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Anforderungen an die stoffliche
Verwertung von mineralischen Abfällen:
Teil III: Probenahme und Analytik
Stand: 05.11.2004
Hinweis:
Dieser Teil wurde von der 63. Umweltministerkonferenz am
04./05.11.2004 in Frankfurt/Main zur Kenntnis genommen (TOP 24).
Gleichzeitig hat die Mehrheit der Länder per Protokollnotiz erklärt,
sie werde die „Anforderungen an die stoffliche Verwertung von mine-
ralischen Abfällen – Technische Regeln“ in den Ländern veröffentli-
chen und in den Vollzug übernehmen. Dieser Teil wird gemäß § 8 der
Geschäftsordnung nicht als Mitteilung der Länderarbeitsgemein-
schaft Abfall veröffentlicht.

 
Probenahme und Analytik
Stand: 05.11.2004
- 2 -
III
Probenahme und Analytik
1 Allgemeines
1.1 Grundsätze
Die Anleitung gibt Vorgaben, wie bei der Probenahme, der Probenvorbehandlung,
der Analytik und bei der Beurteilung der Analysenergebnisse im Einzelnen verfahren
werden soll.
Dabei sind zwei verschiedene Ebenen zu unterscheiden:
-
Probenahme des zu verwertenden Materials am Entstehungsort (Industrie-, Auf-
bereitungsanlage, Boden/Altbaustoffe vor dem Ausbau),
-
Probenahme im Zusammenhang mit der Kontrolle des angelieferten oder einge-
bauten Materials am Ort der Verwertung.
Bei den durchzuführenden Untersuchungen sind die einschlägigen DIN-Normen so-
wie die im Folgenden festgelegten Anforderungen an die Probenahme, Probenvor-
behandlung und Analytik zu beachten. Ihre Einhaltung ist die Grundlage für den Ver-
gleich gemessener Stoffkonzentrationen mit den in den Technischen Regeln festge-
setzten Zuordnungswerten.
Hinsichtlich der Untersuchung von Böden und Bodenmaterial ist Anhang 1 der
BBodSchV (BGBl. I, S. 502 vom 16.7.1999) analog anzuwenden.
1.2
Sach- und Fachkunde
Die Probenahme ist von Personen durchzuführen, die über die für die Durchführung
der Probenahme erforderliche Sachkunde verfügen. Die Untersuchungen sind von
Prüflaboratorien durchzuführen, deren Personal über die erforderliche Fach- und
Sachkunde verfügt. Satz 2 gilt als erfüllt, wenn die Prüflaboratorien ihre Sach- und
Fachkunde gemäß „Verwaltungsvereinbarung über den Kompetenznachweis und die
Notifizierung von Prüflaboratorien und Messstellen im gesetzlich geregelten Umwelt-
bereich“
1
nachgewiesen haben.
1.3 Probenahme
Die Probenahme ist so durchzuführen, dass das zu beurteilende Material repräsenta-
tiv erfaßt wird. Die verschiedenen Untersuchungsebenen erfordern allerdings ein dif-
ferenziertes Vorgehen bei der Probenahme. Dies betrifft insbesondere die Anzahl der
zu entnehmenden Proben und die Wahl des geeigneten Probenahmeverfahrens.
1
Bundesanzeiger Amtlicher Teil Nr. 220, S. 25 450 vom 26.11.2002

 
Probenahme und Analytik
Stand: 05.11.2004
- 3 -
Die Probenahme für die Durchführung der Untersuchungen von Böden und Boden-
material erfolgt analog Anhang 1 der BBodSchV (BGBl. I, S. 502 vom 16.7.1999).
Die Probenahme von anderen Abfällen erfolgt grundsätzlich nach Abschnitt 4.2 der
Richtlinie PN 98 Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) „Grundregeln für die Ent-
nahme von Proben aus festen und stichfesten Abfällen sowie abgelagerten Materia-
lien“ (Stand: Dezember 2001).
Für den Bereich des Straßenbaus ist nach den technischen Prüfvorschriften für Mine-
ralstoffe im Straßenbau (TP Min-StB 1999) die Probenahme in Anlehnung an DIN EN
932-1: 11.96
2
verbindlich vorgegeben. Diese Probenahmevorschriften sind deshalb
auch als Grundlage für die Probenahme der zur Verwertung vorgesehenen Abfälle zu
beachten. Aber auch hier sind die Vorgaben der Abschnitte 4 bis 7 der LAGA-
Richtlinie PN 98 zu berücksichtigen.
Anforderungen an die Auswahl der bei der Probenahme verwendeten Geräte und
Probenbehälter, die Dokumentation der Probenahme sowie an Konservierung,
Transport und Lagerung der Proben sind der LAGA-Richtlinie PN 98 zu entnehmen.
1.4
Untersuchung der Proben
Für die von den Technischen Regeln erfassten Abfälle gilt grundsätzlich, dass das
Material in der Kornverteilung zu untersuchen ist, in der es verwertet werden soll.
Eine Ausnahme von der vorstehend genannten Regelung stellt Bodenmaterial dar,
das bei Untersuchungen vor dem Aushub gewonnen wurde, um mögliche Belastun-
gen des auszuhebenden Bodens zu erkennen. Bei natürlichem Boden wird lediglich
die Kornfraktion unter 2 mm der Analyse zugeführt. Dazu ist die Probe in der Regel
3
nach Lufttrocknung zu sieben und der Anteil an gröberem Material nach Bestimmung
seines Massenanteils zu verwerfen, sofern dieser nur aus festem, unbelastetem na-
türlichem Gesteinsmaterial besteht. Bei Bodenaushub mit mineralischen Fremdbe-
standteilen (Bauschutt, Schlacke, Ziegelbruch) ist in Abhängigkeit von der vorgese-
henen Verwertung das vorliegende Korngrößengemisch oder nach Kornfraktionen zu
untersuchen.
2
ersetzt die in der BBodSchV und der TP Min-STB genannte Vorläufernorm DIN 52 101
3
Bestimmte Inhaltsstoffe können ein anderes Vorgehen erfordern. Bei einer vermuteten oder vorlie-
genden Belastung des Bodenmaterials z. B. mit leichtflüchtigen Schadstoffen siehe LAGA-
Richtlinie KW/04, Abschnitt 4, zu Ia.

 
Probenahme und Analytik
Stand: 05.11.2004
- 4 -
1.4.1
Bestimmung der Gesamtgehalte
Die Bestimmung der in diesen Technischen Regeln aufgeführten Zuordnungskriterien
sowie weiterer Parameter ist nach folgenden Verfahren durchzuführen
4
. Gleichwerti-
ge Verfahren nach dem Stand der Technik sind zulässig. Der Nachweis
5
ist durch
den Anwender zu erbringen.
Die in diesen Technischen Regeln genannten Zuordnungswerte beziehen sich auf
die Trockensubstanz.
Analytische Verfahren - Feststoffe
6
pH-Wert
Bodenbeschaffenheit – Bestimmung des
pH-Wertes (ISO 10390 : 1994)
DIN ISO 10390
Mai 1997
Trockenrückstand
Charakterisierung von Abfällen – Bestim-
mung des Trockenrückstandes und Was-
sergehalts
E DIN EN 14346
Februar 2002
Trockenrückstand
Bodenbeschaffenheit – Bestimmung des
Trockenrückstands und des Wassergehalts
auf Grundlage der Masse – Gravimetrisches
Verfahren ISO 11465 : 1993)
DIN ISO 11465
Dezember 1996
Cyanid, gesamt
Bestimmung des Cyanids in Abfällen
LAGA Richtlinie CN
2/79
Dezember 1983
Cyanid, gesamt
Bestimmung des Cyanids in Bodenmaterial
E DIN ISO 11780
Nov. 2002
Arsen
Cadmium
Chrom
Kupfer
Quecksilber
Nickel
Blei
Thallium
Zink
Charakterisierung von Abfällen – Aufschluss
zur anschließenden Bestimmung des in
Königswasser löslichen Anteils an Elemen-
ten in Abfällen – Deutsche Fassung der EN
13657 : 2003
DIN EN 13657
Januar 2003
Arsen
Cadmium
Chrom
Kupfer
Quecksilber
Nickel
Blei
Thallium
Zink
Bodenbeschaffenheit- Extraktion in Königs-
wasser löslicher Spurenelemente (ISO
11466: 1995)
DIN ISO 11466
Juni 1997
Cd, Cr, Cu, Ni, Pb, Zn
Atomabsorptionsspektrometrie (AAS)
DIN ISO 11047
Mai 2003
As, Cd, Cr, Cu, Ni, Pb,
Tl, Zn
ICP-AES (ICP-MS möglich)
Berücksichtigung von spektralen Störungen
bei hohen Matrixkonzentrationen erforderlich
DIN EN ISO 11885
April 1998
4
Aufgrund von unterschiedlichen Vorgaben in den untergesetzlichen Regelwerken zum BBodSchG
und zum KrW-/AbfG müssen in der folgenden Tabelle unterschiedliche Untersuchungsvorschriften
für Bodenmaterial und andere Abfälle angegeben werden.
5
Unter analoger Anwendung der E DIN 38402 - A 71
6
Für die Aufbringung von Materialien auf oder in den Boden gelten die Verfahren aus der BBodSchV, an-
sonsten die aus der DepV/VersatzV

Probenahme und Analytik
Stand: 05.11.2004
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Arsen (As)
ET-AAS
Hydrid-AAS
In Analogie zu
DIN ISO 11047
DIN EN ISO 11969
Mai 2003
November 1996
Quecksilber (Hg)
AAS-Kaltdampftechnik
Bei der Probenvorbehandlung darf die
Trocknungstemperatur 40ºC nicht über-
schreiten
DIN EN 1483
August 1997
Thallium ICP-MS
DIN 38406-29 Mai 1999
Leichtflüchtige Halo-
genkohlenwasserstoffe
Bestimmung von BTEX/LHKW in Feststoffen
aus dem Altlastenbereich
Handbuch Altlasten;
Bd. 7, Teil 4, HLUG
2000
Benzol und Derivate
(BTEX)
Bestimmung von BTEX/LHKW in Feststoffen
aus dem Altlastenbereich
Handbuch Altlasten;
Bd. 7, Teil 4, HLUG
2000
Mineralölkohlenwas-
serstoffe
Charakterisierung von Abfällen –Aufschluss
zur anschließenden Bestimmung des Gehal-
tes an Kohlenwasserstoffen von C10 bis
C40 mittels Gaschromatographie
E DIN EN 14039 in
Verbindung mit der
LAGA-Richtlinie KW
04 (Entwurf)
7
Dezember 2000
März 2004
Polycyclische aromati-
sche Kohlenwas-
serstoffe (PAK):
16 PAK (EPA)
Benzo(a)pyren
Bodenbeschaffenheit – Bestimmung von
polycyclischen aromatischen Kohlenwas-
serstoffen – Hochleistungs-
Flüssigkeitschromatographie-(HPLC-) Ver-
fahren (ISO 13877 : 1998)
1) Soxhlet-Extraktion mit Toluol, chroma-
tographisches Clean-up; Quantifizierung
mittels GC-MS*
2) Extraktion mit Tetrahydrofuran oder Ace-
tonitril; Quantifizierung mittels HPLC-
UV/DAD/F*
3) Extraktion mit Aceton, Zugeben von Pet-
rolether, Entfernung des Acetons, chro-
matographische Reinigung des Petrol-
etherextraktes, Aufnahme in Acetonitril;
Quantifizierung mittels HPLC-UV/DAD/F
4)
Extraktion mit einem Was-
ser/Aceton/ Petrolether-Gemisch in Gegen-
wart von NaCl; Quantifizierung mittels GC-
MS oder HPLC-UV/DAD/F
DIN ISO 13877
Merkblatt Nr. 1 des
LUA –NRW
DIN ISO 13877
VDLUFA-
Methodenbuch, Band
VII;
Handbuch Altlasten
Bd. 7, Teil 1, LfU HE
Januar 2000
1994
Juni 1995
1998
Polychlorierte Biphe-
nyle (PCB)
Bestimmung von 6 polychlorierten Bipheny-
len (PCB) (S 20)
Bodenbeschaffenheit – Gaschromatographi-
sche Bestimmung des Gehaltes an polychlo-
rierten Biphenylen PCB) und Organochlor-
pestiziden (OCP) (ISO/CD 10382 : 1995)
Extraktion mit einem Wasser/Aceton/ Pet-
rolether-Gemisch in Gegenwart von NaCl;
Quantifizierung mittels GC-ECD (GC-MS
möglich)
DIN 38 414 – 20
DIN ISO 10382
Handbuch Altlasten
Bd. 7, Teil 1, LfU HE
Januar 1996
Mai 2003
Februar 1998
7
Die Endfassung der „Richtlinie für das Vorgehen bei physikalischen und chemischen Untersu-
chungen von Abfällen, verunreinigten Böden und Materialien aus dem Altlastenbereich (kurz
KW/04) wurde von der Umweltministerkonferenz im Umlaufverfahren 18/2004 zur Kenntnis ge-
nommen. Die Veröffentlichung erfolgt in Kürze als Mitteilung 35 unter
www.laga-online.de.

 
Probenahme und Analytik
Stand: 05.11.2004
- 6 -
1.4.2
Bestimmung des eluierbaren Anteils
Die Herstellung des Eluats für anorganische und leichtlösliche organische Stoffe er-
folgt in der Regel nach Kapitel 3 der LAGA-Richtlinie EW 98 (EW 98S, Standardver-
fahren), sofern zu den einzelnen Technischen Regeln keine anderen Vorgaben ge-
macht werden. Bei Bodenproben sind die Vorgaben des Anhang E der DIN EN
12457-4: April 2002 bezüglich der Durchführung der Elution zu beachten.
Andere als die hier genannten Elutionsverfahren (allgemeiner und spezieller Teil) zur
Überprüfung der in Abschnitt II dieser Technischen Regeln festgelegten Zuord-
nungswerte für Eluate sind nicht zulässig.
Analytische Verfahren - Eluate
Färbung
EN ISO 7887
Oktober 1994
Trübung
DIN EN ISO 7027
April 2000
pH-Wert
Bestimmung des pH-Wertes (C5)
DIN 38 404 – 5
Januar 1984
Elektrische Leitfähigkeit
Bestimmung der elektrischen Leitfähigkeit
(ISO 7888 : 1985) Deutsche Fassung EN
27 888 : 1993
DIN EN 27 888
November 1993
DOC
Anleitungen zur Bestimmung des gesam-
ten organischen Kohlenstoffs (TOC) und
des gelösten organischen Kohlenstoffs
(DOC)
DIN EN 1484
August 1997
Chlorid
Bestimmung der Chlorid-Ionen (D1)
Bestimmung von Bromid, Chlorid, Nitrat,
Nitrit, Orthophosphat und Sulfat in Abwas-
ser (ISO 10304-2 (1995)
DIN 38 405 - 1
EN ISO 10304-2
Dezember 1985
November 1996
Sulfat
Bestimmung der Sulfat-Ionen (D 5)
Bestimmung von Bromid, Chlorid, Nitrat,
Nitrit, Orthophosphat und Sulfat in Abwas-
ser
DIN 38 405 - 5
EN ISO 10304-2
(ISO 10304-2 (1995))
Januar 1985
November 1996
Fluorid (F-)
Fluoridsensitive Elektrode (D4-1)
Ionenchromatographie
DIN 38405-4-1
DIN EN ISO 10304-1
Juli 1985
April 1995
Cyanid (CN-), gesamt
Bestimmung des gesamten Cyanids und
des freien Cyanids mit der kontinuierlichen
Fließanalytik
DIN EN ISO 14403
Juli 2002
Arsen
Bestimmung von Arsen Atomabsorpti-
onsspektrometrie (Hydridverfahren) (ISO
11969 :1996)
EN ISO 11969
November 1996
As, Cd, Cr, Co, Cu, Mo,
Ni, Pb, Sb, Se, Sn, Tl, Zn
Bestimmung von 33 Elementen durch
induktiv gekoppelte Plasma Emissions-
spektrometrie (ISO 11885: 1996)
(ICP-MS möglich)
DIN EN ISO 11885
April 1998
Ammonium
DIN 38 406 – 5-1
Oktober 1983
Cadmium (Cd)
Bestimmung von Cadmium durch Atom-
absorptionsspektrometrie (ISO 5961: 1994
DIN EN ISO 5961
Mai 1995
Chrom, gesamt
Bestimmung von Chrom mittels Atomab-
sorptionsspektrometrie
EN 1233
August 1996

 
Probenahme und Analytik
Stand: 05.11.2004
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Bestimmung von 33 Elementen durch
induktiv gekoppelte Plasma Emissions-
spektrometrie (ISO 11885: 1996)
EN ISO 11885
April 1998
Kupfer
Bestimmung von Kupfer mittels Atomab-
sorptionsspektrometrie (AAS) (E 7)
DIN 38 406 – 7
September
1991
Quecksilber
Bestimmung von Quecksilber
EN 1483
August 1997
Nickel
Bestimmung von Nickel mittels Atomab-
sorptionsspektrometrie (E 11)
DIN 38 406- 11
September
1991
Blei
Bestimmung von Blei mittels Atomabsorp-
tionsspektrometrie (AAS) (E 6)
DIN 38 406- 6
Juli 1998
Thallium
Bestimmung von 7 Metallen (Zink, Cad-
mium, Blei, Kupfer, Thallium, Nickel, Co-
balt) mittels Voltammetrie (E 16)
Bestimmung von Thallium mittels Atomab-
sorptionsspektrometrie (AAS im Graphit-
rohrofen)
DIN 38 406- 16
DIN 38 406- 26
März 1990
Juli 1997
Zink
Bestimmung von Zink (E 8)
DIN 38 406- 8
Oktober 1980
Phenol Index
Bestimmung des Phenol-Index nach Des-
tillation und Farbstoffreaktion(H 16-2)
Wasserbeschaffenheit - Bestimmung des
Phenolindex mit der Fließanalytik (FIA und
CFA) (ISO 14402:1999); Deutsche Fas-
sung EN ISO 14402:1999
DIN 38 409- 16-2
DIN EN ISO 14402
Juni 1984
Dezember 1999
Adsorbierbare organische
Halogenverbindungen
(AOX)
DIN –EN 1485
November 1996
1.5
Beurteilung der Untersuchungsergebnisse
Bei der Zuordnung von Abfällen zu einer Einbauklasse ist die Einhaltung der jeweili-
gen Zuordnungswerte nachzuweisen (vgl. Allg. Teil, I.6.1).
Für Untersuchungsergebnisse, die im Rahmen einer regelmäßigen Güteüberwa-
chung entsprechend dem Verfahren der „Richtlinien für die Güteüberwachung von
Mineralstoffen im Straßenbau“ (RG Min-StB) für kontinuierlich anfallende minerali-
sche Abfälle aus stationären Aufbereitungs- oder Industrieanlagen anfallen, gilt fol-
gende spezielle Regelung:
Auch die im Rahmen der Fremdüberwachung ermittelten Ergebnisse dürfen die je-
weils einschlägigen Zuordnungswerte grundsätzlich
nicht überschreiten. Ausnahmen
sind unerhebliche und nicht systematische Überschreitungen.
Die zulässige Toleranz
(unerhebliche Überschreitung) hängt vom betrachteten Parameter und der Höhe des
Zuordnungswertes ab.
Eine systematische Überschreitung liegt vor, wenn der einschlägige Zuordnungswert
bei zwei aufeinander folgenden Prüfungen um mehr als die zulässige Toleranz über-
schritten wird.

 
Probenahme und Analytik
Stand: 05.11.2004
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Zulässige Überschreitungen
Kenngröße
Zuordnungswert
Zulässige Überschreitung in %
El. Leitfähigkeit
< 1000 μS/cm
20
> 1000 μS/cm
5
Chlorid < 150 mg/L 10
> 150 mg/L
5
Sulfat < 150 mg/L 10
> 150 mg/L
5
Fluorid < 5 mg/l 10
Cyanid 0,02 mg/l 20
Ammonium-N 1 mg/L 10
Metalle/Metalloide < 100 μg/L 20
> 100 μg/L
10
EOX < 10 mg/kg 10
KW 150 mg/kg 20
> 150 mg/kg
10
TOC 3 Masse-% 10
PAK (EPA)
5 mg/kg
25
< 20 mg/kg
20
> 20 < 75 mg/kg
10
PCB 0,1 mg/kg 50
> 0,1 mg/kg
25
DOC 20 mg/L 10
Phenolindex < 100 μg/L 50
2 Boden
2.1 Allgemeines
Die Erkundung von altlastverdächtigen Flächen ist durch die BBodSchV sowie dafür
einschlägige Normen, Richtlinien und Merkblätter geregelt. Sie ist nicht Gegenstand
der unter 2.2 bis 2.6 getroffenen Festlegungen.
Ergebnisse von Bodenuntersuchungen dienen im Rahmen der Technischen Regel
dazu, eine erste Einschätzung über mögliche Belastungen des zu verwertenden Bo-
denmaterials zu erhalten. Dadurch wird ermöglicht, den späteren Aushub grob den
Einbauklassen zuzuordnen und das Aushubmaterial entsprechend zu lagern. Wer-
den Belastungen festgestellt, wird eine endgültige Zuordnung zu den Einbauklassen
anhand der Untersuchungsergebnisse des ausgehobenen Bodenmaterials getroffen.
Bei der Planung und Durchführung von Untersuchungen sind die unterschiedlichen
Fragestellungen von geotechnischen und chemisch-physikalischen, auf die Verwer-
tung ausgerichteten Untersuchungen angemessen zu berücksichtigen und aufeinan-

 
Probenahme und Analytik
Stand: 05.11.2004
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der abzustimmen. Unter geeigneten Voraussetzungen lassen sich dann Proben aus
denselben Aufschlüssen (Schürfe, Bohrungen) vorteilhaft kombinieren.
2.2 Beprobungspunkte
Die Grundlage für die Auswahl der Beprobungspunkte ist die DIN 4020, soweit nicht
in begründeten Fällen hiervon abgewichen werden muss (z. B. bei gezielten Hinwei-
sen auf Kontaminationen). Zur Ermittlung der Stoffkonzentrationen sind die Probe-
nahmepunkte grundsätzlich nach einem regelmäßigen geometrischen Raster anzu-
setzen. Die Auswahl der Beprobungspunkte hängt von der Art und Größe des Bau-
werks ab. Als Richtwerte für Rasterabstände gelten bei
-
Flächenbauwerken 20 - 40 m,
-
Linienbauwerken 50 - 200 m.
Bei kleinflächigen Bauwerken (100 - 400 m
2
) sind mindestens 4 Beprobungspunkte
auszuwählen. Bei Linienbauwerken, deren Breite 10 m überschreitet, können Bepro-
bungen außerhalb der projektierten Mittelachse sinnvoll sein.
2.3 Probenahmegeräte
Die Gewinnung der Bodenproben erfolgt durch dieselben Aufschlüsse, die bei geo-
technischen Untersuchungen nach DIN 4021 und für Untersuchungen nach
BBodSchV zusätzlich DIN ISO 10381 - 2: August 2003 erstellt werden, z. B. durch
Schürfe oder Kleinbohrungen.
Das Bohrverfahren und die Art der zu gewinnenden Probe sind in Abhängigkeit von
den zu beantwortenden Fragestellungen und den örtlichen Gegebenheiten zu wäh-
len.
Grundsätzlich sind Bohrverfahren vorzuziehen, bei denen die zu untersuchenden
Bodeneigenschaften durch den Bohrvorgang nicht verfälscht werden.
2.4
Entnahme von Bodenproben
Zur Feststellung der vertikalen Schadstoffverteilung ist die ungesättigte Bodenzone
bis zur Aushubsohle zu beproben. Die Beprobung erfolgt horizont- oder schichtspezi-
fisch. Im Untergrund dürfen Proben aus Tiefenintervallen bis max. 1 m entnommen
werden. In begründeten Fällen ist die Zusammenfassung engräumiger Bodenhori-
zonte bzw. -schichten bis max. 1 m Tiefenintervall zulässig. Auffälligkeiten sind zu
beurteilen und gegebenenfalls gesondert zu beproben. Die Beprobungstiefe soll re-
duziert werden, wenn erkennbar wird, dass bei Durchbohrung von wasserstauenden
Schichten im Untergrund eine hierdurch entstehende Verunreinigung des Grundwas-
sers zu besorgen ist.

 
Probenahme und Analytik
Stand: 05.11.2004
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Um Verschleppungen zu vermeiden, sollten die Randbereiche (mindestens 10% des
Durchmessers) von Bohrkernen bei Lockergesteinen verworfen werden. Für die Er-
stellung flächenbezogener Mischproben sind je 20 Einzelproben zu vereinen.
2.5 Probenmenge
Die notwendige Probemenge richtet sich gemäß Kapitel 4.5 der LAGA-Richtlinie
PN 98 nach dem Größtkorn und muss ausreichen, um nach sachgerechter Proben-
vorbehandlung die Laboruntersuchung sowie gegebenenfalls die Bereitstellung von
Rückstellproben zu gewährleisten. Eine Abstimmung mit der Untersuchungsstelle
sollte erfolgen.
Grobmaterialien (Materialien > 2 mm) und Fremdmaterialien, die möglicherweise
Schadstoffe enthalten oder denen diese anhaften können, sind aus der gesamten
Probemenge zu entnehmen und gesondert der Laboruntersuchung zuzuführen. Ihr
Massenanteil an dem beprobten Bodenhorizont bzw. der Schichteinheit ist zu ermit-
teln und zu dokumentieren.
Bei großen Probemengen wird durch Aufkegeln und Vierteln das Bodenmaterial ho-
mogenisiert und die Menge soweit reduziert, dass die entstehende Laborprobe etwa
2000 g umfasst. Können bestimmte Untersuchungen von vornherein ausgeschlossen
werden, z. B. bei spezifischem Verdacht, kann auf 500 g reduziert werden.
2.6
Auswahl der Bodenproben für analytische Untersuchungen
Bei der Untersuchung von Boden vor seinem Aushub wird nach dem im Abschnitt
III.2.4 vorgestellten Konzept eine relativ große Anzahl von Proben gewonnen. Aus
der Gesamtzahl der sichergestellten Proben sind entsprechend dem Kenntnisstand
über die zu untersuchende Fläche und der Fragestellung gezielt Proben für die Ana-
lytik auszuwählen. Die übrigen Proben sind bis zum Abschluss der Untersuchung
zurückzustellen. Dabei ist zu gewährleisten, dass die untersuchten Parameter unver-
ändert bleiben.