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Von Juni 2008 bis Januar 2009 wurden im
siebten Bauabschnitt
rund 700 Meter Neißeufer durch Steinsatz und Steinschüttungen
befestigt. Parallel dazu erhielt das Gelände des HotelsNeißeblick
an der Bahnhofstraße einen eigenen Hochwasserschutz. Dazu wurde
auf einer Länge von 100 Metern eine Stahlspundwand errichtet und
mit Natursteinen verkleidet. An die Spundwand schließt sich ein 60
Meter langer Deich an. Diese Anlagen werden durch eine 135 Meter
lange Fertigteilstützwand sowie mobile Hochwasserschutzelemente
ergänzt.
Zum
achten Bauabschnitt
(August 2007 – Januar 2008) gehörte der
Abriss des Jutewehrs und der Bau einer Rauen Rampe. Bei Hochwas-
ser bilden sich an Wehren oft Engstellen, da sich hier Sedimente
ablagern und den Querschnitt verkleinern. Mit dem Bau einer Rampe
ist der Geschiebetransport wieder möglich. Außerdem ist dieser Teil
der Lausitzer Neiße nun für Fische und Kleinstlebewesen durchgän-
gig. Die Uferbefestigung erfolgte auf polnischer und deutscher Seite
durch Steinschüttungen. Außerdem wurden an beiden Ufern der
Lausitzer Neiße Halterungen angebracht, an denen im Havariefall eine
Ölsperre befestigt werden kann. Im November 2007 übten die
polnischen und deutschen Feuerwehren gemeinsam den Aufbau der
Ölsperre.
Der Bau der umfangreichen Hochwasserschutzanlagen am Kloster St.
Marienthal begann im März 2002. Im
neunten Bauabschnitt
wurden
dort bis 2007 die historischen Bruchsteinmauern verstärkt und für den
Hochwasserschutz ertüchtigt. Das Kloster erhielt außerdem mobile
Hochwasserschutzelemente. Insgesamt besteht der Schutz des
Klosters nun aus 349 Meter Hochwasserschutzmauern sowie einer
202 Meter langen mobilen Anlage. Bei den Bauarbeiten mussten
sowohl der Denkmalschutz als auch Besonderheiten im Klosteralltag
berücksichtigt werden.
Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
HocHwasserscHutz
für ostritz
und Kloster
st. MarientHal
Impressum
Herausgeber
Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen
Bahnhofstraße 14, 01796 Pirna, Telefon: 03501 796-0, Fax: 03501 796-116
E-Mail: presse@ltv.smul.sachsen.de, Internet:
www.talsperren-sachsen.de
(Für alle E-Mail-Adressen gilt: kein Zugang für elektronisch signierte sowie
für verschlüsselte elektronische Dokumente.)
Redaktion
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Redaktionsschluss
März 2009
Fotos
Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen
Auflagenhöhe
1.500 Exemplare
Gestaltung
Heimrich & Hannot GmbH
Druck
Lößnitz-Druck GmbH, Radebeul
Papier
100 % chlorfrei gebleicht
Hinweis
Diese Informationsschrift wird von der Sächsischen Staatsregierung im Rahmen der
Öffentlichkeitsarbeit herausgegeben. Sie darf weder von Parteien noch von Wahlhelfern zum
Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für alle Wahlen.
Anfahrt
Zwischen Juni 2007 und Mai 2008 entstand im
dritten Bauabschnitt
ein 540 Meter langer Hochwasserschutzdeich mit Deichverteidi-
gungsweg. An der Kreuzung des Deiches mit dem Altstädter
Dorfbach musste ein Sielbauwerk errichtet werden. Über eine neue
Brücke gelangt man nun zur anderen Seite des Altstädter Dorfbaches.
Gleichzeitig wurde im
vierten Bauabschnitt
eine 350 Meter lange
Spundwand mit Verkleidungen aus Naturstein, Holz und Gabionen
gebaut. In dem Bereich, wo die Hochwasserschutzanlage die
Bahnhofstraße kreuzt, kommt ein mobiles System zum Einsatz. So
kann in hochwasserfreien Zeiten der Durchgang ohne Probleme
genutzt werden. Teil des vierten Bauabschnittes waren außerdem
ein 250 Meter langer Deich mit integrierter Spundwand sowie ein
140 Meter langer klassischer Deich. In diesem Teilabschnitt sorgt
ein neues Pumpwerk für die Binnenentwässerung.
Im
fünften Bauabschnitt
wurde von Februar bis Mai 2008 der
vorhandene Hochwasserschutzdamm um bis zu 65 Zentimeter
erhöht. Der Radweg auf der Dammkrone wurde nach der Erhöhung
wiederhergestellt. Zwischen März und Mai 2008 wurden 269 Bäume
gepflanzt sowie die Ufer begrünt
(sechster Bauabschnitt).
Weitere
Maßnahmen bestanden darin, Feuchtwiesen und extensiv genutztes
Grünland zu entwickeln sowie Offenflächen wiederherzustellen.
Ostritz
Bernstadt auf
dem Eigen
Herrnhut
Großhennersdorf
Wittgendorf
Zittau
Schlegel
Hirschfelde
Schönau-Berzdorf
an der Eigen
Tauchritz
Berzdorfer
See
99
96
178
Polen
Tschechien
Kloster St. Marienthal
99
Ostritz
99
Polen
Zittauer Str.
Zittauer Str.
Viebigstraße
Schäfereistr.
Haseldorf
Neißeweg
P
Klosterstr.
Klosterstr.
Apfelweg
Altstädter
Weg
Kloster St. Marienthal
Klosterstr.
99
spundwand an der Mündung turbinengraben
raue rampe am ehemaligen Jutewehr
Mobiles Hochwasserschutzsystem an der Bahnhofstraße

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Eine Verbesserung des Hochwasserschutzes für Stadt und Kloster
war deshalb dringend erforderlich. Zwar war das Gebiet nicht direkt
vom Augusthochwasser 2002 betroffen. Jedoch erstellte der Freistaat
Sachsen nach 2002 auch für die Lausitzer Neiße ein Hochwasser-
schutzkonzept. Das wirkte sich entscheidend auf die Planungen des
Ostritzer Hochwasserschutzes aus. Ostritz sollte nun vor einem
Hochwasser geschützt werden, wie es statistisch nur alle 100 Jahre
auftritt.
Hochwasserschutz an der lausitzer
neiße
An der Lausitzer Neiße kam es in der Vergangenheit immer wieder zu
Hochwasser. Davon waren sowohl die Stadt Ostritz (Landkreis Görlitz)
als auch das denkmalgeschützte Kloster St. Marienthal betroffen.
Beide liegen unmittelbar an der Neiße – dem Grenzfluss zwischen
Deutschland und Polen.
Erste Aufzeichnungen über Überschwemmungen in Ostritz und dem
benachbarten Kloster existieren bereits aus dem 16. und 17. Jahr-
hundert. Für die Jahre 1890 und 1897 sind schwere Hochwasser-
schäden dokumentiert. Das letzte große Hochwasser setzte 1981
weite Teile von Ostritz unter Wasser. Es hatte ein Ausmaß, wie es
statistisch nur alle 80 Jahre vorkommt.
Ostritz hatte bereits einen minimalen Hochwasserschutz. Jedoch war
dieser nur für Überschwemmungen mit zehnjährlicher Wiederkehr-
wahrscheinlichkeit ausgelegt. Größere Ereignisse stellten für die
1.800 Ostritzer eine Gefahr dar. Außerdem waren die Anlagen
sanierungsbedürftig und entsprachen nicht mehr dem neusten Stand
der Technik. Dazu kommt, dass die Lausitzer Neiße kurze Vorwarn-
zeiten hat. Im Oberlauf des Flusses bilden sich häufig mehrere
Hochwasserwellen, die schnell ansteigen und kurz aufeinander
folgen. So bleibt den Bürgern von Ostritz wenig Zeit, sich und ihr Hab
und Gut in Sicherheit zu bringen.
die neuen Hochwasserschutzanlagen
Einen durchgängigen Hochwasserschutz für die Stadt Ostritz und das
Kloster St. Marienthal herzustellen, war eine besondere Herausforde-
rung. Auf mehr als drei Kilometern mussten neue Hochwasserschutz-
mauern und Deiche gebaut sowie vorhandene Anlagen eingebunden
werden. Jahrhundertalte Klostermauern wurden teilweise zum Hoch-
wasserschutz umfunktioniert – natürlich ohne das Leben und die
Ruhe im Kloster zu stören.
Auch in der Stadt Ostritz musste nach kreativen Lösungen gesucht
werden. Die neue Hochwasserschutzlinie kreuzte eine Straße und
einen Dorfbach. Das HotelNeißeblick“ musste in den Hochwasser-
schutz eingebunden werden. So entstanden zwischen Oktober 2006
bis Januar 2009 neben Mauern und Deichen drei Pumpwerke und ein
Sielbauwerk. Um den Hochwasserschutz und die ökologische Durch-
gängigkeit der Neiße zu verbessern, wurde ein Wehr abgerissen und
in eine Rampe umgebaut.
In neun Bauabschnitten wurde in den letzten Jahren ein umfassender
Hochwasserschutz für Ostritz geschaffen.
Der
erste Bauabschnitt
begann im Oktober 2006 und wurde im Juni
2007 abgeschlossen. Dabei wurde eine 850 Meter lange Stahlspund-
wand errichtet. Sie ist maximal zwei Meter hoch und reicht zwischen
4,5 Meter und 10,5 Meter in den Erdboden hinein. Die Spundwand
wurde mit Holz und mit Naturstein gefüllten Drahtkörben (Gabionen)
verkleidet.
Im
zweiten Bauabschnitt
(September 2006 bis Juni 2007) wurden
ein 240 Meter und ein 210 Meter langer Deich gebaut. Die Deiche
haben eine Böschungsneigung von 1:3 und sind mit Deichfußdrainage
und Deichverteidigungsweg ausgestattet. Die beiden Deichabschnitte
sind durch eine 170 Meter lange Spundwandtrasse verbunden. Die
Wand ist gegen Korrosion geschützt und mit Gabionen verkleidet.
Hochwasserschutzanlage am Kloster st. Marienthal
spundwand bei den neißehäusern
Klosterplatz, 1958
Klosterstraße, 1981
Spundwand:
850m
Lausitzer
Neiße
Klosterwiese
Markt
Deich:
240m
Spund--
wand:
170m
Spundwand:
350m
Deich
mit
Spundwand:
250m
Deich:
210m
Deich:
540m
Deich:
140m
Erhöhung
Radweg:
350m
Firma
Fimpex GmbH
Turbinengraben
Ufersicherung:
700m
Rückbau Jutewehr
Neißehäuser
Hochwasserschutz für das
Kloster St. Marienthal
Bauabschnitt
1
Bauabschnitt 9
Bauabschnitt
2
Bauabschnitt
3
Bauabschnitt
4
Bauabschnitt
5
Bauabschnitt
7
Bauabschnitt 8
Kloster St. Marienthal
Hochwasserschutzanlagen
Ostritz