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2019
JIM Studie 2019
Basisuntersuchung
zum Medienumgang
12- bis 19-Jähriger

„20 Jahre Medienforschung für die Praxis“

TV, YouTube, Netflix & Co.
01.
03.
04.
05.
06.
07.
08.
09.
10.
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13.
14.
15.
02.
Einführung und Methode
Medienausstattung
Freizeitaktivitäten
Medienbeschäftigung in der Freizeit
Bücher und Lesen
Radio, Musik, Spotify & Co.
Technische Aspekte der Internetnutzung
Inhaltliche Aspekte der Internetnutzung
WhatsApp, Instagram, Snapchat & Co.
Wikipedia, Google & Co.
Digitale Spiele
Mobbing und Hass im Internet
Zusammenfassung
English Summary
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1. Einführung und Methode
Der mpfs untersucht mit der
JIM-Studie seit mehr als zwei
Jahrzehnten den Medienalltag
Jugendlicher in Deutschland
Mit der vorliegenden Studie „Jugend, Information, Medien“ (JIM) erhalten
Sie aktuelle Daten und Fakten zur Mediennutzung der Jugendlichen in
Deutschland. Die JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbun-
des Südwest untersucht seit 1998 jährlich das Mediennutzungsverhalten
der Jugendlichen in Deutschland. Über die lange Laufzeit der Studienreihe
konnte sowohl der Beginn des Handyzeitalters, die wachsende Bedeutung
des Internets, die rasante Entwicklung der Smartphone-Nutzung und der
Einzug von Netflix & Co. in den Alltag Jugendlicher, als auch das Ver-
schwinden von MP3-Playern, Videorekordern und Walkmans dokumentiert
werden.
Die Veröffentlichung der Studie musste dieses Jahr später als
gewohnt erfolgen, da mit der Weiterentwicklung der Methode und dem
erstmaligen Einbezug von Mobilfunknummern bei der Stichprobenziehung
sowie durch die Beauftragung eines neuen Befragungsinstitutes weitere
Prozessschritte zur Qualitätssicherung implementiert wurden und einige
Prozesse neu aufgesetzt werden mussten.
Angesichts der Telefonsituation in den Haushalten mit Jugendli-
chen und der langfristig abnehmenden Relevanz von Festnetzanschlüssen,
war die Erweiterung der Stichprobe um Mobilfunknummern jedoch ein
notwendiger Schritt. Auch im Bemühen um eine größtmögliche Konti-
nuität der Studie angesichts einer inzwischen über 20-jährigen Studien-
tradition sind sowohl inhaltliche, wie sprachliche Anpassungen und ggf.
auch methodische Änderungen nötig, um den aktuellen Entwicklungen
gerecht zu werden. Zwar sind die Änderungen in der Methode durch die
modifizierte Stichprobenziehung nicht gravierend, jedoch sind manchmal
schon kleine methodische Veränderungen mit einer Einschränkung der
Vergleichbarkeit verbunden.
Die JIM Studie ist als Basisstudie konzipiert, mit dem Anspruch,
die gesamte Bandbreite des Medienumgangs von Zwölf- bis 19-Jährigen
in Deutschland zu erfassen. Entsprechend des sehr breit gefassten Er-
kenntnisinteresses, liegt es in der Natur der Sache, dass nicht alle aktuell
relevanten Aspekte des Medienumgangs vertiefend behandelt werden
können. Dennoch werden in jedem Jahr in der Studie neben der Erfassung
der kontinuierlichen Basisdaten aktuelle Aspekte aufgegriffen. Der gesell-
schaftliche Umgang in Online-Medien und in Social Media Angeboten ist

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie
2019
zu einem gesamtgesellschaftlichen Thema geworden. Das Thema Hass im
Netz ist an der Tagesordnung und Kampagnen und Initiativen für einen
respektvollen Umgang im Netz werden präsenter. Nicht zuletzt führten ein
wachsender Populismus und die stark polarisierte Diskussion politischer
Themen im Netz zu einer großen Aufmerksamkeit der Politik und der
Öffentlichkeit für Umgangsformen und Diskussionskultur im Netz.
In der JIM-Studie 2019 wurden daher die Konfrontation mit
Hassbotschaften und Desinformation sowie die Nutzung von YouTube und
Instagram ausführlicher betrachtet.
Für die JIM-Studie 2019 wurden im Zeitraum vom 28. Mai bis 17.
August 2019 bundesweit 1.200 Jugendliche im Alter von zwölf bis 19 Jahren
telefonisch befragt (CATI). Die repräsentative Stichprobe wurde aus Haus-
halten mit einem Festnetzanschluss und über Mobilfunknummern (auf
Basis der ADM Auswahlgrundlage für Telefonstichproben) gezogen.
Die (Festnetz-) Stichprobe wurde unter Berücksichtigung der
Anzahl möglicher Zielpersonen im Haushalt im Alter zwischen zwölf
und 19 Jahren transformiert. Abweichungen von der Soll-Struktur wur-
den durch eine iterative Gewichtung nach den Merkmalen: „Geschlecht x
Alter Insgesamt“ und Bundesland (jeweils Basis: Statistisches Bundesamt,
Stand 31.12.2018) fortgeschrieben. Die Befragung bildet demnach ein re-
präsentatives Abbild der ca. 6,3 Mio. deutschsprachigen Jugendlichen. Die
Feldarbeit und Datenprüfung erfolgte durch die Gesellschaft für Innovative
Marktforschung mbH (GIM) in Wiesbaden.
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Gymnasium
Haupt-/Realschule
Studierende
Auszubildende
Schüler*innen
18-19 Jahre
16-17 Jahre
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Jahre
12-13 Jahre
Jungen
Mädchen
Bildungsgruppen
Altersgruppen
JIM 2019: Soziodemografie
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten, n=1.200
Für die JIM-Studie 2019 wurden
1.200 Jugendliche zwischen zwölf
und 19 Jahren in ganz Deutschland
von Mai bis August 2019
telefonisch befragt

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie 2019
Die Befragten verteilen sich entsprechend der in der Bevölkerung beste-
henden Verhältnisse gleichmäßig auf die verschiedenen Altersgruppen.
78 Prozent der Befragten besuchen noch eine allgemeinbildende Schule,
jede/-r Zehnte ist in Ausbildung und sieben Prozent der Befragten studie-
ren. Auszubildende und Studierende werden im Hinblick auf die Schulbil-
dung nach ihrem letzten Bildungsabschluss eingeordnet. Angesichts der
inzwischen sehr heterogenen Schulformen in Deutschland und zahl-
reichen integrierten Schularten ist die Darstellung der Bildungsniveaus
in den ehemals vorherrschenden dreigliedrigen Schularten nicht mehr
sinnvoll. Eine eindeutige Differenzierung und Vergleichbarkeit ist in der
JIM-Studie seit 2014 nur zwischen dem Gymnasium auf der einen Seite
und den unterschiedlichen Bildungsgängen vom Hauptschulabschluss bis
zur Mittleren Reife auf der anderen Seite möglich. Demnach umfasst die
Bezeichnung „Haupt-/Realschule“ neben klassischen Haupt- und Real-
schulen auch Gesamtschulen, Werkrealschulen, Regionalschulen etc. Die
konkreten Bezeichnungen dieser Schulformen variieren je nach Bundes-
land deutlich.
Herausgeber der Studienreihe JIM ist der Medienpädagogische
Forschungsverbund Südwest (mpfs), gemeinsam getragen von
der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und
der LMK medienanstalt rlp
in Kooperation mit
der SWR Medienforschung.
Der Vertrieb der Studien erfolgt in Zusammenarbeit mit
der Bundeszentrale für politische Bildung und
den Landeszentralen für politische Bildung Baden-Württemberg und
Rheinland-Pfalz.
Sofern nicht anders gekennzeichnet, beziehen sich die Ergebnis-
se auf die Erhebungen des Jahres 2019. Die Studienberichte der vergange-
nen Jahre sind unter
www.mpfs.de
dokumentiert.

5
2. Medienausstattung
Jugendlichen steht ein breites
Repertoire an Mediengeräten zur
Verfügung
Jugendliche wachsen mit einem breiten Repertoire an Mediengeräten auf.
Smartphone, Computer/Laptop und WLAN sind in praktisch allen Familien
vorhanden, einen Fernseher gibt es bei 96 Prozent. Ein Radio steht bei 85
Prozent zur Verfügung und in vier von fünf Familien gibt es einen DVD-
Player oder Festplattenrekorder. Stationäre Spielkonsolen und Smart-TVs
sind in zwei von drei Familien vorhanden, ein Tablet steht bei 63 Prozent
zur Verfügung. Bei etwa der Hälfte gehören tragbare Spielkonsolen oder
MP3-Player zur Medienausstattung. E-Book-Reader, Wearables, wie z. B.
Smartwatches und Streaming-Boxen oder -Sticks können in etwa jeder
dritten Familie genutzt werden. Bei 16 Prozent ist zuhause ein digitaler
Sprachassistent wie z. B. Alexa im Einsatz.
Geräte-Ausstattung im Haushalt 2019
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten, n=1.200
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Digitaler Sprachassistent
Radiogerät mit Internetzugang
Streaming Box/Stick
Wearable
E-Book-Reader
MP3-Player/iPod
Tragbare Spielkonsole
Tablet-PC
Fernsehgerät mit Internetzugang
Feste Spielekonsole
Musik-Streaming-Dienst
Video-Streaming-Dienst
DVD-Player/Festplattenrecorder
Radiogerät
Fernsehgerät
WLAN
Computer/Laptop
Smartphone

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie 2019
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Ausstattungsrate bei Wearables um neun
Prozentpunkte (PP) gestiegen, die Verfügbarkeit eines MP3-Players ist hin-
gegen leicht rückläufig (-5 PP).
Neben der geräteseitigen Ausstattung der Familien ergänzen
Abonnements und Streaming-Dienste das Angebot. Bei 73 Prozent besteht
die Möglichkeit, Inhalte eines Video-Streaming-Dienstes wie Netflix oder
Amazon prime anzusehen. Musik-Streaming-Dienste wie Spotify sind bei
zwei Drittel verfügbar. 46 Prozent beziehen ein Abo einer Tageszeitung,
während ein Drittel der Haushalte ein Zeitschriften-Abonnement abge-
schlossen hat. Abofernsehen, wie beispielsweise Sky, ist in jeder dritten
Familie vorhanden.
Ältere Jugendliche haben eher Zugang zu Streaming-Diensten
(Videostreaming: 12-13 Jahre: 54 %, 14-15 Jahre: 69 %, 16-17 Jahre: 82 %, 18-
19 Jahre: 84 %, Musikstreaming: 12-13 Jahre: 49 %, 14-15 Jahre: 64 %, 16-17
Jahre: 77 %, 18-19 Jahre: 81 %). Es zeigen sich Unterschiede vor dem Hin-
tergrund des Bildungsgrades der befragten Jugendlichen. Jugendliche mit
formal höherem Bildungshintergrund haben, mit Ausnahme von Abofern-
sehen, eher Zugriff auf zusätzliche kostenpflichtige Medienabonnements.
Nach einem enormen Anstieg der Videostreaming-Angebote von 2017 auf
2018 von 54 auf 77 Prozent ist der Wert 2019 wieder etwas gesunken (73 %).
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Abofernsehen
Zeitschriften-Abo
Tageszeitungs-Abo
Musikstreaming-Dienste
Videostreaming-Dienste
2018, n=1.200
2019, n=1.200
Medien-Abonnements 2019
Quelle: JIM 2018, JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten
73 Prozent der Familien können
einen Video-Streaming-Dienst
nutzen

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie
2019
Auch was den Gerätebesitz der Jugendlichen selbst betrifft, ist das Smart-
phone mit 93 Prozent das am weitesten verbreitete Mediengerät. Zwei von
drei Jugendlichen haben einen eigenen Computer oder Laptop, ein Fern-
sehgerät steht bei der Hälfte im Jugendzimmer. Tragbare oder stationäre
Spielkonsolen sowie Radiogeräte sind bei zwei von fünf Jugendlichen im
Eigenbesitz. Einen MP3-Player besitzt (noch) ein Drittel. Genau ein Viertel
der Jugendlichen hat ein eigenes Tablet zur Verfügung, während DVD-
Player/Festplattenrekorder oder Smart-TVs bei einem Fünftel vorhanden
sind. Wearables oder E-Book-Reader sowie Streaming-Boxen oder digitale
Sprachassistenten kann etwa ein Zehntel der Jugendlichen sein oder ihr
Eigen nennen. Internetradios sind mit vier Prozent am wenigsten verbrei-
tet.
Im Vergleich zur JIM-Studie 2018 zeigt sich überwiegend ein
rückläufiger Trend im Gerätebesitz, am deutlichsten sichtbar bei Laptop,
DVD-Player/Festplattenrekorder sowie bei stationären Spielkonsolen.
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Radiogerät mit Internetzugang
Digitaler Sprachassistent
Streaming-Box
E-Book-Reader
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Fernsehgerät mit Internetzugang
DVD-Player/Festplattenrecorder
Tablet-PC
Computer
MP3-Player/iPod
Radiogerät
Feste Spielkonsole
Tragbare Spielkonsole
Laptop
Fernsehgerät
Computer/Laptop
Smartphone
Handy/Smartphone
2018, n=1.200
2019, n=1.200
– Auswahl –
Quelle: JIM 2018, JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten
Gerätebesitz Jugendlicher 2019
93 Prozent der Jugendlichen
besitzen ein Smartphone

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie 2019
In Bezug auf die Differenzierung zwischen Mädchen und Jungen werden
deutliche Ausstattungsunterschiede bei festen Spielkonsolen (Mädchen:
26 %, Jungen: 56 %) sichtbar. Jungen besitzen zudem eher einen statio-
nären Computer (44 %, Mädchen: 12 %), während Mädchen eher über ein
Laptop (54 %, Jungen: 41 %) verfügen. Darüber hinaus sind die Zugänge
weitgehend gleich verteilt.
Für die meisten Mediengeräte steigt die Ausstattungsrate mit dem Alter
der Jugendlichen leicht an. Deutliche Unterschiede zeigen sich beim Besitz
von Computer/Laptop (12-13 Jahre: 44 %, 14-15 Jahre: 67 %, 16-17 Jahre:
66 %, 18-19 Jahre: 82 %), Smart-TV (12-13 Jahre: 16 %, 14-15 Jahre: 16 %, 16-
17 Jahre: 20 %, 18-19 Jahre: 25 %) und der uneingeschränkten Verfügbarkeit
von WLAN (12-13 Jahre: 76 %, 14-15 Jahre: 83 %, 16-17 Jahre: 88 %, 18-19
Jahre: 97 %).
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Radiogerät mit Internetzugang
Digitaler Sprachassistent
Streaming-Box
E-Book-Reader
Wearable
Fernsehgerät mit Internetzugang
DVD-Player/Festplattenrecorder
Tablet-PC
Computer
MP3-Player/iPod
Radiogerät
Feste Spielkonsole
Tragbare Spielkonsole
Laptop
Fernsehgerät
Computer/Laptop
WLAN (uneingeschränkt)
Smartphone
Handy/Smartphone
Mädchen
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Gerätebesitz Jugendlicher 2019
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten, n=1.200

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie
2019
Aus dem Bildungshintergrund der Jugendlichen ergeben sich keine nen-
nenswerten Unterschiede.
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Radiogerät mit Internetzugang
Digitaler Sprachassistent
Streaming-Box
E-Book-Reader
Wearable
Fernsehgerät mit Internetzugang
Tablet-PC
Computer
MP3-Player/iPod
Radiogerät
Feste Spielkonsole
Tragbare Spielkonsole
Laptop
Fernsehgerät
WLAN (uneingeschränkt)
Smartphone
12-13 Jahre
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16-17 Jahre
18-19 Jahre
– Auswahl –
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten, n=1.200
Gerätebesitz Jugendlicher 2019

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3. Freizeitaktivitäten
Durch Schule oder Ausbildung ist der Alltag von Jugendlichen klar struk-
turiert. In der Freizeit steht das Treffen mit Freunden an erster Stelle, drei
von vier Jugendlichen unternehmen mindestens mehrmals pro Woche
etwas mit Bekannten oder Freunden. An zweiter Stelle folgt Sport, zwei
Drittel der Zwölf- bis 19-Jährigen betätigen sich in der Freizeit regelmäßig
sportlich. Unternehmungen mit der Familie stehen für ein Drittel regelmä-
ßig auf dem Programm. Ein Fünftel macht mindestens mehrmals wö-
chentlich selbst Musik und ein Zehntel besucht Sportveranstaltungen als
Zuschauer*in. Vier Prozent der Jugendlichen sind regelmäßig selbst in der
Kirche oder einer religiösen Organisation aktiv. Jeweils drei Prozent gehen
in ihrer Freizeit regelmäßig auf Partys, besuchen eine Bibliothek oder eine
Kirche/einen Gottesdienst.
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Kirche/Gottesdienst
Leih-Bücherei/Bibliothek
Partys
Kirchliche/religiöse Organisation
Sportveranstaltungen
Selbst Musik machen
Familienunternehmungen
Sport
Mit Freunden/ Leuten treffen
Mädchen
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– täglich/mehrmals pro Woche –
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten, n=1.200
Freizeitaktivitäten 2019
Treffen mit Freunden steht auf
Platz 1 der Freizeitaktivitäten

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie
2019
Betrachtet man letztere Aktivitäten über einen größeren Zeitraum, so
gehen innerhalb eines Monats 45 Prozent der Jugendlichen auf Partys.
Jeweils 27 Prozent nutzen zumindest einmal im Monat eine Bibliothek
oder besuchen einen Gottesdienst. Jede/-r Zehnte geht in ein Theater, Oper
oder klassisches Konzert, jede/-r Zwanzigste besucht ein Rock-/Pop- oder
Jazzkonzert.
Jungen sind beim Thema Sport etwas aktiver als Mädchen. Mäd-
chen üben häufiger musikalische Aktivitäten aus.
Jugendliche mit formal niedrigerer Bildung machen seltener
selbst Musik (mind. mehrmals pro Woche, Haupt-/Realschule: 12 %, Gym-
nasium: 28 %) und treiben tendenziell weniger Sport (mind. mehrmals pro
Woche, Haupt-/Realschule: 60 %, Gymnasium: 70 %).
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Kirche/Gottesdienst
Leih-Bücherei/Bibliothek
Partys
Kirchliche/religiöse Organisation
Sportveranstaltungen
Selbst Musik machen
Familienunternehmungen
Sport
Mit Freunden/ Leuten treffen
Haupt-/Realschule
Gymnasium
– täglich/mehrmals pro Woche –
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten, n=1.200
Freizeitaktivitäten 2019
Jungen sind sportlich aktiver,
Mädchen betätigen sich häufiger
musikalisch

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4. Medienbeschäftigung in der Freizeit
Die JIM-Studie liefert seit mehr als zwei Jahrzehnten zentrale Basisdaten
zur Mediennutzung Jugendlicher. Bezogen auf die tägliche Nutzung haben
im Jahr 2019 die Smartphone- (92 %), Internet- (89 %) und Musiknutzung
(77 %) den größten Stellenwert im Medienalltag Zwölf- bis 19-Jähriger. 56
Prozent sehen täglich Online-Videos, 45 Prozent nutzen jeden Tag Fern-
sehangebote. Radio ist bei zwei Fünftel im täglichen Nutzungsrepertoire
enthalten, während digitale Spiele für ein Drittel und Video-Streaming-
Dienste für 30 Prozent täglich eine Rolle spielen. 14 Prozent der Jugend-
lichen lesen täglich in ihrer Freizeit gedruckte Bücher, fünf Prozent eine
gedruckte Tageszeitung.
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Zeitschriften/Magazine (online)
Tageszeitung (online)
Zeitschriften/Magazine
Hörspiele/-bücher
Tageszeitung
DVDs/Blurays/aufgez. Filme/Serien
Tablet-PC
Bücher
Video-Streaming-Dienste
Digitale Spiele
Radio*
Fernsehen*
Online-Videos
Musik hören
Smartphone
Internet*
täglich
mehrmals pro Woche
Medienbeschäftigung in der Freizeit 2019
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent; *egal über welchen Verbreitungsweg, Basis: alle Befragten, n=1.200
Bei der täglichen Mediennutzung
stehen Smartphone, Internet und
Musik an erster Stelle

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie
2019
Bezogen auf die regelmäßige Nutzung, also mindestens mehrmals pro Wo-
che, sind wieder Internet-, Smartphone- und Musiknutzung die zentralen
Tätigkeiten für alle Jugendlichen. Online-Videos sind für 84 Prozent regel-
mäßig relevant, Fernsehinhalte nutzen drei Viertel mindestens mehrmals
pro Woche. Das Radio gehört für 67 Prozent zum regelmäßigen Medien-
repertoire und digitale Spiele werden von 63 Prozent in dieser Häufigkeit
genutzt. Gut die Hälfte verbringt regelmäßig Zeit mit Video-Streaming-
Diensten, während 34 Prozent der Jugendlichen mindestens mehrmals pro
Woche zum Vergnügen gedruckte Bücher lesen. Die Tabletnutzung sowie
aufgezeichnete Filme/Serien oder Blurays sind für ein Fünftel regelmäßige
Freizeitbeschäftigung. 13 Prozent lesen regelmäßig in einer gedruckten
Tageszeitung oder hören Hörspiele oder Hörbücher. Zeitschriften in der
Printversion sowie die Online-Version einer Tageszeitung sind für jeweils
zwölf Prozent regelmäßig relevant. Neun Prozent der Zwölf- bis 19-Jähri-
gen lesen mindestens mehrmals wöchentlich Zeitschriften online, wäh-
rend E-Books nur für sieben Prozent Alltagsrelevanz zeigen.
Internet, Smartphone und Musik werden von Mädchen und Jun-
gen gleichermaßen häufig genutzt, es zeigt sich eine deutliche Präferenz
der Jungen für digitale Spiele, während Mädchen eine höhere Affinität zum
Thema Bücher haben.
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Zeitschriften/Magazine (online)
Tageszeitung (online)
Zeitschriften/Magazine
Hörspiele/-bücher
Tageszeitung
DVDs/Blurays/aufgez. Filme/Serien
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Bücher
Video-Streaming-Dienste
Digitale Spiele
Radio*
Fernsehen*
Online-Videos
Musik hören
Smartphone nutzen
Internet*
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Jungen
– täglich/mehrmals pro Woche –
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent; *egal über welchen Verbreitungsweg, Basis: alle Befragten, n=1.200
Medienbeschäftigung in der Freizeit 2019

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie 2019
Während sich bei der Nutzung von Video-Streaming-Diensten von 2017 auf
2018 eine enorme Dynamik zeigte (+24 PP), so ist in diesem Jahr diesbe-
züglich wieder ein Rückgang um sieben Prozentpunkte festzustellen. Auch
gedruckte Bücher haben leicht an Popularität verloren, während digitale
Spiele einen leichten Aufschwung erleben.
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Zeitschriften/Magazine (online)
Tageszeitung (online)
Zeitschriften/Magazine
Hörspiele/-bücher
Tageszeitung
DVDs/Blurays/aufgez. Filme/Serien
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Video-Streaming-Dienste
Digitale Spiele
Radio*
Fernsehen*
Online-Videos
Musik hören
Smartphone nutzen
Internet*
2018, n=1.200
2019, n=1.200
– täglich/mehrmals pro Woche –
Quelle: JIM 2018, JIM 2019, Angaben in Prozent; *egal über welchen Verbreitungsweg, Basis: alle Befragten
Medienbeschäftigung in der Freizeit 2019
Video-Streaming nach
sprunghaftem Anstieg wieder
etwas rückläufig

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5. Bücher und Lesen
Der Fragenblock zum Lesen in der Freizeit ist fester Bestandteil der JIM-
Studie. Während der Anteil regelmäßiger Leser*innen gedruckter Bücher
in der Freizeit in den letzten Jahren immer um die 40 Prozent-Marke
pendelte, zählt 2019 gut ein Drittel der Jugendlichen zu den Leser*innen
gedruckter Bücher. 34 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen lesen mindestens
mehrmals pro Woche gedruckte Bücher zum Vergnügen (also nicht für die
Schule).
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2009
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(n=1.208)
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(n=1.200)
2019
(n=1.200)
– täglich/mehrmals pro Woche –
Quelle: JIM 2009 - JIM 2019, *nur gedruckte Bücher, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten
Bücher lesen* 2009-2019

16
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie 2019
Innerhalb von 14 Tagen liest ein weiteres Fünftel der Jugendlichen ge-
druckte Bücher, gut jede/-r Vierte greift einmal im Monat oder seltener
zum Buch. Mit 18 Prozent gibt knapp ein Fünftel an, nie in der Freizeit in
gedruckten Büchern zu lesen.
Mädchen zeigen wie in den Vorjahren eine höhere Affinität zu
Büchern. Zwei von fünf Mädchen, aber nur gut jeder vierte Junge greift
in der Freizeit regelmäßig zum Buch. Der höchste Anteil regelmäßiger
Leser*innen findet sich in diesem Jahr unter den 16- bis 17-Jährigen. Auch
der formale Bildungshintergrund beeinflusst die Büchernutzung der Ju-
gendlichen. Während knapp zwei von fünf Gymnasiast*innen regelmäßig
zum Buch greifen, sind es bei Jugendlichen, die eine Haupt- oder Realschu-
le besuchen, nur 28 Prozent.
E-Books zeigen nach wie vor keine breite Relevanz im Medienalltag
Jugendlicher. Wie im Vorjahr lesen nur sieben Prozent der Jugendlichen
regelmäßig E-Books, für ein Viertel gehört die Lektüre von elektronischen
Büchern zumindest selten zum Freizeitalltag. Drei von vier Jugendlichen
beschäftigen sich nie mit digitalen Büchern.
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Gymnasium
Haupt-/Realschule
18-19 Jahre
16-17 Jahre
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Jahre
Jungen
Mädchen
Gesamt
täglich/mehrmals pro Woche
einmal/Woche - einmal/14 Tage
einmal/Monat - seltener
nie
Bücher lesen* 2019
Quel
le:
JIM
2019,
*nur
g
edruckte
Bücher,
Ang
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in
Prozent,
Basis:
al
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Befragten,
n=1.200
Mädchen zeigen eine höhere
Affinität zum Lesen

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie
2019
Diejenigen Jugendlichen, die zumindest selten Bücher lesen – egal ob in
gedruckter oder elektronischer Form – geben an, von Jahresbeginn bis zum
Befragungszeitraum (Mai bis August) neun Bücher gelesen zu haben. Die
Hälfte der Befragten (51 %) las auch zum Zeitpunkt der Befragung zur JIM-
Studie gerade ein Buch (Mädchen: 60 %, Jungen: 42 %).
Hierbei weisen die genannten Titel zwar inhaltlich eine große
Bandbreite auf, verändern sich über die Jahre aber kaum. Die Klassiker,
die von den Jugendlichen seit Jahren gelesen und an dieser Stelle genannt
werden, sind nach wie vor „Harry Potter“, „Der Herr der Ringe“ sowie die
Fantasy-Reihe „Eragon“.
Durchschnittlich verbringen die Jugendlichen an einem Wochen-
tag nach eigener Einschätzung 53 Minuten mit dem Lesen von Büchern
(2018: 67 Min.). Bei Mädchen (62 Min.) fällt die Lesedauer entsprechend
höher aus als bei Jungen (45 Min.).
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Gymnasium
Haupt-/Realschule
18-19 Jahre
16-17 Jahre
14-15 Jahre
12-13 Jahre
Jungen
Mädchen
Gesamt
täglich/mehrmals pro Woche
einmal/Woche - einmal/14 Tage
einmal/Monat - seltener
nie
E-Books lesen 2019
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten, n=1.200

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6. Radio, Musik, Spotify & Co.
Musik spielt im Medienalltag Jugendlicher eine wichtige Rolle, daher ist
auch das Musiknutzungsverhalten fester Bestandteil der JIM-Studie. In
Bezug auf unterschiedliche Optionen des Musikhörens steht die Nutzung
über Musik-Streaming-Dienste wie z. B. Spotify an erster Stelle: Zwei
Drittel der Jugendlichen (66 %) hören mindestens mehrmals pro Woche
über Streaming-Dienste Musik. Die Musiknutzung über YouTube folgt mit
52 Prozent regelmäßiger Nutzung auf dem zweiten Platz, dicht gefolgt von
der Musiknutzung live bei Radiosendern (50 %, inkl. Livestreams des Ra-
dioprogramms (LSTR)). Musik über MP3/Download wird von einem Drittel
(32 %) regelmäßig genutzt, jede/-r Fünfte nutzt CDs/Platten (19 %). Web-
channels sind für 15 Prozent Quelle für Musik und über Smartspeaker wie
Alexa steuert etwa jede/-r Zehnte (11 %) regelmäßig Songs an.
Auch bei der täglichen Nutzung stehen Streaming-Dienste dann
mit deutlichem Abstand an erster Stelle und werden von der Hälfte der
Jugendlichen täglich genutzt. An zweiter Stelle steht die Live-Musiknut-
zung bei Radiosendern noch vor der Nutzung über YouTube. Webchannels
rücken auf den fünften Platz vor CD/Platte.
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Smartspeaker
Webchannel (nicht LSTR
Radiosender)
CD/Platte
MP3/Download
Live bei Radiosendern
YouTube
Musik-Streaming Dienste, z. B.
Spotify
täglich
mehrmals in der Woche
– täglich/mehrmals pro Woche –
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten, n=1.200
Nutzung verschiedener Wege zum Musikhören 2019
Jede/-r Zweite nutzt täglich Musik-
Streaming-Dienste

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie
2019
Jungen (55 %, Mädchen: 49 %) zeigen eine leichte Präferenz für die Mu-
siknutzung über YouTube, ansonsten finden sich keine nennenswerten
geschlechterbezogenen Unterschiede.
Bei der Betrachtung im Altersverlauf wird deutlich, dass die Nut-
zung kostenpflichtiger Angebote über Streaming-Dienste mit steigendem
Alter der Jugendlichen attraktiver wird. Auch das Interesse an Live-Radio-
programmen und Webradio nimmt mit dem Alter zu.
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Smartspeaker
Webchannel (nicht LSTR Radiosender)
CD/Platte
MP3/Download
Live bei Radiosendern
YouTube
Musik-Streaming Dienste, z. B. Spotify
12-13 Jahre
14-15 Jahre
16-17 Jahre
18-19 Jahre
– täglich/mehrmals pro Woche –
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten, n=1.200
Nutzung verschiedener Wege zum Musikhören 2019

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie 2019
Unabhängig von der Musiknutzung hören zwei von drei Jugendlichen
(67 %) regelmäßig Radio (2018: 70 %). Weitere elf Prozent hören einmal in
der Woche bis einmal in zwei Wochen Radio, jede/-r Zehnte einmal im
Monat oder seltener. Nur elf Prozent der Jugendlichen hören nie Radio.
Innerhalb der letzten 14 Tage betrachtet ist für gut drei Viertel der Jugend-
lichen die Radionutzung über ein Autoradio (77 %) am häufigsten, gefolgt
von „normalen“ UKW-Geräten (43 %). Radionutzung über Smartphone
(12 %), DAB+-Radio (12 %), Internetradio (6 %), Smartspeaker (4 %) oder
andere Zugänge sind nach wie vor nur für eine Minderheit eine Option.
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Gymnasium
Haupt-/Realschule
18-19 Jahre
16-17 Jahre
14-15 Jahre
12-13 Jahre
Jungen
Mädchen
Gesamt
täglich/mehrmals pro Woche
einmal/Woche - einmal/14 Tage
einmal/Monat - seltener
nie
Radionutzung 2019
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten, n=1.200
Zwei Drittel der Jugendlichen hören
regelmäßig Radio

21
7. Technische Aspekte der Internetnutzung
Das Smartphone ist der häufigste Zugangsweg zum Internet. 73 Prozent
derjenigen, die zumindest alle 14 Tage das Internet nutzen, nennen das
Smartphone als häufigstes Zugangsgerät. Mit zwölf Prozent folgt weit ab-
geschlagen der stationäre Computer, danach mit acht Prozent ein Laptop
oder Notebook.
Zwischen Mädchen und Jungen gibt es Unterschiede hinsichtlich
der Internetzugangspräferenz. Das Smartphone spielt für Mädchen (79 %,
Jungen: 68 %) eine noch zentralere Rolle, während für Jungen, vermutlich
aufgrund der höheren Affinität zu Online-Spielen, mit 17 Prozent der Zu-
gang über einen stationären PC relevanter ist als für Mädchen (6 %).
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Smartphone
Computer
Laptop
Tablet
Spielkonsole
Fernseher
dig. Sprachassistent
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Smartphone
Computer
Laptop
Tablet
Spielkonsole
Fernseher
Mädchen
Jungen
Am häufigsten eingesetztes Gerät zur Internetnutzung 2019
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: Befragte, die mind. alle 14 Tage das Internet nutzen, n=1.193
Internetnutzung findet primär
mobil statt

22
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie 2019
Bei der Frage, welche Geräte innerhalb eines Zeitraums von 14 Tagen
generell zur Internetnutzung verwendet werden, dominiert ebenfalls das
Smartphone mit 91 Prozent, jedoch sind in diesem Zeitraum auch Laptops
(41 %) und stationäre Computer (34 %) von Relevanz. 20 Prozent nutzen
den Zugang über einen Smart-TV, 17 Prozent gehen mit einem Tablet on-
line und 16 Prozent nutzen eine Spielkonsole als Internetzugang. Digitale
Sprachassistenten sind auch bei dieser Betrachtung mit vier Prozent eher
die Ausnahme.
98 Prozent der Haushalte haben einen Internetzugang und in den meisten
Fällen (86 %) haben die Jugendlichen uneingeschränkten Zugang zum In-
ternet zuhause. Für die jüngsten Befragten (76 %) gilt dies noch nicht ganz
so häufig wie bei den ältesten Jugendlichen – hier sind es mit 97 Prozent
fast alle.
Knapp zwei Drittel der Jugendlichen (64 %, 2018: 71 %) nutzen
zumindest gelegentlich frei zugängliche WLAN-Netze z. B. in Einkaufs-
zentren oder auf öffentlichen Plätzen im Ort oder der Stadt. Mädchen (66
%) sind etwas aktiver in öffentlichen WLAN-Netzen als Jungen (61 %), die
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Über einen digitalen Sprachassistenten
Über eine Spielkonsole
Über ein Tablet
Über einen Fernseher mit Internetanschluss
Über einen stationären Computer
Über ein Laptop/Notebook
Über ein Smartphone
Mädchen
Jungen
– in den letzten 14 Tagen –
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: Befragte, die mind. alle 14 Tage ins Internet gehen, n=1.193
Wege der Internetnutzung 2019

23
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie
2019
größte Nutzer*innengruppe findet sich mit 74 Prozent unter den 16- bis
17-Jährigen (12-13 Jahre: 46 %, 14-15 Jahre: 65 %, 18-19 Jahre: 68 %).
Mit 95 Prozent haben alle Jugendlichen ein Handy oder Smart-
phone, 93 Prozent haben ein Smartphone. Gegenüber 2018 ist der Anteil
der Smartphonebesitzer*innen etwas gesunken, dies ist vor allem durch
den Rückgang bei den Jüngsten (12-13 Jahre) begründet, hier ging der
Smartphonebesitz gegenüber 2018 um 11 Prozentpunkte auf 84 Prozent
zurück. Ob sich dahinter eine kritischere Betrachtung der Smartphone-
nutzung durch die Eltern verbirgt, wird sich erst in einem längeren Zeit-
raum zeigen.
Am weitesten verbreitet sind wie schon in den Vorjahren die
Geräte von Samsung (40 %) und Apple (31 %). Im Durchschnitt besitzen
die Jugendlichen zum Zeitpunkt der Befragung ihr drittes Mobiltelefon.
Während selbst die Jüngsten bisher durchschnittlich 1,9 Handys in ihrem
Besitz hatten, besaßen die Ältesten im Schnitt bereits 3,5 Handys.
Jede/-r vierte Handybesitzer*in befürchtet etwas zu verpassen,
wenn das Handy ausgeschaltet ist. Deutlich mehr stimmen der Aussage zu
(voll und ganz/weitgehend), dass sie so viele Nachrichten bekommen, dass
es manchmal nervt und 71 Prozent sind der Ansicht, dass sie mit den Apps
und Communities ganz schön viel Zeit verschwenden. Das Gefühl, hier
Zeit zu verschwenden, bestätigen mehr Mädchen (76 %) als Jungen (66 %).

24
8. Inhaltliche Aspekte der Internetnutzung
Das Internet ist alltäglicher Begleiter von Jugendlichen. Nur elf Prozent
der Zwölf- bis 19-Jährigen sind nicht täglich im Netz, auch der Anteil
der sporadischen Nutzer*innen, die einmal pro Woche und seltener das
Internet nutzen, liegt bei gerade einmal drei Prozent. 89 Prozent der Ju-
gendlichen sind täglich online (2018: 91 %, 2017: 89 %). Deutlicher als im
Vorjahr fallen bei der täglichen Nutzung die Unterschiede zwischen den
Altersgruppen aus. Genau drei Viertel der Zwölf- bis 13-Jährigen geben an,
täglich online zu sein, bei den 14- bis 15-Jährigen sind es bereits 87 Prozent
und bei den beiden anschließenden Altersgruppen jeweils 96 Prozent.
Gymnasiast*innen liegen mit 92 Prozent täglicher Nutzung vor Jugendli-
chen mit anderen Bildungsformen (85 %).
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2009
(n=1.200)
2010
(n=1.208)
2011
(n=1.205)
2012
(n=1.201)
2013
(n=1.200)*
2014
(n=1.200)
2015
(n=1.200)
2016
(n=1.200)
2017
(n=1.200)
2018
(n=1.200)
2019
(n=1.200)
– Montag bis Freitag, Selbsteinschätzung in Minuten –
Quelle: JIM 2009-JIM 2019, Angaben in Minuten; *Änderung der Fragestellung, Basis: alle Befragten
Entwicklung tägliche Onlinenutzung 2009-2019

25
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie
2019
2019 hat sich die selbst geschätzte tägliche Nutzungsdauer (Mo-Fr) leicht
verringert und wird von den Jugendlichen mit durchschnittlich 205 Minu-
ten angegeben (-9 Minuten). Jungen (214 Min.) sind nach eigenen Angaben
rund 20 Minuten länger online als Mädchen (195 Min.), mit dem Alter
der Jugendlichen steigt analog zur Nutzungsfrequenz auch die tägliche
Nutzungsdauer an (12-13 Jahre: 127 Min., 14-15 Jahre: 183 Min., 16-17 Jahre:
241 Min., 18-19 Jahre: 257 Min.). Umgekehrt verhält es sich hinsichtlich
der Bildung. Obwohl Gymnasiast*innen zu einem größeren Anteil täglich
online sind, liegt ihre tägliche Nutzungsdauer mit 198 Minuten unter der
von Schüler*innen anderer Schulformen (216 Min.).
Darüber hinaus wurden die Jugendlichen, wie in den Vorjahren,
darum gebeten, ihre Nutzungsdauer den vier Bereichen Kommunikation,
Information, Unterhaltung und Spiele zuzuordnen
1
– auch wenn hier nicht
immer trennscharf abgegrenzt werden kann. Aktuell entfällt ein Drittel
der Onlinenutzung auf Kommunikation, unterhaltende Elemente folgen
dicht auf dem zweiten Platz. Gut ein Viertel der Onlinezeit verbringen die
Jugendlichen mit Spielen, ein Zehntel entfällt auf die Nutzung informati-
ver Inhalte.
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2019, n=1.181
2018, n=1.190
2017, n=1.183
2016, n=1.188
2015, n=1.166
2014, n=1.185
2013, n=1.170
2012, n=1.182
2011, n=1.188
2010, n=1.188
2009, n=1.173
Kommunikation
Spiele
Informationssuche
Unterhaltung (z.B. Musik, Videos, Bilder)
– in Prozent –
Quelle: JIM 2009-JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: Internetnutzer
Inhaltliche Verteilung der Internetnutzung 2009-2019
1
Der Fragenkomplex wurde mit folgender Vorbemerkung eingeleitet: „Jetzt geht es darum,
wie viel Zeit man für verschiedene Dinge im Internet verbringt. Es geht uns um e-mailen,
chatten, um spielen im Internet, um die Suche von Information im Internet und um die
Nutzung von Unterhaltungsangeboten wie Musik, Videos oder Bildern im Internet, egal ob
über Computer/Laptop, Smartphone, Tablet oder Spielkonsole.“
Jugendliche sind nach eigener
Schätzung 205 Minuten pro Tag
online

26
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie 2019
Wie in den Vorjahren lassen sich hier insbesondere zwischen Mädchen
und Jungen Unterschiede beobachten. 41 Prozent der Online-Nutzung
von Mädchen entfällt auf den Bereich Kommunikation, bei Jungen sind
es nur 29 Prozent. Im Bereich Unterhaltung fällt der Unterschied geringer
aus (Mädchen: 34 %, Jungen: 28 %), der Informationssuche widmen beide
Geschlechter jeweils ein Zehntel ihrer Online-Zeit. Bei den Jungen nimmt
das Spielen mit 34 Prozent den größten Umfang der Online-Nutzung ein
– bei Mädchen beträgt dieser Anteil nur 14 Prozent. Weniger Unterschie-
de zeigen sich hinsichtlich des Alters der Jugendlichen. Der Anteil der
Unterhaltung an der Online-Nutzung schwankt zwischen 24 Prozent bei
den Jüngsten und 32 Prozent bei den 16- bis 17-Jährigen. Hinsichtlich der
Kommunikation unterscheiden sich die Anteile je nach Altersgruppe um
maximal vier Prozentpunkte. Das Spielen ist für Jüngere bedeutsamer als
für Ältere, umgekehrt verhält es sich bei der Online-Nutzung zur Unter-
haltung. Gymnasiast*innen verbringen ihre Online-Zeit zu je einem Drittel
mit Kommunikation und Unterhaltung, ein Viertel entfällt auf Spiele und
elf Prozent auf Informationssuche. Bei anderen Schulformen steht eben-
falls die Kommunikation im Vordergrund, es folgen Spiele und Unterhal-
tung, die Informationssuche bildet auch hier das Schlusslicht.
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Gymnasium
Haupt-/Realschule
18-19 Jahre
16-17 Jahre
14-15 Jahre
12-13 Jahre
Jungen
Mädchen
Gesamt
Kommunikation
Spiele
Informationssuche
Unterhaltung (z.B. Musik, Videos, Bilder)
– in Prozent –
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: Internetnutzer, n=1.181
Inhaltliche Verteilung der Internetnutzung 2019
Mädchen kommunizieren online
mehr, Jungen spielen eher im Netz

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie
2019
Bei der Frage nach dem liebsten Online-Angebot – drei Nennungen waren
möglich – steht YouTube wie im Vorjahr mit deutlichem Abstand auf
Platz 1 und wird von knapp zwei Dritteln in der spontanen Nennung als
das Highlight im Netz genannt. Jeweils ein Drittel nominiert WhatsApp
und Instagram, nur rund halb so häufig wird Google oder Netflix präfe-
riert, Snapchat folgt knapp dahinter. Spotify wird von sechs Prozent der
Jugendlichen genannt, des Weiteren werden Wikipedia, Facebook, Amazon
und Amazon prime sowie Twitch und Twitter angeführt. TikTok wird in der
offenen Abfrage nur vereinzelt als liebstes Angebot genannt und spielt bei
dieser Fragestellung keine Rolle.
Die Varianz an liebsten Angeboten im Netz fällt bei Mädchen deutlich
größer aus als bei Jungen. Während Mädchen zu vergleichbaren Anteilen
YouTube (55 %), Instagram (49 %) und WhatsApp (46 %) als Favoriten be-
nennen, liegt bei den Jungen YouTube mit deutlichem Abstand auf Platz 1
(71 %). WhatsApp (28 %) und Instagram (22 %) sind vergleichsweise
weniger relevant. Snapchat – die Plattform, die Fotos und Videos vor der
Löschung nur für wenige Sekunden bei der Empfängerin oder dem Emp-
fänger sichtbar macht, zählt für ein Fünftel der Mädchen aber nur für vier
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Twitter
Twitch
Amazon
Amazon Prime
Facebook
Wikipedia
Spotify
Snapchat
Netflix
Google
Instagram
WhatsApp
YouTube
2018, n=1.198
2019, n=1.181
– bis zu drei Nennungen –
Quelle: JIM 2018, JIM 2019, Angaben in Prozent, Nennung ab 2 Prozent (Gesamt), Basis: Internetnutzer
Liebste Internetangebote 2019
YouTube nach wie vor liebstes
Internet-Angebot der Jugendlichen

28
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie 2019
Prozent der Jungen zu den liebsten Angeboten im Netz. Unabhängig vom
Geschlecht wird der Video-Streamingdienst Netflix angeführt (Mädchen:
15 %, Jungen: 16 %). Im Altersverlauf steigt die spontane Nennung von Ins-
tagram (12-13 Jahre: 15 %, 14-15 Jahre: 37 %, 16-17 Jahre: 45 %, 18-19 Jahre:
40 %), Netflix (12-13 Jahre: 7 %, 14-15 Jahre: 14 %, 16-17 Jahre: 20 %, 18-19
Jahre: 21 %) und Snapchat (12-13 Jahre: 6 %, 14-15 Jahre: 11 %, 16-17 Jahre:
16 %, 18-19 Jahre: 15 %) an.
Schränkt man die Betrachtung der liebsten digitalen Angebote
auf die mobile Nutzung in Form von Apps auf dem Handy (oder Tablet)
ein, so verlieren Dienste, deren Nutzung mit einem hohem Übertragungs-
volumen einhergeht, an Bedeutung. Die Liste der (drei) liebsten Apps wird
nun von WhatsApp angeführt, 88 Prozent der jugendlichen Smartphone-
Besitzer*innen nennen den Dienst. Am zweithäufigsten wird Instagram
genannt (46 %), erst auf dem dritten Rang folgt YouTube (41 %), dann
Snapchat (20 %), Spotify (12 %), Google (7 %), Netflix (6 %) und Facebook
(4 %). Während WhatsApp sowohl für Mädchen als auch für Jungen mit
deutlichem Abstand auf Rang 1 steht, votieren Mädchen in der Folge mit
Instagram und Snapchat für Apps, die stärker der Selbstdarstellung die-
nen. Bei Jungen liegt YouTube auf dem zweiten Platz und auch Instagram
ist für knapp 40 Prozent von hoher Bedeutung. Snapchat hingegen ist bei
Jungen deutlich weniger beliebt und rangiert auf einer Ebene mit Spotify.
Im Altersverlauf zeigen sich hinsichtlich der Wichtigkeit von WhatsApp
kaum Unterschiede. Zunehmend wichtiger werden aber Instagram, Snap-
chat und Spotify, während YouTube mit dem Alter an Bedeutung verliert.
– bis zu drei Nennungen –
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Facebook
Netflix
Google
Spotify
Snapchat
YouTube
Instagram
WhatsApp
Mädchen
Jungen
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Nennung ab 3 Prozent (Gesamt), Basis: Befragte, die ein Handy/Smartphone besitzen, n=1.142
Wichtigste Apps 2019
WhatsApp bleibt wichtigste App
für Zwölf- bis 19-Jährige

29
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie
2019
Unabhängig von den liebsten Apps wurde bei den Jugendlichen die Rele-
vanz unterschiedlicher Apps für die Alltagsorganisation untersucht, ohne
dabei auf konkrete Anbieter einzugehen. Mindestens einmal pro Woche
nutzt knapp die Hälfte eine Navigations-App (46 %) oder eine App für den
öffentlichen Nahverkehr (43 %). Aber auch der Zugang zu Nachrichten
per App zählt für 42 Prozent der Jugendlichen zur Alltagsroutine. Die App
der eigenen Schule wird von 36 Prozent mindestens wöchentlich genutzt,
wohingegen Apps zur Abwicklung des mobilen Zahlungsverkehrs (10 %)
ebenso wie spezielle Radio-Apps (z. B. Radio-Player) kaum eine Rolle im
jugendlichen Alltag spielen (9 %). Mädchen nehmen zu einem größeren
Anteil als Jungen die Hilfe von Apps zum ÖPNV in Anspruch (48 %, Jungen:
38 %) und setzen sich eher mit der App der eigenen Schule auseinander
(41 %, Jungen: 30 %). Bei den Jungen spielen hingegen Nachrichten-Apps
eine größere Rolle (45 %, Mädchen: 39 %). Mit Ausnahme der Schul-App
gewinnen alle Alltagshelfer mit zunehmendem Alter der Jugendlichen an
Bedeutung. Dies gilt in besonderem Ausmaß für die Nutzung von Navi-
gations-Apps, da sich vermutlich mit dem Alter der Mobilitätsradius und
die Möglichkeiten zur aktiven Teilhabe im Straßenverkehr erweitern. Dem
wachsenden Bedürfnis nach Information und Orientierung kann unter an-
derem eine Nachrichten-App Rechnung tragen. 24 Prozent der Zwölf- bis
13-Jährigen nutzen ein solches Angebot zumindest wöchentlich, bei den
18- bis 19-Jährigen ist der Anteil mehr als doppelt so hoch.
8
17
14
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9
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0
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100
Radio-App
Bezahl-App
App der Schule
Nachrichten-App
App für Bus und
Bahn
Navigations-App
12-13 Jahre
14-15 Jahre
16-17 Jahre
18-19 Jahre
– bis zu drei Nennungen –
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: Befragte, die ein Handy/Smartphone besitzen, n=1.142
Nutzung von Apps zur Alltagsorganisation 2019

30
9. WhatsApp, Instagram, Snapchat & Co.
Während die Jugendlichen das Netz vor fünf Jahren vor allem zur Kom-
munikation nutzten, liegt der Unterhaltungsaspekt (Bilder, Videos, Musik)
mittlerweile fast gleichauf. Jeweils ein Drittel der persönlichen Nutzungs-
zeit im Netz entfällt auf Kommunikation (33 %) und Unterhaltung (30 %).
Die immer stärkere Annäherung der Nutzungszeit von Kommunikation
und Unterhaltung lässt sich nicht nur durch Audio- und Videostreaming
erklären. Es vermischen sich auch bei Social Media-Anwendungen wie
Snapchat, Instagram, Facebook oder YouTube die kommunikativen und
unterhaltenden Aspekte immer stärker, oftmals lassen sie sich kaum noch
voneinander trennen.
– täglich/mehrmals pro Woche –
3
3
7
7
14
15
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0
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100
Threema
Skype
Twitter
Pinterest
Tik Tok
Facebook
Snapchat
Instagram
WhatsApp
2018, n=1.200
2019, n=1.200
Quelle: JIM 2018, JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten
Aktivitäten im Internet – Schwerpunkt: Kommunikation 2019

31
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie
2019
Die große Bedeutung des kommunikativen Aspekts der Online-Nutzung
zeigt sich nach wie vor in der WhatsApp-Nutzung der Jugendlichen: 93
Prozent tauschen sich hierüber mindestens mehrmals pro Woche mit
anderen aus (86 % täglich). Damit führt der Messenger die Liste vorgege-
bener Dienste mit weitem Abstand an. Die Nutzer*innen von WhatsApp
schätzen, dass sie täglich im Schnitt 27 Nachrichten erhalten, wobei ein
Viertel keine Vorstellung über die tatsächliche Anzahl hat. Das Versenden
von Sprachnachrichten hat allerdings kaum Relevanz – im Schnitt werden
täglich 2,6 Audio-Nachrichten aufgenommen, wobei Mädchen hier doppelt
so aktiv sind wie Jungen. Drei Viertel (73 %) haben eine WhatsApp-Gruppe
mit der Familie (Mädchen: 80 %, Jungen: 67 %), 69 Prozent mit der Schul-
klasse (Mädchen: 72 %, Jungen: 66 %).
Instagram nutzen 64 Prozent regelmäßig (52 % täglich), Snapchat
kommt mit 46 Prozent regelmäßiger Nutzer*innen auf den dritten Rang
(täglich: 38 %). Weit abgeschlagen folgen Facebook (15 %) und TikTok (14 %),
Pinterest und Twitter sind nur bei jeweils sieben Prozent der Jugendlichen
eine feste Größe im Alltag, die Kommunikation via Skype oder Threema
(als Alternative zu WhatsApp) ist bei Jugendlichen kein Thema (jeweils
3 %). WhatsApp steht bei Mädchen und Jungen gleichermaßen hoch im
Kurs, bei den restlichen Plattformen sind Mädchen in der Regel deutlich
aktiver. Eine Ausnahme bildet hier nur Twitter, der Mikroblogging-Dienst
hat bei jedem zehnten Jungen Alltagsrelevanz, bei den Mädchen sind es
nur halb so viele.
– täglich/mehrmals pro Woche –
4
3
10
2
9
14
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1
3
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71
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0
25
50
75
100
Threema
Skype
Twitter
Pinterest
TikTok
Facebook
Snapchat
Instagram
WhatsApp
Mädchen
Jungen
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten, n=1.200
Aktivitäten im Internet – Schwerpunkt: Kommunikation 2019
Drei Viertel haben eine WhatsApp-
Gruppe mit der Familie

32
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie 2019
2
Vgl. JIM-Studie 2018, S. 40.
Im Altersverlauf zeigt sich, dass Instagram und Snapchat bedeutsamer
werden, je älter die Jugendlichen sind. So nutzen nur rund 30 Prozent der
Zwölf- bis 13-Jährigen diese Instant-Messenger-Dienste regelmäßig, bei
den Ab-16-Jährigen sind es dann gut drei Viertel (Instagram) bzw. gut die
Hälfte (Snapchat). Auch Facebook hat die höchste Bedeutung bei den 18-
bis 19-Jährigen (25 %), bei den Jüngeren zählen nur zehn bis 15 Prozent zu
den regelmäßigen Anwender*innen. TikTok hingegen zieht sein Haupt-
potential aus dem Kreis der unter 16-Jährigen (12-13 Jahre: 21 %, 14-15
Jahre: 22 %, 16-17 Jahre: 7 %, 18-19 Jahre: 7 %). Weniger bzw. nur geringe
Unterschiede zwischen den Altersklassen zeigen sich bei WhatsApp (12-
13 Jahre: 84 %, 14-15 Jahre: 92 %, 16-17 Jahre: 98 %, 18-19 Jahre: 97 %) und
Plattformen wie Pinterest, Twitter, Skype und Threema.
Das Hauptnutzungsmotiv von Instagram besteht nach den Er-
gebnissen der letztjährigen JIM-Studie vor allem darin, dass man per Foto-
oder Videodokumentation am Alltag von Menschen aus dem persönlichen
Umfeld teilhaben kann.
2
Um das Ausmaß ihres Netzwerks besser einord-
nen zu können, sollten die Jugendlichen ihren Umgang mit der Plattform
Instagram einschätzen. Die Befragten gaben hierfür die Anzahl ihrer
abonnierten Accounts und die Zahl ihrer Follower an. Daneben war von
Interesse, wie viele Bilder bzw. Stories wöchentlich veröffentlicht werden
und ob der eigene Account ein öffentlicher ist.
Jugendliche, die Instagram nutzen, geben an, dass sie mit ihrem
eigenen Account im Schnitt 299 Personen erreichen. Bei Mädchen sind es
mit 319 etwas mehr als bei Jungen (278), mit zunehmendem Alter nimmt
die Zahl der persönlichen Follower zu (12-13 Jahre: 137, 14-15 Jahre: 252,
16-17 Jahre: 337, 18-19 Jahre: 349). Gymnasiast*innen (287) haben eine
kleinere Fangemeinschaft als Jugendliche anderer Schulformen (320).
Nur unwesentlich geringer fällt die Anzahl der Personen aus, denen die
Jugendlichen selbst folgen (282, Mädchen: 309, Jungen: 255), wobei die
Muster auch hinsichtlich Alter und Bildung die gleichen sind. Daneben
laden die Jugendlichen zwischen drei und fünf Posts pro Woche hoch. Bei
vier von zehn Jugendlichen ist der eigene Account öffentlich und kann von
allen Nutzer*innen der Plattform eingesehen werden. Mädchen (35 %) sind
hier etwas vorsichtiger als Jungen (43 %), hinsichtlich des Alters gibt es
aber kaum Unterschiede (12-13 Jahre: 37 %, 14-15 Jahre: 36 %, 16-17 Jahre:
40 %, 18-19 Jahre: 41 %). Gymnasiast*innen haben zu einem Drittel einen
öffentlichen Account, bei Jugendlichen anderer Schulformen sind es mit
48 % fast die Hälfte.
Instagram-Nutzer haben durch-
schnittlich 299 Follower

33
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie
2019
Da zum Zeitpunkt der Befragung das Thema „Fridays for Future“ eine
enorme publizistische und gesellschaftliche Bedeutung erreicht hatte,
wurde in der JIM-Studie untersucht, welche Rolle die mediale Vernetzung
für Jugendliche an diesem ganz konkreten Beispiel hat. Durch die mediale
Darstellung rund um die Bewegung und Greta Thunberg entstand der Ein-
druck, dass sich die breite Masse der Kinder und Jugendlichen politisiert
und für den Klimaschutz regelmäßig auf die Straße geht. Tatsächlich fiel
der Aktivierungsgrad aber sehr viel geringer aus. Zwar haben 94 Prozent
der Jugendlichen schon einmal von „Fridays for Future“ gehört, mit 21 Pro-
zent hat aber nur ein Fünftel selbst schon einmal an einer Demonstration
teilgenommen. Mädchen (26 %) waren hier deutlich aktiver als Jungen
(16 %) und mit zunehmendem Alter der Jugendlichen steigt das Engage-
ment (12-13 Jahre: 11 %, 14-15 Jahre: 20 %, 16-17 Jahre: 27 %, 18-19 Jahre:
23 %). Auch der passive Zuspruch in Form von Follower*innen über die
Social Media-Kanäle ist eher gering. So geben ebenfalls nur 21 Prozent an,
Fridays for Future z. B. auf Instagram oder Facebook zu folgen. Jugendliche,
die bereits an einer Veranstaltung oder Demo teilgenommen haben, folgen
zu 46 Prozent auch den Social Media-Kanälen. Beim weitaus größeren An-
teil der Jugendlichen, die die Bewegung nur kennen, fällt dieser Anteil mit
15 Prozent deutlich geringer aus.
Ein Fünftel hat schon an einer
„Fridays for Future“-Demo oder
-Veranstaltung teilgenommen

34
10. TV, YouTube, Netflix & Co.
Die Möglichkeit der räumlich wie zeitlich kaum mehr eingeschränkten
Nutzung von Bewegtbildinhalten zählt ohne Zweifel zu den größten medi-
alen Umbrüchen der letzten Jahre. Eine zunehmende Diversifizierung der
Ausspielwege und Plattformen geht einher mit einem minütlich anwach-
senden Content und bietet damit auch jungen Menschen Auswahlmög-
lichkeiten nie dagewesenen Ausmaßes.
Trotz der Vollausstattung mit Geräten zum Internetzugang in
Haushalten mit Jugendlichen ist in 96 Prozent der Haushalte mindestens
ein Fernsehgerät vorhanden, zwei Drittel der Haushalte haben mit einem
Smart-TV direkten Zugang ins Internet und zu den Mediatheken (2018:
62 %). Knapp drei Viertel der Haushalte haben auch 2019 nach dem ersten
Hype in 2018 weiterhin einen Video-Streaming-Dienst wie Netflix oder
Amazon TV abonniert. Und eine Streaming-Box, die Audio- oder Videoda-
teien von einem Server ausspielt und beispielsweise an ein Fernsehgerät
angeschlossen ist, findet sich in 29 Prozent der Haushalte. In vergleichba-
rer Größenordnung fällt die Verbreitung von Bezahl-Fernsehen (z. B. Sky)
aus (31 %). Auch wenn Jugendliche öfter ein eigenes Smartphone und ei-
nen eigenen PC/Laptop besitzen, verfügt die Hälfte der Heranwachsenden
über ein eigenes Fernsehgerät. Ein Fünftel der Fernsehgeräte in jugend-
lichem Besitz ist dabei mittlerweile internetfähig. Nach wie vor besitzen
Jungen (54 %) zu einem höheren Anteil ein Fernsehgerät als Mädchen
(47 %), ausgeglichen ist die Rate aber bei Smart-TVs (Jungen 20 %, Mäd-
chen 19 %). Hinsichtlich des Alters der Jugendlichen variiert der TV-Besitz
nur bei den Ab-16-Jährigen stärker (12-13 Jahre: 50 %, 14-15 Jahre: 52 %,
16-17 Jahre: 44 %, 18-19 Jahre: 55 %), was auch für die neue Generation
der Smart-TV gilt (12-13 Jahre: 16 %, 14-15 Jahre: 16 %, 16-17 Jahre: 20 %,
18-19 Jahre: 25 %). Die durchschnittliche Nutzungsdauer des Fernsehens
an Werktagen wird von den Jugendlichen auf 107 Minuten geschätzt (2018:
117 Min.), wobei Jüngere eine längere Nutzungsdauer angeben als Ältere
(12-13 Jahre: 113 Min., 18-19 Jahre: 97 Min.) und Mädchen länger fernsehen
(114 Min.) als Jungen (100 Min.).
Smart-TV in zwei von drei
Haushalten

35
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie
2019
Im Hinblick auf die potentiellen Endgeräte zur Fernsehnutzung steht das
klassische Fernsehgerät an erster Stelle (Nutzung innerhalb der letzten
14 Tage: 91 %). Das Smartphone (20 %) oder der Computer/Laptop (16 %)
dienen einem weitaus geringeren Teil der Jugendlichen als Nutzungsweg.
Dieses Muster gilt für Jungen und Mädchen gleichermaßen, auch wenn
Mädchen bei der mobilen Nutzung etwas stärker vertreten sind als Jungen.
Betrachtet man die Altersgruppen, so zeigt sich – anders als noch im
Vorjahr – nun ein deutlicher Rückgang der stationären TV-Nutzung bei den
Ab-16-Jährigen.
Welche Ausspielwege für Fernsehinhalte die Jugendlichen unter dem
Begriff „fernsehen“ fassen, zeigt die Frage nach konkreten Nutzungskon-
texten. Die Hälfte der Jugendlichen nutzt regelmäßig Fernsehinhalte zum
Zeitpunkt ihrer Ausstrahlung – also klassisches lineares Fernsehen. Nur
halb so viele sehen regelmäßig Fernsehsendungen bei YouTube (18 %) oder
bei den Mediatheken der Fernsehanbieter (13 %) an. Jeder zehnte Jugend-
liche nutzt mindestens mehrmals pro Woche aufgezeichnete Fernsehsen-
dungen (10 %), etwas weniger schauen regelmäßig den Live-Stream der
Fernsehsender im Internet an (7 %).
4
14
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5
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100
Über ein Tablet
Über ein Smartphone
Über das Internet an
PC/Laptop
Über einen stat.
Fernseher
12-13 Jahre
14-15 Jahre
16-17 Jahre
18-19 Jahre
Wege der Fernsehnutzung in den letzten 14 Tagen 2019
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: Befragte, die mind. alle 14 Tage fernsehen, n=1.037

36
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie 2019
Betrachtet man die präferierten Anbieter von Fernsehinhalten, so nennen
die Jugendlichen zu 28 Prozent, wie in den Vorjahren ProSieben als ersten
Lieblingssender – allerdings zeigt sich erneut ein deutlicher Rückgang
(2018: 33 %, 2017: 38 %, 2016: 45 %). Mit weitem Abstand folgt RTL (10 %) auf
dem zweiten Platz, gefolgt vom Ersten Programm der ARD (8 %), dem ZDF
und Sat.1 (je 5 %) sowie RTL2 und den Kindersendern Disney Channel und
Super RTL (je 4 %). Mädchen und Jungen unterscheiden sich inzwischen
hinsichtlich ihrer Lieblingssender kaum noch, deutlichere Unterschiede
ergeben sich bei Betrachtung der Altersgruppen vor allem bei ProSieben. 16
Prozent der Zwölf- bis 13-Jährigen benennen den Sender aus Unterföhring
als Lieblingssender, bei den 18- bis 19-Jährigen zählen dann 37 Prozent zu
den Fans.
Auf der konkreten Formatebene – hier konnten die Jugendlichen
bis zu drei liebste Sendungen angeben – bleiben Sitcoms/Comedy beson-
ders beliebt. Ein Fünftel aller Nennungen entfällt auf dieses Genre, dicht
gefolgt von Comic/Zeichentrick und Scripted Reality (je 18 %) sowie Krimis
bzw. Serien (je 13 %). Jeweils zehn Prozent der Nennungen entfallen auf
Nachrichten, Wissensformate und Daily Soaps.
– bis zu drei Angaben/Oberkategorie und Beispielsendungen, Auswahl –
11
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9
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6
3
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0
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100
Galileo
Wissensmagazine
Tagesschau
Nachrichten
Tatort
Navy CIS
Krimis/Mystery
Berlin -Tag & Nacht
Scripted Reality/Dokusoaps
Die Simpsons
Comics/Zeichentrick/Animes
How I met your mother
Two and a Half Men
The Big Bang Theory
Sitcoms/Comedy
Mädchen
Jungen
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Nennungen ab 3 Prozent (Gesamt), Basis: alle Befragten, n=1.200
Lieblingssendung im Fernsehen 2019
ProSieben weiterhin beliebtester
Fernsehsender

37
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie
2019
Der Markt der Bewegtbildanbieter im Internet hat sich in den letzten
Jahren dynamisch entwickelt und weiter ausdifferenziert – ein Ende der
Entwicklung ist derzeit nicht abzusehen. Jüngstes Beispiel ist die Etablie-
rung von Joyn im Juni 2019 als Nachfolge-Plattform von 7TV, im März 2020
führte das Filmstudio Disney seinen eigenen Streaming-Dienst Disney+
auch in Deutschland ein. Bei der Nutzung von Bewegtbild – hier definiert
als „Sendungen, Serien und Filme“ – durch Jugendliche stehen YouTube
(49 %) und Netflix (46 %) an erster Stelle. Jeweils knapp die Hälfte der
Zwölf- bis 19-Jährigen gibt an, regelmäßig auf diesen Plattformen Bewegt-
bild zu nutzen. Ebenfalls relevant ist das Angebot von Amazon Prime
Video, auch wenn hier nur 17 Prozent mindestens mehrmals pro Woche
diese Inhalte anschauen. Die Mediatheken der Fernsehsender (8 %) oder
Sky (7 %) sind für Jugendliche vergleichsweise uninteressant, nur ver-
einzelt werden Magenta TV der Telekom, Maxdome, iTunes oder Vimeo
genannt.
– täglich/mehrmals pro Woche –
1
6
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1
2
2
6
8
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0
25
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100
Vimeo
iTunes
Maxdome
Magenta TV (Telekom
Entertain TV)
Sky
Mediatheken
Amazon Prime Video
Netflix
YouTube
12-13 Jahre
14-15 Jahre
16-17 Jahre
18-19 Jahre
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten, n=1.200
Nutzung von Sendungen, Serien und Filmen im Internet 2019
YouTube und Netflix für Online-
Nutzung von Sendungen, Serien
und Filmen am relevantesten

38
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie 2019
Bei den Mädchen rangiert Netflix (50 %) vor YouTube (44 %), die Jungen
sehen umgekehrt zu einem höheren Anteil Bewegtbild bei YouTube
(54 %, Netflix: 43 %). Auch Sky steht wohl vor allem durch das Angebot der
Fußball-Bundesliga bei Jungen (9 %) höher im Kurs als bei Mädchen (5 %).
Die Betrachtung nach Alter zeigt, dass Bewegtbild-Streaming für die Ab-
16-Jährigen insgesamt eine größere Relevanz hat. Dies gilt insbesondere
für die Attraktivität von Netflix.
Der Vorjahresvergleich ist aufgrund veränderter Markt- und si-
cher auch Preisverhältnisse nur eingeschränkt zu ziehen. Viele Streaming-
Dienste lockten und locken mit günstigen oder kostenfreien Probeabonne-
ments und sehr attraktiven Inhalten, was sicher nicht in allen Haushalten
zu einem dauerhaften Stamm an Abonnent*innen geführt hat. Netflix
erreicht dennoch fast exakt den Vorjahreswert von 47 Prozent regelmäßi-
gen Nutzer*innen. Deutlich verringert hat sich der Wert für YouTube (2018:
60 %) das inzwischen weitaus seltener als Anbieter von Serien und Filmen
assoziiert wird. Auch Amazon Prime ist bei Jugendlichen weniger relevant
als im Vorjahr (-5 PP).
YouTube hat aber natürlich nicht nur bei der Nutzung von länge-
ren Bewegtbildinhalten eine herausragende Stellung bei Jugendlichen, die
Stärke der Videoplattform liegt vielmehr auch im Angebot kurzer Videofre-
quenzen und Clips. Bezieht man diese mit ein, so nutzen mit 90 Prozent
(2018: 90 %) fast alle Jugendlichen YouTube regelmäßig. Jungen
(93 %) etwas ausgeprägter als Mädchen (86 %), die Jüngsten in ähnlicher
Größenordnung wie Ältere (12-13 Jahre: 86 %, 14-15 Jahre: 91 %, 16-17 Jah-
re: 93 %, 18-19 Jahre: 88 %) und auch die Betrachtung nach dem Bildungs-
hintergrund zeigt keine Unterschiede (Gymnasium 89 %, andere Schulfor-
men: 90 %).
70 Prozent der YouTube-Nutzer*innen rufen die Inhalte am
häufigsten per Smartphone ab, für jeweils ein Zehntel sind Laptop/Note-
book oder der stationäre PC der präferierte Zugang. Sieben Prozent sehen
sich YouTube-Videos am häufigsten mit dem Tablet an und drei Prozent
bevorzugen das internetfähige Fernsehgerät. Das Smartphone ist in allen
Altersgruppen das erste Gerät zur YouTube-Nutzung (12-13 Jahre: 63 %, 14-
15 Jahre: 71 %, 16-17 Jahre: 77 %, 18-19 Jahre: 69 %) und auch bei Mädchen
(71 %) und Jungen (69 %) zeigen sich hier kaum Unterschiede. Auffällig ist
nur, dass Jungen (15 %) dreimal häufiger den stationären PC als häufigsten
Zugangsweg nennen als Mädchen (5 %).
In der ungestützten Nennung des Lieblingsangebots auf You-
Tube (max. drei Angaben) liegt „Bibis Beauty Palace“ mit fünf Prozent an
erster Stelle, auf Rang zwei landet „Julien Bam“ (3 %) Jeweils zwei Prozent
der Nennungen entfallen auf „Lifestyle“, „German let‘s play“, „Galileo“,
„Gronkh“, „Paluten“, „Hands of blood”, „MontanaBlack“, „Trymax“, „Pew-
diepie“, „Rezo“ sowie „Mr. Wissen 2 Go“ von funk, dem digitalen Jugend-
angebot von ARD und ZDF. Für jedes zehnte Mädchen zählt „Bibis Beauty
Palace“ zu den Highlights auf YouTube, bei den Jungen liegen „Monta-
Neun von zehn Jugendlichen
nutzen YouTube regelmäßig
YouTube wird hauptsächlich mobil
über das Smartphone genutzt

39
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie
2019
naBlack“ und „Hands of blood“ auf dem ersten Platz (je 4 %).
Wie im Vorjahr wird die Liste der für Jugendliche bedeutsamen
YouTube-Genres von Musikvideos angeführt, die sich 54 Prozent regel-
mäßig (mind. mehrmals pro Woche) anschauen. Lustige Kurzvideos oder
fremdsprachige (meist englische) Videos (je 41 %) folgen auf dem zweiten
Platz. Je ein Drittel der YouTube-Nutzer schaut sich Gaming- bzw. Let’s-
Play-Videos oder lustige Videos von YouTubern an. Rund ein Fünftel sehen
Sportvideos oder Videos, in denen YouTuber aus ihrem Alltag erzählen (je
22 %) oder sich zu aktuellen Nachrichten äußern (19 %). Auch Videos zu
Themen aus Schule oder Ausbildung werden von knapp einem Fünftel re-
gelmäßig konsumiert (18 %), etwa gleich hoch ist der Anteil derer, die sich
andere Tutorials ansehen (20 %). Vergleichbar bedeutend sind Sendungen
aus dem Fernsehen (18 %), Videos zum Thema Mode/Beauty (17 %) oder
auch Beiträge zum Thema Nachhaltigkeit/Umwelt/Klima (15 %). Produkt-
tests (10 %) und mit der Action Cam gedrehte (Sport-)Videos (8 %) stehen
am Ende der Liste. 15 Prozent geben darüber hinaus an, dass sie regelmä-
ßig YouTube-Videos teilen bzw. an Freunde schicken, Jungen (19 %) tun
dies doppelt so häufig wie Mädchen (10 %). Das Hochladen eigener Videos
findet dagegen kaum statt (1 %).
Die geschlechtsspezifischen Interessen spiegeln sich natür-
lich auch in der YouTube-Nutzung wider. So sehen sich Jungen sehr viel
häufiger als Mädchen (actionhaltige) Gaming- und Sportvideos an und
liegen beim Thema Humor vorne. Mode- und Beauty-Videos interessieren
hingegen fast ausschließlich Mädchen, etwas intensiver als Jungen nutzen
sie YouTube für das Thema Schule/Ausbildung oder verfolgen den Alltag
yon YouTubern.
Musikvideos sind wichtigstes
YouTube-Genre, 41 Prozent sehen
regelmäßig fremdsprachige Videos

40
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie 2019
Einige YouTube-Genres erfahren mit zunehmendem Alter der Jugendlichen
eine höhere Bedeutung. Am stärksten ausgeprägt ist dies bei der Nutzung
von fremdsprachigen Videos (12-13 Jahre: 14 %, 14-15 Jahre: 35 %, 16-17
Jahre: 57 %, 18-19 Jahre: 53 %), weniger dynamisch gilt dies für YouTuber,
die aktuelle Nachrichten behandeln, für Videos die sich mit Nachhaltig-
keit/Umwelt beschäftigen oder für Videos im Kontext von Schule und
Ausbildung. Vor dem Bildungshintergrund der Jugendlichen zeigt sich,
dass Gymnasiasten zu einem höheren Anteil regelmäßig fremdsprachi-
ge Videos sehen (49 %, Jugendlichen mit anderer Bildung: 30 Prozent), zu
einem geringeren Anteil Let‘s-Play-Videos (29 %, Jugendlichen mit anderer
Bildung: 40 Prozent) oder Musikvideos nutzen (50 %, Jugendlichen mit
anderer Bildung: 58 Prozent).
– täglich/mehrmals pro Woche –
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53
0
25
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100
Eigene Videos einstellen
Action Cam-Videos
Produkttests
Videos teilen/an Freunde schicken
Videos zu Nachhaltigkeit/Umwelt/Klima ansehen
Mode-/ Beauty-Videos
Sendungen aus dem Fernsehen
Erklärvideos für Schule/Ausbildung ansehen
Videos von YouTubern ansehen, über aktuelle Nachrichten
Tutorials
Sportvideos
Videos ansehen, in denen YouTuber von ihrem Alltag erzählen
Comedy/lustige Videos von YouTubern
Let's-play-Videos
Fremdsprachige Videos ansehen
Lustige Clips
Musikvideos
Mädchen
Jungen
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: Befragte, die zumindest seltener YouTube nutzen, n=1.184
YouTube: Nutzung 2019

41
11. Wikipedia, Google & Co.
Der mehr oder weniger bewussten und zielgerichteten Suche nach Infor-
mationen im Internet widmen die Jugendlichen jede zehnte Minute ihrer
Onlinenutzung – unabhängig von Geschlecht, Alter oder Bildung. Kon-
frontiert man sie mit unterschiedlichen Optionen der Recherche, so steht
die Nutzung von Suchmaschinen bzw. das Googeln nach Begrifflichkeiten
auch bei Jugendlichen an erster Stelle – 87 Prozent nehmen diese Diens-
te regelmäßig (mind. mehrmals pro Woche) in Anspruch. Gut die Hälfte
setzt bei der Recherche auf Bewegtbild und nutzt YouTube, um sich über
bestimmte Themen zu informieren. Und wie im Vorjahr liegen Online-
Enzyklopädien wie Wikipedia auf dem dritten Rang und sind für ein Drittel
der Jugendlichen Anlaufstation bei der Informationssuche.
– täglich/mehrmals pro Woche –
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100
Nachrichtenportale von TV-Sendern
Nachrichten bei Providern wie gmx, web.de, t-online
Nachrichtenportale von Zeitschriften
Nachrichtenportale von Zeitungen online
Nachrichten/aktuelle Infos aus aller Welt bei Facebook/Twitter
Wikipedia/vergleichbare Angebote
Videos bei YouTube, um sich über Themen zu informieren
Suchmaschinen (z. B. Google)
2018, n=1.200
2019, n=1.200
Quelle: JIM 2018, JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten
Aktivitäten im Internet – Schwerpunkt: Information 2019
Jede/-r Zweite nutzt regelmäßig
YouTube zur Information

42
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie 2019
Im Vergleich dazu sind kuratierte Nachrichtenangebote für Jugendliche als
Informationsquelle weniger relevant. Aber mit großer Wahrscheinlichkeit
hängt dies mit der Konnotation des Informationsbegriffs und der Interes-
senslage zusammen, die sich mit zunehmendem Alter der Jugendlichen
deutlich verändern und erweitern. Zwar bleiben auch bei den Älteren
Suchmaschinen, YouTube oder Wikipedia die wichtigsten Informati-
onsplattformen, deutlich wichtiger werden aber nach journalistischen
Standards betriebene Nachrichtenportale von Zeitungen, Zeitschriften und
TV-Sendern. Zugleich gewinnen Social Media-Angebote wie Facebook und
Twitter an Bedeutung.
– täglich/mehrmals pro Woche –
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Nachrichtenportale von TV-Sendern
Nachrichten bei Providern wie gmx, web.de, t-online
Nachrichtenportale von Zeitschriften
Nachrichtenportale von Zeitungen online
Nachrichten/aktuelle Infos aus aller Welt bei Facebook/Twitter
Wikipedia/vergleichbare Angebote
Videos bei YouTube, um sich über Themen zu informieren
Suchmaschinen (z. B. Google)
12-13 Jahre
14-15 Jahre
16-17 Jahre
18-19 Jahre
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten
Aktivitäten im Internet – Schwerpunkt: Information 2019

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie
2019
Jungen zeigen durchgängig eine höhere Affinität bei der Nutzung un-
terschiedlicher Informationsangebote im Internet und suchen diese
Angebote nach eigenen Angaben zu einem etwas größeren Prozentsatz
regelmäßig auf als Mädchen. Die maximale Differenz beträgt aber über
alle Optionen hinweg nur acht Prozentpunkte und bezieht sich auf die
Nutzung von YouTube-Videos, um sich über ein Thema zu informieren.
Der Bildungshintergrund der Jugendlichen spielt ebenfalls nur an wenigen
Stellen eine Rolle. So suchen Gymnasiast*innen häufiger als Jugendliche
anderer Schulformen regelmäßig Online-Enzyklopädien auf und widmen
sich intensiver den Online-Portalen der Printmedien.
– täglich/mehrmals pro Woche –
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Nachrichtenportale von TV-Sendern
Nachrichten bei Providern wie gmx, web.de, t-online
Nachrichtenportale von Zeitschriften
Nachrichtenportale von Zeitungen online
Nachrichten/aktuelle Infos aus aller Welt bei Facebook/Twitter
Wikipedia/vergleichbare Angebote
Videos bei YouTube, um sich über Themen zu informieren
Suchmaschinen (z. B. Google)
Haupt-/Realschule
Gymnasium
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten, n=1.200
Aktivitäten im Internet – Schwerpunkt: Information 2019

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12. Digitale Spiele
3
„Online-Spiele“ werden aufgrund der immer unbewussteren Differenzierung zwischen
Online- und Offline-Spielmodi in der JIM-Studie seit 2018 nicht mehr explizit unter dieser
Terminologie abgefragt. Spiele, die online gespielt werden, werden nach wie vor im Kapitel
„Digitale Spiele“ mit abgebildet, es erfolgt jedoch seit 2018 in der JIM-Studie eine einheitli-
che Kategorisierung der Spiele nach Gerätemodus.
Digitale Spiele haben einen festen Platz im Medienalltag der Zwölf- bis
19-Jährigen. Daher betrachtet die JIM-Studie jährlich unterschiedliche Nut-
zungsoptionen digitaler Spiele.
3
Computer-, Konsolen, Tablet- und Smart-
phonespiele werden insgesamt – über alle Spielmöglichkeiten gesehen –
von 63 Prozent der Jugendlichen regelmäßig gespielt. Insgesamt spielen 87
Prozent aller Zwölf- bis 19-Jährigen zumindest selten über digitale Platt-
formen, nur 13 Prozent spielen nie digital. Jungen zeigen eine deutlich
höhere Spielaffinität als Mädchen und die Begeisterung für digitale Spiele
geht mit dem Alter der Jugendlichen nur leicht zurück.
– Computer-, Konsolen-, Tablet- und Smartphonespiele (netto) –
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Gymnasium
Haupt-/Realschule
18-19 Jahre
16-17 Jahre
14-15 Jahre
12-13 Jahre
Jungen
Mädchen
Gesamt
täglich/mehrmals pro Woche
einmal/Woche - einmal/14 Tage
einmal/Monat - seltener
nie
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten, n=1.200
Digitale Spiele: Nutzungsfrequenz 2019
63 Prozent spielen regelmäßig
digital

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie
2019
Smartphonespiele sind am stärksten in den Alltag der Jugendlichen inte-
griert, sie werden von 45 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen mindestens
mehrmals pro Woche gespielt. Konsolenspiele rangieren mit gut einem
Viertel regelmäßiger Nutzung auf dem zweiten Platz, knapp vor Compu-
terspielen mit 24 Prozent regelmäßiger Nutzung. Tabletspiele sind nach
wie vor nicht stark in den digitalen Medienalltag der Jugendlichen integ-
riert und verzeichnen sieben Prozent regelmäßige Nutzung.
Für Mädchen ist das Smartphone die einzige Spiele-Plattform, die eine
gewisse Relevanz hat: Der Anteil der Mädchen, die regelmäßig spielen,
beläuft sich hier auf 36 Prozent (Jungen: 53 %). Smartphone-Spiele ver-
zeichnen bei den 14- bis 15-Jährigen mit 51 Prozent den größten Anteil
regelmäßiger Nutzung. Unter den jüngeren (12-13 Jahre: 45 %) und älteren
Jugendlichen (16-17 Jahre: 44 %, 18-19 Jahre: 40 %) liegt der regelmäßige
Nutzungsanteil etwas niedriger.
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Tabletspiele
Computerspiele (offline)
Konsolenspiele
Smartphonespiele
täglich/mehrmals pro Woche
einmal/Woche - einmal/14 Tage
einmal/Monat - seltener
nie
Digitale Spielformen im Vergleich: Nutzungsfrequenz 2019
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten, n=1.200
Bei Mädchen nur Smartphonespiele
relevant

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie 2019
Diejenigen Jugendlichen, die zumindest selten mindestens eine der
Spieloptionen (Computer, Konsole, Tablet oder Smartphone) nutzen, wer-
den seit 2018 im Rahmen der JIM-Studie zudem gefragt, an welchem Gerät
sie am häufigsten spielen. Hier liegt erneut das Smartphone (41 %) vor
Spielen an Computer/Laptop oder der stationären Spielkonsole (jeweils
25 %). Tablet (5 %) und tragbare Spielkonsole (4 %) sind nur für eine Min-
derheit der Jugendlichen das am häufigsten zum digitalen Spielen genutz-
te Gerät. Während Mädchen mit 63 Prozent hier eindeutig für das Smart-
phone als häufigstes Spielgerät votieren (Jungen 23 %), sind für Jungen die
stationäre Spielkonsole (36 %, Mädchen: 12 %) bzw. der Computer (34 %,
Mädchen: 13 %) die häufigsten Plattformen für digitale Spiele.
Auch die von den Jugendlichen subjektiv geschätzte Spieldauer wird in der
JIM-Studie regelmäßig erhoben. Über alle Spieloptionen (Computer-, Kon-
solen-, Tablet- und Smartphonespiele) gesehen, beträgt die durchschnittli-
che Spieldauer der Zwölf- bis 19-Jährigen nach eigener Schätzung im Jahr
2019 unter der Woche 81 Minuten pro Tag (2018: 103 Min., 2017: 84 Min.).
An dieser Stelle war das Jahr 2018 bei der Betrachtung über drei Jahre mit
einer 22 Minuten höher geschätzten Spieldauer eine deutliche Ausnahme,
die eventuell mit dem Hype um das Spiel „Fortnite“ im Jahr 2018 einherge-
hen könnte.
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Tragbare Spielkonsole
Tablet
Feste Spielkonsole
Computer/Laptop
Smartphone
Gesamt
Mädchen
Jungen
Am häufigsten genutztes Gerät zum digitalen Spielen 2019
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: Nutzer von Computer-, Konsolen-, Tablet-, Smartphonespielen, n=1.039
Smartphone ist häufigstes digitales
Spielgerät

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie
2019
Jungen spielen 2019 mit durchschnittlich 116 Minuten 2,5-mal so lange
wie Mädchen (43 Min.). Die 16- bis 17-Jährigen spielen am längsten
(95 Min., 12-13 Jahre: 62 Min., 14-15 Jahre: 95 Min., 18-19 Jahre: 82 Min.).
Bei den liebsten digitalen Spieltiteln (wie jedes Jahr waren drei
Nennungen möglich) rangiert mit 15 Prozent der Nennungen „Fortnite“
weiter auf dem ersten Platz, gefolgt von „FIFA“ und „Minecraft“ mit jeweils
14 Prozent. Auf den weiteren Rängen folgen „Grand Theft Auto (GTA)“, „Die
Sims“ (jeweils 7 %), „Call of Duty“ (6 %) sowie „Clash of Clans“ und „Candy
Crush“ mit jeweils fünf Prozent der Nennungen.
Wie in jedem Jahr unterscheiden sich die Spielpräferenzen von
Mädchen und Jungen deutlich. Während für 13 Prozent der Mädchen die
Simulation „Die Sims“ das beliebteste Spiel ist (Jungen: 2 %), erfreuen sich
bei den Jungen „Fortnite“ (23 %, Mädchen: 4 %) und „FIFA“ (23 %, Mädchen:
2 %) größter Beliebtheit.
2018 rangierte „Fortnite“ noch bei allen Altersgruppen außer
den volljährigen Gamer*innen an erster Stelle, mittlerweile ist der Hype
um das Spiel leicht abgeflacht. Lediglich bei den 16- bis 17-Jährigen steht
„Fortnite“ noch an der Spitze der Beliebtheitsskala.
– Rang 1 bis 3, bis zu drei Nennungen –
12-13 Jahre
14-15 Jahre
16-17 Jahre
18-19 Jahre
Rang 1
„Minecraft“ 24%
„Fortnite“ 22%
„FIFA“ 15%
„FIFA“ 10%
Rang 2
„Fortnite“ 23%
„Minecraft“ 20%
„Fortnite“ 10%
„Grand Theft Auto“ 9%
„Minecraft“
9%
Rang 3
„FIFA“ 17%
„FIFA“ 15%
„Call of Duty“ 8%
„Call of Duty“ 8%
„League ofLegends“ 8%
Haupt-/Realschule
Gymnasium
Rang 1
„Fortnite“ 17%
„Minecraft“ 14%
„FIFA“ 14%
Rang 2
„Minecraft“ 15%
„Fortnite“ 13%
Rang 3
„FIFA“ 14%
„Die Sims“ 8%
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: Nutzer von Computer-, Konsolen-, Tablet-, Smartphonespielen, n=1.039
Liebste Computer-, Konsolen-, Tablet- und Smartphonespiele 2019
„Fortnite“ weiterhin liebstes Spiel,
Hype flacht jedoch ab

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie 2019
Die Frage nach Spielen mit einer Virtual Reality-Brille (VR-Brille) wurde
im Rahmen der JIM-Studie 2019 erstmalig gestellt. Diese Technik ist noch
nicht im Medienalltag der jugendlichen Gamer*innen angekommen, nur
vier Prozent der Jugendlichen nutzen Spiele, für die eine Virtual Reality-
Brille (wie z. B. „Oculus“) nötig ist.
Im Vorjahr wurde im Rahmen der JIM-Studie erstmalig nach
versehentlichen Käufen oder Abschlüssen von Abonnements (zum Bei-
spiel durch Kauf weiterer Spielausrüstung oder Zugang zu zusätzlichen
Spiellevels) innerhalb eines Spiels gefragt. Die Größenordnung ist hier
gleich geblieben. Wie im Vorjahr bejahen acht Prozent der Spieler*innen,
schon einmal aus Versehen etwas in einem Spiel gekauft oder abonniert
zu haben. Jungen sind entsprechend der Spielhäufigkeit mit zwölf Prozent
dreimal so häufig betroffen wie Mädchen (4 %). In diesem Jahr lässt sich
kein Einfluss des Alters der Spieler*innen feststellen. Ein formal niedriger
Bildungshintergrund erhöht jedoch das Risiko, in einem Spiel in eine Kauf-
oder Abofalle zu tappen.
– „Habe schon mal versehentlich etwas beim Spielen gekauft/abonniert“ –
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Gymnasium
Haupt-/Realschule
18-19 Jahre
16-17 Jahre
14-15 Jahre
12-13 Jahre
Jungen
Mädchen
Gesamt
2018, n=1.069
2019, n=1.039
Quelle: JIM 2018, JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: Nutzer von Computer-, Konsolen-, Tablet-, Handyspielen
Unbeabsichtigte Käufe beim Online-Spielen 2019
Nur eine Minderheit spielt Spiele
mit einer VR-Brille

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13. Mobbing und Hass im Internet
Neben allen Chancen und Potentialen hat die Online-Kommunikation
auch negative Begleiterscheinungen. Problematische Aspekte der Kom-
munikation über Social Media oder Messenger werden regelmäßig in der
JIM-Studie erfasst. Jeder fünfte Jugendliche (21 %, 2018: 19 %) gibt an, dass
schon einmal falsche oder beleidigende Inhalte über die eigene Person per
Smartphone oder generell online verbreitet wurden. Bei Mädchen
(18 %) sind diese Vorfälle etwas seltener als bei Jungen (24 %) und die
Wahrscheinlichkeit, betroffen zu sein, nimmt mit dem Alter der Jugendli-
chen zu.
– „Es hat schon mal jemand falsche/beleidigende Sachen über mich per Handy oder im Internet verbreitet“ –
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Gymnasium
Haupt-/Realschule
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16-17 Jahre
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12-13 Jahre
Jungen
Mädchen
Gesamt
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten, n=1.200
Verbreiten von falschen/beleidigenden Inhalten 2019
Jede/-r Fünfte gibt an, dass schon
Falsches über die eigene Person
online berichtet wurde

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie 2019
Die konkrete Frage danach, ob schon einmal peinliches oder beleidigendes
Bildmaterial (Fotos oder Videos) über die eigene Person verbreitet wurde,
bejahen 13 Prozent der Jugendlichen. Mädchen sind hier häufiger Opfer
und der größte Anteil Betroffener findet sich unter den 16- bis 17-Jährigen.
Fragt man die Zwölf- bis 19-Jährigen, ob sie im Bekanntenkreis schon
mitbekommen haben, dass jemand per Smartphone oder online fertig
gemacht wurde, so bestätigen dies 31 Prozent (2018: 34 %). Mädchen (35 %)
haben dies häufiger mitbekommen als Jungen (26 %) und die Mobbingfälle
treten in der Altersgruppe der 16- bis 17-Jährigen am häufigsten auf (37 %,
12-13 Jahre: 20 %, 14-15 Jahre: 31 %, 18-19 Jahre: 33 %).
Wie im Vorjahr wurden acht Prozent schon selbst zum Cyber-
mobbing-Opfer („Wurde selbst schon per Smartphone/im Internet fertig
gemacht“). Mädchen (11 %) sind mehr als doppelt so häufig betroffen wie
Jungen (4 %). Mit dem Alter steigt hier der Anteil der Betroffenen (12-13
Jahre: 3 %, 14-15 Jahre: 7 %, 16-17 Jahre: 9 %, 18-19 Jahre: 10 %).
– „Es hat schon mal jemand peinliche/beleidigende Fotos/Videos, auf denen ich zu sehen war, verbreitet“ –
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Gymnasium
Haupt-/Realschule
18-19 Jahre
16-17 Jahre
14-15 Jahre
12-13 Jahre
Jungen
Mädchen
Gesamt
2016, n=1.200
2017, n=1.200
2018, n=1.200
2019, n=1.200
Quelle: JIM 2016 - JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten
Verbreiten von beleidigenden Fotos/Videos 2019
Ein Drittel kennt Fälle von
Cybermobbing aus dem eigenen
Bekanntenkreis

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie
2019
Die Jugendlichen wurden im Rahmen der JIM-Studie 2019 zudem ganz
generell gefragt, ob ihnen im letzten Monat im Internet Hass, extreme
politische Ansichten, Fake News oder beleidigende Kommentare begegnet
sind – egal auf welcher Plattform. Die Kategorien sind hierbei nicht immer
trennscharf, ein beleidigender Kommentar kann gleichzeitig ein Hass-
kommentar und damit eine Hassbotschaft sein. Die Zwölf- bis 19-Jährigen
selbst nehmen hier also eine jeweils subjektive Abgrenzung vor.
Demnach sind Hassbotschaften am weitesten verbreitet, zwei Drittel sind
im Monat vor der Befragung mit Hass im Netz konfrontiert worden. Extre-
me politische Ansichten sind 57 Prozent der Befragten in diesem Zeitraum
begegnet, Fake News kommen auf 53 Prozent und beleidigende Kommen-
tare haben 47 Prozent im Laufe des letzten Monats erlebt. Nur knapp ein
Fünftel der Jugendlichen kam im letzten Monat mit keinem dieser Phäno-
mene online in Kontakt. Dies zeigt, das die Konfrontation mit negativen
Inhalten im Netz für einen Großteil der Jugendlichen Realität ist.
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Gymnasium
Haupt-/Realschule
18-19 Jahre
16-17 Jahre
14-15 Jahre
12-13 Jahre
Jungen
Mädchen
Gesamt
Hassbotschaften
Extreme politische Ansichten
Fake News
Beleidigende Kommentare
Nichts davon
Mir sind im letzten Monat im Internet begegnet:
Quelle: JIM 2019, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten, n=1.200
Zwei Drittel begegnen innerhalb
von einem Monat Hass im Internet

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14. Zusammenfassung
Mit der Studienreihe „JIM“ (Jugend, Information, Medien) legt der Medien-
pädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) bereits seit über zwei
Jahrzehnten repräsentative Basisdaten zur Mediennutzung Jugendlicher
in Deutschland vor. Der mpfs, als Kooperation der beiden Landesmedien-
anstalten von Baden-Württemberg (LFK) und Rheinland-Pfalz (LMK), führt
die JIM-Studie gemeinsam mit dem Südwestrundfunk (SWR) durch. Für die
vorliegende Ausgabe der JIM-Studie wurden 1.200 Jugendliche zwischen
zwölf und 19 Jahren in ganz Deutschland im Zeitraum vom 28. Mai bis
17. August 2019 telefonisch befragt.
Jugendliche wachsen mit einem breiten Repertoire an Medien-
geräten auf. Smartphone, Computer/Laptop und WLAN sind in praktisch
allen Familien vorhanden, einen Fernseher gibt es bei 96 Prozent. Ein
Radio steht bei 85 Prozent zur Verfügung und in vier von fünf Familien
gibt es einen DVD-Player oder Festplattenrekorder. Etwa drei von vier
Familien haben ein Abonnement für einen Video-Streaming-Dienst wie
beispielsweise Netflix oder Amazon Prime Video abgeschlossen. Musik-
Streaming-Dienste, stationäre Spielkonsolen und Smart-TVs sind in zwei
von drei Familien vorhanden, ein Tablet steht bei 63 Prozent zur Verfügung.
Bei etwa der Hälfte gehören tragbare Spielkonsolen oder MP3-Player zur
Medienausstattung. E-Book-Reader, Wearables, wie z. B. Smartwatches
und Streaming-Boxen oder -Sticks können in etwa jeder dritten Familie
genutzt werden. Bei 16 Prozent ist zuhause ein digitaler Sprachassistent
wie z. B. Alexa im Einsatz.
Auch was den Gerätebesitz der Jugendlichen selbst betrifft, ist
das Smartphone mit 93 Prozent das am weitesten verbreitete Mediengerät.
Zwei von drei Jugendlichen haben einen eigenen Computer oder Laptop,
ein Fernsehgerät steht bei der Hälfte im Jugendzimmer. Tragbare oder sta-
tionäre Spielkonsolen sowie Radiogeräte sind bei zwei von fünf Jugendli-
chen im Eigenbesitz. Einen MP3-Player besitzt ein Drittel. Genau ein Viertel
der Jugendlichen hat ein eigenes Tablet zur Verfügung, während DVD-
Player/Festplattenrekorder oder Smart-TVs bei einem Fünftel vorhanden
sind. Wearables oder E-Book-Reader sowie Streaming-Boxen oder digitale
Sprachassistenten kann etwa ein Zehntel der Jugendlichen sein oder ihr
Eigen nennen.
34 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen lesen mindestens mehr-

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie
2019
mals pro Woche gedruckte Bücher in ihrer Freizeit. Zwei von fünf Mäd-
chen, aber nur gut jeder vierte Junge greift in der Freizeit regelmäßig zum
Buch. Der höchste Anteil regelmäßiger Leser*innen findet sich in diesem
Jahr unter den 16- bis 17-Jährigen. E-Books haben sich nach wie vor nicht
im Alltag der Jugendlichen durchgesetzt. Nur sieben Prozent lesen regel-
mäßig E-Books.
In Bezug auf unterschiedliche Optionen des Musikhörens steht
die Nutzung über Musik-Streaming-Dienste wie z. B. Spotify an erster
Stelle: Zwei Drittel der Jugendlichen (66 %) hören mindestens mehrmals
pro Woche über Streaming-Dienste Musik. Die Musiknutzung über YouTu-
be folgt mit 52 Prozent regelmäßiger Nutzung auf dem zweiten Platz, dicht
gefolgt von der Musiknutzung live bei Radiosendern (50 %). Musik über
MP3/Download wird von einem Drittel (32 %) regelmäßig genutzt, jede/r
Fünfte nutzt CDs oder Platten (19 %). Webchannels sind für 15 Prozent re-
gelmäßig Quelle für Musik und über Smartspeaker wie Alexa steuert etwa
jede/-r Zehnte (11 %) regelmäßig Songs an.
Unabhängig von der Musiknutzung hören zwei von drei Jugend-
lichen (67 %) regelmäßig Radio (2018: 70 %). Weitere elf Prozent hören ein-
mal in der Woche bis einmal in zwei Wochen Radio, jede/-r Zehnte einmal
im Monat oder seltener. Nur elf Prozent der Jugendlichen hören nie Radio.
89 Prozent der Jugendlichen sind täglich online. Dabei nutzen die
Zwölf- bis 19-Jährigen nach eigener Einschätzung an einem durchschnitt-
lichen Wochentag 205 Minuten das Internet. Aktuell entfällt ein Drittel
der Onlinenutzung auf Kommunikation, unterhaltende Elemente folgen
dicht auf dem zweiten Platz. Gut ein Viertel der Onlinezeit verbringen die
Jugendlichen mit Spielen, ein Zehntel entfällt auf die Nutzung informati-
ver Inhalte. Zwischen Mädchen und Jungen zeigen sich hier Unterschie-
de: 41 Prozent der Online-Nutzung von Mädchen entfällt auf den Bereich
Kommunikation, bei Jungen sind es nur 29 Prozent. Im Bereich Unterhal-
tung fällt der Unterschied geringer aus (Mädchen: 34 %, Jungen: 28 %), der
Informationssuche widmen beide Geschlechter jeweils ein Zehntel ihrer
Online-Zeit. Bei den Jungen nimmt das Spielen mit 34 Prozent den größten
Umfang der Online-Nutzung ein – bei Mädchen beträgt dieser Anteil nur
14 Prozent.
Bei der Frage nach dem liebsten Online-Angebot – drei Nen-
nungen waren möglich – steht YouTube wie im Vorjahr mit deutlichem
Abstand auf Platz 1 und wird von knapp zwei Drittel in der spontanen
Nennung als das Highlight im Netz genannt. Jeweils ein Drittel nominiert
WhatsApp und Instagram, nur rund halb so häufig wird Google oder Net-
flix präferiert, Snapchat folgt knapp dahinter.
Die große Bedeutung des kommunikativen Aspekts der Online-
Nutzung zeigt sich nach wie vor in der WhatsApp-Nutzung der Jugendli-
chen: 93 Prozent tauschen sich hierüber mindestens mehrmals pro Woche
mit anderen aus. Die Nutzer*innen von WhatsApp schätzen, dass sie
täglich im Schnitt 27 Nachrichten über den Messenger erhalten. Instagram

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie 2019
nutzen 64 Prozent regelmäßig, Snapchat kommt mit 46 Prozent regelmäßi-
ger Nutzer*innen auf den dritten Rang. Weit abgeschlagen folgen Facebook
(15 %) und TikTok (14 %).
2019 gibt es in 96 Prozent der Haushalte ein Fernsehgerät, zwei
Drittel haben mit einem Smart-TV direkten Zugang ins Internet und zu
den Mediatheken. Die Hälfte der Jugendlichen nutzt regelmäßig Fern-
sehinhalte zum Zeitpunkt ihrer Ausstrahlung – also klassisches lineares
Fernsehen. Nur halb so viele sehen regelmäßig Fernsehsendungen bei
YouTube (18 %) oder bei den Mediatheken der Fernsehanbieter (13 %) an.
Jeder zehnte Jugendliche nutzt mindestens mehrmals pro Woche aufge-
zeichnete Fernsehsendungen (10 %), etwas weniger schauen regelmäßig
den Live-Stream der Fernsehsender im Internet an (7 %). Bei der Online-
Nutzung von Sendungen, Serien und Filmen stehen YouTube (49 %) und
Netflix (46 %) an erster Stelle.
Generell hat YouTube eine zentrale Stellung im Medienalltag Ju-
gendlicher. Mit 90 Prozent nutzen fast alle Jugendlichen YouTube regelmä-
ßig, Jungen (93 %) etwas ausgeprägter als Mädchen (86 %). Auch bei YouTu-
be ist der bevorzugte Zugang das Smartphone: 70 Prozent nutzen YouTube
am häufigsten mobil. Bei den beliebtesten konkreten YouTube-Angeboten
liegt bei der offenen Abfrage „Bibis Beauty Palace“ mit fünf Prozent an
erster Stelle, auf Rang zwei landet „Julien Bam“ (3 %), jeweils zwei Prozent
der Nennungen entfallen auf „Lifestyle“, „German let‘s play“, „Galileo“,
„Gronkh“, „Paluten“, „Hands of blood”, „MontanaBlack“, „Trymax“, „Pew-
diepie“, „Rezo“ sowie „Mr. Wissen 2 Go“ von funk, dem digitalen Jugendan-
gebot von ARD und ZDF. Wie im Vorjahr wird die Liste der für Jugendliche
bedeutsamen YouTube-Genres von Musikvideos angeführt,
(54 % regelmäßige Nutzung). Lustige Kurzvideos oder fremdsprachige
(meist englische) Videos (je 41 %) folgen auf dem zweiten Platz. Je ein Drit-
tel der YouTube-Nutzer schaut sich mindestens mehrmals pro Woche Ga-
ming- bzw. Let’s-Play-Videos oder lustige Videos von YouTubern an. Rund
ein Fünftel sehen Sportvideos oder Videos, in denen YouTuber aus ihrem
Alltag erzählen (oder sich zu aktuellen Nachrichten äußern). Themen
aus Schule oder Ausbildung werden von knapp einem Fünftel regelmäßig
über YouTube konsumiert. Vergleichbar bedeutend sind Sendungen aus
dem Fernsehen (18 %), Videos zum Thema Mode/Beauty (17 %) oder auch
Beiträge zum Thema Nachhaltigkeit/Umwelt/Klima (15 %). Das Hochladen
eigener Videos findet dagegen kaum statt (1 %).
87 Prozent nutzen regelmäßig Suchmaschinen wie Google um
sich online zu informieren. Gut die Hälfte sucht regelmäßig Informatio-
nen bei YouTube und Online-Enzyklopädien wie Wikipedia liegen auf dem
dritten Rang und sind für ein Drittel der Jugendlichen Anlaufstation bei
der Informationssuche.
Digitale Spiele sind fest im Alltag der Jugendlichen verankert.
Insgesamt spielen 63 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen regelmäßig digital
– an Computer, Konsole, Smartphone oder Tablet. Nur 13 Prozent spie-

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie
2019
len nie digitale Spiele. Jungen zeigen eine deutlich höhere Spielaffinität
als Mädchen und die Begeisterung für digitale Spiele geht mit dem Alter
der Jugendlichen nur leicht zurück. Smartphonespiele sind am stärksten
in den Alltag der Jugendlichen integriert, sie werden von 45 Prozent der
Zwölf- bis 19-Jährigen mindestens mehrmals pro Woche gespielt. Und sie
sind im Gegensatz zu anderen Spieleoptionen auch für Mädchen relevant.
Konsolenspiele rangieren mit gut einem Viertel regelmäßiger Nutzung auf
dem zweiten Platz, knapp vor Computerspielen mit 24 Prozent regelmä-
ßiger Nutzung. Tabletspiele sind nach wie vor nicht stark in den digitalen
Medienalltag der Jugendlichen integriert und verzeichnen sieben Prozent
regelmäßige Nutzung.
Die Jugendlichen wurden im Rahmen der JIM-Studie 2019 zudem
ganz generell gefragt, ob ihnen im letzten Monat im Internet Hass, extre-
me politische Ansichten, Fake News oder beleidigende Kommentare be-
gegnet sind – egal auf welcher Plattform. Hassbotschaften sind am weites-
ten verbreitet, zwei von drei Jugendlichen sind im Monat vor der Befragung
mit Hass im Netz konfrontiert worden. Extreme politische Ansichten sind
57 Prozent der Befragten in diesem Zeitraum begegnet, Fake News kom-
men auf 53 Prozent und beleidigende Kommentare haben 47 Prozent im
Laufe des letzten Monats erlebt. Nur knapp ein Fünftel der Jugendlichen
kam im letzten Monat mit keinem dieser Phänomene online in Kontakt.
Dass für die meisten Jugendlichen die Konfrontation mit Hass-
kommentaren und Beleidigungen an der Tagesordnung steht, verwun-
dert angesichts der großen Alltagsrelevanz von Kommunikation über die
verschiedenen Plattformen nicht. Immerhin verbringen Jugendliche im
Schnitt über eine Stunde täglich mit Online-Kommunikation und stehen
mit einem großen Personenkreis ständig im Austausch, derzeit vor allem
über WhatsApp, Instagram und Snapchat. Hass und Hetze sind aber keine
jugendspezifischen Probleme, generell sind viele Kommunikationskanäle
im Netz von einem rauen Ton geprägt bis hin zu unzweifelhaft indiskuta-
blen Inhalten. Auch die Politik, als von diesem Problem besonders stark be-
troffene Personengruppe, beschäftigt sich mit diesen Themen. Es ist eine
gute Entwicklung, dass der persönliche Umgang im Netz inzwischen ein
gesellschaftliches Thema geworden ist. In vielen Ländern wurden bereits
Meldestellen eingerichtet, um Verfasser*innen von Hasskommentaren
auch konsequent zu verfolgen. Für Jugendliche gibt es Beratung bspw. bei
juuuport oder handysektor, Erwachsene und Pädagog*innen finden bei
klicksafe hilfreiche Hinweise. Insgesamt ist der Umgang im Netz, die me-
dienvermittelte Kommunikation eine wichtige Medienerziehungsaufgabe
geworden. Es ist wichtig, einerseits Jugendlichen eine Netiquette zu ver-
mitteln anderseits aber auch Strategien an die Hand zu geben, wie sie sich
gegen diese negativen Einflüsse wehren können, wie man Beleidigungen
und Hass begegnet und wo man sich hierzu Hilfe holen kann. Angesichts
der massenhaften Onlinekommunikation, die täglich zwischen Jugendli-
chen stattfindet, ist dies zu einer zentralen Alltagskompetenz geworden.

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15. English Summary
The Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (Pedagogical Media
Research Centre Southwest, mpfs) has been presenting representative ba-
sic data on the use of media by young people in Germany for over two de-
cades using the study series “JIM” (Youth, Information, Media). The mpfs,
as a cooperation of the state media authorities in Baden-Württemberg
(LFK) and Rheinland-Pfalz (LMK), conducts the JIM study together with
the Südwestrundfunk (SWR). In the current JIM study, 1200 young people
between the ages of 12 and 19 throughout Germany, were interviewed by
telephone between 28 May and 17 August 2019.
Young people grow up with a broad repertoire of media devices.
Smartphones, computers/laptops, and WiFi are available in practically
every household, and 96 percent have a television. Radios were available
for 85 percent, 4 out of 5 families have a DVD player or a hard disk re-
corder. Approximately 3 out of 4 families have a subscription for a video
streaming service such as Netflix or Amazon Prime Video. Music strea-
ming services, stationary game consoles, and Smart TVs are in 2 out of
3 households and 63 percent have a tablet. Roughly half have a portable
games console or MP3-player as part of their media equipment. E-book
readers, wearables, such as smartwatches and streaming boxes or sticks
are used by about every third family. Smart speakers such as Alexa, were
used in 16 percent of the households.
In terms of what devices young people own, the smartphone is
the most common media device with 93 percent. Two out of three young
people have their own computer or laptop, and over half have a TV in their
room. Portable or stationary games consoles and radios are owned by two
out of five young people. One third own an MP3 player. Exactly one fourth
of the young people have their own tablet, while one fifth have a DVD
player/hard disk player, or Smart TV. Wearables or E-book readers, as well
as streaming boxes or smart speakers, are owned by roughly one tenth of
the young people.
In the age group of 12 to 19-year-olds, 34 percent reported
reading printed books in their free time several times per week. Two out
of five girls, but only just over one fourth of boys, read books on a regular
basis in their free time. The largest percentage of regular readers was in
the age group 16 to 17-year-olds. E-books are still not widely used in the

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie
2019
everyday lives of young people. Only seven percent regularly read E-books.
In terms of the various options for listening to music, streaming services
such as Spotify are the clear leaders: Two thirds of the young people (66 %)
listen to music over a streaming service at least several times per week.
Listening to music over YouTube followed in second place with 52 percent
among regular users, followed closely by live radio programmes (50 %). Lis-
tening to music over a MP3/download was regularly used by a third (32 %),
and every fifth used CDs or records (19 %). Web channels were cited by 15
percent as their regular music source, while smart speakers, such as Alexa,
provide music on a regular basis for approximately every tenth (11 %).
Regardless of how they listen to music, whether it be over
streaming, CDs, etc., two out of three young people listen to the radio on
a regular basis (67 %) (2018: 70 %). A further 11 percent listen to the radio
between once and twice per week, every 10th listens to the radio once a
month or less. Only 11 percent of the young people reported never liste-
ning to the radio.
89 percent of the young people are online on a daily basis.
According to their own estimates, 12 to 19-year-olds use the internet 205
minutes on an average weekday. One third of the current online use is for
communication, with entertainment coming in a close second. Almost
one fourth of online use is used by the young people for gaming, a tenth
is used on informative content. There are differences in this area between
girls and boys: Communication makes up for 41 percent of the girls’ time
while for boys this is only 29 percent. The difference in entertainment use
is less (girls: 34 %, boys: 28 %), and both sexes devote one tenth of their
online time to searching for information. Among boys, gaming accounts
for 34 percent of their online time – among girls, this number is only 14
percent.
When asked about their favourite online activity – three answers
were possible – YouTube was the clear winner as it was last year, and
almost two thirds of the spontaneous entries named it the highlight on
the internet. Both WhatsApp and Instagram each received one third of the
responses, Google and Netflix were preferred only half as often, and Snap-
chat followed closely behind. Both WhatsApp and Instagram each received
one third of the responses, Google and Netflix were preferred only half as
often, and Snapchat followed closely behind.
The great importance of the communicative aspect of online use
continues to be reflected by the use of WhatsApp amongst young people:
WhatApp was used by 93 percent at least several times per week. Whats-
App users estimated that they receive 27 messages per day on average
on this app. Instagram is used by 64 percent on a regular basis, whereas
Snapchat came in third with 46 percent. Far below these percentages is
Facebook (15 %) and TikTok (14 %).
In 2019, there was a TV in 96 percent of the households. Two
thirds had a smart TV with direct access to the internet and media libra-

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie 2019
ries. Half of the young people watch TV programmes at the time they are
broadcast – in other words, classic linear television. Only half as many
watch TV programmes on YouTube (18 %) or using media libraries provided
by television providers (13 %). One in ten young people watch recorded te-
levision programmes a minimum of several times per week (10 %), slightly
fewer watch live-stream TV on the internet on a regular basis
(7 %). YouTube (49%) and Netflix (46%) rank first in terms of online usage
for programmes, series, and films.
YouTube is firmly anchored in young people’s everyday lives.
Overall, 90 percent of 12 to 19-year-olds use YouTube on a regular basis.
Boys (90 %) show a higher affinity than girls (86 %). The smartphone is
the device most commonly used for watching YouTube videos: 70 percent
prefer watching YouTube videos on their mobile device. When asked about
their favourite YouTube Channel, „Bibis Beauty Palace“ (5 %) comes in the
first place, followed by „Julien Bam“ (3 %). „Lifestyle“, „German let‘s play“,
„Galileo“, „Gronkh“, „Paluten“, „Hands of blood”, „MontanaBlack“, „Try-
max“, „Pewdiepie“, „Rezo“ and „Mr. Wissen 2 Go“ by funk, the digital youth
channel by public broadcasters ARD and ZDF, each received two percent of
the responses.
Regarding the most important YouTube genres in the age group
of 12 to 19-year-olds, music videos (54 % regular use) are the clear winner
as they were last year, followed by funny short clips or foreign-language
(mostly English) videos (each 41 %). Gaming or “Let’s Play Videos” or funny
content by YouTubers is watched by one third each on a regular basis.
Round about one fifth watch sport videos or content by YouTubers show-
ing their everyday life (or commenting current news). Just under one fifth
report that they watch YouTube videos for school or other educational pur-
poses on a regular basis. Programmes which were originally produced for
television (18 %), fashion/beauty content (17 %) or videos on the subject of
sustainability/environment/climate are equally important. 12 to 19-year-
olds rarely upload their own content to the streaming platform (1 %).
Search engines such as Google were used by 87 percent to find
information online. Just over half of the young people regularly search for
information on YouTube. Online encyclopaedias, such as Wikipedia, are in
third place and are the primary source of information for one third of the
young people interviewed.
Digital games are firmly anchored in young people’s everyday
lives. Overall, 63 percent of 12 to 19-year-olds regularly play digital games
on the computer, console, smartphone, or tablet. Only 13 percent never
play digital games. Boys have a significantly higher gaming affinity than
girls and their enthusiasm for digital games declines only slightly as they
get older. Smartphone games are most integrated into the everyday life of
young people, played by 45 percent of 12 to 19-year-olds at least several
times a week. Unlike other gaming options however, they are also rele-
vant for girls. With 24 percent, console gaming ranks second with almost

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie
2019
a fourth of regular users, just ahead of computer games. Tablet games are
still not strongly integrated into young people’s every day digital media life
accounting for only 7 percent of regular use.
As part of the 2019 JIM study, young people were asked in general
terms whether they had encountered hate, extreme political views, fake
news, or insulting comments in the internet in the last month – regardless
of which platform. Hate messages are the most widespread of these with
two out of three young people having encountered hate in the internet in
the month before the interview. Extreme political views were encountered
by 57 percent of those interviewed, fake news by 53 percent, and insulting
comments by 47 percent during the previous month. Only one fifth of
the interviewees did not encounter any of these phenomena online last
month.
It is not surprising that confrontation with hate comments and
insults is the order of the day for most young people, given the everyday
relevance of communication via the various platforms. All in all, young
people spend an average of more than one hour per day communicating
over the internet and are constantly in contact with a large network of
people, currently mostly over WhatsApp, Instagram, and Snapchat. Hate
and baiting are not however only youth-specific problems. A rough tone
prevails in many internet communication channels, to the point of un-
questionably unacceptable content and insults. Politicians, a particularly
affected group of people, are also concerned with this issue. One posi-
tive development to come out of this is that personal interaction in the
internet has now become a social issue. Many countries have already put
hotlines into place in order to consistently follow and prosecute those who
write hate comments. Helpful support for young people is available for
example on juuuport or handysektor, while adults and educators can look
to klicksafe. Navigating with the internet and media-mediated communi-
cation has become an important media education task. It is important on
the one hand to teach young people “netiquette”, but it is also important
to provide them with strategies for protecting themselves against these
negative influences, how to confront insults and hate, recognise extre-
mists, and where to go for help. In view of the mass online communication
taking place between young people on a daily basis, this has become an
essential life skill.

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Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
JIM-Studie 2019

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JIM 2019
Jugend, Information, Medien
Basisuntersuchung zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland
Herausgeber
Medienpädagogischer Forschungs-
verbund Südwest (mpfs)
Geschäftsstelle
c/o Landesanstalt für Kommunikation
Baden-Württemberg (LFK)
Theresa Reutter
Reinsburgstr. 27
70178 Stuttgart
Telefon
0711 - 66 99 131
Fax
0711 - 66 99 111
E-Mail info@mpfs.de
www.mpfs.de
Leitung
Thomas Rathgeb (LFK)
Thomas Schmid (LMK)
Stuttgart, März 2020
Autoren
Sabine Feierabend (SWR Medienforschung)
Thomas Rathgeb (LFK)
Theresa Reutter (LFK)
Papier
Igepa, SoporSet Premium Offset
aus verantwortungsvoller Forstwirtschaft
© Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (LFK, LMK)
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) ist
ein Kooperationsprojekt der Landesanstalt für Kommunikation
Baden-Württemberg und der Landeszentrale für Medien und
Kommunikation Rheinland-Pfalz. Die Basisuntersuchungen JIM
(Jugend, Information, Medien) und KIM (Kindheit, Internet,
Medien) bieten seit 1998 repräsentatives Datenmaterial zur
Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen. Bei den Studien-
reihen kooperiert der mpfs mit der SWR Medienforschung.
Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg
Die LFK ist die Medienanstalt für Baden-Württemberg. Sie
lizenziert und beaufsichtigt den privaten Rundfunk, weist Über-
tragungskapazitäten zu und entwickelt und fördert eine viel-
fältige Medienlandschaft. Sie ist außerdem zuständig für den
Jugendmedienschutz, die Vermittlung von Medienkompetenz
sowie Medienforschung. Die LFK leitet die Geschäftsstelle des
Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs).
LMK medienanstalt rlp
Die LMK medienanstalt rlp ist die Schwesteranstalt der LFK in
Rheinland-Pfalz. Ein Schwerpunktanliegen der medienanstalt
rlp ist es, Menschen in ihrem Leben in der digitalen Online-
Welt zu begleiten, sie zu informieren, zu fördern, zu ermutigen,
aufzuklären, zu sensibilisieren, zu verbinden. Internet- und
Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen, von Eltern
und Pädagogen sind Begriffe zahlreicher Projekte, Kooperationen
und Initiativen der Medienanstalt. Die LMK medienanstalt rlp
leitet die Geschäftsstelle der Stiftung MedienKompetenz Forum
Südwest, die von LMK, LFK und SWR getragen wird.
Südwestrundfunk
Der Südwestrundfunk (SWR) ist die gemeinsame Landesrund-
funkanstalt der Länder Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.
Er ist die zweitgrößte Rundfunkanstalt der ARD. Der SWR widmet
sich sowohl inhaltlich als auch technisch den relevanten Themen
und Ansprüchen der Zeit. Sein Programm dient der Information,
der Bildung, der Beratung und der Unterhaltung und ist dem kul-
turellen Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunk verpflichtet.
Der SWR fördert – alleine und mit Partnern – in vielfältiger Weise
die Bildung und Vermittlung von Medienkompetenz. Im Bereich
Forschung führt die SWR Medienforschung eine Reihe von Unter-
suchungen und Studien zum Wandel des Medienangebots und
des Medienkonsums durch.
MUSTER
MUSTER

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Herausgeber
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
c/o Landesanstalt für Kommunikation (LFK)
Reinsburgstraße 27 | 70178 Stuttgart
Leitung
Thomas Rathgeb (LFK) & Thomas Schmid (LMK)