image
 
1
WISSENSCHAFTLICHE BEGLEITUNG
DER SCHULVERSUCHE „SCHULE MIT
BESONDEREM PÄDAGOGISCHEN PROFIL/
GEMEINSCHAFTSSCHULE"
UNTERSUCHUNG IM AUFTRAG DES
SÄCHSISCHEN STAATSMINISTERIUMS
FÜR KULTUS
FORTFÜHRUNG DES ZWISCHEN-
ARBEITSSTANDES
ERGEBNISSE DER
UNTERSUCHUNGEN IN KOHORTE I, II UND
IV (LÄNGSSCHNITT)
UNTERSUCHUNGSWELLE 2012/2013
N. SCHMECHTIG
A. ADOLPH
W. MELZER
DRESDEN 18.11.2013
Fakultät Erziehungswissenschaften
Forschungsgruppe Schulevaluation

2
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ............................................................................................................ 9
1.1
Gliederung der vorliegenden Dokumentation ........................................... 11
2
Aufbau und methodische Vorgehensweise der Untersuchung ....................... 13
2.1
Ziele und Intention der Untersuchung ...................................................... 13
2.2
Stichprobendesign und realisierte Stichprobe .......................................... 13
2.3
Instrumente der Untersuchung und der Dokumentation .......................... 16
2.3.1
Schriftliche Schülerbefragung ............................................................. 16
2.3.2
Kognitiver Fähigkeitstest (KFT) ............................................................ 17
2.3.3
Dokumentenanalyse ........................................................................... 18
2.3.4
Expertengespräche bzw. Schulleiterinterviews ................................... 19
2.3.5
Erwartungswert .................................................................................. 20
2.3.6
Schulportfolio ...................................................................................... 21
2.4
Die Vergleichsschulen der Kohorte I ......................................................... 22
2.4.1
Mittelschule Regis-Breitingen ............................................................. 22
2.4.2
Heinrich-Pestalozzi-Mittelschule Leipzig ............................................. 22
2.4.3
Petrischule
Mittelschule der Stadt Leipzig ....................................... 23
2.4.4
Gymnasium „Am Breiten Teich“ Borna
.............................................. 24
2.4.5
Einordnung der Vergleichsschulen der Kohorte I hinsichtlich
ausgewählter Leistungsdaten ............................................................. 24
2.5
Die Vergleichsschulen der Kohorte IV ...................................................... 25
2.5.1
Mittelschule am Steegenwald Lugau .................................................. 26
2.5.2
Bertolt-Brecht-Gymnasium Schwarzenberg ........................................ 26
2.5.3
Einordnung der Vergleichsschulen der Kohorte IV hinsichtlich
ausgewählter Leistungsdaten ............................................................. 27
2.6
Die Vergleichsschulen der Kohorte II ........................................................ 28
2.6.1
Mittelschule Niederwiesa ................................................................... 29
2.6.4
Werner-von-Siemens-Gymnasium Großenhain ................................... 30
2.6.5
Einordnung der Vergleichsschulen der Kohorte II hinsichtlich
ausgewählter Leistungsdaten ............................................................. 31

3
3 Ergebnisse der schriftlichen Schülerbefragung in Kohorte I (Jahrgang B),
Klassenstufe 8: Erste Ergebnisse im Längsschnitt sowie Vergleich zu den
Befunden des ersten Untersuchungsjahrgangs A (Klassenstufe 8, Schuljahr
2009/2010) ....................................................................................................... 33
3.1
Schule und Schulkultur ............................................................................. 35
3.2
Außerschulische Faktoren: soziale Herkunft ............................................ 46
3.3
Personale Faktoren ................................................................................... 48
3.4
Freizeitverhalten ....................................................................................... 55
3.5
Erweiterung des Schulportfolios der Paul-Guenther-Mittelschule
Geithain .................................................................................................... 58
3.5.1
Darstellung der Leistungsdaten .......................................................... 58
3.5.2
Aktueller Stand des Schulversuchs und Entwicklungshinweise .......... 60
3.6
Erweiterung des Schulportfolios der Nachbarschaftsschule Leipzig ........ 62
3.6.1
Darstellung der Leistungsdaten .......................................................... 62
3.6.2
Aktueller Stand des Schulversuchs und Entwicklungshinweise .......... 63
3.7
Zusammenfassung ausgewählter Ergebnisse innerhalb der Kohorte I,
Untersuchungsjahrgang B ........................................................................ 64
4
Ergebnisse der schriftlichen Schülerbefragung in Kohorte IV,
Klassenstufe 8: Erste Ergebnisse im Längsschnitt ................................... 67
4.1
Schule und Schulkultur ............................................................................. 67
4.2
Außerschulische Faktoren: soziale Herkunft ............................................ 73
4.3
Personale Faktoren ................................................................................... 75
4.4
Freizeitverhalten ....................................................................................... 80
4.4
Erweiterung des Schulportfolios der August-Bebel-Mittelschule
Zschopau .................................................................................................. 83
4.4.1
Darstellung der Leistungsdaten .......................................................... 83
4.4.2
Aktueller Stand des Schulversuchs und Entwicklungshinweise .......... 84
4.5
Zusammenfassung ausgewählter Ergebnisse innerhalb der Kohorte IV .. 86
5
Ergebnisse der schriftlichen Schülerbefragung in Kohorte II,
Klassenstufe 10: Beschreibung des Abschlussjahrgangs ................................ 88
5.1
Schule und Schulkultur ............................................................................. 88
5.2
Personale Faktoren ................................................................................... 96
5.3
Freizeitverhalten ..................................................................................... 100
5.4
Erweiterung des Schulportfolios des Chemnitzer Schulmodells ............ 103
5.4.1
Darstellung der Leistungsdaten ........................................................ 104

4
5.4.2
Beurteilung des Jahrgangs ................................................................ 105
5.5
Erweiterung des Schulportfolios der Park-Mittelschule Zittau ................ 107
5.5.1
Darstellung der Leistungsdaten ........................................................ 107
5.5.2
Beurteilung des Jahrgangs ................................................................ 110
5.6
Erweiterung des Schulportfolios der Kurfürst-Moritz-Schule
Mittelschule der Gemeinde Moritzburg .................................................. 112
5.6.1
Darstellung der Leistungsdaten ........................................................ 112
5.6.2
Beurteilung des Jahrgangs ................................................................ 115
5.7
Überlegungen zum Abbau sozialer Herkunftsnachteile an den Schulen
der Kohorte II .......................................................................................... 117
6 Zusammenfassung ......................................................................................... 121

5
Tabellen
und Abbildungsverzeichnis
Tab. 1:
Übersicht der untersuchten Schulversuchs- und Vergleichsschulen der vorliegenden
Dokumentation, Kohorte I, II und IV, Untersuchungswelle 2012/13
10
Tab. 2:
Angaben zur Ausschöpfung, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013, Kohorten I, IV
und II
15
Tab. 3:
tatsächlich erreichte Noten und Erwartungswerte (EW) der Vergleichsmittelschulen
und des Vergleichsgymnasiums der Kohorte I, Jahrgang B, Fach Deutsch und
Mathematik, Schuljahresendnoten Klassenstufe 7, Untersuchung im Schuljahr
2012/2013
25
Tab. 4:
tatsächlich erreichte Noten und Erwartungswerte (EW) der Vergleichsschulen der
Kohorte IV, Fach Deutsch und Mathematik, Schuljahresendnoten Klassenstufe 7,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
28
Tab. 5:
tatsächlich erreichte Noten und Erwartungswerte (EW) der Vergleichsschulen der
Kohorte II, Fach Deutsch und Mathematik, Schuljahresendnoten Klassenstufe 9,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
32
Tab. 6:
Gründe der Schulwahl, Angaben in Prozent, Kohorte I, Jahrgang B, Klassenstufe 8,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
35
Tab. 7:
Schulfreude im Längsschnitt, Kohorte I, Jahrgang B, Skalenmittelwerte
36
Tab. 8:
Skala individuelle Förderung, Anzahl an Items und interne Konsistenz
37
Tab. 9:
Individuelle Förderung im Längsschnitt, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
38
Tab. 10:
Skala Unterrichtsqualität, Anzahl an Items und interne Konsistenz
40
Tab. 11:
Skala schulische Belastungen, Anzahl an Items und interne Konsistenz
41
Tab. 12:
Schulische Belastungen im Längsschnitt, Kohorte I, Jahrgang B, Skalenmittelwerte,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
42
Tab. 13:
Skala Schülerpartizipation, Anzahl an Items und interne Konsistenz
42
Tab. 14:
Schülerpartizipation im Längsschnitt, Kohorte I, Jahrgang B, Skalenmittelwerte,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
43
Tab. 15:
Skala Mitschülerunterstützung, Anzahl an Items und interne Konsistenz
43
Tab. 16:
Mitschülerunterstützung im Längsschnitt, Kohorte I, Jahrgang B, Skalenmittelwerte,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
44
Tab. 17:
Skala Lehrerunterstützung, Anzahl an Items und interne Konsistenz
44
Tab. 18:
Lehrerunterstützung im Längsschnitt, Kohorte I, Jahrgang B, Skalenmittelwerte,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
45
Tab. 19:
Skala schulbezogene Elternunterstützung, Anzahl an Items und interne Konsistenz
46
Tab. 20:
schulbezogene Elternunterstützung im Längsschnitt, Kohorte I, Jahrgang B,
Skalenmittelwerte, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
47
Tab. 21:
Qualität und Intensität der Eltern-Kind-Beziehung im Längsschnitt, Prozentangaben
für die Antwortkategorien
„mehrmals im Monat“ und „mehrmals in der Woche“,
Kohorte I, Jahrgang B, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
48
Tab. 22:
Skala schulische Kompetenz, Anzahl an Items und interne Konsistenz
48
Tab. 23:
schulische Kompetenz im Längsschnitt, Kohorte I, Jahrgang B, Skalenmittelwerte,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
49
Tab. 24:
Skala allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung, Anzahl an Items und interne
Konsistenz
50
Tab. 25:
allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung im Längsschnitt, Kohorte I, Jahrgang B,
Skalenmittelwerte, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
50
Tab. 26:
Stärken und Schwächen im Verhalten (SDQ), Interpretation der Werte und Definition
einer Störung
51
Tab. 27:
Hyperaktivität im Längsschnitt, Kohorte I, Jahrgang B, Mittelwerte der erfragten
Symptome, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
52
Tab. 28:
Emotionale Probleme im Längsschnitt, Kohorte I, Jahrgang B, Mittelwerte der
erfragten Symptome, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
52
Tab. 29:
Verhaltensprobleme im Längsschnitt, Kohorte I, Jahrgang B, Mittelwerte der
erfragten Symptome, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
52
Tab. 30:
Verhaltensprobleme mit Gleichaltrigen im Längsschnitt, Kohorte I, Jahrgang B,
Mittelwerte der erfragten Symptome, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
53

6
Tab. 31:
Gesamtproblemwert im Längsschnitt, Kohorte I, Jahrgang B, Mittelwerte der
erfragten Symptome, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
53
Tab. 32:
psychosomatische Beschwerden, Anzahl an Items und interne Konsistenz
53
Tab. 33:
Häufigkeit psychosomatischer Beschwerden im Längsschnitt, Kohorte I,
Jahrgang B, Skalenmittelwerte, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
54
Tab. 34:
Skala Häufigkeit des Fernsehens an Wochentagen (W) und am Wochenende (WE) im
Längsschnitt, Kohorte I, Jahrgang B
55
Tab. 35:
Skala Häufigkeit des Computerspielens an Wochentagen (W) und am Wochenende
(WE) im Längsschnitt, Kohorte I, Jahrgang B, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
56
Tab. 36:
Skala Häufigkeit der Computernutzung an Wochentagen (W) und am Wochenende
(WE) im Längsschnitt, Kohorte I, Jahrgang B, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
56
Tab. 37:
Schuljahresendnoten und Erwartungswerte der Klassenstufe 5 und 7 der Fächer
Deutsch und Mathematik im Längsschnitt, Paul-Guenther-Mittelschule Geithain,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013, Kohorte I, Jahrgang B
60
Tab. 38:
Schuljahresendnoten und Erwartungswerte (EW) der Klassenstufe 5 und 7 der Fächer
Deutsch und Mathematik im Längsschnitt, Nachbarschaftsschule Leipzig,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013, Kohorte I, Jahrgang B
63
Tab. 39:
Schulfreude im Längsschnitt, Kohorte IV, Skalenmittelwerte,Untersuchung im
Schuljahr 2012/2013
68
Tab. 40:
Individuelle Förderung im Längsschnitt, Kohorte IV, Untersuchung im Schuljahr
2012/2013
68
Tab. 41:
Gesamtskala Individuelle Förderung im Längsschnitt, Kohorte IV, Skalenmittelwerte,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
69
Tab. 42:
Mitschülerunterstützung im Längsschnitt, Kohorte IV, Skalenmittelwerte,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
70
Tab. 43:
Lehrerunterstützung im Längsschnitt, Kohorte IV, Skalenmittelwerte, Untersuchung
im Schuljahr 2012/2013
71
Tab. 44:
Partizipationsmöglichkeiten im Längsschnitt, Kohorte IV, Skalenmittelwerte,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
72
Tab. 45:
schulische Belastung im Längsschnitt, Kohorte IV, Skalenmittelwerte, Untersuchung
im Schuljahr 2012/2013
72
Tab. 46:
schulbezogene Unterstützung der Eltern im Längsschnitt, Kohorte IV,
Skalenmittelwerte, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
73
Tab. 47:
Qualität und Intensität der Eltern-Kind-Kommunikation im Längsschnitt, Kohorte IV,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
74
Tab. 48:
schulische Kompetenz im Längsschnitt, Kohorte IV, Skalenmittelwerte,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
75
Tab. 49:
Allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung im Längsschnitt, Untersuchung im
Schuljahr 2012/2013
76
Tab. 50:
Stärken und Schwächen im Verhalten (SDQ), Interpretation der Werte und Definition
einer Störung
77
Tab. 51:
Hyperaktivität im Längsschnitt, Kohorte IV, Mittelwerte der erfragten Symptome,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
77
Tab. 52:
Emotionale Probleme im Längsschnitt, Kohorte IV, Mittelwerte der erfragten
Symptome, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
78
Tab. 53:
Verhaltensprobleme im Längsschnitt, Kohorte IV, Mittelwerte der erfragten
Symptome, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
78
Tab. 54:
Verhaltensprobleme mit Gleichaltrigen im Längsschnitt, Mittelwerte der erfragten
Symptome, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
79
Tab. 55:
Gesamtproblemwert im Längsschnitt, Kohorte IV, Mittelwerte der erfragten
Symptome, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
79
Tab. 56:
Häufigkeit psychosomatischer Beschwerden im Längsschnitt, Kohorte IV,
Skalenmittelwerte, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
80
Tab. 57:
Skala Häufigkeit des Fernsehens an Wochentagen (W) und am Wochenende (WE) im
Längsschnitt, Kohorte IV, Mittelwerte in Stunden
81
Tab. 58:
Skala Häufigkeit des Computerspielens an Wochentagen (W) und am Wochenende
(WE) im Längsschnitt, Kohorte IV, Mittelwerte in Stunden
81
Tab. 59:
Skala Häufigkeit der Computernutzung an Wochentagen (W) und am Wochenende
(WE) im Längsschnitt, Kohorte IV, Mittelwerte in Stunden
81

7
Tab. 60:
Schuljahresendnoten und Erwartungswerte der Klassenstufe 5 und 7 der Fächer
Deutsch, Mathematik und Englisch im Längsschnitt, August-Bebel-Mittelschule
Zschopau, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013, Kohorte IV
84
Tab. 61:
Schulfreude im Längsschnitt, Kohorte II (Messzeitpunkte Klassenstufe 6, 8, 10),
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
89
Tab. 62:
Skala individuelle Förderung, Items und interne Konsistenz
90
Tab. 63:
Gesamtskala Individuelle Förderung im Längsschnitt, Kohorte II, Skalenmittelwerte,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
91
Tab. 64:
Skala Unterrichtsqualität, Items und interne Konsistenz
91
Tab. 65:
Skala Mitschülerunterstützung, Items und interne Konsistenz
92
Tab. 66:
Gesamtskala Mitschülerunterstützung im Längsschnitt, Kohorte II, Skalenmittelwerte,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
93
Tab. 67:
Skala Lehrerunterstützung, Items und interne Konsistenz
93
Tab. 68:
Gesamtskala Lehrerunterstützung im Längsschnitt, Kohorte II, Skalenmittelwerte,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
94
Tab. 69:
Skala Partizipationsmöglichkeiten, Items und interne Konsistenz
94
Tab. 70:
Gesamtskala Partizipationsmöglichkeiten im Längsschnitt, Kohorte II,
Skalenmittelwerte
95
Tab. 71:
Skala schulische Belastung, Items und interne Konsistenz
95
Tab. 72:
Gesamtskala schulische Belastung im Längsschnitt, Kohorte II, Skalenmittelwerte
96
Tab. 73:
Skala schulische Kompetenz, Items und interne Konsistenz
96
Tab. 74:
Gesamtskala schulische Kompetenz im Längsschnitt, Kohorte II, Skalenmittelwerte
97
Tab. 75:
Skala allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung, Items und interne Konsistenz
97
Tab. 76:
Gesamtskala allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung im Längsschnitt, Kohorte II,
Skalenmittelwerte
98
Tab. 77:
Skala psychosomatische Beschwerden, Items und interne Konsistenz
98
Tab. 78:
Gesamtskala psychosomatischer Beschwerden im Längsschnitt, Kohorte II,
Skalenmittelwerte
99
Tab. 79:
Skala Häufigkeit des Fernsehens an Wochentagen (W) und am Wochenende (WE)
im Längsschnitt, Kohorte II, Mittelwerte in Stunden
100
Tab. 80:
Skala Häufigkeit des Computerspielens an Wochentagen (W) und am Wochenende
(WE) im Längsschnitt, Kohorte II
101
Tab. 81:
Skala Häufigkeit der Computernutzung an Wochentagen (W) und am Wochenende
(WE) im Längsschnitt, Kohorte II
102
Tab. 82:
Schuljahresendnoten der Klassenstufe 5, 7, 9 und 10 im Längsschnitt, Chemnitzer
Schulmodell, Kohorte II, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
105
Tab. 83:
Schuljahresendnoten der Klassenstufe 5, 7, 9 und 10 im Längsschnitt, Park-
Mittelschule Zittau, Kohorte II, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
109
Tab. 84:
angestrebte Anschlussperspektive Klassenstufe 10 differenziert nach
Bildungsempfehlung, Park-Mittelschule Zittau, Kohorte II
110
Tab. 85:
Schuljahresendnoten der Klassenstufe 5, 7, 9 und 10 im Längsschnitt, Kurfürst-
Moritz-Schule Boxdorf
Mittelschule der Gemeinde Moritzburg, Kohorte II
114
Tab. 86:
angestrebte Anschlussperspektive Klassenstufe 10 differenziert nach
Bildungsempfehlung Kurfürst-Moritz-Schule Boxdorf
Mittelschule der Gemeinde
Moritzburg, Kohorte II
115
Tab. 87:
Logistische Regressionsanalysen mit Schülern im Anforderungsniveau des
Gymnasiums sowie des Realschulbildungsgangs die einen Fähigkeitszuwachs im
verbalen Subtest aufweisen und Zusammenhänge zu relevanten Prädiktoren
118
Tab. 88:
Logistische Regressionsanalysen mit Schülern im Anforderungsniveau des
Gymnasiums sowie des Realschulbildungsgangs die einen Fähigkeitszuwachs im
quantitativen Subtest aufweisen und Zusammenhänge zu relevanten Prädiktoren
119

8
Abb. 1:
Erhebungs- und Kohortenübersicht der wissenschaftlichen Begleitung der
Schulversuche „Schule mit besonderem pädagogischen Profil/Gemeinschaftsschule“
11
Abb. 2:
Jahrgangsvergleich A und B, Kohorte I, Schulfreude
37
Abb. 3:
Index individuelle Förderung im Längsschnitt Klassenstufe 6 und 8, Terzile, Kohorte I,
Jahrgang A, Untersuchung im Schuljahr 2007/2008 und 2009/2010
39
Abb. 4:
Index individuelle Förderung im Längsschnitt Klassenstufe 6 und 8, Terzile, Kohorte I,
Jahrgang B, Untersuchung im Schuljahr 2010/2011 und 2012/2013
39
Abb. 5:
Index Unterrichtsqualität im Längsschnitt Klassenstufe 6 und 8, Terzile, Kohorte I,
Jahrgang A, Untersuchung im Schuljahr 2007/2008 und 2009/2010
40
Abb. 6:
Index Unterrichtsqualität im Längsschnitt Klassenstufe 6 und 8, Terzile, Kohorte I,
Jahrgang B, Untersuchung im Schuljahr 2010/2011 und 2012/2013
41
Abb. 7:
Schulfreude, Längsschnitt, Kohorte IV, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
67
Abb. 8:
Unterrichtsqualität im Längsschnitt (Terzile, Messzeitpunkte Klassenstufe 6 u. 8,
Kohorte IV, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013)
70
Abb. 9:
Schulfreude im Längsschnitt (Klassenstufe 6, 8 und 10), Kohorte II
88
Abb. 10:
Prozentangaben Schulfreude „es gefällt mir sehr gut“, Längsschnitt Kohorte II
89
Abb. 11:
Individuelle Förderung im Längsschnitt, Kohorte II, Terzile, Klassenstufe 6, 8, 10,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
90
Abb. 12:
Unterrichtsqualität im Längsschnitt, Kohorte II, Terzile, Klassenstufe 6, 8, 10,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
92

9
1
Einleitung
Im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus erfolgte im Schuljahr
2012/2013 die „Wissenschaftliche Begleitung der Schulversuche ‘Schule
mit
besonderem pädagogischen Profil/Gemeinschaftsschule‘“
wie bereits in den Vor-
jahren durch die Technische Universität Dresden, Fakultät Erziehungswissen-
schaften, Institut für Erziehungswissenschaft unter der Leitung von Herrn Prof. Dr.
Wolfgang Melzer. Der aktuelle Untersuchungsauftrag umfasste dabei die wissen-
schaftliche Begleitung der Schulversuchsschulen und entsprechender Vergleichs-
schulen der Kohorten I, II und IV.
Für die
Kohorte I
beinhaltet der Untersuchungsauftrag die Datenerhebung und
Auswertung innerhalb des Untersuchungsjahrgangs B in Klassenstufe 8 an den
Schulversuchsschulen Paul-Guenther-Schule
Mittelschule Geithain und Nachbar-
schaftsschule Leipzig sowie den dazugehörigen Vergleichsschulen Mittelschule
Regis-Breitingen, Heinrich-Pestalozzi-Mittelschule Leipzig, Petrischule
Mittelschule
der Stadt Leipzig und dem Gymnasium
“Am Breiten Teich“ Borna. Für diese Schulen
sind bereits Daten der Klassenstufe 6 (Schuljahr 2010/2011) im Sinne eines
Längsschnitts sowie eines weiteren
komplett im Längsschnitt vorliegenden
Schülerjahrgangs (A) der Klassenstufen 6 (Schuljahr 2007/2008), 8 (Schuljahr 2009/
2010) und 10 (Schuljahr 2011/2012) zur Einbeziehung von Querschnittsdaten vorhan-
den.
Innerhalb der
Kohorte II
erfolgte die Erhebung von Leistungs- und Sozialdaten der
Schüler
1
der Klassenstufe 10 folgender Schulversuchs- und Vergleichsschulen: Park-
Mittelschule Zittau, Kurfürst-Moritz-Schule
Mittelschule der Gemeinde Moritzburg
sowie Chemnitzer Schulmodell einschließlich der entsprechenden Vergleichsschulen
Mittelschule Niederwiesa und dem Werner-von-Siemens-Gymnasium Großenhain.
Damit liegen für die Schulen dieser Kohorte komplette Längsschnittdaten der
Klassenstufen 6 (Schuljahr 2008/2009), 8 (Schuljahr 2010/2011) und 10 (2012/2013)
vor, womit die Erhebungen innerhalb dieses Jahrgangs (A) in Kohorte II abge-
schlossen sind.
Zudem umfasst der Auftrag die wissenschaftliche Begleitung der Schulversuchs-
und Vergleichsschulen der
Kohorte IV
in Klassenstufe 8 und somit ebenfalls im
Längsschnitt. Es handelt sich hierbei um die August-Bebel-Mittelschule Zschopau als
Schulversuchsschule sowie um die Mittelschule am Steegenwald Lugau und das
Bertolt-Brecht-Gymnasium Schwarzenberg als entsprechende Vergleichsschulen.
Auch für diese Schulen liegen bereits Daten aus der Klassenstufe 6 (Schuljahr
2010/2011) und damit im Längsschnitt vor.
Tabelle 1 zeigt zusammenfassend die einzelnen Kohorten bzw. Schulen, welche
in
dieser Reihenfolge
Bestandteil der vorliegenden Dokumentation sind.
1
Aus Gründen der Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und
weiblicher Sprachformen verzichtet. Im Folgenden gelten sämtliche Angaben jeweils für
Schülerinnen und Schüler.

10
Schulversuchsschulen
Vergleichsschulen
Kohorte I, Jahrgang B
Klassenstufe 8
(Längsschnitt und
Vergleich zu
Klassenstufe 8 des
Jahrgangs A)
Paul-Guenther-Mittelschule
Geithain
Nachbarschaftsschule Leipzig
Mittelschule Regis-Breitingen
Heinrich-Pestalozzi-Mittelschule
Leipzig
Petrischule
Mittelschule der
Stadt Leipzig
Gymnasium “Am Breiten Teich“
Borna
Kohorte IV, Jahrgang
A, Klassenstufe 8
(Längsschnitt)
August-Bebel-Mittelschule
Zschopau
Mittelschule am Steegenwald
Lugau
Bertolt-Brecht-Gymnasium
Schwarzenberg
Kohorte II, Jahrgang
A, Klassenstufe 10
(Längsschnitt)
Park-Mittelschule Zittau
Kurfürst-Moritz-Schule
Mittelschule der Gemeinde
Moritzburg
Chemnitzer Schulmodell
Mittelschule Niederwiesa
Werner-von-Siemens-Gymnasium
Großenhain
Tab. 1:
Übersicht der untersuchten Schulversuchs- und Vergleichsschulen der vorliegenden
Dokumentation, Kohorte I, II und IV, Untersuchungswelle 2012/13
Abbildung 1 zeigt nachfolgend zudem alle im Rahmen der bisherigen wissenschaft-
lichen Begleitung untersuchten Kohorten und Schülerjahrgänge, gelb unterlegt sind
hierbei jene Schulen bzw. Schülerjahrgänge welche den Inhalt der vorliegenden
Dokumentation bilden. Die jeweiligen Pfeile markieren zum einen die Längsschnitt-
betrachtung in Kohorte I (Klassenstufe 6 und 8), Kohorte II (Klassenstufe 6, 8, 10)
und Kohorte IV (Klassenstufe 6, 8), zum anderen zusätzlich den Jahrgangsvergleich
innerhalb der Schulen der Kohorte I (jeweils Klassenstufe 6 und 8) im Sinne einer
Querschnittsbetrachtung.

image
11
Abb. 1: Erhebungs- und Kohortenübersicht der wissenschaftlichen Begleitung der Schulversuche
„Schule mit besonderem pädagogischen Profil/Gemeinschaftsschule“
1.1
Gliederung der vorliegenden Dokumentation
Vergleichbar zu den bisherigen veröffentlichten Ergebnisberichten erläutert Kapitel 2
zunächst den Aufbau und die methodische Vorgehensweise der Untersuchung.
Hierzu gehört die Darstellung der Untersuchungsziele (Kapitel 2.1), des Stichproben-
designs (Kapitel 2.2) sowie der eingesetzten Untersuchungsinstrumente (Kapitel
2.3). Zudem werden die den Versuchsschulen entsprechenden Vergleichsschulen
der Kohorten I, II und IV näher betrachtet (Kapitel 2.4).
Kapitel 3 beinhaltet im Anschluss die zentralen Befunde der in Klassenstufe 8 des
Schuljahres 2012/2013 durchgeführten schriftlichen Schülerbefragung innerhalb der
Untersuchungskohorte I, Untersuchungsjahrgang B. Die Gliederung der Ergebnisse
orientiert sich an den bereits vorliegenden Zwischenberichten und umfasst in Kapitel
3.1 Ergebnisse zu Schule und Schulkultur, in Kapitel 3.2 zu außerschulischen
Faktoren (soziale Herkunft), in Kapitel 3.3 zu personalen Faktoren (Selbstkonzept und
Persönlichkeit) und in Kapitel 3.4 schließlich zum Freizeitverhalten. Im Sinne einer
Querschnittsbetrachtung werden ausgewählte Ergebnisse jenen des Unter-
suchungsjahrgangs A gegenübergestellt (siehe Abb. 1). Basierend auf der Daten-
auswertung der schriftlichen Schülerbefragung, der Erhebung der Leistungsdaten
sowie der Schulleiterinterviews erfolgt in den Kapiteln 3.5 und 3.6 die Aktualisierung
der jeweiligen Schulportfolios der beiden Schulversuchsschulen Paul-Guenther-
Mittelschule Geithain sowie der Nachbarschaftsschule Leipzig.
Innerhalb des Kapitels 4 werden die Ergebnisse der ebenfalls in Klassenstufe 8
durchgeführten schriftlichen Schülerbefragung innerhalb der Kohorte IV präsentiert.
Die Gliederung orientiert sich hierbei an der Ergebnisdarstellung innerhalb der
Kohorte I. Im Sinne einer Längsschnittbetrachtung wird dabei die Entwicklung im

12
Vergleich zu Klassenstufe 6 (Untersuchung im Schuljahr 2010/2011) fokussiert. Für
die entsprechende Schulversuchsschule der Kohorte IV
der August-Bebel-
Mittelschule Zschopau
wird auf Grundlage dieser ersten Längsschnittdaten der
Klassenstufen 6 und 8, der erhobenen Leistungsdaten sowie des Schulleiter-
interviews das bestehende Schulportfolio ergänzt.
Kapitel 5 beinhaltet die Auswertung der aktuellen Daten der Jahrgangsstufe 10 in
Kohorte II und deren Betrachtung im Längsschnitt mit den Messzeitpunkten in
Klassenstufe 6 (Schuljahr 2008/2009) und 8 (2010/2011). Schließlich werden für die
drei Schulversuchsschulen dieser zweiten Untersuchungskohorte (Park-Mittelschule
Zittau, Kurfürst-Moritz-Schule
Mittelschule der Gemeinde Moritzburg, Chemnitzer
Schulmodell) die bestehenden Schulportfolios ergänzt und zusammenfassend mit
besonderer Beachtung der Untersuchungsergebnisse bewertet (Kapitel 5.4, 5.5 und
5.6). Im sich daran anschließenden Kapitel 5.7 wird anhand der vollständig
vorliegenden Längsschnittdaten der Kohorte II untersucht, inwiefern der Abbau von
Herkunftsnachteilen
als ein zentrales Ziel Schulversuchsschulen
in stärkerem
Ausmaß gelingt, als an den entsprechenden Vergleichsschulen, welche im Hinblick
auf die Schülerzusammensetzung vergleichbar sind.
Kapitel 6 fasst die zentralen Ergebnisse der Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
abschließend zusammen.

13
2
Aufbau und methodische Vorgehensweise der Untersuchung
Nachfolgend werden mit Verweis auf die bereits veröffentlichten Zwischenarbeits-
stände
2
die Untersuchungsziele, das Stichprobendesign sowie die verwendeten
Untersuchungsinstrumente dargestellt.
2.1
Ziele und Intention der Untersuchung
Die
Ziele des Schulversuchs
„Schule mit besonderem pädagogischen Profil/Ge-
meinschaftsschule“
als Maßstab der Evaluation sind in den Leitlinien für
Gemein-
schaftsschulen des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus vom 15. Juli 2005
(MBI. SMK S. 240) und im Rahmen für Gemeinschaftsschulen (MBI. SMK S. 240),
geändert durch die Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums für
Kultus und Sport vom 20. Oktober 2009 (MBI. SMK S. 466), festgelegt. Hierbei
handelt es sich im Einzelnen um
-
die individuelle Förderung der Schüler,
-
ein längeres gemeinsames Lernen und eine damit verbundene neue Lern- und För-
derkultur,
-
die Entwicklung von und ein produktiver Umgang mit vielfältigen pädagogischen
Konzepten,
-
die Übertragung von pädagogischer und personeller Verantwortung sowie
-
der Betrieb als Ganztagsschule.
Von besonderem Interesse ist, inwiefern es den Schulversuchsschulen gelingt im
Vergleich zu den vom Auftraggeber festgelegten Vergleichsschulen o. g. Ziele zu
verwirklichen.
Zur Betrachtung des Abbaus von Herkunftsnachteilen an den Schulversuchsschulen,
der Häufigkeit des Wechsels von Schülern zwischen Anforderungs- und Leistungs-
niveaus bezogen auf deren angestrebte Schulabschlüsse, von Schulartwechseln
sowie der Wirksamkeit individueller Förderung werden die entsprechenden Schulen
im Längsschnitt zu festgelegten Zeitpunkten (jeweils Klassenstufe 6, 8 und 10)
untersucht.
2.2
Stichprobendesign und realisierte Stichprobe
Als wesentliches Untersuchungsinstrument wird ein Schülerfragebogen zur
Erhebung der Sozialdaten beziehungsweise der Kontextbedingungen eingesetzt
(siehe Kapitel 2.3.3). Im diesjährigen Schuljahr 2012/2013 wurden hierzu Schüler der
Klassenstufe 8 innerhalb der Kohorten I und IV sowie Schüler der Klassenstufe 10 in
Kohorte II schriftlich befragt (siehe Tab. 1).
Da innerhalb der jeweiligen Klassenstufen, welche die Stichprobe bilden, alle Schüler
der jeweiligen Schule befragt werden, handelt es sich bei der durchgeführten
Befragung um eine Vollerhebung. Zur
um neutrale Ausfälle
bereinigten Stich-
probe aller drei Untersuchungskohorten gehören 811 Schüler.
2
siehe
http://www.sachsen-macht-schule.de/schule/2405.htm

14
Abzuziehen sind zudem sog. systematische Ausfälle. Hierzu zählen im vorliegenden
Fall Schüler, welche kein schriftliches Einverständnis der Eltern zur Befragungs-
teilnahme vorlegen konnten sowie um unvollständig ausgefüllte Fragebögen bzw.
Fragebögen, welche im Rahmen der Plausibilitätsprüfung aussortiert werden
mussten. In der diesjährigen Untersuchung handelt es sich in allen drei Unter-
suchungskohorten um insgesamt 96 Fälle.
Tabelle 2 zeigt die entsprechenden Ausschöpfungsquoten aller drei Untersuchungs-
kohorten. Die Ausschöpfungsquote in Kohorte I beträgt hierbei rund 81 Prozent, in
Kohorte IV ca. 90 Prozent und in Kohorte II knapp 97 Prozent. Die Teilnahmequote
kann damit insgesamt als sehr gut beurteilt werden.
Berücksichtigt werden im Rahmen der Längsschnittbetrachtung innerhalb der
Kohorten I (Jahrgang B), IV und II entsprechend der bisherigen Vorgehensweise nur
jene Schüler, von denen Befragungsdaten aller zwei bzw. drei Messzeitpunkte
(Kohorte I und IV: Klassenstufe 6 und 8 bzw. Kohorte II: Klassenstufe 6, 8 und 10)
vorliegen.
Innerhalb der Kohorte I liegen Längsschnittdaten der schriftlichen Schülerbefragung
in Klassenstufe 8 von insgesamt 216 Schülern vor (vgl. n=311 in Klassenstufe 6). Die
entsprechende Ausfallrate liegt in Kohorte I damit bei insgesamt rund 30 Prozent.
3
Gründe für die Verkleinerung der Ausgangsstichprobe sind neben krankheits-
bedingten (neutralen) Ausfällen in Klassenstufe 8, nicht vorliegende Einverständ-
niserklärungen (systematische Ausfälle) sowie in Einzelfällen Schulabgänge bzw.
Wegzüge.
In die Untersuchung der Schulen der Kohorte IV konnten Längsschnittdaten der
schriftlichen Schülerbefragung in Klassenstufe 8 von insgesamt 150 Schülern
einbezogen werden (vgl. n=189 in Klassenstufe 6). Die Ausfallrate für die Schulen
der Kohorte IV beläuft sich damit auf rund 21 Prozent.
4
Auch innerhalb der Untersuchungskohorte II werden im vorliegenden Zwischen-
bericht nur jene Schüler in die Auswertung einbezogen, von welchen Daten aus allen
drei Erhebungszeitpunkten vorliegen (Klassenstufe 6, 8 und 10). Insgesamt handelt
es sich um Längsschnittdaten aller drei Messzeitpunkte von insgesamt 174 Schülern
(vgl. Daten von insgesamt 278 Schülern in Klassenstufe 6). Die Ausfallrate und damit
Verkleinerung der Ausgangsstichprobe der Klassenstufe 6 im Schuljahr 2008/2009
liegt damit bei rund 37 Prozent.
5
3
Ausfallraten innerhalb der Kohorte I, Jahrgang B: Paul-Guenther-Mittelschule Geithain (41,0%),
Nachbarschaftsschule Leipzig (16,3%), Mittelschule Regis-Breitingen (10,3%), Heinrich-
Pestalozzi-Mittelschule Leipzig (23,8%), Petrischule
Mittelschule der Stadt Leipzig (59,1%),
Gymnasium „Am Breiten Teich“
Borna (29,3%)
4
Ausfallraten innerhalb der Kohorte IV: August-Bebel-Mittelschule Zschopau (18,3%),
Mittelschule am Steegenwald Lugau (23,3%), Bertolt-Brecht-Gymnasium Schwarzenberg
(20,9%)
5
Ausfallraten innerhalb der Kohorte II: Chemnitzer Schulmodell (28,0%), Park-Mittelschule Zittau
(45,6%), Kurfürst-Moritz-Schule Boxdorf
Mittelschule der Gemeinde Moritzburg (27,5%),
Mittelschule Niederwiesa (51,0%), Werner-von-Siemens-Gymnasium Großenhain (31,8%)

15
Schülerzahl und
Zügigkeit der
Klassenstufe im
Schuljahr
2012/2013
bereinigte
Brutto-Stich-
probe
Nettostichprobe
(=auswertbare
FB)
Ausschöpfung
Kohorte I, Jahrgang B, Klassenstufe 8
Paul-Guenther-Schule
Mittel-
schule Geithain
88 (4)
80
66
82,5%
Nachbarschaftsschule Leipzig
49 (2)
48
45
93,8%
Mittelschule Regis-Breitingen
43 (2)
42
37
88,1%
Heinrich-Pestalozzi-Mittelschule
Leipzig
53 (2)
51
44
86,3%
Petrischule
Mittelschule der Stadt
Leipzig
46 (2)
38
18
47,4%
Gymnasium “Am Breiten Teich“
Borna
114 (5)
105
86
81,9%
Summe
393
364
296
81,3%
Kohorte IV, Klassenstufe 8
August-Bebel-Mittelschule
Zschopau
62 (3)
59
51
86,4%
Mittelschule am Steegenwald
Lugau
43 (2)
40
37
92,5%
Bertolt-Brecht-Gymnasium
Schwarzenberg
95 (4)
92
84
91,3%
Summe
200
191
172
90,1%
Kohorte II, Jahrgang A,
Klassenstufe 10
Park-Mittelschule Zittau
66 (3)
58
55
94,8%
Chemnitzer Schulmodell
24 (1)
23
23
100%
Kurfürst-Moritz-Schule
Mittel-
schule der Gemeinde Moritzburg
55 (2)
54
53
98,1%
Mittelschule Niederwiesa
43 (2)
43
42
97,7%
Werner-von-Siemens-Gymnasium
Großenhain
83 (3)
78
74
94,9%
Summe
271
256
247
96,5%
Tab. 2:
Angaben zur Ausschöpfung, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013, Kohorten I, IV und II

16
2.3
Instrumente der Untersuchung und der Dokumentation
Wie in den vergangenen Untersuchungswellen umfasst das Untersuchungsdesign
eine schriftliche Schülerbefragung zur Erfassung schülerbezogener Merkmale zu
Schuljahresbeginn, die Durchführung eines ‚Kognitiven Fähigkeitstests‘ (KFT) gegen
Ende des Schuljahres, die Erhebung von Leistungsdaten (Schuljahresendnoten,
Prüfungsergebnisse, Noten des schriftlichen Teils der besonderen Leistungsfest-
stellung) sowie als qualitativ ausgerichtete Verfahren die Durchführung von Doku-
mentenanalysen und Expertengesprächen in Form von Schulleiterinterviews.
2.3.1
Schriftliche Schülerbefragung
Als zentraler quantitativer Zugang wurde wie in den Vorjahren ein schriftlich
auszufüllender Schülerfragebogen eingesetzt. Die Befragung an den insgesamt
sechs Schulversuchs- und acht Vergleichsschulen fand zu Beginn bzw. im ersten
Halbjahr des Schuljahres 2012/2013 statt.
Innerhalb der Kohorte I und IV wurden dabei jeweils Schüler der Klassenstufe 8
befragt. Im Falle der Kohorte I handelt es sich um den Untersuchungsjahrgang B,
welcher bereits im Schuljahr 2010/2011 in Klassenstufe 6 befragt wurde. Da für die
Kohorte I bereits vollständige Längsschnittdaten der Klassenstufen 6, 8 und 10 des
Untersuchungsjahrgangs A vorliegen, werden die aktuellen Längsschnittdaten jenen
der Klassenstufe 8 im Sinne eines Querschnitts gegenübergestellt (vgl. Abb. 1). Die
Untersuchung zweier verschiedener Jahrgänge (A und B) mit einem zeitlichen
Abstand von drei Jahren ermöglicht zudem Aussagen zu schulkulturellen
Veränderungen, in die Auswertung der Kohorte I gingen Längsschnittdaten von
insgesamt 216 Schülern ein. Für die Kohorte IV liegen mit der aktuellen Unter-
suchung im Schuljahr 2012/2013 ebenfalls erste Längsschnittdaten der Klassenstufe
6 und 8 vor, einbezogen werden konnten hierbei die Daten von insgesamt 150
Schülern, von denen vollständige Daten beider Klassenstufen im Längsschnitt
vorliegen.
Für die Untersuchungskohorte II liegen mit der aktuellen Untersuchung vollständige
Längsschnittdaten der Klassenstufen 6, 8 und 10 von insgesamt 174 Schülern vor.
Innerhalb dieses letztmalig untersuchten Schülerjahrgangs wurde zudem ein
Fragebogen zur Erfassung der Anschlussperspektive nach der Klassenstufe 10
eingesetzt.
6
Wie vertraglich festgelegt wurde wie in den Vorjahren der wissenschaftlichen
Begleitung in den insgesamt drei zu untersuchenden Kohorten ein mit dem Auftrag-
geber abgestimmter Fragebogen verwendet. Dieser orientiert sich
wie in den
bereits vorliegenden Ergebnisberichten
erläutert, an dem Instrumentarium,
welches im Zuge der sächsischen Schülerbefragung 2006 im Rahmen der
Internationalen HBSC-Studie (Health Behaviour in School-aged Children)
7
eingesetzt
6
siehe Anhang
7
Die HBSC-Studie als Teil des international vergleichenden Forschungsvorhabens "Health
Behaviour in School-aged Children (HBSC)" wird alle vier Jahre unter der Schirmherrschaft der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) durchgeführt. Insgesamt 41 Staaten aus Europa und
Nordamerika nehmen dabei an dieser Studie teil (in Deutschland sind neben Sachsen Berlin,
Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen beteiligt). Mittels eines Fragebogens werden
Schülerinnen und Schüler im Alter von 9–17 Jahren neben ihrem Gesundheitsverhalten u. a.

17
wurde. Hintergrund hierfür ist, die entsprechenden Ergebnisse dieser Studie als
weitere Vergleichsebene nutzen zu können. Insbesondere im Rahmen der Referenz
für die Häufigkeit der Berufstätigkeit der Eltern sowie des familiären Wohlstands
(FAS-Index) muss dabei jedoch berücksichtigt werden, dass es sich um sächsische
Daten des Jahres 2006 und damit vergleichsweise alte Referenzwerte handelt. Auf
aktuelle Vergleichswerte kann aufgrund der Nichtbeteiligung Sachsens in der
Erhebungswelle 2010 nicht zurückgegriffen werden.
Die Schülerbefragung fand nach terminlicher Absprache mit den Schulleitern und
Lehrern an den Einzelschulen jeweils im Laufe des Vormittags statt und dauerte je
nach zu untersuchender Klassenstufe zwischen 60 (Klassenstufe 10) und 90 Minuten
(Klassenstufe 8). Der Befragungszeitpunkt wurde bei allen teilnehmenden Schulen
annähernd zeitgleich vereinbart, um die Rahmenbedingungen möglichst konstant zu
halten (Durchführungsobjektivität). Hierzu gehören auch weitgehend standardisierte
Einweisungen für das Ausfüllen des Fragebogens seitens der Forschungsgruppe. An
allen Schulen wurde die Befragung parallel in den einzelnen Klassen durchgeführt,
um einen Austausch über Inhalte des Fragebogens und des Antwortverhaltens zu
verhindern. Als Dankeschön für die Teilnahme erhielten die Schüler im Anschluss
einen TU Dresden-Kugelschreiber.
Den Inhalt des Fragebogens bilden u. a. Fragen zu folgenden vertraglich geregelten
und datenschutzrechtlich genehmigten Gebieten
8
:
-
demographische Angaben
-
Schule und schulischer Werdegang: Gründe für die Schulwahl, Einbeziehung des
Schülers bei der Schulwahl, Schulleistung (einschließlich Noten und Angabe einer
eventuellen Klassenwiederholung)
-
Schulkultur: Individuelle Förderung, Unterrichtsgestaltung, Mitschüler- und Lehrer-
unterstützung
-
gesundheitliches Befinden des Schülers
-
Familienzusammensetzung
-
Mediennutzung, Freizeitgestaltung und Verhalten in der Gleichaltrigengruppe
-
sozialer und kultureller Hintergrund: Häufigkeit von Urlaubsreisen, Anzahl von
Computern, Autos und Büchern
2.3.2
Kognitiver Fähigkeitstest (KFT)
Ebenfalls als quantitatives Untersuchungsinstrument wurde gegen Schuljahresende
in den diesjährigen begleiteten Schulversuchs- und Vergleichsschulen ein ‚Kognitiver
Fähigkeitstest‘ (KFT) durchgeführt (Heller &Perleth, 2000). Ziel ist hierbei die
Abbildung der kognitiven Entwicklung im Längsschnitt (vgl. Köller & Baumert 2002,
S. 756-786, Reimann 2002, S. 81-137).
zum psychischen Wohlbefinden, zu körperlichen Aktivitäten, zum Ess- und Freizeitverhalten
und zu Schule und Unterricht befragt. Ziel ist die Untersuchung der Beziehungen zwischen dem
Gesundheitsverhalten und der berichteten Gesundheit der Schülerinnen und Schüler. Schwer-
punkte liegen dabei auf der Identifikation von Präventionsmöglichkeiten und der Auskunft über
die gesundheitliche Lage von Kindern und Jugendlichen im nationalen und internationalen
Vergleich. Für weitere Informationen siehe
http://www.hbsc-germany.de
07.06.2012.
8
Der Fragebogen der schriftlichen Schülerbefragung befindet sich im Anhang, für weitere
Informationen siehe zudem den Zwischenarbeitsstand, 2010

18
Hierzu umfasst der KFT Subtests zur Ermittlung der verbalen, quantitativen und
nonverbalen bzw. figuralen Fähigkeiten. Während der verbale und quantitative
Subtest eher die erfahrungs- und bildungsabhängige Intelligenz und damit familiäre
und schulische Bildungseinflüsse abbilden (kristalline
9
Intelligenz nach Cattell),
erfassen die nonverbalen Testskalen die weitgehend angeborene Begabung (fluide
Intelligenz nach Cattell). Ein Zuwachs innerhalb der verbalen bzw. quantitativen
Fähigkeitsdimension kann daher unter Berücksichtigung weiterer Parameter im
Sinne von individuellen Ausgangsvoraussetzungen (beispielsweise sozioöko-
nomischer und kultureller Hintergrund, Geschlecht, erteilte Bildungsempfehlung
einschließlich des entsprechenden Notendurchschnitts) als ein Anhaltspunkt neben
anderen (u. a. Familie, schulische Interaktion, Lernkultur/individuelle Förderung) für
die Wirksamkeit des an der Einzelschule vorhandenen Ausmaßes individueller
Förderung interpretiert werden.
Wie bereits in den vorangegangenen Untersuchungen wurde der KFT jeweils in der
Kurzform-Bearbeitungsvariante durchgeführt, welche einschließlich Instruktions- und
Bearbeitungszeit eine Dauer von 90 Minuten beansprucht. Bestandteil dieser Kurz-
form sind Wortschatzaufgaben und Aufgaben zu Wortanalogien, Mengenvergleiche
und Zahlenreihen sowie Aufgaben zu Figurenklassifikation und Figurenanalogien (vgl.
Heller & Perleth 2000, S. 11 f.).
10
2.3.3
Dokumentenanalyse
Neben der Durchführung von Expertengesprächen bildet die Analyse von Doku-
menten der Schule einen qualitativ ausgerichteten Arbeitsauftrag.
11
Zu diesem
Zweck wurden die Schulleitungen der Schulversuchsschulen der Kohorte II gebeten,
Dokumente der Schule der Forschungsgruppe bereitzustellen (Vollerhebung). Hierbei
handelt es sich insbesondere um das Schulprogramm, Medienberichte sowie schrift-
lich fixierte Konzepte und Kooperationsvereinbarungen.
Innerhalb der Schulversuchsschulen der Kohorte II wurden dabei Änderungen
gegenüber den Erhebungen im Jahr 2008/2009 sowie 2010/2011 fokussiert, bei den
Schulen der Kohorten I und IV jene gegenüber dem Untersuchungsjahr 2010/2011.
Die Durchschicht der Dokumente erfolgt dabei nach folgenden Kriterien:
Schulstruktur:
-
Schulpersonal (Anzahl der Lehrer, pädagogisches Personal, Anzahl an Abordnungen)
-
Schuleinzugsbereich
-
aktuelle Anmeldezahlen
-
Klassenstufen, Klassengröße
9
Die Bezeichnung ‚kristalline’ Intelligenz wird hierbei synonym zu der Bezeichnung
‚kristallisierte’ Intelligenz (so u. a. bei Heller & Perleth) verwendet.
10
Für weitere Informationen zu den Aufgabentypen siehe Zwischenarbeitsstand 2010/2011, S. 24
11
Dokumentenanalysen zählen zu den sog. nicht-reaktiven Untersuchungsmethoden, welche
weitgehend keine Effekte sozialer Erwünschtheit, Interviewerabhängigkeit und spezifischer
Antworttendenzen auslösen. Die jeweils untersuchten Dokumente bzw. Unterlagen sind unab-
hängig vom Untersuchungsprozess angefertigt worden, wodurch eine situative Beeinflussung
und/oder eine nachträgliche Rationalisierung der Dokumente weitgehend ausgeschlossen
werden kann.

19
-
Schülerzahlen und Schülerzusammensetzung
-
Abschlüsse/ Bildungsgänge/ Profile
Schulkultur:
-
Unterrichtsformen und Lernkonzepte
-
Unterrichtszeiten
-
Lehrplan
-
Lernkonzept
-
individuelle Förderung
-
Formen der Differenzierung (Homogenität und Heterogenität)
-
Integration
-
Leistungsbeurteilung
-
Zusammenarbeit mit Elternschaft
-
Kooperationsvereinbarungen mit anderen Schulen, außerschulische Partner
-
Lehrerkooperation
-
Ganztagsbetreuung
-
Weiterbildungsschwerpunkte
-
Förderverein
Die Dokumentenanalyse dient zusammen mit den Expertengesprächen als qualita-
tive Methoden der Annäherung an die Schule im Zuge der Konzeptevaluation und
der Erstellung des ‚Schulportfolios’.
2.3.4
Expertengespräche bzw. Schulleiterinterviews
Wie in den Vorjahren der wissenschaftlichen Begleitung wurden als qualitatives
Untersuchungsinstrument zudem Expertengespräche
vertragsgemäß vorrangig mit
der Schulleitung
geführt. Innerhalb aller drei Kohorten wurden hierbei
Veränderungen gegenüber den vorherigen Untersuchungen erhoben. Die trans-
kribierten Gespräche dienen im Sinne einer Selbstdarstellung der Schule als
zusätzliche Datenquelle für die Erstellung
des ‚Schulportfolios’. Zur Durchführung der
Gespräche wurde, wie bereits in den vergangenen Jahren, ein Leitfaden benutzt,
welcher die wesentlichen Aspekte hinsichtlich Schulstruktur und Schulkultur bein-
haltet.
12
Zudem wurden die Schulleiter gebeten, über ihre Erfahrungen im Rückblick auf die
vergangenen Jahre als Schulversuchsschule zurückzublicken sowie aktuelle konzep-
tionelle Änderungen und besonders gelungene Aspekte der schulischen Arbeit zu
nennen.
12
Der Interviewleitfaden befindet sich im Anhang.

20
2.3.5
Erwartungswert
Zur Beurteilung der Schuljahresendnoten an den Schulversuchs- und Vergleichs-
schulen wurden wie in den vergangenen Untersuchungswellen sog. Erwartungs-
werte regressionsanalytisch errechnet.
Im Falle der Schulversuchs- und Vergleichsschulen der Kohorte I und IV wurden
hierfür vom Auftraggeber die Jahresnoten der Klassenstufe 7 bzw. für die Kohorte II
jene der Klassenstufe 9 der Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch, Physik, Chemie,
Biologie und 2. Fremdsprache (soweit das Fach unterrichtet wurde) bereitgestellt.
Für die Schüler der Kohorte II wurden zudem die Noten der schriftlichen Prüfung in
der Klassenstufe 10 (Deutsch, Mathematik, Englisch, Physik, Chemie, Biologie), die
Endnoten der Klassenstufe 10 (Deutsch, Mathematik, Englisch, Physik, Chemie, Bio-
logie, evtl. zweite Fremdsprache) sowie die Noten der besonderen Leistungs-
feststellung (Deutsch, Mathematik, Englisch) in Klassenstufe 10 des Gymnasiums,
soweit die Schüler daran teilgenommen haben, der Forschungsgruppe übermittelt.
Ab dem Schuljahr 2012/2013 wurde es den Schulen überlassen, in welchem Fach
die Schüler die sächsischen Kompetenztests anfertigen. Auf die Erfassung und
Darstellung der Leistungen in Klassenstufe 8 musste aufgrund der nicht zu gewähr-
leistenden Vergleichbarkeit im vorliegenden Bericht verzichtet werden.
Zur
Beurteilung
der
Schuljahresendnoten
wurde
unter
Einbeziehung
der
entsprechenden Vergleichsstichproben
mit sog. ‚Erwartungswerten’ als ein
wesent-
liches Untersuchungsinstrument gearbeitet. Diese regressionsanalytisch
13
ge-
schätzten Werte erlauben einen Vergleich der Zensuren
14
und damit eine gerechtere
Beurteilung der Schule relativ unabhängig vom sozialen Hintergrund der
Schülerschaft (vgl. hierzu Watermann & Brunner 2005, S. 45). Die auf dieser Basis
geschätzten Werte stellen dar, welche Leistungen in Schulen mit ähnlich zusammen-
gesetzter Schülerschaft zu erwarten sind und kennzeichnen, inwieweit an den
untersuchten Schulen bessere bzw. weniger gute Ergebnisse erzielt wurden, als an
Schulen, dessen Schülerschaft im Hinblick auf die Merkmale Geschlecht, sozialer
Wohlstand und kulturelles Kapital vergleichbar sind.
Zur Abbildung des sozioökonomischen Hintergrunds dienen die Variablen des bereits
in der HBSC-Studie verwendeten FAS-Index’
15
. Dieser setzt sich aus den Angaben
zur Anzahl der Computer und Autos pro Haushalt, der Häufigkeit einer Urlaubsreise
in den letzten zwölf Monaten und dem Besitz eines eigenen Zimmers zusammen.
Wie in der HBSC-Studie wird der Index in einer 3-stufigen Skalierung (hoch, mittel,
niedrig
16
) verwendet. In vergangenen Studien hat sich dieser Index vielfach bewährt;
seine Validität und Reliabilität wurde in diversen Studien aufzeigt (u. a. Boyce et al.
2004, S. 21-23). Zusätzlich zum genannten Index wird die Anzahl der im Haushalt
vorhandenen Bücher (5-stufig) als ein weiterer Indikator möglicher kultureller Distink-
tion in die Analyse einbezogen. Zudem fließt das Geschlecht der Schüler mit in die
13
Mit Hilfe der Regressionsanalyse kann eine nicht bekannte Beziehung zwischen einer
abhängigen und einer oder mehreren unabhängigen Variablen, in diesem Fall zwischen der
Schulleistung und schülerbezogenen Merkmalen (sozialer Hintergrund, Geschlecht), ermittelt
bzw. prognostiziert werden.
14
Zensuren werden in diesem Modell als linear verteilt angenommen.
15
FAS: family affluence scale (Maßstab des familiären Wohlstands)
16
high/hoch=1; medium/mittel=2; low/niedrig=3

21
Berechnungen ein, um einen weiteren auf den Schülereigenschaften beruhenden
möglichen Faktor der Verzerrung zu berücksichtigen.
Die so erhaltenen Regressionskoeffizienten (einmal bezüglich der vom Auftraggeber
benannten Vergleichsschulen, zum anderen bezüglich der sächsischen HBSC-
Stichprobe
17
) zeigen nun in Verbindung mit den an der zu untersuchenden Schule
vorgefundenen Zusammensetzung der Schülerschaft und den tatsächlich erreichten
Schuljahresendnoten an, ob diese Schüler vergleichsweise eine gute oder schlechte
Leistung aufweisen, obwohl sie privilegiert bzw. unterprivilegiert sind. Liegen sie
über dem ermittelten Erwartungswert bzw. sind die erreichten Noten besser, ist
anzunehmen, dass die Schule eine besonders leistungsfördernde Wirkung hat (vgl.
Baumert et al. 2003).
2.3.6
Schulportfolio
Als Synthese von äußerer- und Selbstevaluation, die sich
den in den Kapiteln 2.3.1
bis 2.3.5 aufgeführten
quantitativen und qualitativen Untersuchungsmethoden
bedient,
münden die Ergebnisse in ein sog.
‚Schulportfolio’, welches für die
Schulversuchsschulen der Kohorte I, IV und II erstellt wird. Der Aufbau des Portfolios
untergliedert sich wie bereits in den Vorjahren in die drei Unterpunkte Selbstdar-
stellung der Schule, Darstellung der Leistungsdaten sowie Interpretationsansätze
und Entwicklungshinweise. Die Fokussierung auf die Schulversuchsschulen besteht
analog der Vorgehensweise in den vorangegangenen Zwischenberichten darin,
deren Offenheit und Entwicklung vor dem Hintergrund des besonderen päda-
gogischen Profils zu skizzieren. Entsprechend werden auch aktuelle Ergebnisse
sowie der Stand des Schulversuchs aller der bereits untersuchten Schulver-
suchsschulen berichtet.
17
Als Vergleichsmaßstab dienen dabei einerseits die vom Auftraggeber benannten Vergleichs-
schulen (siehe Kapitel 2.4); zum anderen werden die Daten der sächsischen HBSC-Stichprobe
der 7. bzw. 9 Klassenstufe herangezogen, da hierdurch eine breitere Basis für eine Nivellierung
genutzt werden kann (Klassenstufe 7: NGymnasium = 479, NMittelschule = 706; Klassenstufe 9:
NGymnasium =875, NMittelschule =1.059).

22
2.4
Die Vergleichsschulen der Kohorte I
Für die Schulversuchsschulen der Kohorte I (Paul-Guenther-Schule
Mittelschule
Geithain, Nachbarschaftsschule Leipzig) wurden wie in den vorhergehenden Unter-
suchungsjahren folgende vier Vergleichsschulen in die Untersuchung einbezogen:
Mittelschule Regis-Breitingen, Heinrich-Pestalozzi-Mittelschule Leipzig, Petrischule
Mittelschule der Stadt
Leipzig sowie das Gymnasium „Am Breiten Teich“
Borna.
18
Im Folgenden werden
mit Verweis auf den Zwischenarbeitsstand 2008
die
entsprechenden Schulen bezüglich der Schülerzusammensetzung, der Prüfungs-
notenmittelwerte und der Darstellung der Leistungsdaten näher betrachtet.
2.4.1
Mittelschule Regis-Breitingen
An der Mittelschule Regis-Breitingen lernen unter der Leitung von Frau Meißner in
der Klassenstufe 8 des untersuchten Schuljahres 2012/2013 insgesamt 43 Schüler in
zwei Klassen (davon 21 Mädchen und 22 Jungen). Für die vorliegende Auswertung
der Leistungsdaten kann auf die Daten von 42 Schülern zurückgegriffen werden,
hiervon besitzen 31 Schüler eine Bildungsempfehlung für die Mittelschule sowie 11
Schüler eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium. Acht Schüler befinden sich
aktuell im Schuljahr 2012/2013 im Hauptschulbildungsgang, 36 Schüler besuchen
den Realschulbildungsgang. Momentan lernen an der Schule insgesamt ca. 213
Kinder.
Im vergangenen Schuljahr 2011/2012 beendeten 75,5 Prozent der im Schuljahr
2011/2012 abgegangenen Schüler (n=40) ihre Schullaufbahn mit einem Realschul-
abschluss. Einen (qualifizierenden) Hauptschulabschluss nach Klassenstufe 9 erhiel-
ten im o. g. Schuljahr insgesamt 13 Schüler (24,6 Prozent), von diesen sind acht
Schüler anschließend in die Klassenstufe 10 des Realschulbildungsgangs ge-
wechselt. Der Prüfungsnotenmittelwert der schriftlichen Prüfung zum Realschul-
abschluss lag im Fach Mathematik bei 3,3 (vgl. Mittelschulen Sächsische Bildungs-
agentur, Regionalstelle Leipzig: 3,3 bzw. Mittelschulen Sachsen: 3,0) und im Fach
Deutsch bei 2,8 (vgl. Mittelschulen Sächsische Bildungsagentur, Regionalstelle
Leipzig: 3,0 bzw. Mittelschulen Sachsen: 3,0). Die Bestehensquote der Prüfung zum
Erwerb des Realschulabschlusses lag an der Mittelschule Regis-Breitingen bei 100
Prozent (vgl. Mittelschulen Sächsische Bildungsagentur, Regionalstelle Leipzig: 97,4
Prozent bzw. Mittelschulen Sachsen: 98,0 Prozent).
19
2.4.2
Heinrich-Pestalozzi-Mittelschule Leipzig
Unter der Schulleitung von Frau Haberecht lernen an der Heinrich-Pestalozzi-
Mittelschule Leipzig in der Klassenstufe 8 des untersuchten Schuljahres 2012/2013
insgesamt 53 Schüler in zwei Klassen (davon 29 Mädchen und 24 Jungen). Für die
vorliegende Auswertung der Leistungsdaten kann auf die Daten aller 53 Schüler
zurückgegriffen werden. Hiervon besitzen 42 Schüler eine Bildungsempfehlung für
die Mittelschule sowie vier Schüler eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium.
Für sieben Schüler kann aufgrund des Neuzugangs an die Schule hierzu keine
18
Die Vergleichsschulen repräsentieren den Durchschnitt der Schulen dieser Schulart im
jeweiligen Regionalstellenbereich der Sächsischen Bildungsagentur in Bezug auf die
Abschlussnoten.
19
Vgl. Schuldatenbank Sachsen (Meldung der Schulaufsichtsbehörden, Stand: 31.08.2012)

23
Aussage getroffen werden. Fünf Schüler befinden sich aktuell im Schuljahr
2012/2013 im Hauptschulbildungsgang, 53 Schüler besuchen den Realschul-
bildungsgang. Momentan lernen an der Schule insgesamt ca. 281 Kinder.
Im vergangenen Schuljahr 2011/2012 beendeten 70,5 Prozent der im Schuljahr
2011/2012 abgegangenen Schüler (n=43) ihre Schullaufbahn mit einem Realschul-
abschluss. Einen (qualifizierenden) Hauptschulabschluss nach Klassenstufe 9 erhiel-
ten im o. g. Schuljahr insgesamt 14 Schüler (23,0 Prozent), ein Schüler ist im
Anschluss in die Klassenstufe 10 des Realschulbildungsgangs gewechselt. Mit
einem Abgangszeugnis verließen vier Schüler die Schule (6,6 Prozent). Der Prüfungs-
notenmittelwert der schriftlichen Prüfung zum Realschulabschluss lag im Fach
Mathematik bei 3,3 (vgl. Mittelschulen Sächsische Bildungsagentur, Regionalstelle
Leipzig: 3,3 bzw. Mittelschulen Sachsen: 3,0) und im Fach Deutsch bei 2,5 (vgl.
Mittelschulen Sächsische Bildungsagentur, Regionalstelle Leipzig: 3,0 bzw. Mittel-
schulen Sachsen: 3,0). Die Bestehensquote der Prüfung zum Erwerb des
Realschulabschlusses lag bei 97,8 Prozent (vgl. Mittelschulen Sächsische Bildungs-
agentur, Regionalstelle Leipzig: 97,4 Prozent bzw. Mittelschulen Sachsen: 98,5
Prozent).
20
2.4.3
Petrischule
Mittelschule der Stadt Leipzig
An der Petrischule Leipzig lernen unter der Leitung von Frau Krüger in der Klassen-
stufe 8 des untersuchten Schuljahres 2012/2013 insgesamt 46 Schüler in zwei
Klassen (davon 22 Mädchen und 24 Jungen). Für die vorliegende Auswertung der
Leistungsdaten kann auf die Daten von 42 Schülern zurückgegriffen werden. Hiervon
besitzen 23 Schüler eine Bildungsempfehlung für die Mittelschule sowie zwei
Schüler eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium. Für 17 Schüler kann aufgrund
des Neuzugangs an die Schule hierzu keine Aussage getroffen werden. Im aktuell
untersuchten Schuljahr 2012/2013 befinden sich neun Schüler im Hauptschul-
bildungsgang sowie 33 Schüler im Realschulbildungsgang. Momentan lernen an der
Schule insgesamt ca. 291 Schüler.
Im vergangenen Schuljahr 2011/2012 beendeten 67,3 Prozent der im Schuljahr
2011/2012 abgegangenen Schüler (n=37) ihre Schullaufbahn mit einem Realschul-
abschluss. Einen (qualifizierenden) Hauptschulabschluss nach Klassenstufe 9 erhiel-
ten im o. g. Schuljahr neun Schüler (16,4 Prozent), mit einem Abgangszeugnis
verließen neun Schüler die Schule (16,4 Prozent). Der Prüfungsnotenmittelwert der
schriftlichen Prüfung zum Realschulabschluss lag im Fach Mathematik bei 2,6 (vgl.
Mittelschulen Sächsische Bildungsagentur, Regionalstelle Leipzig: 3,3 bzw. Mittel-
schulen Sachsen: 3,0) und im Fach Deutsch bei 3,0 (vgl. Mittelschulen Sächsische
Bildungsagentur, Regionalstelle Leipzig: 3,0 bzw. Mittelschulen Sachsen: 3,0). Die
Bestehensquote der Prüfung zum Erwerb des Realschulabschlusses lag bei 100
Prozent (vgl. Mittelschulen Sächsische Bildungsagentur, Regionalstelle Leipzig: 97,4
Prozent bzw. Mittelschulen Sachsen: 98,5 Prozent).
21
20
Vgl. Schuldatenbank Sachsen (Meldung der Schulaufsichtsbehörden, Stand: 31.08.2012)
21
Vgl. Schuldatenbank Sachsen (Meldung der Schulaufsichtsbehörden, Stand: 31.08.2012)

24
2.4.4
Gymnasium
„Am Breiten Teich“ Borna
Unter der Leitung von Frau Schade besuchen in der Klassenstufe 8 des unter-
suchten Schuljahres 2012/2013 insgesamt 114 Schüler in fünf Klassen die Schule
(davon 77 Mädchen und 37 Jungen). In die Auswertung der Leistungsdaten können
hierbei die Daten aller Schüler einbezogen werden, alle Kinder besitzen zudem eine
gymnasiale Bildungsempfehlung. Insgesamt ca. 585 Kinder lernen derzeit am
Gymnasium „Am Breiten
Teich“.
Im vergangenen Schuljahr 2011/2012 beendeten 85,3 Prozent (n=64) der im
genannten Schuljahr abgegangenen Schüler ihre Schullaufbahn mit der allgemeinen
Hochschulreife, 14,7 Prozent der Schüler haben die Schule im Schuljahr 2011/2012
mit einem mittleren Bildungsabschluss verlassen (n=11). Der Prüfungsnotenmittel-
wert der Abiturprüfung lag an der Schule bei 2,7 (vgl. Gymnasien Sächsische
Bildungsagentur, Regionalstelle Leipzig 2,6 bzw. Gymnasien Sachsen: 2,5), der
Durchschnittsnotenmittelwert lag bei 2,3 (vgl. Gymnasien Sächsische Bildungs-
agentur, Regionalstelle Leipzig: 2,3 bzw. Gymnasien Sachsen: 2,3). Die Bestehens-
quote der Abiturprüfung lag bei 98,4 Prozent (vgl. Gymnasien Sächsische Bildungs-
agentur, Regionalstelle Leipzig: 97,9 Prozent bzw. Gymnasien Sachsen: 98,3
Prozent).
22
2.4.5
Einordnung der Vergleichsschulen der Kohorte I hinsichtlich
ausgewählter Leistungsdaten
Zur Einordnung der an den insgesamt vier Vergleichsschulen der Kohorte I erreichten
schulischen Leistungen werden die Schuljahresendnoten der Klassenstufe 7 in den
Fächern Deutsch und Mathematik betrachtet. Einbezogen werden hierbei aus-
schließlich die Leistungsdaten jener Schüler, von welchen auch Angaben zum
sozialen und kulturellen Hintergrund zur Bildung der jeweiligen Erwartungswerte
sowie Daten im Längsschnitt vorliegen. Zudem werden aufgrund der Referenzebene
zur Bildung der Erwartungswerte nur jene Schüler einbezogen, welche sich an den
insgesamt drei Vergleichsmittelschulen im Realschulbildungsgang befinden. Die
entsprechenden Fallzahlen sind in Tabelle 3 jeweils ausgewiesen.
Zur neutraleren Einordnung der erreichten Noten unter Berücksichtigung des
Geschlechts und des familiären Hintergrunds erfolgt
die Arbeit mit sog.
‚Erwartungs-
werten’ (siehe Kapitel 2.3.4). Diese
ermöglichen eine differenziertere Aussage,
inwiefern die tatsächlich erreichten Noten der Zusammensetzung der Schülerschaft
geschuldet sind, auf welche die Schule nur einen sehr geringen Einfluss hat, oder
aber ob Abweichungen auf andere Einflüsse (wie beispielsweise die Schulkultur)
zurückgeführt werden können.
Tabelle 3 zeigt zum einen die tatsächlich an den Vergleichsschulen erreichten
mittleren Noten, zum anderen einen errechneten Wert, welcher bei ähnlicher Schü-
lerzusammensetzung erwartbar gewesen wäre. Als Vergleichsmaßstab dienen die
Daten der sächsischen HBSC-Stichprobe von 2006 der Klassenstufe 7. Für die drei
Vergleichsmittelschulen (Mittelschule Regis-Breitingen, Heinrich-Pestalozzi-Mittel-
schule Leipzig, Petrischule
Mittelschule der Stadt Leipzig) sind dies die
22
Vgl. Schuldatenbank Sachsen (Meldung der Schulaufsichtsbehörden, Stand: 31.08.2012)

25
Mittelschulen der HBSC-Stichprobe (n=706), für das Vergleichsgymnasium
„Am
Breiten Teich“ in Borna
die Gymnasien der HBSC-Stichprobe (n=479).
Ø Note
EW
Schulergebnis
Vergleichsschulen der Kohorte I:
Fach
Deutsch
, Schuljahresendnote Klassenstufe 7
Mittelschule Regis-Breitingen, n=26
2,4
2,9
„besser als erwartet“
H.-Pestalozzi-Mittelschule Leipzig, n=32
2,6
2,9
„besser als erwartet“
Petrischule Leipzig, n=9
2,9
2,9
„wie erwartet“
Gymnasium
„Am Breiten Teich“
Borna, n=65
2,5
2,2
„weniger gut als erwartet“
Fach
Mathematik
, Schuljahresendnote Klassenstufe 7
Mittelschule Regis-Breitingen, n=26
2,2
3,0
„besser als erwartet“
H.-Pestalozzi-Mittelschule Leipzig, n=32
3,2
3,0
„weniger gut als erwartet“
Petrischule Leipzig, n=9
3,8
3,0
„weniger gut als erwartet“
Gymnasium
„Am Breiten Teich“
Borna, n=65
2,6
2,7
„besser als erwartet“
Tab. 3:
tatsächlich erreichte Noten und Erwartungswerte (EW) der Vergleichsmittelschulen und des
Vergleichsgymnasiums der Kohorte I, Jahrgang B, Fach Deutsch und Mathematik,
Schuljahresendnoten Klassenstufe 7, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
Hierbei fällt die mittlere Schuljahresendnote an der Vergleichsmittelschule Regis-
Breitingen sowohl im Fach Deutsch (2,4) als auch insbesondere im Fach Mathematik
(2,2) besser als der entsprechende Erwartungswert aus (2,9 bzw. 3,0). An der
Heinrich-Pestalozzi-Mittelschule Leipzig erreichen die Schüler im Fach Deutsch
ebenfalls mit einer 2,6 eine bessere mittlere Note als erwartet (2,9), im Fach
Mathematik fällt die Note mit 3,2 hingegen weniger gut als der errechnete Erwar-
tungswert aus (3,0). An der Petrischule
Mittelschule der Stadt Leipzig liegt die
mittlere Note im Fach Deutsch mit 2,9 im Erwartungsbereich, im Fach Mathematik
fällt die Note mit 3,8 weniger gut als erwartet aus (3,0). Am Vergleichsgymnasium
„Am Breiten Teich“ Borna zeigt sich ebenfalls ein differenziertes Bild: während im
Fach Deutsch die mittlere erreichte Note mit 2,5 weniger gut als erwartet ausfällt
(2,2), erreichen die Schüler im Fach Mathematik mit der Note 2,6 ein besseres
Ergebnis als erwartet (2,7).
2.5
Die Vergleichsschulen der Kohorte IV
Für die August-Bebel-Mittelschule Zschopau als Schulversuchsschule der Kohorte IV
wurden ebenfalls wie bereits zum ersten Messzeitpunkt im Schuljahr 2010/2011
vom Auftraggeber für die laufende Untersuchung zwei Vergleichsschulen benannt.
Hierbei handelt es sich um die Mittelschule am Steegenwald in Lugau und das
Bertolt-Brecht-Gymnasium in Schwarzenberg.

26
Nachfolgend begrenzen sich die Ausführungen wiederum auf die jeweilige Schüler-
zusammensetzung, die Prüfungsnotenmittelwerte sowie die Darstellung der
Leistungsdaten. Detaillierte Informationen zu den beiden Vergleichsschulen sind
dem Zwischenarbeitsstand des Untersuchungsjahres 2011 zu entnehmen.
2.5.1
Mittelschule am Steegenwald Lugau
An der Mittelschule am Steegenwald in Lugau lernen unter der Schulleitung von Frau
Schmidt in der Klassenstufe 8 des untersuchten Schuljahres 2012/2013 insgesamt
43 Schüler in zwei Klassen (davon 20 Mädchen und 23 Jungen). Für die vorliegende
Auswertung der Leistungsdaten kann auf die Daten aller 43 Schüler zurückgegriffen
werden. Hiervon besitzen 33 Schüler eine Bildungsempfehlung für die Mittelschule
sowie sieben Schüler eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium. Für drei Schüler
kann aufgrund des Neuzugangs an die Schule hierzu keine Aussage getroffen
werden. Alle untersuchten Schüler befinden sich im Realschulbildungsgang. Momen-
tan lernen an der Schule insgesamt ca. 272 Schüler.
Im vergangenen Schuljahr 2011/2012 beendeten alle der im Schuljahr 2011/2012
abgegangenen Schüler (n=43) ihre Schullaufbahn mit einem Realschulabschluss. Der
Prüfungsnotenmittelwert der schriftlichen Prüfung zum Realschulabschluss lag im
Fach Mathematik bei 2,8 (vgl. Mittelschulen Sächsische Bildungsagentur, Regional-
stelle Chemnitz: 2,9 bzw. Mittelschulen Sachsen: 3,0) und im Fach Deutsch bei 2,9
(vgl. Mittelschulen Sächsische Bildungsagentur, Regionalstelle Chemnitz: 3,0 bzw.
Mittelschulen Sachsen: 3,0). Die Bestehensquote der Prüfung zum Erwerb des
Realschulabschlusses lag bei 100 Prozent (vgl. Mittelschulen Sächsische Bildungs-
agentur, Regionalstelle Chemnitz: 99,0 Prozent bzw. Mittelschulen Sachsen: 98,5
Prozent).
23
2.5.2
Bertolt-Brecht-Gymnasium Schwarzenberg
Unter der Leitung von Herrn Dr. Löser besuchen in der Klassenstufe 8 des unter-
suchten Schuljahres 2012/2013 insgesamt 95 Schüler in vier Klassen die Schule
(davon 49 Mädchen und 46 Jungen). In die Auswertung der Leistungsdaten gehen
hierbei die Noten von 92 Schülern ein, von welchen alle eine gymnasiale
Bildungsempfehlung besitzen. Insgesamt ca. 497 Kinder lernen derzeit am Bertolt-
Brecht-Gymnasium Schwarzenberg.
Im vergangenen Schuljahr 2011/2012 beendeten alle der im genannten Schuljahr
abgegangenen Schüler ihre Schullaufbahn mit der allgemeinen Hochschulreife
(n=57). Die Bestehensquote der Abiturprüfung lag hierbei bei 100 Prozent (vgl.
Gymnasien Sächsische Bildungsagentur, Regionalstelle Chemnitz: 98,5 Prozent bzw.
Gymnasien Sachsen: 98,3 Prozent). Der Prüfungsnotenmittelwert der Abiturprüfung
lag bei 2,5 (vgl. Gymnasien Sächsische Bildungsagentur, Regionalstelle Chemnitz 2,5
bzw. Gymnasien Sachsen: 2,5), der Durchschnittsnotenmittelwert lag bei 2,3 (vgl.
Gymnasien Sächsische Bildungsagentur, Regionalstelle Chemnitz: 2,3 bzw. Gymna-
sien Sachsen: 2,3).
24
23
Vgl. Schuldatenbank Sachsen (Meldung der Schulaufsichtsbehörden, Stand: 31.08.2012)
24
Vgl. Schuldatenbank Sachsen (Meldung der Schulaufsichtsbehörden, Stand: 31.08.2012)

27
2.5.3
Einordnung der Vergleichsschulen der Kohorte IV hinsichtlich
ausgewählter Leistungsdaten
Zur Einordnung der an den Vergleichsschulen erreichten schulischen Leistungen
werden wie im Falle der Vergleichsschulen der Kohorte I die Schuljahresendnoten
der Klassenstufe 7 in den Fächern Deutsch und Mathematik betrachtet. Einbezogen
werden hierbei wiederum ausschließlich die Leistungsdaten jener Schüler, von
welchen auch Angaben zum sozialen und kulturellen Hintergrund zur Bildung der
jeweiligen Erwartungswerte sowie Daten im Längsschnitt vorliegen. Die ent-
sprechenden Fallzahlen sind in Tabelle 4 jeweils ausgewiesen.
Zur neutraleren Einordnung der erreichten Noten unter Berücksichtigung des
Geschlechts und des familiären Hintergrunds werden wiederum
sog.
‚Erwartungs-
werte’
ausgewiesen (siehe Kapitel 2.3.4). Diese erlauben, wie bereits erläutert, eine
differenziertere Aussage, inwiefern die tatsächlich erreichten Noten der Zusammen-
setzung der Schülerschaft geschuldet sind, auf welche die Schule nur einen sehr
geringen Einfluss hat, oder aber ob Abweichungen auf andere Einflüsse (wie
beispielsweise die Schulkultur) zurückgeführt werden können.
Tabelle 4 zeigt zum einen die tatsächlich an den beiden Vergleichsschulen erreichten
Noten, zum anderen einen errechneten Wert, welcher bei ähnlicher Schülerzu-
sammensetzung erwartbar gewesen wäre. Als Vergleichsmaßstab dienen hierbei die
Daten der sächsischen HBSC-Stichprobe von 2006 der Klassenstufe 7. Für die
Mittelschule am Steegenwald sind dies die Mittelschulen der HBSC-Stichprobe
(n=706), für das Bertolt-Brecht-Gymnasium Schwarzenberg die Gymnasien der
HBSC-Stichprobe (n=479).
Entsprechend fällt die mittlere erreichte Schuljahresendnote der Klassenstufe 7 im
Fach Deutsch an der Mittelschule am Steegenwald mit 2,7 besser als der errechnete
Erwartungswert (2,9) aus, im Fach Mathematik fällt die tatsächlich erreichte Note mit
2,6 hingegen weniger gut als erwartet aus (2,3). Am Vergleichsgymnasiums Bertolt-
Brecht in Schwarzenberg fällt insbesondere im Fach Deutsch aber auch im Fach
Mathematik die mittlere beobachtete Note mit 2,5 bzw. 2,4 besser als der
entsprechende Erwartungswert aus (3,0 bzw. 2,6).

28
Ø Note
EW
Schulergebnis
Vergleichsschulen der Kohorte IV:
Fach
Deutsch
, Schuljahresendnote Klassenstufe 7
Mittelschule am Steegenwald Lugau, n=33
2,7
2,9
„besser als erwartet“
Bertolt-Brecht-Gymnasium Schwarzenberg, n=68
2,5
3,0
„besser als erwartet“
Fach
Mathematik
, Schuljahresendnote Klassenstufe 7
Mittelschule am Steegenwald Lugau, n=33
2,6
2,3
„weniger gut als erwartet“
Bertolt-Brecht-Gymnasium Schwarzenberg, n=68
2,4
2,6
„besser als erwartet“
Tab. 4:
tatsächlich erreichte Noten und Erwartungswerte (EW) der Vergleichsschulen der Kohorte
IV, Fach Deutsch und Mathematik, Schuljahresendnoten Klassenstufe 7, Untersuchung im
Schuljahr 2012/2013
2.6
Die Vergleichsschulen der Kohorte II
Als Vergleichsschulen für die Schulversuchsschulen der Kohorte II wurden
wie
bereits in den Schuljahren 2008/2009 und 2010/2011
vom Auftraggeber die
Mittelschule Niederwiesa sowie das Werner-von-Siemens-Gymnasium Großenhain
benannt.
Im Folgenden wird auf die jeweilige Schülerzusammensetzung, die Prüfungsnoten-
mittelwerte der Klassenstufe 10 sowie die Darstellung der Leistungsdaten einge-
gangen. Weitere Informationen zu beiden Vergleichsschulen sind dem Zwischen-
arbeitsstand 2009 zu entnehmen.

29
2.6.1
Mittelschule Niederwiesa
An der Mittelschule Niederwiesa lernen unter der Schulleitung von Frau Schwendel
in der Klassenstufe 10 des untersuchten Schuljahres 2012/2013 43 Schüler in zwei
Klassen (davon 25 Mädchen und 18 Jungen). Momentan lernen an der Schule
insgesamt ca. 340 Kinder.
Zur Einordnung der entsprechenden Leistungsdaten des Untersuchungsjahres
2012/2013 werden diese wie in den vorangegangenen Kapiteln den Leistungsdaten
und Prüfungsergebnissen des vorangegangenen Schülerjahrgangs aus dem Schul-
jahr 2011/2012 gegenübergestellt und jeweils im Kontext der Landesdurchschnitts-
werte betrachtet.
Im Schuljahr 2011/2012 beendeten demnach 78,2 Prozent der im Schuljahr
2011/2012 abgegangenen Schüler (n=43) ihre Schullaufbahn mit einem Realschul-
abschluss. Einen (qualifizierenden) Hauptschulabschluss nach Klassenstufe 9 erhiel-
ten im o. g. Schuljahr 12 Schüler (21,8 Prozent), von diesen wechselten im
Anschluss zum Schuljahr 2012/2013 drei Schüler in den Bildungsgang der Real-
schule. Die Bestehensquote der Prüfung zum Erwerb des Realschulabschlusses lag
bei 100 Prozent (vgl. Mittelschulen Sächsische Bildungsagentur, Regionalstelle
Chemnitz: 99,0 Prozent bzw. Mittelschulen Sachsen: 98,5 Prozent).
25
Die Prüfungsnotenmittelwerte der schriftlichen Prüfungen zum Realschulabschluss
des vorangegangenen Schülerjahrgangs aus dem Schuljahr 2011/2012 lagen im Fach
Mathematik bei 2,3 (vgl. Mittelschulen Sächsische Bildungsagentur, Regionalstelle
Chemnitz: 2,9 bzw. Mittelschulen Sachsen: 3,0) und im Fach Deutsch bei 2,7 (vgl.
Mittelschulen Sächsische Bildungsagentur, Regionalstelle Chemnitz: 3,0 bzw. Mittel-
schulen Sachsen: 3,0).
26
Im aktuell untersuchten Jahrgang 2012/2013 liegen diese
im Fach Mathematik bei 3,0 (vgl. Mittelschulen Sächsische Bildungsagentur,
Regionalstelle Chemnitz: 3,4 bzw. Mittelschulen Sachsen: 3,5) und im Fach Deutsch
bei 2,7 (vgl. Mittelschulen Sächsische Bildungsagentur, Regionalstelle Chemnitz: 3,0
bzw. Mittelschulen Sachsen: 3,0).
Erhoben wurde zudem der Notendurchschnitt der Schuljahresendnoten in Klassen-
stufe 10 im Schuljahr 2012/2013: dieser liegt im Fach Deutsch bei 2,5, im Fach
Mathematik bei 3,0 sowie im Fach Englisch bei 2,7.
Mittels eines Kurzfragebogens wurde zudem gegen Ende des Schuljahres 2012/
2013 die Anschlussperspektive der Schüler der Klassenstufe 10 an der Mittelschule
Niederwiesa erhoben. Die Mehrzahl (37,5 Prozent, n=9) strebt hierbei den Beginn
einer Lehre bzw. die Ausbildung an einer Berufsschule an, fünf Schüler (20,9
Prozent) planen den Übergang an ein berufliches Gymnasium, drei Schüler (12,5
Prozent) möchten ihre Ausbildung an der Fachoberschule fortzusetzen. Zwei Schüler
absolvieren zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr. Zwei Schüler gaben zudem an,
nach dem Erreichen der entsprechenden Zulassungsvoraussetzung ein Studium
aufnehmen zu wollen.
25
Vgl. Schuldatenbank Sachsen (Meldung der Schulaufsichtsbehörden, Stand: 31.08.2012)
26
Vgl. Schuldatenbank Sachsen (Meldung der Schulaufsichtsbehörden, Stand: 31.08.2012)

30
2.6.4
Werner-von-Siemens-Gymnasium Großenhain
Am Werner-von-Siemens-Gymnasium Großenhain lernen unter der Schulleitung von
Herrn Liebtrau in der Klassenstufe 10 des untersuchten Schuljahres 2012/2013 83
Schüler in drei Klassen (davon 48 Mädchen und 35 Jungen). Hiervon besitzen alle
Schüler eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium. Insgesamt besuchen derzeit
ca. 613 Kinder die Schule.
Zur Einordnung der entsprechenden Leistungsdaten des Untersuchungsjahres 2012/
2013 werden diese wiederum den Leistungsdaten und Prüfungsergebnissen des
vorangegangenen Schülerjahrgangs aus dem Schuljahr 2011/2012 gegenüber-
gestellt und jeweils im Kontext der Landesdurchschnittswerte betrachtet.
Demnach beendeten im Schuljahr 2011/2012 von den insgesamt 61 Absolventen
80,3 Prozent der Schüler ihre Schullaufbahn mit der allgemeinen Hochschulreife
(n=49), 19,7 Prozent der Schüler haben die Schule im selbigen Schuljahr mit einem
mittleren Bildungsabschluss verlassen (n=12).
27
Im aktuell untersuchten Schuljahr 2012/2013 beendeten 85,3 Prozent der Schüler
ihre Schullaufbahn mit der allgemeinen Hochschulreife (n=58), 14,7 Prozent der
Schüler haben die Schule mit einem mittleren Bildungsabschluss verlassen (n=10).
Die Bestehensquote der Abiturprüfung des vorangegangenen Schülerjahrgangs aus
dem Schuljahr 2011/2012 lag bei 100 Prozent (vgl. Gymnasien Sächsische
Bildungsagentur, Regionalstelle Dresden: 98,3 Prozent bzw. Gymnasien Sachsen:
98,3 Prozent). Der Prüfungsnotenmittelwert der Abiturprüfung lag bei 2,6 (vgl. Gym-
nasien Sächsische Bildungsagentur, Regionalstelle Dresden: 2,5 bzw. Gymnasien
Sachsen: 2,5), der Durchschnittsnotenmittelwert lag bei 2,5 (vgl. Gymnasien
Sächsische Bildungsagentur, Regionalstelle Dresden: 2,3 bzw. Gymnasien Sachsen:
2,3).
28
Im aktuellen Schuljahr 2012/2013 liegt die Bestehensquote der Abiturprüfung
bei 100 Prozent (vgl. Gymnasien Sächsische Bildungsagentur, Regionalstelle
Dresden: 98,1 Prozent bzw. Gymnasien Sachsen: 98,0 Prozent), der Prüfungsnoten-
mittelwert bei 2,7 (vgl. Gymnasien Sächsische Bildungsagentur, Regionalstelle
Dresden: 2,5 bzw. Gymnasien Sachsen: 2,6) und der Durchschnittsnotenmittelwert
bei 2,7 (vgl. Gymnasien Sächsische Bildungsagentur, Regionalstelle Dresden: 2,3
bzw. Gymnasien Sachsen: 2,3).
29
Der Notendurchschnitt der Schuljahresendnoten in Klassenstufe 10 des Schuljahres
2012/2013 - und damit im entsprechenden Untersuchungsjahrgang - liegt im Fach
Deutsch bei 2,5, im Fach Mathematik bei 2,9 sowie im Fach Englisch bei 2,7. Alle
Schüler der Klassenstufe 10 haben an der besonderen Leistungsfeststellung (BLF)
des Gymnasiums teilgenommen. Die mittleren Noten der BLF liegen im Fach
Deutsch bei 3,0, im Fach Mathematik bei 3,1 und im Fach Englisch bei 2,8. Die
entsprechenden Landesmittelwerte für Sachsen liegen im Schuljahr 2012/2013 im
Fach Deutsch bei 2,8, im Fach Mathematik bei 2,6 und im Fach Englisch bei 3,1.
30
27
Vgl.
Schuldatenbank
Sachsen
(Statistisches
Landesamt,
Amtliche
Schulstatistik
2011/2012, Stand: 18.12.2012)
28
Vgl. Schuldatenbank Sachsen (Meldung der Schulaufsichtsbehörden, Stand: 31.08.2012)
29
Auskunft des zuständigen Referats 35, Gymnasien, Abendgymnasien und Kollegs, 15.11.2013.
30
Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus, Referat 35 Gymnasien, Abendgymnasien
und Kollegs, Stand: 24.07.2013

31
Auch bei den Schülern des Werner-von-Siemens-Gymnasiums Großenhain wurde
mittels eines Kurzfragebogens die weitere Ausbildungsperspektive im Anschluss an
die Klassenstufe 10 erhoben. Mit 60,3 Prozent besucht die Mehrzahl der Schüler
demnach erwartungsgemäß nach Klassenstufe 10 die Sekundarstufe II am
allgemeinbildenden Gymnasium (n=35), sieben Schüler werden nach eigener
Angabe an ein berufliches Gymnasium wechseln (12,1 Prozent), ein Schüler plant
den Übergang an die Berufsschule bzw. den Beginn einer Lehre (1,7 Prozent).
Zudem möchten rund 43 Prozent der Schüler nach derzeitigem Stand nach dem
Erreichen des (Fach-) Abiturs ein Studium aufnehmen.
2.6.5
Einordnung der Vergleichsschulen der Kohorte II hinsichtlich
ausgewählter Leistungsdaten
Zur Einordnung der an den beiden Vergleichsschulen der Kohorte II erreichten
schulischen Leistungen werden die Schuljahresendnoten der Klassenstufe 9 des
Schuljahres 2011/2012 in den Fächern Deutsch und Mathematik näher betrachtet.
Einbezogen werden konnten hierbei die Leistungsdaten von 24 Schülern der
Mittelschule Niederwiesa sowie 58 Schülern des Werner-von-Siemens-Gymnasiums
Großenhain.
31
Zur neutraleren Einordnung der erreichten Noten unter Berück-
sichtigung des Geschlechts und des familiären Hintergrunds erfolgt wiederum die
Arbeit mit sog. ‚Erwartungswerten’ (siehe Kapitel 2.3.4). Diese
erlauben, wie bereits
erläutert, eine differenziertere Aussage, inwiefern die tatsächlich erreichten Noten
der Zusammensetzung der Schülerschaft geschuldet sind, auf welche die Schule nur
einen sehr geringen Einfluss hat, oder aber ob Abweichungen auf andere Einflüsse
(wie beispielsweise die Schulkultur) zurückgeführt werden können.
Tabelle 5 zeigt zum einen die tatsächlich an den Vergleichsschulen der Kohorte II er-
reichten Noten, zum anderen einen errechneten Wert, welcher bei ähnlicher Schüler-
zusammensetzung erwartbar gewesen wäre. Als Vergleichsmaßstab dienen hierbei
die Daten der sächsischen HBSC-Stichprobe von 2006 der Klassenstufe 9. Für die
Mittelschule Niederwiesa sind dies die Mittelschulen der HBSC-Stichprobe
(n=1.051), für das Werner-von-Siemens-Gymnasium Großenhain die Gymnasien der
HBSC-Stichprobe (n=852).
An der Mittelschule Niederwiesa fällt die mittlere Schuljahresendnote der Klassen-
stufe 9 im Fach Deutsch mit 2,3 besser als der entsprechende Erwartungswert aus
(2,9), auch im Fach Mathematik erreichen die Schüler mit einer mittleren Note von
2,9 ein besseres Ergebnis als aufgrund der Schülerzusammensetzung erwartet
werden kann (3,2). Am Werner-von-Siemens-Gymnasium als Vergleichsgymnasium
der Kohorte II liegt die mittlere Schuljahresendnote im Fach Deutsch mit 2,4 genau
im Erwartungsbereich, im Fach Mathematik fällt die mittlere Note mit 2,9 besser als
der entsprechend errechnete Erwartungswert aus (3,0).
31
Anzahl der Schüler, von welchen Daten im Längsschnitt der Klassenstufen 6, 8 und 10 sowie
zum sozialen und kulturellen Hintergrund zur Bildung der entsprechenden Erwartungswerte
vorliegen.

32
Ø Note
EW
Schulergebnis
Vergleichsschulen der Kohorte II:
Fach
Deutsch
, Schuljahresendnote Klassenstufe 9
Mittelschule Niederwiesa, n=24
2,3
2,9
„besser als erwartet“
W.-v.-Siemens-Gymnasium Großenhain, n=58
2,4
2,4
„wie erwartet“
Fach
Mathematik
, Schuljahresendnote Klassenstufe 9
Mittelschule Niederwiesa, n=24
2,9
3,2
„besser als erwartet“
W.-v.-Siemens-Gymnasium Großenhain, n=58
2,9
3,0
„besser als erwartet“
Tab. 5:
tatsächlich erreichte Noten und Erwartungswerte (EW) der Vergleichsschulen der Kohorte II,
Fach Deutsch und Mathematik, Schuljahresendnoten Klassenstufe 9, Untersuchung im
Schuljahr 2012/2013

33
3
Ergebnisse der schriftlichen Schülerbefragung in Kohorte I
(Jahrgang B), Klassenstufe 8: Erste Ergebnisse im Längsschnitt
sowie Vergleich zu den Befunden des ersten Untersuchungs-
jahrgangs A (Klassenstufe 8, Schuljahr 2009/2010)
Mit der aktuellen Untersuchung im Schuljahr 2012/2013 liegen für den Unter-
suchungsjahrgang B der Kohorte I Längsschnittdaten der Klassenstufe 6 und 8 vor
(siehe Abb. 1). Es handelt sich hierbei um die beiden Schulversuchsschulen Paul-
Guenther-Mittelschule Geithain und Nachbarschaftsschule Leipzig sowie um die vier
folgenden Vergleichsschulen: Mittelschule Regis-Breitingen, Heinrich-Pestalozzi-
Mittelschule Leipzig, Petrischule
– Mittelschule der Stadt Leipzig, Gymnasium „Am
Breiten Teich“ Borna.
Auf der Entwicklung des Jahrgangs B mit den entsprechenden Befunden der
Klassenstufe 8 soll im folgenden Kapitel 3 der Schwerpunkt liegen. Zudem wurde im
vergangenen Schuljahr 2011/2012 die Längsschnittuntersuchung des Jahrgangs A
der Kohorte I abgeschlossen. Für diesen Jahrgang liegen hiermit bereits Längs-
schnittdaten der Klassenstufen 6, 8 und 10 vor (siehe Zwischenarbeitsstand 2012).
Entsprechend werden die aktuellen Daten des Jahrgangs C der Klassenstufe 8 jenen
Daten des Untersuchungsjahrgangs A
ebenfalls der Klassenstufe 8
im Sinne
eines Querschnitts gegenübergestellt und in die Ergebnisdarstellung einbezogen
(siehe Abb. 1). Unterschiede zwischen beiden Jahrgängen können
unter
Berücksichtigung der Schülerzusammensetzung als ein weiterer möglicher Einfluss-
faktor
gegebenenfalls Rückschlüsse auf Aspekte der Schulentwicklung zulassen.
Hierzu wurde zunächst geprüft, inwiefern beide (Längsschnitt)-Untersuchungs-
jahrgänge an den Einzelschulen der Kohorte I hinsichtlich ihrer Zusammensetzung
nach familiärem Wohlstand (Mittelwerte FAS-Index, siehe Kapitel 2.3.5), kulturellem
Kapitel (durchschnittliche Anzahl an Büchern, siehe Kapitel 2.3.5), Geschlecht sowie
Schulleistung (Mittelwert der Schuljahresendnoten der Klassenstufe 7 der Fächer
Deutsch und Mathematik) vergleichbar sind. Zu vermuten ist, dass u. a. diese
individuellen Schülermerkmale die Beurteilung der einzelnen Aspekte innerhalb der
Schülerbefragung beeinflussen. Wie gezeigt werden kann, sind die im Sinne eines
Querschnitts zu vergleichenden Jahrgänge A und B innerhalb der Kohorte I
hinsichtlich der o. g. Merkmale weitestgehend vergleichbar. Jahrgangsunterschiede
bestehen einzig hinsichtlich des familiären Wohlstands an der Mittelschule Regis-
Breitingen und dem Gymnasium „Am Breiten Teich“
Borna, wobei an beiden
Schulen die Schüler des aktuell untersuchten Jahrgangs B über einen leicht höheren
familiären Wohlstand verfügen. Ein Jahrgangsunterschied besteht zudem hinsichtlich
der Schülerzusammensetzung nach Geschlecht am Vergleichsgymnasium, wobei im
aktuellen Untersuchungsjahrgang B der Anteil der Mädchen leicht über jenem des
Untersuchungsjahrgangs A liegt. Da die Jahrgangsunterschiede hinsichtlich der
genannten Merkmale keine statistische Signifikanz aufweisen, können Unterschiede
in den Ergebnissen der schriftlichen Schülerbefragung beider Untersuchungs-
jahrgänge entsprechend nicht auf die Schülerzusammensetzung zurückgeführt
werden.

34
Entsprechend der Vorgehensweise in den bereits vorliegenden Zwischen-
arbeitsständen werden die Daten der Vergleichsschulen den ermittelten Werten an
den beiden Schulversuchsschulen gegenübergestellt. Die Darstellung der wesent-
lichen Befunde gliedert sich wie folgt:
-
Schule und Schulkultur (Kapitel 3.1)
-
außerschulische Faktoren: soziale Herkunft (Kapitel 3.2)
-
Selbstkonzept und Persönlichkeit (Kapitel 3.3)
-
Freizeitverhalten (Kapitel 3.4)
Ergebnisse der Schülerbefragung in der Untersuchungskohorte IV innerhalb der
Klassenstufe 8 (Längsschnitt) und der Kohorte II in Klassenstufe 10 (Längsschnitt)
werden im Kapitel 4 bzw. 5 berichtet.

35
3.1
Schule und Schulkultur
Innerhalb des Bereichs
‚Schule und Schulkultur‘
werden für die Schulversuchs- und
Vergleichsschulen der Kohorte I, Untersuchungsjahrgang B folgende Aspekte näher
betrachtet:
-
Gründe der Schulwahl
-
Schulfreude
-
individuelle Förderung
-
schulische Belastungen
-
Unterrichtsqualität
-
Schülerpartizipation
-
Mitschülerunterstützung
-
Lehrerunterstützung
Zu den o. g. genannten Bereichen werden teilweise vergleichend die Daten der
Klassenstufe 8 der Schulversuchs- und Vergleichsschulen der Untersuchungskohorte
I, Jahrgang A dargestellt. Differenzen können dabei u. a. Anhaltspunkte für die
Entwicklung der Schulkultur aus Schülersicht liefern. Bei ausgewählten Items
werden zudem entsprechende Vergleichsdaten der sächsischen HBSC-Studie aus
dem Jahr 2006 berichtet (siehe Kapitel 2.3.1).
Gründe der Schulwahl
Variable acht des Schülerfragebogens erhebt die aus Schülersicht relevanten Gründe
der Schulwahl. Die Schüler wurden gebeten, aus neun vorgegebenen Auswahl-
möglichkeiten sowie einer offenen Angabe die drei wichtigsten Gründe auszu-
wählen. Tabelle 6 zeigt die Verteilung der angegebenen Gründe an den Schulver-
suchs- und Vergleichsschulen der Kohorte I, Untersuchungsjahrgang B.
1. Grund
2. Grund
3. Grund
Kohorte I, Jahrgang B:
P.-Guenther-MS
Geithain (n=49)
Wohnortnähe: 75,5%
Kinder aus Grund-
schule: 71,0%
Freunde: 47,8%
Nachbarschaftsschule
Leipzig (n=36)
Unterrichtsgestaltung:
72,1%
gutes Schüler-Lehrer-
Verhältnis: 66,7%
guter Ruf der Schule:
41,6%
MS Regis-Breitingen
(n=26)
guter Ruf der Schule:
84,6%
Wohnortnähe: 57,7%
gutes Schüler-Lehrer-
Verhältnis: 42,3%
H.-Pestalozzi-MS Leipzig
(n=32)
Wohnortnähe: 75,0%
guter Ruf der Schule:
53,1%
Freunde: 50,1%
Petrischule
MS Leipzig
(n=9)
Empfehlung der
Grundschullehrer:
50,0%
Geschwister: 50,0%
Unterrichtsgestaltung:
33,4%
Gymn.
„Am Breiten
Teich Borna“
(n=65)
Wohnortnähe: 78,5%
Empfehlung der
Grundschullehrer:
41,4%
Kinder aus Grund-
schule: 40,7%
Tab. 6:
Gründe der Schulwahl, Angaben in Prozent, Kohorte I, Jahrgang B, Klassenstufe 8, Unter-
suchung im Schuljahr 2012/2013

36
Bei den Gründen der Schulwahl lässt sich prinzipiell zwischen eher schulstrukturellen
(z. B. Wohnortnähe) bzw. eher schulkulturellen (z. B. Unterrichtsgestaltung)
Motivationen unterscheiden. Entsprechend geben die Schüler der Paul-Guenther-
Mittelschule Geithain sowie des Vergleichsgymnasiums Borna eher schulstrukturell
relevante Gründe an, jene der Nachbarschaftsschule Leipzig sowie der Mittelschule
Regis-Breitingen eher schulkulturell relevante Gründe der Schulwahl an. Bei den
beiden weiteren Vergleichsmittelschulen sind hingegen Gründe beider Dimensionen
im Rahmen der Schulwahl relevant.
Schulfreude
Wie im Rahmen der Schülerbefragung in Klassenstufe 6 wurden auch die Schüler
der Klassenstufe 8 gefragt, wie es ihnen derzeit in der Schule gefällt. Tabelle 7 zeigt
die Skalenmittelwerte im Längsschnitt für Klassenstufe 6 und 8 des Untersuchungs-
jahrgangs B der Kohorte I. Deutlich erkennbar ist, dass sich über alle Schulen hinweg
die Schulfreude signifikant verringert, kleinere Skalenmittelwerte entsprechen dabei
einem höheren Ausmaß an Schulfreude. Überdurchschnittlich hoch ist die Differenz
dabei an der Nachbarschaftsschule Leipzig und der Heinrich-Pestalozzi-Mittelschule
Leipzig. Differenziert nach Geschlecht nimmt zudem die Schulfreude besonders bei
den Mädchen ab. Zum aktuellen Untersuchungszeitpunkt im Schuljahr 2012/2013
weisen die Schüler der Mittelschule Regis-Breitingen das höchste Schulgefallen auf,
jene der Petrischule
Mittelschule der Stadt Leipzig das vergleichsweise geringste.
Schule
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=216)
1,47
1,79
-0,32
<.001
Paul-Guenther-MS Geithain (n=49)
1,73
1,98
-0,25
<.05
Nachbarschaftsschule Leipzig (n=36)
1,22
1,61
-0,39
<.001
MS Regis-Breitingen (n=26)
1,04
1,38
-0,34
<.01
H.-Pestalozzi-MS Leipzig (n=32)
1,69
2,09
-0,40
<.01
Petrischule
MS Leipzig (n=8)
1,88
2,13
-0,25
n. s.
Gymn.
„Am Breiten Teich“
Borna (n=65)
1,42
1,71
-0,29
<.01
HBSC MS Sachsen 2006
1,59
2,00
-0,41
<.001
HBSC GY Sachsen 2006
1,49
1,98
-0,49
<.001
Jungen (n=93)
1,61
1,82
-0,21
<.01
Mädchen (n=122)
1,36
1,76
-0,40
<.001
FAS 1
hoch (n=61)
1,34
1,70
-0,36
<.001
FAS 2
mittel (n=122)
1,49
1,80
-0,31
<.001
FAS 3
niedrig (n=27)
1,70
1,96
-0,26
<.05
Tab. 7:
Schulfreude im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und 8), Kohorte I, Jahrgang B,
Skalenmittelwerte
(Interpretation: 1=„es gefällt mir sehr gut”;
2=„es gefällt mir einiger-
maßen
gut”; 3=„es gefällt mir nicht so gut”; 4=„es gefällt mir überhaupt
nicht”),
Anmerkung: * p<.05, ** p<.01, *** p<.001, n. s. = nicht signifikant
Abbildung 2
zeigt die prozentualen Anteile der Antwortkategorie „sehr gut“
im
Längsschnitt von Klassenstufe 6 zu 8 für beide Untersuchungsjahrgänge A und B
differenziert nach Geschlecht im Vergleich.

image
image
37
Jahrgang A
Jahrgang B
Abb. 2: Jahrgangsvergleich A und B, Kohorte I,
Schulfreude (Angaben in % für „es gefällt mir sehr
gut“)
Im Vergleich zum Untersuchungsjahrgang A ist bezogen auf die Schulfreude ein
generell geringeres Ausmaß über alle Schulen des Jahrgangs B hinweg erkennbar.
Innerhalb beider Untersuchungsjahrgänge verringert sich das Ausmaß an
Schulfreude von Klassenstufe 6 zu Klassenstufe 8, diese Tendenz besteht hierbei
gleichermaßen bei Mädchen und Jungen.
Hinsichtlich der Schulart berichten innerhalb des aktuellen Untersuchungsjahrgangs
B in Klassenstufe 6 die Schüler der Vergleichsmittelschulen, in Klassenstufe 8 jene
des Vergleichsgymnasiums die tendenziell höchste Schulfreude, wobei die jewei-
ligen Differenzen keine statistische Signifikanz aufweisen. Innerhalb des Unter-
suchungsjahrgangs A der Kohorte I bestand differenziert nach Schulart zu beiden
Messzeitpunkten in Klassenstufe 6 und 8 ein signifikant höheres Ausmaß an Schul-
freude an den Vergleichsmittelschulen als am Vergleichsgymnasium bzw. den
Mittelschulen mit Beteiligung am Schulversuch.
Individuelle Förderung
Das Ausmaß wahrgenommener individueller Förderung wurde im Fragebogen mit
sechs Items erfasst (Frage 13). Die interne Konsistenz und damit die Zuverlässigkeit
der Skala kann mit einem Cronbachs Alpha-Wert von .84 als gut eingeschätzt
werden.
Skala
Beispielitem
α
Items
Individuelle
Förderung
„Unsere Lehrer richten sich oft nach unseren
Wünschen und Interessen.“
.84
6
Tab. 8:
Skala individuelle Förderung, Anzahl an Items und interne Konsistenz
Tabelle 9 zeigt, dass das individuelle Förderbemühen seitens der Schule in Klassen-
stufe 8 über alle Schulen der Kohorte I, Jahrgang B, hinweg kritischer beurteilt wird
als in Klassenstufe 6. Überdurchschnittlich hoch ist die Differenz dabei an der
Mittelschule Regis-Breitingen.
Im aktuellen Untersuchungsjahrgang B besteht das höchste seitens der Schüler-
schaft wahrgenommene Förderbemühen zu beiden Messzeitpunkten an der
Nachbarschaftsschule Leipzig, überdurchschnittlich hoch ist dabei vor allem der

38
Anteil, welcher der Aussage zustimmt, im Unterricht eigene Idee verwirklichen zu
können.
Schule
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=207)
1,75
1,85
-0,10
<.05
Paul-Guenther-MS Geithain (n=48)
1,85
1,96
-0,11
n. s.
Nachbarschaftsschule Leipzig (n=33)
1,30
1,33
-0,03
n. s.
MS Regis-Breitingen (n=24)
1,58
1,83
-0,25
n. s.
H.-Pestalozzi-MS Leipzig (n=30)
2,00
2,03
-0,03
n. s.
Petrischule
MS Leipzig (n=8)
2,00
2,13
-0,13
n. s.
Gymn.
„Am Breiten Teich“
Borna (n=64)
1,81
1,91
-0,10
n. s.
Jungen (n=89)
1,84
1,92
-0,08
n. s.
Mädchen (n=117)
1,68
1,79
-0,11
<.05
FAS 1
hoch (n=66)
1,71
1,91
-0,20
<.01
FAS 2
mittel (n=112)
1,76
1,83
-0,07
n. s.
FAS 3
niedrig (n=25)
1,76
1,76
0
-
Tab. 9:
Individuelle Förderung im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und 8), Kohorte I,
Jahrgang B, Skalenmittelwerte
(Interpretation:
1=„stimmt genau”, 2=„stimmt ziemlich”,
3=„weder/noch”,
4=„stimmt
nicht”, 5 =
„stimmt überhaupt
nicht“), Anmerkung: * p<.05,
** p<.01, n. s. = nicht signifikant, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
Auch im Untersuchungsjahrgang A berichteten die Schüler der Nachbarschaftsschule
Leipzig ein überdurchschnittlich hohes Ausmaß an individueller Förderung, Verän-
derungen im Querschnitt sind jedoch vor allem im Hinblick auf die berichtete Häufig-
keit von Gruppenarbeiten zu beobachten. Während im Jahrgang A alle Schüler in
Klassenstufe 6 bzw. noch 83,3 Prozent in Klassenstufe 8 angaben, dass Gruppen-
arbeit häufig möglich sei, sind dies im aktuell untersuchten Jahrgang B nur 36,7
Prozent in Klassenstufe 6 bzw. 34,3 Prozent in Klassenstufe 8.
Die nachfolgenden Abbildungen 3 und 4 veranschaulichen für beide Untersuchungs-
jahrgänge auf Basis von Terzilen die Verteilung der prozentualen Anteile, welche der
jeweiligen Schule ein vergleichsweises hohes, mittleres bzw. geringes Ausmaß an
individueller Förderung beimessen.
Gegenüber dem Jahrgang A
ebenfalls der Klassenstufe 8
weisen die aktuellen
Daten des Jahrgangs B im Hinblick auf die Beurteilung der individuellen Förderung
teilweise recht deutliche Unterschiede auf, wobei an den meisten Schulen der
aktuelle Untersuchungsjahrgang das Förderbemühen der Schule negativer ein-
schätzt. Während an der Paul-Guenther-Mittelschule Geithain die Einschätzung des
aktuellen Untersuchungsjahrgangs B in Klassenstufe 8 diesbezüglich nur tendenziell
schlechter ausfällt, beurteilen die Schüler aller drei Vergleichsmittelschulen zum
aktuellen Messzeitpunkt das Ausmaß an individueller Förderung kritischer als der
Vergleichsjahrgang A. Verglichen mit der Beurteilung des Jahrgangs A in Klassen-
stufe 8 fällt die Einschätzung der individuellen Förderung des Jahrgangs B
ebenfalls in Klassenstufe 8
hingegen aktuell besser an der Nachbarschaftsschule
Leipzig sowie
wenngleich weniger deutlich
am Vergleichsgymnasium aus.

image
image
39
Jahrgang A:
Abb. 3: Index individuelle Förderung im Längsschnitt Klassenstufe 6 und 8, Terzile, Kohorte I,
Jahrgang A, Untersuchung im Schuljahr 2007/2008 und 2009/2010
Jahrgang B:
Abb. 4: Index individuelle Förderung im Längsschnitt Klassenstufe 6 und 8, Terzile, Kohorte I,
Jahrgang B, Untersuchung im Schuljahr 2010/2011 und 2012/2013
gesamt
Paul-Guenther-MS Geithain
Nachbarschaftsschule Leipzig
MS Regis-Breitingen
H.-Pestalozzi-MS Leipzig
Petrischule
MS Leipzig
Gymn. „Am Breiten Teich“
Borna
Gymn. „Am Breiten Teich“
Borna
Petrischule
MS Leipzig
H.-Pestalozzi-MS Leipzig
MS Regis-Breitingen
Nachbarschaftsschule Leipzig
Paul-Guenther-MS Geithain
gesamt

image
40
Unterrichtsqualität
Aspekte der Unterrichtsqualität wurden im Rahmen der schriftlichen Schüler-
befragung mit fünf Items erhoben (Frage 19). Die interne Konsistenz und damit die
Zuverlässigkeit der Skala kann mit einem Cronbachs Alpha-Wert von .73 als
akzeptabel eingeschätzt werden.
Skala
Beispielitem
α
Items
Unterrichts-
qualität
„Die meisten unserer Lehrer können gut
erklären.“
.73
5
Tab. 10: Skala Unterrichtsqualität, Anzahl an Items und interne Konsistenz
Zur Beurteilung der Unterrichtsqualität wurden
wie im Falle der individuellen
Förderung
die fünf Einzelitems zu einem Index zusammengefasst. Anhand der
Bildung von Terzilen zeigen die nachfolgenden Abbildungen die Anteile der Schüler,
welche die Unterrichtsqualität als vergleichsweise hoch, mittel bzw. vergleichsweise
niedrig beurteilen.
Insgesamt ist über alle Schulen der Kohorte I, Untersuchungsjahrgang B, eine
kritischere Beurteilung der Unterrichtsqualität in Klassenstufe 8 als in Klassenstufe 6
feststellbar, entsprechend höher sind die jeweiligen Anteile, welche der besuchten
Schule eine vergleichsweise niedrige Unterrichtsqualität zuschreiben (Abb. 6).
Einzige Ausnahmen bilden hierbei die Schüler der Mittelschule Regis-Breitingen
sowie der Nachbarschaftsschule Leipzig, welche auch in Klassenstufe 8 die
Unterrichtsqualität als vergleichsweise hoch beurteilen.
Im Vergleich zur Klassenstufe 8 des Untersuchungsjahrgangs A berichten die aktuell
untersuchten Schüler der Klassenstufe 8 über alle Schulen hinweg eine geringere
Qualität des Unterrichts, dies dabei vor allem im Hinblick auf die Anteile, welche
ihrer Schule eine vergleichsweise hohe Unterrichtsqualität beimessen.
Jahrgang A:
Abb. 5: Index Unterrichtsqualität im Längsschnitt Klassenstufe 6 und 8, Terzile, Kohorte I,
Jahrgang A, Untersuchung im Schuljahr 2007/2008 und 2009/2010
Paul-Guenther-MS Geithain
Nachbarschaftsschule Leipzig
MS Regis-Breitingen
H.-Pestalozzi-MS Leipzig
Petrischule
MS Leipzig
Gymn. „Am Breiten Teich“
Borna

image
41
Jahrgang B:
Abb. 6: Index Unterrichtsqualität im Längsschnitt Klassenstufe 6 und 8, Terzile, Kohorte I,
Jahrgang B, Untersuchung im Schuljahr 2010/2011 und 2012/2013
Schulische Belastungen
Die schulische Belastung aus Sicht der befragten Schüler wurde mittels drei Items
erhoben (Frage 12, Block 4). Tabelle 11 zeigt ein Beispielitem sowie die interne
Konsistenz der Skala.
Skala
Beispielitem
α
Items
schulische
Belastung
„Ich finde das Lernen in der Schule ermüdend.“
.69
3
Tab. 11: Skala schulische Belastungen, Anzahl an Items und interne Konsistenz
Tabelle 12 berichtet zunächst die Veränderungen hinsichtlich der schulischen
Belastung innerhalb des aktuellen Untersuchungsjahrgangs B der Kohorte I von
Klassenstufe 6 zu Klassenstufe 8. Positive Differenzen kennzeichnen dabei eine
Zunahme der schulischen Belastung in Klassenstufe 8, je kleiner der entsprechende
Skalen-mittelwert, desto höher die berichtete schulische Belastung. Insgesamt ist im
Längsschnitt eine Zunahme der seitens der Schüler wahrgenommenen schulischen
Belastung festzustellen, Mädchen sind von dieser Entwicklung dabei stärker
betroffen als Jungen. Überdurchschnittlich hoch fällt dabei im aktuellen Unter-
suchungsjahrgang die schulische Belastung in Klassenstufe 8 an der Mittelschule
Regis-Breitingen
sowie am Gymnasium „Am Breiten Teich“ in Borna aus. Eine in
Klassenstufe 8 tendenziell geringere schulische Belastung berichten hingegen die
Schüler der Paul-Guenther-Mittelschule Geithain sowie jene der Heinrich-Pestalozzi-
Mittelschule Leipzig.
Paul-Guenther-MS Geithain
Nachbarschaftsschule Leipzig
MS Regis-Breitingen
H.-Pestalozzi-MS Leipzig
Petrischule
MS Leipzig
Gymn. „Am Breiten Teich“
Borna

42
Schule
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=212)
3,15
3,00
0,15
<.05
Paul-Guenther-MS Geithain (n=48)
2,88
2,99
-0,11
n. s.
Nachbarschaftsschule Leipzig (n=36)
3,39
3,19
0,20
n. s.
MS Regis-Breitingen (n=24)
3,85
3,39
0,46
<.05
H.-Pestalozzi-MS Leipzig (n=32)
2,89
2,94
-0,05
n. s.
Petrischule
MS Leipzig (n=8)
3,13
2,92
0,21
n. s.
Gymn.
„Am Breiten Teich“
Borna (n=64)
3,09
2,78
0,31
<.01
HBSC MS Sachsen 2006
3,18
2,91
0,27
<.001
HBSC GY Sachsen 2006
3,47
2,95
0,52
<.001
Jungen (n=90)
3,03
2,90
0,13
n. s.
Mädchen (n=121)
3,24
3,08
0,16
<.05
FAS 1
hoch (n=66)
3,11
2,90
0,21
n. s.
FAS 2
mittel (n=116)
3,16
3,01
0,15
n. s.
FAS 3
niedrig (n=25)
3,37
3,16
0,21
n. s.
Tab. 12: Schulische Belastungen im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und 8), Kohorte
I, Jahrgang B, Skalenmittelwerte
(Interpretation: 1=„stimmt genau”, 2=„stimmt ziemlich”,
3=„weder/noch”, 4=„stimmt nicht”, 5 = „stimmt überhaupt nicht“), Anmerkung:
* p<.05,
** p<.01, *** p<.001, n. s. = nicht signifikant, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
Im Vergleich zum Untersuchungsjahrgang A der Kohorte I in Klassenstufe 8 (Unter-
suchungsjahr 2009/2010) im Sinne eines Querschnitts berichten die Schüler der
beiden Schulversuchsschulen sowie der Mittelschule Regis-Breitingen und der
Petrischule
Mittelschule der Stadt Leipzig aktuell ein geringeres Ausmaß
schulischer Belastung. Am Vergleichsgymnasium in Borna sowie insbesondere an
der Heinrich-Pestalozzi-Mittelschule Leipzig berichten die Schüler im Unter-
suchungsjahrgang B hingegen eine höhere schulbezogene Belastung.
Schülerpartizipation
Die Mitbestimmungsmöglichkeiten in Unterricht und Schule aus Sicht der befragten
Schüler wurden mit drei Items erhoben (Frage 12, Block 3). Tabelle 13 enthält ein
Beispielitem und gibt Auskunft zur internen Konsistenz der Skala.
Skala
Beispielitem
α
Items
Schülerparti-
zipation
„Die Schüler haben ein Mitspracherecht wie die
Unterrichtszeit genutzt wird.“
.61
6
Tab. 13: Skala Schülerpartizipation, Anzahl an Items und interne Konsistenz
Tabelle 14 zeigt wiederum die Veränderungen hinsichtlich der Partizipationsmöglich-
keiten in Unterricht und Schule innerhalb des aktuellen Untersuchungsjahrgangs B
der Kohorte I von Klassenstufe 6 zu Klassenstufe 8. Negative Differenzen kenn-
zeichnen dabei eine Abnahme an Mitbestimmungsmöglichkeiten in Klassenstufe 8
im Vergleich zu Klassenstufe 6, je kleiner der entsprechende Skalenmittelwert, desto
höher die wahrgenommenen Partizipationsmöglichkeiten.
Über alle Schulen der Kohorte I, Untersuchungsjahrgang B ist dabei eine signifikante
Verringerung der wahrgenommenen Mitbestimmungsmöglichkeiten zu verzeichnen.
Einzig an der Mittelschule Regis-Breitingen sowie der Petrischule
Mittelschule der

43
Stadt Leipzig berichten die Schüler zum zweiten Messzeitpunkt in Klassenstufe 8 ein
tendenziell höheres Ausmaß an Partizipationsmöglichkeiten. Hinsichtlich der Beur-
teilung im Längsschnitt bestehen sowohl zwischen Mädchen und Jungen als auch
den einzelnen Klassen familiären Wohlstands keine bedeutsamen Unterschiede.
Schule
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=204)
3,03
3,14
-0,11
<.05
Paul-Guenther-MS Geithain (n=45)
3,14
3,34
-0,20
n. s.
Nachbarschaftsschule Leipzig (n=30)
2,48
2,70
-0,22
n. s.
MS Regis-Breitingen (n=25)
2,92
2,81
0,11
n. s.
H.-Pestalozzi-MS Leipzig (n=30)
3,11
3,32
-0,21
n. s.
Petrischule
MS Leipzig (n=9)
3,33
3,26
0,07
n. s.
Gymn.
„Am Breiten Teich“
Borna (n=65)
3,17
3,24
-0,07
n. s.
HBSC MS Sachsen 2006
3,09
3,13
-0,04
n. s.
HBSC GY Sachsen 2006
3,00
3,26
-0,26
<.001
Jungen (n=87)
3,04
3,15
-0,11
n. s.
Mädchen (n=116)
3,02
3,13
-0,11
n. s.
FAS 1
hoch (n=66)
3,04
3,14
-0,10
n. s.
FAS 2
mittel (n=110)
3,04
3,15
-0,11
n. s.
FAS 3
niedrig (n=25)
2,99
3,10
-0,11
n. s.
Tab. 14: Schülerpartizipation im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und 8), Kohorte I,
Jahrgang B, Skalenmittelwerte
(Interpretation:
1=„stimmt genau”, 2=„stimmt ziemlich”,
3=„weder/noch”, 4=„stimmt nicht”, 5 = „stimmt überhaupt
nicht“), Anmerkung: * p<.05,
*** p<.001, n. s. = nicht signifikant, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
Auch im Untersuchungsjahrgang A der Kohorte I wurde das Ausmaß an Mitbe-
stimmungsmöglichkeiten in Klassenstufe 8 deutlich geringer als noch in Klassen-
stufe 6 beurteilt. Wenngleich die Differenzen im Längsschnitt innerhalb des Jahr-
gangs A deutlicher als im aktuell untersuchten Jahrgang B ausfallen, berichten die
Schüler des aktuellen Jahrgangs B über alle Schulen der Kohorte I hinweg ein
geringeres Ausmaß an Partizipationsmöglichkeiten als im Jahrgang A. Insbesondere
an der Heinrich-Pestalozzi-Mittelschule Leipzig sowie der Petrischule
Mittelschule
der Stadt Leipzig berichten die Schüler des diesjährig untersuchten Jahrgangs
geringere Mitbestimmungsmöglichkeiten.
Mitschülerunterstützung
Das Ausmaß der seitens der befragten Schüler eingeschätzten Mitschüler-
unterstützung wurde mit insgesamt vier Items erhoben (Frage 12, Block 1). Tabelle
15 zeigt ein entsprechendes Beispielitem sowie die interne Konsistenz der Skala.
Skala
Beispielitem
α
Items
Mitschülerunter-
stützung
„Die meisten Schüler in meiner Klasse sind nett
und hilfsbereit.“
.76
4
Tab. 15: Skala Mitschülerunterstützung, Anzahl an Items und interne Konsistenz
Wie Tabelle 16 verdeutlicht, nimmt auch die wahrgenommene Mitschüler-
unterstützung im Zeitverlauf von Klassenstufe 6 zu Klassenstufe 8 ab, je kleiner der

44
angegebene Skalenmittelwert, desto mehr fühlen sich die befragten Schüler von
ihren Mitschülern unterstützt.
Schule
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=210)
1,75
1,90
-0,15
<.001
Paul-Guenther-MS Geithain (n=48)
1,89
2,14
-0,25
<.05
Nachbarschaftsschule Leipzig (n=35)
1,46
1,55
-0,09
n. s.
MS Regis-Breitingen (n=24)
1,57
1,74
-0,17
n. s.
H.-Pestalozzi-MS Leipzig (n=32)
2,23
2,30
-0,07
n. s.
Petrischule
MS Leipzig (n=9)
1,81
2,22
-0,41
n. s.
Gymn.
„Am Breiten Teich“
Borna (n=62)
1,61
1,73
-0,12
n. s.
HBSC MS Sachsen 2006
1,75
1,86
-0,11
<.01
HBSC GY Sachsen 2006
1,63
1,82
-0,19
<.001
Jungen (n=90)
1,80
1,97
-0,17
<.05
Mädchen (n=119)
1,71
1,85
-0,14
<.01
FAS 1
hoch (n=68)
1,64
1,89
-0,25
<.01
FAS 2
mittel (n=112)
1,76
1,87
-0,11
n. s.
FAS 3
niedrig (n=25)
1,91
1,99
-0,08
n. s.
Tab. 16: Mitschülerunterstützung im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und 8), Kohorte
I, Jahrgang B, Skalenmittelwerte
(Interpretation:
1=„stimmt genau”, 2=„stimmt ziemlich”,
3=„weder/noch”, 4=„stimmt nicht”, 5 = „stimmt überhaupt
nicht“), Anmerkung: * p<.05,
** p<.01, *** p<.001, n. s. = nicht signifikant, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
Am höchsten fällt die Mitschülerunterstützung zu beiden Messzeitpunkten an der
Nachbarschaftsschule Leipzig aus, am geringsten fühlen sich die befragten Schüler
der H.-Pestalozzi-Mittelschule Leipzig von ihren Mitschülern unterstützt.
Im Vergleich zum Untersuchungsjahrgang A wird im aktuell untersuchten Jahrgang B
die Mitschülerunterstützung über alle Schulen hinweg ebenfalls tendenziell geringer
eingeschätzt. Einzig die Schüler des aktuellen Jahrgangs B der Mittelschule Regis-
Breitingen geben ein höheres Ausmaß an Mitschülerunterstützung an als der Ver-
gleichsjahrgang A.
Lehrerunterstützung
Die wahrgenommene Unterstützung seitens der Lehrer wurde in der schriftlichen
Schülerbefragung mit fünf Items erfasst (Frage 12, Block 2). Tabelle 17 zeigt ein
entsprechendes Beispielitem sowie die Reliabilität der Skala.
Skala
Beispielitem
α
Items
Lehrerunter-
stützung
„Die meisten Lehrer sind nett.“
.81
5
Tab. 17: Skala Lehrerunterstützung, Anzahl an Items und interne Konsistenz
Wie bei der Mitschülerunterstützung wird auch die Unterstützung seitens der Lehrer
in Klassenstufe 8 geringer als in Klassenstufe 6 eingeschätzt, überdurchschnittlich
hoch ist die Differenz dabei am Vergleichsgymnasium sowie an der Petrischule
Mittelschule der Stadt Leipzig, wobei hier aufgrund der geringen Fallzahl der Befund
nur einen orientierenden Charakter hat. Das vergleichsweise höchste Ausmaß an

45
Lehrerunterstützung berichten zu beiden Messzeitpunkten die Schüler der
Nachbarschaftsschule Leipzig, das geringste jene der Heinrich-Pestalozzi-Mittel-
schule Leipzig.
Mädchen fühlen sich zu beiden Messzeitpunkten stärker von ihren Lehrern unter-
stützt, hinsichtlich der Entwicklung im Längsschnitt bestehen zwischen Mädchen
und Jungen keine bedeutsamen Unterschiede.
Schule
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=201)
1,97
2,24
-0,27
<.001
Paul-Guenther-MS Geithain (n=46)
2,11
2,40
-0,29
<.05
Nachbarschaftsschule Leipzig (n=30)
1,69
1,72
-0,03
n. s.
MS Regis-Breitingen (n=25)
1,71
1,85
-0,14
n. s.
H.-Pestalozzi-MS Leipzig (n=30)
2,22
2,50
-0,28
n. s.
Petrischule
MS Leipzig (n=8)
1,93
2,30
-0,37
<.05
Gymn.
„Am Breiten Teich“
Borna (n=62)
2,00
2,39
-0,39
<.001
HBSC MS Sachsen 2006
1,81
2,28
-0,47
<.001
HBSC GY Sachsen 2006
1,91
2,41
-0,50
<.001
Jungen (n=85)
2,08
2,33
-0,25
<.01
Mädchen (n=115)
1,90
2,16
-0,26
<.001
FAS 1
hoch (n=64)
2,03
2,29
-0,26
<.01
FAS 2
mittel (n=109)
1,95
2,21
-0,26
<.001
FAS 3
niedrig (n=24)
1,93
2,22
-0,29
n. s.
Tab. 18: Lehrerunterstützung im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und 8), Kohorte
I, Jahrgang B, Skalenmittelwerte
(Interpretation:
1=„stimmt genau”, 2=„stimmt ziemlich”,
3=„weder/noch”, 4=„stimmt nicht”, 5 = „stimmt überhaupt
nicht“), Anmerkung: * p<.05,
** p<.01, *** p<.001, n. s. = nicht signifikant, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
Verglichen mit den Befunden im Untersuchungsjahrgang A der Kohorte I besteht
einzig an der Nachbarschaftsschule Leipzig ein signifikanter Jahrgangsunterschied:
im aktuell untersuchten Jahrgang B berichten die Schüler der Klassenstufe 8
demnach eine höhere wahrgenommene Unterstützung seitens der Lehrer.

46
3.2
Außerschulische Faktoren: soziale Herkunft
Kapitel 3.2 widmet sich einzelnen Aspekten der sozialen Herkunft der Schüler der
Kohorte I, Untersuchungsjahrgang B. Den vergleichsweise höchsten familiären
Wohlstand weisen dabei im aktuell untersuchten Jahrgangs B die Schüler des
Vergleichsgymnasiums „Am Breiten Teich“ in Borna aus, den vergleichsweise
geringsten jene der Heinrich-Pestalozzi-Mittelschule Leipzig. Im Hinblick auf einen
Aspekt der kulturellen Praxis bzw. des kulturellen Kapitals, der durchschnittlichen
Anzahl an Büchern, weisen die Schüler der Nachbarschaftsschule Leipzig sowie jene
der Petrischule
Mittelschule der Stadt Leipzig die höchste Anzahl auf, jene der
Mittelschule Regis-Breitingen die vergleichsweise geringste Anzahl. Im Folgenden
werden als zwei weitere Aspekte der sozialen Herkunft die schulbezogene
Unterstützung seitens der Eltern sowie die Qualität und Intensität der Eltern-Kind-
Kommunikation näher betrachtet.
-
schulbezogene Unterstützung: Elternunterstützung
-
Qualität und Intensität der Eltern-Kind-Kommunikation
Schulbezogene Unterstützung: Elternunterstützung
Frage 18 des Schülerfragebogens erhebt die schulbezogene Unterstützung seitens
der Eltern.
Skala
Beispielitem
α
Items
Elternunter-
stützung
„Meine Eltern helfen mir, wenn ich ein Problem
in der Schule habe.“
.79
5
Tab. 19: Skala schulbezogene Elternunterstützung, Anzahl an Items und interne Konsistenz
Insgesamt nehmen die Schüler des Untersuchungsjahrgangs B der Kohorte I eine
hohe schulbezogene Unterstützung seitens ihrer Eltern wahr, je kleiner der
Skalenmittelwert, desto höher das Ausmaß der berichteten Unterstützung. In der
aktuell untersuchten Klassenstufe 8 berichten die Schüler der Nachbarschaftsschule
Leipzig die höchste schulbezogene Elternunterstützung, jene des Gymnasiums „Am
Breiten Teich“
Borna die vergleichsweise geringste. Entsprechend der
mit
Ausnahme der Petrischule
Mittelschule der Stadt Leipzig
negativen Differenzen
der Skalenmittelwerte berichten die Schüler der Klassenstufe 8 im Längsschnitt
insgesamt ein geringeres Ausmaß an Unterstützung als in Klassenstufe 6.
Überdurchschnittlich hoch ist die Differenz dabei ebenfalls am Vergleichs-
gymnasium.

47
Schule
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=211)
1,41
1,57
-0,16
<.001
Paul-Guenther-MS Geithain (n=47)
1,52
1,59
-0,07
n. s.
Nachbarschaftsschule Leipzig (n=35)
1,34
1,38
-0,04
n. s.
MS Regis-Breitingen (n=26)
1,31
1,52
-0,21
<.05
H.-Pestalozzi-MS Leipzig (n=31)
1,32
1,56
-0,24
<.05
Petrischule
MS Leipzig (n=9)
1,62
1,44
0,18
n. s.
Gymn.
„Am Breiten Teich“
Borna (n=63)
1,41
1,69
-0,28
<.001
HBSC MS Sachsen 2006
1,37
1,46
-0,09
<.01
HBSC GY Sachsen 2006
1,34
1,50
-0,16
<.001
Jungen (n=91)
1,46
1,59
-0,13
n. s.
Mädchen (n=119)
1,36
1,55
-0,19
<.001
FAS 1
hoch (n=67)
1,39
1,55
-0,16
<.05
FAS 2
mittel (n=113)
1,39
1,54
-0,15
<.01
FAS 3
niedrig (n=26)
1,47
1,68
-0,21
n. s.
Tab. 20: schulbezogene Elternunterstützung im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und
8), Kohorte I, Jahrgang B, Skalenmittelwerte
(Interpretation:
1=„stimmt genau”, 2=„stimmt
ziemlich”,
3=„weder/noch”, 4=„stimmt nicht”, 5 = „stimmt überhaupt
nicht“), Anmerkung:
* p<.05, ** p<.01, *** p<.001, n. s. = nicht signifikant, Untersuchung im Schuljahr 2012/
2013
Verglichen zum Untersuchungsjahrgang A der Kohorte I bestehen zwischen beiden
Untersuchungsjahrgängen keine nennenswerten Unterschiede hinsichtlich des Aus-
maßes an schulbezogener Elternunterstützung.
Qualität und Intensität der Eltern-Kind-Kommunikation
Tabelle 21 zeigt die Items, mit welchen die Häufigkeit gemeinsamer Aktivitäten
innerhalb der Familie erfasst wurde. Angegeben sind jeweils die prozentualen
Anteile der Antwortkategorien „mehrmals im Monat“ und „mehrmals in der
Woche“.
Über alle Schulen hinweg nimmt im Längsschnitt von Klassenstufe 6 zu Klassen-
stufe 8 die Häufigkeit innerhalb der einzelnen erfragten Items dabei tendenziell ab,
häufiger wird hingegen in Klassenstufe 8 über Bücher, Filme und Fernsehsendungen
diskutiert.

48
Wie oft kommt es im
Allgemeinen vor,
dass deine Eltern mit
dir…
gesamt
Paul-
Guen-
ther-MS
NaSch
MS
Regis-
Brei-
tingen
H.-Pesta-
lozzi-MS
Petri-
schule
Gymn.
Borna
(n=212)
(n=48)
(n=35)
(n=25)
(n=31)
(n=9)
(n=64)
über Bücher,
Filme, Fernseh-
sendungen disku-
tieren?
Kl.6
36,0
32,6
45,7
23,0
40,0
44,4
30,8
Kl.8
46,9
44,9
55,5
44,0
31,3
44,4
53,1
klass. Musik
hören?
Kl.6
12,6
26,6
13,9
8,0
6,5
11,1
6,2
Kl.8
7,5
4,2
22,2
12,5
9,4
-
1,6
über deine
Schulleistungen
reden?
Kl.6
80,4
77,1
79,4
68,0
83,4
88,9
86,0
Kl.8
77,4
79,2
80,0
79,1
65,6
77,8
79,7
gemeinsam früh-
stücken oder Abend
essen?
Kl.6
93,9
89,8
94,4
96,2
87,1
100
100
Kl.8
91,1
91,7
94,4
92,0
81,3
100
92,2
sich Zeit nehmen,
um einfach zu reden?
Kl.6
79,7
71,4
91,6
76,9
74,2
77,8
83,1
Kl.8
74,7
70,8
80,6
72,0
64,5
66,7
81,3
Tab. 21: Qualität und Intensität der Eltern-Kind-Beziehung im Längsschnitt (Messzeitpunkte
Klassenstufe 6 und 8), Prozentangaben für die Antwortkategorien
„mehrmals im Monat“
und
„mehrmals in der Woche“,
Kohorte I, Jahrgang B, Untersuchung im Schuljahr
2012/2013
3.3
Personale Faktoren
Im Rahmen der Untersuchung personaler Faktoren der in Kohorte I, Jahrgang B
untersuchten Schüler werden wie in den vergangenen Zwischenberichten folgende
Aspekte näher betrachtet:
-
schulische Kompetenz
-
allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung
-
Stärken und Schwächen im Verhalten
-
psychosomatische Beschwerden
Schulische Kompetenz
Mit den Items der Frage 25 des Schülerfragebogens wird das seitens der Schüler
wahrgenommene subjektive Ausmaß der schulischen Kompetenz erfasst. Tabelle 22
zeigt ein entsprechendes Beispielitem sowie die interne Konsistenz der Skala.
Skala
Beispielitem
α
Items
schulische
Kompetenz
„Ich fühle mich genauso klug wie andere in
meinem Alter.“
.63
5
Tab. 22: Skala schulische Kompetenz, Anzahl an Items und interne Konsistenz
Tabelle 23 berichtet die entsprechenden Skalenmittelwerte der Gesamtskala zur
wahrgenommenen schulischen Kompetenz der Klassenstufe 6 und 8 im Längs-

49
schnitt. Je höher der Mittelwert dabei ausfällt, desto höher beurteilen die Schüler
ihre schulische Kompetenz. Gezeigt werden kann, dass insgesamt in Klassenstufe 8
tendenziell die schulische Kompetenz stärker als in Klassenstufe 6 ausgeprägt ist.
Einzig an den beiden Schulversuchsschulen bzw. Mittelschulen mit Beteiligung am
Schulversuch berichten die Schüler in Klassenstufe 8 ein geringeres Ausmaß
schulischer Kompetenz als zum ersten Messzeitpunkt in Klassenstufe 6. Die
vergleichsweise höchste schulische Kompetenz weisen zu beiden Messzeitpunkten
die Schüler der Mittelschule Regis-Breitingen auf, vergleichsweise gering im Hinblick
auf die Gesamtstichprobe fällt diese an den beiden weiteren Vergleichsmittelschulen
aus.
Schule
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=192)
2,87
2,81
0,06
n. s.
Paul-Guenther-MS Geithain (n=46)
2,78
2,81
-0,03
n. s.
Nachbarschaftsschule Leipzig (n=25)
2,80
2,85
-0,05
n. s.
MS Regis-Breitingen (n=23)
3,15
3,05
0,10
n. s.
H.-Pestalozzi-MS Leipzig (n=28)
2,71
2,59
0,12
n. s.
Petrischule
MS Leipzig (n=8)
2,73
2,55
0,18
n. s.
Gymn.
„Am Breiten Teich“
Borna (n=62)
2,95
2,83
0,12
n. s.
HBSC MS Sachsen 2006
2,78
2,69
0,09
<.01
HBSC GY Sachsen 2006
2,98
2,79
0,19
<.001
Jungen (n=84)
2,84
2,85
-0,01
n. s.
Mädchen (n=107)
2,89
2,78
0,11
<.05
FAS 1
hoch (n=62)
2,90
2,80
0,10
n. s.
FAS 2
mittel (n=104)
2,85
2,78
0,07
n. s.
FAS 3
niedrig (n=24)
2,88
2,93
-0,05
n. s.
Tab. 23: schulische Kompetenz im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und 8), Kohorte I,
Jahrgang B, Skalenmittelwerte
(Interpretation:
1=„beschreibt mich überhaupt nicht”,
2=„beschreibt mich schlecht”, 3=„beschreibt mich gut”, 4=„beschreibt mich ganz genau”),
Anmerkung: * p<.05, ** p<.01, *** p<.001, n. s. = nicht signifikant, Untersuchung im
Schuljahr 2012/2013

50
Selbstwirksamkeitserwartung
Frage 26 des Schülerfragebogens erfasst mit zehn Items die allgemeine
Selbstwirksamkeitserwartung der Schüler. Tabelle 24 enthält ein Beispielitem und
gibt Auskunft zur internen Konsistenz der Skala.
Skala
Beispielitem
α
Items
Selbstwirk-
samkeits-
erwartung
„Für jedes Problem kann ich eine Lösung
finden.“
.81
10
Tab. 24: Skala allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung, Anzahl an Items und interne Konsistenz
Tabelle 25 zeigt wiederum die Skalenmittelwerte zur allgemeinen Selbstwirk-
samkeitserwartung differenziert nach den Einzelschulen der Kohorte I, Jahrgang B
sowie nach Geschlecht und familiärem Wohlstand, höhere Mittelwerte entsprechen
dabei einer höheren wahrgenommenen Selbstwirksamkeitserwartung. Entsprechend
dazu zeigt sich im Untersuchungsjahrgang B ein differenziertes Bild: Während die
Schüler beider Schulversuchsschulen eine tendenziell höhere Selbstwirksamkeits-
erwartung in Klassenstufe 8 und damit im Längsschnitt berichten, liegt diese bei den
Schülern der Vergleichsschulen unterhalb des Wertes in Klassenstufe 6 und hat sich
damit im Zeitverlauf tendenziell verringert. In der aktuell untersuchten Jahrgangs-
stufe 8 berichten die Schüler der Nachbarschaftsschule Leipzig das höchste Ausmaß
an allgemeiner Selbstwirksamkeitserwartung, jene der Heinrich-Pestalozzi-Mittel-
schule Leipzig das vergleichsweise geringste. Zwischen Mädchen und Jungen sowie
den einzelnen Klassen familiären Wohlstands bestehen keine bedeutsamen Unter-
schiede im Hinblick auf die Beurteilung im Längsschnitt.
Schule
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=194)
2,85
2,84
0,01
n. s.
Paul-Guenther-MS Geithain (n=45)
2,73
2,84
-0,11
n. s.
Nachbarschaftsschule Leipzig (n=28)
2,91
2,93
-0,02
n. s.
MS Regis-Breitingen (n=25)
3,00
2,89
0,11
n. s.
H.-Pestalozzi-MS Leipzig (n=26)
2,72
2,70
0,02
n. s.
Petrischule
MS Leipzig (n=8)
2,83
2,81
0,02
n. s.
Gymn.
„Am Breiten Teich“
Borna (n=62)
2,89
2,84
0,05
n. s.
HBSC MS Sachsen 2006
2,86
2,81
0,05
n. s.
HBSC GY Sachsen 2006
3,00
2,89
0,11
<.001
Jungen (n=84)
2,81
2,83
-0,02
n. s.
Mädchen (n=109)
2,87
2,84
0,03
n. s.
FAS 1
hoch (n=64)
2,86
2,81
0,05
n. s.
FAS 2
mittel (n=106)
2,85
2,86
-0,01
n. s.
FAS 3
niedrig (n=22)
2,77
2,88
-0,11
n. s.
Tab. 25: allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6
und 8), Kohorte I, Jahrgang B, Skalenmittelwerte
(Interpretation:
1=„stimmt nicht”,
2=„stimmt kaum”, 3=„stimmt eher”,
4=„stimmt
genau”), Anmerkung: *** p<.001, n. s. =
nicht signifikant, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013

51
Im Vergleich zu den entsprechenden Werten der Klassenstufe 8 des Unter-
suchungsjahrgangs A der Kohorte I bestehen keine statistisch relevanten
Jahrgangsunterschiede.
Stärken und Schwächen im Verhalten
Die Selbsteinschätzung der Stärken und Schwächen im Verhalten wird innerhalb der
Schülerbefragung mittels 20 Items erfasst, welche insgesamt vier (problem-
behaftete) Symptome abbilden. Diese sind im Einzelnen Hyperaktivität, Emotionale
Probleme, Verhaltensprobleme sowie Verhaltensprobleme mit Gleichaltrigen. Je
nach Ausprägung der Werte bzw. Abweichung der Werte von der standardisierten
Verteilung (vgl. Tab. 26) können Anzeichen für Probleme unter den Schülern
angenommen werden.
normal
grenzwertig
auffällig
Hyperaktivität
0-5
6
7-10
Emotionale Probleme
0-5
6
7-10
Verhaltensprobleme
0-3
4
5-10
Verhaltensprobleme mit Gleichaltrigen
0-3
4-5
6-10
Gesamtproblemwert
0-15
16-19
20-40
Tab. 26: Stärken und Schwächen im Verhalten (SDQ), Interpretation der Werte und Definition einer
Störung
Die nachfolgenden Tabellen 27 bis 31 zeigen die entsprechenden Mittelwerte und
deren Veränderungen zwischen den beiden Messzeitpunkten in Klassenstufe 6 und
Klassenstufe 8 innerhalb der Kohorte I im Untersuchungsjahrgang B. Größere
Skalenmittelwerte bzw. negative Differenzen entsprechen hierbei einer Zunahme der
o. g. Symptome und deren Tendenz in den grenzwertigen Punktebereich.
Innerhalb der Klassenstufe 8 ist im Hinblick auf die Gesamtstichprobe der Kohorte I,
Jahrgang B hinweg eine schwächere Ausprägung bei den einzelnen Symptomen
mit Ausnahme emotionaler Probleme
zu verzeichnen. Differenziert nach
Einzelschulen liegen die Werte der einzelnen Problembereiche im Normalbereich.
Einzig im Bereich ‚Verhaltensprobleme mit Gleichaltrigen‘ weisen die Schüler der
Paul-Guenther-Mittelschule Geithain in Klassenstufe 6 mit 3,11 einen mittleren Wert
auf, welcher in den grenzwertigen Bereich tendiert.
Im Hinblick auf den Gesamtproblemwert weisen die aktuell in Klassenstufe 8
untersuchten Schüler der Mittelschule Regis-Breitingen den geringsten Gesamt-
problemwert auf, jene der Petrischule
Mittelschule der Stadt Leipzig den
vergleichsweise höchsten, dieser liegt dabei dennoch im Normalbereich.

52
Symptom: Hyperaktivität
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=203)
3,58
3,52
0,06
n. s.
Paul-Guenther-MS Geithain (n=47)
3,77
3,15
0,62
p<.05
Nachbarschaftsschule Leipzig (n=29)
3,52
3,90
-0,38
n. s.
MS Regis-Breitingen (n=24)
3,17
3,25
-0,08
n. s.
H.-Pestalozzi-MS Leipzig (n=32)
3,94
3,94
0
-
Petrischule
MS Leipzig (n=9)
4,00
3,89
0,11
n. s.
Gymn. „Am Breiten Teich“
Borna (n=62)
3,39
3,47
-0,08
n. s.
Jungen (n=88)
3,84
3,52
0,32
n. s.
Mädchen (n=114)
3,38
3,51
-0,13
n. s
Tab. 27: Hyperaktivität im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und 8), Kohorte I, Jahrgang
B, Mittelwerte der erfragten Symptome, Anmerkung: n. s. = * p<.05, n.s. =nicht signifikant,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
Symptom: Emotionale Probleme
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=208)
2,48
2,84
-0,36
n. s.
Paul-Guenther-MS Geithain (n=46)
2,74
2,74
0
-
Nachbarschaftsschule Leipzig (n=34)
2,03
2,88
-0,85
p<.05
MS Regis-Breitingen (n=25)
2,36
2,48
-0,12
n. s.
H.-Pestalozzi-MS Leipzig (n=31)
2,71
2,52
0,19
n. s.
Petrischule
MS Leipzig (n=9)
3,22
3,00
0,22
n. s.
Gymn. „Am Breiten Teich“
Borna (n=63)
2,35
3,17
-0,82
p<.01
Jungen (n=88)
2,03
2,19
-0,16
n. s.
Mädchen (n=119)
2,80
3,29
-0,49
p<.05
Tab. 28: Emotionale Probleme im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und 8), Kohorte I,
Jahrgang B, Mittelwerte der erfragten Symptome, Anmerkung: n. s. = nicht signifikant,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
Symptom: Verhaltensprobleme
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=203)
1,83
1,70
0,13
p<.05
Paul-Guenther-MS Geithain (n=44)
2,05
1,84
0,21
n. s.
Nachbarschaftsschule Leipzig (n=31)
1,84
1,45
0,39
n. s.
MS Regis-Breitingen (n=25)
2,08
1,72
0,36
n. s.
H.-Pestalozzi-MS Leipzig (n=32)
1,91
1,81
0,10
n. s.
Petrischule
MS Leipzig (n=9)
2,33
2,44
-0,11
n. s.
Gymn. „Am Breiten Teich“
Borna (n=62)
1,47
1,55
-0,08
n. s.
Jungen (n=86)
2,10
1,98
0,12
n. s.
Mädchen (n=116)
1,64
1,49
0,15
n. s.
Tab. 29: Verhaltensprobleme im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und 8), Kohorte I,
Jahrgang B, Mittelwerte der erfragten Symptome, Anmerkung: * p<.05, n. s. = nicht
signifikant, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013

53
Symptom: Verhaltensprobleme mit
Gleichaltrigen
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=200)
2,46
2,28
0,18
n. s.
Paul-Guenther-MS Geithain (n=46)
3,11
2,61
0,50
n. s.
Nachbarschaftsschule Leipzig (n=31)
1,94
1,71
0,23
n. s.
MS Regis-Breitingen (n=24)
2,29
1,88
0,41
n. s.
H.-Pestalozzi-MS Leipzig (n=29)
2,86
2,38
0,48
n. s.
Petrischule
MS Leipzig (n=9)
2,22
3,67
-1,45
p<.05
Gymn. „Am Breiten Teich“
Borna (n=61)
2,15
2,23
-0,08
n. s.
Jungen (n=86)
2,60
2,37
0,23
n. s.
Mädchen (n=113)
2,36
2,21
0,15
n. s.
Tab. 30: Verhaltensprobleme mit Gleichaltrigen im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und
8), Kohorte I, Jahrgang B, Mittelwerte der erfragten Symptome, Anmerkung: * p<.05,
n. s. = nicht signifikant, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
Gesamtproblemwert
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=187)
10,17
10,27
-0,10
n. s.
Paul-Guenther-MS Geithain (n=42)
11,24
10,14
1,10
n. s.
Nachbarschaftsschule Leipzig (n=26)
9,04
10,04
-1,00
n. s.
MS Regis-Breitingen (n=24)
10,04
9,21
0,83
n. s.
H.-Pestalozzi-MS Leipzig (n=29)
11,14
10,34
0,80
n. s.
Petrischule
MS Leipzig (n=9)
11,78
13,00
-1,22
n. s.
Gymn. „Am Breiten Teich“
Borna (n=57)
9,19
10,46
-1,27
n. s.
Jungen (n=78)
10,19
9,96
0,23
n. s.
Mädchen (n=108)
10,16
10,44
-0,28
n. s.
Tab. 31: Gesamtproblemwert im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und 8), Kohorte I,
Jahrgang B, Mittelwerte der erfragten Symptome, Anmerkung: n. s. = nicht signifikant,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
Psychosomatische Beschwerden
Frage 28 des Schülerfragebogens erfasst mit elf Items das Ausmaß psycho-
somatischer Beschwerden der Schüler innerhalb des Jahrgangs B der Kohorte I.
Tabelle 32 zeigt ein Beispielitem sowie die interne Konsistenz der Skala.
Skala
Beispielitem
α
Items
psychosomatische
Beschwerden
„Häufigkeit von Kopfschmerzen.“
.88
11
Tab. 32: psychosomatische Beschwerden, Anzahl an Items und interne Konsistenz
Tabelle 33 berichtet die Mittelwerte der Gesamtskala psychosomatischer Beschwer-
den, wobei kleinere Werte einem höheren Ausmaß diesbezüglicher Beschwerden
entsprechen.

54
Über alle Schulen des Jahrgangs B der Kohorte I hinweg ist dabei
mit Ausnahme
der Petrischule
Mittelschule der Stadt Leipzig
in Klassenstufe 8 ein höheres
Ausmaß an psychosomatischen Beschwerden festzustellen als noch in Klassenstufe
6. Überdurchschnittlich hoch ist die Zunahme dabei an der Nachbarschaftsschule
Leipzig sowie dem Vergleichsgymnasium in Borna. Wie in den vergangenen
Untersuchungen bereits beobachtet, sind zudem Mädchen zu beiden Messzeit-
punkten stärker von psychosomatischen Beschwerden betroffen als Jungen.
Schule
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=201)
4,21
4,03
0,18
p<.001
Paul-Guenther-MS Geithain (n=45)
4,16
4,09
0,07
n. s.
Nachbarschaftsschule Leipzig (n=32)
4,26
3,91
0,35
p<.01
MS Regis-Breitingen (n=25)
4,34
4,22
0,12
n. s.
H.-Pestalozzi-MS Leipzig (n=30)
4,23
4,18
0,05
n. s.
Petrischule
MS Leipzig (n=8)
3,66
4,04
-0,38
n. s.
Gymn.
„Am Breiten Teich“
Borna (n=61)
4,23
3,91
0,32
p<.001
HBSC MS Sachsen 2006
4,30
4,20
0,10
p<.05
HBSC GY Sachsen 2006
4,39
4,14
0,25
p<.001
Jungen (n=85)
4,31
4,32
0,01
n. s.
Mädchen (n=116)
4,14
3,83
0,31
p<.001
FAS 1
hoch (n=64)
4,25
4,01
0,24
p<.01
FAS 2
mittel (n=109)
4,17
4,03
0,14
p<.05
FAS 3
niedrig (n=24)
4,29
4,16
0,13
n. s.
Tab. 33: Häufigkeit psychosomatischer Beschwerden im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe
6 und 8), Kohorte I, Jahrgang B, Skalenmittelwerte
(Interpretation:
1=„fast täglich”,
2=„mehrmals pro Woche”, 3=„fast jede Woche”, 4=„ungefähr einmal im Monat”, 5 =
„selten oder
nie“), Anmerkung: * p<.05, ** p<.01, *** p<.001, n. s. = nicht signifikant,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
Im Vergleich zu den entsprechenden Werten der Klassenstufe 8 des Unter-
suchungsjahrgangs A der Kohorte I ist einzig für die Paul-Guenther-Mittelschule
Geithain ein relevanter Jahrgangsunterschied feststellbar: im aktuell untersuchten
Jahrgang B der Klassenstufe 8 berichten die Schüler entsprechend weniger unter
psychosomatischen Beschwerden zu leiden.

55
3.4
Freizeitverhalten
Kapitel 3.4 umfasst Angaben zur Häufigkeit des Fernsehen, des Computerspielens
sowie der Nutzung des Computers (z. B. zum Surfen im Internet) innerhalb der
Kohorte I, Jahrgang B. Die nachfolgenden Tabellen 34 bis 36 zeigen die ent-
sprechenden mittleren Werte der Nutzungsdauern (in Stunden) im Längsschnitt
differenziert nach Wochentagen (W) und Wochenende (WE).
Schule
Klassenstufe 6
Klassenstufe 8
(W) (WE)
(W) (WE)
gesamt (n=190)
2,01 / 3,31
2,01 / 3,29
Paul-Guenther-MS Geithain (n=39)
1,86 / 3,81
2,17 / 3,50
Nachbarschaftsschule Leipzig (n=33)
1,21 / 2,35
1,48 / 2,85
MS Regis-Breitingen (n=20)
2,03 / 3,39
2,08 / 3,47
H.-Pestalozzi-MS Leipzig (n=26)
3,87 / 4,42
2,62 / 3,85
Petrischule
MS Leipzig (n=8)
2,19 / 3,78
2,63 / 3,00
Gymn. Borna (n=64)
1,72 / 2,93
1,84 / 3,14
Jungen (n=77)
2,06 / 3,59
2,18 / 3,41
Mädchen (n=112)
1,96 / 3,13
1,89 / 3,23
FAS 1
hoch (n=63)
1,61 / 2,77
1,75 / 3,23
FAS 2
mittel (n=102)
2,09 / 3,54
2,07 / 3,23
FAS 3
niedrig (n=23)
2,78 / 4,09
2,54 / 3,67
Tab. 34: Skala Häufigkeit des Fernsehens an Wochentagen (W) und am Wochenende (WE) im
Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6, 8 und 10), Kohorte I, Jahrgang B, Mittelwerte
in Stunden
Tabelle 34 zeigt zunächst die durchschnittliche Dauer des Fernsehens in Stunden an
Wochentagen und am Wochenende innerhalb des Jahrgangs B der Kohorte I. Über
alle Schulen hinweg wird dabei am Wochenende mehr Zeit mit Fernsehen verbracht
als an Schul- bzw. Wochentagen, die Veränderungen im Längsschnitt von
Klassenstufe 6 zu Klassenstufe 8 sind dabei nicht signifikant. Zum aktuellen Mess-
zeitpunkt in Klassenstufe 8 verbringen die Schüler der Petrischule
Mittelschule der
Stadt Leipzig an Schultagen die vergleichsweise meiste Zeit mit Fernsehen, jene der
Nachbarschaftsschule Leipzig die wenigste. Zwischen Mädchen und Jungen
bestehen insgesamt keine nennenswerten Differenzen, hinsichtlich des FAS-Index‘
liegt die durchschnittliche Fernsehdauer bei Schülern mit vergleichsweise
geringerem familiären Wohlstands über jener der Schüler mit hohem familiären
Wohlstand.

56
Schule
Klassenstufe 6
Klassenstufe 8
(W) (WE)
(W) (WE)
gesamt (n=190)
0,95** / 1,79***
1,34** / 2,31***
Paul-Guenther-MS Geithain (n=43)
0,76* / 2,02
1,27* / 2,26
Nachbarschaftsschule Leipzig (n=35)
0,74 / 1,41
0,93 / 1,45
MS Regis-Breitingen (n=26)
0,92 / 1,67**
1,83 / 3,12**
H.-Pestalozzi-MS Leipzig (n=30)
1,72 / 2,32
1,88 / 2,98
Petrischule
MS Leipzig (n=8)
0,81 / 1,71
1,69 / 3,43
Gymn. Borna (n=62)
0,88 / 1,62
1,13 / 2,01
Jungen (n=84)
1,22** / 2,35***
1,96** / 3,33***
Mädchen (n=119)
0,77 / 1,40
0,92 / 1,59
FAS 1
hoch (n=64)
0,77* / 1,81
1,26* / 2,23
FAS 2
mittel (n=112)
0,98* / 1,77**
1,33* / 2,33**
FAS 3
niedrig (n=25)
1,22 / 1,78
1,62 / 2,48
Tab. 35: Skala Häufigkeit des Computerspielens an Wochentagen (W) und am Wochenende (WE) im
Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6, 8 und 10), Kohorte I, Jahrgang B, Mittelwerte
in Stunden, Anmerkung: * p<.05, ** p<.01, *** p<.001, n. s. = nicht signifikant,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
Auch im Hinblick auf die Häufigkeit des Computerspielens liegt die durchschnittliche
Nutzungsdauer am Wochenende höher als an Wochentagen. Im Gegensatz zum
Fernsehen nimmt die Häufigkeit des Computerspielens von Klassenstufe 6 zu
Klassenstufe 8
sowohl an Wochentagen als auch am Wochenende
über alle
Schulen des Jahrgangs B der Kohorte I signifikant zu. Insbesondere bei den Jungen
ist im Längsschnitt die Häufigkeit des Computerspielens in Klassenstufe 8 höher als
in Klassenstufe 6 (Tab. 35). Differenziert nach Einzelschule verbringen zum aktuellen
Messzeitpunkt in Klassenstufe 8 an Schultagen die Schüler der Heinrich-Pestalozzi-
Mittelschule Leipzig die meiste Zeit mit Computerspielen, jene der Nachbarschafts-
schule Leipzig die geringste.
Schule
Klassenstufe 6
Klassenstufe 8
(W) (WE)
(W) (WE)
gesamt (n=190)
0,94*** / 1,59***
1,80*** / 2,70***
Paul-Guenther-MS Geithain (n=47)
0,80 / 1,64
1,23 / 2,39
Nachbarschaftsschule Leipzig (n=32)
0,73** / 1,02**
1,57** / 2,31**
MS Regis-Breitingen (n=26)
1,67** / 1,38**
3,12** / 2,77**
H.-Pestalozzi-MS Leipzig (n=31)
1,44** / 2,13**
2,71** / 3,63**
Petrischule
MS Leipzig (n=9)
1,06 / 2,00*
2,83 / 3,78*
Gymn. Borna (n=63)
0,93** / 1,60**
1,65** / 2,48**
Jungen (n=89)
0,96* / 1,77**
1,48* / 2,54**
Mädchen (n=118)
0,92*** / 1,45***
2,03*** / 2,83***
FAS 1
hoch (n=68)
1,00** / 1,73**
1,83** / 2,82**
FAS 2
mittel (n=113)
0,97*** / 1,56***
1,73*** / 2,48***
FAS 3
niedrig (n=25)
0,56** / 1,28***
1,94** / 3,14***
Tab. 36: Skala Häufigkeit der Computernutzung an Wochentagen (W) und am Wochenende (WE) im
Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6, 8 und 10), Kohorte I, Jahrgang B, Mittelwerte
in Stunden, Anmerkung: * p<.05, ** p<.01, *** p<.001, n. s. = nicht signifikant,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013

57
Hinsichtlich der Computernutzung ist im Längsschnitt eine signifikante Zunahme der
durchschnittlichen Nutzungsdauer
sowohl an Wochentagen als auch am Wochen-
ende
ersichtlich. In der Klassenstufe 8 weisen die Schüler der Mittelschule Regis-
Breitingen an Schultagen ein überdurchschnittlich hohes Ausmaß der Computer-
nutzung auf, vergleichsweise gering ist hingegen die durchschnittliche Nutzungs-
dauer bei den Schülern der Paul-Guenther-Mittelschule Geithain. Differenziert nach
Geschlecht ist zum aktuellen Messzeitpunkt die Häufigkeit der Computernutzung bei
Mädchen höher als bei Jungen
dies insbesondere an Wochentagen. Hinsichtlich
des familiären Wohlstands verbringen in der Klassenstufe 8 Schüler mit
vergleichsweise geringem familiären Wohlstand tendenziell mehr Zeit am Computer
als Schüler mit höherem familiären Wohlstand (Tab. 36).

58
3.5
Erweiterung des Schulportfolios der Paul-Guenther-
Mittelschule Geithain
Im Schuljahr 2010/2011 wurde ein weiterer Schülerjahrgang (Untersuchungsjahrgang
B) der Kohorte I beginnend mit der Klassenstufe 6 in das Untersuchungsdesign
aufgenommen. Mit der aktuellen Untersuchung im Schuljahr 2012/2013 liegen für
diesen Untersuchungsjahrgang erste Längsschnittdaten der Klassenstufen 6 und 8
vor. Die aktuellen Befunde der Klassenstufe 8 wurden zudem jenen des Unter-
suchungsjahrgangs A
ebenfalls der Klassenstufe 8
gegenübergestellt (vgl. Abb.
1). Ergebnisse der schriftlichen Schülerbefragung des Jahrgangs B im Längsschnitt
sowie der Vergleich zum Untersuchungsjahrgang A im Sinne eines Querschnitts sind
Kapitel 3 der vorliegenden Dokumentation zu entnehmen.
Die nachfolgenden Unterkapitel 3.5 und 3.6 beinhalten jeweils die Erweiterung der
Schulportfolios der beiden Schulversuchsschulen der Kohorte I. Es handelt sich
hierbei um jenes der Paul-Guenther-Mittelschule Geithain sowie um jenes der
Nachbarschaftsschule Leipzig. Untergliedert sind die Portfolios hierbei wiederum in
die Unterpunkte:
-
Darstellung der Leistungsdaten sowie
-
aktueller Stand des Schulversuchs und Entwicklungshinweise
Weitere Informationen zum jeweiligen Entstehungshintergrund, der Selbstdar-
stellung der Schule sowie Angaben zu Schulstruktur und Schulkultur beinhalten die
Zwischenarbeitsstände 2008, 2010, 2011 und 2012.
3.5.1
Darstellung der Leistungsdaten
Im Folgenden werden die Schuljahresendnoten der Klassenstufe 7 des aktuellen
Untersuchungsjahrgangs B der Kohorte I
wie bereits zur Einschätzung der
Schuljahresendnoten bei den entsprechenden Vergleichsschulen
unter Zuhilfe-
nahme sog. Erwartungswerte näher betrachtet. Für eine erste Einschätzung der
Leistungsentwicklung werden zudem die entsprechenden Schuljahresendnoten der
Klassenstufe 5 einschließlich der jeweiligen Erwartungswerte ausgewiesen. Wie in
Kapitel 2.3.5 erläutert, dienen diese der genaueren Beurteilung der tatsächlich
erreichten Noten unter Kontrolle der jeweils an der Schule bestehenden Schüler-
zusammensetzung hinsichtlich der Merkmale sozioökonomischer und kultureller
Hintergrund sowie des Geschlechts.
In den vergangenen Zwischenberichten wurden zudem die Ergebnisse der
Orientierungsarbeiten (bis einschließlich zum Schuljahr 2008/2009) bzw. die Ergeb-
nisse der zum Schuljahr 2009/2010 eingeführten sächsischen Kompetenztests in die
Auswertung einbezogen. Seit diesem Schuljahr 2012/2013 können die Schulen
eigenständig entscheiden, in welchem Fach der Kompetenztest angefertigt wird
(Deutsch, Mathematik oder Englisch). Aufgrund dieser Neureglung kann eine
Vergleichbarkeit der Testergebnisse nicht mehr gewährleistet werden, weshalb in
der aktuellen Untersuchung auf die entsprechende Auswertung der Kompetenztests
verzichtet werden musste.

59
Tabelle 37 zeigt im Folgenden die mittleren erreichten Schuljahresendnoten an der
Paul-Guenther-Mittelschule Geithain der Klassenstufen 5 und 7 sowie die jeweiligen
Erwartungswerte sowohl für die Referenzebene der Vergleichsschulen der Kohorte I
als auch der HBSC-Stichprobe.
Ab der Klassenstufe 7 setzt an der Paul-Guenther-Mittelschule eine äußere intra-
schulische Differenzierung in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch
in ein A-Level (Anforderungsniveau des Gymnasiums) und ein B-Level (Anfor-
derungsniveau des Realschulbildungsgangs) ein. Im Folgenden werden daher
differenziert nach dem entsprechend besuchten Anforderungsniveau die ent-
sprechenden Erwartungswerte ausgewiesen. Im Anforderungsniveau des Gymna-
siums sind dies als Referenzebene
die Daten des Vergleichsgymnasiums „Am
Breiten Teich“ Borna (n=65) bzw. die Daten der Klassenstufe 7 sächsischer
Gymnasien der HBSC-Stichprobe (n=479). Im Anforderungsniveau des Realschul-
bildungsgangs werden zum einen Erwartungswerte basierend auf den Vergleichs-
mittelschulen der Kohorte I (ebenfalls Anforderungsniveau des Realschulbildungs-
gangs) bzw. Daten der Klassenstufe 7 sächsischer Mittelschulen der HBSC-
Stichprobe herangezogen (n=706).
Sechs Schüler des aktuell untersuchten Jahrgangs befinden sich zudem im
Bildungsgang der Hauptschule. Aufgrund des geringen Umfangs der Ver-
gleichsstichproben werden für die mittleren Leistungen dieser Schüler im Folgenden
keine Erwartungswerte gebildet.
In der aktuell untersuchten Klassenstufe 8 fällt die tatsächlich erreichte mittlere
Schuljahresendnote der Klassenstufe 7 im Fach Deutsch im Anforderungsniveau des
Gymnasiums (A-Level) mit 2,1 besser als die Erwartungswerte beider Referenz-
ebenen aus, dies insbesondere gegenüber dem Erwartungswert basierend auf dem
Vergleichsgymnasium der Kohorte I. Im Anforderungsniveau des Realschulbildungs-
gangs fällt die tatsächlich erreichte Note mit 2,7 im Hinblick auf den Erwartungswert
der entsprechenden HBSC-Stichprobe sächsischer Mittelschulen (2,8) ebenfalls
besser aus, verglichen mit dem Erwartungswert der Referenzebene der Vergleichs-
mittelschulen der Kohorte I (2,6) fällt die tatsächliche erreichte Note hingegen
schlechter aus.
Im Fach Mathematik, Anforderungsniveau des Gymnasiums, fällt die mittlere
erreichte Note mit 2,3 ebenfalls besser als die entsprechenden Erwartungswerte
beider Referenzstichproben aus (jeweils 2,6). Im Anforderungsniveau des Realschul-
bildungsgangs fällt die mittlere Note mit 3,1 sowohl gegenüber dem Erwartungswert
basierend auf den Mittelschulen der sächsischen HBSC-Stichprobe als auch auf
Grundlage der Vergleichsmittelschulen der Kohorte I hingegen weniger gut als
erwartet aus (jeweils 2,9).

60
beob.
Wert Kl.
5
Erwartungs-
wert Kl. 5
beobachteter
Wert Kl. 7
Erwartungs-
werte Kl. 7
Vgl.-Schulen
Erwartungs-
werte Kl. 7
HBSC
Vgl.-MS
32
MS HBSC
33
A-Level
34
B-Level
35
GY
36
MS
37
GY
38
MS
39
Schuljahresendnote Fach
Deutsch
2,5
2,3
2,7
2,1
2,7
2,8
2,6
2,4
2,8
Schuljahresendnote Fach
Mathematik
2,9
2,8
3,0
2,3
3,1
2,6
2,9
2,6
2,9
Tab. 37: Schuljahresendnoten und Erwartungswerte der Klassenstufe 5 und 7 der Fächer Deutsch
und Mathematik im Längsschnitt, Paul-Guenther-Mittelschule Geithain, Untersuchung im
Schuljahr 2012/2013, Kohorte I, Jahrgang B
3.5.2
Aktueller Stand des Schulversuchs und Entwicklungshinweise
Zum gegenwärtigen Stand des Schulversuchs wurde ein Gespräch mit dem Schul-
leiter Herrn Neuhaus geführt. Mit Blick auf das kommende Schuljahr 2013/ 2014
liegen für die künftige Klassenstufe 5 demnach die geforderten Anmeldezahlen vor,
um die Zweizügigkeit der Schule weiterhin gewährleisten zu können. Viele Schüler
stammen laut Auskunft des Schulleiters dabei auch aus anderen Einzugsgebieten.
Konzeptionelle Änderungen für das Schuljahr 2013/2014 betreffen die separate
Unterrichtung der Schüler des Hauptschulbildungsgangs im Fach Chemie, ansonsten
wird ab dem kommenden Schuljahr das Konzept der Oberschule umgesetzt.
Besonders gut in den vergangenen zwei Jahren als Schulversuch gelungen ist dabei
das erstmals im Schuljahr 2012/2013 in Klassenstufe 8 eingesetzte Praktikum zur
Berufsorientierung, zufrieden äußerte sich die Schulleitung zudem zu den Über-
gangszahlen an das Internationale Wirtschaftsgymnasium Geithain sowie an andere
berufliche Gymnasien.
32
Basis zur Errechnung des Erwartungswertes: MS Regis-Breitingen, H.-Pestalozzi-MS Leipzig,
Petrischule
MS der Stadt Leipzig
33
Basis zur Errechnung des Erwartungswertes: Mittelschulen der sächsischen HBSC-Stichprobe,
Klassenstufe 5 (n=577)
34
A-Level = Anforderungsniveau des Gymnasiums (n=10)
35
B-Level = Anforderungsniveau des Realschulbildungsgangs (n=32)
36
Basis zur Errechnung des Erwartungswertes: Gymn. „Am Breiten Teich“ Borna (n=65)
37
Basis zur Errechnung des Erwartungswertes: MS Regis-Breitingen, H.-Pestalozzi-MS Leipzig,
Petrischule
MS der Stadt Leipzig (Anforderungsniveau des Realschulbildungsgangs)
38
Basis zur Errechnung des Erwartungswertes: Gymnasien der sächsischen HBSC-Stichprobe,
Klassenstufe 7 (n=479)
39
Basis zur Errechnung des Erwartungswertes: Mittelschulen der sächsischen HBSC-Stichprobe,
Klassenstufe 7 (n=706)

61
Aktuelle Fortbildungsschwerpunkte liegen im Bereich der Förderpädagogik, hierbei
vor allem in der Erziehungshilfe.
Ein Entwicklungsbedarf besteht aus Sicht der Autoren
wie auch die Befunde der
Schülerbefragung zeigen
im Bereich der Partizipationsmöglichkeiten der Schüler.
Hinsichtlich der individuellen Förderung aller Schüler sollte zudem insbesondere die
Förderung jener Schüler, welche sich im Anforderungsniveau des Realschul-
bildungsgangs befinden, im Blick behalten werden.

62
3.6
Erweiterung des Schulportfolios der Nachbarschafts-
schule Leipzig
3.6.1
Darstellung der Leistungsdaten
Im folgenden Kapitel 3.6.1 werden die Schuljahresendnoten der Klassenstufe 7 des
aktuellen Untersuchungsjahrgangs B an der Nachbarschaftsschule Leipzig näher
betrachtet. Wie im Falle der Paul-Guenther-Mittelschule Geithain werden zur
Information zudem die Schuljahresendnoten der Klassenstufe 5 sowie die
entsprechenden Erwartungswerte ausgewiesen. Diese erlauben eine präzisere
Beurteilung der tatsächlich erreichten Note vor dem Hintergrund der schul-
spezifischen Schülerzusammensetzung. Dazu werden der sozioökonomische und
kulturelle Hintergrund der Schülerzusammensetzung sowie die Verteilung von
Mädchen und Jungen im Jahrgang in die Regressionsgleichung zur Ermittlung der
Erwartungswerte einbezogen. Alle Schuljahresendnoten der Klassenstufe 7 liegen
hierbei im Anforderungsniveau des Realschulbildungsgangs vor.
Auch an der Nachbarschaftsschule Leipzig wurde zum Schuljahr 2012/2013
eigenständig entschieden, in welchem Fach der sächsische Kompetenztest
angefertigt wird (Deutsch, Mathematik oder Englisch). Aufgrund dieser Neureglung
kann eine Vergleichbarkeit der Testergebnisse nicht mehr gewährleistet werden,
weshalb in der aktuellen Untersuchung auf die entsprechende Auswertung
verzichtet werden musste.
Tabelle 38 zeigt die Schuljahresendnoten der Klassenstufen 5 und 7 des aktuell
untersuchten Jahrgangs, wobei für die ausführliche Einordnung der Ergebnisse der
Klassenstufe 5 auf den Zwischenarbeitsstand 2011, Seite 85 verwiesen wird. Die
mittlere Schuljahresendnote im Fach Deutsch fällt mit 2,3 demnach besser als der
Erwartungswert basierend auf den Vergleichsmittelschulen der Kohorte I, Jahrgang
B, aus (2,4). Auch im Hinblick auf den Erwartungswert
gebildet auf Grundlage der
HBSC-Stichprobe sächsischer Mittelschulen (2,7)
fällt die mittlere Note besser als
erwartet aus. Im Fach Mathematik fällt die Schuljahresendnote der Klassenstufe 7
mit 2,8 schlechter als der Erwartungswert basierend auf den Vergleichsmittelschulen
der Kohorte I aus (2,7) bzw. liegt im Erwartungsbereich hinsichtlich der
entsprechenden HBSC-Stichprobe (2,8).

63
beob. Wert
Kl. 5
EW Kl. 5
Vgl.-
Schulen
MS
EW Kl. 5
HBSC MS
beob.
Wert Kl. 7
EW Kl. 7
Vgl.-
Schulen
MS
40
EW Kl. 7
HBSC MS
41
Schuljahresendnote Fach
Deutsch
2,5
2,7
2,6
2,3
2,4
2,7
Schuljahresendnote Fach
Mathematik
2,5
2,8
3,0
2,8
2,7
2,8
Tab. 38: Schuljahresendnoten und Erwartungswerte (EW) der Klassenstufe 5 und 7 der Fächer
Deutsch und Mathematik im Längsschnitt, Nachbarschaftsschule Leipzig, Untersuchung im
Schuljahr 2012/2013, Kohorte I, Jahrgang B
3.6.2
Aktueller Stand des Schulversuchs und Entwicklungshinweise
Mit Blick auf die vergangenen beiden Jahre seit dem letzten ausführlichen Gespräch
werden seitens der Schulleitung insbesondere die Projektwochen in der
Klassenstufe 9, das „Freie Projekt“ in den Klassenstufen 4 bis 6 sowie der Ausbau
des fächerverbindenden Unterrichts in den Klassenstufe 7 bis 10 als besonders
gelungen hervorgehoben.
Auch zum kommenden Schuljahr 2013/2014 liegt entsprechend die Anmeldezahl mit
130 Schülern für die Klassenstufe 1 wiederum deutlich über der
im Rahmen der
Zweizügigkeit zu gewährleistenden
Aufnahmekapazität der Schule.
Als aktuelle Ganztagsangebote werden die Lernwerkstatt sowie die gezielte
Förderung von Schülern mit diagnostizierter Lese-Rechtschreib-Schwäche genannt,
Kooperationsbeziehungen bestehen weiterhin zum Theater der Jungen Welt Leipzig
sowie zur Universität Leipzig.
Überdurchschnittlich hoch ist
wie bereits im Untersuchungsjahrgang A
das im
aktuellen Untersuchungsjahrgang B wahrgenommene Ausmaß an individueller
Förderung. Im Vergleich zum Untersuchungsjahrgang A wird dennoch die Häufigkeit
von Gruppenarbeiten als deutlich geringer eingeschätzt. Die Ursachen für diesen
Befund sowie für die überdurchschnittlich hohe Abnahme der Schulfreude im
Zeitverlauf von Klassenstufe 6 zu Klassenstufe 8
auch wenn diese dabei dennoch
auf einem vergleichsweise hohen Niveau liegt
sollten hierbei hinterfragt werden.
40
Basis zur Errechnung des Erwartungswertes: MS Regis-Breitingen, H.-Pestalozzi-MS Leipzig,
Petrischule
MS der Stadt Leipzig
41
Basis zur Errechnung des Erwartungswertes: Mittelschulen der sächsischen HBSC-Stichprobe,
Klassenstufe 7 (n=706)

64
3.7
Zusammenfassung ausgewählter Ergebnisse innerhalb
der Kohorte I, Untersuchungsjahrgang B
Innerhalb des Untersuchungsjahrgangs B der Kohorte I wurden im aktuellen Schul-
jahr 2012/2013 Schüler der Klassenstufe 8 untersucht. Für diese Schüler liegen
bereits Daten der Klassenstufe 6 des Schuljahres 2010/2011 vor, womit innerhalb
der vorliegenden Dokumentation erste Aussagen unter einer längsschnittlichen
Perspektive getroffen werden können. Einbezogen wurden hierbei entsprechend der
bisherigen Vorgehensweise nur jene Schüler, welche sich zu beiden Messzeit-
punkten an der schriftlichen Schülerbefragung beteiligt haben (n=216). In einem
weiteren Untersuchungsschritt wurden zudem die aktuell erhobenen Daten des
Untersuchungsjahrgangs B der Klassenstufe 8 jenen des Untersuchungsjahrgangs A
ebenfalls der Klassenstufe 8
gegenübergestellt (Untersuchung im Schuljahr
2009/2010). Der entsprechende Vergleich der beiden Schülerjahrgänge ermöglicht
dabei unter Berücksichtigung der Schülerzusammensetzung erste Aussagen zur
Entwicklung schulkultureller Aspekte.
Im Folgenden werden ausgewählte Ergebnisse des Bereichs Schule und Schulkultur
der schriftlichen Schülerbefragung zusammenfassend dargestellt:
-
Insgesamt besteht in Klassenstufe 8 ein im Vergleich zur Klassenstufe 6
geringeres Ausmaß an berichteter Schulfreude. Überdurchschnittlich hoch ist
die Differenz dabei im Hinblick auf die Gesamtstichprobe der Kohorte I,
Untersuchungsjahrgang B, an der Nachbarschaftsschule Leipzig und der Hein-
rich-Pestalozzi-Mittelschule Leipzig. Im Vergleich zu den Daten der Klassen-
stufe 8 des Untersuchungsjahrgangs A ist über alle Schulen hinweg aktuell ein
geringeres Ausmaß an Schulfreude zu verzeichnen.
-
Ebenfalls kritischer wird in Klassenstufe 8 das Ausmaß an individueller
Förderung beurteilt. Überdurchschnittlich hoch ist die Differenz dabei im
Längsschnitt an der Mittelschule Regis-Breitingen. Im aktuellen Untersuchungs-
jahrgang B berichten zu beiden Messzeitpunkten die Schüler der Nachbar-
schaftsschule Leipzig das vergleichsweise höchste Ausmaß an individueller
Förderung, jene der Petrischule
Mittelschule der Stadt Leipzig das
vergleichsweise geringste. Verglichen mit den Daten der Klassenstufe 8 des
Untersuchungsjahrgangs A wird im aktuell untersuchten Jahrgang B das
individuelle Förderbemühen
mit Ausnahme an der Nachbarschaftsschule
Leipzig sowie dem Vergleichsgymnasium „Am Breiten Teich“ Borna –
tendenziell geringer eingeschätzt.
-
Ebenfalls ist über alle Schulen der Kohorte I, Untersuchungsjahrgang B, hinweg
eine kritischere Beurteilung der Unterrichtsqualität in Klassenstufe 8 als noch in
Klassenstufe 6 feststellbar. Ausnahmen bestehen hierbei einzig an der
Mittelschule Regis-Breitingen sowie der Nachbarschaftsschule Leipzig: An
beiden Schulen liegt der Anteil, welcher der Schule eine vergleichsweise
geringe Unterrichtsqualität zuschreibt, unterhalb des Durchschnitts. Im
Vergleich zum Untersuchungsjahrgang A ist aktuell über alle Schulen hinweg
eine kritischere Einschätzung der Unterrichtsqualität feststellbar.
-
Hinsichtlich der Partizipationsmöglichkeiten in Unterricht und Schule ist
innerhalb des Untersuchungsjahrgangs B der Kohorte I ebenfalls ein tendenziell

65
geringeres Ausmaß in Klassenstufe 8 als zum ersten Messzeitpunkt in
Klassenstufe 6 zu beobachten, Ausnahmen bestehen hierbei einzig an der
Mittelschule Regis-Breitingen sowie an der Petrischule
Mittelschule der Stadt
Leipzig. Auch im Falle der Mitbestimmungsmöglichkeiten fallen diese im
Jahrgangsvergleich im aktuell untersuchten Jahrgang B geringer als im
gegenübergestellten Untersuchungsjahrgang A aus.
-
Mit Ausnahme der Schüler der Paul-Guenther-Mittelschule Geithain berichten
über alle Schulen des Untersuchungsjahrgangs B der Kohorte I hinweg die
Schüler der Klassenstufe 8 eine höhere schulische Belastung als noch in
Klassenstufe 6. Besonders deutlich ist diese Entwicklung an der Mittelschule
Regis-Breitingen
sowie dem Vergleichsgymnasium „Am Breiten Teich“ in Borna
ausgeprägt.
-
Im Hinblick auf das Ausmaß berichteter Mitschülerunterstützung wird diese im
Längsschnitt ebenfalls geringer wahrgenommen, überdurchschnittlich hoch ist
die Differenz hierbei an der Petrischule
Mittelschule der Stadt Leipzig sowie
der Paul-Guenther-Mittelschule Geithain. Zu beiden Messzeitpunkten fühlen
sich die Schüler der Nachbarschaftsschule Leipzig am stärksten von ihren
Mitschülern unterstützt. Wiederum berichten im Jahrgangsvergleich die Schüler
der Klassenstufe 8 des Untersuchungsjahrgangs B insgesamt ein geringeres
Ausmaß an Mitschülerunterstützung als jene des Untersuchungsjahrgangs A.
-
Ein ähnlicher Befund besteht auch hinsichtlich der seitens der Schüler wahr-
genommenen Lehrerunterstützung: Im Längsschnitt von Klassenstufe 6 zu
Klassenstufe 8 berichten die Schüler demnach eine geringere Unterstützung.
Überdurchschnittlich hoch ist die Differenz dabei am Vergleichsgymnasium „Am
Breiten Teich“ in Borna, das zu beiden Erhebungszeitpunkten höchste Ausmaß
an Lehrerunterstützung berichten wiederum die Schüler der Nachbarschafts-
schule Leipzig. Im Jahrgangsvergleich bestehen insgesamt über alle Schulen
der Kohorte I hinweg keine bedeutsamen Unterschiede, einzig an der
Nachbarschaftsschule Leipzig berichten die Schüler des aktuell untersuchten
Jahrgangs B eine höhere Unterstützung seitens der Lehrer als jene des
Untersuchungsjahrgangs A.
-
Hinsichtlich der Leistungsdaten wurden in der aktuellen Untersuchung die
Schuljahresendnoten der Klassenstufe 7 einbezogen. Für die beiden Schulver-
suchsschulen der Kohorte I
der Paul-Guenther-Mittelschule Geithain sowie die
Nachbarschaftsschule Leipzig
kann für die Schuljahresendnoten der Klassen-
stufe 7 der Fächer Deutsch und Mathematik Folgendes zusammenfassend
berichtet werden: Gemäß der an der Paul-Guenther-Mittelschule in Klassenstufe
7 einsetzenden äußeren Differenzierung in den Hauptfächern erreichen die
Schüler im Anforderungsniveau des Gymnasiums im Fach Deutsch mit einer
mittleren Note von 2,1 ein besseres Ergebnis als aufgrund der entsprechend
berechneten Erwartungswerte (zum einen auf der Basis des Vergleichs-
gymnasiums, zum anderen auf der Basis der Gymnasien der sächsischen
HBSC-Stichprobe) erwartbar gewesen wäre. Im Anforderungsniveau des
Realschulbildungsgans liegt die mittlere erreichte Note mit 2,7 im Hinblick auf
beide Erwartungswerte in etwa im Erwartungsbereich. Im Fach Mathematik fällt
die mittlere erreichte Schuljahresendnote im gymnasialen Anforderungsniveau
wiederum besser als die beiden entsprechend ausgewiesenen Erwartungs-

66
werte aus. Im Anforderungsniveau des Realschulbildungsgangs fällt die
erreichte Note mit 3,1 hingegen weniger gut als erwartet aus. Im Falle der
Nachbarschaftsschule Leipzig liegen für alle Schüler der Klassenstufe 7 die
Schuljahresendnoten im Anforderungsniveau des Realschulbildungsgangs vor.
Entsprechend erreichen die Schüler im Fach Deutsch, Schuljahresendnote der
Klassenstufe 7, mit einer mittleren Note von 2,3 eine bessere Leistung als
erwartet, die Schuljahresendnote im Fach Mathematik liegt im erwarteten
Bereich. Für die Vergleichsschulen der Kohorte I können schließlich folgende
Befunde zusammengefasst werden: An der Mittelschule Regis-Breitingen fällt
sowohl im Fach Deutsch als auch im Fach Mathematik die mittlere tatsächlich
erreichte Note besser als der entsprechend errechnete Erwartungswert aus.
Die Schüler der Heinrich-Pestalozzi-Mittelschule Leipzig erreichen im Fach
Deutsch ebenfalls eine über dem Erwartungswert liegende mittlere Leistung,
hingegen fällt im Fach Mathematik die durchschnittliche Note weniger gut als
erwartet aus. Ein ebenfalls differenzierter Befund gilt für die Petrischule
Mittelschule der Stadt Leipzig: Im Fach Deutsch liegt die mittlere Leistung im
Erwartungsbereich, im Fach Mathematik fällt die tatsächlich erreichte Note
hingegen schlechter als der entsprechende Erwartungswert aus. Am
Vergleichsgymnasium „Am Breiten Teich“ schließlich liegt die erreichte Note im
Fach Deutsch unterhalb des Erwartungswertes bzw. fällt weniger gut als
erwartet aus, im Fach Mathematik fällt die tatsächliche Note hingegen besser
als erwartet aus (vgl. Tab. 3).

image
67
4
Ergebnisse der schriftlichen Schülerbefragung in Kohorte IV,
Klassenstufe 8: Erste Ergebnisse im Längsschnitt
Kapitel 4 widmet sich im Folgenden der Ergebnisdarstellung der Befunde in Kohorte
IV. Hierzu wurden im Schuljahr 2012/2013 Schüler der Klassenstufe 8 an der Schul-
versuchsschule August-Bebel-Mittelschule Zschopau sowie an den beiden Ver-
gleichsschulen Mittelschule am Steegenwald Lugau und dem Bertolt-Brecht-
Gymnasium Schwarzenberg untersucht. Im Folgenden werden
entsprechend der
bisherigen Vorgehensweise
in den Abbildungen und Tabellen nur jene Schüler
berücksichtigt, welche sich sowohl in Klassenstufe 6 als auch in Klassenstufe 8 und
damit im Längsschnitt an der Untersuchung beteiligt haben (n=145).
Wie bei der Darstellung der Befunde der schriftlichen Schülerbefragung in Kohorte I,
Untersuchungsjahrgang B, werden die einzelnen Ergebnisse den vier überge-
ordneten Bereichen Schule und Schulkultur (Kapitel 4.1), außerschulische Faktoren:
soziale Herkunft (Kapitel 4.2), personale Faktoren (Kapitel 4.3) und Freizeitverhalten
(Kapitel 4.4) zugeordnet.
4.1
Schule und Schulkultur
Schulfreude
Auf die Frage
„Wie gefällt
es dir derzeit in der Schule?“ zeigt
Abbildung 7
nachfolgend die Verteilung der einzelnen Antwortkategorien in Klassenstufe 6 und 8
insgesamt sowie an den Einzelschulen der Kohorte IV.
Abb. 7: Schulfreude, Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und 8), Kohorte IV,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
Deutlich wird, dass die Schulfreude in Klassenstufe 8 insgesamt geringer ausfällt als
in Klassenstufe 6. Entsprechend halbiert sich an der August-Bebel-Mittelschule
Zschopau der Anteil der Schüler, welchen es „sehr gut“ in der Schule gefällt
von
61,4 Prozent auf 28,3 Prozent. Verdoppelt hat sich hingegen der Anteil, denen es
noch immer „einigermaßen gut“ in der Schule gefällt. Eine ähnliche Entwicklung ist
am Vergleichsgymnasium Schwarzenberg zu beobachten, wohingegen an der Ver-
Kohorte IV gesamt (n=145)
A.-Bebel-MS Zschopau (n=46)
B.-Brecht-Gymn.
Schwarzenberg (n=68)
MS am Steegenwald Lugau
(n=33)

68
gleichsmittelschule in Lugau die Schulfreude in Klassenstufe 8 höher ausfällt als in
Klassenstufe 6.
Tabelle 39 zeigt zusätzlich die Differenzen bei der Beurteilung der Schulfreude für die
jeweiligen Einzelschulen der Kohorte IV differenziert nach Schulart, Geschlecht und
sozialem Wohlstand. Überdurchschnittlich hoch ist dabei die Differenz von Klassen-
stufe 6 zu Klassenstufe 8 an der August-Bebel-Mittelschule Zschopau.
Schule
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=145)
1,59
1,81
-0,22
<.01
August-Bebel-Mittelschule Zschopau (n=46)
1,45
1,91
-0,46
<.05
Mittelschule am Steegenwald Lugau (n=33)
1,88
1,67
0,21
n. s.
B.-Brecht-Gymn. Schwarzenberg (n=68)
1,53
1,81
-0,28
<.01
HBSC MS Sachsen 2006
1,59
2,00
-0,41
<.001
HBSC GY Sachsen 2006
1,49
1,98
-0,49
<.001
Jungen (n=79)
1,68
1,92
-0,24
n. s.
Mädchen (n=65)
1,48
1,68
-0,20
<.05
FAS 1
hoch (n=17)
1,41
1,88
-0,47
<.05
FAS 2
mittel (n=23)
1,43
1,91
-0,48
n. s.
FAS 3
niedrig (n=3)
1,67
1,67
0
-
Tab. 39: Schulfreude im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und 8), Kohorte IV, Skalen-
mittelwerte (Interpretation: 1=„es gefällt mir sehr gut”; 2=„es gefällt mir einigermaßen
gut”; 3=„es gefällt mir nicht so gut”; 4=„es gefällt mir überhaupt nicht”), Anmerkung: *
p<.05, ** p<.01, *** p<.001, n. s. = nicht signifikant, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
Individuelle Förderung
Zur Erfassung von Aspekten der individuellen Förderung
einem maßgeblichen Ziel
der Schulversuche
wurden die Schüler um ihre Einschätzung folgender Aussagen
gebeten.
gesamt
A.-Bebel-MS
Zschopau
MS am
Steegenwald
B.-Brecht-
Gymn.
(n=146)
(n=46)
(n=33)
(n=68)
Lehrer lassen vieles selbst
entscheiden
Kl.6
43,5
39,1
39,4
48,5
Kl.8
37,7
41,3
25,0
41,2
Lehrer fragen oft nach
Meinung
Kl.6
60,0
58,7
56,3
62,7
Kl.8
51,0
52,2
57,6
47,1
Lehrer richten sich nach
Wünschen/ Interessen
Kl.6
36,3
35,6
21,2
44,1
Kl.8
32,0
39,1
72,7
27,9
Lehrer lassen selbständig
denken und arbeiten
Kl.6
81,5
77,8
75,8
86,8
Kl.8
77,6
73,9
72,7
82,4
Gruppenarbeit häufig
möglich
Kl.6
50,3
71,7
33,3
44,1
Kl.8
46,9
69,6
27,3
41,2
Gelegenheit, Einfälle zu
verwirklichen.
Kl.6
42,5
46,7
21,2
50,0
Kl.8
45,2
60,0
36,4
39,7
Tab. 40: Individuelle Förderung im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und 8), Kohorte IV,
Prozentangaben für die Antwortangaben „stimmt genau” und „stimmt
ziemlich”, Reliabilität
der Skala: α=.76, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013

69
Tabelle 41 zeigt zudem die entsprechenden Skalenmittelwerte zur individuellen
Förderung differenziert nach Einzelschule, Geschlecht und sozialem Wohlstand.
Hierbei schätzen über alle Schulen hinweg die Schüler der Klassenstufe 8 das
Förderbemühen der Schule tendenziell geringer ein als in Klassenstufe 6. Am
größten ist die Differenz hierbei am Vergleichsgymnasium ausgeprägt, überdurch-
schnittlich hoch ist diese zudem bei den Mädchen.
Schule
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=143)
2,56
2,66
-0,10
n. s.
August-Bebel-Mittelschule Zschopau (n=45)
2,54
2,51
0,03
n. s.
Mittelschule am Steegenwald Lugau (n=31)
2,88
2,84
0,04
n. s.
B.-Brecht-Gymn. Schwarzenberg (n=67)
2,44
2,67
-0,23
<.05
Jungen (n=77)
2,65
2,70
-0,05
n. s.
Mädchen (n=65)
2,47
2,61
-0,14
n. s.
FAS 1
hoch (n=17)
2,55
2,57
-0,02
n. s.
FAS 2
mittel (n=24)
2,51
2,44
0,07
n. s.
FAS 3
niedrig (n=3)
2,33
2,33
0
-
Tab. 41: Gesamtskala Individuelle Förderung im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und 8),
Kohorte IV,
Skalenmittelwerte (Interpretation: 1=„stimmt genau”, 2=„stimmt ziemlich”,
3=„weder/ noch”, 4=„stimmt nicht”, 5=„stimmt überhaupt
nicht”), Anmerkung: * p<.05, n.
s. = nicht signifikant, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
Hinsichtlich der Schulart (Mittelschule und Gymnasium und deren Gegen-
überstellung zur Mittelschule mit Beteiligung am Schulversuch) besteht in
Klassenstufe 6 das aus Sicht der Schüler höchste Ausmaß an individueller Förderung
am Vergleichsgymnasium, das vergleichsweise geringste hingegen an der
Vergleichsmittelschule. Zum aktuellen Messzeitpunkt in Klassenstufe 8 berichten die
Schüler der Schulversuchsschule das höchste Maß an individueller Förderung, jene
der Vergleichsmittelschule wiederum das geringste (Klassenstufe 6: MW GYM: 2,4;
MW MS: 2,9; vgl. MW Schulversuchsschulen: 2,5; p<.01 bzw. Klassenstufe 8: MW
GYM: 2,7; MW MS: 2,8; vgl. MW Schulversuchsschulen: 2,5; n. s.).
42
Unterrichtsqualität
Abbildung 8 zeigt die Beurteilung der Unterrichtsqualität an den Schulen der Kohorte
IV im Längsschnitt. Die Daten beziehen sich hierbei wiederum nur auf jene Schüler,
welche sich sowohl in Klassenstufe 6 als auch in Klassenstufe 8 an der schriftlichen
Schülerbefragung beteiligt haben. Insgesamt ist in Klassenstufe 8 tendenziell eine
negativere Beurteilung der Unterrichtsqualität feststellbar. Der Schüleranteil, welcher
der Schule eine vergleichsweise geringe Unterrichtsqualität beimisst, hat sich hierbei
über alle Schulen hinweg vergrößert. Besonders deutlich ist diese Entwicklung dabei
am Vergleichsgymnasium ausgeprägt.
42
Skalenmittelwerte, Interpretation: 1=„stimmt genau“, 2=„stimmt ziemlich“, 3=„weder/noch“,
4=„stimmt nicht“, 5=„stimmt überhaupt
nicht“, kleinere Mittelwerte entsprechen einer höher
wahrgenommenen individuellen Förderung

image
image
70
2010/2011, Klassenstufe 6
2012/2013, Klassenstufe 8
Abb. 8: Unterrichtsqualität im Längsschnitt (Terzile, Messzeitpunkte Klassenstufe 6 u. 8, Kohorte IV,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013)
Mitschülerunterstützung
Zur Einordnung und Bewertung der Mitschülerunterstützung erfolgt die Betrachtung
der Gesamtskala (Beispielitem:
„Wenn es einem Schüler mal schlecht geht, hilft ihm
jemand aus der
Klasse“,
α
der Gesamtskala = .72).
Tabelle 42 zeigt, dass die Wahrnehmung der Mitschülerunterstützung insgesamt in
Klassenstufe 8 tendenziell etwas geringer ausfällt als noch in Klassenstufe 6. Einzig
an der Mittelschule am Steegenwald Lugau fühlen sich die Schüler in Klassenstufe 8
stärker von ihren Mitschülern unterstützt als in Klassenstufe 6. Insgesamt ist zudem
bei den Jungen in Klassenstufe 8 eine höhere Mitschülerunterstützung zu
beobachten als in Klassenstufe 6. Schulartunterschiede sind zu beiden Messzeit-
punkten nicht feststellbar.
Schule
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=143)
1,83
1,85
-0,02
n. s.
August-Bebel-Mittelschule Zschopau (n=45)
1,81
1,86
-0,05
n. s.
Mittelschule am Steegenwald Lugau (n=31)
1,99
1,72
0,27
<.05
B.-Brecht-Gymn. Schwarzenberg (n=67)
1,77
1,91
-0,14
n. s.
HBSC MS Sachsen 2006
1,75
1,86
-0,11
<.01
HBSC GY Sachsen 2006
1,63
1,82
-0,19
<.001
Jungen (n=77)
1,85
1,81
0,04
n. s.
Mädchen (n=65)
1,82
1,91
-0,09
n. s.
FAS 1
hoch (n=17)
1,76
1,89
-0,13
n. s.
FAS 2
mittel (n=25)
1,82
1,83
-0,01
n. s.
FAS 3
niedrig (n=3)
2,00
1,75
0,25
n. s.
Tab. 42: Mitschülerunterstützung im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und 8), Kohorte
IV, Skalenmittelwerte (Interpretation: 1=„stimmt genau”, 2=„stimmt ziemlich”, 3=„weder/
noch”, 4=„stimmt nicht”, 5=„stimmt überhaupt nicht”), Untersuchung im Schuljahr
2012/2013, Anmerkung: * p<.05, ** p<.01, *** p<.001, n. s. = nicht signifikant

71
Lehrerunterstützung
Die seitens der Schüler wahrgenommene Unterstützung der Lehrer wurde mit
insgesamt fünf Items erfasst (Beispielitem: „Wenn ich einmal zusätzlich Hilfe
brauche, dann kann ich sie von meinen Lehrern bekommen“,
α
der Gesamtskala =
.71). Wie im Falle der Mitschülerunterstützung wird auch die Unterstützung seitens
der Lehrer in Klassenstufe 8 insgesamt geringer eingeschätzt als in Klassenstufe 6,
überdurchschnittlich hoch ist die Differenz dabei am Vergleichsgymnasium in
Schwarzenberg. Einzig an der Mittelschule am Steegenwald in Lugau besteht in
Klassenstufe 8 aus Sicht der Schüler eine höhere Lehrerunterstützung als in Klassen-
stufe 6. Insgesamt berichten insbesondere die Mädchen im Längsschnitt eine
geringer wahrgenommene Lehrerunterstützung. Differenziert nach Schulart besteht
das höchste Ausmaß wahrgenommener Lehrerunterstützung zu beiden Messzeit-
punkten an der Schulversuchsschule.
Schule
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=134)
1,97
2,14
-0,17
<.01
August-Bebel-Mittelschule Zschopau (n=40)
1,81
1,99
-0,18
<.05
Mittelschule am Steegenwald Lugau (n=30)
2,21
2,17
0,04
n. s.
B.-Brecht-Gymn. Schwarzenberg (n=64)
1,96
2,23
-0,27
<.01
HBSC MS Sachsen 2006
1,81
2,28
-0,47
<.001
HBSC GY Sachsen 2006
1,91
2,41
-0,50
<.001
Jungen (n=72)
2,09
2,18
-0,09
n. s.
Mädchen (n=61)
1,85
2,11
-0,26
<.01
FAS 1
hoch (n=15)
1,84
2,09
-0,25
n. s.
FAS 2
mittel (n=21)
1,70
1,84
-0,14
n. s.
FAS 3
niedrig (n=3)
1,80
1,93
-0,13
n. s.
Tab. 43: Lehrerunterstützung im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und 8), Kohorte
IV,
Skalenmittelwerte (Interpretation: 1=„stimmt genau”, 2=„stimmt ziemlich”, 3=„weder/
noch”, 4=„stimmt nicht”, 5=„stimmt überhaupt
nicht”), Untersuchung im Schuljahr
2012/2013, Anmerkung: * p<.05, ** p<.01, *** p<.001, n. s. = nicht signifikant
Partizipationsmöglichkeiten
Tabelle 44 zeigt die Skalenmittelwerte der wahrgenommen Mitbestimmungs-
möglichkeiten in Schule und Unterricht und deren Veränderung von Klassenstufe 6
zu Klassenstufe 8 (Beispielitem:
„Die Schüler haben ein Mitspracherecht wie die
Unterrichtszeit genutzt
wird“,
α
der Gesamtskala = .74).
Über alle Schulen der Kohorte IV hinweg werden die Mitbestimmungsmöglichkeiten
in Klassenstufe 8 tendenziell geringer als noch in Klassenstufe 6 wahrgenommen.
Insbesondere am Vergleichsgymnasium ist die Differenz überdurchschnittlich hoch.
Eine Ausnahme bildet die August-Bebel-Mittelschule Zschopau, an welcher die
Partizipationsmöglichkeiten in Klassenstufe 8 höher als in Klassenstufe 6 einge-
schätzt werden. Im Schulartvergleich bestehen signifikante Unterschiede in der
Klassenstufe 6 insbesondere zwischen dem Vergleichsgymnasium und der
gegenübergestellten Schulversuchsschule. Zum aktuellen Messzeitpunkt in Klassen-
stufe 8 bestehen keine statistisch bedeutsamen Schulartunterschiede.

72
Schule
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=138)
2,89
2,96
-0,07
n. s.
August-Bebel-Mittelschule Zschopau (n=42)
3,17
2,96
0,21
n. s.
Mittelschule am Steegenwald Lugau (n=31)
3,00
3,07
-0,07
n. s.
B.-Brecht-Gymn. Schwarzenberg (n=65)
2,65
2,91
-0,26
<.01
HBSC MS Sachsen 2006
3,09
3,13
-0,04
n. s.
HBSC GY Sachsen 2006
3,00
3,26
-0,26
<.001
Jungen (n=73)
2,96
3,03
-0,07
n. s.
Mädchen (n=64)
2,80
2,89
-0,09
n. s.
FAS 1
hoch (n=17)
3,21
3,06
0,15
n. s.
FAS 2
mittel (n=21)
3,14
2,90
0,24
n. s.
FAS 3
niedrig (n=3)
2,73
2,40
0,33
n. s.
Tab. 44: Partizipationsmöglichkeiten im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und 8), Kohorte
IV, Skalenmittelwerte (Interpretation: 1=„stimmt genau”, 2=„stimmt ziemlich”, 3=„weder/
noch”, 4=„stimmt nicht”, 5=„stimmt überhaupt nicht”), Untersuchung im Schuljahr
2012/2013, Anmerkung: ** p<.01, *** p<.001, Anmerkung: n. s. = nicht signifikant
Schulische Belastung
Die schulische Belastung der Schüler wurde im Rahmen der schriftlichen
Schülerbefragung mit drei Items
erfasst (Beispielitem: „Ich finde das Lernen in der
Schule
ermüdend“).
Tabelle 45 zeigt die entsprechenden Skalenmittelwerte nach
Zusammenfassung der Einzelitems zu einer Gesamtskala schulischer Belastung (α
der Gesamtskala =.68). Kleinere Mittelwerte entsprechen hierbei einer stärkeren
schulischen Belastung, positive Differenzen einer höheren Belastung in Klassenstufe
8 im Vergleich zu Klassenstufe 6.
Schule
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=145)
3,17
3,09
0,08
n. s.
August-Bebel-Mittelschule Zschopau (n=45)
3,15
3,01
0,14
n. s.
Mittelschule am Steegenwald Lugau (n=32)
2,93
3,05
- 0,12
n. s.
B.-Brecht-Gymn. Schwarzenberg (n=68)
3,29
3,15
0,14
n. s.
HBSC MS Sachsen 2006
3,18
2,91
0,27
<.001
HBSC GY Sachsen 2006
3,47
2,95
0,52
<.001
Jungen (n=77)
3,19
3,05
0,14
n. s.
Mädchen (n=67)
3,13
3,13
0
-
FAS 1
hoch (n=16)
3,17
2,90
0,27
n. s.
FAS 2
mittel (n=25)
3,21
3,09
0,12
n. s.
FAS 3
niedrig (n=3)
2,56
3,00
- 0,44
n. s.
Tab. 45: schulische Belastung im Längsschnitt (Messzeitpunkte Kl. 6 und 8), Kohorte IV, Skalen-
mittelwerte (Interpretation: 1=„stimmt genau”, 2=„stimmt ziemlich”, 3=„weder/ noch”,
4=„stimmt nicht”, 5=„stimmt überhaupt nicht”), Untersuchung im Schuljahr 2012/2013,
Anmerkung: *** p<.001, n. s. = nicht signifikant
Insgesamt berichten die Schüler
mit Ausnahme der Mittelschule am Steegenwald
in Lugau
in Klassenstufe 8 eine höhere schulische Belastung als noch zwei Jahre
zuvor. Zu beiden Erhebungszeitpunkten sowie hinsichtlich der Betrachtung im

73
Längsschnitt bestehen keine Unterschiede hinsichtlich des Geschlechts bzw. der
besuchten Schulart.
4.2
Außerschulische Faktoren: soziale Herkunft
Entsprechend der bisherigen Vorgehensweise wurden die Angaben der Schüler der
Klassenstufe 8 zum Wohlstandsindex und kulturellem Kapital auf etwaige
Abweichungen zum ersten Messzeitpunkt in Klassenstufe 6 geprüft. Geringfügige
Abweichungen gegenüber der Erhebung in Klassenstufe 6 sind dabei an der August-
Bebel-Mittelschule Zschopau sowie an der Mittelschule am Steegenwald Lugau
vorhanden. In beiden Fällen liegt der
auf Angaben der Schüler zur Anzahl von Autos
und Computern, dem Vorhandensein eines eigenen Zimmers sowie der Häufigkeit
einer Urlaubsreise in den vergangenen 12 Monaten beruhende
Index auf einem
höheren Niveau, wobei die Differenzen an beiden Schulen keine statistische
Signifikanz aufweisen. Die entsprechenden Angaben zum Wohlstandsindex sind
dem vierten Zwischenbericht, Seite 59 f. zu entnehmen.
Im Hinblick auf das kulturelle Kapital
gemessen an der Anzahl der im Haushalt
vorhandenen Bücher
sind die Angaben der Schüler der Kohorte IV zu beiden
Messzeitpunkten jeweils vergleichbar und werden daher im Folgenden nicht
berichtet, für die entsprechenden Daten wird ebenfalls auf den vierten
Zwischenbericht, Seite 60 f. verwiesen.
Schulbezogene Unterstützung der Eltern
Tabelle 46 zeigt die Skalenmittelwerte der Gesamtskala zur Erfassung der schulbe-
zogenen Unterstützung seitens der Eltern (Beispielitem:
„Meine Eltern interessieren
sich dafür, wie es mir in der Schule geht.“,
α
der Gesamtskala = .85) für die
Klassenstufen 6 und 8. Kleinere Mittelwerte entsprechen dabei einer höheren
schulbezogenen Unterstützung seitens der Eltern, negative Differenzen einer im
Längsschnitt geringer wahrgenommenen Unterstützung. Über alle Schulen der
Kohorte IV hinweg wird hierbei dieses Unterstützungssystem in Klassenstufe 8
tendenziell weniger ausgeprägt wahrgenommen.
Schule
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=144)
1,55
1,58
-0,03
n. s.
August-Bebel-Mittelschule Zschopau (n=44)
1,75
1,80
-0,05
n. s.
Mittelschule am Steegenwald Lugau (n=33)
1,46
1,48
-0,02
n. s.
B.-Brecht-Gymn. Schwarzenberg (n=67)
1,46
1,49
-0,03
n. s.
HBSC MS Sachsen 2006
1,37
1,46
-0,09
<.01
HBSC GY Sachsen 2006
1,34
1,50
-0,16
<.001
Jungen (n=77)
1,57
1,62
-0,05
n. s.
Mädchen (n=66)
1,51
1,52
-0,01
n. s.
FAS 1
hoch (n=16)
1,49
1,68
-0,19
n. s.
FAS 2
mittel (n=24)
1,88
1,86
0,02
n. s.
FAS 3
niedrig (n=3)
1,80
1,53
0,27
n. s.
Tab. 46: schulbezogene Unterstützung der Eltern im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6
und 8), Kohorte IV, Skalenmittelwerte (Interpretation: 1=„stimmt genau”, 2=„stimmt
ziemlich”, 3=„weder/noch”, 4=„stimmt nicht”, 5=„stimmt überhaupt nicht”), Unter-
suchung im Schuljahr 2012/2013, Anmerkung: ** p<.01, *** p<.001, n. s. = nicht signifikant

74
Qualität und Intensität der Eltern-Kind-Kommunikation
Tabelle 47 zeigt jene Items mit welchen die Häufigkeit gemeinsamer Aktivitäten
innerhalb der Familie erfasst wurde. Abgebildet sind die prozentualen Anteile für die
Antwortkategorien „mehrmals im Monat“ und „mehrmals in der Woche“.
Tendenziell verringert sich wie im Falle des Untersuchungsjahrgangs B der Kohorte I
auch innerhalb der Kohorte IV die Häufigkeit gemeinsamer Aktivitäten, einzig
häufiger wird in Klassenstufe 8 über Bücher, Filme und Fernsehsendungen
diskutiert.
Wie oft kommt es im
Allgemeinen vor,
dass deine Eltern mit
dir…
gesamt
A.-Bebel-MS
Zschopau
MS am
Steegenwald
Lugau
B.-Brecht-
Gym. Schwar-
zenberg
(n=146)
(n=46)
(n=33)
(n=67)
über Bücher,
Filme, Fernseh-
sendungen disku-
tieren?
Kl.6
40,0
31,8
30,4
50,0
Kl.8
45,9
39,2
54,5
46,2
klass. Musik
hören?
Kl.6
13,3
23,2
3,1
11,8
Kl.8
4,2
4,4
3,0
4,5
über deine
Schulleistungen
reden?
Kl.6
86,1
86,0
90,9
83,8
Kl.8
78,8
65,2
90,9
82,1
gemeinsam früh-
stücken oder Abend
essen?
Kl.6
95,9
95,5
93,9
97,0
Kl.8
95,9
89,1
96,9
100
sich Zeit nehmen,
um einfach zu reden?
Kl.6
80,7
70,4
87,8
83,8
Kl.8
73,3
60,9
75,8
80,6
Tab. 47: Qualität und Intensität der Eltern-Kind-Kommunikation im Längsschnitt (Messzeitpunkte
Klassenstufe 6 und 8), Prozentangaben für die Antwortkategorien
„mehrmals im Monat“
und
„mehrmals in der
Woche“, Kohorte IV, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013

75
4.3
Personale Faktoren
Das nachfolgende Kapitel 4.3 widmet sich im Folgenden den Veränderungen im
Hinblick auf das schulische Selbstkonzept, die allgemeine Selbstwirksamkeit, den
Stärken und Schwächen im Verhalten sowie der Häufigkeit psychosomatischer
Beschwerden im Längsschnitt von Klassenstufe 6 zu Klassenstufe 8.
Schulische Kompetenz
Frage 25 des Schülerfragebogens erfasst das seitens der Schüler wahrgenommene
subjektive Ausmaß der schulischen Kompetenz (Beispielitem: „Ich fühle mich
genauso klug wie andere in meinem Alter.“,
α
der Gesamtskala = .52)
Wie Tabelle 48 zeigt, bestehen hinsichtlich der wahrgenommenen schulischen
Kompetenz im Längsschnitt kaum Veränderungen, größere Skalenmittelwerte ent-
sprechen dabei einer höheren schulischen Kompetenz. Insgesamt weisen die
Schüler der Kohorte IV eine vergleichsweise hohe schulische Kompetenz auf, am
höchsten fällt diese dabei zu beiden Messzeitpunkten am Vergleichsgymnasium in
Schwarzenberg aus, die vergleichsweise geringste schulische Kompetenz berichten
die Schüler der Mittelschule „Am Steegenwald“
Lugau, die Unterschiede in der
Beurteilung hinsichtlich der Schulart sind dabei statistisch nicht signifikant.
Differenziert nach Geschlecht und familiären Wohlstand weisen die Jungen zu
beiden Messzeitpunkten ein tendenziell höheres Ausmaß an schulischer Kompetenz
auf, in Klassenstufe 8 besteht zudem ein signifikanter Unterschied zwischen den
einzelnen Klassen familiären Wohlstands: Schüler aus Elternhäusern mit einem
vergleichsweise geringem familiären Wohlstand weisen entsprechend eine
geringere schulische Kompetenz auf (p<.01).
Schule
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=136)
2,86
2,84
0,02
n. s.
August-Bebel-Mittelschule Zschopau (n=41)
2,85
2,85
0
-
Mittelschule am Steegenwald Lugau (n=30)
2,77
2,77
0
-
B.-Brecht-Gymn. Schwarzenberg (n=65)
2,91
2,87
0,04
n. s.
HBSC MS Sachsen 2006
2,78
2,69
0,09
<.01
HBSC GY Sachsen 2006
2,98
2,79
0,19
<.001
Jungen (n=71)
2,92
2,85
0,07
n. s.
Mädchen (n=64)
2,80
2,83
-0,03
n. s.
FAS 1
hoch (n=55)
2,95
2,95
0
-
FAS 2
mittel (n=67)
2,83
2,82
0,01
n. s.
FAS 3
niedrig (n=13)
2,71
2,49
0,22
n. s.
Tab. 48: schulische Kompetenz im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und 8), Kohorte IV,
Skalenmittelwerte
(Interpretation:
1=„beschreibt mich überhaupt nicht”,
2=„beschreibt mich schlecht”, 3=„beschreibt mich gut”, 4=„beschreibt mich ganz genau”),
Anmerkung: ** p<.01, *** p<.001, n. s. = nicht signifikant, Untersuchung im Schuljahr
2012/2013

76
Allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung
Innerhalb der schriftlichen Schülerbefragung wurde die allgemeine Selbstwirk-
samkeitserwartung mittels 10 Items erfasst und zur Beurteilung im Längsschnitt
wiederum als Gesamtskala betrachtet (Frage 26,
Beispielitem: „Für jedes Problem
kann ich eine Lösung finden.“,
α
der Gesamtskala = .77). Die entsprechenden
Mittelwerte und Differenzen im Längsschnitt zeigt Tabelle 49, größere Mittelwerte
entsprechen einer höheren allgemeinen Selbstwirksamkeitserwartung, negative
Differenzen sind als eine stärker ausgeprägte allgemeine Selbstwirksamkeits-
erwartung in Klassenstufe 8 zu interpretieren.
Insgesamt bestehen im Längsschnitt hinsichtlich der Einschätzung der allgemeinen
Selbstwirksamkeit keine nennenswerten Veränderungen von Klassenstufe 6 zu
Klassenstufe 8. Hinsichtlich der Schulart bestehen keine signifikanten Unterschiede
in der Beurteilung, differenziert nach Geschlecht weisen zu beiden Messzeitpunkten
Jungen eine höhere allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung auf als Mädchen. Kein
Zusammenhang besteht zum familiären Wohlstand.
Schule
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=132)
2,83
2,87
-0,04
n. s.
August-Bebel-Mittelschule Zschopau (n=38)
2,79
2,91
-0,12
n. s.
Mittelschule am Steegenwald Lugau (n=30)
2,85
2,91
-0,06
n. s.
B.-Brecht-Gymn. Schwarzenberg (n=64)
2,84
2,83
0,01
n. s.
HBSC MS Sachsen 2006
2,86
2,81
0,05
n. s.
HBSC GY Sachsen 2006
3,00
2,89
0,11
<.001
Jungen (n=71)
2,85
2,92
-0,07
n. s.
Mädchen (n=60)
2,80
2,82
-0,02
n. s.
FAS 1
hoch (n=50)
2,85
2,88
-0,03
n. s.
FAS 2
mittel (n=68)
2,80
2,90
-0,10
n. s.
FAS 3
niedrig (n=12)
2,84
2,83
0,01
n. s.
Tab. 49: Allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6
und 8), Kohorte IV, Skalenmittelwerte (Interpretation: 1=„stimmt nicht”, 2=„stimmt kaum”,
3=„stimmt eher”, 4=„stimmt genau”), Anmerkung: *** p<.001, n. s. = nicht signifikant,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
Stärken und Schwächen im Verhalten
Die Einschätzung der Stärken und Schwächen im Verhalten wird mittels 20 Items
erfasst, welche insgesamt vier (problembehaftete) Symptome abbilden. Es handelt
sich im Einzelnen um Hyperaktivität, Emotionale Probleme, Verhaltensprobleme
sowie Verhaltensprobleme mit Gleichaltrigen. Je nach Ausprägung der Werte bzw.
Abweichung der Werte von der standardisierten Verteilung können Anzeichen für
Probleme unter den Schülern angenommen werden.
Tabelle 50 zeigt die Interpretation der Werte der einzelnen Subskalen.
43
43
http://www.sdqinfo.org

77
normal
grenzwertig
auffällig
Hyperaktivität
0-5
6
7-10
Emotionale Probleme
0-5
6
7-10
Verhaltensprobleme
0-3
4
5-10
Verhaltensprobleme mit Gleichaltrigen
0-3
4-5
6-10
Gesamtproblemwert
0-15
16-19
20-40
Tab. 50: Stärken und Schwächen im Verhalten (SDQ), Interpretation der Werte und Definition einer
Störung
In den nachfolgenden Tabellen 51 bis 55 werden die entsprechenden Mittelwerte
und deren Veränderungen zwischen den beiden Messzeitpunkten in Klassenstufe 6
und Klassenstufe 8 innerhalb der Einzelschulen der Kohorte IV berichtet. Höhere
Skalenmittelwerte bzw. negative Differenzen entsprechen hierbei einer Zunahme der
o. g. Symptome in Klassenstufe 8.
Im Hinblick auf das Symptom Hyperaktivität liegen die Ausprägungen an allen
Schulen der Kohorte IV zu beiden Messzeitpunkten im
‚Normalbereich‘. Am
vergleichsweise stärksten betroffen sind von dieser Symptomatik die Schüler der
August-Bebel-Mittelschule Zschopau, die geringste Ausprägung weisen die Schüler
des Vergleichsgymnasiums Schwarzenberg auf. Differenziert nach Geschlecht
weisen Mädchen zu beiden Messzeitpunkten höhere diesbezügliche Kennwerte auf,
bei den Jungen ist der Problemwert in Klassenstufe 8 im Vergleich zu Klassenstufe 6
signifikant geringer (Tab. 52).
Symptom: Hyperaktivität
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=141)
3,66
3,36
0,30
n. s.
August-Bebel-Mittelschule Zschopau (n=41)
4,05
3,51
0,54
n. s.
Mittelschule am Steegenwald Lugau (n=33)
3,70
3,42
0,28
n. s.
B.-Brecht-Gymn. Schwarzenberg (n=67)
3,40
3,24
0,16
n. s.
Jungen (n=76)
3,61
3,24
0,37
p<.05
Mädchen (n=64)
3,73
3,50
0,23
n. s.
Tab. 51: Hyperaktivität im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und 8), Kohorte IV, Mittel-
werte der erfragten Symptome, Anmerkung: * p<.05, n. s. = nicht signifikant, Untersuchung
im Schuljahr 2012/2013
Die mittleren Werte im Bereich emotionaler Probleme (Tab. 52) liegen ebenfalls über
alle Schulen der Kohorte IV hinweg im ‚Normalbereich‘. Differenziert nach
Einzelschule weisen zum aktuellen Messzeitpunkt in Klassenstufe 8 die Schüler des
Vergleichsgymnasiums Schwarzenberg die vergleichsweise höchste diesbezügliche
Symptomatik auf, jene der August-Bebel-Mittelschule Zschopau die geringste.
Mädchen weisen insgesamt zu beiden Messzeitpunkten eine stärkere Betroffenheit
auf, in Klassenstufe 8 ist der Unterschied zwischen Mädchen und Jungen statistisch
signifikant (p<.01).

78
Symptom: Emotionale Probleme
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=140)
2,29
2,29
0
-
August-Bebel-Mittelschule Zschopau (n=41)
2,39
2,05
0,34
n. s.
Mittelschule am Steegenwald Lugau (n=32)
2,00
2,28
-0,28
n. s.
B.-Brecht-Gymn. Schwarzenberg (n=67)
2,36
2,43
-0,07
n. s.
Jungen (n=75)
2,13
1,81
0,32
n. s.
Mädchen (n=64)
2,47
2,93
-0,46
n. s.
Tab. 52: Emotionale Probleme im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und 8), Kohorte IV,
Mittelwerte der erfragten Symptome, Anmerkung: n. s. = nicht signifikant, Untersuchung im
Schuljahr 2012/2013
Auch im Hinblick auf Verhaltensprobleme liegen die mittleren Werte an den Schulen
der Kohorte IV im ‚Normalbereich‘. In der aktuell untersuchten Klassenstufe 8
weisen die Schüler der August-Bebel-Mittelschule Zschopau den vergleichsweise
höchsten Problemwert auf, jene der Mittelschule am Steegenwald den geringsten,
im Vergleich zur Klassenstufe 6 haben sich die entsprechenden Probleme hier
deutlich verringert. Differenziert nach Geschlecht weisen die Jungen zu beiden
Messzeitpunkten
insbesondere jedoch in Klassenstufe 6
eine signifikant höhere
Problematik auf. Im Zeitverlauf besteht jedoch bei den Jungen eine signifikante
Abnahme von Verhaltensproblemen (Tab. 53).
Symptom: Verhaltensprobleme
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=144)
1,92
1,66
0,26
n. s.
August-Bebel-Mittelschule Zschopau (n=43)
2,07
2,16
-0,09
n. s.
Mittelschule am Steegenwald Lugau (n=33)
1,91
1,39
0,52
p<.05
B.-Brecht-Gymn. Schwarzenberg (n=68)
1,82
1,47
0,35
n. s.
Jungen (n=77)
2,18
1,74
0,44
p<.05
Mädchen (n=66)
1,61
1,55
0,06
n. s.
Tab. 53: Verhaltensprobleme im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und 8), Kohorte IV,
Mittelwerte der erfragten Symptome, Anmerkung: * p<.05, n. s. = nicht signifikant,
Untersuchung im Schuljahr 2012/2013

79
Tabelle 54 berichtet die entsprechenden Mittelwerte für die Schulen der Kohorte IV
hinsichtlich Verhaltensproblemen mit Gleichaltrigen. Wiederum liegen die einzelnen
Werte im ‚Normalbereich‘, am höchsten fällt die Symptomatik zu beiden
Mess-
zeitpunkten an der August-Bebel-Mittelschule Zschopau aus, am geringsten an der
Mittelschule am Steegenwald Lugau. Ein signifikanter Unterschied im Längsschnitt
besteht bei den Jungen: im Zeitverlauf von Klassenstufe 6 zu Klassenstufe 8 haben
sich Verhaltensprobleme mit Gleichaltrigen verringert. Zum aktuellen Untersuchungs-
zeitpunkt in Klassenstufe 8 weisen die Mädchen ein höheres Ausmaß der
entsprechenden Symptomatik auf als Jungen.
Symptom: Verhaltensprobleme mit
Gleichaltrigen
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=143)
2,45
2,15
0,30
n. s.
August-Bebel-Mittelschule Zschopau (n=38)
2,66
2,52
0,14
n. s.
Mittelschule am Steegenwald Lugau (n=33)
2,12
1,88
0,24
n. s.
B.-Brecht-Gymn. Schwarzenberg (n=66)
2,48
2,05
0,43
n. s.
Jungen (n=77)
2,66
2,06
0,60
p<.01
Mädchen (n=65)
2,22
2,25
-0,03
n. s.
Tab. 54: Verhaltensprobleme mit Gleichaltrigen im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und
8), Kohorte IV, Mittelwerte der erfragten Symptome, Anmerkung: ** p<.01, n. s. = nicht
signifikant, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
Tabelle 55 fasst schließlich die einzelnen Symptome zu einem Gesamtproblemwert
zusammen. Insgesamt weisen dabei die Schüler der August-Bebel-Mittelschule
Zschopau zu beiden Messzeitpunkten den höchsten Gesamtproblemwert auf, jene
der Vergleichsmittelschule am Steegenwald den geringsten. Unter Berücksichtigung
der Längsschnittperspektive besteht bei den Jungen über alle Schulen der Kohorte
IV hinweg eine signifikante Verringerung des Gesamtproblemwertes.
Gesamtproblemwert
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=133)
10,32
9,49
0,83
p<.05
August-Bebel-Mittelschule Zschopau (n=36)
11,19
10,28
0,91
n. s.
Mittelschule am Steegenwald Lugau (n=32)
9,72
9,06
0,66
n. s.
B.-Brecht-Gymn. Schwarzenberg (n=65)
10,12
9,26
0,86
n. s.
Jungen (n=71)
10,56
8,77
1,79
p<.001
Mädchen (n=61)
10,05
10,31
-0,26
n. s.
Tab. 55: Gesamtproblemwert im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6 und 8), Kohorte IV,
Mittelwerte der erfragten Symptome, Anmerkung: * p<.05, *** p<.001, n. s. = nicht
signifikant, Untersuchung im Schuljahr 2012/2013
Psychosomatische Beschwerden
Tabelle 56 zeigt die Skalenmittelwerte der Skala zur Erfassung psychosomatischer
Beschwerden im Längsschnitt von Klassenstufe 6 zu Klassenstufe 8 (Frage 28,
Beispielitem: Kopfschmerzen,
α
der Gesamtskala = .83). Kleinere Mittelwerte
entsprechen dabei einem häufigeren Auftreten entsprechender Beschwerden,
positive Differenzen sind als Zunahme von Beschwerden im Längsschnitt zu

80
interpretieren. Insgesamt berichten die Schüler der Klassenstufe 8 der Kohorte IV
durchweg häufiger unter psychosomatischen Beschwerden zu leiden, insbesondere
Mädchen sind hierbei von dieser Entwicklung betroffen.
Im Hinblick auf die Einzelschulen der Kohorte IV berichten die Schüler des Ver-
gleichsgymnasiums Schwarzenberg zu beiden Messzeitpunkten das höchste
Ausmaß psychosomatischer Beschwerden, wobei die Unterschiede nicht signifikant
sind.
Schule
Klassen-
stufe 6
Klassen-
stufe 8
Differenz
Sign.
(MW)
(MW)
gesamt (n=135)
4,19
4,06
0,13
p<.05
August-Bebel-Mittelschule Zschopau (n=43)
4,23
4,17
0,06
n. s.
Mittelschule am Steegenwald Lugau (n=30)
4,27
4,10
0,17
n. s.
B.-Brecht-Gymn. Schwarzenberg (n=62)
4,12
3,97
0,15
n. s.
HBSC MS Sachsen 2006
4,30
4,20
0,10
p<.05
HBSC GY Sachsen 2006
4,39
4,14
0,25
p<.001
Jungen (n=75)
4,29
4,25
0,04
n. s.
Mädchen (n=59)
4,07
3,82
0,25
p<.05
FAS 1
hoch (n=17)
4,15
3,98
0,17
n. s.
FAS 2
mittel (n=23)
4,25
4,29
-0,04
n. s.
FAS 3
niedrig (n=2)
4,50
4,20
0,30
-
Tab. 56: Häufigkeit psychosomatischer Beschwerden im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe
6 und 8), Kohorte IV, Skalenmittelwerte (Interpretation: 1=„fast täglich”, 2=„mehrmals pro
Woche”, 3=„fast jede Woche”, 4=„ungefähr einmal im Monat”, 5=„selten oder nie”),
Anmerkung: * p<.05, *** p<.001, n. s. = nicht signifikant, Untersuchung im Schuljahr
2012/2013
4.4
Freizeitverhalten
Wie für die Schulen der Kohorte I, Untersuchungsjahrgang B, werden im Folgenden
im Bereich des Freizeitverhaltens folgende Skalen
jeweils differenziert nach
Wochentagen (W) und Wochenende (WE)
näher betrachtet: mittlere Fernsehdauer,
mittlere Dauer des Computerspielens sowie mittlere Dauer der Computernutzung
bspw. zur Nutzung des Internets (jeweils in Stunden).
Die nachfolgenden Tabellen 57 bis 59 zeigen die entsprechenden Mittelwerte der
Nutzungsdauern innerhalb der Schulen der Kohorte IV. Signifikante Unterschiede im
Längsschnitt sind dabei jeweils entsprechend gekennzeichnet.

81
Schule
Klassenstufe 6
Klassenstufe 8
(W) (WE)
(W) (WE)
gesamt (n=125)
1,97 / 3,07
2,13 / 3,18
August-Bebel-Mittelschule Zschopau (n=39)
1,83 / 3,04
2,35 / 3,63
Mittelschule am Steegenwald Lugau (n=23)
2,15 / 3,30
2,20 / 3,18
B.-Brecht-Gymn. Schwarzenberg (n=63)
1,98 / 3,00
1,98 / 2,89
Jungen (n=69)
2,09 / 3,28
2,49 / 3,59
Mädchen (n=55)
1,77 / 2,73
1,66 / 2,56
FAS 1
hoch (n=51)
1,69 / 2,66
1,77 / 2,93
FAS 2
mittel (n=61)
2,21 / 3,40
2,37 / 3,38
FAS 3
niedrig (n=10)
2,00 / 2,75
2,40 / 2,95
Tab. 57: Skala Häufigkeit des Fernsehens an Wochentagen (W) und am Wochenende (WE) im
Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6, 8 und 10), Kohorte IV, Mittelwerte in Stunden
Schule
Klassenstufe 6
Klassenstufe 8
(W) (WE)
(W) (WE)
gesamt (n=142)
1,33 / 2,15
1,54 / 2,43
August-Bebel-Mittelschule Zschopau (n=46)
1,41 / 2,22
1,72 / 2,63
Mittelschule am Steegenwald Lugau (n=29)
1,41 / 2,43
1,24 / 2,43
B.-Brecht-Gymn. Schwarzenberg (n=67)
1,23 / 1,99
1,55 / 2,29
Jungen (n=77)
1,66* / 2,74*
2,21* / 3,44*
Mädchen (n=64)
0,88 / 1,42
0,73 / 1,21
FAS 1
hoch (n=57)
1,23 / 2,07
1,32 / 2,17
FAS 2
mittel (n=70)
1,43 / 2,25
1,69 / 2,62
FAS 3
niedrig (n=13)
1,00 / 1,85
1,15 / 1,46
Tab. 58: Skala Häufigkeit des Computerspielens an Wochentagen (W) und am Wochenende (WE) im
Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6, 8 und 10), Kohorte IV, Mittelwerte in
Stunden, Anmerkung: * p<.05
Schule
Klassenstufe 6
Klassenstufe 8
(W) (WE)
(W) (WE)
gesamt (n=143)
1,08*** / 1,49***
1,55*** / 2,28***
August-Bebel-Mittelschule Zschopau (n=44)
0,81** / 1,16**
1,45** / 2,22**
Mittelschule am Steegenwald Lugau (n=32)
1,42 / 1,86
1,48 / 2,11
B.-Brecht-Gymn. Schwarzenberg (n=67)
1,10** / 1,53**
1,65** / 2,40**
Jungen (n=77)
0,97* / 1,45**
1,43* / 2,30**
Mädchen (n=65)
1,23* / 1,57**
1,69* / 2,25**
FAS 1
hoch (n=58)
1,09** / 1,45***
1,62** / 2,50***
FAS 2
mittel (n=71)
1,12 / 1,58*
1,48 / 2,07*
FAS 3
niedrig (n=12)
0,83 / 1,21*
1,71 / 2,17*
Tab. 59: Skala Häufigkeit der Computernutzung an Wochentagen (W) und am Wochenende (WE)
im Längsschnitt (Messzeitpunkte Klassenstufe 6, 8 und 10), Kohorte IV, Mittelwerte in
Stunden, Anmerkung: * p<.05, ** p<.01, *** p<.001
Über alle Schulen der Kohorte IV hinweg ist dabei sowohl an Wochentagen als auch
am Wochenende eine Zunahme der mittleren Fernsehdauer zu verzeichnen. Zum
aktuellen Messzeitpunkt in der Klassenstufe 8 weisen die Schüler der August-Bebel-
Mittelschule Zschopau jeweils die höchste durchschnittliche Nutzungsdauer auf,
jene des Vergleichsgymnasiums in Schwarzenberg die geringste. Zu beiden
Messzeitpunkten schauen zudem Jungen häufiger fern als Mädchen. Ebenfalls eine
Zunahme ist insgesamt im Zeitverlauf von Klassenstufe 6 zu Klassenstufe 8 im

82
Hinblick auf die Häufigkeit des Computerspielens vorhanden, dies wiederum sowohl
an Wochentagen als auch am Wochenende. Zum aktuellen Messzeitpunkt
verbringen die Schüler der August-Bebel-Mittelschule Zschopau die im Hinblick auf
die Vergleichsschulen meiste Zeit mit Computerspielen. Im Längsschnitt zuge-
nommen hat ebenfalls die durchschnittliche Dauer der Computernutzung, dies
beispielsweise zur Erledigung von Hausaufgaben. Am höchsten fällt die Nutzungs-
dauer dabei zum aktuellen Messzeitpunkt am Vergleichsgymnasium Schwarzenberg
aus.

83
4.4
Erweiterung des Schulportfolios der August-Bebel-
Mittelschule Zschopau
4.4.1
Darstellung der Leistungsdaten
Entsprechend der Gliederung der Schulportfolios der Kapitel 3.5 und 3.6 werden im
Falle der August-Bebel-Mittelschule Zschopau zunächst die Schuljahresendnoten der
Klassenstufe 7 der Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch näher betrachtet.
Neben den tatsächlich erreichten Noten werden hierbei zur Bewertung dieser
ergänzend wiederum sog. Erwartungswerte ausgewiesen. Diese zeigen unter
Berücksichtigung
der
Schülerzusammensetzung
(Zusammensetzung
nach
Geschlecht, familiären Wohlstand, kulturellem Kapital) sowie der Schulart an, ob die
tatsächlich erreichten Schuljahresendnoten besser oder weniger gut als an
diesbezüglich vergleichbaren Schulen ausfallen.
Zum Schuljahr 2012/2013 konnten die Schulen zudem erstmalig eigenständig
entscheiden, in welchem Fach in der Klassenstufe 8 der sächsische Kompetenztest
angefertigt wird (Deutsch, Mathematik oder Englisch). Aufgrund dieser Neureglung
kann eine Vergleichbarkeit der Testergebnisse nicht mehr gewährleistet werden,
weshalb in der aktuellen Untersuchung auf die entsprechende Auswertung
verzichtet werden musste.
An der August-Bebel-Mittelschule Zschopau wird entsprechend dem pädagogischen
Konzept in den Klassenstufen 7 bis 9 zusätzlich ein gymnasiales Anforderungsniveau
angeboten. Eine äußere Differenzierung setzt dabei in der Klassenstufe 7 ein:
Schüler, welche nach der Klassenstufe 9 den Wechsel zum Gymnasium anstreben,
werden zunächst in den Fächern Mathematik und Englisch in sog. Vertiefungskursen
(=gymnasiales Anforderungsniveau) unterrichtet. Ab der Klassenstufe 8 setzt die
äußere Differenzierung zudem im Fach Deutsch ein sowie ab der Klassenstufe 9 in
den Fächern Physik, Chemie und Biologie. Für Schüler, welche den Hauptschul- oder
Realschulabschluss anstreben, beginnt die äußere abschlussbezogene Differen-
zierung in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik, Physik und Chemie ab der
Klassenstufe 9. Die abschlussbezogene äußere Differenzierung für die Bildungs-
gänge der Mittelschule wird dabei für die Klassenstufen 7 und 8 aufgehoben.
Tabelle 60 zeigt im Folgenden die mittleren erreichten Schuljahresendnoten des
Schuljahres 2012/2013 der Klassenstufe 7 gemäß dem Anforderungsniveau sowie
die jeweils entsprechenden Erwartungswerte sowohl für die Referenzebene der
entsprechenden Vergleichsschulen der Kohorte IV als auch der HBSC-Stichprobe.
Zur
Einschätzung
einer
ersten
Leistungsentwicklung
werden
zudem
die
entsprechenden Schuljahresendnoten der Klassenstufe 5 des Schuljahres 2010/2011
berichtet.
Im Fach Deutsch fällt die mittlere beobachtete Schuljahresendnote der Klassenstufe
7 im Anforderungsniveau des Gymnasiums bzw. im Vertiefungskurs mit einer 2,4 im
Hinblick auf den Erwartungswert
gebildet auf Basis des Vergleichsgymnasiums
besser als erwartet aus (2,6). Verglichen mit dem Erwartungswert auf Grundlage der
entsprechenden HBSC-Stichprobe (2,4) liegt die tatsächlich erreichte Note im
Erwartungsbereich. Im Grundkurs bzw. im Anforderungsniveau des Realschul-
bildungsgangs fällt die mittlere erreichte Note mit einer 3,0 hingegen weniger gut als
die entsprechenden Erwartungswerte aus (2,8 bzw. 2,9).

84
Im Fach Mathematik ist bei der mittleren Schuljahresendnote der Klassenstufe 7 in
beiden Anforderungsniveaus eine ähnliche Tendenz wie im Falle der Schuljahres-
endnoten im Fach Deutsch zu beobachten. Während im Vertiefungskurs die mittlere
beobachtete Note mit 2,3 besser ausfällt als die entsprechend errechneten
Erwartungswerte, liegt im Grundkurs bzw. im Anforderungsniveau des Realschul-
bildungsgangs die mittlere Note mit einer 3,2 unterhalb der Erwartungswerte beider
Referenzstichproben. Im Fach Englisch fällt die mittlere erreichte Schuljahres-
endnote mit einer 2,9 (Anforderungsniveau des Gymnasiums) bzw. 3,0
(Anforderungsniveau des Realschulbildungsgangs) jeweils weniger gut als die
entsprechend errechneten Erwartungswerte aus.
beob.
Wert Kl.
5
Erwartungs-
wert Kl. 5
beobachteter
Wert Kl. 7
Erwartungs-
werte Kl. 7
Vgl.-Schulen
Erwartungs-
werte Kl. 7
HBSC
Vgl.-MS
44
MS HBSC
45
Vertiefungs-
kurs
46
Grundkurs
47
GY
48
MS
49
GY
50
MS
51
Schuljahresendnote Fach
Deutsch
2,9
2,7
2,7
2,4
3,0
2,6
2,8
2,4
2,9
Schuljahresendnote Fach
Mathematik
2,9
2,8
3,0
2,3
3,2
2,4
2,9
2,6
2,9
Schuljahresendnote Fach
Englisch
2,7
3,0
2,5
2,9
3,0
2,8