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Die Trachten der Böhmerwäldler
Nach der Vertreibung wurde unter den
Böhmerwäldlern immer wieder der
Wunsch laut, eine einheitliche
Heimattracht zu schaffen. Der
Bundesvorstand des Deutschen
Böhmerwaldbundes setzte aus diesem
Grund einen Ausschuss unter dem
Vorsitz von Friedl Vobis ein, der im
Zusammenwirken mit Sachverständigen
eine Trachtenfibel erarbeite. Im Jahr
1981 wurde die Böhmerwäldler
Trachten-Fibel veröffentlicht. In ihr sind
unter anderem die Vorlagen für die hier
zu sehenden Trachten enthalten.
Ein wesentliches Kulturgut des Böhmerwaldes ist die Böhmerwäldler Tracht in ihren vielfältigen und
bunten Facetten. Das Bild zeigt die Trachtenschau der Heimatgruppe Aalen im Deutschen
Böhmerwaldbund e.V.

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Ostpreußische
Fischertracht
Diese reizvolle Tracht, bei der das Mieder
einfarbig und der Rock längsgestreift ist,
zeichnet sich durch einen schräggestreift-
umrandeten Miederausschnitt aus.
Kostbar und auffällig ist zudem die mit
Kreuzstichen verzierte Leinenschürze.
Wie bei vielen nordischen Trachten wurden
Perlmuttknöpfe angenäht.
In Ostpreußen gab es mehrere Formen der
Fischerei. Am bekanntesten war wohl die Haff-
Fischerei mit den Kurenkähnen. Diese etwa
zwölf Meter langen Holzschiffe hatten einen
geringen Tiefgang von nur 40 Zentimetern. So
war der Fang von Zander, Hecht, Brasse,
Barsch, Quappe und Plötze auch an seichten
Stellen im Haff möglich.
Deutsches Kaiserreich
1871-1918
Sachsen
Kartenvorlagen: Wikipedia (Gemeinfrei)
Bearbeitet:
M. Morgner

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Schlesische Festtracht
Bei dieser Tracht bestehen Oberteil und Rock aus
gemusterter Baumwolle. Das Oberteil, sehr
enganliegend, hat Miederfunktionen und ist bei
der Niederschlesischen Festtracht
hochgeschlossen, mit vielen Knöpfen aus Metall.
Am Halsausschnitt und an den Ärmelsäumen
nähte man in Falten eingelegte weiße Spitze.
Schultertuch und Schürze sind in aufwendiger
Weißstickerei gearbeitet.
Die kostbare Festhaube mit Goldborten und Perlen
komplettiert die Tracht.
Das heute im größten Teil zu
Polen gehörende Schlesien ist seit
1999 in die Woiwodschaften
Niederschlesien, Oppeln und
Schlesien aufgeteilt. Ein kleiner
Teil verblieb nach 1945 bei
Deutschland und verteilt sich
heute innerhalb Sachsens auf die
Landkreise Bautzen und Görlitz.
Deutsches Kaiserreich
1871-1918
Kartenvorlagen: Wikipedia (Gemeinfrei)
Bearbeitet: M. Morgner
Sachsen

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Schlesische
Männertracht
Die Männertrachten sind im
Gegensatz zu den vielfältigen
Frauentrachten sehr einfach
gehalten. Ein weißes Hemd und eine
geblümte Weste werden zur
schwarzen Kniebundhose getragen.
Weiße Kniestrümpfe und schwarze
Halbschuhe vervollkommnen die
Männertracht.
Auf Wanderschaft wird noch eine schwarze Jacke getragen. Der
obligatorische schwarze Hut mit einer breiten Krempe ist von einer
gelb-weißen Kordel umrandet.
Die Provinz Schlesien bestand von
1815 bis 1919 und nochmals von
1938 bis 1941. In den Jahren von
1919 bis 1938 und ab 1941 war sie in
die Provinzen Niederschlesien
(Hauptstadt Breslau) und
Oberschlesien
(Hauptstadt Kattowitz)
geteilt.
Deutsches Kaiserreich
1871-1918
Kartenvorlagen: Wikipedia (Gemeinfrei)
Bearbeitet: M. Morgner
Sachsen

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Jamunder Tracht
Bezeichnend für die Jamunder Tracht ist ein
handgewebter gestreifter Stoff für das Mieder,
welcher im Rückenteil in V-Form verarbeitet ist.
Das Mieder, im Latzteil reichlich mit Borten
verziert, wird mit einer Schnürung geschlossen.
Am schwarzen Rock ist als Extra ein 5 cm breiter
Saum eingearbeitet.
Es werden eine weiß bestickte Hemdbluse und
eine weiße Leinenschürze dazu getragen.
Verheiratete Frauen durften sich zusätzlich einer
pelzbesäumten Mütze erfreuen.
Pommern umfasste das westlich der Oder
gelegene Vorpommern und das östlich des
Flusses an die Provinzen Brandenburg und
Westpreußen grenzende Hinterpommern.
Der Jamunder See mit einer Ausdehnung von
22,4 km
2
liegt heute in Polen, nördlich von
Köslin/Koszalin
und ist durch eine schmale
Nehrung von der Ostsee getrennt.
Deutsches Kaiserreich
1871-1918
Jamunder See
Kartenvorlagen: Wikipedia (Gemeinfrei)
Bearbeitet: M. Morgner
Sachsen

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Der Böhmerwald ist auch der
Schauplatz von
Carl Maria von
Webers Oper „Der Freischütz“,
deren Handlung
kurz nach
Beendigung des Dreißigjährigen
Krieges spielt.
Deutsches Kaiserreich
1871-1918
Die Tschechoslowakei und das
Sudetenland ab 1918
Kartenvorlagen: Wikipedia (Gemeinfrei)
Bearbeitet: M. Morgner
Sachsen
Böhmerwälder Festtracht
Bei dieser Tracht wird der Leibkittel aus
schwerem, möglichst einfarbigem Wollstoff
gefertigt. Dazu trägt man bunte, schillernde,
machchmal auch mit Klöppelspitzen verzierte,
Schürzen. Ebenfalls bunt ist das mit Fransen
versehene Schultertuch.
Ein besonderes Schmuckstück ist die Bluse: Sie
wird mit aufwendigen Stickereien verziert.
Eine prächtig verarbeitete Haube gibt es bei
dieser Tracht nicht.

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Nordböhmen - Das Böhmische
Paradies an der Grenze zu
Sachsen und Polen ist nicht nur
wegen seinen riesigen
Braunkohlegebieten bekannt.
Urlauber schätzen die herrlichen
Naturreservate des Elbsandstein-,
Iser-, Erz- und Riesengebirges und
nicht zuletzt die zahlreichen
wildromantischen Burgen und
Schlösser als Wander- und
Ausflugsziele.
Deutsches Kaiserreich
1871-1918
Die Tschechoslowakei und das
Sudetenland ab 1918
Kartenvorlagen: Wikipedia (Gemeinfrei)
Bearbeitet:
M. Morgner
Sachsen
Nordböhmische Tracht
für Bürgerinnen
Diese kostbare und auffällige Tracht konnte sich
seinerzeit nicht jeder leisten. Edle Tuch- und
Seidenstoffe wurden verarbeitet.
Ein schwarzes, weit ausgeschnittenes Mieder,
umrahmt mit einen bestickten Seidenstreifen,
bildet den oberen Blickpunkt dieser Tracht, aber
auch der weit gehaltene Seidenrock mit
Samtstreifen und Plisseeabschluss werden dem
Betrachter ins Auge fallen.
Eine kunstvolle Latzschnürung sowie die weiße Bluse und die Schürze
mit den echten Klöppelspitzen runden diese kostbare Tracht ab.

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Karlsbad
Karlsbad, tschechisch Karlovy
Vary, gehört zu den
berühmtesten und
traditionsreichsten Kurorten
der Welt. Wann die Gegend
um Karlsbad besiedelt wurde,
ist nicht genau bekannt. Im
heutigen Ortsteil Sedlec befand
sich spätestens seit dem 10.
Jahrhundert eine Burg der
Sedlitschanen, die bisher
allerdings nicht gefunden
werden konnte.
Deutsches Kaiserreich
1871-1918
Die Tschechoslowakei und das
Sudetenland 1918
Kartenvorlagen: Wikipedia (Gemeinfrei)
Bearbeitet: M. Morgner
Sachsen
Unterländer Tracht
(Karlsbader Tracht)
Diese Tracht könnte man als die kostbarste und
schillerndste Tracht des ehemals deutschsprachigen
Gebietes bezeichnen. Bei ihr werden nur edle und
auffallende Materialien verarbeitet.
Das reichverzierte Mieder mit all seinen Borten und
Glitzersteinen ist eine echte Augenweide für jeden
Trachtenliebhaber.
Das Mieder wird mit einem Kettengeschnür zusammengebunden und
ein kostbares Seidentuch ziert die Schulter der Trägerin.
Die schillernde, im Blütenmuster, gewebte Seidenschürze ergänzt
diese Tracht.

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Wallerner Tracht
Diese wunderschöne Tracht aus dem südlichen
Böhmerwald wird aus kariert gewebten Leinen
gefertigt und besticht in einer aufwendigen
Miederverarbeitung. Sowohl im Rücken- wie auch
im Vorderteil werden die Karos phantasievoll
zusammengenäht.
Perlmuttknöpfe, eine hübsche weiße Bluse und
eine einfarbige Schürze komplettieren diese Tracht.
Sechs Kilometer südlich von
Wallern, tschechisch Volary,
vereinigen sich im Moor
Filzau/Mrtvý luh die
Warme/Teplá Vltava und
Kalte Moldau/Studená
Vltava zur Moldau.
Wallern
Deutsches Kaiserreich
1871-1918
Die Tschechoslowakei und das
Sudetenland
ab 1918
Kartenvorlagen: Wikipedia (Gemeinfrei)
Bearbeitet: M. Morgner
Sachsen

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Böhmerwälder
Grundtracht
Diese Trachten verkörpern den
gesamten Böhmerwald und können
aus verschiedenen
Baumwollstoffen gefertigt sein.
Durch Muster- und Farbvariationen
ist eine große Vielfalt möglich.
Als Attribut der Vertreibung und
der Trauer wurde sie anfangs mit einer schwarzen Schürze getragen.
Der Böhmerwald ist eine etwa
120 km lange Bergkette, die sich
entlang der tschechisch-deutsch-
österreichischen Grenze
erstreckt. Der Große Arber auf
bayerischer Seite ist mit seinen
1456 Metern der höchste Punkt
dieses Mittelgebirges.
Im Zuge der Besiedlung vom 12.
bis zum 14. Jahrhundert kamen
besonders viele deutschsprachige
Kolonisten aus den angrenzenden
bayerischen Gebieten ins Land.
Deutsches Kaiserreich
1871-1918
Die Tschechoslowakei und das
Sudetenland ab 1918
Kartenvorlagen: Wikipedia (Gemeinfrei)
Bearbeitet:
M. Morgner
Sachsen

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Festtracht aus dem
Riesengebirge
Festtage - wie Hochzeiten und Taufen- waren
immer Tage in Tracht. Dem Anlass entsprechend
aufwendig wurde die Kleidung gefertigt. Zum Rock
aus Taft wurden eine weiße Bluse, weiße gestrickte
Strümpfe und schwarze Lederschuhe getragen. Eine
„Dreistückhaube“ mit farblich passenden
Pompadour vervollständigen die Tracht.
Das nur 36 km lange Riesengebirge ist
der bekannteste Teil der Sudeten und
bildet eine natürliche Grenze
zwischen Schlesien und Böhmen.
Knapp ein Drittel des Gebirgszuges
liegt auf der polnischen Seite, der
übrige Teil gehört zu Tschechien. Der
höchste Berg ist die Schneekoppe mit
1.602 Metern.
Deutsches Kaiserreich
1871-1918
Riesengebirge
Kartenvorlagen: Wikipedia (Gemeinfrei)
Bearbeitet: M. Morgner
Sachsen

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Gebirgsschlesische
Frauentracht
(Rock-Mieder-Tracht)
Die gebirgsschlesische Tracht besteht aus
einer Kombination aus Mieder und Rock.
Das Mieder wird von vorn geschnürt und
kann aus schwarzem Leinen, Samt oder
auch aus demselben Stoff wie der Rock
sein.
Bezeichnend für den Rock sind die gedämpften Farben, mit
Röschenmuster in Längsstreifenanordnung. Darunter werden ein
weißer Unterrock und weiße, gestrickte Strümpfe getragen. Das
große Schultertuch muss mit den vorderen Enden unter das
Schürzentuch gesteckt werden. Zur kühleren Jahreszeit wird diese
Tracht mit einer keulenärmligen Spenzerjacke ergänzt.
Deutsches Kaiserreich
1871-1918
„Wer das Himmelreich nicht kennt,
der hat umsonst gelebt“, sagen die
Schlesier und meinen ihr
Lieblingsgericht, dessen Grundlage
geräuchertes Schweinefleisch und
Backobst sind. Dazu gibt es
üblicherweise schlesische
Kartoffelklöße (Kließla).
Sachsen
Kartenvorlagen: Wikipedia (Gemeinfrei)
Bearbeitet: M. Morgner