Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
43
Inhaltsverzeichnis Teil II
Seite
2
Methoden in der Förderdiagnostik
45
2.1 Beobachtung
45
2.1.1
Empfehlungen zur Durchführung von Beobachtungen
45
2.1.2
Beispiele für die Protokollierung von Beobachtungen
48
Beobachtungsbogen "Offene Verhaltensbeobachtung"
48
Beobachtungsbogen "Geschlossene Verhaltensbeobachtung"
49
Beobachtungsbogen Hospitation für den Förderschwerpunkt
emotionale und soziale Entwicklung
53
Protokollbogen zur Überprüfung der Händigkeit
55
2.1.3
Literaturempfehlungen für weitere Beobachtungsprotokolle
58
2.2
Exploration und Interview
59
2.2.1
Empfehlungen zum Einsatz von Exploration und Interview
59
2.2.3 Beispiele
61
Elterninterview 61
Schülerinterview 62
Kombinierte Eltern-Schüler-Exploration
63
2.3
Pädagogisches Experiment – Lektion
66
2.3.1
Empfehlungen zum Einsatz
66
2.3.2
Beispiele für Lektionen – Gesamtübersicht
67
2.3.3
Lektionen für den Förderschwerpunkt Lernen
69
Lektionen Klasse 1
69
Lektionen Klasse 2
154
Lektionen Klasse 3
201
Lektionen Klasse 4
223
Lektionen Klassen 5 und 6
234
Lektion Sport Vorschule bis Klasse 7
261
2.4
Testverfahren zur Feststellung des Sonderpädagogischen
Förderbedarfs
265
2.4.1
Empfehlungen und Voraussetzungen für den Einsatz von Tests
265
2.4.2
Gesamtübersicht zum Einsatz standardisierter Testverfahren
266
2.4.3
Empfehlungen zum Einsatz standardisierter Testverfahren nach
Förderschwerpunkten
271
Förderschwerpunkt Lernen
271
Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung
275
Förderschwerpunkt Sprache
276
Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung
278
Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
278
Förderschwerpunkt Hören
279
Förderschwerpunkt Sehen
279

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
44
2.5
Diagnostische Verfahren zur Erfassung sprachlicher Fähigkeiten
(Tollkühn/Spreer)
280
2.6
Arbeitsblätter und andere Materialien
292
2.6.1
Empfehlungen zum Einsatz von Arbeitsblättern und Materialien
292
2.6.2
Beispiele für den Einsatz von Arbeitsblättern und Materialien
293
2.6.3
Literaturempfehlungen für den Einsatz von Arbeitsblättern
und anderen Materialien
334

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
45
2
Methoden in der Förderdiagnostik
Der Handwerkskoffer ist eine Zusammenstellung praxisrelevanter Verfahren zur Ermitt-
lung von Sonderpädagogischem Förderbedarf.
Die im Handbuch zur Förderdiagnostik unter Kapitel 4.2 angeführten diagnostischen
Methoden erfahren hier eine weitere Konkretisierung. Dabei wird keinerlei Anspruch
auf Vollständigkeit erhoben. Sie dienen der Empfehlung und sollen den Handlungs-
spielraum des Diagnostiklehrers nicht einschränken.
Die Auswahl der diagnostischen Verfahren ist abhängig von der Fachkenntnis und den
Erfahrungen des Diagnostiklehrers sowie den formulierten Hypothesen. Ihm obliegt es,
aus dem breit gefächerten Angebot die auf den konkreten Fall bezogene geeignete
Auswahl zu treffen.
Es liegt auf der Hand, dass eine "Material- und Methodensammlung" in gewissen Zeit-
räumen dahingehend überprüft werden muss, ob die darin befindlichen Instrumente
noch brauchbar sind und den jeweiligen Ansprüchen genügen.
Unter Beachtung der angeführten Aspekte soll die vorliegende Zusammenstellung diag-
nostischer Hilfen den Prozess der Feststellung Sonderpädagogischen Förderbedarfs
sowie die Diagnostik zur Förderplanung und deren Evaluation erleichtern und unter-
stützen.
2.1 Beobachtung
2.1.1
Empfehlungen zur Durchführung von Beobachtungen
Förderpädagogische Diagnostik ist ohne Einsatz der Beobachtung als grundlegende
Erkenntnismethode nicht denkbar. In Form der Fremdbeobachtung begegnen uns im
Schulalltag zwei verschiedene Arten:
- unsystematische, freie Gelegenheitsbeobachtung (offene Beobachtung)
- systematische, wissenschaftliche Beobachtung (geschlossene Beobachtung)
Weiß der zu Diagnostizierende, dass er beobachtet wird und mit welcher Zielstellung,
spricht man von offener (wissentlicher), andernfalls von verdeckter (unwissentlicher)
Beobachtung.
Zunächst einige Worte zur
unsystematischen, freien Gelegenheitsbeobachtung
.
Sie hat einen erheblichen Stellenwert, denn auf dieser Methode basieren vor allem
Personeneinschätzungen, so auch Beurteilungen des sozialen Verhaltens der Schüler
durch den Lehrer. Ein wesentlicher Nachteil dieser Methode besteht darin, dass die so
gewonnenen Informationen rein zufälliger Natur sind.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
46
Bedeutsamer für den Diagnostizierungsprozess ist die
systematische und wissen-
schaftliche Beobachtung
. Einige ihrer Merkmale seien hier genannt:
1. Sie ist ein bewusster Erkenntnisprozess. Das Beobachtungsziel ist definiert und die
Vorgehensweise festgelegt.
2. Die Beobachtung trägt auswählenden Charakter.
3. Die Beobachtung ist auf das objektive Erfassen des Geschehens orientiert.
4. Die Ergebnisse der Beobachtung werden dokumentiert (Protokoll). Die Dokumenta-
tion kann durch technische Hilfsmittel (Video etc.) unterstützt werden.
Die systematische Beobachtung ist sorgfältig zu planen.
Erste Schritte sind die Definition und Beschreibung des zu beobachtenden Verhaltens.
Es empfiehlt sich eine zeitbegrenzte Einteilung in Beobachtungseinheiten, zwischen
denen jeweils die Registrierung der Merkmale erfolgt.
In einem zweiten Schritt sollten Festlegungen über die Anzahl der zu beobachtenden
Verhaltensmerkmale getroffen werden. Faustregel: Beschränkung der Merkmale er-
leichtert die Beobachtung!
Der dritte Schritt bezieht sich auf die Gestaltung eines Beobachtungsbogens. Dieser
wird meist nach folgenden Standards konstruiert:
1. Rahmeninformationen (Datum, Zeit, Situation, Beobachter, zu Beobachtender)
2. Beobachtungsgegenstand (Darstellung des zu beobachtenden Verhaltens)
3. Protokollschrift (Auflistung von Codes, Kürzeln etc.)
4. Protokollteil (Er besteht im einfachen Fall aus einer Zeilen-mal-Spalten-Anordnung)
5. Auswertungsteil (Schema für die Auszählung der Beobachtungen etc.)
Der Beobachtungsbogen ist also das Arbeitsmittel des Beobachters. Je nach geforder-
ter Beobachtungsleistung lassen sie sich untergliedern in
- Zeichensysteme (auswählende Merkmalsbeobachtung)
- Kategoriensysteme (zuordnende Verhaltensbeobachtung) und
- Einschätzskalen (Ratingskalen; bewertende Verhaltensbeobachtung).
Auf eine nähere Beschreibung der Artenunterschiede wird an dieser Stelle verzichtet.
Interessierte seien auf die entsprechende Fachliteratur verwiesen (z. B. Guthke/Bött-
cher/Sprung; Psychodiagnostik Band 2, 1991).
Nachfolgend werden einige in der Literatur angeführte und für bestimmte Sachverhalte
entwickelte Verfahren genannt.
- Zeichensystem: Beobachtungsbogen von Kaufmann und O´Leary (1972). Er bezieht
sich auf Störverhalten im Unterricht.
- Kategoriensystem zur Erfassung des Schülerverhaltens im Unterricht von Krepper
und Winther 1978
- Ratingskalen (Schätzskalen)
- Beurteilungshilfen für den Lehrer von Jankowski, Fittkau und Rauer (1981)

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
47
Der Praktiker wird sich bei Eigenentwicklungen in der Regel auf die Verwendung einfa-
cher Zeichensysteme beschränken.
Ausgewählte Fehlerquellen im Beobachtungsprozess:
Halo-Effekt
Der Gesamteindruck einer Person und nicht die Spezifik der einzelnen Beobachtungs-
merkmale bestimmen das Urteil des Beobachters.
Logik-Effekt
Er besteht in der Annahme des Beobachters, dass zwischen zwei Merkmalen ein zwin-
gender Zusammenhang besteht (z. B. zwischen Selbstständigkeit und Sorgfalt, zwi-
schen Intelligenz und Fleiß).
Kontrast-Effekt
Der Beobachter empfindet den zu Beurteilenden als sich ähnlich oder unähnlich. Dies
kann zu einer Verschiebung der Merkmalsbewertung zum Positiven oder Negativen
führen.
Sequenz-Effekt
Bei wiederholten Beobachtungen ist mit einer Nachwirkung der vorhergehenden Beo-
bachtung auf die nachfolgende zu rechnen.
Milde-Effekt
Dieser Effekt kann zum Tragen kommen, wenn der Beobachter zum Probanden in ei-
ner besonderen Beziehung steht.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
48
2.1.2
Beispiele für die Protokollierung von Beobachtungen
B 1
Beobachtungsbogen "Offene Verhaltensbeobachtung"
Name:
Vorname: Geburtsdatum:
Datum/Zeit:
Schule: Klasse: Unterrichtsstunde:
Beobachter:
Situationsbelastung:
Zeit
Unterrichtsverlauf
Schülerverhalten
Lehrerverhalten/Reaktion
Bemerkungen:

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
49
B 2
Beobachtungsbogen "Geschlossene Verhaltensbeobachtung"
(nach Neukäter/Götze)
Name:
Vorname: Geburtsdatum:
Schule: Klasse: Unterrichtsstunde:
Datum/Zeit: Beobachter:
Minuten/Häufung
Kategorie
5
10
15
20
25
30
35
40
45
¦
Selbststimulierung fein
Selbststimulierung grob
Störendes Sozial-
verhalten
Ablenkbarkeit
Unterrichtsbezogenes
Verhalten
Auswertung der Häufigkeit:

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
50
Die Verhaltenskategorien sind im Einzelnen folgendermaßen definiert:
Selbststimulierung - fein
a) allgemeine Definition: feinmotorische Reaktion auf innere Reize; Selbststimulierung
kann allein, zusammen mit unterrichtsbezogenem Verhalten oder mit störendem
Sozialverhalten sowie Ablenkbarkeit in beliebiger Kombination auftreten
b) Konkretisierung: am Daumen lutschen, an den Nägeln kauen, in der Nase bohren,
am Kopf kratzen, auf Papier kritzeln, mit Gegenständen herumspielen etc.
Selbststimulierung - grob
a) allgemeine Definition: grobmotorische Reaktion auf innere Reize
b) Konkretisierung: mit dem Stuhl schaukeln, Stühle und Bänke rücken, mit den Füßen
scharren, den Kopf rhythmisch hin und her bewegen, in der Klasse herumlaufen etc.
Störendes Verhalten
a) allgemeine Definition: physische, verbale und mimische Aktivitäten, die das unter-
richtsbezogene Verhalten anderer Schüler unterbrechen
b) Konkretisierung: verbales Verhalten, wie laut singen oder gröhlen, pfeifen oder krei-
schen, schreien, schimpfen, beleidigen oder auslachen; nicht unterrichtsbezogenes
Reden mit den Nachbarn, in die Klasse rufen etc.
mimisches Verhalten wie Grimassen schneiden, die Zunge herausstrecken, Vogel
zeigen etc.
physisches Verhalten wie schlagen, stoßen, schieben, kneifen, treten, ohrfeigen; ei-
gene oder Mitschülern gehörende Gegenstände oder Arbeitsmittel greifen oder
wegnehmen vom Tisch oder durch die Klasse werfen, zerreißen oder zerstören; mit
Büchern oder anderen Gegenständen hörbar auf den Tisch klopfen, gegen Tische
und Stühle treten; laut stampfen und klatschen, sofern nicht unterrichtsbezogen etc.
Ablenkbarkeit
a) allgemeine Definition: reaktives Verhalten des Schülers auf äußere irrelevante Rei-
ze
b) Konkretisierung: sich jedes Mal umsehen, wenn ein erkälteter Schüler sich die Nase
putzt oder hustet, sich häufig umdrehen, wenn der Lehrer einem anderen Schüler
individuelle Arbeitsanweisungen gibt, aus dem Fenster schauen, sobald ein Auto
vorbeifährt, auf das leiseste Geräusch hören etc. (Ablenkbarkeit liegt nicht vor,
wenn die meisten Schüler auf einen bestimmten Störreiz reagieren.)

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
51
Unterrichtsbezogenes Verhalten
a) allgemeine Definition: alle aktiven und reaktiven, auf die Unterrichtssituation bezo-
genen Verhaltensweisen des Schülers, die Lernprozesse ermöglichen und begüns-
tigen
b) Konkretisierung: Lehrer und Mitschüler anschauen oder ihnen zuhören, wenn sie
Informationen geben; Meinungsäußerungen durch Handzeichen signalisieren; Ant-
worten auf Denkanstöße des Lehrers oder der Mitschüler geben, Fragen stellen,
Probleme benennen, Vorschläge machen, Ereignisse bewerten, Gegenstände ver-
gleichen und klassifizieren; Anweisungen des Lehrers befolgen (Bücher aufschla-
gen, Texte lesen, Aufgaben ausrechnen, Wörter unterstreichen); verbale oder
schriftlich fixierte Arbeitsanweisungen ausführen, ins Buch schauen, Zeichnungen
anfertigen, Lückentexte ausfüllen, in Lexika oder Wörterbüchern nachschlagen, Sil-
ben- oder Kreuzworträtsel ausfüllen, bei Rückfragen den Lehrer durch Zeichen auf
sich aufmerksam machen und von ihm genaue Informationen einholen, fertig ge-
stellte Aufgaben durchlesen und korrigieren, Arbeitsbogen in Ordnern abheften, Zu-
satzmaterial holen etc.
Beispiele zur Auswertung der systematischen (geschlossenen) Verhaltensbeo-
bachtung
Zur genaueren Überprüfung der diagnostischen Hypothesen wurden zwei systemati-
sche Verhaltensbeobachtungen durchgeführt. Dabei sollte die Häufigkeit bestimmter
Verhaltensweisen in Zeitintervallen erhoben werden.
Musikunterricht
Ablauf:
0 - 10 min
Begrüßung/Gesang
11 - 30 min
Erarbeitung einer musikalischen Begleitung
31 - 36 min
"Schülerkonzert"
37 - 40 min
Musikhören
41 - 44 min
Lied
44 - 45 min
Verabschiedung
Kategorie
Gesamt
1. - 15. min
15. - 30. min
30. - 45. min
Selbststimulierung fein
16
7
2
7
Selbststimulierung grob
17
8
9
0
Störendes Sozialverhalten
7
3
0
4
Ablenkbarkeit nicht
beobachtbar
Unterrichtsbezogenes Ver-
halten
nicht
beobachtbar
Eine Unterrichtsbeteiligung war nicht zu beobachten (bewusst keine Einflussnahme
durch den Lehrer), Philipp scheint mit sich selbst beschäftigt zu sein. Er bewegte ste-
reotyp seinen Oberkörper und manipulierte selbstvergessen mit Gegenständen.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
52
Deutschunterricht
Ablauf:
0 - 5 min
Begrüßung; Zielorientierung, Motivierung
6 - 15 min
Kurzdiktat
16 - 25 min
Unterrichtsgespräch
26 - 35 min
selbstständige Schülertätigkeit (Arbeit mit Nachschlagewerk)
36 - 45 min
Unterrichtsgespräch
Kategorie
Gesamt
1. - 15. min
15. - 30. min
30. - 45. min
Selbststimulierung fein
15
5
6
4
Selbststimulierung grob
13
2
6
5
Störendes Sozialverhalten
6
1
3
2
Ablenkbarkeit 11 1 4 6
Unterrichtsbezogenes Ver-
halten
10
4
3
3
Philipp beteiligte sich aktiv am Unterricht. Trotz fast kontinuierlicher Selbststimulierung
(grob/fein) und bemerkbarer Ablenkbarkeit folgte er stets prompt den Anweisungen und
kam zu guten Ergebnissen.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
53
B 3
Beobachtungsbogen Hospitation für den Förderschwerpunkt emotionale
und soziale Entwicklung
Unterrichtsbesuch vom: __________________________
Schüler: ___________________________________________________________
Schule: ___________________________________________________________
I. Informationen zur Klassensituation
Klasse: __________
Klassenstärke: __________
Situationsbelastung: _________________________________________________
II. Lernsituation
(++ sehr gut; + gut; 0 ausreichend; - unzureichend)
1.
Unterrichtsstunde:
2.
Unterrichtsstunde:
3.
Unterrichtsstunde:
4.
Unterrichtsstunde:
+++0 -+++0 -+++0 -+++0 -
1. Aufbau der
Unterrichts-
einheit
Motivierung
Aktivierung
Individualisie-
rung
Ergebnis-
sicherung
Anschaulich-
keit
Situations-
beherrschung
2. Erzieherische
Einflussnahme
3. Lernatmos-
phäre/Klima
4. Lehrer-
Schüler-
Verhältnis
5. Schüler-
Schüler-
Verhältnis
Lernsituation

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
54
III. Situation des Schülers
(+ gut; 0 ausreichend; - gering auffällig; - - deutlich auffällig)
1.
Unterrichtsstunde:
2.
Unterrichtsstunde:
3.
Unterrichtsstunde:
4.
Unterrichtsstunde:
+
0
-
- -
+
0
-
- -
+
0
-
--
+
0
-
- -
1. Konzentration
2. Ausdauer
3. Belastbarkeit
4. Wahrnehmung
5. Motorik
6. Sprache
7. Leistungen
8. Schüler-
Lehrer-
Verhältnis
9. Reaktion auf
Einflussnahme
10. Stellung in
Gruppe
11. Situations-
beherrschung
12. Selbst-
ständigkeit
13. Pausenver-
halten
Kompetenzen/
Probleme
Zusammenfassung:
Vorschlag zur weiteren Vorgehensweise:
Unterschrift:

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
55
B 4 Überprüfung der Händigkeit
Für die Überprüfung der Händigkeit kann man sich aus alltäglich verwendeten Gegens-
tänden und Spielmaterialien eine eigene Kiste zusammenstellen und einen zugehöri-
gen Protokollbogen anfertigen. Auf diesem wird angekreuzt, welche Hand bei der Aus-
führung der Tätigkeit dominierte. So wird z.B. beim Einfädeln mitunter auch das Nadel-
öhr auf die Fadenspitze gesteckt. Auf die Beobachtung eingeübter Tätigkeiten wie Ma-
len und Schreiben sollte man verzichten. Manchmal ist jedoch das Unterstreichen bzw.
Zeichnen mit Lineal aufschlussreich. Es bietet sich auch das Durchfahren eines spie-
gelverkehrt abgelichteten Labyrinths an: einmal mit der linken Hand, Stunden oder Ta-
ge später mit der rechten Hand, wobei die dafür benötigte Zeit vom Lehrer gestoppt
wird.
Während der Überprüfung sollte das Kind dem Lehrer gegenüber sitzen. Dieser stellt
das jeweilige Teil in Höhe der Körpermitte auf den Tisch.
Verwendetes Material:
1. kleine Holzkiste mit einem Riegel innen liegend eine Figur, die zusammenklappt,
wenn man mit dem Daumen unten drückt
2. Kiste mit Perlen, Nadel, Faden und Schere
3. Hammer
4. Linkshänder-Schere
5. Filmdose mit einem Edelstein
6. Mathe-Domino in einer Streichholzschachtel
7. Vogel mit einer Lupe als Auge (aus Ü-Ei)
8. Portmonee mit Fächern, innen etwas Spielzeuggeld (Münzen und Scheine)
9. fester Gummi in mittlerer Größe
10. Seifendose mit Seife
11. Handbürste
12. kleine Zahnpastatube und eingewickelte Zahnbürste
13. kleine Cremedose mit Schraubverschluss
14. Kamm
15. Streichholzschachtel mit Puppenbesteck und Puppengeschirr
16. Ü-Ei-Puzzle im Ü-Ei
17. Schraubdose mit drei Matrjoschkas
18. Jojo
19. Portmonee mit Reißverschluss, innen liegend ein Würfel
20. Fühlsäckchen mit zwei Zugbändern, innen verschiedene Gegenstände, durch die
man auch hindurch sehen kann (Ü-Ei-Kaleidoskop u.ä.)
21. Spielzeugauto mit beweglichen Teilen
22. Spielzeugauto mit Schwungrad
23. Ü-Ei-Figuren, die sich bewegen, wenn man sie über den Tisch schiebt
24. große Sicherheitsnadel und Büroklammer in einem kleinen Briefumschlag

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
56
Protokollbogen zur Überprüfung der Händigkeit
Nr.
Tätigkeit
links
rechts
1 Holzkasten öffnen
Figur herausnehmen
Figur bedienen
Kasten verschließen
2
Perlen
Kiste öffnen
Faden abschneiden
Faden einfädeln
Perlen auffädeln
3 Hammer nehmen
hämmern
4 Schneiden mit Linkshänderschere
mit Rechtshänderschere
5
Dose mit Stein
nehmen
Dose öffnen
Stein an die Wange halten
Dose schließen
6
Mathespiel
Schachtel nehmen
Schachtel öffnen
Teile auslegen
Teile aufräumen
7 Lupenvogel nehmen
untersuchen
durch die Lupe schauen
weglegen
8 Portmonee greifen
öffnen
bestimmte Münzen und Scheine nehmen
Port. verschließen
9
Gummi
greifen
spannen, daran zupfen
Krampe basteln
Krampe wegschießen
10 Seifendose öffnen
daran riechen
schließen
11 Handbürste nehmen
bürsten
12 Zahnpastatube öffnen
Zahnbürste zurechtmachen
Zähneputzen
13 Cremedose aufschrauben
eincremen
zuschrauben
14 Haare kämmen Kamm nehmen
kämmen

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
57
Nr.
Tätigkeit
links
rechts
15
Tischdecken
Schachtel öffnen und ausschütten
Teller und Besteck sortieren
Tisch eindecken
aufräumen
Schachtel schließen
16 Puzzle Schachtel öffnen
puzzeln
einräumen
Schachtel schließen
17
Filmdose mit
Matrjoschka
Dose nehmen
klappern
öffnen
Matrj. öffnen
Dose verschließen
18
Jojo
nehmen
benutzen
Faden aufwickeln
19 Portmonee nehmen
öffnen
würfeln
Würfel wegstecken
verschließen
20 Fühlsäckchen nehmen
Gegenstände ertasten
hindurch schauen
21 Spielzeugauto nehmen
Teile bewegen
22
Auto
nehmen
fahren lassen
23 Ü-Ei-Figur nehmen
schieben
24 Briefumschlag öffnen
Sicherheitsnadel benutzen
Büroklammer anstecken

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
58
2.1.3
Literaturempfehlungen für weitere Beobachtungsprotokolle
Ingenkamp, K.: Beurteilungsbogen für Erzieherinnen zur Diagnose der Schulfähigkeit
(BEDS) Testzentrale Göttingen, Bern 1991
Ledl, V.: Kinder beobachten und fördern, J & V; Wien 1994
Mutzeck, W.: Förderdiagnostik bei Lern- und Verhaltensstörungen, Beltz Verlag; Wein-
heim 2000
Petermann, U., Menzel, S., Eckert, F.: Verhaltensbeurteilungsbogen Schule (VBS-L),
Universität Dortmund, Fakultät Rehabilitationswissenschaften, Zeitschrift Heilpädago-
gik, 3/2003, S. 99 - 104, 54. Jahrgang
Suhrweier, H., Hetzner, R.: Förderdiagnostik für Kinder mit Behinderungen, Luchter-
hand Verlag Berlin 1993

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
59
2.2 Exploration und Interview
2.2.1
Empfehlungen zum Einsatz von Exploration und Interview
Während in der Regel unter Exploration eine mit psychologischer Sachkunde vorge-
nommene nichtstandardisierte mündliche Befragung einer einzelnen Person verstan-
den wird, bezeichnet man alle teil- und vollstandardisierten diagnostischen Gespräche
als Interviews.
Diagnostische Gespräche gelten als schwierige diagnostische Methoden. Je geringer
der Grad an Standardisierung ist, desto stärker wirken sich Erfahrungen, berufliches
Wissen des Pädagogen und situative Bedingungen auf das Untersuchungsergebnis
aus.
Einige Einflussfaktoren auf dieses seien kurz genannt:
Der Fragende muss über die Fähigkeit verfügen, zwischen sich und dem Befragten ein
Vertrauensverhältnis
herstellen zu können (z. B. Schaffung einer emotional stimmi-
gen Atmosphäre, Erläuterung des Untersuchungszwecks u. a. m.). Er sollte sich in den
Befragten einfühlen können und von diesem als sachkundig, interessiert und verste-
hend erlebt werden. Es gilt, das Gespräch zu führen, ohne dabei das Mitteilungsbe-
dürfnis des Befragten zu unterdrücken. Ebenso muss er sich auf die sprachlichen Mög-
lichkeiten seines Gegenübers einstellen können (Abstraktionsniveau, Dialekt, typischer
Wortgebrauch).
Eine Befragung ohne Konzept dürfte diagnostisch nicht sehr ergiebig sein. Auch das
scheinbar zwanglose Erkundungsgespräch verfolgt ja eine bestimmte Zielstellung zum
Untersuchungsgegenstand.
Somit ist es notwendig, dass der Gesprächsleiter mit einem verinnerlichten spezifi-
schen Konzept in das Gespräch geht, um die richtige Frage zum richtigen Zeitpunkt
konkret formulieren zu können.
Beim teilstandardisierten Interview
liegt dem Befrager ein Leitfaden vor; die Reihen-
folge der Fragen und ihre Formulierung werden jedoch von der Befragungssituation
bestimmt.
Beim vollstandardisierten Interview
liegen Reihenfolge und Wortlaut der Fragen fest.
Der Befragte ist keineswegs nur als passiver Informant zu sehen, sondern er beein-
flusst durch seine jeweilige Persönlichkeitsstruktur, seine Vorerfahrungen, Motive, Er-
wartungen, Vorstellungen usw. mehr oder weniger aktiv das Gespräch. Problematisch
kann die Einschätzung des Wahrheitsgehaltes der Antworten sein. Verhaltensbeobach-
tungen während des Gesprächs sind in jedem Falle angezeigt. Werden z. B. Tenden-
zen erkennbar, dass die Antworten einen ganz bestimmten Zweck verfolgen? Stimmt
deren zeitliche Abfolge, gibt es Widersprüche in den Schilderungen usw.?
Das Gespräch sollte unter guten Rahmenbedingungen ablaufen. Dazu gehören ein
ansprechender Raum und bequeme Sitzmöglichkeiten. Für eine ungestörte Zweiersitu-
ation ist zu sorgen (kein Durchgangszimmer, Telefon abschalten u. a. m.). Keinen Zeit-
druck aufkommen lassen! Über geplante Mitschnitte auf Bild- und Tonträgern ist das

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
60
Einverständnis des Befragten vorher einzuholen. In einzelnen Fällen kann ein eventuell
lückenhaftes Gedächtnisprotokoll sinnvoll sein.
Die Gesprächsführung ist so zu gestalten, dass vorrangig der Befragte spricht, wäh-
rend der Gesprächsleiter sich auf teilnahmsvolles Zuhören konzentrieren sollte. Berich-
tigungen und Kritiken hält der Fragende zurück. Über bisherige diagnostische Folge-
rungen sind im Gespräch keine Auskünfte statthaft.
Kommt das Gespräch ins Stocken, ist die Beschränkung auf Verbalisierungen bisheri-
ger Äußerungen oder auf allgemeine Aufforderungen zum Weitersprechen zweckmä-
ßig.
(vgl. Guthke, Böttcher, Sprung in "Psychodiagnostik" Band 2, Berlin 1991).
Die nachfolgenden Interviews enthalten eine Vielzahl von Schwerpunkten. Der Ge-
sprächsleiter muss entsprechend seiner Zielstellung geeignete davon auswählen.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
61
2.2.3 Beispiele
B 1
Elterninterview (Leitfaden für ein halbstandardisiertes Interview)
Gesprächsdatum/anwesende Personen
1. Entwicklungsdaten
a) Name des Kindes, Geburtsdatum, Adresse
b) Verlauf der Schwangerschaft, Geburt, Säuglingsentwicklung
c) wichtige Eckdaten: Krabbeln, allein laufen, erste Wörter, Sauberkeit
d) Kleinkindentwicklung: körperlich, geistig, sprachlich, Händigkeit
e) Krankheiten/Unfälle/Operationen
f) Erbkrankheiten in der Familie
g) Ergebnisse der Einschulungsuntersuchung (Schulfähigkeit, Rückstellung, Vorberei-
tungsklasse)
h) Schulbesuchsverlauf (wann welche Klasse, Klassenleiterwechsel, Fehltage)
i) Sinnesbeeinträchtigungen (Hören, Sehen, Fühlen, Gleichgewicht)
j) telefonische Erreichbarkeit im Notfall
2. Ä
ußerer Lebensrahmen
a) Familienstand/Erziehungsberechtigung/ ...
b) Geschwister (Alter, Geschlecht, Tätigkeit)
c) Weitere im Haushalt lebende Personen
d) Wohnverhältnisse/eigenes Zimmer oder Arbeitsplatz für das Kind
e) Berufstätigkeit von Mutter und Vater/Arbeitszeit
f) Wirtschaftliche Lage der Familie
g) Betreuung des Kindes am Nachmittag
h) Konfession
3. Weitere wichtige Faktoren im diagnostischen Bedingungsgefüge
a) Problemlage des Kindes aus Sicht der Eltern
b) Mögliche Symptome für eine Überforderung (Ängste, Schlafstörungen, Einnässen,
Nägelkauen, Stottern u. a.)
c) Bereits in Anspruch genommene psychologische, fachärztliche, therapeutische Be-
ratung und/oder Behandlung
d) Bisherige Fördermaßnahmen (was, wie oft, wie lange, bei wem, mit welchem Erfolg)
e) Stellung des Kindes in der Familie
f) Stärken und Schwächen (musisch, sportlich, charakterlich, handwerklich)
g) Stellung des Kindes in der Klasse (Schüler-Schüler- bzw. Lehrer-Schüler-
Beziehung)
h) Freizeitbeschäftigung/Mitgliedschaft in Arbeitsgemeinschaften, Sportvereinen u. Ä.
(was, wie oft, seit wann, mit welchem Erfolg)
i) Sportbefreiung/andere Einschränkungen/Medikamente
j) Ziel der Diagnostik aus Sicht der Eltern

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
62
B 2
Schülerinterview (Leitfaden für ein halbstandardisiertes Interview)
Gesprächsdatum/Name des Schülers
1. Familiäres Umfeld
a) Geschwister (Name, Alter, Tätigkeit, Verhältnis zu ihnen)
b) Eltern (Name, Berufstätigkeit, wann zu Hause)
c) Andere, für das Kind wichtige Bezugspersonen
d) Haustiere
e) Gemeinsame familiäre Unternehmungen (Feste, Ausflüge, Besuche, Spiele, Arbei-
ten ...)
f) Tagesablauf/Aufgaben der einzelnen Familienmitglieder
g) Wohnverhältnisse (eigenes Haus, Mietwohnung, eigenes Kinderzimmer bzw. Ar-
beitsplatz ...)
h) Erziehungsstil des Vaters und der Mutter/Reaktion der Eltern bei schlechten Noten,
Einträgen u. Ä.
i) Probleme, die Eltern haben
2. Freizeitgestaltung
a) Hobbys/Arbeitsgemeinschaften/Sportverein/ ... (was, Zeitaufwand dafür)
b) Bevorzugte Spiele/Spielpartner (Rollenverteilung)
c) Freundschaften/Feindschaften (wer, warum)
3. Schulischer Bereich
a) Probleme (in welchem Bereich am größten, warum, Lieblingsfächer und -lehrer, un-
beliebte Fächer und Lehrer)
b) Reaktionen der Klassenkameraden/Lehrer auf die Probleme des Kindes
c) Freunde/Helfer in der eigenen Klasse
d) Beschäftigung in den kleinen/großen Pausen
e) Feste Aufgaben in der Klasse
f) Fehltage durch Krankheit, Kuraufenthalte, Schwänzen ...
g) HA (allein, wie lange, in welcher Reihenfolge/zusätzliches Üben, Kontrolle durch
wen ...)
4. Sicht auf die eigene Persönlichkeit
a) Ursachen/Entstehungszeitpunkt für die eigenen Probleme
b) Persönliche Zielstellung im Leben (beruflich, familiär ...)
c) Stärken/Schwächen/Angewohnheiten
d) Träume, Wünsche, Vorbilder, Ängste

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
63
B 3
Kombinierte Eltern-Schüler-Ex
ploration
Übersichtsbogen für ein diagnostisches Informationsgespräch
(Anamnese, Exploration)
Name des Schülers:
das Gespräch wurde geführt mit:
am:
durch (Testleiter):
G
rund der Vorstellung
Eltern
Kind
Sorgen und Probleme mit dem Kind, Beginn
der Schwierigkeiten, Verlauf, Maßnahmen
sowie Erfolge oder Misserfolge, von wem
wurden die Probleme festgestellt, wie verhal-
ten sich die Eltern gegenüber den Problemen
...
Wie geht es dem Kind im Moment, wie geht
es ihm allgemein, wie sieht es selbst seine
Problematik, wie denkt es über seine Zukunft,
wie reagieren die Eltern auf das Problem,
welche Hilfen bekommt das Kind ...
Krankheiten
im Allgemeinen nur Elterngespräch
Krankheiten, körperliche Auffälligkeiten, Sinnesbehinderungen, Anfallsleiden, chronische
Krankheiten, Einnässen, psychische Auffälligkeiten, Krankenhausaufenthalte und Auswir-
kungen ...

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
64
Entwicklung des Kindes bis zum augenblicklichen Zustand
nur Eltern
Schwangerschaftsverlauf und pränatale Entwicklung, (Krankheiten der Mutter, erblich be-
dingte Krankheiten, Medikamente, Drogen, Alkohol, Unfall ...), Geburt und Neugeborenen-
periode, erstes Lebensjahr allgemein, frühe Kindheit allgemein, motorische Entwicklung,
Linkshändigkeit, Sprachentwicklung, Sauberkeitserziehung, soziale Bindungen, Vorschulzeit,
Einschulung ...
Familie und Umwelt
Eltern
Kind
Sozioökonomische Verhältnisse und äußere
Lebensumstände(z. B. finanzielle Nöte, be-
engte Wohnverhältnisse ...)
Familiensituation (z. B. Familienmitglieder,
Geschwisterzahl, Teilfamilie, spezielle Prob-
leme des alleinerziehenden Elternteils, zerrüt-
tete Ehe, belastende Scheidung, Stiefeltern-
teil, Todesfall in der Familie ...), Erziehungs-
stil (z. B. Über-, Untersteuerung, Erziehungs-
härte, Überbehütung, Inkonsequenz, Persön-
lichkeitsmissachtung, wirklichkeitsfremde
Erziehung), Normen, Beziehungen zu Perso-
nen außerhalb der Kernfamilie, besondere
Ereignisse im Leben des Kindes, Geschwis-
terprobleme ...
(siehe auch links)
Wer ist hauptsächlich Bezugsperson, Erzie-
hungsmaßnahmen

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
65
Schulsituation
Eltern
Kind
Vorschulzeit, Schulbesuch, "schulische Lauf-
bahn", Zeugnisse, schulische Leistungen,
Verhaltensauffälligkeiten, Verhältnis zur
Lehrkraft, Stellung in der Klasse, Hausauf-
gaben, Einstellungen der Eltern zur Schule,
Arbeitsverhalten ...
Einstellung zur Schule, Lieblingsfächer unge-
liebte Fächer, negative Erfahrungen Erlebnis-
se, Schulangst oder angstbesetzte Situatio-
nen in der Schule, Wünsche an Lehrer und
Mitschüler ...
Interessen und Freizeit
Eltern
Kind
Freizeitgestaltung, Hobby, Jugendgruppe,
Sportverein, (außerschulische) Kontakte zu
anderen Kindern ...
Möglichkeiten zum Spielen, Freizeitgestal-
tung, Spielsachen, Lieblingsspiel, Kontakte
zu anderen Kindern ...
Sonstige Beobachtungen, z. B. äußeres Erscheinungsbild (Sauberkeit, Pflegezustand, Klei-
dung) des Kindes, körperlicher Entwicklungsstand, Kontaktverhalten, Mimik, Gestik, Sprache
...
Quelle: Förderschulmagazin 3/2002, Daniela Höhn, "Das diagnostische Gespräch"
Seiten 5 - 8

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
66
2.3
Pädagogisches Experiment - Lektion
2.3.1
Empfehlungen zum Einsatz
Zu den pädagogischen Experimenten gehören die Lektionen. Sie finden vor allem An-
wendung in den Förderschwerpunkten Lernen, emotionale und soziale Entwicklung
sowie geistige Entwicklung.
Die Lektionen sind überwiegend in drei Teile gegliedert
- Prätest
- Pädagogisierungsphase
- Posttest
und dienen der schulfachspezifischen Feststellung von Lernfähigkeit.
Innerhalb einer Lektion ist die Beobachtung ein immanenter Bestandteil, deshalb
kommt den Protokollbögen eine wesentliche Bedeutung zu.
Lektionen sollen möglichst in Kleingruppen in einer unterrichtsähnlichen Situation
gehalten werden. Es ist jedoch auch möglich, diese für die Einzelsituation zu modifizie-
ren.
Einige der nachfolgenden Lektionen entstanden auf der Grundlage der Handreichung
für Kinder mit Schulbesuch und wurden von Förderschullehrern in enger Zusammenar-
beit mit den Grund- und Mittelschullehrern überarbeitet. Andere entstanden in Eigenre-
gie von engagierten Lehrern an den ausgewiesenen Förderschulen.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
67
2.3.2
Beispiele für Lektionen – Gesamtübersicht
Lektionen für den Förderschwerpunkt Lernen
Kinder ohne vorherigen Schulbesuch
(Beschäftigungen aus der "Handreichung für den Hilfsschulpädagogen zur Auswahl
von Kindern ohne vorherigen Schulbesuch für die Hilfsschule")
- Die vier Jahreszeiten
- Konstruktionsspiel
- Märchen "Räder groß und klein"
- Operationen mit Mengen
- Schreibvorübungen
- Zeichnen einer Schule
Klasse 1
(Überarbeitete Lektionen nach "Handreichung für den Hilfsschulpädagogen
zur Auswahl der Kinder für die Hilfsschule")
- Wir zeichnen ein Haus (Zeichnen, 1 Ustd.)
*
- Wir lesen und schreiben (Deutsch, 1 Ustd.)*
- Die Folge der natürlichen Zahlen von 1 bis 20 (Mathematik, 1 Ustd.)*
- Grundrechenoperationen der Addition und der Subtraktion (Mathematik, 1 Ustd.)*
- Räder groß und klein (Märchen, 2 Ustd.)*
- Die vier Jahreszeiten (Deutsch/Sachkunde 1 Ustd.)*
Klasse 2
(Überarbeitete Lektionen nach Handreichung)
- Star und Schwalbe (Lesen/Rechtschreibung/Sachkunde, 2½ Ustd.)*
- Addition und Subtraktion natürlicher Zahlen (Mathematik, 1 Ustd.)
- Nutzung mathematischer Gesetzmäßigkeiten (Mathematik, 1 Ustd.)
Klasse 3
- Mathematiklektion (1 Ustd.)*
- Deutschlektion (Rechtschreibung/Grammatik, 2 Ustd.)*
Klasse 4
- Deutschlektion (Sprachbetrachtung, 1 Ustd.)*
- Mathematiklektion (2 Ustd.)*
Klasse 5/6
(vds, Sonderausgabe: "Förderdiagnostik bei Lernschwierigkeiten", 1997)
1. Lektion Deutsch (Leseanalyse/Sinnerfassung, 1 Ustd.)*
2. Lektion Deutsch (Grammatik, 1 Ustd.)*
3. Lektion Deutsch (Rechtschreibung/Grammatik, 1 Ustd.)*
1. Lektion Mathematik (Arithmetik, 1 Ustd.)*
2. Lektion Mathematik (Sachaufgaben, 1 Ustd.)*
3. Lektion Mathematik (Geometrie, 1 Ustd.)*
*
Lektionen sind unter 2.3.3 abgedruckt

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
68
Klasse 3 - 6
Gedichtlektionen
*
Vorschüler - Klasse 6
Sportlektionen*
Lektionen für den Förderschwerpunkt sozial-emotionale Entwicklung
Klassen 5 - 7
- Kontaktstunde (1 Ustd.)
- Rollenspiel (1 Ustd.)
- Allgemeinwissen (1 Ustd.)
- Deutsch (2 Ustd. – 1. Ustd. Orthografie/Grammatik, 2. Ustd. Ausdruck)
- Mathematik (2 Ustd.)
- Englisch (2 Ustd.)
- Kunst (1 Ustd.)
- Musik (1 Ustd.)
- Sport (1 Ustd.)
*
Lektionen sind unter 2.3.3 abgedruckt

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
69
2.3.3
Beispiele für Lektionen im Förderschwerpunkt Lernen
Lektionen Klasse 1
Frau Petzold
Lektion:
Zeichnen
"Wir zeichnen ein Haus"
Klasse 1
(nach Handreichung S. 90)
Ziele und Inhalte
Die Lektion soll vor allem die Diagnostizierung der Kinder aus den Klassen 1 der
Grundschule unterstützen. Sie enthält zeichnerische und werkkundliche Elemente.
Ziel der Lektion ist, die Besonderheiten der Wahrnehmung, der Aufmerksamkeit sowie
der Denkleistungen (besonders Kombinations-, Kritik- und Urteilsfähigkeit) und der Ge-
dächtnisleistungen (besonders optisches Gedächtnis) zu beobachten.
Außerdem wird der Lernzuwachs innerhalb der Lektion festgestellt. Entscheidend für
die Einschätzung der Lernfähigkeit sind die pädagogische Unterweisung und die Quali-
tät der Arbeitsergebnisse.
Arbeitsmaterialien
- großes Tafelbild (Anlage 1)
- Arbeitsblatt zur Bildergänzung (Anlage 2)
- Bildteile zum Ergänzen (Anlage 3)
- Arbeitsblatt zum Ausmalen der geometrischen Figuren (Anlage 4)
- 10 vorgegebene geometrische Figuren zum Zusammensetzen (Anlage 5)
Hinweise und Empfehlungen
Die Lektion ist in vier Arbeitsschritte gegliedert.
Es ist wichtig, dass der Lehrer in jedem Arbeitsschritt Leistungen und Fleiß durch Lob
und Anerkennung bekräftigt und durch entsprechendes Motivieren die Grundlage für
eine bereitwillige Arbeitshaltung schafft. Infolge des Spielcharakters eignet sich die
Lektion gut zur Einstimmung der Kinder am ersten Tag der Untersuchungswoche.
Die Arbeitszeiten für die einzelnen Abschnitte wurden in dieser Lektion vorgegeben,
weil diese für die Beurteilung und Einschätzung der Leistungen der Kinder eine wichti-
ge Grundlage bilden (Vergleich zu Grundschülern in Bezug auf Arbeitsweise, Kenntnis-
se, Fähigkeiten, Motorik ...). Gleichzeitig sind sie auch eine Richtlinie für den Lehrer. Er
sollte versuchen, sie annährend so einzuhalten und sie als Hilfe und Empfehlung ver-
stehen!

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
70
Es kann zum Beispiel passieren, dass bei geringerer Kinderzahl oder bei einer Gruppe
leistungsstärkerer Kinder einzelne Schritte schneller durchlaufen werden können; bei
größerer Kinderzahl oder leistungsschwächeren Kindern einzelne Schritte langsamer
ablaufen.
Hier darf bei fehlender Zeit entweder länger als eine normale Schulstunde gearbeitet
werden (Voraussetzung dafür sind allerdings noch vorhandene Konzentrationsfähigkeit
und Mitarbeitswille der Schüler – Pause mit Auflockerungsübung) oder der Rest wird
am gleichen Tag zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Dies liegt im Bereich der
Möglichkeiten und sollte von der jeweiligen Diagnostikgruppe in eigenem Ermessen
beurteilt und durchgeführt werden.
Jedoch sollte nicht so lange gewartet werden bis auch der letzte Schüler fertig ist, da
sonst die Zeitplanung durcheinander gerät und die sonderpädagogische Auswertung
der Tätigkeiten und Leistungen erschwert wird bzw. nicht mehr möglich ist.
Im Arbeitsschritt 3 ist das Arbeitsblatt vom Schüler richtig gelöst, wenn der Schüler eine
geometrische Figur oder mehrere geometrische Figuren findet und wie vorgegeben
ausmalt.
Diagnostizierungsziel ist in diesem Schritt die Fähigkeit im Erkennen und Unterschei-
den geometrischer Figuren, nicht die Schnelligkeit beim Arbeiten.
Die geometrischen Figuren im Arbeitsschritt 4 (Zusammensetzen des Hauses) müssen
an allen Schulen vorhanden sein, da sie aus der "alten" Zeichenlektion übernommen
wurden und analog angewendet werden. An vielen Förderschulen existieren diese Fi-
guren in Form von Plastik- oder Pappteilen.
Das Arbeitsblatt im Arbeitsschritt 3 wird in A4 vorgegeben, da in diesem Schritt nicht
das leichte Ausmalen im Vordergrund steht, sondern zusätzlich zur Diagnostizierung
der Kenntnisse auch die Beobachtung der feinmotorischen Fähigkeiten der Kinder
(Mängel, Besonderheiten) einen Schwerpunkt bilden.
Da die Kinder an allgemeinen Maßstäben (Grundschule) gemessen werden müssen,
darf dieses Arbeitsblatt nicht in einem anderen Format bereitgestellt werden (Anpas-
sung der Lektion an die Fähigkeiten der Kinder hätte Diagnostizierungsfehler zur Fol-
ge!).

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
71
Lektion:
"Wir zeichnen ein Haus"
1.
Prüfung themengebundener zeichnerischer Darstellungsfähigkeit
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
4'
1.1 Einführung
In einem kurzen Gespräch sind folgende Merk-
male von Häusern und ihre Funktion zu erarbei-
ten:
- große Tür zum Einlass
- Fenster, damit es in den Räumen hell ist
- zwei Stockwerke, damit viele Menschen
Platz haben
Der Lehrer leitet das Gespräch mit den Worten
ein: "In unserer Stadt (Dorf) gibt es viele Häu-
ser, und es werden auch viele neu gebaut. Wer
kann uns sagen, warum die Menschen Häuser
brauchen?"
Der Lehrer lenkt das Gespräch im weiteren
Verlauf auf die wesentlichsten Merkmale eines
Hauses. Nennen die Kinder die Merkmale nicht
selbst, werden diese vom Lehrer gegeben und
begründet.
4'
1.2 Zeichnerische Darstellung eines Hauses
- skizzenhafte Darstellung
- keine Verwendung von Lineal und Buntstiften
- es wird nur die Zeichnung eines Hauses
gefordert (keine Bäume, kein Zaun, keine
Menschen)
Die Kinder sollen die Zeichnung selbstständig
anfertigen. Die Benutzung des Lineals kann
gestattet werden, wenn die Kinder es fordern.
Der Lehrer beobachtet und ermuntert die Kin-
der, gibt keine Hilfen, korrigiert die Zeichnungen
nicht.
10'
1.3 Erarbeitung eines Bildinhaltes
(großes Tafelbild, Anlage 1)
Bildbetrachtung
Die Zeichnungen werden eingesammelt und mit
Namen und Nr.1 gekennzeichnet.
Benennen und zeigen der Teile des Bildes:
Haus, Bäume, Busch, Weg, Himmel mit Wolken
Danach leitet der Lehrer die Bildbetrachtung
ein:
"Ich habe euch ein schönes Bild mitgebracht."
"Was seht ihr auf diesem Bild?"
Jeder Schüler nennt und zeigt mindestens ei-
nen Bildteil.
Betrachten des Hauses; nennen und zeigen der
Teile des Hauses:
Danach leitet der Lehrer zur Betrachtung des
Hauses über:
Das Haus wollen wir uns ansehen. Wie viel
Stockwerke hat es?"
a) Erdgeschoss (ein Viereck), Tür (zwei Teile),
links von der Tür (an der anderen Seite) ein
Fenster
Die Schüler zeigen auf die Teile des Hauses
und umfahren diese mit dem Zeigestock bzw.
mit dem Finger.
b) 1. Stock (ein Viereck), in der Mitte ein Fens-
ter, links ein Fenster, rechts ein Fenster
Nachdem alle Teile des Bildes bzw. des Hauses
erarbeitet sind, wird nach der gleichen Syste-
matik jeder Teil des Bildes und danach Teil des
Hauses wiederholt (nennen und zeigen).
c) Dach, Dachgiebel (ein Dreieck) mit einem
kleinen runden Fenster (Kreis), links ein
Stück Dach (ein Dachstück), rechts ein Stück
Dach (ein Stück Dach ist auch ein Viereck),
Schornstein (ein Viereck)
Festigung durch Wiederholung
Die Gegenstände können zählend oder simul-
tan erfasst und genannt werden. Der Lehrer
achtet auf die Reihenfolge der aufgezählten
Teile (gleiche Systematik wie bei der Erarbei-
tung); er hilft, wenn ein Schüler versagt; korri-
giert Fehler; lobt gute Leistungen. Nach der
Übung wird das Tafelbild entfernt.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
72
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
6'
1.4 Kontrolle: Nachzeichnen des Bildes
Aufforderung, das Bild aus dem Gedächtnis
nachzuzeichnen
Die Kinder erhalten die Weisung, das Bild so zu
zeichnen, wie sie es gesehen haben, ohne Zu-
sätze und Weglassungen
Der Lehrer beobachtet und ermuntert die Kin-
der; er gibt keine Hilfen, korrigiert die Zeichnun-
gen nicht.
2.
Bildergänzung (Auflegen ausgelassener Bildteile)
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
8'
Die Schüler erhalten die Arbeitsblätter (Anla-
ge 2) und eine Schale, in der sich die aufzule-
genden Bildteile (zusammen mit einigen ande-
ren) (Anlage 3) befinden.
Der Lehrer fordert die Schüler auf, sich die Ar-
beitsblätter anzusehen. Ein Schüler(oder der
Lehrer) stellt fest, dass einige Teile im Bild feh-
len. Der Lehrer erklärt, dass diese Teile (zu-
sammen mit anderen Teilen, die nicht zu die-
sem Bild gehören) sich in der Schale befinden
Der Lehrer erläutert den Arbeitsaufwand.
Die Schüler führen danach die Arbeit aus
(Auswählen der Teile und auflegen)
Danach lässt der Lehrer von allen Kindern das
Fenster in der Mitte des ersten Stockes suchen
und auflegen (Kontrolle der Lösung).
Anschließend arbeiten die Schüler selbstständig
weiter.
3.
Ausmalen der geometrischen Figuren im Bild
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
5'
Die Schüler erhalten die Arbeitsblätter
(Anlage 4).
In diesem Arbeitsschritt sollen die Kinder zei-
gen, ob sie Kreis, Dreieck und Viereck unter-
scheiden können.
Der Lehrer erläutert den Arbeitsauftrag.
Der Lehrer gibt allen Kindern folgende Ar-
beitsaufträge (nacheinander nach Beendigung
jeweils des vorangegangenen Schrittes):
Die Schüler führen danach die Arbeit aus.
1. Sucht euch auf dem Bild zwei Kreise und
malt diese blau aus!
2. Sucht euch jetzt zwei Dreiecke auf dem Bild
und malt sie rot aus!
3. Sucht euch zum Schluss zwei Vierecke und
malt diese grün aus!
Findet ein Schüler nur eine geometrische Form
je Auftrag oder auch mehr als zwei geometri-
sche Formen (Zeit muss aber vom Schüler
eingehalten werden), wird vom Lehrer nichts
gesagt (Lösung ist trotzdem richtig). Die Kinder
erhalten bei der Arbeit keine Hilfen; es wird
nichts korrigiert.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
73
4.
Zusammensetzen des Hauses aus geometrischen Figuren
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
8'
Der Lehrer erteilt den Arbeitsauftrag und erklärt
"Ihr habt in der Schule Dreiecke und Vierecke.
Ihr sollt daraus das Haus legen. Für das Haus
braucht ihr aber nicht alle Teile. Sucht die her-
aus, die in Farbe und Größe passen und legt
unser Haus!"
Von den 10 vorgegebenen geometrischen Figu-
ren (Anlage 5) werden 5 zum Zusammensetzen
des Hauses gebraucht (diese sind in Farbe und
Form den Teilen des Hauses angepasst).
Die Schüler sollen diese 5 Figuren herausfinden
und daraus das Haus zusammensetzen.
Die Schüler arbeiten selbstständig. Jeder Schü-
ler, der seine Aufgabe nach der frontalen An-
weisung oder nach einer der drei Hilfestellun-
gen gelöst hat, kann seine Arbeit beenden. Er
kann entweder das Haus noch einmal zeichnen
oder auch auf dem Arbeitsblatt (Anlage 4) allein
weiterarbeiten
Es werden nach Erteilung des Arbeitsauftrages
zunächst keine Hilfen gegeben. Der Lehrer
kontrolliert und ermuntert zur Arbeit (Der Proto-
kollant macht sich Notizen zu den Lösungsver-
suchen.) Gelangen diese Schüler zu keiner
Lösung, werden folgende Hilfen eingesetzt:
1. Anzeichnen der geometrischen Figuren
(Haus aus den geometrischen Figuren).
2. Schüler zeigen und nennen die fünf benötig-
ten Teile an der Tafel (Lehrer hilft).
3. Auswählen der fünf Teile unter direkter Anlei-
tung durch den Lehrer.
Gelingt die Lösung nach Hilfe 3 nicht, wird die
Arbeit abgebrochen.
Der Protokollant vermerkt, welche Hilfe benötigt
wurde.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
74
Protokollbogen
Lektion:
"Wir zeichnen ein Haus"
Klasse 1
Name:
Datum:
Zeit Arbeitsschritt
Beobachtungen
Interpretation
4'
1.1 Einführung
4'
1.2 Zeichnerische
Darstellung eines
Hauses
(Bild 1)
10'
1.3 Erarbeitung eines
Bildinhaltes
6'
1.4 Kontrolle/Nach-
zeichnen des
Bildes
(Bild 2)

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
75
Zeit Arbeitsschritt
Beobachtungen
Interpretation
8'
2. Bildergänzung
5'
3. Ausmalen geomet-
rischer Figuren im
Bild
(Arbeitsblatt)
8'
4. Zusammensetzen
des Hauses aus
geometrischen
Figuren

image
Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
76

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
77
Kerstin Petzold
Lektion:
Deutsch
Lesen/Schreiben
"Wir lesen und schreiben"
Klasse 1
(nach Handreichung S. 84)
Ziele und Inhalte
Die Lektion dient vorrangig der Erfassung der Kenntnisse und der Fertigkeiten im
Schreiben. Es werden die Beherrschung der Grundlagen des Schreibens sowie die
Buchstabensicherheit überprüft.
Grundlagen des Schreibens:
- duktusgerechtes Schreiben
- Erkennen und Erfassen der Buchstaben, Silben und Wörter
- Zügigkeit des Schriftbildes
Zu den Grundlagen gehört auch ein angemessener Lerneffekt in der rechtschreiblichen
Sicherheit des Mindestwortschatzes.
Arbeitsmaterialien
- großes Tafelbild (Anlage 1)
- 2 Kinderfiguren als Tafelbild (Anlage 2)
- Arbeitsblatt zum Ergänzen der fehlenden Buchstaben (Anlage 3 - in Schreibschrift)
- (Anlage 4 - in Druckschrift)
- Arbeitsblatt zur Einzelüberprüfung (Anlage 5)
- Doppelseite eines Schreibheftes mit Lineatur der 1. und 2. Klasse für jeden Schüler
Hinweise und Empfehlungen
Die Lektion besteht aus einer Unterrichtsstunde, sie ist in drei Arbeitsschritte geglie-
dert.
Die Schüler sollen eingestimmt und in einer lernfreudigen Atmosphäre zur Mitarbeit
motiviert werden. Bei auftretenden Schwierigkeiten werden die Schüler ermuntert und
gelobt.
Die Arbeitszeiten für die einzelnen Abschnitte wurden in dieser Lektion vorgegeben,
weil diese für die Beurteilung und Einschätzung der Leistungen der Kinder eine sehr
wichtige Grundlage bilden. Gleichzeitig sind sie auch eine Richtlinie für den Lehrer.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
78
Er sollte unbedingt versuchen, sie bei der Arbeit mit den Arbeitsblättern und bei den
Tätigkeiten Abschreiben, Nachschreiben, Schreiben nach Diktat und beim schriftlichen
Reproduzieren einzuhalten, da sonst die Beobachtungs- und Diagnostizierungsergeb-
nisse verfälscht werden bzw. nicht mehr aussagekräftig sind {die Schüler müssen an
den Maßstäben der Grundschule gemessen werden, damit eine
objektive
Einschät-
zung der Schüler (Entscheidung: Grundschüler oder Schüler einer Schule zur Lernför-
derung) möglich ist!}
Bei der Erarbeitung und Übung an der Tafel, bei Gesprächen sowie bei den Leseübun-
gen und Auflockerungen darf je nach Umfang und Leistungsstärke der Schülergruppe
die Zeit variiert werden. So kann z. B. die Lektion verlängert werden (Voraussetzung
dafür ist eine noch ausreichende Konzentrationsfähigkeit und der Mitarbeitswille der
Schüler, nach Bedarf Auflockerungsübungen) oder der Rest der Lektion wird am glei-
chen Tag zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.
Diese Beispiele liegen im Bereich der Möglichkeiten und müssen von den Diagnostik-
gruppen selbstständig beurteilt und durchgeführt werden. Bei richtiger Durchführung ist
die Lektion in der vorgegebenen Zeit gut zu realisieren.
Die Grundlage für diese Lektion ist die Möglichkeit, dass der Diagnostiklehrer an den
Grundschulen der Schüler zu hospitieren kann, um die Durchführung der Lektion (z. B.
richtige Wahl der Arbeitsblätter) und die Auswertung der Arbeitsergebnisse für jeden
Schüler speziell vornehmen zu können.
Bei der Auswertung der Arbeitsergebnisse müssen der Stand der Erarbeitung der
Buchstaben sowie die Lehrmethode bei der Buchstabenerarbeitung in der Grundschul-
klasse jedes Kindes unbedingt in Betracht gezogen werden. Das gilt auch für die
Durchführung der Lektion.
Sind Schüler zu diagnostizieren (nur einzelne der Kindergruppe), die den Text nicht
lesen und das Diktat nicht mitschreiben können auf Grund zu geringer Buchstaben-
kenntnisse (Voraussetzung: die Erarbeitungsmethode des Grundschullehrers ist die
Ursache, nicht Wissenslücken!), so sind verschiedene Arbeitsformen für diese Schüler
möglich.
Eine Form wäre, diese Schüler beim Diktat mitschreiben zu lassen und die Arbeitser-
gebnisse entsprechend zu bewerten oder sie das Diktat mit der Aufforderung: "Schreibt
die Wörter auf, die ihr schafft!" mitschreiben zu lassen und die Bewertung der Ergeb-
nisse unter Berücksichtigung der ungenügenden Leistungsvoraussetzungen vorzu-
nehmen.
Zulässig wäre auch, diesen Kindern in der Zeit des Diktates (Arbeitsschritt 3) das Ar-
beitsblatt zur Ermittlung der Buchstabenkenntnisse (Anlage 5) vorzulegen. Hier könn-
ten die Aufgabenstellungen verschieden sein, z. B.: "Male alle Luftballons aus, deren
Buchstaben du kennst!" oder "Schreibe alle Buchstaben auf, die du schon kennst und
male ihren Luftballon aus!" (Übertragen von Druck- in Schreibschrift!).
Die hier erzielten Arbeitsergebnisse müssen jedoch in der Einzelüberprüfung noch kon-
trolliert werden. Ebenso müssten auch die Leseleistungen dieser Schüler in Einzel-
überprüfung festgestellt werden.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
79
Sollten aber alle Schüler der Diagnostizierungsgruppe den Anforderungen der Arbeits-
schritte 2.2 und 2.3 auf Grund ungenügender Buchstabenkenntnisse (Ursache: Lehr-
methode in den Grundschulklassen!) nicht gewachsen sein, müssen die Lehrer dieser
Gruppe den Lese- und Übungstext von 2.2 sowie den Diktattext von 3. in eigenverant-
wortlicher Arbeit angemessen ändern (günstig: Rücksprache mit den Grundschulleh-
rern).
Im Allgemeinen sind die verwendeten Buchstaben und Wörter in Klasse 1 der Grund-
schule aber zum Zeitpunkt der Überprüfung erarbeitet (lt. Aussage von Grundschulleh-
rern), so dass die Lektion den Anforderungen an Schüler der Klasse 1 der Grundschule
entspricht.
Beim Arbeitsschritt 1.3 ist es notwendig, dass das Arbeitsblatt in Druckschrift und auch
in Schreibschrift vorliegt, da die Erarbeitung der Buchstaben in der Grundschule sehr
unterschiedlich durchgeführt wird und die Schüler dadurch mit unterschiedlichen Leis-
tungsvoraussetzungen zur Diagnostizierung kommen. Empfehlenswert wäre, schon vor
der Lektion zu klären, welches Arbeitsblatt jedes Kind benötigt. Das spart Zeit und ver-
hindert größere Unruhe in der Lektion.
Es ist nicht das Anliegen der Lektion, dass sich die Kinder ein Arbeitsblatt aussuchen,
sondern dass der Leiter der Lektion in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Lehrer
des jeweiligen Kindes vor dem Beginn der Lektion die Frage nach dem jeweiligen spe-
ziell notwendigen Arbeitsblatt klärt (Voraussetzung ist die vorherige Hospitation in der
Grundschulklasse des Kindes!).
Beim Arbeitsschritt 2.1 sollen die zwei Kinderfiguren unbedingt an einer Stelle zusam-
men in der Nähe des Textes angeheftet werden (nicht einzeln verteilt!), da sie sonst zu
sehr vom Text ablenken und die Aufmerksamkeit der Schüler zerteilen würden.
Im Arbeitsschritt 2.2 ist nicht nur die Ergebniskontrolle der Schülerleistungen wichtig,
sondern vor allem auch das Beobachten der Ausführungsqualitäten (z. B.: verbessert
der Schüler ständig; arbeitet der Schüler teilweise nicht nach den Vorgaben des Leh-
rers, sondern verbessert zwischendurch seine Arbeit; schreibt der Schüler nur ab, weil
er durch das Verbessern zwangsläufig in Zeitmangel gerät; schreibt der Schüler von
Anfang an ab; wie beherrscht der Schüler die Technik "Selbstkontrolle").
Anhand der Doppelseite des Schreibheftes ist später auch ersichtlich, ob der Schüler
ohne Korrekturen nachschreiben konnte oder ob er oft verbessert hat bzw. verbessern
musste.
Sehr wichtig ist auf jeden Fall, genau zu beobachten, wie der Schüler in diesem Ar-
beitsschritt arbeitet, damit die Diagnostizierungsergebnisse so genau wie möglich sind.
Grundschullehrer sagten bezüglich zu diesem Arbeitsschritt 2.2 aus, dass Grundschü-
ler bei dieser Tätigkeit auf Grund ihres Könnens sauber und ohne Korrektur arbeiten.
Das Arbeitsblatt zur Überprüfung der Buchstabenkenntnis (Anlage 5) kann auch in der
Einzeldiagnostik bei Unsicherheiten in der Begutachtung sowie zur Bekräftigung der
Beobachtungsergebnisse angewandt werden.
Aufgabenstellungen könnten hier z. B. sein:

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
80
"Zeige mir den Buchstaben ...!"
"Wie heißt dieser Buchstabe in diesem Luftballon?"
oder auch die Aufgabenstellungen, die schon beim Diktatschreiben genannt wurden.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
81
Lektion:
"Wir lesen und schreiben"
1. Ermitteln der Fertigkeiten des duktusgerechten Schreibens von Buchstaben
sowie Buchstabenkenntnis
Zeit
Ablauf
Methodische Hinweise
3'
1.1 Gespräch "Die Kinder lernen"
Der Lehrer heftet das große Tafelbild (Anlage 1) an die Tafel. Die Schüler beschreiben die
Tätigkeiten der Kinder auf dem
Bild, sie berichten aus eigenem
Erleben
Er führt ein kurzes Gespräch zum Bild:
"Was seht ihr?"
"Was tun die Kinder?"
Mit den Sätzen: "Wir wollen auch
lesen und schreiben. Ich bin
gespannt, wie toll ihr das schon
könnt!" leitet der Lehrer zur
nächsten Übung über.
6'
1.2 Arbeit an der Tafel
(Tafelbild in Schreibschrift)
MA LG
mn oe u
Der Lehrer zeigt Buchstaben, die
Schüler lesen einzeln. Danach
zeigt der Lehrer auf die leeren
Buchstabenfenster und die Kin-
der nennen die fehlenden Buch-
staben und tragen sie ein
Lesen der Buchstaben
gemeinsames Ergänzen der
fehlenden Buchstaben
Wenn von den Schülern nicht
erkannt wird, dass in die oberen
Fenster die großen und in die
unteren Fenster die kleinen
Buchstaben gehören, weist der
Lehrer sie darauf hin. Die Buch-
stabenanzahl ist so zu wählen,
dass jeder Schüler einmal an der
Tafel arbeitet. Das Tafelbild ist
vor Beginn der Übung 1.3 zu
löschen.
4'
1.3 Arbeit mit dem Arbeitsblatt
vorbereitetes Arbeitsblatt (in Druck oder Schreibschrift)
AKGN
ci Im
Die Schüler erhalten das Ar-
beitsblatt mit der Aufforderung:
"Arbeitet jetzt wie an der Tafel,
tragt die fehlenden Buchstaben
ein!"

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
82
2. Überprüfen der Arbeitsverfahren Nach- und Abschreiben; schriftliche Repro-
duktion der aus dem Übungstext gemerkten Wörter
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
2'
2.1 Gespräch
kurze Einschätzung der Arbeit
der Schüler (Motivation): "Das
habt ihr schon sehr schön ge-
macht!"
Loben der Arbeitsergebnisse allgemein, ohne auf die genauen
Details einzugehen. (Schaffen einer optimalen Lernatmosphä-
re)
nochmaliges Betrachten des
großen Tafelbildes (Anlage 1)
unter folgenden Gesichtspunk-
ten:
- Freude beim Lernen
- keine Angst haben
- Lehrer hilft
- gut aufpassen müssen
Mit den Bemerkungen: "Ihr müsst bei unserer nächsten Übung
auch gut aufpassen, dann schafft ihr sie gut", leitet der Lehrer
zur nächsten Übung über.
Dabei heftet er die 2 Figuren (Anlage 2) an die Tafel (neben-
einander, mit frei gewählten Namen) und sagt: "Die zwei Kin-
der wollen euch dabei helfen".
15'
2.2 Nach- und Abschreib-
übung
(Tafelbild in Schreibschrift)
"Die Kinder lesen. Sie schreiben
auch gern. Alle Schüler sind
leise. So lernen sie gut."
Zuerst werden die Kinder gefragt, ob sie eine Zeile allein vor-
lesen können. (Diagnostizierung der Leseleistungen und Sinn-
erfassung)
Lesen des Textes; Nachschrei-
ben des 1. und 2. Satzes
Abschreiben des 3. und 4. Sat-
zes
Anschließend wird der Text vom Lehrer vorgelesen, danach
lesen die Schüler gemeinsam. Beim Lesen durch die Schüler
hilft der Lehrer, indem er auf die Wörter zeigt und schwierige
Wörter zeigt und schwierige Wörter laut mitliest bzw. vorliest
(gemeinsames Lesen zügig durchführen; einzelne Schüler
vorlesen lassen, wenn sie sich bei der Aufforderung: "Wer
kann eine Zeile allein lesen?" melden)
(Nach- und Abschreibübung auf
die 2. leere Seite des Doppel-
blattes anfertigen)
Der Lehrer lenkt die Nachschreibübung; es wird wortweise
nachgeschrieben: Anschauen – Abdecken – Schreiben – Auf-
decken – Vergleichen – Korrigieren
Zur Abschreibübung erhalten die Schüler den Arbeitsauftrag:
"Schreibe jetzt die nächsten Sätze ab!"
Die Schüler arbeiten ohne Hilfen. Die Doppelseite des
Schreibheftes ist beim Arbeiten so gefaltet, dass immer nur
eine Seite vorliegt.
ca.
3'
2.3 Schriftliche Reproduktion
der aus dem Übungstext von
Schülern gemerkten Wörter
Diejenigen Schüler, die mit dem Abschreiben fertig sind, wer-
den aufgefordert, auf die 3. leere Seite des Doppelblattes alle
Wörter aufzuschreiben, die sie sich gemerkt haben.
Die Übung 2.3 sollte aber insgesamt nicht länger als 3 Minuten
dauern und dient somit auch dem Ausgleich des unterschiedli-
chen Arbeitstempos beim Abschreiben.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
83
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
2'
Auflockerung
Lied mit gymnastischer Übung
oder nur gymnastische Locke-
rung
Die Schüler singen ein Lied und führen rhythmische Bewegun-
gen dazu aus oder Fingerspiele zur Lockerung mit Aufstehen
der Schüler oder ganzkörperliche Bewegungen am Platz zur
Lockerung.
3. Schreiben eines Diktates
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
10'
Diktattext
Die Kinder lernen. Sie
lesen und malen. Alle
sind leise.
Der Lehrer trägt das ganze Diktat vor. Danach wird jeder Satz in Ab-
schnitten von ein bis zwei Wörtern diktiert und von den Kindern ge-
schrieben; dabei ist der Algorithmus einzuhalten:
Vorsprechen – Nachschreiben – Vorsprechen (Lehrer) Vergleichen –
Korrigieren (Schüler)

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
84
Protokollbogen
Lektion:
"Wir lesen und schreiben"
Klasse 1
Name:
Datum:
Zeit Arbeitsschritt
Beobachtungen
Interpretation
3'
1.1 Einführung -
Gespräch
6'
1.2 Arbeit an der Tafel
(Tafelbild in
Schreibschrift)
4'
1.3 Arbeit mit dem
Arbeitsblatt
(Druck- oder
Schreibschrift)
2'
2.1 Gespräch

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
85
Zeit Arbeitsschritt
Beobachtungen
Interpretation
15'
2.2 Nach- und Ab-
schreibübung
(Tafelbild in
Schreibschrift)
3'
2.3 Schriftliche
Reproduktion
10'
3. Schreiben eines
Diktates

image
Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
86

image
Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
87

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
88
Anlage 3
"Wir lesen und schreiben" (Schreibschrift)

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
89
Anlage 4
"Wir lesen und schreiben" (Druckschrift)
A K GN
ef lm d

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Anlage 5
Arbeitsblatt zur Einzelüberprüfung der Buchstabensicherheit
"Wir lesen und schreiben"
N
n
D d
M
m
Z z
U u
R
r
V v
A
a
E e
O o
L l
S s
H h
F
f
B
b
G g
T t
K k
I i
W w
P p
90

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
91
Angela Drößler/Dorothea Götze
Lektion:
Mathematik
"Die Folge der natürlichen Zahlen von 1 bis 20"
Klasse 1
(nach Handreichung S. 29 ff.)
Ziele und Inhalte
Die Lektion besteht aus einer Unterrichtsstunde. In der Stunde werden die Kenntnisse
über die Folge der natürlichen Zahlen von 1 bis 20 als ein Teil des grundlegenden Wis-
sens und Könnens der Schüler in Klasse 1 der Grundschule reaktiviert und in vielfälti-
gen Anwendungsaufgaben ermittelt und erweitert.
Das diagnostische Ziel der Lektion besteht in der Prüfung der Lernfähigkeit der Schüler
in diesem speziellen mathematischen Bereich.
Die Lektion ist in drei Arbeitsschritte gegliedert. Der erste Arbeitsschritt beinhaltet eine
Leistungskontrolle zur Feststellung vorhandenen Wissens und Könnens. Der zweite
Arbeitsschritt dient vorzugsweise der Vermittlung, Übung und Anwendung. Im dritten
Arbeitsschritt wird wiederum eine Leistungskontrolle durchgeführt, um den Zuwachs an
Wissen und Können festzustellen.
Arbeitsmaterialien
- Ball
- Arbeitsblatt Teil A und B
- Mengendarstellungen für die Tafel (auf Pappstreifen gezeichnete Kreise zum Anhef-
ten)
- Ziffernkästchen zum Anheften an die Tafel
- Ziffernkärtchen für die Hand des Schülers (1 bis 10, 11 bis 20)
- Ziffernkärtchen zum Umhängen (1 bis 10, 11 bis 20)
Hinweise und Empfehlungen
Die überarbeitete Lektion entspricht in der Zielstellung, im Inhalt und Aufbau weitge-
hend der Darstellung in der Handreichung (S. 29 bis S. 33). Die Beobachtungsschwer-
punkte (S. 33 f), die Einschätzung der Leistungsfähigkeit nach den Stufen I bis V sowie
die Hinweise zur Anfertigung und Auswertung der Arbeitsblätter Teil A und B (S. 37 bis
S. 40) haben weiterhin Gültigkeit. Zur Vervollständigung wurde ein Protokollbogen er-
stellt.
Die Veränderungen in den Arbeitsschritten 1.1 und 2.2 der Lektion sind als Vorschläge
aufzufassen. Der Einsatz eines Balls bei der Zählübung im Arbeitsschritt 1.1 soll als
Auflockerung dienen, die Kinder motivieren und vorzeitigem Ermüden vorbeugen. Die
Variante der Übung in Gruppen im Arbeitsschritt 2.2 ermöglicht einen Wechsel der Ar-
beitsformen und intensiveres Üben für alle Schüler, besonders dann, wenn Arbeitstem-
po und Leistungsvoraussetzungen sehr unterschiedlich sind. Voraussetzung für die
Arbeit in Gruppen ist jedoch, dass vor Beginn der Lektion die äußeren Bedingungen für
einen schnellen Wechsel der Arbeitsformen geschaffen werden. Es kann in diesem
Arbeitsschritt aber auch frontal gearbeitet werden.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
92
Da die Überprüfungsgruppen sowohl in ihrer zahlenmäßigen Stärke als auch in ihrem
Leistungsvermögen immer unterschiedlich sein werden, können sich im Ablauf der Lek-
tion zeitliche Verschiebungen ergeben, die leichte Reduzierungen der Anzahl der
Übungsaufgaben oder auch zusätzliche Aufgabenstellungen erforderlich machen.
Wichtig ist in jedem Fall, dass konkrete Aussagen zur Leistungsfähigkeit eines jeden
Schülers gemacht werden können. Ist das nach den Beobachtungen und Ergebnissen
der Lektion noch nicht möglich, sollte unbedingt eine zusätzliche Einzelüberprüfung
erfolgen.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
93
Aufbau der Lektion
13'
Erster Arbeitsschritt
Überprüfen der Kenntnisse, die die Schüler über die Folge der natürlichen Zah-
len 1 bis 20 haben
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
3'
1.1 Zählübungen
Zahlen von 1 bis 20
Zahlen von 20 bis 1
Übung soll in aufgelockerter Form erfolgen (Ball), z. B. Schüler ste-
hen im Kreis, zählen, indem sie den Ball weitergeben bis 20 und zu-
rück, Lehrer wirft den Schülern den Ball zu, nennt eine Zahl und lässt
weiterzählen, alle Schüler einbeziehen
3'
1.2 Arbeit an der Tafel
Tafelbild
4
3
1
2
1
...
4 8 6 1 3
8 ....
16 4 18 11
4
...
Lehrer weist darauf hin, dass die Ziffern ungeordnet sind, fordert die
Schüler auf, sie zu ordnen, gibt den Hinweis, dass die 1. Ziffer an-
zeigt, wie geordnet werden soll
Schüler nennen jeweils die nächste Zahl
Lehrer trägt sie ein,
finden die Schüler die Zahl nicht, trägt der Lehrer sie ein
7'
1.3 Arbeit mit dem
Arbeitsblatt
Teil A
Ausgabe der Arbeitsblätter
selbstständiges Lösen der
Aufgaben
Arbeitsblatt Teil A
Vergleich des Arbeitsblattes mit dem Tafelbild
Löschen des Tafelbildes
Aufforderung, die Aufgaben des Arbeitsblattes zu lösen wie zuvor an
der Tafel
Kontrolle durch den Lehrer, aber keine Hinweise oder Hilfen

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
94
25'
Zweiter Arbeitsschritt
Vermittlung neuen Wissens und Könnens und ihre Anwendung
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
5'
2.1 Ordnen von Zahlen aus der Übung 1.2
in Verbindung mit Mengen
Tafelbild:
oooo
ooo
o
oo
o
oo
ooo
oooo
1
2
3
4
Lösung der Aufgaben 2 und 3 aus der Übung
1.2
Mengendarstellungen und Ziffernkärtchen zum
Anheften für die Tafel
Lehrer weist auf die Mengendarstellung hin und
erklärt, dass die Karten mit den Kreisen in der
richtigen Ordnung sind
fordert zum Ordnen auf (die Karte mit den we-
nigsten Kreisen zuerst)
nach dem Ordnen der Mengen Zuordnung der
Ziffernkarten
Lesen der Folge der Zahlen
gleiches Vorgehen wie bei Aufgabe (bei Zeit-
mangel eventuell 1. Aufgabe weglassen)
5'
2.2 Ordnen von Zahlen in individueller
Übung
im Zahlenraum bis 10
Ziffernkärtchen von 1 bis 10 geordnet hinlegen
lassen
Um intensives Üben zu gewährleisten, kann die
Arbeit in Gruppen erfolgen.
Ziffernkärtchen nach Ansage legen lassen
(z. B. Legt die Zahlen 3, 5, 4!) und nach der
kleinsten, nach der größten Zahl ordnen lassen
(evtl. 3 Schüler, 1 Lehrer)
Schüler erhalten Ziffernkärtchen von 1 bis 10
(Übung wird mit möglichst vielen Zahlengrup-
pen durchgeführt)
Ordnen aller Ziffernkärtchen
(Beginnt mit der größten Zahl!)
der Lehrer kontrolliert und hilft individuell
die Art der notwendigen Hilfen wird erfasst:
1. Hinweise auf Fehler
2. Zeigen des Fehlers
3. Demonstrieren der richtigen Lösung
danach wird der Schüler zur Wiederholung der
Aufgabenlösung aufgefordert;
es folgt weiter:
- die Aufforderung zum Zählen
- das Legen der ersten Zahl durch den Lehrer
- das Legen weiterer Zahlen durch den Lehrer
im Zahlenraum von 11 bis 20
Übung erfolgt in gleicher Weise wie im Zahlen-
raum bis 10
Schüler erhalten Ziffernkärtchen von 11 bis 20
Kontrolle und individuelle Hilfen wie bei den
Übungen im Zahlenraum von 1 bis 10
Übung mit möglichst vielen Zahlengruppen

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
95
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
7'
2.3 Ordnen von Zahlen in einem Übungs-
spiel
im Zahlenraum von 1 bis 10
wichtige Übung zur Auflockerung und Anre-
gung zu weiterem Arbeiten
jeder Schüler erhält eine Ziffernkarte
stellt sich als Zahl vor (Ich bin die ...)
danach stellen sich einige "Zahlen" ungeordnet
vor der Klasse auf
Schüler erhalten Ziffernkärtchen zum Umhän-
gen (von 1 bis 10)
einen Schüler zum Ordnen auffordern (Ordnen
nach der kleinsten nach der größten Zahl)
Kreis auf den Fußboden zeichnen, in den sich
je nach dem Ordnungsprinzip die erste "Zahl"
stellt
zum Schluss des Arbeitsschrittes stellen sich
alle "Zahlen" geordnet auf
im Zahlenraum von 11 bis 20
Übung in gleicher Weise wie im Zahlenraum von
1 bis 10
Schüler erhalten Ziffernkärtchen zum Umhän-
gen (von 11 bis 20)
8'
2.4. Ordnen von Zahlen an der Tafel
Tafelbild
I.
3 2 4
2 ..
II.
5 1 4 3
1 ...
III
. 4 5 8 6 1 10
10 .....
IV.
8 16 2
15 10
2
....
V.
10 17 3 20
7
20
....
wichtige Übung in Vorbereitung auf die Arbeit
mit dem Arbeitsblatt Teil B
Aufgaben werden der Reihe nach gelöst
Ziffernkärtchen für die Tafel (Einsatz, wenn
dritte Hilfe nötig ist)
Schüler auffordern, jeweils die nächste Zahl zu
nennen
Lehrer trägt die Zahlen ein, nachdem evtl. Feh-
ler durch die Schüler korrigiert wurden
bei Schwierigkeiten hilft der Lehrer in folgender
Weise:
1. Welche Zahl steht vorn, ist es die kleinste
oder die größte Zahl? Welche muss nun
folgen?
2. Nennen der nächsten Zahl durch den Leh-
rer
3. Einsatz der Ziffernkärtchen

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
96
7'
Dritter Arbeitsschritt
Überprüfen der erreichten Kenntnisse
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
Schüler erhalten das Arbeitsblatt Teil B
Arbeitsblatt Teil B
Vergleich des Arbeitsblattes mit dem Tafelbild
Löschen des Tafelbildes
selbstständige Lösung der Aufgaben
Lehrer kontrolliert und ermuntert durch Lob
keine Hinweise und Hilfen während des
Aufgabenlösens
erst nach Abschluss der Arbeit zeigt der Lehrer
auf falsch gelöste Aufgaben und regt zur Über-
prüfung an

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
97
Protokollbogen
Lektion:
Mathematik 1. Klasse
Die Folge der natürlichen Zahlen bis 20
(nach Handreichung, S 29 ff.)
Name:
Datum:
Zeit
Arbeitsschritt
Beobachtungen
Interpretation
(13')
Erster Arbeitsschritt
3'
1.1 Zählübungen
3'
1.2 Arbeit an der
Tafel
7'
1.3 Arbeit am
Arbeitsblatt
Teil A
(25') Zweiter Arbeits-
schritt
5'
2.1 Ordnen von
Zahlen aus der
Übung 1.2 in
Verbindung mit
Mengen

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
98
Zeit
Arbeitsschritt
Beobachtungen
Interpretation
5'
2.2 Ordnen von
Zahlen in indu-
vidueller Übung
7'
2.3 Ordnen von
Zahlen in einem
Übungsspiel
8'
2.4 Ordnen von
Zahlen an der
Tafel
(7')
Dritter
Arbeitsschritt
7'
Arbeit am Arbeits-
blatt Teil B

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Arbeitsblatt für die Hand des Schülers
Name: _________________ Klasse: ____ (Schuljahr: _________ Alter: __________)
A Leistungsstand
B Lernzuwachs
I.
1 3 2
2 4 3
1
.. 2
..
II.
5 3 4 1
5 3 1 2
1 ... 1 ...
III.
6 4 9 10 5
3 5 4 7 10 6
10
.... 10
.....
IV.
8 16 15 2 13
8 16 11 19
2
2
.... 2
....
6 19 12 3
4
18 11 7
19 ... 18
...
V.
10 17 3 20 7 4
10 17 20 11 4 13 3
3
..... 3
......
20
..... 20
......
Hinweise zur Anfertigung und Auswertung des Arbeitsblattes in Handreichung S. 39 f.
99

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
100

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
101

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
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Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
111

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
112
Angela Drößler/Dorothea Götze
Lektion:
Mathematik
"Grundrechenoperationen der Addition und Subtraktion"
l. Klasse
(nach Handreichung S. 40 ff.)
Ziele und Inhalte
Die Lektion besteht aus einer Unterrichtsstunde und ist als Fortsetzung und Ergänzung
der vorhergehenden Mathematiklektion aufzufassen. In dieser Stunde werden die Fer-
tigkeiten in der Beherrschung der Grundaufgaben der Addition und Subtraktion bis 20
ohne Überschreiten der Zahl 10 sowie die Fähigkeit zur Anwendung bei der Lösung
weiterer Aufgaben ermittelt.
Die diagnostische Zielsetzung besteht vor allem in einem Beitrag zur Ermittlung der
Lernfähigkeit. Die Lektion ist in drei Arbeitsschritte gegliedert. Den ersten Arbeitsschritt
bildet eine Leistungskontrolle zur Feststellung des Ausgangsniveaus. Der zweite Ar-
beitsschritt dient der Reaktivierung vorhandenen Wissens und Könnens sowie der
Vermittlung neuer Kenntnisse in der Anwendung der Grundaufgaben der Addition und
Subtraktion. Im dritten Arbeitsschritt wird durch eine Leistungskontrolle der Lernzu-
wachs im Vergleich zum Ausgangswert ermittelt
Arbeitsmaterialien
- Arbeitsblatt Teil A und B
- Ziffernkärtchen für die Hand der Schüler (1 bis 10, 11 bis 20)
- 10 Einzelelemente (Stäbchen oder Rechenplättchen) und
- eine Zehnermenge (Stäbchenbündel oder Zehnerstreifen) je Schüler
- Ziffernkarten (1 bis 20) und Operationszeichen (+; -, =) zum Anheften für die Tafel
- Applikationen (von Kindern o. Ä.) für die Tafel
- Rechenbild
- Ball
Hinweise und Empfehlungen
Die Zielstellung sowie die inhaltlichen Anforderungen entsprechen in der überarbeite-
ten Lektion der Darstellung in der Handreichung (S. 40 f.). Ebenso sind die Hinweise zu
den Beobachtungsschwerpunkten (S. 46 f.), zur Einschätzung nach den Leistungsstu-
fen I bis V (S. 50 f.) und die Hinweise und Auswertungskriterien zum Arbeitsblatt Teil A
und B (S. 52 f.) weiterhin zu verwenden. Zur Vervollständigung wurde ein Protokollbo-
gen erstellt
Die Überarbeitung der Lektion war notwendig, um den teilweise veränderten Anforde-
rungen nach dem neuen Lehrplan der Grundschule zu entsprechen (Rechnen mit Vari-
ablen und Begriff Gleichung nicht gefordert). Einzelne Aufgaben des Tafelbildes (in den
Arbeitsschritten 1.1 und 2.2) sowie des Arbeitsblattes Teil A und B wurden mit Bezug
auf den Lehrplan umgestellt.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
113
Da die Lektion sehr umfangreich ist, wurde eine Vereinfachung in den Arbeitsschritten
2.1 und 2.2 durch das während der Übung entstandene Tafelbild angestrebt.
Der Arbeitsschritt 2.3 erfordert eine sehr straffe, dem Lernen in der Grundschule ange-
passte Arbeitsweise sowie vorheriges Bereitstellen aller benötigten Arbeitsmittel.
Infolge der meist unzureichenden Kenntnisse vieler Schüler zur Folge der natürlichen
Zahlen bis 20 bedeuten die Anforderungen zu den Operationen der Addition und Sub-
traktion zwangsläufig eine Überforderung. Dem erhöhten Übungsbedarf kann durch
Reduzierung der Anforderungen oder Ausdehnung der Übungszeit nicht entsprochen
werden, da nur unter Bedingungen, die dem Lernen in der Grundschule weitgehend
entsprechen, eine objektive Ermittlung der Leistungsfähigkeit erfolgen kann. Die Zeit
zur Lösung der Aufgaben des Arbeitsblattes Teil B kann für leistungsfähigere Schüler,
nach einer kurzen Entspannungspause verlängert werden.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
114
Aufbau der Lektion
Zeit
Ablauf
Methodische Hinweise
13'
Erster Arbeitsschritt
Kenntnisüberprüfung in der Lösung von Additions- und
Subtraktionsaufgaben
3'
1.1 Vereinigung und Differenzbildung von Mengen;
Zuordnung von Gleichungen
Tafelbild
oooo ooo
- Applikationen oder gezeich-
nete Kreise (4 rote, 3 grüne
Kreise) für die Tafel-
- Schüler werden zu Bildung der
Vereinigungsmenge aufgefor-
dert
- (Begriff "Gleichung" noch nicht
gefordert)
- Lehrer hilft, wenn nötig
- Lehrer lässt die Aufgabe nen-
nen, schreibt sie an die Tafel
Schüler vereinigen durch simultanes Erfassen oder Zählen
("Vier rote Kreise und drei grüne Kreise sind zusammen
sieben Kreise.")
Zuordnen der Aufgabe in schriftlicher Form
oooo ooo
4 + 3 = 7
- gleiches Vorgehen wie bei
erster Aufgabe
mündliche Formulierung der Aufgabe ("Vier plus drei ist
gleich sieben.")
Anwenden der Kommutativität
- die zu entfernenden Elemente
bei der Differenzbildung wer-
den durchgestrichen, um Über-
einstimmung mit dem Arbeits-
blatt zu erhalten
ooo oooo
3 + 4 = 7
Anwenden der Umkehrbeziehung und Lösung der Aufgabe
oooo ØØØ
7 - 3 = 4
3'
1.2 Addition und Subtraktion natürlicher Zahlen
Tafelbild:
5 + 3
8 - 3
15 + 3
5 + = 8
- ist kein Schüler zur Lösung
fähig, werden sie vom Lehrer
erläuternd gelöst
Schüler lösen die Aufgaben, Lehrer trägt Zahlen ein
- Lehrer erklärt, dass die Auf-
gaben des Arbeitsblattes so
gelöst werden sollen wie bei
der Übung an der Tafel
7'
1.3 Arbeit am Arbeitsblatt Teil A
Ausgabe der Arbeitsblätter
Schüler lösen die Aufgaben selbstständig
- Arbeitsauftrag wird nicht wie-
derholt, keine Hinweise oder
Hilfen gegeben

image
image
Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
115
Zeit
Ablauf
Methodische Hinweise
25'
Zweiter Arbeitsschritt
Vermittlung neuen Wissens und Könnens und seine
Anwendung
8'
2.1 Vereinigung und Differenzbildung von Mengen im
Zahlenraum bis 10
- Schüler erhalten 10 Elemente
(Stäbchen, Legeplättchen)
Lehrer beobachtet, wie die
Schüler die Mengen darstellen
bzw. mit ihnen operieren
a) Bilden von Mengen
"Legt 2 (3, 9, 6) Stäbchen!"
b) Vereinigen von Mengen
"Legt vier Stäbchen und zwei Stäbchen; sagt die
Aufgabe und die Lösung!"
- wenn nötig, Hilfen geben
Nach Lösung der ersten Aufgabe zeichnet der Lehrer die
Stäbchen an die Tafel .
Tafelbild
/ / / /
/ /
(zu b nur diese zeichnerische Darstellung an der Tafel)
- noch keine Zuordnung der
Ziffern und der Aufgabe
2 bis 3 weitere Aufgaben stellen
c) Differenzbildung von Mengen
("Legt sieben Stäbchen, nehmt zwei Stäbchen weg;
sagt die Aufgabe und die Lösung)
- nach Lösung der ersten Aufgabe zeichnet der Lehrer die
Stäbchen an die Tafel/Tafelbild
- noch keine Zuordnung der
Ziffern und Aufgabe
/ / / / /
(zu c nur diese zeichnerische Darstellung an der Tafel)
2 bis 3 weitere Aufgaben stellen
- Schüler erhalten zu den 10
Elementen (Stäbchen, Lege-
plättchen) eine Zehnermenge
(Stäbchenbündel, Zehnerstrei-
fen)
im Zahlenraum bis 20
gleiches Vorgehen wie im Zahlenraum bis 10
- Lehrer achtet besonders dar-
auf, wie Schüler mit der Zeh-
nermenge operieren und hilft
bei Notwendigkeit
a) Bilden von Mengen
b) Vereinigen von Mengen
Tafelbild zu einer Aufgabe entsteht
Tafelbild
- noch keine Zuordnung der
Ziffern und der Aufgabe
weitere Aufgaben stellen

image
image
Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
116
Zeit
Ablauf
Methodische Hinweise
c) Differenzbildung von Mengen
Tafelbild zu einer Aufgabe entsteht
- noch keine Zuordnung der
Ziffern und der Aufgabe
Tafelbild
weitere Aufgaben stellen
4'
2.2. Vereinigung und Differenzbildung von Mengen
- Lehrer weist auf das Tafelbild
hin und fordert die Schüler auf,
die Aufgaben zu bilden und zu
lösen
Zuordnen von Gleichungen an der Tafel
Die vier Aufgaben aus Arbeitsschritt 2.1 werden an der
Tafel gelöst.
Tafelbild (entstanden aus Übung 2.1)
/ / / /
/ /
4
+
2
=
6
/ / / / / / /
/ /
7
-
2
= 5
- Aufgaben und Lösungen nen-
nen lassen, Lehrer schreibt sie
an die Tafel oder lässt Ziffern-
karten und Operationszeichen
anheften
- (das Auffassen der Mengen
sowie das Bilden der Gleichun-
gen kann durch "Einkreisen"
einzelner Mengen, der Vereini-
gungs- bzw. Differenzmenge
unterstützt werden)
Vorlesen der Aufgaben zum Abschluss der Übung
8'
2.3. Mündliche Übungen zur Addition und Subtraktion
- Schüler erhalten Stäbchen und
Ziffernkärtchen (1 bis10)
a) Grundaufgaben der Addition und Subtraktion bis 10
- Schüler dürfen, je nach Ge-
wohnheit, Stäbchen oder Fin-
ger zum Rechnen benutzen
- Lehrer stellt die Aufgaben,
Schüler zeigen die Ergebnisse
durch Hochhalten von Ziffern-
kärtchen
- es wird beobachtet, wie die
Aufgaben gelöst werden
. gedächtnismäßige Beherr-
schung
= 15
= 11

image
Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
117
Zeit
Ablauf
Methodische Hinweise
. Verwenden der Finger
. Verwenden der Stäbchen
- (die Übung kann auch mit ei-
nem Ball durchgeführt werden;
der Lehrer sagt eine Aufgabe,
wirft einem Schüler den Ball zu
und lässt ihn die Aufgabe lö-
sen)
b) Anwendungsaufgaben der Addition und Subtraktion
(von 1 bis 10, von 10 bis 20 ohne Überschreiten von 10)
- Ziffernkärtchen 1 bis 20
- Schüler zeigen die Ergebnisse
durch Hochhalten von Ziffern-
kärtchen oder nennen die Er-
gebnisse
z. B. Zähle zu 3
5 dazu! (mehrere Aufgaben)
Nimm von 14
3 weg! (mehrere Aufgaben)
Lösen von Sachaufgaben
- Lehrer unterstützt das Auffas-
sen des Sachverhaltes durch
Anheften von Applikationen,
erzählt die Rechengeschichte
oder lässt Schüler Rechen-
geschichten dazu erzählen
- es kann auch ein geeignetes
Rechenbild zum Erzählen von
Rechengeschichten verwendet
werden
5'
2.4. Übung an der Tafel
Tafelbild
I.
- Ziffernkarten für jeden Schüler
den Mengendarstellungen die Gleichungen
(Aufgaben) zuordnen lassen
3 + 6 = 9
9 – 3 = 6
- Schüler zeigen die Ergebnisse
durch Hochhalten der Ziffern-
karten
- Lehrer schreibt die Lösungen
an
- alle Schüler einbeziehen, be-
sonders die, deren Leistungs-
fähigkeit schwer einzuschätzen
ist
II.
6 + 3
9 - 6
- Hilfen durch andere Schüler,
wenn ein Schüler die Lösung
nicht findet

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
118
Zeit
Ablauf
Methodische Hinweise
III.
13 + 6
19 - 3
IV.
6 +
= 9
-3
9
- Lehrer demonstriert die Lö-
sungsverfahren, wenn alle
Schüler bei der Lösung der
Aufgaben versagen, indem er
die Schüler im Rahmen des
Möglichen einbezieht
V.
+
6
13
19 -
= 13
Arbeitsblatt Teil B
- bei falschen Lösungen, die
Schüler zur Korrektur auffor-
dern, aber keine Hilfen geben
- Zeit für die Lösung der Auf-
gaben des Arbeitsblattes kann
nach einer kurzen Ent-
spannungspause verlängert
werden, wenn bei einem Schü-
ler der Eindruck weiterer Leis-
tungsfähigkeit entsteht
7'
Dritter Arbeitsschritt
Arbeit am Arbeitsblatt Teil B
Vorgehen wie Teil A

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
119
Protokollbogen
Lektion: Mathematik
Klasse 1
Grundrechenoperationen Addition und Subtraktion
(nach Handreichung, S 40 ff.)
Name:
Datum:
Zeit
Arbeitsschritt
Beobachtungen
Interpretation
(13')
Erster Arbeitsschritt
3'
1.1 Vereinigung
und Differenz-
bildung von
Mengen, Zu-
ordnung von
Gleichungen
3'
1.2 Addition und
Subtraktion na-
türlicher Zahlen
Tafelarbeit
7'
1.3 Arbeit am
Arbeitsblatt
Teil A
(25') Zweiter Arbeits-
schritt
8'
2.1 Vereinigung
und Differenz-
bildung von
Mengen (von 1
bis 10 von 11
bis 20)

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
120
Zeit
Arbeitsschritt
Beobachtungen
Interpretation
4'
2.2 Vereinigung
und Differenz-
bildung von
Mengen
Zuordnen von
Gleichungen an
der Tafel
8'
2.3 mdl. Übungen
zur Addition
und Subtrakti-
on
a) Grundaufga-
ben der Additi-
on und Sub-
traktion (bis 19)
b) Anwen-
dungsaufgaben
der Addition
und Subtrakti-
on (von 1 bis 10
von 10 bis 20)
5'
2.4 Übung an der
Tafel
(7')
Dritter
Arbeitsschritt
7'
Arbeit am Arbeits-
blatt Teil B

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Anlage zur Lektion "Grundrechenoperationen der Addition und Subtraktion
"
Arbeitsblatt für die Hand des Schülers
Name: _________________ Klasse: ____ (Schuljahr: _________ Alter: __________)
A Leistungsstand
B Lernzuwachs
I.
/ / / / /
/ / / /
/ / / / / / /
/ /
5+4
7+2
00000
Ø Ø Ø Ø
00000
0 0 0 0
9-4
9-2
II.
4 + 5
2 + 7
9-5
9-7
III.
14 + 5
12 + 7
19-4
19+2
IV.
9 -
=5
9 -
=2
+ 5
4
+ 2
7
V.
+ 14 = 19
+ 12 = 19
121
-5
19
-7
19
Hinweise zur Anfertigung und Bewertung des Arbeitsblattes in Handreichung Seite 52 f.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
122
Frau Heinze/Herr Hemmann
Lektion: Deutsch
Märchen
"Räder groß und klein"
Klasse 1
(siehe Handreichung S. 54)
Ziel der Lektion
Die Lektion verfolgt das Ziel, zur Ermittlung von Gedächtnisleistungen und zugleich zur
Erforschung der Lernfähigkeit beizutragen.
Folgende geistige Tätigkeiten stehen dabei im Vordergrund:
- Erfassen von Beziehungen von Teil und Ganzem
- Erfassen von Beziehungen von Gegenstand und Eigenschaft
- Erfassen von Beziehungen von Personen und Verhaltensweisen
- Vergleichen
- Ordnen einer Bilderfolge
- Abstrahieren wesentlicher Merkmale von unwesentlichen
- Verallgemeinern und Übertragen
- Konkretisieren
Der Inhalt der Lektion besteht aus einem Märchen von Sutejew, "Räder groß und
klein", das in Anbetracht seines diagnostischen Einsatzes in einigen Teilen vereinfacht
wurde.
Es ist nicht lehrplangebunden, entspricht in seinem Niveau aber den Anforderungen,
die der Lehrplan der 1. Klasse Grundschule im Fach Deutsch "Mündlicher und schriftli-
cher Ausdruck" stellt. Der didaktisch-methodische Aufbau der Lektion folgt in seinen
Grundzügen den Prinzipien der Unterrichtsgestaltung in der Grundschule.
Arbeitsmaterialien
- Abbildungen (siehe Anlage), außer Bilder mit dem "spottenden Hasen"
- Vorschlag:
Der Wagen kann aus vier Rädern (Holzscheiben mit Loch in der Mitte) und zwei Be-
senstielen sowie einer Schülerbank konstruiert werden.
Maße:
großes Rad
r = 20 cm
2 mittlere Räder
r = 15 cm
1 kleines Rad
r = 6 cm
Durchmesser der Löcher
2,5 cm
2 Besenstiele
70 cm

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Abbildung:
123
Hinweise und Empfehlungen
Die wesentliche Änderung im Ablauf der Lektion besteht im Herausnehmen des "spot-
tenden Hasen", da diese Abbildung häufig zu Fehlinterpretationen ("lachender Hase")
führte.
Die Abbildungen für die Hand des Schülers sind farbig gestaltet und somit aussage-
kräftiger und ansprechender. Sie sind im Vorfeld für die zu diagnostizierenden Schüler
auszuscheiden.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
124
Lektion:
Märchen "Räder groß und klein"
Zeit
Ablauf
Methodische Hinweise
6'
Erste Unterrichtsstunde
Erster Arbeitsschritt
Zielangabe:
"Wir hören heute ein Märchen. Es kommen
Tiere darin vor. Merkt euch, welche es sind!"
Akzentuierte Darbietung des Märchens
(Anlage)
Gleichzeitig werden die Diapositive (Anhang)
an den im Text bezeichneten Stellen demonst-
riert
7 - 8'
Zweiter Arbeitsschritt
Wiedererkennen der Tiere
Im Gespräch werden alle Tiere, die im Märchen
erwähnt werden, genannt. Jeder Schüler erhält
einen Satz Tierbilder (Anhang, Abb. 3) in einer
Schale. Auftrag: "Seht euch die Tiere an! Legt
alle Tiere, die im Märchen genannt wurden, vor
euch hin (Die anderen Tierbilder kommen zu-
rück in die Schale)!"
Die Schüler werden angehalten, die acht Bil-
der ordentlich in einer Reihe oder in zwei
Reihen auf den Tisch zu legen. In die Schale
werden die bestimmten Tierbilder (Igel, Hahn,
Hase, Spinne, Bär) zurückgelegt (Schale
vorher mit dem Namen der einzelnen Schüler
versehen).
8'
Dritter Arbeitsschritt
Rekapitulieren - Reproduzieren - Interpretieren
des Märchens
Zielangabe:
"Wir erzählen noch einmal gemeinsam das
Märchen."
Im Gespräch wird anhand der Diapositive zur
Abbildung die Märchenhandlung rekapituliert.
Es wird hervorgehoben, was die Tiere tun und
weshalb sie es tun. Der Wagen wird beschrie-
ben. Es wird in der Vorstellung mit bekannten
Wagen verglichen, um seine Unbrauchbarkeit
zu unterstreichen. Dabei wird das Verhalten
des Bären kritisch betrachtet.
Es werden möglichst alle Schüler in das Ge-
spräch einbezogen.
Analoge Erfahrungen der Schüler (Erleichte-
rung von Arbeitsvorgängen, Hilfeleistungen,
Situationen unangebrachter Schadenfreude,
schöpferische Gedanken) und notwendig
werdende Begriffserklärungen werden einge-
fügt.
10'
Vierter Arbeitsschritt
Zeichnung
Zielangabe:
"Zeichnet auf, wie die Tiere die Räder nach
Hause bringen!"
Nach der Zielangabe können Denkanstöße
zur Thematik gegeben werden. Auch die Vor-
schläge der Schüler sind zu akzeptieren
(Räder rollen, Räder tragen).
Bereitgestelltes Zeichenmaterial (Blätter,
Bleistifte, Buntstifte, Radiergummis) werden
ausgeteilt.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
125
Zeit
Ablauf
Methodische Hinweise
5'
Fünfter Arbeitsschritt
Ordnen der Situationsbilder
Aufforderung:
"Legt die Bilder (Abb.) so vor euch hin, wie ihr
es aus dem Märchen wisst!"
Jeder Schüler erhält die fünf Situationsbilder
in ungeordneter Weise (Anhang, Abb. 1)
Folgende Hilfen dürfen gegeben werden:
- individuelle verbale Aufforderung zum
Überdenken: "Überlege!"
- Erkennt das Kind seinen Fehler nicht, darf
sich die Instruktion unmittelbar auf den ent-
standenen Fehler beziehen; z. B. "Fanden
die Tiere zuerst den Wagen oder bauten sie
zuerst die Gegenstände?"
- Kommt durch den verbalen Anreiz keine
Ordnung zustande, darf die Folge vorgelegt
werden und der Schüler legt sie erneut
nach.
7'
Sechster Arbeitsschritt
Zuordnen der Hasenbilder
Die Handlungsweisen des Hasen werden noch
einmal im Gespräch zum Zwecke des Erken-
nens der Zusammenhänge rekapituliert. Dazu
dienen die zwei Hasenbilder (Abb.)
Aufforderung:
"Legt die Hasenbilder in eure Geschichte an die
richtigen Stellen!"
Zu den zwei Bildern werden noch einmal die
Begriffe "er lacht" und "er schämt sich" ins
Gedächtnis gerufen.
Jeder Schüler erhält die zwei Hasenbilder
(Anhang, Abb.) Der Lehrer darf dabei wie
beim fünften Arbeitsschritt Hilfen leisten.
15'
Siebenter Arbeitsschritt
Verbale Wiedergabe des Märchens durch die
Schüler
Der siebente Arbeitsschritt kann aber auch zusammen mit den Arbeitsschritten acht und neun
zu einer geschlossenen Unterrichtsstunde gestaltet werden.
Die Schüler werden zur mündlichen Darstellung
von Teilhandlungen aus dem Märchen aufge-
fordert:
- Erzähle, wie die Tiere den Wagen auf der
Wiese entdecken und wie sie den Hasen tref-
fen!
- Erzähle, wie sich die Tiere den Wagen aneig-
nen wollen und wie sich der Hase dabei ver-
hält!
- Erzähle, was die Tiere mit den Rädern anfan-
gen!
- Erzähle vom Besuch des Hasens bei den
Tieren!
Die Schüler werden in einer Einzelsituation
bzw. in der Gruppe zur Wiedergabe des Mär-
chens aufgefordert. (Arbeitet der Lehrer in
Gruppen, lässt er von einzelnen Schülern
nacheinander Teilhandlungen darstellen, die
in Umfang, Niveau und Qualität durch die
vorgegebenen Aufgabenstellungen annä-
hernd übereinstimmen.)
Für eine möglichst objektive Beurteilung der
Wiedergabe des Märchens durch die Schüler
ist die Benutzung eines Diktiergerätes als
Informationsspeicher ratsam.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
126
Zeit
Ablauf
Methodische Hinweise
Zweite Unterrichtsstunde
(besteht aus den Arbeitsschritten 8 und 9,
ggf. auch 7)
15'
Achter Arbeitsschritt
Ordnen der gesamten Bilderfolge
Aufforderung:
"Legt noch einmal alle Bilder in der richtigen
Reihenfolge auf euren Tisch!" Die Schüler er-
halten alle fünf Situationsbilder und die zwei
Hasenbilder ungeordnet überreicht (Anhang,
Abb. 1 und 2)
Im Gegensatz zu den Arbeitsschritten fünf
und sechs erhalten die Schüler nun keine
individuellen, sondern nur noch frontale Hil-
fen. Dieser Vorgang gestaltet sich in folgen-
der Weise:
Allen Kindern, die die Folge richtig gelegt
haben, werden die Bilder vom Protokollanten
abgenommen. Die Schüler erhalten den Auf-
trag, das Märchen noch einmal zeichnerisch
(ähnlich Arbeitsschritt 4) darzustellen. An alle
anderen Schüler ergeht frontal die Aufforde-
rung: "Überlegt noch einmal!" Daraufhin wer-
den von den Schülern richtig korrigierte Fol-
gen ebenfalls abgenommen. Die übrigen
Schüler werden aufgefordert, gemeinsam den
Verlauf der Geschichte zu rekapitulieren.
Gleichzeitig dürfen sie die Bilder legen. Alle
Schüler, die nach diesem gemeinsamen Ge-
spräch noch zu keiner Leistung gekommen
sind, werden besonders vom Protokollanten
notiert.
Jede gelungene Arbeit ist zu loben. Aber
auch die letzten Schüler erhalten ein freundli-
ches Wort für ihren Fleiß.
15'
Neunter Arbeitsschritt
Szenische Gestaltung einer Teilhandlung
Zielangabe:
"Wir wollen jetzt spielen, wie die Tiere die Rä-
der nach Hause bringen und was danach ge-
schieht."
"Ich bin der Bär und baue jetzt den Wagen.
Hier ist das große Rad, hier ist das Kleine, und
dort sind die beiden mittelgroßen Räder.
Ach, der Wagen gefällt mir nicht. Ich lasse ihn
hier stehen. Mag ihn nehmen wer will!"
Auf einem Tisch liegen zwei Besenstiele
(Achsen) mit den unterschiedlichen Rädern
(Holz) die abnehmbar sind.
Unter diesen Selbstgesprächen des Bären
baut der Lehrer vor den Schülern den Wagen
zusammen.
Dann werden vier Schüler als Tiere benannt
und durch Tierbilder gekennzeichnet (An-
hang, Abb. 4).
Die Tiere werden aufgefordert, sich kurz vor-
zustellen, damit ihnen die Rolle, die sie über-
nehmen, auch klar wird.
"Ich bin der Hahn." "Ich bin der Igel." ...

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
127
Zeit
Ablauf
Methodische Hinweise
Details der Spielhandlung:
Vergebliches Bemühen der Tiere, den Wagen
fortzubringen; Reaktion des Hasen. Die
brauchbare Idee des Igels; wieder Reaktion des
Hasen. Welche Räder nehmen die einzelnen
Tiere?
Was fertigt jedes Tier aus einem Rad an?
Wiederholung des Spiels durch andere Schüler
Folgende Hilfen dürften nacheinander durch
den Lehrer gewährt werden: Impulse zur Ges-
taltung; Impulse durch Fragen zur Aufrechter-
haltung des chronologischen Verlaufs; Vor-
sprechen; Vormachen.
Heraussuchen der entsprechenden Bilder
(Anhang, Abb. 5)

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
128
Anhang
Das Märchen von den verschiedenen Rädern
Am Waldrand steht ein Häuschen.
Darin wohnen der Hahn, der Igel und die Spinne.
Sie gehen alle Tage in den Wald, um Blumen zu pflücken, Brennholz, Beeren und Pilze zu suchen.
(Diapositiv, Abb. 1a)
Einmal kommen sie auf eine Wiese.
Da sehen sie einen ganz sonderbaren Wagen stehen.
(Diapositiv, Abb. 1b)
Die Räder sind verschieden groß.
Eins ist ganz klein.
Zwei sind mittelgroß.
Das vierte Rad ist das größte.
Hahn, Igel und Spinne stehen da, gucken und wundern sich.
Da springt ein Hase aus dem Gebüsch.
Sie fragen ihn:
"Ist das dein Wagen?"
"Nein, der Wagen gehört dem Bären.
Er hat lange daran gebaut, ihn aber nicht fertiggebaut.
So hat er ihn stehen lassen."
"Wollen wir den Wagen mitnehmen?" fragt der Igel.
"Wir könnten ihn gut gebrauchen!"
"Schön!" sagen die anderen.
Sie beginnen den Wagen zu schieben und zu stoßen.
Aber er rührt sich nicht vom Fleck.
Er hat ja verschieden große Räder.
Die Tiere können den Wagen gut gebrauchen.
Aber sie schaffen es nicht.
Sie sind müde.
Da fällt dem Igel wieder etwas ein.
"Wir nehmen nur die Räder!"
"Ja", sagen die Tiere.
(Diapositiv, Abb. 1c)

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
129
Die Spinne nimmt das kleine Rad.
Der Igel trägt die beiden mittelgroßen Räder.
Der Hahn rollt das größte Rad nach Hause.
Da platzt der Hase bald vor Lachen.
"Diese Narren! Rollen verschieden große Räder nach Hause!"
(Diapositiv, Abb. 2a)
Als die Tiere nach Hause kommen, denken sie nach.
"Was fangen wir nun mit den Rädern an?"
Die Spinne weiß Rat.
(Diapositiv, Abb. 1d)
Sie baut aus dem kleinen Rad ein Spinnrädchen.
Der Igel hat auch einen Einfall.
Er baut aus den zwei mittelgroßen Rädern einen Roller.
Der Hahn nimmt das größte Rad und baut daraus eine Mühle.
Nun sind alle Räder nützlich.
Die Spinne spinnt auf dem Spinnrad Wolle.
Der Igel fährt mit dem Roller in den Wald und schafft Brennholz, Beeren und Pilze herbei.
Der Hahn malt in seiner Mühle das Korn zu Mehl.
Eines Tages kommt der Hase zu Besuch und will sehen, wie es ihnen geht.
Sie empfangen ihn als lieben Gast.
Die Spinne strickt ihm Handschuhe.
Der Igel bewirtet ihn mit Beeren und Pilzen aus dem Wald.
Der Hahn aber setzt ihm süßes Gebäck und Kuchen vor.
(Diapositiv, Abb. 1e)
Da schämt sich der Hase.
(Diapositiv, Abb. 2b)
Er sagt zu den Tieren:
"Verzeiht mir! Ich habe euch ausgelacht.
Aber jetzt sehe ich, dass fleißige Hände selbst aus verschieden großen Rädern nützliche Sachen ma-
chen können.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
130
Protokollbogen
Lektion:
"Räder groß und klein"
Klasse 1
Name:
Datum:
Zeit Arbeitsschritt
Beobachtungen
Interpretation
6'
Erste Unterrichtsstunde
1. Arbeitsschritt
Zielangabe
Darbietung des Märchens
7-8'
2. Arbeitsschritt
Wiedererkennen der Tiere
8'
3. Arbeitsschritt
Rekapitulieren - Reprodu-
zieren - Interpretieren des
Märchens
10'
4. Arbeitsschritt
Zeichnung
5'
5. Arbeitsschritt
Ordnen der Situationsbilder
7'
6. Arbeitsschritt
Zuordnen der Hasenbilder

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
131
Zeit Arbeitsschritt
Beobachtungen
Interpretation
15'
7. Arbeitsschritt
Verbale Wiedergabe des
Märchens
Zweite Unterrichtsstunde
15'
8. Arbeitsschritt
Ordnen der gesamten
Bilderfolge
15'
9. Arbeitsschritt
Szenische Gestaltung einer
Teilhandlung

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Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
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Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
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Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
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Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
139

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
140
Frau Heinze/Herr Hemman
Lektion: Deutsch/Sachkunde
"Die vier Jahreszeiten"
Klasse 1
(siehe Handreichung S. 70)
Ziele und Inhalte
Die Lektion besteht aus einer Unterrichtsstunde. Es wird überprüft, welche heimatkund-
lichen Kenntnisse die Kinder über die Jahreszeiten, insbesondere über den Frühling
besitzen.
Dem Lesen wurde insgesamt mehr Bedeutung geschenkt (zwei neue Lesetexte). So
kann überprüft werden, wie die Lesetechnik und Sinnerfassung der Schüler entwickelt
sind. Die Lektion dient zur Beobachtung von Reaktionen der Kinder auf gezielte Übun-
gen zur Reaktivierung sowie zur Ermittlung und Anwendung ihres Wissens und Kön-
nens.
Die diagnostische Zielstellung dieser Lektion soll ein Beitrag zur Ermittlung der Lernfä-
higkeit sein.
Arbeitsmaterialien
(siehe Anhang zum Lektionsvorschlag)
- zwei neue Lesetexte
- Lückentext
- Wortkarten mit Jahreszeiten
- Jahreszeitenbilder
- Baumabbildungen, die farbig gestaltet werden sollten
- Anziehpuppe, die ebenfalls farbig gestaltet werden muss
Hinweise und Empfehlungen
- Anziehpuppe muss im Vorfeld für die zu diagnostizierenden Schüler ausgeschnitten
werden
- Protokollbogen ermöglicht das übersichtliche Notieren von Beobachtungen während
der einzelnen Arbeitsschritte

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
141
Lektion:
"Vier Jahreszeiten"
Erster Arbeitschritt:
Überprüfen der Kenntnisse der Schüler über die
Jahreszeiten, insbesondere den Frühling
Zeit
Ablauf
Methodische Hinweise
2'
1.1 Einstimmung
Lied: "Es war eine Mutter, die hatte vier Kinder
..."
Nach dem Gesang fordert der Lehrer die Schü-
ler auf, die vier Jahreszeiten zu nennen (Die
Aufzählung der Jahreszeiten hat mit dem Früh-
ling zu beginnen.).
Bei der Aufzählung der Jahreszeiten sind die
Schüler aufzufordern, einige charakteristische
Merkmale mit zu nennen.
Können Schüler das Lied nicht, führt der Leh-
rer ein kurzes Unterrichtsgespräch zu den
vier Jahreszeiten. Die Einstimmung zur Unter-
richtsstunde ist in aufgelockerter, lustbetonter
Form durchzuführen, damit die Schüler emo-
tional richtig eingestimmt werden.
Werden von den Schülern keine Merkmale
genannt, besteht der Lehrer nicht darauf.
10'
1.2 Arbeit mit dem Bildmaterial
- Ordnen der Bilder (Anhang, Abb. 1)
Es wird der Auftrag erteilt, die Bilder nach den
vier Jahreszeiten wie im Lied zu ordnen.
Die Situationsbilder liegen nach den vier Jah-
reszeiten "Frühling", "Sommer", "Herbst" und
"Winter" geordnet auf dem Arbeitsplatz.
Der Lehrer verlangt nun, dass alle Schüler das
Typische jeder Jahreszeit erläutern; es genügt,
wenn nur ein wesentliches Merkmal genannt
wird.
- nach entsprechender Leistungsbestätigung in
Form von Lob und Anerkennung erhalten die
Schüler folgende Wortkarten (Anhang, Größe A
5):
2a Frühling
2b Sommer
2c Herbst
2d Winter
Der Auftrag lautet: "Lest euch die Wortkarten
leise durch und legt die richtige Wortkarte zu
dem passenden Bild!"
Die Arbeit wird individuell auf dem jeweiligen
Arbeitsplatz des Schülers durchgeführt.
Der Lehrer kontrolliert und gibt der Situation
angepasste Hilfen (Hinweise für den Protokol-
lanten beachten).
Es muss gesichert werden, dass alle Schüler
die Situationsbilder in der richtigen Reihenfol-
ge geordnet haben; schaffen dies die Kinder
nicht selbstständig, muss der Lehrer helfen.
Bei den Antworten der Schüler ist zu gewähr-
leisten, dass jedes Kind von allen vier Jah-
reszeiten Aussagen trifft (Antworten ins Ohr
sagen lassen).
Es bleibt dem Lehrer überlassen, ob die Kin-
der die Wortkarten über oder auf das Situati-
onsbild legen. Der Lehrer kontrolliert und hilft,
bis alle Wortkarten den richtigen Abbildungen
zugeordnet sind.
3'
1.3 Selbstständiges Arbeiten am Lesetext
Die Schüler erhalten den Lesetext 1 (s. An-
hang) als Arbeitsblatt. Sie bekommen den Auf-
trag, den Text leise zu lesen. Anschließend
kommt das Kommando vom Lehrer: "Hebt das
passende Bild hoch!"
Die Schüler legen zum Abschluss alle Wortkar-
ten, die Bilder und den Text in eine bereitge-
stellte Schale, die auf dem Schülertisch steht.
Die Kinder arbeiten selbstständig. Sie sollen
die Sätze still lesen.
Mit dem Hochheben des Bildes soll die Sinn-
erfassung überprüft werden.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
142
Zweiter Arbeitschritt:
Erweiterung und Vertiefung der Kenntnisse der Schüler
über die vier Jahreszeiten, insbesondere den Frühling
Zeit
Ablauf
Methodische Hinweise
18'
2.1 Arbeit mit dem Bildmaterial
(Abb. 1, 2, 3)
Bildbetrachtung und Bildbeschreibung, Ordnen
und Zuordnen von Bildern und Wortkarten
Die Bilder und die Wortkarten mit den Begriffen,
Frühling
,
Sommer
,
Herbst
und
Winter
werden
vom Lehrer auf einen Tisch gelegt.
Die Schüler arbeiten nach folgender Aufgaben-
stellung vom Lehrer: "Sucht das Bild vom Früh-
ling (Sommer, Herbst, Winter) heraus!
Ordnet die entsprechenden Wortkarten zu den
Bildern!"
Die Schüler werden aufgefordert, die aktuelle
Jahreszeit zu nennen und ein Schüler zeigt das
entsprechende Bild. Die anderen Bilder und
Wortkarten sind von der Tafel zu entfernen.
Die Arbeit wird frontal mit allen Schülern
durchgeführt. Dazu werden die größeren Bil-
der verwendet.
Es entsteht folgendes Tafelbild:
Frühling Sommer Herbst Winter
Der Baum, der zum Frühling gehört, wird zum
Bild geordnet (Abb. 3).
Alle vier Abbildungen des Baumes liegen auf
dem Tisch. Der Schüler sucht den Baum, der
für den Frühling typisch ist, heraus (s. Abb. 3)
Anhand des Frühlingsbildes erfolgt ein Unter-
richtsgespräch zur Erläuterung des Bildinhaltes,
das sich auf Bildbetrachtung, Bildbeschreibung
und Bildinterpretation bezieht.
Das Unterrichtsgespräch ist mit denjenigen
Kindern zu beginnen, die sich zur Mitarbeit
freiwillig melden. Dabei sind allmählich alle
Schüler am Gespräch zu beteiligen.
Inhalt des Gesprächs:
- Baum hat Knospen (Vorschlag: Zweig aus
Natur zeigen)
- Wiese, Blumen
- Spielen mit Reifen
- Kleidung im Frühling
Entfernen der Bilder und der Wortkarten von
der Tafel
Nach Abschluss des Unterrichtsgespräches
wird am Text 2 gearbeitet.
1. Folgender Leseauftrag wird zur Sinnerfas-
sung gestellt: "Passt beim Lesen gut auf! Er-
zählt mir dann, was die Kinder unterneh-
men!"
2. Stilles Lesen
3. Beantworten des Leseauftrages
Lesetext 2 steht an der Tafel
Lehrer stellt noch Zusatzaufgaben:
- Welche Namen hat das Mädchen, welchen
der Junge?
- Was können sie am Baum sehen?
- Warum wollen sie rasten?
4. Lautes Lesen
Die Antwort kann dem Protokollanten ins Ohr
geflüstert werden.
Jeder Schüler liest wenigstens einen Satz laut
vor. Sollte er Schwierigkeiten haben, kann
geholfen werden.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
143
Dritter Arbeitschritt:
Überprüfen der Kenntnisse der Schüler über den Frühling
Zeit
Ablauf
Methodische Hinweise
12'
Die Schüler erhalten folgende Aufträge:
"Male einen Baum, wie er im Frühling aussieht!"
"Ergänze die Sätze!"
Dazu dürfen die Schüler ihre vier Wortkarten
verwenden und das passende Wort abschrei-
ben.
Dafür erhalten die Schüler ein vorbereitetes
Blatt mit den vorgegebenen Sätzen (Anhang
Lückentext).
Der Lesetext bleibt zur Unterstützung an der
Tafel
Einsammeln des Arbeitsblattes!
Die Schüler erhalten nun den Auftrag: "Stell dir
vor, es ist ein warmer Frühlingstag. Zieh die
Puppe passend an!"
Die Schüler verwenden dazu die Anziehpuppe
(Anhang, Abb. 4).
Die Schüler führen die Arbeit individuell auf
ihrem Arbeitsplatz aus.
Die Schüler arbeiten selbstständig. Es wer-
den keine Hilfen oder Hinweise gegeben.
Protokollant notiert das Ergebnis!

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
144
Protokollbogen
Lektion:
"Die vier Jahreszeiten"
Klasse 1
Name:
Datum:
Zeit Arbeitsschritt
Beobachtungen
Interpretation
2'
1. Arbeitsschritt
1.1 Einstimmung
- Lied
- Aufzählung der Jahres-
zeiten und Nennen der
Merkmale
10'
1.2 Arbeit mit dem
Bildmaterial
3'
1.3 Selbstständige Ar-
beit am Lesetext
18'
2. Arbeitsschritt
2.1 Arbeit mit dem
Bildmaterial
- Bildbetrachtung und
Bildbeschreibung
- Ordnen und Zuordnen
von Bildern und Wort-
karten
- Unterrichtsgespräch
zum Frühlingsbild
- Arbeit am Text 2 (Stil-
les Lesen mit Leseauf-
trag; Beantwortung der
Fragen; lautes Lesen)
12'
3. Arbeitsschritt
Überprüfen der Kennt-
nisse der Schüler über
den Frühling
- Malen eines Baumes
im Frühling
- Ergänzen der Sätze
- Arbeit mit der Anzieh-
puppe

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
145
Lesetext:
1 zu 1.3
Ein schöner Tag
Tina und Peter rennen.
Da ist ein Baum.
Er hat Knospen.
Lesetext:
2 zu 2.2. als Tafeltext
Ein schöner Tag
Tina, Peter und Klaus rennen.
Da ist ein Baum.
Er hat Knospen.
Auf der Wiese blühen Blumen.
Hier rennen sie mit dem Reifen.

image
Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
146

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Abbildung 2
Frühling
Abb. 2a
Sommer
Abb. 2b
Herbst
Abb. 2c
Winter
Abb. 2d
147

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Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
148

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Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
149

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
150
Lückentext (zum 3. Arbeitsschritt)
Das ist ein Baum im ___________________.
Er hat ____________________.

image
Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
151

image
Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
152

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Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
153

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
154
Lektionen Klasse 2
Frau Herrmuth/Frau Schob
Lektion: Deutsch/Heimatkunde/Sachunterricht
Lesen und Rechtschreibung
"Star und Schwalbe"
Klasse 2
(nach Handreichung S. 123)
Ziele und Inhalte
In dieser Lektion werden die Besonderheiten der Schüler bei der Anwendung des be-
reits erworbenen Wissens und Könnens (insbesondere Fähigkeiten und Fertigkeiten
des Lesens – Sinnentnahme und Kenntnisse in der Rechtschreibung) sowie bei der
Aneignung neuen Unterrichtsstoffes ermittelt.
Die Lektion bildet eine Einheit von Leistungsstandanalysen und Ermittlung der Fähig-
keit in der Aneignung neuen Wissens, sie stellt demnach einen Beitrag zur Lernfähig-
keitsermittlung dar. Die Lektion besteht aus zwei Unterrichtseinheiten von jeweils 45
Minuten und einer Unterrichtsstunde von 30 Minuten.
Arbeitsmaterialien
- Bildgeschichte Star (6 Bilder A 6 für die Hand des Schülers und gleiche Bilder A 4
oder als Tafelbild zur Demonstration, siehe Anlage)
- Satzkarten (6 Sätze passend zu den Bildern vom Star, ein sinnwidriger Satz, siehe
Anlage)
- Bildgeschichte Schwalbe (6 Bilder A 6 für die Hand des Schülers oder als Tafelbild
zur Demonstration, siehe Anlage)
- Arbeitsblätter mit Leseübung bzw. Lückentext (siehe Anlage)
- Starenbild 2 als Puzzle (siehe Anlage)
Hinweise und Empfehlungen
Ein Exemplar von den Anlagen wird zur Vervielfältigung mitgeliefert. Nach dem Kopie-
ren sollte beim Starenbild 2 der Rand abgeschnitten werden, ehe es als 15teiliges
Puzzle auf Pappe aufgezogen wird.
Der vollständige Abdruck der Lektion vermeidet fortwährendes Nachschlagen in ande-
ren Unterlagen. Durch farbige Gestaltung der Bilder wird die Klarheit der Bildaussagen
unterstrichen. Der unveränderte Lückentext dient der gründlichen Vorbereitung des
Diktates. Zeitliche Überschreitungen sind bei den angegebenen Arbeitschritten mög-
lich.
Der mitgelieferte Protokollbogen erleichtert die Arbeit des Protokollanten zum über-
sichtlichen Festhalten aller Beobachtungen.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
155
Zum Ablauf der Lektion
Erste Unterrichtsstunde
Erster Arbeitsschritt: 10 Minuten
Überprüfen von Denkleistungen (Kombinations-, Kritik- und Urteilsfähigkeit); lesetech-
nische Bewältigung und Sinnerfassung einfacher Sätze
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
2'
1.1 Einführung
Kurzes Gespräch über den Frühling (Zugvögel
kehren aus dem Süden zurück, z. B. die Stare)
Der Lehrer führt das Gespräch und stellt geziel-
te Fragen.
4'
1.2 Die Schüler erhalten die sechs Bilder
A 6
(Bildgeschichte vom Star)
Arbeitsauftrag:
"Ordnet die Bildgeschichte!"
Selbstständige Arbeit der Schüler am Arbeits-
platz
Bei Versagen erhalten die Schüler individuell
Hilfen:
Hilfe 1: Aufforderung zur Korrektur und legen
des ersten Bildes
Hilfe 2: Zeigen falsch geordneter Bilder und
legen der ersten 3 Bilder
Hilfe 3: Legen von 4 Bildern
4'
1.3 Die Schüler erhalten die 6 Satzkarten
passend zu den Starbildern
Arbeitsauftrag:
"Ordnet den Bildern die richtigen Sätze zu!"
Selbstständige Arbeit der Schüler:
Lesen
Sinnentnahme
Zuordnen
Der Lehrer kontrolliert die Ausführung; er gibt
bei Versagen individuelle Hilfen:
Hilfe 1: Aufforderung zur Korrektur, Vorlesen
des Satzes, der zum ersten Bild passt
Hilfe 2: Vorlesen aller Sätze, Zuordnen des
ersten Satzes zum ersten Bild
Hilfe 3: Lehrer und Schüler lesen und ordnen
gemeinsam zu
Anmerkung:
Der Satz mit dem nicht zur Bildgeschichte pas-
senden Inhalt wird im ersten Arbeitsschritt noch
nicht eingesetzt.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
156
Zweiter Arbeitsschritt: 35 Minuten
Erarbeiten des neuen Unterrichtsstoffes
Bildbetrachtung, Bildbeschreibung und -interpretation; Lese- und Rechtschreibung
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
15'
2.1 Einführung
Unterrichtsgespräch, das der Lehrer mit Fragen
zu den einzelnen Bildern einleitet:
Bild 1: "Woher kommen die Stare?"
Bild 2: "Was macht der Star, wenn er zurück-
kommt?"
Bild 3: "Wie viele Stare wohnen in einem Nist-
kasten?"
Bild 4: "Warum sitzt ein Star im Netz?"
Bild 5: "Warum brauchen die Stare jetzt viel
Futter?"
Bild 6: "Warum sammeln sich die Stare?"
Anschreiben der Sätze als Bildunterschriften
durch den Lehrer
Anmerkung:
Die Sätze können auch auf Papptafeln angefer-
tigt und unter die Bilder geheftet werden.
Es werden die Demonstrationsmodelle A 4 bzw.
Tafelzeichnungen genutzt.
Es ist darauf zu achten, dass alle Schüler am
Gespräch beteiligt werden.
Die in Übung 2.2 geforderten Sätze sollten von
den Schülern als Antwort formuliert und durch
Wiederholungen gefestigt werden.
Die Schüler werden aufgefordert, die Sätze
leise mitzulesen.
Werden die Sätze auf Papptafeln den Bildern
zugeordnet, muss den Schülern genügend Zeit
zum Lesen gelassen werden.
10'
2.2 Leseübung mit den vorbereiteten Sätzen
Satz 1: "Die Stare kommen aus dem Süden."
Satz 2: "Der Star sucht sich ein Weibchen."
Satz 3: "Er fliegt zum Nistkasten."
Satz 4: "Die Stare brüten die Eier aus."
Satz 5: "Sie füttern ihre Jungen."
Satz 6: "Im Herbst fliegen die Stare fort."
Veränderung bei der Satzfolge!
Die Leseübung wird mit allen Schülern durchge-
führt. Zuerst lesen alle Schüler, die sich freiwillig
melden, danach alle nach Aufforderung. Beim
Lesen helfen Lehrer bzw. andere Schüler:
Hilfe 1: Aufforderung und Hilfe beim Lautieren
einzelner Wörter
Hilfe 2: Vorlesen eines Wortes, der Schüler
wiederholt den Satz.
Hilfe 3: Vorlesen eines Satzes durch den Lehrer
bzw. einen anderen Schüler
Diejenigen Schüler, deren Leseleistung schwer
feststellbar ist, sollten durch individuelle Arbeit
(leises Lesen mit dem Lehrer bzw. Protokollan-
ten) aktiviert werden.
Abschluss der Übung:
Gemeinsames Lesen aller Sätze

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
157
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
10'
2.3 Abschreiben des um eine Wortgruppe
erweiterten Tafeltextes
(vorbereiteter Ta-
feltext)
"Stare kommen
sucht Weibchen
am Nistkasten
legt Eier
Star brütet
füttert Junge
fliegen weg" (14 Wörter)
Beim Schreiben kontrolliert und hilft der Lehrer:
Hilfe 1: Zeigen falsch geschriebener Wörter
Hilfe 2: Zeigen falsch geschriebener Wörter,
langsames Vorsprechen
Hilfe 3: Buchstabieren des Wortes
Schülern mit einem verzögerten Arbeitstempo
wird individuell geholfen und Zeit zum Ab-
schreiben eingeräumt (evtl. einige Minuten
überziehen)
Zweite Unterrichtsstunde
Dritter Arbeitsschritt: 10 Minuten
Überprüfen der Fähigkeit, angeeignete Kenntnisse anzuwenden; Besonderheiten der
Wahrnehmung, des Denkens und des Gedächtnisses
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
4'
3.1 Unterrichtsgespräch zur Zusammenfas-
sung des Inhaltes der ersten Stunde
Im Wesentlichen ist auf die Aussagen der Satz-
inhalte (Bildunterschriften) zu den einzelnen
Bildern einzugehen.
6'
3.2 Die Schüler erhalten die sechs Bilder,
Bildgeschichte vom Star und die Sätze
Arbeitsauftrag:
"Ordnet die Bilder! Legt die richtigen Sätze un-
ter die Bilder"!
(Der Satz mit dem sinnwidrigen Inhalt wird ein-
gesetzt!)
"Im Winter bauen sie ein Nest."
Der Lehrer kontrolliert die Schüler bei der Arbeit
und gibt individuelle Hilfen (Hilfen beim Ordnen
der Bildgeschichte und beim Zuordnen der Sät-
ze wie im Arbeitsschritt 1)
Der Protokollant notiert insbesondere die Hand-
lungen der Schüler (Folge der Bilder, Zuord-
nung der Sätze) und benötigten Hilfen.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
158
Vierter Arbeitsschritt: 14 Minuten
Überprüfen lesetechnischer Bewältigung und Sinnentnahme einfacher Sätze (Vergleich
zu den Leseleistungen der ersten Unterrichtsstunde)
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
6'
4.1 Leseübung wie Übung 2.2 an der Tafel
Es werden die Bilder und die 6 Sätze, die zu
den Bildinhalten passen, verwendet. Der Text
kann an die Tafel geschrieben werden, oder es
werden Satzkarten verwendet.
Die Leseübung wird nach den gleichen metho-
dischen Schritten durchgeführt wie Übung 2.2.
Nach der ersten Übung werden jedoch die Bil-
der entfernt, so dass der Text ohne Veran-
schaulichung gelesen werden muss. Die Schü-
ler werden durch Lob (Hinweis auf Verbesse-
rung gegenüber Übung 2.2) zur intensiven Ar-
beit angespornt.
8'
4.2 Leseübung am Arbeitsplatz
Es werden Arbeitsblätter mit dem auf 11 Sätze
erweiterten Lesetext eingesetzt. Die 6 Kernsät-
ze werden im Hinblick auf orthographische Si-
cherung optisch besonders hervorgehoben.
Alle Schüler werden in diese Leseübung einbe-
zogen. Beim Lesen helfen Lehrer bzw. andere
Schüler:
Hilfe 1: Aufforderung und Hilfe beim Lautieren
einzelner Wörter
Hilfe 2: Vorlesen eines Wortes, der Schüler
wiederholt das Wort
Hilfe 3: Vorlesen eines Satzes durch den
Lehrer bzw. einen anderen Schüler
Arbeitsblatt
Die Stare kommen aus dem Süden.
Der Star sucht sich ein Weibchen.
Er fliegt zum Nistkasten.
Dort baut er ein Nest.
Das Weibchen legt Eier in den Nistkasten.
Die Stare brüten die Eier aus.
Bald schlüpfen die Jungen.
Die Stare füttern ihre Jungen.
Nach kurzer Zeit können die Jungen fliegen.
Dann suchen sie sich selbst Futter.
Im Herbst fliegen die Stare fort.
Gemeinsames Lesen aller Sätze.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
159
Fünfter Arbeitsschritt: 6 Minuten
Überprüfen der Denkleistungen (Differenzierungs- und Kombinationsfähigkeit); lese-
technische Bewältigung und Sinnerfassung einfacher Sätze
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
6'
5.
Arbeit an einem Lückentext zur gründli-
chen Vorbereitung des erweiterten Dik-
tates in der 3. Unterrichtsstunde
Arbeitsblatt: (Lückentext)
"Setze die Wörter in der richten Reihenfolge
ein!"
füttert, legt, fliegen, brütet
Das Weibchen ________ Eier in den
Nistkasten.
Der Star ________ die Eier aus.
Er ______ die Jungen.
Im Herbst _______ die Stare fort.
- Schüler lesen sich leise die Aufgabenstellung
und den Lückentext durch
- lautes Lesen des Textes (ohne Lückenwörter)
- selbstständige Arbeit der Schüler am Arbeits-
platz
Hilfen für schwächere Schüler werden erteilt.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
160
Sechster Arbeitsschritt: 15 Minuten
Überprüfen der Fähigkeit, angeeignete Kenntnisse in neuen Unterrichtssituationen an-
zuwenden (Transfer von Erkenntnissen)
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
4'
6.1 Die Schüler erhalten die sechs Bilder
A 6, Bildgeschichte von der Schwalbe
Arbeitsauftrag:
"Ordnet die Bilder wie ihr das beim Star gelernt
habt!"
Selbstständige Arbeit der Schüler am Arbeits-
platz
Nach der Erteilung des Auftrages kontrollieren
und beobachten Lehrer und Protokollanten die
Schüler bei der Arbeit. Sie machen sich Notizen
zu den Handlungen der Schüler. Hilfen werden
nicht gegeben. Diejenigen Schüler, die den
Arbeitsauftrag 6.1 erfüllen, werden nicht mehr in
die Übung 6.3 einbezogen.
8'
6.2 Unterrichtsgespräch zum Thema:
Die Schwalben kommen zurück
Fragestellungen des Lehrers:
"Woher kommen die Schwalben?"
"Bleibt eine Schwalbe allein?"
"Warum und wo bauen sie ein Nest?"
"Woher kommen die Jungen?"
"Womit werden die Jungen gefüttert?"
Wohin fliegen die Schwalben im Herbst?"
In das Gespräch sind alle Schüler einzubezie-
hen. Vor allem sind gehemmte Schüler und
solche mit einem unklaren Leistungsverhalten
verstärkt am Gespräch zu beteiligen.
6.3 Wiederholung des Arbeitsauftrages zum
Ordnen der Bildgeschichte von der
Schwalbe
(Nur für Schüler, die den Arbeitsauftrag in der
Übung 6.1 noch nicht gelöst haben)
Gleiches methodisches Vorgehen wie in Übung
6.1. Diejenigen Schüler, die den Arbeitsauftrag
"Ordnen der Bilder" in der Übung 6.1 erfüllt
haben, erhalten jetzt den Auftrag, eine Schwal-
be zu zeichnen.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
161
Dritte Unterrichtsstunde
Siebenter Arbeitsschritt: 20 Minuten
Überprüfen der orthographischen Fähigkeiten und Fertigkeiten, Schreiben eines Dikta-
tes
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
20'
7.
Schreiben eines Diktates
(28 Wörter)
Diktat:
Die Stare kommen.
Der Star sucht sich ein Weibchen.
Es legt Eier in den Nistkasten.
Die Stare brüten.
Sie füttern die Jungen.
Im Herbst fliegen die Stare fort.
Beim Diktieren geht der Lehrer wie folgt vor:
- Vortragen des ganzen Diktates
- Sprechen eines Satzes
- Schüler sprechen Satz nach
- Sprechen einer Wortgruppe
- Schüler schreiben Wortgruppe
- Lehrer wiederholt den ganzen Satz
- Schüler kontrollieren und korrigieren
- nochmaliges Vortragen des ganzen Diktates
(Die Zeit kann, wenn nötig, etwas überschritten
werden.)
Achter Arbeitsschritt:
10 Minuten
Überprüfen von Besonderheiten der Wahrnehmung, Interesse, Antrieb sowie Kombina-
tionsfähigkeit
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
10'
8.
Zum Abschluss der drei Unterrichts-
stunden erhalten die Schüler vom
Starenbild 2, A4 ein Puzzle
Nach Erteilen des Auftrages kontrollieren und
beobachten Lehrer und Protokollant die Schüler
bei der Arbeit. Hilfen werden nur bei solchen
Schülern gegeben, die absolut nicht zurecht-
kommen (evtl. Vorlage benutzen lassen). Die
Zeit kann überzogen werden.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
162
Anlagen
Abschrift
Stare kommen
sucht Weibchen
am Nistkasten
legt Eier
Star brütet
füttert Junge
fliegen weg
(14 Wörter)
Diktat
Die Stare kommen.
Der Star sucht sich ein Weibchen.
Es legt Eier in den Nistkasten.
Die Stare brüten.
Sie füttern die Jungen.
Im Herbst fliegen die Stare fort.
(28 Wörter)

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
163
Leseübung
Die Stare kommen aus dem Süden.
Der Star sucht sich ein Weibchen.
Er fliegt zum Nistkasten.
Dort baut er ein Nest.
Das Weibchen legt Eier in den Nistkasten.
Die Stare brüten die Eier aus.
Bald schlüpfen die Jungen.
Die Stare füttern ihre Jungen.
Nach kurzer Zeit können die Jungen fliegen.
Dann suchen sie sich selbst Futter.
Im Herbst fliegen die Stare fort.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
164
Lückentext
Setze die Wörter in der richtigen Reihenfolge ein!
füttert, legt, fliegen, brütet
Das Weibchen __________________________ Eier in den Nistkasten.
Der Star ___________________________ die Eier aus.
Er ______________________________ die Jungen.
Im Herbst ____________________________ die Stare fort.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
165
Satzkarten:
Die Stare kommen aus dem Süden.
Der Star sucht sich ein Weibchen.
Er fliegt zum Nistkasten.
Die Stare brüten die Eier aus.
Die Stare füttern ihre Jungen.
Im Herbst fliegen die Stare fort.
Im Winter bauen sie ein Nest.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
166
Protokollbogen
Lektion:
"Star und Schwalbe"
Klasse 2
Name:
Datum:
Zeit Arbeitsschritt
Beobachtungen
Interpretation
2'
4'
4'
1. Stunde
1.1 Gespräch über den
Frühling (Zugvögel)
1.2 Bildgeschichte ordnen
1.3 Sätze zuorden
15'
10'
10'
2.1 Erarbeitung der Bild-
inhalte
2.1 Leseübung mit vor-
bereiteten Sätzen
2.2 Abschreiben des Ta-
feltextes (Wortgrup-
pen)
4'
6'
2. Stunde
3.1 UG zur Zusammen-
fassung des Inhaltes
der ersten Stunde
3.2 Ordnen der Bilder und
der dazugehörigen
Sätze

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
167
Zeit Arbeitsschritt
Beobachtungen
Interpretation
6'
8'
4.1 Leseübung wie 2.2
4.4 Leseübung am Platz
(4.4???)
(Arbeitsblatt)
6'
5.
Arbeit am Lückentext
4'
6.1 Ordnen der Bilder
(Schwalbe)
8'
3'
6.2 UG zu den Schwal-
ben
6.3 Ordnen der Bilder
(Schwalbe)
20' 3. Stunde
7. Diktat (Sätze)
10' 8. Puzzle (Star)

image
Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Anlage:
Star-Bilder zur Demonstration
Star 1 - Ankunft
168

image
Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Star 2 - Partnersuche
169

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Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Star 3 - Nestbau
170

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Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Star 4 - Brut
171

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Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Star 5 - Fütterung
172

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Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Star 6 - Abflug
173

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Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Star - Puzzle
174

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Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Schwalbe-Bilder zur Demonstration
Schwalbe 1 - Ankunft
175

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Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Schwalbe 2 - Partnersuche
176

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Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Schwalbe 3 - Nestbau
177

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Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Schwalbe 4 - Brut
178

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Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Schwalbe 5 - Fütterung
179

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Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Schwalbe 6 - Abflug
180

image
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image
image
Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Starbilder für die Schülerhand
181

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Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Schwalbenbilder für die Schülerhand
182

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Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
183

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
184
Angela Drößler/Dorothea Götze (FS "J. H. Pestalozzi", Leipzig)
Vorbemerkung
Nach längeren Vorüberlegungen entschlossen wir uns, beide Mathematiklektionen für
die Überprüfung der Schüler der Grundschulklasse 2 nicht grundlegend zu verändern.
Sie bestehen weiterhin aus zwei Unterrichtslektionen von jeweils 45 Minuten. Diese
Stunden sollten möglichst zu Beginn eines Überprüfungstages erteilt werden.
Der Ablauf der überarbeiteten Lektionen orientiert sich stark an den Lektionen der
Handreichung. Der zeitliche Rahmen wurde gelockert. Der Lehrer kann für einige Ar-
beitsschritte die Zeitdauer je nach Gruppensituation festlegen, vorgegebene Zeitanga-
ben sollen nur der Orientierung dienen. Zu nutzende Arbeits- und Unterrichtsmittel sind
im Vorspann der Lektion genannt.
In einigen Arbeitsschritten wurden Vorschläge zur Durchführung der jeweiligen Übung
gemacht. Der Lehrer sollte bei der Entscheidung für eine Übungsform an die jeweilige
Gruppensituation, an die Besetzung mit Protokollanten sowie an alle Vorbedingungen
der zu überprüfenden Schüler denken.
Die Protokollbögen zur Auswertung der Leistungen der Schüler wurden den Lektionen
beigefügt.
Lektion:
Mathematik - 1. Lektion
"Addition und Subtraktion natürlicher Zahlen"
Klasse 2
(nach Handreichung S. 99)
Ziele und Inhalte
Die Lektion leistet einen Beitrag zur Ermittlung der Lernfähigkeit; insbesondere soll mit
der Lektion der Entwicklungsstand des mathematischen Wissens und Könnens der
Schüler eingeschätzt werden.
In der Lektion werden die Art und Weise der Anwendung mathematischer Kenntnisse,
vor allem die Nutzung der Grundaufgaben der Addition und Subtraktion bei der Lösung
von Anwendungsaufgaben überprüft.
Arbeitsmaterialien
- Arbeitsblätter für die Hand des Schülers
- didaktisches Arbeitsmaterial für die Hand des Schülers
- Ball oder Zahlenwürfel für das Rechenspiel mit Zahlenflächen 1 bis 10

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
185
Hinweise und Empfehlungen
Die Lektion besteht aus einer Unterrichtsstunde. Sie ist in drei Arbeitsschritte geglie-
dert, der erste und dritte Arbeitsschritt sind Leistungskontrollen. Im zweiten Arbeits-
schritt wird vorhandenes Wissen aktiviert und neues Wissen erworben.
Der Unterricht ist zielstrebig nach dem Entwurf durchzuführen. Erreichte Leistungen
der Schüler sind durch Lob zu bekräftigen, die Leistungsbereitschaft ist ständig zu akti-
vieren.
Diese Lektion stellt hohe Ansprüche an die Lernbereitschaft und die Konzentrationsfä-
higkeit der Schüler, sie sollte sorgfältig in den Ablauf der Untersuchungswoche einge-
plant werden.
Anlagen
- Arbeitsblätter 1, 2 und 3
- Protokollbogen

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
186
Zum Ablauf der 1. Lektion
Erster Arbeitsschritt
Überprüfen der Fähig- und Fertigkeiten im Lösen von Grundaufgabengleichungen
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
5'
1.1 Kopfrechnen in spielerischer Form
- Lösen von Grundaufgaben (5 + 3; 8 - 4 ...)
- Anwenden der Grundaufgaben im Bereich
der Zahlen von 10 bis 20 (12 + 3; 18 - 4 ...)
- Lösen von Grundaufgaben mit Überschreiten
der 10 (9 + 3; 12 - 4 ...)
- Lösen einfacher Textaufgaben:
Zähle zu 7 die Zahl 4 dazu!
Ziehe von 9 die Zahl 5 ab!
Alle Schüler werden in das Spiel einbezogen.
Lehrer oder andere Schüler können bei Re-
chenschwierigkeiten helfen. Das Leistungsni-
veau der Schüler ist zu beachten.
Vorschläge für Rechenspiele:
1. Die Schüler stehen im Kreis. Der Lehrer wirft
einen Ball zu und nennt die zu rechnende
Aufgabe.
2. Die Aufgaben werden "gewürfelt" mit dem
Zahlenwürfel. Der Lehrer oder geeignete
Schüler bilden die Aufgabe.
3. Rechenbeispiel "Bankrutschen" oder ähnli-
che Rechenspiele
10'
1.2 Individuelle Arbeit am Arbeitsblatt
Die Arbeitsblätter (Anlage, Teil 1) werden aus-
gegeben, Rechenhilfen dürfen genutzt werden.
Die Schüler sollen diejenigen Aufgaben lösen,
die sie rechnen können.
- Kontrolle der Schüler durch den Lehrer, je-
doch keine unmittelbare Hilfe
- Abbruch der Arbeit nach der angegebenen
Zeit
- die Schüler werden zur Selbstkontrolle ange-
regt
- genutzte Rechenhilfen werden protokolliert

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
187
Zweiter Arbeitsschritt
Anwenden der Grundaufgaben der Addition und Subtraktion
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
2.1 Lösen von Aufgaben der Addition und
Subtraktion ohne Verwenden von Variab-
len
(entsprechend Stufe I und II des Ar-
beitsblattes)
- Grundaufgaben im Zahlenraum 1 bis 20
Vorschläge:
Die Schüler haben Ziffernkarten von 1 bis 20
vorliegen.
1. Ziffernkarten nach Ansage des Lehrers an
die Tafel heften lassen.
4
6
10
3
5
8
9
7
16
18
16
2
a) Bildet Additions- (Plus-)Aufgaben! Die
Schüler schreiben die Rechenzeichen an
die Tafel.
Bei Schwierigkeiten kann die letzte Aufgabe
frontal erarbeitet werden.
Der Lehrer schreibt die gebildeten Subtrakti-
onsaufgaben hinter die entsprechenden Additi-
onsaufgaben. Die Schüler sollen den Zusam-
menhang der Aufgaben erkennen.
b) Bilde Subtraktions- (Minus-)Aufgaben!
Beispiel:
10 - 6 = 4
c) Begründen der Kleiner-als-Beziehung mit
Hilfe von Additionsaufgaben.
Beispiel:
4 < 10
denn:
4 + 6
= 10
2.2 Arbeit mit dem Arbeitsblatt
(Anlage Teil III)
Vorschläge (je nach Gruppensituation)
Didaktisches Arbeitsmaterial für die Hand des
Schülers ist als Rechenhilfe nutzbar.
1. Erarbeitung des Arbeitsblattes in einer
kleinen Schülergruppe (2 - 3 Schüler)
mit einem Protokollanten
- jedes Kind ist zur Erarbeitung heranzu-
ziehen
- Gruppenbildung: Schüler mit jeweils glei-
chem oder ähnlichem Entwicklungsstand
des mathematischen Wissens und Kön-
nens
2. Erarbeitung eines Teils des Arbeitsblattes
frontal an der Tafel, den anderen Teil erar-
beiten die Schüler in Stillarbeit am Platz.
- genaue Beobachtung durch die Proto-
kollanten notwendig
Vorschläge für Arbeit am Arbeitsblatt:
a) Additionsaufgaben
Einlegen der Ergebnisse mit Ziffernkarten
b) Umkehroperation Subtraktion
Einlegen der Ergebnisse mit Ziffernkarten
c) Begründen der Kleiner-als-Beziehung mit
Hilfe der Addition
d) Erfinden kleiner Rechengeschichten
e) Lösung einfacher Text- und Sachaufgaben

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
188
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
2.3 Frontale Arbeit an der Tafel
Die für diesen Arbeitsschritt erforderliche Zeit ist
abhängig von der Gruppensituation. Auf jeden
Fall sollten die ersten Aufgabengruppen gelöst
werden.
Tafelbild:
+
-
I
5 + 4
9 - 4
II
4 + 5
9 - 5
15 + 4
19 - 4
III
5 +
= 9
9 -
= 5
+ 4 = 19
- 4 = 15
IV
+ 4
- 4
5
9
25
39
Zum Abschluss der frontalen Tafelarbeit kann
eine einfache Sachaufgabe, die sich aus den
Grundaufgaben ergibt, gestellt werden.
Diese Aufgabenstellung kann mit Hilfe einer
einfachen, übersichtlichen Rechengeschichte
erfolgen.
Bei diesen Aufgaben sollen die Schüler zu der
Erkenntnis kommen, dass alle Aufgaben mit
den Grundaufgaben zusammenhängen und mit
Hilfe der Grundaufgaben zu errechnen sind.
Die Schüler sollen die verschiedenen Schreib-
weisen erkennen.
Die Übungen sind so zu gestalten, dass alle
Schüler einbezogen werden und zu Erfolgser-
lebnissen kommen.
Die Schüler lösen die Aufgaben und der Lehrer
trägt die Zahlen an der Tafel ein.
- mit farbiger Kreide
- mit Ziffernkarten
Dritter Arbeitsschritt
Überprüfen der Fähigkeit zur Anwendung der Grundaufgaben der Addition und Sub-
traktion bei der Lösung von Aufgaben
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
10'
3.1 Individuelle Arbeit am Arbeitsblatt
Ausgabe der Arbeitsblätter (Anlage, Teil II)
Stillarbeit
Rechenhilfen können genutzt werden
Kontrolle und Ansporn durch Lob; Hilfen werden
nicht gegeben.
Nach Abschluss der Arbeiten kann auf Fehler
hingewiesen werden und der Schüler zum
Nachrechnen angeregt werden.
Die Arbeitszeit sollte möglichst eingehalten
werden, kann aber bei Bedarf kurzzeitig verlän-
gert werden.
Genutzte Rechenhilfen werden protokolliert.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
189
Protokollbogen
Lektion:
Mathematik I
Klasse 2
"Addition und Subtraktion natürlicher Zahlen"
Name:
Datum:
Zeit Arbeitsschritt
Beobachtungen
Interpretation
5'
10'
1. Arbeitsschritt
1.1 Kopfrechnen
1.2 Arbeitsblatt 1
25'
10'
25'
2. Arbeitsschritt
2.1 Lösen der Aufgaben
der Addition und
Subtraktion
2.2 Arbeit mit Arbeits-
blatt 3
2.3 Frontale Arbeit an
der Tafel
10'
3. Arbeitsschritt
3.1 Individuelle Arbeit
am Arbeitsblatt 2,
Stillarbeit

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Arbeitsblatt 1
"
Klasse 2
Name:
Datum:
1.
6 + 3 =
9 - 3 =
3 + 6 =
9 - 6 =
2.
16 + 3 =
19 - 3 =
3.
6 +
= 9
9 -
= 6
+ 6 = 9
- 6 = 3
13 + = 19
19 -
= 13
+ 6 = 19
- 3 = 16
4.
+ 6
- 3
3 16
33 29
5.
+ 3
- 6
9
13
49
33
190

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Arbeitsblatt 2
Klasse 2
Name:
Datum:
1.
7 + 2 =
9 - 2 =
2 + 7 =
9 - 7 =
2.
17 + 2 =
19 - 2 =
3.
7 +
= 9
9 -
= 7
+ 2 = 9
- 7 = 2
17 +
= 19
19 -
= 17
+ 12 = 19
- 2 = 17
4. +7
-2
________________ _______________
191
12 9
42
59
5. +2
-7
________________ _______________
29 22
69 32

image
Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
192
Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
192

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
193
Angela Drößler/Dorothea Götze FS "J. H. Pestalozzi" Leipzig
Lektion:
Mathematik 2
"Nutzung mathematischer Gesetzmäßigkeiten"
Klasse 2
(nach Handreichung S.111)
Ziele und Inhalte
Mit dieser Lektion soll ein Beitrag zur Ermittlung der Lernfähigkeit geleistet werden. In
der Lektion wird das mathematische Wissen und Können der Schüler überprüft, es wird
die Art und Weise der Nutzung von Rechenvorteilen durch Anwendung der Kommutati-
vität der Addition durch die Schüler festgestellt.
Dadurch kann ein wichtiger Beitrag zur Fähigkeitsvermittlung geleistet werden.
Arbeitsmaterialien
- Arbeitsblätter für die Hand des Schülers
- didaktisches Arbeitsmaterial für die Hand des Schülers (z. B. 20 Stäbchen, 20er Re-
chengerät)
- Ziffernkarten von 0 bis 10 für die Hand des Schülers (die Ziffer 5 wird in doppelter
Ausführung benötigt)
Hinweise und Empfehlungen zur Lektion
Die Lektion besteht aus einer Unterrichtsstunde. Der erste Arbeitsschritt dient der Er-
mittlung vorhandener Kenntnisse und Fertigkeiten. Die beiden folgenden Arbeitsschritte
leisten einen wichtigen Beitrag zur Ermittlung der Lernfähigkeit der Schüler.
Der didaktisch-methodische Aufbau der Lektion ist dem Unterricht in der Grundschule
angepasst. Die Übungen sind zügig hintereinander durchzuführen.
Anlage
- Arbeitsblatt
- Protokollbogen

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Erster Arbeitsschritt
Überprüfung der Fähigkeiten zur Nutzung der Assoziativität der Addition natürlicher
Zahlen
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
10'
1.1 Die Schüler erhalten das Arbeitsblatt
(Anlage, Teil 1)
- Eintragen der Namen
- Aufforderung zum Betrachten der Aufgaben
- Demonstration der Lösung einer Aufgabe an
der Tafel
Tafelaufgabe
8 + 9 + 2 = 8 + 2 +9
= 10 + 9
= 19
Lehrererklärung:
"Bei der Lösung solcher Aufgaben stelle ich die
Zahlen immer so um, dass ich einen Rechen-
vorteil nutzen kann.
Ich schreibe immer die Zahlen hintereinander,
die sich zum vollen Zehner ergänzen. Schaut
her, ich zeige euch das jetzt!"
Nach der Demonstration wird die Aufgabe von
der Tafel gewischt!
Die Schüler lösen selbstständig die Aufgaben
auf dem Arbeitsblatt. Es werden keine Hilfen
angeboten. Bei Frage verweist der Lehrer auf
die Demonstrationsaufgabe.
Zur Lösung der Aufgaben können die angebo-
tenen Rechenhilfen oder die eigenen Finger
genutzt werden. Die Arbeits- und Vorgehens-
weise ist zu protokollieren.
194

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
2. Arbeitsschritt
Wiederholung der Grundaufgaben der Addition: Lösen von Additionsaufgaben mit drei
Summanden durch die Nutzung der Assoziativität der Addition natürlicher Zahlen
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
5'
2.1 Frontale Arbeit an der Tafel
Vorbereitetes Tafelbild
3
4
7
5
8
1
9
0
6 2 10
Lehrererklärung:
"Wir wollen Aufgaben mit dem Ergebnis 10
bilden!"
Demonstration einer Lösung
3 + 7 = 10
Jeder Schüler sollte mitarbeiten.
Bei Rechenschwierigkeiten können andere
Schüler mithelfen. Richtige Lösungen werden
gelobt.
Diese Aufgabe verbleibt zur Anschauung an der
Tafel. Der 2. Summand ist farbig hervorgeho-
ben.
Lösen aller Aufgaben durch die Schüler.
Einprägen der sich ergänzenden Aufgaben
durch wiederholtes Sprechen der Gleichungen.
- im Chor
- einzelne Schüler
Nach Fertigstellen aller Aufgaben fordert der
Lehrer die Schüler zum Einprägen aller Aufga-
ben auf.
5'
2.2 Übungsspiel
"Zahlen suchen sich einen Partner"
Die Ziffernkarten werden an die Schüler ausge-
teilt, bei Bedarf können die Protokollanten ein-
bezogen werden.
Jeder Mitspieler erhält eine Ziffer.
Achtung: Jeder Schüler benötigt einen Partner!
Spielvorschlag:
a) Eine "Zahl" wird aufgerufen, der "Zahlen-
partner" muss sich erheben.
b) Ein Ball wird einer "Zahl" zugeworfen, sie
sucht sich ihren "Zahlenpartner".
c) Aufruf des Lehrers: "Alle Partner finden
sich!"
d) Die aufgerufene "Zahl" darf eine kleine
Übung vormachen, der "Zahlenpartner"
macht diese Übung nach.
Austauschen der Ziffernkarten und
Wiederholung, Wechsel der Übung
- Spiel dient der Erhöhung der Sicherheit im
Zuordnen der entsprechenden Zahlenpaare
- Auflockerung der Unterrichtssituation
- Zügig arbeiten! Zeitverluste vermeiden!
195

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
196
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
5'
2.3 Zwischenkontrolle
Arbeit der Schüler am Arbeitsplatz mit dem
Arbeitsblatt (Anlage, Teil II)
Kontrolle durch den Lehrer
Bei Versagen gibt der Lehrer folgende Hilfen:
1. Angebot der didaktischen Rechenhilfen
2. Demonstration der Lösung am didaktischen
Material
3. Gemeinsame Erarbeitung einer Aufgabe
(Lehrer und Schüler)
Abbruch nach Zeitablauf
5'
2.4 Lösen von Aufgaben unter Nutzung der
Assoziativität der Addition natürlicher
Zahlen
1. Vorschlag:
Vorbereitetes Tafelbild
6 + 7 + 4
2 + 5 + 8
3 + 6 + 7
3 + 2 + 8
9 + 4 + 1
16 + 5 + 4
Der Lehrer erklärt und demonstriert:
"Sind bei einer Aufgabe mehrere Summanden
(Glieder) vorhanden, wird umgestellt. Wir su-
chen uns die Glieder heraus, die sich zur vollen
10 ergänzen und schreiben davon den größten
zuerst auf!"
- frontale Erarbeitung mit der ganzen Schüler-
gruppe
- gemeinsame Entwicklung der Demonstrati-
onsaufgaben
- Anregung zur Kontrolle
- Die Schüler sollten selbst zur Lösung kom-
men, Hinweise des Lehrers erfolgen nur,
wenn offensichtlich kein Schüler zur Lösung
in der Lage ist.
- Besondere Beobachtung finden Schüler, bei
denen Zweifel an der mathematischen Leis-
tungsfähigkeit vorliegen.
2. Vorschlag:
Vorbereitete Arbeitsblätter
6 + 7 + 4
2 + 5 + 8
3 + 6 + 7
3 + 2 + 8
9 + 4 + 1
16 + 5 + 4
- Gruppenarbeit in homogenen Gruppen
- Einteilung der Schüler in Gruppen
(2 – 3 Kinder)
- eine bessere Beobachtung aller Schüler ist
möglich
Erarbeitung der Aufgaben mit dem Protokollan-
ten
- alle Schüler werden zur intensiven Arbeit
herangezogen
Weiterführung der Gruppenarbeit wie im 1. Vor-
schlag
5' 2.5 Übungsspiel
Das Übungsspiel gleicht dem Ansatz dem der
Übung 2.2
Der Lehrer stellt drei "Zahlen" in Aufgabenform,
ein Schüler stellt die "Zahlen" um. Die Lösung
erfolgt frontal mündlich.
- gleiche Zielstellungen wie in 2.2
- Es soll möglichst jeder Schüler einbezogen
werden. Vorrangig sind jedoch Schüler, bei
denen noch Unklarheiten herrschen, zum
Umstellen der Zahlen und Rechnen einzube-
ziehen.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
197
3. Arbeitschritt
Überprüfen der Fähigkeit zur Nutzung der Assoziativität der Addition natürlicher Zahlen
Zeit Ablauf
Methodische Hinweise
10' 3.1 Ausgabe der Arbeitsblätter (Anlage, Teil III)
Lösen aller Aufgaben in Stillarbeit
Lehrer und Protokollanten kontrollieren gemein-
sam und helfen individuell bei Schwierigkeiten.
Die Sachaufgabe kann bei Leseschwierigkeiten
vorgelesen werden. Die gegebenen Hilfen wer-
den genau protokolliert.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
198
Protokollbogen
Lektion
:
Mathematik 2
Klasse 2
Nutzung mathematischer Gesetzmäßigkeiten
Name:
Datum:
Zeit Arbeitsschritt
Beobachtungen
Interpretation
5'
1. Arbeitsschritt
Überprüfung der Fähigkei-
ten zur Nutzung der As-
soziativität
5'
1.1 Arbeitsblatt I
Demonstration an der
Tafel
5'
5'
5'
5'
5'
2. Arbeitsschritt
2.1 Frontale Arbeit an
der Tafel
2.2 Übungsspiel
2.3 Zwischenkontrolle
2.4 Lösen von Aufgaben
unter Nutzung der
Assoziativität
2.5 Übungsspiel

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
199
Zeit Arbeitsschritt
Beobachtungen
Interpretation
10'
3. Arbeitsschritt
3.1 Individuelle Arbeit am
Arbeitsblatt Stillarbeit

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Anlage
Teil I
Rechne:
6 + 3 + 4
3 + 8 + 7
Teil II
Bestimme die 2. Zahl!
6 + 4 = 10
2 + 8 = 10
3 +
=10
5 +
= 10
8 +
=
10 +
=
1 +
=
0 +
=
Teil III
Stelle die Zahlen um und rechne!
II
8 + 6 + 2
6 + 9 + 4
III
6 + 9 + 1
1 + 8 + 9
IV
3 + 3 + 7
12 + 9 + 8
Uli hat 7 Murmeln, Hans schenkt ihm 5 Murmeln. Ute schenkt ihm 3 Murmeln!
Wie viele Murmeln hat Uli jetzt?
V
7 + 8 + 33
6 + 64 + 5
200

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
201
Lektionen Klasse 3
Schule Grünau
Schule zur Lernförderung
Miltitzer Weg 1
04205 Leipzig
Mathematiklektion - Klasse 3
Ziele und Inhalte
In dieser Lektion werden mathematische Fähig- und Fertigkeiten im Zahlenraum bis
1000 ermittelt. Das Schreiben und Lesen von 3-stelligen Zahlen, Zählen, die Orientie-
rung auf dem Zahlenstrahl und das Rechnen mit Vielfachen von 10 stehen im Vorder-
grund.
Die Lektion dient der Leistungsstands- sowie der Lernfähigkeitsermittlung.
Sie besteht aus einer Unterrichtsstunde von 45 Minuten. Eine geringe Zeitüberschrei-
tung ist zulässig.
Arbeitsmaterialien
-
10 Luftballons aus Tonpapier, Magnete
-
Zahlenstrahl von 0 bis 1000 für jeden Schüler
- Arbeitsblatt I
- Arbeitsblatt II
- Tafel
Die Luftballons aus Tonpapier werden mit 3-stelligen Zahlen beschrieben.
Ein Zahlenstrahl sollte 105 cm x 4 cm sein. Es sind die Zehner, die 50er Zahlen und die
vollen Hunderter mit unterschiedlichen Markierungen zu versehen. Die vollen Hunder-
ter werden durch die entsprechenden Zahlen ergänzt.
Zwei Protokollbögen erleichtern die Arbeit des Protokollierens zum übersichtlichen
Festhalten aller Beobachtungen.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
202
Mathematiklektion Klasse 3
Ablauf
Zeit Didaktische Funktion
Lehrer-Schüler-Tätigkeit
Bemerkungen
3'
Einstimmung
ZO/Motivierung
- Arbeit mit Luftballons, lesen der 3-stelligen
Zahlen
- Zählen und Rechnen im Zahlenraum bis
1000
Arbeit an der Tafel,
Einsatz der Applikatio-
nen
10' Leistungsstandsermittlung - Schüler bearbeiten Arbeitsblatt I
Keine Hilfen erteilen!
7'
Erarbeitung/Vermittlung
a) Übungen mit Zahlenstrahl
- Zählen
o
in Hunderterschritten
(0, 100, 200 ...)
vorwärts
rückwärts
o
in Zehnerschritten (Tafelbild)
530 bis 580
420 bis 460
310 bis 340
670 bis 720
850 bis 810
930 bis 880
o
in Einerschritten (Tafelbild)
484 bis 492
318 bis 322
621 bis 617
826 bis 819
Jeder Schüler erhält
einen Zahlenstrahl!
Individuelle Hilfen
geben!
7'
b) Vergleichen von 3-stelligen Zahlen
- Vergleiche! Setze richtig ein
!
!'
(Tafelbild)
60
600
900 400
430 430
770 790
548 584
367 361
Ordne die Zahlen der Größe nach!
Beginne mit der kleinsten Zahl!
60, 900, 430, 770, 548, 367
Beginne mit der größten Zahl!
600, 400, 430, 790, 584, 361

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
203
Zeit Didaktische Funktion
Lehrer-Schüler-Tätigkeit
Bemerkungen
3'
c) Fortsetzen von Zahlenfolgen
Ergänze! (Tafelbild)
420
___, ___, ___, ___,
470
590
___, ___, ___, ___,
640
5'
d) Addition und Subtraktion von 3-stelligen
Zahlen und 2-stelligen Zahlen, die ein
Vielfaches von 10 sind
- formale Aufgaben
440 + 70
140 - 50
780 + 40
720 - 60
890 + 20
260 - 70
310 + 90
420 - 40
- Tabellen
+ 20
- 50
490
110
280
640
690
320
10' Kontrolle
- Schüler bearbeiten Arbeitsblatt II
Keine Hilfen!
Ermittlung des Lern-
zuwachses

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
204
Protokollbogen
Mathematiklektion Klasse 3
Arbeitsschritt
Beobachtungen
Interpretation
Einstimmung
Lesen von 3-stelligen Zah-
len (Tafelarbeit)
Arbeitsblatt I
Übungsphase
a) Arbeit mit Zahlenstrahl
(Arbeit am Platz)
Zählen:
- vorwärts
- rückwärts
Übungsphase
b) Vergleichen von
3-stelligen Zahlen
(Tafel)
Schüler nutzen
Zahlenstrahl
c)
Fortsetzen von
Zahlenfolgen
(Tafel, Zahlenstrahl)

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
205
Arbeitsschritt
Beobachtungen
Interpretation
d)
Addition und Subtrak-
tion von 3-stelligen
und 2-steligen Zahlen,
die ein Vielfaches von
10 sind
(Tafel, Zahlenstrahl)
- formale Aufgaben
- Tabellen
Arbeitsblatt II

image
Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
206

image
Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
207

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
208
Schule Grünau
Schule zur Lernförderung
Miltitzer Weg 1
04205 Leipzig
Deutsch - Rechtschreibung/Grammatik - Klasse 3
Ziele und Inhalte
In dieser Lektion werden vorwiegend orthografische Fähig- und Fertigkeiten sowie
Wortartenkenntnisse ermittelt.
Die Lektion dient der Leistungsstands- sowie der Lernfähigkeitsermittlung.
Sie besteht aus zwei Unterrichtsstunden von 45 Minuten, wobei die erste Stunde durch
einen weiteren Teil von 12 Minuten ergänzt wird. Eine geringe Zeitüberschreitung ist
zulässig.
Arbeitsmaterialien
- 3 Seiten liniertes Papier entsprechend der Klassenstufe 3
- Wortkarten, Magnete
- Tafel
- Arbeitsblatt I/II
- Lückentext
Zwei Protokollbögen erleichtern die Arbeit des Protokollierens zum übersichtlichen
Festhalten aller Beobachtungen.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
209
Deutsch - Rechtschreibung/Grammatik - Klasse 3
1. Stunde
Ablauf
Zeit
Didaktische Funktion
Lehrer-Schüler-Tätigkeit
Bemerkungen
1'
ZO/Motivierung
- wollen Diktat schreiben
- keine Angst, keine Zensuren, trotzdem
anstrengen
- Diktierrhythmus erklären
12'
Leistungsstands-
ermittlung
- Schüler schreiben Diktat
Keine Hilfen erteilen!
8'
Erarbeitung/Vermittlung a) Ordnen der Substantive nach dem ABC
- Wortkarten in ungeordneter Reihen-
folge den Schülern vorlegen
- Schüler lesen
- Schüler ordnen nach dem Alphabet
(Tafelarbeit)
Wortkarten Substanti-
ve, Magnete
3'
b) Verben
- vervollständigen der Wortgruppen
Beeren im Garten_______ (pflücken)
hinter dem Hasen her ______ (rennen)
Beeren, die süß ________ (schmecken)
die Hände ____________(waschen)
Tafeltext
8'
c) Abschreiben
- Wörter lesen
- Schreibe folgende Wörter ab, so wie
sie an der Tafel stehen!
- Tafelbild:
Garten
Hase
pflücken
Hände
rennen
Pfütze
Gewitter
schmecken
Beeren
waschen
Gras............. Schwester
5'
d) Satzbildung
- Schüler bilden mit den unter c) auf-
geführten Wörtern Sätze

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
210
Zeit
Didaktische Funktion
Lehrer-Schüler-Tätigkeit
Bemerkungen
8'
e) Lückentext
- Schüler ergänzen Lückentext
(Arbeitsblatt)
Keine Hilfen!
Pause
12'
Kontrolle
- Diktat wiederholen
Keine Hilfen!
Ermittlung des Lern-
zuwachses

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Deutsch - Rechtschreibung/Grammatik Klasse 3
2. Stunde
Ablauf
Zeit
Didaktische Funktion
Lehrer-Schüler-Tätigkeit
Bemerkungen
3'
ZO/Motivierung
- wollen uns mit Wortarten beschäftigen
- Nenne Wortarten, die du kennst!
10'
Leistungsstandsermittlung - Schüler bearbeiten Arbeitsblatt I
(Klassifizieren nach Wortarten)
Keine Hilfen erteilen!
10' Erarbeitung/Vermittlung a) Begriffsklärung
- benennen der Termini
- erarbeiten der entsprechenden Merk-
male für die Wortarten
Substantiv
Verb
Adjektiv
- Tafelbild entwickeln
12'
b) Tabelle- Einordnen der Wörter
Substantiv
Verb
Adjektiv
- einsetzen der entsprechenden Wörter
- Wiederholung der Merkmale
Wortmaterial siehe
Anlage
10'
Kontrolle
- Schüler bearbeiten Arbeitsblatt II
(Klassifizieren nach Wortarten)
Keine Hilfen!
Ermittlung des Lern-
zuwachses
211

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
212
Diktat – Klasse 3
Im
Garten
Nach dem
Gewitter
ist das
Gras nass
.
Ich
pflücke
einige
Beeren
.
Meine
Schwester
hilft mir tüchtig.
Unsere
Hände
werden sehr schmutzig.
Wir
waschen
sie richtig ab.
Die Beeren
schmecken
süß.
Ein
Hase
rennt durch die
Pfütze
.
Ich
renne
hinterher.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
213
Wortmaterial für Wortkarten
süß Garten
schmutzig
nass Gewitter
tüchtig
Beeren
wischen Gras
rennen Hase

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
214
pflücken
Hände
schmecken
Pfütze
richtig
Schwester

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
215
Lückentext
wenig
fertig
schwierig
tüchtig
richtig
Setze die Wörter ein!
Heute gab uns der Lehrer nur __________________________ Hausaufgaben auf.
Dafür waren sie aber _______________________ .
Ich habe mich _________________ anstrengen müssen, um bald
________________ zu sein.
Zuletzt prüfte ich noch, ob ich alle Aufgaben _____________________ gelöst hatte.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
216
Arbeitsblatt I/II
Garten
Gewitter
Gras
nass
pflücken
Beere
schmecken
tüchtig
Hase
süß
rennen
Pfütze
schmutzig
Rock
richtig
wischen
Unterscheide die Wörter!
Ordne in die Tabelle ein!
Substantiv
(Dingwort)
Verb
(Tätigkeitswort)
Adjektiv
(Eigenschaftswort)

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
217
Rechtschreibung/Grammatik - Klasse 3
1. Stunde
Protokollbogen
Arbeitsschritt
Beobachtungen
Interpretation
1. Diktat
Übungsphase
a) Ordnen der Substantive
nach dem ABC
b) Wortkarten – Verben
c) Abschreiben
d) Satzbildung
Lückentext
2. Diktat

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
218

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
219
2. Stunde
Protokollbogen
Arbeitsschritt
Beobachtungen
Interpretation
Tabelle
(Arbeitsblatt)
Übungsphase
a) Begriffserklärung
b) Tabelle (Tafel)
Einordnen der Wörter
Tabelle
(Arbeitsblatt)

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
220
Gutenbergschule Niesky
Schule zur Lernförderung
Bautzener Straße 48 a
02906 Niesky
Gedicht – Klassen 3/4 bzw. 5/6
Ziele und Inhalte
Die Lektion dient der Überprüfung der Merkfähigkeit, der kognitiven Fähigkeiten und
der Lesefähigkeiten.
Arbeitsmaterialien
- Arbeitsmaterial mit der Kurz- oder Langform des Gedichts
- evtl. Linienblatt für Teil 5

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
221
Lektionsentwurf Gedicht vom Wecker
Lehrer-Schüler-Tätigkeiten
Bemerkungen
1. Zielorientierung
L.: "Unser Gedicht handelt von etwas, was viele Menschen
und vor allem Kinder morgens gar nicht gern machen.
Ratet!"
frühes Aufstehen
L.: "Und wieso seid ihr heute morgen alle ganz pünktlich
hier gewesen?"
vom Wecker geweckt
L.: "Davon handelt unser Gedicht!"
2. Stilles Erlesen
L.: "Lest euch das Gedicht leise durch und achtet dabei
auch auf die äußere Form!"
L.: "Wovon handelt das Gedicht?" (Überprüfung der Sinn-
erfassung)
"Was ist noch aufgefallen?"
- keine Überschrift
- 2 Strophen zu je 6 (bzw. 10) Zeilen
- es reimen sich jeweils 1./2., 3./4., 5./6. ... Zeile
- Verfasser ist ein Kind (12 Jahre)
Arbeitsmaterial (Kurzform für Klasse 3/4;
lange Form für Klasse 5/6) austeilen
3. Erklären unbekannter Wörter
L.: "Hat jemand ein Wort nicht lesen können oder weiß
jemand nicht, was ein bestimmtes Wort bedeutet?"
Umschreiben der Bedeutung der Begriffe: rasselt, prasselt,
Verdruss (mollig, appelliert, außer Rand und Band, verpen-
nen)
trotzdem Probe machen, ob Wörter be-
kannt sind
4. lautes Vorlesen des Gedichts und erstes Einprägen
- die Schüler lesen bestimmte Zeilen laut vor und
sprechen einzeln oder im Chor mit/nach
- Übungen zur Betonung
evtl. Unterstützung durch Handzeichen
5. Diskussion über die Frage ...
L.: "Wir wollen die Frage beantworten, die in der ersten
Strophe gestellt wurde. Wer liest sie noch einmal vor?"
L.: "Könnte man die Schule verlegen? Ja/nein - begründe
deine Meinung!"
Denkanstöße:
- "Denkt mal daran, aus welchen Städten und Dörfern die
Schüler unserer Schule kommen!"
- "Wenn es regnet, regnet es dann überall?"
- "Wenn es früh nur in einigen Orten regnet, was
würde dann passieren?"
Frage evtl. schriftlich beantworten und
begründen lassen

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
222
Gedicht (Kurzform)
Morgens, wenn der Wecker rasselt,
draußen laut der Regen prasselt,
bringt es mir sehr viel Verdruss,
dass ich in die Schule muss.
Kann man sie denn nicht verlegen,
auf die Tage ohne Regen?
Ich hasse meinen Wecker sehr,
denn jeden Morgen klingelt er.
Doch darf ich mich von ihm nicht trennen,
sonst würde ich es ganz verpennen.
Denn leider hat der Wecker recht,
drum geht's mir morgens weiter schlecht.
Katrin Ernst
12 Jahre

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
223
Gedicht (lange Form)
Morgens, wenn der Wecker rasselt,
draußen laut der Regen prasselt,
bringt es mir sehr viel Verdruss,
dass ich in die Schule muss.
Kann man sie denn nicht verlegen,
auf die Tage ohne Regen?
Denn drinnen ist es mollig warm –
Nur der Wecker schlägt Alarm.
Schließ ich meine Augen zu,
lässt er mir trotzdem keine Ruh.
Ich hasse meinen Wecker sehr,
denn jeden Morgen klingelt er.
Er appelliert an den Verstand
und bringt mich außer Rand und Band.
Doch darf ich mich von ihm nicht trennen,
sonst würde ich es ganz verpennen.
Und tu ich mir auch selber leid,
es ist nun einmal Aufstehzeit.
Denn leider hat der Wecker recht,
drum geht's mir morgens weiter schlecht.
Katrin Ernst
12 Jahre

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
223
Lektionen Klasse 4
Schule Grünau
Schule zur Lernförderung
Miltitzer Weg 1
04205 Leipzig
Lektion Deutsch/Sprachbetrachtung - Klasse 4
Bestimmen von Wortarten, Satzgliedern, Deklination von Substantiven, Zeitformen der
Verben
Ziele und Inhalte
In dieser Lektion werden die Besonderheiten der Schüler bei der Anwendung des er-
worbenen Wissens und Könnens hinsichtlich der grammatischen Fähig- und Fertigkei-
ten - Wortarten, Satzglieder, Deklination von Substantiven, Zeitformen der Verben so-
wie bei der Aneignung neuen Unterrichtsstoffes ermittelt.
Die Lektion bildet eine Einheit von der Analyse des Leistungsstandes und der Ermitt-
lung der Fähigkeit zur Aneignung neuen Wissens. Sie stellt einen Beitrag zur Lernfä-
higkeitsermittlung dar.
Die Lektion besteht aus einer Unterrichtsstunde von 45 Minuten.
Arbeitsmaterialien
- Arbeitsblätter A und B für die Hand des Schülers
- Tafelbild zur Demonstration oder Anschauungstafeln

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
224
Lektion Deutsch/Sprachbetrachtung - Klasse 4
Ablauf
Zeit Didaktische Funktion
Lehrer-Schüler-Tätigkeit
Bemerkungen
5'
Einstieg
Motivation
Ihr habt in Sprachbetrachtung über Wortarten,
Satzglieder (Subjekt, Prädikat), über die Beu-
gung von Substantiven und die Zeitformen der
Verben gesprochen.
Heute wollen wir sehen, was ihr davon behal-
ten habt.
Strengt euch an! Es gibt aber keine Zensuren.
10' Leistungsstands-
ermittlung
Die Schüler lösen selbstständig Arbeitsblatt
Teil A
Leistungsstand wird
ermittelt.
Keine Hilfen!
20' Vermittlung/Erarbeitung
a) Welche Wortarten kennst du?
Nenne ein Beispiel!
Substantiv, Verb, Adjektiv, Artikel, Prono-
men, Numerale
b) Ich schreibe euch einen Satz an und ihr
bestimmt das Subjekt und das Prädikat.
Wie fragen wir nach den Satzgliedern?
Schüler unterstreichen an der Tafel.
c) Ihr habt die vier Fälle des Substantivs
behandelt. Dekliniere (beuge) das Wort:
Baum
Igel
Schule
Kind
Wer? Wessen? Wem? Wen?
Die dazugehörigen Fragewörter werden
genannt.
d) Nun wollen wir Zeitformen von Verben
bilden. Wie heißt das Präteritum von:
ich fahre
ich spiele
Bilde das Futur von den beiden Verben!
Vermittlung des Wis-
sens
Tafelbild:
Die Kinder lernen in der
Schule.
Unterstreichen von
Subjekt und Prädikat
Anschauungstafeln
10' Kontrolle
Die Schüler lösen selbstständig Arbeitsblatt
Teil B
Keine Hilfen!
Ermittlung des Lern-
zuwachses

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
225
Arbeitsblatt Deutsch/Sprachbetrachtung - Klasse 4
Teil A
Name:
Datum:
1. Ordne nach Wortarten!
Nuss, schwierig, tragen, Hügel, nützlich, die, wir, Herr, spielen, den, nehmen, die, acht,
Pfütze, dreizehn, finden, kalt, baden, ihr
Substantiv Verb Adjektiv Artikel Pronomen Numerale
2. Bestimme Subjekt und Prädikat! Unterstreiche!
Im Frühjahr blühen die ersten Blumen.
3. Setze das Wort "Garten" in die 4 Fälle und schreibe das jeweilige Fragewort
dahinter!
4. Setze die vorgegebenen Verben (Tuwörter) von der Vergangenheit (Präteritum) in
die Gegenwart (Präsens) und in die Zukunft (Futur)!
Vergangenheit Gegenwart Zukunft
wir sangen
wir fanden
wir gingen
wir blieben
wir rannten
wir trugen
wir stiegen

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
226
Arbeitsblatt Deutsch/Sprachbetrachtung - Klasse 4
Teil B
Name:
Datum:
1. Setze die vorgegebenen Verben (Tuwörter) von der Vergangenheit (Präteritum) in
die Gegenwart (Präsens) und in die Zukunft (Futur)!
Gegenwart Vergangenheit Zukunft
wir schwimmen
wir laufen
wir baden
wir kommen
wir wandern
wir schreiben
2. Bestimme Subjekt und Prädikat! Unterstreiche!
Die Bäume bekommen im Frühjahr grüne Blätter.
3. Setze das Wort "Wald" in die 4 Fälle und schreibe das jeweilige Fragewort dahinter!
4. Ordne nach Wortarten!
rufen, Pelz, heizen, laufen, den, hoch, sie, kalt, ihr, neun, Netz, Glück, laut, wir, elf,
Tanne, springen, vierzehn, schön, der
Substantiv Verb Adjektiv Artikel Pronomen Numerale

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
227
Protokollbogen
Deutsch/Sprachbetrachtung - Klasse 4
Name:
Datum:
Zeit
Inhalte der Lektion
Beobachtung des Verhaltens

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
228
Schule Grünau
Schule zur Lernförderung
Miltitzer Weg 1
04205 Leipzig
Lektion Mathematik - Klasse 4
Rechenoperationen: Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division im Zahlenraum bis
1 000 000
Ziele und Inhalte
Die Lektionen dienen der Ermittlung des Leistungsstandes des mathematischen Wis-
sens und Könnens der Schüler.
Es werden die Art und Weise der Anwendung mathematischer Kenntnisse, vor allem
die Rechenoperationen Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division in Form von Sach-
und Textaufgaben überprüft.
Nach Vermittlung und Festigung von Kenntnissen wird die Lernfähigkeit ermittelt.
Die Lektionen bestehen aus zwei Unterrichtsstunden von jeweils 45 Minuten an zwei
aufeinanderfolgenden Tagen.
inw
H eis
Die Stunden stellen hohe Ansprüche an die Lernbereitschaft und Konzentrationsfähig-
keit der Schüler. Sie müssen deshalb in den Ablauf des Feststellungsverfahrens sorg-
fältig eingeplant werden. Ferner sollte im Vorfeld erkundigt werden, ob die schriftliche
Division den Schülern bereits vermittelt wurde.
Arbeitsmaterialien
- Arbeitsblätter A und B für die Hand des Schülers
- Tafelbild zur Demonstration und Anschauungstafeln

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
229
1. Lektion Mathematik - Klasse 4
Ablauf
Zeit Didaktische Funktion
Lehrer-Schüler-Tätigkeit
Bemerkungen
5'
Einstieg
Wiederholung der Termini Addition, Sub-
traktion, Multiplikation, Division
Summand + Summand = Summe
Minuend – Subtrahend = Differenz
Faktor
˜
Faktor = Produkt
Dividend : Divisor = Quotient
Zuordnungsübungen zu diesen Begriffen
30' Leistungsstands-
ermittlung
Die Schüler lösen selbstständig Arbeits-
blatt Teil A
Leistungsstand wird
ermittelt.
Keine Hilfen!
10' Vermittlung/Erarbeitung Wie musst du rechnen, wenn die Summe
gesucht ist?
Schüler kommen an die Tafel und rechnen.
Auf das richtige Untereinanderschreiben
wird hingewiesen.
Wie können wir die Differenz berechnen?
Schüler rechnen an der Tafel.
Wie berechnen wir das Produkt?
z. B.:
1. Bilde die Summe aus den Zahlen 305,
23 und 7335!
2. Gesucht ist die Differenz aus den Zah-
len 6714, 314 und 12!
3. Berechne das Produkt aus 42 und 12!
4. Multipliziere 27305 mit 5!
Vermittlung von Kennt-
nissen
Beispiele werden an
der Tafel gerechnet!
Jeder Schüler kommt
einmal an die Tafel.
Es erfolgt jeweils die
Korrektur.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
230
2. Lektion Mathematik - Klasse 4
Ablauf
Zeit
Didaktische Funktion
Lehrer-Schüler-Tätigkeit
Bemerkungen
15'
Einstieg
Reaktivierung von
Wissen
Vermittlung/Erarbeitung
Aufgaben werden mündlich gestellt:
1. 8
˜
6 – 20
2. 5
˜
4 : 2
3. 7
˜
9 – 13
4. 6
˜
7 + 18
5. 4
˜
4
˜
2
6. 5
˜
5
˜
5
7.
72 : 9 + 20
8.
56 : 7
˜
4
9.
(18 – 6) ˜5
10.
3fache von 15
11.
4. Teil von 40
12.
8. teil von 72
Tafelbild Sachaufgabe:
In einer Woche werden in der Schule 915
Portionen Essen ausgegeben.
Berechne die täglichen Portionen!
Wie könnte die Gleichung heißen?
Gleichung:
915 : 5 = x
Rechnung:
915 : 5
183
Lösung: 183 Portionen werden täglich aus-
gegeben.
Sachaufgabe wird an
der Tafel vorgerechnet,
d. h. gemeinsam gelöst.
30'
Kontrolle
Die Schüler lösen selbstständig Arbeitsblatt
Teil B
Keine Hilfen!
Ermittlung des Lern-
zuwachses

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
231
Arbeitsblatt Lektion Mathematik - Klasse 4
Teil A
Name:
Datum:
1. Gesucht ist die Summe der Zahlen 23431, 181916, 1439 und 38214!
2. Bilde die Differenz der Zahlen 97413, 18194, 6419 und 42109!
3. Multipliziere 27418 mit 3!
4. Bilde das Produkt aus 223 und 175!
5. Frau Heisel macht mit 3 Freundinnen Urlaub an der Ostsee. Zusammen zahlen sie
1696 €.
Rechne mit Überschlag und Kontrolle!

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
232
Arbeitsblatt Lektion Mathematik - Klasse 4
Teil B
Name:
Datum:
1. Schreibe die Zahlen 16417, 9382, 52 untereinander und addiere sie!
2. Gesucht ist die Differenz aus den Zahlen 92547, 43966 und 5108!
3. Ein Faktor ist 423, der andere 74. Bilde das Produkt!
4. Multipliziere zur Probe 13468 : 7!
5. Die neun Mitglieder eines Kegelclubs zahlen für einen Ausflug an die Elbe 1125 €.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
233
Protokollbogen
Mathematik - Klasse 4
Name:
Datum:
Zeit
Inhalte der Lektion
Beobachtung des Verhaltens

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
234
Lektionen Klasse 5/6
Die folgenden Lektionen für die Klassen 5/6 wurden im vds-Fachverband für Behinder-
tenpädagogik: Förderdiagnostik bei Lernschwierigkeiten, Zusammenfassung einer
Fortbildungsveranstaltung vom März 1997 in Leipzig. In: Mitteilungen aus dem Landes-
verband Sachsen e. V., Sonderheft, März 1997, S. 27 - 44 veröffentlicht.
Petra Heinze/Katrin Thiel
1. Lektion:
Deutsch
Leseanalyse/Sinnerfassung
"Merkwürdige Geschichten"
Klasse 5/6
So berichtet der Freiherr von Münchhausen über seinen "Ritt auf der Kanonenkugel":
Zu gern hätte ich einen Blick in die feindliche und von uns belagerte Festung geworfen.
Aber es war nicht leicht, den einfachsten und kürzesten Weg zu entdecken. Da wurde
neben mir unsere größte Kanone geladen. Die Kugel lag schon im Rohr und das Pulver
auf dem Zündloch. Schon hob der Kanonier die glimmende Lunte, da stellte ich mich
neben die Mündung, aus der im nächsten Augenblick die Kugel heraussausen musste.
Richtig, das Pulver zischte auf, etwas Schwarzes sauste heraus, und ich sprang im Hui
auf die abgefeuerte Kugel, ritt mit ihr im hohen Bogen feindwärts und sah in der Ferne
schon die belagerte Festung.
Doch unterwegs kamen mir einige Bedenken. "Hinein kommst du wohl", sagte ich mir,
"aber wie kommst du wieder heraus? Man wird dich sogleich als einen Spion erkennen
und an den nächsten Galgen hängen." Da bemerkte ich, wie im selben Augenblick eine
Kanone auf unser Lager abgefeuert wurde. Die Mündung schaute gerade auf mich,
und richtig, die Kugel, die mir entgegen kam, flog ganz nah an mir vorbei. Blitzschnell
wandte ich mich um, sprang von meiner Kugel auf die andere hinüber und kam auf die-
se Weise wieder wohlbehalten in unserem Lager an.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
235
Protokoll
"Merkwürdige Geschichten"
1. Lektion:
Deutsch, Klasse 5/6
Sinnerfassung/Leseleistungskontrolle
mündlich:
schriftlich:
Stufe:
Verw.
v. Bu.
Hinzuf.
v. Bu.
Wegl.
v. Bu.
Hinzuf.
v. Wö.
Ausl.
v. Wö
Endg.
Weggel.
Endg.
Hinzuf.
Uml. Sp / st
Satz-
zeichen
Silben-
weise
Wörter-
weise
So berichtet der Freiherr von
Münchhausen über seinen
"Ritt auf der Kanonenkugel":
Zu gern hätte ich einen Blick
in die feindliche und von uns
belagerte Festung geworfen.
Aber es war nicht leicht, den
einfachsten und kürzesten Weg
zu entdecken.
Da wurde neben mir unsere
größte Kanone geladen.
Die Kugel lag schon im Rohr und
das Pulver auf dem Zündloch.
Schon hob der Kanonier die
glimmende Lunte, da stellte ich
mich neben die Mündung, aus
der im nächsten Augenblick
die Kugel heraussausen musste.
Der Rest des Textes wird selbstständig gelesen.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
236
Mündlich beantworten:
1. Worüber berichtet der Freiherr?
2. Welchen Wunsch hat der Freiherr?
3. Was bereitete Schwierigkeiten?
4. Was wurde neben Münchhausen geladen?
5. Beschreibe, wie Münchhausen auf die Kugel gelangte.
Schriftlich beantworten:
Beantworte folgende Fragen! Lies zuvor den Text zu Ende!
6. Worauf ritt er?
7. Was konnte er dabei sehen?
8. Welche Befürchtungen hatte Münchhausen plötzlich?
9. Wovor hatte er Angst?
10. Wie gelang es ihm, wohlbehalten in dem eigenen Lager anzukommen?
11. Äußere dich zu der Geschichte. Entspricht sie der Wahrheit? Begründe deine Mei-
nung!
12. Male zu dieser Geschichte ein Bild!

image
Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Sinnerfassung sachbezogener Texte
Ein neues Bild von der Welt entsteht
Mit Seefahrern aus Portugal war auch der Nürnberger Kaufmann Martin Behaim nach
Afrika gefahren. Als er zurückkehrte, berichtete er von seinen Erfahrungen. Er erzählte,
dass Afrika ganz anders aussieht, als man bisher geglaubt hat und dass man auch auf
dem Seeweg um diesen Erdteil herum das Wunderland Indien erreichen kann. "Meiner
Ansicht nach sieht die Welt ganz anders aus, als wir seither meinten", sagte er. "Ich bin
sicher, dass die Erde einer Kugel und keiner Scheibe gleicht." Viele seiner Zeitgenos-
sen wollten ihm jedoch nicht glauben. Diesen wollte er zeigen, wie sie sich die Gestalt
der Erde vorstellen müssten. Er ließ sich dazu eine Holzkugel mit einem halben Meter
Durchmesser anfertigen. Diese beklebte er mit Pergament. Darauf zeichnete er alle
Länder und Meere ein, die man damals kannte. Die Formen mancher Küsten waren
bekannt, weil Seefahrer sie aufgezeichnet hatten. Aus der Dauer der Reisen schätzte
Behaim die Größe der Landflächen. Vieles musste er jedoch selbst ergänzen und auf
Vermutung einzeichnen. Es ist deshalb kein Wunder, dass die Eintragungen auf die-
sem ersten Globus noch nicht genau stimmten.
Martin Behaim erklärt seinen ersten Erdglobus.
Nach einem Gemälde von Chr. Max Baer
237

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
238
Fragen zum Text:
1. Wer fertigte den ersten Globus an?
2. Aus welchem Grund tat der Kaufmann das?
3. Wie und woraus stellte er ihn her?
4. Weshalb stimmten die Eintragungen auf dem Globus nicht?
Protokoll Leseanalyse:
x
Leseleistungsstufe:
x
Fehlerschwerpunkte:
x
mündliche Sinnerfassung:
x
schriftliche Sinnerfassung:
Kritikfähigkeit:
Konzentration:
Arbeitsweise:
Ausdrucksweise:
Fantasie:
Sachtext:
x
schriftliche Sinnerfassung
x
Fähigkeit, Sachverhalte mündlich wiederzugeben
Rätsel-Kombinationsfähigkeit:
1. Welches Häuschen hat kein Dach?
2. Welche Mühle hat keinen Bach?
3. Welche Rose ist ohne Laub?
4. Welches Glöckchen klingelt nicht?
5. Welche Uhr hat keine Räder?
6. Welches Bein kann niemals gehen?
7. Welcher Mann hat kein Gehör?
(Schneckenhaus, Windmühle, Windrose, Schneeglöckchen, Sonnenuhr, Tischbein,
Schneemann)

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
239
2. Lektion:
Deutsch/Grammatik
Ablauf
Arbeitsmaterial
1. Kontrolle
(Wiederholung – Merkfähigkeit 1. Lektion)
Zuordnungsübungen/Wortkarten: Wortarten/Merkmal
Wortarten/Merkmale
2. Kontrolle
(Ausgangsniveau)
Satzglieder - Überprüfung durch die Analyse der Sätze
auf Arbeitsblatt 1
Arbeitsblatt 1
3. Erarbeitungsphase
(Beobachtung Lernverhalten)
Übungssatz:
Peter trägt die schwere Tasche
seiner Mutter.
Tafel
Wortkarten für Tafel
anfertigen
Wer oder Was?
Subjekt: Wie erfragen wir das Subjekt? Wer oder Was
(tut etwas)? Sucht das Subjekt! Unterstreicht es!
Was passiert/
passierte?
Prädikat: Wie werden Prädikate erfragt?
Was passiert/passierte?
Sucht alle Prädikate und unterstreicht sie!
Welche Wortart bilden Prädikate?
Objekte: In welchem Fall kann ein Objekt stehen?
Wie erfrage ich ein Objekt im:
2. Fall
3. Fall
4. Fall
Zur Festigung des Erarbeiteten noch 1 bis 2
Sätze gemeinsam an der Tafel erarbeiten.
2. Fall
3. Fall
4. Fall
Wessen?
Wem?
Wen/Was?
4. Kontrollphase
(Lernzuwachs)
Arbeitsblatt 2

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
240
2. Lektion: Deutsch/Grammatik
Arbeitsblatt 1
Name: ................................................. Datum: ..............................
Klaus setzt sich auf sein Fahrrad.
Ein Autorfahrer schaut ihn ärgerlich an.
Er zählt zehn Wagen.
An der nächsten Straße beginnt ein Fahrradweg.
Unterstreiche folgende Satzglieder!
x
Subjekte (rot)
x
Prädikate (blau)
x
Objekte (grün)
Arbeitsblatt 2
Name: ................................................. Datum: ..............................
Der Erfinder Karl Benz baute 1885 das erste Automobil.
Er erhielt die Fahrerlaubnis dafür.
Ein schnelleres Tempo als 6 Stundenkilometer hielt die Polizei für zu gefährlich.
Zur Probefahrt lud Benz einige Herren von der Regierung ein.
1. Unterstreiche folgende Satzglieder!
x
Subjekte (rot)
x
Prädikate (blau)
x
Objekte (grün)
2. Bestimme von jedem Objekt den Fall!
3. Bestimme die Wortart!
Erfinder =
................................. Herren =
................................
baute =
................................. von =
.................................
das =
.................................
gefährlich =
.................................
erhielt =
................................. schnelleres = .................................
für =
................................. ein =
.................................

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
241
Arbeitsblatt 3
Substantive Verben Adjektive
Großschreibung Artikel Deklination
bilden Singular und Plural
Kleinschreibung Konjugation
Kleinschreibung werdengesteigert
können Präfixe erhalten
bilden Zeitformen
erklären Substantive näher
Zusammensetzungen

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
242
Protokoll 2. Lektion
Deutsch/Grammatik
Name: ............................................... Klasse: .......................................
Datum: .......................................
1. Kontrolle
Merkmale der Hauptwortarten
1
.
Lektion
2. Lektion
Substantive
Artikel
Großschreibung Deklination
Zusammensetzungen bilden
Singular und Plural
Verben
Kleinschreibung Konjugation
können Präfixe erhalten bilden
Zeitformen
Adjektive
Kleinschreibung
werden gesteigert
erklären Substantive näher
2. Überprüfung grammatischer Kenntnisse
Satzanalysen: Erkennen der Subjekte, Prädikate, Objekte
Tempo:
1.Satz
2. Satz
3. Satz
4. Satz
Subjekt
Prädikat Konz./Wille:
Objekt
2. Fall
3. Fall
4. Fall
3. Erarbeitungsphase
Wissen über:
x
Subjekte
x
Prädikate
x
Objekte

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
243
Mitarbeit:
Aufgabenverständnis:
Konzentration/Wille:
4. Kontrolle
Erkennen der Satzglieder:
1
.
Satz
2. Satz
3. Satz
4. Satz
Subjekt
Prädikat
Objekt
2. Fall
3. Fall
4. Fall
Bestimmen der Wortart
Substantiv
Verb
Adjektiv
5. Vergleich
Erkannte Satzglieder
vor
und
nach der Erarbeitungsphase
Subjekt
Prädikat
Objekte
2. Fall
3. Fall
4. Fall

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
244
3. Lektion: Deutsch
Grammatik/Rechtschreibung
Ablauf
Arbeitsmaterial
1. Wortgruppendiktat
(Erfassung des Ausgangsniveaus)
Wortgruppen von Arbeitsblatt II diktieren, Wortarten un-
terstreichen lassen
2. Erarbeitungsphase
(Reaktivierung vorhandenen Wis-
sens und Könnens)
Wortarten
Wortgruppen stehen an der Tafel (drei Beispiele)
Arbeitsblatt 1
2.1 Sucht die Merkmale der Substantive heraus!
Unterstreicht die Substantive an der Tafel (rot)!
Begründet eure Entscheidung!
2.2 analog Verben
2.3 analog Adjektive
Wortkarten analog
der Karten für
Schüler für Tafel
anfertigen und an-
heften
3. Kontrollphase zu Wortarten
4. Erarbeitungsphase
(Beobachtung des Lernverhaltens)
Wörter mit langem Vokal
Arbeitsblatt II
Wir wollen uns einige Wörter aus unserem Wortgruppendik-
tat genauer ansehen. Es soll dabei um Wörter mit langem
Vokal gehen.
x
Nennt mir alle Vokale!
x
Welche Möglichkeit hat die deutsche Sprache, um lange
Vokale im Schriftbild zu kennzeichnen?
x
Hilfe 1: Hört und nennt den langen Vokal!
- Bootsmann, Seeweg
- fliegen, biegen
- Frühstück, Gefahr
- Hilfe 2: Wörter anschreiben
x
Lange Vokale können wir durch:
- die Verdopplung des Vokals
- -ie oder
- Dehnung durch -h darstellen
x
Fasst noch einmal zusammen:

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
245
Ablauf
Arbeitsmaterial
5. Kontrollphase
(zu orthographischem Grundwissen)
Herausschreiben der Wörter mit langem Vokal
Arbeitsblatt II
6. Diktat
(Kontrolle des Lernzuwachses)
Diktat 76 Wörter
Auf dem Schulweg
Noch ziemlich verschlafen setzt sich Klaus wie jeden Morgen auf sein Fahrrad. Schon
an der ersten Kreuzung steht eine lange Autoschlange. Klaus zählt zehn Wagen. Er
fängt an, sich an den Autos entlangzuschlängeln, jetzt hat er die rote Ampel fast er-
reicht. Ein Autofahrer schaut ihn ärgerlich an.
Klaus hat nämlich beinahe seine Tür berührt. Endlich schaltet die Ampel. Klaus radelt
los.
An der nächsten Straße beginnt ein Fahrradweg. Die restliche Strecke ist weniger ge-
fährlich.

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
246
3. Lektion: Deutsch Grammatik/Rechtschreibung
Arbeitsblatt I
Name: ................................................. Datum: ..............................
Schreibe folgende Wortgruppen auf!
Unterstreiche folgende Wortarten:
x
Substantive (rot)
x
Verben (blau)
x
Adjektive (grün)
Arbeitsblatt II
Name: ................................................. Datum: ..............................
3. Kontrollphase/Wortarten
- ziemlich verschlafen
- an der ersten Kreuzung
- die rote Ampel
- an der nächsten Straße
- wie jeden Morgen
- steht eine lange Autoschlange
- schaut ihn ärgerlich an
- beginnt ein Fahrradweg
- auf sein Fahrrad
- zählt zehn Wagen
- beinahe seine Tür berührt
- weniger gefährlich
Unterstreiche folgende Wortarten:
x
Substantive (rot)
x
Verben (blau)
x
Adjektive (grün)

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
247
Protokoll 3. Lektion Deutsch
Grammatik/Rechtschreibung
Name: ................................ Klasse: .................................
Datum: .................................
1. Wortgruppendiktat
x
Schreibtempo:
x
Schriftbild:
x
Konzentration:
x
siehe Diktatanalyse!
2. Erarbeitung/Wortarten
x
Kenntnisse - Merkmale
a) des Substantivs:
x
Deklination
x
Zusammensetzungen
x
Großschreibung
x
Artikel
x
Singular und Plural
b) des Verbs:
x
Konjugation
x
Kleinschreibung
x
Präfix
x
bilden Zeitformen
c) des Adjektivs:
x
erklären Substantiv näher
x
werden gesteigert
x
Kleinschreibung
x
Aufgabenverständnis
x
Konzentration

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
248
3. Kontrollphase/Merkmale der Wortarten
x
Erkennen der Wortarten:
Arbeitsblatt 1
Arbeitsblatt 2
a) Substantiv
b) Verb
c) Adjektiv
x
Arbeitstempo:
x
Arbeitsweise:
x
Konzentration:
4. Erarbeitung / Wörter mit langem Vokal
x
Begriffe:
x
Arbeitstempo:
x
Aufgabenverständnis:
x
Konzentration:
5. Kontrollphase
x
Anzahl der Wörter
6. Diktatanalyse

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
249
Mathematik Klasse 5/6
1. Lektion: Fachbegriffe zu den Grundrechenarten, Aufgaben zu den
schriftlichen Rechenverfahren, Zahlenverständnis und
Orientierung im Zahlenraum bis 1 Million
1.
Grundrechenarten, Rechenzeichen, Rechenglieder (Wiederholung)
1.1
Mündliche Wiederholung (6
'
)
1.2
Selbstständiges Ordnen vorgegebener Begriffe (5') (Material anfertigen)
1.3
Finden von Beispielaufgaben nach den Vorgaben des Arbeitsblattes
Aufgabe 1 (4')
2.
Schriftliche Rechenverfahren [Anwendung vorhandener Kenntnisse](15')
Lösen der Aufgaben 2.1 - 2.4
3.
Zahlenverständnis und Orientierung im Zahlenraum [Übung] (15')
3.1 Zahlendiktat
3.2
Ordnen von Zahlen
3.3
Ordnen von Größen
3.4
Ergänzen von logischen Reihen
3.5
Zerlegen von Zahlen
Arbeitsmaterial
Addition
+
Summand
Summand
=
Summe
Subtraktion = Minuend Subtrahend = Differenz
Multiplikation • Faktor Faktor = Produkt
Division : Dividend Divisor = Quotient
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in Briefumschläge

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
250
Arbeitsblatt 1
Name: ......................................
Datum: .....................................
1.
Finde je eine Beispielaufgabe! Löse sie!
Addition: Subtraktion:
Division:
Multiplikation:
2.1 Bilde die Summe aus den Zahlen 138; 4998 und 89384!
2.2 Berechne die Differenz! (Rechenzeichen einsetzen!)
236410 €
81326 kg
98340
12200 €
47908 kg
1284
2.3 Errechne das Produkt aus den Zahlen 3,8 cm und 42!
2.4 Dividiere!
51126 6 = k:
3.1
3.2 Ordne! Beginne mit der kleinsten Zahl!
861; 186; 207; 11120; 2111; 124316
3.3 Ordne! Beginne mit der größten Massenangabe!
185 g; 4 kg; 48 g; 8 g; 2 kg; 1 t
3.4 Finde die fehlenden Zahlen!
2 4 6 8 6
49 41 33 25
1 3 4 6 7

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
251
3.5 Zerlege die Zahlen:
Beispiel:
435 = 3 H + 3 Z + 5 E
28
2142
913
254287
12346
1722975

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
252
Protokoll
Mathematik, Kl. 5/6
Name: ................................ Klasse: .................................
Datum: .................................
1. Lektion: Fachbegriffe, Grundrechenarten, Zahlenverständnis und
Orientierung im Zahlenraum bis 1 Million
1. Fachtermini zu den Grundrechenarten
mündlich
ohne Hilfen
mit Anschauung
ohne weitere
individuelle Hilfen
trotz Anschauung
nur mit weiteren
individuellen Hilfen
Bemerkungen,
Tempo, Aufmerk-
samkeit u. a.
Addition
Subtraktion
Multiplikation
Division
2. Lösen von Grundaufgaben/Anwendung der Fachtermini und Rechenverfahren
selbstständig,
ohne Hilfen,
zielstrebig
Hilfe ist nötig,
dann relativ selbst-
ständig
Lösung gelingt nicht,
Hilfe wird/wird nicht
gefordert
weitere Beo-
bachtungen
Rechenverfahren bekannt
Rechenverfahren wird nicht beherrscht
2.1 Addition
2.2 Subtraktion
2.3 Multiplikation
2.4 Division
3. Zahlenverständnis
richtige Lösungen
Fehler
Hilfen
Beobachtungen
3.1 Zahlendiktat
3.2 Ordnen von
natürlichen Zahlen
Ordnen von Größen

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
253
Mathematik, Kl. 5/6
2. Lektion: Sachaufgaben
(Aufgabenverständnis, logisches Denken, Anwenden
der schriftlichen Rechenverfahren, Rechnen mit Einheiten)
1.
Mündliche Wiederholung der schriftlichen Multiplikation und Division (5')
2.
Lösen von Knobelaufgaben (4')
3. Sachaufgaben
3.1
Selbstständiges Lösen der Wahlaufgaben A oder B (5')
3.2
Inhaltliches Erarbeiten der Sachaufgaben C und D (6')
3.3
Selbstständiges Lösen der Sachaufgaben C und D (10')
4.
Umrechnen von Einheiten verschiedener Größen (6')
(Umrechnungshilfen anbieten)
5.
Selbstständiges Lösen der Sachaufgaben E
Arbeitsblatt 2
Name: ................................
Datum: ...............................
Wähle eine Aufgabe aus! Löse sie!
A
Frau Alt kauft 8 Lineale. Sie zahlt mit einem 50-€-Schein und erhält 38,00 €
zurück. Wie viel kostet ein Lineal?
B
Von einem 10,0 m langen Brett werden 8 Stücke von je 60 cm Länge abgesägt.
Bei jedem Schnitt sind 5 mm Abfall. Wie lang ist das restliche Brett?

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
254
C
Frau Meier fährt in der Stunde 85,5 km. Wie weit kommt sie in 3 Stunden?
D
Bei einer Geschäftsreise benötigte Herr Müller 8 Stunden reine Fahrzeit.
Er legte dabei 432 km zurück. Wie viel km ist er durchschnittlich in der Stunde
gefahren?
Umrechnen von Einheiten
3,0 km =
m
820 cm =
m
4,6 km =
m
350 min =
Std.
7 Std. =
min
4 Std. 20 min =
min
3,00 € =
Ct
1406 Ct =
4,50 € =
Ct
E
Für eine vierzehntätige Urlaubsreise verbrauchte Familie Müller 882,00 €.
Wie viel Geld konnte die Familie pro Urlaubstag ausgeben?

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
255
Protokoll
Name: ...............................
Datum: ..............................
Mathematik, Kl. 5/6
2. Lektion:
Sachaufgaben
(Aufgabenverständnis, logisches Denken,
anwenden der schriftlichen Rechenverfahren, Rechnen mit
Einheiten)
Umrechnen von Einheiten
Rechenverfahren
bekannt
Rechenverfahren
unbekannt, auch mit
Hilfe nicht reaktiviert
Rechenverfahren mit
Hilfe reaktiviert
1. Wiederholung
schriftliche Multiplikation
schriftliche Division
2. Knobelaufgaben
Kombinationsfähigkeit:
Erkennen der Fehler:
geistige Beweglichkeit:
3. Sachaufgaben
3.1 Lösen der Wahlaufgabe
Schwierigkeitsgrad:
(B/A)
Vorgehensweise:
Lösungsansatz/Rechnung:
Arbeitstempo:

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
256
3.2/3.3 Sachaufgaben
C
gemeinsames
Erarbeiten
Analyse des Sachverhal-
tes/Schlussfolgerungen
Rechenweg/
Lösungsansatz
Übertragung und
Anwendung der
Rechenverfahren
D
teilweise
selbstständiges
Erarbeiten
Analyse des Sach-
verhaltes/Schluss-
folgerungen
Lösungsansatz
Rechenverfahren
Antwortsatz
Mitarbeit:
Konzentration:
Arbeitstempo:
4. Umrechnen von Einheiten
km, m, cm, h, min, €, Ct
gesicherte Kenntnisse
sind vorhanden
geübte Sachverhalte
werden selbstständig
übertragen/angewandt
Orientierung am Tafel-
bild nötig, Schwierigkei-
ten bei Übertragen und
Anwenden
Konzentration:
Arbeitstempo:
5. Selbstständiges Lösen der Sachaufgabe E

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
257
Mathematik, Kl. 5/6
3. Lektion: Geometrie
(Grundkenntnisse, Begriffe, Anwendung)
1.
Selbstständiges Zeichnen verschiedener geometrischer Figuren (15')
2.
Zusammensetzen eines Quaders (Auswahl der richtigen Teile nach Form
und Anzahl) (8') [Modellbausatz Quader, Würfel, Pyramide bereitstellen]
3.
Wiederholung der Begriffe Oberfläche und Volumen am Modell und
selbstständiges Lösen der Aufgabe 3 des Arbeitsblattes 3 (10')
4. Volumenberechnung (12')
Arbeitsblatt 3
Name: ................................
Datum: ..............................
Benutze die entsprechenden Zeichengeräte! Arbeite gewissenhaft und genau!
1.
a) Zeichne einen Strahl!
b) Zeichne die Strecke AB = 65 mm!
c) Zeichne zwei Geraden, die parallel zueinander liegen!
d) Zeichne ein Quadrat! Wähle die Maße selbst!
e) Zeichne einen spitzen, einen stumpfen und einen rechten Winkel!
f)
Konstruiere ein gleichseitiges Dreieck!
2. Setze einen Quader zusammen! Überlege dir vorher, welche und wie viele Teile du
dir holen musst!
3. Was muss zur Lösung der jeweiligen Aufgabe berechnet werden? Oberfläche oder
Volumen? Entscheide dich! Unterstreiche den richtigen Begriff!
3.1 Eine Baugrube wird ausgehoben.
Oberfläche oder Volumen?
3.2 Ein Kanister soll gefüllt werden.
Oberfläche oder Volumen?
3.3 Ein Öltank wird gestrichen.
Oberfläche oder Volumen?
3.4 In ein Schwimmbecken wird Wasser eingelassen.
Oberfläche oder Volumen?

image
Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
4. Berechne das Volumen dieses Containers! Gib die Formel für die Berechnung des
Volumens an!
b = 12,0 m
h = 4,0 m
t =
3,0 m
258

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
259
Protokoll
Name: ...............................
Datum: ..............................
Mathematik, Kl. 5/6
3. Lektion:
Geometrie
(Grundkenntnisse, Begriffe, Anwendung)
1. Grundkenntnisse/Begriffe in der Geometrie
Begriffe sicher
Begriffe unsicher,
mit Hilfen
Begriffe nicht vorhanden
Strahl
Strecke
Gerade, parallel
Quadrat
Winkel
gleichseitiges Dreieck
Arbeitsweise:
Konzentration/Wille:
2. Zusammensetzen eines Quaders
sicheres, selbstständiges Aus-
wählen und Zusammenfügen
Probierverhalten mit Irrtums-
erkennung, Anzahl, Größe der
Flächen
Aufbau eines Würfels
Beobachtung zur Motorik:

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
260
3. Oberfläche/Volumen
begriffliche Klarheit:
gedankliche Übertragung auf den beschriebenen Sachverhalt:
Entscheidungsfreudigkeit:
4. Berechnung des Volumens
Formel:
Einsetzen der Zahlenwerte:
Berechnung:
Einheit:

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
261
Sportlektionen
Schule Grünau
Schule zur Lernförderung
Miltitzer Weg
04205 Leipzig
1. Lektion: Vorschule/1. Klasse
Teil 1
Rhythmisches Gehen und Laufen nach Taktvorgabe (Tamburin)
- verschiedene Ausführungen nach Aussetzung des Schlages
z. B.
Hochstellung
Bauchlage
Rückenlage
Orientierung im Raum (Laufen zur Sprossenwand; Laufen zur Turnbank)
usw.
Teil 2
Staffelspiel
- Laufen über die Turnbank bis zur Sprossenwand und zurück
- Hockwende über die Turnbank, die Sprossenwand erklimmen (bis zum "Fenster")
- auf dem Bauch ziehend über die Bank, einen Ball aufnehmen und ca. 3 m prellen,
- Ball in das "Fenster" der Sprossenwand werfen u. Ä.
Teil 3
Spiel (Auswahl)
- "Feuer – Wasser – Sturm"
- "Ein Schiff geht unter"
- Fangspiele

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
262
2. Lektion: Klassen 2 bis 4
Teil 1
Rhythmisches Gehen und Laufen nach Taktvorgabe (Tamburin)
- verschiedene Ausführungen nach Aussetzung des Schlages
z. B.
Hockstellung
Bauchlage
Rückenlage
Springen mit dem rechten oder linken Bein
Orientierung im Raum (Laufen zur Sprossenwand mit Hochklettern;
Laufen zu den Kletterstangen usw.)
Teil 2
Schlängellauf (nach Zeit) > Bewertung nach den Kriterien der Regelschule
Teil 3
Hindernisstaffeln
- Überwindung eines Kastens, Laufen über die Turnbank, Erklimmen der Sprossen-
wand (3. und 4. Klasse durch das "Fenster" klettern lassen)
- Überwindung eines Kastens, Hockwende über die Bank, Ball im Slalom um Hinder-
nisse prellen, Ball in das "Fenster" der Sprossenwand werfen
- Überwindung eines Kastens, durch die Turnbank kriechen, Ball mit dem Fuß um
Hindernisse führen u. Ä.
Teil 4
Spiel (Auswahl)
- "Ball über die Leine"
- "Zwei-Felder-Ball" (3. und 4. Klasse)
- "Hase und Jäger"

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
263
3. Lektion: Klassen 5 bis 7
Teil 1
Ablaufübungen z. B.
- Kurzsprints
auf dem linken bzw. rechten Bein springen
Hockstrecksprünge u. Ä.
- auf Kommando verschiedene Körperlagen einnehmen (Bauchlage, Rückenlage
usw.)
- auf Kommando zu verschiedenen Geräten laufen (Sprossenwand, Kasten, Kletter-
stangen, Matten usw.)
Teil 2
Schlängellauf (nach Zeit) > Bewertung nach den Regeln der Regelschule
Teil 3
Hindernisstaffeln

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
264
keine Reaktion, kein
Aufgabenverständnis
keine Raumorientie-
rung
unkoordiniert
steuerungsunfähig
nicht altersgemäß
keine Anstrengungs-
bereitschaft
reagiert, aber nicht
nach Aufgaben-
stellung
schwach entwickelt
schwach entwickelt,
disharmonisch
schwach entwickelte
Koordination, Un-
sicherheit im Gleich-
gewichtsverhalten
zu langsam
Anstrengungsbereit-
schaft vorhanden,
aber eingeschränkte
Belastungsfähigkeit
reagiert nach Vorbild
eingeschränkt
leicht eingeschränktes
Rhythmusverständnis
leichte Koordinations-
fehler
normgerecht
(Note 2 bis 3)
eingeschränkte An-
strengungsbereit-
schaft, Belastungs-
fähigkeit aber vorhan-
den
leicht verzögert
gut entwickelt
schnell, kräftig,
rhythmisch
koordiniert
sehr schnell
anstrengungsbereit,
belastungsfähig
sofort
Anlage Sportlektion
Reaktion
Orientierung
Motorik/Rhythmus
Koordination
Schnelligkeit
Anstrengungsbereit-
schaft

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
2.4
Testverfahren zur Feststellung des Sonderpädagogischen Förderbedarfs
2.4.1
Empfehlungen und Voraussetzungen für den Einsatz von Tests
Ein Test ist ein Prüfverfahren, bei dem in standardisierten Situationen Verhaltens-
merkmale (Verhaltensstichproben) von Personen erfasst werden, die als Indikatoren für
bestimmte Personeneigenschaften dienen sollen, und dessen Resultat eine Einord-
nung der Untersuchten in eine Klassifikation ermöglicht, die an einer Gruppe vergleich-
barer Personen gewonnen wurde (Guthke 1972).
Standardisierte Tests unterliegen den Gütekriterien der Objektivität, Reliabilität (Zuver-
lässigkeit) und Validität (Gültigkeit) und stellen somit eine bedeutsame Ergänzung all-
gemein üblicher informeller diagnostischer Methoden (Beobachtung, Exploration usw.)
dar. Nicht in jedem Einzelfall wird dem untersuchenden Sonderpädagogen ein psycho-
logisches Gutachten vorliegen. In diesem Fall kann es für die Wissenschaftlichkeit sei-
ner Aussage notwendig sein, außer den auch für die Hand des Pädagogen entwickel-
ten Schultests weitere psychodiagnostische Verfahren einzusetzen.
Unter Beachtung nachfolgender Kriterien ist dies auch verantwortbar.
Die im Handwerkskoffer angebotenen Prüfverfahren sind als Auswahlangebot gedacht
und erscheinen uns für die Hand des qualifizierten Diagnostiklehrers geeignet. Die Lis-
te bedarf der jährlichen Überarbeitung, denn je älter ein Test wird, desto größer ist die
Gefahr, dass seine Validität sich mindert und seine Normen nicht mehr repräsentativ
sind. Es erfolgt dann eine neue Normierung, oder das Verfahren wird nicht mehr ange-
boten.
Bei Schulleistungstests ist zu prüfen, ob die Testinhalte nach Art und Umfang dem
Lehrplan des Freistaates Sachsen entsprechen. Bei der Differenziertheit der Lehrpläne
in den einzelnen Ländern der Bundesrepublik Deutschland ist dies nicht in jedem Fall
gewährleistet.
Der Nutzen eines Tests und die Verantwortbarkeit seines Einsatzes sind unmittelbar
abhängig von seiner sach- und fachgerechten Durchführung und Interpretation. Dem-
entsprechend hoch sind die Anforderungen an den Anwender.
Im Testkatalog der Testzentrale Göttingen (Ausgabe 2002/03) wird darauf hingewie-
sen, dass die diagnostische Anwendung von Testverfahren grundsätzlich nur in der
Hand eines in seinem Fachgebiet qualifizierten Diplompsychologen bzw. unter dessen
Supervision sinnvoll und verantwortbar ist.
Für jeden Diagnostiklehrer, der Testverfahren anwenden möchte, ergibt sich die Not-
wendigkeit einer nachgewiesenen Qualifikation. Sofern einzelne Kollegen diese noch
nicht anderweitig erworben haben, können entsprechende Kurse, zum Beispiel an der
SALF, genutzt werden. Sie beinhalten eine Einführung in die Testtheorie und die Vor-
stellung einzelner Verfahren inklusive praktischer Übungen. Die Erstdurchführung eini-
ger ausgewählter Tests sollte unbedingt unter Supervision des territorial zuständigen
Schulpsychologen erfolgen. Komplexe persönlichkeits- und intelligenzdiagnostische
Verfahren bleiben die Domäne des gutachterlich tätigen Schulpsychologen.
265

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
2.4.2 Gesamtübersicht zum Einsatz standardisierter Testverfahren
Förderschwerpunkte
Diagnostische Verfahren
Lernen
Emotionale-soziale
Entwicklung
Sprache
Körperliche und
motorische
Entwicklung
Geistige Entwicklung
Hören
Sehen
SCHUL- UND LEISTUNGS-
TESTS
AST 2
(Allgemeiner Schulleis-
tungstest für 2. Klasse)
xxxx
AST 3
(Allgemeiner Schulleis-
tungstest für 3. Klasse)
xxxx
AST 4
(Allgemeiner Schulleis-
tungstest für 4. Klasse)
xxxx
ASVT
(Anweisungs- und Sprach-
verständnistest)
xxxx
BISC
(Bielefelder Screening zur
Früherkennung Lese- und Recht-
schreibschwierigkeiten)
x
d2-Test
(Aufmerksamkeits-
Belastungstest)
xx
DLF 1 - 2
(Diagnostischer Lese-
test zur Frühdiagnose von Lese-
störungen)
xxxx
DRE 3
(Diagnostischer Rechen-
test für Klasse 3)
xxxx
DRT 1
(Diagnostischer Recht-
schreibtest für Klasse 1)
xx
DRT 2
(Diagnostischer Recht-
schreibtest für Klasse 2)
xx
DRT 3
(Diagnostischer Recht-
schreibtest für Klasse 3)
xx
DRT 4
(Diagnostischer Recht-
schreibtest für Klasse 4)
xx
DRT 5
(Diagnostischer Recht-
schreibtest für Klasse 5)
xx
266

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Förderschwerpunkte
Diagnostische Verfahren
Lernen
Emotionale-soziale
Entwicklung
Sprache
Körperliche und
motorische
Entwicklung
Geistige Entwicklung
Hören
Sehen
DP 1
(Differenzierungsprobe-
Verfahren zur Diagnose sprach-
bezogener Wahrnehmungsleis-
tungen von älteren Vorschulkin-
dern und Schülern mit Lern-
schwierigkeiten)
xxx x
DTD 4 - 6
(Diagnostischer Test
Deutsch)
xxx x
DVET
(Duisburger Vorschul- und
Einschulungstest)
xx x
EAS
(Erfassungsbogen für
aggressives Verhalten in
konkreten Situationen)
x
FKW 4 - 8
(Fragebogen Koope-
ration und Wettbewerb für 4. - 8.
Klassen)
x
GSS
(Göppinger sprachfreier
Schuleignungstest)
xxx x
KEV
(Kieler Einschulungs-
verfahren)
xxx x
KT 3 - 4
(Konzentrationstest für
3. und 4. Klassen)
xx
LCST
(Low Contrast Sensitivity
Test nach Buser)
LKS
(Leipziger Kompetenz-
screening im Schulbereich)
xx
MSD
(Mannheimer Schulein-
gangsdiagnostikum)
xx x
SBL I
(Schulleistungstestbatterie
für 1. Klassen)
x
SBL II
(Schulleistungstestbatterie
für 2. Klassen)
x
SET
(Gruppentest für die soziale
Einstellung)
x
267

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Förderschwerpunkte
Diagnostische Verfahren
Lernen
Emotionale-soziale
Entwicklung
Sprache
Körperliche und
motorische
Entwicklung
Geistige Entwicklung
Hören
Sehen
Test
zum Messen des Vergröße-
rungsbedarfs für Kinder
x
TPK
(Testreihe zur Prüfung der
Konzentrationsfähigkeit)
xx
WTA
(Weilburger Testaufgaben
für Schulanfänger)
xx
ENTWICKLUNGSTESTS
AFS
(Angstfragebogen)
x
x
x
AVAK
(Analyseverfahren zur
Aussprachestörung von Kindern)
x
AVT
(Anstrengungsvermeidungs-
test)
x
AWST 3 - 6
(Aktiver Wortschatz-
test für 3- bis 6jährige Kinder)
x
CBCL
(Elternfragebogen über
das Verhalten von Kindern und
Jugendlichen)
+ TRF
+ YSR
x
ESGRAF
(Evozierte Sprachdiag-
nose grammatischer Fähigkeiten)
x
FEW
(Frostigs Entwicklungstest
der visuellen Wahrnehmung)
x xxx x
FTM
(Frostig Test der motori-
schen Entwicklung)
xxx
HSET
(Heidelberger Sprachent-
wicklungstest
x
KISTE
(Kindersprachtest für das
Vorschulalter)
x
LBT
(Lautbildungstest für Vor-
schulkinder)
x
LOS KF18
(Lincoln-Oseretzky-
Skala, Kurzform)
x xxx
268

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Förderschwerpunkte
Diagnostische Verfahren
Lernen
Emotionale-soziale
Entwicklung
Sprache
Körperliche und
motorische
Entwicklung
Geistige Entwicklung
Hören
Sehen
LUT
(Lautbildungsunterschei-
dungstest für Vorschulkinder)
x
MZT
(Mann-Zeichentest nach
Ziler bzw. Suhrweier)
xxx xx
PAC
(Pädagogische Analyse und
Curriculum der sozialen und per-
sönlichen Entwicklung)
x
PFK 9 - 14
(Persönlichkeits-
fragebogen für Kinder zwischen
9 und 14)
x
POD
(Prüfung optischer Differen-
zierungsleistungen)
xx
Teddy-Test
x
VSRT
(Visuomotorischer Schul-
reifetest)
xx x
INTELLIGENZTESTS
BBT 4 - 6
(Bildungs-
Beratungstest [konvergentes
Denken] für Klasse 4 bis 6)
xx
CFT 1
(Grundintelligenztest
Skala 1)
xx x
CFT 20
(Grundintelligenztest
Skala 2 mit Wortschatz- und
Zahlentest)
xx
CMM - LB
(Gruppenintelligenz-
test für Lernbehinderte)
x
CPM
(Coloured Progressive
Matrices)
xx
HNT
(Heidelberger nonverbaler
Test)
x
K-ABC
(Kaufmann Assessment
Battery)
x
KFT-K
(Kognitiver Fähigkeitstest
- Kindergartenform)
xx
269

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Förderschwerpunkte
Diagnostische Verfahren
Lernen
Emotionale-soziale
Entwicklung
Sprache
Körperliche und
motorische
Entwicklung
Geistige Entwicklung
Hören
Sehen
KFT 1 - 3
(Kognitiver Fähigkeits-
test für 1. bis 3. Klassen)
xx
KFT 4 - 12 + R
(Kognitiver
Fähigkeitstest für 4. bis 12.
Klassen, Revision)
xxx
KLI 4 - 5
(Kombinierter Lern-
und Intelligenztest)
x
Kugler-Test
x
TBGB
(Testbatterie für geistig
behinderte Kinder)
xx
In den folgenden Tabellen im Punkt 2.4.3 sind die Tests jeweils nur unter einem För-
derschwerpunkt genauer erläutert.
270

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
2.4.3 Empfehlungen zum Einsatz standardisierter Testverfahren nach Förder-
schwerpunkten
Förderschwerpunkt Lernen
Empfehlungen zum Einsatz von Schultests
Verfahren
Autoren
Überprüfung folgender
Bereiche/Zielfelder
Dauer
(min)
Einzel-
oder
Gruppen-
test
Einsatz in
Vorschule/
Klasse/Alter
AST 2
Allgemeiner
Schulleistungs-
test
Ingenkamp
Überprüfung von Schulleistun-
gen in Deutsch, Sachkunde,
Mathematik
2 x 45
beides
möglich
Ende Kl. 2,
Beginn Kl. 3
AST 3
Allgemeiner
Schulleistungs-
test
Ingenkamp
Überprüfung der Schulleistun-
gen in Deutsch, Sachkunde,
Mathematik
2 x 45
beides
möglich
Ende Kl. 3,
Beginn Kl. 4
AST 4
Allgemeiner
Schulleistungs-
test
Ingenkamp
Überprüfung der Schulleistun-
gen in Deutsch, Sachkunde,
Mathematik
ASVT
Anweisungs-
sprachverständ-
nistest
Kleber/
Fischer
Überprüfung des Anweisungs-
und Sprachverständnisses
50
beides
möglich
Vorschule bis
Kl. 2 (ein-
setzbar für
Migranten-
kinder)
DLF 1-2
Diagnostischer
Lesetest zur
Frühdiagnose
von Lesestörun-
gen
Müller
Wortlesetest zur zuverlässigen
Früherfassung von Lesestörun-
gen
2 - 5
beides
möglich
Mitte Kl. 1 bis
Mitte Kl. 2
DP 1
Schuleingangs-
diagnostik
(Differenzierungs-
probe)
Breuer/
Weuffen
Überprüfung der graphomotori-
schen, akustisch-phonemati-
schen, kinästhetisch-
artikulatorischen und rhythmi-
schen Differenzierungsfähigkeit
ohne Zeit-
angabe
Einzeltest
Vorschule,
Kl. 1
DRE 3
Diagnostischer
Rechentest
Ingenkamp
Überprüfung von Rechenfertig-
keiten und Rechenverständnis
90
beides
möglich
Ende Kl. 3,
Beginn Kl. 4
DTD
Diagnostischer
Test Deutsch
4 - 6
Nauck/Otte
Überprüfung von Lese- und
Instruktionsverständnis, Text-
strukturierung
beides
möglich
Kl. 4 - 6
DVET
Duisburger Vor-
schul- und Ein-
schulungstest
Mais/
Poerschke/
Lehmann
Feststellung kognitiver Fähig-
keiten und feinmotorischer
Fertigkeiten
35 - 55
beides
möglich
Vorschule,
Beginn Kl. 1
271

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil II
Verfahren
Autoren
Überprüfung folgender
Bereiche/Zielfelder
Dauer
(min)
Einzel-