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Zwischenbericht
des Lenkungsgremiums
Gemeinsames Landesgremium
Kurzversion
Umsetzung der Beschlüsse
des Gemeinsamen Landesgremiums
in den Modellregionen Marienberg und Weißwasser
Sächsisches Staatsministerium
für Soziales und Verbraucherschutz
Referat: Krankenversicherung, Vertragsarztrecht
Stand: 31. August 2019

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2 |
Vorwort
Sehr geehrte Damen und Herren,
um die medizinische Versorgung im ländlichen Raum mit
Blick auf das Jahr 2030 zukunftsfähig zu gestalten, ha-
ben die Mitglieder des Gemeinsamen Landesgremiums
im Freistaat Sachsen unter meinem Vorsitz neue Wege
erprobt.
Neben Vertretern meines Hauses sind die Krankenkas-
sen, die Kassenärztliche Vereinigung, die Krankenhaus-
gesellschaft und die Landesärztekammer Mitglieder.
Aber auch die Patientenvertreter und die Kommunalen
Landesverbände beraten mit.
Aufgrund eines Fachgutachtens konnten wir die Mittelbe-
reiche Marienberg und Weißwasser als Modellregionen
bestimmen. In diesen beiden Regionen ist in der medizi-
nischen Versorgung bis 2030 ein besonderer Entwick-
lungs- und Handlungsbedarf zu erwarten. Beide Regio-
nen eignen sich mit ihren unterschiedlichen Vorausset-
zungen und den bestehenden Herausforderungen be-
sonders für die Umsetzung der Ziele des Gemeinsamen
Landesgremiums und eine Erprobung. Wir haben Regio-
nalkoordinatoren bei den Landkreisen Erzgebirgskreis
und Görlitz eingerichtet, die mitwirken und die Vorhaben
unterstützen.
Die bisherigen Schritte und die schon erreichten Ergebnisse der eingerichteten Arbeitsgrup-
pen sind in dem folgenden Zwischenbericht dargestellt. Das Gemeinsame Landesgremium hat
mit seiner Beschlussfassung am 19. Juni 2019 Empfehlungen für die weitere Umsetzung der
Konzepte vor Ort in den Modellregionen aufgezeigt. Diese Konzepte sollen später Beispielcha-
rakter entfalten und auch auf andere Regionen übertragen werden können.
Für die kommende Sitzungsperiode des Gemeinsamen Landesgremiums wünsche ich mir
eine engagierte Fortführung der begonnenen Erprobungsprojekte. Für ein nachhaltiges Gelin-
gen sektorenübergreifender Versorgung halte ich ein stärkeres Zusammenwirken von Kom-
munen und Selbstverwaltung für notwendig und für einen Erfolg unerlässlich.
Die Mitglieder des Gemeinsamen Landesgremiums im Freistaat Sachsen wirken engagiert
daran, die medizinische Versorgung im ländlichen Raum auch künftig abzusichern. Bis zum
Jahr 2030 werden wir diesen Bereich zukunftsfähig gestalten und neue Wege erproben. Dafür
wünsche ich allen für die kommende Sitzungsperiode Kraft und Erfolg.
Vorsitzende des Gemeinsamen Landesgremiums
nach § 90a Absatz 1 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch
im Freistaat Sachsen
Abbildung 1:
Frau Staatsministerin Barbara Klepsch

| 3
Inhaltsverzeichnis
I.
Organigramm ...................................................................................................... 6
II.
Arbeitsgruppen in den Modellregionen Marienberg und Weißwasser .................. 7
1
Arbeitsgruppe 1 – Ländliches Gesundheitszentrum Marienberg .......................... 7
1.1
Sachstand und Ergebnisse ................................................................................. 7
1.2
Allgemeine Rahmenbedingungen zur Etablierung von Gesundheitszentren ........ 8
1.3
Beschlussempfehlung der Arbeitsgruppe ............................................................ 9
2
Arbeitsgruppe 2 – Kooperation und Verbund in der fachärztlichen
Weiterbildung .....................................................................................................10
2.1
Modellregion Marienberg ....................................................................................10
2.1.1
Auftaktveranstaltung Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin .........................10
2.1.2
Lösungsansätze zur Übertragung auf weitere Regionen ....................................11
2.2
Modellregion Weißwasser ..................................................................................13
2.2.1
Kooperationsvereinbarung Weiterbildungsverbund Ostsachsen .........................13
2.2.2
Lösungsansätze zur Übertragung auf weitere Regionen ....................................15
3
Arbeitsgruppe 3 – Mitwirkung der Kommunen ....................................................17
3.1
Sachstand und Zwischenergebnisse ..................................................................17
3.2
Kommunikation in den Modellregionen Marienberg und Weißwasser .................20
3.2.1
Auftaktveranstaltungen in Olbernhau und Weißwasser ......................................20
3.2.2
Regionalkoordinatoren in den Modellregionen ...................................................21
3.2.3
Roll-Up für die Modellregionen ...........................................................................21
3.2.4
Kommunikation in den Modellregionen (Beispiele) .............................................23
4
Arbeitsgruppe 4 – Patientenmobilität ..................................................................30
4.1
Modellregion Marienberg ....................................................................................30
4.1.1
Erläuterungen zu den Meilensteinen 1 und 2 .....................................................30
4.1.2
Erläuterung zu Meilenstein 3 – Feinkonzept .......................................................30
4.1.3
Lösungsansätze zur Übertragung auf weitere Regionen ....................................30
4.1.4
Vorschlag zum weiteren Vorgehen .....................................................................30
4.2
Modellregion Weißwasser ..................................................................................31
4.2.1
Erläuterungen zu den Meilensteinen 1 und 2 .....................................................31
4.2.2
Erläuterung zu Meilenstein 3 – Feinkonzept .......................................................31
4.2.3
Lösungsansätze zur Übertragung auf weitere Regionen ....................................32
4.2.4
Vorschlag zum weiteren Vorgehen .....................................................................32
5
Arbeitsgruppe 5 – Satellitenpraxis Modellregion Weißwasser ............................33
5.1
Zwischenergebnis: Entwicklung einer regionalen, intersektoralen
„Verantwortungsgemeinschaft“ ...........................................................................33

4 |
5.2
Lösungsansätze zur Übertragung auf weitere Regionen ....................................35
6
Arbeitsgruppe 6 – Pflegeheimversorgung ...........................................................36
6.1
Ausgangssituation und Start der Projektarbeit ....................................................36
6.2
Modellregion Marienberg ....................................................................................36
6.2.1
Arbeitsbericht zu Projekt- und Lösungsansätzen ................................................36
6.2.2
Weitere Vorgehen ..............................................................................................39
6.3
Modellregion Weißwasser ..................................................................................39
6.3.1
Arbeitsbericht zu Projekt- und Lösungsansätzen ................................................39
7
Arbeitsgruppe 7 - Gesundheitsmanagement ......................................................42
7.1
Modellregion Marienberg ....................................................................................42
7.1.1
Ergebnisbericht ..................................................................................................42
7.1.2
Projekt „Schnellere Termine beim Augenarzt“ ....................................................42
7.1.3
Projekt „Elektronische Visite im Pflegeheim“ ......................................................44
7.1.4
Lösungsansätze zur Übertragung auf weitere Regionen ....................................45
7.2
Modellregion Weißwasser ..................................................................................45
7.2.1
Projekt „Verbesserung der kinder- und jugendärztlichen Versorgung“ ................45
7.2.2
Lösungsansätze zur Übertragung auf weitere Regionen ....................................47
III.
Plattform Bürgerbeteiligungsportal Sachsen .......................................................48
IV.
Weiteres Vorgehen – Beschlüsse des Gemeinsames Landesgremium vom
19.06.2019 .........................................................................................................49

| 5
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Frau Staatsministerin Barbara Klepsch ............................................................ 2
Abbildung 2: Das Organigramm des Gemeinsamen Landesgremiums, des
Lenkungsgremiums, der Geschäftsstelle des Gemeinsamen Landesgremiums, der
Arbeitsgruppen 1 bis 7 und der Mitglieder in den Arbeitsgruppen .......................................... 6
Abbildung 3: Arbeitsgruppe 1 im Mai 2019 ............................................................................ 7
Abbildung 4: Arbeitsgruppe 2 in 2019 ...................................................................................13
Abbildung 5: Logo für die Modellregion Marienberg ..............................................................17
Abbildung 6: Logo für die Modellregion Weißwasser ............................................................17
Abbildung 7: Frau Staatsministerin Barbara Klepsch ............................................................20
Abbildung 8: Regionalkoordinatorin für die Modellregion Marienberg und einer weiteren
Person ..................................................................................................................................21
Abbildung 9: Werbematerial für die Modellregion Marienberg...............................................21
Abbildung 10: Werbematerial für die Modellregion Weißwasser ...........................................22
Abbildung 11: Mitglieder der Arbeitsgruppe 5 „Satellitenpraxis“ zu ihrer Sitzung am
09.05.2019 ...........................................................................................................................33
Abbildung 12: Treffen von Mitgliedern der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen der
Arbeitsgruppe 6 mit Geschäftsführung und Heimleitung der Sozialbetriebe Mittleres
Erzgebirge zusammen mit der Regionalkoordinatorin für Marienberg am 15.04.2019 in
Olbernhau ............................................................................................................................38
Abbildung 13: Arbeitsgruppe 6, Treffen in 2019 – Teil 1 .......................................................38
Abbildung 14: Arbeitsgruppe 6, Treffen in 2019 – Teil 2 .......................................................39
Abbildung 15: Arbeitsgruppe 7 bei der Einführung des Projektes „Elektronische Visite
im Pflegeheim“ in der Modellregion Marienberg ...................................................................44
Abbildung 16: Arbeitsgruppe 7 bei der Einführung des Projektes „Verbesserung der
kinder- und jugendärztlichen Versorgung“ in der Modellregion Weißwasser .........................47
Abbildung 17: Arbeitsgruppe 7 bei der Einführung des Projektes „Elektronische Visite
im Pflegeheim“ .....................................................................................................................47
Abbildung 18: Übersicht mit Geschäftsstelle des Gemeinsamen Landesgremiums und
der sieben Arbeitsgruppen ...................................................................................................48

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6 |
I.
Organigramm
Gemeinsames Landesgremium nach § 90a Abs. 1 SGB V im Freistaat Sachsen
Lenkungsgremium GemLG
Organigramm
Gemeinsames Landesgremium - Lenkungsgremium - Arbeitsgruppen (Modellregionen)
Stand: 31.05.2019
Arbeitsgruppe 1
Ländliches
Gesundheitszentrum
Leitung:
Hr. Kuhrt/AOK PLUS
Arbeitsgruppe 2
Weiterbildungsverbünde
Leitung:
Fr. Dr. Gäbler/SLÄK
Hr. Dr. Brockow/SLÄK
Arbeitsgruppe 3
Mitwirkung
Kommunen
Leitung:
Fr. Keßler/SMS
Arbeitsgruppe 4
Patientenmobilit ät
Leitung:
Hr. Thiemer/SMS
Arbeitsgruppe 5
Satellitenpraxis
Leitung:
Fr. Roth/KVS
Arbeitsgruppe 6
Pflegeheime
Leitung:
Hr. Dr. Dittrich/KVS
Arbeitsgruppe 7
Gesundheits-
management
Leitung:
Fr. Hartmann/TK
Frau Enenkel
DAK
Frau Singer
KBS
Herr Riedel
KBS
Frau Köhler
IKK classic
Frau Dr. Foerder
AOK PLUS
Herr Finn
AOK PLUS
Herr Pönitz
AOK PLUS
Herr München
KGS
Frau Roth
KVS
Herr Hübschmann
KVS
Herr Dr. Brockow
SLÄK
Frau Fischer
SMS
Frau Seiter
SMS
Herr Stark
Erzgebirgskreis
Frau Bühligen
PatV
Frau Bitter-Schuster
KGS
Herr Kohl
KVS
Herr Dr. Hentschel
KVS
Frau Köhler
IKK classic
Frau Dr. Foerder
AOK
Frau Leitte
SMS
Frau Bühligen
PatV
Herr Hinkel
Klinikum Erzgeb.
Herr Stark
Erzgebirgskreis
Frau Bachm.-Bux
KVS
Frau Baumgart
KVS
Herr Rabe
KVS
Herr Baierl
KVS
Herr Köhler
SLÄK
Frau Bühligen
PatV
Herr Cording
RegKoord WW
Herr Reißmann
Erzgebirgskreis
Herr Nicklisch
SMS
Frau Walter
vdek
Herr Voigt
vdek
Herr München
KGS
Herr Dr. Gruner
SLÄK
Frau Steinbeiß
KVS
Herr Dr. Hentschel
KVS
Herr Cording
RegKoord WW
Frau Bühligen
PatV
Herr Dr. Magerl
Barmer
Herr Köhler
SLÄK
Frau Keßler
SMS
Frau Bühligen
PatV
Herr Cording
RegKoord WW
Frau Winterstein
RegKoord MB
Herr Kohl
KVS
Herr Böhland
KGS
Frau Singer
KBS
Herr Riedel
KBS
Frau Schöne
AOK PLUS
Frau Lotze
vdek
Herr Thiemer
SMS
Herr Hübschmann
KVS
Frau Bühligen
PatV
Frau Dr. Alsch
KVS
Frau Winterstein
RegKoord MB
Herr Cording
RegKoord WW
Herr Obierski
TK
Herr Finn
AOK PLUS
Herr Wunderlich
KGS
Herr Hanzlik
KVS
Herr Hübschmann
KVS
Herr Dr. Brockow
SLÄK
Frau Seiter
SMS
Frau Bühligen
PatV
Frau Schneider
SMS
Frau Winterstein
RegKoord MB
Herr Cording
RegKoord WW
Frau Hoffmann
GS WBV
Herr Hinkel
Klinikum Erzgeb.
Herr Cording
RegKoord WW
Geschäftsstelle GemLG
Herr Nicklisch/SMS
Frau Heinrich
BARMER
Frau Winterstein
RegKoord MB
Frau Winterstein
RegKoord MB
Frau Winterstein
RegKoord MB
Herr München
KGS
Abbildung 2: Das Organigramm des Gemeinsamen Landesgremiums, des Lenkungsgremiums, der Ge-
schäftsstelle des Gemeinsamen Landesgremiums, der Arbeitsgruppen 1 bis 7 und der Mitglieder in den
Arbeitsgruppen

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| 7
II.
Arbeitsgruppen in den Modellregionen Marienberg und Weiß-
wasser
1
Arbeitsgruppe 1 – Ländliches Gesundheitszentrum Marienberg
1.1 Sachstand und Ergebnisse
Im Mai 2018 hat die Arbeitsgruppe 1 „Ländliches Krankenhaus/Ländliches Gesundheitszent-
rum“ ihre Arbeit mit dem Ziel der Konzeptionierung und Etablierung eines Ländlichen Gesund-
heitszentrums für die Region Marienberg aufgenommen.
Abbildung 3: Arbeitsgruppe 1 im Mai 2019
Im Jahr 2018 fanden insgesamt fünf Arbeitsgruppensitzungen statt. Davon wurde eine Sitzung
im Krankenhaus Olbernhau durchgeführt, bei der die gesamte Arbeitsgruppe einen Einblick in
den praktischen Klinikbetrieb vor Ort erlangen konnte.
Zu Beginn der Projektarbeit wurden die Meilensteinplanung sowie der Arbeitsgruppensteck-
brief entwickelt und weiter ergänzt. Als weiterer wichtiger Schritt erfolgte die Formulierung von
Rahmenbedingungen/Meilensteinen und einem damit verbundenen Ziel zur Etablierung eines
Gesundheitszentrums.
Aus gemeinsamen Rahmenbedingungen entstand der folgende Leitgedanke:
Durch die Mitglieder der Arbeitsgruppe wird geprüft, ob und an welchem Standort oder
welchen Standorten in der Modellregion Marienberg mit regionalen und überregionalen
Gesundheitspartnern ein ländliches Gesundheitszentrum erfolgreich entwickelt und für
die Menschen in der Region nachhaltig etabliert werden kann. Hierbei werden Überle-
gungen zu Lösungen im Bereich der Patientenmobilität, der ärztlichen Weiterbildung, der
Notfallversorgung sowie zu telemedizinischen Ansätzen und vor allem für die Vernet-
zung zwischen ambulanten und stationären Gesundheitsstrukturen Berücksichtigung fin-
den. Der Leitgedanke der Arbeitsgruppenmitglieder ist es, zukunftsfähige, sektorenüber-
greifende Gesundheitsstrukturen für die Menschen vor Ort zu entwickeln.
Im „Gutachten zum Versorgungs- und Arztbedarf in Sachsen“ des Zentralinstituts für die kas-
senärztliche Versorgung in Deutschland wurden Handlungsfelder aufgezeigt, welche in der
weiteren Projektarbeit näher betrachtet wurden.
Anhand von Beispielen aus anderen sächsischen Regionen und Bundesländern wurden in der
Arbeitsgruppe Informationen zur Entwicklung sektorenübergreifender Versorgungsstrukturen
ausgetauscht.

8 |
Zusammenfassend kann für das Jahr 2018 festgestellt werden, dass im Rahmen der Projekt-
arbeit die bestehenden Strukturen in Zschopau und Olbernhau erhoben, verschiedene Ideen
ausgetauscht und erste Lösungsansätze bewertet wurden. Daraus ableitend wurde ein Zielbild
erarbeitet, welches Grundlage für eine Präzisierung der weiteren Schritte in 2019 darstellt.
1.2 Allgemeine Rahmenbedingungen zur Etablierung von Gesundheits-
zentren
Die demografische Entwicklung zeigt seit Jahren eine Bevölkerungswanderung hin in die Bal-
lungszentren. Das hat für den ländlichen Raum neben sinkenden Einwohnerzahlen insbeson-
dere ein zunehmendes Durchschnittsalter der verbleibenden Bevölkerung zur Folge. Dieser
Trend wird sich bis zum Jahr 2030 noch deutlich verstärken. Die 6. Regionalisierte Bevölke-
rungsvorausberechnung für den Freistaat Sachsen bis 2030 in der Variante 2 geht für den
Erzgebirgskreis von einem Rückgang der Bevölkerung von über 14 Prozent aus. Im gleichen
Zeitraum wird für die Ballungszentren Leipzig und Dresden ein Einwohnerzuwachs von jeweils
über sechs Prozent prognostiziert.
Für den ärztlichen und pflegerischen Sektor haben die vorstehend skizzierten Entwicklungen
ebenfalls gravierende Auswirkungen. Insbesondere in ländlichen Regionen haben kleine bis
mittelgroße Kliniken der Grund- und Regelversorgung zunehmend Schwierigkeiten, ärztliches
und pflegerisches Fachpersonal zu finden und darüber hinaus ihre Fachabteilungen wirtschaft-
lich zu betreiben. Dies kann in Einzelfällen zur Schließung von Fachabteilungen führen. Im
vertragsärztlichen Bereich gelingt die Nachbesetzung von Praxissitzen, insbesondere im
hausärztlichen Bereich zum Teil auch für bestimmte Arztgruppen im fachärztlichen Bereich,
trotz der Auslobung von Fördermitteln nicht im notwendigen Umfang.
Gleichzeitig führt der medizinisch-technische Fortschritt zu einer Veränderung des stationären
Leistungsspektrums. In den letzten Jahrzehnten konnte die Verweildauer eines Patienten im
Krankenhaus je Behandlungsanlass deutlich gesenkt werden. Gleichzeitig können durch den
stationären wie auch ambulanten Sektor immer mehr Leistungen ambulant erbracht werden,
dies spiegelt sich insbesondere an der Entwicklung im Bereich des ambulanten Operierens
wider. Krankenhäuser nehmen bereits heute in vielfältiger Art an der vertragsärztlichen Ver-
sorgung teil und erbringen insbesondere im Rahmen von Ermächtigungen spezialisierte Leis-
tungen. Darüber hinaus beteiligen sich Krankenhäuser durch Medizinische Versorgungszen-
tren (MVZ) ebenfalls zunehmend an der Regelversorgung im vertragsärztlichen Bereich zu-
sammen mit den niedergelassenen Vertragsärzten.
Zur Herstellung gleichmäßig guter Lebensverhältnisse im Gesundheitsbereich in Stadt und
Land sowie zum aktiven Wirken gegen fortschreitende Landflucht bedarf es für die Sicherung
der medizinischen Versorgung vor Ort eines gemeinsamen und sektorenübergreifenden An-
satzes.
Kleine, gut ausgestattete Kliniken mit ihren umfangreichen diagnostischen und therapeuti-
schen Möglichkeiten sind für die Region als zentraler Anker in der medizinischen Versorgung
auch künftig zu erhalten. Für kleine Krankenhäuser (unter 300 Betten) mit einem sehr einge-
schränkten stationären Versorgungsauftrag (maximal vier Fachabteilungen), die aufgrund ih-
rer Lage in ländlichen Regionen mit personellen und/oder qualitativen Herausforderungen kon-
frontiert sind und wegen eines niedrigen Case-Mix-Index auch wirtschaftlich unter Druck ste-
hen, kann die Entwicklung zu einem Gesundheitszentrum eine langfristige Perspektive bilden.
Gemeinsam mit den niedergelassenen Leistungserbringern der Region können sie mittelfristig
die Grund- und Regelversorgung (Basisversorgung) für die Bevölkerung absichern.

| 9
Die Kernleistungsbereiche eines Gesundheitszentrums richten sich nach den regionalen Er-
fordernissen und sind neben dem Nukleus eines Krankenhauses und dem damit verbundenen
und soweit bedarfsnotwendigen stationären Versorgungsangebot überwiegend auf eine am-
bulante Versorgung ausgerichtet:
hausärztliche Versorgung
allgemeine fachärztliche Versorgung
ambulante Notfallversorgung
umfassende, leistungsfähige Diagnostik
ambulantes Operieren
kurzstationäre Behandlungen
Ebenso wäre die Einbindung von Leistungsbereichen der Sozialen Pflegeversicherung (Elftes
Buch Sozialgesetzbuch – SGB XI) in Gesundheitszentren denkbar. Also pflegerische Leistun-
gen wie zum Beispiel:
ambulante Pflege
stationäre Pflege
Kurzzeitpflege
Ergänzt wird diese Basisversorgung durch Vor-Ort-Sprechstunden spezialisierter niedergelas-
sener Fachärzte, belegärztliche Leistungsangebote, durch Telekonsile und fachliche Beratun-
gen von Ärzten der Kliniken der Schwerpunkt- und Maximalversorgung.
Für komplexe stationäre Behandlungen, die mit aufwendigen Operationen, interdisziplinären
Therapien oder hochaufwendiger Diagnostik verbunden sind, stehen der Bevölkerung die Kli-
niken der Schwerpunkt- und Maximalversorgung mit hoher fachlicher Kompetenz und Spezia-
lisierung zur Verfügung.
Die sektorenübergreifende Leistungserbringung in den Gesundheitszentren wird erreicht, in
dem sowohl niedergelassene Ärzte als auch angestellte Ärzte des Krankenhauses alle Kern-
leistungen des Gesundheitszentrums erbringen können.
Im Zuge der Entwicklung zu Gesundheitszentren können an den kleinen Kliniken ergänzend
therapeutische Angebote, Sozialdienste, psychosoziale Angebote, pflegerische Versorgungs-
strukturen etc. angebunden werden. Arztentlastende Pflegeassistenten (Nichtärztliche
Praxisassistenten) sind als attraktiver Gesundheitsberuf fester Bestandteil des Gesundheits-
zentrums. Sie übernehmen selbstständig Hausbesuche, Wundversorgung und Verlaufskon-
trollen. Insgesamt soll dadurch eine bestmögliche ambulante Versorgung mit einem besonde-
ren Fokus auf Stärkung der Prävention erreicht werden.
1.3 Beschlussempfehlung der Arbeitsgruppe
Die Arbeitsgruppe ist sich einig, dass ein dezidiertes Konzept für ein sektorenübergreifendes
Gesundheitszentrum Mittleres Erzgebirge erarbeitet werden soll, welches für eine nachhaltige
und stabile Versorgung mit Blick auf das Jahr 2024 für die Region eine zentrale Rolle einneh-
men kann. Hierfür sind insbesondere die Themenfelder Versorgungsbedarfe/Versorgungs-
struktur, Notfallversorgung, Finanzierung/Wirtschaftlichkeit und Weiterentwicklung Pflege-
infrastruktur zu bearbeiten und Vorschläge zur Umsetzung des Gesundheitszentrums unter
dem derzeit rechtlichen Rahmen zu unterbreiten beziehungsweise rechtlichen Anpassungs-
bedarf zu benennen.

10 |
2
Arbeitsgruppe 2 – Kooperation und Verbund in der fachärztli-
chen Weiterbildung
2.1 Modellregion Marienberg
2.1.1 Auftaktveranstaltung Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin
Der Termin am 9. Mai 2019 wurde von der Regionalkoordinatorin für die Modellregion Marien-
berg, Frau Winterstein, und dem Geschäftsführer der Krankenhaus-Gesundheitsholding Erz-
gebirge GmbH, Herrn Hinkel, organisiert. Eingebunden wurden im Vorfeld die Geschäftsführer
und ärztlichen Direktoren/leitenden Chefärzte der zur Holding gehörenden Häuser. Zudem
wurden vorab erste Gespräche mit Ärzten aus dem niedergelassenen Bereich geführt, die ihr
Interesse an einem Weiterbildungsverbund bekundeten. Der Einladung zur Auftaktveranstal-
tung folgten 16 Teilnehmer, davon sechs Ärzte aus den Klinken und sechs Ärzte aus der Nie-
derlassung.
Übergeordnete Ziele der Veranstaltung waren:
Vorstellung und Austausch zwischen den Beteiligten
Information zu Hintergründen und dem Vorhaben der Gründung eines Weiterbildungsver-
bundes
Konsens zu einer Kooperation aktiv Mitwirkender im Verbund
Klärung von Verantwortlichkeiten und Vorbereitung nächster Schritte (formelle und inhaltli-
che Ausgestaltung)
In Form einer Präsentation führten Frau Winterstein und Herr Hinkel Ideen, konkrete Vor-
schläge und noch zu berücksichtigende Details zu einem künftigen Weiterbildungsverbund
aus. Unter den Teilnehmern fand ein reger Austausch und eine konstruktive Diskussion statt.
Die Initiative einer Verbundgründung fand positive Resonanz. Die Ärzte dokumentierten ihre
Absicht, aktiv an der Gründung und Ausgestaltung des Verbundes mitzuwirken, schriftlich. Zu-
dem bestätigten die anwesenden Geschäftsführer der Holding-Kliniken den Verbund aktiv zu
unterstützen.
Ergebnisse der Veranstaltung:
1.
Koordination:
Die Holding ist bereit die Koordination des Verbundes zu übernehmen und
wird in der Vorbereitung weiterhin von Frau Winterstein unterstützt.
2.
Rotationsplan gemäß Weiterbildungsordnung:
Die Chefärzte der Holding-Kliniken er-
stellen einen Vorschlag für die Module im stationären Bereich. Die Fachärzte aus der Nie-
derlassung erarbeiten einen Vorschlag für die Module im ambulanten Bereich.
3.
Konzept/Satzung/Antragstellung für den Verbund:
Einen Vorschlag zur Konzeptionie-
rung sowie zur Satzung des Verbundes erarbeiten Herr Hinkel und Frau Winterstein unter
Einbezug weiterer Akteure. Weiterhin wird die Antragstellung zur Förderung des Verbun-
des gemeinsam vorbereitet.
4.
Verbundpartner:
Zur Gründung des Verbundes sollen weitere Ärzte aus dem niederge-
lassenen Bereich angesprochen werden. Hierzu haben sich die Ärzte erklärt.
5.
Gründung:
Die Gründung des Verbundes ist für die nächste Sitzung im August geplant.
Bis dahin sind die formellen und inhaltlichen Details von den aktiv Mitwirkenden wie ver-
einbart zu erarbeiten.

| 11
2.1.2 Lösungsansätze zur Übertragung auf weitere Regionen
Das folgende Merkblatt wurde entwickelt und kann für andere Regionen angewandt werden.
Merkblatt Weiterbildungsverbund
Planungs- und Gründungsphase
Ansprechpartner festlegen
Kooperationspartner finden
Krankenhäuser
niedergelassene Weiterbildungsbefugte
optional Kommunen, kommunale Organisationen
Weiterbildungsbefugnisse überprüfen
Grobkonzept/Kooperationsvereinbarung sowie gegebenenfalls Anlagen unterschreiben
Weiterbildungskonzept inhaltlich gestalten (Rotationspläne erstellen)
Weiterzubildende werben
Teilnahme an Informationsveranstaltungen
Initiierung neuer Veranstaltungen
Werbung über öffentlich wirksame Medien und Socialmedia-Plattformen
Werbekampagnen
Profil Weiterbildungsverbund erstellen
Außenauftritt planen
Geschäftsstelle zur Förderung von Weiterbildungsverbünden einbeziehen
Fördermöglichkeiten prüfen
Vereinbarung zur Förderung der Weiterbildung gemäß § 75a Fünftes Buch Sozialgesetz-
buch – SGB V:
Beschäftigung von Weiterzubildenden im ambulanten Bereich – über Kassenärztliche
Vereinigung Sachsen
Beschäftigung von Weiterzubildenden im stationären Bereich (Krankenhäuser nach
§ 108 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch und Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
nach § 111 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch) – über DAK Gesundheit – Landesvertre-
tung Sachsen
Derzeit sind über das Land Sachsen gemäß Richtlinie des Sächsischen Staatsministeri-
ums für Soziales und Verbraucherschutz zur Förderung der Heilberufe förderbar:

12 |
Zusätzliche Weiterbildungsstellen im stationären Bereich (Sächsisches Staatsministe-
rium für Soziales und Verbraucherschutz, Krankenhausgesellschaft Sachsen, Sächsi-
sche Aufbaubank)
Weiterbildungsverbünde (Geschäftsstelle Weiterbildungsverbünde, Sächsische Auf-
baubank)
Ausführliche Informationen erhalten Sie im Musterhandbuch der Geschäftsstelle zur För-
derung von Weiterbildungsverbünden.

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| 13
2.2 Modellregion Weißwasser
2.2.1 Kooperationsvereinbarung Weiterbildungsverbund Ostsachsen
Schon längere Zeit ist aus verschiedenen Umfragen bekannt, dass sich viele junge Absolven-
ten des Medizinstudiums eine konstruktive Unterstützung und Begleitung während ihrer Fach-
arztweiterbildung wünschen.
Abbildung 4: Arbeitsgruppe 2 in 2019
Die Wahl der Fachrichtung selbst ist sicher zunächst die zentrale Fragestellung. Ein gut struk-
turierter und koordinierter Weiterbildungspfad zum Erreichen des angestrebten Facharztzieles
wird zunehmend zum Kardinalkriterium junger Assistenzärzte für ihre Entscheidung zum Ar-
beitsort. Nicht zuletzt spielen eine Vielzahl von persönlichen Fragen, die oft auch die gesamte
Familie betreffen, bei dieser Entscheidung eine wichtige Rolle. Schließlich geht es um die be-
ruflichen Entwicklungsmöglichkeiten als Teil der gesamten Lebensplanung.
Um dem Wunsch der angehenden Fachärzte nach Strukturqualität und individueller Begleitung
gerecht zu werden, haben sich die Kliniken und ambulant tätige Haus- und Fachärzte des
Landkreises Görlitz für eine Kooperation entschieden. Schließlich gibt es im Landkreis an-
spruchsvolle berufliche Perspektiven in einem attraktiven Lebensumfeld.
Ausgangspunkt für die Initiative zum Aufbau eines Weiterbildungsverbundes war die gemein-
same Absichtserklärung des Landkreises Görlitz, der Kreisärztekammer Görlitz und der Ärzte-
Netz Ostsachsen GbR vor dem Hintergrund des hohen Ärztebedarfes in den nächsten Jahren
in der Region.
Am 03.04.2019 war es dann soweit. Nach circa zehn Jahren Aufbauarbeit konnte im Parkhotel
in Görlitz die Kooperationsvereinbarung des Weiterbildungsverbundes Ostsachsen von derzeit
sechs stationären Einrichtungen und acht ambulanten weiterbildungsbefugten Ärzten unter-
zeichnet werden. Frau Ute Taube ist als Vorsitzende der Kreisärztekammer Görlitz in ihrem
Statement auf die Bedeutung einer sektorenübergreifenden konstruktiven Zusammenarbeit
eingegangen und hat die koordinierte Weiterbildung im Verbund als einen wichtigen Baustein
zur langfristigen Sicherung einer hochqualifizierten medizinischen Versorgung in der Region
hervorgehoben.

14 |
Frau Andrea Keßler, Referatsleiterin im Sozialministerium, berichtete über die Entstehung und
nunmehr in Kraft getretene Förderrichtlinie für Weiterbildungsverbünde und motivierte die
Ärzte und Geschäftsführer zur Umsetzung der geschaffenen Möglichkeiten. Die darin enthal-
tenen Chancen zur ärztlichen Nachwuchsgewinnung für die ländliche Region bezeichnete sie
als wegweisend für die Zukunft. Die Kooperationsvereinbarung wurde von den Geschäftsfüh-
rern der folgenden Kliniken unterzeichnet:
Klinikum Oberlausitzer Bergland Zittau/Ebersbach-Neugersdorf
Sächsisches Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie Großschweidnitz
Städtisches Klinikum Görlitz
Krankenhaus Emmaus Niesky
Orthopädisches Zentrum Martin-Ulbrich-Krankenhaus Rothenburg
Kreiskrankenhaus Weißwasser
Derzeit sind im Verbund sechs weiterbildungsbefugte Fachärzte für Allgemeinmedizin, eine
Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin und ein Facharzt für Neurologie vertreten. Weitere
Kooperationspartner sind jederzeit willkommen.
Ansprechpartner für den Weiterbildungsverbund Ostsachsen sind Frau Ute Taube, Vorsit-
zende der Kreisärztekammer Görlitz, und Herr Hans-Joachim Tauch, Netzmanager in der
Ärzte-Netz Ostsachsen GbR und erreichbar unter info@aerztenetz-ostsachsen.de.

| 15
2.2.2 Lösungsansätze zur Übertragung auf weitere Regionen
Das folgende Merkblatt wurde entwickelt und kann für andere Regionen angewandt werden.
Merkblatt Weiterbildungsverbund
Planungs- und Gründungsphase
Ansprechpartner festlegen
Kooperationspartner finden
Krankenhäuser
niedergelassene Weiterbildungsbefugte
optional Kommunen, kommunale Organisationen
Weiterbildungsbefugnisse überprüfen
Grobkonzept/Kooperationsvereinbarung sowie gegebenenfalls Anlagen unterschreiben
Weiterbildungskonzept inhaltlich gestalten (Rotationspläne erstellen)
Weiterzubildende werben
Teilnahme an Informationsveranstaltungen
Initiierung neuer Veranstaltungen
Werbung über öffentlich wirksame Medien und Socialmedia-Plattformen
Werbekampagnen
Profil Weiterbildungsverbund erstellen
Außenauftritt planen
Geschäftsstelle zur Förderung von Weiterbildungsverbünden einbeziehen
Fördermöglichkeiten prüfen
Vereinbarung zur Förderung der Weiterbildung gemäß § 75a Fünftes Buch Sozialgesetz-
buch:
Beschäftigung von Weiterzubildenden im ambulanten Bereich – über Kassenärztliche
Vereinigung Sachsen
Beschäftigung von Weiterzubildenden im stationären Bereich (Krankenhäuser nach
§ 108 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch und Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
nach § 111 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch) – über DAK Gesundheit – Landesvertre-
tung Sachsen
Derzeit sind über das Land Sachsen gemäß Richtlinie des Sächsischen Staatsministeri-
ums für Soziales und Verbraucherschutz zur Förderung der Heilberufe förderbar:

16 |
Zusätzliche Weiterbildungsstellen im stationären Bereich (Sächsisches Staatsministe-
rium für Soziales und Verbraucherschutz, Krankenhausgesellschaft Sachsen, Sächsi-
sche Aufbaubank)
Weiterbildungsverbünde (Geschäftsstelle Weiterbildungsverbünde, Sächsische Auf-
baubank)
Ausführliche Informationen erhalten Sie im Musterhandbuch der Geschäftsstelle zur För-
derung von Weiterbildungsverbünden.

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3
Arbeitsgruppe 3 – Mitwirkung der Kommunen
3.1 Sachstand und Zwischenergebnisse
Die Mitglieder der Arbeitsgruppe 3 „Mitwirkung der Kommunen“ entwickeln konkrete Strate-
gien für ein konstruktives Zusammenwirken von Selbstverwaltung und weiteren überregiona-
len Partnern mit den kommunalen Partnern und regionalen Akteuren vor Ort in den Modellre-
gionen.
Im Ergebnis sollen solche Kommunikations- beziehungsweise Mitwirkungsformate entwickelt
werden, die in der Modellregion für ein konstruktives Zusammenwirken der Partner geeignet
und handhabbar erscheinen und alle Partner entsprechend ihrer Zuständigkeiten und Verant-
wortungen für die Gestaltung und Sicherstellung einer zukunftsfesten medizinischen Versor-
gung in der Modellregion einbeziehen.
Idealerweise soll es der Arbeitsgruppe gelingen, für jede Modellregion einen Vorschlag für ein
geeignetes regionales Kommunikationsformat zu erstellen und dessen Umsetzung zu erpro-
ben.
Die Vorsitzende des Gemeinsamen Landesgremiums hat frühzeitig die Kommunalen Partner
für eine aktive Mitwirkung in den Arbeitsgruppen geworben und diese in den Modellregionen
direkt angesprochen.
In jeder Modellregion wurde ein Regionalkoordinator gewonnen und durch die Landkreise Gör-
litz und Erzgebirgskreis eingesetzt. Die Personalkosten werden durch die Mitglieder des Ge-
meinsamen Landesgremiums gemeinsam und die Landkreise Görlitz und Erzgebirgskreis fi-
nanziert. Die Regionalkoordinatoren sind in allen Arbeitsgruppen sowie in die Lenkungsgruppe
integriert und wirken dort aktiv mit. Sie berichten der Geschäftsstelle des Gemeinsamen Lan-
desgremiums vierteljährlich über die Ergebnisse ihrer Tätigkeit.
Für eine bessere Wiedererkennbarkeit des Gemeinsamen Landesgremiums und der Arbeits-
gruppen in den Modellregionen wurde für jede Modellregion ein Logo entwickelt, die regelmä-
ßig zum Einsatz kommen.
Abbildung 5: Logo für die Modellregion Marienberg
Abbildung 6: Logo für die Modellregion Weißwasser

18 |
In zwei Regionalveranstaltungen am 24.09. und 27.09.2019 wurden die Vertragsärzte in den
Modellregionen über die Tätigkeit der Arbeitsgruppen informiert und in den sich anschließen-
den Gesprächen um konstruktive Mitwirkung in Bezug auf die Projekte in den Regionen gebe-
ten. Ergebnis und Rückmeldungen aus den Regionalveranstaltungen haben gezeigt, dass das
Veranstaltungsformat weiterzuentwickeln ist.
Besonderer Raum wurde in der Arbeitsgruppe der Frage eingeräumt, wie die Kommunikati-
onswege in die Modellregionen durchlässiger und regelmäßiger gestaltet werden können.
Die Mitglieder der Arbeitsgruppe verständigten sich darauf, gezielt die bestehenden Newslet-
ter und Kommunikationsgelegenheiten des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und
Verbraucherschutz, des Netzwerks „Ärzte für Sachsen“, der Kassenärztlichen Vereinigung
Sachsen und der Krankenkassen zu nutzen, um Akteure in der Region über die Ergebnisse
des Gemeinsamen Landesgremiums und seiner Arbeitsgruppen zu informieren. Der Aufbau
arbeitsgruppeneigener, zusätzlicher Newsletter erscheint den Arbeitsgruppenmitgliedern auch
aus Gründen der zusätzlichen Adressgewinnung für die Newsletter-Empfänger als nicht erfor-
derlich. Stattdessen werden Informationsmöglichkeiten über den Newsletter des Netzwerks
„Ärzte für Sachsen“ aber auch im Newsletter des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales
und Verbraucherschutz genutzt.
Die Mitglieder des Gemeinsamen Landesgremiums verabredeten, in allen geeigneten Veran-
staltungen und Informationsmedien über die Projekte des Gemeinsamen Landesgremiums zu
informieren und veröffentlichten geeignete Informationen zu den Projekten in Artikeln ihrer re-
gelmäßigen Mitteilungen und Mitgliederzeitschriften. Beispiele sind auf den nachfolgenden
Seiten enthalten.
Verzögerungen entstanden in der Tätigkeit der Arbeitsgruppe dadurch, dass die Grobkonzepte
der Arbeitsgruppen aufgrund der Komplexität der Prozesse eine längere Bearbeitungszeit be-
nötigen und die Kommunikation in den Modellregionen sich infolgedessen zunächst auf die
Einzelprojekte fokussiert. Hierfür sollen die Meilensteine der Arbeitsgruppe nachjustiert wer-
den.
In diesem Zusammenhang berät die Arbeitsgruppe derzeit, in welchen Formaten die Ergeb-
nisse beziehungsweise Zwischenergebnisse der anderen Arbeitsgruppen in die Regionen
transportiert und dort als gemeinsame Leistung des Gemeinsamen Landesgremiums und der
Kommunalen Partner und Akteure (sichtbar) kommuniziert werden können. Bisher erfolgte
dies durch die Partner in den Arbeitsgruppen selbst beziehungsweise wurden Ergebnisse als
aktuell noch nicht veröffentlichungsreif beurteilt.
Meilenstein der Arbeitsgruppe ist die Entwicklung und Etablierung einer regelmäßigen Ge-
sundheitskonferenz. Ob sich eine solche Gesundheitskonferenz als regionales Kommunikati-
ons- beziehungsweise Mitwirkungsformat eignen kann, wird derzeit in der Arbeitsgruppe erör-
tert.
Aktueller Stand der Diskussion in der Arbeitsgruppe ist ein Austausch darüber, in jeder Region
eine Studie (Arbeitstitel) durchzuführen, die die Inhalte, den Umfang, notwendige Partner und
mögliche Kommunikations- beziehungsweise Mitwirkungsformate auf Eignung und Machbar-
keit, Ergebnisorientierung und Erfolgsaussichten untersuchen könnte.
Dafür wurden Überlegungen von den entsendenden Landkreisen entwickelt, die im nächsten
Schritt weiter zu konkretisieren und Erfolgsaussichten abzuschätzen sind.

| 19
Ziel ist die zukunftsfähige Sicherstellung der medizinischen Versorgung in der Region, die die
kommunalen Partner und regionalen Akteure einbezieht.

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20 |
3.2 Kommunikation in den Modellregionen Marienberg und Weißwasser
3.2.1 Auftaktveranstaltungen in Olbernhau und Weißwasser
Am 24. September 2018 fand in Olbernhau die Auftaktveranstaltung für die Region Marienberg
statt. Im Folgenden wird der Wortlaut der Einladung durch die Vorsitzende des Gemeinsamen
Landesgremiums, Frau Staatsministerin Barbara Klepsch, wiedergegeben.
Die Auftaktveranstaltung für die Modellregion Weißwasser im Landkreis Görlitz wurde am
27. September 2018 in Weißwasser durchgeführt.
Sehr geehrte Damen und Herren,
um die medizinische Versorgung im ländlichen
Raum mit Blick auf das Jahr 2030 zukunftsfähig zu
gestalten, werden die Mitglieder des Gemeinsa-
men Landesgremiums im Freistaat Sachsen unter
meinem Vorsitz neue Wege erproben.
Neben Vertretern meines Hauses sind die Kran-
kenkassen, die Kassenärztliche Vereinigung, die
Krankenhausgesellschaft und die Landesärzte-
kammer, aber auch die Patientenvertreter und die
Kommunalen Landesverbände Mitglieder.
Auf Grundlage eines Fachgutachtens haben wir die
Modellregionen Marienberg und Weißwasser be-
stimmt. In diesen beiden Regionen ist bis 2030 ein
Entwicklungs- und Handlungsbedarf zu erwarten.
Mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen sind
sie besonders für die Umsetzung der Ziele des Ge-
meinsamen Landesgremiums und die Erprobung
geeignet. Dabei werden wir von Regionalkoordina-
toren bei den Landkreisen Görlitz und Weißwasser
unterstützt.
Nun soll es praktisch werden: Wir möchten gemeinsam mit Ihnen als Akteure vor Ort beispiel-
haft Konzepte in den Modellregionen entwickeln und Maßnahmen erproben. Die Maßnahmen
werden auf den nachfolgenden Seiten zur Sicherstellung und Strukturentwicklung für eine Er-
probung (Instrumentenkoffer) vorgeschlagen. Diese sollen später Beispielcharakter entfalten
und auch auf andere Regionen übertragen werden können.
Dafür erbitte ich Ihre aktive Mitwirkung und bin gespannt auf interessante Ergebnisse.
Ihre
Barbara Klepsch
Abbildung 7:
Frau Staatsministerin Barbara Klepsch

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3.2.2 Regionalkoordinatoren in den Modellregionen
Modellregion Marienberg
Beim Landratsamt Erzgebirgskreis ist ab 1. September 2018 für die
Mitarbeit in der Modellregion die Regionalkoordinatorin,
Frau Ina Winterstein, eingestellt. Die Finanzierung erfolgt gemein-
sam durch die Mitglieder des Gemeinsamen Landesgremiums und
den Erzgebirgskreis.
Modellregion Weißwasser
Beim Landratsamt Görlitz ist ab 1. September 2018 für die Mitarbeit
in der Modellregion der Regionalkoordinator, Herr Marcus Cording,
eingestellt. Die Finanzierung erfolgt gemeinsam durch die Mitglieder
des Gemeinsamen Landesgremiums und den Erzgebirgskreis.
Über die Regionalkoordinatoren soll eine Einbindung und eine aktive
Mitwirkung der Modellregion in allen Arbeitsgruppen realisiert wer-
den. Zudem sollen die Regionalkoordinatoren Vorschlägen aus der
Region in die Projektarbeit einbringen.
3.2.3 Roll-Up für die Modellregionen
Für eine bessere Wiedererkennbarkeit des Gemeinsamen Landesgremiums und der Arbeits-
gruppen in den Modellregionen wurde für jede Modellregion ein Roll-Up entwickelt, die regel-
mäßig zum Einsatz kommen.
Abbildung 9: Werbematerial für die Modellregion Marienberg
Abbildung 8:
Regionalkoordinatorin für die
Modellregion Marienberg und
einer weiteren Person

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22 |
Abbildung 10: Werbematerial für die Modellregion Weißwasser

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3.2.4 Kommunikation in den Modellregionen (Beispiele)
Experten fordern medizinische Versorgung aus einer Hand
Der „6. Dresdner Dialog am Flughafen“ war dem Thema sektorenübergreifende Versorgung
gewidmet. Referenten aus den Bereichen Krankenkasse, Klinik, Kassenärztliche Vereinigung
und Politik stellten ihre Perspektive auf ein patientenorientiertes Gesundheitssystem vor.
Nach wie vor ist die Grenze zwischen den Sektoren ambulant und stationär eine der großen
Baustellen des deutschen Gesundheitssystems. Jeder Bereich funktioniert nach seiner eige-
nen Logik. Wichtige Informationen bleiben häufig auf der Strecke, wenn Patientinnen und Pa-
tienten zwischen Hausarzt, Krankenhaus, Facharzt oder Heilmittelerbringern pendeln. Doch
gerade ältere Menschen mit mehrfachen Erkrankungen sind darauf angewiesen, dass akut-
medizinische und rehabilitative Leistungen gut aufeinander abgestimmt sind.
Beim „6. Dresdner Dialog am Flughafen“ wurden Handlungsfelder für die patientenorientierte
Versorgung vorgestellt. Zu den Forderungen der Krankenkasse gehört eine einheitliche Be-
darfsplanung, die niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser einschließt. Nur so könne der
häufigen Über-, Unter- oder Fehlversorgung von Patienten begegnet werden. Außerdem
müssten gleiche Leistungen, ob in Arztpraxen oder Krankenhäusern, auch gleich vergütet wer-
den.
Dr. Klaus Heckemann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen,
stellte die Bereitschaftsdienstreform als ein Beispiel für die sektorenübergreifende Versorgung
vor. Außerdem verwies er auf die regionalen Versorgungsverbünde, die vor allem im ländli-
chen Raum entstehen sollen. Mit der Oberlausitz und dem Erzgebirge probt der Freistaat
Sachsen den Abbau von Sektorengrenzen bereits in zwei Modellregionen.
Zudem müssten auch die Möglichkeiten der Telemedizin für eine bessere, integrierte Versor-
gung einbezogen werden, war man sich einig. Bei dem Verfahren kann mit Hilfe von Kommu-
nikationsmitteln eine Fernbehandlung von Patienten stattfinden. Doch es wurde auch klar,
dass bis zu einer medizinischen Regelversorgung aus einer Hand noch viele Grenzen über-
schritten werden müssen.
Die Veranstaltung wird alljährlich von der BARMER Krankenkasse organisiert.
Diese Information finden Sie unter
www.sachsen-fernsehen.de/?s=Experten+fordern+medizi-
nische+Versorgung+aus+einer+Hand.

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Kassenärztliche Vereinigung Sachsen – Mitteilungen – Nachwuchsförderung
10. Netzwerktreffen „Ärzte für Sachsen“ in Weißwasser
Unter dem Motto „Vom Piloten in die Regelversorgung“ lud das Netzwerk „Ärzte für Sachsen“
seine Netzwerkpartner und alle am Thema „Ärztliche Versorgung in Sachsen“ Interessierten
zum nunmehr zehnten Mal zur Jahrestagung ein.
Im Zentrum der Veranstaltung am 12. September 2018 stand die Region Weißwasser. Hier
werden zurzeit unter Federführung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Ver-
braucherschutz durch eine Expertengruppe Entwicklungsbedarfe analysiert und Modellpro-
jekte zur Sicherung der medizinischen Versorgung entwickelt. Außerdem ging es um weitere
alternative Versorgungsformen, um aktuelle Entwicklungen bei der ärztlichen Nachwuchsge-
winnung und um gelungene Beispiele bei der Förderung für Ärzte gerade im ländlichen Raum.
Das Grußwort zur Veranstaltung im Tagungssaal des E-Werkes Weißwasser hielt der Stadtrat
des Gastgeberortes,
Hartmut Schirrock
. Dabei wurde schnell deutlich, welche Brisanz die
Thematik der ärztlichen Versorgung in dieser Region hat. Denn besonders Weißwasser hat
nicht zum ersten Mal mit einem Strukturwandel zu kämpfen. Nachdem bereits Anfang der
Neunzigerjahre viele der Glas- und Industriebetriebe schließen mussten, steht man nun vor
dem Ausstieg aus der Kohle in der Lausitz. Ein solcher wirtschaftlicher Wandel hat einen Ein-
fluss auf die Bevölkerung der Region. Nicht zuletzt fehlt es daher an Ärzten. Darum – so
Schirrock – müssten alle Beteiligten
jetzt
und nicht irgendwann handeln.
Auch der ärztliche Direktor des örtlichen Kreiskrankenhauses,
Dr. med. Karsten Brußig
,
sprach in seinem Grußwort von ärztlicher Seite in erster Linie von einem Nachwuchsproblem
bei Ärzten und im Pflegebereich. Sein Appell richtete sich an eine engere Vernetzung und
bessere Kommunikation zwischen ambulantem und stationärem Sektor.
Mehr Ärzte in Festanstellung
Im Anschluss hatte
Erik Bodendieck
, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, das
Wort. In seiner einleitenden Präsentation erläuterte er, wofür das Netzwerk steht. Bereits 2009
gründeten Akteure des sächsischen Gesundheitswesens das Netzwerk mit dem Ziel, sich und
die Maßnahmen gegen den drohenden Ärztemangel besser zu koordinieren und zu verknüp-
fen.
Weiterhin ging er auf den Wandel ein, der auch bei der ärztlichen Tätigkeit zu beobachten ist.
So ist nach einer ersten Analyse der Sächsischen Landesärztekammer die Anzahl der in Sach-
sen angestellten, ambulant tätigen Ärzte in den vergangenen zehn Jahren von 477 auf 1.570
angestiegen, wobei es jedoch starke regionale Unterschiede gibt. Zudem wächst der Wunsch
zur Arbeit in Teilzeit unter dem immer wichtiger werdenden Gesichtspunkt der Vereinbarkeit
von Beruf und Familie. Neben mehr Flexibilität in der ärztlichen Arbeitswelt gilt es, die jungen
Ärzte auch an die ländlichen Regionen zu binden. Dabei sind Standortvorteile zu vermitteln
und Beratungsangebote bereitzustellen. Nur so können langfristig neue Ärzte für Sachsen ge-
wonnen werden. In diesem Sinne bildet das Netzwerk „Ärzte für Sachsen“ ein Dach für alle
neuen Konzepte zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung.
Für Bodendieck ist der Dialog zwischen den Beteiligten der Schlüssel für den Erfolg des Netz-
werkes, denn „das Netzwerk ist nur so gut wie seine Mitglieder“.

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Marienberg und Weißwasser sind Modellregionen
Die Bedeutung von Netzwerken und ihrer Mitglieder unterstrich auch die Staatssekretärin des
Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz,
Regina Kraushaar
,
während ihrer Vorstellung der Vorhaben in den Modellregionen. Sie informierte dabei auch
über den Werdegang des Lenkungsgremiums und den Beschluss zur Auswahl von Marienberg
und Weißwasser. Zudem wurden die beiden regionalen Koordinatoren der Projekte vorgestellt:
Ina Winterstein
für die Modellregion Marienberg und
Markus Cording
für die Modellregion
Weißwasser.
Ihr Appell zur aktiven Mitarbeit bei sämtlichen Versorgungsfragen richtete sich sowohl an die
Kommunen und die Selbstverwaltung als auch an die Politik selbst. Die Aufgabe ist, junge
Ärztinnen und Ärzte für eine Tätigkeit im ländlichen Raum zu begeistern. Erste Initiativen in
dieser Richtung seien bereits erfolgreich, so haben inzwischen einige geförderte Stipendiaten
ihre Weiterbildung abgeschlossen und wollen eine hausärztliche Tätigkeit aufnehmen.
Am Ende der Veranstaltung nutzten zahlreiche Teilnehmer die Chance zur Diskussion und
knüpften Kontakte. In der Veranstaltung wurden viele Themen rund um aktuelle und künftige
Herausforderungen beleuchtet. Es wurden aber auch viele erfolgreiche Beispiele präsentiert,
die deutlich machen, dass die gemeinsamen Bestrebungen – Ärzte für Sachsen zu gewinnen –
nicht umsonst sind. So will sich auch im kommenden Jahr das Netzwerk zu seinem zehnjähri-
gen Jubiläum wieder treffen und sowohl die aktuelle Situation als auch laufende und vergan-
gene Maßnahmen besprechen und analysieren.

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Kassenärztliche Vereinigung Sachsen – Mitteilungen – Gesundheitspolitik
Sächsischer Krankenhaustag widmet sich komplexer Versorgungsverantwortung
Am 20. September fand in Dresden der Sächsische Krankenhaustag 2018 statt. Unter der
Überschrift „Sächsische Krankenhäuser in komplexer Versorgungsverantwortung“ hatte die
Sächsische Krankenhausgesellschaft zum diesjährigen Treffen geladen. Die Kassenärztliche
Vereinigung Sachsen teilte sich mit dem Elblandklinikum Meißen einen Ausstellungsstand zum
Thema „Notfall-Triage-Praxis – der Weg zur modernen Portalpraxis.“ Als Schirmherr des Kran-
kenhaustages eröffnete Sachsens Ministerpräsident
Michael Kretschmer
die Veranstaltung
mit einem Rundgang durch die Fachausstellung. Hier präsentierten sich zahlreiche Kliniken
gemeinsam mit Organisationen und Netzwerken aus dem Gesundheitssektor. Am Stand der
Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen informierte sich der Ministerpräsident gemeinsam mit
Gesundheitsministerin
Barbara Klepsch
über die Reform des Bereitschaftsdienstes und die
Startphase in den drei Pilotregionen Annaberg/Zschopau, Delitzsch/Eilenburg und Gör-
litz/Niesky.
Umfangreiches Vortragsprogramm
Ein erster Schwerpunkt des Krankenhaustages lag auf dem Thema E-Health mit den Facetten
Telemedizin, Versorgung im ländlichen Raum sowie Telematikunterstützung für die Impulsre-
gion Vogtland 2020. „Telemedizin ist ein weiterer wichtiger Baustein bei unserem Ziel, allen
Menschen im Freistaat den Zugang zu guter medizinischer Versorgung zu ermöglichen, und
zwar unabhängig davon, wo sie leben. Ich bin davon überzeugt, dass sich mit Hilfe der Digita-
lisierung die Möglichkeiten für die Patienten verbessern werden.“, sagte Barbara Klepsch.
Neben den Eröffnungsbeiträgen standen über 20 Vorträge zu den Themenbereichen Struk-
turentwicklung, Patientenorientierung und -sicherheit, Pflege und Personal sowie Digitalisie-
rung auf dem Programm. Anlässlich des Krankenhaustages zeigte sich die Gesundheitsminis-
terin sehr zufrieden darüber, dass die sächsische Krankenhauslandschaft eine gut abge-
stimmte und gestufte Versorgung aufweist, effizient sowie wirtschaftlich arbeitet. Um auch
künftig die medizinische Versorgung im ländlichen Raum zu stärken, bedürfe es einer stärke-
ren Verzahnung von stationären und ambulanten Angeboten, betonte sie und verwies auf die
beiden Modellregionen des Gemeinsamen Landesgremiums Marienberg und Weißwasser, in
denen die sektorenübergreifende Versorgung vorangebracht werden soll.
Modellprojekte mit Zukunftscharakter
Auf der Grundlage eines Gutachtens des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung
zum vertragsärztlichen Versorgungs- und Arztbedarf in Sachsen im Jahr 2030 sowie weiterer
Kriterien hatten sich Marienberg und Weißwasser als Regionen mit besonderem Entwicklungs-
bedarf in der ambulanten medizinischen Versorgung herauskristallisiert.
Dr. Gunnar Dittrich
,
Hauptabteilungsleiter in der Landesgeschäftsstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Sach-
sen, stellte die Vorgehensweise bei der Auswahl der Modellregionen anhand der Auswahlkri-
terien vor. Außerdem erläuterte er, wie das Gemeinsame Landesgremium zur Entscheidung
über die Modellregionen gelangt ist, welche Projekte dort zu bearbeiten sind und welche Ziele
damit verfolgt werden. In den vom Landesgremium eingesetzten Arbeitsgruppen sind Vertreter
des Gesundheitsministeriums, der Kassenärztlichen Vereinigung, der Landesärztekammer,
der Krankenkassen, der Krankenhausgesellschaft, Patientenvertreter sowie ein Koordinator je
Region tätig. Sie arbeiten an der Zukunftsfähigkeit der medizinischen Versorgung in den Re-
gionen unter besonderer Beachtung des ambulanten und stationären Sektors.
Diese Information finden Sie unter
www.kvsachsen.de
und
www.kgs-online.de.

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Kassenärztliche Vereinigung Sachsen – Mitteilungen – Editorial
Perfekt vernetzt – sektorenübergreifende Konzepte zur Verbesserung der Versorgung
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
dass sehr viele unterschiedliche Protagonisten an einem Strang ziehen, ist, wie ich finde,
durchaus nicht immer selbstverständlich.
Während auf bundespolitischer Ebene palavert und provoziert wird und gerade im Gesund-
heitsbereich auch Interessenvertretungen gegeneinander ausgespielt werden, sieht es auf
Landes- und Kommunalebene oft ganz anders aus. In Sachsen arbeiten seit vielen Jahren
unterschiedliche Akteure des Gesundheitswesens und der Kommunen Hand in Hand an inno-
vativen und zukunftsträchtigen medizinischen Versorgungskonzepten – vereint im Gemeinsa-
men Landesgremium des Freistaates Sachsen. Es setzt sich aus 13 Mitgliedern zusammen,
zu denen unter Vorsitz des Sächsischen Sozialministeriums die Kassenärztliche Vereinigung
Sachsen, die Sächsische Landesärztekammer, die Krankenhausgesellschaft Sachsen sowie
die Landesverbände der Krankenkassen und Ersatzkassen gehören und zwei Patientenver-
treter.
Sie alle widmen sich konsequent einem gemeinsamen Ziel: der Sicherung der ärztlichen Ver-
sorgung, insbesondere im ländlichen Raum, an der Schnittstelle zwischen ambulantem und
stationärem Sektor.
Auf der Grundlage eines Gutachtens zum vertragsärztlichen Versorgungs- und Arztbedarf in
Sachsen im Jahr 2030, erstellt vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung, wurde
von einer Expertengruppe des Gemeinsamen Landesgremiums für einige ausgewählte Regi-
onen in Sachsen der Entwicklungs- und Handlungsbedarf konkretisiert. Daraus sind Konzepte
und Maßnahmen zur Sicherstellung und Strukturentwicklung entstanden, die sich derzeit in
der Umsetzung befinden. Diese sollen Beispielcharakter entfalten.
Modellregionen Marienberg und Weißwasser
Unter zusätzlicher Einbindung regionaler Akteure wollen wir gemeinsam die gesundheitliche
Versorgung zunächst in den beiden Regionen Marienberg und Weißwasser voranbringen. Um
dies dauerhaft und patientenorientiert sicherzustellen, müssen neue Finanzierungs- und Ver-
sorgungsmodelle entwickelt werden. Hier sind Ideen gefragt!
Um das große Aufgabenspektrum in den beiden unterschiedlichen Regionen bewältigen zu
können, wurden über ein vom Sozialministerium geführtes Lenkungsgremium sieben Arbeits-
gruppen gebildet, wobei die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen in allen Gruppen mitarbei-
tet und in den Gruppen fünf und sechs federführend ist:
1. Ländliches Gesundheitszentrum / Krankenhaus
2. Kooperation / Verbund in der Weiterbildung
3. Aktive Mitwirkung kommunaler Partner
4. Patientenmobilität unterstützen
5. Einrichtung von Satellitenpraxen
6. Medizinische Versorgung von Heimbewohnern
7. Unterstützung durch Delegation, Care- und Case-Managementlösungen sowie telemedizi-
nische Anwendungen

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Vernetzung von ambulanten und stationären Strukturen
Die sektorenübergreifende Versorgung sei der Schlüssel zu höherer Qualität und Effizienz des
Gesundheitswesens, sagte kürzlich Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch.
In der Modellregion Marienberg wird derzeit geprüft, ob die medizinische Versorgung durch
ein ländliches Gesundheitszentrum am Klinikum Mittleres Erzgebirge nachhaltig verbessert
werden kann. Dabei sollen einerseits die stationäre Grundversorgung sowie die Notfallversor-
gung in der Region gesichert werden. Andererseits können die ärztlichen Kapazitäten des Kli-
nikums auch für die ambulante Versorgung genutzt werden.
In Pflegeheimen in Marienberg und Weißwasser wurden Projekte für Videokonsultationen zur
haus- und fachärztlichen Betreuung Pflegebedürftiger installiert. In Marienberg sind Weiterbil-
dungsverbünde mit der Fokussierung auf fachärztliche Gebiete sowie Allgemeinmedizin an-
gedacht. In Weißwasser stehen die Fachgebiete Kinder- und Jugendmedizin sowie Allgemein-
medizin im Vordergrund. In beiden Regionen sollen weitere Ärzte – sowohl ambulant als auch
stationär tätige – für die Weiterbildungsbefugnis gewonnen werden – mit Unterstützung der
regional tätigen Kolleginnen und Kollegen. Zur Sicherstellung der augenärztlichen Versorgung
in Zschopau soll ein Modellprojekt für ambulante teleopthalmologische Sprechstunden etab-
liert werden, wodurch die regionale Versorgungslücke bei konservativen augenärztlichen Be-
handlungen gemildert werden soll.
Einsatz von Regionalkoordinatoren
Bundesweit einzigartig ist der Einsatz von Regionalkoordinatoren in diesen Modellregionen.
Als Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort halten sie enge Verbindung zu
den Akteuren des Gesundheitsbereichs wie Krankenkassen und Ärzteschaft, aber auch im
Landkreis. Auch wenn es zum Beispiel bei der Finanzierung unterschiedliche Meinungen gibt,
so arbeiten doch alle Partner aktiv an der Umsetzung der Projekte, wenn es um das gemein-
same Ziel – die Verbesserung der medizinischen Versorgung – geht.
Es grüßt Sie herzlich
Ihre Sylvia Krug
Stellvertretende Vorsitzende der
Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen

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Kassenärztliche Vereinigung Sachsen – Mitteilungen – Nachrichten
Modellprojekt gestartet: Mit augenärztlicher Telesprechstunde Praxisabläufe optimiert
Anfang April startete ein Modellprojekt zur besseren augenärztlichen Versorgung der Region
Marienberg. Augenarzt Simo Murovski hat dafür seine Praxis in Zschopau mit neuer Technik
ausgestattet und um Telesprechstunden erweitert.
Die Region Marienberg ist eine der zwei Modellregionen in Sachsen, in denen neue Konzepte
erprobt werden, um die medizinische Versorgung zu verbessern. In den Modellregionen be-
steht in einigen ambulanten Facharztbereichen eine drohende Unterversorgung, in Marien-
berg vor allem bei Augenärzten. Das Sächsische Gesundheitsministerium, die sächsischen
Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen haben gemeinsam mit dem Au-
genarzt Simo Murovski ein Projekt auf den Weg gebracht, das neue Möglichkeiten der digitalen
und telemedizinischen Anwendungen eröffnet. „Ich freue mich, dass die Krankenkassen und
die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen dieses Modellprojekt ermöglichen und dass es en-
gagierte Ärzte gibt, die neue digitale Anwendungen erproben“, sagte Gesundheitsministerin
Barbara Klepsch bei ihrem Besuch zum Projektstart in Zschopau.
Die Partner
Für Dr. Klaus Heckemann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen,
trägt das Projekt von Dr. Murovski Beispielcharakter: „Im Herbst 2018 hatte die Vertreterver-
sammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen beschlossen, Telemedizinprojekte
sachsenweit zu implementieren. Die neuen telemedizinischen Sprechstunden schaffen zu-
sätzliche Behandlungskapazitäten, die sowohl den Patienten nützen als auch Augenarztpra-
xen in der Region entlasten.“
Simone Hartmann, Chefin der Techniker Krankenkasse – Landesgeschäftsstelle Sachsen und
Leiterin der Arbeitsgruppe, die das Modellprojekt ins Leben gerufen hat, sagte: „Diese zu-
kunftsweisende Idee in die Tat umzusetzen, hat uns immer wieder ermutigt. Der Mehrwert für
unsere Patienten ist überzeugend. Allen Partnern danke ich, sich gemeinsam dafür eingesetzt
zu haben.“
Unter Federführung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz
engagieren sich neben der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, der Sächsischen Landes-
ärztekammer und der Krankenhausgesellschaft Sachsen und auch die sächsischen Kranken-
kassen und der Verband der Ersatzkassen e. V. in sieben Arbeitsgruppen des Gemeinsamen
Landesgremiums, um Modellprojekte zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in
Sachsen zu etablieren.

30 |
4
Arbeitsgruppe 4 – Patientenmobilität
4.1 Modellregion Marienberg
4.1.1 Erläuterungen zu den Meilensteinen 1 und 2
Meilenstein 1 – IST-Analyse: Mit der IST-Analyse soll in der Region Marienberg eine objektive
Bestandsaufnahme und Dokumentation der vorliegenden medizinischen Versorgungssituation
im Zusammenspiel mit der vorhandenen technischen Infrastruktur (Verkehrsnetz, Öffentlicher
Personennahverkehr, Nahverkehrsanbindung, etc.) erfolgen. Der Meilenstein 1 wurde mit dem
entsprechenden Bericht zum 31.08.2018 fristgerecht erledigt.
Meilenstein 2 – Grobkonzept: In der Grobkonzeptionsphase werden die Ergebnisse aus der
IST-Analyse mit Leben gefüllt. Es werden insbesondere Bedarfe, Inhalte und notwendige Res-
sourcen festgelegt, Funktionen und Beteiligte ausgewählt und alles in eine Struktur gebracht.
Der Meilenstein 2 wurde mit dem entsprechenden Bericht etwas verspätet zum 24.04.2019
erledigt.
4.1.2 Erläuterung zu Meilenstein 3 – Feinkonzept
Meilenstein 3 – Feinkonzept: Das Feinkonzept ist eine möglichst genaue Beschreibung des
geplanten Projektablaufes. Es werden detailliert und final alle Inhalte und notwendige Res-
sourcen festgelegt, Funktionen und Beteiligte ausgewählt und alles in eine Struktur gebracht.
Im Anschluss an die Vorlage der Grobkonzeption hat der Erzgebirgskreis über die Regional-
koordinatorin an die Arbeitsgruppe 4 schriftlich mitgeteilt, dass die IST-Analyse der Arbeits-
gruppe 4 zur Modellregion Marienberg geprüft und ausgewertet wurde und die getätigten Aus-
sagen grundsätzlich zutreffend sind.
Der Landkreis hat daraufhin eine eigene Arbeitsgruppe gebildet, die sich im Rahmen der Fein-
konzeption vorerst mit dem Bedarf an derartigen Projekten im Landkreis befasst hat. Im Er-
gebnis wurde der Arbeitsgruppe 4 am 24.04.2019 vom Landkreis und der Regionalkoordina-
torin eine unter Einbeziehung der vorhandenen Öffentlichen Personennahverkehr-Infrastruktur
und unter Beachtung der medizinischen Versorgungsstrukturen erstellte Präsentation vorge-
stellt. Die wesentlichen Folien der Präsentation werden im Folgenden dargestellt:
Die fundierte Bedarfsermittlung des Landkreises hat damit ergeben, dass ein konkreter Bedarf
für ein Projekt zur Patientenmobilität zum gegenwärtigen Zeitpunkt in der Modellregion Mari-
enberg nicht zu erkennen ist. Weiterhin empfiehlt der Erzgebirgskreis, zunächst die Entschei-
dung zur Plusbus-Förderung abzuwarten, da mit dieser unter Umständen bereits ein weiteres
ergänzendes Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr für die Modellregion in den Jahren
2019/2020 geschaffen wird.
4.1.3 Lösungsansätze zur Übertragung auf weitere Regionen
Aus dem oben beschriebenen Projektstand heraus sind Lösungsansätze zur Übertragung auf
andere Regionen noch nicht abschätzbar.
4.1.4 Vorschlag zum weiteren Vorgehen
Im Ergebnis der Bedarfsermittlung des Erzgebirgskreises zum Projekt Patientenmobilität
schlägt die Arbeitsgruppe 4 vor, das Projekt in der Modellregion Marienberg vorerst
(bis 31.12.2019) ruhen zu lassen beziehungsweise an den Bedarfen des Landkreises neu aus-
zurichten. Für eine gegebenenfalls spätere Bedarfsprüfung im Jahr 2020 bleibt das Projekt
dahingehend weiter offen.

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Weiterhin schlägt die Arbeitsgruppe 4 vor, die im sächsischen Haushalt für das Projekt zur
Patientenmobilität bereitgestellten Mittel über eine entsprechende Förderbekanntmachung zur
Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz zur För-
derung der Gesundheit, Prävention, Beratung sowie Hospiz- und Palliativversorgung (Refe-
ratsleiter Gesundheit und Versorgung) vom 13. September 2018 anderen interessierten Land-
kreisen verfügbar zu machen.
Entsprechende Beschlussvorschläge wurden in der 10. Sitzung des Gemeinsamen Landes-
gremiums am 19.06.2019 in Weißwasser eingebracht und beschlossen.
4.2 Modellregion Weißwasser
4.2.1 Erläuterungen zu den Meilensteinen 1 und 2
Meilenstein 1 – IST-Analyse: Mit der IST-Analyse soll in der Region Marienberg eine objektive
Bestandsaufnahme und Dokumentation der vorliegenden medizinischen Versorgungssituation
im Zusammenspiel mit der vorhandenen technischen Infrastruktur (Verkehrsnetz, Öffentlicher
Personennahverkehr, Nahverkehrsanbindung, etc.) erfolgen. Der Meilenstein 1 wurde mit dem
entsprechenden Bericht zum 31.08.2018 fristgerecht erledigt.
Meilenstein 2 – Grobkonzept: In der Grobkonzeptionsphase werden die Ergebnisse aus der
IST-Analyse mit Leben gefüllt. Es werden insbesondere Bedarfe, Inhalte und notwendige Res-
sourcen festgelegt, Funktionen und Beteiligte ausgewählt und alles in eine Struktur gebracht.
Der Meilenstein 2 wurde mit dem entsprechenden Bericht fristgerecht zum 03.01.2019 erle-
digt.
4.2.2 Erläuterung zu Meilenstein 3 – Feinkonzept
Meilenstein 3 – Feinkonzept: Das Feinkonzept ist eine möglichst genaue Beschreibung des
geplanten Projektablaufes. Es werden detailliert und final alle Inhalte und notwendige Res-
sourcen festgelegt, Funktionen und Beteiligte ausgewählt und alles in eine Struktur gebracht.
Im Anschluss an die Vorlage der Grobkonzeption hat der Erzgebirgskreis über die Regional-
koordinatorin an die Arbeitsgruppe 4 schriftlich mitgeteilt, dass die IST-Analyse der Arbeits-
gruppe 4 zur Modellregion Marienberg geprüft und ausgewertet wurde und die getätigten Aus-
sagen grundsätzlich zutreffend sind.
Im Anschluss an die Vorlage der Grobkonzeption hat der Landkreis Görlitz über den Regio-
nalkoordinatorin an die Arbeitsgruppe 4 schriftlich mitgeteilt, dass die Landkreise Görlitz und
Bautzen und damit auch die Modelregion Weißwasser gleichfalls Modellvorhaben in dem vom
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geförderten Projekt „Langfristige Si-
cherung von Mobilität und Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen" sind.
Das Modellvorhaben „Langfristige Sicherung von Versorgung und Mobilität in ländlichen Räu-
men“ hatte eine zweijährige Laufzeit und wurde mit wissenschaftlicher Begleitung durchge-
führt.
Das Kooperationsraumkonzept wurde finalisiert und aufbauend darauf ein integriertes Mobili-
tätskonzept erarbeitet, das konkrete Maßnahmenvorschläge zur Verbesserung der Erreich-
barkeit in der Modellregion beinhaltet. Des Weiteren wurden übertragbare Handlungsansätze
aus anderen Regionen in Form eines Werkzeugkastens vorgeschlagen. Ebenso wurde im
Rahmen des Modellvorhabens eine Konzeption erstellt, um die derzeitigen Mobilitätszentralen
im Sinne einer intermodalen Buchungs- und Informationsplattform für die Modellregion weiter-
zuentwickeln.

32 |
Das Projekt wurde im November 2018 mit dokumentierter Bestandsaufnahme, einem Koope-
rationsraumkonzept und einem Mobilitätskonzept abgeschlossen. Der entsprechende
Abschlussbericht zu diesem Modellvorhaben liegt seit November 2018 vor und ist im Beteili-
gungsportal unter den Dokumenten der Arbeitsgruppe 4 abgelegt.
Das im Rahmen des oben genannten Modellvorhabens entstandene Mobilitätskonzept für die
Landkreise Görlitz und Bautzen zeigt neben einer detaillierten Bestandsaufnahme, unter an-
derem mit
räumlichen Öffentlichen Personennahverkehr-Versorgungsgrad,
Bedienungshäufigkeit im Öffentlichen Personennahverkehr (Schulzeit und außerschuli-
sche Zeit),
Daseinsvorsorge auf Ortsteilebene,
Pendlerbeziehungen in den Pilotregionen,
auch zahlreiche Maßnahmenvorschläge in den einzelnen Ebenen.
Im Sinne einer verbesserten „Mobilität für alle“ geht es im Projekt vor allem um die Sicherstel-
lung der Erreichbarkeit von Daseinsvorsorgeeinrichtungen aus der Fläche und eine Mobilitäts-
teilhabe auch ohne Autoverfügbarkeit. Deshalb liegen die inhaltlichen Schwerpunkte des Mo-
bilitätskonzeptes in der Angebotsqualität im Öffentlichen Personennahverkehr (Linienbetrieb
und flexible Bedienformen), der Weiterentwicklung des Radverkehrsnetzes für den Alltagsver-
kehr sowie der verkehrsmittelübergreifenden Koordination und Vernetzung.
Das damit seit Ende 2018 in der Modellregion vorliegende Mobilitätskonzept ist damit deutlich
detaillierter und umfassender, als es eine Feinkonzeption beziehungsweise eine Maßnahme-
planung der Arbeitsgruppe 4 je hätte sein können.
4.2.3 Lösungsansätze zur Übertragung auf weitere Regionen
Aus dem oben beschriebenen Projektstand heraus sind Lösungsansätze zur Übertragung auf
andere Regionen noch nicht abschätzbar.
4.2.4 Vorschlag zum weiteren Vorgehen
Im Ergebnis der Bedarfsermittlung der Modellregion Weißwasser und der vorliegenden Pro-
jektdokumente zum Projekt „Langfristige Sicherung von Versorgung und Mobilität in ländlichen
Räumen“ schlägt die Arbeitsgruppe 4 vor, das Projekt in der Modellregion Weißwasser vorerst
(bis 31.12.2019) ruhen zu lassen beziehungsweise an den Bedarfen des Landkreises neu aus-
zurichten. Für eine gegebenenfalls spätere Bedarfsprüfung im Jahr 2020 bleibt das Projekt
dahingehend weiter offen.
Weiterhin schlägt die Arbeitsgruppe 4 vor, die im sächsischen Haushalt für das Projekt zur
Patientenmobilität bereitgestellten Mittel über eine entsprechende Förderbekanntmachung zur
Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz zur För-
derung der Gesundheit, Prävention, Beratung sowie Hospiz- und Palliativversorgung (Refe-
ratsleiter Gesundheit und Versorgung) vom 13. September 2018 anderen interessierten Land-
kreisen verfügbar zu machen.
Entsprechende Beschlussvorschläge wurden in der 10. Sitzung des Gemeinsamen Landes-
gremiums am 19.06.2019 in Weißwasser eingebracht und beschlossen.

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| 33
5
Arbeitsgruppe 5 – Satellitenpraxis Modellregion Weißwasser
5.1 Zwischenergebnis: Entwicklung einer regionalen, intersektoralen
„Verantwortungsgemeinschaft“
Mit dem Auftrag des Gemeinsamen Landesgremiums, zu prüfen, ob und inwieweit eine ärztli-
che Zweig-/Satellitenpraxis in der Modellregion Weißwasser einen Versorgungsbeitrag leisten
kann, hat die Arbeitsgruppe im August 2018 ihre Arbeit aufgenommen.
Abbildung 11: Mitglieder der Arbeitsgruppe 5 „Satellitenpraxis“ zu ihrer Sitzung am 09.05.2019
Im Folgenden soll dargestellt werden, mit welcher Herangehensweise man sich dem Projekt-
ziel zunächst genähert hat und wie sich dabei im Laufe der Zeit Erwartungshaltungen und
Prämissen der Aktivitäten der Arbeitsgruppe gewandelt haben. Als Zwischenergebnis lässt
sich festhalten, dass durch Bemühungen der Arbeitsgruppe und des Regionalkoordinators
eine neue Kommunikation und Kooperation der vorhandenen ambulant und stationär tätigen
Akteure in der Modellregion etabliert und so das Selbstverständnis einer Verantwortungsge-
meinschaft geschaffen werden konnte.
Zu Beginn wurde die klassische Definition einer „Satellitenpraxis“ hinterfragt. In der gängigen
Meinung geht man von einer Einrichtung von Praxisräumen (inklusiv Stellung von Personal)
aus, die von mehreren Ärzten, auch unterschiedlicher Fachgebiete, jeweils tage- oder stun-
denweise genutzt werden, um ein wohnortnahes Versorgungsangebot zu schaffen. In Diskus-
sion der Arbeitsgruppe wurde eine Schwäche dieser Begriffsbestimmung identifiziert:
Steht die Struktur/das rechtliche Konstrukt, in dem die ärztlichen Leistungen angeboten wer-
den bereits relativ fest, geht ein Stück Flexibilität bei der Suche nach entsprechender ärztlicher
Kapazität verloren. Aus diesem Grund hat die Arbeitsgruppe die Herangehensweise an das
Projekt dem Grunde nach umgekehrt. Der uneingeschränkte Fokus liegt auf der Suche nach
Ärzten, die den aus Analysen und Recherchen identifizierten Bedarf mit ihrer zur Verfügung
stehenden Kapazität in der Region Weißwasser decken können. Die Frage nach der räumli-
chen und rechtlichen Struktur sowie dem Namen soll erst in einem zweiten Schritt – unter
Berücksichtigung der Ziele und Vorstellungen der dann rekrutierten Ärzte – geklärt werden.

34 |
Die Beteiligten der Arbeitsgruppe haben dabei ihre Bereitschaft zu Flexibilität in der Ausge-
staltung signalisiert.
Um den konkreten Bedarf und die relevanten Fachgebiete zu ermitteln, wurden verschiedene
Methoden angewendet und Analysen durchgeführt. In einem ersten Schritt wurden die Ergeb-
nisse des Steckbriefes zur Modellregion Weißwasser, welchen die Expertengruppe des Ge-
meinsamen Landesgremiums erstellt hat, untersucht. Zusätzlich wurden aktuelle Versor-
gungsgrade und die Feststellungen des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen zu
(drohender) Unterversorgung und zusätzlichem lokalem Versorgungsbedarf einbezogen. Be-
trachtet wurden auch Auffälligkeiten, die sich aus Aussagen von Patienten und Ärzten vor Ort
ergeben haben. Im Ergebnis wurden folgende Fachgebiete identifiziert, für die im nächsten
Schritt tiefergehende Datenanalysen durchgeführt wurden:
Orthopädie
Rheumatologie
Diabetologie
Auch die hausärztliche Versorgungssituation wurde für ein Gesamtverständnis der Region
analysiert. Auswertungen zu tätigen Hausärzten, deren Alter und Praxisstandorten sowie re-
lative Fallzahlen zeichnen das Bild einer kritischen Versorgungslage, das bei allen Aktivitäten
der Arbeitsgruppe im Blick behalten werden sollte.
Für die drei genannten Fachgebiete wurden insbesondere Patientenströme analysiert. So
zeigte sich, dass in der Orthopädie 50 Prozent der in der Modellregion wohnhaften und in
Sachsen orthopädisch behandelten Patienten, ihre Behandlung außerhalb der Modellregion in
Anspruch nehmen. Insbesondere ist ein hoher Abstrom in die Region Niesky/Rothenburg zu
erkennen. In der Rheumatologie und Diabetologie gibt es in der Modellregion keine Ärzte die-
ser Fachrichtung. Es wurde daher die Patientenherkunft der in den Landkreisen Görlitz und
Bautzen tätigen Ärzte untersucht. Räumlich näher gelegene Praxen in Hoyerswerda oder
Niesky behandeln dabei mehr Patienten als weiter entfernte Praxen. Wobei insgesamt eine
relativ geringe Anzahl von Patienten aus der Modellregion behandelt wird.
Im Ergebnis der Analysen auf Datenbasis wurde auch begonnen, punktuell Einzelgespräche
mit Ärzten der Region – sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich – zu führen.
So wurden Haus- und Fachärzte, Pflegeeinrichtungen und Krankenhausärzte wieder näher
zusammengeführt. Es fanden zum Teil gemeinsame Stammtische und Gespräche statt und
die Kommunikation wurde insgesamt verbessert. Die Akteure vor Ort verstehen sich inzwi-
schen als regionale, sektorenübergreifende „Verantwortungsgemeinschaft“.
Es wurde auch Kontakt zur Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg, zur Ärztekammer
Brandenburg sowie zum Medizinischen Versorgungszentrum des Carl-Thiem-Klinikums Cott-
bus, das unter anderem eine Zweigstelle in Weißwasser betreibt, aufgenommen. Hier zeigt
sich die Problematik der Modellregion Weißwasser als eine Grenzregion zu einem anderen
Bundesland. Insbesondere aus Sicht der Bevölkerung vor Ort ist aus historischen Gründen
(ehemals gemeinsamer DDR-Bezirk Cottbus) die Landesgrenze zwischen Weißwasser und
Cottbus wenig relevant. In der Umsetzung von Projekten an denen Institutionen mitwirken,
deren Aktionsradius sich jedoch strikt nach administrativen Grenzen richtet, ist dieser Umstand
aber problematisch. Dies zeigt sich in der Beschaffung von Daten beziehungsweise Informa-
tion und somit in einer gewissen Intransparenz der Versorgungssituation in Brandenburg. Aber
auch der Wettbewerb um personelle und finanzielle Ressourcen zwischen den beiden Län-
dern/Landkreisen spielt eine Rolle. Administrative und politische Aspekte zeigen sich hier teil-
weise als hinderlich für ein innovatives Versorgungsprojekt.

| 35
Zusammenfassend ist dennoch ein positives Zwischenfazit zu ziehen: Durch die beschriebe-
nen Gespräche in der Region und die sektorenübergreifend verbesserte Kommunikation gibt
es inzwischen Lösungsansätze in den Fachgebieten Rheumatologie und Diabetologie. Um
diese zu konkretisieren, sind in nächster Zeit Gespräche anberaumt, in denen mögliche Lö-
sungswege sondiert werden sollen.
Erwähnt werden sollen auch Ergebnisse beziehungsweise Erkenntnisse aus der Arbeits-
gruppe, die das Projekt „Satellitenpraxis“ nur am Rande berühren:
Auf ihrer Suche nach ärztlicher Kapazität stellte sich der Arbeitsgruppe auch die Frage, wie
ärztlicher Nachwuchs für die Modellregion geworben werden kann. Neben einem breiten An-
gebot an Weiterbildungsstellen, ist auch der „Klebeeffekt“, der mit Praktika während des Me-
dizinstudiums einhergeht, von großer Relevanz. Absolviert man diese in Krankenhäusern, in
denen einem Arbeitsumfeld, -bedingungen und -atmosphäre sowie die Kollegen als angenehm
in Erinnerung sind, wird man dort eventuell auch später in Weiterbildung und als Facharzt tätig.
Kleinere Krankenhäuser im ländlichen Raum haben diesbezüglich einen erheblichen Stand-
ortnachteil, da sie oftmals die von den Universitäten vorgegebenen Voraussetzungen für eine
Anerkennung als akademische Lehrkrankenhäuser nicht erfüllen. Gerade in diesen Regionen
bestehen aber die größten Probleme ärztliche Stellen zu besetzen beziehungsweise nachzu-
besetzen.
Im Zusammenhang mit der Akquise von ärztlichem Nachwuchs ist zu berichten, dass über den
Regionalkoordinator der Modellregion Weißwasser ein Kontakt zwischen den „Raumpionieren
Oberlausitz“
(www.raumpioniere-oberlausitz.de)
und dem Netzwerk „Ärzte für Sachsen“ her-
gestellt wurde. Gemeinsam wird aktuell ein Konzept zur Gewinnung von Ärzten für die Modell-
region erarbeitet.
5.2 Lösungsansätze zur Übertragung auf weitere Regionen
Aus dem oben beschriebenen Projektstand heraus sind Lösungsansätze zur Übertragung auf
andere Regionen noch nicht abschätzbar.

36 |
6
Arbeitsgruppe 6 – Pflegeheimversorgung
6.1 Ausgangssituation und Start der Projektarbeit
Die Arbeitsgruppe 6 „Pflegeheimversorgung“ hatte bereits früher als geplant ihre Arbeit mit
einer ausführlichen Datenrecherche zu Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigung
Sachsen begonnen. Dabei handelte es sich um Zuarbeiten für das vom Sächsischen Staats-
ministerium für Soziales und Verbraucherschutz beauftragte Gutachten zur „Evaluierung ver-
tragsärztlicher und vertragszahnärztlicher Kooperationen mit Pflegeeinrichtungen gemäß
§ 119b Fünftes Buch Sozialgesetzbuch“.
Neben der Datenlieferung auf Basis der Anforderungen des Gutachters AGENON – Gesell-
schaft für Forschung und Entwicklung im Gesundheitswesen mbH wurden auch Informationen
zu den bestehenden Verträgen nach § 119b Fünftes Buch Sozialgesetzbuch in Sachsen über-
mittelt.
In einem späteren Schritt wurden durch den Gutachter Interviews mit Ärzten geführt, deren
Ergebnisse in eine Vorabversion des Gutachtens integriert wurden. Ziel des Gutachtens ist es,
die bestehenden Ansätze der vertragsärztlichen (und vertragszahnärztlichen) Kooperationen
mit den Pflegeeinrichtungen zu evaluieren. Zentraler Bestandteil der Evaluation ist die Analyse
des IST-Zustandes der gegenwärtigen Kooperationsverträge.
Daher ist beabsichtigt, aus den Ergebnissen der Evaluation gegebenenfalls Handlungsemp-
fehlungen zur Optimierung und Stärkung der ärztlichen Versorgung in Pflegeeinrichtungen ab-
zuleiten. Die Analyse und die resultierenden Handlungsempfehlungen dienen wiederum der
Arbeitsgruppe 6 in den ausgewählten Modellregionen als Arbeitsgrundlage.
Initiiert durch die inhaltlichen Parallelen mit der Arbeitsgruppe 7 tauschte man sich unter den
Mitgliedern der Arbeitsgruppe 6 bereits in der ersten Sitzung am 15.10.2018 zu ersten Ansät-
zen zur Verbesserung der Versorgung von Heimbewohnern in Zusammenhang mit der Dele-
gation von ärztlichen Leistungen und den damit verbundenen grundsätzlichen Voraussetzun-
gen aus. Somit wurde der Fokus auf einen telemedizinischen Ansatz auch in der Arbeitsgruppe
„Pflegeheimversorgung“ gelegt. Erste Schwerpunkte der Arbeit waren die Ansätze zur „Haus-
ärztlichen Entlastung von Routinebesuchen im Pflegeheim“ sowie das „Fachärztliche Konsil
im Pflegeheim“ mittels Telemedizin.
6.2 Modellregion Marienberg
6.2.1 Arbeitsbericht zu Projekt- und Lösungsansätzen
Vorbereitend zur ersten Sitzung der Arbeitsgruppe 6 hatte im September 2018 die Regional-
koordinatorin für die Modellregion Marienberg, auf Grundlage der Projektansätze der Arbeits-
gruppe 7, Pflegeeinrichtungen in der Region befragt. Aus den Gesprächen mit den Heimen
kristallisierte sich zunächst eine Einrichtung mit dem KATHARINENHOF – Wohnpark in Warm-
bad heraus, die als eine der ersten Pflegeeinrichtungen Interesse an der Thematik signalisiert
hatte.
Daraufhin fand am 05.11.2018 in der besagten Einrichtung eine Kickoff-Veranstaltung zu tele-
medizinischen Lösungen im stationären Pflegebereich statt. Alle Beteiligten gaben ein positi-
ves Feedback in Bezug auf telemedizinische Projekte wie beispielsweise eine Videosprech-
stunde.

| 37
Am 26.11.2018 fand die zweite Sitzung der Arbeitsgruppe 6 statt, wobei der telemedizinische
Ansatz durch eine Videosprechstundenlösung weiterverfolgt wurde. Die Frage der Finanzie-
rung eines solchen Projektes durch Fördermittel wurde geprüft. Es musste jedoch festgestellt
werden, dass bestehende Fördermittelfonds nicht in Frage kommen.
Neben der bekannten Videosprechstunde wurde parallel ein weiterer Projektansatz entwickelt.
Vorgestellt wurde die Möglichkeit, eine Datenbrillenlösung in einer Pflegeeinrichtung im Rah-
men des Projektes zu testen. Diese Datenbrillenlösung hatte im Wettbewerb „KBV-Zukunfts-
praxis“ den 1. Platz gewonnen und kann ab 2019 in ausgewählten Praxen getestet werden.
Das Produkt wurde demnach bereits von Fachleuten inhaltlich und konzeptionell geprüft.
Folgende Vorteile bietet das System:
Anwender hat beide Hände frei
direkter und uneingeschränkter Kontakt zum Patienten möglich
(kein Medium wie ein Tablet dazwischen)
Übermittlung von Wissen und Expertise über Distanzen hinweg in Echtzeit
hohe Genauigkeit und unmittelbare Aktionen möglich
vorhandene Hard- und Software
sichere Übertragung (verschlüsselt)
Die Anbindung erfolgt über ein separates Smartphone, dessen Akku auch genutzt wird. Dabei
kann wahlweise der WLAN-Zugang oder das Mobilfunknetz des Smartphones zur Datenüber-
tragung verwendet werden. Der bildempfangende Arzt benötigt grundsätzlich keine zusätzli-
che Hardware, da als Wiedergabegerät sowohl Smartphones als auch Tablets und PC´s ge-
nutzt werden können.
Zu der Datenbrillenlösung fand eine Präsentation der Herstellerfirma zur Anwendung des Sys-
tems in der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen unter Teilnahme der Kassenärztlichen
Bundesvereinigung am 06.12.2018 statt. Bereits zuvor wurden Gespräche mit den Verantwort-
lichen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung geführt, in denen es um den Einsatz der Da-
tenbrillenlösung in den sächsischen Modellregionen ging.
Davon unabhängig wurde ein weiterer Telemedizin-Pilot vorgestellt, wobei den Ärzten und
dem Pflegeheimpersonal ein Telemedizinkoffer bereitgestellt wird, der verschiedene techni-
sche Lösungen zur mobilen Anwendung enthält (unter anderem ein Tablet mit Videosoftware).
Dieser Pilot kann dazu dienen, die Projekte in der Modellregion Marienberg zu entwickeln und
umzusetzen.
Die Mitglieder einigten sich darauf, dass die Anwendung in den Pflegeeinrichtungen nur durch
examinierte Pflegefachkräfte erfolgen soll, losgelöst von der jeweils gewählten technischen
Lösung. Zudem soll grundsätzlich ein Kooperationsvertrag nach § 119b Fünftes Buch Sozial-
gesetzbuch vorliegen.
Parallel dazu erfolgte eine Abstimmung mit der Sozialbetriebe Mittleres Erzgebirge gGmbH
zur Gewinnung weiterer interessierter Ärzte und Pflegeeinrichtungen.
Durch die Vorstellung des vorläufigen Gutachtens zur „Evaluierung vertragsärztlicher und ver-
tragszahnärztlicher Kooperationen mit Pflegeeinrichtungen gemäß § 119b Fünftes Buch Sozi-
algesetzbuch“ zusammen mit den entsprechend vorab erfolgten Recherchen und dem Bericht
der Regionalkoordinatorin konnte der erste Meilenstein mit der IST-Analyse abgeschlossen
werden.

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38 |
Nach einer dritten Sitzung der Arbeitsgruppe 6 am 07.02.2019 fand schließlich am 15.04.2019
ein Treffen von Mitgliedern der Arbeitsgruppe 6 mit dem Geschäftsführer und den Heimleitun-
gen der Sozialbetriebe Mittleres Erzgebirge statt, die Träger mehrerer Pflegeeinrichtungen der
Region sind. Die anwesenden Heimleiter aus Zschopau, Olbernhau und Marienberg waren
sowohl der elektronischen Visite als auch dem Einsatz der Videobrille gegenüber aufgeschlos-
sen.
Abbildung 12: Treffen von Mitgliedern der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen der Arbeitsgruppe 6 mit
Geschäftsführung und Heimleitung der Sozialbetriebe Mittleres Erzgebirge zusammen mit der Regional-
koordinatorin für Marienberg am 15.04.2019 in Olbernhau
Es wurden Möglichkeiten in Bezug auf die Einführung und Umsetzung telemedizinischer Lö-
sungen diskutiert: beispielsweise akute Wundverläufe, akute Verschlechterung des Gesund-
heitszustandes, regelmäßige Visiten und Medikationsplanung. In erster Linie hatte man sich
aber auf Voraussetzungen geeinigt: Anwender in der Pflegeeinrichtung können grundsätzlich
nur qualifizierte Pflegefachkräfte sein und es sollte ein Kooperationsvertrag vorliegen.
Im Rahmen der Auswertung dieses Treffens während der vierten Arbeitsgruppensitzung am
17.04.2019 wurden die beiden telemedizinischen Projektansätze – Die elektronische Visite für
Ärzte (elVi) und Videosprechstunde – nochmals erörtert und die Offenheit der Pflegeheime zu
den beiden Lösungen angesprochen.
Abbildung 13: Arbeitsgruppe 6, Treffen in 2019 – Teil 1

image
| 39
Abbildung 14: Arbeitsgruppe 6, Treffen in 2019 – Teil 2
Am 13.05.2019 fand ein weiteres Treffen mit den Sozialbetrieben Mittleres Erzgebirge statt,
bei dem nun auch interessierte Ärzte aus der Region teilnahmen, die mit den jeweiligen Pfle-
geeinrichtungen bereits zusammenarbeiten. Unter anderem wurden erste Ergebnisse aus ei-
nem Pilotprojekt in Leipzig unter Einsatz einer Videosprechstunde präsentiert. Zudem erfolg-
ten eine Kurzvorstellung der Videobrille und deren Anwendungsmöglichkeiten. Die vorgestell-
ten Lösungsansätze wurden positiv angenommen.
Mit Blick auf die erfolgten Abstimmungen zwischen den Beteiligten auf Basis der vorgestellten
Projektansätze wurden sowohl Meilenstein 2 mit der Entwicklung von Projektansätzen als
auch Meilenstein 3 der Konkretisierung der Ansätze erreicht.
6.2.2 Weitere Vorgehen
Nun gilt es, die weiteren Rahmenbedingungen zwischen allen Beteiligten, insbesondere den
teilnehmenden Ärzten und Pflegeeinrichtungen sowie mit der Kassenärztlichen Bundesverei-
nigung und den Anbietern und schließlich der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen und den
Krankenkassen, zu vereinbaren. Es besteht Einigkeit darüber, die Anwendungsfälle iterativ in
Abstimmung zu den beteiligten Haus- und Fachärzten sowie Pflegekräften weiterzuentwickeln.
Ein nächster Termin soll noch im Juni stattfinden, bei dem Anwendungsfälle konkretisiert wer-
den und die Herstellerfirma die Datenbrillenlösung vorstellt.
6.3 Modellregion Weißwasser
6.3.1 Arbeitsbericht zu Projekt- und Lösungsansätzen
Vorbereitend zur ersten Sitzung der Arbeitsgruppe 6 hatte im September 2018 der Regional-
koordinator für die Modellregion Weißwasser auf Grundlage der Projektansätze der Arbeits-
gruppe 7 Pflegeeinrichtungen in der Region befragt und die Ergebnisse in einem Bericht vor-
gestellt. Dabei wurde seitens der Pflegeeinrichtungen Interesse an einer Videosprechstunden-
lösung signalisiert. Aber auch andere Themen wurden in dem Zusammenhang aufgeführt, wie
eine elektronische Patientenakte und offene Rechtsfragen in Zusammenhang mit der Delega-
tion von ärztlichen Leistungen.
Die Thematik der elektronischen Patientenakte wurde von den Teilnehmern kontrovers disku-
tiert und letztlich als äußerst komplex bewertet, weshalb der Fokus auf eine Videosprechstun-
denlösung gesetzt wurde, während die anderen Themen in der Priorisierung verschoben wur-
den.

40 |
In Folge der Befragungen wurde mit Unterstützung des Regionalkoordinators eine Initiative
„Pflegeheim“ gebildet, die interessierte Ärzte und Heime als regionale Akteure vor Ort an einen
Tisch bringt.
Am 26.11.2018 fand die zweite Sitzung der Arbeitsgruppe 6 statt, wobei der telemedizinische
Ansatz durch eine Videosprechstundenlösung weiterverfolgt wurde. Die Frage der Finanzie-
rung eines solchen Projektes durch Fördermittel wurde geprüft. Es musste jedoch festgestellt
werden, dass bestehende Fördermittelfonds nicht in Frage kommen.
Neben der bekannten Videosprechstunde wurde parallel ein weiterer Projektumsetzungsan-
satz entwickelt. So wurde von der Möglichkeit, eine Datenbrillenlösung im Rahmen des Pro-
jektes in einer Pflegeeinrichtung zu testen, berichtet. Diese Datenbrillenlösung hatte in einem
Wettbewerb „KBV-Zukunftspraxis“ den 1. Platz gewonnen und kann ab 2019 in ausgewählten
Praxen getestet werden. Das Produkt wurde demnach bereits von Fachleuten inhaltlich und
konzeptionell geprüft.
Folgende Vorteile bietet das System:
Anwender hat beide Hände frei
direkter und uneingeschränkter Kontakt zum Patienten möglich
(kein Medium wie ein Tablet dazwischen)
Übermittlung von Wissen und Expertise über Distanzen hinweg in Echtzeit
hohe Genauigkeit und unmittelbare Aktionen möglich
vorhandene Hard- und Software
sichere Übertragung (verschlüsselt)
Die Anbindung erfolgt über ein separates Smartphone, dessen Akku auch genutzt wird. Dabei
kann wahlweise der WLAN-Zugang oder das Mobilfunknetz des Smartphones zur Datenüber-
tragung verwendet werden. Der bildempfangende Arzt benötigt grundsätzlich keine zusätzli-
che Hardware, da als Wiedergabegerät sowohl Smartphones als auch Tablets und PC´s ge-
nutzt werden können.
Davon unabhängig wurde ein weiterer Telemedizin-Pilot vorgestellt, wobei den Ärzten und
dem Pflegeheimpersonal ein Telemedizinkoffer bereitgestellt wird, der verschiedene techni-
sche Lösungen zur mobilen Anwendung enthält (unter anderem ein Tablet mit Videosoftware).
Dieser Pilot kann dazu dienen, die Projekte in der Modellregion Weißwasser zu entwickeln und
umzusetzen.
Die Mitglieder einigten sich darauf, dass die Anwendung in den Pflegeeinrichtungen nur durch
examinierte Pflegefachkräfte erfolgen soll, losgelöst von der jeweils gewählten technischen
Lösung. Zudem soll grundsätzlich ein Kooperationsvertrag nach § 119b Fünftes Buch Sozial-
gesetzbuch vorliegen.
Mit Vorstellung des vorläufigen Gutachtens zur „Evaluierung vertragsärztlicher und vertrags-
zahnärztlicher Kooperationen mit Pflegeeinrichtungen gemäß § 119b Fünftes Buch Sozialge-
setzbuch“ in Verbindung mit den entsprechend vorab erfolgten Recherchen und dem Bericht
des Regionalkoordinators konnte der erste Meilenstein mit der IST-Analyse auch hier abge-
schlossen werden.
In der Modellregion Weißwasser fand am 22.01.2019 ein gemeinsamer Termin mit der „Initia-
tivgruppe Pflege“ und den Mitgliedern der Arbeitsgruppe 6 und teilweise auch 7 in Bad Muskau
statt. Bei diesem Treffen wurden mögliche Projektansätze zur Telemedizin den anwesenden

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Ärzten und Vertretern der örtlichen Pflegeeinrichtungen vorgestellt. Zusätzlich wurden Erfah-
rungen und Ergebnisse beim Einsatz telemedizinischer Anwendungen im Pflegebereich aus
einem Leipziger Projekt von einem Hausarzt berichtet. Die Ausführungen wurden auf kollegi-
aler Ebene positiv angenommen, da sowohl das Für als auch das Wider von Telemedizin im
Pflegeheim differenziert dargestellt wurde.
Auf Basis der vorgestellten telemedizinischen Anwendungen wurden weitere Aspekte und An-
sätze in diesem Zusammenhang diskutiert. Dabei ging es um die Tiefe der Ansätze (stationäre
und ambulante Pflege), die vermeintliche Zeitersparnis durch bildgebende Telemedizin, elekt-
ronische Medikationspläne in Zusammenhang mit einer elektronischen Signatur, das Vertrau-
ensverhältnis der Ärzte zum Pflegepersonal und um elektronische Patientenakten.
Im Ergebnis der Veranstaltung hat sich gezeigt, dass die engagierten Ärzte andere und teil-
weise weitergehende Vorstellungen hatten, obgleich sie grundsätzlich der Thematik weiterhin
offen gegenüber sind. Auf Grund dessen wurde der Ansatz einer Videobrillenlösung in der
Region Weißwasser im Rahmen einer dritten Arbeitsgruppensitzung am 07.02.2019 zunächst
zurückgestellt. Im Fokus steht nun die Videosprechstunde gegebenenfalls verknüpft mit dem
Einsatz eines mobilen Technik-Paketes als telemedizinische Unterstützungslösung, welches
auf einem Pilotprojekt einer Krankenkasse basiert.
Zusätzlich wurde durch die Teilnehmer erneut konsentiert, dass eine elektronische Patienten-
akte aufgrund der bekannten Herausforderungen und Hemmnisse durch die Arbeitsgruppen
des Gemeinsamen Landesgremiums mit ihren Ressourcen nicht bearbeitet werden kann.
Eine weitere Maßnahme zur Optimierung der Versorgung und der zeitlichen Entlastung von
Hausärzten bildet der Einsatz einer elektronischen Medikationsplanung, gegebenenfalls in Zu-
sammenhang mit einer elektronischen Signatur. Hier soll in Bezug auf die Medikationsplanung
zunächst das Modellvorhaben ARMIN (Die Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen) mehr
publik gemacht werden, sodass eine künftige Integration eines „Transparenz-Moduls“ für Pfle-
geeinrichtungen und Fachärzte einen positiven Effekt ermöglichen.
Auf Basis der vorgestellten und diskutierten Projektansätze wurde Meilenstein 2 mit der Ent-
wicklung von Projektansätzen für die Modellregion Weißwasser erreicht.

42 |
7
Arbeitsgruppe 7 - Gesundheitsmanagement
7.1 Modellregion Marienberg
7.1.1 Ergebnisbericht
Die Arbeitsgruppe 7 hat den Auftrag, in den ländlichen Modellregionen innovative Projekte un-
ter Einsatz telemedizinischer Möglichkeiten und der Delegation ärztlicher Leistungen zu ent-
wickeln. Den Mitgliedern der Arbeitsgruppe ist es innerhalb kurzer Zeit gelungen, zwei bun-
desweit einmalige, sicherstellungsrelevante Verträge abzuschließen. Die Patienten erhalten
den Zugang zur fachärztlichen Behandlung beim Augenarzt sowie Kinder- und Jugendpsychi-
ater, so dass sich die ambulante Versorgung der Patienten durch das Engagement der Ar-
beitsgruppe unmittelbar verbessert.
7.1.2 Projekt „Schnellere Termine beim Augenarzt“
„Schnellere Termine beim Augenarzt:
Gesundheitsministerin Barbara Klepsch, Kassen und Kassenärztliche Vereinigung Sachsen
präsentieren zukunftsweisendes Projekt“
Start des Projekts „Telesprechstunde“ in Zschopau
Gesundheitsministerin Barbara Klepsch hat heute gemeinsam mit Simone Hartmann, Techni-
ker Krankenkasse – Chefin in Sachsen, die Augenarztpraxis von Simo Murovski in Zschopau
besichtigt. Anlass ist der Start eines Projekts der sächsischen Krankenkassen und der Kas-
senärztlichen Vereinigung Sachsen, um die augenärztliche Versorgung in der Region Marien-
berg sicherzustellen. Augenarzt Simo Murovski hat dafür seine Praxisorganisation um eine
Telesprechstunde erweitert. Die Region Marienberg ist eine der zwei Modellregionen in Sach-
sen, in denen neue Konzepte erprobt werden, um die medizinische Versorgung zu verbessern.
In den Modellregionen besteht in einigen ambulanten Facharztbereichen eine drohende Un-
terversorgung, in Marienberg bei Augenärzten.
„Die Möglichkeiten, die digitale und telemedizinische Anwendungen für Ärzte und Patienten
vor allem auch in ländlichen Gebieten eröffnen, sind enorm. Ich freue mich, dass die Kranken-
kassen und die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen dieses Modellprojekt ermöglichen und
dass es engagierte Ärzte gibt, die neue digitale Anwendungen erproben“, sagte Gesundheits-
ministerin Barbara Klepsch.
„Die fehlenden ärztlichen Kapazitäten insbesondere im ländlichen Raum zwingen uns in Sach-
sen, neue Wege zu gehen. Mit Simo Murovski haben wir eine Innovation entwickelt", erklärt
Simone Hartmann, Leiterin der Arbeitsgruppe bestehend aus gesetzlichen Krankenkassen,
Kassenärztliche Vereinigung Sachsen, Landesärztekammer, Krankenhausgesellschaft Sach-
sen und dem Sächsischen Gesundheitsministerium.
„Diese zukunftsweisende Idee in die Tat umzusetzen, hat uns immer wieder ermutigt. Der
Mehrwert für unsere Patienten ist so überzeugend. Allen Partnern danke ich, sich gemeinsam
dafür eingesetzt zu haben", betont die Landeschefin der Techniker Krankenkasse
Simone Hartmann.
In der Augenarztpraxis erhebt speziell qualifiziertes Personal an modernen augenärztlichen
Untersuchungsgeräten die Befunde. Nach einem vorangegangenen persönlichen Kontakt mit

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dem Patienten greift der Facharzt unabhängig von Ort und Zeit auf die verschlüsselten Be-
funde zu und bewertet sie. Der Patient erhält schriftlich seinen Befund.
Im Falle von krankhaften Veränderungen wird der Patient zum weiteren persönlichen Ge-
spräch mit dem Facharzt eingeladen. Dieses Angebot richtet sich insbesondere an Patienten
mit Diabetes, bei denen augenärztliche Kontrollen notwendig sind. Die Telesprechstunde ent-
lastet den Arzt von regulären Wiederholungsuntersuchungen und verschafft ihm wertvolle
Sprechstundenzeit für die Behandlung von Patienten. Dabei nutzen die Partner neue digitale
Möglichkeiten unter Beachtung des Datenschutzes.
„Das Projekt ist in dieser Form bisher einmalig in Sachsen. Moderne Technik und qualifiziertes
Fachpersonal ermöglichen eine neue Sprechstundeneinteilung und effizientes Arbeiten bei
hoher Qualität“, sagt Simo Murovski. „Ich bin zuversichtlich, dass ich mit diesem telemedizini-
schen Angebot mehr Patienten versorgen kann als bisher – und auch schneller.“
Der große Vorteil für die Patienten in der Region Marienberg besteht darin, schneller als bisher
einen Termin beim Augenarzt vereinbaren zu können. Für Berufstätige bietet die Praxis
Sprechstundenzeiten an zwei Tagen in der Woche bis 18 Uhr an. Die modernen Untersu-
chungsgeräte liefern dem Arzt eine hochauflösende Darstellung des Auges, anhand derer er
eine exakte Diagnose stellen und seine Therapie ausrichten kann. Der Patient erhält in jedem
Fall die ausführliche Auswertung seiner Untersuchungsergebnisse schriftlich. Der Erfolg des
Projektes wird wissenschaftlich untersucht.
Statements der beteiligten Vertragspartner:
Rainer Striebel, Vorsitzender des Vorstandes der AOK PLUS:
„Wir sind überzeugt, dass das Projekt eine sinnvolle Investition in die Zukunft ist. Es zeigt
einmal mehr, dass wir traditionelle Wege verlassen müssen, um Versorgung zukünftig sicher-
zustellen. Diesen Mut haben wir gemeinsam.“
Dr. Fabian Magerl, Landesgeschäftsführer der Barmer Sachsen:
„Die personellen Ressourcen in der Ärzteschaft sind begrenzt. Umso wichtiger ist es, die aus-
getretenen Pfade zu verlassen und in der Versorgung neue Wege zu gehen. Für die Sicher-
stellung der haus- und fachärztlichen Versorgung ist eine Entlastung der Ärzte durch qualifi-
ziertes Fachpersonal unumgänglich.“
Christine Enenkel, Leiterin der Landesvertretung der DAK-Gesundheit Sachsen:
„Durch die Nutzung der Telemedizin können Ärzte ihre Praxisabläufe insbesondere bei Routi-
neuntersuchungen optimieren. So bleibt mehr Zeit für Patienten, die auf den direkten Arzt-
kontakt angewiesen sind und nun einen zeitnahen Zugang bekommen.“
Sven Hutt, Landesgeschäftsführer IKK classic in Sachsen:
„Die Integration telemedizinischer Methoden in Behandlungsabläufe wird wesentlich dazu bei-
tragen, die Gesundheitsversorgung sicherzustellen. Das Projekt wird den Mehrwert digitaler
Möglichkeiten für die augenärztlichen Patienten der Region spürbar machen.“

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Thorsten Zöfeld, Leiter der Regionaldirektion der KNAPPSCHAFT:
„Die Sicherstellung einer guten medizinischen Versorgung unserer Versicherten ist uns ge-
meinsam mit allen Partnern der Selbstverwaltung ein besonderes Anliegen. Dabei haben wir
insbesondere unsere älteren Versicherten in ländlichen Regionen im Blick. Mit diesem inno-
vativen Projekt möchten wir neue Wege in der Versorgung unterstützen, die vor allem Patien-
ten mit chronischen Erkrankungen zugutekommen.“
Für Dr. Klaus Heckemann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung
Sachsen, trägt das Projekt von Dr. Murovski Beispielcharakter:
„Im Herbst 2018 hatte die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen
beschlossen, Telemedizinprojekte sachsenweit zu implementieren. Die neuen telemedizini-
schen Sprechstunden schaffen zusätzliche Behandlungskapazitäten, die sowohl den Patien-
ten nützen als auch Augenarztpraxen in der Region entlasten.“
Silke Heinke, Leiterin Landesvertretung Sachsen des Verbandes der Ersatzkassen e. V.:
„Gemeinsam mit einem engagierten Arzt haben Krankenkassen und Kassenärztliche Vereini-
gung einen weiteren Ansatz entwickelt, um die medizinische Versorgung auf dem Land zu
sichern. Erstmalig gelingt es, auch im augenärztlichen Bereich ärztliche Leistungen zu dele-
gieren.“
Abbildung 15: Arbeitsgruppe 7 bei der Einführung des Projektes „Elektronische Visite im Pflegeheim“ in
der Modellregion Marienberg
7.1.3 Projekt „Elektronische Visite im Pflegeheim“
Zur Unterstützung der haus- und fachärztlichen Betreuung von Pflegebedürftigen in ambulan-
ten sowie stationären Pflegeeinrichtungen wird die elektronische Visite als telemedizinisches
Programm eingeführt. Dadurch werden ärztliche Kapazitäten effizienter eingesetzt und unnö-
tige Krankenhauseinweisungen vermieden.

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Als Projektpartner engagieren sich die Pflegeeinrichtung KATHARIENHOF in Warmbad und
die behandelnden Haus- und Fachärzte. Per Videokonferenz können sich Ärzte und Pflege-
fachkräfte mit den Patienten zur weiteren Behandlung austauschen. Das erspart den Ärzten
den direkten Hausbesuch in der Pflegeeinrichtung und gibt den Pflegefachkräften auf schnel-
lem Weg Sicherheit bei der Betreuung der Pflegebedürftigen.
Um erste Erfahrungen zu gewinnen und das Projekt zur Nachahmung empfehlen zu können,
erfolgt ab Juli 2019 eine dreimonatige Testphase. In dieser Zeit sollen Möglichkeiten der De-
legation ärztlicher Leistungen entwickelt werden.
7.1.4 Lösungsansätze zur Übertragung auf weitere Regionen
Grundsätzlich ist eine Übertragung der vorgestellten Projekte auf weitere Regionen möglich.
7.2 Modellregion Weißwasser
7.2.1 Projekt „Verbesserung der kinder- und jugendärztlichen Versor-
gung“
Für Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen verbessert sich jetzt in der Region
Weißwasser die Versorgung deutlich. Der niedergelassene Facharzt für Kinder- und Jugend-
psychiatrie Dr. Reinhard Martens mit Hauptsitz in Pirna hat in Weißwasser eine ambulante
Zweigpraxis eröffnet.
„Das Projekt ist eines der ersten, das in der Modellregion Weißwasser gestartet werden kann.
Der Start ist ein Verdienst des Zusammenwirkens der Mitglieder des Gemeinsamen Landes-
gremiums und geht auf die Initiative der Techniker Krankenkasse zurück, die die Krankenkas-
sen in Sachsen und die Kassenärztliche Vereinigung gewonnen hat, mit diesem innovativen
Projekt voranzugehen. Dass das unter meinem Vorsitz gelungen ist, darauf bin ich wirklich
stolz. Wir brauchen neue Lösungsansätze, um die medizinische Versorgung insbesondere in
unterversorgten Gebieten sicherzustellen. Besonders innovativ ist, dass das Konzept mit einer
telemedizinischen Komponente verbunden ist. Dies trägt dazu bei, dass mehr Kinder und Ju-
gendliche mit psychiatrischen Erkrankungen im Raum Weißwasser in hoher Qualität ambulant
versorgt werden können“, sagt Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch.
Mit einem Versorgungsgrad von 41 Prozent ist die Region deutlich unterversorgt. Für Termine
beim ambulanten Kinder- und Jugendpsychiater haben Patienten bisher sehr weite Wege in
Kauf nehmen müssen. Das ändert sich jetzt.
"Den Facharztmangel gleichen wir mit einem neuen anspruchsvollen Betreuungskonzept aus,
indem wir in der Kinder- und Jugendpsychiatrie erstmalig telemedizinische Möglichkeiten nut-
zen und mit weitgehender Delegation ärztlicher Leistungen verbinden", betont Simone Hart-
mann, Leiterin der Arbeitsgruppe, bestehend aus Sozialministerium, gesetzlichen Kranken-
kassen, Kassenärztlichen Vereinigung, Landesärztekammer und Krankenhausgesellschaft
Sachsen. Die Landeschefin der Techniker Krankenkasse würdigt das außerordentliche Enga-
gement von Dr. Reinhard Martens, der Kassen und Kassenärztliche Vereinigung sofort für
seinen Lösungsvorschlag gewinnen konnte. Die Umsetzung ist inzwischen in einem Vertrag
zur besonderen Versorgung besiegelt.
Dr. Reinhard Martens, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie: „Moderne Kinder- und Ju-
gendpsychiatrie kann bei der Mehrzahl der erkrankten Kinder und Jugendlichen ambulant und
ohne den Einsatz von Medikamenten erfolgen. Dafür benötigen wir aber individuell abge-
stimmte Behandlungsangebote, die für alle Familien erreichbar sind. Es ist sensationell, dass

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die Kassenärztliche Vereinigung und die Krankenkassen in Sachsen dieses deutschlandweit
einmalige Modell gemeinsam mit mir entwickelt haben und mir die Nutzung modernster zerti-
fizierter Technologie ermöglichen. Damit können wir mit unserem Team viel mehr Familien
schnelle und effektive Hilfe anbieten“.
Das Projekt beinhaltet die Delegation fachärztlicher Leistungen auf hochqualifizierte Thera-
peuten in Weißwasser, mit denen Dr. Reinhard Martens von Pirna aus über jederzeit verfüg-
bare Videokonferenzen in Verbindung steht. Mit den Patienten tauscht sich der Arzt auch per
therapeutisch assistierter Videosprechstunde aus, wobei der erste Kontakt immer persönlich
stattfindet. Diese neue Praxisorganisation entlastet den Arzt und ermöglicht ihm, zusätzliche
Patienten ambulant in der Zweigpraxis zu behandeln.
Das multiprofessionelle Team besteht neben Dr. Martens aus Therapeuten mit medizinischen,
therapeutischen oder sozialwissenschaftlichen Studienabschlüssen oder Zusatzqualifizierun-
gen sowie langjährigen praktischen Erfahrungen. Auf diesem hohen Qualifikationsniveau ver-
fügt das Fachpersonal über die Kompetenz, dem Facharzt die Betreuungsleistungen weitge-
hend abzunehmen und die Patienten intensiv im Verlauf der Behandlung zu begleiten. Die
Therapeuten bereiten das Arztgespräch unter Einsatz von Fragebogentests vor, erklären den
Patienten und Eltern die Behandlungsschritte oder betreuen sie direkt im familiären und sozi-
alen Umfeld. Die Behandlung obliegt selbstverständlich weiterhin dem Arzt, der über eine te-
lemedizinische Plattform die Therapie parallel verfolgt und sich sofort einschalten kann. Bei
schwer kranken Patienten mit erheblichen psychosozialen Einschränkungen sind im Rahmen
der Intensivtherapie gerade Besuche im häuslichen oder schulischen Umfeld und häufigere
Kontakte in allen Lebensbereichen (Familie, Kindergarten, Schule, Ausbildung, Freundeskreis
und anderem) besonders wichtig. Mit ihren spezifischen beruflichen Kompetenzen und ihrer
intensiven Vernetzungsarbeit tragen die Therapeuten maßgeblich dazu bei, die Kinder und
Jugendlichen sowie deren familiäres Umfeld im Umgang mit der Erkrankung zu stärken. In
Krisensituationen steht der Arzt den Patienten mit seiner Expertise persönlich zur Verfügung.
Der Einsatz moderner Telemedizin ermöglicht es, die Patientenbetreuung auch in unterver-
sorgten Gebieten wohnortnah sicherzustellen. Der Facharztstandard sowie das Tandem aus
Mediziner und Therapeuten gewährleisten die hohe Qualität des Projektes.
Statements der beteiligten Vertragspartner:
Rainer Striebel, Vorsitzender des Vorstandes der AOK PLUS:
„Dieses Projekt zeigt, dass es mit Hilfe ausgereifter telemedizinischer Ansätze möglich ist,
fachärztliche Versorgung im ländlichen Raum anzubieten – und das sogar für Erkrankungen,
die sehr gesprächsintensive und häufige Patientenkontakte erfordern. Wir freuen uns sehr,
dass wir unseren Versicherten dieses neue Versorgungskonzept aufgrund des hohen persön-
lichen Engagements von Herrn Dr. Martens und seinem Praxisteam in der Region Weißwasser
anbieten können.“
Dr. Fabian Magerl, Landesgeschäftsführer der Barmer Sachsen:
„Die ärztliche Versorgung im Freistaat muss durch neue und moderne Wege gestärkt werden.
Hier geht Dr. Reinhard Martens als Pionier beispielgebend voran. Sein engagierter, anpacken-
der Einsatz für das nun startende Projekt ist wegbereitend für Sachsen.“
Christine Enenkel, Leiterin der Landesvertretung der DAK-Gesundheit Sachsen:

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„Durch die Nutzung der Telemedizin können Ärzte ihre Praxisabläufe insbesondere bei Be-
treuungsleistungen optimieren. So bleibt mehr Zeit für die kleinen Patienten, die auf den direk-
ten Arztkontakt angewiesen sind und nun einen zeitnahen Zugang bekommen.“
Sven Hutt, Landesgeschäftsführer IKK classic in Sachsen:
„Wir freuen uns, dass für die psychiatrische Versorgung von Kindern und Jugendlichen in der
Region Weißwasser diese innovative Lösung gefunden werden konnte. Dank des geschaffe-
nen Netzwerkes hochqualifizierter Therapeuten vor Ort, die mittels moderner telemedizini-
scher Möglichkeiten jederzeit in den Austausch mit dem Facharzt Dr. Martens treten können,
wird die fachärztliche Versorgung vor Ort bei hoher Qualität deutlich verbessert.“
Silke Heinke, Leiterin Landesvertretung Sachsen des Verbandes der Ersatzkassen e. V.:
„Nur wenn wir auch neue Ideen zulassen, werden wir die Probleme der ärztlichen Versorgung
auf dem Land in den Griff bekommen. Die enge Kooperation von Krankenkassen, Kassenärzt-
licher Vereinigung und des beteiligten Arztes lässt hoffen, dass künftig auch anderswo Inno-
vationen schneller an den Start gehen.“
Abbildung 16: Arbeitsgruppe 7 bei der Einführung des Projektes „Verbesserung der kinder- und jugend-
ärztlichen Versorgung“ in der Modellregion Weißwasser
Abbildung 17: Arbeitsgruppe 7 bei der Einführung des Projektes „Elektronische Visite im Pflegeheim“
7.2.2 Lösungsansätze zur Übertragung auf weitere Regionen
Grundsätzlich ist eine Übertragung der vorgestellten Projekte auf weitere Regionen möglich.

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III. Plattform Bürgerbeteiligungsportal Sachsen
Eine Vielzahl von Informationen wird auf dem Beteiligungsportal Sachsen (Gemeinsames Lan-
desgremium) hochgeladen. Die Mitglieder des Gemeinsamen Landesgremiums und die Mit-
glieder der Arbeitsgruppen haben (mindestens) Leserechte sowie die Möglichkeit des Hoch-
und Runterladens von Dokumenten.
Abbildung 18: Übersicht mit Geschäftsstelle des Gemeinsamen Landesgremiums und der sieben Arbeits-
gruppen

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IV. Weiteres Vorgehen – Beschlüsse des Gemeinsames Landes-
gremium vom 19.06.2019
Auf der 10. Sitzung des Gemeinsamen Landesgremiums im Freistaat Sachsen am
19. Juni 2019 in Weißwasser wurden zum weiteren Vorgehen für die Modellregionen Marien-
berg und Weißwasser folgende Beschlüsse gefasst.
Beschluss 1
Die Mitglieder des Gemeinsamen Landesgremiums nehmen den Zwischenbericht zur Kennt-
nis und beauftragen die Geschäftsstelle, eine barrierefreie Kurzfassung für die Veröffentli-
chung vorzubereiten. Der Entwurf ist mit den Mitgliedern des Gemeinsamen Landesgremiums
redaktionell abzustimmen.
Beschluss 2
Die Mitglieder des Gemeinsamen Landesgremiums begrüßen die Einrichtung von Unterar-
beitsgruppen in der Arbeitsgruppe 1 „Ländliches Gesundheitszentrum“, die aufgrund der Kom-
plexität des Sachverhaltes eingerichtet werden und bitten die Arbeitsgruppe 1, ein dezidiertes
Konzept für ein sektorenübergreifendes Gesundheitszentrum Mittleres Erzgebirge zu erarbei-
ten, welches für eine nachhaltige und stabile Versorgung mit Blick auf das Jahr 2024 für die
Region eine zentrale Rolle einnehmen soll. Hierfür sind insbesondere die Themenfelder Ver-
sorgungsbedarfe/Versorgungsstruktur, Notfallversorgung, Finanzierung/Wirtschaftlichkeit und
Weiterentwicklung Pflegeinfrastruktur zu bearbeiten und Vorschläge zur Umsetzung des Ge-
sundheitszentrums unter dem derzeit rechtlichen Rahmen zu unterbreiten beziehungsweise
zum rechtlichen Anpassungsbedarf zu benennen.
Beschluss 3
Die Mitglieder des Gemeinsamen Landesgremiums bitten die Arbeitsgruppe 2 „Weiterbil-
dungsverbünde“, in der Jahreskonferenz der Weiterbildungsverbünde über den Projektstand
in den Modellregionen zu berichten.
Beschluss 4
Die Mitglieder des Gemeinsamen Landesgremiums beauftragen die Arbeitsgruppe 3 „Mitwir-
kung der Kommunen“, den Mitgliedern bis zur nächsten Sitzung über die Entwicklung der Kom-
munikationsformate in den Modellregionen zu berichten und die derzeitigen Überlegungen zu
konkretisieren.
Beschluss 5
Die Mitglieder des Gemeinsamen Landesgremiums beschließen für die Arbeitsgruppe 4 „Pa-
tientenmobilität“, im Ergebnis der Bedarfsermittlung für die Modellregion Weißwasser und der
vorliegenden Projektdokumente zum Projekt „Langfristige Sicherung von Versorgung und Mo-
bilität in ländlichen Räumen“, das Projekt in der Modellregion Weißwasser anhand der eigenen
Bedarfe bis 31.12.2019 neu auszurichten.

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Beschluss 6
Die Mitglieder des Gemeinsamen Landesgremiums beschließen für die Arbeitsgruppe 4 „Pa-
tientenmobilität“, auf Grund der vom Erzgebirgskreis erstellten detaillierten Bedarfsanalyse,
das Projekt in der Modellregion Marienberg anhand der eigenen Bedarfe bis 31.12.2019 neu
auszurichten.
Beschluss 7
Die Mitglieder des Gemeinsamen Landesgremiums beschließen, die im sächsischen Haushalt
für das Projekt zur Patientenmobilität bereitgestellten Mittel über eine entsprechende Förder-
bekanntmachung zur Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Ver-
braucherschutz zur Förderung der Gesundheit, Prävention, Beratung sowie Hospiz- und Pal-
liativversorgung (Förderrichtlinie Gesundheit und Versorgung) vom 13. September 2018 an-
deren interessierten Landkreisen verfügbar zu machen.
Beschluss 8
Die Mitglieder des Gemeinsamen Landesgremiums beauftragen die Arbeitsgruppe 5 „Satelli-
tenpraxis“, die Gespräche weiterzuführen und über die Ergebnisse in der nächsten Sitzung zu
berichten.
Beschluss 9
Die Mitglieder des Gemeinsamen Landesgremiums nehmen das Ergebnis der Studie „Evalu-
ierung vertragsärztlicher und vertragszahnärztlicher Kooperationen mit Pflegeeinrichtungen
gemäß § 119b Fünftes Buch Sozialgesetzbuch“ zur Kenntnis und beauftragen die Arbeits-
gruppe 6 „Pflegeheimversorgung“, die Vorschläge in die weiteren Arbeitsgruppen-Tätigkeiten
aufzunehmen und in der nächsten Sitzung über das weitere Vorgehen zu berichten.
Beschluss 10
Die Mitglieder des Gemeinsamen Landesgremiums begrüßen den fortgeschrittenen Stand der
Entwicklung von Projekten der Arbeitsgruppe 7 „Gesundheitsmanagement“. Das zeigt sich in
den Projekten Telesprechstunde bei Dr. Simo Murovski in Zschopau und Verbesserung der
kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung bei Dr. Reinhard Martens in Weißwasser, die
in die Praxis bereits überführt worden sind. Die Mitglieder des Gemeinsamen Landesgremiums
beauftragen die Arbeitsgruppe, über die Ergebnisse in der nächsten Sitzung zu berichten.
Beschluss 11
Die Mitglieder des Gemeinsamen Landesgremiums beschließen, den Antrag des Krankenhau-
ses Weißwasser für ein akademisches Lehrkrankenhaus mit einem Empfehlungsschreiben zu
unterstützen.