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1
Fachstellungnahme des LfULG zum „Zwischenbericht
Teilgebiete gemäß § 13 StandAG“ der Bundesgesellschaft für
Endlagerung vom 28.09.2020 – zur Betroffenheit des
Freistaates Sachsen
Freiberg, 21.01.2021
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Abteilung 10 Geologie,
E-Mail: abt10.lfulg@smul.sachsen.de
Prüfergebnis
Die detaillierte fachliche Prüfung des „Zwischenberichts Teilgebiete gemäß § 13 StandAG“ ergab für
das Gebiet des Freistaates Sachsen, dass von den ausgewiesenen 11 526 km² der Gebietskulisse der
Teilgebiete ca. 6 155 km² die erforderlichen Kriterien nach StandAG nicht erfüllen und somit die
Ausweisung dieser Flächen als Teilgebiet nicht nachvollziehbar ist. Dies resultiert insbesondere daraus,
dass eine großflächige Ausweisung von Regionen als Teilgebiet erfolgte, in welchen andere Gesteine
als die von der BGE definierten Wirtsgesteine kartiert, erbohrt oder aus geophysikalischen Daten
ableitbar sind. So wurden sedimentäre Abfolgen, vulkanische und vulkano-sedimentäre Gesteine
sowie niedriggradige Metamorphite großflächig als kristallines Wirtsgestein klassifiziert. Außerdem
wurden Kalkstein, Schluffstein, Sandstein und Mergel dem Wirtsgestein Tongestein zugeordnet. Die in
Sachsen von Teilgebieten betroffene Fläche würde sich durch Korrektur der fehlerhaft ausgewiesenen
Bereiche von 62 % auf 29 % der Landesfläche reduzieren.

2
Inhaltsverzeichnis
1
Einleitung
........................................................................................................................................ 4
2
Teilgebiete
....................................................................................................................................... 5
2.1
011_00TG_200_00IG_K-g_SPZ kristallines Wirtsgestein in der südlichen Phyllitzone ........... 5
2.2
009_00TG_194_00IG_K_g_SO kristallines Wirtsgestein im Grundgebirge der
saxothuringischen Zone ...................................................................................................................... 6
2.3
008_01TG_204_01IG_T_f_kro Tongestein der Nordsudetischen Senke, Oberkreide ............ 6
3
Wirtsgesteine
.................................................................................................................................. 6
3.1
Kristallines Wirtsgestein .......................................................................................................... 6
3.2
Wirtsgestein Tongestein .......................................................................................................... 7
4
Ausschlusskriterien
......................................................................................................................... 7
5
Prüfergebnisse zur Anwendung der Ausschlusskriterien
.............................................................. 8
6
Mindestanforderungen
................................................................................................................ 13
7
Prüfergebnisse zur Anwendung der Mindestanforderungen
..................................................... 15
7.1
Nordsudetische Senke (Teilgebiet 008_01TG_204_01IG_T_f_kro) ...................................... 15
7.2
Südliche Phyllitzone (Teilgebiet 011_00TG_200_00IG_K-g_SPZ) ......................................... 18
7.3
Lausitzer Granodioritkomplex und Meißener Pluton (Teilgebiet
009_00TG_194_00IG_K_g_SO) ......................................................................................................... 18
7.4
Erzgebirge (Teilgebiet 009_00TG_194_00IG_K_g_SO) ......................................................... 18
7.5
Frankenberger Zwischengebirge (Teilgebiet 009_00TG_194_00IG_K_g_SO) ...................... 19
7.6
Granulitgebirge (Teilgebiet 009_00TG_194_00IG_K_g_SO) ................................................. 19
7.7
Westerzgebirgische und vogtländische Granite (Teilgebiet 009_00TG_194_00IG_K_g_SO) 20
7.8
Nordwestsachsen (Teilgebiet 009_00TG_194_00IG_K_g_SO) ............................................. 20
7.8.1
Gliederung des nordwestsächsischen Grundgebirges .................................................. 20
7.8.2
Torgau-Doberlug-Einheit ............................................................................................... 20
7.8.3
Nordsächsischer Block ................................................................................................... 21
7.8.4
DelitzscherPluton .......................................................................................................... 22
7.8.5
Osttüringisch-Nordsächsische Einheit ........................................................................... 22
7.8.6
Wurzen-Caldera ............................................................................................................. 23
7.9
Görlitzer Schiefergebirge (Teilgebiet 009_00TG_194_00IG_K_g_SO) .................................. 25
7.10
Lausitzer Grauwacken-Einheit (Teilgebiet 009_00TG_194_00IG_K_g_SO) .......................... 26
7.11
Chemnitzbecken (Teilgebiet 009_00TG_194_00IG_K_g_SO) ............................................... 27
8
Geowissenschaftliche Abwägungskriterien
................................................................................. 28
8.1
Methodisches Vorgehen der BGE.......................................................................................... 28
8.2
Bewertung der Abwägungskriterien durch die BGE .............................................................. 30

3
8.2.1
009_00TG_194_00IG_K_g_SO kristallines Wirtsgestein im Grundgebirge der
saxothuringischen Zone................................................................................................................. 30
8.2.2
011_00TG_200_00IG_K-g_SPZ kristallines Wirtsgestein in der südlichen Phyllitzone . 30
8.2.3
008_01TG_204_01IG_T_f_kro Tongestein der Nordsudetischen Senke, Oberkreide .. 30
9
Prüfergebnisse zur Anwendung der Abwägungskriterien
........................................................... 31
10
Synopsis der Prüfungsergebnisse
............................................................................................. 32
11
Quellen
...................................................................................................................................... 35
Anlagenverzeichnis
Anlage 1: Übersicht repräsentativer Bohrungen ausgewählter regionalgeologischer Einheiten
41
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1
: Teilgebiete in Sachsen.................................................................................................... ...5
Abbildung 2:
Anwendung des Ausschlusskriteriums „aktive Störungszonen“.......................................9
Abbildung 3:
Darstellung der dokumentierten Erdbebentätigkeit im Großraum Vogtland..................11
Abbildung 4:
Anwendung des Ausschlusskriteriums Bergbau.............................................................12
Abbildung 5:
Übersicht über die an die BGE gelieferten Bohrungsdaten............................................14
Abbildung 6
: Regionalgeologische Einheiten........................................................................................15
Abbildung 7:
Ausschnitt aus der Geologischen Übersichtskarte 1: 400 000 (GK 400, 1995) im Bereich
der Nordsudetischen Senke mit Sedimenten der Kreide. .....................................................................17
Abbildung 8:
Ausschnitt der kretazischen Ablagerungen in Bohrprofilen aus der Nordsudetischen
Senke von Süd nach Nord.....................................................................................................................17
Abbildung 9:
Regionalgeologische Einheiten und Plutonite mit Kontakthöfen des saxothuringischen
Grundgebirges in Nordwestsachsen nach GK 400 (1995) und der GK50 LKT (2016)............................21
Abbildung 10:
Prognostisches Normalprofil der Füllung der Wurzen-Caldera.....................................25
Abbildung 11:
Bohrprofile aus dem Görlitzer Schiefergebirge, welche die verschuppte Lagerung
paläozoischer Sedimente zeigen. .........................................................................................................26
Abbildung 12:
Nachweise der Wirtsgesteinsformation „kristallines Wirtsgestein im Grundgebirge der
saxothuringischen Zone“ innerhalb der regionalgeologischen Einheit Chemnitzbecken..................... 28
Abbildung 13:
Darstellung des Prüfergebnisses. ..................................................................................33
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1:
Belege für die Aktivität der von der BGE (2020a) nicht ausgeschlossenen
Störungssegmente. .................................................................................................................................. 9
Tabelle 2:
Übersicht über die Abwägungskriterien und deren Bewertung für die drei sächsischen
Teilgebiete (BGE, 2020f). ....................................................................................................................... 29
Tabelle 3:
Flächen der Teilgebiete und unplausiblerweise als Teilgebiete ausgewiesener Regionen. 34

4
1 Einleitung
Am 28.09.2020 hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ihren „Zwischenbericht Teilgebiete
gemäß § 13 StandAG“ veröffentlicht (BGE, 2020a). Der Bericht stellt den Stand der Arbeiten der BGE
zum Ende der Phase 1 des Standortauswahlverfahrens dar und zeigt auf, welche Gebiete in
Deutschland nach Anwendung der im Standortauswahlgesetz (StandAG, 2017) definierten Kriterien
und
Anforderungen
(Ausschlusskriterien
nach
§ 22,
Mindestanforderungen
nach
§ 23;
geowissenschaftliche Abwägungskriterien nach § 24 StandAG) bei der Endlagersuche ausgeschlossen
werden können und welche im weiteren Verlauf näher untersucht werden. Insgesamt wurden von der
BGE neunzig sogenannte Teilgebiete auf ca. 54 % der Fläche von Deutschland ausgewiesen, in denen
nach Auswertung der zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Daten günstige geologische
Voraussetzungen für die sichere Endlagerung hochradioaktiver Abfälle zu erwarten sind. Diese Gebiete
dienen im weiteren Standortauswahlverfahren als Grundlage für die Auswahl von übertägig zu
erkundenden Standortregionen.
In Sachsen wurde eine Fläche von 11 526 km
2
in Teilgebieten ausgewiesen. Das entspricht einem Anteil
an der Landesfläche von 62 %. Alle Landkreise und kreisfreien Städte sind betroffen. Die
ausgewiesenen Flächen wurden drei Teilgebieten zugeordnet (Abb. 1). Auffällig ist dabei insbesondere
ein umfangreiches, undifferenziert dargestelltes Teilgebiet, welches sich von Baden-Württemberg
über Bayern und Thüringen bis nach Sachsen erstreckt (Teilgebiet 009_00TG_194_00IG_K_g_SO,
Abb. 1).
Die Abteilung 10/Geologie des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
(LfULG) wurde mit E-Mail vom 29.09.2020 seitens des Referates 42/Bodenschutz, Altlasten, Geologie
des Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL)
dazu aufgefordert, eine fachliche Prüfung des Zwischenberichtes Teilgebiete hinsichtlich der
sächsischen Betroffenheit durchzuführen. Bei der Prüfung sollen folgende Aspekte berücksichtigt
werden:
Sind die an die BGE übergegebenen Datengrundlagen korrekt verwendet worden?
Überprüfung der dargestellten Wirtsgesteinsverbreitung in Sachsen unter Berücksichtigung der
von der BGE verwendeten Wirtsgesteinsdefinition.
Sind die Ausschlusskriterien und Mindestanforderungen gesetzeskonform angewendet
worden? Gibt es an der Methodik der Anwendung der Kriterien fachliche Kritik, die sich auch auf
die sächsische Gebietskulisse auswirken würde?
Im o. g. umfangreichen Teilgebiet 009_00TG_194_00IG_K_g_SO wurden regionalgeologische
Einheiten mit unterschiedlichen kristallinen Wirtsgesteinen (unterschiedliches Alter/Genese
und
damit verbunden unterschiedlichen Eigenschaften)
zusammengefasst.
Ist
diese
Herangehensweise
mit
Verwendung
eines
vereinheitlichten
Referenzdatensatzes
für
Kristallingestein aus fachlicher Sicht gerechtfertigt oder damit die korrekte Anwendung der
Abwägungskriterien auch in Phase 1 des Standortauswahlverfahrens fraglich?
Gegenstand der vorliegenden Stellungnahme ist es, eine detaillierte fachliche Einschätzung des
Geologischen Dienstes des LfULG hinsichtlich der o. g. Punkte darzulegen.

image
5
2 Teilgebiete
2.1
011_00TG_200_00IG_K-g_SPZ kristallines Wirtsgestein in der südlichen
Phyllitzone
Das Teilgebiet erstreckt sich entlang der Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Sachsen bis in
das Bundesland Brandenburg. Das Teilgebiet befindet sich im Grundgebirge der südlichen Phyllitzone
und weist Mächtigkeiten zwischen 210 m und 1 200 m auf. Die Oberfläche des Teilgebiets befindet
sich in einer Teufenlage von 300 m bis 1 290 m unterhalb der Geländeoberkante“
(BGE, 2020a). In
Sachsen nimmt das Teilgebiet eine Fläche von 122 km
2
ein (Abb. 1, rot). Das Teilgebiet umfasst in
Sachsen kambrische Sedimente, welche der Doberlug-Torgau-Einheit der saxothuringischen Zone
zugeordnet werden können. Das Verbreitungsgebiet des kristallinen Wirtsgesteins der südlichen
Phyllitzone reduziert sich deshalb in Sachsen auf die Plutone von Pretzsch und Prettin, welche randlich
bis in den Freistaat hineinreichen.
Abbildung 1: Teilgebiete in Sachsen.

6
2.2
009_00TG_194_00IG_K_g_SO kristallines Wirtsgestein im Grundgebirge der
saxothuringischen Zone
„Das Teilgebiet erstreckt sich von Südwesten über Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen, Sachsen-
Anhalt, das südliche Brandenburg und große Teile Sachsens im Nordosten von Deutschland. Das
Teilgebiet befindet sich im Grundgebirge der saxothuringischen Zone und weist Mächtigkeiten
zwischen 200 m und 1 200 m auf. Die Oberfläche des Teilgebiets befindet sich in einer Teufenlage
von 300 m bis 1 300 m unterhalb der Geländeoberkante“
(BGE, 2020a). In Sachsen nimmt das
Teilgebiet eine Fläche von 10 951 km
2
ein (Abb. 1, rosa). Das Teilgebiet umfasst in Sachsen mehrere
regionalgeologische Einheiten mit unterschiedlichem geologischem Aufbau: das Erzgebirge, das
Chemnitzbecken, das Granulitgebirge, das Frankenberger Zwischengebirge, die westerzgebirgischen
und vogtländischen Granite, den Lausitzer Granodioritkomplex und Meißener Pluton, die Lausitzer
Grauwacken-Einheit, das Görlitzer Schiefergebirge, die Ostthüringisch-Nordsächsische Einheit, den
Nordsächsischen Block, die Wurzen-Caldera, den Delitzscher Pluton, die Torgau-Doberlug-Einheit. In
diesen regionalgeologischen Einheiten treten sedimentäre, vulkanische, plutonische und metamorphe
Gesteine
auf.
Der
Metamorphosegrad
schwankt
von
sehr
schwach
metamorph
bis
ultrahochmetamorph.
2.3
008_01TG_204_01IG_T_f_kro Tongestein der Nordsudetischen Senke,
Oberkreide
„Das Teilgebiet liegt im Osten der Bundesländer Brandenburg und Sachsen. Das Teilgebiet bezieht
sich auf die stratigraphische Einheit Oberkreide, welche das Wirtsgestein Tongestein enthält. Es hat
eine maximale Mächtigkeit von 1 200 m. Die Basisfläche des Teilgebietes befindet sich in einer
Teufenlage von 400 m bis 1 500 m unterhalb der Geländeoberkante“
(BGE, 2020a). Das Teilgebiet
nimmt in Sachsen eine Fläche von 453 km
2
ein (Abb. 1, blau). Es umfasst sedimentäre Gesteine.
3 Wirtsgesteine
In Sachsen wurden kristallines Wirtsgestein und Tongestein ausgewiesen. Die BGE (2020a) verwendet
für diese die folgenden Definitionen.
3.1
Kristallines Wirtsgestein
Die BGE subsumiert unter kristallinen Wirtsgesteinen sowohl Plutonite, auch Tiefengesteine
genannt, als auch hochgradig regionalmetamorphe Gesteine, welche günstige Eigenschaften für die
Endlagerung von hochradioaktiven Abfällen erwarten lassen. Bei den Plutoniten handelt es sich um
magmatische Gesteine, welche in Folge der Abkühlung von Magma in großer Tiefe durch langsame
Kristallisation (Erstarrung, bei der die Minerale ihre Kristallform annehmen) entstehen. Auf Grund
der langsamen Abkühlung kristallisiert das Magma fast vollständig aus. Die gebildeten Gesteine
besitzen eine charakteristische vollkristalline Struktur, wobei die Kristalle der unterschiedlichen
Mineralphasen meist mit bloßem Auge zu erkennen sind. Bekannte Beispiele plutonischer Gesteine
sind Granite, Diorite und Gabbro. An die Erdoberfläche gelangen Plutonite durch spätere tektonische
Hebungen und Abtragung der überlagernden Schichten durch Erosion.
Bei metamorphen Gesteinen handelt es sich um Gesteine, welche in Folge einer Metamorphose
(Umwandlung) anderer Gesteine durch die Einwirkung erhöhter Drücke und Temperaturen
entstehen. Dies geschieht durch unterschiedliche Prozesse wie beispielsweise regionale tektonische
Vorgänge oder Aufdringen von Magma. Hochgradig regionalmetamorphe Gesteine sind relativ
hohen Drücken und Temperaturen ausgesetzt gewesen. Es kommt zu Mineralumwandlungen
(Entstehung neuer Mineralphasen), ohne dabei das Ausgangsgestein gänzlich aufzuschmelzen.

7
Vulkanite, gering bis mittelgradig regionalmetamorph beanspruchte Gesteine sowie Hochdruck- und
Kontaktmetamorphite zählt die BGE nicht zu den kristallinen Wirtsgesteinen gemäß § 23 Abs. 1 S. 1
StandAG. Dies begründet sich darin, dass diese Gesteine die als günstig für die Endlagerung
radioaktiver Abfälle geforderten Eigenschaften größtenteils nicht umfänglich erfüllen
(BGE, 2020a).
In der untersetzenden Unterlage „Anwendung Mindestanforderungen gemäß § 23 StandAG“ (BGE,
2020g) spezifiziert die BGE den Begriff „hochgradig regionalmetamorphe Gesteine“ als „
Gesteine der
Fazies Amphibolit, Eklogit und Granulit nach Eskola (1915), zu welchen u. a. Gneise und Migmatite
gezählt werden
.“ Für die Prüfung des „Zwischenberichts Teilgebiete“ hat das LfULG Amphibolit,
Eklogit, Glimmerschiefer, Gneis, Granulit und Marmor als Wirtsgestein klassifiziert. Außerdem wurden
Plutonite und kontaktmetamorphe Gesteine berücksichtigt. Obwohl letztere niedriggradig
metamorphe Gesteine sind, geben sie immer Hinweis auf die Nähe eines Plutonits, da eine
Kontaktmetamorphose durch die Wärme eines Intrusionskörpers verursacht wird. Als Nicht-
Wirtsgestein wurden Sedimente, Tonschiefer, Phyllit, Chloritschiefer, Vulkanite, subvulkanische
Gesteine und Pyroklastite klassifiziert.
3.2
Wirtsgestein Tongestein
Das Wirtsgestein Tongestein ist ein in der geologischen Vergangenheit durch Transport und
Ablagerung von Tonmineralen, aber auch Mineralen wie Quarz, Karbonat u. a. entstandenes
Sedimentgestein, dessen Korngrößen zu einem großen Teil kleiner als 0,002 mm sind. Die BGE
subsumiert unter dem Wirtsgesteinsbegriff Tongestein sowohl plastische Tone als auch Tonsteine,
welche
diagenetisch
verfestigt
sind.
Als
Tongesteinsformation
werden
im
Folgenden
Gesteinsformationen bezeichnet, die überwiegend aus Tongesteinen bestehen, aber noch zusätzlich
untergeordnet
andere
Gesteine wie z. B.
Sandsteine oder
Karbonatgesteine
enthalten.
Tongesteinsformationen werden somit nicht ausschließlich durch Tongesteine charakterisiert;
eingeschlossen werden damit auch Ton-Mergel- und Mergel-Tongesteine als die tondominierten
Vertreter
aus
der
kontinuierlichen
Reihe
Kalkstein-Mergel-Tonstein.
Nicht
zu
den
endlagerrelevanten Tongesteinen zählen die Tonschiefer, bei denen es sich um metamorphe, nicht
um sedimentäre Tonsteine handelt, die nicht die o. g. günstigen Eigenschaften besitzen
(BGE,
2020a). Für die Prüfung des „Zwischenberichts Teilgebiete“ hat das LfULG Tonstein und
Tonmergelstein als Wirtsgestein klassifiziert und Mergel, Kalkmergelstein und Kalkschluffstein als
Nicht-Wirtsgestein klassifiziert.
4 Ausschlusskriterien
Ein Gebiet ist nicht als Endlagerstandort geeignet, wenn mindestens
eines
der Ausschlusskriterien nach
§ 22 StandAG in diesem Gebiet erfüllt ist. Die Ausschlusskriterien sind:
großräumige
Vertikalbewegungen
von
> 1 mm / Jahr
oder
> 1 km / Millionen Jahre.
Deutschlandweit wurden keine betroffenen Gebiete identifiziert.
aktive Störungszonen, welche in den letzten 34 Millionen Jahren nachweislich oder mit hoher
Wahrscheinlichkeit
aktiv
waren
und
Verwerfungen
mit
deutlichem
Gesteinsversatz
verursachten. Diese wurden mit einem beidseitigen Puffer von 1 km um die Störungsspur an der
Geländeoberfläche ausgeschlossen.
Außerdem arbeitete die BGE mit tektonischen Großstrukturen, welche sich durch intensive
tektonische Aktivität auszeichnen. Mit dem Begriff „tektonische Großstruktur“ beschreibt die
BGE tektonische Systeme, welche nachweislich in den vergangenen 34 Millionen Jahren aktiv
waren. Die definierten tektonischen Großstrukturen sind nicht als ausgeschlossene Gebiete zu
verstehen, sondern vielmehr als Argumentationsgrundlage und Suchraum zur Ausweisung
aktiver Störungszonen in Deutschland. Methodisch bedingt können in den tektonischen

8
Großstrukturen nicht ausgeschlossene Restflächen verbleiben, wenn die dargestellten
Störungen einschließlich des Puffers von 1 km weit genug voneinander entfernt liegen.
atektonische Vorgänge, die nicht auf seismische Aktivität zurückzuführen sind, aber zu ähnlichen
Konsequenzen wie tektonische Störungen führen, wie Impaktereignisse, Karst oder
Glazitektonik. Betroffene Gebiete wurden ausgeschlossen.
bergbauliche Tätigkeit, durch welche das Gebirge so geschädigt wurde, dass negative
Auswirkungen auf den Spannungszustand und die Permeabilität des Gebirges zu erwarten sind.
Es wurden ausschließlich bergbauliche Tätigkeiten betrachtet, deren aufgefahrene Hohlräume
den endlagerrelevanten Tiefenbereich von 300 m bis 1 500 m unter der Geländeoberkante
verritzen. Betroffene Gebiete wurden ausgeschlossen.
Bohrungen mit einer Teufe von > 275 m. Diese wurden mit einem Radius von 25 m um die
Bohrpfade ausgeschlossen.
seismische Aktivität, wenn die örtliche seismische Gefährdung größer ist als in Erdbebenzone 1
nach DIN EN 1998-1/NA 2011-01. Betroffene Gebiete wurden ausgeschlossen.
vulkanische Aktivität, wenn quartärer Vulkanismus vorliegt. Die Eruptionszentren wurden mit
einem Ausschlussradius von 10 km versehen.
Nachweis junger Grundwässer. Die bloße Existenz, also der Nachweis, von
3
H und/oder
14
C im
Grundwasser führte zum Ausschluss.
Die Anwendung der Ausschlusskriterien ist in der untersetzenden Anlage des Zwischenberichts
„Anwendung
Ausschlusskriterien
gemäß
§ 22 StandAG“
dargelegt
(BGE,
2020b).
Die
im
Zwischenbericht gelieferten Karten wurden georeferenziert und mit den an die BGE gelieferten Daten
und Berichten abgeglichen.
5 Prüfergebnisse zur Anwendung der Ausschlusskriterien
In Sachsen wurden keine Gebiete ausgeschlossen auf Grund großräumiger Vertikalbewegungen,
atektonischer Prozesse sowie durch Bergbau in Tagebauen.
Bohrungen mit einer Tiefe von mehr als 275 m wurden mit einem Radius von 25 m ausgeschlossen.
Messstellen mit jungen Grundwasseraltern wurden punktuell ausgeschlossen. Beide sind auf der
Übersichtskarte (Abb. 1) maßstabsbedingt nicht sichtbar.
Ein Datensatz mit 286 aktiven Störungssegmenten wurde der BGE vom LfULG geliefert (Sächsische
Störungsdatenbank, 2020; Abb. 2 dunkelgrüne und blaue Linien). Diese Störungen wurden
überwiegend mit einem beidseitigen Puffer von 1 km ausgeschlossen. Acht Störungssegmente wurden
nicht berücksichtigt (Abb. 2, blaue Linien). Diese und die Nachweise für ihre tektonische Aktivität
werden in Tabelle 1 aufgelistet. Die einzige glazigen-tektonische Störung „Muskauer Faltenbogen“,
welche durch oberflächennahe Prozesse in der Eiszeit entstand, reicht nicht bis in endlagerrelevante
Teufen von 300 m, sodass der Entscheidung der BGE, diese Störung nicht zu berücksichtigen, gefolgt
werden kann. Bei allen endogen-tektonischen Störungen, welche sich durch tektonische Prozesse im
Erdinneren bildeten, muss jedoch davon ausgegangen werden, dass diese eine Tiefenerstreckung bis
in endlagerrelevante Teufen erreichen. Die Entscheidung der BGE, diese Störungen nicht zu
berücksichtigen, ist nicht plausibel.
Außerdem definierte die BGE zwei tektonische Großstrukturen in Sachsen, „Vogtland“ und „Lausitzer
Tertiärgräben“ (Abb. 2, hellgrün), welche intensive tektonische Aktivität aufweisen. Innerhalb dieser
tektonischen Großstrukturen wurden die dunkelroten Flächen in Abb. 2 nicht ausgeschlossen.

image
9
Tabelle 1: Belege für die Aktivität der von der BGE (2020a) nicht ausgeschlossenen Störungssegmente.
Störung
Segment
Strukturtyp
Beleg
Quelle
Bautzen-Störung
1
endogen-tektonische Störung
rezente Erdbeben:
22.04.2013,
24.12.2018
Seismologie in
Mitteldeutschland
(2020)
Meissner-Massiv-SW-
Rand-Störung
4
endogen-tektonische Störung
Kartierung spätkretazisch-
neogenen Versatzes
Stanek (2016)
Meissner-Massiv-SW-
Rand-Störung
5
endogen-tektonische Störung
Kartierung spätkretazisch-
neogenen Versatzes
Stanek (2016)
Muskauer Faltenbogen
1
glazigen-tektonische Störung
quartäre Sedimente
deformiert,
Tiefenerstreckung
180- 210 m
Kupetz et al. (1989)
Nordsächsische
Überschiebung
2
endogen-tektonische Störung
rezentes Erdbeben:
29.11.2013
Seismologie in
Mitteldeutschland
(2020)
Rietschen-Abbruch
1
endogen-tektonische Störung
geomorphologisch wirksam
Stanek et al. (2016)
Waldheim-Süd-Störung
1
endogen-tektonische Störung
geomorphologisch
wirksam, junge Kluftzonen
Müller et al. (in prep.)
Waldheim-Nord-
Störung
1
endogen-tektonische Störung
geomorphologisch
wirksam, junge Kluftzonen
Müller et al. (in prep.)
Abbildung 2: Anwendung des Ausschlusskriteriums „aktive Störungszonen“. Die aktiven Störungen,
welche durch blaue Linien gekennzeichnet sind, wurden nicht ausgeschlossen. Außerdem wurden
einige Bereiche innerhalb der tektonischen Großstrukturen nicht ausgeschlossen (rot).

10
Für die „Lausitzer Tertiärgräben“ ergab eine Rückfrage bei der BGE, dass die dunkelroten Flächen
methodisch bedingt nicht ausgeschlossen wurden. Sie sind Relikte, da die BGE vom LfULG nur durch
Tagebaue, Bohrungen bzw. geomorphologische Analyse verifizierte Störungen übermittelt bekommen
hat. Es existieren weitere Störungen mit gleichartiger Aktivität. Im südlichen Teil der Lausitz können
diese Störungen dem Eger-Riftsystem zugeordnet werden.
In der tektonischen Großstruktur „Vogtland“ wurden der Bergener Granit, der Fichtelgebirgsgranit und
der Westteil des Eibenstocker Granits nicht ausgeschlossen. Hier gibt es jedoch klare Belege für die
rezente tektonische Aktivität der Gebiete (Abb. 3). Das Vogtland ist durch Schwarmbeben
gekennzeichnet, welche in regelmäßigen Abständen über 1000 Beben in wenigen Wochen umfassen.
Korn et al. (2008) geben einen guten Überblick über die Verteilung der Erdbeben. Es existieren mehrere
Erdbebenzentren, welche sich durch bestimmte Charakteristika auszeichnen. Eines dieser Zentren liegt
im Bergener Granit, ein weiteres direkt angrenzend westlich davon (Abb. 3). Die Analyse der
Erdbebentätigkeit im Raum Bergen offenbart, dass die Erdbeben in 6-10 km Tiefe stattfinden. Dies ist
deutlich flacher als im restlichen zentralen Vogtland, wo die Erdbebenherde in 10-20 km Tiefe liegen.
Momententensorlösungen im Bergener Granit, welche die Bewegung auf einer Störungsfläche
während eines Erdbebens mathematisch repräsentieren, legen nahe, dass in kurzen Abständen von
weniger als 10 Jahren wiederholt an den gleichen Orten Herdflächen innerhalb des Granits aktiviert
werden. Das ist ein Beleg dafür, dass der Bergener Granit von aktiven Tiefenstörungen durchzogen
wird. Gleiches gilt für den Fichtelgebirgsgranit. Rappsilber et al. (2020) interpretieren die
seismologische Gesamtsituation als Beleg für eine Störungszone, welche sich mindestens bis
Reichenbach i. V. nach Norden erstreckt. Auch im Westteil des Eibenstocker Granits sind Erdbeben
registriert worden (Abb. 3). Eine Häufung von Erdbeben tritt am Westrand des Eibenstocker Granits
auf. Diese Daten belegen die aktive Tektonik in diesem Granitpluton. Alle innerhalb der tektonischen
Großstruktur „Vogtland“ gelegenen Teilgebietsflächen sind deshalb nicht als Standort für ein Endlager
geeignet.
Vulkanisch aktive Gebiete in Sachsen liegen größtenteils innerhalb der Großstruktur Vogtland und
wurden in diesem Bereich nach den Kriterien der BGE ausgeschlossen. Der alkalische
Intraplattenvulkanismus in diesem Gebiet ist durch mehrere sehr kurzeitige vulkanische Aktivitäten
mit Ruhephasen von mehreren 10 000 bis 100 000 Jahren gekennzeichnet (Wagner et al., 2002; Hošek
et al., 2019). Charakteristisch für solch einen Intraplattenvulkanismus ist insbesondere das Auftreten
von phreatischen, durch Dampfexplosion entstandenen, und phreatomagmatischen, durch Kontakt
von Magma und Wasser entstandenen, Maaren sowie Schlackenkegel-Vulkanen mit einem
assoziierten Fluid- und Gasaufstieg. Als wesentliche Indikatoren zur räumlichen Abgrenzung dieser
vulkanischen Aktivitäten sind demzufolge die derzeit bekannten quartären Vulkanstrukturen wie
Maare und Schlackenkegel sowie aktive Aufstiegswege von vulkanischen Gasen (Mofetten) und
Fluiden mit deutlicher Erdmantelsignatur heranzuziehen. Letztgenannte Signaturen in den rezent
aufsteigenden Gasen und Fluiden, insbesondere die relevanten Helium-Isotopverhältnisse, belegen
deutlich die vulkanische Aktivität in der Großstruktur Vogtland. Die Mobilität der Gase und Fluide führt
außerhalb der bekannten Mofetten zu einer Stauung der Spannungsenergie in der Erdkruste, welche
sich in Form von sehr häufig wiederkehrenden Schwarmbeben entlädt. Ausgehend von diesen
Charakteristika haben nicht nur die Magmenaufstiegskanäle sondern auch die Aufstiegswege von
Gasen und Fluiden mit Mantelsignatur die Integrität des Gebirges zerstört. Die Hypozentren der
Schwarmbeben lokalisieren somit auch Fluidwegsamkeiten im Untergrund, welche sich in Richtung der
Erdoberfläche entwickeln können. Vulkanische Aktivität in dieser Region im Laufe der nächsten
1 Million Jahre kann als sicher angenommen werden. Aktuelle Forschungen (Hrubcova et al., 2017)
gehen davon aus, dass Mofetten Bereiche künftiger vulkanischer Aktivität anzeigen.

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11
Abbildung 3:
Darstellung der dokumentierten Erdbebentätigkeit im Großraum Vogtland in Bezug zu den
ausgewiesenen Teilgebieten. Es werden sowohl die historischen Erdbeben aufgeführt, als aus auch die
instrumentell lokalisierten Beben der Gegenwart. Weiterhin wurden Herdflächenlösungen einbezogen,
welche für ausgewählte Erdbeben den Bruchmechanismus darstellen. Es ist deutlich zu sehen, dass die
Bruchmechanismen im Gebiet Novy Kostel und dem Vogtland sich ähneln. Es wird deutlich, dass die
Schwarmgebiete über Jahrhunderte immer wieder aktiviert wurden und zum Teil direkt in den
Teilgebieten liegen oder direkt daran angrenzen (Grundkarte: Maptiler, 2020).

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12
Abbildung 4: Anwendung des Ausschlusskriteriums Bergbau. Bergbaugebiete nach Sächsischer
Hohlraumkarte (grau) und die darin enthaltenen Bergbaugebiete, auf welche Ausschlusskriterien der
BGE angewendet wurden (grün). Einige der in der Hohlraumkarte enthaltenen Bergbaugebiete wurden
nur teilweise ausgeschlossen (Beispiel Marienberg: Detailkarte).
Ein seismisch aktives Gebiet befindet sich an der Westgrenze von Sachsen östlich von Gera. Es wurde
ausgeschlossen.
Die BGE hat mehrere Bergbaugebiete mit Tiefbauen ausgeschlossen. In Abb. 4 sind die Bergbaugebiete
zu sehen, welche in der Sächsischen Hohlraumkarte (2017) enthalten sind (grau und grün) sowie die
aus diesem Datensatz von der BGE zum Ausschluss verwendeten Bergbaugebiete (grün). Einige der in
der Hohlraumkarte dargestellten Bergbaugebiete wurden nur teilweise ausgeschlossen wie z. B.
Ehrenfriedersdorf und Marienberg (Abb. 4, Detailkarte). Dort wurden nur Regionen berücksichtigt, wo
die Grubenbaue tiefer als 300 m sind. Grubenbaue mit geringerer Tiefenerstreckung blieben
unbrücksichtigt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das LfULG der BGE (2020b) bei der Anwendung der
Ausschlusskriterien weitgehend folgen kann. Es wurden jedoch einige Bereiche innerhalb aktiver

13
Störungszonen und tektonischer Großstrukturen nicht berücksichtigt (Abb. 2). Darüber hinaus wird die
Notwendigkeit gesehen, das Ausschlusskriterium „aktiver Vulkanismus“ zu überarbeiten.
6 Mindestanforderungen
Die Mindestanforderungen an ein Gebiet, welches für ein Endlager geeignet ist, sind in § 23 StandAG
formuliert. Es müssen
alle
der folgenden Mindestanforderungen erfüllt sein:
1. Für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle kommen die Wirtsgesteine Steinsalz, Tongestein
und Kristallingestein in Betracht.
2. Der Gebirgsbereich, der den einschlusswirksamen Gebirgsbereich aufnehmen soll, muss
mindestens 100 m mächtig sein (beim kristallinen Wirtsgestein sind auch geringere
Mächtigkeiten möglich).
3. Die Oberfläche eines einschlusswirksamen Gebirgsbereichs muss mindestens 300 m unter der
Geländeoberfläche liegen.
4. Ein einschlusswirksamer Gebirgsbereich muss über eine Ausdehnung in der Fläche verfügen,
die eine Realisierung des Endlagers ermöglicht. Für das Wirtsgestein Tongestein wird eine
Fläche von 10 km
2
angenommen, für das kristalline Wirtsgestein eine Fläche von 6 km
2
(StandAG Auslegungshilfe, 2018).
5. Im einschlusswirksamen Gebirgsbereich muss die Gebirgsdurchlässigkeit weniger als 10
-10
m/s
betragen. Dieses Kriterium gilt nicht für Endlager mit Behälterkonzept in kristallinem
Wirtsgestein.
6. Es
dürfen
keine
Erkenntnisse
oder
Daten
vorliegen,
welche
die
Integrität
des
einschlusswirksamen Gebirgsbereichs, insbesondere die Einhaltung der geowissenschaftlichen
Mindestanforderungen
zur
Gebirgsdurchlässigkeit,
Mächtigkeit
und
Ausdehnung
des
einschlusswirksamen Gebirgsbereichs über einen Zeitraum von einer Million Jahren zweifelhaft
erscheinen lassen.
Sofern für die Bewertung der Erfüllung einer Mindestanforderung notwendige Daten für ein Gebiet
erst in einer späteren Phase des Standortauswahlverfahrens erhoben werden können, gilt die jeweilige
Mindestanforderung
bis
zur
Erhebung
dieser
Daten
als
erfüllt.
Dies
wurde
für
die
Mindestanforderungen 5 und 6 angenommen. Bei der Prüfung der Mindestanforderungen wurden
deshalb zwei Aspekte betrachtet:
Ist ein Wirtsgestein mit mindestens 100 m Mächtigkeit in einer Tiefe von mehr als 300 m
vorhanden? Das entspricht den Mindestanforderungen 1,2,3.
Ist die Größe des Wirtsgesteinskomplexes größer als 6 km
2
in kristallinem Wirtsgestein und
größer als 10 km
2
in Tongestein? Das entspricht der Mindestanforderung 4.

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14
Abbildung 5: Übersicht über die an die BGE gelieferten Bohrungsdaten. Sachsen hat 3 957
Bohrungsdaten mit Endteufen > 300 m an die BGE geliefert, davon liegen 1 149 in einem Teilgebiet. Die
Abbildung zeigt die ausgewiesenen Teilgebiete in rosa. Wurde Wirtsgestein erbohrt, ist die Bohrung rot
dargestellt. Wurde Wirtsgestein nicht erbohrt, ist die Bohrung grün dargestellt.
Den größten Teil der Arbeit erforderte es zu prüfen, ob in den ausgewiesenen Teilgebieten überhaupt
Wirtsgesteine im Sinne der von der BGE (2020a) verwendeten Definitionen vorhanden sind (Abb. 5).
Dazu wurden die Teilgebiete in regionalgeologische Einheiten mit einem einheitlichen lithologischen
und strukturellen Bau untergliedert (Abb. 6). Die Prüfung wurde einheitsweise durchgeführt. Neben
den digitalen Bohrungsdaten und geologischen Karten, welche der BGE vorlagen, wurden zur Klärung
von Detailfragen Originalschichtenverzeichnisse und unveröffentlichte Erkundungsdaten der Wismut
GmbH recherchiert und miteinander abgeglichen.
Anlage 1 gibt einen Überblick über wichtige repräsentative digitale Bohrungsdaten aus ausgewählten
regionalgeologischen Einheiten. Bohrungen, die in der Sächsischen Aufschlussdatenbank (2020) digital
vorliegen, wurden mit einem Feldtyp „
Identnr.
“ gekennzeichnet. Bohrungen, die in dem an die BGE
gelieferten Datensatz vorhanden sind, wurden durch einen Feldtyp „
AufID
“ gekennzeichnet. Nicht
digitale Bohrungsdaten sind in Anlage 1 nicht aufgeführt und im Text gekennzeichnet.

image
15
Abbildung 6: Regionalgeologische Einheiten. Die als Teilgebiete ausgewiesenen Regionen Sachsens sind
entsprechend ihrer Zugehörigkeit zu regionalgeologischen Einheiten unterschiedlich farbig dargestellt.
7 Prüfergebnisse zur Anwendung der Mindestanforderungen
7.1
Nordsudetische Senke (Teilgebiet 008_01TG_204_01IG_T_f_kro)
In der Nordsudetischen Senke, auch Nordsudetische Kreidemulde genannt, treten in Sachsen bis in
Tiefen von ca. 2 000 m sedimentäre Gesteine des Känozoikums, Mesozoikums und des Perms auf.
Diese sind nicht metamorph überprägt. Innerhalb dieser Abfolge steht Oberkreide nördlich des
Lausitzer Hauptabbruches an, welche von der BGE (2020a) als mögliche Wirtsgesteinsformation
ausgewiesen wurde. Der Begriff Oberkreide ist die chronostratigraphische Bezeichnung für eine
Epoche, welche Gesteine mit einem Alter von 66-100 Millionen Jahren bezeichnet, unabhängig von
ihrer Lithologie, also den auftretenden Gesteinstypen. Die Oberkreide wird untergliedert in sechs
Stufen (Cenomanium, Turonium, Coniacium, Santonium, Campanium, Maastrichtium), welche
ebenfalls chronologische Kategorien sind, die das Alter der Sedimente, jedoch nicht ihre Lithologie
beschreiben. Deshalb ist das Vorgehen der BGE (2020a) kritisch zu sehen, stratigraphische Einheiten
als Teilgebiete auszuweisen, welche normalerweise eine Vielfalt an Gesteinen enthalten.
Dieses methodische Vorgehen der BGE (2020a) resultiert daraus, dass der BGE nicht deutschlandweit
Informationen über die Verbreitung der Wirtsgesteine vorlagen. Deshalb hat sie zum Ausweisen der
Teilgebiete stratigraphische Einheiten verwendet, von denen bekannt ist, dass sie in bestimmten
Regionen die Mindestanforderungen erfüllen. Die Verbreitung in Sachsen wurde anhand der 100-m-
Mächtigkeitslinie der Karte „lithologisch-paläogeographische Karte der DDR, Cenoman bis Maastricht“
(Musstow, 1976) entnommen. Um die Tiefenlage der Oberkreide in Sachsen abzuschätzen, wurde auf
die Isolinien der Oberkreide-Basis und der Tertiär-Basis des Southern Permian Basin Atlas (Doornenbal
und Stevenson, 2010) zurückgegriffen.

16
Zur Prüfung, ob im ausgewiesenen Teilgebiet die Mindestanforderungen erfüllt sind, hat das LfULG die
an die BGE gelieferten Bohrungsdaten herangezogen. Als Wirtsgesteine wurden die tondominierten
Vertreter der kontinuierlichen Reihe Kalkstein-Mergel-Tonstein mit einem Tonmineralanteil von mehr
als 50 % Tonstein, Tonmergelstein und mergeliger Tonstein klassifiziert.
Die kretazischen Einheiten der Nordsudetischen Senke wurden in einer Muldenstruktur abgelagert,
sodass die Fazies der Sedimentgesteine sich vom Rand zum inneren der Struktur ändert. Im Norden
Sachsens treten im Cenomanium, Turonium und Conacium am Nordschenkel der Kreidemulde
Tonmergelsteine auf, welche die Mindestanforderungen erfüllen und bis zu 200 m Mächtigkeit
erreichen (Bohrungen B1/2000 mit einer Endteufe von 1 586 m, B104/1963 mit einer Endteufe von
1 924 m, Abb. 7, 8).
Nach Süden und Osten gehen diese Gesteine in Mergel, kalkhaltige Schluffsteine und kalkhaltige
Feinsandsteine über (Bohrung B100/1961 mit einer Endteufe von 1 434 m, B67/1959 mit einer
Endteufe von 776 m, B1977/1966 mit einer Endteufe von 500 m, Abb. 7, 8). Nach der Definition von
Füchtbauer (1959) entsprechen diese Gesteine nicht mehr der Tongesteinsdefinition der BGE (2020a),
da sie weniger als 50 % Tonfraktion enthalten. Im Zentrum der Mulde treten demnach keine
Wirtgesteine im Sinne der Wirtsgesteinsdefinition der BGE (2020a) auf.
Ein sehr gut untersuchtes Bohrprofil der Oberkreide aus dem Südteil der Nordsudetischen Senke liegt
aus der Bohrung B101/1961 mit einer Endteufe von 1 345 m vor (Abb. 8). Musstow (1968) hat an den
kretazischen Gesteinen Karbonatgehaltsbestimmungen durchgeführt. In der Bohrung B101/1961 hat
er an Ton- und Kalkmergelsteinen des Turonium 30 - 60 % CaCO
3
gemessen. Diese Probe entspricht der
Wirtsgesteinsdefinition der BGE. In der Bohrung B72 (nicht digital vorhanden) wurden an
Kalkmergelsteinen des Mittelturonium 60 - 80 % CaCO
3
gemessen. Das ist kein Wirtsgestein nach BGE
(2020a). An Tonmergelsteinen im Oberturonium wurden 30 - 50 % CaCO
3
gemessen. Diese Probe
entspricht der Wirtsgesteinsdefinition der BGE. Die jüngeren Ablagerungen (Coniacium und
Santonium) wurden von Musstow (1968) als sandige Schluffsteine und Sandsteine charakterisiert und
sind keine Wirtsgesteine. Göthel und Tröger (2003) ergänzen hierzu die kalkigen Sandsteine im oberen
Drittel der Bohrung B101/1961. Im Mittel- und Oberturon treten hier Tonmergelsteine (Wirtsgesteine)
mit einer Mächtigkeit von > 400 m auf, welche die Mindestanforderungen der BGE (2020a) erfüllen.
Im Teilgebiet treten Gesteinseinheiten, welche die Wirtsgesteinsdefinition der BGE (2020a) erfüllen,
nur am Rand der Nordsudetischen Senke auf. Im Inneren des Sedimentationsraumes wurden
überwiegend karbonatische sowie gröber klastische Ablagerungen erbohrt. Deshalb ist nur die
Ausweisung der Muldenränder als Teilgebiet plausibel (Abb. 7).

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17
Abbildung 7: Ausschnitt aus der Geologischen Übersichtskarte 1: 400 000 (GK 400, 1995) im Bereich der
Nordsudetischen Senke mit Sedimenten der Kreide. Zusätzlich eingetragen wurde das Vorkommen von
Wirtsgestein in den Bohrungen. Die weiße Linie markiert den in Abb. 8 dargestellten Profilschnitt, die
grau schattierte Fläche zeigt den Bereich des Beckeninneren, in dem keine Wirtsgesteine vorkommen,
Hintergrundkarte von ESRI (2018).
Abbildung 8: Ausschnitt der kretazischen Ablagerungen in Bohrprofilen aus der Nordsudetischen Senke
von Süd nach Nord. Wirtsgesteine sind in rot und orange dargestellt. Eine mächtige Tonschicht tritt nur
in der Bohrung 101/1961 auf. Im Zentrum der Senke sind die Ablagerungen karbonatisch, im Norden
treten Tonmergelsteine auf (Musstov, 1968 für B101/1961; Sächsische Aufschlussdatenbank, 2020 für
die anderen Bohrprofile) Die Lage der Bohrpunkte ist in Abb. 7 zu sehen.

18
7.2
Südliche Phyllitzone (Teilgebiet 011_00TG_200_00IG_K-g_SPZ)
Nach Bankwitz et al. (2001), Bachmann et al. (2008),
und Bankwitz (2011) beinhaltet die Südliche
Phyllitzone neoproterozoischen Schluffsteine der Rothstein-Formation mit einer erbohrten
Mächtigkeit von 400 m und ordozivische Schluffsteine, sandige Schiefer, Quarzite, Vulkanite und
Pyroklastite sowie Quarz-Sericit-Phyllite der Drehna-Gruppe mit einer geschätzten Mächtigkeit von ca.
1 000 m. Die Gesteine wurden während der variszischen Orognese anchimetamorph bis
grünschieferfaziell überprägt. Diese Gesteine stellen kein kristallines Wirtsgestein im Sinne der
Wirtsgesteinsdefinition der BGE (2020a) dar.
Die südliche Phyllitzone wird nach Süden von der Herzberg-Störung begrenzt, an welche sich die
saxothuringische Zone des Variszikums mit nicht metamorphen kambrischen Kalk-, Sand- und
Schluffsteinen sowie Konglomeraten und Quarziten anschließt. Die Bohrungen bei Brehna
B1478H/1985 mit einer Endteufe von 1 267 m und B1477H/1985 mit einer Endteufe von 1 224 m
zeigen bis zur Bohrendteufe sedimentäre Einheiten des Kambriums mit eingeschalteten
Vulkanitgängen aus dem Permokarbon und der Oberkreide. Diese werden von mindestens 100 m
mächtigen karbonischen, mesozoischen und känozoischen Sedimenten überlagert (Bankwitz et al.,
2001). Auch diese Gesteine sind keine Wirtsgesteine im Sinne der Wirtsgesteinsdefinition der BGE
(2020a).
Da im Norden Sachsens ausschließlich kambrische Sedimente erbohrt sind, gibt es keine Hinweise, dass
die südliche Phyllitzone bis nach Sachsen reicht. Die Grenzziehung der BGE ist weder aus
Bohrungsdaten noch aus den Veröffentlichungen von Bankwitz et al. (2001) und Kopp et al. (2001)
nachzuvollziehen. Deshalb ordnet das LfULG diese kambrischen Sedimente der Torgau-Doberlug-
Einheit zu.
Im Teilgebiet 011_00TG_200_00IG_K_g_SPZ kommen die zwei Plutone von Pretzsch und Prettin vor,
welche randlich bis nach Sachsen reichen. Diese Plutone erfüllen die Wirtsgesteinsdefinition der BGE
(2020a). Der Ausweisung der Region als Teilgebiet kann im Bereich der Plutonite gefolgt werden. Eine
Ausweisung der Sedimentite als Teilgebiet erscheint dagegen unplausibel.
7.3
Lausitzer Granodioritkomplex und Meißener Pluton (Teilgebiet
009_00TG_194_00IG_K_g_SO)
Der gesamte südliche Teil der Lausitz wird vom Lausitzer Granodioritkomplex gebildet. Im
nordwestlichen Teil der regionalen Einheit ist der Meißener Pluton zu finden, welcher aus
verschiedenen Intrusivgesteinen wie Syenit, Monzodiorit und Granit besteht. Keine Bohrung in der
Region durchteuft diese Gesteine, sodass davon ausgegangen werden muss, dass sie mindestens bis
in die endlagerrelevante Tiefe von 1 500 m reichen.
Alle genannten Gesteine sind plutonische Gesteine und entsprechen der Definition der BGE (2020a)
für kristallines Wirtsgestein. Der Ausweisung dieser regionalen Einheit als Teilgebiet kann deshalb
gefolgt werden.
7.4
Erzgebirge (Teilgebiet 009_00TG_194_00IG_K_g_SO)
Das
Erzgebirge
besteht
überwiegend
aus
metamorphen
Gesteinen
verschiedener
Metamorphosegrade. Besonders erwähnenswert sind die Gneiskuppeln, welche von Schiefermänteln
umgeben werden, sodass sich in der regionalen Verbreitung ein Wechsel hochgradig und mittelgradig
metamorpher Gesteine ergibt. Im Norden und Westen des Erzgebirges stehen niedriggradig
metamorphe Gesteine wie z. B. Phyllite an. In die metamorphen Gesteine des Erzgebirges sind
plutonische Gesteine intrudiert. Lokal stehen diese Plutonite an der Erdoberfläche an. Sie wurden aber
auch dort in Bohrungen nachgewiesen, wo an der Erdoberfläche metamorphe Gesteine auftreten. Zum

19
Teil ist der Hinweis auf Plutonite unter den metamorphen Gesteinen indirekt durch das Auftreten
kontaktmetamorpher Gesteine gegeben. Die Bohrungsdaten deuten darauf hin, dass Plutonite
unterhalb der Metamorphite großräumig verbreitet sind.
Der Ausweisung dieser regionalen Einheit als Teilgebiet kann deshalb gefolgt werden. Lediglich in
einem schmalen NW-streichenden Streifen werden niedriggradig metamorphe Phyllite angetroffen. In
diesem Bereich gibt es auch keine Hinweise auf unterirdisch vorhandene Plutone. Damit entspricht
dieser Streifen nicht der Wirtsgesteinsdefinition der BGE (2020a).
7.5
Frankenberger Zwischengebirge (Teilgebiet 009_00TG_194_00IG_K_g_SO)
Nördlich des Erzgebirges befindet sich das Frankenberger Zwischengebirge, welches zum obersten
Allochthon des Saxothuringikums gehört und aus potentiellen Wirtsgesteinen aufgebaut wird. In
diesem Bereich liegen vier Bohrungen vor (B2309/1976 mit einer Endteufe von 404 m, B2310/1976
mit einer Endteufe von 691 m, B2305/1976 mit einer Endteufe von 750 m, B2304/1976 mit einer
Endteufe von 339 m), welche den Zwischengebirgsgneis angetroffen haben. Die Mächtigkeit des
angetroffenen Gneises schwankt von Bohrung zu Bohrung stark zwischen 220 m und 690 m. Auch die
Tiefe des Tops der Einheit variiert stark von wenigen Metern unter Geländeoberfläche bis zu 315 m
Tiefe. Die Basis der Einheit wurde in keinem Fall erbohrt.
Alle Bohrungen wurden in einem Umkreis von 3 km abgeteuft. Betrachtet man das unmittelbare
Umfeld, fällt auf, dass der Zwischengebirgsgneis dort nicht mehr angetroffen wurde.
Stattdessen wird die Prasinit-Einheit (Meta-Diabas-Serie) in vergleichbaren Tiefen ca. 1 km weiter im
NW angetroffen (Bohrungen B11/1968 mit einer Endteufe von 556 m,
B2301/1975
mit
einer
Endteufe von 630 m, B2302/1976 mit einer Endteufe von 424 m, B2303/1975 mit einer Endteufe von
726 m, B2308/1975 mit einer Endteufe von 536 m). Aus den Originalschichtenverzeichnissen geht
hervor, dass es sich um stark alterierte, zerklüftete Vulkanite handelt. Sie überlagern strukturell die
Zwischengebirgsgneise, welche auf dem Schiefermantel des Granulitgebirges liegen. In den Bohrungen
B2304/1975 mit einer Endteufe von 531 m und B2300/1975 mit einer Endteufe von 682 m wird
unterhalb der Prasinit-Einheit der Schiefermantel erbohrt. Deshalb kann davon ausgegangen werden,
dass die Zwischengebirgsgneise zwischen Schiefermantel und Prasinit-Einheit auskeilen.
Auch in den östlichen Bohrungen B7/1968 mit einer Endteufe von 362 m, B12/1968 mit einer Endteufe
von 461 m, B6/1968 mit einer Endteufe von 510 m und B11/1968 mit einer Endteufe von 556 m gibt
es keine weiteren Hinweise auf Gesteine, welche dem Frankenberger Zwischengebirge zugeordnet
werden können. Stattdessen werden hier klastische Sedimente vorgefunden. Diese Beobachtungen
weisen
auf
eine
lokal
begrenzte
und
diskontinuierliche
räumliche
Verbreitung
des
Zwischengebirgsgneises hin.
Der Ausweisung dieser regionalen Einheit als Teilgebiet kann gefolgt werden, es ist aber zu erwarten,
dass sich die Gesteinseinheit als oberstes Allochthon nicht in große Tiefen erstreckt und dass ihre
laterale Ausdehnung begrenzt ist.
7.6
Granulitgebirge (Teilgebiet 009_00TG_194_00IG_K_g_SO)
Im Granulitgebirge dominieren hochmetamorphe Gesteine, die Granulite. Diese werden von einem
Schiefermantel aus niedriggradig metamorphen Gesteinen umgeben. Bohrungsdaten zeigen, dass
unterhalb des Schiefermantels ebenfalls Granulite anzutreffen sind. Seismische Daten deuten darauf
hin, dass sich das Granulitgebirge bis in endlagerrelevante Tiefen von 1 500 m erstreckt.
Der Ausweisung dieser regionalen Einheit als Teilgebiet kann deshalb gefolgt werden.

20
7.7
Westerzgebirgische und vogtländische Granite (Teilgebiet
009_00TG_194_00IG_K_g_SO)
Im Bereich des Westerzgebirges und Vogtlands treten überwiegend niedriggradig metamorphe
Gesteine auf, in welche Plutonite intrudiert sind. Die Plutonite gehören zum kristallinen Wirtsgestein,
die niedriggradigen Metamorphite nicht.
Der Ausweisung der Plutone als Teilgebiete kann gefolgt werden.
7.8
Nordwestsachsen
(Teilgebiet 009_00TG_194_00IG_K_g_SO)
7.8.1
Gliederung des nordwestsächsischen Grundgebirges
Der endlagerrelevante Bereich des Untergrundes in
Nordwestsachsen besteht aus fünf
regionalgeologischen Einheiten. Das saxothuringische Grundgebirge wird aufgebaut aus:
der Torgau-Doberlug-Einheit,
dem Nordsächsischen Block,
der Ostthüringisch-Nordsächsischen Einheit.
Im Nordsächsischen Block ist die Wurzen-Caldera als permische Vulkan-Struktur mit einem
Durchmesser von 30 km eingeschaltet. Diese wird aufgrund der hohen Mächtigkeit ihrer vulkano-
sedimentären Füllung als regionalgeologische Einheit ausgewiesen. Der Delitzscher Pluton ist in die
Gesteine der Doberlug-Torgau-Einheit und des Nordsächsischen Blockes intrudiert und wird deshalb,
als separate regionalgeologische Einheit ausgehalten.
Die Torgau-Doberlug-Einheit wird vom Nordsächsischen Block durch die Torgau-Finsterwalde-Störung
getrennt. Die Existenz der Störung und ihre Interpretation als Überschiebung wurde aus Bohrungen
abgeleitet, in denen Sedimente verfaltet auftreten (Stanek, 2016).
Der Nordsächsische Block wird im Süden von der Osttüringisch-Nordsächsischen Einheit durch die
Nordsächsische
Überschiebungszone
getrennt,
welche
beide
Einheiten
entlang
mehrerer
Einzelstörungen versetzt. Ihre Existenz ist aus Bohrungen durch das Auftreten von Kataklasiten
(Stanek, 2016) sowie in wenigen Aufschlüssen (z.B. in der Nähe von Otterwisch) belegt. Außerdem
wurde sie in den Berichten der Wismut GmbH (Kazakov et al., 1974; Olenin et al., 1979; Vinokurov et
al., 1980; GK500, 1977) kartiert. Ordovizische Sedimente sind unmittelbar südlich des Plutons von
Otterwisch aufgeschlossen, aber nicht kontaktmetamorph überprägt, was den Verlauf der
Störungszone zwischen beiden Einheiten im Gelände belegt. Der Verlauf der Störungszone reicht somit
weiter nach Süden, als in der GK 400 (1995) dargestellt, sodass der Pluton von Otterwisch noch der
neoproterozoischen Einheit zugewiesen werden kann. Durch eine entsprechend dieser Daten
korrigierte Grenzziehung in dieser Stellungnahme vergrößert sich der Bereich, in welchem kristallines
Wirtsgestein erwartet werden kann, gegenüber der GK400 (1995).
Die Wurzen-Caldera wird von Abschiebungen (Röllig, 1969) innerhalb des Nordsächsischen Blocks
begrenzt.
7.8.2
Torgau-Doberlug-Einheit
In der Torgau-Doberlug-Einheit treten kambrische Sedimente auf, welche aus Ton-, Silt- und Sandstein-
Wechselfolgen mit Kalkstein und Dolomit oder aus Kalksteinen mit siliziklastischen Einschaltungen
(Elicki, 1999) aufgebaut sind. Die Bohrungen bei Brehna B1478H/1985 mit einer Endteufe von 1267 m
und B1477H/1985 mit einer Endteufe von 1224 m zeigen bis zur Bohrendteufe sedimentäre Einheiten
des Kambriums mit eingeschalteten Vulkanitgängen aus dem Permokarbon und der Oberkreide.
Vorkommen von kristallinem Wirtsgestein sind nicht bekannt.

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21
7.8.3
Nordsächsischer Block
Dieser Bereich Nordwestsachsens besteht aus neoproterozoischen Sedimenten in welche
Intrusivgesteine eingeschaltet sind.
Die Clanzschwitz-Formation wurde zwischen Calbitz und Clanzschwitz nördlich von Oschatz kartiert.
Sie umfasst Grauwacken und Grauwackenschiefer mit ca. 5 % konglomeratischen Einschaltungen
(Berger et al., 2008) und ist 300 m - 500 m mächtig. Die grauwackendominierte Schichtenabfolge der
Leipziger Gruppe erstreckt sich von Pegau bis Schildau über weite Teile Nordwestsachsens.
Vorherrschend sind fein- bis mittelkörnige Grauwacken mit geringer Kornsortierung. Sie wechsellagern
mit Bänken von Aleurolith und Argillit. Auch hier treten konglomeratische Lagen auf. Die Basis der
neoproterozoischen Sedimente wird in den tiefsten Bohrungen B1519A/1983 mit einer Endteufe von
606 m und BW86/1979 mit einer Endteufe von 562 m nicht erreicht. Die Mächtigkeit der Abfolge ist
unsicher, wird aber auf mehrere 1 000 m geschätzt (Berger et al., 2008). Die Relation von Clanzschwitz-
Formation zu Leipziger Gruppe ist aufgrund der schlechten Aufschlussverhältnisse unklar.
Die neoproterozoischen Einheiten sind nur schwach geschiefert. Lokal wurden sie kontaktmetamorph
in Hornfels und Knotengrauwacke umgewandelt.
Abbildung 9: Regionalgeologische Einheiten und Plutonite mit Kontakthöfen des saxothuringischen
Grundgebirges in Nordwestsachsen nach GK 400 (1995) und der GK50 LKT (2016), Grundkarte: ESRI
(2018).
In die neoproterozoischen Einheiten intrudierten plutonische Gesteine der Granodioritmassive von
Leipzig-Eilenburg, Schildau, Dahlen-Laas und Otterwisch (Linnemann et al., 2000). Die flächige
Ausdehnung der Granodioritkomplexe beträgt für Leipzig-Eilenburg jeweils 60 km² (NW Rand des
Nordwestsächsischen Beckens), 62 km² (NE Rand des Nordwestsächsischen Beckens) und 10 km²
(südliches Stadtgebiet Leipzig), Schildau ca. 50 km², Dahlen-Laas ca. 110 km² und Otterwisch ca.
12 km². In Abb. 9 sind diese Plutonitkomplexe mit ihren Kontakthöfen nach GK400 (1995) und GK50
LKT (2016) dargestellt. In der Sächsischen Aufschlussdatenbank (2020) gibt es mit der Bohrung

22
B1257/1984 mit einer Endteufe von 353 m ein Profil, in dem der Granit des Leipzig-Eilenburger Massivs
bei
353 m
ansteht.
Die
neoproterozoisch-frühkambrischen
Plutonite
erfüllen
die
Wirtsgesteinsdefinition der BGE (2020a). Außerhalb dieser Plutonite treten Sedimentgesteine auf,
welche kein kristallines Wirtsgestein darstellen.
7.8.4
Delitzscher Pluton
Im äußersten NW des Freistaats Sachsen erstreckt sich auf einer Fläche von ca. 104 km² der
spätpaläozoische Delitzscher Intrusivkomplex, welcher aus Diorit, Monzodiorit und Granodiorit
aufgebaut ist (Röllig et al., 1995; Hammer, 1996; Anthes und Reischmann, 2001; Förster et al., 2008).
Diese Intrusion grenzt im SE an die jungproterozoischen Grauwacken und im NW an die kambrischen
Sedimentschichten der unter 7.8.2 beschriebenen Region. Die Profile der Bohrungen BW89H/1979 mit
einer Endteufe von 448 m und B1119/1982 mit einer Endteufe von 495 m verdeutlichen, dass der
Granodiorit von jüngeren permokarbonen vulkanischen (Andesit, Dazit, Rhyolith) und aplitischen
Gangsystemen durchzogen wurde. In den benannten Bohrungen treten diese Gangsysteme im
Wechsel von wenigen Metern bis zehner Metern im Granodiorit auf. Darüber hinaus durchschlagen
diese Gangsysteme die umlagernden neoproterozoischen und jungpaläozoischen Sedimentite (z.B.
B1139/1982 mit einer Endteufe von 327 m). Das Vorhandensein von Vulkanitgängen im Delitzscher
Intrusivkomplex wird durch die Bohrung B1144/1982 mit einer Endteufe von 488 m Delitzsch) belegt.
Der Ausweisung dieser Einheit als Teilgebiet kann gefolgt werden.
7.8.5
Osttüringisch-Nordsächsische Einheit
Die Osttüringisch-Nordsächsische Einheit wird aus altpaläozoischen Sedimenten aufgebaut, welche
das Grundgebirge bilden. Kambroordovizische Abfolgen umfassen Grauwacken und Sandsteine der
Collmberg-Formation sowie Quarzite und geringmächtige Tonsteine (Pietzsch, 1962), welche nördlich
von Oschatz anstehen (Linnemann et al., 2007; 2018). Zahlreiche Bohrungen in diesem Bereich belegen
die thüringische Ausbildung der ordovizischen Phycoden- (Tremadoc) und der Gräfenthal-Gruppe
(Arenig) wie in Linnemann et al. (2007) und Berger (2008) beschrieben. Zwischen Bad Lausick und
Oschatz werden die kambroordovizischen Sedimente durch vulkanosedimentäre und sedimentäre
Einheiten des permokarbonen Nordwestsächsischen Becken überdeckt (Berger, 2008). Die Bohrung
B213/1972 Grimma Ost mit einer Endteufe 152,2 m belegt die Existenz einer gehobenen Scholle
kambroordovizischer quarzitischer Sandsteine im permokarbonen Nordwestsächsischen Becken.
Das Silur tritt in der thüringischen Fazies (Untere Graptolithenschiefer-Formation, Ockerkalk-
Formation und Obere Graptolithenschiefer-Formation) im Raum Borna-Frohburg und im Raum
Oschatz-Riesa-Lommatzsch auf (Freyer et al., 2008). Die Untere und Obere Graptolithenschiefer-
Formationen bestehen aus Kieselschiefern mit Einschaltungen von Schwarzschiefer, während die
Ockerkalk-Formation aus dünn- bis dickbankigem Kalkstein mit Einschaltungen von Tonstein und
Kalkknotenschiefern besteht (Freyer et al., 2008). Aufschlüsse gibt es in Kleinragewitz, Rechau und
Altmörbitz zwischen Oschatz und Riesa (GK25 Blatt 5041 Langenleuba, 1879), sowie in Kralapp und
Koltzschen zwischen Colditz und Rochlitz (GK25 Blatt 5042 Rochlitz/ Geithain, 1896; GK25 Blatt 4943
Geringswalde, 1901).
Devonische Sedimentgesteine sind im Bereich um Borna beschrieben. Das Devon ist in
Nordwestsachsen in Tiefbohrungen im Nordwestsächsischen Becken („Lastauer Vorkommen“
zwischen Colditz und Bad Lausick), sowie im Bereich der Bornaer Senke bei Alt-Mörbitz und Kohren-
Sahlis belegt. Hauptsächlich bestehen das Unter- und Mitteldevon aus Tentakulitenkalken und
Tentakulitenschiefern, während das Oberdevon aus Schalstein und Tonschiefer aufgebaut ist. Seltener
finden sich im Oberdevon Einschaltungen toniger Kalksteine und Grauwacken (Berger et al., 2008).
Vorkommen von Konglomerat und Quarz-Keratophyr lassen sich lokal bei Koltzschen und Lastau
nachweisen (Leiteritz, 1957).

23
Das Unterkarbon schließt die altpaläozoische Sedimentabfolge der saxothuringischen Zone im
variszisch gefalteten Grundgebirge ab. Ein Unterkarbonprofil ist nordwestlich von Alt-Mörbitz im
Wyhratal beschrieben (Graupner, 1929) und belegt eine Wechsellagerung aus Tonschiefer und
Grauwacke zu rußschieferartigem schwarzem Tonschiefer und Konglomerat.
In dieser regionalgeologischen Einheit treten keine Gesteine auf, welche die Wirtsgesteinsdefinition
der BGE (2020a) erfüllen.
7.8.6
Wurzen-Caldera
Mit einer Größe von ca. 30 x 25 km umfasst die permische Wurzen-Caldera einen mächtigen
Intracaldera-Pyroklastit, den Wurzen-Ignimbrit, Pyroxenquarzporphyr, welcher durch subvulkanische
Gangsysteme aus Granitporphyr, Andesit und Rhyolith durchdrungen wird (Röllig, 1969; Repstock et
al., 2018).
Ein Pyroklastit ist nach der Definition der International Union of Geological Sciences (IUGS) ein
vermittelndes Gestein zwischen Vulkanit und Sedimentit, welches bei einer explosiven Förderung
entsteht (Schmid, 1981; Le Bas und Streckeisen, 1991). Bei einer solchen vulkanischen Eruption wird
festes bis halbfestes Material aus hochfluiden, heißen Magmen in hoch erhitzten Gasen ausgeworfen
und anschließend sedimentiert (Maucher, 1960). Ein Ignimbrit ist ein Pyroklastit, dessen Kristall- und
Gesteinsfragmente miteinander verschmolzen sind.
Subvulkanische Gesteine und Ganggesteine bilden sich, wenn ein Magma nahe der Erdoberfläche
auskristallisiert, ohne an diese auszutreten. Die Grundmasse dieser Gesteine ist meist durch
Korngrößen von 1 – 3 mm charakterisiert (Vinx, 2015). Diese werden nach IUGS Nomenklatur mit der
Vorsilbe „Mikro“ und dem plutonischen Gesteinsbegriff benamt (Le Maitre et al., 2002). In Le Maitre
et al. (2002) wird auch der Begriff „porphyr“ erkärt als: „
A general term applied to any igneous rock
that contains phenocrysts in a fine-grained groundmass. It is often applied to rocks that contain two
generations of the same mineral.
“ Damit gilt diese Bezeichnung auch für subvulkanische Gesteine. Die
pyroklastischen Ablagerungen in Nordwestsachsen werden von zahlreichen solcher subvulkanischen
Gesteine durchsetzt.
Die extrem mächtigen Ablagerungen großer explosiver Glutwolkeneruptionen in der Wurzen-Caldera
können in verschiedenen Fazien auftreten, von vitrophyrisch (glasig) und einsprenglingsarm zu
devitrifiziert und einsprenglingsreich (Röllig, 1969). In letzter Faziesausbildung führt die
Devitrifizierung (Entglasung) zur Bildung von Mikroporen (Hailing et al., 2009; Zheng et al., 2018), die
Wegsamkeiten für Fluide schaffen. Der häufige Wechsel von einer reduzierten grünlichen Alteration
(Propyllitisierung) zu einer oxidierten rötlichen Fazies (Hämatitisierung) belegt die Wegsamkeit von
Fluiden im Gestein. Bohrungen dokumentieren eine Mächtigkeit der pyroklastischen Einheiten bis zu
725 m für den Wurzen-Ignimbrit (B1517/1982
mit einer Endteufe 806 m und B1516/1982 mit einer
Endteufe von 792 m, Bohrung Großsteinberg 1/2019, nicht digital vorhanden). Es kann eine
Mächtigkeit von mindestens 1 000 m abgeschätzt werden, da der typische Basisbereich solcher
Ignimbrit-Ablagerungen im Profiltiefsten dieser Bohrungen nicht erbohrt wurde. Im Liegenden des
Wurzen-Ignimbrits sind basische bis intermediäre Laven nachgewiesen (B164/1973, nicht digital
vorhanden), deren Mächtigkeit bis zu 300 m beträgt (Rommel, 2017; Weise, 2018). Unterhalb der
Vulkanite können Wechselfolgen von siliziklastischen Basissedimenten mit eingeschalteten
Pyroklastiten und Sedimentiten von 130 m nachgewiesen werden (B176/73, nicht digital vorhanden).
Solche Abfolgen können Mächtigkeiten von 250 m erreichen (Walter, 2006). Ein prognostisches
Normalprofil, welches die Informationen aus den verschiedenen Bohrungen synthetisiert, lässt eine
Gesamtmächtigkeit der vulkano-sedimentären Gesteine von 1 450 m erwarten (Abb. 10).

24
Die im Datenbericht Teil 1 von 4 „Mindestanforderungen gemäß §23 StandAG und der
geowissenschaftlichen Abwägungskriterien gemäß §24 StandAG“ (BGE, 2020c) erwähnten „Granite“
und „Syenite“ der Wurzen-Formation sind Granitporphyre und Syenitporphyre subvulkanischer
Porphyrstöcke. Diese Granitporphyre und Syenitporphyre bauen ein großräumiges und verzweigtes
Dyke-Sill-System auf (Repstock et al., 2018). Dyke-Systeme von wenigen zehner Metern Breite sind
sehr gut in den Steinbrüchen Trebsen, Wolfsberg bei Lüptitz, Ölschütz und Westbruch bei Brandis
aufgeschlossen
(Röllig, 1969;
Repstock et
al., 2018).
Subvulkanische Bildungen,
welche
Eruptionsspalten zugeordnet werden können, stellen etwas mächtigere sich nach der Tiefe
verjüngende geologische Körper dar, welche einem syngenetischen Störungsmuster folgend
tiefgründig alteriert sind. Der Aufstieg der subvulkanischen Ganggesteine ging einher mit dem co-
genetischen Aufstieg trachydazitischer Magmen (magma mingling), welche „entmischte“ Gänge
entstehen ließen (Gläßer, 1983). Sills der Subvulkanite sind z.B. im Haselbruch bei Ammelshain zu
betrachten (Repstock et al., 2018). Auch die Bohrung B1516/82 in Leipzig-Althen mit einer Endteufe
792 m belegt, dass der subvulkanische (Grano-) Syenitporphyr ab einer Teufe von 352 m das
umliegende pyroklastische Gestein (Wurzen-Ignimbrit) überlagert.
Die Ignimbrite, Vulkanite und Sedimente der Caldera-Füllung stellen kein kristallines Wirtsgestein
entsprechend der Wirtsgesteinsdefinition der BGE (2020a) dar. Die in diese Caldera-Füllung
eingedrungenen Granitporphyre oder Mikrogranite und Syenitporphyre oder Mikrosyenite sind
subvulkanischen Gesteine sowie Ganggesteine. Entsprechend der Wirtsgesteinsdefinition der BGE
(2020a) stellen sie Wirtsgestein dar. Aufgrund ihrer zu erwartenden begrenzten räumlichen
Ausdehnung
im
endlagerrelevanten
Teufenbereich
erfüllen
sie
jedoch
nicht
die
Mindestanforderungen. Deshalb kann der Ausweisung der regionalgeologischen Einheit der Wurzen-
Caldera als Teilgebiet nicht gefolgt werden.

image
25
Abbildung 10: Prognostisches Normalprofil der Füllung der Wurzen-Caldera.
7.9
Görlitzer Schiefergebirge (Teilgebiet 009_00TG_194_00IG_K_g_SO)
Das Görlitzer Schiefergebirge besteht aus stark deformierten sedimentären Einheiten des Kambriums,
Ordoviziums, Silurs, Devons und Unterkarbons mit eingeschalteten Vulkaniten. Diese Gesteine wurden
grünschieferfaziell metamorph überprägt. Belegt sind verschuppte Einheiten des Paläozoikums bis in
eine Tiefe von über 800 m in der Bohrung B10/1961 mit einer Endteufe von 809 m (Abb. 11). Eine
tektonische Interpretation des Görlitzer Schiefergebirges als Akkretionskeil vor dem Lausitzer Block
(Göthel, 2001) legt nahe, dass die Einheiten des Görlitzer Schiefergebirges strukturell neben den
Gesteinen der Lausitz liegen. Die Bohrungsdaten stimmen mit dieser Interpretation überein. Nördlich
der Innerlausitzer Störung, welche die Grenze des Schiefergebirges zum Lausitzer Granodioritkomplex
bildet, wurden keine Kristallingesteine erbohrt.

image
26
Im Bereich des Görlitzer Schiefergebirges kann weder kristallines Wirtsgestein nachgewiesen noch
aufgrund des tektonischen Settings der Einheit erwartet werden. Die Ausweisung der Region als
Teilgebiet ist nicht nachvollziehbar.
Abbildung 11: Bohrprofile aus dem Görlitzer Schiefergebirge, welche die verschuppte Lagerung
paläozoischer Sedimente zeigen.
7.10 Lausitzer Grauwacken-Einheit (Teilgebiet 009_00TG_194_00IG_K_g_SO)
In
der
nördlichen
Lausitz,
nördlich
des
Granodioritkomplexes,
kommen
überwiegend
neoproterozoische Grauwacken vor. Die Grenze beider Einheiten bildet ein NE-SW verlaufenden
Lineament, welches sich von Ottendorf-Okrilla über Kamenz nach Knappenrode erstreckt (GK100 LJK,
1991).
Die Lausitzer Grauwacken-Einheit nimmt ein Gebiet von ca. 40 x 50 km ein. Sie besteht aus Abfolgen
relativ monotoner Flysch-Ablagerungen, die als Turbidite (Trübeströme) entlang eines aktiven
Kontinentalrandes bzw. kontinentalen Inselbogens abgelagert wurden (Kemnitz und Budzinski, 1991;
Linnemann et. al., 2000). Die Ablagerung fand vermutlich innerhalb eines relativ kurzen Zeitintervalls
in einem einheitlichen Sedimentationsbecken statt (Linnemann et al., 1997; Kemnitz und Budzinski,
1994). Nach Kemnitz und Budzinski (1994) und Kemnitz (1998) zeigen die Sedimente, welche zur
Lausitz-Gruppe zusammengefasst werden, in allen bekannten Aufschlüssen den gleichen lithofaziellen
Charakter und repräsentieren typischerweise Wechsellagerungen von fein- bis mittelkörniger
Grauwacke (50 - 85 %), Schluff- und Tonsteinen (5 - 15 %), in die gelegentlich geröllführende Lagen
(Schuttströme; < 5 - 10 %) sowie lokal Kalksilikatlagen (0 - 1 %) eingeschaltet sind. Der Geröllbestand,
welcher Aufschluss über das Liefergebiet der Grauwacken gibt, setzt sich aus u. a. Quarziten,
Grauwacken,
Tonsteinen,
Vulkaniten
und
Granodioriten
zusammen
(Lobst,
1996).
Die
Sedimentabfolge gilt generell als nicht-metamorph bis maximal anchimetamorph, wurde jedoch im
Kontaktbereich zum Granodioritkomplex kontaktmetamorph thermisch überprägt. Nach der
Wirtsgesteinsdefinition der BGE (2020a) sind diese Gesteine kein kristallines Wirtsgestein.

27
Die Grauwacken wurden schwach gefaltet und weisen oftmals einen weitspannigen, schwach
vergenten Faltenbau mit Großfaltenschenkeln von bis zu 500 m auf (Kemnitz und Budzinski, 1994). Die
Gesamtmächtigkeit der Grauwackensequenz ist in Bohrungen nicht dokumentiert, wird in der Literatur
jedoch einheitlich auf 2 - 3 km, lokal > 4 km geschätzt (Berger et al., 2008; Brause et al., 1997). Die
Zuordnung der Lausitzer Grauwacke zu einem Teilgebiet im kristallinen Wirtsgestein kann nicht gefolgt
werden, da es sich bei Grauwacken um klastische Sedimente handelt.
Es gibt darüber hinaus auch keine Bohrungsdaten, die belegen, dass Plutone in die Lausitzer
Grauwacken-Einheit intrudierten. Die Ausweisung dieser Region als Teilgebiet ist deshalb unplausibel.
7.11 Chemnitzbecken (Teilgebiet 009_00TG_194_00IG_K_g_SO)
Im Westen Sachsens befindet sich zwischen dem Erzgebirge und dem Granulitgebirge das
Chemnitzbecken. Es beinhaltet klastische Sedimente, Pyroklastite und Vulkanite des Oberkarbons und
des Rotliegend. Die Ablagerungen des Rotliegend werden nach Südwesten kontinuierlich mächtiger,
bis sie im Raum Zwickau eine Mächtigkeit von ca. 1 000 m erreichen. Das Oberkarbon ist im Raum
Zwickau-Oelsnitz unter dem Rotliegend erbohrt und tritt dort steinkohleführend auf. Die Mächtigkeit
schwankt von 50 m - 300 m. Nordöstlich des Beckens von Zwickau ist kein Oberkarbon erbohrt, alle
Bohrungen enden im Rotliegend. Im nordöstlichen Teil des Chemnitzbeckens treten oberkarbonische
Schichten der Hainichen-Formation auf. Sie stellen grobklastische, spät bis post-variszische
Schüttungen dar, die 270 m - 900 m mächtig werden können. Diese Gesteine gehören nach der
Definition der BGE (2020a) nicht zum kristallinen Wirtsgestein.
In Bohrungen des Steinkohlereviers Lugau/Oelsnitz können die jungpaläozoischen Sedimente bis in ca.
1 000 m Tiefe nachgewiesen werden. An ihrer Basis treten Tonschiefer und Phyllite auf (Abb. 12),
welche als Äquivalente der ordovizischen Phycoden- bis Frauenbach-Gruppe eingestuft werden
(Mingram, 1995). Diese Gesteine wurden variszisch deformiert und niedriggradig metamorphisiert. Sie
repräsentieren
das
metamorphe
Grundgebirge
des
Chemnitzbeckens,
das
mit
der
Erzgebirgsnordrandzone korreliert werden kann. Lithologisch handelt es sich stets um Phyllite oder
phyllitähnliche Schiefer die keine potenziellen Wirtsgesteine darstellen. Die maximal erbohrte
Mächtigkeit der Phyllite liegt bei 335 m (Bohrungen SI/1872 mit einer Endteufe von 1200 m, SIII/1897
mit einer Endteufe von 1167 m, SI/1871 mit einer Endteufe von 881 m). Auf der Datenbasis der
Explorationskampagnen der SDAG Wismut mit Bohrungen von mehr als 1000 Meter Teufe (B1/1950
mit einer Endteufe von 1 252 m und B Sau/1947 mit einer Endteufe von 1 242 m), kann die Mächtigkeit
der Phyllite als hoch angenommen werden. Die Basis der Phyllitserie wurde in keiner Bohrung
angetroffen. Die Ergebnisse der Erkundungskampagnen zeigen, dass das metamorphe Grundgebirge
vorherrschend aus Phylliten aufgebaut wird (Vinicenko et al., 1974). Diese Ergebnisse stimmen gut
überein mit 3D-Modellierungen in der Region (Steinborn, 2008) und mit tiefenseismischen Kampagnen
(DEKORP, 1999). Seichte Granitvorkommen sind im Chemnitzbecken nicht bekannt (Tischendorf et al.,
1965).
Bis in endlagerrelevante Tiefen ist unter dem Chemnitzbecken nicht mit dem Auftreten von
kristallinem Wirtsgestein zu rechnen. Seismische Erkundungen, welche in der Region durchgeführt
wurden, weisen ebenfalls darauf hin, dass in endlagerrelevanten Tiefen kein kristallines Wirtsgestein
zu erwarten ist (DEKORP, 1999). Der Ausweisung dieser regionalen Einheit als Teilgebiet kann deshalb
nicht gefolgt werden.

image
28
Abbildung 12: Nachweise der Wirtsgesteinsformation „kristallines Wirtsgestein im Grundgebirge der
saxothuringischen Zone“ innerhalb der regionalgeologischen Einheit Chemnitzbecken, Grundkarte:
ESRI (2018).
8 Geowissenschaftliche Abwägungskriterien
8.1
Methodisches Vorgehen der BGE
Die Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien diente der BGE dazu, die nach
Anwendung der Ausschlusskriterien und der Mindestanforderungen identifizierten Gebiete
hinsichtlich ihrer Eignung als Endlagerstandort vergleichend bewerten zu können
und zu beurteilen
in welchen Gebieten eine für die Sicherheit des Endlagers günstige geologische Gesamtsituation
vorliegt
“. Gemäß § 24 Abs. 1 StandAG ergibt sich die günstige geologische Gesamtsituation „
nach einer
sicherheitsgerichteten
Abwägung
der
Ergebnisse
zu
allen
Abwägungskriterien
Als
Bewertungsmaßstab dienen der BGE die in § 24 Abs. 3 bis 5 StandAG aufgeführten Kriterien, welche in
den Anlagen 1 bis 11 zu § 24 StandAG beschrieben sind. Insgesamt wurden elf Kriterien mit deren
dazugehörigen bewertungsrelevanten Eigenschaften, den Bewertungsgrößen bzw. Indikatoren der
Kriterien sowie die jeweiligen Wertungsgruppen geprüft. Für die Bewertung der elf Kriterien wurden
die Indikatoren entweder direkt auf Basis der von den Bundes- und Landesbehörden zur Verfügung
gestellten Daten bewertet oder aus geologischen Daten abgeleitet. Im Zuge der Ermittlung von
Teilgebieten konnten alle Gebiete in Deutschland in der notwendigen Tiefe mit den vorhandenen
geologischen Daten bewertet werden. Dementsprechend ergaben sich keine
Gebiete, die aufgrund
nicht hinreichender geologischer Daten nicht eingeordnet werden können
(§ 13 Abs. 2 StandAG).
Das methodische Vorgehen des komplexen Abwägungsverfahrens nach § 24 StandAG wird von der
BGE ausführlich im Bericht „Teilgebiete und Anwendung geowissenschaftliche Abwägungskriterien

29
gemäß § 24 StandAG (Untersetzende Unterlage zum Zwischenbericht Teilgebiete)“ dargestellt (BGE,
2020d). Im Folgenden soll lediglich auf die wesentlichen Aspekte eingegangen werden. Die BGE betont,
dass die aufgeführte Methodik ausschließlich im Rahmen der Ermittlung von Teilgebieten genutzt wird.
Tabelle 2: Übersicht über die Abwägungskriterien und deren Bewertung für die drei sächsischen
Teilgebiete (BGE, 2020f).
Entsprechend BGE (2020d) läuft der Bewertungsvorgang für jedes identifizierte Gebiet nach dem
gleichen Schema mit Hilfe eines eigens für die Anwendung dieser Kriterien entwickelten
Bewertungsmoduls ab. Bei diesem Modul handelt es sich um eine Datenbankanwendung mit
graphischer Benutzeroberfläche, in welchem die Evaluierung für sämtliche bewertungsrelevanten
Eigenschaften und Bewertungsgrößen bzw. Indikatoren durchgeführt und gespeichert werden. Die
009_00TG_194_00IG_K_g_SO 011_00TG_200_00IG_K-g_SPZ 008_01TG_204_01IG_T_f_kro
Kristallines Wirtsgestein
Kristallines Wirtsgestein
Wirtsgestein Tongestein
1
Kriterium zur Bewertung des
Transportes radioaktiver Stoffe durch
Grundwasserbewegungen im
einschlusswirksamen Gebirgsbereich
R
günstig
R
günstig
R
günstig
2
Kriterium zur Bewertung der
Konfiguration der Gesteinskörper
D
günstig
D
günstig
D
günstig
3
Kriterium zur Bewertung der
räumlichen Charakterisierbarkeit
R
günstig
R
günstig
D
günstig
4
Kriterium zur Bewertung der
langfristigen Stabilität der günstigen
Verhältnisse
R
günstig
R
günstig
D
günstig
5
Kriterium zur Bewertung der
günstigen gebirgsmechanischen
Eigenschaften
R
günstig
R
günstig
R
nicht günstig
6
Kriterium zur Bewertung der
Neigung zur Bildung von
Fluidwegsamkeiten
R
bedingt günstig
R
bedingt günstig
R
günstig
7
Kriterium zur Bewertung der
Gasbildung
R
günstig
R
günstig
R
günstig
8
Kriterium zur Bewertung der
Temperaturverträglichkeit
R
günstig
R
günstig
R
günstig
9
Kriterium zur Bewertung des
Rückhaltevermögens im
einschlusswirksamen Gebirgsbereich
R
nicht günstig
R
nicht günstig
R
günstig
10
Kriterium zur Bewertung der
hydrochemischen Verhältnisse
R
günstig
R
günstig
R
günstig
11
Kriterium zur Bewertung des
Schutzes des einschlusswirksamen
Gebirgsbereichs durch das
Deckgebirge
D
bedingt günstig
D
bedingt günstig
D
bedingt günstig
R = basierend auf Referenzdatensatz
D = basierend auf Daten

30
Bewertung von Kriterien sowie die anschließende Gesamtbeurteilung für die Ausweisung als Teilgebiet
erfolgte verbalargumentativ innerhalb des Bewertungsmoduls. Für jedes Gebiet wurde eine
Geosynthese erstellt, welche die Grundlage für die im Anschluss an die Ermittlung der Teilgebiete
erstmals durchzuführenden vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen bildet (§ 5 EndlSiUntV, 2020).
Für die Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien sind detaillierte gebietsspezifische
Informationen notwendig, die der BGE zum jetzigen Zeitpunkt des Standortauswahlverfahrens jedoch
nicht vollständig vorlagen. Die BGE behalf sich hierbei mit Referenzdatensätzen, welche aus
Literaturwerten zusammengestellt wurden. Diese werden im Bericht „Referenzdatensätze zur
Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien im Rahmen von § 13 StandAG
Grundlagen“ detailliert erläutert (BGE, 2020e). Die BGE geht hierbei von einer „
tendenziell günstigen
Annahme, im oberen Bereich der physikalisch möglichen Bandbreite
, aus. Des Weiteren wird z. B.
bei kristallinem Wirtsgestein trotz oftmaliger Klüftigkeit davon ausgegangen, dass es für den Bau eines
Endlagers ausreichend große, undurchlässige Bereiche gibt. Bei Tongesteinen gilt die Annahme, dass
diese weder gefaltet noch gestört sind. Je nach Gesteinsart wurden zwischen sieben und neun der
definierten Abwägungskriterien mit Referenzdaten, also nicht mit tatsächlich vorhandenen Daten,
bewertet.
8.2
Bewertung der Abwägungskriterien durch die BGE
Die Ergebnisse der Bewertungen für die drei auf sächsischem Gebiet ausgewiesenen Teilgebiete sind
tabellarisch in Anlage 1a
BGE (2020f) dargestellt (Tabelle 2). Im Nachfolgenden wird eine kurze
Zusammenfassung der wesentlichen Punkte gegeben.
8.2.1
009_00TG_194_00IG_K_g_SO kristallines Wirtsgestein im Grundgebirge der
saxothuringischen Zone
Die „
geologische Gesamtsituation
“ des gesamten Gebietes wird als „
günstig
“ angesehen. Neun der
elf Kriterien wurden nach dem Referenzdatensatz Kristallingestein bewertet, davon sieben Kriterien
mit „
günstig
“ und zwei Kriterien mit „
nicht günstig
“. Eine individuelle Bewertung erfolgte für die
Kriterien 2 (Konfiguration) und 11 (Deckgebirge). Das „
Kriterium zur Bewertung der Konfiguration der
Gesteinskörper
“ wurde als „
günstig
“ eingeschätzt. Das „
Kriterium zur Bewertung des Schutzes des
einschlusswirksamen Gebirgsbereichs durch das Deckgebirge
“ wurde „
bedingt günstig
“ bewertet.
Diese Bewertung erfolgte aus der bedingt günstigen Bewertung des Indikators „
Keine Ausprägung
struktureller Komplikationen (zum Beispiel Störungen, Scheitelgräben, Karststrukturen) im
Deckgebirge, aus denen sich subrosive, hydraulische oder mechanische Beeinträchtigungen für den
einschlusswirksamen Gebirgsbereich ergeben könnten
.
Die Fläche des identifizierten Gebietes
erscheint jedoch ausreichend groß, um einen einschlusswirksamen Gebirgsbereich in einem
Teilbereich des Gebietes ohne beeinträchtigende strukturelle Komplikationen im Deckgebirge zu
realisieren.
8.2.2
011_00TG_200_00IG_K-g_SPZ kristallines Wirtsgestein in der südlichen Phyllitzone
Dieses Teilgebiet wurde gleich bewertet wie das Teilgebiet 009_00TG_194_00IG_K_g_SO kristallines
Wirtsgestein im Grundgebirge der saxothuringischen Zone.
8.2.3
008_01TG_204_01IG_T_f_kro Tongestein der Nordsudetischen Senke, Oberkreide
Die „
geologische Gesamtsituation
“ dieses Gebietes wurde als „
günstig
“ eingeschätzt. Sieben der elf
Kriterien wurden nach dem Referenzdatensatz Tongestein bewertet. Sechs Kriterien wurden als
günstig
“ und ein Kriterium als „
nicht günstig
“ beurteilt. Eine individuelle Bewertung erfolgte für die
Kriterien 2 (Konfiguration), 3 (Charakterisierbarkeit), 4 (langfristige Stabilität) und 11 (Deckgebirge).
Das „
Kriterium zur Bewertung der Konfiguration der Gesteinskörpe
r“, das „
Kriterium zur Bewertung
der räumlichen Charakterisierbarkeit
“ sowie das „
Kriterium zur Bewertung der langfristigen

31
Stabilität der günstigen Verhältnisse
“ wurden als „
günstig
“ angesehen. Das „
Kriterium zur Bewertung
des Schutzes des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs durch das Deckgebirge
“ wurde als „
bedingt
günstig
“ eingeschätzt. Diese Bewertung ergibt sich aus der bedingt günstigen Bewertung des
Indikators „
Keine Ausprägung struktureller Komplikationen (zum Beispiel Störungen, Scheitelgräben,
Karststrukturen) im Deckgebirge, aus denen sich subrosive, hydraulische oder mechanische
Beeinträchtigungen für den einschlusswirksamen Gebirgsbereich ergeben könnten
.
Die Fläche des
identifizierten Gebietes erscheint jedoch ausreichend groß, um einen einschlusswirksamen
Gebirgsbereich
in
einem
Teilbereich
des
Gebietes
ohne
beeinträchtigende
strukturelle
Komplikationen im Deckgebirge zu realisieren.
9 Prüfergebnisse zur Anwendung der Abwägungskriterien
Das von der BGE praktizierte methodische Vorgehen erscheint prinzipiell geeignet, um die in den
Anlagen 1 bis 11 zu § 2 StandAG definierten Kriterien und Indikatoren zur Bewertung der einzelnen
Teilgebiete anzuwenden. Ebenso wie die Ausschlusskriterien und Mindestanforderungen werden auch
die geowissenschaftlichen Abwägungskriterien im weiteren Verlauf des Standortauswahlverfahrens
wiederholt vom Vorhabenträger angewendet. Voraussetzung für eine sicherheitsrelevante Abwägung
sowohl zwischen verschiedenen Indikatoren als auch zwischen unterschiedlichen geologischen
Situationen sind reale qualitative und quantitative geologische Daten. Diese liegen der BGE zum
jetzigen Zeitpunkt für viele Gebiete jedoch nicht vor, sodass sich die BGE bei nicht hinreichender
Datenlage auf Referenzdatensätze stützt. Es fällt auf, dass die wissenschaftliche Qualität dieser
Referenzdatensätze sehr inhomogen ist und sich die BGE oftmals auf allgemeingültige Literatur, u. a.
geowissenschaftliche Grundlagenwerke (z. B. Okrusch und Matthes, 2009; Bahlburg und Breitkreuz,
2017) beruft. Die vom LfULG gelieferten Daten wurden mitunter nicht bei der Bewertung einzelner
Kriterien berücksichtigt. Es wäre beispielsweise möglich gewesen, für das „
Kriterium zur Bewertung
der Konfiguration der Gesteinskörpe
r“ gebietskonkrete Informationen zur Gesteinsfazies aus den
gelieferten Karten- und Bohrungsdaten zu erhalten. Die im Rahmen der Datenlieferung für die
Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien (09/2019) von der BGE angeforderten
Daten zu geomechanischen Kennwerten, hydrochemischen Eigenschaften der Tiefenwässer etc.
wurden für das „
Kriterium zur Bewertung der günstigen gebirgsmechanischen Eigenschaften
“ sowie
das „
Kriterium zur Bewertung der hydrochemischen Verhältnisse
“ ebenfalls nicht miteinbezogen. Hier
liegt jedoch die Vermutung nahe, dass die Quantität der gelieferten Kennwerte zum jetzigen Zeitpunkt
nicht ausreichend ist, um große Gebiete hinreichend zu charakterisieren. Die Verwendung von
Referenzdatensätzen erscheint demnach für diesen ersten Verfahrensschritt praktikabel und
unumgänglich zu sein. Jedoch birgt dieser Ansatz auch Risiken von Fehleinschätzungen:
Referenzwerte werden flächendeckend auf sehr große Gebiete angewendet, die sich teilweise
über mehrere Bundesländer erstrecken und sich aus mehreren regionalgeologischen Einheiten
verschiedenster
Gesteinstypen
mit
unterschiedlichen
physikalischen
Eigenschaften
zusammensetzen. Dadurch werden Abwägungskriterien nicht separat betrachtet, sondern
„homogenisiert“, was der Vielfalt der auftretenden Gesteinstypen im saxothuringischen
Grundgebirge (unterschiedliche Plutonite und Metamorphite verschiedener p-T-Bereiche) nicht
gerecht wird. Ein Vergleich zwischen einzelnen Gebieten ist so nicht mehr möglich, was sich in
der identischen Bewertung der Teilgebiete „011_00TG_200_00IG_K-g_SPZ kristallines
Wirtsgestein in der südlichen Phyllitzone“ und „009_00TG_194_00IG_K_g_SO kristallines
Wirtsgestein im Grundgebirge der saxothuringischen Zone“ widerspiegelt.
Die BGE geht bei ihren Referenzdatensätzen von günstigen Bedingungen („Idealgestein“) aus,
was zu einer Überschätzung von Gebieten führen kann. Die Anwendung der Abwägungskriterien
hat im bisherigen Stadium der Standortsuche nicht dazu geführt, Bereiche innerhalb eines
riesigen Gebietes aufzufinden, welche tatsächlich günstig oder ungünstig sind.

32
Zusammenfassend
kann
gesagt
werden,
dass
die
BGE
darum
bemüht
ist,
die
geowissenschaftlichen Abwägungskriterien objektiv und vergleichbar anzuwenden sowie die
Ergebnisse nachvollziehbar zu dokumentieren und zu veröffentlichen.
Wo die schlechte Datenlage die Anwendung der Abwägungskriterien verhinderte, wurden
auszuschließende Bereiche unter- und nicht überschätzt, um das Risiko eines zu frühen
Ausschlusses potenziell geeigneter Standorte zu minimieren. Dadurch kommt es jedoch zur
Ausweisung
riesiger Teilgebiete, was aufgrund der geltenden Sicherungsvorschriften nach
§ 21 StandAG negative wirtschaftliche Folgen für die betroffenen Regionen mit sich bringt. Ziel
sollte es deshalb sein, die Teilgebiete in regionalgeologische Einheiten zu untergliedern, um
ihrem heterogenen Aufbau gerecht zu werden.
10 Synopsis der Prüfungsergebnisse
Im Zwischenbericht Teilgebiete der BGE (2020a) wurden 62 % der Fläche Sachsens in drei Teilgebieten
ausgewiesen.
Im Lausitzer Granodioritkomplex und Meißener Pluton, Delitzscher Pluton, Erzgebirge, Granulitgebirge
und Frankenberger Zwischengebirge sind großflächig Kristallingesteine verbreitet, die der
Wirtsgesteinsdefinition der BGE (2020a) entsprechen. Außerdem sind kleinräumigere Plutone, welche
die Definition des kristallinen Wirtsgesteins ebenfalls erfüllen, im Vogtland, im Nordsächsischen Block
und in der südlichen Phyllitzone anzutreffen. Weite Teile der südlichen Phyllitzone und des
Nordsächsischen Blocks und außerdem die regionalgeologischen Einheiten Görlitzer Schiefergebirge,
Lausitzer Grauwacken-Einheit, Doberlug-Torgau-Einheit, Ostthüringisch-Nordsächsische Einheit und
Chemnitzbecken erfüllen die Wirtsgesteinsdefinition nicht (Abb. 13).
In der Nordsudetischen Senke erfüllen die Tongesteine und Tonmergelgesteine an den Rändern des
Sedimentationsraumes die Wirtsgesteinsdefinition. Im Beckeninneren treten jedoch karbonatische
und gröber klastische Gesteine auf, welche die Wirtsgesteinsdefinition der BGE (2020a) nicht erfüllen.
Außerdem wurde das Ausschlusskriterium „aktive Störungszonen“ unvollständig angewendet, sodass
noch die Plutone innerhalb der tektonischen Großstruktur Vogtland, die über aktiven Störungen liegen,
auszuschließen sind. Weiterhin wurden einige Segmente aktiver Störungen nicht ausgeschlossen.
Darüber hinaus erscheint es notwendig, das Ausschlusskriterium „aktiver Vulkanismus“ auf Grundlage
des wissenschaftsbasierten Arbeitens nach aktuellem Stand der Forschung zu überarbeiten.
Als Abwägungskriterien wurden einheitliche Literaturwerte für alle Lithologien innerhalb des
variszischen Grundgebirges verwendet. Eine Unterscheidung zwischen günstigen und weniger
günstigen Regionen war somit anhand der Abwägungskriterien nicht möglich. Analog wurde mit den
Abwägungskriterien im Teilgebiet der Nordsudetischen Senke verfahren. Auch hier wurden Gesteine
verschiedener Lithologie mit den gleichen Literaturwerten belegt, sodass keine Abwägung möglich
war.

image
33
Abbildung 13: Darstellung des Prüfergebnisses. Teilgebiete (BGE, 2020a) in Sachsen (rosa); Gebiete, in
denen keine Wirtsgesteine bekannt sind (grün schraffiert) und Gebiete, die trotz eines gültigen
Ausschlusskriteriums nicht ausgeschlossen wurden (rot).

34
Tabelle 3: Flächen der Teilgebiete und unplausiblerweise als Teilgebiete ausgewiesener Regionen.
Teilgebiet
Fläche
(km
2
)
unplausibel ausgewiesen
auszu-
schließen
(km
2
)
Rest (km
2
)
011_00TG_200_00IG_
K-g_SPZ Südliche Phyllitzone
121,7
Phyllit/Sedimente
99,3
22,4
008_01TG_204_01IG_T_f_kro
Nordsudetische Senke
453,2
Hohe Karbonatgehalte
238,0
215,2
009_00TG_194_00IG_
K_g_SO
Saxothuringisches
Grundgebirge
10 951,0
tektonische Großstruktur
653,5
aktive Tektonik
279,9
Görlitzer Schiefergebirge
455,7
Chemnitzbecken
553,7
Lausitzer
Grauwacken-
Einheit
817,0
Phyllit
12,3
Wurzen-Caldera
516,9
Westthüringische-
Nordsächsische Einheit
1 012,6
Torgau-Doberlug-Einheit
409,7
Sedimente
im
Nordsächsischen Block
1 106,9
4 927,6
Summe
11 525,9
6 155,5
5 370,4
Von den im Zwischenbericht in Sachsen als Teilgebiete ausgewiesenen 11 526 km² sind nach
detaillierter fachlichen Prüfung ca. 6 155 km² als nicht plausibel einzustufen (Tabelle 3). Die in Sachsen
von Teilgebieten betroffene Fläche würde sich durch Korrektur der fehlerhaft ausgewiesenen Bereiche
von ca. 62 % auf 29 % der Landesfläche reduzieren.

35
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Walter, H. (2006). Das Rotliegend der Nordwestsächsischen Senke. Veröff. Museum Naturkunde
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732.

41
Anlage 1: Übersicht repräsentativer Bohrungen ausgewählter
regionalgeologischer Einheiten
mit * gekennzeichnete Bohrungen kommen nur in Abbildungen vor
Regionale Einheit
Teil
Name
Endteufe (m)
Identnr. (Sächs. Aufschlussdatenbank)
AufID
(BGE)
Nordsudetische
Norden
B1/1962*
500
5479275,205717575,00B....1....962
790
Senke
B1/2000
1586
5480338,305713425,95B....1....000
568
B104/1963
1924
5480731,505717039,20B..104....963
567
Mitte
B67/1959
776
5470010,355713929,36B...67....959
555
B100/1961
1434
5476807,005705283,00B..100....961
666
B94/1960*
421
5479601,405704015,30B...94....960
676
B96/1961*
1363
5479256,605701684,80B...96....961
675
B1976/1966*
510
5480338,305713425,95B.1976....966
568
B1979/1966*
440
5496386,005697428,90B.1979....966
683
B/1978/1967*
433
5491107,805697652,5B.1978....967
682
B1977/1966
500
5485206,305700260,90B.1977....966
678
Süden
B101/1961
1345
5485284,005697901,00B..101....961
679
B1993/1967
439
5498591,305689519,70B.1993....967
734
B1996/1967
527
5498891,405688720,00B.1996....967
736
B1983/1967
425
5498060,905690327,10B.1983....1967
733
B1992/1967
325
5490667,805701161,40B.1992....967
680
südliche
B1477H/1985
1224
4519970,705711600,70B.1477H...985
338
Phyllitzone
B1478H/1985
1267
4519180,405709489,60B.1478H...985
341
Frankenberger
Gneis
B2309/1976
404
363830,375644758,69B.2309....976
1062
Zwischengebirge
B2310/1976
691
364027,725644941,67B.2310....976
1063
B2305/1976
750
363404,745644835,44B.2305....976
1058
B2304/1976
339
363253,495644698,71B.2304....976
1056
Prasinit
B11/1968
556
364415,795645613,88B....11….968
1067
mit Gneis
B2301/1975
630
363021,175645200,76B.2301....975
1053
B2302/1976
424
363162,895645346,62B.2302....976
1055
B2303/1975
726
363300,315645492,78B.2303....975
1059
B2308/1975
536
362855,135645595,45B.2308....975
1051
Prasinit
B2304/1975
531
362918,885646355,40B.2304....975
1052
ohne Gneis
B2300/1975
682
362543,855646092,20B.2300....975
1050
paläozoische
B7/1968
362
364480,375644708,31B....7....698
1068
Sedimente
B12/1969
461
364314,005645093,59B...12....969
1067
B6/1968
510
364349,375645447,18B....6....968
1065
B11/1968
556
364415,795645613,88B...11....968
1067
NW-Sachsen
Torgau-Doberlug
B1478H/1985
1267
4519180,405709489,60B.1478H...985
341
Einheit
B1477H/1985
1224
4519970,705711600,70B.1477H...985
339
Nordsächsicher Block
B1519A/1983
606
4546765,305700650,30B1519A....983
642
BW86/1979
562
4529222,405704698,00BW..86....979
633
B1139/1982
327
4532756,205705948,90B.1139....982
619
Granit
B1257/1984
353
4543289,905709475,30B.1257....984
523
Delitzsch Granit
BW89H/1979
448
4533049,005709805,20BW..89H...979
433

42
Regionale Einheit Teil
Name
Endteufe (m) Identnr. (Sächs. Aufschlussdatenbank)
AufID
(BGE)
B1119/1982
495
4527854,305712495,40B.1119....982
460
B1144/1982
488
4532953,805709446,20B.1144....982
476
Ostthüringisch-
B213/1972
152,2
4556936,005679807,00B..213…..972
-
Nordsächsische E.
Wurzen-Caldera
B1517/1982
806
4536400,005690241,50B.1517....982
687
B1516/1982
792
4538794,805693123,90B.1516....982
686
Görlitzer
B10/1961
809
5457159,505688267,50B...10....961
693
Schiefergebirge
B20/1963*
467
5455940,005699379,50B...20....963
651
Chemnitzbecken
SI/1872
1200
336217,555622907,89S....I....872
2000
SIII/1897
1167
335894,135622779,91S..III....871
1994
SI/1871
881
337512,345621030,06S....I....871
2003
B1/1950
1252
4545217,665622260,56B....1....950
1937
B Sau/1947
1242
4543896,005621778,00B..Sau....947