereits besenderten 29 Tie-
ren (17 ♀, 12 ♂) konnte – mit Ausnahme des UG Neustadt - eine flächige Abdeckung der UG hinsicht-
lich der Raumnutzung/Verteilung des Rotwildes erreicht werden. Zusätzlich zur Besenderung adulten
Rotwildes wurden Kälber markierter Alttiere mit VHF-Ohrmarkensendern versehen, um tradiertes
Verhalten der Raumnutzung zu studieren. Bis Ende Juni 2017 konnten sieben frisch gesetzte Kälber
(3 ♀, 4 ♂) besendert werden.
Zur Schätzung populationsökologischer Parameter werden drei Verfahren angewandt und verglichen,
um gesicherte Ergebnisse zu erhalten und individuelle methodische Schwachstellen der Einzelverfah-
ren zu kompensieren:
1.) Distance Sampling (DS): Nach einer methodischen Testphase in 2016 fanden 2017 die ersten
Erhebungen in allen UG statt. Auf Basis der während der Pilotphase gewonnen Erkenntnisse,
wurde das DS-Verfahren für zukünftige Erfassungen modifiziert. So sind Mehrfachbeprobun-
gen zur Erhöhung des Stichprobenumfangs und zur Reduktion der Variation geplant.
2.) Fotofallenmonitoring (Fang-Markierung-Wiederfang-Prinzip): Auf Basis eines 1 x 1 km Rasters
wurden 2016 in allen UG Fotofallenstandorte festgelegt. Die Beprobung der UG findet auf
Grund der begrenzten Anzahl verfügbarer Kameras quartalsweise alternierend statt, um im
Projektverlauf alle UG zu allen Jahreszeiten zu beproben (unechte Zeitreihe). Zur Schätzung
der Populationsparameter (insb. Populationsdichte) mittels Fotofallen wird das das
R-Auswertemodul „SECR“ (Spatially Explicit Capture–Recapture) angewendet. Erste Probebe-
rechnungen zeigten teilweise eine hohe Variabilität in den Dichteschätzungen, was vermut-
lich auf die geringe Anzahl an Wiederfängen zurückzuführen ist. Um zukünftig qualifiziertere
Aussagen zu Populationsgrößen machen zu können, ist vorgesehen, nach Ende des standar-
disierten Fotofallenmonitorings im April 2018 einzelne Gebiete noch einmal intensiver zu be-
proben. Zudem werden die Ergebnisse dieses Verfahrens mit den Ergebnissen der Satelliten-
telemetrie abgeglichen, um geschlechterspezifische und saisonal bedingte Unterschiede in
der Erfassungshäufigkeit interpretieren zu können.
3.) Die Frischkotgenotypisierung wird als dritte Methode zur Schätzung populationsökologischer
Parameter (Geschlechterverhältnisse, Populationsdichte) eingesetzt. Es ist zu erwarten, dass
dieses Verfahren die Populationsgröße und -struktur zum Erfassungszeitpunkt sehr zuverläs-
sig abbildet. Deshalb wird die Frischkotgenotypisierung als Referenzmethode für die beiden
vorhergehend beschriebenen Methoden genutzt. Das Verfahren nutzt hochvariable Mikrosa-
telliten-Marker und einen geschlechtsspezifischen Marker zur Identifizierung individueller
Genotypen anhand von Darmepithelzellen, die frischer Rotwildlosung anhaften. Zur Erpro-
bung der Methode wurden Voruntersuchungen an Gewebe-, Haar- und Kotproben durchge-

47
führt. Um Erfahrungen mit Primern und der auftretenden Variation an den untersuchten
Markern zu sammeln, wurden Muskel-, Leber-, Ohrknorpel- und Haarproben von erlegtem
Rot-, Muffel- und Rehwild analysiert. Ziel dieser Analyse war es u.a., anhand verschiedener
Gewebearten die Reproduzierbarkeit der Analyseergebnisse zu prüfen sowie die Möglichkei-
ten der Abgrenzung zwischen Rotwild und den beiden anderen Schalenwildarten mithilfe der
verwendeten Marker zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigten eine gute Reproduzierbarkeit
sowie Unterscheidungsmöglichkeiten von Rot-, Reh- und Muffelwildproben anhand einiger
Loci. In einem nächsten Schritt wurden Testreihen mit Losung durchgeführt. Zur Bestimmung
optimaler Transport- und Lagerungsvarianten sowie zur Etablierung der Labormethoden
wurden mehrere Probe-Kotsammlungen durchgeführt. Die eigentlichen Losungssammlungen
fanden im März und April 2017 (Wiederholungssammlung) statt und beschränkten sich auf-
grund des hohen Analyse- und Auswerteaufwands ausschließlich auf das UG Bärenfels. Ne-
ben der Analyse von Kotproben wurden auch Haarproben der besenderten Tiere untersucht.
Im
AP 2
(Einfluss des Rotwildes auf die Waldvegetation) wurden bisher zwei Schälschadenserhebun-
gen durchgeführt und ein Versuch zur Nutzung von Wildäsungsflächen und zur Erfassung des zeitli-
chen Auftretens von Verbiss an ungeschützten Einzelbäumen initiiert. Für die Erhebung von Schäls-
chäden wurden auf insgesamt 1.185 Flächen je 70 bzw. 100 Bäume ausgewählt und dauerhaft mar-
kiert. Die Ersterfassung fand im Frühjahr 2016 statt, die erste Wiederholungsaufnahme an den glei-
chen Bäumen erfolgte im Frühjahr 2017. Für 2018 ist eine weitere Wiederholung geplant. Für die
bisherigen Erhebungen liegen räumlich hochaufgelöste, vergleichende Ergebnisse zu Neuschäle
(Sommer-, Winter-) und Altschäle vor. Insbesondere bei der Neuschäle fanden sich sowohl zwischen
den UG als auch zwischen den Aufnahmejahren deutliche Unterschiede. Innerhalb der UG verteilten
sich die Schälschäden in der Regel nicht gleichmäßig, sondern mit variierenden Schwerpunkten. Eine
Ursachenanalyse hierzu wurde bislang nicht durchgeführt, ist aber geplant.
Ein Versuch zur Bestimmung des Verbisszeitpunktes an ungeschützten Einzelbäumen und zur Nut-
zung von Wildäsungsflächen wurde im Juni 2017 initiiert. Dazu wurden auf zwölf Aufnahmeflächen in
Neudorf und Bärenfels insgesamt 619 unverbissene Bäume ausgewählt und markiert. Nach der Erst-
aufnahme sind Wiederholungsaufnahmen im zweimonatigen Rhythmus geplant. Auf derzeit unbejag-
ten Wiesen und Wildäsungsflächen in der Nähe der Verbiss-Aufnahmeflächen wurden zeitgleich je-
weils zwei Panorama-Wildkameras installiert, um die Frequentierung der Äsungsflächen als Maß der
Nutzung krautiger Pflanzen durch das Rotwild zu untersuchen und in Verbindung mit dem zeitlichen
Auftreten von Verbiss zu betrachten.
Im
AP 3
, dessen Bearbeitung für 2018/2019 geplant ist und welches auf die Daten der AP 1 und 2
aufbaut, soll die Struktur des Rotwild-Lebensraums näher analysiert werden. In die Analyse der Le-
bensraumstruktur werden anthropogene Störungsparameter wie beispielsweise die forstbetriebliche
und touristische Infrastruktur, Waldstrukturparameter sowie Strukturen des landwirtschaftlich ge-
nutzten Offenlandes einbezogen. Ein wesentlicher Teilaspekt dieses AP ist eine Analyse der Biotopt-
ragfähigkeit bzw. der Äsungskapazität in den vier UG. Die Datenerhebung hierzu ist für die Vegetati-
onsperiode 2018 vorgesehen. Die gewonnenen Informationen sollen Aussagen zum Einfluss des
Wildbestandes auf die Bodenflora bzw. über die kapazitativen Rückkopplungen derselben auf den
Wildbestand erlauben.

48
Im
AP 4
stehen die Lenkung der Lebensraumnutzung und die Jagd im Fokus. Für den Teilaspekt der
Jagd werden ab August 2017 ausgewählte Gemeinschaftsansitzjagden und Drück-/Stöberjagden in
Bärenfels, Eibenstock und Neudorf detailliert untersucht. Dabei sollen zwei Methoden zum Einsatz
kommen: Zum einen soll die Interaktion von besendertem Rotwild, mit GPS-ausgestatteten Stöber-
hunden und Treibergruppen dokumentiert werden. Eine Befragung teilnehmender Jäger zu Wildsich-
tungen, zum Verhalten gesichteten Wildes sowie zur Schussabgabe soll die Daten der Intensivtele-
metrie ergänzen. Ziel ist es, eine Qualifizierung des Jagdregimes durch Effektivitätssteigerung und
Störungsreduktion zu erreichen.

49
8
Literaturverzeichnis
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51
9
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1:
Schwarzwild an den Ansitzstellen (Fotos: H. Endler (links), J. Irmscher (rechts))..................... 7
Abb. 2:
Drop-Off Mechanismus beim Halsband von T4 (Foto: V. Meißner-Hylanová). ........................ 9
Abb. 3:
Räumliche Verteilung der GPS-Lokalisationen aller besenderten Stücke (N=2) im Kern-UG
Neustadt (rote Linie) bis 30.06.2017...................................................................................... 10
Abb. 4:
Räumliche Verteilung der GPS-Lokalisationen aller besenderten Stücke (N=8) im Kern-UG
Bärenfels (rote Linie) bis 30.06.2017...................................................................................... 11
Abb. 5:
Räumliche Verteilung der GPS-Lokalisationen aller besenderten Stücke (N=9) im Kern-UG
Neudorf (rote Linie) bis 30.06.2017........................................................................................ 11
Abb. 6:
Räumliche Verteilung der GPS-Lokalisationen aller besenderten Stücke (N=10) im Kern-UG
Eibenstock (rote Linie) bis 30.06.2017.................................................................................... 12
Abb. 7:
Aufnahme von T8 mit H92 und weiteren Rudelmitgliedern im UG Eibenstock (Foto:
V. Meißner-Hylanová). ............................................................................................................ 12
Abb. 8:
T93 im Mai 2017 als Schmaltier (links; Foto: V. Meißner-Hylanová). Hirschkalb H96 mit
Ohrmarkensender, am 21.05.2017 markiert (rechts, Foto: N. Stier). .................................... 13
Abb. 9:
Wärmebildaufnahme eines Kahlwildrudels und Schwarzwild im UG Neudorf (links).
Wärmebildaufnahme eines Rotwildrudels im UG Bärenfels (rechts). (Fotos: V. Müller). ...... 17
Abb. 10:
Installation einer Cuddeback-Fotofalle (links; Foto: M. Thomae). Aufnahme aus dem
Fotofallenmonitoring - Schmalspießer im Winter (rechts; Foto: P.Prölß). ............................. 19
Abb. 11:
Relative Stückzahlen fotografierten Schalenwildes pro 24 Stunden und Kamerastandort in
den UG ab Mai 2016............................................................................................................... 21
Abb. 12:
Verteilung der untersuchten Testproben nach Forstbezirk, Geschlecht und Altersklasse..... 23
Abb. 13:
Sammlung und Dokumentation von Kotproben (Fotos: U. Tröber). ...................................... 24
Abb. 14:
Transekte im 500m - Abstand sowie Fundstellen frischer Losung im Testdurchlauf im Herbst
2016 im Revier Rehefeld (Forstbezirk Bärenfels).................................................................... 25
Abb. 15:
Lage der beiden Lose im UG Bärenfels zur Losungssammlung im Frühjahr 2017.................. 26
Abb. 16:
Beobachtete Heterozygotie in beiden Kollektiven. Am Locus AMELXY bildet sie zugleich den
Anteil männlicher Individuen ab. ............................................................................................ 29
Abb. 17:
Artzuordnung der Kotproben aus der Herbstsammlung 2016 und Qualität der als Rotwild
angesprochenen Proben. ........................................................................................................ 30

52
Abb. 18:
Datenerhebung mittels Motion R12® Tablet und der Schälschaden-App (Foto: M. Thomae).
................................................................................................................................................ 34
Abb. 19:
Frische Sommerschäle (links), frische Winterschäle an einem Boniturbaum (Mitte), Altschäle
(rechts) (Fotos: M. Thomae). .................................................................................................. 35
Abb. 20:
Altschäleprozent für die Jahre 2016 und 2017 nach UG (grüner Punkt: arithmetischer
Mittelwert).............................................................................................................................. 36
Abb. 21:
Neuschäleprozent für die Jahre 2016 und 2017 nach UG (grüner Punkt: arithmetischer
Mittelwert).............................................................................................................................. 37
Abb. 22:
Anteil der Boniturflächen mit tolerablen Schälschäden (Neuschäle < 2%) und nicht
tolerablen Schälschäden (Neuschäle ≥ 2%) nach UG. ............................................................. 37
Abb. 23:
Zusammenhang
zwischen
der
Distanz
der
Boniturflächen
zum
nächstliegenden
landwirtschaftlich genutzten Offenlandkomplex und dem Neuschäleprozent im UG Neudorf
(links) sowie im Mittel aller UG (rechts). (grüner Punkt: arithmetischer Mittelwert). ........... 38
Abb. 24:
Neuschäle 2017 flächig interpoliert; UG Ost: Bärenfels und Neustadt (oben) sowie West:
Eibenstock und Neudorf (unten). ........................................................................................... 39
Abb. 25:
Sommerschäleprozent für die Jahre 2016 und 2017 nach UG (grüner Punkt: arithmetischer
Mittelwert).............................................................................................................................. 40
Abb. 26:
Winterschäleprozent für die Jahre 2016 und 2017 nach UG (grüner Punkt: arithmetischer
Mittelwert).............................................................................................................................. 40
Abb. 27:
Markierte unverbissene Fichte (Foto: M. Thomae). ............................................................... 41

53
10 Tabellenverzeichnis
Tab. 1:
Bis zum 30.06.2017 besendertes weibliches Rotwild sowie Informationen zur Besenderungs-
stelle, zum geschätzten Alter der Stücke, zur bisherigen Laufzeit der Halsbänder und der
Anzahl der mit GSM übertragenen Lokalisationen. ................................................................... 7
Tab. 2:
Bis zum 30.06.2017 besendertes männliches Rotwild sowie Informationen zur Besenderungs-
stelle, zum geschätzten Alter der Stücke, zur bisherigen Laufzeit der Halsbänder und der
Anzahl der übermittelten Lokalisationen. ................................................................................. 8
Tab. 3:
Bis zum 30.06.2017 markiertes juveniles Rotwild sowie Informationen zur Besenderungs-
stelle, zur Mutter, zur bisherigen Laufzeit der Sender und der Anzahl der Lokalisationen. ... 13
Tab. 4:
Umsetzung des Distance Sampling in den UG (× = Teile des UGs beprobt;
= Teile des UGs
mit Einwilligung des Jagdpächters beprobt;
= UG vollständig beprobt).............................. 15
Tab. 5:
Anzahl der Detektionen und erfasster Individuen im Rahmen des Distance Sampling im UG
Neustadt. .................................................................................................................................. 15
Tab. 6:
Anzahl der Detektionen und erfasster Individuen im Rahmen des Distance Sampling im UG
Bärenfels. ................................................................................................................................. 16
Tab. 7:
Anzahl der Detektionen und erfasster Individuen im Rahmen des Distance Sampling im UG
Neudorf. ................................................................................................................................... 16
Tab. 8:
Anzahl der Detektionen und erfasster Individuen im Rahmen des Distance Sampling im UG
Eibenstock. ............................................................................................................................... 17
Tab. 9:
Zeitliches Regime des Fotofallenmonitorings in den UG Eibenstock (Eib), Neudorf (Ned),
Bärenfels (Bär) und Neustadt (Nes)......................................................................................... 20
Tab. 10:
Gesamtbildzahlen und Laufzeittage der Fotofallen in den UG zwischen Mai 2016 und April
2017......................................................................................................................................... 20
Tab. 11:
Geschlechterverhältnisse des Rotwildes (♂:♀) in den UG, differenziert nach Erfassungs-
zeiträumen. .............................................................................................................................. 22
Tab. 12:
Übersicht der getesteten Genmarker. ..................................................................................... 27
Tab. 13:
Langzeiterfassung Verbiss - Anzahl der ausgewählten Bäume je Baumart in den UG. ........... 42

54
11 Anhang
I
Transektdesign für das Distance Sampling
II
Losverzeichnis zur Rotwild-Losungssammlung - Tabelle
III
Losübersicht der Schälschadenserhebung 2017 (BFL = Boniturfläche)
IV
Neuschäleprozent im Untersuchungsgebiet Bärenfels, flächig interpoliert
V
Neuschäleprozent im Untersuchungsgebiet Bärenfels (Mittelwerte der 500 x 500m Raster-
zellen)
VI
Neuschäleprozent im Untersuchungsgebiet Neustadt, flächig interpoliert
VII
Neuschäleprozent im Untersuchungsgebiet Neustadt (Mittelwerte der 500 x 500m Raster-
zellen)
VIII
Neuschäleprozent im Untersuchungsgebiet Neudorf, flächig interpoliert
IX
Neuschäleprozent im Untersuchungsgebiet Neudorf (Mittelwerte der 500 x 500m Raster-
zellen)
X
Neuschäleprozent im Untersuchungsgebiet Eibenstock, flächig interpoliert
XI
Neuschäleprozent im Untersuchungsgebiet Eibenstock (Mittelwerte der 500 x 500m Raster-
zellen)
XII
Sommer- / Winterschälprozent im Untersuchungsgebiet Bärenfels, flächig interpoliert
XIII
Sommer- / Winterschälprozent im Untersuchungsgebiet Neustadt, flächig interpoliert
XIV
Sommer- / Winterschälprozent im Untersuchungsgebiet Neudorf, flächig interpoliert
XV
Sommer- / Winterschälprozent im Untersuchungsgebiet Eibenstock, flächig interpoliert
XVI
Fragebogen zur Detailerfassung von Drückjagden und Gemeinschaftsansitzen
XVII
Tabelle Zeitplanung

image
55
I
Transektdesign für das Distance Sampling

56
II
Losverzeichnis zur Rotwild-Losungssammlung - Tabelle
Los
Gebiet
Kriterium
Einheit
Menge*
1
Bärenfels
West
1.1
Transektlinien
[n]
26
1.2
Nord-Süd-Distanz
[km]
13
1.3
Nettolänge Wald
[km]
86
1.4
Bruttolänge
[km]
98
1.5
Bruttofläche
[ha]
4.730
1.6
Segmente Wald
[n]
101
1.7
Ø Segment Wald
[m]
852
2
Bärenfels
Ost
2.1
Transektlinien
[n]
22
2.2
Nord-Süd-Distanz
[km]
11
2.3
Nettolänge Wald
[km]
76
2.4
Bruttolänge
[km]
89
2.5
Bruttofläche
[ha]
4.270
2.6
Segmente Wald
[n]
86
2.7
Ø Segment Wald
[m]
884
GESAMT
Bärenfels
1
Transektlinien
[n]
48
2
Nord-Süd-Distanz
[km]
16
3
Nettolänge Wald
[km]
162
4
Bruttolänge
[km]
187
5
Bruttofläche
[ha]
9.000
6
Segmente Wald
[n]
187
7
Ø
Segment Wald
[m]
774

57
III
Losübersicht der Schälschadenserhebung 2017 (BFL = Boniturfläche)
Los
Untersuchungsgebiet
Forstrevier
Fläche
[ha]
Anzahl
BFL
Ʃ BFL /
Los
1
Neustadt
BFL-Ø:*
2,2 ha**
8,1 PK***
32,8 Jahre****
76 % GFI*****
Reinhardtsdorf
1.456
29
213
Cunnersdorf
1.597
39
Rosenthal
1.552
30
Ottomühle
1.529
19
Berggießhübel
1.042
16
Bielatal
1.649
43
Königstein
1.447
37
2
Bärenfels
BFL-Ø:
2,5 ha
8,5 PK
31,4 Jahre
92 % GFI
Schellerhau
1.769
42
236
Rehefeld
1.723
48
Bärenfels
1.190
35
Hirschsprung
1.626
49
Oberfrauendorf
1.708
62
3
Neudorf
BFL-Ø:
2,7 ha
8,3 PK
30,0 Jahre
97 % GFI
Neudorf
1.984
50
341
Oberwiesenthal
1.752
48
Tellerhäuser
1.903
48
Crottendorf
1.908
49
Rittersgrün
1.918
44
Rabenberg
1.972
64
Raschau
1.338
38
4
Eibenstock (a)
BFL-Ø:
2,9 ha
8,3 PK
29,9 Jahre
97 % GFI
Johanngeorgenstadt
2.202
58
207
Antonsthal
1.746
53
Bockau
1.716
44
Wildenthal
2.182
52
5
Eibenstock (b)
BFL-Ø:
2,4 ha
7,6 PK
30,5 Jahre
95 % GFI
Sosa
1.708
35
188
Eibenstock
1.897
29
Schönheide
1.794
45
Carlsfeld
1.839
41
Grünheide
1.866
38
GESAMT
BFL-Ø:
2,6 ha
8,2 PK
31,0 Jahre
92 % GFI
48.012
1.185
*
Durchschnittswerte für das Boniturflächenkollektiv eines UG auf Basis der Waldzustandsdaten des Waldinformationssystems
(WIS) bzw. der Aufnahmedaten des Vorjahres
**
Mittlere Flächengröße eines Boniturbestandes
***
Mittlere Anzahl der Probekreise (PK) eines Loses (möglich sind 7 oder 10 Probekreise/BFL)
****
Mittleres Alter eines Boniturbestandes
*****
Mittlerer Anteil der Gemeinen Fichte innerhalb der Boniturbestände

image
58
IV
Neuschäleprozent im Untersuchungsgebiet Bärenfels, flächig interpoliert

image
59
V
Neuschäleprozent im Untersuchungsgebiet Bärenfels (Mittelwerte der 500 x 500m
Rasterzellen)

image
60
VI
Neuschäleprozent im Untersuchungsgebiet Neustadt, flächig interpoliert

image
61
VII
Neuschäleprozent im Untersuchungsgebiet Neustadt (Mittelwerte der 500 x 500m
Rasterzellen)

image
62
VIII
Neuschäleprozent im Untersuchungsgebiet Neudorf, flächig interpoliert

image
63
IX
Neuschäleprozent im Untersuchungsgebiet Neudorf (Mittelwerte der 500 x 500m Ras-
terzellen)

image
64
X
Neuschäleprozent im Untersuchungsgebiet Eibenstock, flächig interpoliert

image
65
XI
Neuschäleprozent im Untersuchungsgebiet Eibenstock (Mittelwerte der 500 x 500m
Rasterzellen)

image
66
XII
Sommer- / Winterschälprozent im Untersuchungsgebiet Bärenfels, flächig interpoliert

image
67
XIII
Sommer- / Winterschälprozent im Untersuchungsgebiet Neustadt, flächig interpoliert

image
68
XIV
Sommer- / Winterschälprozent im Untersuchungsgebiet Neudorf, flächig interpoliert

image
69
XV
Sommer- / Winterschälprozent im Untersuchungsgebiet Eibenstock, flächig interpoliert

image
70
XVI
Fragebogen zur Detailerfassung von Drückjagden und Gemeinschaftsansitzen

71
IST (Stand 25.09.2017)
GPS - Telemetrie
Kälber - Telemetrie
Distance Sampling
Capture / Recapture a) Fotofalle
Capture / Recapture b) Frischkotgenotypisierung
Modifizierte Schälschadenserfassung
Modifizierte Verbisserfassung
Zusammenführung von WSM-Daten Schäle / Verbiss
mit Projektdaten Schäle
Pflanzensoziologische Weiser Flächen
Analyse der Lebensraumstrukturen
Analyse der Lebensraumtragfähigkeit
Erfassung der Grenzlinien zw ischen Deckungs- und
Nahrungshabitaten / w eiteren Linienelementen der Gliederung
des Rotw ildlebensraumes (Klassifizierung der
Einflussintensität)
Georeferenzierte jagdliche Einrichtungen (Einzeljagd) +
Nutzungsdokumentation
Abbildung von zusammenhängenden, störungsarm nutzbaren
Teilen des Waldlebensraumes (i.w .S)
Funktionale Gliederung des Rotw ildlebensraumes
(vgl. AP 3)
Vorschläge zur Lenkung der Lebensraumnutzung
Jagdzeitenanpassung
Ableitung der Vorgaben für die Regulation der
Rotw ildpopulation bzw . von Teilpopulationen des Rotw ildes
(vgl. AP 1, 2)
Ableitung und Operationalisierung von Grundsätzen für die
Rotw ildbejagung im LW unter Berücksichtigung von Gebieten
mit unterschiedlicher Lebensraumstruktur
Vorschlag eine praxistauglichen Systems für das Monitoring
der Rotw ildpopulation
Zw ischenberichte, jew eils zum 30.06. des Jahres
regionale Präsentationen des aktuellen Arbeitsstandes
Projekt - Homepage
Abschlussbericht
Abschlusspublikation(en) – Praxis orientiert / Originalarbeit
(begutachtet)
Statuskolloquium
Abschlusskolloquium
Informationsveranstaltungen für umw elt-, forst- und
jagdpolitischen Entscheidungsträgern / Akteuren in
Tschechien
Publikation deutschsprachige praxisorientierte Fachzeitschrift
und „Myslivost“ (CZ)
Flyer zum Projekt (Deutsch / Tschechisch)
Projektvorstellung auf w w w .w aldw issen.net
Serie „Wald, Mensch, Rotwild….“ (z.B. in überregionaler
Tageszeitung )
Lange Nacht der Wissenschaften (LfULG)
FoWiTa
Legende:
Grüne Schrift: Teil-Arbeitspaket ergänzt
Bearbeitungsphase
obligatorisch, im Kontext des
Gesamtvorhabens unverzichtbar
fakultativ, aber dennoch wesentliche
Komponente für ein ganzheitliches
Rotwildmanagement
fakultativ, mit eingeschränkter
Ergebniserwartung während der
Bearbeitungszeit des Projektes oder
Aussagewert entspricht mit anderen
thematischen Schwerpunkten
2019
Bearbeitung abgeschlossen,
keine Bearbeitung vorgesehen
oder im Rahmen verfügbarer
Ressourcen nicht möglich
geplant / in Bearbeitung,
Zielerreichung fraglich
geplant / in Bearbeitung,
Zielerreichung absehbar
abgeschlossen
Anhang XVII
Statusanalyse und Zeitplanung Arbeitspakete
SOLL (Statusbericht 2016)
AP 5 Informations- und Wissenstransfer
2016
2017
2018
2019
AP 1: Populationsökologie
AP 2: Wirkungsanalyse - Waldvegetation
AP 3: Lebensraumstruktur
AP 4 Lenkung der Lebensraumnutzung und Jagd
2016
2017
2018