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Stauden zum Blumenschnitt
Tipps zur Artenwahl, zum Anbau und zur Vasenhaltbarkeit
Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft

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Frühjahrsblühende Schnittstauden:
Leucanthemum vulgare
’Maikönigin’, die
Magerwiesen-Margerite, zählt zu den
Klassikern unter den Frühjahrsblühern.
Die Blumenstiele halten in der Vase 10
bis 14 Tage.
Chinesische Pfingstrosen wie
Paeonia
lactiflora
’Sarah Bernhardt’ sind eine
Zierde in jedem Garten und in der Vase
bis zu 8 Tagen haltbar.
Eine besondere Schnittblume ist die gelb
blühende
Helenium hoopesii
, Hoopes
Sonnenbraut. In der Vase hält sie 5 bis 9
Tage.
Weißer Zierkugellauch
Allium
’Mount Eve-
rest’ gehört zu den ersten Blühern im Gar-
tenjahr. In der Vase sind sie erst nach 12
Tagen verblüht.
Stauden zum Blumenschnitt
Die große Artenvielfalt der Pflanzengruppe Stauden bedingt eine unglaubli-
che Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten der krautigen, mehrjährigen Pflanzen.
Sie gedeihen in den verschiedensten Lebensräumen. Neben der Eignung als
Gestaltungselement in Gärten und öffentlichen Grünanlagen eignen sich viele
Arten und Sorten auch als wertvolle Schnittblume. Farben- und Formenviel-
falt der Blumen, Blätter und Triebe bieten gute Voraussetzungen für an-
spruchsvolle und interessante floristische Arrangements.
Phlox paniculata, Echinacea purpurea, Coreopsis, Solidago, Rudbeckia fulgida
und
Ziergräser beispielsweise können neben der Gestaltung im Garten auch als
Schnittblume Verwendung finden.
Pflanzung
Staudengärtnereien bieten Pflanzmaterial aus zumeist eigener vegetativer
Vermehrung und fundierte Beratung für artspezifische Eignungen. Nicht alle
Arten und Sorten gedeihen auf unterschiedlichen Standorten gleich gut,
regionale Unterschiede im Temperaturverlauf, den Licht- und Wasserbe-
dingungen sind zu beachten. Vor der Pflanzenwahl sollte der neue Standort
kritisch beurteilt werden, um die besten Standort-Pflanzenkombinationen aus-
wählen zu können.
Bezüglich des Bodens bevorzugt die Mehrzahl der Stauden sandige Lehm-
oder lehmige Sandböden. Da Stauden tief wurzeln und mehrere Jahre am
gleichen Ort stehen, muss der Boden tiefgründig und unkrautfrei sein.
Humusreiche Böden bieten gute Wachstumsvoraussetzungen. Verdichtete,
Staunässe gefährdete Böden sind ungeeignet.
Zur Pflanzung sollte ein feinkrümelig vorbereiteter Boden vorhanden sein.
Das maßvolle Einarbeiten von Kompost oder Mist verbessert die Boden-
struktur und die Nährstoffbilanz. Die Pflanzen werden so tief gesetzt wie sie
vorher gestanden haben. Zwiebeln und Knollen werden doppelt so hoch mit
Erde bedeckt wie sie selber groß sind. Gesunde Pflanzen, auch Teilpflanzen,
haben ein gut entwickeltes Wurzelsystem und zwei bis drei Triebknospen.
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Die grüngelben Blüten und das schöne
Laub von
Alchemilla mollis
, dem Weichen
Frauenmantel, liefert gutes Füllmaterial
für bunte Sträuße.
Sommerblühende Schnittstauden:
Ein Dauerblüher ist das Sonnenauge
Heliopsis helianthoides
var.
scabra
’Som-
mersonne’. In Wasser stehend halten die
Stiele bis zu 8 Tage.
Wunderschön und auch noch duftend ist
Phlox paniculata
’Rosenberg’ mit einer
Vasenhaltbarkeit von 7 bis 10 Tage.
Kräftiges Angießen schwemmt die Bodenteile dicht an die Wurzeln, so dass
Bodenschluss erreicht wird. Vordergründig werden herbstblühende Stauden
im Frühjahr und frühjahrsblühende Stauden im Spätsommer und Herbst ge-
pflanzt, um eine optimale Pflanzenentwicklung bis zur Blüte zu sichern. Ein
zu spätes Pflanzen im Jahresverlauf bedingt ein zu schwaches Einwurzeln
bis zum Winter, so dass diese Pflanzen oft hochfrieren.
Der Pflanzabstand sollte wuchsabhängig so gewählt werden, dass die Pflan-
zen ausreichend belüftet werden und nicht zu eng stehen. Andererseits sollte
zur Unterdrückung von Unkraut Bestandesschluss erreicht werden.
Dankbare frühjahrsblühende Stauden sind auch
Silene viscaria
, die Gewöhnliche
Pechnelke, und die Pfirsichblättrige Glockenblume
Campanula persicifolia
’Telham
Beauty’. Für beide Arten genügt ein Pflanzabstand von 30 bis 50 cm.
Pflege
Ein guter Pflegezustand unterstützt die Gesundheit und Vitalität der Pflanzen.
Unkraut sollte regelmäßig entfernt werden. Werden Verblühtes und Abgestor-
benes turnusmäßig ausgeschnitten, blühen Stauden oft ein zweites Mal im
Jahresverlauf.
In Spezialgärtnereien wird Freilandschnitt großflächig angebaut und für Großabnehmer
geerntet und aufbereitet
.
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Die gelben Blüten von
Helenium autum-
nale
’Kugelsonne’, der Gewöhnlichen
Sonnenbraut, halten in der Vase 8 bis 10
Tage.
Besonderen Zierwert besitzt
Origanum
laevigatum
’Herrenhausen’. In der Vase
halten die Stiele etwa 10 Tage.
In kräftigen Rottönen blüht
Astilbe japo-
nica
’Montgomery’, die Japanische
Astilbe. Astilben bevorzugen halbschat-
tige Lagen mit frischen, humusreichen
Böden. Die Blütenstiele halten 8 Tage in
der Vase.
Voraussetzung für eine bedarfs- und entzugsgerechte Düngung ist die
Bodenuntersuchung zu Vegetationsbeginn im April/Mai. Die Bestimmung des
N
min
in g N/m², des mineralisierten Stickstoffs im Boden, ist ein wichtiges
Kriterium für weitere Düngemaßnahmen. Moderne Düngeempfehlungen
gehen für gering bedürftige Schnittstauden von einem N
min
-Sollwert von 9 g
N/m², für mittel bedürftige von 13 g N/m² und für stark bedürftige Schnittstau-
denarten von 18 g N/m² aus. Die Differenz zum Bodenuntersuchungsergeb-
nis bestimmt die auszubringende Düngemenge in mehreren Gaben im
Vegetationsverlauf. Entsprechend dem Stickstoffanteil der mineralischen und
organischen Dünger ist die Düngemenge zu berechnen. Die Erfahrung zeigt,
dass in humusreichen Gartenböden zumeist ausreichend Nährstoffe vor-
handen sind. Ab August sollte keine Düngung mehr erfolgen, damit die
Pflanzen vital und ausgreift in den Winter gehen.
Überhöhte Nährstoffgaben führen zu keiner Qualitäts- und Ertragssteigerung,
beeinflussen aber die Standfestigkeit und den Gesundheitszustand negativ
und sind nicht zuletzt aus Umweltschutzgründen abzulehnen. Eine
pflanzengerechte Düngung ist auch eine umweltgerechte.
x Solidaster luteus
, die Goldrutenaster, hat einen geringen, die Gelenkblume
Physostegia virginiana ’
Album’ einen mittleren und
Delphinium elatum
’Finsteraarhorn’
einen hohen Nährstoffbedarf.
Staudenarten mit nur bedingter Winterhärte benötigen vor der winterlichen
Frostperiode einen Winterschutz. Als Abdeckmaterial sind organische
Materialien wie Laub, Stroh oder Rindenmulch geeignet. Der Winterschutz
sollte so spät wie möglich aufgebracht werden, um nicht unliebsamen
Nagetieren Unterschlupf zu bieten. Mit der Erwärmung des Bodens im
Frühjahr kann die schützende Mulchschicht wieder entfernt werden.
Ernte
Die herrschenden Bedingungen zur Ernte beeinflussen die Vasenhaltbarkeit.
Das Erntematerial soll Wasser gesättigt sein. Eine intensive Bewässerung am
Vortag unterstützt dies. Zur Ernte eignen sich die frühen Morgen- oder späten
Abendstunden.
Der Ernteschnitt erfolgt am besten mit einem scharfen Messer. Scheren quet-
schen die Stiele oft unvorteilhaft. Bei manchen Arten bietet sich auch ein Bre-
chen der Stiele an. Das optimale Entwicklungsstadium der Blumen ist art-
abhängig. Für längere Transportwege wird zumeist knospiger, für den sofort
im Anschluss gebundenen Strauß meist aufgeblühter geschnitten.
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Spätsommer- und herbstblühende
Schnittstauden:
Die Grönlandmargerite
Arctanthemum
arcticum
’Roseum’ entfaltet ihre Blüten im
Oktober. Die Haltbarkeit beträgt 14 Tage.
Die Fetthenne
Sedum telephium
’Herbst-
freude’ zählt zu den anspruchslosen Stau-
den. Die Dolden können sowohl grün als
auch ausgefärbt geerntet werden. In der
Vase halten sie über 14 Tage.
Chrysanthemum indicum
’Bienchen’ be-
sticht durch schöne Herbstfarben. Die
Blumen halten sich bis zu 20 Tagen.
Der Eisenhut
Aconitum carmichaelii
Arendsii Grp. entwickelt jedes Jahr einen
höheren Ertrag. Blumenfrischhaltemittel
verlängern die Haltbarkeit von 6 auf 10
Tage.
In Großbetrieben ist das Einstellen der geernteten Blumen in Erntewagen mit Wasser
gefüllten Gefäßen eine gute Möglichkeit, die Wasserversorgung des Erntegutes zu
optimieren.
Nacherntebehandlung
Für eine gute Haltbarkeit der Stiele ist eine ausreichende Wasserversorgung
notwendig. Trockenphasen sollten so kurz wie möglich gehalten werden. Vor
jedem Neueinstellen in Wasser werden die Stiele schräg angeschnitten.
Blätter an den Stielenden gehören nicht ins Vasenwasser. Handelsübliche
Blumenfrischhaltemittel enthalten zumeist Kohlenhydrate in Form energie-
liefernder Zucker sowie bakterienhemmende Zusätze und verlängern die
Haltbarkeit in der Vase sortenabhängig bis zur Verdopplung.
Ein kühler Standort fördert die Haltbarkeit. Schnittblumen sollten auch nie
gemeinsam mit Obst und Gemüse gelagert werden.
Verjüngen der Bestände
Obwohl es sich bei Stauden um mehrjährige Pflanzen handelt, ist deren
Lebensdauer begrenzt. Hinzu kommt, dass nach drei bis vier Jahren Stand-
zeit die Qualität und der Ertrag an Schnittstielen deutlich abnehmen. Deshalb
ist es wichtig, die Pflanzen rechtzeitig aufzunehmen, zu teilen und somit zu
verjüngen. Ein guter Zeitpunkt ist nach der Blüte der Pflanzen gegeben. Zum
Teilen eignen sich auch die Monate April und Mai sowie August und Septem-
ber. Gesunde und kräftige Teilpflanzen mit zwei bis drei Triebknospen
werden wie im Abschnitt Pflanzung beschrieben gesetzt.
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An der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft, Fachbereich Garten-
bau Dresden-Pillnitz werden seit 2001 Stauden auf ihre Schnitteignung ge-
testet. Augenmerk wird dabei besonders auf Arten und Sorten gelegt, die vor
oder nach den Sommerferien blühen. Zwischenzeitlich liegen umfangreiche
Ergebnisse vor, die besonders von Erwerbsgärtnern genutzt werden.
erausgeber:
Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft
August-Böckstiegel-Straße 1, 01326 Dresden
Internet:
WWW.LANDWIRTSCHAFT.SACHSEN.DE/LFL
Redaktion:
Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft
Fachbereich Gartenbau
Impressum
H
Marion Jentzsch
Telefon: 0351/ 2612 - 710
Telefax: 0351 / 2612 - 704
E-mail:
marion.jentzsch@pillnitz.lfl.smul.sachsen.de
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ilt für alle Wahlen. Erlaubt ist jedoch den Parteien, diese Informationsschrift zur
nterrichtung ihrer Mitglieder zu verwenden.
(Kein Zugang für elektronisch signierte sowie
für verschlüsselte elektronische Dokumente)
Redaktionsschluss:
September 2005
Fotos:
M. Dallmann (23 Fotos), M. Jentzsch (3
Fotos)
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5000 Exemplare
Gestaltung und Druck:
Musteragentur Mustermann
Musterstrasse 33
0815 Musterstadt
siehe R
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Diese Informationsschrift wird von der Sächsischen Staatsregierung im Rahmen ihrer
verfassungsmäßigen Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit herausgegeben.
Sie darf weder von Parteien noch von deren Kandidaten oder Helfern im
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