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Leitfaden
Erstellung digitaler Bodenbelastungs-
karten zur flächenhaften Darstellung
und Beurteilung von Schadstoffen in
sächsischen Böden
Stand 05/2007
Materialien zum Bodenschutz
Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie
Zur Wetterwarte 11

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Landesamt für Umwelt und Geologie
Digitale Bodenbelastungskarten
Leitfaden
Erstellung digitaler Bodenbelastungskarten zur flächenhaften Darstel-
lung und Beurteilung von Schadstoffen in sächsischen Böden
Stand 05/2007
Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie
Referat Bodenschutz
Zur Wetterwarte 11, 01109 Dresden
http://www.umwelt.sachsen.de/lfug

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Digitale Bodenbelastungskarten
Seite I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis.................................................................................................... I
Abbildungsverzeichnis.......................................................................................... III
Tabellenverzeichnis............................................................................................... III
1
Einleitung..................................................................................................... 5
2
Zielstellung .................................................................................................. 7
3
Grundlagen zur Erstellung einer BBK....................................................... 8
3.1
Vorgehensweise bei der Erstellung einer BBK...............................................8
3.2
Einflüsse auf die flächenhafte Schadstoffsituation.........................................9
3.3
Datengrundlagen..........................................................................................11
3.3.1
Bodenuntersuchungen.................................................................................12
3.3.2
Topografie....................................................................................................13
3.3.3
Bodennutzung..............................................................................................14
3.3.4
Ausgangssubstrate.......................................................................................14
3.3.5
Überschwemmungsbereiche........................................................................15
3.3.6
Zusatzinformationen.....................................................................................16
4
Methodik zur Erstellung einer BBK ......................................................... 18
4.1
Methodische Grundlagen.............................................................................18
4.1.1
Übertragung statistischer Kennwerte ...........................................................18
4.1.2
Räumliche Interpolation................................................................................18
5
Arbeitsschritte zur Erstellung einer BBK................................................ 21
5.1
Strategisch-planerische Vorarbeiten............................................................21
5.2
Datenrecherche, -erfassung und -validierung ..............................................25
5.3
Bildung homogener Raumeinheiten.............................................................26
5.4
Flächenhafte Darstellung .............................................................................29
5.5
Notwendiger Untersuchungsbedarf..............................................................33
5.6
Besondere Aspekte bei der Erstellung von BBK für Unterböden.................34
5.7
Besondere Aspekte bei der Erstellung von BBK für organische
Auflagehorizonte ..........................................................................................34
5.8
Besondere Aspekte bei der Erstellung von BBK für mobile Stoffgehalte .....35
6
Vorgehensweise in Überschwemmungsbereichen................................ 37
7
Vorgehensweise für den Siedlungsbereich............................................ 40

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Seite II
7.1
Einleitung......................................................................................................40
7.2
Böden im Siedlungsbereich..........................................................................40
7.3
Quellen und Einflussfaktoren der Schadstoffgehalte in Siedlungsböden.....41
7.4
Methodische Ansätze für die BBK im Siedlungsbereich ..............................43
7.4.1
Substratansatz .............................................................................................45
7.4.2
Immissionsansatz.........................................................................................45
7.4.3
Raumanalytischer Ansatz.............................................................................45
7.5
Notwendige Datengrundlagen für die BBK im Siedlungsbereich .................46
7.5.1
Technogene Substrate.................................................................................48
7.5.2
Flächennutzung............................................................................................49
7.5.3
Immissionen.................................................................................................52
7.6
Auswahl eines Testgebietes.........................................................................52
7.7
Prüfung der unterschiedlichen Ansätze im Testgebiet.................................53
7.7.1
Immissionsbezogener Ansatz ......................................................................53
7.7.2
Substratbezogener Ansatz...........................................................................54
7.7.3
Raumanalytischer Ansatz.............................................................................55
7.8
Übertragung auf das Stadtgebiet .................................................................56
8
Bodenuntersuchungen im Rahmen der BBK ..........................................57
8.1
Bodenuntersuchungen im Überschwemmungsbereich................................58
8.2
Bodenuntersuchungen im Siedlungsbereich................................................59
9
Anwendungsbereiche................................................................................64
10
Maßnahmen zur Qualitätssicherung ........................................................65
11
Zitierte und weiterführende Literatur .......................................................67
Anhang 1:
Mindestdatensatz bei Neuuntersuchungen im Rahmen der BBK..........69
Anhang 2:
Analyseverfahren mit Bestimmungsgrenzen (BG).................................71

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Seite III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Wesentliche Schritte zur Erstellung digitaler Bodenbelastungskarten ............... 9
Abbildung 2: Datengrundlagen für Bodenbelastungskarten und Angabe ihrer Quellen........ 11
Abbildung 3: Verfügbarkeit von Bodenkarten in Sachsen (LfUG 2006) ................................ 15
Abbildung 4: Ablaufschema zur Erstellung einer BBK........................................................... 22
Abbildung 5: Bildung von homogenen Raumeinheiten als Grundlage für die Übertragung von
Punktdaten in die Fläche.................................................................................. 28
Abbildung 6: Schematische Darstellung der Übertragung von Punktdaten auf die Fläche...30
Abbildung 7: Schematische Darstellung zum Einfluss des pH-Wertes auf die
Schwermetallmobilität....................................................................................... 35
Abbildung 8: Allgemeine Vorgehensweise zur Erstellung einer BBK im Siedlungsbereich .. 44
Abbildung 9: Schema einer punktbezogenen Probenahme mit 9 Einstichen nach dem
Satellitenprinzip ................................................................................................ 58
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Mindestanforderungen an vorliegende Stoffdaten zur Verwendung in einer BBK13
Tabelle 2: Matrix zur Abschätzung des Untersuchungsbedarfs ............................................ 33
Tabelle 3: Methodische Ansätze einer BBK im Siedlungsbereich......................................... 46
Tabelle 4: Kontaminationspotenzial technogener Substrate (nach MEUSER 2002) ............ 48
Tabelle 5: Zu betrachtende Nutzungsarten und Beprobungsbereiche im Siedlungsbereich 50

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Seite IV

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Seite 5
1 Einleitung
Für Aufgaben des Bodenschutzvollzu-
ges und weitere Planungen sind flä-
chenhafte Informationen zu Schad-
stoffgehalten in Böden notwendige Ar-
beitsgrundlagen. Bei Betrachtung zu-
sammenhängender Flächen auf der
Ebene von Kreisen oder Städten ist
eine grundstücksbezogene Messung
der Schadstoffgehalte auf einer Viel-
zahl von Einzelflächen nicht mehr prak-
tikabel, u. a. wegen zu hoher personel-
ler und finanzieller Belastungen. Aus
diesem Grund müssen sich praktikable
Untersuchungs- und Bewertungsschrit-
te auf Einzelmessungen stützen, deren
Ergebnisse nach klaren Regeln in die
nicht beprobte Fläche übertragen wer-
den.
Ein Instrument hierfür stellen digitale
Bodenbelastungskarten (BBK) dar, die
im Ergebnis eine flächenhafte Darstel-
lung der Schadstoffgehalte liefern, an
die sich auch planerische Auswertun-
gen anschließen lassen, z. B. im Hin-
blick auf eine Abgrenzung von Flächen
mit Verdacht auf schädliche Bodenver-
änderung. Sie stellen somit wertvolle
Informationen für die Sachverhaltser-
mittlung und Gefahrenabwehr, den vor-
sorgenden Bodenschutz und weitere
planerische Zwecke bereit.
Ein weiterer Vorteil der Erstellung einer
BBK ist zudem, dass bei der Bearbei-
tung eine Fülle von Daten gesammelt
und digital aufbereitet in einem geogra-
fischen Informationssystem verfügbar
gemacht wird. Eine BBK umfasst damit
die Recherche und Erfassung von Da-
ten, das Einstellen in eine Datenbank,
die Arbeiten zur flächenhaften Darstel-
lung mit den Ergebniskarten der ge-
schätzten Stoffgehalte, ggf. nachfol-
gende weitere Bodenuntersuchungs-
und Überarbeitungsschritte sowie nach-
folgende Auswertekarten. In diesem
Sinne ist die BBK als ein fortschrei-
bungsfähiges und damit zukunftsfähi-
ges Bodeninformationssystem auf
kommunaler Ebene zu bezeichnen.
Ausgangspunkt einer BBK bilden Daten
zu Stoffgehalten in Böden. Dabei be-
schränken sich die Betrachtungen auf
persistente Schadstoffe, von denen
Beeinträchtigungen der Bodenfunktio-
nen ausgehen können, z. B. Schwer-
metalle, polyzyklische aromatische
Kohlenwasserstoffe (PAK) und ggf.
polychlorierte Biphenyle (PCB) oder
Dioxine und Furane (PCDD/F). Neben
Informationen zu Stoffgehalten oder
spezifischen Belastungsursachen wer-
den auch Daten zu Bodeneigenschaf-
ten und Bodenausgangssubstraten, der
Bodennutzung und eines möglichen
Überschwemmungseinflusses benötigt.
Für die Auswertung werden zudem
auch Informationen zu punktuellen Be-
lastungsursachen wie Altlasten, Emit-
tenten, Halden und Erzgängen verwen-
det. Anhand der späteren Anwen-
dungsbereiche ist zu entscheiden, ob
eine BBK nur für den Oberboden (und
ggf. auch für die organischen Auflage-
horizonte im Forst) oder aber auch für
den Unterboden zu erstellen ist. Eben-
falls ist zu festzulegen, ob die Darstel-
lungen der königswasserextrahierbaren
Schwermetallgehalte in Bereichen mit
landwirtschaftlicher Nutzung um die der
mobilen Gehalte (Ammoniumnitra-
textrakt) ergänzt werden soll.
Bei der Erstellung von BBK ist metho-
disch zwischen dem Außenbereich mit
weitgehend naturnah genutzten Böden

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Digitale Bodenbelastungskarten
Seite 6
(d. h. vorrangig unter Acker-, Grünland-
oder forstlicher Nutzung mit weitgehend
natürlichem Profilaufbau) und dem en-
geren Siedlungsbereich zu unterschei-
den. Im Siedlungsbereich sind aufgrund
bodenschutzrechtlicher Anforderungen
oder der Bauleitplanung andere Bo-
dennutzungen von Bedeutung, wie
z. B. Kinderspielflächen oder Wohnge-
biete. Zudem sind die Böden im Sied-
lungsbereich regelmäßig anthropogen
überprägt, d. h. es finden sich z. B. die
Folgen von Bodenumlagerung und Ein-
trag technogener Substrate. Dieses
führt in aller Regel zu kleinräumig
wechselnden Bodenverhältnissen, die
eine darauf abgestimmte Methodik für
den Siedlungsbereich erforderlich ma-
chen.
Intensive und langjährige Erfahrungen
zur Erstellung und Anwendung von
BBK liegen bisher nur in Nordrhein-
Westfalen vor. Dort sind derzeit für 40
Kreise, kreisfreie oder kreisangehörige
Städte im Außenbereich Bodenbelas-
tungskarten der naturnahen Böden
erstellt worden oder in Bearbeitung. In
18 Gebieten werden darüber hinaus
auch BBK im Siedlungsbereich erstellt.
Wesentliche Grundlagen der Methodik
in diesem Leitfaden sind daher beste-
hende Empfehlungen zur Erstellung
einer BBK (LUA 2000 und 2006) und
zur Abgrenzung von Gebieten mit sied-
lungsbedingt erhöhten Gehalten (U-
MEG 2002) sowie die Ergebnisse des
LABO-ad hoc Unterausschusses
„Punkt zu Fläche“ (LABO 2004 a, b, c,
d). Zudem sind die Erfahrungen aus
der Praxis in diesen Leitfaden einge-
flossen und die Methodik wurde ent-
sprechend der spezifischen Gegeben-
heiten im Freistaat Sachsen angepasst
und überarbeitet.
Ergeben sich im Zuge der Bearbeitung
einer BBK Anhaltspunkte für das Vor-
liegen von Gebieten mit großflächig
erhöhten Schadstoffgehalten, finden
sich weitergehende Hinweise zur Um-
setzung des Bodenschutzrechts für
diese Gebiete in den bereits vom LfUG
herausgegebenen Handlungsempfeh-
lungen (LfUG 2006).

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Seite 7
2 Zielstellung
Das Ergebnis der Erstellung einer digi-
talen Bodenbelastungskarte stellt eine
Einheit aus verschiedenen Komponen-
ten dar und umfasst im Einzelnen:
Eine Datenbank mit georeferenzier-
ten und validierten Informationen zu
Stoffgehalten und deren Einfluss-
größen,
Eine GIS-Anwendung mit Karten-
darstellungen zu den Effekten, wel-
che die Stoffgehalte im Wesentli-
chen beeinflussen,
Ergebniskarten, d. h. Karten zu den
geschätzten Stoffgehalten, zum Un-
tersuchungsbedarf und ggf. Auswer-
tekarten zu unterschiedlichen Fra-
gestellungen.
Der vorliegende Leitfaden ist eine Ar-
beitshilfe für die Erstellung digitaler
Bodenbelastungskarten. Er stellt die
dazu erforderlichen Daten, die metho-
dischen Grundlagen und Werkzeuge
sowie die einzelnen Arbeitsschritte des
Verfahrens dar. Der Leitfaden be-
schreibt dabei die Vorgehensweise im
Sinne eines Regelfalles, nennt aber
auch Entscheidungswege, falls im Ein-
zelfall andere Lösungen gefunden wer-
den müssen. Am Ende werden Hinwei-
se auf mögliche Anwendungsbereiche
und die dazu erforderlichen Auswer-
tungen gegeben.
Die in diesem Leitfaden aufgestellten
Anforderungen, d. h. die allgemein be-
schriebene Vorgehensweise und ins-
besondere die in Kapitel 10 dargeleg-
ten Hinweise zur Qualitätssicherung
sollten bei der Bearbeitung einer BBK
eingehalten werden. Im Falle beste-
hender staatlicher Nutzungsrechte sind
die im Rahmen einer BBK erhobenen
Daten zu Bodenuntersuchungen unter
Einhaltung bestimmter Datenformate
dem LfUG für landesweite Aufgaben zu
übermitteln.

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Seite 8
3 Grundlagen zur Erstellung einer BBK
Bei der Erstellung der BBK werden
Daten zu Schadstoffgehalten in Böden
mit weiteren relevanten Informationen
verschnitten und ausgewertet sowie
flächenhafte Darstellungen zur Schad-
stoffverteilung erzeugt. Die grundsätzli-
che Vorgehensweise bei der Erstellung,
die dazu
notwendigen Voraussetzun-
gen und der fachliche Hintergrund wer-
den im Folgenden beschrieben.
3.1 Vorgehensweise bei der
Erstellung einer BBK
Die Erstellung einer BBK ist als ein
iterativer, also schrittweiser und sich
teilweise wiederholender Prozess zu
verstehen (Abbildung
1). Diese Schritte
erlauben eine Unterteilung in Teilpro-
jekte, die ggf. auch getrennt ausge-
schrieben und bearbeitet werden kön-
nen. Zumeist lassen sich die Arbeiten
in drei Phasen gliedern, wobei zumin-
dest die ersten Phase zusammenhän-
gend und vollständig bearbeitet werden
sollte Vor der eigentlichen Bearbeitung
ist zumindest der beim Auftraggeber
vorhandene Datenbestand und der des
LfUG zu sichten, um eine Abschätzung
des Arbeitsaufwandes vornehmen zu
können.
Die erste Phase umfasst die planeri-
schen Vorarbeiten, die Datenrecher-
che, -erfassung und –validierung, eine
erste flächenhafte Darstellung mit dem
vorhandenen Datenbestand und die
Ableitung des weiteren Untersu-
chungsbedarfs. Diese Phase schließt
mit der Konkretisierung des Bedarfs an
zusätzlichen Bodenuntersuchungen im
Sinne einer Messnetzplanung ab.
Die zweite Phase setzt die Vorgaben
aus der ersten Phase um und umfasst
dabei die praktische Probenahme und
Analytik der erforderlichen Bodenpro-
ben, die Erfassung der Untersuchungs-
ergebnisse und eine komplette Überar-
beitung der flächenhaften Darstellung
der Stoffgehalte. Sofern sich trotz der
Nachuntersuchungen weiterhin ein
notwendiger Untersuchungsbedarf er-
gibt, ist diese Phase zu wiederholen.
In der dritten Phase werden die Karten
der geschätzten Stoffgehalte des Un-
tersuchungsgebietes einer Auswertung
unterzogen. So lassen sich z. B. mit
Hilfe des Indikatorkriging Flächen aus-
weisen, die mit einer bestimmten
Wahrscheinlichkeit festgelegte Schwel-
len (z. B. Vorsorgewerte, Prüf- und
Maßnahmewerte, gebietsbezogene
Beurteilungswerte) überschreiten. Die-
se Differenzierung erfolgt zumeist auch
im Hinblick auf die Anpassung nachfol-
gender Maßnahmen. Hinweise zur
Vorgehensweise sind den Handlungs-
empfehlungen des LfUG (2006) für die
Umsetzung des Bodenschutzrechtes in
Gebieten mit großflächig erhöhten
Schadstoffgehalten zu entnehmen. Im
Einzelfall kann sich auch in dieser Pha-
se ein neuer Untersuchungsbedarf kon-
kretisieren, so dass die Phase 2 und 3
erneut durchlaufen werden müssen.
Es ist sinnvoll, die Bearbeitung des
Außenbereiches der naturnahen Nut-
zung von der des Siedlungsbereiches
zu trennen und möglichst voranzustel-
len. Die Bearbeitung des Siedlungsbe-
reiches erfordert ein differenzierteres
Vorgehen und kann Informationen für
die Randbereiche und ungestörten Flä-
chenanteile aus einer vorangegange-
nen Bearbeitung des Außenbereiches
nutzen.

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Digitale Bodenbelastungskarten
Abbildung 1: Wesentliche Schritte zur Erstellung digitaler Bodenbelastungs-
karten
3.2 Einflüsse auf die flächen-
hafte Schadstoffsituation
Für die Erstellung einer BBK ist die
Kenntnis der Einflussfaktoren der stoff-
lichen Bodenbelastung und ihre Quanti-
fizierung eine wesentliche fachliche
Voraussetzung. Erst die Kenntnis über
das spezifische Zusammenspiel dieser
Einflussfaktoren auf die flächenhafte
Schadstoffverteilung im Oberboden
erlaubt eine Übertragung von erhobe-
nen Punktdaten in die Fläche und be-
dingt damit wesentlich die dazu anzu-
wendenden statistischen und geostatis-
tischen Methoden.
Räumlich abbildbar sind regelhaft auf-
tretende stoffliche Belastungen (bzw.
Seite 9

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Digitale Bodenbelastungskarten
Seite 10
deren Veränderung) durch folgende
Ursachen:
Ausgangssubstrat (geogener Anteil)
Überschwemmungseinfluss
Bodennutzung / Nutzungsgeschichte
Regionale / lokale Immissionen
Auftreten technogener Substrate
Bodenumlagerungen, Materialauf-
trag
Die Einflussgrößen sind nicht immer
eindeutig anthropogenen oder natürli-
chen Quellen zuzuordnen. Oftmals fin-
den sich gleitende Übergänge, z. B. in
Gebieten mit oberflächennahen Erzvor-
kommen, wo die Schadstoffgehalte zu-
sätzlich durch Gewinnung und Verhüt-
tungen der Erze erhöht wurden.
Die
Ausgangssubstrate der Bodenbil-
dung können unterschiedliche Schwer-
metallgehalte aufweisen und entspre-
chend in Gruppen geordnet werden.
Die geogen bedingten Schadstoffantei-
le lassen sich dann vereinfacht über
den Wechsel dieser Ausgangsge-
steinsgruppen räumlich erfassen. Pe-
dogene Umverteilungen können über
die Bodentypen erfasst werden. In
Kombination, also über die Bodenform,
lassen sich somit räumliche Einheiten
differenzieren, die sich in ihren geoge-
nen Schwermetallgehalten voneinander
unterscheiden.
Der
Überschwemmungseinfluss zeigt
sich insbesondere in den Auengebieten
schadstoffbelasteter Gewässer, aus
denen durch Hochflutereignisse be-
lastete Sedimente auf die Flächen ge-
tragen werden. So lässt sich z. B. das
Belastungsniveau der Auen der Verei-
nigten Mulde deutlich von den umge-
benden Flächen abgrenzen. Wegen der
Heterogenität der Bodeneigenschaften
und Schadstoffgehalte innerhalb der
Überschwemmungsgebiete sind diese
unabhängig von den übrigen Flächen
getrennt zu bearbeiten.
Auch die
Bodennutzung und die damit
einhergehende vertikale Schadstoffum-
verteilung hat einen deutlichen Einfluss
auf die aktuell zu messenden Schad-
stoffkonzentrationen. Oftmals finden
sich durch Einträge in den Oberböden
höhere Schadstoffkonzentrationen, als
in den darunter liegenden Horizonten.
Durch regelmäßige Bodenbearbeitung
findet ein Einmischen und damit Ver-
dünnen der Schadstoffe über den ge-
samten Bearbeitungshorizont statt.
Unter forstlicher Nutzung fehlt diese
Verdünnung, zudem sind die immissi-
onsbürtigen Einträge in den Boden
durch den Baumbestand zumeist hö-
her, als unter Acker- oder Grünlandnut-
zung. Sind die B- oder C-Horizonte
hingegen aus schwermetallreichen
Ausgangssubstraten entstanden, dann
finden sich nach unten hin deutlich zu-
nehmende Konzentrationen. In den
Oberböden pausen sich dann die geo-
genen Gehalte der Ausgangssubstrate
deutlich durch.
Im
Siedlungsbereich treten die vorge-
nannten Einflussfaktoren oftmals zu-
rück und es dominieren für die Entste-
hung von Stadtböden typische Fakto-
ren wie die Nutzungsabfolge, lokale
Immissionen, Materialauftrag und Bo-
denumlagerungen und insbesondere
das Auftreten technogener Substrate.
Nur in den Fällen, in denen sich regel-
hafte Beziehungen der Schadstoffge-
halte im Boden durch diese Effekte
erklären lassen, ist auch hier eine Ü-
bertragung von Punktdaten in die Flä-
che statthaft.

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Digitale Bodenbelastungskarten
3.3 Datengrundlagen
Digitale Bodenbelastungskarten stellen
eine Schnittstelle von Informationen zur
Beschreibung der Schadstoffsituation
(Bodenanalysen), zu den bestimmen-
den Einflussfaktoren (Nutzung, Schad-
stoffgehalte im Substrat, ggf. Über-
schwemmung) sowie zusätzlichen In-
formationen zur Abgrenzung von Aus-
schlussflächen oder zur späteren Beur-
teilung der Ergebniskarten dar.
(Abbildung
2).
Abbildung 2: Datengrundlagen für Bodenbelastungskarten und Angabe ihrer
Quellen
Seite 11

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Digitale Bodenbelastungskarten
Seite 12
Während die Bodenuntersuchungen die
eigentlichen Stoffdaten und wichtige
Begleitparameter bereitstellen, enthal-
ten die Arbeitskarten die wesentlichen
Einflussfaktoren auf die Belastungssi-
tuation. Für die Vorbereitung, Prüfung
und Durchführung einer flächenhaften
Darstellung sind diese Informationen
unerlässlich.
Die Zusatzinformationen tragen im We-
sentlichen dazu bei, Ausschlussflächen
auszuweisen, für die nach den Regeln
der BBK keine flächenhaften Stoffin-
formationen bereitgestellt werden kön-
nen oder Flächen mit lokal zu berück-
sichtigenden Besonderheiten zu kenn-
zeichnen. Dieses betrifft insbesondere
Flächen mit Altlasten oder Altlastenver-
dacht, bergbaulich geprägte Flächen
mit Halden oder ausstreichenden Erz-
gängen oder Flächen mit Materialauf-
trag. Diese Informationen werden nach-
richtlich in der BBK dargestellt und hel-
fen, lokale Belastungen aufzudecken
und dienen der Interpretation und Be-
wertung im Umfeld. Dieses gilt auch für
Emittentenstandorte oder Hinweise aus
Immissionsmessprogrammen. Bei der
Bearbeitung des Siedlungsbereiches
sind weitere siedlungstypische Aspekte
zu ergänzen (s. Kapitel
7).
3.3.1 Bodenuntersuchungen
In digitalen Bodenbelastungskarten
werden die Stoffe erfasst, von denen
Beeinträchtigungen der Bodenfunktio-
nen ausgehen können. Vorrangig wer-
den Daten zu Gehalten an Schwerme-
tallen, PAK, ggf. PCB und PCDD/F
berücksichtigt. Entsprechende Er-
gebnisse von Bodenuntersuchungen
können in ganz unterschiedlichen Da-
tensammlungen vorhanden sein.
Die wichtigste Quelle für Daten über
Stoffgehalte in Böden Sachsens ist das
Fachinformationssystem Boden (FIS
Boden) des LfUG. Dort sind neben den
Messergebnissen zu den einzelnen
Stoffen auch Angaben, welche die
Messergebnisse erklären, enthalten.
Hierzu gehören die Dokumentation der
Analyseverfahren, Angaben zur Pro-
benentnahme oder Hinweise auf weite-
re Untersuchungsergebnisse, wie z. B.
pH-Wert, Körnung, Humusgehalt, die
zur Bewertung notwendig sind oder die
für die Interpretation des vorliegenden
Messwertes hilfreich sein können. Ein
Datenauszug für den Bereich einer
digitalen Bodenbelastungskarte wird
auf Anfrage vom LfUG zur Verfügung
gestellt.
Bei der Erstellung einer Bodenbelas-
tungskarte ist außerdem zu prüfen, ob
Ergebnisse von weiteren Bodenunter-
suchungen, z. B. bei der Landesanstalt
für Landwirtschaft, den Kommunen,
Abwasserverbänden oder Hochschulen
für das Untersuchungsgebiet vorliegen.
Diese Daten liegen, wenn sie über-
haupt digital vorhanden sind, oftmals in
ganz unterschiedlichen Formaten vor,
oft auch in analoger Form in Tabellen
oder Gutachten. Sie sind hinsichtlich
ihrer Vollständigkeit und Konsistenz zu
prüfen und bei Verwendbarkeit mit den
Daten des LfUG zusammenzuführen.
Im Rahmen der Qualitätssicherung
einer BBK sind bestimmte Mindestan-
forderungen an die Daten zu stellen.
Diese betreffen die Vollständigkeit der
Angaben zu Stoffgehalten (Messwert,
Einheit, Analysemethode, Raumbezug)
sowie einen Mindestumfang an Be-
gleitparametern und bodenkundlichen
Angaben (Tabelle
1).

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Materialien zum Bodenschutz
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Digitale Bodenbelastungskarten
Seite 13
Die Anforderungen an neue Bodenun-
tersuchungen, die im Rahmen der Er-
stellung einer BBK vorgenommen wer-
den sind ausführlich in Kapitel
8 und 10
dargestellt.
Tabelle 1: Mindestanforderungen an vorliegende Bodenuntersuchungen zur
Verwendung in einer BBK
Kategorie Anforderung
Raumbezug
Mindestens 6-stellige Rechts-/Hochwerte oder ein-
deutiger Flächenbezug (z. B. Flurstücks-Nr., Kar-
tenauszug) zur Nacherhebung der Koordinaten
Angabe der Entnahmetiefe
Stoffgehalte und Begleit-
parameter
Vollständigkeit der Messwerte (Einheit, Analysen-
methode)
Analysenmethoden gem. BBodSchV oder Nach-
weis der Eignung
pH-Wert, bei Bearbeitung des Siedlungsbereiches
ggf. weitere, wie C
org
, Tongehalt
Bodenkundliche Angaben
aus erfolgter Kartierung
- ggf. Nachkartierung
- notfalls hilfsweise Nach-
erhebung*
Bei der Probenahme erfasste Angaben:
Nutzung
Horizontangaben (Bezeichnung, Tiefe)
Bodenart und Skelettanteil
Bodenfarbe, Humusgehalt
Carbonatgehalt
Bodentyp und Substrat (Bodenform)
Für Siedlungsböden Untergliederung der Substrat-
ansprache im Hinblick auf das Belastungspotential
nach Meuser (1996a, b und 2002)
* falls in weiten Teilen des Datenbestandes diese Angaben fehlen, kann eine Nacherhebung anhand
von Bodenkarten für den Außenbereich erwogen werden. Im Siedlungsbereich ist eine Nachkartie-
rung unabdingbar.
3.3.2 Topografie
Die topografischen Basisdaten dienen
zum einen einer ersten Abgrenzung
des Untersuchungsgebietes auch im
Hinblick auf eine Unterscheidung in den
Bereich der naturnahen Nutzung und
den Siedlungsbereich und als Hinter-
grund bei der Auswertung und Visuali-
sierung der Ergebnisse. Grundsätzlich
sind alle in
Abbildung 2 genannten
Maßstabsebenen (TK 10, TK 25, TK
50) für das Bearbeitungsgebiet erfor-
derlich. Als Hintergrund für die BBK im
Außenbereich ist die topografische Kar-
te im Maßstab 1: 25.000 (TK 25) oder

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Digitale Bodenbelastungskarten
Seite 14
1:50.000 (TK 50) im Rasterformat am
besten geeignet. Für alle Arbeiten
zur Messnetzplanung / Probenahme
zur Anpassung von Maßnahmen der
Gefahrenabwehr im Außenbereich
im Überschwemmungsbereich
im Siedlungsbereich
ist die topografische Karte im Maßstab
1 : 10.000 (TK 10) als Grundlage he-
ranzuziehen.
3.3.3 Bodennutzung
Der Einfluss der Bodennutzung auf die
Höhe der gemessenen Stoffgehalte im
Oberboden kann erheblich sein. Für die
Erstellung digitaler Bodenbelastungs-
karten werden daher flächenhafte In-
formationen zur Nutzung benötigt. Ziel
ist es, ausreichende Datengrundlagen
für die Bildung homogener Raumein-
heiten (s. Kapitel
5.3) und für eine ggf.
später erforderliche Effektbereinigung
(s. Kapitel
5.4) zu erhalten.
Eine gute Grundlage für die Erfassung
der Nutzung liefert die Biotoptypen- und
Landnutzungskartierung (BTLNK), die
allerdings aufgrund unterschiedlicher
Aggregierung ggf. einer Nachbearbei-
tung bedarf. Kartenwerke wie ATKIS
enthalten bereits die erforderlichen In-
terpretationen und können zumeist oh-
ne weitere Bearbeitungsschritte aus-
gewertet werden. Da die Bodennutzung
einem zeitlichen Wandel unterliegt, sind
ggf. Aktualisierungen z. B. anhand ak-
tueller Luftbildaufnahmen erforderlich.
Voraussichtlich ab 2007 werden lan-
desweit aktuelle ALK-Daten zur Flä-
chennutzung auf Flurstücks- bzw.
Grundstücksebene vorliegen, die ins-
besondere für die Bearbeitung des
Siedlungsbereiches von großem Nut-
zen sind.
Für den Außenbereich mit Böden mit
weitgehend naturnahem Profilaufbau
werden Ackerland, Grünland und Forst
unterschieden. Alle anderen Nutzungen
können für den Außenbereich als Aus-
schlussflächen zusammengefasst wer-
den und sind ggf. im nächsten Schritt
bei der Erstellung der BBK für den
Siedlungsbereich genauer zu betrach-
ten. Hier sind die Nutzungen feiner zu
differenzieren und ggf. auch Bereiche
typischer Nutzungsabfolgen oder ähnli-
cher Siedlungsgeschichte gegeneinan-
der abzugrenzen (s. Kapitel
7).
3.3.4 Ausgangssubstrate
Die Schwermetallgehalte der Aus-
gangssubstrate der Bodenbildung kön-
nen einen erheblichen Einfluss auf die
Stoffgehalte im Oberboden haben. Um
diese Information für das jeweilige Un-
tersuchungsgebiet sachgerecht er-
mitteln zu können, sind mehrere Ar-
beitsschritte erforderlich. Zunächst sind
die vorkommenden bodenbildenden
Substrate zu ermitteln. In einem zwei-
ten Schritt sind diese Substrate bezüg-
lich ihrer Schwermetallgehalte zu cha-
rakterisieren und zu gliedern. In einem
letzten Arbeitsschritt ist der geogene
Anteil der Schwermetalle zu ermitteln,
der sich in die Oberböden durchpaust
(s. Kapitel
5.3). Als Informationsquellen
für diese Arbeitsschritte werden die
Abgrenzungen der Bodeneinheiten aus
der digitalen Bodenkarte (ggf. ergänzt
um Informationen aus geologischen
Karten) und Informationen zu den
Schwermetallgrundgehalten verbreite-
ter Substrattypen benötigt. Grundlage
für die Ausweisung der räumlichen Ein-
heiten der bodenbildenden Ausgangs-
substrate ist die digitale Bodenkarte im
Maßstab 1 : 50.000 (Abbildung
3). Wo
diese nicht verfügbar ist, finden sich

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Digitale Bodenbelastungskarten
entsprechende Informationen in der
Bodenkonzeptkarte BK konz, die flä-
chendeckend für ganz Sachsen erstellt
wurde. Die Bodenkarte beschreibt in
ihren Abgrenzungen Bodeneinheiten,
die unter Berücksichtigung der Boden-
typen, der Grundwasser- und Stau-
wasserverhältnisse, der Geogenese
bzw. Gesteinsart mit ihrer Stratigraphie
und der Bodenartenschichtung gebildet
worden sind. Ergänzt werden diese
Angaben ggf. um Informationen aus der
geologischen Karte.
Der zweite Bestandteil zur Erstellung
der Arbeitskarte enthält in tabellarischer
Form die natürlichen Schwermetallge-
halte der in Sachsen vorkommenden
Fest- und Lockergesteine.
Informationen zur flächenhaften
Verbreitung der bodenbildenden Sub-
strate und zu deren Schwermetall-
gehalten werden vom LfUG bereitge-
stellt.
Abbildung 3: Verfügbarkeit von Bodenkarten in Sachsen (Stand Feb. 2007)
3.3.5 Überschwemmungsbereiche
In Überschwemmungsbereichen finden
sich zumeist höhere Schadstoffgehalte
als in der unmittelbaren Umgebung.
Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt
im Einflussbereich schadstoffbefrachte-
ter Gewässer. Auch wenn heute eine
erheblich verbesserte Wasserqualität
zu beobachten ist, so finden sich auf-
grund der Belastungen der Vergangen-
heit in den Sedimenten teils extrem
hohe Schadstoffkonzentrationen. Bei
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Hochflutereignissen werden diese Se-
dimente zum Teil auf die Böden der
Überschwemmungsgebiete aufgetra-
gen und führen dort zu einer erhebli-
chen Schadstoffbelastung. Der Ab-
grenzung dieser Überschwemmungs-
flächen ist besonderes Augenmerk zu
schenken, da diese im weiteren Verfah-
ren der BBK separat zu betrachten
sind. Für eine Abgrenzung können ne-
ben den Grenzen der auentypischen
Bodeneinheiten insbesondere Daten-
und Kartengrundlagen des Hochwas-
serschutzes genutzt werden. Innerhalb
von Ortschaften und für Gewässer
I. Ordnung liegen Gefahrenkarten im
Maßstab 1:5.000 vor, in Ausnahmefäl-
len 1:10.000, für die Elbe 1:50.000.
Darüber hinaus sollten die Gefahren-
hinweiskarten (Atlas 1:100.000) und die
Karten der Hochwasserschutzkonzepte
(1:10.000; in Ausnahmefällen 1:25.000,
an der Elbe 1:50.000) sowie die Karten
der festgesetzten Überschwemmungs-
gebiete (1:25.000) herangezogen wer-
den. Ggf. sind Auswertungen anhand
von Höhenstufen durch ein digitales
Geländemodell heranzuziehen. Aller-
dings ist darauf zu achten, dass durch
Maßnahmen des Hochwasserschutzes,
des Gewässerausbaus oder durch Ge-
ländeumgestaltungen die aktuellen
Überschwemmungsflächen nicht unbe-
dingt den früheren Flächen entspre-
chen, die aber einen Belastungs-
schwerpunkt darstellen können. Gege-
benenfalls sind hierzu weitere Recher-
chen erforderlich. Alle Arbeiten zu den
Überschwemmungsflächen sollten im
Rahmen der BBK im Maßstab 1:10.000
erfolgen, um die notwendige Differen-
zierung zu erhalten.
3.3.6 Zusatzinformationen
Die Erhebung dieser Zusatzinformatio-
nen dient der Ausweisung von Aus-
schlussgebieten, für die im Rahmen der
BBK keine Angaben zu Stoffgehalten
gemacht werden können und der Be-
reitstellung möglicher Erklärungs- und
Interpretationshilfen. Zugleich geben
sie Hilfestellung bei der Messnetzpla-
nung für zusätzliche Bodenuntersu-
chungen.
3.3.6.1 Altlasten
Altlasten und altlastverdächtige Flä-
chen sind typische Ausschlussflächen
einer BBK. Die Erfassung der Belas-
tungssituation in diesen Bereichen er-
fordert eine andere, angepasste He-
rangehensweise und ist an der Sächsi-
schen Altlastenmethodik auszurichten.
Die Ergebnisse der Altlastenbearbei-
tung können wiederum einen Erklä-
rungsbeitrag für die Umgebung liefern.
Teilweise können Bodenuntersuchun-
gen bei der Erkundung in unbelasteten
Bereichen im Rahmen der BBK Ver-
wendung finden, sofern sie den in
Tabelle 1 genannten Mindestanforde-
rungen genügen. Informationen zu Alt-
lasten finden sich in den Katastern
SALKA, ALASKA und KANARAS beim
LfUG und in Gutachten und Daten-
sammlungen bei den bearbeitetenden
Behörden der Kreise und Regierungs-
präsidien.
3.3.6.2 Immissionen, Emittenten
Die nachrichtliche Darstellung einzelner
bedeutsamer Emittenten liefert oftmals
wichtige Erklärungen für die Stoffgehal-
te der umgebenden Flächen. Daten aus
Immissionsmessprogrammen, z. B.
zum Staubniederschlag oder zu Stoff-
einträgen kann ebenfalls zur Interpreta-

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Seite 17
tion beitragen. In Fällen, in denen die-
ser Belastungspfad an Dominanz ge-
winnt, können die sonst erheblichen
Nutzungs- und Substratgrenzen an
Bedeutung verlieren. Damit kann in
bestimmten Fällen auch im Siedlungs-
bereich eine unmittelbare flächenhafte
Darstellung der Stoffgehalte ermöglicht
werden (vgl. Kapitel
7.4.2).
3.3.6.3 Bergbau
Die Aktivitäten im Bergbau und ihre
Folgen im Hinblick auf die stoffliche
Bodenbelastung spielen in Sachsen
eine besondere Rolle. Während Hal-
den, Absetzanlagen und ausstreichen-
de Erzgänge für die BBK als Aus-
schlussflächen zu betrachten sind,
müssen aufgrund der Ausdehnung des
Bergbaus insbesondere im Erzgebirge
die Bergbaugebiete in die Betrachtun-
gen einbezogen werden. Oftmals liegt
in diesen Gebieten eine Fülle von Da-
ten zu Stoffgehalten in den Böden vor,
z. B. aus geochemischen Detailerhe-
bungen und den Sondermessnetzen
des LfUG. Ähnlich wie bei dominanten
Immissionseinflüssen können bei na-
hezu homogener Belastung durch
Bergbauaktivitäten zumindest in Teil-
räumen Punktdaten auf Teilflächen
übertragen oder sogar interpoliert wer-
den.
3.3.6.4 Materialaufschüttungen
Informationen zu Auffüllungen mit
Trümmerschutt oder Geländenivellie-
rungen mit technogenen Substraten
aber auch natürlichem Material sind im
Außenbereich ähnlich wie Deponien als
Ausschlussflächen zu betrachten. Im
Siedlungsbereich können diese Daten
hingegen ggf. Hinweise zur Differenzie-
rung verschiedener Raumeinheiten
liefern.
3.3.6.5 Klärschlammverwertung
Die landwirtschaftliche Klärschlamm-
verwertung spielt aktuell in Sachsen
eine eher untergeordnete Rolle. Nor-
malerweise finden sich auf Verwer-
tungsflächen keine höheren Schwerme-
tallbelastungen als auf Flächen ohne
Klärschlammausbringung. Daher kön-
nen ggf. vorliegende Daten aus Boden-
untersuchungen im Rahmen des Auf-
bringungsverfahrens für die Erstellung
der BBK genutzt werden. Ausnahmen
bilden Flächen, für die Anhaltspunkte
bestehen, dass dort in der Vergangen-
heit z. T. konzentriert große Mengen an
Klärschlamm oder anderen Abfällen
aufgebracht wurden.

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Seite 18
4 Methodik zur Erstellung einer BBK
4.1 Methodische Grundlagen
Grundsätzlich stehen zwei Wege zur
Verfügung, um Punktdaten flächenhaft
darzustellen:
die Übertragung statistischer Kenn-
werte (z. B. Mittelwert oder Median)
auf die betreffenden Flächenanteile
die räumliche Interpolation.
Für beide Verfahren ist vorauszuset-
zen, dass die Höhe der Werte der Stoff-
konzentration nicht willkürlich im Raum
verteilt ist, sondern dass sich ein räum-
licher Zusammenhang finden lässt.
4.1.1 Übertragung statistischer
Kennwerte
Bei der Zuweisung eines Kennwertes
muss dieser für den betreffenden Flä-
chenteil repräsentativ sein, das heißt
diese Raumeinheit hinsichtlich seiner
Stoffkonzentration mit hinreichender
Sicherheit und möglichst geringen
Streuungsmaßen (Standardabwei-
chung, Interquartilabstand) wiederge-
ben. Das gelingt nur, wenn sich die
Konzentrationen innerhalb der Raum-
einheit ähnlicher sind, als außerhalb. In
den meisten Fällen kann dieses durch
den passenden Zuschnitt des Untersu-
chungsgebietes in Flächenteile mit ähn-
lichen Einflussfaktoren auf die Stoffge-
halte erzielt werden. Diese homogenen
Raumeinheiten lassen sich dadurch
bilden, dass die wesentlichen bekann-
ten Einflussgrößen auf die Stoffgehalte,
wie Nutzung, Ausgangsgestein und
Überschwemmungseinfluss miteinan-
der verschnitten werden (s. Kapitel
5.3.
Im Siedlungsbereich treten ggf. weitere
Faktoren hinzu, die bei der Bildung
homogener Raumeinheiten zu berück-
sichtigen sind (s. Kapitel
7). Ein Nach-
teil dieses Verfahrens besteht darin,
dass eine mögliche Feindifferenzierung
unterbleibt und dass sich langsame,
stetige Konzentrationsveränderungen
im Raum (z. B. bei Emittenten) kaum
oder nur in Form von Konzentrations-
sprüngen wiedergeben lassen.
4.1.2 Räumliche Interpolation
Im Rahmen der Bearbeitung einer BBK
ist die Interpolation von Punktdaten der
Übertragung von statistischen Kenn-
werten vorzuziehen. Ziel der raumbe-
zogenen Interpolation auf Basis geosta-
tistischer Verfahren ist die bestmögli-
che Schätzung der zu erwartenden
Werte in der Fläche anhand einer
Stichprobe. Geostatistische Verfahren
können nur angewendet werden, wenn
im Wesentlichen die zwei folgenden
Annahmen erfüllt sind (HEINRICH
1992):
hauptsächlich zufallsbedingte
Schwankungen der Messwerte mit
räumlichen Persistenzeffekten und
stetige Werteverteilung.
Persistenzeffekte liegen dann vor,
wenn sich nahe beieinander liegende
Messpunkte ähnlicher sind, als weiter
entfernte. Diese Effekte bedingen die
räumliche Korrelation der Messwerte
und machen eine Schätzung erst mög-
lich. Im Wesentlichen sollten die Mess-
wertunterschiede zufallsbedingt sein
und die Daten somit einer Normalver-
teilung folgen. Dieser Punkt leitet über
zur zweiten Voraussetzung im Hinblick
auf eine stetige Werteverteilung. Diese
bedeutet, dass sich die Werteverteilung
in der Fläche ohne effektbedingte
Sprünge vollzieht. Solche Effekte wie
der räumliche Wechsel des Substrates

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Seite 19
oder der Nutzung können das grund-
sätzliche Niveau der Messwerte verän-
dern und erfordern die Teilung der Flä-
che in unterschiedliche Raumeinheiten.
Eine Interpolation über bekannte
Raumgrenzen hinweg sollte grundsätz-
lich unterbleiben, zumal Schätzgüte
(Varianz) und die Wiedergabe der tat-
sächlichen Stoffgehalte durch die Nivel-
lierung einer scharfen Grenze negativ
beeinflusst werden.
Da sich in den meisten Fällen das Un-
tersuchungsgebiet in unterschiedliche
Raumeinheiten unterteilt, bieten sich für
die Einhaltung der Voraussetzung der
Stetigkeit zwei Wege an:
Interpolation nur innerhalb der ein-
zelnen Raumeinheiten oder
Standardisierung, d. h. Bereinigung
der Effekte vorab und anschließen-
de flächendeckende Interpolation.
Eine Effektbereinigung oder Standardi-
sierung erfolgt dadurch, dass die er-
klärbaren Unterschiede in den Stoff-
gehalten zwischen den unterschiedli-
chen Raumeinheiten weitestgehend
beseitigt werden. So kann z. B. der
unterschiedlich hohe geogen bedingte
Anteil der Stoffkonzentration im Boden
abgezogen werden; für Unterschiede
im Hinblick auf die Nutzung können
Korrekturfaktoren ermittelt werden.
Nach erfolgter Interpolation sind diese
Korrekturen wieder rückzurechnen.
Der Vorteil der raumübergreifenden
Interpolation nach einer Effektbereini-
gung liegt darin, dass alle Messwerte
für die Berechnung zur Verfügung ste-
hen und sich in kleinen Raumeinheiten
mit geringer Messwertdichte und in den
Grenzbereichen der homogenen
Raumeinheiten die Schätzgüte verbes-
sern lässt.
Unterteilt sich das Untersuchungsge-
biet nur in wenige Raumeinheiten mit
jeweils ausreichender Datenlage oder
ist eine Effektbereinigung nicht erfolg-
reich durchführbar, so ist die Interpola-
tion in den einzelnen Raumeinheiten
separat durchzuführen und der Über-
tragung von Kennwerten vorzuziehen.
Ein häufig angewandetes Verfahren zur
Interpolation ist das Kriging. Es basiert
auf der gewichteten räumlichen Mittel-
wertbildung. Die spezifischen Gewichte
der Nachbarpunkte sind nicht (durch
eine Distanzabnahmefunktion) zuvor
determiniert, sondern werden für jeden
einzelnen Interpolationspunkt optimiert,
so dass die Schätzung verzerrungsfrei
und bestmöglich im Sinne kleinster
Fehlervarianz ist (STREIT 1982). Als
Ergebnis entsteht eine digitale Karte im
Rasterformat mit definierten Zellengrö-
ßen (z. B.: 25 x 25 m). Für jede Raster-
zelle wird mit Hilfe der Interpolations-
algorithmen ein Wert ermittelt. Zu be-
achten ist, dass die Messwerte der
Stützpunkte nicht in jedem Falle mit
dem interpolierten Wert übereinstim-
men, sondern in Abhängigkeit von den
Umgebungswerten eine Gewichtung
erfahren. Somit erfolgt eine Glättung
der Werteoberfläche.
Ein Vorteil des Verfahrens besteht dar-
in, dass neben der Karte mit den
Schätzwerten als weiteres Ergebnis
auch eine Karte mit den entsprechen-
den Semivarianzen erzeugt wird, die
Aussagen zum Schätzfehler zulässt.
Für jeden geschätzten Wert steht damit
auch eine Angabe über die Schätzgüte
für diese Rasterzelle zur Verfügung.
Nach MEULI et al. (1996) sind die An-
gaben zur Qualität der Schätzung e-
benso wichtig wie die Schätzwerte
selbst und sollten zum Standard raum-

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bezogener Interpolationen gehören.
Daher ist zur Erstellung digitaler Bo-
denbelastungskarten zunächst das
Kriging als Methode der Interpolation
anzuwenden. In Einzelfällen können
andere Verfahren (z. B. die Invers-
Distanz-Wägung) bessere Ergebnisse
erzielen. Da hierbei keine Aussagen
zur Schätzgüte erzeugt werden, ist der
Vorteil z. B. durch eine Kreuzvalidie-
rung gemessener gegenüber den ge-
schätzten Werten zu belegen.

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Seite 21
5 Arbeitsschritte zur Erstellung einer BBK
Im Folgenden werden die in Kapitel 3.1
beschriebenen Arbeitsschritte zur Er-
stellung einer BBK konkretisiert. Die in
Abbildung 4 dargestellte Schrittfolge
stellt den empfohlenen Bearbeitungs-
weg dar, der an bestimmten Prüfstellen
in mehrere Möglichkeiten zum weiteren
Vorgehen verzweigt. Die wesentlichen
Entscheidungskriterien und die darauf
aufbauenden Bearbeitungsmethoden
werden nachfolgend beschrieben.
5.1 Strategisch-planerische
Vorarbeiten
Der erste Schritt umfasst den Bereich
der planerischen Vorarbeiten. Hier ist
festzulegen, für welche Fragestellun-
gen und für welches Gebiet die BBK
erstellt werden und ob auch der Sied-
lungsbereich mit bearbeitet werden soll.
Die spätere Anwendung der BBK be-
dingt letztlich den Bearbeitungsumfang.
So ist zu entscheiden, ob sich die BBK
auf den Oberboden beschränken soll,
oder ob auch, z. B. im Hinblick auf an-
fallenden Bodenaushub, der Unterbo-
den und ggf. die organischen Auflage-
horizonte im Wald mit in die Betrach-
tung einbezogen werden sollen. Da das
Bodenschutzrecht eine Beurteilung des
Transfers Boden-Pflanze im Rahmen
der landwirtschaftlichen Nutzung auch
auf mobile, ammoniumnitratlösliche
Gehalte stützt, ist eine Ergänzung zu
den sonst üblichen Gehalten auf Basis
des Königswasserextrakts zu prüfen.
Es wird grundsätzlich empfohlen, zu-
nächst keine Einschränkungen bei der
Datensuche vorzunehmen, um im Zuge
der Datenrecherche alle Daten verfüg-
bar zu machen. Spätere Entscheidun-
gen können dann z. B. auch an die
vorhandene Datendichte geknüpft wer-
den. Weiterhin ist festzulegen, in wel-
chem Maßstab die Bearbeitung erfol-
gen soll. Hier ist zum einen die spätere
Anwendung z. B. im Hinblick auf Ab-
grenzung von flächenhaften schädli-
chen Bodenveränderungen ebenso zu
berücksichtigen, wie der Maßstab der
vorhandenen flächenhaften Daten-
grundlagen.
Für Überblicksbetrachtungen ist der
Maßstab von 1 : 50.000 ausreichend.
Sollen sich später gebietsbezogene
Maßnahmen auf die Ergebnisse der
BBK stützen, so ist eine Bearbeitung im
Maßstab 1 : 25.000 vorzusehen. Für
den Siedlungsbereich ist dieser Maß-
stab für die meisten Fragestellungen
nicht ausreichend. Hierfür ist ebenso
wie für die Bearbeitung der Über-
schwemmungsbereiche ein Maßstab
von 1 : 10.000 zu verwenden. Bei der
Beschaffung von Daten- und Karten-
grundlagen ist grundsätzlich die Ver-
fügbarkeit aller vorgenannten Maßstä-
be zu prüfen. Ggf. ist der Bearbei-
tungsmaßstab anzupassen, falls die
Datengrundlagen dieses erfordern.
Eine inhaltslose Vergrößerung ist im
Rahmen der BBK nicht zielführend.

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Abbildung 4: Ablaufschema zur Erstellung einer BBK
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Abbildung 4: Ablaufschema zur Erstellung einer BBK (Fortsetzung)
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Abbildung 4: Ablaufschema zur Erstellung einer BBK (Fortsetzung)
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Abbildung 4: Ablaufschema zur Erstellung einer BBK (Fortsetzung)
5.2 Datenrecherche, -
erfassung und -
validierung
An die planerisch-vorbereitenden
Schritte schließt sich die Datenbeschaf-
fung an. Zunächst sind alle in Kapitel
3.3 genannten Datengrundlagen zu
bereits erfolgten Bodenuntersuchun-
gen, zu den flächenhaften Einflussfak-
toren und die notwendigen Zusatzin-
formationen zu recherchieren. Alle Kar-
tengrundlagen sind digital zusammen-
zustellen. Oftmals ist eine Digitalisie-
rung analoger Kartenwerke notwendig,
da für die Erstellung homogener Raum-
einheiten Geometrien und Sachdaten
vorliegen müssen. Die Bodenuntersu-
chungen sind mit UBoden (Softwaretool
des LfUG) zu
e
rfassen und in eine Da-
tenbankstruktur zu überführen, die eine
spätere Weiterbearbeitung ermöglicht
(z. B. log-Transformationen) und in
GIS- (z. B. ArcGIS) und Statistikpro-
gramme (z. B. SPSS) einlesbar ist.
Bodenuntersuchungen des LfUG sind
mit dem Modul UBoden erfasst worden
und liegen in einer für die BBK geeig-
neten Struktur vor. Für die Erfassung
von Bodenuntersuchungsergebnissen
aus analogen Untersuchungsberichten,
Datensammlungen oder Gutachten
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Seite 26
stellt das LfUG den Erfassungsbaustein
UBoden kostenfrei zur Verfügung.
Hiermit sind auch die eingehenden Da-
ten aus notwendigen zusätzlichen Un-
tersuchungen zu erfassen.
Zunächst sind alle verfügbaren Boden-
untersuchungen zu erfassen, unabhän-
gig von einer tatsächlichen Eignung für
die Berücksichtigung bei der Erstellung
der BBK. Die Überprüfung der Eignung
erfolgt im Arbeitsschritt der Validierung.
Hier ist für jeden Datensatz zu prüfen,
ob er vollständig ist und die Mindestan-
forderungen aus
Tabelle 1 einhält. Feh-
lende Angaben (z. B. zur Nutzung, zum
Raumbezug) sind möglichst nach-
zuerheben. Wenn dieses nicht möglich
ist, ist dieser Datensatz auszusondern.
Das Aussondern kann am besten über
ein separates Datenfeld (z. B. „valide“
ja/nein) erfolgen. Grundsätzlich sind in
der Validierungsphase Daten keines-
falls zu löschen, da sie später ggf. noch
Hinweise liefern oder die Interpretation
erleichtern können. Vollständige Da-
tensätze sind anschließend auf Plausi-
bilität zu prüfen, z. B. im Hinblick auf
die Lage, die Nutzung oder die Analy-
tik. Auch hier sind unplausible und im
Nachhinein nicht korrigierbare Daten-
sätze auszusondern.
Im Folgenden ist auch festzulegen, wie
mit Messwerten unterhalb der Bestim-
mungsgrenze verfahren werden soll,
zumal bei der Zusammenführung von
Bodenuntersuchungen unterschiedli-
cher Veranlassung auch unterschiedli-
che Bestimmungsgrenzen angegeben
sein können. Es wird empfohlen, für
statistische Auswertungen und die spä-
tere flächenhafte Darstellung Messwer-
te unterhalb der Bestimmungsgrenze
grundsätzlich auf den Wert der halben
Bestimmungsgrenze zu setzen. Treten
bei der Ermittlung bestimmter Perzenti-
le regelmäßig Messwerte unterhalb der
Bestimmungsgrenze auf, ist je nach
Höhe der Bestimmungsgrenze zu prü-
fen, ob diese Werte für Perzentilermitt-
lungen auf „0“ gesetzt werden. Dieses
gilt insbesondere für ältere Datenbe-
stände mit aus heutiger Sicht hohen
Bestimmungsgrenzen. Es wird empfoh-
len, für Summenparameter wie PAK die
Messwerte der Einzelverbindungen
unterhalb der Bestimmungsgrenze
grundsätzlich auf „0“ zu setzen.
Liegen mehrere Messwerte für unter-
schiedliche Profiltiefen vor (z. B. 0-2 cm
und 2-10 cm), so sind diese entspre-
chend gewichtet zusammenzufassen;
für Acker- und Gartennutzung auf eine
Tiefe von 0-30 cm, für die übrigen Nut-
zungen 0-10 cm. Liegt nur ein Mess-
wert für eine Teiltiefe vor (z. B. 10-20
cm anstelle 0-30 cm), so ist im Einzel-
fall über die Verwendbarkeit zu ent-
scheiden. Das Ergebnis der Validierung
stellt sich als Gesamtheit der für die
BBK aktuell verfügbaren Datensätze
dar.
5.3 Bildung homogener
Raumeinheiten
Die Bildung homogener Raumeinheiten
ist Grundvoraussetzung, um aus den
vorhandenen Punktdaten eine flächen-
hafte Darstellung zu ermöglichen. Die-
sem zentralen Arbeitsschritt ist daher
besondere Aufmerksamkeit zu schen-
ken. Homogene Raumeinheiten kenn-
zeichnen Flächenanteile des Untersu-
chungsgebietes, die sich im Hinblick
auf die Einflussfaktoren der stofflichen
Bodenbelastung (s. Kapitel
3.2) ähnlich
sind und sich entsprechend gegenüber
anderen Raumeinheiten abgrenzen
lassen. Für die BBK im Außenbereich

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bilden die homogenen Raumeinheiten
das Ergebnis der Verschneidung der
Haupteinflussfaktoren Bodennutzung,
Ausgangssubstrat und Überschwem-
mungseinfluss (Abbildung
5).
Bodennutzung
Für die Bodennutzung wird im Rahmen
der BBK im Außenbereich zwischen
Acker, Grünland und Forst unterschie-
den. Sofern zwischen den Stoffgehal-
ten der Nutzungen Acker und Grünland
keine Unterschiede erkennbar sind und
statistische Analysen dieses belegen,
können diese Gruppen zusammenge-
fasst werden.
Ausgangssubstrat
Für die Differenzierung der geogenen
Ausgangsgehalte sind die wesentlichen
Substrate als Gliederungsmerkmal vor-
zusehen, wobei die oberflächennah
anstehenden Schichten (0-0,5 m unter
GOF) von besonderem Interesse sind.
Flächen, die sich hinsichtlich ihrer geo-
genen bzw. pedogenen Schwermetall-
gehalte unterscheiden, sind von einan-
der abzugrenzen. Zumeist enthält diese
Arbeitskarte noch eine Vielzahl von
Einheiten bodenbildender Ausgangs-
substrate mit deren Schwermetallgehal-
ten. Im Anschluss sind diese Einheiten
auf eine überschaubare Anzahl von
Einheiten mit weitgehend ähnlichen
Stoffgehalten zusammenzufassen. Da
die bodenbildenden Substrate bei ein-
zelnen Elementen unterschiedliche
Gruppierungen erfordern (z. B. im Hin-
blick auf erhöhte As-, Cr- oder Ni-
Gehalte), sind die homogenen Raum-
einheiten grundsätzlich elementspezi-
fisch anzulegen. Wichtige lokale Be-
sonderheiten, wie Mineralisationen sind
gesondert zu erfassen und darzustel-
len.
Überschwemmungseinfluß
Da Überschwemmungsflächen separat
bearbeitet werden, ist die Kennzeich-
nung dieser Gebiete als Raumeinheit
zunächst in maximaler Ausdehnung
vorzunehmen; Maßnahmen des Hoch-
wasserschutzes, des Gewässeraus-
baus und ggf. Geländeumgestaltungen
sind zu berücksichtigen (s. Kap.
6).
Die Daten der jeweils gebildeten
Raumeinheiten sind statistischen Ana-
lysen zu unterziehen. So ist zu prüfen,
ob einzelne Datensätze innerhalb einer
homogenen Raumeinheit im Hinblick
auf die Verteilung oder die Streuung
eine Sonderstellung einnehmen. Als
Grenze für die Aussonderung von Ex-
tremwerten wird der 5-fache Interquarti-
labstand (75. Perzentil – 25. Perzentil)
empfohlen (vlg. UMEG 2002). Zwei-
und mehrgipflige Verteilungen deuten
darauf hin, dass bislang unberücksich-
tige Effekte eine weitere Unterteilung
der Raumeinheit erfordern. Ziel ist es,
eine möglichst geringe Anzahl homo-
gener Raumeinheiten auszuweisen. Als
erster Anhaltspunkt für eine Unterglie-
derung können Unterschiede im Hin-
blick auf das 10., 50. und 90. Perzentil
dienen. Für die Untergliederung in
Raumeinheiten bzw. deren Überprü-
fung des Zuschnitts können statistische
Signifikanz-, Faktoren- oder Clustera-
nalysen herangezogen werden.
Nach der Bildung homogener Raum-
einheiten ist die Datenlage in den ein-
zelnen Einheiten im Hinblick auf ihre
Anzahl und räumliche Verteilung zu
prüfen. Empfehlenswert für die Bear-
beitung im Bereich naturnaher Böden
(ohne Auen- bzw. Überschwemmungs-
bereiche) sind 20 valide Datensätze pro
Raumeinheit (UMEG 2002), als Unter-

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grenze sind 10 Datensätze zu betrach-
ten (LUA 2000). Als Kompromiss zwi-
schen Aussagesicherheit und Probe-
nahmeaufwand hat sich eine Anzahl
von 1 Probenahmestelle pro 4 km² als
praxistauglich erwiesen (LUA 2000 und
2006, UMEG 2002).
Bei offensichtlich unzureichender Da-
tenlage wird bereits in diesem Bearbei-
tungsschritt eine Nacherhebung durch
neue Bodenuntersuchungen erforder-
lich. Die Messnetzplanung für diese
notwendigen Bodenuntersuchungen
hat die Erkenntnisse aus der Bildung
der homogenen Raumeinheiten aufzu-
nehmen, um eine für die Aussagesi-
cherheit optimale Verteilung der Probe-
nahmestellen zu gewährleisten. Erlaubt
die Datenlage trotz geringer Dichte
bzw. Anzahl ein weiteres Vorgehen in
der Bearbeitung der BBK, sollte vor der
Nacherhebung eine flächenhafte Dar-
stellung der Stoffgehalte erfolgen und
die Messnetzplanung anhand der Karte
des Untersuchungsbedarfs (Abgleich
der Aussagesicherheit mit der Höhe der
geschätzten Stoffgehalte) weiter quali-
fiziert werden (s. Kapitel
5.5).
Abbildung 5: Bildung von homogenen Raumeinheiten als Grundlage für die
Übertragung von Punktdaten in die Fläche
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Vor dem Schritt der flächenhaften Dar-
stellung sind die Überschwemmungs-
flächen vom Bearbeitungsgebiet abzu-
trennen und separat zu betrachten.
Diese Abtrennung ist erforderlich, da
sich die Schadstoffgehalte zwischen
Flächen innerhalb und außerhalb des
Überschwemmungseinflusses deutlich
unterscheiden, mithin keine direkte
Interpolation erlauben. Auch eine Ef-
fektbereinigung oder Standardisierung
liefert zumeist ein unzutreffendes Bild,
da auch der eigentliche Überschwem-
mungsbereich im Hinblick auf die Be-
lastungssituation nicht einheitlich ist,
vielmehr wechseln kleinräumig Berei-
che starker Belastung mit Bereichen
geringer Belastung ab. Daher erfordern
Überschwemmungsbereiche eine sepa-
rate Bearbeitung (s. Kapitel
6). Bei der
Abtrennung ist darauf zu achten, dass
der Überschwemmungsbereich voll-
ständig in die separate Bearbeitung
überführt wird. Es ist sicherzustellen,
dass im verbleibenden Bearbeitungs-
gebiet kein wesentlicher und flächen-
hafter Überschwemmungseinfluss mehr
vorliegt. Dabei sind auch historische
Überschwemmungsgebiete zu berück-
sichtigen, die heute keiner Über-
schwemmung mehr unterliegen (z. B.
Eindeichungen, Gewässerverlegungen,
Altarme).
Kleinere Auenbereiche, die sich nicht
differenzieren lassen, Auen unbelaste-
ter Fließgewässer oder einfach struktu-
rierte Überschwemmungsbereiche oh-
ne erkennbar notwendige weitere Un-
terteilungen können verbleiben und
zusammen mit den übrigen Raumein-
heiten in einem Schritt weiter bearbeitet
werden. Hierbei ist zu prüfen, ob die
Voraussetzungen für eine flächenhafte
Darstellung durch Interpolation gege-
ben sind oder durch eine Effektbereini-
gung erzielt werden können.
5.4 Flächenhafte Darstellung
Ziel der BBK ist es, aus den punktbe-
zogenen Aussagen zu den Stoffgehal-
ten in Böden eine Übertragung in die
nicht beprobte Fläche zu erreichen.
Diese Übertragung ist nur möglich,
wenn die Konzentrationsunterschiede
durch bekannte, quantifizierbare und
räumlich definierte Effekte weitgehend
erklärt werden können. Der erste
Schritt hierzu erfolgt bereits durch die
Bildung homogener Raumeinheiten.
Der einfachste Weg einer flächenhaften
Darstellung ist die Übertragung z. B.
der Mediane der Konzentrationen auf
die gesamte Fläche der jeweiligen
Raumeinheiten. Der wesentliche Nach-
teil dieser Methode ist die fehlende
weitere Differenzierung der Stoffgehalte
in den Raumeinheiten und das angren-
zende Probenahmestellen anderer
Raumeinheiten unberücksichtigt blei-
ben. Zudem werden stetige Effekte, wie
die Abnahme des Immissionseinflusses
von einer Quelle durch diese Methode
nicht abgebildet. Problematisch ist es,
wenn sich unter Berücksichtigung die-
ser Effekte ein Klassensprung (z. B.
eine Prüfwertüberschreitung) innerhalb
einer Raumeinheit vollzieht, der durch
die einfache Werteübertragung unent-
deckt bleibt.
Die bestmögliche differenzierte Abbil-
dung der Stoffkonzentration in der Flä-
che wird durch die Interpolation erzielt.
Im Rahmen der BBK sollte daher stets
versucht werden, durch entsprechende
Vorbereitung der Daten und homoge-
nen Raumeinheiten eine Interpolation
zu ermöglichen. Ziel der Datenvorberei-
tung ist es demnach, die Grundvoraus-

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setzungen für die Anwendbarkeit von
Interpolationsverfahren zu schaffen und
das flächenhafte Schätzergebnis zu
optimieren. Die Voraussetzung einer
Normalverteilung der Messwerte ist bei
Daten zu Stoffkonzentrationen in Bö-
den oftmals nicht gegeben, kann aber
über eine Logaritmierung in den meis-
ten Fällen erreicht werden. Die Über-
prüfung erfolgt über statistische Tests
auf Normalverteilung.
Im Rahmen der Erstellung einer BBK
ist vorrangig eine übergreifende Inter-
polation nach Effektbereinigung durch-
zuführen. Dazu sind die Effekte der
Nutzung, des Ausgangsgesteins und
ggf. der Überschwemmung aus den
Ausgangsdaten herauszurechnen. Die
so standardisierten Daten sollten nun in
der Fläche eine homogene Werteober-
fläche ohne erkennbare Sprünge auf-
weisen. Wenn dieses nicht gelingt,
muss ggf. für Teilbereiche auf eine ü-
bergreifende Interpolation verzichtet
werden und es kann nur eine Interpola-
tion innerhalb einzelner Raumeinheiten
erfolgen.
Abbildung 6: Schematische Darstellung der Übertragung von Punktdaten auf
die Fläche
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Seite 31
Zur Effektbereinigung ist zunächst der
geogen bedingte Stoffanteil zu ermitteln
und abzuziehen. Die gemessenen
Stoffgehalte in Oberböden entsprechen
immer der Summe aus der geogen be-
dingten Vorbelastung und der anthro-
pogen bedingten Zusatzbelastung. Da-
her ist vorab der jeweilige Durchpau-
sungsfaktor zu bestimmen, der angibt,
in welchem Ausmaß sich die Schwer-
metallgehalte des Ausgangssubstrates
im Oberboden wiederfinden.
Durch die Durchpausungsfaktoren soll
pedogenen Umverteilungsprozessen
und der Tatsache Rechnung getragen
werden, dass Auflagen und Oberböden
eine Senke für alle aus der Atmosphäre
eingetragenen Stoffe bilden. Bei nur
geringem oder mäßigem Gesteinsein-
fluss liegen die Gehalte von umweltre-
levanten Schwermetallen im Unterbo-
den beispielsweise um den Faktor 10
niedriger als im Oberboden. Für die
Ermittlung der Durchpausungsfaktoren
sind die gemessenen Gehalte für jeden
Stoff auf die zu unterscheidenden ho-
mogenen Raumeinheiten (Kombination
aus bodenbildendem Substrat und Nut-
zungstyp) aufzuteilen und statistisch
auszuwerten. Berechnet werden die
Mediane der jeweiligen Verteilungen
außerhalb der Überschwemmungsge-
biete. Die so ermittelten Werte werden
für jeden Stoff mit den Angaben zu den
natürlichen Gehalten des Ausgangs-
substrats in Beziehung gesetzt. Ziel
dieser Vorgehensweise ist es, die
anthropogenen Anreicherungen der
jeweiligen Metalle in den Oberböden
festzustellen. Aus diesen Anreicherun-
gen kann dann der geogene Anteil ab-
geschätzt, und der stoffspezifische
Durchpausungsfaktor berechnet wer-
den.
Die Berechnung der Durchpausungs-
faktoren beginnt üblicherweise mit den
Element Nickel, da dieses Schwerme-
tall kaum anthropogen in Oberböden
angereichert wird. Ausnahmen bilden
Gebiete mit erwiesenermaßen hohen
Nickeleinträgen, z. B. in St. Egidien
oder Aue mit Nickelemittenten (Metall-
hütten). In diesen Fällen oder wenn die
Datenlage für Nickel nicht ausreicht
oder sehr geringe Gehalte auftreten,
dann können auch Daten zu anderen
Schwermetallen verwendet werden,
deren anthropogene Anreicherung in
Böden vernachlässigbar ist. Bei einer
unvollständigen Datenlage oder großer
Variabilität in der Fläche kann die Ab-
schätzung der geogenen Gehalte unsi-
cher sein. Gegebenenfalls sind dann
gebietsbezogene Anpassungen der
Angaben der geogenen Gehalte not-
wendig. Da in den Bodenuntersu-
chungsdaten des LfUG (FIS Boden)
auch Angaben zu Schwermetallgehal-
ten der Unterböden ungestörter Bo-
denprofile enthalten sind, kann der
Substrateinfluss näherungsweise auch
aus den Konzentrationen im Unterbo-
den abgeleitet werden. Dieses Vorge-
hen kann in Bergbaugebieten mit flä-
chendeckender leichter Mineralisation
von Vorteil sein, da landesweite Mittel-
werte von Substraten diese Besonder-
heit nicht berücksichtigen.
Für die Siedlungsböden ist die Schaf-
fung entsprechender Datengrundlagen
zu den bodenbildenden natürlichen und
technogenen Substratenin vielen Fällen
erst ein Teil der Bearbeitung innerhalb
der BBK (s. Kapitel
7).
Die Nutzungsunterschiede lassen sich
anschließend über einen Korrekturfak-
tor rechnerisch ausgleichen (LUA
2000). Dazu werden die Mediane der

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Stoffkonzentrationen der einzelnen
Nutzungseinheiten (Acker, Grünland,
Forst) in Relation gesetzt. Als Korrek-
turfaktor dient dabei das Verhältnis der
Mediane der einzelnen Stoffkonzentra-
tionen in Bezug zu der als Standard
gesetzten Nutzung (z. B.: Standardnut-
zung: Acker=1, Grünland=1,5,
Forst=3). Sollten sich diese Faktoren
innerhalb des Untersuchungsgebietes
deutlich unterscheiden oder stark
schwanken, ist zunächst der Versuch
zu unternehmen, für Teilgebiete ent-
sprechende Faktoren abzuleiten. Da
das spätere Interpolationsergebnis für
die zugeordnete Rasterzelle wieder re-
standardisiert werden muss, beeinflusst
die Güte der Effektbereinigung auch
das Ergebnis der BBK (Karte der ge-
schätzten Stoffgehalte). Zusätzlich zur
Varianz im Rahmen der Interpolation ist
auch die Varianz der Effekte (bzw. der
verwendeten Faktoren) bei der Fehler-
betrachtung zu berücksichtigen.
Die Korrektur wird für jeden in die In-
terpolation eingehenden Datensatz und
für jeden zu betrachtenden Stoff nach
der folgenden Gleichung GL1 durchge-
führt:
SB = (S - G) * NF (ggf.* ÜF)
(GL1)
SB Stoffgehalt im Oberboden, bereinigt um
den Einfluss Substrat, Bodennutzung
und ggf. Überschwemmung
S Stoffgehalt im Oberboden
G Geogen bedingter Stoffgehalt des Bo-
dens
NF Nutzungsfaktor
ÜF Überschwemmungsfaktor
Für die Interpolation im Rahmen der
BBK ist zunächst das Kriging-Verfahren
heranzuziehen. Hierfür ist eine räumli-
che Analyse mittels der Semivari-
ogramme erforderlich. Die geeigneten
Interpolationsparameter müssen für
jeden Einzelfall durch eine Anpassung
des Modells an die empirisch ermittel-
ten Werte abgeleitet werden. Die Ras-
terauflösung für eine Interpolation sollte
maßstabsabhängig wie folgt gewählt
werden:
Maßstab 1 : 50.000: 50 x 50 Meter
Maßstab 1 : 25.000: 25 x 25 Meter
Maßstab 1 : 10.000: 10 x 10 Meter.
Nach der Rückrechnung der Effekte
entsprechend GL1 erfolgt die Überprü-
fung des Interpolationsergebnisses.
Falls die Überprüfung der Karte der
geschätzten Stoffgehalte im Hinblick
auf die erzielte Aussagesicherheit und
bei einer Kreuzvalidierung zwischen
gemessenen und geschätzten Werten
nicht überzeugt, kann alternativ auch
das „Inverse Distance Weighted Inter-
polation (IDW)“-Verfahren eingesetzt
werden. Falls das Interpolationsergeb-
nis nicht verbessert werden kann, ist zu
prüfen, ob die Datenvorbereitung oder
auch der Zuschnitt der homogenen
Raumeinheiten noch optimiert werden
kann. Anderenfalls ist eine Übertragung
statistischer Kennwerte (Mittelwert,
Median) für diese Flächen vorzuneh-
men.
Im Ergebnis wird in diesem Bearbei-
tungsschritt eine Karte der geschätzten
Stoffgehalte erzeugt. Ggf. abgetrennte
Raumeinheiten, die separat interpoliert
wurden oder in denen eine Übertra-
gung statistischer Kenngrößen erfolgte
werden hierin wieder vereint. Auch die
Ergebnisse der Bearbeitung der Über-
schwemmungsflächen werden in die-
sem Schritt eingefügt.

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Seite 33
5.5 Notwendiger Untersu-
chungsbedarf
Im Freistaat Sachsen liegen zahlreiche
Daten zu Bodenuntersuchungen vor,
die Eingang in die BBK finden. Den-
noch ist davon auszugehen, dass die
Datenlage bei Betrachtung des Bear-
beitungsmaßstabes einer BBK nicht für
alle Teilbereiche eines Untersuchungs-
gebietes ausreicht. Eine erste Ein-
schätzung des Untersuchungsbedarfs
anhand von Beprobungsdichten (min-
destens 1 Probe pro 4 km² und 10 Pro-
ben pro homogener Raumeinheit) wur-
de bereits in Kapitel
5.3 erläutert. Die-
ser Bedarf kann nach der Erstellung
der Karte der geschätzten Stoffgehalte
anhand von Aussagen zur erzielten
Schätzgüte und anhand von auswer-
tungsbedingten Anforderungen ergänzt
bzw. konkretisiert werden. Im Rahmen
der BBK erfolgt dieser Schritt durch die
Erstellung einer Karte des Untersu-
chungsbedarfs. Diese Karte ist eine
Verschneidung von Angaben zur
Schätzgüte (z. B. der Krige-Varianz) mit
der Höhe der stofflichen Bodenbelas-
tung.
Die Kriterien zur Einstufung der Stoff-
konzentration hängt von den späteren
Anwendungsbereichen ab. In vielen
Fällen hat sich der Vergleich mit den
Hintergrundwerten oder den Vorsorge-
werten der BBodSchV als praktikabel
erwiesen (LUA 2000 und 2006). Ein
allgemeines Beispiel für eine solche
Bewertungsmatrix liefert
Tabelle 2. Ein
Bedarf an zusätzlichen Bodenuntersu-
chungen ergibt sich demnach für Flä-
chen mit eher geringer Schätzgüte bzw.
mit vergleichsweise hohen Stoffkon-
zentrationen. Die absolute Einstufung
der Schätzgüte (z. B. Varianz < 25 %,
25-50 % und > 50 %) bzw. der Stoffge-
halte (z. B. < 100 %, bis 100-150 %
und > 150 % des Vorsorgewertes)
hängt von den Gegebenheiten des Un-
tersuchungsgebietes ab und ist stets
ein Kompromiß zwischen dem Wunsch
nach vermehrter Aussagesicherheit
und dem vertretbaren Aufwand an
Nachuntersuchungen.
Die Vorgehensweise und Mindestan-
forderungen an die nachfolgende Pro-
benahme im Rahmen der BBK sind in
Kapitel
8 dargestellt.
Tabelle 2: Matrix zur Abschätzung des Untersuchungsbedarfs
geschätzte Stoffgehalte
(z. B. bewertet nach Vorsorgewerten)
Schätzgüte
gering mittel hoch
hoch
gering
gering
mittel
mittel
gering
mittel
hoch
gering
mittel
hoch
hoch

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Seite 34
5.6
5.7
Besondere Aspekte bei
der Erstellung von BBK
für Unterböden
Durch die Messnetze und Untersu-
chungsprogramme des LfUG liegt in
Sachsen auch eine große Anzahl an
Untersuchungsergebnissen zu Unter-
bodenhorizonten vor. Die Betrachtung
der Unterböden im Rahmen einer BBK
kann neben einer allgemeinen Be-
schreibung der Belastungssituation
tieferer Bodenschichten auch konkrete
Hinweise für das Auftreten schädlicher
Bodenveränderungen bzw. die mögli-
che Verwertung anfallenden Boden-
aushubs liefern. So gelten für die Tiefe
von 10-30 cm unter Grünland und 30-
60 cm unter Acker- und Gartennutzung
die 1,5-fachen Prüf- und Maßnahmen-
werte. Schadstoffgehalte unterhalb des
humosen Oberbodens dienen darüber
hinaus der Einstufung von ggf. anfal-
lenden Bodenmaterial bei Baumaß-
nahmen für die anschließende Verwer-
tung (z. B. nach LAGA TR Boden). Da
bei ungestörtem Bodenaufbau davon
auszugehen ist, dass im Unterboden
kaum mehr anthropogen eingetragene
Schadstoffe zu erwarten sind, liefert
eine BBK für Unterböden zugleich auch
ein Abbild der naturbedingten Schad-
stoffsituation und damit auch einen
Erklärungsbeitrag für die Situation im
Oberboden. Die Bearbeitung der BBK
für Unterböden ist für den Außenbe-
reich weitgehend an die Vorgehens-
weise für die Oberböden anzulehnen
(s.
Abbildung 4). Abweichungen hier-
von ergeben sich im Wesentlichen
durch den dominierenden Einfluss des
bodenbildenden Substrates und das
weitgehende Fehlen von Nutzungsein-
flüssen. Zumindest für Böden unter
forstlicher Nutzung ist zu prüfen, ob die
Bildung homogener Raumeinheiten
über die Bodentypen bzw. die beprob-
ten Bodenhorizonte erfolgen kann, um
die unterschiedlichen Verlagerungspro-
zesse für Schadstoffe zu kennzeich-
nen. Insbesondere sind Eluvialhorizon-
te von Illuvialhorizonten zu trennen.
Besondere Aspekte bei
der Erstellung von BBK
für organische Auflage-
horizonte
Auf Mineralböden unter forstlicher Nut-
zung finden sich je nach Humusform
teils mächtige organische Auflagehori-
zonte. Diese Auflage stellt in besonde-
rem Maße eine Senke für Schadstoffe
dar, die über den Luftpfad direkt auf
den Boden treffen, aber auch zunächst
vom Laub der Bäume zurückgehalten
und akkumuliert werden und später
zusammen mit den Nadeln oder Blät-
tern zu Boden fallen. Durch den hohen
Anteil an organischer Substanz werden
die Schadstoffe zumeist fest gebunden
und gelangen nur sehr verzögert in den
mineralischen Oberboden. Da aufgrund
der Versauerung die Verlagerungspro-
zesse in den Oberböden verstärkt ab-
laufen, können relativ mobile Elemente
wie Cadmium und Zink bereits bis in
den Unterboden verlagert worden sein.
Daher kann die Kennzeichnung der
Belastungssituation der Auflagen die
der Oberböden ergänzen. Die Auflage-
horizonte zeichnen im Hinblick auf ihre
Schadstoffgehalte im Wesentlichen die
anthropogenen Einträge nach, während
der naturbedingte geogene Anteil in
den Hintergrund tritt. Da in den Aufla-
gen auch mineralische Bodenbestand-
teile eingemischt sein können, sind bei
der flächenhaften Darstellung ggf.
Raumeinheiten mit geogen besonders

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hervortretenden Belastungen abzu-
grenzen, da sich diese bis in die Aufla-
gen hinein durchpausen können. Wei-
tere Abgrenzungen können anhand der
Humusform oder der vorherrschenden
Baumarten (Laub-/Nadelbäume) hilf-
reich sein. Im Übrigen kann auf das
Verfahren zur Erstellung der BBK für
die Oberböden verwiesen werden.
5.8 Besondere Aspekte bei
der Erstellung von BBK
für mobile Stoffgehalte
Mobile Schwermetallgehalte haben für
die Beurteilung des Transfers vom Bo-
den in Nahrungs- oder Futterpflanzen
eine besondere Bedeutung. Dieses
wurde in der BBodSchV mit der Einfüh-
rung von Prüf- und Maßnahmewerten
für mobile Schwermetallgehalte, aus-
gedrückt durch die Konzentrationen im
Ammoniumnitratextrakt rechtsverbind-
lich umgesetzt. Die mobilen Gehalte
werden vorrangig von den Gesamt-
gehalten und den Bodeneigenschaften
bestimmt. Besonderen Einfluss auf die
Mobilität hat der pH-Wert des Bodens.
Während die Schwermetallgesamtge-
halte (ausgedrückt durch die Messwer-
te der Königswasserextraktion = KW-
Gehalte) kaum einer zeitlichen Variabi-
lität unterliegen, finden sich im Hinblick
auf den pH-Wert teils erhebliche
Schwankungen. Durch die allgemeinen
und bewirtschaftungsbedingten Säure-
einträge sinkt der pH-Wert der Böden je
nach Puffervermögen innerhalb von
mehreren Jahren ab. Der Rückgang
des pH-Wertes hat regelmäßig einen
Anstieg der mobilen Schwermetallantei-
le insbesondere für das Element Cad-
mium zur Folge.
0
5
10
15
20
25
30
35
23 4 5 6 7
pH-W ert
C adm ium
pflanzenverfügbarer Anteil (% am G esam tgehalt)
Zink
Blei
Daten: Fränzle u.a. 1995
8
Abbildung 7: Schematische Darstellung zum Einfluss des pH-Wertes auf die
Schwermetallmobilität
Seite 35

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Seite 36
Dem Absinken des pH-Wertes wird in
der Landwirtschaft durch Kalkungs-
maßnahmen begegnet, die allerdings
zeitlich gestaffelt erfolgen und oftmals
aus ökonomischen Gründen zurückge-
stellt werden. Daher kann nicht in je-
dem Fall die Einhaltung des Ziel-pH-
Wertes der landwirtschaftlichen Bera-
tung vorausgesetzt werden.
Grundsätzlich muss festgehalten wer-
den, dass die mobilen Schwermetall-
gehalte somit einem zeitlichen Einfluß
unterliegen. Jede Probenahme stellt
damit nur eine Momentaufnahme der
Mobilität dar, der jeweilige Zeitpunkt
(z. B. kurz vor einer Kalkgabe bei
pH 6,0 oder nach einer Kalkgabe bei
pH 6,7) beeinflusst damit maßgeblich
die Höhe der mobilen Schwermetallge-
halte. Damit gestaltet sich eine Über-
tragung der Werte in die Fläche
schwierig, denn eine Interpolation setzt
die zeitliche Unabhängigkeit der Mess-
werte voraus.
Bei der flächenhaften Darstellung der
mobilen Schadstoffgehalte, sind an-
hand der jeweiligen Voraussetzungen
und des Ergebnisses nachfolgende
Vorgehensweisen zu unterscheiden.
a. Interpolation der AN-Gehalte unter
Berücksichtigung der auch für die
KW-Gehalte ausgewiesenen homo-
genen Raumeinheiten
b. Schätzung der AN-Gehalt für jede
Rasterzelle aus einer hinreichend
gesicherten multiplen Regressions-
funktion aus dem regionalen oder
ggf. landesweiten Datenbestand
(AN-Gehalt = f(KW-Gehalt; pH-Wert)
Beide Verfahren klammern die zeitliche
Variabilität des pH-Wertes und damit
der mobilen Gehalte nicht aus und
beinhalten somit zeitabhängige Effekte.
Unter bestimmten Voraussetzungen,
können diese zeitabhängigen Effekte
ggf. in den Hintergrund treten, z. B. bei
einheitlichen kurzen Probenahmekam-
pagnen, oder in Gebieten, in denen der
pH-Werte regelmäßig auf hohem Ni-
veau gehalten wird (Kalkung) oder ver-
bleibt (hohe Pufferkapazität).
Das LfUG erarbeitet allgemeine Infor-
mationen im Sinne einer landesweiten
Regressionsfunktion zur Schätzung
mobiler Gehalte aus den königswasse-
rextrahierbaren Gehalten und dem pH-
Wert und prüft im Rahmen der aktiven
Projektbegleitung auch die Anwendbar-
keit regionalisierter Regressionen.
Im Verfahren b. sind zudem statistische
Fehler der Regressionsfunktion enthal-
ten. Regressionsfunktionen enthalten
zumeist eine große Spannweite des
Schätzbereiches für die mobilen Gehal-
te. Dieser Beitrag zur Schätzunsicher-
heit muss bei der Gütebetrachtung ei-
ner BBK für mobile Gehalte und bei
nachfolgenden Auswertungen unbe-
dingt berücksichtigt werden.
Im Sinne einer Vorbereitung auf Maß-
nahmen bei Vorliegen von hohen mobi-
len Gehalten kann mit Verfahren b.
auch die Wirkung von optimierten Kalk-
gaben (Einhaltung der Ziel-pH-Werte)
dargestellt und der derzeitigen Situation
im Untersuchungsgebiet (durchschnitt-
licher Erreichungsgrad der Ziel-pH-
Werte) gegenüber gestellt werden. Die-
ses Vorgehen stellt bereits den Über-
gang von der Karte der geschätzten
Stoffgehalte hin zu den Auswertever-
fahren und –karten dar. Hier wäre auch
zu prüfen, ob die auf KW-Gehalten be-
ruhenden Empfehlungen der LfL (2006)
im Hinblick auf eine Gebietsabgren-
zung einer Abgrenzung anhand von
AN-Gehalten ggf. vorzuziehen ist.

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6 Vorgehensweise in Überschwemmungsbereichen
Da Überschwemmungsbereiche einer
differenzierten Betrachtung bedürfen,
werden diese im Rahmen der BBK ge-
trennt von den übrigen Flächen bear-
beitet und die Maßstabsebene auf
1 : 10.000 angepasst. Die Schadstoffsi-
tuation von Überschwemmungsberei-
chen ist in den meisten Fällen als aus-
gesprochen heterogen zu bezeichnen.
Daher bedarf die räumliche Darstellung
der Belastungssituation einer weit grö-
ßeren Probenanzahl als in den Berei-
chen ohne den Einfluss der Über-
schwemmung. Die räumlichen Unter-
schiede der Stoffkonzentration im Bo-
den hängen von einer Anzahl viel-
schichtiger Faktoren ab, die bei der
Bildung homogener Raumeinheiten zu
berücksichtigen sind:
Grenzen auentypischer Bodenein-
heiten
Überschwemmungshäufigkeit (maß-
geblich die der Vergangenheit)
Lage im Überschwemmungsgebiet
(relative Höhe, Lage im Relief, Ent-
fernung zum Gewässer, Prallhang
oder Gleithang)
Belastungssituation im Einzugsge-
biet und Beschaffenheit der abgela-
gerten Sedimente (Belastungsgrad,
Korngrößenselektion während des
Transports)
Nutzung am Sedimentationsort (Bo-
denbearbeitung)
Vegetation am Sedimentationsort
(Bewuchs als physikalisches Rück-
haltesystem, als Sedimentfang)
Als erste Abgrenzung für die langfristig
häufig überschwemmten Bereiche kön-
nen die Grenzen auentypischer Boden-
einheiten dienen, die der Bodenkarte
entnommen werden können. Die Häu-
figkeit, mit der eine Fläche bei Hoch-
flutereignissen überschwemmt wird,
kann für aktuelle Zeiträume z. B. mit
Hilfe von Karten des Hochwasser-
schutzes ermittelt werden (s. Kap.
3.3.5). In vielen Fällen kann davon
ausgegangen werden, dass Flächen,
die nahezu jährlich betroffen sind, eine
höhere Belastung aufweisen, als Flä-
chen, die sehr selten (z. B. alle 25 Jah-
re) einem Hochwassereinfluss unterlie-
gen. Schwieriger gestaltet sich die Er-
hebung der Überschwemmungssituati-
on der Vergangenheit. Oftmals haben
Maßnahmen des Hochwasserschutzes,
des Gewässerausbaus oder eine Ge-
ländeumgestaltung stattgefunden, die
zu einer gravierenden Veränderung der
Überschwemmungssituation geführt
haben. In einigen Fällen ist durch Ge-
wässerverlegungen der Bereich der
ehemaligen Überschwemmung mit teils
erheblicher Belastung vom aktuellen
Verlauf des Gewässers abgetrennt.
Die Häufigkeit der Überschwemmung
allein ist allerdings nicht geeignet, un-
mittelbar Rückschlüsse auf die Belas-
tung zu ziehen. Die Lage im Über-
schwemmungsgebiet kann auch bei
Flächen ähnlicher Überschwemmungs-
häufigkeit zu unterschiedlicher Sedi-
mentation und damit unterschiedlicher
Belastung geführt haben. Wesentliche
Faktoren bilden hier die relative Höhe
im Gelände (z. B. anhand eines digita-
len Höhenmodells im dm-Bereich), die
Lage im Relief, die Entfernung zum
Gewässer und die Gewässerseite
(Prallhang, Gleithang). Grundsätzlich
findet sich eine vermehrte Ablagerung
von Sedimenten in Bereichen, die eine

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Verminderung der Fließgeschwindigkeit
ermöglichen (z. B. durch Bewuchs)
bzw. in denen das sedimentbefrachtete
Wasser nach Rückgang der Hochflut
verbleibt (Geländesenken und –
mulden). Ackerflächen im Stromstrich
von Fließgewässern sind hingegen
zumeist von Abtragungsprozessen be-
troffen und zeigen in vielen Fällen
kaum eine sedimentbedingte Belas-
tung. Die Nutzung der Flächen ent-
scheidet zum einen durch die Boden-
bearbeitung über die horizontale Vertei-
lung der Schadstoffe, z. B. in Form ei-
ner Verdünnung durch regelmäßiges
Pflügen. Zum anderen bedingt die Nut-
zung auch die vorherrschende Vegeta-
tion. Untersuchungen aus NRW zeigen,
dass dieser Faktor die aktuelle Boden-
belastung erheblich beeinflussen kann.
Hier wurden auf Dauergrünland und in
Busch- und Gehölzstrukturen durch die
besseren Sedimentationsbedingungen
höhere Stoffkonzentrationen gefunden
(Marschner 2006, pers. Mitteilg.).
Letztlich ist auch die Gewässerqualität
(der Vergangenheit) maßgeblich für die
Belastung der Sedimente, die perio-
disch durch Hochflutereignisse re-
suspendiert, transportiert und auf den
Flächen abgelagert werden. Abgren-
zungen anhand von Sedimentuntersu-
chungen, der (historischen) Einleitersi-
tuation, des Zuflusses belasteter Ne-
bengewässer oder Begrenzungen
durch Talsperren können näherungs-
weise die Belastung der abgelagerten
Sedimente und damit den Schadstoff-
eintrag über diesen Pfad erklären. Da-
bei ist zu beachten, dass sich bei histo-
risch (z. B. durch jahrhunderte währen-
den Bergbau) belasteten Gewässern
die höchsten Schadstoffkonzentratio-
nen durch den wiederkehrenden Sedi-
mentauftrag oftmals im Unterboden
finden, weil die neueren Sedimente mit
weit geringeren Konzentrationen die
älteren überdeckt haben. Dieses Bei-
spiel belegt den grundsätzlichen Ein-
fluss der pedogenetischen Auendyna-
mik, die allerdings im Rahmen einer
BBK nicht vollständig erfasst werden
kann.
Die Abgrenzung und Quantifizierung
der vorgenannten Faktoren ist zumeist
ausgesprochen aufwändig und der
Gewässersituation im Einzelfall anzu-
passen. In jeden Fall ist der Versuch zu
unternehmen, unter Berücksichtigung
dieser Faktoren homogene Raumein-
heiten auszuweisen, die ggf. zumindest
eine teilweise Interpolation ermögli-
chen. Teilweise wird in sehr klein struk-
turierten Bereichen die Übertragung
statistischer Kennwerte der einzige
Weg der Werteübertragung bleiben.
Wo aufgrund der hohen Streuung auch
dieses nicht möglich ist, verbleibt nur
die gemischte Darstellung von Punktin-
formationen neben den Bereichen, für
die flächenhafte Aussagen getroffen
werden können.
Grundsätzlich ist aufgrund der Hetero-
genität im Überschwemmungsbereich
und der ggf. hohen Anzahl an homoge-
nen Raumeinheiten eine erheblich hö-
here Anzahl an Bodenuntersuchungen
erforderlich, als in den übrigen Berei-
chen unter naturnaher Nutzung. Wenn
bestehende Untersuchungsergebnisse
darauf hindeuten, dass kleinräumige
Effekte erhebliche Unterschiede in der
Belastung bedingen, ist zu erwägen,
bei nachfolgend verdichtenden Probe-
nahmen vom System der punktbezo-
genen Probenahme im Satellitenmuster
abzugehen und für ausgewählte Areale
eine flächenbezogene Mischprobe ana-
log der Vorgaben der BBodSchV vor-

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zunehmen. So können Mischproben
von 1 ha Flächengröße aus typischen
Bereichen einzelner Raumeinheiten
diese kleinräumige Heterogenität aus-
gleichen und ein aussagekräftigeres
Bild der mittleren Belastungssituation
ermöglichen, als punktbezogene Pro-
benahmen.

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Seite 40
7 Vorgehensweise für den Siedlungsbereich
7.1 Einleitung
7.2
In Siedlungsbereichen sind im Unter-
schied zum Außenbereich vorrangig
andere Bodennutzungen, wie Wohnge-
biete, Kleingärten, Park- und Freizeit-
anlagen, Kinderspielflächen oder Ge-
werbegebiete zu betrachten, die auf-
grund der Bodenschutzgesetzgebung
oder der Bauleitplanung besondere
Bedeutung erlangen. Die Böden im
Siedlungsbereich sind zudem häufig
überprägt und weisen einen kleinräu-
migen Wechsel der Nutzungen und
sehr heterogene Bodenverhältnisse im
Vergleich zu den Außenbereichen auf.
Auch nimmt die Bedeutung anderer
Belastungsursachen zu, wie insbeson-
dere die durch lokale Immissionen oder
kleinräumige Materialauf- und –ein-
träge. Daher ist die Methodik zur Erstel-
lung digitaler Bodenbelastungskarten in
Außenbereichen (Abbildung
4) für den
eigentlichen Siedlungsbereich nicht
bzw. nur modifiziert anwendbar.
Das Bearbeitungsgebiet für den Sied-
lungsbereich umfasst dabei alle Flä-
chen eines Stadtgebietes, die nicht
durch die BBK Außenbereich abge-
deckt werden und keine Ausschlussflä-
chen darstellen.
Bisherige Erfahrungen zeigen insbe-
sondere, dass die Rahmenbedingun-
gen und (historischen) Besonderheiten
jeder Stadt bei der Erstellung digitaler
Bodenbelastungskarten im Siedlungs-
bereich zu beachten sind und eine An-
passung der Methode auf den Einzelfall
erfordern (LUA 2006). Somit kann der
vorliegende Leitfaden lediglich einen
Rahmen zur Orientierung darstellen
und Vorschläge zu möglichen Bearbei-
tungsmethoden unterbreiten.
Böden im Siedlungsbe-
reich
In Siedlungsgebieten gibt es überwie-
gend anthropogene, aber auch natürli-
che Böden. Als Anthropogene Böden
werden Böden bezeichnet, die entwe-
der durch den Menschen eine so starke
Umgestaltung im Profilaufbau erfuhren,
dass die ursprüngliche Schichtung
stark verändert wurde (z. B. Gartenbö-
den) oder verloren ging (z. B. Tiefum-
bruchböden), oder die aus anthropoge-
nen Materialaufträgen bestehen. Ur-
ban, gewerblich, industriell oder mon-
tan überformte Böden werden als
Stadtböden bezeichnet (AK STADT-
BÖDEN 1997).
Bei den anthropogenen Aufträgen lässt
sich grundsätzlich zwischen natürlichen
und technogenen Substraten unter-
scheiden. Die natürlichen Substrate
entsprechen zwar denen der natürli-
chen Böden, finden sich aber zumeist
nicht mehr an ihrem Ursprungsort, son-
dern wurden horizontal wie lateral ge-
mischt und umgelagert.
Unter technogenen Substraten versteht
man Materialien, die erst durch
menschliche Tätigkeit entstanden sind.
Als Hauptkomponentengruppen sind
Bauschutt, Schlacken (Verhüttungspro-
dukte), Aschen (Verbrennungsproduk-
te), Müll und Schlämme zu differenzie-
ren; diese Gruppen teilen sich weiter in
Einzelkomponenten auf (MEUSER
2002).
Generell ist in Stadtgebieten mit einer
großen Heterogenität in vertikaler und
horizontaler Richtung zu rechnen. Die-
se bezieht sich auch auf den Schad-
stoffgehalt. Im Rahmen der Bearbei-

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Seite 41
tung des Siedlungsbereiches kann die-
ser Heterogenität, die sich in zahlrei-
chen Stadtbodenkartierungen (z. B. in
Berlin – GRENZIUS 1987, Kiel – GLA
Schleswig-Holstein 1988, Stuttgart –
HOLLAND 1995, Krefeld – BAUM-
GARTEN et al. 1997) zeigte, nur be-
gegnet werden, wenn großmaßstäbig
(1 : 5.000 bis 1 : 10.000) gearbeitet
wird und das Beprobungsraster auf-
wändiger konzipiert wird als bei der
BBK im Außenbereich.
Die in NRW durchgeführten Felderhe-
bungen im Rahmen der Erstellung ei-
ner BBK im Siedlungsbereich haben
die hohe räumliche Variabilität der Bo-
deneigenschaften bestätigt (LUA 2006).
Es finden sich zwar nutzungsbezogene
Gesetzmäßigkeiten, die aufzeigen,
dass innerhalb des gleichen Nutzungs-
typs (z. B. Gärten einer Einfamilien-
haussiedlung) annähernd vergleichbare
Bodenverhältnisse zumindest im Ober-
boden vorliegen, während bei Nut-
zungstypenwechsel (z. B. Übergang
von der Einfamilienhaussiedlung zur
benachbarten Gewerbefläche) abrupte
Bodenveränderungen auftreten kön-
nen. Trotzdem muss bei der Erstellung
einer BBK im Siedlungsbereich klar
sein, dass die lokale kleinräumige He-
terogenität, die sich auch im Stoffgehalt
widerspiegelt, auch bei einem Maßstab
von 1 : 10.000 nicht vollständig erfasst
werden kann.
Für die Auswertung der BBK im Sied-
lungsbereich können die Messergeb-
nisse des C-Gehalts, pH-Werts und
auch der Körnung (Textur) Bedeutung
erlangen, da diese Parameter die Mobi-
lität von Schadstoffen erheblich beein-
flussen. Insofern ist eine Erfassung
dieser so genannten Verfügbarkeitspa-
rameter sinnvoll.
Auf Gartenstandorten oder Standorten
mit humosem Bodenauftrag (z. B. in
Grünanlagen) sind hohe humusbürtige
Kohlenstoff-Gehalte nachweisbar. Bei
technogenen Auftragsböden finden sich
auch im Unterboden z. T. sehr hohe
Kohlenstoff-Gehalte bei weitem Koh-
lenstoff/Stickstoff-Verhältnis, die tech-
nogenen Ursprungs sind (Aschen, Koh-
le, Straßenaufbruch). Da die meisten
technogenen Substrate in Folge hoher
Calciumcarbonat-Gehalte hohe pH-
Werte aufweisen (Bauschutt 7-11,
Schlacken und Aschen 8-12), reagieren
Auftragsböden in vielen Fällen neutral
bis alkalisch (MEUSER 2002, MEUSER
& BLUME 2004).
Generell ist zu bedenken, dass Prozes-
se der Bodenentwicklung (Pedogene-
se) die Schadstoffgehalte im Boden
verändern können und dass sich somit
die erhobenen Werte der BBK im Sied-
lungsbereich – im Unterschied zum
Außenbereich – schon mittelfristig ver-
ändern können. So können durch die
Verwitterung grobe Bodenbestandteile
(z. B. Schlacken) in überschaubarer
Zeit mechanisch zerkleinert werden
und damit in die untersuchte Fraktion
(< 2 mm) gelangen. Auch Nutzungsän-
derungen haben im Siedlungsbereich in
aller Regel erheblich größere Auswir-
kungen auf die Stoffgehalte, als in Be-
reichen naturnaher Nutzung.
7.3 Quellen und Einflussfakto-
ren der Schadstoffgehalte
in Siedlungsböden
Das Belastungsniveau städtischer Bö-
den ist im Vergleich zu dem ländlich
geprägten Umland tendenziell höher.
Im Siedlungsbereich kommen als Quel-
len und Einflussfaktoren der stofflichen

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Belastung zusätzlich zu den Faktoren
im Außenbereich folgende in Betracht:
a) Aufschüttungen und Umlagerungen
belasteter natürlicher und techno-
gener Substrate sowie deren Ein-
satz im Straßen-, Garten- und
Landschaftsbau
b) Unmittelbare Nähe zu kleinräumi-
gen Altlasten, altlastverdächtigen
Flächen oder derzeit noch aktiven
Gewerbeflächen mit Belastungs-
verdacht
c) (lokale) Immissionseinträge (z. B.
Staubdeposition)
d) Überschwemmungsflächen der
(historischen) städtischen Auen
e) Kriegsschäden (z. B. Trümmer-
schuttflächen)
f) Rieselfeldbewirtschaftung
g) unsachgemäße Materialaufbrin-
gung (z. B. auf Spiel- und Sport-
plätzen)
h) unsachgemäßer Einsatz von Dün-
gern, Abfällen und Aschen in Gär-
ten
i) Leckagen an Versorgungsleitun-
gen, Unfälle und Havarien
Dabei kommt den ersten drei Faktoren
in den meisten Fällen die größte Be-
deutung zu.
Voraussetzung für die Ermittlung der
durch Aufschüttungen und Umlagerun-
gen unterschiedlicher Substrate her-
vorgerufenen Belastungen ist die exak-
te Bestimmung der natürlichen und
technogenen Substrate im Gelände.
Natürliche Substrate können geogen
bereits ein erhöhtes Belastungsniveau
anorganischer Schadstoffe (Metalle)
aufweisen (LABO 2003). Die Einzel-
komponenten der technogenen Sub-
strate unterscheiden sich hinsichtlich
ihrer Stoffgehalte auch innerhalb der
Komponentengruppen erheblich
(MEUSER 2002). Für die Erstellung der
BBK im Siedlungsbereich hat daher die
Substratansprache eine große Bedeu-
tung. Im betreffenden Untersuchungs-
gebiet müssen daher die dominant her-
vortretenden, regional spezifischen
Substrate (Leitsubstrate) organolep-
tisch und analytisch bekannt sein. Un-
tersuchungen aus NRW zeigen aber,
dass abgesehen von konzentrierten
Ablagerungen einzelner Substrate der
Anteil der technogenen Substrate zu-
meist weniger als 10 Masse-% aus-
macht (LUA 2006). In den ehemaligen
Bergbauzentren des Erzgebirges kann
der Substrateinfluss allerdings eine
solche Dominanz entfalten, dass ande-
re Faktoren in den Hintergrund treten.
Im Rahmen der Erstellung einer BBK
sind die Flächen der Altstandorte und
Altablagerungen zunächst Ausschluss-
flächen für die Erstellung einer BBK.
Ob eine Verwendung der Daten für die
BBK im Siedlungsbereich dennoch
sinnvoll ist, ist im Einzelfall zu ent-
scheiden. Zumindest als Interpretati-
onshilfe im unmittelbaren Umfeld sind
die verfügbaren Stoffdaten aufzuneh-
men. Lokal bedeutsame aktive Gewer-
beareale sind ebenfalls zu erfassen,
sofern eine flächenhafte Belastung
auch im Umfeld zu vermuten ist.
Bei den Immissionseinträgen ist zwi-
schen den allgemein vorhandenen dif-
fusen und den lokalen, kleinflächigeren
Formen aus spezifischen Quellen zu
unterscheiden. Für die Erstellung der
BBK im Siedlungsbereich ist es von
großem Vorteil, Kenntnisse über die
Immissionseinträge nutzbar zu ma-
chen. Bisherige BBK-Untersuchungen

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Seite 43
konnten in einigen Fällen nachweisen,
dass die immissionsbezogene Schad-
stoffbelastung durch lokale Quellen
eine herausragende Bedeutung für die
Bodenbelastung im Siedlungsbereich
haben kann (LUA 2006).
Überschwemmungsflächen im Sied-
lungsbereich sind in den meisten Fällen
nicht mehr die natürlich Gegebenen.
Die ehemaligen Überschwemmungsflä-
chen aus einer Zeit industrieller wie
bergbaulicher Prägung weisen auch
heute noch bis in den Unterboden er-
höhte Schadstoffgehalte auf. Hier ist
die Erfassung der früheren Ausdeh-
nung von Überschwemmungsflächen,
ehemaliger Altarme oder von komplet-
ten Gewässerumlegungen von beson-
derer Bedeutung.
Bei Betroffenheit des Untersuchungs-
gebietes ist die Kenntnis über die
Verbringung von kriegsbedingtem
Trümmerschutt ein wertvoller Hinweis,
da hiermit Informationen über zumeist
zusammenhängende flächenhafte Auf-
träge verbunden sind. Das Belastungs-
potential ist dabei zumeist nicht als
homogen zu bezeichnen.
Langjährig intensiv genutzte Haus- und
Kleingärten im Siedlungsbereich wei-
sen vielfach flächenhaft höhere Schad-
stoffgehalte im Vergleich zu stadtnahen
Ackerböden auf. Oftmals sind diese
Belastungen auf bewirtschaftungsbe-
dingte Einträge (Abfälle, Aschen, Dün-
gemittel, „Bodenverbesserer“) zurück-
zuführen. Daher ist allerdings auch je
nach Einsatz mit teils starken lokalen
Schwankungen der Stoffgehalte zu
rechnen.
Weiterhin finden sich noch einzelne
lokal bedeutsame Quellen einer
Schadstoffbelastung, z. B. auf Flächen
mit Abwasserverrieselung oder bei Fol-
gen von Havarien oder Leckagen, die
nicht hinreichend beseitigt wurden.
Kenntnisse über solche Einzelfälle sind
zwar kaum flächenhaft übertragbar,
helfen aber oftmals unplausible Ergeb-
nisse von Bodenuntersuchungen zu
erklären.
Auch im Siedlungsbereich können nur
die wesentlichsten Belastungsursachen
und Einflussfaktoren berücksichtigt
werden. Ohne vereinfachende Annah-
men ist eine flächenhafte Betrachtung
nicht möglich.
7.4 Methodische Ansätze für
die BBK im Siedlungsbe-
reich
Die Bodenbelastungssituation im Sied-
lungsbereich bewegt sich zwischen
vergleichsweise naturnahen Verhältnis-
sen, die sich näherungsweise mit der
Methode für den Außenbereich fassen
lassen und sehr komplexen Bereichen,
die kaum Gesetzmäßigkeiten zu erken-
nen geben und die der Übertragbarkeit
von Untersuchungsergebnissen in die
Fläche entgegen wirken.
Da Ursachen und Einflussfaktoren der
Bodenbelastung in den Kommunen
nicht einheitlich sind, werden für die
Bearbeitung unterschiedliche Module
und Herangehensweisen vorgeschla-
gen. Diese Module lassen sich in pro-
blemangepasster Intensität bearbeiten
und koppeln, um im Ergebnis ein mög-
lichst umfassendes Bild über die flä-
chenhafte Bodenbelastung zu erlan-
gen.

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Abbildung 8: Allgemeine Vorgehensweise zur Erstellung einer BBK im Sied-
lungsbereich (LUA 2006)
Jedem Modul liegen zwar spezielle An-
forderungen an die Messnetzplanung
und die Probennahme sowie bestimmte
Schritte der Auswertung und Rahmen-
bedingungen hinsichtlich der Übertrag-
barkeit auf die Fläche zugrunde. Doch
grundlegende Anforderungen an die
Ausgangsdaten, die Qualität von Pro-
bennahme und Analytik, die zu verwen-
denden statistischen und geostatisti-
schen Methoden und die Notwendigkeit
einer Prüfung, inwieweit eine Übertrag-
barkeit von Punktdaten in flächenhafte
Darstellungen statthaft ist, gelten über-
greifend und sind bereits im Kapitel
4 für
Bearbeitung des Außenbereichs darge-
stellt.
Seite 44

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Seite 45
Die grundsätzliche Vorgehensweise der
Bearbeitung einer BBK im Siedlungsge-
biet ist in
Abbildung 8 dargestellt. Es
lassen sich drei methodische Ansätze
oder Module unterscheiden: der Sub-
stratansatz, der Immissionsansatz und
der raumanalytische Ansatz. Diese kön-
nen je nach Dominanz der Faktoren
einzeln angewendet werden oder ne-
beneinander stehen und sich ergänzen.
In größeren Siedlungsbereichen ist zu-
nächst ein möglichst typisches Testge-
biet auszuwählen, in dem die Herange-
hensweise im Sinne des modularen An-
satzes geprüft und ggf. modifiziert wer-
den kann, bevor die dort gewonnenen
Aussagen zur Methodik auf das gesam-
te Siedlungsgebiet ausgedehnt werden
(s. Kapitel
7.6).
7.4.1 Substratansatz
Sofern die Bodenbelastung in weiten
Teilen substratbedingt variiert, lassen
sich im Siedlungsbereich Flächen mit
vergleichbarer Bodenbelastung durch
das Auftreten natürlicher und technoge-
ner Substrate charakterisieren und ab-
grenzen. Im Unterschied zum immissi-
onsbezogenen Modul können sich die
Aussagen auch auf tiefere Bodenhori-
zonte beziehen. Ziel ist es, regelhafte
Beziehungen herauszuarbeiten, die eine
Übertragung von stichprobenhaft ermit-
telten Kennwerten der Bodenbelastung
auf nicht untersuchte Flächen vergleich-
barer Nutzung und Substratzusammen-
setzung zulassen. Ohne den Beleg sol-
cher Gesetzmäßigkeiten kann eine Ü-
bertragung nicht erfolgen.
7.4.2 Immissionsansatz
Wenn die Bodenbelastung im Sied-
lungsgebiet oder Teilen davon erkenn-
bar mit der lokalen Immissionssituation
in Zusammenhang gebracht werden
kann, ist es möglich von der Immissi-
onsbelastung auch auf die Schadstoffsi-
tuation vergleichbarer Flächen zu
schließen. Der Ansatz geht von der An-
nahme aus, dass die depositionsbeding-
te Bodenbelastung von den anderen
Ursachen getrennt und interpoliert wer-
den kann. Diese Methode bezieht sich
nur auf die oberen Dezimeter des Bo-
dens. Die immissionssbedingte Boden-
belastung kann quantitativ nur auf Flä-
chen erfasst werden, die für lange Zeit
ungestört der Immission ausgesetzt wa-
ren. Damit lassen sich diese Aussagen
deshalb uneingeschränkt nur auf ähnlich
ungestörte Flächen beziehen. Mögli-
cherweise kann den übrigen Ursachen
und Einflussfaktoren durch Zuschnitt
unterschiedlicher Raumeinheiten oder
der Gestaltung und Ausweisung von
Ausschlussflächen Rechnung getragen
werden, um den immissionsbedingten
Anteil abgrenzen zu können.
7.4.3 Raumanalytischer Ansatz
Der raumanalytische Ansatz geht davon
aus, dass Immissions- und Substratein-
flüsse gegenüber dem Nutzungseinfluss
(Art und Dauer) zurücktreten - zumin-
dest innerhalb homogener Raumeinhei-
ten. Die Nutzungsdauer ist dabei ein
Maß dafür, wie lange der anstehende
Oberboden Immissionseinflüssen und
zugleich nutzungstypischen Einträgen
und Durchmischungen ausgesetzt ist.
Starke Streuungen der Bodenbelastung
innerhalb der zunächst als homogen
angenommenen Raumeinheiten deuten
auf nicht erkannte Einflussfaktoren und
erschweren die Anwendbarkeit des An-
satzes. Bei der Bearbeitung von Flä-
chen, die in starkem Maße Bergbau-
und teils kleinräumiger Hüttentätigkeit
unterworfen waren (z. B. im Erzgebirge),
kann die Dominanz dieser Nutzungsfak-

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toren besonders ausgeprägt sein. Ehe-
mals vorhandene kleinräumig wech-
selnde Belastungsursachen (z. B. Erz-
gänge, Halden, Hüttenbetriebe) haben
sich überlagert und im Raum soweit
vermischt, dass sich in einigen Raum-
einheiten eine gewisse Homogenität der
(hohen) Belastung findet. Sofern geosta-
tistische Tests es erlauben, kann in die-
sen Grenzen unter Berücksichtigung der
geogen bedingten Stoffgehalte eine Ü-
bertragung in die Fläche durch Interpo-
lation erfolgen.
Tabelle 3: Methodische Ansätze einer BBK im Siedlungsbereich
Substratansatz Immissionsansatz Raumanalytischer Ansatz
Ziel
Erfassung der sub-
stratbedingten Belas-
tung
Erfassung der immis-
sionsbedingten Belas-
tung
Erfassung der nutzungsdiffe-
renzierten Belastung
Anwendbarkeit bei prägender und
statistisch abgesicher-
ter Substratbelastung
für Flächen, die lange
Zeit der Immission
ausgesetzt waren
bei signifikant unterschiedli-
cher Belastung verschiede-
ner homogener Raumeinhei-
ten
Tiefenbezug Auffüllungsmächtig-
keit
0 – 10 cm und
10 - 30 cm
0 - 30 cm
Methodische
Vorausset-
zungen
Übertragung nach
Korrelationsanalyse
Interpolation nach
Variogrammanalyse
Interpolation nach Standar-
disierung und Variogram-
manalyse
Beispiel für die
Umsetzung
BBK Herne
BBK Duisburg
BBK Wuppertal
7.5 Notwendige Datengrund-
lagen für die BBK im Sied-
lungsbereich
Wegen der hohen Heterogenität im
Siedlungsbereich ist als Grundlage der
Bearbeitung die TK 10 im Maßstab
1 : 10.000 auszuwählen. Für die späte-
re Messnetzplanung sind zudem Flur-
stückskarten hilfreich.
Bei der Bearbeitung einer BBK im Sied-
lungsbereich sind die Daten der Bo-
denkarten des LfUG im Maßstab
1 . 50.000 zwar hilfreich, im Gegensatz
zur Bearbeitung des Außenbereichs ist
jedoch im Siedlungsbereich die Über-
tragbarkeit begrenzt:
Der Maßstab wird nicht der Bearbei-
tung des Siedlungsbereichs gerecht;
Daten können nicht ohne weiteres
auf den Maßstab der BBK im Sied-
lungsbereich herunter gebrochen
werden,
Die Kartierer haben während der
Erstellung der Bodenkarten z. T. die
aufgeschütteten und abgetragenen
Bereiche und die unmittelbaren
Siedlungsschwerpunkte mit hohem
Versiegelungsgrad ausgespart,
Häufig sind Flächen im Siedlungs-
raum als Böden natürlicher Pedoge-
nese gekennzeichnet, obwohl sie
(inzwischen) anthropogen überformt
wurden, daher entspricht die Kar-
tengrundlage häufig nicht der inzwi-
schen eingetretenen Realität.

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Im Einzelfall ist zu prüfen, inwieweit
andere fachspezifische Karten zum
Einsatz kommen können. Dazu gehö-
ren Karten zur Geologie, Hydrogeologie
und Hydrologie sowie zur Ingenieur-
geologie. In Gebieten mit Bergbau sind
bergbaulichen Karten mit Informationen
zu Halden, Abgrabungen und Erzgän-
gen hinzuzufügen.
Zum Teil existieren in betroffenen Kom-
munen Aufzeichnungen über die Trüm-
merräumung nach dem 2. Weltkrieg,
die Hinweise auf die Ablagerung von
Trümmerschutt (Hauptkomponenten-
gruppe Bauschutt) geben.
Die aktuelle Nutzung ist anhand der
BTLNK des LfUG oder aktuellen AKL-
Daten möglichst grundstücksscharf zu
erfassen. Im Zusammenhang mit der
Recherche zur Historie einer Proben-
nahmestelle und zur Bearbeitung der
Nutzungsabfolge haben historische
Karten, Luftbilder und ggf. behördliches
und gewerbliches Archivmaterial Be-
deutung.
Grundsätzlich ist die multitemporale
Auswertung von Luftbildern und histori-
schen Karten für die Festlegung der
Nutzungsabfolgetypen erforderlich.
Hierbei werden zunächst unter Beach-
tung der Ausschlussflächen (z. B. ver-
siegelte Bereiche, Kleinstflächen) die
relevanten Flächennutzungsabfolgen
definiert. Um die Anzahl der Abfolgety-
pen zu reduzieren, ist es notwendig,
diese zu aggregieren, wobei die im
Stadtgebiet relevanten, sensiblen Flä-
chennutzungen (z. B. Wohnbebauung,
Kleingärten) höchste Priorität haben.
Als Ergebnis sollten nur die flächenmä-
ßig bedeutenden, ausreichende Daten-
anzahl vorhaltenden und primär sensi-
bel genutzten Nutzungsabfolgetypen
weiter bearbeitet werden (IFUA 2005c).
Eine Beachtung des Katasters über
Altstandorte und Altablagerungen ist
deshalb angezeigt, um eventuelle Aus-
schlussflächen bei die Erarbeitung der
BBK zu kennzeichnen; solche Aus-
schlussflächen sind nachrichtlich zu
übernehmen. Das Material kann helfen,
Abgrabungen und Aufschüttungen zu
lokalisieren und damit die Standortfest-
legungen für die Probennahmekam-
pagnen zu unterstützen.
Im Siedlungsbereich kann es insbe-
sondere dann, wenn die Kartengrund-
lagen insgesamt nicht als sehr ergiebig
einzustufen sind, hilfreich sein, Bau-
grundkarten auszuwerten, die Hinweise
zu Aufschüttungen (Substratvorkom-
men), Bodenart und Grundwasserver-
hältnissen geben. Dabei ist aber zu
berücksichtigen, dass die erfassten
Daten oft nur schlecht kompatibel zu
bodenkundlichen Erhebungen sind (Un-
terschiede in der Bodenansprache) und
ihre Auswertung zudem zeitaufwändig
ist. In Zusammenhang mit der Bewer-
tung eines Substrateinflusses geben
auch die bei angefallenem Bodenaus-
hub in Auftrag gegebene Untersuchun-
gen (z. B. nach LAGA TR Boden) Auf-
schluss über ein mögliches Kontamina-
tionspotenzial.
Das unterschiedliche Karten- und Da-
tenmaterial liegt im Regelfall bei ver-
schiedenen Behörden vor (Untere Bo-
denschutzbehörde, Untere Wasserbe-
hörde, Untere Landschaftsbehörde,
Abfallbehörden, Planungs- und Bauäm-
ter). Es sind in jedem Fall größere Zeit-
spannen für die Beschaffung und Aus-
wertung der Karten- und Datengrundla-
gen einzuplanen.

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Seite 48
7.5.1 Technogene Substrate
Die Kenntnis über die im Bearbeitungs-
gebiet vorherrschenden technogenen
Substrate und des daraus erwachsen-
den Belastungspotentials (s.
Tabelle 4)
ist eine Grundvoraussetzung für die
Anwendung des Substratansatzes.
Technogene Substrate sind durch
anthropogene Prozesse entstanden. Zu
unterscheiden sind die Hauptkompo-
nentengruppen Bauschutt, Schlacken,
Aschen, Müll und Schlämme. Das Ber-
gematerial kann auf Grund seines star-
ken anthropogenen Überprägungsgra-
des ebenfalls dazu gezählt werden.
Genaue Angaben zu Art, Herkunft und
Belastungspotenzial der unterschiedli-
chen technogenen Substrate finden
sich bei HILLER & MEUSER (1998)
und MEUSER (2002).
Tabelle 4: Kontaminationspotenzial technogener Substrate (nach MEUSER
2002)
Hauptkomponenten-
gruppe
Belastete Substrate
Hauptparameter
Bauschutt
Gemengeformen > Einzelkomponenten Ziegel, Mörtel, Beton
Flugaschenzementbeton Metalle
Asbestzementmörtel Fasern
Bleirohre Pb
Brandschutt PAK
Asphaltaufbruch PAK, Phenole
Schlacken
Metallhüttenschlacken > Stahlwerksschlacken > Hochofenschlacken
Metallhüttenschlacken
Cd, Cu, Cr, Pb, Zn
Stahlwerksschlacken Cr, Ni
Gießereischlacken Phenole
Aschen
Flugaschen > Rostaschen, Ofenausbruch > Schmelzkammergranulat
Müllverbrennungsaschen > Kohlekraftwerksaschen
Flugaschen Metalle
Rostaschen, Ofenausbruch
Metalle, PAK
Müll Kunststoffe Metalle
Holz Chlorpestizide
Vegetabilien Methanbildung
Verbundmaterialien Metalle
Schlämme Klärschlämme Metalle
Baggerschlämme Metalle
In Auftragsböden finden sich nur selten
Monosubstrate dieser Komponenten.
Im Regelfall handelt es sich um Ge-
mengeformen aus natürlichen und
technogenen Substraten. Auf Grund
dieser Tatsache schwanken die Schad-
stoffgehalte von Bodenproben, die aus
natürlichen und technogenen Substra-
ten zusammengesetzt sind, in weiter
Amplitude. Dies ist zum einen darauf

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Seite 49
zurückzuführen, dass die Gemengean-
teile der einzelnen Substratkomponen-
ten von Bedeutung sind. Da im Regel-
fall nur die Feinfraktion < 2 mm zur
Analytik kommt, ist zum anderen primär
der in diese Fraktion bereits verwitterte
Anteil der jeweiligen Substrate von Be-
deutung.
Systematische stadtbodenkundliche
Kartierarbeiten in verschiedenen Städ-
ten unterstreichen, dass ein Großteil
der Böden in verdichteten Siedlungs-
gebieten anthropogen aufgetragen ist
und dass mit hohen technogenen An-
teilen zu rechnen ist. In Stuttgart und
Essen wurden nur in ca. einem Drittel
der abgeteuften Bohrungen natürliche
Böden angetroffen; in der Mehrzahl der
Fälle bestanden die Aufträge aus Ge-
mengen von natürlichen und technoge-
nen Substraten (HOLLAND 1995,
MEUSER 1996a). Auch die Kartierar-
beiten im Oberhausener Brücktorviertel
ergaben, dass ca. zwei Drittel der be-
probten Böden aus aufgetragenem
Material mit hohem technogenen Anteil
bestanden (SCHRAPS et al. 2000). Die
Hauptkomponentengruppe Bauschutt
trat bei allen bislang erstellten stadtbo-
denkundlichen Arbeiten und den bishe-
rigen Bodenbelastungskarten des Sied-
lungsbereichs stets dominant hervor.
7.5.2 Flächennutzung
Wegen der Vielfalt der Nutzungsarten
ist im Siedlungsbereich eine genaue
Erfassung der einzelnen Einheiten von
großer Bedeutung. Erste Grundlage der
Erfassung können – wie schon bei der
BBK für den Außenbereich – die AT-
KIS-Daten sein. Diese sind um Informa-
tionen aus der Biotoptypen- und Land-
nutzungskartierung (BTLNK) und dem
aktuellen ALK zu ergänzen. In
Tabelle
5
sind alle im Siedlungsbereich rele-
vanten Nutzungsarten anhand der je-
weiligen ATKIS-Schlüsselnummer zu-
sammengestellt. Den übrigen Nut-
zungsarten kommt zumeist keine Be-
deutung zu, weil die betreffenden Flä-
chen sehr klein oder praktisch voll-
kommen versiegelt sind, ausschließlich
lineare Strukturen vorliegen (z. B. Stra-
ßen) oder das Medium Boden nicht
direkt betroffen ist.
Die gewerblichen Nutzungsarten Raffi-
nerie (Nr. 2123), Werft (Nr. 2124),
Kraftwerk (Nr. 2126), Klärwerk / Kläran-
lage (Nr. 2129), Ausstellungsgelände /
Messegelände (Nr. 2131), Heizwerk
(Nr. 2133), Wasserwerk (Nr. 2134),
Gradierwerk (Nr. 2311) oder Hafen (Nr.
3401) können ggf. mitbetrachtet wer-
den, wenn ihr unversiegelter Freiflä-
chenanteil relevant ist. Durch betriebli-
che Maßnahmen (z. B. Erweiterungen,
Gebäuderückbau, Bodenumlagerun-
gen) kann bei diesen Nutzungsarten
grundsätzlich auch im Freiflächenbe-
reich von anthropogenen Böden aus-
gegangen werden. Aus diesen Grün-
den wie auch durch betriebliche Emis-
sionen kann ein erhöhtes Belastungs-
potenzial erwartet werden.
Für die BBK im Siedlungsbereich sind
nur diejenigen Nutzungsarten zu bear-
beiten, die flächenmäßig im gesamten
Stadtgebiet einen bestimmten Mindest-
anteil aufweisen, da eine flächende-
ckende Bearbeitung nicht realisierbar
ist. Nutzungsarten, die einen sehr ge-
ringen Flächenanteil aufweisen sollten
verworfen werden und verbleiben dann
ohne Information zum Schadstoffge-
halt. Weiterhin ist denjenigen Flächen-
nutzungen Priorität einzuräumen, die
eine höhere Sensibilität aufweisen.
Dies sind in erster Linie Flächen des

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Wohnungsbaus (einschließlich Ab-
standsgrün), Grün- und Parkanlagen,
Sport- und Freizeitanlagen (einschließ-
lich Spielanlagen), Gartenland und
Kleingartenanlagen sowie nachgeord-
net Industrie- und Gewerbeflächen.
Tabelle 5: Im Siedlungsbereich zu betrachtende Nutzungsarten und deren
Beprobungsbereiche
Nr. Nutzungsart (ATKIS) Beprobungsbereich
1808 Fußgängerzone unversiegelter Anteil 3)
1802
Parkplatz
nur bei fehlender Versiegelung (Schotterfläche)
2111
Wohnbaufläche
Hausgärten 4), Abstandsgrün 3)
2112
Industrie- u. Gewerbefläche
Abstandsgrün 6)
2113
Fläche gemischter Nutzung
Abstandsgrün 3)
2114
Fläche besonderer Prägung
Abstandsgrün 6)
2121 Bergbaubetrieb (obertägig) 1)
2122 Deponie 1)
2132 Gärtnerei
2201/2222
Sportanlage
Rasen- und Tennenanlagen
2202 Freizeitanlage 3)
2212 Freilichtmuseum 3)
2213 Friedhof 2)
2224 Freibad Liegewiesen
2225 Zoo 3)
2226 Freizeitpark, Wildgehege 3)
2227/5101 Grünanlage, Park
3)
2228 Campingplatz unversiegelter Anteil 3)
2230 Golfplatz
2301
Tagebau, Grube, Steinbruch
1)
2302 Halde, Aufschüttung 1)
2303 (sonstige) Freifläche
2304 Rieselfeld
2314 Absetzbecken, Schlammteich 1)
2342 Spielfeld, Spielfläche 3)
3501
Bahnhof
unversiegelter Bereich, Gleiskörper bei Bahnbrachen
3301 Flughafen unversiegelter Bereich
3302 Flugplatz, Landeplatz unversiegelter Bereich
4101 Ackerland
4102 Grünland
4103 Gartenland 4)
4104 Heide
4107 Wald, Forst

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Tabelle 5: Im Siedlungsbereich zu betrachtende Nutzungsarten und deren-
Beprobungsbereiche (Fortsetzung)
Nr. Nutzungsart (ATKIS) Beprobungsbereich
4108 Gehölz
4109 Sonderkultur, Baumschule
4110 Brachland unversiegelter Anteil 5)
4111 Nasser Boden
4120 Vegetationslose Fläche
6201
Damm, Wall, Deich
unversiegelter Anteil
Die in fett gedruckten Nutzungen sind im Siedlungsraum als die dominant hervortretenden Freiflächen
anzusehen und bevorzugt zu bearbeitet; die in
kursiv
gedruckten Nutzungen treten im Siedlungsbe-
reich ebenfalls auf, haben aber ihren Verbreitungsschwerpunkt im Außenbereich (LUA 2000).
1)
Beprobung optional (temporäre Veränderungen)
2)
Beprobung optional (Pietät)
3) Differenzierung in Subnutzungstypen a) Rasenfläche, b) Rabatte / Gehölz und c) Sandspiel-
bereiche ggf. sinnvoll
4)
Keine Differenzierung in Zier- und Nutzgarten
5) Differenzierung in Subnutzungstypen a) Fläche mit Pioniervegetation, b) Fläche mit Hoch-
staudenvegetation oder Birken-Vorwald und c) bewaldete Fläche ggf. sinnvoll
6) Differenzierung in Subnutzungstypen a) Rasenfläche und b) Rabatte / Gehölz ggf. sinnvoll
Die feststellbare Bodenbelastung ist
das Resultat der jeweiligen Nutzung
und deren Dauer unter Berücksichti-
gung des ursprünglich anstehenden
bodenbildenenden Substrats, der loka-
len Immissionssituation sowie eines
möglichen Überschwemmungseinflus-
ses. Dabei gilt für Böden im Siedlungs-
bereich im Besonderen, dass die Höhe
von Stoffgehalten ein Abbild ist des
Zusammenspiels von nutzungstypi-
schen Durchmischungen und nutzungs-
typischen Einträgen mit Einträgen aus
lokalen Immissionen. Räumliche Ver-
gleiche festgestellter Stoffkonzentratio-
nen insbesondere von Böden in Wohn-
und Mischgebieten belegen zusätzlich,
dass die jeweilige spezifische Nut-
zungsdauer mit ausschlaggebend ist
für die absolute Höhe der Schadstoff-
belastung (z. B. GARBE et al. 2003).
Folglich sind Zeitschnitte als integrative
Komplexfaktoren ein mögliches Ab-
grenzungskriterium für Raumeinheiten.
In NRW sind z. B. folgende Unterschei-
dungen in verschiedenen Städten ver-
wendet worden (LUA 2006):
bis 1918
bis 1926
1919 - 1948
1927 - 1945
1949 - 1960
oder
1946 - 1959
1961 - 1980
1960 - 1969
1981 bis heu-
te
1970 – 1978
1979 bis
heute
In Anlehnung an die multitemporalen
Auswertungen von Luftbildern im Rah-
men der Erhebung von Altstandorten

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Seite 52
und Altablagerungen können auch
Zeitschnitte definiert werden, die sich
an der Existenz von Karten- oder Luft-
bildgrundlagen orientieren.
7.5.3 Immissionen
Der Eintrag von Schadstoffen über den
Luftpfad trägt merklich zur Bodenbelas-
tung bei; dies gilt insbesondere für in-
dustriell geprägte Regionen, in denen
der Immissionsbeitrag sogar dominie-
ren kann. Auch im eher ländlichen
Raum können einzelne größere Emit-
tenten zu großflächigen Immissionen
führen.
Ob sich der Schadstoffeintrag der letz-
ten Jahrzehnte tatsächlich im Boden
wieder findet, ist in der Realität davon
abhängig, wie lange der Boden mehr
oder weniger ungestört der Deposition
ausgesetzt war. Nur im Falle langjährig
ungestörter Böden wird sich die Depo-
sition in den Bodengehalten deutlich
widerspiegeln. Für die Erfassung die-
ses Beitrages stehen im Idealfall Mess-
reihen aus Immissionsmessprogram-
men zur Verfügung, die z. B. im Rah-
men der Luftreinhaltung erhoben wur-
den.
Um einen Überblick über die Ausprä-
gung der Deposition über das Untersu-
chungsgebiet zu bekommen, ist eine
Interpolation der Depositionsdaten an
den Messstellen für die Parameter Ge-
samtstaub, Blei und Cadmium zweck-
mäßig. Bei der Deposition handelt es
sich zwar zumeist um eine interpolier-
bare Größe, die Interpolierbarkeit ist für
den konkreten Fall jedoch nachzuwei-
sen.
Die Kenntnisse der Immissionssituation
sind insbesondere für eine Optimierung
des Messenetzes zur Erfassung der
Bodenbelastung von Bedeutung (Im-
missionsansatz und raumanalytischer
Ansatz). Weiterhin bietet sich so die
Möglichkeit, die Schadstoffgehalte im
Oberboden eines Standortes mit der
dortigen Deposition zu korrelieren. Da-
zu sind die Standorte mit Angaben zu
Bodengehalten mit den interpolierten
Immissionssummen zu verschneiden.
7.6 Auswahl eines Testgebie-
tes
In den meisten Fällen ist es sinnvoll, im
Rahmen der Erstellung einer BBK im
Siedlungsbereich mit einem Testgebiet
zu beginnen. Erst über diesen Schritt
kann man sich konkret ein Bild über die
Bodenverhältnisse und Belastungsur-
sachen machen. Verzichtbar ist die
Auswahl eines Testgebietes,
wenn das Stadtgebiet klein ist
(< 50 km
2
) oder
wenn die verwertbaren Datengrund-
lagen über die Belastungssituation
der Böden bereits zu Beginn der
BBK Siedlungsbereich sehr umfang-
reich sind.
Bei der Festlegung eines Testgebietes
ist darauf zu achten, dass dieses mög-
lichst repräsentativ für den gesamten
Siedlungsbereich gewählt wird. Daher
sollte sich das Testgebiet geografisch
vom Kerngebiet bis in die Stadtrandla-
ge erstrecken, um die wichtigsten städ-
tebaulichen Phasen abzudecken. Zu-
dem sollten alle wesentlichen Nutzun-
gen und Nutzungsabfolgetypen vor-
handen sein. Es ist auch darauf zu ach-
ten, dass die naturkundlichen Grundla-
gen und die Immissionssituation des
Gebiets möglichst repräsentativ be-
rücksichtigt werden. Zu nennen sind:

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die Topographie / Geländemorpho-
logie
die geologischen und bodenkundli-
chen Verhältnisse
das Vorkommen bedeutender aktu-
eller bzw. historischer Emittenten
Um der Forderung nach ausreichender
Repräsentativität Rechnung zu tragen,
sind auch Ansprüche an die Größe des
Testgebiets verknüpft. Das Testgebiet
sollte 10 - 20% des gesamten Stadtge-
bietes einnehmen und in weiten Teilen
Siedlungsflächen im engeren Sinne
beinhalten. Da letztlich auch eine Inter-
polation der Bodengehalte angestrebt
wird, ist ein Testgebiet mit ähnlicher
Erstreckung in Richtung Nord-Süd und
in Richtung Ost-West sinnvoll.
Bei Wald-, Acker- oder Grünlandflä-
chen auf natürlichen Böden (größer
1 ha) ist zu prüfen, ob hier die Bearbei-
tungskriterien der BBK für den Außen-
bereich angewendet werden können,
auch wenn die Flächen im unmittelba-
ren Siedlungsbereich liegen.
Die Untersuchung des Testgebietes
sollte in zwei Schritten erfolgen. In ei-
nem ersten Schritt liefert eine Über-
blicksuntersuchung erste Hinweise ü-
ber die Schadstoffverteilung und das
Belastungsniveau. In dem nachfolgen-
den Verdichtungsschritt werden diese
Informationen aufgenommen und durch
verdichtende Probenahmen ergänzt,
die –ähnlich wie die Nachbeprobung im
Außenbereich- an den Erfordernissen
im Hinblick auf die Schätzgüte einer-
seits und der Belastungshöhe anderer-
seits ausgerichtet wird.
7.7 Prüfung der unterschiedli-
chen Ansätze im Testge-
biet
Sofern nicht bereits ein Ansatz im Zuge
der Recherche verworfen werden
kann, sollten im Testgebiet möglichst
alle drei Ansätze parallel überprüft wer-
den. Dazu sind die nachfolgenden Aus-
wertungen vorzunehmen.
7.7.1 Immissionsbezogener An-
satz
Zur Beurteilung, inwieweit die Immissi-
on zu relevanten Bodenbelastungen
geführt hat, dienen in einem ersten
Schritt vorhandene Immissionsdaten
selbst. Über die Umrechnung des
Cadmium- bzw. Bleieintrags in den
Boden (unter Verwendung der Lage-
rungsdichte) kann eine erste Einschät-
zung des Immissionsanteils für die o-
berste Bodenschicht erfolgen. Dabei ist
allerdings zu berücksichtigen, dass
Messungen zur Immission nur für die
letzten Jahrzehnte vorliegen, dieser
Schadstoffeintrag aber häufig viel wei-
ter in die Vergangenheit zurückreicht.
Den nächsten Schritt erfolgt eine statis-
tische Auswertung der Bodendaten. Die
Bezugstiefe ist zum einen die Schicht
0-10 cm Tiefe und zum anderen 10-
30 cm Tiefe. Standorte mit hohen An-
teilen technogener Substrate sowie
Standorte mit deutlich höheren Schad-
stoffgehalten der Schicht 10-30 cm
gegenüber der Schicht 0-10 cm (inver-
se Gradienten) sind von der weiteren
Auswertung auszuschließen. Eine Da-
tenvorbereitung (Normalverteilung,
Ausreißertests) sollte analog zur Vor-
gehensweise im Außenbereich vorge-
nommen werden.

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Mit Hilfe multivariater Statistik ist der
Zusammenhang zwischen der Boden-
belastung und den anderen Variablen
zu testen. Dabei bieten sich auf der
einen Seite bodenbedingte Parameter
(wie pH, TOC, Gehalte an technogenen
Substraten) an, andererseits auch ex-
terne Daten, insbesondere die Deposi-
tion. Die Analyse sollte eine deutliche
Korrelation zwischen den Bodengehal-
ten insbesondere bei den Parametern
Blei und Cadmium und Depositions-
summen der entsprechenden Schwer-
metalle zeigen.
Vor der Interpolation ist mittels Vari-
ogrammanalyse ein räumicher Zusam-
menhang nachzuweisen und es sind
die erforderlichen Interpolationspara-
meter abzuleiten. Die Übertragung der
Punktinformation in die Fläche ge-
schieht im Falle des Immissionsansat-
zes mittels Interpolation der entspre-
chenden Bodendaten für die Schicht
0-10 cm und 10-30 cm Tiefe. Es ist in
vielen Fällen günstiger, an Stelle der
separaten Interpolation der Schicht
10-30 cm eine integrierende Betrach-
tung für die Schicht 0-30 cm (vgl. Kapi-
tel 6.6.1) durch gewichtete Mittelung
des Wertes 0-10 cm und des Wertes
10-30 cm gegebenenfalls unter Be-
rücksichtigung der unterschiedlichen
Trockenrohdichten durchzuführen. Die
Interpolierbarkeit kann zumeist durch
Ausschluss von Überschwemmungsflä-
chen und der Flächen mit deutlich in-
versen Schadstoffgradienten verbes-
sert werden.
Zwar werden üblicherweise bei der
Betrachtung von Einzelflächen differen-
ziertere Tiefengradienten (z. B. 5 cm-
Schritte) zur Prüfung eines Immissi-
onseinflusses herangezogen, doch
reicht die Berücksichtigung der Schich-
ten 0-10 cm und 10-30 cm im Rahmen
der BBK aus, da die Auswertung räum-
licher Zusammenhänge im Mittelpunkt
steht. Die interpolierten Stoffgehalte
stellen demnach die immissionsbeding-
te Bodenbelastung dar, die bei für lan-
ge Zeit unberührten Böden zu erwarten
ist.
Ergibt die Überblicksuntersuchung,
dass die Immission im Testgebiet keine
relevante Belastungsursache darstellt,
kann auf den anschließenden Verdich-
tungsschritt verzichtet werden.
7.7.2 Substratbezogener Ansatz
Bei der Auswertung der substratbezo-
genen Belastungsursachen werden die
Proben im Hinblick auf Art und Anteil
technogener Substrate und den Schad-
stoffgehalten im Boden betrachtet. Die
Relevanz des Einflusses technogener
Substrate ist durch Korrelationsanaly-
sen nachzuweisen.
Ebenso wie im Fall der Immissionen
sollte sich eine Beurteilung, inwieweit
die technogenen Substrate für die je-
weilige Stadt eine wesentliche Belas-
tungsursache darstellen, schon im
Rahmen der Überblicksuntersuchung
des Testgebietes ergeben.
Einige allgemeine Hinweise lassen sich
aus den bisherigen Erfahrungen der
Erstellung von BBK im Siedlungsbe-
reich für den substratbasierten Ansatz
ableiten (LUA 2006):
Ein eindeutiger Zusammenhang
zwischen dem Alter der Nutzung der
Fläche und dem Anteil technogener
Substrate im Boden ist nicht zu er-
warten.
Wird nach Bodenhorizonten diffe-
renziert, zeigen der zweite und dritte
Horizont unterhalb des humosen

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Oberbodens im Regelfall höhere An-
teile technogener Substrate.
Der Anteil der technogenen Grob-
komponenten an der Gesamtbo-
denmatrix ist im Regelfall unter
10 Masse-%.
Es lassen sich auch im Oberboden
Fremdsubstrate antreffen, wenn-
gleich es sich häufig lediglich um
Einzelfunde handelt.
Zwischen dem Anteil technogener
Substrate aus der Feldansprache
und den Schadstoffgehalten im Bo-
den existieren zwar qualitative Zu-
sammenhänge, hohe Korrelationen
sollten aber nicht erwartet werden
(analytische 2 mm–Grenze, Verdün-
nungseffekte); übliche Korrelations-
koeffizienten bewegen die sich im
Bereich zwischen 0,3 bis 0,6. Wird
zwischen den einzelnen Substrat-
komponenten nicht differenziert, er-
höhen sich die Koeffizienten gering-
fügig.
Die Korrelationsrechnungen sind nur
für Unterböden zielführend. Oberbö-
den können gleichzeitig durch Im-
missionseinfluss belastet sein, so
dass eine differenzierte Interpretati-
on nach Substrat- und Immissions-
einfluss erschwert wird.
Im Falle des Substratansatzes sind
zunächst die Stichproben innerhalb
einer Nutzung bzw. Subnutzung statis-
tisch getrennt für Ober- und Unterbo-
dendaten auszuwerten. Eine Übertra-
gung der Ergebnisse der Stichprobe
auf andere vergleichbare Flächen ist
nur dann möglich, wenn nachgewiesen
werden kann, dass die Probennah-
meflächen innerhalb gegebener Raum-
einheiten einheitlichen Bodenaufbau
und einheitliche Bodenbelastungen
aufweisen und mit ausreichender Si-
cherheit erwartet werden kann, dass
eine Übertragung der Ergebnisse auf
Flächen gleicher Nutzung bzw. Subnut-
zung oder Nutzungsabfolge möglich ist.
Sind technogene Substrate für das Un-
tersuchungsgebiet prägend, jedoch
keine nutzungsbezogenen Gesetzmä-
ßigkeiten im Hinblick auf die Bodenbe-
lastung feststellbar, ist eine flächenhaf-
te Darstellung nicht möglich.
7.7.3 Raumanalytischer Ansatz
Grundlage für die raumanalytischen
Auswertungen der Bodendaten sind die
Vorinformationen zu den Standorten
der Probennahme. Alle auftretenden
homogenen Raumeinheiten werden
statistisch ausgewertet. Berechnet
werden die statistischen Kennwerte
(Mittelwert, Median, geometrisches
Mittel), die Varianzen und Standardab-
weichungen der Verteilungen genauso
wie die Extremwerte und zur Einschät-
zung von Ausreißern auch das 90. und
95. Perzentil. Jede Verteilung wird zu-
sätzlich als Histogramm dargestellt.
Kriterien für die Bildung der Fallunter-
scheidungen sind sowohl die Substrate
der Bodenbildung, einschließlich der
technogenen Substrate, als auch Im-
missionen sowie ggf. auftretender Ü-
berschwemmungseinfluß, aber auch
nutzungsspezifische Belastungsursa-
chen.
Zusätzlich können für die stadttypi-
schen Nutzungen (Wohnen, Park,
Grünanlage, Kleingärten etc.) Zeit-
schnitte definiert werden. Dafür werden
Zeitintervalle gebildet, die in enger Ver-
bindung zur Siedlungsentwicklung der
Stadt oder des Stadtteils stehen. Las-

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sen sich signifikante Unterschiede in
der Bodenbelastung feststellen, wird
diese Unterteilung stoffspezifisch fest-
gelegt und in der weiteren Bearbeitung
berücksichtigt. Erfahrungen aus den
Siedlungsgebieten in NRW zeigen,
dass in vielen solche Unterscheidungen
bezogen auf das gesamte Stoffspekt-
rum - statistisch signifikant sind (LUA
2006).
Die Grundlage für die flächenhafte Dar-
stellung der Bodenbelastung dieses
Ansatzes ist das raumanalytische Mo-
dell, welches flächenhaft vorhandene
Rauminformationen zu einzelnen Be-
lastungsursachen mit punktbezogenen
Untersuchungsergebnissen zur Boden-
belastung verbindet. Die Übertragung
einzelner Untersuchungsergebnisse in
die Fläche geschieht in zwei Stufen. Im
ersten Schritt wird durch rechnerische
Berücksichtigung der Vorinformationen,
was durch Standardsoftware gesche-
hen kann, der Datensatz bereinigt
(Standardisierung). Es folgt die Prüfung
der notwendigen statistischen Bedin-
gungen, unter denen die Interpolation
durchgeführt werden kann. Sind diese
erfüllt, kann unmittelbar interpoliert
werden. Im zweiten Schritt wird das
Interpolationsergebnis wiederum unter
Berücksichtigung der Vorinformationen
in die Karte der Raumeinheiten be-
rechnet.
Als Ergebniskarten entstehen Karten
der geschätzten Stoffgehalte in Ober-
böden, welche die Bodenbelastung in
den Grenzen der Raumeinheiten wie-
dergeben. Grundsätzlich sind auch
andere Tiefenstufen in gleicher Weise
bearbeitbar.
7.8 Übertragung auf das
Stadtgebiet
Die Übertragung der vorgenannten
Ansätze aus dem Testgebiet auf den
gesamten Siedlungsbereich ist nur
möglich, wenn innerhalb des Testge-
bietes belastbare Ergebnisse erreicht
wurden. Im Einzelfall kann es erforder-
lich sein, im Stadtgebiet auch mehrere
Ansätze für unterschiedliche Teilflä-
chen anzuwenden.
Die Bearbeitung im Stadtgebiet erfolgt
in Analogie zum Testgebiet. Zunächst
ist eine Überblicksuntersuchung durch-
zuführen, die gegebenenfalls in Teilbe-
reichen im Zuge eines Verdichtungs-
schrittes weitergeführt wird. Es ist je-
doch davon auszugehen, dass der Be-
probungsaufwand mit zunehmender
Bearbeitungsdauer immer stärker ab-
nimmt, da vermehrt Informationen vor-
liegen, die Analogieschlüsse erleich-
tern. Obwohl die BBK im Siedlungsbe-
reich im Maßstab 1 : 10.000 bearbeitet
wird, müssem sehr kleinräumige Nut-
zungsarten ggf. gesondert betrachtet
werden. So können sensible Nutzun-
gen wie Spielplätze oder Kindergärten
mit ihren Informationen zur Bodenbe-
lastung teilweise nur nachrichtlich in
der BBK dargestellt werden. Sind in
einer Stadt ähnliche spezifische Bo-
dennutzungen vorhanden, die hinsicht-
lich ihrer Bodenbelastung relevant sind,
sind sie entweder in das Verfahren zu
integrieren oder nachrichtlich als Punkt-
information darzustellen.

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Seite 57
8 Bodenuntersuchungen im Rahmen der BBK
Eine qualifizierte Ergänzung des Da-
tenbestandes einer BBK durch Nachun-
tersuchungen erfordert eine reibungs-
lose Zusammenarbeit zwischen den
Bearbeitern der Messnetzplanung und
den bodenkundlich ausgebildeten Pro-
benehmern. Die Anforderungen an die
Probenahme sowie praktische Erwä-
gungen sind bei der Messnetzplanung
im Vorfeld weitestgehend zu berück-
sichtigen. Ebenso müssen den Probe-
nehmern die Veranlassung der Probe-
nahme und die Vorgaben der Mess-
netzplanung bewusst sein, um auf
mögliche Schwierigkeiten im Rahmen
der praktischen Feldabeit treffend rea-
gieren zu können.
Grundsätzlich ist der Probenahme eine
konkrete Messnetzplanung voranzu-
stellen. Hierbei sind die Anforderungen
im Hinblick auf eine Mindestdatenan-
zahl (1 pro 4 km² bzw. mindestens 10,
empfehlenswert 20 pro homogener
Raumeinheit) und die Ergebnisse der
Karte des Untersuchungsbedarfs (Kapi-
tel
5.5) heranzuziehen. Die geplanten
Probenahmestellen sind in typischen
Bereichen einer homogenen Raumein-
heit zu platzieren, zudem ist stets eine
Ersatzprobenahmestelle vorzusehen,
für den Fall, dass die erste im Feld ver-
worfen werden muss.
Neben den reinen Koordinaten und
einer Kartendarstellung sind für die
praktische Probenahme alle Informati-
onen bereitzustellen, die zu der Aus-
wahl des Standortes im Rahmen der
Messnetzplanung geführt haben und
die bei einer Überprüfung im Gelände
zum Ausschluss führen könnten. Hierzu
zählen insbesondere:
Nutzung, ggf. Nutzungsdauer
Bodenbildendes Substrat, ggf. er-
warteter Bodentyp
Vorhandener oder fehlender Über-
schwemmungseinfluss
Diese Angaben sind neben den allge-
meinen Informationen zum Untersu-
chungsgebiet und zur –fläche in das im
Rahmen der Messnetzplanung vorzu-
bereitende Probenahmeprotokoll zu
integrieren. Im Rahmen der Probenah-
me (und vorab in der Messnetzpla-
nung) ist zudem ein Abstand zu Nut-
zungsgrenzen, Gebäuden, Straßen etc.
von mindestens 20 Metern einzuhalten.
Auf Ackerflächen sollte keine Probe-
nahme im Bereich des Vorgewendes,
von Mieten- oder Lagerplätzen erfolgen
Vor der eigentlichen Probenahme er-
folgt eine Überblicksbegehung der zur
Beprobung anstehenden Fläche. Diese
dient der Überprüfung aller relevanten
Anhaltspunkte, die zum Ausschluss der
Fläche von der Probenahme führen:
Die Überprüfung der Vorinformatio-
nen aus der Messnetzplanung zeigt
Unstimmigkeiten (Nutzung, Substrat,
Überschwemmung).
Anthropogene Veränderungen wie
Auffüllungen oder Abgrabungen
Kleinräumige Abweichungen, z. B.
durch Muldenlagen, Bodenverbes-
serungsmaßnahmen (Drainage,
Tiefumbruch), erkennbare Auffällig-
keiten im Bewuchs
Falls Auffälligkeiten nur kleinräumig
sind und weniger als 10 % der Fläche
ausmachen, so kann eine Verlegung
der tatsächlichen Probenahmestelle auf

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dieser Fläche erwogen werden. Ande-
renfalls ist die vorgesehene Ersatzpro-
benahmestelle aufzusuchen.
Im Rahmen der Probenahme ist zudem
eine bodenkundliche Profilaufnahme
vorzunehmen, die sich an den Erfor-
dernissen im Rahmen der Bearbeitung
der BBK und den später geplanten
Auswertungen orientiert. Der Mindest-
umfang der Profilaufnahme anhand der
Felder des Aufnahmeformulars der
bodenkundlichen Kartieranleitung (KA
5) ist in Anhang 1 wiedergegeben.
Die Probenahme selbst erfolgt punkt-
bezogen mit mehreren Einstichen zum
Ausgleich kleinräumiger Inhomogenität
(Abbildung
9). Ausnahmen ergeben
sich bei der Bearbeitung von Ü-
berschwemmungs- oder Siedlungsbe-
reichen.
Seite 58
Abbildung 9: Schema einer punktbe-
zogenen Probenahme
mit 9 Einstichen nach
dem Satellitenprinzip
Die Probenahme erfolgt grundsätzlich
horizontbezogen und in der Regel in
Anlehnung an die Tiefenstufen, die in
der BBodSchV vorgegeben wurden.
Im Hinblick auf die allgemeine Vorge-
hensweise bei der Probenahme und
auf die zu berücksichtigenden Sicher-
heitsaspekte sind die Vorgaben der
einschlägigen Regelwerke (z.
Β.
DIN
10381 Teile 1-4, für Siedlungsböden
auch Teil 5) zu berücksichtigen.
Die Analytik der Bodenproben sollte
grundsätzlich nach den Vorgaben der
BBodSchV vollzogen werden. Dabei ist
sicherzustellen, dass die im Anhang 2
beschriebenen Bestimmungsgrenzen
von der Untersuchungsstelle erreicht
werden.
Die Erfassung der Daten mit Angaben
aus der Probenahme und bodenkundli-
chen Ansprache kann zusammen mit
den Analyseergebnissen mit dem Mo-
dul UBoden des LfUG erfolgen.
8.1 Bodenuntersuchungen im
Überschwemmungsbe-
reich
Ergänzende Bodenuntersuchungen im
Überschwemmungsbereich erfordern
über die im vorangegangenen Kapitel
dargestellten allgemeinen Anforderun-
gen eine differenziertere Vorgehens-
weise bei der Messnetzplanung im
Hinblick auf die Anzahl und Lage der
Probenahmestandorte (s. Kapitel
6).
Aus diesem Grund ist ein genaues Auf-
suchen der Probenahmestelle (im Me-
terbereich) erforderlich. Da hier auch
schon kleinräumig ein Wechsel der
Bodeneigenschaften und der Belas-
tungssituation zu erwarten ist, ist eine
eigenhändige Verlegung von Probe-
nahmestellen durch den Probenehmer
nicht möglich. Vielmehr sollten im
Rahmen der Messnetzplanung bereits
mehrere Ersatzprobenahmestellen
ausgewiesen werden.
Aufgrund der sehr heterogenen Ver-
hältnisse und der daraus resultierenden

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Seite 59
Schwierigkeiten bei der Probenahme
sollte die Messnetzplanung in Über-
schwemmungsflächen von der punkt-
bezogenen Probenahme vorzugsweise
auf eine Beprobung repräsentativer
Teilflächen ausweichen. Diese Teilflä-
chen sollten etwa 1 ha Fläche umfas-
sen und typisch für die homogene
Raumeinheit sein (vgl. Kapitel
6). Die
Probenahme dieser Teilfläche ist durch
ein regelmäßiges Begehungsmuster
mit mindestens 25 Einstichen als Flä-
chenmischprobe anzulegen.
8.2 Bodenuntersuchungen im
Siedlungsbereich
Bodenuntersuchungen im Siedlungsbe-
reich erfordern eine ausgesprochen
differenzierte Vorgehensweise im
Rahmen der Messnetzplanung und der
praktischen Probenahme. Bei der Un-
tersuchung des Testgebietes wird da-
bei zunächst allen drei methodischen
Ansätzen (s. Kapitel
7.4) gefolgt. Pla-
nung und Umsetzung der Felduntersu-
chungen laufen für das Testgebiet und
später für das übrige Stadtgebiet in
gleicher Weise ab.
Die gestufte Methodik zur Erstellung
der BBK Siedlungsbereich spiegelt sich
auch in einer gestuften Probennahme-
kampagne (Testgebiet, übriges Stadt-
gebiet) wider. Im Einzelfall ist zu prü-
fen, ob sowohl beim Testgebiet als
auch im übrigen Stadtgebiet die Pro-
bennahme weiter unterteilt und in je-
weils zwei Schritten erfolgen soll (Ü-
berblicksuntersuchung, Verdichtungs-
schritt) oder ob auf einen Durchgang
verzichtet werden kann, wenn es ge-
lingt mit dem vorhandenen Datenbe-
stand eine "vorläufige" BBK zu erstel-
len.
Die Durchführung des Verdichtungs-
schrittes erfolgt nach einer statistischen
bzw. geostatistischen Auswertung der
Ergebnisse des vorangegangenen
Durchgangs. Der Verdichtungsschritt ist
für diejenigen Fälle zweckmäßig, in
denen die Überblicksuntersuchung re-
levante Bodenbelastungen ergab und
eine Verbesserung der Ergebnisse
durch eine höhere Probendichte zu
erwarten ist. Insbesondere im Testge-
biet besteht auf diese Weise auch die
Möglichkeit, Korrekturen an der Bepro-
bung (ausgewählte Nutzungstypen,
festgelegte Nutzungsabfolgetypen)
vorzunehmen.
Es ist zu beachten, dass die verdich-
tenden Untersuchungen nicht unbe-
dingt für alle Nutzungen erfolgen müs-
sen, sondern sich auf diejenigen Teil-
flächen beschränken, die im Rahmen
der Überblicksuntersuchungen als rele-
vant erkannt wurden.
Stellt sich bei der Bearbeitung des
Testgebiets heraus, dass ein oder zwei
Ansätze keine Relevanz entfalten, wer-
den diese bei der Bearbeitung des rest-
lichen Stadtgebiets nicht mehr berück-
sichtigt.
Im Zuge der Probennahmekampagne
werden sowohl die Proben zur Erfas-
sung der immissionsbezogenen Kom-
ponente und zur Erfassung der sub-
stratbezogenen Komponente der Bo-
denbelastung als auch für den raum-
analytischen Ansatz genommen. Bei
den Bodenuntersuchungen im Rahmen
der Erstellung einer BBK im Siedlungs-
bereich ist zum Ausgleich sehr klein-
räumiger Inhomogenität eine flächen-
repräsentative Probenahme durchzu-
führen. Die zu beprobende Flächen-

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Seite 60
größe der Einzelflächen sollte 200 bis
1.000 m² betragen. Größere Flächen
als 1.000 m² sind ungünstig, da es
beim Immissions- und raum-
analytischen Ansatz letztlich Ziel ist,
Punktdaten als Stützstellen für die In-
terpolation zu gewinnen. Die Proben
werden dabei als horizont- bzw. tiefen-
stufenbezogene Mischproben von min-
destens 20 Bohrungen gewonnen.
Von den in der BBodSCHV vorgegebe-
nen, nutzungsbezogenen Bodentiefen
kann abgewichen werden, wenn sich
im Einzelfall aus Schichtung und Hori-
zontierung Abweichungen ergeben und
diese dokumentiert werden. Auf Grund
der im Bodenprofil nicht mit statischen
Tiefen deckungsgleichen Substratver-
teilung und der damit in Verbindung
stehenden Schadstoffsituation ist im
stadtbodenkundlichen Bereich ein Vor-
gehen alleine nach vorgegebenen Tie-
fen nicht zweckmäßig. Eine alleinige
Differenzierung in den humosen Ober-
boden und den gegebenenfalls techno-
gen geprägten Unterboden ist nicht
ausreichend. So sind im Unterboden
deutliche Substratwechsel oder sonsti-
ge Auffälligkeiten stets getrennt zu be-
proben.
Für die Gewinnung der Bodenproben
sollten humose Oberböden (A-
Horizonte) und Unterböden getrennt
betrachtet werden (Ausnahme: zusätz-
liche Bodenproben für den Immissions-
ansatz, s.u.). Als Annahmen für die
Mächtigkeit der Oberböden können
gelten:
Rasenflächen: 10 (bis 15) cm
Rabatten-/Gehölze: 20 (bis 30) cm
Garten: 30 (bis 40) cm
Brachland: 10 (bis 20) cm
Acker: ca. 30 cm
Grünland: 10 (bis 15) cm
Wald: 5 (bis 10) cm, ggf. zusätzlich
organische Auflagehorizonte
Bei manchen Nutzungsarten, die je-
doch bei der Bearbeitung der BBK
Siedlungsbereich nur selten betrachtet
werden, existiert kein humoser Ober-
boden. Hier ist der obere Horizont bzw.
sind die oberen Horizonte getrennt zu
beproben. Als Orientierung für die
Mächtigkeit des obersten Horizontes
werden folgende Annahmen getroffen:
Sandspielbereiche
- Sand: 30 (bis 50) cm
1)
- Dränschicht: 15 (bis 25) cm
Tennenplätze
- Deckschicht: ca. 5 cm
2)
-Tragschicht(en): 15 (bis 30) cm
Brachflächen mit Pioniervegetation:
Ai-Horizont ca. 3 cm, z.T. fehlend
2)
1)
Probennahme optional
2)
Probennahme nur sinnvoll, wenn ausrei-
chend Material gewonnen werden kann
Bei humusfreien und nicht nach Hori-
zonten differenzierbaren Nutzungsarten
(z. B. Abgrabungsflächen) sollte für die
Darstellung der Oberböden der oberste
abgrenzbare Horizont (Maximaltiefe 20
cm) genommen werden.
Feldansprache und Probennahme des
Unterbodens erfolgen zunächst hori-
zont- bzw. schichtbezogen. Im Rahmen
der BBK sollten Informationen zum
Stoffgehalt der Unterböden nur in einer
Karte digital dargestellt werden. Dabei
ist zu entscheiden, ob nur Informatio-
nen des ersten Unterbodenhorizontes
einfließen oder ob eine gewichtete Mit-

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Seite 61
telwertbildung über den gesamten be-
probten Unterboden erfolgt. Unterbo-
denhorizonte ggf. auch bereits für die
Analytik zusammengefasst werden. Die
zu betrachtende Gesamttiefe sollte auf
100 cm begrenzt bleiben.
Die Gewinnung der
zusätzlichen
im-
missionsbezogenen Bodenproben er-
folgt tiefenstufenbezogen, d. h. in ein-
heitlichen, von der Bodenhorizontierung
unabhängigen Tiefenstufen
0-10 cm Tiefe
10-30 cm Tiefe
Wenn im Zuge von Bodenuntersuchun-
gen zur Klärung des Immissionseinflus-
ses bereits Ergebnisse vorliegen, die
kleinere Tiefenintervalle (z. B. 5 cm
Schritte) berücksichtigt haben, sollte
auf diese Daten zurückgegriffen wer-
den, da ein zu erwartender Einfluss der
Immission auf diese Weise ebenfall gut
abgegriffen werden kann.
Immissionsansatz
Die Probennahmestellen zur Erfassung
der immissionsbedingten Komponente
der Bodenbelastung müssen bestimm-
ten Kriterien genügen. Da nicht alle
Nutzungsarten für die Beprobung die-
ses Ansatzes auf Grund anthropogener
Störungen in Frage kommen können,
beschränken sich die relevanten Be-
probungsareale auf Flächen, bei denen
vermutet werden kann, dass sie lang-
fristig ungestört geblieben sind (keine
Umlagerungen durch den Menschen).
Nach bisherigen Erfahrungen kommen
folgende Flächen in Frage:
Rasenflächen in älteren (möglicher-
weise repräsentativen) Grün- und
Parkanlagen
Rasenflächen in Wohngebieten und
Hausgärten
Brachflächen, deren Vegetation be-
reits im Verbuschungsstadium ist,
also keine Brachen mit Pioniervege-
tation oder alleiniger Kraut- und
Staudenvegetation
Gemeinbedarfsflächen (Rasen) in
Kleingartenanlagen, die zuvor keiner
Gartennutzung unterlagen
innerstädtische Grünlandflächen.
Aber auch bei diesen Flächen muss
davon ausgegangen werden, dass die
natürliche Bodenhorizontierung Störun-
gen durch Bioturbation (wühlende Tie-
re) oder andere Formen der Turbation
(Quellung/Schrumpfung, Gefrieren/
Tauen) aufweisen.
Zur Sicherstellung einer langfristigen
Unberührtheit bietet sich vorab die
Auswertung von historischen topogra-
phischen Karten, Luftbildern und ggf.
Zeugenbefragungen an. Es ist anzu-
streben, dass die Beprobungsflächen
möglichst seit dem 2. Weltkrieg keine
Umlagerungen erfuhren, um einen tat-
sächlichen Immissionseinfluss insbe-
sondere der emissionsintensiven
Nachkriegszeit (1950er bis 1980er Jah-
re) zu erkunden. Es ist in jedem Fall bei
der Probenahme zu prüfen, dass die
Böden keine aktuellen Bearbeitungsho-
rizonte (Ap, R) und allenfalls geringe
Anteile von technogenen Beimengun-
gen aufweisen. Um festzustellen, ob
die für die immissionsbezogene Pro-
bennahme ausgewählte Fläche über-
haupt geeignet ist, sollten daher vorab
drei Bohrungen bis zu maximal 100 cm
Tiefe abgeteuft werden (Feststellung
technogener Substrate).

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Seite 62
Innerhalb des Testgebiets bzw. des
übrigen Stadtgebiets sollten die Flä-
chen des Immissionsansatzes mög-
lichst gleichmäßig positioniert werden.
Sind lokale Emittenten bekannt, kann
die Lage der Beprobungsflächen auch
entsprechend angepasst werden.
Substratansatz
Zur Erfassung technogener Substrate
im Untersuchungsgebiet sollte das
Testgebiet alle wesentlichen stadttypi-
schen Nutzungsarten (vgl. Kap.7.5.2)
jeweils zunächst 5 - 10 mal aufweisen.
Im übrigen Stadtgebiet ist von einer
höheren Anzahl von Beprobungsflä-
chen pro Nutzungsart auszugehen
(mindestens 20).
Nach bisherigen Erfahrungen sind fol-
gende Nutzungstypen auf Grund ihres
flächenmäßigen Vorkommens beson-
ders bedeutsam:
Grünanlagen oder Parks (Rasen-
und Rabattenflächen)
Gebäudenahe Abstandsgrünflächen
(insbesondere Rasenflächen) im Be-
reich von Wohnbebauung, Bebau-
ung mit öffentlichen Gebäuden und
Industrie-/Gewerbeflächen
Sportanlagen (insbesondere Rasen-
flächen)
Kleingartenanlagen (Beete, Rasen-
flächen)
Wohnungsnahe Hausgärten (insbe-
sondere Rasenflächen) in Block-,
Zeilen-, Reihenhaus- und Einfamili-
enhaussiedlungen
Die Auflistung ist ggf. um weitere, eher
seltener anzutreffende Nutzungsarten
zu ergänzen.
Wald-, Acker- oder Grünlandflächen auf
natürlichen Böden (größer 1 ha) sollten
entsprechend den Bearbeitungskrite-
rien der BBK im Außenbereich unter-
sucht werden, auch wenn die Flächen
im unmittelbaren Siedlungsbereich lie-
gen.
Zunächst sind Überblickssondierungen
durchzuführen (bodenkundliche Feld-
kartierung), die Probennahme erfolgt
direkt im Anschluss. Bei der Feldan-
sprache sollte sichergestellt sein, dass
diese nur von feldbodenkundlich ge-
schulten Personen durchgeführt wird,
die sich insbesondere auch mit den
stadttypischen Substraten auskennen.
Grundlage der Kartierung sind die Bo-
denkundliche Kartieranleitung (AG Bo-
den 2005) und die Stadtbodenkartier-
anleitung (AK STADTBÖDEN 1997).
Die Bodenansprache erfolgt grundsätz-
lich horizont- bzw. schichtweise.
Schwanken dabei die Horizontmächtig-
keiten, sollten entsprechende Spann-
weiten dokumentiert werden (z. B. Ho-
rizont X mit Tiefe 20/30 cm bis 60 cm).
Die abgelagerten Substrate liegen
meistens als Gemengeformen vor. Für
die Erfassung der natürlichen und vor
allem technogenen Substrate wird vor-
geschlagen, einen Bestimmungs-
schlüssel (MEUSER 1996b, AK
STADTBÖDEN 1997, MEUSER 2002)
zu verwenden, falls Substrate nicht
bekannt sind. Die Quantifizierung der
einzelnen Substrate sollte relativ genau
erfolgen (Einzelfund bzw. als Vol.% in
5er oder 10-er Schritten). Die vorherr-
schenden Substrate sind zudem zu-
sätzlich separat zu analysieren.

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Seite 63
Raumanalytischer Ansatz
Grundlage der Messnetzplanung und
der Beprobungen ist eine Raumanaly-
se. Hierbei werden die versiegelten und
überbauten Böden identifiziert und von
der weiteren Bearbeitung ausgeschlos-
sen. Ergebnis der Raumanalyse ist die
Karte der homogenen Raumeinheiten
(Konzeptkarte), in der die Einflussfakto-
ren der Bodenbelastung in ihrer Kom-
bination räumlich dargestellt und abge-
grenzt sind.
Eines der wesentlichen Abgrenzungs-
kriterien für die Raumeinheiten im Sied-
lungsraum ist die Bodennutzung in ihrer
zeitlichen Differenzierung.
Im Rahmen der Feldbeprobung sollten
ergänzend Angaben zum Alter der je-
weiligen Untersuchungsfläche erfasst
werden (Alter der Gebäude, Alter des
Baumbestandes). Hilfreich ist die Be-
rücksichtigung eingescannter histori-
scher TK 25 im Rahmen der Messnetz-
planung (Hinweise auf das Nutzungsal-
ter sowie lange Zeit unberührte Areale).
In den im Zusammenhang bebauten
Gebieten wechseln die Nutzungen sehr
kleinräumig bei gleichzeitig nur geringer
Parzellengröße. Das zwingt lokal zu
kleinräumigeren Betrachtungen sowie
in der Messnetzplanung zu variablen
Untersuchungsdichten.

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9 Anwendungsbereiche
Adressaten der digitalen Bodenbelas-
tungskarten sind in erster Linie die Un-
teren Bodenschutzbehörden. Sie arbei-
ten im Rahmen ihrer Zuständigkeiten
mit den übrigen Behörden auf dem Ge-
biet des Bodenschutzes zusammen
und stellen für die jeweiligen spezifi-
schen Anforderungen die Informationen
zur stofflichen Belastung der Böden
ihres Zuständigkeitsgebietes bereit.
Die Ergebnisse digitaler Bodenbelas-
tungskarten können durch geoinforma-
torische Verarbeitung und Präsentation
in Verbindung mit weiteren Geobasis-
daten und Fachinformationen in ein
kommunales Bodeninformationssystem
eingebunden werden, welches konkrete
Aussagen zur stofflichen Belastung und
deren räumlicher Verteilung in den Ge-
bietskörperschaften enthält. Daneben
ist eine Vielzahl von Zusatzinformatio-
nen zusammengestellt, die für viele
Einzelfragen des Bodenschutzes mit
herangezogen werden können.
Digitale Bodenbelastungskarten sind
eine wichtige Grundlage für den stoffli-
chen Bodenschutz: Sie liefern den Un-
teren Bodenschutzbehörden
wichtige
Erkenntnisse
sowohl für die Gefahren-
abwehr als auch für den vorsorgenden
Bodenschutz. Stellungnahmen für Pla-
nungs- und Genehmigungsverfahren
werden dadurch erleichtert. Außerdem
enthalten sie auch wichtige Informatio-
nen für den Verbraucherschutz, z. B.
für die Lebensmittelüberwachung.
Im Einzelnen ergeben sich insbesonde-
re folgende Anwendungsbereiche:
1. Abgrenzung von Gebieten ein-
heitlicher Hintergrundgehalte,
2. Ermittlung und Abgrenzung von
Gebieten, in denen die Vorsor-
gewerte nach Anhang 2 Nr. 4
BBodSchV überschritten sind,
3. Ermittlung und Abgrenzung von
Gebieten, die für die Verwertung
von Abfällen gem. AbfKlärV ge-
eignet sind,
4. Ermittlung und Abgrenzung von
Gebieten mit „geogen/ naturbe-
dingt oder großflächig siedlungs-
bedingt” erhöhten Stoffgehalten
nach § 8 Abs. 2 Nr. 1 BBodSchG
in Verbindung mit § 9 Abs. 2 und
3, § 12 Abs. 10 sowie Anhang 2
Nr. 4.1 BBodSchV,
5. Beurteilung der stofflichen Bo-
denbelastung im Einflussbereich
von Emittenten (z. B. geplante
Anlagen nach UVPG),
6. Ursachenbezogene Bewertung
von Einzelflächen anhand von
Hintergrundgehalten,
7. Erfassung und Abgrenzung von
schädlichen Bodenveränderun-
gen nach § 9 SächsABG,
8. Abwägungs- und Kennzeich-
nungsgrundlage für besonders
belastete Böden im Rahmen der
Bauleitplanung nach §§ 1, 5 und
9 BauGB

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10 Maßnahmen zur Qualitätssicherung
Die Maßnahmen zur Qualitätssicherung
bei der Erstellung einer BBK beinhalten
insbesondere folgende Aspekte, die
nachfolgend erläutert werden:
Qualifiziertes Personal für alle Ar-
beitsschritte
Möglichkeit der Projektbegleitung
durch das LfUG
Beachtung dieses Leitfadens
Bodenkundlich ausgebildete Probe-
nehmer
Kriterien für die Auswahl von Unter-
suchungsstellen (Labors)
Vergabe von 10 % der Proben an
ein zweites Labor
Mindestanforderungen an die Güte
und räumliche Dichte der Daten
Der wesentliche Beitrag im Rahmen
der Qualitätssicherung bei der Erstel-
lung einer BBK ist der Einsatz von qua-
lifiziertem Personal für alle Arbeitschrit-
te. Hervorzuheben sind Kenntnisse der
Bodenkunde und –chemie sowie bo-
denschutzrechtlicher Regelungen und
die methodisch sichere Anwendung
von GIS- und Statistiksoftware.
Bei der Erstellung einer BBK sollte im
Sinne einer aktiven Projektbeteiligung
nach Möglichkeit das LfUG einbezogen
werden. Auch die Einhaltung der Vor-
gaben dieses vom LfUG erstellten Leit-
fadens ist als Bestandteil einer Quali-
tätssicherung im Rahmen der BBK an-
zusehen.
Die Probennahme im Rahmen der BBK
sollte von geeigneten Probennehmern
mit bodenkundlicher Ausbildung durch-
geführt werden. Bei der Bearbeitung
einer BBK im Siedlungsbereich sind
darüber hinaus Erfahrungen auf dem
Gebiet der Probennahme von Stadtbö-
den und in der Ansprache technogener
Substrate nachzuweisen. Die Einhal-
tung der in Kapitel
8 genannten Anfor-
derungen (z. B. im Hinblick auf die
Ausschlusskriterien oder auf die bo-
denkundliche Profilaufnahme) kann
ohne eine fundierte Ausbildung nicht
gewährleistet werden. Ein wichtiger
Baustein der Qualitätssicherung ist der
Abgleich von Laborergebnissen mit den
protokollierten Feldbefunden und
standörtlichen Vorinformationen. Dieser
Abgleich erfordert, dass die Proben-
nehmer mit den Bearbeitern der BBK
Hand in Hand arbeiten.
Richtige und qualitätsgesicherte Analy-
tik stellt umfangreiche Anforderungen
an ein Laboratorium. So ist bei Unter-
suchungen im Rahmen der BBK vorab
zu prüfen, ob das Labor die die erfor-
derliche Kompetenz aufweist. Hinweise
hierzu können insbesondere folgende
sein:
Akkreditierung nach DIN EN 17025
bzw. DIN EN ISO/IEC 17025: 2005
Notifizierung nach spezifischen Län-
derverordnungen gem. §18
BBodSchG
Untersuchungsstelle nach §3 Abs. 5
und 6 AbfKlärV mit Anerkennung für
die verschiedenen Untersuchungs-
gruppen
erfolgreiche Teilnahme an Schwer-
metallringversuchen (z. B. der LfL )
Zudem ist sicherzustellen, dass die im
Anhang 2 genannten Analyseverfahren

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Seite 66
mit den erforderlichen Bestimmungs-
grenzen im Labor erprobt sind.
Insbesondere für den Fall, dass Analy-
sen nicht durch entsprechend akkredi-
zierte oder notifizierte Untersuchungs-
stellen durchgeführt werden, sollten zur
weiteren Qualitätssicherung etwa 10 %
der Proben zusätzlich durch ein ande-
res qualifiziertes Labor überprüft wer-
den. Die Auswahl dieser Proben sollte
durch den Bearbeiter der BBK nach der
Sichtung der Untersuchungsergebnisse
erfolgen, wobei insbesondere auch
Proben mit auffälligen Werten (z. B.
potenzielle Ausreißer) oder Proben mit
hohen Gehalten (z. B. > Prüfwerte) für
einzelne Parameter zu berücksichtigen
sind. Dies hat den Vorteil, dass gerade
die kritischen Proben noch einmal ü-
berprüft werden. Bei hohen absoluten
und/oder relativen Abweichungen soll-
ten von beiden beteiligten Laboren
Nachuntersuchungen durchgeführt
werden. Letztlich gilt es zu klären, ob
systematische Fehler vorliegen und
welche Konsequenzen daraus gezogen
werden müssen. In den meisten Fällen
kann diese Maßnahme der Qualitätsi-
cherung bereits in den Rahmen der
Ausschreibung analytischer Leistungen
integriert werden, in dem darin darge-
legt wird, dass:
a) 10 % der Proben zusätzlich von ei-
nem zweiten Labor untersucht wer-
den
b) der wirtschaftlichste Anbieter den
Auftrag für die Hauptuntersuchun-
gen erhält und durch repräsentative
Probenteilung Material für die Ver-
gleichsuntersuchung nach Vorgabe
durch den Auftraggeber bereitzustel-
len hat
c) der Anbieter mit dem nächstwirt-
schaftlichen Angebot automatisch
den Auftrag für die Kontrolluntersu-
chungen an 10 % des Gesamtpro-
benumfanges erhält
d) sich die Anbieter mit der Abgabe
eines Angebotes bereiterklären,
nach Auswertung der Angebote so-
wohl Leistungen nach b) oder auch
nach c) auszuführen.
Die Aussagesicherheit im Hinblick auf
die flächenhafte Darstellung hängt we-
sentlich von der Güte und räumlichen
Dichte der Punktinformationen der
Stoffgehalte ab. Mindestanforderungen
zur Untersuchungsdichte finden sich in
den Kapiteln
5.3 und 8. Die Güte der
Datengrundlagen ist durch Einhalten
der Mindestanforderungen nach
Tabelle 1 für bereits bestehende Da-
tensätze und zusätzlich nach Anhang 1
für neue Untersuchungen sicherzustel-
len.

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67
11 Zitierte und weiterführende Literatur
AG BODEN (2005): Bodenkundliche Kartieranleitung (KA5). 5. verbesserte und erweiterte
Auflage. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung. Hannover. 438 S.
AK STADTBÖDEN (1997): Empfehlungen des Arbeitskreises Stadtböden der Deutschen
Bodenkundlichen Gesellschaft für die bodenkundliche Kartierung urban, gewerblich,
industriell und montan überformter Flächen (Stadtböden) Teil 1: Feldführer + Teil 2:
Handbuch; 2. Auflage; Sekretariat Büro für Bodenbewertung, Kiel
BAUMGARTEN, H. et al. (1997): Stadtbodenkartierung Krefeld – Praxisnahe Bewertung von
Bodenfunktionen in einem urban-industriell geprägten Raum. Miteilgn. Deutsche Bo-
denkundliche Ges., 85
GARBE, M. et al. (2003): Digitale Bodebelastungskarte Wuppertal – Fortführung Siedlungs-
bereich; Mitteilungen der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft; Bd. 102, Heft 2;
Frankfurt/Oder
GLA Geologisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.) (1988): Bodenkarte 1:20.000
Stadt Kiel und Umgebung
GRENZIUS, R. (1987): Die Böden Berlins (West) – Klassifizierung, Vergesellschaftung und
ökologische Eigenschaften. Dissertation TU Berlin
HEINRICH, U. (1992): Zur Methodik der räumlichen Interpolation mit geostatistischen Ver-
fahren: Untersuchungen zur Validität flächenhafter Schätzungen diskreter Messun-
gen kontinuierlicher raumzeitlicher Prozesse; Deutscher Universitäts-Verlag, Wies-
baden
HILLER, D.A. & MEUSER, H. (1998): Urbane Böden; Springer-Verlag, Berlin Heidelberg
HOLLAND, K. (1995): Die Böden Stuttgarts. Schriftenreihe des Amts für Umweltschutz der
Stadt Stuttgart, Heft 3/1995
IFUA (2005 c): Digitale Bodenbelastungskarte Gelsenkirchen – Siedlungsbereich; Ab-
schlussbericht; IFUA-Projekt-GmbH Bielefeld; Gutachten im Auftrag der Stadt Gel-
senkirchen; unveröffentlicht
LABO (2003): Hintergrundwerte für anorganische und organische Stoffe in Böden. In: RO-
SENKRANZ et al. (Hrsg.): Bodenschutz Ergänzbares Handbuch der Maßnahmen
und Empfehlungen für Schutz, Pflege und Sanierung von Böden, Landschaft und
Grundwasser. 9006. Erich Schmidt Verlag, Berlin
LABO (2004 a): Flächenhafte Darstellung punktbezogener Daten über Stoffgehalte in Bö-
den. Bericht des Ad-hoc UA „Punkt zu Fläche“ an die LABO v. 01.07.2004
LABO (2004 b,c,d): Geostatistische und statistische Methoden und Auswerteverfahren für
Geodaten mit Punkt- bzw. Flächenbezug; a: Teil 1 Grundlagen, b: Teil 2 Anwen-
dungsbeispiele, c: Teil 3 Empfehlungen für die Anwendung statistischer und geosta-
tistischer Methoden zur flächenbezogenen Auswertung von Daten über Stoffgehalte
in Böden
LfL – Landesanstalt für Landwirtschaft (2006):
Hinweise und Empfehlungen zum Umgang
mit arsen- und schwermetallbelasteten landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzten
Böden. Dresden

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Landesamt für Umwelt und Geologie
Digitale Bodenbelastungskarten
68
LfUG – Landesamt für Umwelt und Geologie Sachsen (2006): Handlungsempfehlungen für
die Umsetzung des Bodenschutzrechtes in Gebieten mit großflächig erhöhten
Schadstoffgehalten
LUA – Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen (2000): Leitfaden zur Erstellung digitaler Bo-
denbelastungskarten, Teil I: Außenbereiche. Merkblätter des LUA, Nr. 24, Essen
LUA – Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen (2006): Leitfaden zur Erstellung digitaler Bo-
denbelastungskarten im Siedlungsbereich; unveröffentlichter Abschlussbericht der
IFUA-Projekt-GmbH zum gleichlautenden F&E-Vorhaben (Autoren: Barkowski, D.;
Krüger, G.; Meuser, H.; Reinirkens, P.) vom Juni 2006; Projekt-Nr. P 205088, Publi-
kation als LUA Merkblatt in Vorbereitung.
MEULI, R. et al. (1996): Reproduzierbarkeit einer regionalen Erhebung der Bodenbelastung
durch Schwermetalle, dargestellt am Beispiel eines Testgebietes im Zürcher Furttal.
Institut für terrestrische Ökologie, Fachbereich Bodenschutz ETH Zürich
MEUSER, H. & BLUME H.-P. (2004): Anthropogene Böden; in BLUME, H.-P. (Hrsg.): Hand-
buch des Bodenschutzes; Ecomed Verlag, Landsberg/Lech, 3. Auflage
MEUSER, H. (1996 a): Technogene Substrate in als Ausgangsgestein der Böden urban-
industrieller Verdichtungsräume. Schriftenreihe des Instituts für Pflanzenernährung
und Bodenkunde der Universität Kiel, Nr. 35
MEUSER, H. (1996 b): Ein Bestimmungsschlüssel für natürliche und technogene Substrat in
Böden städtisch-industrieller Verdichtungsräume; Zeitschrift für Pflanzenernährung
und Bodenkunde, 159; Weinheim
MEUSER, H. (2002): Antropogene Gesteine; in BLUME, H.-P. (Hrsg.): Handbuch des Bo-
denschutzes; Ecomed Verlag, Landsberg/Lech, 3. Auflage, S. 1-9
SCHRAPS, G. et al. (2000): Stoffbestand, Eigenschaften und räumliche Verbreitung urban-
industrieller Böden – Ergebnisse aus dem Projekt Stadtbodenkartierung Oberhau-
sen-Brücktorviertel. Bericht des Geologischen Dienstes, Krefeld
STREIT, U. (1982): Zur Methodik der Interpolation und Mittelbildung punktbezogener Daten
bei räumlichen Informationssystemen. Klagenfurter Geographische Schriften,
H.2/1982
UMEG (2002): Methodische Empfehlungen zur Abgrenzung von Gebieten mit großflächig
siedlungsbedingt erhöhten Schadstoffgehalten in Böden. Forschungsvorhaben im
Auftrag des Umweltbundesamtes, UBA-Forschungsbericht 200 71 238.

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69
Anhang 1:
Mindestdatensatz bei Neuuntersuchungen im Rahmen der BBK
Feld
KA5 Datenfeld Inhalte
Flächendaten
Katasterangaben
Freitext
Versiegelungsart Freitext
Versiegelungsgrad
je Versiegelungsart in % bzw. klassiert nach
KA 5 S. 53,Tabelle 4
Nutzungsart
KA 5 S. 72, Liste 13; vereinfachte Schlüsselliste
Anteilsklasse der Nutzungsart
je Nutzungsart in % bzw. klassiert nach
KA 5 S. 53, Tabelle 4
Punktdaten: Titeldaten
2 Projektbezeichnung
Freitext
3 Profil-Nr.
Freitext
4
Datum der Aufnahme
Freitext
5 Bearbeiter
Freitext
6 Rechtswert
Freitext
7 Hochwert
Freitext
9
Aufschlussart / Aufnahmeintensität / Probenahme
KA5 S. 56, Liste 2; reduzieren auf "Aufschluss-
art", vereinfachte Schlüsselliste
10 Bemerkungen
Punktdaten: Aufnahmesituation
11
Neigung
KA 5 S. 58, Tabelle 6
18
Bodenabtrag / -auftrag
19
Nutzungsart / Versiegelung
Freitext mit Beispielen aus KA 5 S. 72, Liste 13
20
Vegetation und Bedeckungsgrad
Freitext; "Bedeckungsgrad" entfällt
22
Anthropogene Veränderungen / Bautechnische
Maßnahmen
Freitext
24 Bemerkungen
Punktdaten: Horizontbezogene Daten
25
Horizontunter-/obergrenze
in cm unter Geländeoberfläche
27 Horizontsymbol
KA 5 S. 83-85; Listen der Hauptsymbole sowie
geogener und pedogener Merkmale
28
Bodenfarbe
KA 5 S. 109/110, Tabelle 13 und Liste 18
Geruch
unter Bemerkungen Freitext mit Beispielen aus
KA 5 S. 190, Liste 30 sowie ITVA-Arbeitshilfe
29
Humusgehalt
KA 5 S. 111/112, Tabellen 14 und 15
30 Oxidative Hydromorphiemerkmale
mit Feld 31 zusammenzufassen;
Freitext mit KA 5-Tabelle 16 als Beispiel
31 Reduktive Hydromorphiemerkmale
mit Feld 30 zusammenzufassen;
Freitext mit KA 5-Tabelle 16 als Beispiel
42 Substratartensymbol

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70
Fortsetzung Mindestdatensatz bei Neuuntersuchungen im Rahmen der BBK
Feld
KA5
Datenfeld Inhalte
43 Substratgenese
KA 5 S. 137/138, Tabelle 27;
vereinfachte Schlüsselliste
44a
Feinbodenart / Torfart
KA 5 S. 144-147, Tabelle 30;
vereinfachte Schlüsselliste
44b
Grobbodenfraktionen + Anteilsklassen
KA 5 S. 150, Tabelle 32
44c
Summe Skelettanteil
KA 5 S. 150, Tabelle 33
46
Carbonatgehalt
KA 5 S. 169, Tabelle 40
47a Bodenausgangsgestein
KA 5 S. 174-177, Tabelle 43;
vereinfachte Schlüsselliste
47d Substanzielle Substratinhomogenitäten
Freitext mit Beispielen aus KA 5
S. 183, Liste 27
49 Bemerkungen
Punktdaten: Profilkennzeichnung
50
Bodensystematische Einheit
51
Substratsystematische Einheit
52 Humusform
53
Wasserstand unter GOF
in dm unter Geländeoberfläche
58
Bemerkungen
Freitext; Synthese aus Datenfeldern 10/24/49/58
Daten zur Probenkennzeichnung
Probennummer
Freitext
Entnahmetiefe der Probe (Ober-/Untergrenze)
in cm unter Geländeoberfläche

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Materialien zum Bodenschutz
Landesamt für Umwelt und Geologie
Digitale Bodenbelastungskarten
71
Anhang 2
Analyseverfahren mit Bestimmungsgrenzen (BG) im Rahmen der BBK
Parameter mit Einheit
BG
Norm/Verfahren
Trockenmasse (%)
0,1
DIN ISO 11465
Korngrößenverteilung*
DIN/ISO 19682 Teil 2 bzw. DIN 19683 Teil 2
Trockenrohdichte
DIN 19683 Teil 12
pH-Wert
DIN/ISO 10390 mit CaCl
2
TIC (% TM)
0,01
DIN/ISO 10694
TOC (% TM)
0,1
DIN/ISO 10694
Extraktion mit Königswasser
DIN/ISO 11466
Arsen (mg/kg TM)
1,0
DIN EN ISO 11885
Quecksilber (mg/kg TM)
0,1
DIN EN 1483
Blei (mg/kg TM)
10
DIN/ISO 11885
Cadmium (mg/kg TM)
0,2
DIN/ISO 11885
Chrom (mg/kg TM)
10
DIN/ISO 11885
Kupfer (mg/kg TM)
10
DIN/ISO 11885
Nickel (mg/kg TM)
10
DIN/ISO 11885
Zink (mg/kg TM)
10
DIN/ISO 11885
Thallium (mg/kg TM)
0,1
VDLUFA Methodenhandbuch VII (HNO
3
-Aufschluss)
PCB 28 (mg/kg TM)**
0,0001 DIN 38414-S 20
PCB 52 (mg/kg TM)**
0,0001 DIN 38414-S 20
PCB 101 (mg/kg TM)**
0,0001 DIN 38414-S 20
PCB 138 (mg/kg TM)**
0,0001 DIN 38414-S 20
PCB 153 (mg/kg TM)**
0,0001 DIN 38414-S 20
PCB 180 (mg/kg TM)**
0,0001 DIN 38414-S 20
Naphthalin (mg/kg TM)
0,01
Merkblatt 1 / 1994 Landesumweltamt NRW
Acenaphthylen (mg/kg TM)
0,01
Merkblatt 1 / 1994 Landesumweltamt NRW
Acenaphthen (mg/kg TM)
0,01
Merkblatt 1 / 1994 Landesumweltamt NRW
Fluoren (mg/kg TM)
0,01
Merkblatt 1 / 1994 Landesumweltamt NRW
Phenanthren (mg/kg TM)
0,01
Merkblatt 1 / 1994 Landesumweltamt NRW
Anthracen (mg/kg TM)
0,01
Merkblatt 1 / 1994 Landesumweltamt NRW
Fluoranthen (mg/kg TM)
0,01
Merkblatt 1 / 1994 Landesumweltamt NRW
Pyren (mg/kg TM)
0,01
Merkblatt 1 / 1994 Landesumweltamt NRW
Benzo(a)anthracen (mg/kg TM)
0,01
Merkblatt 1 / 1994 Landesumweltamt NRW
Chrysen (mg/kg TM)
0,01
Merkblatt 1 / 1994 Landesumweltamt NRW
Benzo(b)fluoranthen (mg/kg TM)
0,01
Merkblatt 1 / 1994 Landesumweltamt NRW
Benzo(k)fluoranthen (mg/kg TM)
0,01
Merkblatt 1 / 1994 Landesumweltamt NRW
Benzo(a)pyren (mg/kg TM)
0,01
Merkblatt 1 / 1994 Landesumweltamt NRW
Indeno(1,2,3-cd)pyren (mg/kg TM)
0,01
Merkblatt 1 / 1994 Landesumweltamt NRW
Dibenz(a,h)anthracen (mg/kg TM)
0,01
Merkblatt 1 / 1994 Landesumweltamt NRW
Benzo(ghi)perylen (mg/kg TM)
0,01
Merkblatt 1 / 1994 Landesumweltamt NRW
PCDD/PCDF (ng I-TE/kg TM)
0,5
AbfKlärV unter Beachtung DIN 38414-24 und der VDI-
Richtlinie 3499
*
In der Regel ist eine Bestimmung der Korngroßenverteilung mittels Fingerprobe bis zur Bodenart ausreichend;
in Zweifelsfällen kann eine zusätzliche Sieb- und Schlämmanalyse erfolgen
** nach LAGA wird aus der Summe der 6 Kongeneren nach Ballschmiter durch Multiplikation mit dem Faktor 5 der
Gesamtgehalt PCB
gesamt
berechnet

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Materialien zum Bodenschutz
Landesamt für Umwelt und Geologie
Digitale Bodenbelastungskarten
72
Impressum
Materialien zum Bodenschutz
Erstellung digitaler Bodenbelastungskarten zur
flächenhaften Darstellung und Beurteilung von
Schadstoffen in sächsischen Böden (Leitfaden)
Titelbild
Ausschnitt einer Interpolationskarte für Arsengehalte
im Oberboden. Autor: Kati Kardel, LfUG
Herausgeber:
Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie
Öffentlichkeitsarbeit
Zur Wetterwarte 11, 01109 Dresden
E-Mail:
Abteilung1.LfUG@smul.sachsen.de
(kein Zu-
gang für elektronisch signierte sowie für verschlüssel-
te elektronische Dokumente)
Bearbeiter/Redaktion:
Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie
Abteilung Natur, Landschaft, Boden
Referat Bodenschutz
Dr. Ingo Müller
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arbeit des Sächsischen Landesamtes für Umwelt und Geolo-
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